[146] Traum eines Wißbegierigen.

Kennst du so tief wie ich des Leidens Süßigkeiten,
Und sagt man auch von dir: »Seht, welch ein Sonderling!«?
– Ich lag im Sterben. In der Brust, der todgeweihten,
Rang Schrecken und der Wunsch zum Tod, ein seltsam Ding.
Angst fühlt' und Hoffnung ich, jedoch kein Widerstreiten.
Je mehr der schlimme Sand der Uhr zu Ende ging,
Je schärfer fühlte ich der Folter Herrlichkeiten;
Mein Herz entriß sich ganz der Welt, die es umfing.
Mein Fühlen glich dem Wunsch von schaubegiergen Kindern,
Den Vorhangsfalten feind, die unsre Blicke hindern ...
Bis daß die Wahrheit sich enthüllte, kalt und blaß:
Tot war ich ohne Schreck. Und mich umgab der Schimmer
Des grausen Morgenrots. – Was! ist es nichts als das!
Der Vorhang war entschwebt ... ich wartete noch immer.

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