b.

Zwei Arbeiter, welche zusammen nach Holland zum Grasmähen gingen, waren sehr gute Freunde und arbeiteten viele Jahre zusammen, ohne je Streit zu bekommen. Diese gaben sich das Versprechen, wer von ihnen zuerst stürbe, solle wieder kommen und dem anderen Nachricht geben, wie es ihm in jener Welt gehe. Als sie nun einst wieder im Frühjahr nach Holland reisen wollten, wurde der eine Tages vorher krank, so daß er nicht mitgehen konnte und der andere allein ziehen und sich einen neuen Kameraden suchen mußte. Als der abgereiste etwa vierzehn Tage in Holland gewesen war und eines Morgens aus der Scheune trat, wo er des Nachts geschlafen, [211] kam sein alter Freund, welchen er krank zurückgelassen hatte, ganz rüstig daher geschritten. Er rief aus: »Wo kommst du her, bist du wieder gesund, daß du nachkommst?« Darauf sagte jener, er sei tot und komme, weil er es so fest versprochen habe; es solle aber doch kein Mensch ein solches Versprechen geben, denn wenn es versprochen, müsse es auch gehalten werden, und es falle doch so schwer, wieder zu kommen. Es gehe ihm sonst gut, aber sein Freund möge doch, wenn er wieder nach Hause komme, sich seiner Kinder annehmen, daß sie gut blieben; damit habe er es zu leicht genommen und müsse dafür noch eine Zeit lang Strafe leiden. Auch möge der Freund seiner Witwe sagen, daß sie doch strenge auf ihre Kinder achte. Und damit war er verschwunden. (Visbek.)


Vgl. 179 f, p, 208, d, e.

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