Einleitung zur Rechen-Kunst zum Gebrauch des GYMNASII bey der Kayserlichen Academie der Wissenschafften in St. Petersburg. Zweyter Theil Gedruckt in der Academischen Buchdruckerey 1740. Einleitung, D Er fuͤrnehmste Theil der Rechen-Kunst, welcher insonderheit in dem gemeinen Leben gebrauchet wird, bestehet darinn, daß man die verschiedenen Sorten, nach welchen allerley Groͤssen beschrieben zu werden pflegen, sich bekannt mache und die Regeln der Rechen-Kunst bey denselben anzubringen wisse. Dann eine jeg- liche Groͤsse wird entweder nach einer einzigen Unit aͤt beschrieben, oder nach mehr Unit aͤten; der erstere Fall kommt mit den obbeschriebenen Regeln voͤllig uͤberein, und erfordert keine be- sonderen Regeln; als wann von etlichen Gewich- ten die Rede ist, und man bestimmet alle nach Pfunden, so bedienet man sich in diesem Fall einer einzigen Unit aͤt, welche 1 Pfund andeutet, und zeigt an, wieviel solcher Unit aͤten in einem jeglichen Gewichte enthalten sind. Wann also zum Exempel ein Gewicht 48 Pfund ist und ein anderes 30 Pfund, so kan so wohl die Addition als die Subtraction solcher Gewichte gleicher gestalt angestellet werden, als wann nur die blossen )( 2 Zahlen Zahlen 48 und 30 vorhanden waͤren. Es pflegen aber gemeiniglich die Gewichte und andere im gemeinen Leben vorkommende Groͤssen durch mehr als einerley Unit aͤten ausgedruͤckt zu werden. Als bey Beschreibung der Gewichte pflegt man sich nicht nur der Pfunde allein, sondern auch der Lothe Quintl ein und anderer Nahmen zu be- dienen, von welchen verschiedenen Nahmen und Sorten eine jegliche fuͤr sich als eine Unit aͤt be- trachtet wird, so daß also bey dergleichen Aus- druͤckungen so viel Unit aͤten gebraucht werden, als solche Nahmen vorkommen. Also wann von einem Gewichte gesagt wird, daß solches halte 23 Pfund 16 Loth 3 Quintl. so versteht man, daß erstlich 23 solche Stuͤck oder Unit aͤten vorhanden, deren jegliche ein Pfund genennt wird: ausser diesen sind hernach noch 16 andere Stuͤcke oder Unit aͤten da, deren jeg- liche 1 Loth genennt wird. Und endlich sind noch drey solche Unit aͤten vorhanden, welche den Nah- men Quintl ein fuͤhren. Um sich nun von einer solchen Beschreibung einen deutlichen Begriff zu machen, so muß man einen deutlichen Begriff haben von der Groͤsse einer jeglichen Unit aͤt, welche dabey vorkommt: als nehmlich bey dem gegebe- nen Exempel muß man erstlich wissen, wie groß ein Gewicht ist, welches ein Pfund genennet wird, woraus man zugleich die Groͤsse von 23 Pfunden erkennet. Zweytens muß man wissen, wie groß ein Gewicht ist, welches den Nahmen eines eines Loths fuͤhret, und daher wird man begreif- fen, wie ein grosses Gewicht 16 Loth betragen. Drittens muß auch die Groͤsse eines Gewichts bekannt seyn, welches ein Quintl ein genennet wird, damit man wissen koͤnne, wieviel drey Quintl ein austragen. Von dergleichen verschie- denen Sorten kan man nun eine gedoppelte Er- kaͤntniß haben, davon die erste nur in der Ver- gleichung der verschiedenen Sorten unter sich be- stehet, die andere aber die wahre Groͤsse einer jeglichen Sorte fuͤr sich anzeigt. Bey der ersten Art der Erkaͤntniß bekuͤmmert man sich nicht um die wahre Groͤsse einer jeglichen Sorte an und fuͤr sich selbst, sondern man begnuͤgt sich die Verhaͤltniß der vorkommenden Sorten unter sich zu wissen. Hiezu ist also in dem gegebenen Exem- pel genug, wann man weiß, daß 32 Loth ein Pfund, und 4 Quintl. ein Loth ausmachen. Eine solche Erkaͤntniß ist nicht nur fuͤr sich sehr noͤthig, sondern dienet auch fuͤrnehmlich zu der anderen vollkommenen Erkaͤntniß. Dann wann man die Vergleichung der verschiedenen Sorten schon weiß, so ist genug um zur vollkommenen Erkaͤntniß zu gelangen, daß man die wahre Groͤsse einer einzigen Sorte bestimme: in dem daraus zugleich die wahre Groͤsse der uͤbrigen Sorten erkannt wird. Die wahre Groͤsse einer solchen Sorte wird aber am bequemsten erkannt, wann man wuͤrcklich ein auf das genauste abge- messenes Stuͤck von derselben Sorte besitzet, und )( 3 nach nach demselben alle uͤbrige Sorten vergleichen kan. Solche verschiedenen Sorten werden nun nicht nur bey den Gewichten, sondern auch bey den meisten andern Arten von Ausmessungen ge- braucht; dergleichen sind die verschiedenen Sor- ten von Muͤntzen, von aller Gattungen Maassen, die Eintheilung und Abmessung der Zeit und an- dere dergleichen. Da nun so wohl die Einthei- lung in verschiedene Sorten als die Groͤsse einer Sorte fuͤr sich selbst etwas willkuͤrliches ist, und bloß allein auf dem Gutduͤnken derjenigen, wel- che in einem jeglichen Land zuerst solche verschie- dene Nahmen und Sorten eingefuͤhrt haben, be- ruhet, so ist leicht zu erachten, daß in verschie- denen Laͤndern so wohl die Eintheilung und Ver- haͤltniß der verschiedenen Sorten, als auch die wahre Groͤsse an sich selbst unterschieden seyn muͤsse. Derohalben um den Anfaͤngern in der Rechen-Kunst einigen Begriff von den ver- schiedenen Maassen, welche hin und wieder im Gebrauch sind, beyzubringen, so wollen wir hier in dieser Einleitung die fuͤrnehmsten Sorten, nach welchen in den meisten Reichen von Europa gerechnet zu werden pflegt, anfuͤhren. Diese Beschreibung wird nicht nur zu deutlicher Ver- staͤndniß der nachfolgenden Exempel dienen, son- dern wird auch den Anfaͤngern eine ziemliche Er- laͤuterung von dem Commercio oder der Handel- schaft, und den darinn vorkommenden Rech- nungs-Fragen beybringen. I. Punckt I. Punckt Von den Muͤntzen und erstlich im Rußischen Reiche. Die Nahmen der Muͤntzen nebst ihrer Be- deutung und Verhaͤltniß unter sich sind folgende. 1. Rubl haͤlt 100 Copeken 1. Poltin ‒ ‒ 50 Cop. 1. Polupoltinnick ‒ 25 Cop. 1. Griwen ‒ ‒ 10 Cop. 1. Altin ‒ ‒ 3 Cop. 1. Grosch ‒ ‒ 2 Cop. 1. Copeken ‒ ‒ 2 Denuschken 1. Denuschka ‒ ‒ 2 Poluschken. Jn Narva, Reval und Doͤrpt. Ausser der Rubl. und anderer Rußischer Muͤntzen bedienet man sich an diesen Orten auch der Reichs-Thaler und Weissen, welche mit den Copeken folgende Verhaͤltniß haben. 1. Reichs-Thaler haͤlt 80 Copeken oder 64 Weissen 4. Weissen ‒ 5 Copeken 1. Reichs Thaler Courrent 65 Cop. oder 52 Weissen 1. Carolin Schwedisch 25 Copeken oder 20 Weissen. )( 4 Jn Jn Riga. Da rechnet man nach Reichs-Thalern, Gulden, Marken und Groschen, welche unter sich nachfolgende Verhaͤltniß haben. 1. Reichs-Thaler haͤlt 3 Gulden oder 15 Mark oder 90 Groschen 1. Gulden ‒ ‒ 5 Mark oder 30 Groschen 1. Mark ‒ ‒ 6 Groschen oder 4 Ferding 1. Ferding ‒ ‒ 1½ Groschen. Jn Amsterdam und gantz Holland. Da bedienet man sich entweder des Corrent oder Banco Gelds, bey beyden ist die Eintheilung einerley, das Banco Geld aber wird gemeinig- lich um 5 Pro Cento besser gehalten als das Cor- rent oder Cassa Geld. Also 1. Gulden haͤlt 20 Stuͤber 1. Stuͤber ‒ ‒ 16 Pfenning Holl. 1. Gulden haͤlt auch 40 Pfenning Vlaͤmisch oder Groot 1. Stuͤber ‒ ‒ 2 Pfenning Vlaͤmisch 1. Pfenning Vlaͤmisch 8 Pfenning Holl. 1. Schilling Vlaͤmisch 6 Stuͤber oder 12 Pfenning Vlaͤmisch 1. Reichs- 1. Reichs-Thaler haͤlt 50 Stuͤber oder 100 Pfennig Vlaͤmisch 1. Pfund Vlaͤmisch 6 Gulden oder 20 Schilling Vlaͤm. oder 120 Stuͤber 1. Stuͤber ‒ ‒ 8 Duiten 1. Duite ‒ ‒ 2 Pfenning Holl. Jn London und gantz Engelland. Alda wird gerechnet in Pfund, Schilling und Pfenning Sterling. 1. Pfund Sterling haͤlt 20 Schilling Sterling 1. Schilling Sterling 12 Pfenning Sterling 1. Crone ‒ ‒ 5 Schilling Sterling 1. Guinéc ‒ ‒ 21½ Schilling Sterling 1. Grat ‒ ‒ 4 Pfenning Sterling 1. Pfenning Sterling 4 Farding. Jn Hamburg. Hier wird auch nach zweyerley Geld gerech- net, nehmlich nach Corrent und Banco Geld. Es ist aber das Banco Geld bestaͤndig um 16 Pro Cento besser oder hoͤher als das Corrent Geld. Die Geld Sorten nebst derselben Eintheilung sind folgende. )( 5 1. Mark 1. Mark haͤlt 16 Schilling Luͤbisch 1. Schilling Luͤbisch 12 Pfenning Luͤbisch 1. Schilling Vlaͤmisch 6 Schilling Luͤbisch 1. Thaler ‒ ‒ 3 Mark 1. Wechsel Thaler 2 Mark 1. Pfund Vlaͤmisch 20 Schilling Vlaͤm. oder 120 Schilling Luͤbisch Jn Luͤbeck. Da ist die Eintheilung der Muͤntz-Sorten wie in Hamburg. Jn Leipzig und gantz Sachsen und Brandenburg. Wird Buch gehalten in Thalern, guten Groschen und Pfenningen. 1. Thaler haͤlt 24 gute Groschen 1. guter Groschen ‒ 12 Pfenning 1. Zwey Drittel Stuͤck 16 gute Groschen 1. Dreyer ‒ ‒ 3 Pfenning. Jn Braunschweig und Luͤneburg. Wird Buch gehalten in Thalern, Ma- rien-Groschen und Pfenningen. 1. Thaler haͤlt 36 Marien Groschen 1. Marien Groschen 8 Pfenning auch haͤlt 1. Thaler ‒ 24 gute Groschen 1. guter Groschen 1½ Marien Groschen oder 12 Pfenning. Jn Jn Bremen Wird Buch gehalten in Thalern, Grooten und Pfenningen. 1. Thaler haͤlt 72 Groot 1. Groot ‒ ‒ ‒ 4 Pfenning. Jn Franckfurt am Main. Wird Buch gehalten in Thalern, Kreu- tzern und Pfenningen. 1. Thaler haͤlt 90 Kreutzer 1. Kreutzer ‒ ‒ 4 Pfenning 1. Thaler ist auch ‒ 1½ Gulden 1. Gulden ‒ ‒ 60 Kreutzer oder 15 Batzen 1. Batzen ‒ ‒ 4 Kreutzer oder 2 Albus 1. Albus ‒ ‒ 2 Kreutzer 1. Koͤpf-Stuͤck ‒ 20 Kreutzer 1. Kayser-Groschen ‒ 3 Kreutzer. Dieses ist das Corrent Geld, ausser dem bedienet man sich des Wechsel-Gelds, welches fingi rt ist und machen 100 Kreutzer Corrent ‒ 82 Wechsel Kreutzer. Jn Breslau und Schlesien. Wird Buch gehalten in Thalern, Silber- oder Kayser-Groschen, so auch Schilling genennt werden und Kreutzern. 1. Thaler 1. Thaler haͤlt 30 Kayser Groschen oder Schilling 1. Kayser Groschen ‒ 3 Kreutzer 1. Kreutzer ‒ ‒ 4 Pfenning 1. Kayser Groschen ‒ 4 Groͤschel 1. Groͤschel ‒ ‒ 3 Pfenning. Jn Wien, Nuͤrnberg, Augspurg, Oester- reich, Francken und Schwaben. Wird Buch gehalten in Gulden, Kreutzer und Pfenning. 1. Gulden halt 60 Kreutzer 1. Kreutzer ‒ ‒ 4 Pfenning 1. Thaler ‒ ‒ 90 Kreutzer 1. Gulden haͤlt auch 15 Batzen 1. Batzen ‒ ‒ 4 Kreutzer 1. Kayser Groschen ‒ 3 Kreutzer Jn Dantzig, Koͤnigsberg und Preussen. Da bedient man sich folgender Muͤntz-Sor- ten, welche Pollnisch genennt werden. 1. Gulden haͤlt 30 Groschen 1. Thaler ‒ 3 Gulden ‒ oder 90 Groschen 1. Groschen ‒ 3 Schilling 1. Schilling ‒ 6 Pfenning 1. Timpf ‒ 18 Groschen. Jn Jn Franckreich. Wird nach Livres, Sols, und Deniers, Tournois gerechnet. 1. Livre haͤlt 20 Sols 1. Sols ‒ 12 Deniers 1. Ecu ‒ 3 Liures oder 60 Sols. Jn Jtalien. Rechnet man nach Scudi, Soldi und Denari. 1. Scudo haͤlt 20 Soldi 1. Soldi ‒ 12 Denarii Jn Daͤnnemarck. Da gebraucht man nachfolgende Geld Sorten. 1. Thaler haͤlt 6 Marck 1. Marck ‒ ‒ 16 Schilling 1. Schilling ‒ 12 Pfenning 1. Daͤnische Crone ‒ 2 Marck Luͤbisch 1. Marck Luͤbisch ‒ 2 Marck Daͤnisch. Jn Schweden. Wird theils Silber-Muͤntz, theils Kupfer- Muͤntz gebraucht. 1. Thaler 1. Thaler Silber Geld haͤlt 4 Marck Silber Geld 1. Marck Silber Geld ‒ 8 Oer Silber Geld 1. Kupfer Thaͤler ‒ 4 Marck Kupfer Geld 1. Kupfer Marck ‒ 8 Oer Kupfer 1. Silber Thaler ‒ 3 Kupfer Thaler Kuͤrtze halben pflegt man die obgedachten Nahmen der Muͤntz-Sorten durch folgende Zeichen anzudeuten. Rubl ‒ ‒ R° Griven ‒ ‒ Gr. Copeken ‒ ‒ Cop. Thaler ‒ ‒ Thl. Reichs Thaler ‒ Rthl. Gulden ‒ ‒ fl. Stuͤber ‒ ‒ St. Pfund ‒ ‒ L. Schilling ‒ ‒ ß. Pfenning Denier Denari ₰ Marck ‒ ‒  Groschen ‒ ‒ gl. Gute Groschen ‒ Ggl. Kayser Groschen ‒ Kgl. Marien Groschen ‒ Mgl. Kreutzer ‒ ‒ Xr. Ducaten ‒ ‒ # Ecu ‒ ‒  Item Item die Benennungen dieser Muͤntz-Sorten wie folgt. Corrent ‒ ‒ Cor. Banco ‒ ‒ B°. Vlaͤmisch ‒ ‒ Vls. Luͤbisch ‒ ‒ Luͤb. Sterling ‒ ‒ Sterl. Hieraus ersieht man nun, nach was fuͤr Muͤntz-Sorten in den meisten Laͤndern Europae das Geld berechnet wird: und hierinn bestehet die erste Erkaͤnntniß der Muͤntzen, nehmlich die Ein- theilung derselben verschiedenen Sorten. Zu einer vollkommenen Erkaͤnntniß aber wird ausser die- sem noch erfordert, daß man den wahren Werth aller angefuͤhrten Muͤntz-Sorten anzuzeigen wisse; welches nicht fuͤglicher geschehen kan, als wann man den Werth einer jeglichen Sorte nach einer uns schon bekannten und bey uns uͤblichen Muͤntze bestimmt. Wann wir nehmlich voraus setzen, daß man einen hinlaͤnglichen Begriff von dem Werth eines Copeken hat, so wird man einen eben so deutlichen Begriff von einer jeglichen an- derwerts uͤblichen Muͤntz-Sorte erhalten, wann man erkennt, wieviel dieselben an Copeken aus- tragen. Weilen aber bey dem Werth der Muͤn- tzen allenthalben sehr viel auf dem Gutduͤncken der Menschen beruhet, so kan eine solche Ver- gleichung nicht so genau angestellet werden; uͤber das das macht auch die Handelschaft hierinn oͤfters grosse Veraͤnderungen, als worinn die Veraͤn- derlichkeit des Wechsel- Courses bestehet. Allhier wird nehmlich bald ein Rubl mit mehr als 50 Stuͤber Hollaͤndisch Corrent Geld, bald mit we- niger gleich geschaͤtzet; so daß in dieser Verglei- chung nichts festes gesetzt werden kan. Um aber doch einiger massen einen Begriff von der Ver- haͤltniß der Muͤntzen unter sich zu erhalten, so erwehlet man hiezu einen mitleren Preiß, welches das Pary genennet wird: und nach solchem kan man die verlangte Vergleichung anstellen. Nur muß man sich die daher fliessenden Verhaͤltnisse nicht als etwas festes und bestaͤndiges vorstellen, sondern immer diesen Umstand dabey bemercken, daß der wahre Werth der Muͤntzen bald hoͤher bald nidriger zu stehen kommt als das Pary an- zeigt. Auf solchen Fuß haben wir also die nach- folgende Vergleichung der obangefuͤhrten Muͤntzen mit dem hiesigen Geld angestellt. Jn Narva, Reval, Doͤrpt. Der an diesen Orten uͤblichen Muͤntzen ist schon oben die Vergleichung mit Copeken ange- fuͤhret worden, nehmlich es haͤlt 1. Rthl. ‒ 80 Copeken 1. Rthl. Corrent 65 1. Carolin Schwedisch 25 1. Weisse ‒ 1¼. Rigische Rigische Muͤntz. 1. Rthl. Albert 105 Cop. 1. Gulden ‒ 35 1. Marck ‒ 7 1. Groschen ‒ 1⅙ 1. Ferding ‒ 1¾. Hollaͤndisches Corrent Geld. 1. Ducaten ‒ 210 Cop. 1. Rthl. ‒ 100 1. Gulden ‒ 40 1. Stuͤber ‒ 2 1. Pfenning Holl. ⅛ 1. Pfund Vls. 240 1. Schilling Vls. 12 1. Pfenning Vls. 1 Das Banco Geld ist am Preiß 5 Pro Cento hoͤher als Corrent und also haͤlt. 1. Rthl. B° 105 Copeken 1. Pfund Vls. P° 252 1. Schilling Vls. B° 12⅗. Englisches Geld. 1. Pfund Sterl. 440 Cop. 1. Schilling Sterl. 22 1. Pfenning Sterl. 1⅚ )( )( 1. Guinéc 1. Guinéc ‒ 473 Cop. 1. Crone ‒ 110 1. Grat ‒ 7⅓. Hamburger Corrent Geld. 1. Thl. ‒ ‒ 90 Cop. 1. Mark ‒ ‒ 30 1. Schilling Luͤb. ‒ 1⅞ 1. Schilling Vls. ‒ 11¼ 1. Wechsel Thlr. ‒ 60 1. Pfund Vls. ‒ 225. Hamburger Banco Geld. 1. Thl. B° 104½ Cop. 1. Mark B° 34⅚. Saͤchsisch und Brandenburgisch Geld. 1. Thl. ‒ ‒ 78 Cop. 1. Zwey Drittel Stuͤck 52 1. Ggl. ‒ ‒ 3¼. Braunschweigisch Geld. 1. Thl. ‒ ‒ 78 Cop. 1. Mgl. ‒ ‒ 2⅙. Bremisch Geld. 1. Thl. ‒ ‒ 78 Cop. 1. Groot ‒ ‒ 3 \frac{1}{12} . Jn Jn Franckfurt am Main, und gantz Ober-Teutschland, auch der Schweitz. 1. Thaler ‒ 75 Cop. 1. Gulden ‒ 50 1. Batzen ‒ 3⅓ 1. Kayser Groschen 2½. Jn Dantzig, Koͤnigsberg und Preussen. 1. Thl. ‒ ‒ 78 Cop. 1. Gulden Polln. ‒ 26 1. Groschen ‒ ‒ \frac{13}{15} 1. Timpf ‒ ‒ 15⅗. Frantzoͤsisches Geld. 1. Ecû ‒ ‒ 60 Cop. 1. Livre ‒ ‒ 20 1. Sol ‒ ‒ 1 1. Alter Louis d’ or ‒ 375 1. Neuer Louis d’ or ‒ 448 1. Louis blanc ‒ 102 Jtaliaͤnisch Geld. 1. Venetianischer Duc. di Banco 90 Cop. 1. Pezza d’ otto de 6 Lire oder 1 Scudo 94 Cop. 1. Lire Corrent ‒ 15⅔. )( )( 2 Daͤnisch Daͤnisch Geld. 1. Thlr. ‒ ‒ 90 Cop. 1. Mark ‒ ‒ 15 1. Schilling ‒ ‒ \frac{15}{16} 1. Daͤnische Crone ‒ 30 Schwedisch Geld. 1. Kupfer Geld ‒ 12 Cop. 1. Kupfer Mark ‒ 3 1. Silber Thaler ‒ 36 1. Silber Mark ‒ 9 1. Oer Silber Geld 1⅙ 1. Oer Kupfer Geld ⅜. Spanisch Geld. 1. Marevedis ‒ \frac{7}{25} Cop oder 25. Marevedis ‒ 7 1. Real ‒ 9 \frac{13}{25} 1. Peso d’ otto ‒ 95⅕ 1. Pistole ‒ 380⅘. Portugiesisch Geld. 1. Crusado von 400 Rees 48 Cop. 1. Marqui rter Crusado 60 1. Pistole ‒ 360 1. Patacon ‒ 72 1. Peso d’ otto d’ Espagne 90 1. Teston ‒ 12 1. Real ‒ 4⅘ 1. Rees ‒ \frac{3}{25} . II. Punckt. II. Punckt. Von den Gewichten. Die Gewichte koͤnnen sehr fuͤglich in zwey Classon abgetheilet werden, davon die erste die grossen Gewichte in sich begreifft, nach welchen grosse Laͤsten abgewogen zu werden pflegen: zur anderen Classe aber gehoͤren die kleineren Ge- wichte, welcher man sich bey Abwaͤgung kleine- rer Sachen bedienet; der Unterscheid aber zwi- schen beyden kan so fest gesetzet werden, daß bey dem grossen Gewichte das Pfund die kleinste Sorte, bey den kleinen Gewichte aber die groͤste Sorte ausmacht. Beyde Arten aber sind so wohl den Benennungen als der Groͤsse und Ein- theilung nach so wohl in verschiedenen Laͤndern als auch in Ansehung der verschiedenen Waaren, wozu solche gebraucht werden, sehr unterschieden. Wir wollen demnach die fuͤrnemsten verschiedenen Gewichs-Sorten, welche so wohl in verschiede- nen Reichen als bey Abwaͤgung verschiedener Waaren im Schwang sind hier anfuͤhren. Von den Gewichten im Rußischen Reiche. Allhier bedienet man sich ausser den Apothe- ken folgender Gewichs-Sorten. 1. Berkowitz haͤlt 10 Pud 1. Pud ‒ 40 Pfund 1. Pfund ‒ 32 Loth )( )( 3 oder oder 1. Pfund ‒ 96 Solotnick 1. Loth ‒ 3 Solotnick. Kleinere Gewichte als 1 Solotnick werden durch Bruͤche eines Solotnicks angedeutet als ½ Solotn. ¼ Solotn. ⅛ Solotn. und so fort. Von den Gewichten in Est- und Liefland. 1. Last haͤlt 12 Schiff Pfund 1. Schiff Pfund 20 Ließ Pfund oder 4 Loof 1. Loof ‒ 5 Ließ Pfund 1. Ließ Pfund 20 Pfund 1. Pfund ‒ 16 Unzen oder 32 Loth 1. Unze ‒ 2 Loth 1. Loth ‒ 4 Quintl ein 1. Centner haͤlt 120 Pfund 1. Tonne ‒ 240 Pfund. Von dem Hollaͤndischen Gewichte. 1. Schiff Pfund haͤlt 20 Ließ Pfund 1. Ließ Pfund ‒ 15 Pfund 1. Stein ‒ 8 Pfund 1. Pfund ‒ 2 Mark oder 16 Unzen oder 32 Loth 1. Mark ‒ 8 Unzen oder 16 Loth 1. Unze 1. Unze ‒ 2 Loth oder 20 Engels 1. Loth ‒ 10 Engels 1. Engel ‒ 32 Aß. Grosse Lasten pflegen an den meisten Orten nach Centnern oder Quintalen abgewogen zu wer- den, welche nicht allenthalben eine gleiche An- zahl Pfund halten. Dem Nahmen nach sollten zwar 100 Pfund einen Centner ausmachen, al- lein an verschiedenen Orten werden bald 105 ℔, bald 110 ℔, bald 112 ℔, bald 120 ℔ auf einen Centner gerechnet; welche Ungleichheit theils von alter Gewohnheit theils von den un- gleichen Pfunden herruͤhret; weswegen fast an einem jeglichen Orte ein besonderer Centner ge- funden wird. Wir wollen uns demnach nur zu den kleineren Gewichten allein wenden, unter welchen das Pfund das groͤste Maaß zu seyn pflegt, und die fuͤrnehmsten Eintheilungen, so im Gebrauche sind, beschreiben. Eintheilung des Nuͤrnberger Pfunds, welches in den weisten Theilen Teutschlands bey Abwaͤgung grober Waaren uͤblich ist. 1. Pfund haͤlt 2 Mark oder 16 Unzen oder 32 Loth 1. Loth ‒ 4 Quintl. 1. Quintl. ‒ 4 Pfenning 1. Pfenning ‒ 4 Heller. )( )( 4 Ein- Eintheilung des Coͤllnischen Pfunds, welches zu feinen Waaren abzuwaͤgen gebraucht wird; und insonderheit bey dem Silber uͤblich ist. 1. Pfund haͤlt 2 Mark oder 16 Unzen 1. Mark ‒ 8 Unzen 1. Unze ‒ 2 Loth oder 8 Quintl. 1. Loth ‒ 4 Quintl. 1. Quintl. ‒ 4 Pfenning 1. Pfenning ‒ 15 Gran. An einigen Orten pflegt auch die Coͤllnische Unze in Engels abgetheilt zu werden, dergleichen im Hollaͤndischen Gewichte vorkommen, weilen aber die Coͤllnische Unze um den 20sten Theil kleiner ist als die Hollaͤndische Unze, so haͤlt 1. Coͤllnische Unze ‒ 19 Engel 1. Engel ‒ ‒ 32 Aß. Die Eintheilung des Trosi schen Pfunds, welches in Engelland gebraucht wird. 1. Pfund haͤlt 12 Unzen 1. Unze ‒ 20 Penny Gewicht 1. Penny ‒ 24 Gran. Jn Jn Franckreich aber wird dieses Pfund solcher gestalt eingetheilet. 1. Pfund haͤlt 2 Mark oder 16 Unzen 1. Mark ‒ 8 Unzen 1. Unze ‒ 8 Gross 1. Gross ‒ 3 Denier 1. Denier ‒ 24 Grain 1. Grain ‒ 24 Garob oder primes 1. Garob oder Prime 24 Seconds 1. Second ‒ 24 Terties oder Malloques. Jn Engelland wird zu groben Waaren das Avoir du Poids Gewicht gebraucht, davon diese Eintheilung uͤblich ist. 1. Tonne haͤlt 20 Centner 1. Centner ‒ 112 Pfund 1. Pfund ‒ 16 Unzen 1. Unze ‒ 8 Drams 1. Dram ‒ 3 Scrupel. Jn Sachsen bedienet man sich auch dieser Eintheilung. 1. Pfund ‒ 2 Mark 1. Mark ‒ 8 Unzen oder 16 Loth oder 24 Karat )( )( 5 1. Unze 1. Unze ‒ 3 Karat 1. Karat ‒ 4 Gran 1. Gran ‒ 3 grän 1. Loth ‒ 18 grän. Eintheilung des Apothe ker Pfunds, wie solche an den meisten Orten Europæ gebrauchlich ist. 1. Pfund haͤlt 12 Unzen 1. Unze ‒ 8 Drachmas 1. Drachma ‒ 3 Scrupel 1. Scrupel ‒ 20 Gran. Und diese Nahmen pflegen durch folgende Zeichen angezeigt zu werden. Pfund ‒ ℔ Mark ‒  Unze ‒ ℥ Drachma ‒ ℨ Scrupel ‒ ℈ Gran ‒ gr. Bey der Silber-Probe bedienet man sich folgen- der Eintheilung in Teutschland. 1 Mark in 16 Loth 1 Loth in 18 grän. Jn Franckreich aber. 1 Mark in 12 Denier 1 Denier in 24 Gran. Bey Bey Probirung des Golds aber pflegt man einzutheilen. Die Mark in 24 Karat oder Krat 1 Karat in 12 Gran. Von der Gewichts-Vergleichung. Es findet sich in den Gewichten ein solcher Unterscheid, daß man fast in einen jeden Statt ein sonderbares Pfund antrifft: wodurch in dem Commercio eine grosse Verwirrung entstehen kan, wann man die an verschiedenen Orten uͤblichen Pfunde nicht unter sich vergleichen kan. Um aber die wahre Groͤsse eines Pfunds, wie solches an einem jeglichen Orte im Gebrauche ist zu bestim- men, so muß man ein Gewicht fuͤr bekant anneh- men und nach demselben alle uͤbrige abmessen und beschreiben. Wir wollen allhier das Coͤllnische Gewicht zum Grunde legen, als welches in gantz Teutschland bey Abwaͤgung des Silbers und Golds im Gebrauche ist, und anzeigen wie sich die Pfunde von den fuͤrnehmsten Orten in Europa zu demselben verhalten. Zu diesem Ende theilen wir also, wie vorher gemeldet, das Coͤllnische Pf . in 32 Loth, das Loth in 4 Quintl. ein Quintl. fer- ner in 4 ₰ oder Pfenninge Gewicht, und 1 ₰ noch weiter in 15 Gran. Nach diesem Gewichte ist nun nachfolgende Tabelle eingerichtet, aus wel- cher zu sehen, wieviel ein jegliches darinn speci- ficir tes Pfund nach diesem Gewichte wiegt. Ein Zweyter Theil von den SPECIEBVS mit benannten Zahlen. Cap. I. Von der Resolution und Reduction. 1. J N der Resolution und Reduction wer- den solche Quantit aͤt en betrachtet, welche durch verschiedene Sorten pflegen ausgemessen zu werden, und lehret die Resolution insgemein groͤssere Sorten in kleinere, die Reduction aber kleinere Sorten in groͤssere verwandeln. Da wir in dem ersten Theil dieser Arithme- tic die Zahlen uͤberhaupt ohne gewisse Benennun- gen derselben betrachtet, und die Operatio nen so wohl in gantzen als Bruͤchen ausgefuͤhrt haben, so folget anjetzo, daß wir den Gebrauch dieser Operatio nen auf alle in dem gemeinen Wesen gebraͤuchliche Arten zu zehlen anzeigen. Vor al- len Dingen ist nun zu mercken, daß alle Sachen, welche man durch Zahlen ausdruͤckt, entweder nach eintzelen Stuͤcken gezehlet, oder dazu ver- A schiedene schiedene Sorten von Massen gebraucht werden. Wann nach eintzelen Stuͤcken gezehlet wird, so sind die obbeschriebenen Operatio nen hinlaͤnglich, und ist keine besondere Anleitung dazu noͤthig. Also wann alles Geld nach einerley Muͤntz-Sor- ten als Copeken gezehlet werden sollte, so wuͤrde es keine Schwierigkeiten haben, verschiedene Anzahlen von Copeken entweder zu addi ren oder von einander zu subtrahi ren, ingleichem auch eine gegebene Zahl von Copeken zu multiplici ren oder zu diuidi ren. Eine gleiche Bewandnuͤß wuͤrde es auch mit den Gewichten haben, wann man sich in Ausdruͤckung derselben nur einerley Sorten als Pfunde bedienen sollte: und dieses ist von allen Gattungen Maassen zu verstehen, wann bestaͤndig durch die Unit aͤt 1 einerley Maaß an- gedeutet wird. Es ist aber bey allen Rechnun- gen sehr gebraͤuchlich, daß einerley Quantit aͤten durch verschiedene Sorten ausgedruͤckt werden: also wird das Geld allhier nach Rubeln, Gri- ven, Copeken und Poluschken; das Gewicht nach Puden, Pfunden, Lothen und Solomiken; die Zeit nach Jahren, Monathen, Wochen, Tagen, Stunden, Minuten und Secunden be- schrieben. Wann man also sagt, daß ein Ge- wicht halte 15 Pud, 27 Pfund, 16 Loth und 2 Solotnick, so hat die Unit aͤt in solcher Beschreibung nicht einerley Bedeutung; sondern in der Zahl 15 bedeutet 1 ein Pud, in der Zahl 27 ist 1 ein Pfund, in der Zahl 16 ein Loth Loth und in 2 ein Solotnick. Wann nun solche Quantit aͤten vorkommen, welche nach verschiede- nen Maaß-Sorten ausgemessen und beschrieben werden, so werden besondere Regeln erfordert die Arithmeti schen Operatio nen mit denselben an- zustellen. Es ist aber vor allen Dingen noͤthig, daß man die Verhaͤltniß der verschiedenen Sor- ten, nach welchen eine Sach gezehlet wird, wisse und unter sich vergleichen koͤnne; als um einen deutlichen Begriff von dem angefuͤhrten Gewicht von 15 Pud, 27 Pfund, 16 Loth und 2 Solotnick zu haben, muß man wissen, wieviel Pfund erstlich ein Pud, zweytens wie- viel Loth ein Pfund, und drittens wieviel So- lotnick ein Loth in sich begreiffe. Und diese Ver- haͤltniß muß also bey allen dergleichen vorfallen- den Rechnungen entweder bekant seyn, oder an- gezeiget werden. Da nun unser Vorhaben ist, die Arithmeti schen Operatio nen mit solchen Quan- tit aͤten, welche nach verschiedenen Sorten von Maassen beschrieben werden, anzustellen; so ist noͤthig, daß wir vorher von solchen verschiedenen Sorten uͤberhaupt handeln, und anzeigen, wie dergleichen Ausdruͤckungen auf vielerley Art ver- wandelt werden koͤnnen. Solche vorlaͤuffige Operatio nen sind demnach die Resolution und Re- duction, deren jene lehret, wie man eine nach vielerley Sorten beschriebene Quantit aͤt unter eine Sorte bringen, und ausdruͤcken soll. Jn der Reduction aber wird gewiesen, wie man eine A 2 durch durch einerley Sorte ausgedruͤckte Quantit aͤt wie- derum nach verschiedenen Sorten auf gewoͤhnli- che Art beschreiben soll. Jnsonderheit aber gehet die Resolution dahin, wie groͤssere und verschie- dene Sorten in kleinere und einerley Sorten ver- wandelt werden sollen. Der Endzweck dieser Ope- ration aber ist zweyfach; dann erstlich erhaͤlt man dadurch, daß die verschiedenen Benennungen ge- hoben und auf einerley Nahmen oder Sorten ge- bracht, und solchergestalt als simple Zahlen tracti rt werden koͤnnen. Hernach bedient man sich auch der Resolution um Bruͤche so viel als moͤglich in der Rechnung zu vermeiden, und des- wegen pflegt man die kleinste Sorte zu erwehlen, und darein die groͤsseren Sorten zu verwandeln. Dann wann uns zum Exempel ein Gewicht vor- gelegt worden, welches 12 Pud, 10 Pfund, 22 Loth und 1 Solotnick gewogen; so koͤnnen diese verschiedenen Sorten auf mehr als eine Weise unter einerley Nahmen gebracht werden; dann erstlich kan ich das gantze Gewicht nur allein nach Puden durch Huͤlfe der Bruͤche ausdrucken, und sagen, daß dieses Gewicht halte 12 \frac{1027}{3840} Pud; wobey der Nahme Pud allein vorkommt. Her- nach kan eben dieses Gewicht nach Pfunden be- schrieben werden, und wird seyn 490 \frac{67}{96} Pfund. Drittens kan auch diese Schwehre dieses Ge- wichts nach Lothen angezeigt werden, da dasselbe dann halten wird 15702⅓ Loth. Wann man endlich wissen will, wieviel Solotnick dieses Ge- wicht wicht enthalte, so findt man 47107 Solotnick. Wann man also nur verlangt dieses vorgegebene Gewicht in einerley Sorte ausgedruckt zu haben, so kan solches entweder nach Puden, oder Pfun- den oder Lothen oder Solotnicken geschehen; wann man aber zugleich eine gantze Zahl ohne Bruͤche verlangt, so muß solches in der kleinsten Sorte, welche vorkommt, nehmlich in Solotnicken gesche- hen. Diesen Endzweck also zu erhalten, wollen wir erstlich anzeigen, wie groͤssere Sorten in klei- nere verwandelt werden koͤnnen. Hernach wollen wir doch auch die Regeln vorbringen, vermittelst welcher eine beschriebene Quantit aͤt auf einerley Sorte, so nicht die kleinste ist, gebracht werden kan: als worauf die Wechsel Rechnung beruhet, darinn Muͤntz-Sorten von verschiedenen Landen unter sich verglichen, und nach einer beliebigen Art ausgedruͤckt werden. Wann aber eine solche Quantit aͤt, welche man nach verschiedenen Sor- ten auszusprechen pflegt, in einerley etwa groͤsse- ren oder kleineren Sorten ausgedruͤckt wird, mit oder ohne Bruͤche, so lehret die Reduction, wie man daraus hinwiedexum dieselbe Quantit aͤt nach verschiedenen Sorten auf gewoͤhnliche Art anzei- gen soll. 2.) Wann man eine groͤssere Sorte in eine kleinere verwandeln will, so sehe man wieviel Stuͤcke von der kleineren Sorte in einem Stuͤcke der groͤsseren enthalten sind: und mit dieser Zahl multiplici re man die An- A 3 zahl zahl der Stuͤcke von der groͤsseren Sorte, so wird das Product die verlangte Zahl der Stuͤ- cke nach der kleineren Sorte anzeigen. Um diese Regel zu erklaͤren, so laßt uns se- tzen, es sollen 15 Pfund in Loth verwandelt, oder angezeigt werden, wieviel Loth an Gewicht eben so viel betragen als 15 Pfund. Wir haben also 15 Pfund, welche in Loth verwandelt werden sollen, und deswegen sehen wir erstlich wieviel Loth ein Pfund in sich begreifft. Nun wissen wir aus dem Gebrauch, daß 32 Loth auf ein Pfund gehen, und multiplici ren also nach An- weisung der gegebenen Regel die vorgegebene An- zahl Pfund nehmlich 15 mit 32. Das Product nehmlich 480 zeigt uns alsdann die verlangte An- zahl von Lothen; und sagen also, daß 480 Loth eben so viel ist als 15 Pfund. Der Grund dieser Regel ist leicht aus diesem Exempel einzusehen: dann da ein Pfund 32 Loth in sich enthaͤlt, so so sind 2 Pfund so viel als 2 mal 32 Loth, und 3 Pfund so viel als 3 mal 32 Loth, und 4 Pfund so viel als 4 mal 32 Loth und so weiter. Hier- aus werden also 15 Pfund so viel seyn als 15 mal 32 Loth; woraus folgt, daß man, um zu finden wieviel Loth in 15 Pfunden enthalten sind, die Anzahl der Pfunden nehmlich 15 mit 32 als der Anzahl der Lothe, welche auf ein Pfund gehen, multiplici ren muͤsse. Diese Regel erstrecket sich nun gleichergestalt auf alle andere Gattungen von groͤsseren und kleineren Sorten, und koͤnnen ver- mittelst mittelst derselben nachfolgende Aufgaben leicht ausgerechnet werden. I. Wieviel Copeken betragen 351 Nubl. Antw. Da ein Rubl. 100 Cop. haͤlt so multiplici re man 351 mit 100: das Pro- duct 35100 gibt die Anzahl der Copeken, so 351 Rubl. ausmachen. II. Jn Teutschland werden 60 Kreutzer auf ei- nen Gulden gerechnet; nun fragts sich wie- viel Kreutzer 128 Gulden halten. Antw. Da ein Gulden 60 Kreutzer aus- macht, so multiplici re man die vorgegebene Zahl der Gulden nehmlich 128 mit 60: und das Product nehmlich 7680 weiset die gesuch- te Anzahl Kreutzer. III. Es wird gefragt wieviel Buͤcher Papier in 15 Rieß enthalten sind, das Rieß zu 20 Buͤchern gerechnet. Antw. Um dieses zu finden muß man 15 mit 20 muitiplici ren, so wird das Product 300 die Anzahl der Buͤcher Papier geben, welche in 15 Riessen begriffen sind. IV. Wieviel Monathe sind seit der Geburth Christi bis zu Anfang des Jahrs 1740 verflossen. Antw. Seit der Christi Geburth bis zum Anfang des 1740sten Jahrs sind 1739 Jahre verflossen, da uun ein Jahr 12 Mo- nath haͤlt, so multiplici re man 1739 mit 12; das Product welches gefunden wird 20868, A 4 zeigt zeigt die gesuchte Zahl der Monathe, welche in 1739 Jahren verflossen. Diese Regel findet auch Statt, wann ein Stuͤck der groͤsseren Sorte nicht eine gantze Zahl Stuͤcke von der kleinern Sorte in sich begreifft: sondern eine gewisse Zahl nebst einem Bruͤ- che. Jn solchen Faͤllen hat man also gleich- fals die gegebene Zahl von der groͤsseren Sorte mit der Anzahl der Stuͤcke der kleineren Sorte, welche ein Stuͤck der groͤsseren Sorte in sich ent- haͤlt, nach den Regeln der Bruͤche zu multiplici- ren: wie aus nachfolgenden Exempeln deutlicher erhellt. V. Es wird gefragt wieviel die Summ von 561 Rubl. an Altinen betrage? Antw. Da ein Rubl. in sich haͤlt 33⅓ Al- tin, so muß man die vorgegebene Anzahl Rubl. nehmlich 561 mit 33⅓ multiplici ren wie folgt. VI. Es VI. Es wird gefragt wieviel Tage in 36 Jahren verfliessen, nach dem alten Julianifchen Calender? Antw. Auf ein Jahr werden in dem Ju- lianischen Calender gerechnet 365¼ Tage; durch diese Zahl muß man also 36 multipli- ci ren. VII. Wieviel Hollaͤndische Stuͤber machen 1320 Rubl. wann nach dem Wexel ein Rubel 48¾ Stuͤber betraͤgt? Antw. Da ein Rubel 48¾ Stuͤber gilt, so multiplici re man die gegebene Anzahl Rubel, nehmlich 1320 mit 48¾ wie folgt. A 5 Wann Wann auch die Anzahl der Stuͤcke von der groͤsseren Sorte, welche in eine kleinere Sorte verwandelt werden soll, ein gebrochene Zahl ist, so behaͤlt die gegebene Regel nichts destoweniger Platz, wie aus nachfolgenden Exempeln zu ersehen. VIII. Man verlangt zu wissen, wieviel 16⅗ Rubl. an Copeken betragen? Antw. Weilen 1 Rubl 100 Copeken enthaͤlt, so multiplici re man die gegebene Anzahl Rubl. nehmlich 16⅗ mit 100, da dann das Product 1660 die verlangte Anzah. Copeken anzeigt. IX. Jemand hat \frac{8}{9} Pfund Pfeffer, und wollte gerne wissen, wieviel dieses Gewicht an So- lotnicken betrage? Antw. Da ein Pfund 96 Solotnick aus- macht, so multiplici re man die gegebenen \frac{8}{9} Pfund mit 96. Das Product, so gefun- den wird 85⅓ zeiget die verlangte Anzahl Solotnick an. X. Jemand will durch Wexel nach Holland uͤbermachen 832⅝ Rubl; nach dem Wexel aber gibt ein Rubl 49¼ Stuͤber; wieviel Stuͤber muͤssen ihm in Holland gez hlet werden? Antw. Antw. Da ein Rubl 49¼ Stuͤber aus- traͤgt, so wird man finden wieviel Stuͤber die vorgelegte Summ von 832⅝ Rubl aus- machen, wann man 832⅝ durch 49¼ multiplici rt. 3.) Wann verschiedene Sorten vorkom- men, durch welche eine Quantit aͤt beschrieben wird, so kan dieselbe folgender gestalt in der kleinsten Sorte ausgedruͤcket werden. Man reduci rt erstlich die groͤste Sorte auf die naͤchstfolgende kleinere Sorte, und thut dazu die Stuͤcke von dieser Sorte, welche vor- kommen. Diese Summ verwandelt man gleichergestalt in die folgende kleinere Sorte und thut wiederum hinzu, was von dersel- ben Sorte vorhanden ist. Und diese Opera- tion wiederholet man so oft, bis man auf die kleinste verlangte Sorte kommt. Der Grund dieser Operation ist von sich selbst so klar, daß kein Beweiß vonnoͤthen ist. Wir Wir wollen derohalben um den Gebrauch und Nutzen derselben deutlich vor die Augen zu legen, einige hieher gehoͤrige Exempel anfuͤhren. I. Man verlangt zu wissen, wieviel 5 Pud, 18 Pfund, 20 Loth und 2 Solotnick in al- lem an Solotnicken austragen? Antw. Man nehme erstlich die groͤste Sorte nehmlich die Pude, deren 5 vorhanden sind, und bringe dieselben auf Pfunde, ein Pud zu 40 ℔ gerechnet, so kommen 200 Pfund heraus. Es sind aber 18 Pfund vor- handen, und also haben wir, Pud und Pfund zusammen genommen, 218 Pfund. Diese Pfund bringe man ferner zu Lothen, oder multiplici re mit 32, so bekommt man 6976 Loth, hiezu die gegebenen 20 Loth gethan geben 6996 Loth. Diese Loth bringe man endlich auf Solotnick, 3 Solotnick auf ein Loth ge- rechnet, so bekommt man 20988 Solotnick, hiezu die zwey gegebenen Solotnick gethan, be- kommt man 20990 Solotnick, welches eben so viel ist als 5 Pud, 18 Pfund, 20 Loth und 2 Solotnick. Die gantze Operation aber ist wie folgt. 5 Pud, Um die Rechnung abzukuͤrtzen, kan man sich nach den Umstaͤnden vielerley Vortheile be- dienen, welche durch muͤndliche Unterrichtung leichter gewiesen werden koͤnnen. Als um die 2 letzten Solotnick zu addi ren, waͤre nicht noͤthig gewesen eine neue Addition zu machen, sondern man haͤtte sogleich bey der Multiplication der Lo- then durch 3 diese zwey hinzuthun koͤnnen, und bey Anfang der Operation sagen 3 mal 6 macht 18 und die 2 dazu gibt 20, und darauf wie sonst die Multiplication fortsetzen. II. Nach II. Nach dem Apothe ker Gewicht hat einer an Ma- terialien 24 Pfund, 9 Unzen, 5 Drachmas, 1 Scru- pel und 12 Gran, wieviel ists in allem an Gra nen. Antw. Nach dem Apothek er Gewicht ist 1 Pfund 12 Unzen. 1 Unze 8 Drachm. 1 Drachma 3 Scrupel und 1 Scrupel 20 Gran. Uber das um die Schreibart abzukuͤrtzen, bedient man sich nachfolgender Zeichen als ℔ bedeut Pfund ℥ — Unze ℨ — Drachma ℈ — Scrupel gr. — Gran. Das vorgegebene Exempel wird also mit seiner Ausrechnung also zu stehen kommen. Damit Damit die Operation desto besser in die Au- gen falle, so haben wir bey Aufschreibung der Aufgabe zugleich durch die obgeschriebenen Zahlen angezeiget, wieviel eine jegliche Sorte von der naͤchstfolgenden kleineren Sorte in sich begreiffe. Bey den Multiplicatio nen ist auch gleich dasjenige addi rt worden, was dazu gethan werden soll, wodurch die Rechnung um ein merckliches abge- kuͤrzet ist. III. Man verlangt zu wissen, wieviel diese Zeit 4 Wochen, 5 Tage, 14 Stunden und 36 Minuten, in Minuten ausmache? Antw. Da eine Woche 7 Tage, ein Tag 24 Stund, eine Stund 60 Minuten haͤlt, so wird die Rechnung seyn wie folgt. IV. Wie- IV. Wieviel Poluschken betraͤgt diese Summ Geld 26 Rubl, 8 Griwen, 2 Altin, 1 Copeken und 3 Poluschken? Antw. Ein Rubl haͤlt 10 Griwen, ein Griwen 3⅓ Altin, ein Altin 3 Copeken, und 1 Copeken 4 Poluschken: dahero wird diese Ausrechnung folgender gestalt verrichtet: Wann von einigen Sorten gar nichts vor- handen ist, oder die vorgegebene Quantit aͤt in kleinere Sorten verwandelt werden soll, als darinn wuͤrcklich vorkommen, so geschicht die Ope- ration auf vor beschriebene Art, da man die ge- gebene: Quantit aͤt immer auf kleinere Sorten bringet, bis man auf die kleinste kommt, welche man man verlanget: wie aus nachfolgenden Exempeln zu ersehen. V. Wieviel Englische Schuh enthaͤlt der Um- kreiß der Erde? Antw. Diese Frage aufzuloͤsen, so ist zu wissen, daß der Umkreiß der Erde 360 Grade ausmache, ein Grad aber enthaͤlt nach hiesigem Maaß 104½ Werst, ferner eine Werst 500 Saschin und eine Saschin 7 Englische Schuh. Die Frage laͤufft also dahin aus, wieviel Englische Schuh in 360 Graden enthalten sind. Und also enthaͤlt die Umkreiß der Erd-Kugel 131670000 Englische Schuh; oder auch 18810000 Saschin, oder 37620 Werst. VI. Nach dem Apothe ker Gewicht, wieviel betragen 18 ℔ und 5 ℨ an Gra nen? B Antw. Antw. Wie das Apothe ker Pfund in 12 Unzen, eine Unze in 8 Drachmas, eine Drachma in 3 Scrupel und ein Scrupel in 20 Cran getheilet werden, ist schon oben ange- fuͤhrt worden: und demnach wird dieses Exempel folgender gestalt ausgerechnet: Jn diesen Exempeln sind wir der ordentlichen und gewoͤhnlichen Art die Quantit aͤten nach ver- schiedenen Sorten auszudruͤcken gefolget, da die Anzahl von jeglicher Sorte eine gantze Zahl ist, und von keiner geringeren Sorte entweder so viel oder mehr Stuͤcke vorkommen, als in einem Stuͤcke der groͤsseren Sorte enthalten sind. Wann aber auch diese Ordnung nicht beobachtet wird, und von den verschiedenen Sorten entwe- der mehr Stuͤcke oder gar gebrochene Zahlen vor- kommen, so werden solche Quantit aͤten auf glei- che che Weise in die kleinste Sorte verwandelt: nur muͤssen in letzterem Falle die Operatio nen mit Bruͤchen zu Huͤlfe genommen werden. VII. Es wird gefragt, wieviel dieses Gewicht 12⅔ Pud, 19¾ Pfund, 40⅚ Loth und 8⅞ Solotnick an Solotnicken ausmache? Antw. Jn dieser Frage wird hiesiges Gewicht verstanden, da 1 Pud 40 ℔; ein Pfund 32 Loth, und 1 Loth 3 Solot- nick haͤlt. Die Ausrechnung stehet also fol- gender gestalt. B 2 VIII. Einer VIII. Einer hat an Silber nach dem in Teutsch- land gewoͤhnlichen Coͤllnischen Silber-Ge- wicht 13½ Mark, 10¾ Unzen, 3⅓ Loth, 4⅗ Quintl, 5⅔ Englisch und 20 Aß; ver- langt zu wissen, wieviel dieses Gewicht an Aessen austrage? Antw. Die Silbermark wird in 8 Un- zen eingetheilt: und ein Unze haͤlt ferner 2 Loth und ein Loth 4 Quintl. Ein En- glisch ist ein solches Gewicht davon 19 eine Unze ausmachen, und haͤlt folglich eine Quintl. in sich 2⅜ Englisch, endlich haͤlt 1 Englisch 32 Aeß. Hieraus wird die Rechnung folgender gestalt verrichtet. 240⅚ 4.) Wann kleinere Sorten in groͤssere verwandelt werden sollen, so muß man erst- lich sehen, wieviel Stuͤcke von der kleineren Sorte ein Stuͤck der groͤsseren Sorte aus- machen, und mit dieser Zahl alsdamt die ge- g bene Anzahl der kleineren Sorte dividi ren: so wird die Quotient die gesuchte Anzahl der groͤsseren Sorte anzeigen. B 3 Weilen Weilen die groͤsseren Sorten in kleinere ver- wandelt werden vermittelst der Multiplication, in dem man die groͤssere Sorte multiplici rt mit derjenigen Zahl, welche anzeigt, wieviel Stuͤcke der kleineren Sorte auf ein Stuͤck der groͤsseren gehen: so ist klar, daß wann man hinwiederum die kleineren Sorten in groͤssere verwandeln will, man sich dazu der Division bedienen muͤsse, und folglich die gegebene Anzahl Stuͤck der kleineren Sorte dividi ren durch diejenige Zahl, welche anzeigt wieviel Stuͤcke von der kleineren Sorte ein Stuͤck der groͤsseren in sich enthaͤlt. Der Grund hievon kan am deutlichsten durch ein Exempel erklaͤret werden. Es seyen also 1500 Copeken gegeben, und wird verlanget zu wissen, wieviel dieselben Rubl ausmachen. Da nun 100 Copeken einen Rubel machen, so betragen 1500 Copeken so viel Rubel, so viel mal 100 Copeken in 1500 Copeken enthalten sind: diese Zahl wird also gefunden, wann man 1500 durch 100 di- vidi rt; und der Quotient , nehmlich 15 gibt die verlangte Anzahl Rubl. Die Probe von dieser Operation beruhet auf dem zweyten Satz; dann wann wir suchen, wieviel Copeken 15 Rubl. ausmachen, so finden wir 1500 Copeken, so daß also 1500 Copeken so viel sind als 15 Rubl. Wann man also wissen will, wieviel Rubl die vorgegebenen 1500 Copeken ausmachen, so wird eine Zahl gesucht, welche wann sie mit 100 mul- tiplici rt wird im Product 1500 herauskommen; diese diese Zahl wird demnach gefunden durch die Di- vision gefunden, wann man 1500 fuͤr den Divi- dendum und 100 fuͤr den Divisorem annimmt. Eine gleiche Beschaffenheit hat es auch mit allen anderen Arten von verschiedenen Sorten; wes- wegen zu weiterer Ausfuͤhrung dieser Regel nur noͤthig ist einige Exempel beyzufuͤgen. I. Man verlangt zu wissen, wieviel 91 Tag Wochen ausmachen? Antw. Da eine Woche aus 7 Tagen bestehet, so muß 91 als die Anzahl der Ta- gen durch 7 dividi rt werden; da dann der Quotient die gesuchte Anzahl Wochen anzei- gen wird, wie folgt. II. Wieviel Reichs-Thaler machen 384 Gro- schen, so 24 Groschen auf einen Thaler ge- rechnet werden? Antw. Jm Noͤrdlichen Theil von Teutsch- land wird das Geld nach Reichs-Thalern gerechnet, und ein Reichs-Thaler in 24 Groschen eingetheilet. Derowegen um 384 Groschen zu Reichs-Thalern zu bringen, muß man 384 durch 24 dividi ren, da dann der Quotus die verlangte Anzahl Reichs- Thaler nehmlich 16 anzeigt. B 4 24) III. Jemand hat 5960 Fuͤnf-Copeken Stuͤck wieviel macht das Rubl. Antw. Weilen 20 Fuͤnf-Copeken Stuͤck einen Rubl ausmachen, so muß man die vorgegebene Anzahl Fuͤnf-Copeken Stuͤck nehmlich 5960 durch 20 dividi ren, da dann der Quotus nehmlich 298 die gesuchte An- zahl Rubl anzeigt. IV. Jemand hat 1184 Loth Thee, wieviel sind das Pfund? Antw. Da 32 Loth ein Pfund machen, so dividi rt man 1184 durch 32 Der Quotient 37 weiset die gesuchte Anzahl Pfund. V. Es V. Es wird gefragt, wieviel 10900 Altin an Rubl ausmachen? Antw. Ein Rubl haͤlt 33⅓ Altin; also muß man 10900 durch 33⅓ dividi ren. Es ist aber 33⅓ in einem einzclen Bruch \frac{100}{3} , wo- durch folglich dividi rt werden muß \frac{100}{3} in 10900 gibt 327. Derowegen machen 10900 Altin 327 Rubl. Jn diesen Exempeln ist die Division ohne Rest angegangen. Wann aber in der Division etwas uͤbrig bleibt, so ist dieses eine Anzeige daß die gesuchte Anzahl der groͤsseren Sorte keine gantze Zahl ist, sondern ein Bruch, welcher wie in der Division und der Lehre von den Bruͤchen gelehret worden, ausgedruͤcket werden muß. VI. Man verlangt zu wissen, wieviel 175 Co- peken in Rubl berechnet betragen? Antw. Weilen 1 Rubl 100 Copeken enthaͤlt, so dividi re man 175 durch 100. Woher erhellet daß 175 Copeken so viel ist als 1¾ Rubl. Jn solchen Exempeln muß nehm- lich der voͤllige Quotient genommen und zu dem nach den Regeln der Division gefundenen Quoto in gantzen Zahlen noch der Bruch, dessen Zehler B 5 der der uͤbergebliebene Rest der Nenner aber der Di- visor ist, hinzugesetzet werden. VII. Jn einem groͤsten Zirkel der Erde ist eine D i stanz abgemessen worden von 513 Wer- sten, nun fragts sich wieviel diese Distanz in Gra den austrage? Antw. Weilen ein Grad in sich begreifft 104½ Werst, so muß man 513 durch 104½ dividi ren: also machen 513 Wer 4 \frac{190}{209} Grad. VIII. Man wollte ein Loth nach Pfunden be- schreiben, oder einem der keinen andern Begriff als von Pfunden hat, den Be- griff eines Loths beybringen? Antw. Nach der gegebenen Regel muß um Lothe in Pfunden auszudruͤcken die Anzahl der Lothe durch 32, so viel nehm- lich Loth in einem Pfund enthalten sind, dividi ren. Jn angefuͤhrten Exempel ha- ben wir aber ein Loth, und dividi ren also 1 durch 32, der Quotus ist \frac{1}{32} , und zeigt an, daß ein Loth sey der 32ste Theil eines Pfunds. Dieses Dieses ist fuͤr sich klar; und gleicher gestalt erhellet, daß ein Copeken sey der 100ste Theil eines Rubels: ingleichem daß eine Unze sey der zwoͤlfte Theil eines Pfunds Apothe ker Gewicht, und uͤberhaupt so viel Stuͤcke von der kleineren Sorte in einem Stuͤck von der groͤsseren Sorte enthalten sind, der so vielte Theil ist ein Stuͤck der kleineren Sorte in Ansehung eines Stuͤcks der groͤsseren Sorte. IX. Jemand hat 45 Kreutzer, deren 60 einen Gulden Teutsches Geld ausmachen, wieviel tragt dieses Geld an Gulden aus? Antw. Da 60 Kreutzer einen Gulden ausmachen, so muß man die gegebene An- zahl Kreutzer nehmlich 45 durch 60 dividi ren. Der Quotient, weilen der Divisor 60 groͤsser ist als der Dividendus 45 wird ein einfacher Bruch \frac{45}{60} , welcher durch 15 verkleinert sich in ¾ verwandelt. Woraus man schliesset, daß 45 Kreutzer so viel sind als drey Viertel Gulden. Mehr Exempel hievon werden im folgenden Satze vorkommen. 5.) Wann eine Quanti taͤt in vielerley Sorten beschrieben ist, so koͤnnen immer die kleineren Sorten auf groͤssere vermittelst der Division gebracht, und nach Belieben die gantze Quanti taͤt unter den Nahmen der groͤ- sten Sorte gebracht werden. Und wann man die obige in 3ten Satz gegebene Regel mit mit zu Huͤlfe nimmt, so kan man eine in vielerley Sorten ausgedruͤckte Quanti taͤt auf den Nahmen einer jeglichen beliebigen mitt- leren Sorten bringen, in dem man die groͤs- seren durch die Multiplication, die kleinern aber durch die Division darein verwechselt. Jm vorigen Satze ist gelehret worden, wie eine jegliche kleinere Sorte in eine groͤssere ver- wandelt werden soll; wann derohalben vielerley Sorten vorhanden sind, welche alle unter den Nahmen der groͤsten Sorte gebracht werden sol- len, so faͤngt man die Operation von der klein- sten Sorte an, und bringt dieselbe nach der vori- gen Regel durch die Division auf die naͤchstfol- gende groͤssere Sorte. Hiezu thut man ferner die Stuͤcke, welche von dieser groͤsseren Sorte wuͤrcklich vorhanden sind: und reduci rt diese Summ auf gleiche Art in die naͤchstfolgende groͤs- sere Sorte, und thut hinzu wiederum, was von dieser Sorte vorhanden ist. Solcher gestalt faͤhrt man also fort bis man auf diejenige groͤste Sorte kommt, auf welche die gantze vorgelegte Quanti taͤt gebracht werden soll. Hiebey ist nun leicht zu erachten, da alle diese Operatio nen durch die Division geschehen muͤssen, daß man immer auf groͤssere Bruͤche kommt; dann wann einmal Bruͤche vorkommen, so werden dieselben durch die folgenden Divisio nen immer vermehret, oder mehr zusammengesetzt, wie aus folgenden Exem- peln zu ersehen. I. Es I. Es sind vorhanden 14 Pfund, 22 Loth und 2 Solotnick, welches Gewicht unter der Nah- men Pfund gebracht werden soll? Antw. Erstlich muͤssen die Solotnick auf Loth gebracht werden, weilen also 3 Solot- nick auf 1 Loth gehen, so dividi re man die zwey Solotnick so vorhanden sind durch 3, der Quotient, der ⅔ seyn wird, zeigt an daß 2 Solotnick so viel sind als ⅔ Loth, und also haben wir 14 Pfund und 22⅔ Loth, statt des vorgegebenen Gewichts, und also nur noch zwey Benennungen oder Sorten nehm- lich Pfund und Loth. Die 22⅔ Loth muͤssen ferner zu Pfunden gebracht werden, welches geschicht, wann man 22⅔ dividi rt durch 32, da dann der Quotient \frac{17}{2} anzeigt, daß 22⅔ Loth so viel sind als \frac{17}{24} ℔. Weilen nun 14 Pfund wuͤrcklich vorhanden sind, so haben wir in allem 14 \frac{17}{24} Pfund, welches so viel ist als das vorgebene Gewicht 14 Pfund, 22 Loth und 2 Solotnick. II. Jemand hat 109 Rubl, 7 Griwen und 8 Copeken, wieviel betraͤgt das in Rubl? Antw. Es kommen hier dreyerley Nah- men nehmlich Rubl, Griwen und Copeken vor, welche auf einen Nahmen als Rubl gebracht werden sollen. Wir fangen demnach bey der geringsten Sorte nehmlich den Cope- ken an, und bringen dieselben auf Griwen, welches geschieht, wann wir die 8 Copeken durch durch 10 dividi ren: dann da gibt uns der Quotient \frac{8}{10} oder ⅘ Griwen statt der 8 Cope- ken. Wir haben also nur noch zweyerley Benen- nungen nehmlich 109 Rubl, und 7⅘ Griwen. Diese 7⅘ Griwen unter den Nahmen Rubl zu bringen, dividi ren wie selbige durch 10, die weil 1 Rubl 10 Griwen haͤlt, so weiset der Quotient \frac{39}{50} Rubl, welches so viel ist als 7⅘ Griwen. Derowegen haben wir in allem 109 \frac{30}{50} Rubl. Die Operation aber steht wie folgt. III. Ein Jahr enthaͤlt 365 Tag, 5 Stunden, 48 Minuten, 47 Secunden, wieviel be- traͤgt ein Jahr in Tagen? Antw. Es sollen also 365 Tag, 5 Stund, 48 Minuten und 47 Secunden zu Tagen gebracht werden. 365 Da nun allhier gewiesen worden, wie ver- schiedene kleinere Sorten auf den Nahmen der groͤsten gebracht werden sollen; im vorigen Satze aber, wie man die groͤsseren Sorten auf den Nahmen einer kleineren bringen soll, so kan man durch Verknuͤpfung dieser beyden Regeln eine in vielerley Sorten ausgedruͤckte Quantit aͤt, auf den Nahmen einer jeglichen mittleren Sorten reduci- ren. Dieses zu bewerckstelligen, kan man erst- lich alle groͤsseren Sorten, welche vorhanden sind, vermittelst der Multiplication auf diejenige Mittel- Sorte, in welcher die gantze Quantit aͤt aufge- druͤckt werden soll, bringen; und alsdann so dieses geschehen, die kleineren Sorten vornehmen, und dieselben durch Huͤlfe der Division auf den Nahmen eben derselben mittleren Sorte reduci- ren: wie aus nachfolgenden Exempeln deutlich zu ersehen. IV. Je- IV. Jemand hat an hiesigem Gewicht 15 Pud, 37 Pfund, 13 Loth und 2 Solotnick: wel- ches er verlangt unter dem Nahmen Pfund allein auszudruͤcken? Antw. Erstlich nehme man die groͤsseren Sorten als Pfund, welche vorhanden sind, nehmlich die 15 Pud, und bringe dieselben auf Pfund, welche mit den 37 Pfunden zu- sammen an Pfunden betragen werden 637 Pfund. Hernach nehme man die kleineren Sorten 13 Loth und 2 Solotnick mit, und reduci re diese auf Pfund nehmlich zuerst die 2 Solotnick auf Loth, gibt ⅔ Loth, und also hat man 13⅔ Loth. Diese Loth dividi re man durch 32, so kommen \frac{41}{96} . Pfund; welches eben so viel ist als 13 Loth 2 Solotnick; und also hat man in allem anstatt des vorgegebe- nen Gewichts 637 \frac{41}{96} Pfund, wie man ver- langet hat. Die Operation aber stehet wie folgt. V. Eine V. Eine Zeit von 23 Wochen, 4 Tagen, 19 Stunden, 42 Minuten und 35 Secunden; wieviel betraͤgt dieselbe in Stunden? Antw. Weilen 1 Wochen 7 Tage, 1 Tag 24 Stunden, 1 Stund 60 Minuten und 1 Minute 60 Secunden enthaͤlt, so wird die Aufloͤsung zu stehen kommen, wie folgt. Dieses sind solche Exempel dergleichen or- dentlicher Weise vorzukommen pflegen, da die Anzahl der Stuͤcke von einer jeglichen Sorte nicht nur eine gantze Zahl ist, sondern noch dabey klei- ner, als die Anzahl Stuͤcke von eben derselben Sorte, welche ein Stuͤck von der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte ausmachen. Wir wollen derohalben zur Ubung noch eini- ge Exempel hersetzen, in welchen von den ver- C schiedenen schiedenen Sorten theils groͤssere Zahlen, theils Bruͤche vorkommen. VI. Nach dem Apothe ker Gewicht hat ein Ge- wicht gewogen 4 ℔, 27 ℥, 45 ℨ, 12 ℈, 360 Gran. wieviel ist dasselbe an Drach men oder ℨ? Antw. Die Eintheilung des Apothe ker Gewichts haben wir schon oben angefuͤhrt, nach welcher nehmlich 1 ℔ haͤlt 12 Unzen oder ℥; 1 ℥, 8 Drachmas oder ℨ; 1 ℨ 3 Scrupel oder ℈; und 1 ℈ 20 Gran. VII. Einer VII. Einer hat an Silber nach dem Coͤllnischen Silber-Gewicht 21¾ Mark, 27⅔ Unzen, 12½ Loth, 18⅝ Quintl. 23⅕ Englisch und 48 Aeß, und will dieses Gewicht in Lothen ausgedruͤckt haben. Antw. Die Silber-Mark wird in 8 Un- zen eingetheilt; und eine Unze haͤlt 2 Loth, 1 Loth 4 Quintl. 1 Quintl. 2⅜ Englisch und 1 Englisch 32 Aesse. Da nun alle diese Sorten auf Loth gebracht werden sollen, so muß man erstlich die Mark und Unzen auf Loth bringen, und dazu die vorhandenen Loth addi ren. Hernach werden die kleineren Sorten als Quintl. Englisch und Aeß gleich- fals zu Lothen gebracht und dazugethan, wie die folgende Rechnung weiset. C 2 21¾ Jn diesen Saͤtzen ist also die Resolution be- griffen, wann wir nehmlich die Resolution eine solche Operation nennen, welche lehret, wie man eine in vielerley Sorten ausgedruͤckte Quantit aͤt auf eine eintzige Sorte bringen soll. Gemeinig- lich wird zwar diese Operation nur auf die kleinste Sorte gezogen, und lehret nur die groͤssern Sor- ten in kleinere verwandeln; allein da oͤffters die Rechnungen nicht wenig abgekuͤrtzet werden koͤnnen, koͤnnen, wann man die verschiedenen Sorten nicht so wohl in die kleinste als in eine andere ver- wandelt, so haben wir allhier der Resolution eine groͤssere Ausdehnung gegeben, und darinn gelehrt, wie vielerley Sorten auf eine einige Sorte gebracht werden sollen. 6.) Eine Quantit aͤt wird auf gewoͤhnliche Art in verschiedenen Sorten ausgedruͤckt, wann erstlich von keiner kleineren Sorte so viel oder mehr Stuͤcke vorkommen, als ein Stuͤck von der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte ausmachen. Zweytens wird auch erfordert, daß die Anzahl von einer jegli- chen Sorte eine gantze Zahl sey, nur die kleinste Sorte ausgenommen, bey welcher Brüche vorkommen koͤnnen. Die vielerley Sorten von Muͤntzen, Gewicht, und Maaß sind nicht nur aus blosser Gewohnheit angenommen und in Gebrauch gebracht worden, sondern die Bequemlichkeit im Zehlen und Rech- nen scheinet insonderheit den Alten hiezu Gelegen- heit gegeben zu haben. Allem Ansehen nach ist der Endzweck, welchen man bey Einfuͤhrung so vielerley Sorten gehabt haben mag, zweyfach gewesen: erstlich und fuͤrnehmlich im Zehlen und Rechnen so viel als moͤglich die Bruͤche zu ver- meiden; und zweytens um allzugrosser Zahlen uͤberhoben zu seyn: welches beydes bey dem ge- meinen Mann, so im Rechnen nicht geuͤbt ist, kein geringer Vortheil ist. Zu Vermeidung der C 3 Bruͤche Bruͤche sind also die kleineren Sorten erdacht und in Gebrauch gebracht worden: dann wann man sich nnr bey einer jeglichen Ausmessung der groͤsseren Sorten bedienen wollte, so wuͤrde man so oft auf Bruͤche gerathen, als weniger als ein gantzes Stuͤck von derselben Sorte vorkommt. Als wann man allhier zu Berechnung des Gelds keine andere Sorte oder keinen andern Nahmen als Rubl haͤtte, so wuͤrden wenig Rechnungen ohne Bruͤche vollfuͤhret werden koͤnnen. Die Bruͤche nun zu vermeiden, sind die kleineren Sorten als Griwen, Altin, Copeken, De- nuschken und Poluschken sehr dienlich, in dem man dadurch, so oft kein gantzer Rubl vorkommt, den Werth davon in diesen kleineren Sorten ge- meiniglich ohne Bruͤche anzeigen kan. Kan aber solches nicht gaͤntzlich ohne Bruͤche geschehen, so gewinnt man dadurch doch so viel, daß der Bruch nur zur kleinsten Sorte kommt, und folglich aus weit kleineren Zahlen besteht. Uber das wird auch auf einen solchen Bruch, welcher nur Theile von Poluschken als der kleinsten Sorte enthaͤlt, im Rechnen oͤffters gar nicht gesehen, in Auszahlung des Gelds aber gantz und gar nicht in Acht genommen. Als wann jemand \frac{5}{24} Rubl zu fordern haͤtte, so koͤnnte dieser Bruch einem der im Rechnen ungeuͤbt ist Schwierigkeiten verur- sachen; wan aber derselbe in kleineren Sorten ausgedruͤckt wird, so kommen 2 Griwen, 1 De- nuske, 1⅓ Poluschken, welchen Werth einjeder leicht leicht einsehen kan. Dann obgleich noch ein Drittel Poluschken vorkommt, so wird solcher niemand grosse Schwie igkeiten verursachen. Da nun die kleineren Sorten zu Vermeidung der Bruͤche eingefuͤhret sind, so koͤnnte man auf die Gedancken gerathen, als wann es bequemer seyn wuͤrde, wann man sich nur allein der klein- sten Sorten bey einer jeglichen Rechnung bedie- nen sollte, in dem man solcher gestalt selten in Bruͤche verfallen wuͤrde, und wann auch dieses geschaͤhe, dieselben ohne grosse Gefahr verwerfen koͤnnte. Allein hiebey ist zu bedencken, daß man in Ausdruͤckung grosser Summen auf sehr grosse Zahlen kommen wuͤrde, welche zu uͤbersehen dem gemeinen Mann nicht weniger schwehr fallen wuͤrde. Als wann die Rede waͤre von 573648 Poluschken, so doͤrfte diese Summ zu begreiffen manchem nicht wenig Schwierigkeiten erwecken, wann man aber anstatt derselben sagt 1434 Rubl und 12 Copeken, so wird sich davon ein- jeder leicht einen deutlichen Begriff zu machen wissen. Da nun bey den meisten Rechnungen von Muͤntz, Gewicht und Maaß die verschiedenen Sorten zu Vermeidung so wohl der Bruͤche als allzugrosser Zahlen eingefuͤhret worden, so ist leicht zu erachten, wie man sich diesem Endzweck gemaͤß der verschiedenen Sorten bedienen muͤssen. Fuͤr das erste muß man sich nehmlich huͤten, daß von keiner groͤsseren Sorte Bruͤche in die Rech- C 4 nung nung gebracht werden: sondern wann solches ge- schieht, muß man die Bruͤche auf die folgenden kleineren Sorten reduci ren, bis endlich die Bruͤ- che entweder gantz und gar verschwinden, oder nur bey der kleinsten Sorte uͤbrig bleiben. De- rohalben wann eine Quantit aͤt diesem Endzweck gemaͤß, oder wie die Gewohnheit erfordert, aus- gedruͤckt werden soll, so muͤssen von allen Sorten gantze Zahlen vorkommen, nur die kleinste Sorte ausgenommen, in welche die Bruͤche, wann solche nicht gaͤntzlich vermeidet werden koͤnnen, gebracht werden muͤssen. Hernach, damit man die allzugrossen Zahlen gleichfals vermeide, so muͤssen von keiner kleineren Sorte so viel oder mehr Stuͤcke vorkommen, als ein Stuͤck von der groͤsseren Sorte austragen: wann derohal- ben solches geschieht, so ist dienlich, daß man von der kleineren Sorte so viel Stuͤcke wegnehme, als ein Stuͤck von der groͤsseren Sorte ausma- chen, und anstatt derselben ein Stuͤck zur groͤsse- ren Sorte hinzusetze. Als anstatt 11 Pfund 1 0 Loth und 4 Solotnick, weilen 3 Solotnick ein Loth ausmachen, ist deutlicher wann man sagt 11 Pfund 16 Loth und 1 Solotnick. Dieses ist nun von aller Gattung Maassen, welche in vielerley Sorten abgetheilt zu werden pflegen, zu verstehen, und muß man immer trachten die Rechnungen auf solche Art einzurichten: als wel- che Art theils deutlicher in die Augen faͤllt, theils der Gewohnheit gemaͤß ist. Wann man dero- derohalben in der Rechnung auf eine Ausdruͤckung gekommen, welche nicht nach diesen Regeln be- schaffen ist, so muß man sich die Muͤhe geben solche in die gewoͤhnliche Form zu verwandeln. Zu dieser Verwandlung gibt uns die Reduction die noͤthigen Regeln an die Hand, als welche lehret, alle auf nicht gebraͤuchliche Art ausge- druͤckte Quantit aͤten solcher gestalt nach den ver- schiedenen Sorten ausdruͤcken, daß von keiner Sorte so viel oder mehr Stuͤcke vorkommen, als ein Stuͤck der naͤchst groͤsseren Sorte austragen, und auch nirgend, ausgenommen bey der kleinsten Sorte, Bruͤche entspringen. Ob aber eine vor- gegebene Quantit aͤt solcher Reduction beduͤrfe oder nicht, kan man leicht erkennen, wann man sieht ob die Ausdruͤckung mit den beyden gegebenen Regeln uͤbereinkommt. Und nach diesen zweyen Regeln, welche beobachtet werden muͤssen, be- kommt die Reduction auch zwey Theil; davon der erstere lehret, wann von einer kleineren Sorte mehr Stuͤcke vorkommen, als ein Stuͤck von der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte austragen, wie eine solche Ausdruͤckung in die gehoͤrige Regel- maͤßige Form gebracht werden solle. Jn dem anderen Theil aber muß gewiesen werden, wann bey groͤsseren Sorten Bruͤche vorkommen, wie dieselben gehoben und auf die kleineren Sorten gebracht werden sollen, damit die vorgegebene Quantit aͤt auf die gebraͤuchliche Art beschrieben werde. C 5 7.) Wann 7.) Wann von einer kleineren Sorte mehr Stuͤcke vorkommen, als ein Stuͤck der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte austra- gen, so dividi re man diejenige Zahl der von der kleinern Sorte vorhandenen Stuͤcken durch die Zahl welche anzeigt, wieviel Stuͤcke dieser Sorte in einem Stuͤcke der groͤsseren Sorte enthalten sind: so wird als- dann der Quotus in gantzen Zahlen die An- zahl der Stuͤcke der groͤsseren Sorte anzei- gen, der Rest aber so in der Division uͤber- bleibt, bedeutet noch Stuͤcke von der klei- nern Sorte. Sind von der kleineren Sorte mehr Stuͤcke vorhanden, als in einem Stuͤcke der groͤsseren Sorte enthalten sind, so werden in derselben klei- nern Sorte ein oder mehr Stuͤcke von der groͤs- seren Sorte wuͤrcklich vorhanden seyn, welche um die Ausdruͤckung den gegebenen Regeln ge- maͤß einzurichten, daraus gezogen werden muͤssen. Dieses kan nun fuͤr das erste am natuͤrlichsten durch die Subtraction geschehen, in dem man von der vorhandenen Anzahl Stuͤcke der kleinern Sorte so viel Stuͤcke abnimmt als ein Stuͤck der groͤsseren Sorte ausmachen, und dafuͤr ein Stuͤck zu der groͤssern Sorte setzt. Bleiben, nach dem dieses geschehen, noch mehr Stuͤcke von der kleinern Sorte uͤber, als ein Stuͤck der groͤssern ausmachen, so subtrahi rt man nochmahls eben so viel Stuͤck als in der groͤssern Sorte ent- halten, halten, und schreibt dafuͤr wiederum ein Stuͤck zur groͤsseren Sorte. Solche Subtraction conti- nuirt man so lang, bis endlich weniger Stuͤcke von der kleinern Sorte uͤbrig bleiben, als ein Stuͤck der groͤssern Sorte austragen; und fuͤr eine jegliche Subtraction setzt man je ein Stuͤck zu der groͤssern Sorte. Als wann dieses Gewicht vorkommen sollte 5 Loth 16 Solotnick, wo mehr Solotnick vorhanden sind als ein Loth austragen; so subtrahi rt man je drey Solotnick, so viel nehmlich ein Loth ausmachen, und so oft man 3 Solotnick subtrahi rt, so oft schreibt man 1 Loth zu den Lothen, bis endlich weniger als drey So- lotnick zuruͤck bleiben: wie aus beystehender Ope- ration zu ersehen. Woraus erhellet, daß das vorgegebene Gewicht von 5 Loth, 16 Solotnick nach der gewoͤhnlichen Art zu schreiben, 10 Loth 1 Solotnick austrage. Was Was aber auf solche Art durch die viel mahl wiederholte Subtraction geschieht, dasselbe kan kuͤrtzer und auf ein mahl durch die Division be- werckstelliget werden, in dem die Division nichts anders ist als eine etliche mahl wiederholte Sub- traction ; und derohalben kan diese Reduction fuͤg- licher vermittelst der Division angestellet werden, nach Anweisung der gegebenen Regel; wovon also der Grund hieraus zugleich erhellet. Nehm- lich in dem gegebenen Exempel, wann ich die 16 Solotnick durch 3 dividi re, so weißt mir der Quotus 5, wieviel mahl 3 in 16 enthalten seyen oder wieviel mahl man 3 von 16 abziehen koͤnne, der Rest aber 1 zeiget an, wieviel noch zuruͤck bleibt wann man 3 fuͤnf mahl abgezogen. Da man nun zu den Lothen so viel Loth addi ren muß als oft man 3 subtrahi rt hat, so weißt der Quotus 5 sogleich, wieviel Loth in den Solotnicken enthalten und fol- glich zu den Lothen geschlagen werden muͤssen, der Rest aber 1, weiset daß noch 1 Solotnick zuruͤck bleibt, und unter diesem Nahmen bleiben muͤsse. Nach dieser Regel wird also das vorgegebene Ge- wicht 5 Loth, 16 Solotnick wie folget reduci rt werden wie nach der vorigen Operation. Wann Wann demnach von der kleinern Sorte mehr Stuͤcke vorhanden sind, als 1 Stuͤck der groͤsseren ausmachen, so muß man die vorgelegte Anzahl Stuͤck der kleinern Sorte dividi ren durch diejenige Zahl, welche anzeigt, wieviel Stuͤck von der klei- nern Sorte ein Stuͤck der groͤssern ausmachen; wann diese Division geschehen, so muß man so viel Stuͤck als der Quotient anzeigt zur groͤsseren Sorten addi ren, von der kleinern Sorte aber bleiben so viel Stuͤck zuruͤck, als der Rest aus- weiset. Nach dieser Regel sind nun nachfolgende Exempel ausgerechnet worden. I. Man soll reduci ren 7 Copeken und 15 Po- luschken. Antw. Da 4 Poluschken 1 Copeken aus- machen, so dividi re man die 15 Poluschken durch 4 II. Es soll die Zeit von 153 Stunden ordentlicher Weise nach Tagen und Stunden ausgedruͤckt werden. Antw. Da 1 Tag 24 Stunden begreifft, so dividi re man 153 Stunden durch 24, so wird der Quotus die Tage, der Rest aber die Stunden anzeigen. 24) Demnach betragen 153 Stund so viel als 6 Tag, 9 Stunden: welche Ausdruͤckung mit der gewoͤhnlichen Art zu reden uͤbereinkommt. III. Es ist eine Distantz gemessen und von 12346 Saschen befunden worden, wieviel betraͤgt solche nach der gewoͤhnlichen Art zu reden in in Wersten und Saschinen? Antw. Es haͤlt 1 Werst 500 Saschen und deswegen dividi re man durch 500 Solcher gestalt verhaͤlt sich also die Redu- ction, wann nur zweyerley Sorten in Betrach- tung kommen, es moͤgen von der groͤsseren Sor- te anfaͤnglich einige Stuͤcke vorhanden seyn oder nicht, wie aus den Exempeln zu ersehen. Hier- aus ist aber leicht abzunehmen, daß wann 3 oder mehr Sorten vorkommen, und von einer oder mehr der kleinern Sorten mehr Stuͤcke vorhan- den sind, als ein Stuͤck von der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorten ausmachen, die Reduction glei- cher Weise geschehen muͤsse. Man faͤngt nehm- lich bey der kleinsten Sorte an, und wann von der- derselben so viel oder mehr Stuͤcke vorhanden sind, als ein Stuͤck der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte ausmachen, so verrichtet man die Reduction zwischen diesen beyden Sorten wie gelehrt; und erhaͤlt dadurch, daß von der kleinsten Sorten we- niger Stuͤcke vorkommen, als 1 Stuͤck von der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte ausmachen. Wann dieses geschehen, so nimmt man naͤchst- folgende Sorte fuͤr, und siehet ob von derselben weniger Stuͤcke da sind, als 1 Stuͤck von der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte betragen, oder nicht? im ersteren Fall ist keine Reduction noͤthig, im letzteren aber wird solche auf obbeschriebene Art angestellt. Und solcher gestalt verfaͤhrt man mit allen Sorten bis auf die groͤste, und ver- richtet die Reduction dergestalt, daß von keiner kleineren Sorte so viel oder mehr Stuͤcke vor- kommen, als eines der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte ausmachen: wie die oben gegebenen Re- geln erfordern. IV. Wann an hiesigem Gewicht gegeben werden 9 Pud, 137 Pfund, 369 Loth, 46 So- lotnick, wie muß dieses Gewicht nach der ordentlichen Art zu reden ausgedruͤckt werden? Antw. Man fange bey den Solotnicken an, und weil mehr als 3, so viel nehmlich ein Loth ausmachen, vorhanden sind, so stelle man die Reduction auf Loth an, wie hier steht. Da Da nun 369 Loth wuͤrcklich vorhanden sind, so hat man jetzt ausser den Puden und Pfunden, 384 Loth, 1 Solotnick. Diese 384 Loth redu- cire man ferner auf Pfund, durch 32 wie folgt. kommen also accurat 12 Pfund, welche zu den vorhandenen 137 Pfund gethan, machen 149 Pfund: diese Pfund reduci re man endlich auf Pud. Da nun 9 Pud vorhanden, so bekommt man 12 Pud, 29 Pfund, 0 Loth, 1 Solot- nick, welche Ausdruͤckung nach der gewoͤhnlichen Art zu reden eingerichtet ist. Die Rechnung aber dlos allein wird folgender gestalt zu stehen kommen. Es Es sollen reduci rt werden. Zu diesen 12 Puden muͤssen alle Rest, so in den Divisio nen uͤbergeblieben, gethan werden, so kommt 12 Pud, 29 Pfund, 0 Loth, 1 Solotnick. D V. Es V. Es soll diese Summ Geld 511 Rubl, 926 Gri- wen, 1732 Copeken, 53 Poluschken reduci rt werden? Antw. Die gantze Rechnung wird nach den gegebenen Regeln also zu stehen kommen VI. Nach dem Apothe ker Gewicht hat man 5078329 Gran. wieviel betraͤgt solches nach der gewoͤhnlichen Art zu zehlen an Pfund, Unzen, Drach men, Scrupel und Gra nen. 0 ℔ VII. Jn einer Zeit-Rechnung ist diese Zeit her- ausgekommen: 11 Wochen, 26 Tage, 5 Stunden, 387 Minuten, 17 Secun- den: welche reduci rt werden soll? Antw. Dieses Exempel dienet zu zeigen, bey welchen Sorten eine Reduction noͤthig ist oder nicht. Hier nehmlich bedoͤrfen die 17 Secunden keiner Reduction, und also faͤngt man die Reduction bey den Minuten an. D 2 11 Woch, Hier war also weder beyden Secunden noch Stunden einige Reduction noͤthig. VIII. Folgendes Gewicht an Silber 3 Mrk. 27 Untz. 1 Loth, 43 Quintl. 55 Englisch, 13 Aeß soll dergestalt reduci rt werden, daß von keiner kleineren Sorte so viel oder mehr Stuͤck vorkommen, als in einem Stuͤcke der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte ent- halten. Antw. Die Reduction dieses Exempels wird nach der verschiedenen Verhaͤltniß der vorhandenen Sorten also zu stehen kommen. 3 Mrk. Bey dieser Operation, welche nach den ge- gebenen Regeln der Division etwas ungewoͤhn- lich, muß man erstlich sehen, wieviel gantze mal der Divisor 2⅜ im Dividendo 55 enthalten sey: dieses geschieht wann man nach den Regeln der Division mit gebrochenen Zahlen 55 durch 2¾ dividi rt. woraus erhellet, daß der Quotus in gantzen Zahlen sey 23, welche Zahl Ouintl anzeigt. Nun dieser Quotus 23 mit dem Divisore 2¾ mul- tiplici rt gibt. D 3 Dieses Dieses Product 54⅝ vom Dividendo 55 ab- gezogen laͤßt ⅜ Englisch uͤbrig. Ubrigens folget die uͤbrige Operation wie in vorigen Exempeln. Demnach bekommt man dieses Gewicht 7 Mrk. 3 Untz, 1 Loth, 2 Quintl. ⅜ Engl. 13 Aeß. Welche Ausdruͤckung zwar so beschaf- fen ist, daß von allen Sorten weniger Stuͤcke vorkommen, als in einem der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte enthalten sind; allein da von Engels ein Bruch vorkommt, so laͤufft diese Ausdruͤckung noch wieder die andere Regel, wel- che erfordert, daß von allen Sorten, die kleinste ausgenommen, gantze Zahlen vorkommen sollen. Derowegen muß man noch die Reduction von der zweyten Art anstellen, welche in folgenden Satz gewie- gewiesen werden wird. Jnzwischen ist hier so viel klar, daß da 1 Englisch 32 Aeß enthaͤlt, ⅛ Englisch 4 Aeß, und folglich ⅜ Engl. 12 Aeß betrage. Diese 12 Aeß mit den vorhandenen 13 Aeß zusammen machen 25 Aeß, und also wird obiges Gewicht nach beyden Regeln also zu stehen kommen, 7 Mrk. 3 Untz, 1 Loth, 2 Quintl, 0 Engl. 25 Aeß. 8.) Wann von einer groͤsseren Sorte eine Bruch vorkommt, so kan der Werth desselben folgender gestalt in den kleineren Sorten ausgedruͤckt werden. Man multi- plici rt nehmlich den Zehler desselben Bruchs mit derjenigen Zahl, welche anzeigt, wie- viel Stuͤcke von der naͤchstfolgenden kleine- ren Sorte in einem der groͤsseren Sorte ent- halten sind, und dividi rt dieses Product durch den Nenner des Bruchs; so weiset der voͤl- lige Quotus den Werth des Bruchs in der kleinern Sorte, welcher folglich zu den Stuͤcken der kleinern Sorte, wann derglei- chen vorhanden, addi rt werden muß. Solte bey dieser kleineren Sorte noch ein Bruch vorkommen, so wird solcher in die naͤchstfolgende kleinere Sorte auf gleiche Art gebracht, bis endlich alle Sorten die kleinste ausgenommen von Bruͤchen voͤllig befreyet werden. Eine gegebene Anzahl Stuͤcke von einer groͤsseren Sorte wird in eine kleinere Sorte ver- D 4 wandelt, wandelt, wann man dieselbe Anzahl multiplici rt mit derjenigen Zahl, welche anzeigt, wieviel Stuͤck von der kleineren Sorte ein Stuͤck der groͤsseren in sich enthaͤlt, wie wir oben gewiesen haben. Da nun diese Regel allgemein ist, so wird auch eine gebrochene Anzahl Stuͤck von der groͤsseren Sorte in die kleinere verwandelt, wann man denselben Bruch durch den beschriebenen Multiplicatorem multiplici rt. Ein Bruch wird aber durch eine jegliche Zahl multipiici rt, wann man den Zehler desselben damit multiplici rt; und deswegen muß man den Zehler des Bruchs mit dem gemeldten Multiplicatore multiplici ren; den Nenner aber unveraͤndert lassen. Jst dieses nun geschehen, so weiset der herausgekommene Bruch den Werth des vorgegebenen Bruchs in der klei- neren Sorte. Jst aber ferner der Zehler dieses gefundenen Bruchs groͤsser als der Nenner, so muß man den gefundenen Zehler durch den Nen- ner dividi ren, da dann der voͤllige Quotient den Werth des Bruchs in der verlangten kleinern Sorte anzeigt: und dieses ist eben diejenige Operation, welche im Satze ist vorgeschrieben worden. Auf diese Art wird nun ein Bruch aus der groͤsseren Sorte gehoben, und desselben Werth in die folgende kleinere Sorte gebracht; die gantzen Stuͤcke aber, welche bey der groͤsse- ren Sorte ausser dem Bruche vorhanden gewe- sen, bleiben bey derselben unveraͤndert. Und deswegen wann der Bruch, welcher bey der groͤssern groͤssern Sorte vorkommt, groͤsser ist als ein gan- tzes, so muͤssen vorhero daraus die gantzen gezo- gen, und nur der uͤbrige Bruch, welcher kleiner ist als ein gantzes, in die folgende kleinere Sorte verwandelt werden. Diese Behuthsamkeit er- fordert die erste Regel, krafft welcher bey einer jeglichen Ausdruͤckung je in den groͤsseren Sorten so viel als durch gantze Zahlen geschehen kan, beschrieben werden muß. Derowegen wann man auch gantze Stuͤcke aus einer groͤsseren Sorte nehmen und in die kleineren verwandeln wollte, so wuͤrde man sich nur die Arbeit verdoppeln, und nachgehends solche nach dem vorigen Satz wiederum auf die groͤsseren Sorten reduci ren muͤssen. Wann auf solche Weise der Werth des Bruchs bey der groͤssern Sorte auf die folgende kleinere Sorte gebracht worden, so muß derselbe zu demjenigen was von dieser Sorte schon allbe- reit vorhanden ist addi rt werden: findt sich als- dann bey dieser kleinern Sorte noch ein Bruch, so muß derselbe auf eben diese Art noch weiter auf kleinere Sorten gebracht werden, bis man endlich auf die allerkleinste Sorte kommt, in welcher Bruͤche geduldet werden. Hieraus er- hellet nun, wann bey mehr als einer Sorte Bruͤ- che vorkommen, wie dieselben alle gehoben wer- den muͤssen vermittelst der gegebenen Regel: welcher man sich dergestalt bedienen muß, daß man immer bey der groͤsten Sorte den Anfang D 5 mache: mache: da im Gegentheil bey der vorigen Regel der Anfang immer bey der kleinsten Sorte ge- macht werden mußte. Durch diese Operation wird also eine vorgegebene aus vielerley Sorten bestehende Quantit aͤt von den Bruͤchen entweder gaͤntzlich befreyet, oder doch wo ein Bruch noch uͤberbleibt, auf die kleinste Sorte gebracht. Wann dieses geschehen, so muß man allererst zusehen, ob die gefundene Ausdruͤckung auch der vorigen. Regel gemaͤß sey oder nicht. Dann wann sich noch von einer kleinern Sorte so viel oder mehr Stuͤck befinden, als ein Stuͤck der groͤssern Sorte ausmachen, so muß man zu voͤl- liger Reduction noch die vorige Regel zu Huͤlfe nehmen. Dieses alles deutlicher zu erklaͤren, sind nachfolgende Exempel beygefuͤget worden. I. Man fragt wieviel 3 \frac{7}{20} Rubl nach gewoͤhnli- cher Art zu zehlen in Rubl, Griwen und Co- peken austragen? Antw. Erstlich muß der Bruch \frac{7}{20} Rubl in Griwen verwandelt werden, welches ge- schieht wann derselbe durch 10 multiplici rt wird: da dann kommen \frac{70}{20} Griwen, welches Bruchs-Werth durch die Division gefunden wird. Also Also ist 3 \frac{7}{20} Rubl so viel als 3 Rubl und 3½ Griwen. Dieser halbe Griwen wird ferner auf Copeken gebracht, in dem man denselben durch 10 multiplici rt; da kommen \frac{10}{2} Copeken das ist 5 Copeken. Demnach bekommt man statt der vorgegebenen Summ von 3 \frac{7}{20} Rubl diese Summ 3 Rubl, 3 Griwen, 5 Copeken. Die gantze Rechnung stehet also. II. Man soll dieses Gewicht 3⅘ Pud, 32⅔ Pf. 23⅚ Loth reduci ren, wie nach beyden Regeln erfordert wird? Antw. Erstlich bringe man von allen Sorten die Bruͤche weg bis auf die Solot- nick wie folgt. 3⅘ also bekomt man 3 Pud, 64 Pfund, 45 Loth, ½ Solotnick. Diese ferner nach der ersten Regel reduci rt kommen. Facit 4 Pud, 25 Pfund, 13 Loth, ½ Sol. Aus welchem Exempel so wohl die Reduction nach der zweyten Regel, auch auch, wie die Reduction nach beyden Regeln zugleich angestellt werden muß, sattsam erhellet. Cap. II. Cap. II. Von der Addition und Subtraction in benannten Zahlen. 1. V Erschiedene Quantit aͤten, welche in vielerley Sorten bestehen, werden dergestalt zusammen addi rt, daß man immer einerley Sorten zusammen nimmt und alle Stuͤcke so davon vorhanden addi rt. Wann nun diese Operation bey allen vorkommenden Sorten angestellet worden, so erhaͤlt man die gesuchte Summ von allen vorgegebenen Quantit aͤten. Jn der Addition muͤssen immer solche Zah- len zusammen addi rt werden, welche sich auf ei- nerley Unit aͤten beziehen: und dieses ist eben die- jenige Regel, welche bey der Addition der unbe- nannten Zahlen im ersten Theil ist gegeben wor- den: krafft welcher erstlich die Unit aͤten und dann die Decades, hernach die Centenarii, Mil- lenarii und so fort addi rt werden muͤssen. Diese Regel erstreckt sich nun gleichfals auf alle ver- schiedene Sorten und Benennungen, welche zu addi ren vorkommen koͤnnen, und muͤssen nach derselben immer einerley Sorten zusammen addi rt werden. werden. Als wann verschiedene Summen Gel- des, welche gewoͤhnlicher massen in Rublen Griwen und Copeken ausgedruͤckt sind, vorgege- ben werden, so addi rt man insbesondere die Co- peken, dann die Griwen und endlich die Rublen, und erhaͤlt solcher gestalt die wahre Summ. Eine jegliche dieser Additio nen geschieht nun gaͤntz- lich wie oben bey der Addition von unbenannten Zahlen gelehret worden: und werden die Zahlen der Stuͤcke, so von einerley Sorten vorkommen nicht anderst als unbenannte Zahlen addi rt. Dann gleichwie in unbenannten Zahlen 12 und 5 addi rt 17 ausmachen, also machen auch 12 Copeken und 5 Copeken zusammen 17 Copeken: ingleichem 12 Loth und 5 Loth zusammen 17 Loth, und so fort, was auch immer fuͤr Sorten und Benennungen vorkommen, so machen alle- zeit 12 Stuͤck und 5 Stuͤck von einerley Sorte zusammen 17 Stuͤck von eben derselben Sorte. Verschiedene Sorten koͤnnen aber nicht anderst addi rt werden, als daß man dieselben nach ein ander schreibt: als wann gefragt wird, wieviel 6 Pud und 15 Pfund und 20 Loth zusammen machen, so kan nicht besser geantwortet werden, als daß die Summ sey 6 Pud, 15 Pfund, 20 Loth. Es koͤnnte zwar gleichwohl in solchen Faͤllen eine ordentliche Addition Statt finden, wann man nach der Resolution die Pud und Pfund in Loth verwandeln und solche wuͤrcklich zu den 20 Lothen addi ren wollte. Allein, da man immer trachtet trachtet solche aus vielerley Sorten bestehende Ausdruͤckungen dergestalt einzurichten, daß von einer jeden kleineren Sorten weniger Stuͤcke vor- kommen, als ein Stuͤck der naͤchstfolgenden groͤsse- ren Sorte ausmachen, so wuͤrde man durch eine solche Resolution die gefundene Summ wiederum reduci ren und in die vorige Form bringen muͤssen. Zu diesem Ende ist also die angezeigte Ma- nier die verschiedenen Sorten insbesondere zu ad- di ren am bequemsten, als wodurch die Summ wiederum in eben denselben Sorten heraus- kommt, in welchen dieselbe nach der angenom- menen Regel ausgedruͤckt werden soll. Man schreibt deswegen die gegebenen Quantit aͤten, wel- che addi rt werden sollen, solcher gestalt unter ein- ander, daß immer die gleichen Sorten oder Be- nennungen unter einander zu stehen kommen, und addi rt von einer jeglichen Sorte alle Zahlen, welche davon vorkommen und schreibt die Summ unter denselbigen Nahmen. Als wann nachfol- gende Gewichte 5 ℔, 7 Loth, 1 Quintl. item 9 ℔, 15 Loth, und 6 Loth, 2 Quintl. zusammen addi rt werden sollen, so werden dieselben wie folgt unter einander geschrieben und addi rt Nehmlich Nehmlich es werden erstlich die Pfund un- ter einander. Dann gleichfals die Loth und Quintl. unter einander geschrieben: und weilen bey dem zweyten Gewicht keine Quintl. vorkom- men, pflegt die ledige Stelle mit einem solchen Quer-Strichlein — angefuͤllt zu werden. Hernach wird unter die solcher gestalt geschriebenen Quan- tit aͤten, welche addi rt werden sollen, eine Linie ge- zogen, und alle verschiedenen Sorten insbeson- dere addi rt und die gefundenen Summen unter eben dieselben Sorten geschrieben. Nehmlich 1 Quintl. und 2 Quintl. machen 3 Quintl. dann 7 Loth und 15 Loth und 6 Loth machen addi rt 28 Loth und endlich 5 ℔ und 9 ℔ machen 14 ℔: so daß die gefundene Summ seyn wird 14 ℔, 28 Loth, 3 Quintl. Daß dieses aber die wahre Summ sey, daran ist im geringsten nicht zu zweifeln, weilen auf diese Art von jeglicher Sorte die Summ richtig ge- nommen worden. Gleicher gestalt sind auch fol- gende Exempel addi rt worden ℔ Diese Exempel sind so beschaffen, daß die gefundene Summ schon den vorgeschriebenen Re- geln gemaͤß ist, und keiner weitern Reduction bedarf, in dem von keiner kleinern Sorte so viel oder mehr Stuͤcke herauskommen, als ein Stuͤck der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte ausmachen. Wann aber dieses nicht geschieht, sondern von den kleineren Sorten so viel oder mehr Stuͤcke in der Addition gefunden werden, als ein Stuͤck der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte ausmachen, so kan die auf solche Art gefundene Summ her- nach nach den Regeln der Reduction in die ge- hoͤrige Form gebracht werden. Wie aus diesem Exempel zu ersehen. E Dieses Dieses ist zwar schon die wahre Summ der vorgegebenen 4 Gewichte: weilen aber in der- selben von allen kleinern Sorten mehr Stuͤcke vorkommen als ein Stuͤck der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte ausmachen, so muß noch die vorher beschriebene Reduction angestellt werden: wodurch die Summ in gehoͤriger Form also aus- gedruͤckt werden wird: Summa 153 ℔, 7 ℥, 3 ℨ, 1 ℈, 7 gr. Diese Reduction kan aber sogleich der Ad- dition selbst so einverleibet werden, daß man gleich die Summ in gehoͤriger Form ausgedruͤckt findet, wie im folgenden Satz gelehrt werden wird. 2.) Wann nun die Addition nach der vorher beschriebenen Regel angestellet wird, so muß man den Anfang zu addi ren von der kleinsten Sorte machen, und von derselben zu den groͤsseren Sorten fortschreiten. Kom- men nun durch die Addition von einer kleine- ren Sorte weniger Stuͤcke heraus, als ein Stuͤck der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte ausmachen, so schreibt man sogleich die ge- fundene Summ unter die Linie auf ihre ge- hoͤrige Stelle. Kommen aber so viel oder mehr Stuͤcke heraus als ein Stuͤck von der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte ausmachen, so muß man a part ausrechnen nach Anlei- tung des vorigen Capitels, wieviel Stuͤck der der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte in der herausgebrachten Summ enthalten sind, und solche zur folgenden Addition der groͤsse- ren Sorte aufbehalten: die uͤbrige Stuͤcke von der kleineren Sorte werden nur allein in die Summ unter den Titul dieser Sorte geschrieben. Und auf diese Art erhaͤlt man sogleich die gesuchte Summ nach den obge- dachten Regeln ausgedruͤckt. Nach der vorher gegebenen Regel wird zwar die verlangte Summ immer richtig gefunden, allein dieselbe kommt nicht immer in derjenigen Form heraus, in welcher man solche zu verlan- gen pflegt. Es geschieht nehmlich gemeiniglich daß von den kleineren Sorten mehr Stuͤcke her- auskommen als ein Stuͤck von der groͤsseren fol- genden Sorte ausmachen; welches derjenigen Regel, nach welcher alle aus vielerley Sorten bestehende Quantit aͤten ausgedruͤckt werden sollen, zu wieder ist. Derohalben um dieser Regel ein Genuͤgen zu leisten, muß man entweder die auf vorher gehende Art gefundene Summ durch die Reduction in die verlangte Form bringen, oder die Reduction selbst so gleich mit der Additions- Arbeit verknuͤpfen; davon das letztere mit weit geringererer Muͤhe geschehen kan. Zu diesem Ende bedienet man sich also der allhier beschrie- benen Regel, nach welcher sogleich bey Addi rung einer jeglichen kleineren Sorte die noͤthige Redu- ction zugleich angestellet wird. Da nun mit der E 2 Redu- Reduction immer von den kleinsten Sorten der Anfang gemacht werden muß, so muß auch in der Addition von den kleinsten Sorten der An- fang gemacht werden, damit man immer, so oft die Reduction noͤthig gefunden wird dieselbe so fort anbringen koͤnnen. Diese gedoppelte Ope- ration geschiehet nun folgender gestalt: Man ad- di rt zusammen alle Stuͤcke so von der kleinsten Sorte vorhanden sind, und wann diese Summ davon kleiner ist, als ein Stuͤck von der naͤchst- folgenden groͤsseren Sorte, so schreibet man die- selbe, weilen keine Reduction von noͤthen in die Summ. Hat man aber so viel oder mehr Stuͤ- cke bekommen, als ein Stuͤck von der naͤchst- folgenden groͤsseren Sorte ausmachen, so stellt man sogleich die Reduction an, und suchet, wie- viel gantze Stuͤcke von der folgenden groͤsseren Sorte darinn enthalten sind, welche zu folgender Addition der groͤsseren Sorte aufbehalten werden muͤssen; die uͤbrigen Stuͤcke aber von der kleine- ren Sorte werden nur unter diesem Nahmen in die Summ geschrieben. Wir haben aber schon oben gewiesen, wie diese Reduction angestellet werden muͤsse: man dividi rt nehmlich die heraus- gebrachte Summ der kleineren Sorte durch die- jenige Zahl, welche anzeigt, wieviel Stuͤck von der kleineren Sorte ein Stuͤck der groͤsseren aus- machen, und schreibt nur den in dieser Division zuruͤck gebliebenen Rest in die gesuchte Summ unter den Nahmen der kleinsten Sorte; den gefun- gefundenen Quotienten aber, welcher so viel Stuͤcke der groͤsseren Sorte anzeigt, addi rt man mit zu den vorgegebenen Stuͤcken von der groͤsseren Sorte. Wann nun nach verrichteter Addition der folgenden groͤsseren Sorte wiederum eine Re- duction noͤthig befunden wird, so verrichtet man dieselbe wiederum auf obbeschriebene Art, bis man endlich alle Sorten zusammen addi rt hat, da man dann die voͤllige verlangte Summ erhaͤlt, und das noch sogleich in solcher Form, daß man keiner ferneren Reduction bedarf. Beydes ist aber schon fuͤr sich so klar, daß kein ferners Be- weißtum dazu erfordert wird: wie wollen dem- nach nur zu besserer Erlaͤuterung dieser Regel einige Exempel anfuͤhren. I. Ein Kaufmann allhier hat 4 Saͤcke mit Geld; im ersten sind 156 Rubl 59 Copeken 3 Po- luschken; im zweyten 233 Rubl 65 Copeken 1 Poluschken; im dritten 720 Rubl 28 Cop. und im vierten 79 Rubl und 2 Poluschken, wieviel betragen alle 4 Saͤck insgesammt. Antw. Erstlich muͤssen diese 4 gegebenen Summen Geld gehoͤriger massen unter einan- der geschrieben werden, wie folgt. E 3 Rubl Hernach faͤngt man die Addition bey der kleinsten Sorte an, und addi rt die Poluschken, da man dann 6 Pol. findet. Weilen nun diese 6 Pol. mehr als 1 Copeken austragen so dividi rt man dieselben durch 4, und bekommt fuͤr den Quo- tum 1 fuͤr den Rest aber 2; woraus man erken- net daß 6 Poluschken so viel sind als 1 Cop. und 2 Poluschken. Derowegen schreibt man in die Summ diese 2 Poluschken, und behaͤlt den gantzen Cop. zu den Copeken, welche zusammen addi rt wer- den sollen. Dieser Copeken nun nebst den da be- findlichen Copeken zusammen macht 153 Cope- ken: welche Zahl weilen sie groͤsser ist als 100 durch 100 dividi rt werden muß: da dann der Quotus 1 und der Rest 53 anzeigen, daß 153 Copeken so viel sind als 1 Rubl. und 53 Cop. Derohalben schreibt man in die Summ diese 53 Copeken, und addi rt den Rubl. mit zu den vor- gegebenen Rubeln: dahero die Summ aller Rubl. gefunden wird 1189. Und allso befinden sich in allen diesen 4 Saͤcken insgesamt 1189 Rubl. 53 Copeken, 2 Poluschken. Die zur Reduction er- forderten Divisio nen haben wir in diesem Exem- pel pel der Deutlichkeit halben auf der Seite beyge- setzt. Man kan aber dieselben fuͤglicher, entwe- der wann man schon einige Ubung erlanget hat, im Kopf verrichten, oder wann die Zahlen zu groß auf einem Papier a part ausrechnen. Jn zwischen ist zu mercken, daß Statt dergleichen Di- visio nen man sich oͤfters nur mit der Subtraction behelfen koͤnne. Dann da die Division nichts anders zeiget als wie oft mal man eine Zahl von der anderen abziehen koͤnne: so faͤllt es oftmalen leichter sich der Subtraction zu bedienen. Als da man bey Addition der Poluschken 6 Poluschken gefunden, und aber 4 Poluschken einen Copeken ausmachen, so sieht man leicht, wann man 4 von 6 abzieht, daß 6 Poluschken so viel sind als als 1 Copeken und 2 Poluschken. Jngleichem da 100 Copeken einen Rubl. ausmachen, so ist klar, daß wann die Summ der Copeken gefun- den worden; man von derselben nur die zwey letzten Figuren von der rechten Hand abschneiden doͤrfe: als welche die in der Division zuruͤck ge- bliebenen Copeken, die vor dem Abfchnitt aber befindliche Zahl die Rubl. anzeige: so daß man also in diesem Fall aller Operation uͤberhoben seyn kan. Mehr dergleichen Vortheile, welche in an- deren Faͤllen zu statten kommen koͤnnen, wei- sen sich einem nachdenckenden von selbsten, und ist gemeiniglich besser dieselben durch eigenes Nach- dencken zufinden, als daruͤber belehret zu werden. Dann wann man solche Vortheile nicht selbst E 4 ein- einsiehet, sondern nun auswendig gelernet hat, so verursachen dieselben oͤfters im Rechnen viel- mehr Anstossen und Fehler als Fertigkeit. Wes- wegen einem, der selbsten nicht faͤhig ist solche Vor- theile auszufinden, rathsamer ist sich vielmehr der weitlaͤuffigen Wege nach der Regel zu bedienen, um von seiner Rechnung gewiß zu seyn. II. Ein Hollaͤndischer Kaufmann empfaͤngt fuͤnferley Summen Gelds, die erste von 3029 fl. 14 St. 9 ₰ die zweyte von 2359 fl. 9 St. 12 ₰ die dritte von 4387 fl. 12 St. 8 ₰ die vierte von 1914 fl. 4 St. 6 ₰ die fuͤnfte von 818 fl. 18 St. 13 ₰ wieviel betragen solche zusammen? Man schreibe diese Summen gehoͤriger maassen unter einander wie folgt. kommen also accurat 12510 Gulden III. Ein III. Ein Englischer Banquier hat nach folgende verschiedene Summen Geld ausgezahlet: Erstlich 427 L. Sterl. 16 ß. 7 ₰ Zweytens 538 L. ‒ 9 ß. 10 ₰ Drittens 953 L. ‒ 5 ß. 4 ₰ Viertens 875 L. ‒ 18 ß. 9 ₰ Fuͤnftens 730 L. ‒ 14 ß. 5 ₰ Sechst. 1344 L. ‒ 7 ß. 1 ₰ Siebentens 87 L. ‒ 8 ß. 11 ₰ wie groß ist gantze Summ welche ausgezahlet worden? Antw. Wann diese sieben Summen un- ter einander geschrieben und addi rt werden, so findt sich die gesuchte Summ wie folgt. E 5 IV. Ein IV. Ein Kaufmann hat geschickt bekommen 4 Ballen Waaren, davon wiegt die erste 19 Pud, 37 Pfund, 20 Loth die zweyte 23 Pud, 24 Pfund, 24 Loth die dritte 27 Pud, 15 Pfund, 16 Loth die vierte 30 Pud, 9 Pfund, 28 Loth wieviel waͤgen diese 4 Ballen insgesamt? Es pflegen auch oͤffters bey den kleinsten Sorten, welche addi rt werden sollen Bruͤche vor- zukommen, welches geschieht wann entweder keine kleinere Sorten uͤblich sind, oder wann man die Rechnung nicht in allzukleinen Sorten fuͤhren will. Wann nun dieses geschieht, so muͤssen vor allen Dingen die Bruͤche nach der gewoͤhnlichen Art addi rt, und die gefundene Summ in gehoͤ- rige Form gebracht werden, worauf die Addition wie vorher verrichtet wird. V. Ein V. Ein Gold Arbeiter bekommt 5 Partheyen Gold, davon wiegt die erste 45 Mrk. 17 Car. 11⅝ gr. die zweyte 23 Mrk. 20 Car. 10 \frac{7}{12} gr. die dritte 14 Mrk. 12 Car. 8½ gr. die vierte 9 Mrk. 7 Car. 5¾ gr. die fuͤnfte 6 Mrk. 18 Car. 9⅙ gr. wieviel betragen solche insgesamt am Gewicht? Aus diesen Exempeln ist nun gnugsam zu ersehen, welcher gestalt bey allen vorkommenden Faͤllen die Addition verrichtet werden muͤsse, weswegen wir uns bey dieser Operation nicht laͤn- ger aufhalten, sondern zur Subtraction der be- nannten Zahlen fortschreiten. 6.) Wann eine aus vielerley Sorten ausgedruͤckte Quantit aͤt von einer anderen groͤsseren Quantit aͤt gleicher Art subtrahi rt wer- den soll, so subtrahi rt man eine jegliche Sorte der der kleineren Quantit aͤt von einer jeglichen gleichen Sorte der groͤsseren und schreibt alle diese Reste mit ihren gehoͤrigen Nahmen un- ter die Linie, welche zusammen den gesuch- ten Rest anzeigen werden. Diese Regel aber findet nur statt, wann von einer jeglichen Sorte in der groͤsseren Quantit aͤt mehr Stuͤ- cke vorhanden sind, als in der kleineren; dann wo dieses nicht geschieht, so muß man sich in der folgenden Regel Raths erhohlen. Die Subtraction lehret, wie man eine klei- nere Quantit aͤt von einer groͤsseren abziehen, und dasjenige anzeigen soll, welches uͤberbleibt, wann man die kleinere Quantit aͤt von der groͤsseren weg genommen hat. Von dieser Operation haben wir schon im ersteren Theile die noͤthigen Regeln ge- geben, wann die zwey vorgelegten Quantit aͤten so wohl gantze als gebrochene und vermischte oder aus gantzen und Bruͤchen zusammen gesetzte Zah- len sind. Da wir aber anjetzo solche Quantit aͤten vorhaben, welche aus verschiedenen Sorten be- stehen, so bleibt zwar das Fundament der Sub- traction einerley, allein die Application muß auf diesen Fall insbesondere eingerichtet werden. Wann aber wie wir allhier gesetzt haben, von allen Sorten in der groͤsseren Quantit aͤt mehr Stuͤcke vorhanden seyn als in der kleineren, so hat man zur Subtraction keine besondere Anleitung noͤthig; sondern subtrahi rt nur eine jegliche Sorte der kleineren Zahl von einer jeden gleichen Sorte der der groͤsseren Zahl, und setzt alle diese gefundene Reste zusammen, welche den voͤlligen gesuchten Rest austragen werden. Dann wann man zum Exempel 5 Rubl, 36 Copeken abziehen oder weg nehmen soll von 9 Rubl, 84 Copeken; so kan man erstlich die 36 Copeken von den 84 Copeken weg nehmen, da dann 48 Copeken uͤberbleiben; hernach 5 Rubl, von 9 Rubl weg genommen lassen 4 Rubl zuruͤck, so daß also in allem 4 Rubl, 48 Copeken zuruͤck bleiben muͤssen, wann man 5 Rubl, 36 Copeken von 9 Rubl, 84 Copeken abzieht. Dieses ist nun fuͤr sich so klar, daß es keines weiteren Beweißtums bedarf; dann wann die vorgelegten Zahlen aus verschiedenen Theilen bestehen, so muͤssen immer die Theile von gleichen Nahmen gegen einander gehalten, und von einander abgezogen werden; eben wie in der Addition immer Zahlen von einerley Benennung zusammen addi rt werden. Zur noͤthigen Ubung haben wir also nur nachfolgende Exempel beyge- fuͤget, welche alle auf unseren gegenwaͤrtigen Fall gerichtet sind; der gestalt daß in der kleine- ren Quantit aͤt, welche abgezogen werden soll, von einer jeden Sorte immer weniger Stuͤcke vorhanden sind, als von eben der Sorte in der groͤsseren Quantit aͤt, von welcher jene abgezogen werden soll. I. Ein I. Ein Kaufmann hat in seiner Cassa 5736 Rubl 57 Cop. davon zahlt er aus 2340 Rubl, 25 Cop. wieviel aleibt demselben noch in der Cassa zuruͤck? Antw. Erstlich ist klar, daß die Antwort durch die Subtraction gefunden werde; und man zu diesem Ende die ausgezahlte Summ von derjenigen, welche sich anfaͤnglich in der Cassa befunden, abziehen muͤsse, welches fol- gender gestalt geschieht. Man schreibt nehmlich wie in der Subtraction mit unbenannten Zahlen die kleinere Zahl unter die groͤssere und unterstreicht dieselben mit einer Linie. Hernach subtrahi rt man die 25 Cop. von den 57 Cop. und schreibt die resti renden 32 Cop. unter die Linie; hierauf subtrahi rt man gleicher gestalt die 2340 Rubl von den 5736 Rubl, und schreibt die resti renden 3396 Rubl ebenfals unter die Linie. Wann nun dieses geschehen, so sieht man, daß nach geschehener Auszahlung der Kaufmann noch 3396 Rubl, 32 Cop. in seiner Cassa behaͤlt. Dann wann man sich vorstellt, daß der Kaufmann in seinem Kosten erstlich 5736 Rubl und noch uͤber das in einem Beutel 57 57 Cop. hat, so kan man sich die Auszahlung dergestalt vorstellen, daß der Kaufmann erstlich aus dem Beutel 25 Cop. und dann aus dem Kasten die 2340 Rubl auszahlt, wodurch die erforderte Bezahlung voͤllig erstattet wird. Nach dem aber dieses geschehen, so werden demselben in dem Kasten noch 3396 Rubl, im Beutel aber noch 32 Copeken zuruͤck bleiben, welches zusammen den gesuchten Rest austraͤgt. II. Ein Rußischer Kaufmann hat 420 Berkowitz, 9 Pud, 32 Pfund Pfund Juchten; verkauft davon 211 Berkowitz, 3 Pud, 10 Pfund, wieviel behaͤlt dieser Kaufmann noch uͤbrig? Antw. Um zu finden wieviel Juchten dieser Kaufmann nach geschehener Verkauffung noch behaͤlt, so muß man dasjenige was er verkauft hat von demjenigen was er wuͤrcklich gehabt abziehen. Da dann der Rest das gesuchte Gewicht anzeigen wird. woraus erhellet, daß dieser Kaufmann noch 209 Berkw. 6 Pud und 22 Pfund an Juch- ten zuruͤck behaͤlt. III. Ein III. Ein Hollaͤndischer Kaufmann ist schuldig aus- zuzahlen 3518 fl. 8 Stuͤber, 12 ₰. hat aber in Cassa nicht mehr als 2312 fl. 5 Stuͤber, wieviel bleibt derselbe, nach dem er alles aus seiner Cassa ausgezahlet, noch zu bezahlen schuldig. Antw. Weilen dieser Kaufmann an die gantze Summ von 3518 fl. 8 Stuͤber, 12 ₰. welche er schuldig ist nicht mehr als 2312 fl. 5 Stuͤber auszahlt, so wird derselbe noch so viel schuldig bleiben, als die ausgezahlte Summ kleiner ist als diejenige welche er zah- len sollte. Dieses wird aber durch die Sub- traction gefunden, wann man das ausgezahlte Geld von der gantzen Summ abzieht, wie folgt. dahero bleibt dieser Kaufmann noch 1206 fl. 3 St. 12 ₰. zu bezahlen schuldig. IV. Ein Mann starb alt 67 Jahr, 7 Monath, und 25 Tag, nach dem er im Ehestand ge- lebt hatte 35 Jahr 2 Monath und 17 Tag; nun fragt man, wie alt derselbe gewesen sey als er sich verheurathet? Antw. Antw. Dieses gesuchte Alter wird gefun- den, wann man die Zeit seines Ehestandes von seinem gantzen Alter abzieht, wie folgt. Dahero war dieser Mann als er heurathete alt 32 Jahr 5 Monath und 8 Tag. 4.) Wann in der groͤsseren Quantit aͤt, von welcher die kleinere abgezogen werden soll, von einer Sorte weniger Stuͤcke vorhanden sind, als von eben der Sorte in der kleine- ren Quantit aͤt, und also die Subtraction nach der vorigen Regel nicht verrichtet werden kan; so muß man von der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte aus der groͤsseren Quantit aͤt ein Stuͤck entlehnen und dasselbe nach seinem Werth zur kleineren Sorte schlagen, da dann die Subtraction wird geschehen koͤnnen. Hierauf aber muß man, wann zur Subtraction der groͤsseren Sorte fortgeschritten wird, die Anzahl der Stuͤcke in der groͤsseren Quan- tit aͤt um eine Unit aͤt kleiner, oder welches gleich viel ist die Anzahl in der kleineren Quantit aͤt um eine Unit aͤt groͤsser betrachten; und solcher gestalt die Subtraction von der kleinsten Sorte bis zur groͤsten vollziehen. F Die- Diejenige Quantit aͤt, welche abgezogen werden soll, muß immer kleiner seyn, als dieje- nige von welcher dieselbe subtrahi rt werden muß. Dem ungeachtet aber kan es geschehen, daß in der groͤsseren Quantit aͤt von den kleineren Sorten weniger Stuͤcke vorhanden sind, als von eben denselben Sorten in der kleineren. Dann die Groͤsse einer Quantit aͤt, welche aus vielerley Sorten bestehet, beruhet hauptsaͤchlich auf der Anzahl der Stuͤcke, welche von der groͤsten Sorte vorhanden sind, und muß daraus beur- theilet werden, in dem alle kleinere Sorten ins- gesammt nicht mehr als ein Stuͤck von der groͤsten Sorte austragen koͤnnen: wann nehmlich, wie wir setzen diese Quantit aͤten nach den obgegebenen Regeln eingerichtet sind. Wann derohalben geschieht, daß von einer kleineren Sorte eine groͤssere Zahl von einer kleineren abgezogen werden soll, so kan dieses nicht unmittelbar geschehen, sondern man muß dazu die folgende groͤssere Sorte zu Huͤlfe nehmen, nach der im Satze beschriebenen Regel. Diese Regel aber beruhet auf eben dem- jenigen Grund, als die in der gemeinen Subtra- ction mit gantzen Zahlen vorgeschriebene Regel, wann eine groͤssere Anzahl von Unit aͤten, oder Decaden, oder Centurien und dergleichen von ei- ner kleineren abgezogen werden soll. Gleichwie nun in diesem Falle ein Stuͤck von der naͤchst groͤsseren Sorte genommen und seinem Werthe noch zur kleineren Sorte geschlagen werden muß, gleicher gleichergestalt muß man auch in unserem gegen- waͤrtigen Falle verfahren; dann die verschiedenen Arten als Unit aͤten, Decades, Centuriae, und so fort, sind ebenfals nichts anders als verschiedene Sorten der Quantit aͤten. Derohalben wird so wohl die gegebene Regel mehr erlaͤutert als der Grund davon deutlich dargethan werden, wann wir davon ein Exempel anfuͤhren. Wir wollen demnach setzen, man soll nach Hollaͤndischen Gelde 125 fl. 15 Stuͤber 13 ₰ von 231 fl. 9 St. 8 ₰ subtrahi ren, diese zwey Summen werden erstlich unter einander geschrieben wie folgt. Wir fangen demnach die Subtraction von der kleinsten Sorte, nehmlich den Pfenningen an; da 13 ₰ abgezogen werden sollen, oben aber nur 8 ₰ vorhanden sind. Weilen nun dieses nicht geschehen kan, so nehmen wir von den 9 St. einen Stuͤber weg, und verwechseln den- selben in Pfenning, welcher folglich 16 ₰ austraͤgt, diese 16 ₰ schlagen wir zu den 8 ₰, und bekommen 24 ₰, von welchen wir die 13 ₰ abziehen, da dann 11 ₰ uͤberbleiben F 2 Nun Nun schreiten wir zu den Stuͤbern fort, und muͤssen 15 Stuͤber nicht von 9 Stuͤbern, son- dern nur von 8 St. weilen wir schon 1 Stuͤber zu dem ₰ geschlagen, abziehen, welches wie- derum nicht geschehen kan. Derowegen nehmen wir von den vorhandenen 231 fl. 1 Gulden weg, welcher 20 Stuͤber betraͤgt, und diese thun wir zu den 8 Stuͤbern, da wir dann 28 Stuͤber be- kommen, wovon die 15 St. abgezogen 13 St. zuruͤck lassen. Wann dies geschehen, so subtra- hi ren wir endlich die 125 fl. von 230 fl. wei- len schon 1 fl. in Stuͤber verwechselt worden, da dann 105 fl. uͤberbleiben, so daß der voͤllige Rest seyn wird 105 fl. 13 St. 11 ₰. Daß nun dieses der wahre Rest sey, kan durch die Addition leicht erwiesen werden, weilen immer wann man den in der Subtraction gefundenen Rest zur kleineren Zahl addi rt, die groͤssere Zahl heraus kommen muß. Wir wollen demnach diese Probe zu mehrerem Beweißtum hieher setzen. Nach Nach dieser Operation, welche unmittelbar in der Natur der Sach gegruͤndet ist, haben wir die naͤchstfolgende Sorte der oberen und groͤsseren Quantit aͤt um ein Stuͤck kleiner be- trachtet, weilen schon 1 Stuͤck davon in die kleine- ren Sorten verwechselt worden. Weilen aber in der Subtraction einerley herauskommt ob man die obere Zahl uͤm eins kleiner oder die untere um eins groͤsser macht, wie wir in der Subtra- ction mit unbenannten Zahlen gewiesen haben, so kan man sich auch allhier dieses Vortheils be- dienen, und die Subtraction folgender gestalt anstellen. Man sage also: 13 ₰ von 8 ₰ kan ich nicht abziehen, deswegen nehme ich 1 Stuͤber, so 16 ₰ austraͤgt, diese 16 ₰ zu den vor- handenen 8 ₰ gethan machen 24 ₰, davon 13 ₰ abgezogen bleiben 11 ₰. Weilen nun 1 Stuͤber ist gel e hnet worden, so mache ich die Anzahl der Stuͤber in der unteren Zahl um 1 groͤsser, welches durch ein Punct angedeutet wer- den kan, und sage 16 St. von 9 St. kan ich nicht abziehen, nehme deswegen dazu 1 fl. und setze sogleich 1 fl. zu den folgenden 125 fl. in der F 3 un- unteren Zahl. Dieser fl. betraͤgt 20 St. welche mit den 9 St. zusammen machen 29 St. davon 16 Stuͤber abgezogen, bleiben 13 St. uͤber. Endlich subtrahi re ich 126 fl. von 231 fl. so blei- ben 105 fl; und wird also der Rest gefunden wie vorher. Wann in solchen Faͤllen ein Stuͤck von der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte abgenommen, und in die kleinere Sorte verwechselt werden muß, so pflegt dieses zwar im Sinn verrichtet zu werden, man kan sich dabey aber einiger Vortheile bedienen, wodurch oͤfters diese Opera- tion weit leichter gemachet wird. Nehmlich an- statt, daß man, wie allhier geschehen ist, das Stuͤck von der groͤsseren Sorte in die kleinere verwechselt, und den Betrag davon zu den vor- handenen Stuͤcken von der kleineren Sorte in der oberen Quantit aͤt addi rt, und alsdann die Anzahl der Stuͤcke von eben dieser Sorte in der unteren Quantit aͤt subtrahi rt: so kan man entwe- der sogleich die untere Zahl von dem Betrag des genommenen Stuͤcks der groͤsseren Sorte subtra- hi ren und den Rest zur oberen Zahl addi ren: oder man kan auch die obere Zahl von der unteren Zahl subtrahi ren, und den Reft nochmalen von dem Werth des abgenommenen Stuͤckes der groͤsseren Sorte subtrahi ren. Dann durch diese beyden Wege wird einerley gefunden, oͤfters aber ist bald dieser bald jener bequemer um diese Sub- traction bloß allein im Sinne zu verrichten. Jn welchen welchen Faͤllen aber der eine oder der andere Weg einen groͤsseren Vortheil bringe, wird ein jeder durch eine geringe Ubung bald selbst einsehen. Jnzwischen koͤnnen wir so viel melden, daß wann die untere Zahl um viel groͤsser ist als die obere, alsdann der erstere der zweyen gewiesenen Vor- theile die Operation leichter mache; hingegen aber der andere Vortheil bessere Dienste leiste, wann die obere Zahl nur um sehr wenig kleiner ist als die untere. Wir wollen diese beyden Wege aber im folgenden Exempel deutlicher beschreiben und den Gebrauch davon anzeigen. Dieses Exempel wollen wir aber erstlich nach der im Satze beschriebenen Art berechnen, damit man die Ubereinstimmung des natuͤrlichen Wegs mit den angezeigten Vortheilen desto deut- licher einsehe. Jch sage also 18 gr. von 5 gr. kan ich nicht, lehne also einen Serupel, welchen durch ein Punckt bey den ℈ in der unteren Quan- tit aͤt andeute. Dieser ℈ betraͤgt 20 gr. welche mit der 5 gr. zusammen 25 dr. ausmachen, da- von 18 gr. abgezogen bleiben 7 gr. zuruͤck, so in den gesuchten Rest geschrieben werden. Ferner F 4 sage sage ich 2 ℈ und der durchs Punct angedeutete ℈ machen 3 ℈, welche von den oberen 2 ℈ nicht abgezogen werden koͤnnen, lehne demnach ein ℨ, welches 3 ℈ ausmacht, und bemercke diese Entlehnung durch ein Punct. Diese Drachma mit den 2 oben vorhandenen Scrupeln macht 5 ℈ davon die unteren 3 ℈ abgezogen, bleiben 2 ℈ uͤber. Weiter sage ich 6 und we- gen des Puncts 1 ℨ sind 7 ℨ von 1 ℨ kan ich nicht, lehne also 1 ℥, und setze darfuͤr ein Punct. Diese Unze, welche 8 ℨ ausmacht, mit der 1 ℨ gibt 9 ℨ davon die 7 ℨ abgezogen bleiben 2 ℨ uͤber. Hernach sage ich 9 und we- gen des Puncts 1 sind 10 ℥ von 8 ℥ kan ich nicht, lehne also 1 ℔ welches durch 1 Punct bemercke. Dieses ℔ gibt 12 ℥, welche zu den 8 ℥ gethan 20 ℥ ausmachen, davon die 10 ℥ abgezogen, bleiben 10 ℥ uͤber. Endlich ziehe ich 97 und 1 das ist 98 ℔ von 142 ℔ ab, so bleiben 44 ℔ uͤber: und ist also der voͤllige Rest gefunden. Nun wollen wir eben dieses Exempel durch die angewiesenen Vortheile berechnen. ℔ Nehmlich weilen ich 18 gr. nicht abziehen kan, so lehne ich 1 ℈ der 20 gr. betraͤgt: und sage 18 von 20 bleiben 2 dazu 5 gethan kom- men 7 fuͤr den Rest nach dem ersteren Vortheil, oder ich sage nach dem zweyten Vortheil 5 von 18 bleiben 13, diese von 20 abgezogen lassen 7 gr. fuͤr den Rest. Zweytens sage ich 2 und 1 ℈ machen 3 ℈, welchen von den obstehen- den 2 ℈ nicht abgezogen werden koͤnnen, lehne allso 1 ℨ welche 3 ℈ betraͤgt, und sage nach dem ersteren Vortheil 3 ℈ von 1 ℨ oder 3 ℈ bleibt nichts uͤber, dieses zu den 2 ℈ gethan gibt 2 ℈ fuͤr den Rest: oder nach dem zweyten Vor- theil sage ich die oberen 2 ℈ von den unteren 3 ℈ abgezogen bleibt 1 ℈ uͤber, dieser von 1 ℨ oder 3 ℈ abgezogen laͤßt 2 ℈ fuͤr den Rest. Drittens sollen wir 7 ℨ von 1 ℨ abziehen, wel- ches weilen es nicht geschehen kan, so lehnen wir 1 ℥, die betraͤgt 8 ℨ; und sagen nach dem ersteren Weg 7 ℨ von 1 ℥ oder 8 ℨ bleiben F 5 1 ℨ 1 ℨ und 1 ℨ machen 2 ℨ fuͤr den Rest; oder nach der anderen Art 1 ℨ von 7 ℨ bleiben 6 ℨ, diese von 1 ℥ oder 8 ℨ abgezogen, bleiben 2 ℨ fuͤr den Rest. Viertens sollen 10 ℥ von 8 ℥ abgezogen werden; da nun dieses nicht geschehen kan, so lehnen wir 1 ℔ das gibt 12 ℥, und sagen nach dem ersteren Vortheil 10 ℥ von 12 ℥ bleiben 2 ℥ dazu 8 ℥ gethan geben 10 ℥ fuͤr den Rest; oder nach dem anderen Vortheil 8 ℥ von 10 ℥ bleiben 2 ℥, diese von 1 ℔ oder 12 ℥ abgezogen bleiben 10 ℥ fuͤr den Rest. Endlich zieht man nach der gewoͤhnlichen Art 98 ℔ von 142 ℔ ab. Aus diesem Exempel kan man nun so wohl den Gebrauch als die Richtigkeit der gewiesenen bey- den Vortheile zur Gnuͤge ersehen. Es ist also nichts mehr uͤbrig als diese Regeln der Subtra- ction durch einige Exempel auszuuͤben. I. Ein Englischer Cassir hat in seiner Cassa 2708 L. Sterl. 15 ß. 2 ₰ zahlt davon aus 894 L. Sterl. 18 ß. 9 ₰ wieviel behaͤlt derselbe noch in Cassa? Antw. Dieses zu finden muß man die ausgezahlte Summ von der gantzen Summ der Cassa subtrahi ren, wie folgt. L. Sterl. demnach bleiben diesem Cassir noch in der Cassa 1813 L. Sterl. 16 ß. 5 ₰. II. Einer hat eine Partie Talck, welche an Hollaͤndischen Gewicht betraͤgt 48 Schiff ℔, 14 Ließ ℔, 8 ℔; verkaufft davon 29 Schiff ℔, 15 Ließ ℔, 11 ℔ wieviel bleiben ihm noch uͤbrig? Antw. Allhier muß man das verkauffte Gewicht von dem gantzen Gewichte subtrahi- ren. so viel also, als dieser Rest anzeigt, bleibt noch an Talck zuruͤck. III. Von einer Zeit von 157 Tagen, 9 Stunden, 32′, 15″ sollen abgezogen werden 88 Tag, 12 Stund, 8′, 45″, wieviel bleibt uͤber? Antw. So viel als der Rest anzeigen wird, wann man die kleinere Zeit von der groͤsseren subtrahi rt, wie folgt. Tag Wann bey den kleinsten Sorten noch Bruͤ- che vorkommen, so wird die Subtraction der Bruͤche insbesondere verrichtet nach der gewoͤhn- lichen Regel, wie aus folgenden Exempeln zu ersehen. IV. Ein Silber-Schmied hat an Silber 24  , 3 ℥, 9⅜ Engl. davon verarbeitet er 8  , 5 ℥, 1 Loth, 15 \frac{5}{16} Engl. wieviel behaͤlt er noch an rohem Silber? Antw. Man subtrahi re das kleinere Ge- wicht von dem groͤsseren, so hat man die Antwort. V. An Hamburgischem Geld ist einer schuldig 268 Thlr. 2  , 8 ß. 9⅔ ₰, daran zahlt er 184 Thlr. 1  , 12 ß. 10¾ ₰, wieviel bleibt derselbe noch schuldig? Antw. Hier muß man die abgezahlte Summ von der gantzen Schuld subtrahi ren. Thlr. Da wir hier in diesem Capitel die Addition und Subtraction zusammen abgehandelt haben, so wollen wir noch einige Exempel beyfuͤgen, zu welchen so wohl die Addition als Subtraction er- fordert wird. VI. Ein Hollaͤndischer Caßier hat in Cassa 1056 fl. 8 St. 6½ ₰, empfaͤngt dazu 184 fl. 9 St. 10⅚ ₰; zahlt davon aus, erstlich 460 fl. 15 St. 6⅜ ₰ und wiederum 389 fl. 5 St. 12 \frac{7}{12} ₰, wieviel bleibt ihm noch in der Cassa zuruͤck? Antw. Erstlich muß man das Cassa Geld, und die Einnahm zusammen addi ren um das voͤllige Vermoͤgen der Cassa zu fin- den; hernach muß man die Ausgaben glei- cher gestalt zusammen addi ren um alles was ausgezahlet worden zu haben, und endlich die gantze ausgezahlte Summ von der gantzen Cassa subtrahi ren: wie folgt. Einnahm VII. Ein Rußischer Kaufmann empfaͤngt drey Partien Juchten, erstlich 13 Berkwitz 8 Pud 25 ℔, zweytens 17 Berkw. 5 Pud 30 ℔, drittens 9 Berkw. 2 Pud 14 ℔; verkaufft davon 2 Partien, die erste von 20 Berkw. 3 Pud und die andere von 13 Berkw. 17½ ℔, wieviel behaͤlt er noch? Antw. Dieses Exempel wird gleich dem vorigen berechnet wie folgt. Cap. III. Cap. III. Von der Multiplication und Division verschiedener Sorten durch gantze Zahlen. 1. E Jne aus vielerley Sorten bestehende Quantit aͤt wird durch eine vorgegebene gantze Zahl folgender gestalt multiplici rt: man multiplici rt erstlich die kleinste Sorte durch den vorgeschriebenen Multiplicatorem, und sucht wieviel Stuͤcke von der folgenden groͤsseren Sorte in dem Producte enthalten, und auch wieviel Stuͤcke von der kleineren Sorte noch uͤberschiessen, welche allein in das Product geschrieben werden: die Stuͤcke von der groͤsseren Sorte aber behaͤlt man zur folgenden Multiplication. Nehmlich wann man die folgende groͤssere Sorte durch den Multiplicatorem multiplici rt hat, so addi rt man zum Product die aus der vorigen Multiplication entsprungenen Stuͤcke von dieser Sorte, und sucht wiederum wieviel gantze Stuͤcke von der folgenden groͤsseren Sorte in dieser Summ enthalten sind, welche wiederum zur zur folgenden Multiplication aufbehalten wer- den, in das Product aber werden so viel Stuͤ- cke geschrieben, als nach geschehener Redu- ction von dieser Sorte uͤberschiessen: und sol- cher gestalt verfaͤhrt man, bis man zur groͤ- sten Sorte komt, welche man multiplici rt und das Product ohne weitere Reduction hin- schreibt. Vor allen Dingen ist zu mercken, daß keine Mult plication anderst als durch unbenannte Zah- len geschehen kan, und folglich der Multiplicator allhier eine unbenannte Zahl seyn muͤsse, der Multiplicandus aber oder die Quantit aͤt, welche multiplici rt werden soll, kan einen Nahmen ha- ben wie man immer will. Dann da die Multi- plication aus der Addition entspringet, und nur auf eine kuͤrtzere und vortheilhafftere Art die Summ finden lehret, wann die Quantit aͤten, welche zusammen addi rt werden sollen einander gleich sind; so ist der Multiplicator allzeit eine solche Zahl, welche anzeigt, wieviel mahl eine vorgegebene Quantit aͤt hingeschrieben und addi rt werden soll; das ist der Multiplicator muß eine unbenannte Zahl seyn. Dergleichen Exempel gehoͤren nehmlich nur in die Multiplication, wann gefragt wird, wieviel heraus kommt, wann eine vorgegebene Quantit aͤt, als zum Exempel eine Summe Geld von 100 Rubl zwey mahl oder drey mahl oder vier mahl oder so viel mahl als man verlangt genommen wird; das ist wann wann 100 Rubl durch 2 oder durch 3 oder 4 oder durch eine jegliche Zahl multiplici rt werden soll. Woraus erhellet, daß der Multiplicator keinen besonderen Nahmen haben koͤnne, sondern bloß eine Simple und unbenannte Zahl seyn muͤsse, welche anzeigt, wieviel mahl die vorgeschriebene Quantit aͤt genommen werden soll. Also kan man nicht fragen, wieviel heraus komme, wann man 100 Rubl mit 10 Rubl multiplici rt; dann wann man antworten sollte, daß 1000 Rubl herauskaͤmen, so wuͤrde dieses die gehoͤrige Antwort seyn, wann gefragt worden waͤre, wie- viel 100 Rubl 10 mahl, aber nicht 10 Rubl mahl genommen ausmachten. Dieses ist nun an sich so klar, daß diese Erinnerung nicht wuͤrde noͤthig gewesen seyn, wann sich nicht solche Leute faͤnden, welche aus einem verkehrten Begriff be- haupten wollen, daß man wohl benannte Quan- tit aͤten durch benannte multiplici ren koͤnne: zu welcher Meinung denselben einige Faͤlle in der Regel de tri moͤgen Anlaß gegeben haben, in welchem es dem ersten Ansehen nach scheinet als wann wuͤrcklich solche Muitiplicatio nen geschaͤhen: allein wann wir zu dieser Regel kommen, so werden wir gantz deutlich darthun, daß solches nimmer geschehen koͤnne, sondern allzeit der Mul- tiplicator eine unbenannte Zahl bleibe. Was aber der Multiplicandus auch immer fuͤr einen Nahmen fuͤhret, so wird derselbe durch den Multiplicatorem nicht anderst multiplici rt, als G wann wann derselbe eine unbenannte Zahl waͤre; dem Product aber wird wiederum der Nahme des Mul- tiplicandi beygeleget. Als da 8 mit 3 multipli- ci rt 24 ausmachen, so geben auch 8 Rubl mit 3 multiplici rt 24 Rubl, und 8 Pfund mit 3 mul- tiplici rt 24 Pfund und so fort: weswegen zur Multiplication der benannten Zahlen keine andere Regeln erfordert werden, als zur Multiplication der unbenannten Zahlen gegeben worden sind. Jnzwischen aber, wann der Multiplicandus aus vielerley Sorten bestehet, und man verlangt das Product in seiner gehoͤrigen Form, so dienet dazu die im Satze gegebene Regel, welche nicht so wohl fuͤr die Multiplication etwas besonders in sich enthaͤlt, als nur zugleich mit der ordent- lichen Multiplications Operation die noͤthige Re- duction verknuͤpfet, damit das Product nach der gewoͤhnlichen Art eingerichtet herauskomme. Diese unsere Regel dienet aber nur, wann der Multiplicator eine gantze Zahl ist: dann wann derselbe ein Bruch waͤre, so muß man zu einer solchen Multiplication noch die Division zu Huͤlfe nehmen, weswegen wir allhier nur die Multipli- cation mit gantzen Zahlen fuͤr uns nehmen, und die mit Bruͤchen ins folgende Capitel versparen. Um also eine aus vielevley Sorten bestehende Quantit aͤt durch einen vorgeschriebenen Multipli- cator zu multiplici ren, so darf man nur eine jegli- che Sorte durch den Multiplicatorem insbesondere multiplici ren; da dann alle diese Producte zusam- men men das voͤllige verlangte Product geben werden. Als wann man dieses Gewicht 9 Pud, 24 ℔, 15 Loth 8 mahl nehmen oder durch 8 multiplici- ren soll, so wird man das verlangte Product fol- gender gestalt durch Multiplici rung einer jeden Sorte mit 8 finden. Allein da man dergleichen Ausdruͤckungen in solcher Form verlangt, daß vom keiner kleine- ren Sorte so viel oder mehr Stuͤcke vorkommen als ein Stuͤck von der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte ausmachen; so muß bey einem auf diese Art gefundenen Product nach die gehoͤrige Redu- ction angestellet werden. Damit man aber nicht noͤthig habe zwey mahl zu operi ren, und das Product in der gehoͤrigen Form sogleich finde, so haben wir in der im Satze beschriebenen Regel die Multiplications und Reductions Operatio nen mit einander verknuͤpfet. Weilen demnach mit der Reduction der Anfang immer von der klein- sten Sorte gemacht werden muß, so ist auch noͤthig zu diesem Ende die Multiplication von der kleinsten Sorte anzufangen. Wann nun die kleinste Sorte multiplici rt worden, so muß man sehen, ob das gefundene Product mehr Stuͤcke G 2 anzeige anzeige, als ein Stuͤck der naͤchstfolgenden groͤsse- ren Sorte ausmachen oder nicht: befindet sich das letztere, so darf man nur sogleich das Product hinschreiben; sind aber im Product ein oder mehr Stuͤcke von der naͤchstfolgenden groͤsseren Sorte enthalten, so muͤssen solche durch die Reduction daraus gezogen und nachgehends zum Product, welches aus der folgenden Sorte entspringen wird, gethan werden; unter dem Nahmen aber einer jeglichen Sorte werden nur so viel Stuͤcke ins Product geschrieben als in der Reduction uͤber- geschossen. Da nun eine gleiche Reduction auch mit der Addition verknuͤpfet worden ist, und beyde auf einem Grunde beruhen, so haben wir um so viel weniger noͤthig die Richtigkeit die- ser beschriebenen Operation weitlaͤuffiger darzu- thun; da dieselbe fuͤr sich klar genug ist, und einjeder die Vereinigung der Multiplication mit der Reduction leicht einsehen kan. Derowegen wollen wir nur zur Ausrechnung einiger Exempel fortschreiten, damit man sich die beschriebene Re- gel recht bekannt mache, und in der Operation die gehoͤrige ertigkeit erlange. Zu diesem Ende wollen wir auch hernach einige Vortheile anzei- gen, welcher man sich in vielen Faͤllen mit nicht geringem Nutzen bedienen kan. I. Es wird gefragt, wieviel diese Summe Geld 213 fl. 14 St. 9 ₰ zwey mahl genommen austrage? Antw. Antw. Man muß also diese Summ mit 2 multiplici ren nach der gegebenen Regel. Nehmlich man sagt 2 mahl 9 ₰ sind 18 ₰ das ist nach geschehener Reduction 1 St. und 2 ₰: diese 2 ₰ setzt man ins Product unter dem Nahmen der ₰, den 1 Stuͤber aber behaͤlt man zu den Stuͤbern, welche in der folgenden Multiplication der Stuͤber gefunden werden. Man multiplici rt also die 14 Stuͤber mit 2 und zum Product 28 thut man den vorher aus den ₰ entsprungenen 1 St. welches 29 St. gibt. Diese 29 Stuͤber reduci rt man durch 20 zu fl. und findt 1 fl. 9 Stuͤber, wovon die 9 St. ins Product gesetzt, der 1 fl. aber zum folgenden Product der fl. geschlagen wird: dahero 213 fl. mit 2 multiplici rt und dazu den 1 fl. gethan 427 fl. herauskommen, so daß das voͤllige Pro- duct seyn wird 427 fl. 9 St. 2 ₰. G 3 II. Wie- II. Wieviel kommt heraus, wann dieses Gewicht 29 ℔, 13 ℥, 9 Engl. 27 Aß nach Hol- laͤndischem Maaß durch 6 multiplici rt wird? Antw. Dieses verlangte Product wird nach den Regeln der Multiplication folgender gestalt gefunden werden. Man sagt nehmlich 6 mahl 27 Aß geben 162 Aß, und diese durch 32 reduci rt 5 Engl. 2 Aß, wovon die 2 Aß ins Product geschrieben, die 5 Englisch aber aufbehalten werden. Ferner machen 9 Engl. 6 mahl genommen 54 Engl. dazu die 5 Engl. gethan kommen 59 Engl. welche durch 20 reduci rt geben 2 ℥, 19 Engl. Davon schreibt man 19 Engl. ins Product, und behaͤlt die 2 ℥. Drittens geben 13 ℥ mit 6 multiplici rt 78 ℥, welche mit den vorigen 2 ℥ geben geben accurat 5 ℔, weswegen ins Product unter den Nahmen ℥ nichts geschrieben, und die 5 ℔ zum Product der 29 ℔ mit 6 gethan werden. III. Ein Hamburger Kaufmann hat 15 Saͤcke Geld, davon in einem jeden ist 156 Thaler, 1 Mrk. 5 ₰, wieviel Geld ist in allen 15 Saͤcken zusammen? Antw. Weilen in allen 15 Sacken ei- nerley Summe ist, so wird der Jnhalt al- ler Saͤcke gefunden, wenn man den Jnhalt eines Sacks mit 15 multiplici rt, wie folgt. Nehmlich 5 ₰ 15 mahl genommen, ge- ben 75 ₰ das ist 6 ß. 3 ₰, wovon die 3 ₰ ins Product geschrieben werden. Weilen nun im Multiplicando kein ß. vorhanden, so ist auch das Product nichts, und folglich hat man nur die aus den ₰ entsprungenen 6 ß. welche weilen sie kleiner sind als 1  ins Product ge- G 4 schrieben schrieben werden. Ferner gibt 1  15 mahl genommen 15  das ist just 5 Thlr. weswegen kein  ins Product komt, die 5 Thlr. aber zum folgenden Product der Thaler addi rt wer- den. Dahero die gesuchte Summ seyn wird 2345 Thlr. 6 ß. 3 ₰. Wann sich in dem Multiplicando bey der kleinsten Sorte noch ein Bruch befindet, so wird erstlich der Bruch durch den Multiplicatorem multiplici ret, und wieviel gantze in dem gefun- denen Product enthalten sind gesucht; der uͤber- schiessende Bruch aber ins Product geschrieben; und die gantzen Stuͤcke zum Product, welches aus der Multiplication der gantzen entstehet ge- schlagen; worauf man zur Multiplication der groͤsseren Sorten wie vorher fortschreitet. IV. Ein Englischer Haus-Vater hat nach seinem Tod 9 Kinder und einem jeden 574 L. Sterl. 15 ß. 7¾ ₰ hinterlassen. Nun wird ge- fragt, wie groß die gantze Verlassenschaft dieses Manns gewesen sey? Antw. Da alle 9 Kinder gleichviel von dem verlassenen Vermoͤgen ihres Vaters bekommen, ein jedes nehmlich 574 L. Sterl. 15 ß. 7¾ ₰; so muß die gantze Erbschaft 9 mahl so groß gewesen seyn, als die Por- tion eines Kinds, und folglich gefunden werden, werden, wann man die gegebene Summ, welche ein Kind bekommen mit 9 multiplici rt, wie folgt. Erstlich sagt man 9 mahl ¾ ₰ gibt \frac{27}{4} ₰ oder 6 ¾ ₰, wovon man die gebrochenen ¾ ₰ ins Product schreibt, die 6 gantzen aber zum Product der gantzen 7 ₰ mit 9 das ist zu 63 ₰ addi rt, da dann 69 ₰ herauskommen, oder 5 ß. 9 ₰. Man schreibt also 9 ₰ ins Product und behaͤlt die 5 ß. zum Product der ß. nehmlich zu 9 mahl 15 ß. oder zu 135 ß. woraus 140 ß. entspringen, so just 7 L. Sterl. austragen. Man laͤßt also im Product die Stelle der ß. ledig, und multiplici rt die 574 L. mit 9, und addi rt dazu dieselbigen 7 L: da dann fuͤr die gantze Verlassenschaft gefunden wird 5173 L. Sterl. 9¾ ₰. G 5 V. Wie V. Wieviel betraͤgt nach Saͤchsischem Geld diese Summ 142 Thlr. 20 Ggl. 6 \frac{6}{7} ₰, wann solche mit 21 multiplici rt wird? Antw. Dieses Exempel wird nach der gegebenen Regel folgender gestalt gerechnet werden. Nehmlich \frac{6}{7} ₰ mit 21 multiplici rt geben \frac{126}{7} oder 18 ₰, welches Product leichter ge- funden wird, wann man bemercket daß sich 21 durch 7 theilen laͤßt und 3 herauskommt: da dann das Product eine gantze Zahl und zwar 3 mahl groͤsser als der Zehler des Bruchs und also 18 seyn muß. Hierauf multiplici rt man die 6 gantzen ₰ mit 21 und thut die vorigen 18 ₰ zum zum Product 126, woraus 144 erwachsen: die- sen geben just 12 Ggl. und kommen also weder Bruͤche noch Pfenninge ins Product. Ferner wann man die 20 Ggl. mit 21 multiplici rt und zum Product 420 die obigen 12 gute Groschen addi rt, so bekommt man 432 Ggl. welche wie- derum accurat 18 Thlr. betragen, daß auch keine Ggl. ins Product kommen. Diese 18 Thlr. nun zum Product der 142 Thlr. durch 21 addi rt geben 3000 Thlr. so daß das verlangte Product herauskommt 3000 Thlr. Es geschieht auch oͤfters, wann der Multi- plicator eine sehr grosse Zahl ist, daß man ins Product noch groͤssere Sorten bringt, als in dem Multiplicando gewesen. Jn solchen Faͤllen wird aber die Operation wie vorher angestellt, nur daß man die groͤsseren Sorten im Multiplicando als ledig betrachtet. Als in diesem Exempel. VI. Wann nach dem Apothe ker Gewicht 5 ℨ 2 ℈ 12 Gr. mit 100 multiplici rt werden, wieviel wird das Product austragen? Antw. Weilen im Apothe ker Gewicht noch zwey hoͤhere Sorten als Drach men uͤblich sind, nehmlich Unzen und Pfund und man im Product auf diese hoͤheren Sorten kommen wird, so betrachtet man dieselben als wann sie im Multiplicando schon wuͤrcklich vorhan- den, ihre Stellen aber ledig waͤren. ℔ Nehmlich wann man das Product nach der vorher beschriebenen Art ausrechnet und keine groͤssere Sorten in Betrachtung ziehet als im Multiplicando vorhanden gewesen sind, so findt man 586 ℨ, 2 ℨ, — gr. Da aber in den 586 ℨ noch Unzen und so gar ℔ enthalten sind, so darf man dieselben nur nach den Regeln der Reduction dahin reduci ren; da man dann fuͤr die 586 ℨ findt 6 ℔, 1 ℥, 2 ℨ, so daß das voͤllige Product seyn wird 6 ℔, 1 ℥, 2 ℨ, 2 ℈, — gr. Aus diesen Exempeln ist nun die Natur und der Grund der Multiplication, und wie damit die Reduction verknuͤpfet ist genugsam zu ersehen: weswegen wir uns nicht laͤnger bey mehr Exem- peln peln aufhalten, sondern einige Vortheile anzei- gen wollen, durch welche nicht nur oͤfters die Operation weit kuͤrtzer und geschwinder verrichtet werden kan, sondern welche auch zu fernerem Nachdencken, und deutlicherer Einsicht in die Natur der Zahlen dienen koͤnnen; woraus in anderen Faͤllen auch nicht geringe Vortheile her- fliessen. 2.) Wann der Multiplicator gleich ist der- jenigen Anzahl Stuͤcke, welche von der kleineren Sorte ein Stuͤck der groͤsseren Sor- te ausmachen, so kommen fuͤr das Product der kleineren Sorte eben so viel Stuͤcke von der groͤsseren Sorte, als von der kleinern Sorten vorhanden sind. Jngleichem wann der Multiplicator zweymal so groß ist als die benannte Anzahl Stuͤcke, welche von der kleineren Sorte ein Stuͤcke der groͤsseren aus- mach e n, so darf man nur die kleinere Sor- te mit zwey multiplici ren, und dem Product den Nahmen der groͤsseren Sorte beylegen. Eben dieses Vortheils kan man sich bedie- nen wann der Multiplicator drey, vier oder mehrmalen groͤsser ist als die gedachte Zahl, welche anzeint wie viel Stuͤcke der kleineren Sorte ein Stuͤck der groͤsseren ausmachen. Jn welchen Faͤllen dieser gemeldte Vortheil statt finde, ist aus der gegebenen Beschreibung leicht abzunehmen, der Vortheil aber bestehet an und fuͤr sich selbst darinn, daß man die sonst nach der der Multiplication noͤthige Reduction zur folgen- den groͤsseren Sorte zugleich mit anstellet. Als wann man zum Exempel 6 ℨ mit 8 multiplici ren sollte, so wuͤrden nach dem gewoͤhnlichen Wege 48 ℨ heraus kommen, welche weilen 8 ℨ eine Unze ausmachen, durch 8 dividi rt 6 ℥ geben. Da man nun erstlich durch 8 multiplici ren, und als dann das Product wiederum durch 8 dividi- ren muß, so ist klar, daß wiederum das erste heraus kommen muͤsse. Derowegen kan man so wohl der Multiplication als Division entbehren, wann man sogleich sagt, daß 6 ℨ mit 8 multi- plici rt 6 ℥ geben. Gleichergestalt, da 3 Solot- nick ein Loth machen, so gibt 1 Solotnick 3 mal genommen 1 Loth und 2 Solotnick mit 3 multi- plici rt 2 Loth. Und weilen 96 Solotnick ein Pfund machen, so ist sehr leicht eine jegliche ge- gebene Anzahl Solotnick mit 96 zu multiplici ren, in dem des Product eben so viel Pfund anzeigen muß, als der Multiplicandus Solotnick gehalten hat. Also werden 15 Solotnick mit 96 multipli- ci rt 15 Pfund geben und so sort. Hieraus erhel- let ferner, daß 8 Copeken mit 10 multiplici rt 8 Griven, und 3 Griven mit 10 multiplici rt 3 Rubl. geben muͤssen, weilen 10 Copeken 1 Gri- ven und 10 Griven 1 Rubl. ausmachen. Wei- len ein Hollaͤndischer Stuͤber 16 ₰ halt, so muͤs- sen auch zum Exempel 9 ₰ mit 16 multiplici rt 9 St. 9 St. und 14 ₰ mit 16 multiplici rt 14 St. her- vor bringen, welches alles fuͤr sich so deutlich ist, daß wir keiner weiteren Ausfuͤhrung vonnoͤthen haben. Hierauf beruhet ferner der Grund der an- dern gemeldten Vortheile, wann nehmlich der Multiplicator zwey oder drey oder mehr mal groͤs- ser ist, als solcher im vorigen Falle ist angenom- men worden. Dann da ein zweymal so grosser Multiplicator ein zweymal so grosses Product her- vorbringt, wann nehmlich der Multiplicandus ei- nerley ist, so muß auch leicht seyn durch einen Multiplicatorem zu multiplici ren, welcher 2, 3, oder mehrmal groͤsser ist als derjenige vom obigen falle. Also wann man 4 ℨ mit 16 multiplici ren soll, so muß das Product zweymal so groß seyn als dasjenige welches herauskommen wuͤrde, wann man 4 ℨ mit 8 multiplicir te. Da nun 4 ℨ mit 8 multiplici rt 4 ℥ geben, so werden 4 ℨ mit 16 oder mit 2 mal 8 multiplici rt 8 ℥ das ist 2 mal 4 ℥ geben. Jngleichem da 24 Stunden auf einen Tag gerechnet werden, so muͤssen zum Exempel 15 Stunden mit 24 multiplici rt 15 Tage geben. Dahero wann 15 Stunden mit 2 mal 24 das ist mit 48 multiplici rt werden, so muͤssen 2 mal 15 das ist 30 Tage herauskommen: sollte aber der Multiplicator 3 mal 24 oder 72 seyn, so wuͤrden 3 mal 15 das ist 45 Tage ins Product kommen. Um Um den Nutzen dieses Vortheils mehr zu erlaͤu- tern, so lasst uns setzen, daß 17 Hollaͤndische Stuͤ- ber durch 100 multiplici rt werden sollen. Da nun 20 St. einen fl. ausmachen, und folglich 17 St. mit 20 multiplici rt 17 fl. betragen, so muͤssen dieselben mit 100 multiplici rt 5 mal 17 fl. geben, weilen 100 fuͤnf mal groͤsser ist als 20; derohalben darf man nur die 17 St. mit 5 mul- tiplici ren und im Product anstatt der St. den Nahmen fl. setzen; wodurch das Product 85 fl. seyn wird. Hiemit sind nun diejenigen Vorthei- le, deren wir im Satze Meldung gethan haben deutlich genug ausgefuͤhret, daß sich derselben einjeder bey vorkommenden Faͤllen leicht bedienen kan; ehe wir aber diese Ausfuͤhrung endigen, so wollen wir noch einiger anderen Vortheile erweh- nen, welche aus eben diesem Grunde fliessen. Da wir nehmlich gewiesen haben, daß ein zweyfacher Multiplicator ein zweyfaches Product , ein dreyfacher ein dreyfaches und sofort hervorbringe; so kan man daraus, wann der Multiplicator eine grosse Zahl ist die Multiplication in zwey oder mehr Operatio nen zer- theilen; wodurch oͤfters die Multiplication leichter und geschwinder verrichtet werden kan, als auf die gewoͤhnliche Art. Als wann eine vorgegebe- ne so wohl unbenante als benante Zahl durch 12 multiplici rt werden soll, so ist zu mercken, daß 12 so viel ist als 3 mal 4, und folglich der Multipli- cator 12 ein drey mal groͤsseres Product geben muͤs- se, als der Multiplicator 4. Derowegen kan man man erstlich die vorgegebene Quantit aͤt durch 4 multiplici ren, und als dann das gefundene Pro- duct noch mal mit 3 multiplici ren; da dann eben so viel heraus kommen wird, als wann man so gleich mit 12 multiplici rt haͤtte. Als es sollen nach Hollaͤndischem Gewichte 18 ℔, 9 ℥, 13 Engl. mit 12 multiplici rt werden, so kan solches durch eine zweyfache Multiplication durch 3 und 4 folgender gestalt geschehen. Dieses Product ist nun gleich demjenigen, welches wuͤrde gefunden worden seyn, wann man sogleich mit 12 multiplici rt haͤtte, und das deswegen, weilen 12 so viel ist als 3 mahl 4. Eben dieses Product wird auch herauskommen, wann man erstlich mit 3 und hernach mit 4 mul- tiplici rt. Ferner da auch 12 so viel ist als 2 mahl 6, so koͤnte man das erste mahl mit 2 und das andere mahl mit 6 multiplici ren, oder um- gekehrt das erste mahl mit 6 und das andere mahl mit 2, wie folgt. H ℔ Solche Zertheilungen des Multiplicatoris in zwey Factores oder Multiplicatores sind nun zwar an und fuͤr sich selbst vortheilhaft, weilen mit kleineren Zahlen leichter zu multiplici ren ist als mit grossen: inzwischen aber wird hinwiederum die Arbeit groͤsser, weilen man zwey Multiplica- tio nen anstellen muß. Dem ungeacht aber be- haͤlt dennoch diese Zertheilung einen mercklichen Nutzen, wann man sich im Rechnen schon eine solche Fertigkeit erworben hat, daß man mit kleinen Zahlen gleichsam im Sinn die Multipli- cation verrichten kan. Jn diesem Falle erhaͤlt man auch oͤfters einen Vortheil, wann man den Multiplicatorem in drey oder mehr Factores zer- theilet. Als wann man durch 210 multiplici ren sollte, so koͤnte man erstlich durch 7 und dann durch 30 multiplici ren, weilen 210 so viel ist als 7 mahl 30. Wann aber durch 30 zu multipli- ci ren noch schwehr faͤllt, so kan man den Multi- plicatorem 30 noch in 5 und 6 vertheilen, weilen 30 so viel ist als 5 mahl 6. Und also kan die Mul- Multiplication durch 210 dergestalt in drey Mul- tiplicatio nen vertheilet werden, daß man erstlich durch 7, hernach durch 6 und drittens durch 5 multiplici re, weilen 210 so viel ist als 7 mahl 6 mahl 5. Wir wollen davon ein Exempel geben: es sollen 21 L. Sterl. 14 ß. 5 ₰ mit 210 multiplici rt werden; wovon die Operation also wird zu stehen kommen. Dieser Vortheil findet nun Statt, wann sich der Multiplicator in zwey oder mehr kleine Factores zertheilen laͤst, mit welchen man leicht und bequem multiplici ren kan. Da sich nun die- ses nicht bey allen vorkommenden Multiplicatio nen bewerckstelligen laͤst, so kan man sich auch dieses Vortheils nicht allzeit bedienen. Man kan aber in solchen Faͤllen einen anderen Vortheil zu Huͤlfe nehmen, welcher aus nachfolgendem Grunde fliesset. Wann man den Multiplicatorem in zwey H 2 Theile Theile vertheilet, welche zusammen addi rt den- selben wiederum hervor bringen, so kan man den Multiplicandum durch jeden Theil insbeson- dere multiplici ren, und die beyden Product zu- sammen addi ren; da dann diese Summ dem ge- suchten Product gleich seyn wird. Als wann man mit 7 multiplici ren sollte, so koͤnte man 7 in diese zwey Theile 4 und 3 zertheilen, und mit einem jeden insbesondere den Multiplicandum multiplici- ren, und die Producte addi ren; also wann der Multiplicandus 53 waͤre, so koͤnte das Product folgender gestalt gefunden werden. Vor allen Dingen ist aber hiebey zu errin- nern, daß man diese Zertheilung des Multiplica- toris in Theile mit jener so in Factores geschieht nicht confundi re, sondern dieselben von einander wohl unterscheide. Als dieser Multiplicator 15 kan in diese Factores 3 und 5 zertheilet werden; wann man aber denselben in Theile zertheilen will, so kan man dieselben entweder 7 und 8 oder oder 6 und 9 oder 5 und 10, und dergleichen mehr annehmen. Dieser Unterscheid muß auch im Gebrauch selbst wohl beobachtet werden. Dann hat man den Multiplicatorem in Factores zertheilet, so muß man immer durch einen jegli- chen Factorem das schon vorher gefundene Product multiplici ren, da dann das letzte Product dasje- nige seyn wird, welches man verlanget. Zer- theilet man aber den Multiplicatorem in Theile; so muß man immer den Multiplicandum durch einen jeden Theil insbesondere multiplici ren und die herausgebrachten Producte zusammen addi ren. Die Zertheilung des Multiplicatoris in Theile aber allein hat fuͤr sich keinen Nutzen, in dem es gemeiniglich leichter ist durch den Multiplicatorem sogleich selbst zu multiplici ren, als durch die Theile: man wuͤrde nehmlich wenig gewinnen, wann man anstatt mit 17 zu multiplici ren, den Multiplicandum erstlich mit 8 und dann mit 9 multiplici ren und beyde Producte zusammen addi- ren wollte. Wann man aber diese beyden Arten der Zertheilung in Theile und Factores zu vereini- gen und sich beyder zugleich zu bedienen weiß, so kan man dadurch oͤfters einigen Vortheil erhal- ten. Dann wann der Multiplicator eine solche Zahl ist, welche sich nicht laͤßt in Factores zer- theilen, so kan man hiedurch denselben in zwey solche Theile zertheilen, davon entweder beyde sich in bequeme Factores zertheilen lassen, oder bey dem einen Theile, weil solcher fuͤr sich klein H 3 genug genug, keine fernere Zertheilung noͤthig ist. Als wann man durch 37 multiplici ren sollte, so koͤnte man darfuͤr diese Theile annehmen 36 und 1, und jenen in diese seine beyde Factores 6 und 6 resolviren. Jn diesem Falle muͤßte man also den Multiplicandum erstlich mit 6 und das Product nochmalen durch 6 multiplici ren, und zum letzten Product den Multiplicandum durch 1 multiplici rt das ist den Multiplicandum selbst addi ren. Last uns also nach dieser Art, uachfolgendes Apothe- ker Gewicht durch 37 multiplici ren. Eben dieses Product wuͤrde man gefunden haben, wann man das vorgegebene Gewicht nach der gewoͤhnlichen Art multiplici rt haͤtte durch 37. Wir Wir wollen noch ein Exempel geben in wel- chem mit 157 multiplici rt werden soll; diese Zahl laͤst sich nun nicht in Factores zertheilen, deswe- gen muß man suchen dieselbe in zwey solche Thei- le zu zerschneiden, deren einer fuͤr sich klein genug, der andere aber sich in bequeme Factores zerthei- len lasse. Damit man aber sehe wie diese Ver- theilung amfuͤglichsten anzustellen sey, so wollen wir fuͤr den einen Theil erstlich 1, hernach 2 dann 3 und so fort annehmen, und als dann aus allen diesen Zertheilungen die vortheilhafteste auslesen. Es ist also 157 so viel als. H 4 Aus Aus diesen sind nun die Theile 7 und 150 am bequemsten, weilen 150 diese kleinen drey Fa- ctores 5, 5 und 6 hat. Sollte man aber auch mit 11 leicht im Kopfe multiplici ren koͤnnen, so wuͤrde die Eintheilung in 3 und 154 mehr Vor- theil bringen. Wir wollen im folgenden Exem- pel uns der ersteren Vertheilung bedienen. Man soll 1034 L. Sterl. 9 ß. 7 ₰ 1 Farding mit 157 multiplici ren. Vertheilung des Multiplicatoris 157 in 7 und 5 mal 5 mal 6. Nach Nach der gemeinen Art wuͤrde aber dieses Exempel also zu stehen kommen. Wir wollen aber diesen Vortheil mit gros- sen Zahlen nicht allzusehr recommendi ren, weilen nicht nur so vielerley Multiplicatio nen auch eine geraume Zeit erfordern, sondern auch die Ver- theilung in bequeme Theile und Factores oͤfters mehr Zeit und Muͤhe kosten wuͤrde, als die gan- tze Operation nach der gewoͤhnlichen Art. Jn Ansehung des Multiplicandi finden auch oͤffters einige Vortheile Statt, unter welchen der fuͤrnehmste ist, wann immer die groͤsseren Sor- H 5 ten ten 10 mal groͤsser sind als die kleinern: gleich- wie in der hiesigen Eintheilung des Rubels in 10 Griwen und des Griwens in 10 Copeken; dann in diesem Falle kan die Multiplication gleich als mit unbenanten Zahlen verrichtet werden. Die Ursach davon ist diese, weilen man ohne einige Operation anzustellen die gantze Summ sogleich in Copeken resolviren und hinschreiben kan wann dieses geschehen, so multiplici rt man die hinge- schriebene Anzahl Copeken mit dem vorge- schriebenen Multiplicatore, und reduci rt hinwie- drum das gefundene Product zu Griven und Rubl. ohne einige Muͤhe. Dann von der rechten an zu rechnen, gibt die erste Figur Copeken, die zweyte Griven, und die uͤbrigen Rubl. Man soll zum Exempel diese Summ, 297 Rubl. 7 Griwen 5 Copeken mit 23 multipli- ciren: weilen nun die vorgelegte Summ so viel ist als 29775 Copeken, so multiplici rt man diese Anzahl Copeken mit 23 Hier- Hieraus ist klar daß man auch ohne die Nahmen der Rubl. und Griwen auszulassen eben so leicht multiplici ren koͤnne, wann man sich im Sinn nur alle Zahlen so vorstellt, als wann die- selben an einander gehaͤnget waͤren: also Wann man auch nur nach Rubl. und Co- peken allein rechnet, ohne sich der Griwen Sor- ten zu bedienen, so kan auch die Multiplication eben so leicht geschehen. Dann da 1 Rubl 100 Cope- ken haͤlt, so wird die Summ sogleich in Copeken resolvirt, wann man an die Anzahl der Rubl zur rech- ten die Zahl der Copeken haͤngt; wobey nur die- ses zu erinneren, daß wann die Anzahl der Co- peken nur aus einer Figur besteht, vor dieselbe zur linken eine 0 muͤsse geschrieben werden. Also ist 57 Rubl. 42 Copeken so viel als 5742 Cope- ken; und 84 Rubl. 7 Copeken, so viel als 8407 Copeken. Hat man demnach solchergestalt die vorgegebene Summ in Copeken resolvirt, wel- che Resolution man sich nur im Sinn vorstellen kan, so multiplici rt man diese Anzahl Copeken mit dem Multiplicatore, und des Products zwey letzte Figuren nach der rechten geben die Copeken, die die uͤbrigen aber Rubl. Als wann 236 Rubl. 8 Copeken mit 47 multiplici rt werden sollen so wird die Operation also zu stehen kommen. Gleichergestalt werden solche Sorten, dar von immer 1 Stuͤck der groͤsseren 10 oder 100 Stuͤck der kleineren enthaͤlt, eben so leicht addi rt, subtrahi rt und dividi rt, als unbenante Zahlen, und erforderen keine besondere Regeln. Und um dieser Ursache willen haben wir auch in gegenwaͤr- tiger Beschreibung der Arithmeti schen Operatio- nen mit benanten Zahlen solche Sorten nicht in den Exempeln angefuͤhret. Dann in allen die- sen Operatio nen mit benanten Zahlen ist der na- tuͤrlichste Weg, daß man die verschiedenen Sor- ten auf die kleinste Sorte und dadurch auf einen einigen Naͤhmen reduci re, da dann alle Opera- tio nen eben wie mit unbenanten Zahlen angestel- let werden koͤnnen. Die besonderen Regeln aber welche wir gegeben, gehen nur dahin, daß man so wohl der Resolution vor der Operation als auch nach der Operation der Reduction uͤberhoben seyn moͤchte. Jn welchen Faͤllen nun so wohl die Re- solu- solution als Reduction ohne einige Muͤhe gesche- hen kan, wie in der Rechnung mit Rubl. Gri- wen und Copeken, in denselben ist unnoͤthig daß man die gegebenen besonderen Regeln fuͤr vieler- ley Sorten gebrauche. 3.) Wann eine aus vielerley Sorten zu- sammen gesetzte Quantit aͤt durch eine gantze Zahl dividi rt werden soll: so dividi rt man erstlich die groͤste Sorte durch den Divisorem, und schreibt den in gantzen Zahlen gefunde- nen Quotum unter dem Nahmen der groͤsten Sorte in Quotient, den uͤbergebliebenen Rest aber resolvirt man in die folgende kleinere Sorte, und addi rt dazu was von dieser Sorte im Dividendo vorhanden ist. Diese Summ dividi rt man ferner durch den Divi- sorem, schreibt den Quotum mit dem Nah- men der Sorte in den gesuchten Quotient, und verwechselt den Rest in die kleinere fol- gende Sorte, welche man zusamt demjeni- gen, was von dieser Sorte im Dividendo da ist, ferner durch den Divisorem dividi rt. Solcher gestalt verfaͤhrt man bis zur klein- sten Sorte, und was in der letzten Division uͤbrig bleibt, dasselbe schreibt man in Form eines Bruchs in den Quotien ten. Jn der Division wird immer eine solche Quantit aͤt gesucht, welche mit dem Divisore mul- tiplici rt den Dividendum wiederum hervorbringet. Es ist also der Dividendus nicht anderst anzusehen als als ein Product, welches aus der Multiplication des Quoti mit dem Divisore entspringt. Weilen nun in der Multiplication der Multiplicator allzeit eine unbenannte Zahl seyn muß. Das Product aber dem Nahmen nach dem Multiplicando aͤhn- lich gefunden wird: so muß auch in der Division entweder der Divisor oder Quotus eine unbenannte Zahl sey. Dahero entstehen zweyerley Arten der Division mit benannten Zahlen: in der erste- ren ist der Divisor eine unbenannte Zahl und fol- glich der Quotus eine benannte Zahl; welche dem Nahmen nach dem Dividendo aͤhnlich seyn muß. Die andere Art der Division entstehet wann der Divisor eine benannte Zahl und dem Dividendus dem Nahmen nach aͤhnlich ist: und in solchen Divisio nen wird der Quotus eine unbenannte Zahl. Allhier haben wir aber uns nur die erste Art abzuhandeln vorgenommen, wann der Divisor eine unbenannte Zahl ist, und zwar davon nur diejenigen Faͤlle, in welcher der Divisor eine gantze unbenannte Zahl ist, in dem wir die Division durch gebrochene Zahlen insfolgende Capitel ver- spahren. Jst demnach der Divisor eine unbenannte Zahl, so wird von dem Dividendo ein gewisser Theil gesuchet, nehmlich der so vielte Theil als der Divisor anzeigt: das ist, wann der Divisor 2 ist, so wird die Helfte der Dividendi gesuchet, ist der Divisor 3, der Drittel, ist der Divisor 4, der Viertel und so fort; und demnach muß der Quotus dem Nahmen nach dem Dividendo aͤhn- aͤhnlich seyn. Die gantze Operation aber dieser Operation wird zugleich mit dem Grunde davon deutlich aus nachfolgendem Exempel erhellen. Ein Vater verlaͤßt nach seinem Tode 6 Kinder und denselben sein Vermoͤgen von 15725 fl. 14 St. 8 ₰ Hollaͤndisch Geld, welche Erbschaft unter die 6 Kinder gleich verthei- let werden soll. Wann nun gefragt wird, wie- viel ein Kind von dieser Verlassenschaft bekomme, so ist klar, daß solches der 6te Theil der gantzen hinte r lassenen Summ seyn werde, oder die Por- tion eines Kinds wird gefunden, wann man das gantze Vermoͤgen des verstorbenen Vaters durch 6 dividi rt. Wir wollen demnach dieses Vermoͤ- gen so durch 6 dividi ren, wie solches die 6 Kin- der in der That verrichten wuͤrden. Wir neh- men derohalben erstlich die Gulden vor, und su- chen wieviel gantze Gulden einem Kinde zukom- men; welches gefunden wird, wann wir die Anzahl der fl. durch 6 dividi ren. Hieraus erhellet, daß erstlich ein jedes Kind 2620 fl. bekomme, und daß nachdem ein jedes Kind so viel fl. empfangen, noch 5 fl. unzertheilt in der Massa bleiben. Weilen nun diese 5 fl. uͤber- uͤbergeblieben, so verwechseln die Erben solche in Stuͤber und bekommen darfuͤr 100 St. weilen 1 fl. 20 St. und folglich 5 fl. 5 mahl 20 das ist 100 St. betragen. Zu diesen 100 St. thun die Erben noch die in der Erbschaft befindlichen 14 Stuͤber, und bekommen also 114 St. unter sich zu theilen. Derowegen bekommt noch ein jedes Kind 19 Stuͤber, und weilen nach Vertheilung der Stuͤber keine Stuͤber uͤberbleiben, so schreiten sie in der Vertheilung zu den noch vorhandenen 8 ₰ fort wovon also ein Kind 1 ₰ bekommt und noch 2 ₰ zuruͤck bleiben, welche weilen sie nicht fer- ner in kleinere Sorten vertheilt werden koͤnnen, so nimt ein Kind den Werth des sechsten Theils von 2 ₰ das ist \frac{2}{6} ₰ oder ⅓. Und also wird das voͤllige Erbtheil eines Kinds seyn 2620 fl. 19 St. 1⅓ ₰. Wer Wer nun diese Operation, welche wir in die- sem Divisions- Exempel angestellet haben, wohl be- trachtet, der wird finden, daß solche auf das genauste mit der im Satze gegebenen Regel uͤbereinkommt. Wir haben nehmlich erstlich die groͤste Sorte durch den Divisorem dividi rt und den Rest in die folgende kleinere Sorte resolvirt, und dazu addi rt was im Dividendo von dieser Sorte vorhanden war: ferner haben wir diese Summ wiederum durch den Divisorem dividi rt, und sind solcher ge- stalt bis zur kleinsten Sorte fortgeschritten, bey welcher wir den uͤbergebliebenen Rest in Bruchs- Form zum Quoto gesetzet haben. Diese gantze Operation kan nun am fuͤglichsten folgender ge- stalt vorgestellet werden. J Da Da nun hieraus so wohl die Operation selbst als der Grund davon erhellet, so wollen wir nur zu einigen Exempeln fortschreiten, und was in verschiedenen Faͤllen noch anzumercken ist anzeigen. I. Ein Kaufmann hat an Juchten 23 Berkowitz, 5 Pud, 27 ℔, davon verkauft er den vier- ten Theil; nun wird gefragt wieviel er ver- kauft habe? Antw. Weilen der Kaufmann den vier- ten Theil verkauft hat, so muß man suchen, wieviel der vierte Theil der gantzen Partie austrage, das ist man muß die gantze Partie durch 4 dividi ren, da dann der Quotus das gesuchte anzeigen wird. Berkw. 10 ⏝ Pud 40 ⏝ ℔ Quotus II. Ein Kaufmann hat in Commission eincaßirt 8725 Thlr. 15 Ggl. 8 ₰, soll davon den 75sten Theil fuͤr seine Muͤhe haben, wieviel betraͤgt solcher? Antw. Antw. Der 75ste Theil wird gefunden, wann man die gantze Summ durch 75 divi- di rt: dahero wird diese Belohnung folgender gestalt durch die Division gefunden. J 2 Oefters Oefters kommen auch im Dividendo keine kleineren Sorten vor; dennoch aber pflegt man im Quoto, wann ein Rest in der Division uͤber- bleibt, denn Quotum in kleineren Sorten aus- zudruͤcken, nach der vorher gewiesenen Art; in dem man die Stellen der kleineren Sorten im Dividendo als ledig betrachtet, wie aus folgen- den Exempeln zu sehen. III. Man verlangt zu wissen, wieviel der 7te Theil von 4925 L. Sterl. austrage? Antw. Der siebente Theil wird gefun- den, wann man die gegebene Summ durch 7 dividi rt; wie folgt. IV. Eine Person in Holland genießt eine jaͤhrli- Pension von 1000 fl. und verlangt zu wissen, wieviel solche auf einen Monath betrage? Antw. Da ein Jahr zu zwoͤlf Monathen gerechnet wird, so wird der monathliche Be- trag von dieser jaͤhrlichen Pension der 12te Theil Theil von 1000 fl. seyn, und folglich gefun- den werden, wann man 1000 fl. durch 12 dividirt; also: Es pflegt auch zu geschehen, daß von der groͤsten Sorte weniger Stuͤcke vorhanden sind als der Divisor ist, und also in den Quotum kein Stuͤck von der groͤsten Sorte kommen kan. Jn solchen Faͤllen muß demnach sogleich die groͤste Sorte in die folgende kleinere Sorte verwechselt werden; worauf die Operation wie vorher fort- gesetzet wird. Solten aber noch von dieser klei- neren Sorte weniger Stuͤcke vorhanden seyn, als durch den Divisorem getheilt werden koͤnnen, so J 3 muß muß man solche in eine noch kleinere Sorte ver- wandeln, und wann keine kleinere Sorte mehr gebraͤuchlich ist, so wird der Quotus in der Ge- stalt eines Bruchs angezeigt. V. Wann jemand seinem Bedienten 10 Rubl des Jahrs Lohn gibt, wieviel ist er demselben in einem Monath zu geben schuldig? Antw. Hier muͤssen wiederum die 10 R. durch 12 getheilet werden, weilen aber 12 groͤsser ist als 10, so muß man die 10 Rubl in eine kleinere Sorte als Griwen oder Cope- ken verwandeln, wie folgt. VI. Wann VI. Wann wir setzen, daß die Sonne in 365 Tagen an dem Himmel die 12 Himmlischen Zeichen durchlauffe, wieviel absolvi rt die Sonne an einem Tage? Antw. Weilen die Sonne immer gleich geschwind zu lauffen angenommen wird, so wird der taͤgliche Weg, welchen die Sonne zuruͤck legt der 365ste Theil seyn von den 12 Himmlischen Zeichen. Es wird aber ein jedes Himmlisches Zeichen eingetheilt in 30 Grade, und ferner 1 Grad in 60 Minu- ten, 1 Minute aber in 60 Secunden, 1 Secunde in 60 Tertien und so fort. De- rohalben werden 12 Zeichen folgender gestalt durch 365 getheilet werden. J 4 60 Wann im Dividendo bey der kleinsten Sorte Bruͤche vorkommen, so dividi rt man zwar wie gelehret worden bis auf die kleinste Sorte; der Rest aber, welcher in der Division der klein- sten Sorte uͤberbleibt, wird mit zum vorhande- nen Bruche geschlagen und beyde zusammen durch den Divisorem dividi rt, wie in der Division mit gebrochenen Zahlen gelehret worden. VII. Ein Stuͤck Gold wiegt 5  , 6 ℥, 9 Engl. 20¾ Aß, dasselbe soll in 16 gleiche Theile getheilt werden, wie schwehr muß ein Theil seyn? Antw. Hier ist klar, daß das gegebene Gewicht des Stuͤcks Goldes durch 16 divi- di rt di rt werden muͤsse, da dann der Quotient das Gewicht eines Theiles anzeigen wird. In diesem und den vorhergehenden Exem- peln haben wir immer bey der Multiplication, wo- durch eine groͤssere Sorte in eine kleinere resolvirt wird, zugleich die Stuͤcke von der kleineren Sor- te mit addi rt, wie aus Ansehung der Operatio nen leicht zu sehen. J 5 Wir Wir koͤnnten hier bey der Division auch der- gleichen Vortheile anzeigen, wie bey der Multi- plication, allein da der Nutzen davon von keiner oder doch sehr geringer Wichtigkeit ist; so haben wir nicht noͤthig, uns dabey aufzuhalten. Un- terdessen ist doch dienlich zu erinneren, daß man auch in der Division den Divisorem in Factores zertheilen, und die Division durch dieselben ins- besondere anstellen koͤnne. Nehmlich wann man durch 15 dividi ren sollte, so koͤnnte man diesen Divisorem in seine Factores 3 und 5 zertheilen, und darauf den Dividendum erstlich durch 3, und dann den gefundenen Quotum nochmahlen durch 5 dividi ren; da dann dieser zweyte Quotus eben so groß seyn wuͤrde, als wann man so gleich durch 15 dividi rt haͤtte. Auf diese Art kan also nach- folgende Zahl durch 15 d v di rt werden. Solches Vortheils kan man sich demnach bedienen, wann man dadurch die Rechnung zu verkuͤrzen glaubet. Was aber die andere Zerthei- lung in Theile, welche bey der Multiplication ist angefuͤhret worden betrifft, so ist wohl zu mer- cken, daß dieselbe bey der Division gantz und gar nicht Statt finde; weswegen man sich darvor, um nicht in Jrrthum zu verfallen, wohl fuͤrzuse- hen hat. Cap. IV. Cap. IV. Von der Division benannter Zahlen durch benannte Zahlen. 1. W Ann der Divisor auch eine benannte Zahl ist gleich dem Dividendo, so daß beyde Nahmen fuͤhren von einerley Art, so wird der Quotus eine unbenannte Zahl, und also gefunden. Man resolvirt beyde den Divisorem und Dividendum auf einerley Benennung, und wann solches geschehen, so dividi rt man die Zahl, welche fuͤr den Divi- dendum gefunden worden, durch die Zahl, so man fuͤr den Divisorem heraus gebracht hat; und bekommt solchergestalt den gesuchten Quotum, welcher entweder eine unbenannte gantze oder gebrochene Zahl seyn wird. Diefes ist die andere Art der Division von welcher vorher Meldung ist gethan worden. Dann da der Dividendus immer das Product ist, welches herauskommt, wann man den Divisorem durch den Quotum multiplici rt, in gegenwaͤrtigem Falle aber der Dividendus eine benannte Zahl ist, so muß entweder der Divisor oder der Quotus eine benannte benannte Zahl, der andere aber eine unbenannte Zahl seyn, wie aus der Natur der Multiplication erhellet. Jn der vorhergehenden Art haben wir nun gesetzet, daß der Divisor eine unbenannte Zahl sey, da dann der Quotus eine benannte Zahl wor- den ist. Nunmehro nehmen wir aber fuͤr den Divisorem eine benannte Zahl an, und muß folg- lich fuͤr den Quotum eine unbenannte Zahl ge- funden werden. Jn diesem Falle sind demnach der Divisor und der Dividendus benannte Zahlen von einerley Art, das ist solche welche entweder gleiche Nahmen fuͤhren, oder doch solche ver- schiedene Nahmen, welche unter sich verglichen werden koͤnnen. Jn einer solchen Division wird demnach gefragt, wieviel malen der Divisor im Dividendo enthalten sey, auf die Frage aber, wieviel mal, kan nicht ander so als durch eine unbenannte Zahl geantwortet werden. Dann wann man zum Exempel 12 Rubl. durch 4 Rubl. theilen soll, so ist dieses nichts anders, als man soll anzeigen, wieviel mal 4 Rubl. in 12 Rubl. enthalten seyen; oder wieviel malen 4 Rubl. ge- nommen werden muͤssen, daß 12 Rubl. heraus kommen. Solches geschieht nun in 3 malen und dahero sagt man, daß 4 Rubl. in 12 Rubl. 3 mal enthalten seyn und daß folglich wann 12 Rubl. durch 4 Rubl. dividi rt werden, der Quo- tus 3 seyn muͤsse; und ist also einerley ob man 12 Rubl. durch 4 Rubl. oder in unbenannten Zahlen 12 durch 4 theilet, in dem in beyden Faͤllen Faͤllen fuͤr den Quotum einerley unbenannte Zahl nehmlich 3 gefunden wird. Gleichwie nun Rubl. durch Rubl. eben so dividi rt werden wie unbenannte Zahlen, so ver- stehet sich von selbsten, daß ein gleiches Statt finde, so offt beydes der Divisor und der Divi- dendus nur aus einerley Sorten bestehen und ei- nen gleichen Nahmen fuͤhren. Wann also zum Exempel 1039 Pud durch 12 Pud dividi rt wer- den sollen, so darf man nur um den Quotum zu finden in unbenannten Zahlen den Dividendum 1039 durch den Divisorem 12 dividi ren. Demnach sind 12 Pud in 1039 Puden 86 \frac{7}{12} mal enthalten, oder wann man 12 Pud mit 86 \frac{7}{12} multiplici ret, so kommt der Dividen- dus 1039 Pud heraus. Da nun solche Faͤlle, wann so wohl der Divisor als Dividendus nur einen und zwar eben denselbigen Nahmen fuͤhren, keine weitere Schwierigkeit haben, so fluͤsset da- her auch die Division, wann entweder der Divisor oder der Dividendus oder beyde zugleich aus ver- schiedenen Sorten bestehen und ungleiche Nah- men men fuͤhren. Dann in solchen Faͤllen darf man nur beydes den Divisorem und Dividendum nach den Regeln der Resolution auf einerley und glei- che Nahmen bringen; und wann solches gesche- hen, die Division gleich als mit unbenannten Zah- len anstellen. Wann also zum Exempel in Hol- laͤndischem Gelde 215 fl. 9 St. 8 ₰ durch 24 fl. 12 St. 3 ₰ dividi rt werden sollen, so ist der Divisor 24 fl. 12 St. 3 ₰ der Dividendus aber 125 fl. 9 St. 8 ₰. Weilen nun hier so wohl der Divisor als der Dividendus aus verschiedenen Sorten bestehen, so muß man beyde vorher auf eine und eben dieselbe Sorte bringen. Wir wol- len demnach beyde in ₰ verwandeln nach der Resolution. Man Man dividi rt also anjetzo den Betrag des Dividendi in ₰ durch den Betrag des Divisoris in ₰ nach der gewoͤhnlichen Art. Derohalben ist der gesuchte Quotus dieser 8 \frac{1984}{2625} , durch welchen wann man den Divisorem multiplici rt, der Dividendus im Product erscheinen wird. Bey dieser Resolution ist es aber einerley auf was fuͤr einen Nahmen der Divisor und Di- videndus gebracht werden, wann es nur beyden einerley Nahme ist, und also wuͤrde fuͤr das ge- gebene Exempel einerley Quotus gefunden wer- den, wann man den Divisorem und Dividen- dum entweder in Stuͤber oder Gulden resolvirt haͤtte. Weilen aber in diesen Faͤllen Bruͤche durch einander zu dividi ren aufstossen wuͤrden, so ist wohl der kuͤrzeste und natuͤrlichste Weg, daß man den Dividendum und Divisorem in die geringsten Sorten, welche in beyden einerley seyn muͤssen, verwandle. Derowegen wann gleich in einer von diesen zweyen Quantit aͤten, nehmlich dem Divisore und Dividendo, keine so kleine Sorte vorkommen sollte, als in der andern, so so muͤssen doch beyde Quantit aͤten auf die klein- ste Sorte, welche in entwederer derselben vor- kommt resolvi rt werden. Dann bey dieser Art der Division wird fuͤrnehmlich erfordert, daß so wohl der Divisor als Dividendus einerley Nah- men bekommen, und dabey beyde in einerley Nah- men verwandelt werden. Uber das muͤssen die Nahmen nicht nur gleich seyn, sondern auch eine gleiche Bedeutung haben; Dann obgleich zum Exempel der Nahme Pfund einerley waͤre, so gibt es doch so vielerley verschiedene Pfund, daß zu unserer Division nicht nur die Einigkeit des Nahmens sondern auch der Bedeutung unum- gaͤnglich erfordert wird. I. Es sollen 34 Berkw. 5 Pud 36 ℔ durch 4 Berkw. 8 Pud 24 ℔ dividi rt werden wie groß wird der Quotus seyn. Antw. Lasst uns vor allen Dingen beyde Quantit aͤten in ℔ resolviren. Und Und anjetzo die ℔ des Dividendi durch die ℔ des Divisoris dividi ren. Derohalben ist der gesuchte Quotus 7 \frac{19}{162} . II. Man verlangt den Quotum zu wissen welcher herauskommt, wann man nach dem Apothe- ker Gewicht 25 ℔, 10 ℥, 4 ℨ dividi rt durch 6 ℥, 3 ℨ, 1 ℈? Antw. Die kleinste Sorte, welche sich hier in diesen zweyen Gewichten befindet, ist ℈, und deswegen muß man so wohl den Diviso- rem als den Dividendum in Scrupel resolviren; und alsdann den Werth des Dividendi in ℈ durch den Werth des Divisores in ℈ dividi ren. K Divisor III. Ein Kaufmann hat fuͤr einen anderen an baarem Gelde ausgelegt 8725 Thlr. 15 Ggl. 8 ₰, berechnet darfuͤr fuͤr seine Provision 116 Thlr. 8 Ggl. 2 \frac{38}{75} ₰; nun ist die Frag den wievielten Theil von der gantzen Summ derselbe fuͤr den Vorschuß gerechnet habe? Antw. Allhier wird also gefragt den wie- vielten Theil die gerechnete Provision 116 Thlr. 8 Ggl. 2 \frac{38}{75} ₰ von der gantzen Summ 8725 Thlr. 15 Ggl. 8 ₰ betrage; und wird demnach die Antwort gefunden werden, wann wann man die gantze Summ durch die an- gesetzte Provision dividi rt; wir bringen dem- nach beydes zu ₰. Nun bringe man den gantzen Divisorem in 75ste Theile eines ₰, welches geschieht, wann man die gantze Zahl 33506 mit 75 multiplici rt. Weilen aber 75 accurat ¾ aus 100 machen, so darf man nur erstlich mit 100 multiplici ren, und das Product 3350600 noch mit ¾. Eine jegliche Quantit aͤt aber wird mit ¾ multiplici rt, wann man von derselben ihren Viertel abzieht, und also wird die vorgegebene Zahl folgender gestalt mit 75 multiplici rt werden. K 2 33506 Also haben wir dieses Divisions- Exempel. in welchem, weilen der Dividendus just dem Zehler des Divisoris gleich ist, so gibt der Nen- ner des Divisoris den Quotum. Hieraus erhellet nun, daß fuͤr die Provision der 75ste Theil der Haupt-Summe gerechnet werden sey. IV. Es sollen 147 L. Sterl. 9 ß. 8 ₰ dividi rt werden durch 5 L. Sterl. Antw. Nach der beschriebenen Art muͤs- sen wir also vor allen Dingen beyde den Di- visorem und Dividendum auf ₰ resolviren. Divisor also Dieses Exempel kan leichter ausgerechnet werden, wann man die fuͤr den Divisorem gege- benen 5 L. Sterl. nicht in kleinere Sorten re- solvirt; hingegen aber den gantzen Dividendum auf den Nahmen L. Sterl. bringt: da dann, weilen man wiederum beyderseits einerley Be- nennung nehmlich L. Sterl. hat, die Division gleich als mit unbenannten Zahlen angestellt wer- den kan, also K 3 Divisor also Jn welchen Faͤllen aber diese Art zu divi- di ren vortheilhafter ist als die vorherbeschriebene, davon wollen wir im folgenden Satze insbeson- dere handeln. 2.) Wann der Divisor nur aus einer Sorte bestehet, so kan man denselben un- veraͤndert lassen, hingegen aber den gantzen Dividendum auf eben denselbigen Nahmen resolviren, welchen der Divisor fuͤhret, und alsdann die Division gleich als mit unbenan- ten Zahlen verrichten. Bestehet aber der Divisor zwar aus etlichen Sorten, welche aber nicht so klein sind als im Dividendo vor- kommen, so bringet man nur den Divisorem auf auf die kleinste Sorte, welche darinn vor- kommt; und in eben diejenige Sorte r sol- virt man den Dividendum, ob darinn gleich noch kleinere Sorten vorhanden sind. Wann der Divisor und Dividendus benante Zahlen sind, und verschiedene Nahmen fuͤhren, so bestehet die erste Arbeit darinn, daß man beyde auf einerley und einen gleichen Nahmen bringe; und alsdann die Division gleich als mit unbenan- ten Zahlen anstelle. Es ist demnach gleichviel auf was fuͤr eine Benennung der Divisor und Dividendus gebracht werde, wann nur beyde auf einerley Nahmen resolvirt werden. Jm vo- rigen Satze haben wir zwar zu diesem Ende die kleinste Sorte erwehlet, welche in entwederem von beyden vorkommt, welches hauptsaͤchlich um Bruͤche zu vermeiden geschehen ist, in dem da- rinn ein nicht geringer Vortheil stecket, wann man gantze Zahlen statt Bruͤche durch einander zu dividi ren hat. Allein da es auch sehr leicht ist die Division in Bruͤchen zu bewerckstelligen wann nur der Divisor eine gantze Zahl ist, so ist unnoͤthig den Divisorem in kleinere Sorten zu verwandeln als darinn wuͤrcklich vorkommen. Jm Dividendo hat man also darauf nicht zu se- hen, ob derselbe mit Bruͤchen verknuͤpfet ist oder nicht, wann nur der Divisor nur eine einige Sorte enthaͤlt und dabey eine gantze Zahl ist, so darf man nur den gantzen Dividendum auf eben diejenige Sorte resolviren; und nicht darauf sehen K 4 ob ob Bruͤche darinn vorkommen oder nicht. Wann nun dieses geschehen, so dividi rt man nach der allgemeinen Regel, den Dividendum durch den Divisorem als unbenannte Zahlen. Bestehet aber der Divisor aus etlichen Sorten, so bringt man denselben auf den Nahmen der kleinsten Sorte welche darinnen vorkommt; auf eben den- selbigen Nahmen aber bringt man auch den Di- videndum, wann auch gleich darinn noch kleine- re Sorten vorhanden seyn sollten. Die Haupt- Regel hiebey ist, daß man die Zahl des Divisoris ohne Noth nicht vergroͤssere, sondern so klein be- halte als immer moͤglich ist, wann solche nur eine gantze Zahl bleibet. Was nun dieses auch fuͤr eine Sorte ist, in welche der Divisor durch die kleinste gantze Zahl ausgedruͤckt werden kan, in eben diejenige Sorte muß man auch den Divi- dendum verwandeln. Derohalben wann gleich im Divisore nur eine Sorte vorhanden waͤre, in derselben aber ein Bruch vorkaͤme; so muͤßte man den Divisorem und der Dividendum, nach dem solcher auf eben diejenige Sorte gebracht worden, mit dem Nenner desselben Bruchs multiplici ren, damit der Divisor eine gantze Zahl wuͤrde. Al- les aber was hiebey zu bemercken ist, wird am fuͤglichsten durch Exempel erlaͤutert werden. I. Es sollen 24 fl. 5 St. 12 ₰ durch 1 fl. dividi rt werden, von welcher Division man den Quotum zu wissen verlangt? Antw. Antw. Weilen allhier der Divisor 1 fl. ist, so muß man auch den Dividendum auf den Nahmen fl. reduci ren, bey welcher Ope- ration man von der kleinsten Sorte anfaͤngt, bis man gefunden den vievielten Theil eines Guldens die vorhandenen kleineren Sorten 5 St. 12 ₰ austragen, welches also geschieht. Weilen nun der Divisor 1 fl. ist und folglich 24 \frac{23}{80} durch 1 dividi rt werden muͤssen, so gibt der Dividendus sogleich den verlangten Quotum, welcher also seyn wird 24 \frac{23}{80} . So oft demnach der Divisor nur ein Stuͤck von einer einzigen Sorte enthaͤlt, so findet man den Quotum sogleich, wann man nur den Divi- dendum auf denselbigen Nahmen, welchen der Divisor fuͤhret, gebracht hat; in dem der Divi- dendus, nach dieser Resolution den Quotum selbst anzeigt, wann man nur den Nahmen der Sorte aussenlaͤßt und denselben als eine unbenannte Zahl ansiehet. Weilen nun solche Faͤlle in der Regula de Tri sehr oft vorkommen, so wollen wir davon noch mehr Exempel beyfuͤgen. K 5 II. Man II. Man verlangt zu wissen wieviel mahl 1 Pud enthalten sey in 7 Pud 30 ℔ 24 Solotnick? Antw. Um diesen Quotum zu finden muß man also den Dividendum, nehmlich 7 Pud 30 ℔ 24 Solotn. unter den Nah- men Pud bringen. Also ist der Dividendus 7 \frac{121}{160} Pud, welcher durch den Divisorem 1 Pud dividi rt gibt fuͤr den Quo- tum 7 \frac{121}{160} . III. Ein Jahr wird von den Astronomis angege- ben 365 Tag 5 Stunden 48′, 57″, 12‴; diese Zeit soll durch 1 Tag dividi rt werden, oder man verlangt zu wissen, wieviel Tage und Theile eines Tags in einem Jahre ent- halten seyen? Antw. Weilen der Divisor 1 Tag, so muß die Zeit eines Jahrs auf den Nah- men Tage gebracht werden. 365 ist also der Dividendus 365 \frac{52343}{216000} Tag. und folglich der gesuchte Quotus 365 \frac{52343}{216000} . IV. Nach IV. Nach Hollaͤndischem Gewichte soll durch 1 Unze getheilt werden dieses Gewicht 4 ℔ 13 ℥ 15 Engl. 24 Aß. wie groß wird der Quotus seyn? Antw. Weilen hier der Divisor 1 Unze ist, so muß der gantze Dividendus auch auf den Nahmen ℥ gebracht werden. Jst also der Dividendus 77 \frac{63}{80} Unzen welcher durch 1 ℥ dividi rt gibt fuͤr den Quotum 77 \frac{63}{80} . V. Man soll 546 Thl. 18 Ggl. 8 ₰ durch 6 Thl. theilen, und den Quotum anzeigen? Antw. Jm Dividendo werden erstlich die Ggl. und ₰ zu Thl. gebracht. 546 546 \frac{7}{9} Thlr. fuͤr den Dividendum diesen durch den Divisorem 6 Thlr. dividirt. 6) 546 \frac{7}{9} (91 \frac{7}{54} Quotus. VI. Nachdem Reichs-Geld soll man diese Summ 4027 fl. 9 Batz. 3½ Kr. theilen durch 7 fl. 3 Batzen? Antw. weilen im Divisore Batzen die kleinste Sorten sind, so reducire man den Divisorem und Dividendum zu Batzen. also VII. Nach- VII. Nachdem Nuͤrenberger Gewicht soll man dividi ren 179 ℔ 27 Loth 2 Ouintl. durch 9½ ℔? Antw. Obgleich im Divisore ½ ℔ vor- handen, so bringe man doch den gantzen Dividendum auf den Nahmen ℔. 3. Wann der Dividendus etweder nur aus einer Sorte bestehet, oder nicht so klei- ne Sorten enthaͤlt als der Divisor, so kan man man auch beyde nur auf die kleinste Sor- te des Dividendi resolviren, da man dann eine gantze Zahl durch einen Bruch oder eine vermischte Zahl wird zu dividi ren ha- ben, welches auch leicht geschehen kan. Oder man kan in solchem Falle die Opera- tion umkehren und den Divisorem durch den Dividendum nach der vorigen Regel dividi ren: den gefundenen Quotum aber, nach dem sol- cher in einen einzel e n Bruch gebracht wor- den, dergestalt umkehren, daß man den Zehler an des Nenners, und den Nenner an des Zehlers Stelle setze. Die Absicht dieses Satzes gehet wieder da- hin, daß man so viel als moͤglich grosse Zahlen und auch Bruͤche vermeide. Gleichwie wir nun im vorigen Satze angezeigt haben, daß man den Divisorem auf die kleinste gantze Zahl bringen, und den Dividendum in eben diejenige Sorte re- solviren soll, also kehren wir hier die Sache um und resolviren den Dividendum in einer solche Sor- te, in welcher derselbe durch die kleinste gantze Zahl ausgedruͤckt wird. Jn beyden Faͤllen ist aber der Vortheil bey nahe einerley, und ist fast gleich leicht eine gebrochene oder vermischte Zahl durch eine gantze, oder umgekehrt eine gantze Zahl durch eine gebrochene oder vermischte zu di- vidi ren; wie aus den oben gegebenen Regeln der Division mit Bruͤchen genugsam erhellet. Dieses wird aber deutlicher dargethan durch die im im Satze gemeldte Versetzung des Divisoris und Dividendi unter sich, welche, weilen sie uns die Natur der Division gruͤndlicher vor die Augen leget wohl verdienet mit groͤsserer Aufmercksam- keit betrachtet zu werden. Wir haben nehmlich gesagt, daß man um den Quotum zu finden, wel- cher aus der Division des Dividendi durch den Divisorem entspringet, die Operation umkehren und den Divisorem durch den Dividendum divi- di ren koͤnne; als dann aber diesen gefundenen Quotum, nach dem solcher in die Form eines einzelen Bruchs gebracht worden, wiederum umkehren, und den Zehler an des Nenners, den Nenner aber an des Zehlers Stelle setzen muͤsse. Daß aber auf diese Art der wahre Quotus ent- springe, kan aus demjenigen, was oben von der Natur der Bruͤche erwiesen worden, leicht dar- gethan werden. Dann da ein Bruch nichts an- ders anzeiget, als den Quotum, welcher heraus- kommt, wann man den Zehler durch den Nen- ner dividi rt, so kan hinwiederum der aus ei- ner Division entstehende Quotus durch einen Bruch ausgedruͤckt werden, dessen Zehler der Dividendus, der Nenner aber der Divisor ist. Wann wir nun auf die verkehrte Art den Divi- sorem durch den Dividendum dividi ren, und den gefundenen Quotum in die Form eines einzelen Bruchs bringen, so erhalten wir einen Bruch dessen Zehler der Divisor der Nenner aber der Dividendus seyn wird. Wann wir nun ferner diesen diesen Bruch wiederum umkehren, den Zehler und Nenner nehmlich unter sich verwechseln, so erhalten wir einen Bruch dessen Zehler der Dividendus, der Nenner aber der Divisor seyn wird; und ist folglich dieser Bruch der wahre Quotus, welcher herauskommt, wann man den Dividendum durch den Divisorem dividi rt. Der Vortheil, welcher aus dieser Betrachtung ent- springt, bestehet darinn, daß wann man mit ge- ringerer Muͤhe den Divisorem durch den Divi- dendum dividi ren kan, man diese Division ver- richte, und alsdann den gefundenen Quotum nach der gegebenen Vorschrifft umkehre. Als wann man sollte 3 durch 15 dividi ren, so divi- di re ich 15 durch 3 und kehre den Quotum 5 oder in Bruchs Form \frac{5}{1} um, und bekomme also ⅕, welches der Quotus ist, wann 3 durch 15 dividi rt wird. Wann man ferner 6 durch 9 dividi ren sollte, so kan man 9 durch 6 divi- di ren, und den Quotum 1½ in Form eines ein- zelen Bruchs \frac{3}{2} umkehren, da dann ⅔ den gesuch- ten Quotum gibt. Weilen nun aus dem vori- gen Satze zur Gnuͤge erhellet, wie der Divisor beschaffen seyn muͤsse, damit die Division auf die dort beschriebene Art erleichteret werde, so wird man auch daraus leicht erkennen, wann der Di- videndus diejenige Eigenschaft hat, welche wir dorten an dem Divisore erfordert haben. So oft sich nun solches findet, so darf man nur die Division umkehren, und nach denselbigen Regeln L den den Divisorem durch den Dividendum dividi ren: und wann dieses geschehen den gefundenen Quo- tum, nachdem man denselben in die Form eines einzelen Bruchs gebracht hat, umkehren. Die- ses Vortheils kan man sich also bedienen, wann wie wir schon gemeldet haben, der Dividendus entweder nur aus einer einzelen Sorte bestehet, oder nicht so kleine Sorten enthaͤlt als der Di- visor. Jn diesen Faͤllen bringt man also den Divisorem und Dividendum beyde unter den klein- sten Nahmen, welcher im Dividendo vorkommt und dividi rt entweder nach der natuͤrlichen Art den Dividendum durch den Divisorem oder aber nach der hier angezeigten verkehrten Art den Divisorem durch den Dividendum, und kehret den Quotum um. I. Man soll 1 fl. Hollaͤndisch Geld dividi ren durch 2 fl. 12 St. 4 ₰? Antw. Man bringe den gantzen Diviso- rem unter den Nahmen fl. also Jst Jst also der Divisor 2 \frac{49}{80} fl. und der Divi- dendus 1 fl. dahero der Quotus also gefunden wird. Wann man aber die Division umkehren und den Divisorem durch den Dividendum dividi- ren will, so hat man sogleich fuͤr den Quotum 2 \frac{49}{80} das ist in Forme eines einzelen Bruchs \frac{209}{80} ; welcher umgekehrt gibt den verlangten Quotum \frac{80}{209} . II. Man soll nach dem Apothe ker Gewicht 1 ℔ dividi ren durch 3 ℥, 4 ℨ? Antw. Man bringe zu erst den Divisorem 3 ℥, 4 ℨ unter den Nahmen ℔. Weilen nun der Dividendus ist 1 ℔, so muß man 1 durch \frac{7}{24} dividi ren Quotus \frac{7}{24} ) 1 ( \frac{24}{7} das ist 3 \frac{3}{7} . L 2 Will Will man aber den Divisorem durch den Dividendum dividi ren, so hat man sogleich fuͤr den Quotum diesen Bruch \frac{7}{24} , welcher umgekehrt gibt \frac{24}{7} das ist 3 \frac{3}{7} . fuͤr den wahren verlangten Quotum. III. Es sind gegeben 85 Pud, welche sollen divi- di rt werden durch 52 Pud, 24 ℔, 8 Loth, von dieser Division verlangt man den Quo- tum zu wissen? Weilen im Dividendo nur Pud enthalten sind, so bringe man den gantzen Divisorem unter eben diese Benennung von Puden. also ist der Divisor 52 \frac{97}{150} Pud, dadurch sol- len 85 Pud dividi rt werden. das ist \frac{160}{8417} mit 85 multiplici ren. kommt kommt also fuͤr den Quotum IV. Man soll 5 Thlr. 1  Luͤbisch theilen durch 8 Thlr. 2  , 7 ß. 8 ₰? Antw. Weilen die kleinste Sorte, so im Dividendo vorkommt in  bestehet, so resolvire man so wohl den Divisorem als Di- videndum in Mark. Nun dividi re man den Divisorem durch den Dividendum L 3 16) ist also dieser verkehrte Quotus 1 \frac{503}{768} das ist \frac{1271}{768} , welcher umgekehrt gibt \frac{768}{1271} fuͤr den wah- ren Quotum. Aus allem diesem ist nun genugsam zu er- sehen, daß man dergleichen Divisio nen auf vieler- ley Art anstellen koͤnne. Dann das Haupt- Fundament bestehet darinn, daß man so wohl den Divisorem als den Dividendum auf eine ein- zele und beyderseits eben diejenige Sorte reduci re, dahero die Division auf so vielerley Art angestelt werden kan, als Sorten in dem Divisore und Dividendo zugleich enthalten sind; alle diese ver- schiedene Arten aber muͤssen immer einerley Quo- tum geben. Aus allen diesen verschiedenen Ar- ten ist nun dienlich diejenige auszulesen, nach welcher der Quotus mit der leichtesten Muͤhe ge- funden werden kan; in welcher Wahl nicht alle Rechner uͤbereinstimmen werden. Dann dieje- nigen, welche nicht gerne mit Bruͤchen umge- hen, werden die erst angefuͤhrte Art den uͤbrigen weit vorziehen, in welcher beydes der Divisor und und Dividendus auf die kleinste vorhandene Sorte reduci rt werden. Auf diese Art aber, welche zwar wegen der Vermeidung der Bruͤche ihre besondere Vortheile hat, kommt man oͤfters auch auf sehr grosse Zahlen; wer demnach lieber mit gebrochenen als allzugrossen gantzen Zahlen rech- net, derselbe wird die zwey letzteren Arten der ersten oͤfters vorziehen. Dieses beruhet nun hauptsaͤchlich auf dem Genie des Rechners, wel- cher durch eine geringe Muͤhe die fuͤr sich vor- theilhafteste Art zu dividi ren in einem jeglichen Fall bald wird ausfinden koͤnnen. An und fuͤr sich selbsten pflegen zwar der- gleichen Divisions- Exempel, in welchen so wohl der Divisor als Dividendus benannte Zahlen sind, sehr selten vorzukommen, weswegen man auch in den meisten Rechen-Buͤchern diese Art der Division unberuͤhret antrifft. Dem ungeacht aber ist diese Art nicht nur von sehr grossem Nu- tzen, sondern ist so gar das Fundament der Re- gula de Tri mit benannten Zahlen; und enthaͤlt den fuͤrnehmsten Theil der gantzen Operation in sich. Dahero geschieht es, daß diejenigen, wel- che diese Division in den Arithmeti schen Operatio- nen uͤbersprungen haben, hernach in der Regula de Tri entweder diese Operation allererst beschrei- ben, und zur Ubung bringen muͤssen; oder aber dieselbe in die so genannte Jtaliaͤnische Practicam einhuͤllen. Weilen nun unser Endzweck in diesem L 4 Wercke Wercke ist, die Arithmeti schen Operatio nen nicht nur aus ihrem Grunde zu beschreiben, sondern auch die fuͤrnehmsten Vortheile, deren man sich dabey bedienen kan, anzuzeigen, als worinn die gantze gemeldete Welsche Practic bestehet; so ha- ben wir auch diese Art der Division, zugleich mit der folgenden Art der Multiplication allhier bey den Operatio nen auszufuͤhren fuͤr noͤthig befunden; damit wir hernach in der Regula de Tri und uͤbrigen der Arithmetic einverleibten Regeln nicht allererst noͤthig haben die bey den Operatio nen dienlichen Vortheile zu beschreiben. Cap. V. Cap. V. Von der Multiplication und Division benannter Zahlen durch Bruͤche. 1. D Urch einen Bruch wird eine benannte Zahl, aus so viel Sorten dieselbe auch immer besteht, multiplici rt, wann man dieselbe erstlich durch den Zehler des Bruchs multiplici rt, und hernach das herausge- brachte Product durch den Nenner desselben Bruchs dividi rt: da dann dieser Quotus das verlangte Product anzeigen wird. Wir haben schon oben bey den Bruͤchen ge- wiesen, welcher gestalt man durch Bruͤche mul- tiplici ren muͤsse. Wir haben zwar dort haupt- saͤchlich Bruͤche mit Bruͤchen multiplici ren geleh- ret, und darfuͤr diese Regel gegeben, daß man von den Bruͤchen, welche mit einander multi- plici rt werden sollen, erstlich die Zehler und dann die Nenner durch einander multiplici ren, und das erstere Product fuͤr den Zehler, das letztere aber fuͤr den Nenner des gesuchten Products an- nehmen muͤsse. Ob nun gleich hier nur von Bruͤ- chen die Rede ist, so erstrecket sich dennoch diese Regel auch auf solche Faͤlle, in welchen entwe- L 5 dere dere Quantit aͤt von denen so durch einander mul- tiplici rt werden sollen eine gantze Zahl ist; dann eine gantze Zahl kan immer in Form eines Bruchs vorgestellet werden, wann man dieselbe als den Zeh- ler und 1 als den Nenner betrachtet. Wann demnach eine gantze Zahl mit einem Bruche mul- tiplici rt werden soll, so multiplici rt man dieselbe mit dem Zehler des Bruches, und schreibt unter das Product den Nenner desselben Bruchs in Bruchs-Form: so daß fuͤr das verlangte Pro- duct ein Bruch gefunden wird, dessen Zehler das Product ist aus dem Zehler des Bruchs und der gantzen Zahl, welche mit einander multipli- ci rt werden sollen: der Nenner aber kommt mit dem Nenner des Bruchs dadurch multiplici rt werden soll uͤberein. Weilen nun der Werth eines Bruchs gefunden wird, wann man den Zehler durch den Nenner wuͤrcklich dividi rt, so wird auch eine jegliche Zahl durch einen Bruch multi- plici rt, wann man dieselbe erstlich mit dem Zeh- ler des Bruchs multiplici rt, und was heraus- gekommen, durch den Nenner dividi rt. Diese Regel ist auch allgemein und erstrecket nicht nur auf gantze Zahlen, welche mit Bruͤchen multipli- ci rt sollen, sondern auf aller Gattung Quantit aͤ- ten, was s o l c he auch immer fuͤr Nahmen fuͤhren. Alles dieses wird aber deutlicher werden, wann wir erstlich Statt des Multiplicatoris solche Bruͤ- che annehmen, deren Zehler 1 ist; und zeigen, daß durch einen solchen Bruch multiplici rt wird, wann wann man durch den Nenner desselben multipli- ci rt. Dann mit ½ multiplici ren ist nichts anders als die Helfte von einer Sach nehmen, und folglich so viel als durch 2 dividi ren: gleicherge- stalt wird eine Zahl durch ⅓ multiplici rt, wann man dieselbe durch 3 dividi rt und also wird die Multiplication durch einen Bruch dessen Zehler 1 ist allzeit in eine blosse Division verwandelt. Wann nun dieses seine Richtigkeit hat, so folgt daraus sehr leicht wie man durch einen Bruch dessen Zehler nicht 1 ist dividi ren muͤsse: wann man dazu den bey der Multiplication oben ange- fuͤhrten Vortheil in Erwegung ziehet; da wir gewiesen haben, daß wann sich der Multiplicator in zwey Factores zertheilen laͤst, man erstlich die Multiplication durch einen Factorem anstellen, und das gefundene Product noch mahl durch den anderen Factorem multiplici ren koͤnne. Weilen sich nun ein jeglicher Bruch dessen Zehler nicht 1 ist in zwey Factores zertheilen laͤst, davon einer eine gantze Zahl und dem Zehler des Bruchs gleich ist, der andere aber ein Bruch ist, dessen Zehler 1 der Nenner aber dem Nenner desselben Bruchs gleich ist, so wird durch einen solchen Bruch, dessen Zehler nicht 1 ist multiplici rt wer- den, wann man erstlich mit dem Zehler des Bruchs multiplici rt, und was herausgekommen, durch den Nenner dividi rt. Wann man zum Exempel mit \frac{7}{12} multiplici ren solte, so ist erstlich zu mercken, daß \frac{7}{12} so viel sey als 7 mahl \frac{1}{12} . Dero- Derohalben multiplici et man erstlich mit 7, und was herausgekommen noch mit \frac{1}{12} . Weilen nun mit \frac{1}{12} multiplici ren nichts anders ist als durch 12 dividi ren, so folgt daraus, daß eine Zahl durch \frac{7}{12} multiplici rt werde, wann man dieselbe erstlich mit 7 multiplici rt, und hernach das Product durch 12 dividi rt. Da man nun, um mit Bruͤchen zu multiplici ren, die Division mit zu Huͤlfe nehmen muß, so haben wir vorher die Di- vision durch gantze Zahlen erklaͤren muͤssen, ehe wir die Multiplication durch Bruͤche vornehmen konnten. Wir wollen demnach diese Multiplica- tion durch einige Exempel erlaͤutern. I. Es ist gegeben diese Summ Hollaͤndisches Geld: 467 fl. 12 St. 14 ₰, welche durch ½ multiplici rt werden soll? Antw. Nach der Regel muͤßte man erst- lich die vorgelegte Summ mit dem Zehler des Bruchs 1 multiplici ren, und hernach durch den Nenner 2 dividi ren: weilen aber die Multiplication mit 1 nichts veraͤndert, so darf man nur sogleich die gegebene Summ durch 2 dividi ren. Dieses erhellet fuͤrnehmlich aus dem Haupt-Grund, da wir gesagt haben, daß mit ½ multiplici ren nichts anders sey als mit 2 dividi ren: dahero wird die vorgegebene Summ folgender gestalt durch ½ multiplici rt. 2) Dieser Quotus ist nun das verlangte Pro- duct, welches aus der Multiplication durch ½ entspringet. II. Man soll die Zeit eines Jahrs, welche auf 365 Tag, 5 Stund, 48′, 57″, 12‴ gerechnet wird, mit \frac{1}{12} multiplici ren? Antw. Weilen mit \frac{1}{12} multiplici ren nichts anders ist als durch 12 dividi ren, so muß man die Jahrs-Zeit durch 12 dividi ren. Hiebey kan nun ein kleiner Vortheil angebracht wer- den, so darauf beruhet, daß man 12 in zwey Factores 3 und 4 resolviren kan, dann dahero wird, wie schon oben angezeigt worden durch 12 dividi rt, wann man erstlich durch 3, und den Quotum noch mahl durch 4 dividi rt: auf diese Art wollen wir auch die verlangte Multi- plication durch \frac{1}{12} oder Division durch 12 an- stellen. Diese Diese Vertheilung des Divisoris 12 in seine Factores 3 und 4 hat deswegen einen Vortheil, weilen man durch 3 und 4 leicht im Sinne divi- di ren kan, durch 12 aber eine jegliche Sorte auf dem Papier haͤtte dividi ren muͤssen. Weswegen diese gedoppelte Division durch 3 und 4 dennoch noch leichter faͤllt, als wann man gleich durch 12 haͤtte dividi ren wollen. III. Man verlangt zu wissen, wieviel ⅔ von die- sem Gewichte 17 Berkw. 5 Pud, 30 ℔ austragen? Antw. Wann gefragt wird, wieviel ⅔ von einer Quanti taͤt austragen, so ists eben so viel, als wan man dieselbe Quantit aͤt mit ⅔ multiplici ren soll. Durch ⅔ wird nun das vorgelegte Gewicht multiplici ret, wan man dasselbe erstlich durch 2 multiplici rt, und was herauskommen durch 3 dividi rt: also IV. Es IV. Es ist gegeben dieses Apothe ker Gewicht 7 ℔, 6 ℥, 5 ℨ, 1 ℈, welches mit \frac{8}{15} multiplici rt werden soll? Antw. Dieses Gewicht muß demnach erstlich mit 8 multiplici rt, und das Product durch 15 dividi rt werden. Anstatt aber durch 15 zu dividi ren, so kan man 15 in seine zwey Factores 3 und 5 vertheilen und erstlich durch 3 und hernach durch 5 dividi ren, welche bey- den Divisio nen leichter fallen werden, als die einzele Division durch 15. Hier sind in der ersteren Division durch 3 zwey Scrupel uͤbergeblieben, welcher wir in Gran verwandelt, und darfuͤr 40 Gran bekommen ha- ben, diese durch 3 dividi rt geben 13⅓ Gran. Jn der anderen Division durch 5 sind gleichfals 2 ℈ uͤbergeblieben, welche 40 gr. betragen, so mit den vorhandenen 13⅓ gr. machen 53⅓ gr. diese durch 5 dividi rt geben erstlich 10 gantze Gran, und bleiben 3⅓ gr. das ist \frac{10}{3} gr. uͤber: welcher Bruch durch 5 dividi rt gibt ⅔ gr. so daß der letzte Quotus in Gra nen ist 10⅔ gr. V. An V. An Englischem Gelde soll diese Summ 574. L. Sterl. 15 ß. mit 5¾ multiplici rt werden. Antw. Weilen allhier der Multiplicator 5¾ eine aus gantzen und Bruͤchen vermischte Zahl ist, so kan man denselben um die gege- bene Regel anzubringen in die Form eines einzelen Bruchs bringen, da man dan \frac{23}{4} be- kommt. Derowegen muß man erstlich die gegebene Summ mit 23 multiplici ren und hernach das Product durch 4 dividi ren. kommen also zum Product heraus 3304 L. Sterl. 16¼ ß. oder weilen 1 ß. sich ferner in 12 ₰ vertheilet, so wird ¼ ß. so viel seyn als 3 ₰: dahero das Product seyn wird 3304 L. Sterl. 16 ß. 3 ₰. Wir Wir haben in diesem Exempel den Multi- plicatorem 5¾ in einen einzelen Bruch \frac{23}{4} verwan- delt, und mit \frac{23}{4} multiplici rt, damit wir nach der gegebenen Regel die Operation anstellen koͤn- ten. Man kan aber mit solchen vermischten Mul- tiplicatoribus die Multiplication weit leichter und bequemer anstellen, ohne solche in einen einzelen Bruch zu verwandeln. Derowegen wie man mit dergleichen Multiplicatoribus am fuͤglichsten multiplici ren soll, wollen wir im folgenden Satze zeigen. 2.) Wann der Multiplicator eine ver- mischte Zahl oder aus gantzen und Bruͤchen zusammen gesetzt ist, so multiplici rt man den Multiplicandum erstlich mit gantzen Zahl, und hernach insbesondere durch den Bruch: als- dann addi rt man diese beyden Product zusam- men, da dann die Summ das verlangte Product anzeigen wird. Wir haben schon mehr als ein mahl erwie- sen, daß wann der Multiplicator aus verschiedenen Theilen bestehet, das Product gefunden werde, wann man den Multiplicandum insbesondere durch einen jeglichen Theil des Multiplicatoris multiplici rt, und alle diese besonderen Producte zusammen addi rt: und dieses findet so wohl statt, wann der Multiplicator wuͤrcklich aus verschiedenen Theilen zusammen gesetzt ist, als wann der- selbe nur in den Gedancken in etliche Theile zer- theilet wird. Hievon gibt uns nun der gegen- M waͤrtige waͤrtige Fall ein schoͤnes Beyspiel an die Hand, in welchem der Multiplicator wuͤrcklich aus zweyen Theilen, nehmlich einer gantzen Zahl und einem Bruche bestehet. Derohalben kan mit einem solchen Multiplicatore die Multiplication verrichtet werden, wann man den Multiplican- dum erstlich mit der gantzen Zahl, und dann mit dem Bruch insbesondere multiplici rt, und beyde Product zusammen addi rt. Hierdurch erhaͤlt man nun sehr wichtige Vortheile in der Operation: dann erstlich hat man nicht noͤthig die gantze Zahl des Multiplica- toris in die Form des damit verknuͤpften Bruchs zu bringen: und dadurch vermeidet man auch her- nach die oͤfters sehr grossen und beschwehrlichen Zahlen, welche wann man den Multiplicatorem in einen einzelen Bruch bringt in den Zehler kom- men und wird man folglich der Multiplication mit solchen grossen Zahlen uͤberhoben. Ob man aber gleich durch die hier beschriebene Art zwey Mul- tiplicatio nen zu verrichten und die Producte zusam- men zu addi ren genoͤthiget ist, so uͤberwiegen doch die gemeldten Vortheile diesen Zuwachs der Ar- beit meistentheils. Um so viel groͤsser wird aber der Nutzen noch werden, wann wir hernach noch einige besondere Vortheile mit Bruͤchen zu mul- tiplici ren anzeigen werden. Wir wollen inzwi- schen diese Art mit einem aus gantzen und gebro- chenen Zahlen zusammen gesetzten Multiplicatore zu multiplici ren durch einige Exempel erlaͤutern. I. Man I. Man hat an Englischem Gelde diese Summ 209 L. Sterl. 13 ß. 8 ₰, welche mit 4⅓ multiplici rt werden soll? Antw. Weilen der Multiplicator 4⅓ ist, so multiplici rt man erstlich die vorgelegte Summ mit 4, hernach mit ⅓, oder welches gleichviel ist, man dividi rt diese Summ durch 3 und addi rt den Quotum zum vorigen Product: wie aus der Operation zu ersehen. II. Es sollen nach dem 5ten Exempel des vori- gen Satzes wiederum 574 L. Sterl. 15 ß. durch 5¾ multiplici rt werden? Antw. Da wir vorher diesen Multiplica- torem 5¾ zu erst in die Form eines einzelen Bruchs \frac{23}{4} verwandelt und damit multiplici rt haben, so wollen wir anjetzo nach der gegen- waͤrtigen Regel den Multiplicandum erstlich durch 5 und dann durch ¾ multiplici ren und beyde Producte addi ren. M 2 L. Sterl. Woraus erhellet, daß eben das Product herauskomme, welches wir vorher heraus ge- bracht haben; und zugleich sieht man, daß diese Art zu rechnen, weit kuͤrtzer ist als die vorige. Wir haͤtten aber noch diese Rechnung weiter ab- kuͤrtzen koͤnnen, wann wir die 2873 L. Sterl. 15 ß. nicht noch ein mahl geschrieben, sondern dieselben sogleich zu den 431 L. Sterl. 1 ß. 3 ₰ addi rt haͤtten, welches mit gleicher Muͤhe haͤtte geschehen koͤnnen, ob gleich noch eine Zahl zwischen diefen beyden, so addi rt werden sollen, stunde. Solche Kleinigkeiten aber geben sich leicht von selbsten, und ist nicht noͤthig, daß wir derselben bey allen vorhandenen Faͤllen erwehnen. Hiebey koͤnnte man aber auch noch einen besonderen Vortheil anbringen, welcher darinn bestehet; daß weilen man um den Multiplican- dum mit ¾ multiplici ren, denselben erstlich mit 3 multiplici ren muß, und 3 ein bequemer Theil ist von von 5, man den gantzen Multiplicatorem in drey Theile nehmlich 2, 3 und ¾ zertheilet. Dann auf diese Art multiplici rt man erstlich den Mul- tiplicandum durch 2 hernach durch 3, und drit- tens dividi rt man dieses letztere Product durch 4; alsdann addi rt man diese drey herausgebrachten Summen zusammen: wie hier zu sehen. Auf diese Art kan man sich auch der Muͤhe mit 3 zu multiplici ren entheben, dann da eine Summ mit 3 multiplici rt wird wann man die- selbe zu ihrem gedoppelten addi rt; so finden wir auch in diesem Exempel leicht das dreyfache, nehmlich 1724 L. Sterl. 5 ß. weilen wir das zweyfache nehmlich 1149 L. Sterl. 10 ß. schon haben, und dazu folglich nur die Summ selbst 574 L. Sterl. 15 ß. addi ren doͤrfen. Solche Vortheile aber sind einem jeden Exempel eigen, und lassen sich nicht unter allgemeine Regeln bringen. III. Lasset uns dieses Apothe ker Gewicht 21 ℔, 4 ℥, 7 ℨ, 1 ℈ mit 6⅖ multiplici ren? M 3 Antw. Antw. Weilen dieses Gewicht mit 6 und ⅖ multiplici rt werden muß, und es gleich gilt, mit welchem Theil man zu erst multiplici rt, so wollen wir erstlich mit ⅖ multiplici ren, da- mit in der Operation die 2 Product, welche zusammen addi rt werden sollen, unmittelbar untereinander zu stehen kommen. Hier haben wir erstlich mit 2 multiplici rt und das Product durch 5 dividi rt; welches dann den Multiplicandum mit ⅖ multiplici rt gab, wie auf der Seite angemerckt steht. Hernach haben wir den Multiplicandum mit 6 multiplici rt, und das Product wie angezeigt, unter das vorige ge- schrieben und beyde addi rt. Bey der Multiplica- tion mit 6 aber kan hier dieser Vortheil ange- bracht werden. Weilen 6 so viel ist als 2 mahl 3, und wir schon vorher den Multiplicandum mit 2 multiplici rt haben, so doͤrfen wir nur dieses zweyfache noch mit 3 multiplici ren, da dann das verlangte sechsfache oder der Multiplicandus mit 6 multiplici rt herauskommt. IV. Es IV. Es sey, vorgegeben dieses Gewicht Silber 38  , 6 Loth, 3 Quintl. welches mit 64 \frac{13}{25} multiplici rt werden soll? Antw. Weilen hier alle Zahlen durch welche so wohl multiplici rt als dividi rt werden soll, so groß sind, daß diese Operatio nen bloß allein im Sinne nicht verrichtet werden koͤn- nen: so kan dieses Exempel auf nachfolgende Art zu Papier gebracht werden. kommen 499  , 7 Loth, 3 Quintl. welche durch 25 dividi rt werden muͤssen. M 4 25) Jst also die vorgegebene Summ mit \frac{13}{25} multiplici rt: 19  , 15 Loth, 2 \frac{17}{25} Quintl. Nun muß noch der Multiplicandus mit 64 multiplici rt werden. 38  , welches das gesuchte Facit ist. Man kan aber bey diesem Exempel auch einige Vortheile anbringen, wodurch die Opera- tion weit leichter und kuͤrtzer wird. Dann erst- lich weilen 64 so viel ist als 4 mahl 4 mahl 4, so kan man den Multiplicandum drey mahl durch 4 multiplici ren; hernach anstatt mit 13 zu multi- plici ren, so zergliedere man 13 also, 4 mahl 3 und noch 1, das ist man multiplici re erstlich den Multiplicandum durch 4, welches schon vorher M 5 geschehen, geschehen, und dieses 4 fache noch mahl durch 3, zum Product addi re man den Multiplicandum selbst, so bekommt man das 13 fache, welches noch mit 25 dividi rt werden muß, weilen nun 25 sich in diese Factores 5 mahl 5 resolviren laͤßt, so divi- di re man zwey mahl, nehmlich erstlich mit 5 und den Quotum noch mahl mit 5. Endlich zu diesem letzteren Quoto addi re man das erste Product von 64. Wann Wann aber solche Vortheile angebracht werden, so ist dabey insonderheit zu beobachten, daß man sich vor allen Dingen die Zergliederung der Multiplicatorum und Divisorum deutlich be- mercke; hernach alle Operatio nen ordentlich ver- richte und bey einer jeglichen anzeige, warum solche geschehen, damit man die gantze Verthei- lung der Operation immer vor Augen behalte, und sich nicht confundi re, welcher Behutsamkeit sich ein jeder auf eine ihm bequeme Art bedienen kan. Die Vortheile aber, welche wir in diesen Exem- peln angebracht haben, beruhen alle auf den 2 obangezeigten Gruͤnden, deren einer den Multi- plicatorem, der andere den Divisorem betrifft. Es kan aber die Multiplication durch einen allzugros- sen Multiplicatorem auf eine gedoppelte Art er- leichtert werden, wann man den Multiplicatorem entweder in Factores resolvirt oder in Theile zer- theilet. Geschiehet die Zergliederung des Multi- plicatoris in Factores, so multiplici rt man den Multiplicandum erstlich durch einen Factorem. Hernach das Product durch den andern Factorem, und dieses Product ferner durch den dritten Facto- rem und so fort, bis durch alle Factores multipli- ci rt worden: da dann das letzte Product dasjenige ist, welches verlanget wird. Zertheilet man aber den Multiplicatorem in Theile, so multiplici rt man den Multiplicandum durch einen jeden Theil insbesondere und addi rt alle diese besondern Pro- ducte zusammen. Ohngeacht man sich aber bey der der Multiplication eines zweyfachen Vortheils be- dienen kan, nehmlich der Zertheilung des Multi- plicatoris in Factores und in Theile; so findet doch bey der Division nur der erstere Vortheil Platz nehmlich die Zertheilung des Divisoris in Factores: die Zertheilung in Theile aber kan bey dem Di- visore keineswegs angebracht werden. Hat man aber den Divisorem in bequeme Factores resolvi- ren koͤnnen, so dividi rt man den Dividendum erstlich durch den ersten Factorem hernach den ge- fundenen Quotum durch den andern Factorem, diesen zweyten Quotum ferner durch den dritten Factorem, und so fort bis man durch alle Facto- res dividi rt hat: da dann der letzte Quotus der gesuchte seyn wird. Durch diese Erleichterung der Multiplication und Division wird aber der Vortheil um so viel groͤsser, wann der Multipli- candus in zweyen verschiedenen Multiplicatio nen durch einerley Zahl multiplici rt werden soll, oder wann man ein schon gefundenes Product zur fol- genden Multiplication zu Huͤlfe nehmen kan. Als wann man den Multiplicandum ein mahl durch 12 und hernach durch 13 multiplici ren sollte, so wird die Multiplication durch 13 sehr leicht, wann man schon durch 12 multiplici ret hat: dann man darf nur zu dem durch 12 gefundenen Product den Multiplicandum noch ein mahl addi ren, so kommt das 13fache desselben heraus. Jngleichen wann man nachdem man den Multiplicandum schon durch 12 multiplici rt hat, denselben hernach durch 24 24 multiplici ren sollte, so hat man nur noͤthig das aus 12 gefundene Product noch mit 2 zu mul- tiplici ren. Wie dann dergleichen Vortheile bey den angefuͤhrten Exempeln angebracht worden sind. Wir wollen hieruͤber noch ein Exempel anfuͤhren. V. Es sollen 723 L. Sterl. 11 ß. 5 ₰ mit 76 \frac{14}{15} multiplici rt werden? Antw. Man multiplici re den Multipli- candum erstlich durch 6, so bekommt man das 6fache, dazu addi re man den Multipli- candum selbst, so bekommt man das 7fache und weilen 14 so viel ist als 2 mahl 7, so multiplici re man das 7fache durch 2, um das 14fache zu erhalten: welches anstatt durch 15 zu dividi ren erstlich durch 3 und dann durch 5 dividi ret werden kan, da dann der Multiplicandus mit \frac{14}{15} multiplici rt ent- springt. Ferner das 14fache des Multipli- candi multiplici re man durch 5, so bekommt man das 70 fache, wozu das Anfangs ge- fundene 6fache gethan, gibt das 76fache: welches addi rt zu dem Multiplicando mit \frac{14}{15} multiplici rt, das verlangte Product gibt: die gantze Operation ist hier zu sehen. L. Sterl. Aus diesem Exempel sind nun die angezeig- ten Vortheile, welche so wohl bey der Multipli- cation als Division Platz finden genugsam zu er- sehen. 3.) Wann der Multiplicator ein Bruch ist, dessen Zehler groͤsser ist als 1, und man folglich nach der ersten Regel durch den Zehler multiplici ren, und durch den Nenner dividi ren muͤßte, so kan die Zertheilung eines solchen Multiplicatoris in zwey oder mehr Theile einen grossen Vortheil schaffen wann erstlich die Theile 1 zum Zehler haben, und uͤber das ein Theil in dem anderen etliche mahl enthalten ist: dann wann in solchem Falle durch den groͤsten Theil multiplici rt worden, so werden aus diesem Product die Produc t e fuͤr die folgenden Theile durch die Division Division leicht gefunden; und alle diese Pro- ducte zusammen addi rt geben das verlangte Product. Wir haben schon etliche mahl von der Zer- theilung des Multiplicatoris in Theile und wie nach solchen Theilen die Multiplication angestellet werden soll, Meldung gethan: dieselbe aber bringet nirgend einen so grossen Vortheil, als wann der Multiplicator ein Bruch ist, durch wel- chen die Multiplication sonsten nach der ersten Re- gel beschwehrlich seyn wuͤrde. Ja der Vortheil, welcher in dieser Zertheilung des Multiplicatoris, wann derselbe eine gebrochene Zahl ist, steckt, ist so groß, daß darinn allein fast die gantze so genannte Jtaliaͤnische Practic enthalten ist: wes- wegen dieser Vortheil mit besonderer Aufmerck- samkeit abgehandelt zu werden verdienet. Wir ha- ben aus dem vorhergehenden schon genugsam er- sehen, daß es sehr beschwehrlich ist benannte aus vielerley Sorten bestehende Zahlen durch gantze Zahlen so wohl zu multiplici ren als zu dividi ren, und daß man einen nicht geringen Vortheil er- halte, wann man durch kleinere Zahlen operi ren koͤnne, obgleich die Anzahl der Operatio nen da- durch vermehret wird. Es ist demnach klar daß die Multiplication durch einen Bruch, wann so wohl der Zehler als der Nenner desselben grosse Zahlen sind sehr beschwehrlich fallen muͤsse. Hie- zu sind zwar schon im vorigen einige Vortheile an- angezeigt worden, welche Statt finden, wann man den Zehler und den Nenner des Bruchs, durch welchen multiplici rt werden soll, in beque- me Factores resolviren kan, da dann so wohl die Multiplication durch den Zehler als die Division durch den Nenner erleichtert wird. Allein dieses Vortheils kan man sich erstlich nicht allzeit bedie- nen; und hernach erleichtert derselbe die Arbeit bey weitem nicht so sehr, als dieser, von wel- chem allhier die Rede ist. Der Grund dieses Vortheils bestehet nun darinn, daß man denje- nigen Bruch, durch welchen multiplici rt werden soll, in zwey oder mehr Theile zertheile; den Multiplicandum durch einen jeglichen Theil insbe- sondere multiplici re, und alle diese Producte zu- sammen addi re; von welcher Operation die Rich- tigkeit schon zur Gnuͤge ist dargethan worden. Es kan aber eine solche Zertheilung, insonderheit wann der Zehler eine grosse Zahl ist, auf man- cherley Art geschehen; weswegen man hauptsaͤch- lich dahin zu sehen hat, daß man die bequemste und vortheilhafteste Zertheilung erwehle. Dahero muͤssen die besonderen Bruͤche, in welche der Mul- tiplicator zergliedert wird, so beschaffen seyn, daß man durch dieselben mit leichter Muͤhe multiplici- ren koͤnne. Es kan aber durch einen Bruch leicht multiplici rt werden, wann der Zehler desselben 1 ist, weilen man in diesem Falle nur durch den Nenner zu dividi ren hat: und diese Operation wird noch um so viel leichter, je kleiner der Nenner Nenner des Bruchs ist. Derowegen muß man sehen, daß man den Bruch, durch welchen mul- tiplici rt werden soll, in zwey oder mehr solche Theile zertheile, deren Zehler 1, die Nenner aber so kleine Zahlen sind als moͤglich ist. Die letztere Bedingung ist insonderheit bey einem Theile noͤthig; bey den uͤbrigen Theilen aber kan dieselbe dadurch ersetzet werden, wann sich die Nenner derselben Theile durch den Nenner des ersten Bruchs theilen lassen; dann da wird die Multiplication durch solche Theile dadurch erleich- tert, weilen die Product aus dem ersten leicht ge- funden werden koͤnnen. Der Vortheil bestehet nehmlich darinn, wann ein Theil ein Factor ist des andern Bruchs; und dieses geschiehet, wann sich der Nenner des einen Theils durch den Nen- ner des anderen theilen laͤst: dann in diesem Fall kan derjenige Vortheil angebracht werden, welcher von der Resolution eines Multiplicatoris in Factores oben ist beschrieben worden. Als wann die Theile des Multiplicatoris ⅓ und \frac{1}{12} seyn sollten, so ist leicht den Multiplicandum durch \frac{1}{12} zu multiplici ren, wann man denselben schon durch ⅓ multiplici rt hat. Dann weilen sich 12 durch 3 theilen laͤst, so ist \frac{1}{12} so viel als ⅓ mit ¼ multiplici rt, und wird folglich der Multiplicandus durch \frac{1}{12} mul- tiplici rt, wann man das Product, welches aus der Multiplication durch ⅓ entstanden, noch durch ¼ multiplici rt, das ist durch 4 dividi rt. Dero- wegen hat man bey dieser Zertheilung des Multi- N plicatoris plicatoris dahin zu sehen, daß erstlich der Zehler bey allen Theilen 1 werde, die Nenner aber ent- weder alle kleine Zahlen seyn, durch welche leicht dividi rt werden kan, oder in Ermangelung dessen so beschaffen seyen, daß sich einer durch den an- deren theilen lasse. Wie nun eine solche Zer- theilung anzustellen sey, davon wollen wir nach- folgende Regeln geben. Erstlich wird ein Bruch in Theile zertheilet, wann man den Zehler desselben in verschiedene Theile zertheilet, und unter jeden Theil den Nenner unveraͤndert schreibt. Also wann dieser Bruch \frac{7}{12} zertheilet werden sollte, so kan man den Zehler 7 in diese Theile 4 und 3 zertheilen, aus welchen diese zwey Theile des Bruchs \frac{4}{12} und \frac{3}{12} das ist ⅓ und ¼ entspringen, oder man koͤnnte auch 7 in diese Theile 6 und 1 und daraus den Bruch \frac{7}{12} in diese Theile \frac{6}{12} und \frac{1}{12} das ist ½ und \frac{1}{12} zertheilen. Zweytens muß man sich bemuͤhen, daß man zu allererst von dem Zehler einen solchen Theil nehme, durch welchen sich der Nenner theilen lasse: dann dadurch erhaͤlt man sogleich einen Theil des Bruchs dessen Zehler 1, der Nenner aber kleiner ist als vorher. Dieser Vortheil aber wird um so viel groͤsser, wann man aus dem Zehler den groͤsten Theil abschneidet, durch wel- chen sich der Nenner theilen laͤßt. Also wann man man durch diesen Bruch \frac{11}{24} multiplici ren sollte, so nehme man von dem Zehler 11 den Theil 8, als die groͤste Zahl, so kleiner ist als 11, und durch welche sich der Nenner 24 theilen laͤßt: derowegen zertheilet man 11 in diese Theile 8 und 3, aus welchen diese Theile des Bruchs \frac{8}{24} und \frac{3}{24} das ist ⅓ und ⅛ entstehen werden, durch welche leicht zu multiplici ren ist. Diese Zertheilung aber findet nur Platz, wann der Nenner eine zusammen gesetzte oder solche Zahl ist, welche sich durch andere kleinere Zahlen theilen laͤßt, und dabey solche Theile hat, welche kleiner sind als der Zehler des Bruchs. Wie aber eine solche Zertheilung anzustellen sey, wann der Nenner sich durch keine Zahl so kleiner ist als der Zehler theilen laͤst, wollen wir hernach melden. Drittens wann man den Bruch, durch welchen multiplici rt werden soll, schon in zwey solche Theile zertheilet hat, davon einer zum Zeh- ler 1 zum Nenner aber eine Zahl so klein genug ist, hat, so muß man den anderen Theil be- trachten, und wann desselben Zehler nicht 1 ist, denselben nach der vorigen Art ferner in zwey Theile zertheilen, davon einer die Unit aͤt zum Zehler bekomme; den anderen Theil aber wann desselben Zehler noch nicht 1 ist noch ferner zer- theilen, bis man lauter solche Bruͤche fuͤr die gesuchten Theile bekomme, deren Zehler 1 ist. Als wann dieser Bruch \frac{17}{24} vorkommt, so zertheile N 2 man man erstlich 17 in diese 2 Theile, 12 und 5, weilen sich der Nenner 24 durch 12 theilen laͤst, daher entspringen diese 2 Bruͤche ½ und \frac{5}{24} . Da- von der letztere ferner in diese \frac{4}{24} und \frac{1}{24} zertheilet wird oder ⅙ und \frac{1}{24} ; so daß dieser Bruch \frac{17}{24} sich in diese 3 Theile ½ und ⅙ und \frac{1}{24} zertheilet; durch welche sehr leicht multiplici rt wird. Dann erst- lich dividi rt man den Multiplicandum durch 2, so bekommt man die Helfte: diese Helfte dividi rt man ferner durch 3, so bekommt man den Sechs- tel, weilen 6 so viel ist als 2 mahl 3, und end- lich den Sechstel dividi rt man durch 4, so be- kommt man den 24stel. Viertens wann der Nenner des Bruchs, welcher zertheilet werden soll, entweder gar keine oder doch keine kleinere Theile hat als der Zeh- ler, so verwandele man denselben in eine andere Form, in dem man den Zehler und Nenner durch eine beliebige Zahl multiplici rt; am dienlichsten aber ist beyde anfaͤnglich nur mit 2 zu multipli- ci ren, damit man nicht ohne Noth auf allzugrosse Zahlen komme. Wann aber noch keine bequeme Zertheilung sollte vorgenommen werden koͤnnen, alsdann kan man, anstatt mit 2, mit 3 oder 4 oder eine groͤssere Zahl beydes Zehler und Nen- ner multiplici ren. Als wann dieser Bruch \frac{4}{7} vor- gelegt waͤre, weilen 7 keine Theiler hat, so mul- tiplici re man oben und unten mit 2; da kommt dieser Bruch \frac{8}{14} welcher sich in diese Bruͤche \frac{7}{14} und \frac{1}{14} oder ½ und \frac{1}{14} zertheilet. Gleicher gestalt \frac{8}{13} \frac{8}{13} wann oben und unten mit 2 multiplici rt wird, gibt \frac{16}{26} , und daher entstehen diese Theile \frac{13}{26} und \frac{3}{26} das ist ½ und \frac{3}{26} : davon der letztere Bruch in diese \frac{2}{26} und \frac{1}{26} oder \frac{1}{13} und \frac{1}{26} zergliedert wird: und ist folglich \frac{8}{13} so viel als ½ und \frac{1}{13} und \frac{1}{26} . Diese Verwandlung des vorgelegten Bruchs durch 2 findet aber nur Platz, wann der Bruch groͤsser ist als ½, ist derselbe aber kleiner als ½ doch aber groͤsser als ⅓, so multiplici re man oben und unten mit 3. Jst aber derselbe kleiner als ⅓ doch aber groͤsser als ¼, so multiplici re man oben und unten mit 4, und so weiter. Als wann die- ser Bruch vorkommt \frac{8}{29} , weilen derselbe kleiner ist als ⅓ groͤsser aber als ¼, welches daraus er- hellet, weilen 8 in 29 mehr als 3 mahl, doch weniger als 4 mahl enthalten ist; so multiplici re man oben und unten mit 4, kommt \frac{32}{116} das ist \frac{29}{116} und \frac{3}{116} oder ¼ und \frac{3}{116} , der letzter Bruch \frac{3}{116} aber zertheilet sich in \frac{1}{58} und \frac{1}{116} , also daß \frac{8}{29} so viel ist als ¼ und \frac{1}{58} und \frac{1}{116} . Hat man nun mit ¼ multiplici rt, so dividi re man dieses Product durch 29 so bekommt man den 116sten Theil, die- ser aber mit 2 multiplici rt gibt den 58sten Theil, weilen \frac{1}{58} so viel ist als 2 mahl \frac{1}{116} . Aus diesen Regeln wird nun leicht seyn einen jeglichen vor- kommenden Bruch in bequeme Theile zu zerthei- len, durch welche die Multiplication vortheilhaft angestellet werden kan. Hat man solcher gestalt den Bruch, durch welchen multiplici rt werden soll, in zwey oder N 3 mehr mehr solche Theile zertheilet, deren aller Zehler 1 ist, so wird der Multiplicandus durch einen jeden dieser Theile multiplici rt, wann man denselben durch die Nenner dividi rt. Wann sich aber uͤber das einer durch den andern theilen laͤst, so hat man nicht noͤthig den Multiplicandum durch einen solchen theilbaren Nenner zu dividi ren, sondern dividi rt nun ferner den Quotum, so aus der Di- vision durch den kleineren Nenner entsprungen, durch die Zahl, welche anzeigt, wieviel mahl der kleinere Nenner in dem groͤsseren begriffen ist, wie schon oben errinnert worden. Um dieser Ur- sache willen ist dienlich solche Nenner, welche sich durch andere theilen lassen, vielmehr nach ihren Factoribus zu schreiben und auszudruͤcken als durch die gewoͤhnliche Art. Solches aber pflegt durch zwischen die Factores gesetzte Puncten zu geschehen, welche Puncten nichts anders als das Woͤrtlein mahl bedeuten. Als ist 2. 6 so viel als 2 mahl 6 oder 12, und 3. 4. 8 bedeutet 3 mahl 4 mahl 8; oder 12 mahl 8 oder 96, weilen 3 mahl 4 zwoͤlf macht. Also ist \frac{1}{4.5} so viel als \frac{1}{20} , weilen 4 mahl 5 so viel ist als 20. Wann man nun solcher gestalt die Nenner, welche sich durch andere theilen lassen, ausdruͤckt, so weißt sich von selbsten, wie man durch diesel- ben dividi ren soll. Als wann man den Multi- plicatorem in diese Theile ½ und \frac{1}{2.3} das ist ½ und ⅙ zertheilet hat, so dividi rt man den Multiplican- dum erstlich mit 2 und bekommt die Helfte, her- nach nach wird aus dieser Helfte der 6tel gefunden, wann man dieselbe ferner durch 3 theilt, weilen 6 so viel ist als 2 mahl 3 oder 2. 3, wie die Schreib-Art sogleich weiset. Gleich wie wir nun Kuͤrtze halber statt des Woͤrtleins mahl ein Punct gebrauchen, also pflegt man auch anstatt des Woͤrtleins und dieses Zeichen zu gebrauchen +, und bedeutet also 2+3 so viel als 2 und 3 das ist 5; ingleichem ist ½+⅓ so viel als ½ und ⅓. Und durch dieses Zeichen koͤn- nen also die Bruͤche, in welche ein Multiplicator zertheilet wird, zusammen verknuͤpfet werden. Nehmlich \frac{7}{12} wird so viel seyn als ½+ \frac{1}{2.6} ; dann dieses bedeutet ½ und \frac{1}{2.6} , und dieses ½ und \frac{1}{12} . Durch diese Zeichen wird nun nicht nur der gan- tze Aufsatz kuͤrtzer, sondern die Vortheile, wel- che angebracht werden koͤnnen, fallen auch desto deutlicher in die Augen. I. Es ist gegeben diese Summ Geld 723 fl. 14 St. 8 ₰ Hollaͤndisch, welche mit ¾ multiplici rt werden soll? Antw. Der Multiplicator ¾ zertheilet sich in \frac{2}{4} und ¼ das ist ½+ \frac{1}{2.2} . Derohalben multi- plici rt man erstlich mit ½ oder dividi rt durch 2, hernach diesen Quotum dividi rt man noch mahlen mit 2, und addi rt beyde Quotos zu- sammen. N 4 fl. II. Man soll diese Summ Geld 1027 fl. 18 St. 4 ₰ mit ⅔ multiplici ren? Antw. Weilen 3 keine Theiler hat, und der Bruch ⅔ groͤsser ist als ½, so multiplici re man oben und unten mit 2, so wird der Mul- tiplicator \frac{4}{6} das ist \frac{3}{6} und ⅙ oder ½+ \frac{1}{2.3} . Dero- wegen dividi rt man erstlich den Multiplicandum durch 2, und was herauskommt nochmahls durch 3, und addi rt beyde Quotos zusammen. Man haͤtte auch eben so leicht diese Summ durch 3 dividi ren, und den Quotum zwey mahl nehmen koͤnnen. III. Man hat dieses Gewicht 47 Berkw. 5 Pud, 28 ℔, welches mit \frac{7}{12} multiplici rt werden soll? Antw. Antw. Der Multiplicator \frac{7}{12} zertheilet sich nach der gegebenen Regeln in diese 2 Bruͤche ½+ \frac{1}{12} oder ½+ \frac{1}{2.6} . Dahero geschieht die Mul- tiplication wie folgt. IV. Nach Englischem Gelde soll diese Summ 5720 L. Sterl. 15 ß. 10 ₰ mit \frac{17}{24} mul- tiplici rt werden? Antw. Der Bruch \frac{17}{24} zertheilet sich erst- lich in diese zwey \frac{12}{24} und \frac{5}{24} oder ½+ \frac{5}{24} dieser andere Bruch \frac{5}{24} aber in \frac{4}{24} und \frac{1}{24} oder ⅙+ \frac{1}{4.6} , so daß der gegebene Multiplicator \frac{17}{24} sich in diese drey Bruͤche zertheilet ½+⅙+ \frac{1}{4.6} oder in ½+ \frac{1}{2.3} + \frac{1}{2.3.4} . Man theilet also die gegebene Summ erstlich durch 2, was herauskommt durch 3, und diesen Quotum durch 4, und addi rt alle 3 Quotos zusammen: wie aus fol- gender Berechnung, so nach dieser Zertheilung eingerichtet ist, zu ersehen. N 5 L. Sterl. V. Diese Summ 13743 Thlr. 15 Ggl. 7 ₰ soll mit \frac{7}{15} multiplici rt werden? Antw. Den Bruch \frac{7}{15} zertheile man in diese 2 Bruͤche \frac{5}{15} und \frac{2}{15} das ist in ⅓+ \frac{2}{15} oder ⅓+ \frac{1}{3.5} + \frac{1}{3.5} , dann weilen in dem Bruche \frac{2}{15} der Zehler nur 2 ist, so ist dienlicher, daß man den Bruch \frac{1}{15} zwey mahl nehme, als daß man denselben in zwey andere ungleiche Bruͤche zertheile. Man koͤnnte nehmlich den Bruch \frac{2}{13} in diesen \frac{4}{30} verwandeln, und diesen in \frac{3}{30} + \frac{1}{30} das ist in ⅒+ \frac{1}{30} vertheilen, allein dieser Vertheilung ist die erstere vorzuziehen: wir wollen deswegen die vorgelegte Summ durch ⅓+ \frac{1}{3.5} + \frac{1}{3.5} multiplici ren. Wir Wir ziehen nehmlich zwischen die Zahlen, welche addi rt werden sollen keine Linien, wie son- sten gewoͤhnlich, damit dieselben besser in die Augen fallen, und bequemer addi rt werden koͤnnen. VI. Lasset uns dieses Apothe ker Gewicht 12 ℔, 7 ℥, 5 ℨ, — ℈, 18 gr. durch \frac{4}{45} mul- tiplici ren? Antw. Weilen sich der Nenner 45 durch 3 theilen laͤst, so zertheilet sich der Bruch \frac{4}{45} in diese zwey \frac{3}{45} + \frac{1}{45} das ist \frac{1}{15} + \frac{1}{3.15} . Man muß derohalben erstlich durch 15 dividi ren, welches, weilen es etwas schwehr fallen moͤchte, so kan man 15 in seine zwey Factores 3 und 5 resolviren, und dadurch nach einan- der dividi ren. Wann aber dieses geschehen, und der \frac{1}{15} des Multiplicandi gefunden worden, so darf man diesen nur ferner durch 3 dividi- ren um den \frac{1}{45} zu bekommen. VII. Es VII. Es ist gegeben diese Summ Geld 427 Thlr. 2  , 10 ß. 8 ₰ Luͤbisch, welche durch \frac{137}{240} multiplici rt werden soll? Antw. Dieser Multiplicator \frac{137}{240} zertheilet sich erstlich in diese 2 Theile \frac{120}{240} + \frac{17}{240} oder ½+ \frac{17}{240} . Dieser letztere Theil \frac{17}{240} aber ferner in diese \frac{16}{240} + \frac{1}{240} oder \frac{1}{15} + \frac{1}{240} so daß unser Multiplicator seyn wird ½+ \frac{1}{15} + \frac{1}{15.16} : wor- aus folgende Operation entspringt. Wir haben nehmlich erstlich durch 15 divi- di rt, die Division aber in 3 und 5 zertheilet, und also den \frac{1}{15} bekommen. Diesen haben wir zu zwey mahlen durch 4 weilen 16 ist 4 mahl 4 di- vidi rt, um diesen Theil \frac{1}{240} oder \frac{1}{15.16} zu bekom- men. Darunter haben wir den schon gefunde- nen \frac{1}{15} geschrieben, und endlich noch dazu die Helfte der vorgegebenen Summ gethan. Bey Bey diesem Multiplicatore ist inzwis pen zu mercken, daß derselbe noch auf vielerley verschie- dene Arten in Theile zertheilet werden kan: der- gleichen wir hier einige beyfuͤgen wollen. Von diesen moͤchte wohl die letzte die be- quemste seyn, weswegen wir nach derselben auch die Operation anstellen wollen. Fuͤr einen Anfaͤnger ist inzwischen sehr dien- lich bey einem jeglichen vorkommenden Falle vielerley Zertheilungen anzustellen, nicht so wohl, damit er daraus die bequemste auslesen moͤge, als damit er sich in solchen Zertheilungen uͤben und und sich desselben ohne grossen Zeit-Verlust bey allen Gelegenheiten bedienen koͤnne. VIII. Nachfolgendes Gewicht Silber 17  , 4 Untz. 6 Quintl. 3 ₰ soll mit 6 \frac{63}{64} mul- tiplici rt werden? Antw. Da hier der Multiplicator aus ei- ner gantzen und gebrochenen Zahl bestehet, so wird das gegebene Gewicht erstlich mit 6 und dann durch den angehaͤngten Bruch \frac{63}{64} multiplici rt, bey welcher letzteren Multipli- cation die Zertheilung angebracht werden kan: es ist demnach \frac{63}{64} so viel als ½+ \frac{31}{64} , und \frac{31}{64} so viel als ¼+ \frac{15}{64} , und \frac{15}{64} so viel als ⅛+ \frac{7}{64} , und \frac{7}{64} so viel als \frac{1}{16} + \frac{5}{64} und endlich \frac{3}{64} so viel als \frac{1}{32} + \frac{1}{64} so daß unser gantzer Multiplicator seyn wird 6+½+¼+⅛+ \frac{1}{16} + \frac{1}{32} + \frac{1}{64} woraus nach folgende Operation erwuͤchst. Man Man kan sich aber bey diesem und anderen dergleichen Exempeln eines besonderen Vortheils bedienen, welcher darinn bestehet. Weilen von dem vorgegebenen Gewicht erstlich das 6fache genommen, und hernach das Gewicht selbst mit \frac{63}{64} multiplici rt werden muß, so ist zu mercken, daß \frac{63}{64} tel von dem gegebenen Gewicht eben so viel austragen als der sechste Theil von \frac{63}{64} tel aus dem 6fachen Gewicht, das ist als \frac{63}{6.64} oder \frac{63}{384} oder \frac{21}{128} tel aus dem sechsfachen Gewicht. Derohal- ben wann man das vorgegebene Gewicht schon mit 6 multiplici rt hat, so darf man nur dieses Product noch mit \frac{21}{128} multiplici ren, und was her- auskommt dazu addi ren. Dieser Multiplicator \frac{21}{128} aber resolvirt sich in diese Theile \frac{16}{128} + \frac{4}{128} + \frac{1}{128} oder ⅛+ \frac{1}{32} + \frac{1}{128} woraus folgende Operation entstehet. Ungeacht durch diesen Vortheil die Rechnung nicht wenig abgekuͤrtzet wird, so lassen sich doch um dergleichen Vortheile bey andern Faͤllen an- zubringen keine Regeln geben. Und wann auch solches solches geschehen koͤnnte, so wuͤrde doch die Aus- findung eines solchen Vortheils mehr Zeit und Muͤhe kosten, als wann man das Exempel nach der gewoͤhnlichen Art ausrechnen wollte. Dero- halben ist als eine Haupt-Regel anzumercken, daß wo man nicht sogleich einige Vortheile aus- fuͤndig machen kan, man derselben lieber entbehre, als auf dieselben viel Zeit wende. Diese Regel gilt aber nicht fuͤr die Anfaͤnger: dann wann ein solcher gleich mit grosser Muͤhe anfaͤnglich die Vortheile finden, und vielleicht mehr Zeit dar- auf wenden muß, als zur gantzen Operation; so muß sich doch ein solcher diese Muͤhe nicht dauren lassen, um sich die Erfindung der Vortheile der- gestalt bekannt und gelaͤuffig zu machen, damit er nachgehends dieselben bey allen Gelegenheiten leicht finden und mit Nutzen gebrauchen koͤnne. Diese Regeln dienen demnach haͤuptsaͤchlich dazu, um den Anfaͤngern mit einiger Muͤhe die Vor- theile beyzubringen, damit sie hernach dieselben ohne Regeln mit leichter Muͤhe bey allen Gele- genheiten selbst geschwind finden koͤnnen. 4.) Man kan auf oͤfters mit nicht ge- ringem Vortheile einen Bruch, durch wel- chen multiplici rt werden soll, als einen Rest ansehen, welcher herauskommt, wann man einen kleineren Bruch von einem groͤsseren subtrahi rt. Jn solchem Falle multiplici rt man den Multiplicandum erstlich durch den groͤsse- ren Bruch, hernach durch den kleineren, und subtrahi rt subtrahi rt das letztere Product von dem erste- ren, so bekommt man das verlangte Facit. Um aber hiedurch einigen Vortheil zu erlan- gen, so muͤssen die beyden Bruͤche, aus de- ren Subtraction der vorgegebene Multiplicator entspringt, so beschaffen seyn, daß man mit denselben leicht multiplici ren kan. Nach der vorigen Regel haben wir einen Bruch, durch welchen eine gegebene Zahl mul- tiplici rt werden soll, angesehen als eine Summ zweyer oder mehr solcher Bruͤche, durch welche die Multiplication leicht angestellt werden kan: allhier aber betrachten wir einen solchen Bruch, durch welchen multiplici rt werden soll, als eine Differenz zweyer anderer Bruͤche, dergestalt, daß der vorgelegte Bruch gleich gesetzt wird einem groͤsseren Bruche weniger einem kleineren. Gleich wie wir aber vorher durch dieses Zeichen + das Woͤrtlein und, wodurch die Addition angezeigt wird, ausgedruͤckt haben, also pflegt auch das Woͤrtlein weniger durch dieses Zeichen — ange- deutet zu werden. Also bedeutet 8 — 5 so viel als 8 weniger 5, das ist die Differenz oder der Rest, welcher uͤberbleibt, wann man 5 von 8 subtra- hi rt. Hieraus sieht man, daß \frac{5}{24} so viel ist als ⅓—⅛ das ist als der Rest, welcher gefunden wird, wann man ⅛ von ⅓ subtrahi rt: ingleichem ist klar, daß ¾ so viel ist als 1—¼, weilen 1 weniger ¼ ausmacht ¾. Allhier wollen wir nun diejenigen Vortheile anzeigen, welche man erhalten kan, O wann wann man einen gebrochenen Multiplicatorem als eine aus der Subtraction entstandene Differenz an- sieht, und auf solche Art durch dieses Zeichen — andeutet. Ehe wir aber zu dieser Resolution oder Verwandlung die noͤthige Anleitung geben, so ist noͤthig die Operation, nach welcher die Mul- tiplication durch eine solche Differenz angestellet werden muß, zu erklaͤren. Die Regel fuͤr diese Operation ist nun, daß man den Multiplicandum erstlich durch die groͤssere Zahl, hernach durch die kleinere Zahl der Differenz, welche dem Multi- plicatore gleich gesetzt worden, multiplici re, und das letztere Product von dem ersteren subtrahi re. Der Grund hievon beruhet darauf: wann man den Multiplicandum durch die groͤssere Zahl mul- tiplici rt hat, so hat man denselben durch eine all- zugrosse Zahl multiplici rt, in dem man denselben durch die Differenz zwischen der groͤsseren und klei- neren Zahl multiplici ren sollte. Wann wir aber ferner sehen, um wieviel die groͤssere Zahl der Differenz zu groß oder groͤsser als der gegebene Multiplicator ist, so finden wir daß solches die kleinere Zahl anzeige; wann wir also den Mul- tiplicandum durch die kleinere Zahl multiplici ren, und dieses Product von dem vorigen subtrahi ren, so nehmen wir accurat eben so viel davon hinweg als das erstere Product zu groß war, und finden also das gesuchte Product. Dieser Schluß weiset sich aber deutlicher durch Exempel: wir wollen demnach setzen, man soll 10 durch 4 multiplici ren, man man betrachte aber 4 als die Differenz zwischen 7 und 3, und soll folglich 10 durch 7 — 3 das ist 7 weniger 3 multiplici ren. Da nun 7 — 3 so viel ist als 4, so wird auch 2 mahl 7 weniger 2 mahl 3 so viel seyn als 2 mahl 4, und 3 mahl 7 we- niger 3 mahl 3 so viel als 3 mahl 4 und folglich 10 mahl 7 weniger 10 mahl 3 so viel als 10 mahl 4. Hieraus erhellet nun, daß wann man 10 mit 7 und auch mit 3 multiplici rt und das klei- nere Product von dem groͤsseren subtrahi rt, eben so viel herauskommen muͤsse, als wann man 10 mit 7 — 3 das ist mit 4 multiplici rt haͤtte; in bey- den Faͤllen kommt nehmlich 4 heraus. Weilen nun auch \frac{5}{24} so viel ist als ⅓—⅛, so wird man mit \frac{5}{24} multiplici ren, wann man erstlich den Multi- plicandum mit ⅓ und hernach mit ⅛ multiplici rt, und das letztere Product von dem ersteren subtra- hi rt; wir wollen zu mehrerer Erlaͤuterung 60 erstlich durch \frac{5}{24} und hernach nach dieser Anwei- sung durch ⅓—⅛ multiplici ren, um zu zeigen, daß in beyden Faͤllen einerley herauskomme. O 2 Aus Aus diesem Exempel erkennet man auch ausser der Richtigkeit der Regel, daß durch eine solche Verwandlung des Multiplicatoris in eine Differenz wichtige Vortheile entstehen koͤnnen, dann es ist viel leichter eine jegliche Zahl erstlich durch 3 hernach durch 8 dividi ren, und den letz- teren Quotum vom ersteren subtrahi ren, als nach der ersten Regel erstlich mit 5 multiplici ren und hernach durch 24 dividi ren. Jn anderen Faͤllen aber kan der hieraus entstehende Vortheil noch viel groͤsser seyn. Auch so gar in gantzen Zahlen kan man daraus schoͤne Vortheile schoͤpfen; als wann man mit 9 multiplici ren soll, weilen 9 so viel ist als 10 — 1, so multiplici re man den Multiplicandum mit 10 und subtrahi re davon den Multiplicandum selbst; welches beydes ohne einige Muͤhe im Sinn geschehen kan: es sollen 27083495 mit 9 multiplici rt werden; so wird das also geschehen Dieses kan noch um so viel kuͤrtzer geschehen, weilen man so wohl die angehaͤngte 0 als auch die noch mahl unten geschriebene Zahl im Sinne vorstellen, und also sogleich mit der Subtraction anfangen kan. Auf gleiche Weise laͤst sich auch sehr leicht mit 99 multiplici ren, weilen 99 so viel ist ist als 100 — 1, also sind hier 50296 mit 99 multiplici rt worden. Man kan auch aus diesem Grunde in viel andern Faͤllen Vortheile finden, als wann man mit 75 multiplici ren soll, so kan man 75 als 100 — 25 ansehen, weilen nun 25 der 4te Theil ist von 100, so wird der Multiplicandus mit 25 multiplici rt werden, wann man denselben erstlich mit 100 multiplici rt, und dieses Product durch 4 dividi rt. Dahero wird man mit 75 multiplici- ren, wann man erstlich mit 100 multiplici rt die- ses Product durch 4 dividi rt und den Quotum da- von abzieht: also sind hier 3476982 mit 75 multiplici rt worden. Wir wollen uns aber bey dergleichen Vor- theilen nicht laͤnger aufhalten, sondern zu unse- rem Endzwecke fortschreiten, und zeigen, wann und wie ein Bruch in eine solche Differenz, durch welche leicht multiplici rt werden kan, verwan- delt werden koͤnne. O 3 Erstlich Erstlich um nur einen Bruch in eine Diffe- renz zu verwandeln, so kan solches auf vielerley Art geschehen: Dann man darf nur nach Be- lieben eine Zahl annehmen, welche groͤsser ist als der Zehler des Bruchs, von derselben den Zeh- ler subtrahi ren, und so wohl unter dieselbe Zahl als unter den Rest den Nenner schreiben, so be- kommt man zwey Bruͤche deren Differenz dem vorgegebenen Bruch gleich ist. Als wann man diesen Bruch \frac{5}{12} hat, und man subtrahi rt den Zehler 5 von 6, 7, 8, 9 u. s. f. so kommen nach- folgende Differenzen heraus \frac{6}{12} — \frac{1}{12} ; \frac{7}{12} — \frac{2}{12} ; \frac{8}{12} — \frac{3}{12} ; \frac{9}{12} — \frac{4}{12} ; oder ½ — \frac{1}{12} ; \frac{7}{12} — ⅙; ⅔ — ¼; ¾ — ⅓. welche alle so viel ausmachen, als \frac{5}{12} . Zweytens weilen dergleichen Differenzen un- endlich viel gefunden werden koͤnnen, so muͤssen zu unserem Endzweck davon solche ausgelesen werden, durch deren Glieder die Multiplication leicht bewerck- stelliget werden kan: das ist die Zehler von den bey- den Bruͤchen muͤssen entweder 1, oder Theiler des Nenners seyn. Derowegen muß man eine solche groͤssere Zahl, von welcher der Zehler sub- trahi rt werden soll, annehmen, durch welche sich der Nenner theilen laͤsst, und muß hernach die- selbe so beschaffen seyn, daß sich auch der Nen- ner durch den Rest theilen lasse, welcher uͤber- bleibt, wann man den Zehler von derselben groͤs- seren seren Zahl abzieht. Wann sich nun dieses thun laͤsst, so erhaͤlt man zwey Bruͤche, deren Zehler 1 seyn wird, und durch welche folglich leicht zu multiplici ren ist. Allso kan \frac{3}{10} in diese Differenz \frac{5}{10} — \frac{2}{10} das ist ½ — ⅕, und dieser Bruch \frac{5}{36} in \frac{6}{36} — \frac{1}{36} das ist ⅙ — \frac{1}{36} oder in \frac{9}{36} — \frac{4}{36} das ist ¼ — ⅑ ver- wandelt werden. Bey vielen Bruͤchen kan sol- che Verwandlung auf vielerley Art, bey vielen aber gar nicht geschehen, weswegen solche auf die vorige Art tracti rt werden muͤssen. Drittens ist zu mercken, daß diese Ver- wandlung insonderheit einen grossen Vortheil bringe bey Bruͤchen, deren Zehler nur um eins kleiner ist als der Nenner. Dann wann man fuͤr dieselbe groͤssere Zahl den Nenner selbst an- nimmt, so wird das groͤssere Glied der Differenz just ein gantzes, das kleinere aber ein Bruch des- sen Zehler 1 der Nenner aber dem Nenner des gegebenen Bruchs gleich ist. Allso ist ⅔ so viel als \frac{3}{3} — ⅓ das ist 1 — ⅓; und ¾ so viel als 1 — ¼; und ⅘ soviel als 1 — ⅕ und so fort. Wann also eine Zahl, benannt oder unbenannt, durch einen solchen Bruch multiplici rt werden soll, so darf man dieselbe nur durch den Nenner des Bruchs dividi ren und den Quotum von derselben Zahl subtrahi ren. Wann also diese Zahl 156234 durch ⅚ multiplici ret werden soll, weilen ⅚ so viel ist als 1 — ⅙, so subtrahi rt man von derselben Zahl 1 mahl genommen, das ist von derselben Zahl selbst ihren Sechstel: also O 4 6) Viertens findet auch diese Verwandlung in eine Differenz Statt, wann der vorgegebene Multiplicator aus einer gantzen Zahl und einem solchen Bruche dessen Zehler nur um 1 kleiner ist als der Nenner bestehet. Dann da ist ein sol- cher Multiplicator die Differenz zwischen einer gan- tzen Zahl, welche um 1 groͤsser ist als die gantze Zahl aus welcher der Multiplicator bestehet, und einem Bruche, dessen Zehler 1, der Nenner aber dem Nenner des Bruchs im Multiplicatore gleich ist. Also ist 2¾ so viel als 3 — ¼, und wird folg- lich durch 2¾ multiplici rt, wann man den Multi- plicandum durch 3 multiplici rt und vom Product den vierten Theil des Multiplicandi subtrahi rt. Jngleichem ist 5⅞ so viel als 6 — ⅛; und 12 \frac{17}{18} so viel als 13 — \frac{1}{18} . Um nun den Nutzen von solchen Verwand- lungen in dergleichen Differenzen deutlicher zu zei- gen, so wollen wir einige Exempel beyfuͤgen, in welchen dieser Vortheil Platz findet. I. Man soll diese Summe Geld 417 fl. 15 St. 9 ₰ mit \frac{7}{16} multiplici ren? Antw. Der Multiplicator \frac{7}{16} verwandelt sich in diese bequeme Differenz \frac{8}{16} — \frac{1}{16} das ist ½ — \frac{1}{16} . Derowegen muß man die gegebene Summ Summ erstlich durch 2 und hernach durch 16 di- vidi ren und den letzteren Quotum vom ersteren subtrahi ren. Oder weilen 16 so viel ist als 2 mal 8, so kan man an Statt den Multiplicandum mit 16 zu dividi ren, den schon durch 2 gefunde- nen Quotum noch durch 8 dividi ren, wie hier zu sehen. II. Es soll diese Summ Englisch Geld 1298 L. Sterl. 16 ß. 4 ₰ mit \frac{4}{15} multiplici rt werden? Antw. Der Multiplicator \frac{4}{15} verwandelt sich in diese Differenz \frac{5}{15} — \frac{1}{15} das ist ⅓ — \frac{1}{15} oder ⅓ — \frac{1}{3.5} : da man dann, wann der Multipli- candus durch 3 dividi rt worden, den Quotum ferner durch 5 dividi ren, und den letzteren Quotum vom ersteren subtrahi ren kan. O 5 III. Durch III. Durch \frac{5}{14} soll dieses Gewicht Holl. 908 ℔, 7 Untzen, 11 Engl. 9 Aß multiplici rt wer- den? Antw. Aus diesem Bruche \frac{5}{14} entstehet diese Differenz \frac{7}{14} — \frac{2}{14} das ist ½ — ⅐. Weilen sich nun 7 durch 2 nicht theilen laͤst, so muß man insbesondere den Multiplicandum erstlich durch 2 und hernach durch 7 dividi ren, und den letzteren Quotum vom ersteren subtrahi ren, wie folgt. IV. Dieses Gewicht Silber 5  , 6 Untz, 3 Quintl. 2 ₰ soll mit ⅘ multiplici rt wer- den? Antw. Weilen ⅘ so viel ist als 1 — ⅙ , und die Unit aͤt durch die Multiplication den Mul- tiplicandum nicht veraͤndert, so muß man von dem Multiplicando selbst seinen Fuͤnftel sub- trahi ren; also: Diese Diese Multiplication haͤtte nach der vorigen Art durch die Zertheilung des Multiplicatoris in Theile nicht so leicht geschehen koͤnnen: dann da wurde man ⅘ in diese 3 Theile ½+⅕+⅒ zertheilet haben. V. Es ist diese Summ 819 Thlr. 2  , 5 ß. 6 ₰ Hamburgisch Banco gegeben, welche durch \frac{11}{12} multiplici rt werden? Antw. Der Multiplicator \frac{11}{12} verwandelt sich in diese Differenz 1 — \frac{1}{12} , und muß fol- glich der Multiplicandus durch 12 dividi rt, und der Quotus von demselben abgezogen wer- den: weilen aber durch 12 nicht so leicht im Sinne dividi rt werden kan, so resolvire man 12 in seine Factores 3 und 4, und ver- richte die Division durch 2 Operatio nen. VI. Wann ein Jahr gerechnet wird zu 365 Tag, 5 St. 48′, 57″, wieviel werden 5¾ Jahre betragen? Antw. Antw. Um diese Zeit genau zu bestimmen muß man die Zeit eines Jahrs durch 5¾ mul- tiplici ren; dieser Multiplicator nun gibt diese Differenz 6 — ¼. Derohalben muß man erst- lich die gegebene Jahrs-Zeit mit 6 multiplici- ren, hernach aber dieselbe durch 4 dividi ren und den Quotum vom Product subtrahi ren. Oefters geschieht es, daß wann der Mul- tiplicator nach der vorhergehenden Art sich nicht leicht in bequeme Theile zertheilen laͤst, oder der Theile allzuviel herauskommen, in solchen Faͤl- len diese Verwandlung des Multiplicatoris in eine Differenz herrlich zu statten komme. Als dieser Bruch \frac{14}{15} gibt eine sehr leichte Differenz 1 — \frac{1}{15} und laͤst sich folglich dadurch leicht multiplici ren, wann man aber denselben in Theile zertheilen wollte, wuͤrde man diese 3 Theile ⅓+½+⅒ be- kommen, mit welchen die Multiplication mehr Zeit erfordern wuͤrde. Und dieser Bruch \frac{63}{64} gab nach der vorigen Art diese 6 Theile ½+¼+⅛+ \frac{1}{16} + \frac{1}{32} + \frac{1}{64} ; da doch derselbe diese gantz Simple Differenz Differenz 1 — \frac{1}{64} gibt, durch Huͤlfe welcher die Multiplication weit leichter verrichtet werden kan. 5.) Wann eine benannte Zahl durch ei- nen Bruch oder durch eine aus einer gantzen und gebrochenen vermischte Zahl dividi rt werden soll; so muß man den Divisorem, wann derselbe ein einzeler Bruch ist, oder in die Form eines einzelen Bruchs gebracht worden, umkehren, das ist den Zehler auf die Stelle des Nenners und den Nenner an des Zehlers Stelle setzen, und hernach durch diesen umgekehrten Bruch die vorgelegte Zahl multiplici ren da dann alle diejenige Vor- theile angebracht werden koͤnnen, welche in den vorigen Saͤtzen von der Multiplication durch Bruͤche sind angewiesen worden. Daß sich die Division durch Bruͤche in eine Multiplication verwandeln lasse, ist schon im vo- rige Theile bey den Operatio nen der Bruͤche klar dargethan worden, und bedarf also anjetzo kei- nes neuen Beweises. Es ist demnach vorallen Dingen zu merken, daß wann der Divisor ein solcher Bruch ist, dessen Zehler 1 ist, die Divi- sion in eine Multiplication durch gantze Zahlen verwandelt werden. Also ist durch ½ dividi ren eben so viel als mit 2 multiplici ren, und durch ⅓ dividi ren nichts anders als mit 3 multiplici ren und so fort. Wann demnach eine Zahl, was dieselbe dieselbe auch immer fuͤr Nahmen fuͤhrt, durch einen solchen Bruch, dessen Zehler 1 ist, divi- di rt werden soll, so wird man den Quotum fin- den, wann man dieselbe Zahl mit dem Nenner desselben Bruchs, durch welchen dividi rt werden soll, multiplici rt. Jst aber der Zehler des Bruchs nicht 1, durch welchen man dividi ren soll, so multiplici rt man zwar den Dividendum wiederum durch den Nenner desselben Bruchs, das Product aber di- vidi rt man durch den Zehler. Woraus erhellet, daß es gleich viel ist durch einen Bruch dividi ren, als denselben Bruch umkehren und dadurch mul- tiplici ren. Wann aber der Divisor ein einzeler Bruche ist, und den Zehler kleiner hat als den Nenner, so wird derselbe Bruch, welcher durch die Versetzung des Nenners und Zehlers entste- het, groͤsser als ein gantzes, und folglich eine aus gantzen und Bruͤchen vermischte Zahl: da man nun dadurch multiplici ren muß, so sind eben diejenigen Regeln und Vortheile zu beobachten, welche wir oben angewiesen haben. Wann man also durch ⅔ dividi ren soll, so geschieht dieses, wann man durch \frac{3}{2} das ist durch 1½ multiplici rt: Sollte man aber durch \frac{5}{12} dividi ren, so wird die Division in eine Multiplication verwan- delt, davon der Multiplicator ist \frac{12}{5} das ist 2⅖ wo- durch folglich multiplici rt werden muß. Jst aber der Divisor groͤsser als 1 oder eine gantze Zahl samt einem Bruche so muß man denselben in die Form Form einem einzelen Bruchs bringen, welches geschieht, wann man die gantze Zahl mit dem Nenner des Bruchs multiplici rt, zum Product den Zehler addi rt und unter die Summ als den Zehler den vorigen Nenner schreibt. Weilen nun in einem solchen Bruche der Zehler groͤsser ist als der Nenner, so wird hinwiederum, wann man diesen Bruch umkehrt, das ist den Nenner an des Zehlers, und den Zehler als des Nenners Stelle setzt, der Zehler kleiner seyn als der Nen- ner, und folglich der umgekehrte Bruch kleiner als 1. Da man nun durch diesen verkehrten Bruch multiplici ren muß, so ist dasjenige zu beobachten, was wir von der Multiplication mit einzehlen Bruͤchen, und von den dabey dienlichen Vortheilen angezeigt haben. Weilen nun die Division mit gebrochenen Zahlen mit der Multi- plication so genau verwandt ist und sich so gar darein verwandelt, so haben wir dieselbe auch da- von nicht absonderen, sondern zugleich mit ver- knuͤpfen wollen. Hiezu kommt noch, daß wei- len die Division sich so leicht auf die Multiplication reduci rt, darinn keine besondere Vortheile vor- kommen koͤnnen; weswegen wir auch nicht fuͤr noͤthig befinden davon mehr Worte zu machen, sondern schreiten nur zu den Exempeln um die Operation selbst deutlicher vor Augen zu legen. I. Es soll dieses Gewicht 15 Berckw. 6 Pud, 24 ℔ durch ⅓ dividi rt werden. Antw. Antw. Weilen durch ⅓ dividi ren nichts anders ist als mit 3 multiplici ren so multipli- ci re man das vorgelegte Gewicht mit 3. Wann sich jemand verwundern sollte, daß wann man mit ⅓ dividi rt, dreymal so viel her- auskommt; derselbe betrachte nur, daß der Quotus in der Division allezeit eine solche Zahl seyn muͤsse, welche mit dem Divisore multiplici rt den Dividendum hervor bringet. Wann nun der Divisor ⅓ ist, so muß der Quotus so groß seyn, daß derselbe mit ⅓ multiplici rt, das ist der dritte Theil davon dem Dividendo gleich sey. Hiezu wird aber erfordert, daß der Quo- tus drey mal so groß sey als der Dividendus. II. Man soll diese Summ Geld 295 fl. 12 St. 8 ₰ durch \frac{1}{17} dividi ren. Antw. Man muß demnach diese Summ durch 17 multiplici ren; damit aber dieses desto bequemer geschehe, so zertheile man 17 in diese zwey Theile 16 und 1, und multiplici re die Summ mit 16 und addi re die Summ zum Product. Weilen aber 16 so viel ist als 4 mahl 4, so multiplici re man die Summ mit 4 und das Product noch mal mit 4, und addire die Summ zu diesem letzeren Product. fl. III. Lasset uns dieses Gewicht 9 ℔, 20 Loth, 2½ Quintl. durch ⅔ dividi ren? Antw. Man kehre den Divisorem ⅔ nach der Regel um, so bekommt man \frac{3}{2} das ist 1½, und multiplici re folglich mit 1½ wie hier zu sehen. Man dividi rt nehmlich das gegebene Gewicht durch 2, um ½ davon zu bekommen und ad- di rt diese Helfte zu der gantzen Summ. IV. Es sey gegeben diese Summ Geld 98 L. Sterl. 13 ß. 10 ₰, welche durch \frac{21}{25} dividi rt werden soll? P Antw. Antw. Der Divisor \frac{21}{25} umgekehrt gibt \frac{25}{21} das ist 1 \frac{4}{21} , wodurch die gegebene Summ multiplici rt werden muß. Der Bruch \frac{4}{21} aber zertheilet sich in diese Theile ⅐+ \frac{1}{21} , so daß wir mit 1+⅐+ \frac{1}{21} zu multipliciren haben. V. Man soll den Quotum anzeigen, welcher her- auskommt, wann man dieses Gewicht 17 ℔, 5 ℥, 7 ℨ, 1 ℈, 4 gr. durch 2¾ divi- di ret? Antw. Der Divisor in einen einzelen Bruch gebracht gibt \frac{11}{4} und umgekehrt \frac{4}{11} , so daß wir also durch \frac{4}{11} multiplici ren muͤssen. Man multiplici re oben und unten durch 3, weilen 11 nicht gar 3 mahl groͤsser ist als 4, so bekommt man \frac{12}{33} , dieser Bruch zertheilet sich in diese ⅓+ \frac{1}{3.11} ; dahero folgende Opera- tion entspringt. ℔ Wann man die Division durch 11 nicht ohne alle Operatio nen zu schreiben im Sinne ver- richten kan, so kan man dieselbe auf einer Tafel oder einem Papier a part machen, und den Quo- tum an seine gehoͤrige Stelle schreiben, damit man denselben zum vorigen Quoto, so durch 3 ent- sprungen, sogleich addi ren koͤnne. VI. Man verlangt den Quotum zu wissen, wel- cher herauskommt, wann man diese Summ Geld 529 Thlr. 12 Ggl. 5 ₰ mit 1 dividi rt? Antw. Der Divisor 1⅛ in einen Bruch gebracht gibt \frac{9}{8} , und wird dahero unser Mul- tiplicator \frac{8}{9} das ist 1 — ⅑ seyn: man muß des- wegen von der vorgelegten Summ den Neun- tel davon subtrahi ren. Jn Jn diesen so wohl bey der Multiplication als Division angefuͤhrten Regeln. sind nun fast alle Vortheile begriffen, welche sonsten in der Jtaliaͤnischen Practic bey der Regel de Tri gewie- sen zu werden pflegen. Dahero man sich nicht wundern muß, daß wir diese Arithmeti schen Operatio nen mit benannten Zahlen weitlaͤuffiger abgehandelt haben, als sonsten zu geschehen pflegt. Da wir aber hier die meisten Vortheile im Rechnen als an ihrem gehoͤrigen Orte angefuͤhret haben, so werden die bey der Arithmetic vor- kommenden verschiedenen Regeln desto leichter und kuͤrtzer abgehandelt werden koͤnnen.