1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

[322] Alte Fabeln mit neuer Anwendung

1773.

1.

Der Hirsch sah sich im Bach:
»Wie prächtiges Geweih! –
Und ei,
Wie dürre Beine!
Sind sie auch meine?«
Die Jagd klang nach;
Nun auf die Beine!
Die dürren Läuft' sind sein,
Sie retten ihn; sein prächtiges Geweih
Hängt im Gesträuch;
Der Jäger hat ihn gleich.
Verachte nicht Dein armes Sein,
Dein Glück!
Erhebe nicht den leeren Schein,
Dein Unglück!
Im Mangel, nicht im Ueberfluß
Keimt der Genuß.
2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

2.

Der Löwe schlief und fuhr
Im Schlaf auf ob dem gräßlichen Geschrei.
»Ist Aufruhr
In meinem Reich?« Er eilt herbei;
'S war Froschgeschrei.
»Was lohnte mir's, die Kreischer zu zerbaxen?
Es ist so schöner Tag; laß sie coaxen!«
Kunstrichter! Ist im wärmsten Sommerpfuhl
Geschrei wie dort Coax auf Euerm Richterstuhl?
»Der König Löwe selbst soll's hören!«
Ihr könnt ihn auch einmal im Mittagsschlafe stören;
Doch seid getrost! er gönnt Euch Euern Pfuhl,
Den Richterstuhl.
3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

[323] 3.

»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt;
Sie bleiben, wo sie sind, versteckt,
Und ich leid' Hungersnoth!
Was gilt's, ich stell' mich todt!
Ich kluge Frau
Bin schlau.«
Frau Katze sprach's und that's genau:
Da lag ihr Kopf
Und dort ihr langer Schwanz.
»Bist doch ein Tropf,
Hochweise Frau!
Werd auch ein Sack! wir kennen Dich schon ganz.«
Hochweise Frau,
Jahrhunderts Toleranz!
4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

4.

Ein Bauer fand (es wintert' hart)
Ein buntes Schlängelein,
Von Frost erstarrt.
»Das bring' ich nun den Kindern mein!«
Und barg es in den Busen 'nein.
Das Schlängelein
Erwarmte fein,
Und stach.
Vertrau Du schönen Geistern Dich!
Sie lohnen Dich
Mit Natternstich.
Verräther! Du, mit allen Deinen Musen
Warst mir im Busen.
5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

5.

Auf einer Wildjagd war der Leu
Und Ziege, Kuh und Schaf dabei;
Sie theilen. »Theilet gleich!«
»Das nehm' ich,« sprach der Leu,
»König in meinem Reich!
Dies! denn das Meist' hab' ich gethan!
[324]
Das! will wer's, heb' er's an
Mit mir!«
»Großmächtigster, wir lassen Alles Dir.«
Wozu die viele Müh?
Tabakskram und Regie –
Wozu die Namen?
Geruhen, Sire, Sie,
Nehmen's zusammen!
6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

6.

Ein altes, blindes Weib lag krank;
Die Aerzte docterten sie lang',
Und jeder nahm für jeden Gang
Ein Stückchen Hausrath mit zum Dank.
So ging's ein' Weile hin und her;
Das Weib ward seh'nd, das Haus war leer.
»Bezahlt uns nun für viele Kunst und Müh!«
»Ach!« sagte sie,
»Trotz meines neuen Angesichts,
Ihr Herrn, seh' ich jetzt – nichts.«
Der alte, blinde Mensch liegt krank,
Ihr Herren doctert ihn so lang'
Mit Syllogismus-Arzenei,
Metaphysik, Politik bei,
Und nehmt ihm allen Saft und Kraft,
Und wo und wie er etwas schafft;
Nun sieht er – Himmel, ei! –
Kraft Euers neuen Angesichts,
Ihr Herrn, sieht er nun – nichts!
7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

7.

Ein böser Hund fiel tief
In eine Grube, rief
Entsetzlich. Sieh, sein Herr hinein,
Will helfen ihm. Der Tolle fällt
Ihm ins Gebein
Und bafft und bellt.
[325]
Dem Philosophen neuster Art,
Das ist, noch ohne Bart,
Hilf ihm aus seiner Grube,
Der Narrenstube –
Er beißt und bellt.
8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

8.

Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an;
Sie standen zwei für einen Mann.
Da ward nichts draus;
Er ging nach Haus,
Bis er sie jeden einzeln fand,
Und überwand.
Mein Vaterland,
Deutschland!
9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

9.

Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr;
Da streckt der Fuchs in allen Ehren
Sein neubegierig Haupt hervor:
»Darf ich auch hören?«
»Wer will Dir's wehren?
Wir haben gar nichts vor.«
»Sie flüstern aber!« »Hat nichts zu bedeuten;
Wir fürchten uns auf allen Seiten.
Da horchet Ohr an Ohr.«
Geheimnißvoller Thor!
Und ob der wahre Tik
Der großen spanischen Geheimniß-Politik
Nicht immer Hirschesherz und Unentschlossenheit,
Unwissenheit und Bangigkeit,
Kurz, allerlei
Vom lieben Nichts sei?
10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

10.

Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein
Und dehnt' sich und bekam –
Quantsweis das böse Wesen.
[326]
Wie einst in vielem Bardenkram
Ausführlicher zu lesen.
11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

11.

Wer mit der Mittagssonne Pracht
Sein Lämpchen Licht vermählt,
Der dank' es sich, wenn ihm bei Nacht
Sein kleines Lämpchen fehlt.
Herr Philosoph, von allen Welten trunken
Und auf der Seinen hier in öden Koth versunken,
Mich dünkt, in Seinem Hirn glühn wunderbare Funken!
12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

12.

Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See
Und schrie und bebt' und wimmerte.
»Steckt,« sprach der König, »ihn ins nasse Wellenhaus
Und zieht ihn schnell heraus!«
Sie thaten's. Stracks war all sein Wimmern aus;
Sehr wohl bekam ihm nun sein trocknes Bretterhaus.
Wer nie war krank,
Weiß kaum für sein Gesundsein Dank.
Dem Hungrigen ist Wermuth süß;
Der Hölle dünkt die Erde Paradies;
Dem Himmel dünkt die Erde Hölle;
Dem Satten wird der Honig Ekels Quelle.
13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

13.

In jener goldnen Zeit,
Da Thier' und Menschen vetterliche Schaaren
Und Schwätzer und Gesellen waren,
Und Aelterbruder Mensch ihr Vormund weit und breit,
Ein Vormund mit Verstand und Lieb' und Treu:
Er sah an Jedes Stirn, was in ihm sei,
Und lenkt's an seiner Hand, wie Gott die Menschen lenkt,
In Jedes eignem Hirn, daß Jeder denkt:
»Wie bin ich frei!«
Und Weisheit spielet' auf der Erde
In Allem, was nur lebt und webt;
[327]
Der Mensch empfand: »Was lebt und webt,
Spricht, handelt mir, damit ich weise werde!«
Und er erhebt
Vor Allem sich empor und fühlt sich Gottesbild,
Mit Vaters Blick und Wort erfüllt;
»Daß,« spricht er, »mir die Erde
Gehorsam werde,
Begabet bin ich mit Verstand.«
Stracks fiel sein Blick aufs irdische Gewand,
Und wie verhüllt
Des Vaters ewige Gewalt
In Thiergestalt!
»Damit ich,« sprach sein innres Mitgefühl,
»Im großen Erdgewühl
Mit Thieren Thier, von Allen Bruder werde,
Ein Herr und Knecht der Erde!«
Sieh, Mensch, der Fabel Ziel
Und Amt und Bild:
Dein Weisheitblick hat ohne Mitgefühl
Sein Loos nur halb erfüllt.
14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

14.

Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen;
Ich kenn' ein wüthiges, das kann den Geist erschlagen.
15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

15.

Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben,
Wer wird sich Eulen drum ergeben?
16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

16.

Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!
Wie, wenn ein Tiger drinnen wär'?
17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

17.

Und regneten die Wolken Leben,
Kein Weidenbaum wird Dir drum Datteln geben.
18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

[328] 18.

Ein Regen bringt Dir Blumen hier,
Dort Dorn und Disteln für.
19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

19.

Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand,
Unrein verworfen ward der große Elephant.
Der kleinste Berg, Zion,
Ward Gottes Thron.
20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

20.

Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder;
Fühlst Du Dich nicht in Deine Brüder,
So fühlt in Dich sich Niemand wieder.
21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

21.

Dem, der Dich verehrt mit Grauen,
Wolle ja nicht trauen!
Weißest Du, warum die Schlange sticht?
Weil sie Dich verehrt mit Grauen
Und sich fürchtet, daß Dein Fuß ihr nicht
Den Kopf zerbricht.
22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

22.

»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir),
Das ganze Jahr nicht mehr als wenig Wochen,«
So kam der Kuckuk an die Thür
Der Sängerin sanft angesprochen.
»Und ich darinnen folge Dir!
Ich sing' auch kurze Zeit; warum? um schön zu singen.
Ich folg' im Singen der Natur;
Denn die Natur läßt sich mit Nichten zwingen;
So lange sie gebeut, so lange sing' ich nur,
Und wenn sie nicht gebeut, so hör' ich auf zu singen;
Es möchte mir nicht mehr gelingen.«
Ihr Dichterlinge, seid dem weisen Kuckuk hold!
Singt nicht so lang' Ihr singen wollt;
[329]
Macht selten Euch! Natur ist wenig Jahre hold.
Soll Kuckukswitz die Welt entzücken,
So singt, so lang' Ihr feurig seid,
Und öffnet Euch mit Kuckuksmeisterstücken
Den Eingang in die frohe Ewigkeit!
23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

23.

»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur,
So lang' es Ihm beliebt! Er kennt nur eine Spur,
Kuckuksnatur!«
»Was?« sprach der Dichter, herb ergrimmt;
»Und weiß Sie, daß mein Liedlein besser stimmt
In schönem Reim und Rhythmus
Und immer abgezähltem Fuß?
Und Sie – wie man da construiren muß! –
Ganz ungleichmäßig, sonder Commata
Und Puncta
Ein wahrer Wirbelguß!
Drum wird Sie auch mein' Tag' kein auctor classicus!«
Schön Dank, Herr Kuckukkritikus!
24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

24.

Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde,
Weh Dir! da brüllt ein Leu.
»Wo sind nun unsre Hirten?
Ach, wie wir uns verirrten!
Der sel'ge Hund, er war so treu
Und stark dabei,
Und wir ergaben, dumme Heerde,
Dem Wolf ihn! Nun vorbei!
Da kommt der Leu!«
Ihr Deutsche, wo ist Euer Huß
Und Sickingen und Hutten blieben?
Sind aufgerieben!
Der deutschen Freiheit Morgengruß!
[330]
»Wir wollen unsre Rednerslust,
Den Widder, an ihn senden;
Er ist von guten Lenden
Und breiter Brust
Und bellt nicht so und treibt nicht so,
Als Hund und Hirte thaten.«
Deß seid Ihr wohlberathen,
Deß werdet froh!
Der Wollen-Cicero
Trabt zitternd stolz entgegen
Der brüll'nden Majestät.
»Da will ich recht, hilft's Gott, mein Exercitium
Als Rednerpatriot ablegen
In omne saeculi futuri gaudium:
›Heil Dir, o König! Welche Erde
Dich nur empfäht,
Die weiht Dir Segen! – –
Damit ich aber jetzt, o sanfte Majestät,
Auf meine Heerde,
Deretwegen
Ich denn –‹« Löwens Angesicht
Macht augenblicks ihn stumm.
»Nun, Seine Heerde –
Herr Demosthen, und weiter kann Er nicht
Im Exercitium?
Heraus nur! Seine Heerde
Weiht Uns von ferne Segen
Und will Uns nicht!
Wir aber wollen sie
Und geben Uns die Müh
Und kommen, Unsern Segen
Geruhend Höchst Wir selbst ihr nah vors Angesicht
In Gnaden vorzulegen.«
Schulciceronen
Der neuen Rednerei
An Rectorats- und Galatägen,
[331]
In Redners Munde Heil und Segen,
Musik dabei!
Und auf Kathederthronen,
Ihr Ciceronen,
Seid Ihr nicht frei???
»Wend' Er Sich hinter Uns, Ambassadeur!«
Und sieht ihn quer
Erschrecklich an. Der Bock geht ohn' Beschwer
Hinter ihm her.
Der Leu schritt weiter hin.
»Sieh, wie sie fliehn!
Dazu nun, bärt'ger Herr, verschoneten Wir Ihn.
Geh Er, und sag Er: Wir belieben,
Daß sie sich nicht zerstieben,
Und führ Er sie uns her!«
Der Bock thut's ohn' Beschwer;
Und sagt man, hat er sich hier mehr gebläht,
Orator jetzt für Königs Majestät,
Als einst für all sein Heer.
Demosthenes und Cicero –
Man sagt, sie machten's ohngefährlich so!
Und Du, Frau Freiheitkaklerin
Zu unsrer Zeit, kakl' immerhin!
Der Löwe hört Dich nicht,
Er spricht Dich nicht!
Und wir in jubilo,
Wir singen Löwens Angesicht
Und sahn es nicht
Und sehn es nicht,
Wie einst Octavio
Sein Freund und Zecher sang Io!
Und er versteht uns nicht.
Io! io!
[332]
25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

25.

Je schwächer, je rachsüchtiger!
Die Biene flog zum Jupiter:
»Der Mensch, o Allgewaltiger,
Beraubet mich;
Räche mich!
Tod sei ihm jeder Stich!«
»Der Tod sei Dir!« sprach Jupiter.
»Dein Stachel habe Gift!
Doch bleib' er, wo er trifft!«
Du kleiner
Rachsüchtiger
Epigrammatiker,
Sprich, welches kleine Epigramm,
Je mehr es traf, Dir wohl bekam?
26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

26.

Ein stolzer Widder, seiner Heerden
Schutzherr und Zier,
Wollt' auch am Stier
Zum Ritter werden.
Wie ging's dem schönen Thier?
Der Widder ward nachher der zwölfte Karl genannt,
Der Stier war König-Elephant,
Ein Berg voll Geist, der Erden in sich trug
Und jenen Widder schlug.
27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

27.

Der Habicht schoß im schönsten Schall
Der kleinen Nachtigall
Hinab und biß sie todt.
»Du schlechter Freund der Virtuosen!«
Sprach König Aar. Der aber ward nicht roth:
»Was? liebzukosen
In Hungersnoth?«
[333]
Was werden alle Musen neun
Und Gott Apollo höchstmit sein,
Wenn unsre Kinder Hungers schrein
Und unsre Länder darben
Und unsre Prasser starben?
28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

28.

Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!
Wirst Du weiß, so klügt der Thor.
Du lern immer, dummer Thor!
Wirst Du klug, so bleicht der Mohr.
29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

29.

Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!
Wie Schad', daß es nicht spricht!«
Der Fuchs im Weibersaal: »O schönes Angesicht!
Wie Schade, daß es spricht!«
30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

30.

Ein Berg, der kreisete;
Die Erde bebete,
Die Welt erwartete.
Was kam heraus?
Ihr wisset's: eine Maus!
Wenn Därme voller Blähung sind,
Was wird? Ihr sprecht: Prophetenwind.
Doch immer was! Ihr aber, Kopf,
Der wie ein Berg sich regt
Und wie ein Bauch ergrimmt und rührt
Und rüttelt Euren Topf
Und demonstrirt!
Was kommt heraus? Sieh, armer Tropf,
Ein Q.E.D., was ich hineingelegt!
[334]
Wie sich's gebührt,
Wohl demonstrirt!
31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

31.

Nach Körnern scharrt' der Hahn
Und fand ein Perlein. Sah es an:
»Was soll ich nun mit Dir?
Ein Träberkorn wär' nützer mir!«
»Ein trefflich Buch! dem Autor Heil und Gruß!
Doch – leider, daß ich's sagen muß! –
Für uns Factoren,
Des heil'gen Römerreichs Papier-Imperatoren
Von wenigem Genuß.
Ein Läufer der! –
Schreib' Er mir einen Hübner, Herr!
Muzelius! ein kritisches Journal!«
Sie sangen All' in hoher Zahl:
»Muzelius! Muzelius!
Journal! Journal! Journal!«
32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

32.

»Nun, wie befindt man sich?«
»Herr Doctor, wunderlich!
In den Gedärmen –« »Ei, recht gut!
So muß es gehn! Adieu! gesunden Muth!« –
»Und heute, wie befindt man sich?«
»Herr Doctor, jämmerlich!
Kopfschmerzen! halbe Raserei!«
»Ich bleib' dabei:
Recht gut!
Nur frischen Muth!« –
»Und heute?« »Ach, ich kann nicht mehr!
Hier! da!« »Er zagt zu sehr,
Mein Freund! Das muß so sein!«
[335]
Sieh, da kam Todespein.
Das muß so sein!
Der Doctor wiegt' ihn ein.
Ihr Philosophen, Doctors Panacee,
Wie heißt sie Euch? Theodicee!
33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

33.

Zusammen reisten Hund und Hahn;
Die Nacht brach an.
Der Hahn flog auf den Baum,
Hund nahm vorlieb
In einer Höhle Raum.
Morgen brach an;
Da kräht' der Hahn.
Schnell schlich der Dieb,
Herr Fuchs, heran:
»Ihr' Hoheit, darf ich nahn?«
»Frag unten,« kräht der Morgensänger Hahn,
»Bei meinem Pförtner an!«
Hund aus der Höhle
Ihm an die Kehle.
Ein treuer Hund, ein treuer Hahn,
Compan!
Am Wipfel oder in der Höhle
Nur eine Seele.
34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

34.

Eine feine, glatte Maus
Suchte sich in stolzer Jugend
Eine Braut aus.
Und wie jeder Freier begann,
Fing sie hoch an:
»Meine Braut, sie sei von Tugend,
Schöne, Wärme, Wonne!
Kurz, sie sei die Jungfrau – Sonne!«
Eine Weile blieb sie stehn.
»Hör es, hohe Jungfrau Sonne!
[336]
Doch sie will es nicht verstehn,
Ist so stolz, hm! und so warm
Dünkt mich ihr im Arm.
Laß sie! ich will weiter gehn.
Die eben dort vorüberzieht
Und ebenso wie ich die stolze Sonne flieht
Und, wie ich merke, selbst die Sonne dämpft
Und mit ihr kämpft –
Sei, hohe Wolke, mir zur Braut
In Deinem Schooß vertraut!«
Die Wolke öffnet' ihren Schooß
Und regnete drauf los.
»Die hohe Braut ist naß,
Ein leckes Faß!«
Kurz, die klug gewaschne Maus
Ging in ihr Loch
Und sucht' sich eine Mäusin aus
Und hat sie noch.
Laßt ihn nur, den Brausewind!
Er wird werden, was wir sind.
Kein Herr Student
Thut's minder als auf Präsident,
Auf Leibarzt oder Suprint'dent;
Zuletzt wird er wo Küster
Oder Philister.
35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

35.

»Der Musen Liebling, hörest Du
Dem Froschgesange zu?«
»Ich suchte hier die Nachtigall.«
»Hier in dem Fröschequall!
Geh in die stille Mitternacht,
Wo nur der Mond
Am Himmel thront,
Und Lieb' und Klage wacht!
Da schlägt die Nachtigall
Mit Engelschall.«
[337]
»Ist doch in dem und dem Journal
So nichts anitzt für meine Wahl.«
»Und suchst Du denn für Deine Wahl
Itzt etwas im Journal?«
36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

36.

»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben;
Die sanften Quellen fließen frei!«
Heil ihm! ihm sei
Ein langes Leben,
Der so befahl!
Die Jungfrauquelle ist das Himmelskind Genie,
Das Gottoriginal,
Das schenkt und tränkt
Und aus sich selbst sich senkt
Und fließt so stille.
Dort aber jene Gassennymphe, die
Aus Bacchusbäuchen fällt
Und vor Palästen in Geländern bellt
Und rauscht und röchelt – zinset sie!
Es ist Monarchens Wille.
37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

37.

Der Löwe bat den Stier
Zum Mahl. Er stellt sich ein.
»Da brennet's hier,
Und dort sind Kessel, und nichts drein!
Gilt das auch mir?«
Er läuft. »Das ist nicht fein,«
Spricht Leu, »mein Mahl zu fliehn!
Denn, Herr, ich präg's Ihm ein:
Ohn' Ihn
Ist gar kein Mahl!« und würgt ihn.
Viel Dank für hohe Ehre,
Die sonder meine Haut – nicht wäre.
38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

[338] 38.

Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie.

Eine biblische, d.i. wahre Fabel.


Ihr Männer, hört, daß Gott Euch höre!
Die Bäume wollten sich zur Ehre
Ein Königreich. Sie kamen
Zum Oelbaum: »Baum,
Sei unser König!« »Ich?
Soll die Fette von mir weisen,
Die Menschen itzt und Götter preisen,
Und hingehn und, ein dürres Leben,
Ueber den Bäumen schweben?«
Sie kamen
Zum Feigenbaum:
»Sei unser König!« »Ich?
Soll die Süße von mir weisen,
Die Menschen itzt und Götter preisen,
Und hingehn und, ein dürres Leben,
Ueber den Bäumen schweben?«
Sie wandten sich
Zum Weinstock: »Baum,
Sei unser König!« »Ich?
Soll den Saft mir lassen rauben,
Der in meinen vollen Trauben
Menschen itzt und Gott entzückt,
Tod und Trauer neu erquickt,
Soll hingehn und, ein ödes, dürres Leben,
Ueber den Bäumen schweben?«
Ermüdet gaben Alle sich
Dem Dornbusch: »Edler, hoher Baum,
Sei unser König Du!« Und kaum
Hört' Dornbusch es, so fühlt' er seinen Werth
Und sprach, wie folgt: »Weil Ihr denn Mich,
Wie Recht ist und wie sich's gebührt,
Als Euren König ehrt
Und gebet Euch in Meinen Schatten
[339]
Und weiten Raum,
Der Alles ziert
Und Alle schützt und nährt,
Die ehrfurchtsvoll sich ihm
Ergeben hatten,
Hinwiederum beweis' Ich Mich
König!
Geh, Feuerflamm', im Ungestüm
Vom Dornbusch aus und beuge dort
Die starren Cedern Libanus',
Die sich entwurzeln nicht und kommen her
Dem Könige zu Fuß!«
Und wie's denn ohngefähr
Hie oder dort,
Spät oder früh
In wohlgewählter Monarchie
Ergehen muß.
39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

39.

»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«
Sprach König Aar, »gemacht zur Nachbarschaft.
Er hat viel List, und ich viel Kraft!
Sieht Er, ich wohne
Da in der Krone,
Und Er hienieden
Im Loch in Frieden,
Und geht Er aus,
Vertrau Er mir nur
Auf meine Königstreu (und schwöret Königsschwur)
Sein kleines Haus!«
Glück zu, Herr Fuchs, zu hoher Nachbarschaft!
Er hat viel List, und Der viel Kraft.
Vertrau' er nur
Dem Schwur!
Der Fuchs ist nicht zu Haus;
Der König Aar hat keinen Schmaus.
»Wir sind von Gottes Gnaden
Zu Gast geladen
In Nachbar Fuchses Haus
Auf junge Füchselein
Und speisen ihm in Gnaden
[340]
Das Nest rein.«
Der Vater kommt. »Ach nein!
Das kann nicht sein!
Sein hoher Schwur! – Und doch,
Da frißt er noch!
Da liegt noch ihr Gebein!
O Jupiter! soll's ungerochen sein?«
Verwaister, harre noch!
Und nun erwach und sieh!
Da fährt er früh
Schon zum Altar
Des Donnergottes selbst, raubt Flammen
Und Fraß zusammen
Und bläht sich: »König Aar!«
Da weht
Ein Sturmwind hinter ihm. Sieh, Aar,
Dein Nest in Flammen!
Sieh Deine Brut
Versenkt, herabgeweht!
Es fäht
Sie Fuchses Rachen auf und kühlet seine Gluth
In junger Adler Blut.
Die Fabel, grausam, falsch und schlecht
Und sonder Zweifel übertrieben,
Ich fand sie alter Hand im neuen Buch geschrieben,
Das hieß das Land- und Kirchenrecht!
Das Buch war schön gedruckt,
Geschrieben war sie schlecht.
40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

40.

»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich,
»Träget so kurz, gebiert so schnell als ich?«
»Das,« grunzt das Schwein,
»Kann sein;
Allein
Dein' Hündlein
Sind
Blind.«
[341]
Herr Autor, wie der Wind
Geschwind,
Auch Er gebiert zur Messe fein
Sein' Hündlein,
Nur immer blind.
41. [Ein Freigeist trat da zum Altar]40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

41.

Ein Freigeist trat da zum Altar:
»Apoll, was halt' ich dar
In meiner Hand?
Paar oder unpaar?«
»Narr!«
Brüllt das Orakel, »sieh!« Die Hand
Fiel todt ihm in den Sand.
Herr Bayle tritt da zum Altar
Des lieben Herrgotts: »Ist's nicht wahr?
Frei oder nicht frei. Frei,
So bin ich, wie ich sei.
Nicht frei, so –« Zwar
Die Gottheit schwieg, doch ward sein Kopf so spitz.
Herr Bayle hat viel Witz.
42. [»Da lacht die wilde Blume]41. [Ein Freigeist trat da zum Altar]40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

42.

»Da lacht die wilde Blume,
Und was ich mir zum Ruhme
Hineingesät,
Vergeht.«
Freund, was die Mutter Erd' erzieht,
Das blüht;
Was Du der Aftermutter zwingest auf,
Geht drauf.
Ihr Regelndichter
Und Künsterichter,
Seit Ihr seid,
[342]
Hat nichts Freud';
Verdorrt ist alles Land
Durch Eure Hand.
43. [Ein Esel dient' beim Gärtner]42. [»Da lacht die wilde Blume]41. [Ein Freigeist trat da zum Altar]40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

43.

Ein Esel dient' beim Gärtner.
Da mußt' er
Mit Kraut zum Markt, das ward ihm schwer;
Er zog zum Töpfer.
Der Esel dient' beim Töpfer.
Hier schleppt' er
Gar Winter durch und Sommer
Noch schwerer;
Und weh! zerbrach er
Ein Töpfchen – armer Esel,
Kriegst Prügel.
Der Esel zog zum Gerber.
»Weh mir! hier schlepp' ich leider
Schon Leder meiner Brüder!
Komm' nimmer los nun, nimmer.
Ich seh', er schielt schon immer
Nach meinem Leder.«
Professor! große Pension!
Nur mit Beding, daß Er mir nie
Aus meinem Lande zieh';
Sein Fell steckt mit im Lohn.
44. [»Herr Fuchs und Bock, was gilt's, Ihr springet Beide]43. [Ein Esel dient' beim Gärtner]42. [»Da lacht die wilde Blume]41. [Ein Freigeist trat da zum Altar]40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

44.

»Herr Fuchs und Bock, was gilt's, Ihr springet Beide,
Ihr durst'gen Herrn, zu diesem Brunn hinab!«
Nun unten: »Kühler Trunk! sieh aber, welch ein Grab!
Wie nun hinauf?« »Dem kleinen Leide,«
Spricht Nachbar Fuchs, »hilft's bald sich ab.
Herr Bock, Er leiht mir Seinen Rücken
Und Hörner; ich spring' auf Ihm auf
Und zieh' Ihn nach. So kommt Er mit hinauf.«
Der Hörnerträger thut sich bücken;
Fuchs springt und läuft davon den schnellsten, besten Lauf.
»Herr Bock, wer hilft Ihm nun hinauf?«
[343]
Was haben Sie nun für Geduld und Müh,
Herr Hahnrei? Hörner haben Sie.
Sie standen da so wohlgemuth und blind
Und – sind noch, wo Sie sind.
45. [Fuchs ging dem König Leu]44. [»Herr Fuchs und Bock, was gilt's, Ihr springet Beide]43. [Ein Esel dient' beim Gärtner]42. [»Da lacht die wilde Blume]41. [Ein Freigeist trat da zum Altar]40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

45.

Fuchs ging dem König Leu
Zum ersten Mal vorbei
Und zitterte zur Erden.
Zum zweiten Mal,
Der Reverenz wollt' keine werden;
Er that nicht, was er ihm befahl.
Nun noch einmal,
Und wollt' am Bart ihm spielen,
Mußt's aber fühlen!
Herr Witzling, wer ist klein? Wer alle Welt
So klein, als Er ist, hält.
Kunstrichter, Schwätzer, Komiker,
Ist auch ein größer Ding als Er?
46. [Der Fuchs hatt' seinen Schwanz verloren]45. [Fuchs ging dem König Leu]44. [»Herr Fuchs und Bock, was gilt's, Ihr springet Beide]43. [Ein Esel dient' beim Gärtner]42. [»Da lacht die wilde Blume]41. [Ein Freigeist trat da zum Altar]40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

46.

Der Fuchs hatt' seinen Schwanz verloren.
»Hört!« fing er an vor allen Ohren,
»Ihr Brüder, hört, was soll der Schwanz?
Bin ich ohn' ihn nicht ganz?
Seht mich an! sehet Ihr?«
»Ja, freilich sehen wir,
Du kluges Thier,
Woran es Dir gebricht;
Sonst riethest Du's auch nicht!«
Gehört zur Fabel Poesie?
»Nein! denn mir fehlet die.«
Gehört zur Fabel Witz?
»Ja! denn die mein' ist spitz.«
47. [In Wolfes Rachen steckt ein Bein]46. [Der Fuchs hatt' seinen Schwanz verloren]45. [Fuchs ging dem König Leu]44. [»Herr Fuchs und Bock, was gilt's, Ihr springet Beide]43. [Ein Esel dient' beim Gärtner]42. [»Da lacht die wilde Blume]41. [Ein Freigeist trat da zum Altar]40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

[344] 47.

In Wolfes Rachen steckt ein Bein.
Chirurgus Kranich fährt hinein
Und hat es glücklich schon.
»Herr Wolf, mein Feldscheerlohn!«
»Den hast Du,« sprach der Wolf, »Du Langhalsschnabel, schon;
Denn, Herr, bei meiner Seele,
Ihr wart mir in der Kehle.«
»Herr Hofmann, Eure Pension
Für so viel Sklavendienst; wo ist nun Euer Lohn?«
»Freund, rechne mir's genug zum Lohne,
Daß ich mit heiler Krone
Hier wohne.«
48. [»Zu Rhodus sprang ich hoch. Die Insel - glaubt es mir! –«]47. [In Wolfes Rachen steckt ein Bein]46. [Der Fuchs hatt' seinen Schwanz verloren]45. [Fuchs ging dem König Leu]44. [»Herr Fuchs und Bock, was gilt's, Ihr springet Beide]43. [Ein Esel dient' beim Gärtner]42. [»Da lacht die wilde Blume]41. [Ein Freigeist trat da zum Altar]40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

48.

»Zu Rhodus sprang ich hoch. Die Insel – glaubt es mir! –«
»Ei, Narr, hier Rhodus, springe hier!«
Dort unter Sternen machst Du Wind,
Und bist auf Erden blind.
49. [Ein Froschpfuhl trocknet aus]48. [»Zu Rhodus sprang ich hoch. Die Insel - glaubt es mir! –«]47. [In Wolfes Rachen steckt ein Bein]46. [Der Fuchs hatt' seinen Schwanz verloren]45. [Fuchs ging dem König Leu]44. [»Herr Fuchs und Bock, was gilt's, Ihr springet Beide]43. [Ein Esel dient' beim Gärtner]42. [»Da lacht die wilde Blume]41. [Ein Freigeist trat da zum Altar]40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

49.

Ein Froschpfuhl trocknet aus;
Die Herren müssen wandern
Und finden keinen andern.
Sie kommen an ein tiefes Brunnenhaus.
»Da wär' ein Schmaus!
Laßt uns hinein!« »Du Narr, und wie heraus?«
Schlepp immer mit jetzt, kleiner Schwanz
Der großen Allianz!
[345]
50. [Ein Mönch, der Bücher seines Klosters Küster]49. [Ein Froschpfuhl trocknet aus]48. [»Zu Rhodus sprang ich hoch. Die Insel - glaubt es mir! –«]47. [In Wolfes Rachen steckt ein Bein]46. [Der Fuchs hatt' seinen Schwanz verloren]45. [Fuchs ging dem König Leu]44. [»Herr Fuchs und Bock, was gilt's, Ihr springet Beide]43. [Ein Esel dient' beim Gärtner]42. [»Da lacht die wilde Blume]41. [Ein Freigeist trat da zum Altar]40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

50.

Ein Mönch, der Bücher seines Klosters Küster,
Kam im Register
Auf ein ebräisch Buch, das der Philister,
Wie billig, nicht verstand.
Er frägt den Prior: »Herr, wie wird das Buch genannt?«
»Das ist,« antwortet Der, »denn auch nicht meine Sache;
Doch weiß ich, ist's des lieben Gottes Sprache,
Die allemal fängt hinten an.«
Der Mönch begann:
»Hier folgt ein Buch, das ich nicht lesen kann.
Es ist, der Prior sagt's, des lieben Gottes Sprache,
Die allemal fängt hinten an.«
Der Mönch schrieb wahr
Und nannt' in seinem Commentar
Des lieben Gottes Schrift und Sprache
Und Rath und That und gute Sache
Weit richtiger als mancher Pfarr
Und mancher Narr.
51. [»Und ich bin doch]50. [Ein Mönch, der Bücher seines Klosters Küster]49. [Ein Froschpfuhl trocknet aus]48. [»Zu Rhodus sprang ich hoch. Die Insel - glaubt es mir! –«]47. [In Wolfes Rachen steckt ein Bein]46. [Der Fuchs hatt' seinen Schwanz verloren]45. [Fuchs ging dem König Leu]44. [»Herr Fuchs und Bock, was gilt's, Ihr springet Beide]43. [Ein Esel dient' beim Gärtner]42. [»Da lacht die wilde Blume]41. [Ein Freigeist trat da zum Altar]40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

51.

»Und ich bin doch
Vornehmer noch
Als Du, Frau Löwenkönigin!«
Und trippelt vor sie hin.
»Klein, als ich bin,
Vermehre
Zu meines Manns und meiner Kleinen Ehre
Ich mein Geschlecht doch immerzu
Jahrjährlich mehr als Du.«
»Frau Hase,« sprach die Königin,
»Gebär' Sie Hasen immerhin
Und oft und viel und mancherlei
Zu aller Hasen Ehre;
Was einmal ich gebäre,
Ist Leu.«

A.

Wie heißen doch, die alle Viertheil Jahr
Wie Hasen hecken
[346]
Und brüllen wie die Löwen gar
Und Zähne blecken?
B.

Ei, Bibbeltheken!
Scharteken!
C.

Und wie die semper Augusta- Hasenbrut
Dich thut!
52. [Zum kranken Huhn kam einst als Pfau]51. [»Und ich bin doch]50. [Ein Mönch, der Bücher seines Klosters Küster]49. [Ein Froschpfuhl trocknet aus]48. [»Zu Rhodus sprang ich hoch. Die Insel - glaubt es mir! –«]47. [In Wolfes Rachen steckt ein Bein]46. [Der Fuchs hatt' seinen Schwanz verloren]45. [Fuchs ging dem König Leu]44. [»Herr Fuchs und Bock, was gilt's, Ihr springet Beide]43. [Ein Esel dient' beim Gärtner]42. [»Da lacht die wilde Blume]41. [Ein Freigeist trat da zum Altar]40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

52.

Zum kranken Huhn kam einst als Pfau
Gekleidet Iltis. »Gute Frau,
Wie steht's mit Ihr? Schlecht, wie ich seh'!
Ist Schade!
Vermag ich was kraft meiner Güt' und Gnade –«
»Ach, gnäd'ge Frau,
Nur eine Gnade!
Verzeihen Sie, mir wird so weh,
Wenn ich Sie seh'!«
»Vertraut nur, Kinder, meinem Gouverneur
All Eu'r Beschwer!«
»Ach, gnäd'ger Herr, nur Eins beschwert uns sehr,
Der Gouverneur!«
Man dankt für Gnaden,
Wenn man sie hat,
Und mehr für Gnaden,
Eh man sie hat.
Dort ist die stumme Freude Dank,
Hier macht die laute Gnade krank.
53. [»Bezwungen ist mein Gegner Hahn]52. [Zum kranken Huhn kam einst als Pfau]51. [»Und ich bin doch]50. [Ein Mönch, der Bücher seines Klosters Küster]49. [Ein Froschpfuhl trocknet aus]48. [»Zu Rhodus sprang ich hoch. Die Insel - glaubt es mir! –«]47. [In Wolfes Rachen steckt ein Bein]46. [Der Fuchs hatt' seinen Schwanz verloren]45. [Fuchs ging dem König Leu]44. [»Herr Fuchs und Bock, was gilt's, Ihr springet Beide]43. [Ein Esel dient' beim Gärtner]42. [»Da lacht die wilde Blume]41. [Ein Freigeist trat da zum Altar]40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

53.

»Bezwungen ist mein Gegner Hahn,
Freund olim und Kompan.«
So flog der Hahn
Zur Zinn' heran
Und sang den Sieg der Welt,
[347]
Als schnell ein Gei'r ihn
Am Kamme hält.
Du stolzer Narr, siehst immer unter Dich.
Schau über Dich!
54. [»Was fängst Du an]53. [»Bezwungen ist mein Gegner Hahn]52. [Zum kranken Huhn kam einst als Pfau]51. [»Und ich bin doch]50. [Ein Mönch, der Bücher seines Klosters Küster]49. [Ein Froschpfuhl trocknet aus]48. [»Zu Rhodus sprang ich hoch. Die Insel - glaubt es mir! –«]47. [In Wolfes Rachen steckt ein Bein]46. [Der Fuchs hatt' seinen Schwanz verloren]45. [Fuchs ging dem König Leu]44. [»Herr Fuchs und Bock, was gilt's, Ihr springet Beide]43. [Ein Esel dient' beim Gärtner]42. [»Da lacht die wilde Blume]41. [Ein Freigeist trat da zum Altar]40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

54.

»Was fängst Du an,
Du Thor? säufst einen Ocean,
Zu jenem Stein zu kommen?
Und schlürfest Du ihn denn auf einmal ein,
Es ist ein Stein.«
Jedoch in Mitte seiner Bahn,
Dem Schlürfen und dem Ocean,
Barst er zu seinem Frommen.
Ein frühes Unglück,
Allzeit ein Glück.
Es spart Dir späte Reu'
Und Schmach dabei.
55. Aus Lessing's Fabeln54. [»Was fängst Du an]53. [»Bezwungen ist mein Gegner Hahn]52. [Zum kranken Huhn kam einst als Pfau]51. [»Und ich bin doch]50. [Ein Mönch, der Bücher seines Klosters Küster]49. [Ein Froschpfuhl trocknet aus]48. [»Zu Rhodus sprang ich hoch. Die Insel - glaubt es mir! –«]47. [In Wolfes Rachen steckt ein Bein]46. [Der Fuchs hatt' seinen Schwanz verloren]45. [Fuchs ging dem König Leu]44. [»Herr Fuchs und Bock, was gilt's, Ihr springet Beide]43. [Ein Esel dient' beim Gärtner]42. [»Da lacht die wilde Blume]41. [Ein Freigeist trat da zum Altar]40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

55.

Aus Lessing's Fabeln.

Ein reicher Greis trug Tages Hitz' und Last
Und tröstet' sich mit Salomo's Ameise.
»Durch sie ward ich so weise.
Dank Dir, daß Du's gesprochen hast!«
Der es gesprochen, Salomo,
Stand vor ihm. »So?
Durch mich bist Du so weise?
Geh noch einmal zu Salomo's Ameise
Und iß, was Du erworben hast
In Tages Hitz' und Last!«
Eroberer und Dichter
Und Weis' und Sittenrichter,
Wem lehret, dichtet und erobert Ihr?
Nicht Euch, nur Ihr.
56. [Der Wolf (und grinzte voll Verdruß)]55. Aus Lessing's Fabeln54. [»Was fängst Du an]53. [»Bezwungen ist mein Gegner Hahn]52. [Zum kranken Huhn kam einst als Pfau]51. [»Und ich bin doch]50. [Ein Mönch, der Bücher seines Klosters Küster]49. [Ein Froschpfuhl trocknet aus]48. [»Zu Rhodus sprang ich hoch. Die Insel - glaubt es mir! –«]47. [In Wolfes Rachen steckt ein Bein]46. [Der Fuchs hatt' seinen Schwanz verloren]45. [Fuchs ging dem König Leu]44. [»Herr Fuchs und Bock, was gilt's, Ihr springet Beide]43. [Ein Esel dient' beim Gärtner]42. [»Da lacht die wilde Blume]41. [Ein Freigeist trat da zum Altar]40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

[348] 56.

Der Wolf (und grinzte voll Verdruß)
Sprach: »Lamm, was trübst Du mir den Fluß?«
»Ach, gnäd'ger Herr, es kommt ja mir
Das Wasser nur von Dir.«
»So hast Du mich vor Tag und Jahr
Grausam belogen.« »Nein, fürwahr,
Gestrenger Herr! denn damals war
Ich noch nicht auf der Welt.«
»So siehst Du doch das abgefretzte Feld;
Wer hat denn das als Du gethan?«
»Und bin ja ohne Zahn!«
»Rechthabe!« sprach der Wolf und traf
Mit Klauen auf das Schaf.
Der Wolf lief fort und lief
Und brach ins – – – iv
Und fand viel Unrecht sich gethan
Und wetzte seinen Zahn
Und fand sich – – –
So lang' gestohlen
Und fand, daß – – – armes Schaf
Ihm sein Fahrwasser trübt,
Und ward ins Schaf verliebt,
Und – gnäd'ge Straf'! –
Er fraß das Schaf.
57. [Ich will Euch erzählen ein Märlein]56. [Der Wolf (und grinzte voll Verdruß)]55. Aus Lessing's Fabeln54. [»Was fängst Du an]53. [»Bezwungen ist mein Gegner Hahn]52. [Zum kranken Huhn kam einst als Pfau]51. [»Und ich bin doch]50. [Ein Mönch, der Bücher seines Klosters Küster]49. [Ein Froschpfuhl trocknet aus]48. [»Zu Rhodus sprang ich hoch. Die Insel - glaubt es mir! –«]47. [In Wolfes Rachen steckt ein Bein]46. [Der Fuchs hatt' seinen Schwanz verloren]45. [Fuchs ging dem König Leu]44. [»Herr Fuchs und Bock, was gilt's, Ihr springet Beide]43. [Ein Esel dient' beim Gärtner]42. [»Da lacht die wilde Blume]41. [Ein Freigeist trat da zum Altar]40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

57.

Ich will Euch erzählen ein Märlein.
Ein Mütterlein
Hatt' eine Wunderhenne, treu
Und hold.
Sie legt' ihr täglich
Ein Ei
Von Gold.
Das Mütterlein freut des Dinges sich.
Nun ist es ihr gewöhnlich,
Nun will sie täglich
Schon zwei,
Schon drei.
Die Henne bleibt dabei
Und legt ihr Ei.
[349]
»So warte, Thier,
Ich will Dich kriegen!
Was muß denn ihr
Im Hintern, mit Respect zu sagen, liegen?
Ohn' allen Zweifel ein Schatz von Gold,
Ein Keim zu Gold;
Den will ich kriegen.«
Sieh, zum Dank
Für vielgehabte Müh
Im goldnen Eierlegen
Schlachtet sie sie
Und findet nichts
Und hat nun nichts
Ihr Leben lang.
– – – – erpressen!
– – – – fressen
– – – – geschicht's!
– – – – schlachtet frisch!
– – – – Tisch
– – – – findet nichts!
– – – – hat nichts.
58. [Als einst der Hahn noch Phöbusstimme sang]57. [Ich will Euch erzählen ein Märlein]56. [Der Wolf (und grinzte voll Verdruß)]55. Aus Lessing's Fabeln54. [»Was fängst Du an]53. [»Bezwungen ist mein Gegner Hahn]52. [Zum kranken Huhn kam einst als Pfau]51. [»Und ich bin doch]50. [Ein Mönch, der Bücher seines Klosters Küster]49. [Ein Froschpfuhl trocknet aus]48. [»Zu Rhodus sprang ich hoch. Die Insel - glaubt es mir! –«]47. [In Wolfes Rachen steckt ein Bein]46. [Der Fuchs hatt' seinen Schwanz verloren]45. [Fuchs ging dem König Leu]44. [»Herr Fuchs und Bock, was gilt's, Ihr springet Beide]43. [Ein Esel dient' beim Gärtner]42. [»Da lacht die wilde Blume]41. [Ein Freigeist trat da zum Altar]40. [»Wer unter Allen,« rühmt die Hündin sich]39. [»Ich dächt', Herr Fuchs, wir wären Beide,«]38. Ursprung, Beschaffenheit, Zweck und Geschichte der Monarchie37. [Der Löwe bat den Stier]36. [»Die Sprudelbrunnen sollen Steuer geben]35. [»Der Musen Liebling, hörest Du]34. [Eine feine, glatte Maus]33. [Zusammen reisten Hund und Hahn]32. [»Nun, wie befindt man sich«]31. [Nach Körnern scharrt' der Hahn]30. [Ein Berg, der kreisete]29. [Der Fuchs im Bildersaal: »O schönes Angesicht!]28. [Wasch Dich immer, schwarzer Mohr!]27. [Der Habicht schoß im schönsten Schall]26. [Ein stolzer Widder, seiner Heerden]25. [Je schwächer, je rachsüchtiger!]24. [Zerstreute hund- und hirtenlose Heerde]23. [»O,« sprach die Nachtigall, »Herr Kuckuk, sing' Er nur]22. [»Du singst, Frau Nachtigall (darum gefällst Du mir)]21. [Dem, der Dich verehrt mit Grauen]20. [Die Menschheit ist ein großer Leib voll Glieder]19. [Das kleine, reine Schaf erwählte Gottes Hand]18. [Ein Regen bringt Dir Blumen hier]17. [Und regneten die Wolken Leben]16. [Denk nicht, der kleinste Busch sei, weil er klein ist, leer!]15. [Und sollt' in aller Welt denn auch kein Adler leben]14. [Ein frostig Trauerspiel konnt' Geister dort verjagen]13. [In jener goldnen Zeit]12. [Ein junger Sklave war zuerst auf wilder See]11. [Wer mit der Mittagssonne Pracht]10. [Der Hirsch wollt' einst ein Elend sein]9. [Zwei Hirsche flüstern sich ins Ohr]8. [Zwei Auerstiere ging der Löw' einst an]7. [Ein böser Hund fiel tief]6. [Ein altes, blindes Weib lag krank]5. [Auf einer Wildjagd war der Leu]4. [Ein Bauer fand (es wintert' hart)]3. [»Die Mäuslein sind zu sehr erschreckt]2. [Der Löwe schlief und fuhr]1. [Der Hirsch sah sich im Bach]Fünftes BuchGedichteGedichteHerder, Johann GottfriedAlte Fabeln mit neuer Anwendung

58.

Als einst der Hahn noch Phöbusstimme sang,
Hört, wie es ihm durch seiner Lieder Klang
Gelang!
In großer Gänseschaar
Schwamm mit der Schwan,
Und da es dunkel war
(Und man
Im Dunkel denn nicht sehen kann),
Vergriff sich schon sein Pflegersmann,
Und, lieber Schwan, Dir droht
Unedler Tod.
Der ahnende Prophet begann
Sein Sterbelied.
Es zieht, es zieht
Zwar nicht
Den Mond vom Himmel, aber zieht
Den Gärtner aus der Nacht.
Er sieht
[350]
Mit klarem Angesicht:
»Nein, edler Schwan (und ward des Irrthums roth),
Du stirbst nicht
Gänsetod.«

A.

Wann war das, daß der Schwan sang?
B.

Schon lang'.
Und, Vetter Hans,
Säng' Er auch heut, im Leben und im Sterben
Und Brod- und Toderwerben
Gölt' Er als Gans.