Der Esel und der Stier

Der Esel ging einst auf der Weide
Mit einem Stier; da hörten beide
Viel Lärm, als wie von einem Heer,
Und in den Dörfern rund umher
Zu Sturm mit allen Glocken läuten.
Was (sprach Herr Heinz) mag das bedeuten?
Ach, Freund, (erwiedert ihm der Stier)
Ich zitt're schon, der Feind ist hier!
Laß uns sogleich von hinnen fliehn,
Bis daß die Plünd'rer weiter ziehn;
Bekämen sie uns hier zu fassen,
Wir müßten Beide Haare lassen.
Der Esel sprach hierauf: Ei nun!
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Willst du entfliehn, das kannst du thun.
Dir grauet, daß du wirst erstochen,
Und sie dich schlachten, schinden, kochen,
Vor diesem Allen bin ich frei.
Mein Schicksal bleibt stets einerlei,
Und ich muß unter gleichen Plagen
Die Säcke doch zur Mühle tragen.
Kalt siebt sehr oft der Unterthan
Den Feind sich seinen Grenzen nahn.
Er weiß, ihm bleibet Sklaverei,
Sein Sieger sey auch wer er sey.

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