Welträtsel
Manchmal, wenn jäh dein eigen Angesicht
Aus klarer Spiegelfläche zu dir spricht,
Dünkt dir's, du sähst, was dir so wohlbekannt,
[264]In dunkle Hieroglyphen umgewandt.
Du fragst dich, wem dies fremde Bildnis gleicht,
Bis vor dir selbst ein Graun dich überschleicht
Und das Geheimnis deiner Einzigkeit
Mit deinem dumpfen Frieden dich entzweit.
Und wieder: siehst du einen Baum, ein Laub,
Ein Sandkorn, einen bunten Sonnenstaub,
Ergreift dich's plötzlich wie ein brennend Weh,
Daß rings das All dich ewig fremd umsteh',
Daß niemals du der Lösung näher bist
Der alten Frage: was das ist, was ist,
Und vor des Daseins rätselvollem Schmerz
Krampft sich zusammen dein verschüchtert Herz.