Auf die lieblich-blitzlenden äugeleinJugend-FlammenGedichteGedichteZesen, Philipp vonDas fünf und zwantzigste Lied

Das fünf und zwantzigste Lied
Auf die lieblich-blitzlenden äugelein der überlieblichen Lielje

auf die stimme: Repicabam Lasca panium. oder God der minne siet etc.


[368]
Süße Lielje/
schau! deiner äuglein blitz
verwürret mier hertz/ sinn/ verstand und witz;
verwürret mier hertz/ sinn/ verstand und witz.
mein mund ist als verklummet/
verstummet.
O süße Lielje/ halt. ich hitz'/ ich hitz'.
o süße Lielje/
o süße Lielje/ halt. ich hitz'/ ich hitz'.
Halt ein wenig
der strahlen blitz zurük.
Ich bin ja schohn in deiner liebe strük;
ich bin ja schohn in deiner liebe strük.
Mich hält die zier der wangen
gefangen.
Die starke flammen gehn durch mark und bein.
die starke flammen/
die starke flammen gehn durch mark und bein.
[369]
Schöne Lielje/
da hastdu dieses hertz/
das du versetzt in lauter angst und schmertz;
das du versetzt in lauter angst und schmertz.
Hiermit sei Dier gegeben
mein leben/
mein gantzes leben schwebt in deiner hand.
Mein gantzes leben/
mein gantzes leben schwebt in deiner hand.
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Uhrteil-spruch über zwoer Jungfrauen schöhnheit

1.
Wan ich an Paris stat sol richten/
so weis ich warlich nicht/
wie ich dis spiel sol schlichten/
das itzt ausbricht.
Die Klugemund und Elard seind erkohren/
und zur folkommenheit gebohren.
2.
Nuhn fraget sichs/ wer unter ihnen
die schönste Schöne sei/
der man als Göttin sol aufdienen?
wem steht es frei/
daß er so kühne sei zu sprechen/
was alle Götter würden rechen?
[370] 3.
Ich mag mich nicht so hoch erkühnen/
dan meiner augen licht verbleicht/
weil dieser Zweling ist erschienen/
dem alles weicht.
Ich kan mein wort nicht von mier geben/
und solt' es kosten selbst mein leben.