1. [Rathe, wer da rathen kann!]KinderliederGedichteHoffmann von Fallersleben, August HeinrichRäthsel

Räthsel

1.

Rathe, wer da rathen kann!
Sagt, wer sieht es dann und wann?
Sagt, wer sieht es immer?
Sagt, wer sieht es nimmer?
Jeder, der es hat errathen,
Strecke die Hand aus!
2. [Die großen Herren machen]1. [Rathe, wer da rathen kann!]KinderliederGedichteHoffmann von Fallersleben, August HeinrichRäthsel

[238] 2.

Die großen Herren machen
Mit mir wohl großen Staat,
Und Mancher, der mich träget,
Denkt Wunder was er hat.
Des Nachts am blauen Himmel
Und auf dem Sand am Meer.
Am Schnee, an mancher Blume
Bewundert man mich sehr.
Der mich verlangt zu sehen,
Der sieht mich nur durch mich,
Und kannst du mich nicht sehen,
Bin ich betrübt um dich.
Jetzt rathe, wie ich heiße.
Wenn du's errathen hast,
So komm du in mein Wirthshaus
Zu mir und sei mein Gast!
3. [Ich bin schon lange fertig]2. [Die großen Herren machen]1. [Rathe, wer da rathen kann!]KinderliederGedichteHoffmann von Fallersleben, August HeinrichRäthsel

3.

Ich bin schon lange fertig,
Heut aber erst gemacht.
Ein Jeder hat mich gerne,
Wenn's kommt um Mitternacht.
Ich labe Müd' und Kranke
Und stille Gram und Leid.
Doch mag mich Niemand hüten,
Hätt' er dazu auch Zeit.
[239]
Gar Mancher preist sich glücklich,
Wenn er nur Eins erwirbt:
Daß er auf mir hienieden,
In Ruh' und Frieden stirbt.
4. [Man braucht mich aller Orten]3. [Ich bin schon lange fertig]2. [Die großen Herren machen]1. [Rathe, wer da rathen kann!]KinderliederGedichteHoffmann von Fallersleben, August HeinrichRäthsel

4.

Man braucht mich aller Orten,
Weil man mich nöthig hat;
Doch folget meinen Worten
Nicht immer nach die That.
Bei manchem Titel trab' ich
Bescheiden hinten an;
Oft zum Genossen hab' ich,
Der mich nie brauchen kann
Will ich mich selber pflegen,
So setz' ich mich in mich;
Dann werd' ich oft verlegen,
Fehlt mir mein eigen Ich.
Hast du mich nun errathen,
So geb' ich dir den Rath:
Brauch' mich bei allen Thaten
Zum Guten früh und spat!