Herrn Albrecht von Hallers Anfangsgruͤnde der Phisiologie des menschlichen Koͤrpers. Aus dem Lateinischen uͤbersezt von Johann Samuel Hallen, Professoren an dem Koͤniglichen Preußischen Corps des Cadets in Berlin. Dritter Band. Das Atemholen. Die Stimme. Berlin, bey Christian Friedrich Voß. 1766. Achtes Buch der Anfangsgruͤnde der Phisiologie. Vom Atemholen. Erster Abschnitt. Die Brust. §. 1. Die Wirbelbeine des Ruͤkkgrads. E s geschicht mit einiger Empfindung des Annemlichen, daß ich das Land der Hipotesen verlassen, und mich dem Lichte der Anatomie wieder naͤhern kan. Es ist wahr, daß das Atem- holen, oder die Thaͤtigkeit der Luft noch immer einige Un- deutlichkeiten gestattet; indessen ist man doch in den me- resten Stuͤkken eins, und es erreichen selbst unsre Sinne das Wahre in dieser Sache. Die Sache selbst giebt uns die Ordnung zum Vortrage an die Hand. H. Phisiol. 3. B. A Zu Das Atemholen. VIII. Buch. Zu dem Werke des Atemholens wird ein vielfaches Werkzeug erfordert, naͤmlich die ganze Brust mit ihren zugehoͤrigen Knochen, Baͤndern, Muskeln, ferner das Zwerchfell, die fleischigen Theile des Bauches, und an- dre fleischige Stellen, die man zum Nakken, Halse und Oberarme gemeiniglich zu rechnen pflegt. Den Grund zur voͤlligen Wirbelsaͤule machen die sehr zalreichen kleinen Knoͤchigen, welche sich, vermittelst ihrer Vergliederungen, Baͤndern und Muskeln, in eine einzige Saͤule verwandeln. Es faͤngt sich diese Saͤule vom heiligen Beine an, und sie endigt sich am Haupte. Sie ist durchgaͤngig an gesunden Menschen und in so fern gerade, daß sie sich weder auf die linke noch rechte Sei- te mehr neigt; allein die Einpressung der Kleider, oder auch die Krankheiten, pflegen bisweilen diese gerade Linie zu kruͤmmen und ungestalt zu machen. Wir haben selbst die Beobachtung von Wirbelsaͤulen vor uns, die sich wech- selweise rechter Hand umbogen Observ. patholog. XI. , und sich von da wie- der linker Hand hin wandten. Es ist sehr gewoͤnlich, daß sich das dritte Wirbelbein des Ruͤckgrades ein wenig auf die rechte Seite uͤberbeugt CHESELDEN osteo- graphii. C. III. . Doch diese gesammte Saͤule von Ruͤkkenwirbeln ist alsdenn nicht gerade zu nennen, wenn man auf die Vorder- und Hinterteile des ganzen Koͤrpers sein Absehen richtet; in dieser Betrachtung ist sie schon in der mensch- lichen Frucht gerader, und sie kruͤmmt sich in erwachsnen Menschen mit fo gewechselten Schlaͤngelungen, daß ihr oberes Ende an den Ruͤkken naͤher zu liegen koͤmmt, als ihr unteres Ende, oder mehr hinterwerts gelagert ist VESAL. L. I. c. XIV. fig. CHESELDEN T. 21. . Wir nennen das Unterende, welches sich mit dem unter- sten Lendenwirbel endigt, und unterhalb diesem Wirbel laͤuft I. Abschnitt. Die Brust. laͤuft die Flaͤche des heiligen Beines mehr, als oben der Hals, nach hinten zu herab. Eigentlich sind es die Ruͤckgradswirbel, welche zu dem Geschaͤfte des Atemholens besonders gehoͤren. Diese stel- len selbst eine krumme Saͤule dar, indem sich die Wir- bel der oͤbersten Reihen zuruͤkkeziehen, wiewohl nicht gar zu viel; die neun untern pflegen gemeiniglich mehr und mehr vorwerts zu liegen oder vorzuruͤkken ALBIN. Tab. oss. IX. CHE- SELDEN osteograph. T. X. f. 2. T. XXI. f. 1. 2. . Ausserdem machen diese Wirbel, vorne betrachtet, wo sie den Grund zum Herzen bahnen, und die Aorte, den Schlund und das Unterende der Luftroͤhre tragen hel- fen, mit ihren Koͤrpern fast die Gestalt von einem Halb- cilinder ALBIN. ang. Orts an den Seiten. CHESELDEN. eben da. , dessen Vorderbug mehr hervorragt, dessen Seiten sich zuruͤkke ziehen und den Anfang zu den Lungen- hoͤlen hergeben. Der flaͤchere Theil zu diesem Cilinder befindet sich ganz oben in der Brust, von da an woͤlbet er sich mehr; im uͤbrigen findet man mehr, von dem drit- ten oder vierten Wirbel an, jeden untern Wirbel ALBIN. de oss. Seite 122. MONROO of the hones. CHE- SELDEN. ang. Ort. breiter, als sein Oberwirbel ist, und daher besizzt ein je- der Wirbel, je mehr er einer von den untersten ist, desto mehr Staͤrke. Die geraden Wirbelflaͤchen tragen sich einander MONROO u. s. f. . An derjenigen Stelle, wo dieser Koͤrper einen Bogen herauswirft, von dem wir gleich reden wollen, hat der Koͤrper eines jeden Wirbels einen maͤssigen Ausschnitt, den eine glatte Schaale uͤberziehet; der oͤberste Wirbel ALBIN. de ossib. S. 132. WINSLOW. n. 597. , und gemeiniglich auch die zween untersten ALBIN. de ossib. angef. Ort und in tabul. CHESELD. ang. Ort. BERTIN S. 45. 46. 47. WINSLOW angefuͤhrt. Ort. An dem obersten befindet sich ge- meiniglich eine andere kleine Unter- flaͤche, welche zugleich den zweeten mit angehoͤret. Man vergleiche da- mit BERTIN osteolog. Tom. III. Seite 43. , ha- A 2 ben Das Atemholen. VIII. Buch. ben jeder seinen Sinus in ihrem Oberteile; die uͤbrigen haben ihn so gemeinschaftlich, daß nicht nur das untere Ende des Oberwirbels, sondern auch das Oberende des Unterwirbels, seinen Theil zu einer jeden solchen Aushoͤ- lung mit beitraͤgt. Schon mannigfaltiger ist dagegen derjenige Theil der Ruͤkkgradswirbel, welcher nach den Ruͤkken zu liegt, und wir muͤssen ihn hier mit wenigem beruͤren, um die An- faͤnge der Muskeln desto deutlicher erkennen zu lernen. Es kruͤmmet sich diese Gegend, so wie an den uͤbri- gen Wirbeln, zu der Gestalt eines Bogens, oder fast ei- nes Halbzirkels, und sie ziehet sich von dem Vorderteile dergestalt zuruͤkke, daß dadurch ein Zwischenraum ent- steht cheselden. T. XIII. f. 1. 2. , welcher sich an der langen Reihe der Wirbeln in eine lange Roͤhre begibt, die das Ruͤkkenmark ent- haͤlt. Von diesen Bogen raget nun an beiden Seiten, der Queere nach, ein durchgaͤngig runder Fortsazz hervor, welcher an den ersten Wirbeln des Ruͤkkgrads kurz albin. angef. Ort. , an dem siebenten Der Scehste nach dem che- selden. gemeiniglich am laͤngsten, und an den zween oder drei untersten wieder kuͤrzer ist. Dieser Queerfort- sazz zeigt sich hinterwerts rund, vorne her mit einem fla- chen Gruͤbchen vertieft albin. cheseld BBB. , welches mit einer Knorpel- schale uͤberkleidet wird; doch die zween lezzten Wirbel vermissen dieses Gruͤbchen, und es endigen sich ihre Queer- fortsaͤzze nit zweien Hoͤrnern albin. angef. Ort. che- selden. bertin S. 46 47. Winslow Seite 595. . Wenn sich von da der Wirbelbogen weiter nach hin- ten zu fortstrekkt, so machet sowohl der obere, als untere Rand des Ruͤkkgrades, eine kleine schiefe Flaͤche albin. f. 4. 5. chesel- den. T. XI. f. VI. C. f. VII. B. , welche ebenfalls eine knorplige Huͤlle um sich hat. Mit I. Abschnitt. Die Brust. Mit dieser traͤgt ein jeder Wirbel seinen obenauf lie- genden Wirbel, oder er ruht damit auf dem untern. Der hoͤchste Theil dieser Flaͤche befindet sich vorwerts gela- gert, von da steigt er in schiefer Richtung ruͤkkwerts hernie- der. Doch sie ist an den obersten Wirbeln schief, an den untersten gerader gestrekkt, so wie sie an den Lendenwir- beln voͤllig geradlinig ist. Den Bogen endigt endlich die so genannte Graͤte, ( Spina ), ein Namen, den man hierzu von den Fischen entlehnt hat; es ist dieses naͤmlich ein starker Fortsazz, oberwerts mit einer vorragenden Linie geteilt vesal. L. I. c. 16. f. 2. N. albin. f. 4. cheseld. f. 6. , und un- ten ebenfalls mit einer Furche ausgekehlt albin. f. 5. chesel- den. f. 7. , von stum- pfen elliptischen, und desto schmaͤlerem Ende, je tiefer ein Wirbel liegt; denn wenn die Wirbel von der neunten an wieder absteigen, so verdikken sich diese Graͤten mit albin. f. 2. 3. . Diese Graͤten sind an den oberen und mittleren Wirbeln kuͤrzer, an den mittleren laͤnger, und sie dekken sich an den mittleren mehr nach der Art der Dachziegel einander albin. f. 2. . Oben an der Brust neigen sie sich zwar, doch sie stehen ein wenig von einander ab, und werden gegen die Lenden herab allmaͤlig gerader, so daß sie ganz unten voͤllig gera- de werden albin. f. 2. 3. . §. 2. Die den Wirbeln des Ruͤkkgrades zugeord- nete Baͤnder. Solche Beschaffenheit hat es mit den Ruͤkkenwir- beln, denn es verstattet uns die Weitlaͤuftigkeit dieses Werkes nicht, daß wir uns daruͤber umstaͤndlicher herauslassen koͤnnten; diese Wirbel werden also, da sie ein ganzes sind, durch Baͤnder unter einander verbunden. Und zwar so A 3 werden Das Atemholen. VIII. Buch. werden ihre Koͤrper vorne her von einer langen, geraden, schmalen Binde zwar nicht uͤber und uͤber, aber doch in der Mitte durchlaufen weitbrecht Syndes- molog. S. 96. T. XXXVIII. a. . Diese verliert sich fast an dem lezzten Ruͤkkenwirbel vor Zartheit und verschwin- det, sie loͤset sich zu Buͤscheln und Faͤsern auf, indem gleichartige Ansaͤzze des Zwerchfells die uͤbrigen Wirbel vereinigen. Diese Baͤnder werden hernach von neuen Fasern, die von jedem Wirbel ihren Ursprung bekommen, verstaͤrkt, oder es werden die Wirbelkoͤrper, um sie auch auf diese Art recht zu bezeichnen, mit geraden und nach der senkrechten Linie gelagerten Baͤndern uͤberkleidet, und von diesen werden die Koͤrper an allen Seiten verbun- den und bedekkt, so daß sie an keiner Stelle blos lie- gen. Von hinten liegt ein nicht unaͤhnliches Band weitbrecht S. 99. f. 39. 40. 41. petit maladies des ☉ s. T. I. S. 89. 90. dvver- noi Comment. Acad. Petropolit. t. VI. S. 307. an der weggewandten und holen Seite der Koͤrper, die dem Marke naͤher ist; es ist dieses Band unterwerts schmaͤler, und aller Orten und hie und da an die Koͤrper angewachsen, so daß sich die Wirbel von einander nicht entfernen, und sich weder zu sehr nach hinten, noch nach vorne zu neigen koͤnnen. Ferner so legt sich zwischen jeden zween Wirbeln ei- ne elastische Platte weitbrecht S. 103. T. 12. mit ein, welche aus dem Koͤrper eines jeden Wirbels oben und unten dauerhaft erwaͤchst, von vorneher dikker, hinten duͤnner ist, und in der Men- schenfrucht der Natur eines Bandes naͤher koͤmmt. Jn erwachsenen Menschen mischet sich ein haͤufiges knorpliges Wesen zwischen die glaͤnzenden und concentrisch zirkelrun- den Fasern morgagni advers. III. S. 104. mit ein, und dieses Knorplige nimmt beinahe die ganze Platte ein, bis endlich dieser Knorpel in ganz abgelebten Menschen auch hier zum Knochen wird. I. Abschnitt. Die Brust. wird. Wo sich die aͤussersten Fasern dieses Bandes aus den Wirbeln herausbegeben, da durchschneiden sie sich gemeiniglich uͤber das Kreuz weitbrecht f. 42. a. b. winslow des os frais. n. 314. 315. . Eben diese Baͤnder halten auch schon fuͤr sich allein die Ruͤkkenwirbel feste zusammen, doch so, daß sie ihnen einige Bewegung verstatten, wiewohl sie an den Lenden in der That viel loser, als am Ruͤkken sind Denn hier sind sie am duͤnn- sten. monroo of the hones. Ed. II. S. 199. besonders unterwerts. , und eine deutliche Bewegung verstatten. Es sind noch zwei andere kleinere Baͤnder, und zwar an jedem Wirbel da, welche von der Hinterseite her die Wurzel der Graͤten zusammenhalten weitbrecht S. 107. f. 43. 44. a. a. winslow ang. Ort. n. 324. duvernoi angef. Ort. S. 302. , breit, und ei- nem Parallelogramm aͤnlich sind; ferner ein noch ande- res zaͤrteres, membran-aͤnliches Band, welches den uͤbri- gen Theil bis zur Graͤte zusammenhaͤstet weitbr. S. 108. f. 45. e. winslow n. 325. . Die Graͤten selbst verbindet ein Gebuͤnde von Fa- sern idem S. 109. f. 46. d. d. winslow n. 32. 44. , und dieses Pakk steiget von der Spizze einer je- den Graͤte zur naͤchsten Graͤte hinab. Die Gelenkfortsaͤzze werden von kurzen und festen Baͤndern gehalten, und diese legen sich um die zusammen- grenzungen dieser Fortsaͤzze herum idem S. 110. T. XII. f. 45. g. winslow n. 327. du- vernoi angef. Ort. S. 307. . Die untern Ruͤkkenwirbel, vom fuͤnften naͤmlich an, haben Baͤnder, welche von jedem Queersortsazze bis zu seinen Nachbaren fortlaufen idem Seite 109. f. 46. c. c. c. . Jhre Fasern entfer- nen sich etwas von einander, und lassen kleine Gefaͤsse, die aus den Jntercostalstaͤmmen entspringen, zwischen sich durchgehen. Von denen bisher beschriebenen Ruͤkkenwirbeln hat die Natur den Menschen zwoͤlf gegeben, es ist aber auch A 4 nichts Das Atemholen. VIII. Buch. nichts neues, wie es auch unsre Geribbe augenscheinlich darthun, daß sich an einer Seite, oder auch an beiden ein Wirbel mehr c. stephanvs essais of a Societ. ad Edimb. T. V. S. 337. C. P. fabricivs auf einer Sei- te. Program. boehmer osteol. S. 234. Vorrede zu dem Fasc. I. S. 6. , oder weniger zeiget Eilf hat gefunden evsta- chivs ossium examin. S. 1 4. cassebohm in M. S. colvm- bvs Seite 263. c. stephanvs L. I. c. 12. S 23. boehmer. præf. ad Fascic. I. S. 5. . Gewoͤnlich aber trift man einen mehr an vesal S. 72. cheseld. c. III. , und denn hat man drei- zehn Ruͤkkgradswirbel, und eben so viel Ribben. Die Pigmaeen, Affenarten, die dem Menschen sehr aͤhnlich sind, haben ebenfalls am Ruͤkkgrad dreizehn tyson in der Zerlegung dieses Thieres. S. 68. , und uͤberhaupt findet sich an den meisten Thieren die Brust laͤnger, und man zaͤlet an ihnen mehr Wirbel als am Menschen. §. 3. Die Ribben. Es ist vornaͤmlich der Ribben wegen geschehen, daß wir bisher die Wirbel beschrieben haben. Man findet deren an beiden Seiten zwoͤlf, und nicht selten drei- zehn genga anat. chirurg. S. 22. blancard. Jahrregister 1. Ian. Cent. IV. n. 46. kaavw de perspir. n. 147. cheselden osteogr. c. 3. hebenstreit in Program. uͤber Hahns Disput. behr Physiol. S. 379. p. c. fa- bric. ad Flor. butisbac. S. 66. fallop. obs. S. 56. vesal. S. 89. valverd. S. 20. co- lvmbvs S. 263. bavhin theatr. S. 193. boehmer osteo- log. S. 234. præf. cit. S. 6. d. de marchett. anat. S. 64. ma- der de part. respir. inserv. n. 16. Essays of a society ad Edimb. T. V. S. 337. (daß acht wahre waͤ- ren). Es entsteht aber diese Ribbe nicht einzig und allein, wie es dem ber. Hunauld und dem ber. Ber- tin geschienen, von einem Zuwach- se des Knochenfortsazzes des sieben- den Halswirbels. Denn ich besiz- ze selbst Geribbe mit dreizehn Hals- wirbeln, und dreizehn Ribben, und finde nichts am Queerfortsazze des untern Halswirbels veraͤndert. Auch schon in der Frucht finden sich uͤberzaͤlige Ribben. Memoir des savants etrangers. T. II. Seite 584. 585. An einem Kinde hat es wahrgenommen boehmer oste- olog. S. 234. und an der Frucht præf. S. 6. Funfzehn Ribben hat der ber. Bertin zu finden das Gluͤkk gehabt. S. 142. , alle sind uͤberhaupt eben den Veraͤnderungen (o) un- I. Abschnitt. Die Brust. Galen redet nur von eilf Ribben adm. VIII. c. 1. sylv. de ossib. c. 8. colvmbvs S. 60. 263. Auch genga, fa- bric. riolan de ossib. Seite 499. boehmer osteolog. S. 234. bartholin Cent. V. hist. V. diemerbroek Seite 547 rolfinck S. 402. d. de mar- chet S. 64. Zweispaltige Rib- ben hab n andere gesehen, naͤmlich die erste bartholin. S. 739. die fuͤnfte morgagni ang Ort. S. 68 die dritte und fuͤnfte lan- ge lapid. figur. 164. 165. auch cheselden T. XVII, f. 2. und vormals carpvs isag. anat. S. 72 ferner fabricivs flor. bu- tisbac. S. 60. albinvs in ad- notat. L. II. c. 13. fontanvs ad vesal. Epitomen. unterworfen, welche man an den Wirbelbeinen des Ruͤkkgrads angemerket hat. Alle haben dieses unter einander gemein, daß sie bei den Wirbeln, wo sie ihren Anfang nehmen, dikk und hart sind, und sich daselbst mit ihrem Koͤpfchen, welches aus zwo in der Mitte rundlich zusammengebogenen Flaͤ- chen besteht albin. de ossib. n. 170. T. XIII. b. c. u s f. chesel- den T. XV. C. vesalivs T. XIX. f. 3. bertin angef. Ort. S. 97. winslow n. 640. , in das in jedem Wirbelkoͤrper ausge- grabne Gruͤbchen hineinbegeben. Alle lassen auch an ih- rer weggekehrten Seite Die zwei untersten ausge- nommen. eine solche knoͤchige Erha- benheit von sich albin. de ossib. n. 171. T. X. a. a. u. s. f. Tab. XIII. e. e. winslow n. 641. In Systemate albin. T. musc. II. evstach. T. 44. 45. cheselden T. XX. T. XIV. B. B. T. XV. B. B. ve- sal. c. 19. f. 2. , welche sie mit der zwoten Flaͤche, die maͤßig convex ist, mittelst des Queerfortsazzes, an die obengedachte knorplige Stelle anschlist §. I. . Hierauf kruͤm- men sich die Ribben unter dem Queerfortsazze hernieder- werts, denn vorwerts, und geben mit ihrer Hoͤle das La- ger zur Lunge ab, welches sie alle gemeinschaftlich verrich- ten albin. de ossibus S. 170. winslow. n. 643. . Sie laufen alle parallel um die Seiten herum, und begeben sich vorne fast in eine flache Platte albin. de ossibus n. 168. T. 12. 13. cheselden T. 20. , de- ren beiderseitige Flaͤche breit, sehr duͤnn an Knochen esal S. 90. u. s. w. und geradflaͤchig ist. An allen ist der obere Rand, (wel- cher sich an die erste Ribbe hinterwerts kehrt), dikk und A 5 stumpf Das Atemholen. VIII. Buch. stumpf, der untere schneidender. Alle endigen sich mit einem knochigen Wesen, das eine Grube hat, mit deren knotiger und rauhen Oberflaͤche albin. angef. Ort. die aͤnlich erhabne Knorpelflaͤche einer jeden Ribbe zusammenpast An diesem Orte sezzt der be- ruͤmte brvns die Vergliederung so an, wie man sie an den Voͤgeln findet. Commerc. lit. noric. 1738. hebd. 8. Doch diese Beschreibung verbessert der vortrefliche trev hebd. 13. . Das Ende aller Ribben, sie moͤgen so krumm seyn, als sie wollen, liegt dennoch bei dem Brustknochen niedriger, als an den Ruͤkkgradswirbeln. An dieses knochige Ende einer Ribbe schlist sich derjenige Knorpel an, welchen einige auch den Anhang zu nennen pflegen, und welcher ferner flach, und derjeni- gen Ribbe, die ihn hervorbringt, aͤnlich fortlaͤuft, am Brustknochen schmaͤler, ungleichlang, wenn man die Knor- pel unter sich vergleicht, dennoch aber immer viel kuͤrzer ist, als der knochige Theil. Es ist was seltenes, daß sich dieser Knorpel zu einem Knochen verwandeln sollte; in- dessen hat man doch gefunden, daß an alten Personen ent- weder die gesammten Anhaͤnge zu Knochen geworden vesal de rad. Chin. S. 73. gohl de polyp. Seite 16. (von den fuͤnf ersten) fabric. de respirat. L. II. c. 6. S. 10. ber- tin S. 100. cheselden anat. Editio VI. Seite 28. osteol. c. 3. schwenke cas. rar. swam- merdam de respirat. S. 84. 85. verryst. in diss. de respirat. welche oft anzufuͤhren S. 21 mus. . Pet. I. S. 313. an einem verhaͤrtete ettmvller in pro- gram. ad schvsteri disp. Eru- dit. triller de oris ventric. angust. n. 24. denn so verstehe ich es von diesen Knorpeln. Einige Knorpel hat knochig gefunden Hum- phred ridley obs. S. 159. an einem engbruͤstigen. Verheyn streitet wider das zu Knochen wer- den, S. 316. da er sie in einem hun- dertjaͤhrigen Greise nicht knochig gefunden. Doch die verneinende Erfahrungen heben die Bejahun- gen anderer nicht auf, welche es wahr befinden. , oder daß man wenigstens im Knorpel knochige Kerne wahrgenommen winslow des os frais. n. 338. . Dagegen habe ich beobachtet, daß der knochige Theil der Ribben vesal. S. 90. etwas mehr aussen- her, als sich der knochige Theil zu endigen pflegt, in eine weiche I. Abschnitt. Die Brust. weiche knorpelartige biegsame Materie, gleichsam wieder zerfallen war. Doch es sind die Ribben unter sich selbst so verschie- den, daß man von ihnen nicht allgemein reden kann. Man nennt also die ersten sieben oͤbersten hippocrat. πε ϱ ί τόπον τῶν ϰατ᾽ ἀνδοωπον n. 10. Ribben insonderheit, so weit sie bis zum Brustbeine hinreichen, wahre Ribben. Alle diese sind, wegen ihrer gedoppel- ten Naht albin. T. 11. 13. , dauerhafter gebaut, und vergliedern sich mit dem Queerfortsazze eines jeden Ruͤkkenwirbels. Die erste unter den wahren Ribben hat viel beson- deres voraus. Sie ist die kuͤrzeste von allen, sie hat den kleinsten Knorpel, und dieser stekkt viel tiefer in seiner Hoͤ- le albin. T. 13. . Diese Ribbe ist ausserdem dikker albin. T. 12. 13. che- selden. T. 14. f. 1. vesal. c. 19. f. 4. , rauher und voller deutlicher Muskelhuͤgelchen bertin S. 102. . Noch mehr, sie hat auch eine andere Lage, und da die uͤbrigen Ribben am obern Rande stumpf, am untern scharf weglaufen, so neigt sich diese nach einer dem Horizonte parallelen Linie, so daß sie mehr ein Lager nach der Queere, als nach einer senkrechten Linie einnimmt. Sie besizzet einen haͤrtern Knorpel albin. n. 173. , mit welchen sie sich nach dem Brustbeine hinabwendet cheselden. T. 19. 36. 16. 17. evstach. T. 43. albin. de ossib. n. 174. Icon. anat. fascic. VI. T. 1. , und sich an dessen ersten und groͤsten Theil cheseld. T. 16. wins- low n. 648. breit genung anhaͤngt. Die zwote Ribbe ist ein wenig laͤnger, kert sich mit ihrem untern Rande zum Theil nach aufsen heraus, und zum Theil nach unten herab albin. T. 12. 13. . Jhr Knorpel ist geschlanker, und fuͤgt sich an das Brustbein fast unter rech- ten albin. T. musc, I. che- selden T. 19. 34. senac S. 163. monroo of the hones. lezte Ausgade. S. 232. bertin S. 102. Das Atemholen. VIII. Buch. ten Winkeln albin. de ossibus n. 174. T. musc. I. cheselden ang. Ort. , oder er kehrt sich ein wenig herauf Icon. anat. angef. Ort. , und lenkt sich in die Fuge des ersten Theils des Brust- beins, wo sich dieses in den zweeten Theil begiebt, ein. Die dritte ist wieder laͤnger, steigt ebenfalls mit einem laͤngern Knorpel noch deutlicher in die Hoͤhe vesal angef. Ort. Icon. anat. angef. Ort. albin. T. musc. I. , und ihr innerer Rand ist viel schaͤrfer als der aͤussere. Die vierte lagert sich beinahe nach dem Senk- bleie, sie hat ihren Ober- und Unterrand, ihren noch deut- lichern Knorpelanhang, und sie wirft sich mit gekruͤmmten Knorpel, indem der Fortsazz in der Kruͤmmung seinen Anfang nimmt albin. T. musc. I. , nach dem Brustknochen hernieder. Die fuͤnste hat einen laͤngeren stumpfwinklig ge- bognen Knorpel, der sich in den Unterteil des zweeten und staͤrksten Knochen der Brust einlegt. Dieser Ansazz laͤst oft genung, da, wo er sich kruͤmmet, den Fortsazz nieder- werts steigen albin. T. musc. I. vergl. cheselden T. 34, 36, 19, 16. 17. , welcher sich denn mit Huͤlfe eines har- ten Zellgewebes an die sechste anschlist. Die sechste und siebende strekken immer laͤngere Ios weitbrecht macht die siebende kurzer als die sechste. Comment, acad. Petrop. T. 5. S. 248. aber unrecht. und kruͤmmere Anhaͤnge von sich, ihre Fortsaͤzze stei- gen ebenfalls niederwerts, sind fast allemal unter einan- der verbunden albin. T. musc. I. ev- stach. T. 43. vesal. c. 19. Icon. anat. angef. Ort. die sechste, siebende, achte, neunte und zehnte. , und streichen fast in einander. Eben diese steigen auch mehr aufwerts, da wo sie sich beim zwee- ten Knochen des Brustbeins und dem Schlusse des zwei- ten mit dem dritten Knochen einlenken, woselbst sonst eben dieser Knochen noch den schwerdfoͤrmigen Anhang von sich strekkt. Die wahre Ribben, doch die oͤberste nicht, verbinden sich mit dem Brustbeine dergestalt, daß sie mit einem schma- I. Abschnitt. Die Brust. schmalen erhabnen Koͤpfchen, mitten in die Tiefen des Brustbeins eindringen, und dabei eine augenscheinliche Bewegung gestatten Col de vilars Cours de chir. S. 9., so, daß sich auch Druͤsen in der Vergliederung be- finden Dieses bejaht auch Ham- berger S. 331. von einem Kinde. . Wenn man die Sache mit groͤsserer Genauigkeit beleuchtet, so hat die Ribbe zwo kleine Flaͤchen, die sich unter einen Winkel zusammen- neigen z wo platte Flaͤchen wins- low n. 648. ingrassias S. 192. . Die Wirbelflaͤchen der mehresten dieser Ribben sehen aufwerts, besonders an den fuͤnf oͤbersten Ribben. An den oͤbersten unter diesen Ribben abbin. T. 12. an den drei oͤbersten. zeiget sich deutlicher am obern Rande, an den untersten Ribben aber undeutlich, oder ganz und gar keine Furche zu Gefaͤssen, und diese Furche ist von der Gegend der Wirbeln an bis zur groͤsseren Kruͤmme ausgeschnizzt Verneher verschwindet die Furche petit ad palfyn a- nat. chir. S. 143. . Der innere Rand hat, die erste, sonst auch die zwote und dritte Rib- be ausgenommen ingrassias S. 196. , eine viel deutlichere Furche Nach dem albin. T. 12. v. 3. de ossib. n. 182. cheselden T. 15 d. d. winslow n. 644. , welches eine Fortsezzung von einer aͤhnlichen Furche des Queerfortsazzes selbst ist, und da laͤnger ist, und ein En- de nimmt, wo sich die Ribben zusammenbiegen, um den Rost vorne an der Brust zu machen. Diese Furche ra- get, naͤher an den Wirbeln, gleichsam durch einen Fort- sazz verlaͤngert, niederwerts hervor, und dieser Fortsazz ist an jeder untern Ribbe laͤnger albin. T. 11. von den zwo untersten ma yren winslow. n. 650. und von den drei oͤbersten fal- schen. n. 65 . Die Ribben, welche folgen, pflegt man, weil sie nicht den Brustknochen erreichen, die falschen zu nennen. Die achte ist sehr lang, und uͤbertrift an Laͤnge des kno- chigen albin. ang. Ort. che- selden ang. Ort. albin. angef. Ort. che- selden. T. 16. f. 1. T. 17. Das Atemholen. VIII. Buch. chigen Theils sogar die siebende, deren Knorpel aber da- gegen groͤsser ist. Von da nimmt sowohl die Laͤnge des Knochens, als des Knorpels jederzeit ab, je tiefer ein Wir- bel liegt. Die Knorpel der siebenden, achten, neunten und zehnten kehren sich heraufwerts, und, indem sie sich unter einander durch eigene Fortsaͤzze, durch angesezzte Raͤn- der albin. angef. Ort de ossib. n. 172. cheselden T. 36, 19, 16. 117. , durch ein Zellgewebe weitbrecht f. 49. c. c. martine ad evstachivm. S. 397. diese Verbindungen zeigt auf der ersten Tafel seines Gerib- des carl stephan. , durch Muskelfasern Veral der albin. ang. Ort. cheselden T. 36, 19. 16. 17. verheyen S. 316. T. 33. f. 1. evstachivs T. 43. vesal c. 19. und vorlaͤngst oribasivs. Seite 154. hernach weitlaͤuftiger bertin S. 116. 117. 118. 119. Fasc. icon. anat. VI. T. 1. Hieher kan man ziehen die zusammenge- wachsene Ribben, welche der Rin- ger protophanes, nach dem pavsanias gehabt, in itin. desc. græc. L. I. S. 63 wenn nicht Ribben bisweilen wuͤrklich zusammen wuͤch- sen. Von zwoen hvnavld mem. de l’ Acad. des scienc. 1740. S. 378. und p. c. fabricivs im angef. Ort. Von dreien fontanvs ang. Ort. Von fuͤnfen eben der Hunauld, und nur neulich noch der ber Zimmerman in var. na- tur. lus. S. 16. , und durch einige Baͤnder, die ich bald erklaͤren will, vereinigen, so machen sie einen aneinander haͤngenden R and, welcher vom untersten Brustknochen dergestalt herabgeht, daß er sich ausserdem herausbeugt und in die- ser Ekke einen leeren Raum laͤst, wozu der unterste Theil des Brustknochens die Winkelspizze hergiebt. Ob al- so gleich die drei jezztgedachten falsche Ribben fuͤr sich selbst nicht bis zum Brustbeine hinreichen, so haͤngen sie sich doch in so fern an den Brustknochen mit an, daß sie sich in die siebende Ribbe hineinwerfen. Die eilfte und zwoͤlfte Ribbe ist beinahe gerade, sie endigt sich mit einem kurzen Knorpel in dem Fleische der Muskeln albin. n. 172. Fasc. VI. T. 1. , sie haͤngt nicht mit dem Queerfortsazze vesal. de radic. chin. S. 148. winslow n. 652, u. f. ihres Wirbelknochens durch eine Einlenkung zusam- men, I. Abschnitt. Die Brust. men, sie erreicht nicht die oͤbern Ribben cheselden. Tom. 36. 19 , und ihre Wir- belseite kehrt sich niederwerts. Die unterste Ribbe hat sogar an den beiden Seiten eines und ebendesselben Ge- ribbes, eine veraͤnderliche Laͤnge duverney malad. des os S. 253. . An den obern falschen Ribben liegt die Furche deut- licher, und besonders ist hier der Fortsazz sehr sinnlich, die zwo untersten ausgenommen, an denen man kaum eine Spur einer Fuge erblikken kann. Ueberhaupt sind die Zwischenraͤume der Ribben am hintern Ende sehr geringe, und auch alsdenn noch enger, wenn sie sich um die Seite des Koͤrpers herumbewegen, besonders unterwerts; vorne an dem Brustbeine sind sie schon ansehnlicher. Am groͤsten ist der Zwischenraum vorne her, nach Proportion der uͤbrigen Stellen, von mir befunden, wie 1. 2. 3. 4. ferner 9. 10. 11. wiewohl alle, keine ausgenommen, vorne her weiter von einander ste- hen. §. 4. Die verschiedene Befestigung der Ribben. Da man in Bestimmung des Nuzzens, den das Fleisch, welches zwischen den Ribben befindlich ist, hat, viel gewinnt, wenn man weis, wie feste eine jede Ribbe sei, und hieruͤber ehedem beruͤmte Maͤnner uneins gewe- sen, so ist es noͤtig, die Sache theils nach der Einstim- mung der besten Schriftsteller, theils und vornaͤmlich nach der Natur feste zu stellen. So viel ist gewis, daß die zwo untersten Ribben uͤberaus beweglich sind, indem sie das Huͤchelchen vermissen, durch dessen Baͤnder die uͤbrige Ribben an die Queerfortsaͤzze der Wirbel ange- haͤngt werden: ausserdem so reichen sie selbst nicht bis ans Brustbein, sie haͤngen sich auch nicht an diejenigen Rib- ben Das Atemholen. VIII. Buch. ben an, welche mit dem Brustknochen in Verbindung stehen: endlich, so fuͤgen sie sich mit einem runden und flaͤchern Kopfe in die Koͤrper der Wirbel ein albin. n. 170. . Die- se Ribben sind geschikkter, und gebaut, mehr um sich zu senken, als zum Erheben bertin S. 122. , besonders da ihre Verglie- derungsflaͤchen an den Wirbeln niederwerts gekehrt sind winslow mem de l’acad. des scienc. 1738. vesal. de rad. chin. S. 147. . Um etwas fester ist die Natur der drei oͤbern falschen Ribben, weil sie, wie gesagt worden, sowohl an den Queer- fortsaͤzzen der Wirbel angeheftet sind, als auch mit ihrem vordern Ende zum Brustbeine hingelangen. Daraus, daß alle beide Enden einer Ribbe befestiget worden, er- hellet von selbst, daß sie eine groͤssere Festigkeit erhalten muͤsse, als wenn eins der beiden Enden lose ist, und zwi- schen den fleischigen Theilen herumirrt. Eben diese Rib- ben sind zur Erhebung und zum Niedersinken gleich ge- schikkt, indem sie sich unter geraden Flaͤchen an die Wir- bel anschlissen. Die untersten der wahren Ribben besizzen eine et- was groͤssere Festigkeit, weil sie festere und knorplige Enden haben vesal. S. 90. winslow des os frais. n. 336. fabric. de respirat. L. II. c. 10. S. 78. , ans Brustbein gut vergliedert sind, und nach und nach immer kuͤrzer werden. Solchergestalt werden die Ribben, aufwerts zu rechnen, immer unbeweg- licher. Die fuͤnf oͤbersten sehen mit ihren Wirbelflaͤchen hinaufwerts, und sie steigen lieber, als daß sie sinken soll- ten Angef. Ort, n. 3. . Die oͤberste Ribbe bewegt sich schwerlich winslow S. 90. vfr- dvc myolog. bertin S. 105. Elem de Physiolog. S. 267. crell de respirat. conf. albin de ossi- bus, n. 176. 177. , oder doch nicht ohne die ganze Brust zugleich. Denn sie hat mehr Baͤnder, als irgend eine andere Ribbe, mehr Mu- skeln, wovon sie heraufgezogen wird, und denn ist sie die kuͤr- I. Abschnitt. Die Brust. kuͤrzeste. Ferner so senkt sie sich in ihrem ganzen Lager weniger, und sie liegt so wenig schief, daß sie sich bei der kleinesten Bewegung in eine Horizontallinie sezzet. Ausserdem ist sie auch sehr breit; sie hat keine Muskeln, welche zu ihrem untern Ende gerades weges in die Hoͤhe stiegen, und sie mit ihrer gesamter Kraft herabzoͤgen; die Muskeln zwischen den Ribben, naͤmlich im ersten Zwi- schenraume, wenn diese ja den untern Rand dieser Rib- be, mit Zuverlaͤssigkeit zu bewegen vermoͤgen, so ziehen sie solchen doch viel ehe herauswerts, und nach vorne zu. Endlich so schlist sie sich mit der breiten und schiefen Flaͤ- che ihres Knorpels dergestalt an das Brustbein an, daß sie mit diesem viel fester, als irgend eine andere Ribbe zusammenhaͤngt winslow. n. 653. memoir de l’ Acad. 1738. S. 89. 90. tr. des os frais. n. 337. bellin Lemm. de respir. I. bertin. S. 104. albin. de ossib. n. 172. liev- tavd essaiis anat. S. 241. se- nac. angef. Ort. S. 162. . Ja sie leimt sich leicht daran feste, wenn die wenige Feuchtigkeit zerstreuet worden; und man findet sie sehr oft, auch in maͤßigen Lebensaltern, von knochichem Kerne Wird zu Knochen. monroo. Edit. II. S. 243. albinvs. n. 173. vesal. S. 90. . Jch habe diese Verschiedenheiten in der Festigkeit der Ribben, nicht blos aus der Anatomie gesamlet, sondern auch ausserdem noch mit Versuchen bestaͤtigt, aus denen ich ersehen, daß, wenn ich an die noch feuchte, und be- wegliche Brust Gewichter anhing, die erste Ribbe erst von vier Unzen herabgezogen wird Memoir sur la Respiration. S. 214. , die zwote Ribbe von fuͤnfmal leichterem Gewichte niedersinkt Von sechs Quentchen. Ebend. ; die dritte wieder einer geringern Schwere nachgibt, und fast nur den siebenden Theil von demjenigen Gewichte noͤtig hat, wovon die erste Ribbe niedergezogen wird Von vier Quentchen, 30 Gran. Ebend. . Die vierte gibt einem achtmal kleinern Gewichte nach Von vier Quentch. Ebend. . Es H. Phisiol. 3. B. B Das Atemholen. VIII. Buch. Es hat auch der beruͤmte Kuͤhnbaum die Beobachtung gemacht, daß, wenn man an die erste Ribbe Faͤ- den gebunden, und daran gezogen, sich die Brust erwei- tert habe, und das Einatmen von den aufgehobenen Rib- ben verrichtet worden Disput. de Respirat. S. 8. . Bei Oefnungen an lebendi- digen Thieren bleiben, auch bei demjenigen verhaltenen Atemholen, welches so zu sagen, mitten in den Qualen, aus- sen zu bleiben pfleget, die ersten Ribben gemeiniglich unbeweglich stehen Ebend. exp. 16. 26. , oder wenn man sie mit ungemei- ner Gewalt zieht, so sieth man sie doch nur ganz schwach nachgeben Ebenda, wie auch exp. 17. 18. 19. 20. 26. kvehnbavm. angef. Ort. . Doch am Hunde bewegen sich die ersten Ribben etwas leichter, als an Menschen, weil dieses Thier ohne Schluͤfselbein ist, von dem sonst an Menschen verschiedene Baͤnder nach der ersten Ribbe herabsteigen, und diefe Baͤnder sind es, welche das Niedersinken die- ser Ribbe verhindern. Das Brustbein wird vornaͤmlich hinterwerts von ei- nem festeren und markigen Knochenhaͤutchen uͤberzegen, und dieses traͤgt so gar zur Festigkeit dieses Knochens et- was bei weitbrecht. f. 50. . §. 5. Das Brustbein. Man kan schwerlich von den Baͤndern handeln, welche die Ribben halten muͤssen, ohne zugleich diesen Brustknochen zu beruͤren, welcher, so viel ich weis, allen Thieren gemein ist, die mit Lungen versehen sind, und den auch die so gar haben, welche ohne Ribben sind, als die Froͤsche roesel. hist. nat. rana- rum. T. VII. u. s. f. Meyer Ge- rippe. T. 53. . Am Menschen ist dieses Brustbein breiter I. Abschnitt. Die Brust. breiter und kuͤrzer An den Voͤgeln nicht, bei de- nen es sehr weit ist, cheselden. nach dem 5 Kap. , als an den meisten Thieren, ob es gleich eine feine Spoͤtterei von Jakob Silvius Depuls. calumni. VI. XVII. S. 54 præfat. ad isagog anat. ist, daß es nach den Zeiten Galens kuͤrzer geworden sei. Bei erwachsenen Menschen ist es nur ein einziger Kno- chen. Aus wie viel Theilen er in der Frucht zusammen- gesezzt sei, kan Niemand sagen; so ungewis ist man hier wegen dessen Beschaffenheit Vergleichet damit evstach. Exam. anat. S. 178. T. 47. f. 18. 19. 20. 21. monroo. edit. II. S. 249. rvysch. Mus. S. 110. 111. 112. u s. f. platner. de epiphys. S. XXIX. ingrasstas. S. 189. und vor andern albinvs. de oss. fert. und bertin. S. 178 u. f. . Ueberhaubt gleicht die Gestalt dieses Knochens ei- niger maassen einem stumfen roͤmischen Schwerdte Schwerd nennen ihn Galen beim Oribasins S. 112. Dolch vesalivs. S. 92. daher heissen viele unter den Alten nicht den An- hang, sondern den ganzen Brustkno- chen Xiphoides. pollvx. S. 234. nach Hemsterhusii Ausgabe. , dessen breiter Theil, der den Griff vorstellen koͤnte, oben und nach hinten zu gewandt ist, dessen naͤchster Theil schmal ist, und endlich wird dieser Knochen, oberhalb dem Anhange, wieder breiter. Das ganze Bein ist an sich weich, schwammig, und nur so obenhin mit einer zarten und blos knochigen Rinde zu beiden Seiten uͤberzogen, und diese Rinde behaͤlt nach inwendig zu die Spuren ei- nes knorplichen Wesens an sich Man besehe winslow. n. 670. tr. des os frais. n. 345. mon- roo u. f. f. . An erwachsenen Menschen lassen sich gemeiniglich noch drei Theile dieses Knochens vesal. S. 91. monroo. Edit. II. S. 243. c. stepha- nvs. L. I. c. 13. S. 27. albin. de oss. fert. S. 81. cheselden. c. III. Tab. 19. D de marchet- tis. S 65. Syllab. anat. T. VI. f. 10. bertin. S. 162. 177. unterscheiden. Der oͤberste ist vorne her ein wenig hoͤkkrich winslow. n. 664. ve- sal. S. 92. albin. T. 14. f. 1. gegen die Wirbelbeine zu hol winslow ebenda, ve- sal. ebenda u. f. 7. c. 19. albin. T. 14. f. 1. , sehr dick cheselden. T. 17. 16. f. 1. vesal. rad. Chin. ungemein feste, B 2 einiger- Das Atemholen. VIII. Buch. einigermassen achtekkig vesal. c. 19. f. 6. 7. ev- stachivs. T. 43. albin. T. 14. f. 1. 2 n. T. 1. Musc. , und es endigt sich daselbst in acht Flaͤchen, deren zwo untern Seitenflaͤchen sich ge- gen einander neigen, und darunter die eine schmaͤlere winslow n. 665. mit dem zweiten Stuͤkke zusammen stoͤst. Das oberste Stuͤkk ist ein wenig ausgerandet, und beschreibet eine Kehle. An diesem Theil faͤngt sich das Schluͤsselbein dergestalt an, daß sich ein bandartiger Knorpel vesal. L. I. c. 22. albin. S. 166. weitbrecht angef. Ort. f. 3. f. , der ein wenig zaͤher, als eine Membran ist, und hinterwerts entspringt, mit seinen, zwischen beiden Knochen schwebenden, duͤnnen, und beweglichen Ende, welches abwerts und vorwerts steigt, hineinfuͤgt weitbrecht. S. 14. f. 3. T. 1. h. , und dieser Knorpel ist es allein, welcher diesem Gelenke die Bewegung gibt. Von der Verbindung der ersten Ribbe haben wir be- reits gehandelt §. 3. , und diese geschicht an der Seitenflaͤche, die sich zwischen die groͤssere und Schluͤsselbeinflaͤche einlagert. Mit dem zweiten Knochen des Brustbeins verbindet sich eine halbknochige Tafel, welche demohngeachtet, doch merentheils auch in erwachsenen Menschen, beugsam monroo Ed. II. S. 246. vesal. de rad. Chin. S. 126. Es zeichnet sie bidloo T. 95. ist, und erst durch die vielen Jare mit dem Alter erhaͤrtet, und zu Knochen wird bertin. S. 164. , doch so, daß schwerlich die voͤllige Spur ihrer Kennbarkeit ganz vergehen solte. Es ist dieses diejenige Stelle, die besonders nach vorne zu hervorragend ist. Bei der Vereinigung mit dem andern Theile des Brustbeins selbst, senkt sich die zwote Ribbe, in die, beiden Theilen gemeinschaftliche Hoͤlung, ein Eben der eben da. . Zum Empfange der Ribben pflegen sich am Brustbeine die zwo Flaͤchen, die aus einer Eirundung spizz zulaufen, gegen einander zu neigen. Das dritte Stuͤkk des Brust- beins ist dreiekkig und rauh. Der I. Abschnitt. Die Brust. Der Zweete Theil des Brustbeins, der viel laͤnger, auf beiden Seiten flaͤcher, und dennoch inwerts hinein hol ist albin. T. 14. f. 2. , steigt abwerts, ragt vorne her hervor, wird breit, und endigt sich unten fast mit einem halbzirklichen Umkreise Man vergleiche damit albin. T. 14. f. 1. 2. . Er behaͤlt einige schwache Queerstri- che winslow. n. 666. vesal. angef. Ort. gibt drei an. f. 1. c. 19. und scelet. dot. vier aber. f. 6. mon- roo. Edit. II. S. 243. sylvivs. albinvs oss. fert. S. 82. bertin. S. 174. drei und vier. diemer- broeck. S. 549. vier mahlt. che- selden. T. 19. drei T. 17. f. 2. einen Strich. f. 1. und T. 16. f. 1. zween. T. 16. f. 1. drei. evstach. T. 43. drei albin. T. 14. f. 1. 2. zween habe ich eben vor mir. an sich, wodurch in der Frucht die verschiednen Knochentheilchen abgesondert waren. Jn diesen Mittel- teil des Brustbeins begeben sich die dritte, vierte, fuͤnfte, sechste wahre Ribbe bertin. S. 166. ebenfalls in seine Hoͤlungen mit ihren Koͤpschen hinein; die siebende wird entweder blos von diesem Theile des Brustbeins, oder von dessen Verei- nigung mit der dritten Ribbe aufgenommen. Dieser Theil des Brustknochens findet sich auch bis- weilen durchbort mit einem nicht undeutlichen Loche, der- gleichen an dem Vesalischen Geribbe plater. S. 45. er fuͤgt noch hinzu, es sei Herzfoͤrmig. warzunehmen ist, und dergleichen sehe ich auch, indem ich dieses schrei- be, an einem andern Geribbe vor mir, wie solches auch laͤngstens Jacob Sylvius De ossib. S. 28. , Eustachius, Angef. Ort. S. 180. und Riolan Ad lavrentivm. S. 637. Er sezzt noch hinzu, es sei an Frau- enspersonen mehrmalen durchbort. , so wie in neuern Zeiten der beruͤmte Kulmus Anat submers. , andre mehr CASSEBOHM. m. s. chesel- den. T. 16. f. 2. bertin. S. 160. 175. , und Alexander Mon- roo, beobachtet haben S 248. Eben diese Beobach- tung macht auch der ber. Hunauld. Mem. angef Ort. 376. 377. und der ber. BERTIN. welcher dennoch die Gefaͤsse nicht ausschließt. , der indessen doch von uns dar- innen abgeht, daß er dieses Loch durch einen Knorpel verschlossen gefunden. B 3 Der Das Atemholen. VIII. Buch. Der unterste Theil des Brustbeins scheidet sich Nicht alle unterschelden es vom Knorpel. Es ist Vesals drit- ter Knochen. f. 6. 7. c. 19. der es absondert, wie auch BARTHOLINI. S. 744. VERHEYEN. S. 315. C. STEPHANVS. S. 27. Es fuͤrt diesen Theilen in allen seinen Figu- ren EVSTACHIVS. T. 47. f. 18. 19. 20. 21. auf. ALBIN. T. 14. f. 1. 2. 3. et T. 1. musc. durch einen, kaum jemals verschwindenden Strich von dem vorhergehenden, er steiget zwischen die Ribben her- ab, ist kleiner als die uͤbrigen, und hat beinahe das An- sehen von einer stumfen Zunge VESAL. angef. Ort. f. 1. c. 19. et scel. tot. BOVRDON descript. S. 277. PLATER. . Es geschahe, wo man ihn vermiste CHESELDEN. T. 17. f. 1. u. 19. VESAL. f. 6. 7. c. 19. AL- BINVS. T. 14. f. 1. 2. EVSTA- CHIVS. T. 43 et T. 47. f. 18. 21. Mit einem Einschnitte f. 20. zuge- spizzt, f. 19. , daß ein Knorpel vom Mittelteil herabkam, und das so oft, als dieser dritte Theil mit den Mittlern voͤllig in ein Stuͤck gewachsen war MONROO. Ed. II. S. 243. CHESELDEN. T. 16. f. 1. zween Knochen zaͤlt FALLOPIVS obs. anat. S. 56. LIEVTAVD. essays anat. S. 77. drei, aber nicht durch einen Knorpel abgesonderte. BER- TIN. S. 166. . Von diesem dritten Stuͤkke des Brustbeins steiget ferner derjenige Anhang nieder, den man heut zu Tage Xiphoides, und schwerdfoͤrmig zu nennen gewont ist. Es koͤmt dieser Ansazz zwischen den Raͤndern der Ribben hervor, und zeiget sich in so verschiedener Gestalt, daß sich kaum was gewisses davon sagen laͤst. Bald ist er kuͤrzer, bald laͤnger VESLING. PALFYN. van de Beenderen. S. 358. anat. chir. Edit. II. S. 216. , gemeiniglich als eine kleine Zun- ge, aber von stumfen Ende Mit dem Kehledekkelchen ver- gleichts EVSTACHIVS. S. 180. siehe die Icon. T. 43. 47. f. 20. VESAL. c. 19. f. 1. u. scelet. fig. dem halbmondenfoͤrmigen Schwal- benschwanze vergleichts C. STE- PHANVS. S. 30. stumpf zeichnet es ALBINVS. T. 14. f. 1. 2. T. 1. musc. ferner WEITBRECHT. S. 49. 50. BERTIN. S. 161. und ich T. 1. Fascic. VI. , oder zugespizzt CHESELDEN. T. 19. 17. f. 1. EVSTACHIVS. angef. Ort. f. 19. C. STEPHANVS. L. 1. scelet. BER- TIN. S. 166. . Bei anderer Gelegenheit ist sein Ende eingeschnitten WINSLOW. n. 669. DIE- MERBROECK. S. 549. , oder I. Abschnitt. Die Brust. oder gar gablich CHESELDEN. T. 16. f. 1. MONROO. EVSTACHIVS. f. 18. SYLVIVS. C. STEPHANVS. S. 30. ETTMVELLER. select. Francof. T. 1. Vol. I. I. M. HOEFMANN. disquis. anat. pathol. S. 148. LAV- RENT. S. 107. RIOLAN. in Lau- re. S. 637. KVLMVS. SCHACHER. angef. Ort. BERTIN. , oder wenigstens in der Mitten durch- locht WINSLOW n. 669. CAS- SEBOHM. PLATER. S. 45. BER- TIN. RIOLAN. angef. Ort. ETT- MVELLER. angef. Ort. CHESEL- DEN. T. 17. f. 2. CARPVS, Isag. S. 46. welcher sich die Entdekkung beinnst. , indem die von den Bruͤsten abstammende Ge- faͤsse RIOLAN. angef Ort. LAV- RENT. angef. Ort. Man ver- gleiche Icon. anat. angef. Ort. Fascic. VI. S. 8. C. PETIT. ad PALFYN laͤugnet, doch unrecht, daß es Ge- faͤsse durch sich lasse. S. 199. durch dieses Loch ihren Durchgang nehmen. Jch habe dieses Loch oft gefunden. Dreispaltig hat Eustachius dieses Ende des Brust- beins, wiewol selten, gesehen Angef. Ort. . Doch vor meine Person habe ich es dreiblaͤtterich wargenommen. Dieser Knorpel pflegt nur mit der langen Zeit in eine knochiche Natur uͤberzugehen WINSLOW. n. 668. tr. des os frais. n. 336. PLATNER. AL- BINVS de oss. fert. S. 83. RIO- LAN. Enchir. S. 850. , und das nicht allezeit WINSLOW tr. des os frais. n. 336. MONROO angef. Ort. BERTIN. S. 161. daß er iederzeit knorplich bleibe. SYLVIVS. . Gemeiniglich verhaͤrtet er sich nicht ohne Nachtheil, und einem beschwerlichen Magendruͤkken Vergl. ROLFINK. Diss. S. 399. ETTMVELLER. angef. Ort. . Jch habe ihn an einer Frau, welche im hunderten Jare ihres Alters verstorben war, sehr gut knorplig gefunden. Wenn er sich mit seiner Spitze einwerts biegt, so wird er dem Magen beschwerlich, und von dieser Krankheit gibt Codronchus De prolapsu cartilag. mu- cron. eine Beschreibung, ob es gleich Vi- ridetus laͤugnen will Du bon chyle. c. 11. Er moͤchte es lieber als einen einwerts- gewandten Knorpel der Ribben be- trachten . Doch man hat nicht nur seit langer Zeit Nachrichten von andern beruͤmten Maͤn- nern LINDEN. physiol. S. 141. de MARCHETTIS. S. 65. , sondern man hat auch ohnlaͤngst noch dieses B 4 Uebel Das Atemholen. VIII. Buch. Uebel angemerkt, und geheilt Ohnlaͤngst MONROO. S. 248. MARTIN. Hist. de l’ Acad. des scienc. 1787. obs. 5. . Schon die blosse Laͤn- ge dieses Knorpels ziehet ebenfalls einen Magenkrampf nach sich ETTMVELLER. angef Ort. SCHACHER. angef. Ort. PALFYN. wir lesen, daß er sich auf drei, bis vier Zoll verlaͤngert habe. . Jch habe ihn hingegen uͤber sich herauf- gekruͤmt gesehen. Noch habe ich gefunden, daß hier ganz und gar kein Knorpel vorhanden gewesen, daß sich die entgegengesezzte Ribben mit ihren Raͤndern einander beruͤrten, und verbunden waren. §. 6. Die Baͤnder der Ribben. Jndem die Wirksamkeit der Muskeln von der ver- schiedenen Beweglichkeit derjenigen Theile, die die Brust ausmachen, ihre Bestimmung bekoͤmt, und da diese Beweglichkeit zugleich von den Baͤndern, und von den Theilen selbst abhaͤngt, so mus man zeigen, von was vor Baͤndern die Ribben an die Ruͤkkgradswirbel, ans Brustbein, und endlich an die Schluͤsselbeine angeheftet werden. Mit den Wirbeln haͤngen sie durch eine Menge sehr starker Baͤnder zusammen. Sie haben eine kurze, und enge Knochenpfanne, welche alle Knochen mit Gelenken besizzen BERTIN. S. 127. . Ausserdem entspringt, beim Koͤpfchen einer jeden Ribben, mehr nach inwerts zu, als die mit dem Queerfortsazz eingefuͤgte Erhabenheit, und ganz nahe bei den Gelenkflaͤchen, an der holen Seite der Ribbe, ein zwei WEITBRECHT. S. 113. T. 13. f. 47. a. a. a. Zwei BERTIN. S. 127. WINSLOW. tr. des os frais. n. 339. ALBIN. S 143. , oder dreimal gespaltnes Band, welches sich zum Theil in den Koͤrper des obern Wirbels, dicht an der Wurzel des Queerfortsazzes, endigt, und zum Theil nieder- I. Abschnitt. Die Brust. niederwerts, an der Seite des naͤchsten unten Wirbelkoͤr- pers, ausbreitet. Meine Aufsaͤzze erinnern mich, daß ich an den untern Wirbelbeinen viele Fasern beobachtet. Das Band ist schon einfacher an der ersten Ribbe ALBIN. angef. Ort. WEIT- BRECHT. angef. Ort. , und es begibt sich blos zum ersten Wirbel hin. Weiter koͤmt ein starkes Band, von jeder Ribbe, nahe bei der Vergliederung mit dem Wirbel her, etwas weiter einwerts, als das naͤchstfolgende Band, und es streichet in schiefer Linie nach innen hinein, nach oben her- auf zum untern Gliederfortsazze des naͤchst obern Wir- belbeins fort WEITBRECHT. S. 116. f. 48. c. . Dieses Band mangelt der ersten Ribbe Eben der, ebend. . Ein andres kurzes, und vielvermoͤgendes Band, kommt vom naͤchsten Hoͤkker der Ribbe, es legt sich fast der Queere nach, und wendet sich endlich zum naͤchsten Wir- belqueerfortsazze einwerts hin WEITBRECHT. S. 114. T. 13. f. 46. 48. a. a. a. BERTIN. S. 28. ALBIN. S. 144. ; die untern Baͤnder sind laͤnger, und an den falschen Ribben sehr lose ange- haͤngt. Es macht der beruͤmte Weitbrecht S. 115. ob gleich Winslow zu behaupten scheint, daß sie man- geln. WINSLOW n. 342. die An- merkungen, daß die Baͤnder an keiner einzigen Ribbe vermist werden. Und eben das hat auch schon vor lan- ger Zeit Eustachius behauptet Oss. examen. S. 197. . Ein anderes kleines Baͤndchen koͤmt etwas auswen- dig von dem obern Rande einer jeden Ribbe, und mehr einwerts, als der Hoͤkker, und fast gerades Weges zum naͤchsten Queerfortsazze fortgelaufen WEITBRECHT. S. 115. 116. T. 13 f. 47. 48. b. b. BERTIN. S. 127. n. 4. . Dasjenige Band, welches zu jedem obern geraden Fortsazze hinaufsteigt, und durchgehends zart ist WEITBRECHT. S. 117. f. 46. c. c. , ha- ben gemeiniglich die Ribben mit dem Queerfortsazze ge- B 5 mein. Das Atemholen. VIII. Buch. mein. Man findet es aber nicht an allen, und weder an den vier, oder fuͤnf oͤbersten, noch an der untersten Ribbe. Endlich verfolgt ein breites, ausgespantes Band sei- nen Weg zwischen den Ribben in der Gegend, welche sich zwischen den Hoͤkker und Wirbelbeine befindet, und wel- che von den inwendigen Zwischenmuskeln der Ribben nicht besezzt ist. Die allerlezte Ribbe empfaͤngt an ihrer Spizze ein breites Band, welches von dem Queerfortsazze der Lenden seinen Ursprung her hat WEITBRECHT. S. 117. f. 46 e. Icon. Diaphrag. in fascic. I. S. BERTIN. S. 60. LIEVTAVD. S. 75. ALBIN. T. 14. f. 5. 6. D. F. G. . Zum Brustbeine steigt von der ersten Ribbe ein brei- tes Band, fast von der Figur eines Parallelograms, nieder, und von diesem Bande wird der Schluͤsselbeinmuskel be- dekkt. Von vorne her breiten sich einige einfache Fasern, welche kurz, und nicht gar zu deutlich in die Augen fallen, indem diese Ribbe mit dem Brustbeine fast zu einem Stuͤkke zusammenwaͤchst, gegen eben dieses Brust- bein aus. Ferner so entspringt, von der zwoten Ribbe her, und unterhalb selbiger, von einer jeden einzelnen Ribbe, und deren aͤusersten Knorpel, unterwerts ein Band, welches sich stralenweise gegen das Brustbein ausbreitet WEITBRECHT. S. 118. T. 14. f. 49. WINSLOW. n. 343. RVYSCH cat. mus. rarior. S. 178. f. 9. . Doch es senken sich diejenigen Fasern, welche von der zwoten Ribbe ihren Ursprung nehmen, mehr herab, oder sie laufen gerade aus; dahingegen, die von der siebenden herruͤhren, mehr aufwerts steigen WEITBRECHT. ang. Ort. . Von der vierten, und den untern Ribben, entstehen so lange Baͤnder, daß sich diejenigen, welche von der sechsten, und siebenden Ribbe erwachsen, an dem Brust- beine I. Abschnitt. Die Brust. beine selbst einander durchkreuzen, und sich auf die andere Seite des Brustbeins hin begeben. Doch ich habe auch gesehen, daß sich Fasern, die von der fuͤnsten, sechsten Comm. nov. Petrop. nov. Tom. II. S. 267. , und siebenten rechten Ribbe herkamen, queer uͤber die Brustknochen, nach der vierten, fuͤnften, sechsten und siebenden Ribbe der andern Seite verlaͤngerten. Von der siebenden Ribbe lassen sich nach beiden Sei- ten, und inwerts die Baͤnder gegen den Schwerdknorpel hernieder WEITBRECHT. ebend. f. f. . So oft sich dieser Anhang zweischenklich zeigt, so oft laufen diese Baͤnder uͤbers Kreuz, nach dem Schenkel der andern Seite hinuͤber, naͤmlich von der linken Ribbe, nach der rechten Seite des Anhangs, und so gegenseitig. Wenn ausserdem das Loch am Schwerd- knorpel eirund, und sehr gros gewesen, so habe ich dieses Loch von zweien bandartigen Buͤscheln, die der queer nach liefen, gleichsam in zwei Loͤcher geteilt, gesehen. Unter einander selbst werden die Ribben von verschie- denen Baͤndern zusammen gehalten. Von der fuͤnften steigen zur sechsten, und siebenden Ribbe, von der sechsten zur siebenden, von der siebenden zur achten Ribbe WEITBRECHT. angef. Ort. S. 119. WINSLOW. n. 34. BER- TIN. S. 158. Er gibtaber zwischen den Zwischenmuskeln der Ribben zwo Schichten an. steigen nahe am Brustbeine kurze und starke Baͤnder queer uͤber die Muskeln, die zwischen den Ribben sind, inwerts hernieder WINSLOW, n. 34. , und zwar in langen Reihen. Oben sind eben diese Baͤnder duͤnner und loser WEITBRECHT. S. 119. f. cit. e. . Sie wer- fen sich oft uͤber die Ribbe hinaus, und begeben sich nach einer entlegneren Ribbe. Die untern Knorpeln der Rib- ben, werden, wie ich schon erinnert habe, durch ein Zellgewebe verbunden §. 3. . An Das Atemholen. VIII. Buch. An den aͤussern Gegenden des Winkels der Ribben verschwinden vorne die inwendigen Zwischenmuskel der Ribben. Von da laͤuft ein ander weisses, zaͤhes, brei- tes Band, welches von demjenigen Bande seinen Anfang nimmt, das, nach aussen zu, zum Queerfortsazze hinauf- steigt, bis zu den Ruͤkkgradswirbeln fort. Von aussen her steigt es gemeiniglich in die Hoͤhe. An dem eilften Zwischenraume habe ich keinen inwen- digen Zwischenmuskeln an den Ribben finden koͤnnen, und es nahm dessen Stelle ein bandartiges Wesen ein, welches um desto staͤrker war, je naͤher es sich bei den Wirbeln befand. Wir muͤssen aber auch nicht die Baͤnder des Schluͤssel- beins ausser Acht lassen, da die Maͤuslein dieses Knochens die Brust ebenfals heben helfen. Mit dem Brustbein haͤngt das Schluͤsselbein derge- stalt zusammen, daß die Kuͤrze und Staͤrke des Bandes, welches sich um das ganze Gelenke herumlegt, eine gerin- ge Bewegung verstattet WEITBRECHT. T. 1. f. 1. 2. h. p. 11. 12. besondre Baͤnder nennt WINSLOW. n. 138. . Von diesem Bande haͤn- gen sich einige Fasern an die erste Ribbe an WEITBRECHT. S. 12. f. 2. . Auch der Knorpel, welcher sich zwischen einschiebt, und mit dieser Pfanne verbunden ist, vergoͤnnet eine kleine Be- wegung zu machen. Selbst dasjenige Schluͤsselbeinende, welches das Gelenke macht, wird von einer schiefen Linie in zwo Flaͤchen geteilt, deren eine hoͤher, mehr nach aussen, und oben gekert, die andre aber tiefer, mehr ein- werts, und niedrig liegt. Beide werden von keinem glat- ten Knorpel uͤberzogen. Die Flaͤche des Brustbeins, welche sich zum Schluͤsselbeine past, ist inwendig erhaben, von aussen hol, und an dieser Stelle kleiner. Doch es entspringt vom innern Ende des Schluͤs- beins, oben ein starkes Band, das der Queere nach liegt, und welches sich nach eben dieser Gegend des zweiten Schluͤs- I. Abschnitt. Die Brust. Schluͤsselbeins hin begibt, sich mit der bandartigen Pfanne des Brustbeingelenkes vermischt BERTIN. T. III. S. 275. , und den Schluͤsselbeinen ihr festes Lager versichert. Oft begeben sich einige Fasern desselben zu dem Brustbeine hin WEITBRECHT. S. 11. f. 3. d. . Es steigt ferner ein starkes Band von der untern Flaͤche des Schluͤsselbeins, nach dem Knorpel der ersten Ribbe, schief nach vorne zu herab, und es verbindet das Schluͤsselbein mit diesem Knorpel genau Eben der, ebend. S. 15. f. 1. 2. k. l. . Ferner so ist das Schluͤsselbein mit der Schulterhoͤ- he ( acromion ) dergestalt verbunden, daß es sich zwar in einen rauhen und ungleichen Knorpel, der von keiner Gelenkrinde uͤberzogen ist, endigt; doch von der Hin- terseite her legt sich von der Gelenkpfanne gleichsam eine gesichelte Falte zwischen die zusammengefuͤgte Knochen, wie ein beweglicher Knorpel WEITBRECHT. T. 1. f. 4. d. , welche allmaͤlich duͤn- ner wird, schwankt, und fuͤr sich allein das Gelenke be- weglich macht. Jch habe sie allezeit gefunden, und ich mus mich wundern, daß sie Alexander Monroo, und Josias Weitbrecht, zwei so beruͤmte Maͤnner, oft vermist haben Vergl. WEITBRECHT. S. 17. . Die Schulterhoͤhe gibt fuͤr dieses Gelenke einen kleinen, fast eirunden, erhabnen Hoͤkker her: doch ist die Bewegung augenscheinlich. Endlich so laͤuft noch, und man mus auch diese Baͤnder kennen, von der Wurzel des Rabenschnabels vom Schulterblatte, aus dem Winkel, und ein wenig wei- ter hervor, ein dreiekkiges Band gekruͤmmt, und weit in die hole Flaͤche des Schluͤsselbeins hinein, indem es bei seiner schiefen Richtung einen Zoll lang ist WEITBRECHT. S. 21. T. 2. f. 5. d. k. . Noch ein anderes Band entstehet fast aus der Spizze dieses Fortsatzes WEITBRECHT. S. 21. 22. f. 6. 8. an beiden Seiten des kleinen gezakkten Maͤus- Das Atemholen. VIII. Buch. Maͤusleins, und es endigt sich mit seiner Breite mit- ten am untern Theile des Schluͤsselbeins. §. 7. Der ganze Zusammenhang der Brust. Diese bisher beschriebene Ribben, Ruͤkkgradswir- bel, das Brustbein, und das dem Menschen eigne Schluͤsselbein, welches nur diejenigen Thiere bekommen haben, die sich oftmals ihrer Forderfuͤsse, wie der Aer- me bedienen Der Baer, Maulwurf, die Fledermaus, das Eichhoͤrnchen, der Affe, Jgel, Beutelthier, Muskus- ratte, gemeine Hausmaus. MEY- ER. T. 27. 2. 3. 13. 14. 96. 97. Philos. Trans. n. 239. Memoir de l’ Acad. 1725. S. 329. ARNAVLD. et SA- LERNE, hist. des Animaux, Tom. 6. Die Gattungen der Hunde, alle Gehoͤrnte, und andre haben kein Schluͤsselbein. , vereinigen sich alle in ein einziges Git- ter, oder unvollkommenes Flechtwerk, welches wir Brust Auch die Alten nannten den ganzen Theil des menschlichen Koͤr- pers, der sich von den Schluͤ el- beinen, bis zur Schaam erstrekkt, Thorax, RVFVS, L. I. S. 23. Aristoteles sagt: Der Thorax begreift zugleich das Abdomen. Hist. animali, L. I. c. 7. nennen, und hier zerlegen muͤssen. Die Figur| der gesamten Brust, die aus Knochen und Knorpeln zusammen gesezzt ist CHESELDEN. osteograph. T. 19. 20. VESAL. f. 1. 2. ad c. XIX. , stellet einiger massen ein Faß vor, welches aber forne abgeschnitten, und unvolstaͤndig ist. Die Brust gleichet aber einem Fasse, oder elliptischen Koͤrper, weil sie oben enge, so wie unten, hingegen in der Mitte breit ist. Es ist dieses Faß, von vorne betrachtet, unvollkommen, indem sich seine Wand erst von vorne, denn nach der Seite, und nach hinten zu, von einem dreiseitigen, abwerts wach- fenden, Zwischenraume unterbrechen laͤst, woran einzig und allein die fleischigen Theile Schuld sind. Oben I. Abschnitt. Die Brust. Oben ist die Brust offen CHESELDEN. angef. Ort. ALBIN. T. Musc. I. , ihre Oefnung ist aber daselbst, gegen den Hals zu, enge, und sie entstehet aus ei- nem ganz kleinen Kreise, den die Ribben beschreiben. Hierauf werfen sich, um dieses figuͤrliche Faß, nach der Ordnung immer groͤssere Reifen, oder Ribben CHESELDEN. T. 20. u. f. , und je tiefer eine Ribbe, als die andre liegt, je weiter werden diese Reifen, so daß die groͤste Weite bei dem siebenden Reifen Statt findet. Von da an nehmen die Boͤgen der Ribben wieder stufenweise ab, und uͤberdem so felen sie vorwerts mehr, wie wir gesagt haben, so daß also die Brust mit einmal enge, und gegen den Unterleib zu wieder sehr weit wird CHESELDEN. T. 19. 36. u. f. . Diese Ribbenboͤgen laufen uͤberhaupt unter sich ziem- lich parallel; doch beruͤren sie sich hinwerts ehe, vorne stehen sie mehr von einander, und sie liegen so schief, daß sie bei den Ruͤkkenwirbeln, ihren hoͤchsten Ort und Anfang nehmen, und darauf niedersteigen EVSTACH. T. 44. 45. AL- BIN. T. II. III. . Und zwar so strekkt sich die erste Ribbe sogleich bis zum Brust- bein sinkend hernieder. Die folgenden Ribben, haben im zweiten und dritten Bogen den knochigen Theil fast der Queere nach liegen, und sie steigen blos mit ihren Anhaͤngen in die Hoͤhe, doch liegt ihr Vorderende alle- zeit niedriger, als das hintere WINSLOW. n. 646. . Die uͤbrige Ribben unterhalb der dritten, und je tiefer sie liegen, wenden sich mit ihrem knochichen Theile niederwerts CHESELDEN. T. 19. , bis die zwo, oder drei untersten VESAL. f. 1. c. 19. AL- BIN. T. 1. , nicht im geringsten herauf, son- dern nur niedersteigend fortlaufen ALBINVS. T. III. . Doch es sind dieses keine rechte Kreise oder Boͤgen, welche die Ribben zeichnen. Denn erst ziehen sie eine sehr VESAL. f. 1. c. 19. ALBIN. angef. Ort u. f. Das Atemholen. VIII. Buch. sehr ungleiche krumme Linie, indem sie sich bei den Ruͤk- kenwirbeln ansehnlich kruͤmmen VESAL. f. 3. c. 19. ; nachdem sie sich um die Seiten des Koͤrpers herumgeworfen, endigen sie sich bei- nahe in eine gerade Linie CHESELDEN. T. 14. 15. VESAL. ebend. , welches gleichsam von der obi- gen krummen die Tangente ist; wiewohl auch dieses kei- ne volkommen gerade Linie ist, sondern sie kruͤmmt sich ein wenig gegen die Ruͤkkenwirbel zu. Endlich so zeigt sich die mittlere Gegend der Ribben, nebst dem Brust- beine an Menschen, allerdings geradflaͤchig ALBIN. T. Musc. I. GHE- SELDEN. T. 19. EVSTACH. T. 43. Am Menschen ist die Brust am breitsten. RVFVS. appell. part. corp. L. I. S. 29. SENAC. Mem. de l’ Acad. des scienc. 1724. S. 159. , doch an den vierfuͤßigen mit einem kleinen vorspringenden Win- kel. Wenn man also die Brust in zwo Helften abteilen wollte, und zwar nach der Flaͤche, welche die Wirbel, und das Brustbein, beide mitten durch zerschnitte, so wuͤr- de man eine Art von stumpfen Kegel herausbringen, dessen Spizze gegen die Seiten des Koͤrpers vorragte, dessen Hinterschenkel sich gegen die Mitte der Achse zu- sammenneigt, und dessen Vorderschenkel endlich immer mehr und mehr, und zwar gleichfoͤrmicher, von der Achse zuruͤkkeweicht. Doch da keine einzige Ribbe mit ihrer Nachbarin voͤllig uͤbereinstimmt, so sind auch diese Zuͤge noch sehr unzureichend, die Figur der Brust zu beschreiben. Es ist also der oberste Ribbenkreis kruͤmmer, als die uͤbri- gen CHESELDEN. T. XIX. VESAL. f. 2. T. 12. , und er naͤhert sich ehe einem halben Zirkel, und der Horizontlage §. 3. . Schon schaͤrfer ist die Kruͤmme des zweeten Ribbenbogens Eben der, ebend. , und er senkt sich auch deutlicher hernieder. Der folgenden Ribben krumme Zuͤge werden immer vollstaͤndiger und stumfer, je tiefer sie liegen. Doch sie laufen mit ihrem vordern Ende nicht um I. Abschnitt. Die Brust. um eine eine einzige gerade Linie gerade aus, sondern sie beugen sich, von ihrem knochigen Wesen an, bis zum Brustbeine, nach veraͤnderter Richtungslinie, in einen immer spizzern Winkel zuruͤkk in die Hoͤhe, und es befin- det sich dieser Winkel an der fuͤnften Ribbe, und an den unter ihr liegenden Ribben, bei dem Knorpel VESAL. f. 3. c. 19. ALBIN. T. I. . Ferner so sind die Fehlribben Ursache, daß sie immer ei- nen stumfern Schnitt von einer groͤssern krummen Linie bekommen, so daß die lezzte Ribbe endlich kaum die Spur einer Kruͤmme uͤbrig behaͤlt CHESELDEN. T. 20. f. 10. 11. 12. T. 36. EVSTACH. T. 44. 45. ALBIN. T. II. . Die Ribben werden durch zwo Saͤulen geschlossen, davon die hintere eine Fortsetzung der Ruͤkkenwirbel, die vordere der beschriebne Brustknochen ist. Die erstere macht mit allen Ribben fast immer einerlei Winkel CHESELD. T. 20. u. s. f. , der aufwerts stumf, uͤbrigens aber wegen ihrer Kruͤm- mung §. 1. oberwerts dem Brustbeine naͤher liegt, und daselbst den Durchschnitt der Brust, wenn man diese von vorne nach hinten zu mist, sehr verengert. Von da ziht sich diese Saͤule ein wenig ruͤkwerts, und dadurch vergroͤssert sich dieser Raum in etwas. Doch von dem dritten Wirbel an, wo sich diese Saͤule nach forne zu beugt Eben da. , verengert sie, so viel als sie kann, die Brust- hoͤlung. Und da sie convex ist, und zu beiden Seiten wieder flach wird, so theilet sie die Brusthoͤle dergestalt ab ALBIN. T. III. , daß sie gleichsam eine unvollkommene Scheide- wand macht, wodurch die Brusthoͤle mitten durch unter- schieden wird, indem die Natur alle Knochen nach der Simmetrie gebauet hat. Die vordere Saͤule, die die Brust woͤlben hilft, ist noch schiefer. Sie neigt sich naͤmlich dergestalt nach for- ne zu, daß sie sich oberwerts so wenig, als moͤglich, von den H. Phisiol. 3 B. C Das Atemholen. VIII. Buch. den Wirbeln entfernt, unten aber von diesen Wirbeln viel weiter absteht CHESELDEN. T. 36. AL- BIN. T. III, BERTIN. S. 159. . Jch habe jenes Maas neunzehn Li- nien gros, und dieses neun und dreißig Linien weit gefun- den Memoir sur la respiration. S. 214. 215. , wenn ich mich weder an die Membranen, noch Baͤnder, oder Knochen kehrte. Jhr Anhaͤngsel ist gera- der, und ragt nicht viel nach vorne hervor. Dieses An- haͤngsel endigt sich dem untersten Ruͤkkenwirbel gegen uͤber. Die Unternteile der Brust sind vorne her mit Fleisch ausgefuͤllt, so wie mit den Boͤgen der sechsten, und tiefern Ribben. Aus diesen Beschaffenheiten der Brust kann man nun zur Gnuͤge begreifen, da die Ribben die groͤste Ab- weichung von den krummen Linien der Geometrie vor sich haben, und bei der Brust alle Augenblikke eine neue Breite und tiefe Statt findet, daß man keine Hofnung habe, den Raum, den die Brust enthaͤlt, durch Zalen anzugeben. Dieses ganze Gebaͤude der Brust ist wieder alle Zu- faͤlle so dauerhaft angelegt, daß es uͤber alle unsre Er- wartung geht, und es laͤst sich das Brustbein fast durch keine Gewalt niederdruͤkken. Man weis gar zu wohl, daß man Ambosse von sechshundert Pfunden IENTY Course of anat. T. II. S. 558 , und daruͤber, oder Ambosse, auf denen Schmiede mit ihren Haͤmmern geschmiedet, anf die Brust waͤlzen, und lei- den koͤnnen. Diese Staͤrke ruͤhrt nicht bios von der we- nigen Bewegung des Amoͤosses SENAC. Mem. de l’ Acad. 1724. S. 175. her, wie solches auch aus andern Beispielen erhellt, sondern von der Elastici- taͤt der ins Brustbein eingreifenden Knorpeln, welche den gewaltigen Drukke nachgeben, und sich selbst leicht wiederherstellen. Es kann auch der Brustknochen gegen die Wirbeln nicht niedergedruͤkkt werden, daß nicht die zugleich mit niedergedruͤkkten Knorpeln losreissen solten; dieses I. Abschnitt. Die Brust. dieses laͤst sich aber bei so kurzen Baͤndern, und so zaͤ- hen Knorpeln, kaum von einer Gewalt vermuten; oder es muͤsten auch die Knorpeln in ihrer Vergliederung, Kraft der sie in die Ribben eingelenkt werden, von den Ribben loslassen, welches aber die Rauhigkeit dieser Fu- gen, und ihre genaue Verloͤtung, daß ich so sage, schwer- lich verstattet. Die wenigsten Thiere von warmen Blute haben die ganzen Ribben knochig, wie ich von dem Beutelthier lese Philos. Transact. n. 239. u. im besond. Buche. S. 52. . An den Voͤgeln ALDROVAND. ornitho- log. L. I. S. 1. 2. Die Pariser am Kasuar Mem. avant. 1699. T. III. S. 165. vergl. MEYER. T. 76. an dem mit der Faͤrberroͤte durch- drungenem Geribbe, davon ich ihm die Zeichnung zugeschikkt habe. , und den Geschlechtern der Eidechsen Das Kamaͤleon, die Pariser. VALISNERI. T. II. S. 415 , sind sie ganz und gar knochig, indessen finder sich doch an diesen zwischen dem absteigenden und aufsteigenden Theile der Ribben eine besondere bewegliche Vergliederung. Daraus erhellet, daß, umLuft zu holen, ein knorpliches Wesen nicht schlechterdings notwendig sey So urteilt der ber. HOAD- LEY, und er gibt an ganz knochi- gen Ribben keine andere Vewegung zu, als die die ganze Brust hat. , sondern auch ganz starre Sprossen Statt haben koͤnnten, ohne mit beweglichem Gelenke versehen zu sein. Es ist dieses nicht allein aus den Beispielen der Voͤgel bekannt, sondern man hat auch Berichte von Menschen, an denen die ganze Ribben, gemeiniglich ohne einen Nachteil der Beweglichkeit, knochig gewesen. Die bisher beschriebne Brust ( thorax ) nimt verschied- ne Eingeweide in ihren Schuzz. Hinter dem Brust- beine lagert sich die Brustdruͤse, und das Herz, welches aber zu beiden Seiten, und zwar linker Hand mehr, in die zwo Brusthoͤlen vorruͤkkt. Die uͤbrige ganze Hoͤ- lung der waren Brust nehmen die Lungen ein, sie fuͤllen naͤmlich oberwerts in der Brust, so wohl die hintere und tiefe Winkel, die Seiten, als auch fast die ganze vorde- C 2 re Das Atemholen. VIII. Buch. re Gegend des Brustbeins aus. Hier lassen sie zwar das Herz frei liegen, doch mit der Einschraͤnkung, daß das Herz nur an einer kleinen Flaͤche blos ist, denn sie besez- zen seine Seiten, und die benachbarte Hoͤlen der Wir- belbeine. Unterhalb dem Herzbeutel ziehen sie sich von den Seiten des Bauches zuruͤkke, und sie behalten sich blos die hintern Winkel vor. Die Seiten, und den vordern Theil, nimt vornaͤmlich die Leber, der Magen, und die Milz ein; an die hintere Gegend der lezzten Rib- ben lehnen sich auch die Nieren an, die vermittelst der Zwischenkunft des Zwerchfells von den Lungen abgeson- dert werden. Doch davon wird man anderswo weiter zu reden haben. §. 8. Die verschiedene Beweglichkeit der Brust. Ob wir uns gleich noch nicht entschlossen, die Ent- scheidung dieses streitigen Punktes vor die Hand zu neh- men, so wird es doch zum Verstaͤndnisse dessen, was wir von den Maͤuslein, die die Brust regieren, so gleich zu sagen haben, dienen, wenn wir hier algemein erklaͤren, zu was vor Bewegungen ein jeder Theil der Brust aufge- leget sei, und es scheinet dazu die rechte Stelle hier zu sein, da wir ohnlaͤngst die Baͤnder, Knorpel und Ge- lenke der Brust abgehandelt haben. Demnach kann sich nicht nur die ganze Brust, wenn man beruͤmten Maͤnnern Glauben beimist FABRICIVS de respirat. S. 76. BELLINO. Lemmat. de respir. in L. de urinis. n. 8. ALBIN. n. 177. S. 149. SENAC. Mem. de l’ Acad. 1724 S. 164. , sondern auch die verschiedene Theile der Brust koͤnnen sich bewegen. Ganz I. Abschnitt. Die Brust. Ganz kann sie sich, als eine einzige Maschine, bei den starken geschwinden, und so grossen Einatmungen in die Hoͤhe heben. Man kann an Leichen, deren Verglie- derungen beweglich sind, diese Bewegung ebenfalls erhal- ten Exp. 3. 4. , wenn man das Brustbein, oder die Ribben mit der Hand in die Hoͤhe treibt, aber wenn man, dem Werk- zeuge der Natur zu Folge, solche Faͤden, wie die Zwi- schenmuskeln der Ribben sind, an die Ribben anknuͤpft. Bei dieser Bewegung erhebt sich so gar die Mitte der Boͤgen der oͤbersten Ribben mit ALBIN. angef. Ort. . Unterdessen steigen doch die Hinternteile der Ribben viel weniger, als die vordern, in die Hoͤhe. Sie werden naͤmlich von der zwoten Vergliederung mit den Queer- fortsaͤzzen und Baͤnden sehr davon zuruͤkk gehalten, und so auch von der Kuͤrze und Staͤrke, die diese Fortsaͤzze mit den Ribben veieinigt, daran verhindert §. 5. . Jch habe in meinen Versuchen fast den sechsten Theil von ei- ner Linie Opusc. Anat. S. 86. 87. gefunden, den diese Baͤnder den Ribben zu beschreiben verstatteten. Doch es ist diese Bewegung in der That selten, da ihr die Festigkeit der ersten Ribbe Widerstand thut, welche beinahe ganz und gar nicht, weder niedersinkt, noch deutlich in die Hoͤhe steigt §. 4. Jch habe keine derglei- chen Bewegung in meinen Versu- chen gefunden. Memoir sur la Re- spirat. 1. 24. Und keine behauptet auch VERDVC suite de l’ osteolo- gie. WINSLOW. u. s. f. Eine un- deutliche habe ich gesehen. Exp. 17. . So viel ist gewis, daß ich in so viel Versuchen, wenn ich die Hunde, und andere Thiere, die kein Schluͤsselbein an der Brust haben, leben- dig geoͤffnet, da doch dieses Schluͤsselbein am Menschen der ersten Ribbe noch eine groͤssere Festigkeit zu geben scheint, und beruͤmte Maͤnner versichern wollen, daß sich diese erste Ribbe mitten in ihrer Laͤnge ein wenig erhebe, doch nie dergleichen etwas beobachten koͤnnen. Dabei C 3 habe Das Atemholen. VIII. Buch. habe ich die allerheftigste Einatmungen, uͤber welche sich keine gewaltsamere gedenken lassen, vor mir gesehen. Folglich ist diejenige Bewegung der Brust gewoͤnli- cher, da sich die ersten Ribben nicht erheben, hingegen die uͤbrige Ribben allerdings ihre Lage veraͤndern, und sie von ihrer schiefen Richtung in krumme Linien verwan- deln, die Kreisen naͤher kommen, und mit dem Brust- beine und den Wirbeln groͤssere Winkel machen. Es geschicht aber diese Bewegung mittelst der Hin- terboͤgen der Ribben, als welche offenbar niedersinken, indem sie sich ein wenig aufwerts heben. Dieses eraͤug- net sich an den oͤbern Ribben leichter, weil die Gelenkflaͤ- chen gegen die Wirbelkoͤrper herauf sehen §. 4. , und folg- lich nicht nur dem untersten Theile der Ribben zur Lehne dienen, sondern auch oberwerts den Weg frei las- sen, und erleichtern. Wegen dieser, wie auch anderer Ursachen, heben sich, wiewol weniger, bei den heftigsten Anstrengungen des Atens, die untern Ribben, theils weil die Gelenkflaͤchen herabgekert sind Eben da. , und folglich die hinaufgerichtete Kraft aufhalten, dagegen aber den niedersinkenden Ribben leichter gehorchen, theils weil sie zum Heben wenig Kraͤfte, und kaum andre von den Zwischenmuskeln der Ribben zum niederziehen, aber sehr ansenliche Kraͤfte am vierekkigen Lenden, Heiligbeins- muskel, die sehr lang sind, haben. Eben diese Ribben steigen mit der Mitte ihres Vo- gens weit herauf, und es ist ihre Bewegung um so viel groͤsser, weil sie uͤberhaupt von dem Wirbelbeine weit ent- fernet liegen. Sie sind also Hebel, die sich uͤber die Wir- bel, wie uͤber den Ruhepunkt, herauf begeben, und sie beschreiben Boͤgen, die um desto groͤsser geraten, je laͤn- laͤnger sie sind. Jndem sie in die Hoͤhe steigen, ziehen sie ihre obere Raͤnder einwerts hinein, und die aͤussern Raͤnder I. Abschnitt. Die Brust. Raͤnder beugen sich auswerts Exper. 15. 21. BORELL. propos. 85. 90. MAYOW de re- spirat. S. 285. ALBINVS. n. 175. S. 148. . Da sich also die rech- te Hervorragung der Ribben rechts, die linke links wen- det, so waͤchst davon der Durchmesser der Brust, von der rechten Hand zur linken zu rechnen, bei dem Menschen bis zu zwo Linien an Angef. Ort. S. 217. exper. 2. zwischen der fuͤnften und sech- sten Ribbe. . Borell S. 164. schreibt, daß die- se Vergroͤsserung den funfzigsten Theil eines Zolles betrage. Doch da die Festigkeit der Ribben an sich ungleich ist, und da sich die oͤberste Ribbe niemals hebt Laut dem vorhergehenden. Exp. 1. , oder doch sehr selten; und da die Ribben ohne Zweifel um de- sto leichter in die Hoͤhe gehen, je beweglicher sie selbst sind; so wird es also daher kommen, daß die zwote Ribbe der oͤbersten naͤher gebracht wird, und sich der Zwischen- raum zwischen diesen Ribben vermindert, und zwar fast unter allen Ribben am staͤrksten Jch habe in der Verkuͤr- zung die Maasse verschiedentlich ge- funden. An den Hunden waͤchst sie am meisten. Exper. 26. nach einem andern Versuche fast um ein achtel. exper. 28. und endlich gar auf die helfte. exper. 16. 17. 20. , weil blos die zwote Ribbe in die Hoͤhe steigt, indessen daß die oͤberste die Annaͤherung ihrer Nebenribbe unbeweglich erwartet. Fer- ner, wenn sich die zwote gleich hebt, so wird die dritte doch Der Zwischenraum nimmt um mehr, als eine Linie ab, mitten an der Brust. exper. 16. veraͤndert sich weniger. exp. 16. ein wenig nach exp. 28. der zwoten naͤher kommen, weil sie eine freie- re Bewegung hat, und hoͤher, als die zwote, aufsteigt, und sich also zu ihr gesellet. Und so wird sich auch die vierte Aendert sich sehr, exp. 28. und fast um den dritten Theil. der dritten, die fuͤnfte der vierten Mitten an der Brust minder- ten sich die Raͤume um eine Linie, exp. 16. bis zur Helfte an den drei oͤbern Zwischenraͤumen durchgaͤn- gig. exp. 24. , naͤhern. Auf solche Art vergroͤssern sich die leeren Weiten zwischen C 4 den Das Atemholen. VIII. Buch. den Ribben, wenn wir den Atem in uns ziehen, nicht al- lein in dem ganzen knochigen Wesen, sondern auch in dem groͤssern Theile der Ribbenanhaͤngsel Ueberhaupt habe ich die obern Zwischenraͤume abnehmen gesehen, S. 217. 218. und exp. 10. 12. 13. 14. 16. 21. 22. 23. 27. 28. 31. wie auch BORELLVS. prop. 89. DIO- NIS. p. 465. . Weil aber die mittlern Ribben beinahe gleich lang sind, und keine Ursache darwider ist, daß sie nicht auch gleich feste waͤren, so muͤssen sie sich in die Hoͤhe, und zwar dergestalt heben lassen, daß sich ihr Zwischenraum kaum vermindert Exp. 27. 29. 30. 31. , und ihre Richtung parallel bleibe. Wiewohl die untersten Ribben, naͤmlich die zwoͤlf- te, eilfte, zehnte, etwas weniger zum Aufsteigen geschikkt sind, so naͤhern sie sich doch desto offenbarer den obern Ribben, als der neunten, zehnten, eilften, aus dem Grunde, weil die Beweglichkeit der untersten Ribben, mit den Oberribben verglichen, ganz augenschein- lich ist Exp. 10. die Zehnte durch- laͤuft den halben Weg, damit sie sich blos der neunten naͤhern moͤge. . Doch wir haben gesagt, daß sich die Ribben in die- sem Geschaͤfte wenden lassen Exp. 11. 15. 16. 17. 18. 20. 22. 23. 26. HAVERS. S. 289. LIEVTAVD. S. 547. , ohne eben ganz und gar erhoben zu werden. Denn wenn die Ribben bis zur sor- dern Kruͤmmung heraufgestiegen, so folgt alsdenn aus der Natur des Zusammenhanges ihrer Bewegung, daß sich zwar der sinkente Theil der Ribbe in die Hoͤhe heben, der steigende aber sinken muͤsse, und einen Bogen ziehe, dessen Mittelpunkt das Brustbein ist, nnd dessen Umkreis sich in der Biegung der Ribbe selbst befindet. Folglich werden sie um den Punkt ihrer Beugung, der dem Brust- bein nahe liegt Am Hunde 3. 4. Linien da- von weit ab. exp. 17. , herumgetrieben, und zugleich ge- dreht und zusammengedruͤkkt, gegen das Brustbein, so, daß sie sich also in einem gewaltsamen Zustande befinden. Sie I. Abschnitt. Die Brust. Sie steigen jenseits dieses Punktes zum Ruͤkken hinauf; sie fallen disseits desselben, und gegen das Brustbein, um desto deutlicher nieder, je heftiger das Einatmen ge- schicht Exp. 7. 12. 15. 16. 17. 18. 20. 22. 26. 27. HAVERS. S. 289. AL- BIN. n. 178. S. 150. BERTIN. S 147. . An den Voͤgeln steigen auch die Ribbenan- haͤngsel, welche die Stelle ihrer Knorpeln vertreten, mit in die Hoͤhe. Daher koͤmmt es, daß der Winkel, den die Rib- ben mit dem Brustbeine niederwerts machen, nicht klei- ner wird, wie er sonst wohl werden muͤste, wofern der inwendige Theil der Ribben heraufstiege, sondern er wird in der That groͤsser, er koͤmmt einem rechten Win- kel sehr nahe, er wird ein gerader, und endlich etwas groͤsser, als ein gerader Winkel FABRIC. S. 80. BORELL. propos. 95. . Gleichermassen steigt das Ende der Ribbe in der That ein wenig herauf, indem sich ihr mittlerer Bogen herauszieht Exp. 12. 16. 23. . Zu eben dieser Zeit fuͤhren die Ribben allerdings das Brustbein nach vorne zu Exp. 2. , und hinaufwerts Exp. 2. 21. dieses haben auch an den Thieren beobachtet BOREL- LVS de motu animalium. L. II. Prop. 86. 90. BELLIN. Lemm. 8. DIONIS. cours d’ Anatom. S. 465. HAVERS. S. 288. 298 WINSLOW. angef. Ort. S. 87. MONROO. ang. Ort. S. 250. SENAC. S. 167. ALBIN. S. 150. BERTIN. S.148. De bremond mem. de l’ Acad. des scienc. 1739. S. 333. Es be- rechnet es borellvs und daniel bernoulli de respir. gegen das En- de. f. 5. ferner hambergervs. n. 21. 31. 34, und dieser bestaͤtigt es mit einem Versuche am lebendigen Menschen. Physiolog. S. 138. An den Voͤgeln hat es mery gesehen, beim du hamel. S. 160. Die Pa- riser am Straussen. S. 215. . Es wird diese Veraͤnderung an dem ganzen Brustbeine deutlich, sie ist aber doch an seinem untern Ende groͤsser, so daß es sich mit groͤsserer Heftigkeit von den Ruͤkken- wirbeln zuruͤkke zieht, und vorwerts hervordringt Exp. 21. . Solchergestalt waͤchst der Durchmesser der Brust, von vorne nach hinten gemessen, mehr bei dem Schwerd- C 5 knor- Das Atemholen. VIII. Buch. knorpel, und zwar bis zu acht Linien Es ward das Brusthein an einem engbruͤstigen Menschen, un- ter dem Einatmen augenscheinlich in die Hoͤhe gehoben, und es sank eben so deutlich waͤrendem Ausaemen nieder. COLLINS. S. 1246. , weniger bei den Schluͤsselbeinen, naͤmlich fast zu zwo Linien Exp. 2. Nur bis drei und eine halbe Linie, S. 217. aber es war auch die Brust schon steif ge- worden. , auf beiden Seiten an einer Menschenbrust. Folglich zieht sich das unterste Brustbein uͤberhaupt nicht einwerts in die Brust hinein, wie solches dennoch von beruͤmten Maͤn- nern angegeben wird Eben da. Zwo Linien hat Hamberger n. 47. . Dagegen gestehet Fabri- cius BERNOULLI angef. Ort. Er sezzt aber die Bedingung dazu, daß die Ribben unter sich parallel bleiben. ALBIN. n. 178. 179. Ven dem zweiten und dritten Stuͤkke des Brustknochens bejaht er es, und diese Knochen sollen sich so gar deutlich uͤber das erstere verschie- ben. Vielleicht hat er darunter die allerheftigste Einatmungen, die wir beschrieben haben, verstanden. Exp. 1. 7. 18. , daß diese Bewegung im Menschen uͤberhaupt undeutlich geschehe, und er hat in so fern recht, wenn er es vom gemaͤßigtem Atemholen eines gesunden Menschen verstanden haben will. So oft demnach die Ribben in der Mitte von einer sehr heftigen Bewegung heraufgezogen werden, so dre- hen sie sich mit solcher Gewalt, daß auch ihre vordere knorpliche Enden, und die hintern knochigen niederfallen, und der Winkel, den sie mit dem Brustbeine unterwerts machen, groͤsser, als ein gerader Winkel wird De respirat. S. 83. . Als- denn wird das Brustbein so wenig erhoben, daß es viel- mehr niedersinkt Exp. 12. , und es vermindern sich vielmehr die Raͤume, welche die Knorpel der Ribben absondern, Kraft des Einatmens selbst Exp. 17. 18. . Vielleicht war dies die Ursache, warum beruͤmte Maͤnner geschrieben, daß sich uͤberhaupt in einatmenden Menschen die Zwischenraͤume durchgehends vermindern Exp. 27. 29. , welches unrecht ist, weil sie das dem groͤsten Theil der Ribben beigemessen, wel- ches I. Abschnitt. Die Brust. ches doch einzig und allein von dem knorplichen Theile wahr ist, der sich zwischen dem Brustbeine und der vor- dern Kruͤmmung befindet. Nach meinem Urteile, laͤst sich dieses alles, durch die wiederholte Versuche, glaubwuͤrdig machen, und ich finde hier nicht von Noͤthen, andrer sonst verdienter, aber in Versuchen sparsamer Gelerten Gegenmeinungen zu wiederlegen, da ich das hier vorgetragene, so oft und zu wiederholten malen mit Augen gesehen. Jm Ausatmen geschicht nun von diesem allen das Gegenteil, und man findet dabei keine Schwierigkeit, weil es fast vom vorhergehenden das Gegenseitige ist. Die untersten Ribben lassen sich, vermoͤge ihres Baues, sehr leicht niederziehen FABRICIVS de respirat. S. 80. Er spricht offenbar von den Zwischenraͤumen der Anhaͤng- sel. Der vortrefl. SENAC. angef. Ort. S. 169. 245. BOHN circul. anat. S. 80. BERTIN. S. 148. HAMBERGER. n. 27. WHYTT. physiol. ess. S. 135. Er beruft sich auf emen, an seinem eigenen Koͤrper gemachten Versuch, welches aber Zweifel uͤbrig laͤst, und er thut auch darinnen zu viel, daß er eben dieses von den sechs oder sieben untern Ribben behauptet; die meisten der uͤbrigen Schriftsteller gruͤnden ihre Meinungen auf Be- rechnungen. . Eben diese Ribben entfer- nen sich von den obern, je weiter sie herabsinken, auch de- sto mehr, die unterste am meisten, und so die naͤchsten obern stufenweise immer weniger. Dadurch wachsen die Zwischenraͤume der Ribben Der gegenwaͤrtige Paragraph oben. . Der erste Zwischenraum waͤchst um den dritten Theil Exp. 2. 10. 22. 25. . Die obern Ribben werden, von der achten bis zur sechsten, selbst und vornaͤmlich mitten an ihren Bogen, aber doch so, niedergezogen, da sie wenigen Unterscheid in der Heftigkeit unter sich machen, daß sie parallel ge- gen einander bleiben Exp. 2. . Nunmehr nehmen die gedreh- ten und zusammengepresten Knorpel ihre natuͤrliche Lage wieder an sich, und sie schaͤrfen nach unten den spizzen Winkel wieder an Gegenwaͤrt. Paragraph oben. , den sie vor dem mit dem Brust- beine Das Atemholen. VIII. Buch. beine beschrieben. Die Zwischenraͤume aber der Knor- pel werden groͤsser, wofern sie durch das Einatmen sehr verkleinert geworden. Oberhalb der fuͤnften Ribbe, senken sich die Ribben ebenfalls nieder, sie entfernen sich von einander, sie machen groͤssere Zwischenraͤume, weil jede untere Ribbe beweglicher, als ihre obere ist, leichter niederfaͤllt, so daß der Unterscheid bei dem ersten Zwischenraume am groͤsten wird Exp. 25. , da blos das zweite Wirbelbein niedersinkt, und das erste seine Lage unbeweglich behaͤlt. So keren sich auch die obere Raͤnder herauswerts, und die untere einwaͤrs, so daß sich der Querdurchschnitt der Brust dadurch verengert Jn Exp. 2. wuchs der Zwi- schenraum um anderthalb Linien, oder um den fuͤnften Theil, Exp. 2. S. 2 5. . Ferner, so verengert das Brustbein, welches erst vor- werts vorgeruͤkkt war, da es nun von den sinkenden Rib- ben herabgezogen und nach hinten gefuͤrt wird, die Brust Exp. 2. . Alle diese Dinge geschehen im Atemholen eines gesun- den Menschen mit etwas geruhigerer Anstrengung, und es stellt das Ausatmen denjenigen Zustand vollkommen wieder her, aus welchem das Einatmen die Brust gerissen hatte. Wenn aber entweder von Krankheiten, oder von dem Willen des Menschen, ein heftiges Ausatmen erfolgt, so muͤssen auch die Erscheinungen dabei staͤrker werden, das Brustbein mus mehr niedergedruͤkkt werden, die Ribben muͤssen mit diesem Knochen spizzere Winkel machen, die Zwischenraͤume muͤssen viel kleiner werden, und es mus die ganze Brust, unter ihr Mittelmaas, theils nieder- steigen, theils zu beiden Seiten enger werden, von vor- ne nach hinten, von der rechten zur linken zu rechnen. Doch ich habe niemals die ganze Brust sich erheben, und also auch niemals ganz und gar niedersinken gesehen. §. 9. I. Abschnitt. Die Brust. §. 9. Die Kraͤfte, von welchen diese Bewegungen vollstrekkt werden. Die Muskel zwischen den Ribben. Ob ich gleich zur Zeit noch nicht die Geschichte des Atemholens darlegen darf, so mus ich hier doch diejenige Theile durch die anatomische Musterung gehen lassen, von denen das Atemholen herruͤhrt, und ich mus die Wirkung der einzelnen Muskeln hinzufuͤgen, damit man sich dieser einzelnen Theile erinnern moͤge, wenn man daraus das ganze Gebaͤude des Atemholens in der Folge zusammen sezzen wird. Die vornemsten Kraͤfte, die die Brust im Atmen he- ben und regieren, sind dem Zwerchfell zu zuschreiben, so wie den Muskeln zwischen den Ribben, diesen darum, weil sie die vornemsten Ribben heben, jenem darum, weil solches von dem groͤßten Brustraume im Einatmen die Hauptursache ist. Jndessen werde ich zuerst die Muskeln durchgehen, theils weil sie die Zwischenraͤume der bereits beschriebenen Ribben ausfuͤllen, theils weil sie sich weiter erstrekken, und in vielen Thieren angetroffen werden, die entweder kein muskelhastes Exp. 2. S. 218. , oder nicht einmal ein membranoͤses Zwerchfell haben An den Voͤgeln. Am Straus- vogel. VALISNERI. oper. T. II. S. 251. . Es gibt also der Zwischenribbenmuskeln uͤberhaupt doppelt so viel, als Zwischenraͤume an den Ribben da sind, denn man mus es blos vor ein Gedankenspiel achten, wenn man diese Muskeln unter dem Namen eines einzigen beschrieben hat An den Vierfuͤßigen, welche Eier legen. Am Camaͤleon. Eben der, ebend. S. 416. Am Frosche, denen Schlangen u. s. w. . Denn ob es gleich einige Stellen gibt, da Das Atemholen. VIII. Buch. da etwa einer von diesen Muskeln FANTON. anat. S. 330. GOUEY. verit. chirurg. SCHEL- HAMMER. anal. diss. 9. n. 45. 46. Physiolog. S. CLXXXVII. Ge- genseitige Reihen der Fasern gibt der ber. Mann zwar zu, doch er haͤlt sie, wegen der zusammengemischten Fasern, fuͤr einen einzigen Muskel. uͤber die naͤchste weglaͤuft, und sich an einer entlegnen Ribbe endigt, so hat man doch von solchem Zusammenwachsen unten an der Brust gar sehr wenige, oben an der Brust aber gar keine Exempel. Ferner, ob sie gleich, wenn man sie kocht, alle mit einander in einem Stuͤkke von den Ribben losge- hen, so koͤmmt dieses doch blos davon her, daß sie ver- mittelst der Knochenhaͤutchen unter einander zusammen- haͤngen Die Niederzieher der Ribben. . Jm uͤbrigen so haben alle Thiere, wenn ich nicht irre, eine doppelte Reihe von Zwischenribbenmus- keln, und man pflegt sie insgemein in die aͤussern und innern WINSLOW. des muscles. n. 690. abzuteilen, und man versteht darunter, daß eine Schicht tiefer, die andre naͤher an der Haut herauf liege. §. 10. Die aͤussern Zwischenmuskel der Ribben. Die Ribbenheber. Die aͤussern Zwischenmuskeln der Ribben laufen mit ihrer sehnigen Schicht bis zum Brustbeine fort, die flei- schigen Fasern aber hoͤren etwas mehr nach aussenwerts, als das vordere Ende des knochigen Theils oder Ribben, auf Galen spricht bereits davon. , so daß der uͤbrige Theil des Zwischenraumes der Ribben von einem ausgespannten Bande bedekkt wird, welches eben den Lauf, als die aͤußern Muskeln hat FALLOP. obs. anat. S. 97. institut. S. 32 HOADLEY. u. s. w. Es hielt es fuͤr eine Seltenheit, sie daselbst endigen, und zwischen den Knorpeln fortlausen zu sehen. VOPISC. FORTVNATVS PLEMP van Spieren. S. 152. . Sie I. Abschnitt. Die Brust. Sie nehmen hinterwerts, ganz nahe bei den Wirbel- beinen Dieses hat auch ALBIN. S. 400. WINSLOW. n. 689. vom Hoͤkker der Ribben, und von den aͤussern und Querbaͤndern der Querfortsaͤzze, nahe bei der Kruͤm- mung der Ribben, und ferner von der aͤussern Lefze des Randes einer jeden oberen Ribbe ihren Ursprung ALBIN. T. 17. f. 9. FAL- LOPIVS. observ. S. 97. . Sie steifen in schiefer Richtung nieder, mit ihren sehnigen und fleischigen Fasern, welche sich dergestalt nei- gen, daß sie durchgehens vorne mit den obern Ribben stum- pfe Winkel machen EVSTACH. T. 38. . Sie endigen sich an der aͤussern Lefze des Oberrandes einer jeden untern Ribbe, und weiter noch an der vordern Flaͤche derselben Ribbe, welches zugleich am Ruͤkken hin- terwerts liegt. Sie scheinen mir staͤrker an Kraͤften, als die innern Muskeln zu seyn EVSTACH. T. 39. 37. 33. u. s. f. . Jch habe den ersten aͤussern Zwischenribbenmuskel, ohne unterbrochen zu werden, bis zum Brustbeine fort- gesezzt gefunden, so daß der innere nirgens entbloͤst lag, sonsten habe ich wenigstens einen aͤussern Zwischenribben- muskel bis zum Ende des knochigen Theils fortlaufen ge- sehen. Der andre aͤussere Muskel zwischen den Ribben hoͤret, hoͤher als einen Zoll uͤber dem Ende des knochigen Theils Auch laͤngst vom FABRICIO. ab Aquapendente. S. 71. C. G. LVDWIG. quaest. med. n. 2. , auf und unterwerts tiefer. Der dritte endigt sich gemeiniglich um einen bis zween und drei Zoll uͤber dem Ende des knochigen Theils oberwerts, unterwerts aber nur um zween Zoll da- von ab. Der vierte hoͤrt oben, ein bis zwei Zoll vom knochi- gen Ende, unterwerts nur um einen Zoll auf. Der fuͤnfte ist kuͤrzer, und laͤßt den groͤsten Theil des Knochigen blos liegen. Der Das Atemholen. VIII. Buch. Der sechste war oben wieder um einen Zoll, unten um einen halben kuͤrzer, oder vom Ende des knochigen Rib- benteils abgeruͤkkt. Der siebente ist kaum um einen Zoll kuͤrzer, als der knochige Theil, und alle folgende sind noch kuͤrzer. Der unterste, der nicht selten ganz allein, und ohne einen innern Nebenmuskel ist, hoͤrt ebenfalls disseits dem Knor- pel der zwoͤlften Ribbe auf. Wenn dreizehn Ribben vorhanden gewesen, so war auch der zwoͤlfte Muskel zugegen EVSTACHIVS macht sie laͤn- ger, als es diese unsre Beobachtung verstattet. T. 33. Er verlaͤngert sie sast bis zum Ursprunge des Knor- pels. Mit uns koͤmmt naͤher uͤber- ein ALBIN. T. IV. musc. und III. Man schlage auch den beruͤmten JENTY nach. Tab. I. f. 2. . Endlich mus man die Geschichte der Ribbenheber von der Beschreibung der Zwischenmuskeln der Ribben nicht zu weit zuruͤkke sezzen KAAVW. perspirat. n. 147. , ob diese gleich von den aͤussern Zwischenribbenmuskeln, dem Ursprunge nach, verschieden sind, indem diese vom Querfortsazze herkommen, gleich am untern Ende des Querbandes, welches die Ribben halten mus. Sie steigen schief nach aussen herab, wo- bei sich die innersten Fasern ein wenig, die aͤussere mehr herabneigen, sie bedekken die aͤussere Zwischenribbenmus- kel, und endigen sich mit ihrer Sehne an den Ribben- winkeln, mit dem Fleischigen an dem einwerts fortlau- fenden Rande. Einige sind unter ihnen kurz Wir fi e den sie zu allererst in den Kupfern des Casserius. L. IV. T. V. nachgehens gab ihnen STE- NONIVS einen Namen, de musc. et glandul. S. 6. , oder sie endigen sich bei der naͤchsten Ribbe, und es sind deren so viel, als Ribben ALBIN. S. 396. T. musc. VIII. einen einzigen T. 17. f. 14. Auch BIDLOVS. T. 30. syllab. part. corp. hum. HOADLEY. u. s. f. Casserius hat keine andre, als sie allein. , indem der erste Muskel darunter von dem un- tersten Querfortsazze des Halses JENTY. T. IV. f. 1. seinen Ursprung her- schreibt. Gemeiniglich sind die untersten groͤsser ALBIN. S. 397. WINSLOW. n. 692. . Die I. Abschnitt. Die Brust. Die laͤngeren Muskelheber ALBIN. S. 397. WINSLOW. n. 693. VERHEYN. S. 350. CAS- SEBOHM. in M S. uͤbersteigen eine Ribbe, und schliessen sich an den Winkel und obern Rand der entlege- nen Ribbe an ALBIN. T. 17. f. 15. . Sonsten habe ich die drei oͤbersten Muskeln vom ersten, zweiten, dritten Queerfortsazze zur dritten, vierten, fuͤnften Ribbe laufen gesehen. Jch habe auch gefunden, daß sie vom siebenten, achten, neunten, und zehnten Queerfortsazze nach der neunten, zehnten, eilften und zwoͤlften Ribbe zu wandern pflegen So sezzt es VERHEYN. T. 35. f. 1. und in seiner Beschrei- bung ALBIN. S. 398 und T. VIII. musc. doch hat er auch mehrere gesehen. Eben so hat es auch verdier abrege d’ anat. S. 25. . Jch habe sie von dem achten, neunten, und zehnten Queerfort- sazze nach der zehnten, eilften und zwoͤlften Ribbe herab gehen gesehen. Es zeichnet der beruͤhmte Hoadley in alle Zwischenraͤume welche hinein, so wie der beruͤhmte Jenty gar zehn anmerkt T. IV. f. 1. . Mit diesen Muskeln pflegt der sehr lange Von einem einzigen. albin. S. 399. Ruͤkken- muskel sehr zusammen zu wachsen: und das thun die kur- zen Ribbenheber allezeit, und bisweilen auch die aͤussern Zwischenmuskeln der Ribben Den Unterscheid unter ih- nen laͤugnet der ber. lievtavd. ang f. Ort. S. 548. . Daß sie alle zusam- men unter einander vereinigt, und wie ein einziger grosser gezakkter Muskel anzusehen gewesen, berichtet der vortref- licher Morgagnus Adversar. II. S 37. . §. 11. Die innern Zwischenmuskeln der Ribben. Die innern Muskeln, zwischen den Ribben, sind an sich sehniger, etwas duͤnner, kuͤrzer, und durchkreu- zen die ersten. Sie lassen nahe bei den Ruͤkkenwirbeln einen H. Phisiol. 3. B. D Das Ateinholen. VIII. Buch. einen kleinen Raum offen uͤbrig EVSTACH. T. 38. albin. T. VIII. T. 17. f. 12. u. f. fallop. obs. S. 97. ; und dieser ist mit Baͤn- dern ausgefuͤllt, im uͤbrigen aber blos, naͤmlich zwischen den Ruͤkkenwirbeln, und der Kruͤmmung der Ribben, wo sich allein die aͤussern Zwischenmuskeln der Ribben befin- den. Dergleichen zeigt sich auch, wo sie uͤber die Kruͤm- mung hinaus gehen, die Wirbelbeine fortlaufen. Jhr Anfang ist da, wo sich die Ribben zuerst zu kruͤmmen anfangen. Von da steigen sie weiter von der innern Lefze des untern Randes einer jeden Ribbe an, ebenfals nach der innern Lefze des Oberrandes der Unterribbe, nach gegen- seitiger Richtung, vorne zu nieder, so, daß sie mit ihrem untern Ende an den Wirbelbeinen naͤher, mit dem obern Ende aber weiter davon abliegen. Doch sie pflanzen sich auch in den uͤbrigen Gegenden der Ribben, in den Knochigen sowohl, als in den Knorp- lichen, fort FALLOP. l. 2. evstach. T. 33. albin. T. IV. III. II. hoadley. , da doch die aͤussern Muskeln diese fliehen, und sich ganz nahe an das Brustbein anlegen, so, daß die lezzten obern Fasern bisweilen vom Brustbeine her- kommen. An eben diesem Orte, oben und unten, las- sen sie, wiewohl einen kleinen Raum, zwischen ihrem Vorderrande, das mit dem Brustbeine benachbart ist, und zwischen dem Brustbeine uͤbrig, durch welchen einige Gefaͤsse hindurch gehen. Diese Muskeln fuͤllen die Raͤu- me zwischen dem Knorplichen, oder die Jnseln aus, wel- che zwischen den zusammenlaufenden Knorpeln gebildet werden EVSTACHIVS hat drel im 6. 7. 8. Zwischenraume. T. 33. auch albin. S. 401. 402. und sagt, man koͤime sie fuͤr zwei rechnen. Er zeich- net sie T. III. . Jch habe sie in dem fuͤnften und sechsten Zwischenraume angetroffen, den Theil, der sich zwischen den Knorpeln der Ribben zeigt, hat niemand mit einem Namen belegt, den vortreflichen Hamberger ausge- nommen Angef. Ort. n. 14. 16. u. s. f. . Doch hier ist die Richtung eben dieselbe, und I. Abschnitt. Die Brust. und sie werden durch keine Unterschiede von einander abge- sondert. Nur, daß sie hier etwas weniger schief zu seyn, und dem Perpendikel naͤher zu kommen pflegen. Der erste entspringt bestaͤndig an der Seite des Brustbeins HOADLEY. im Kupf. , und ausserdem, so viel ich bemerken koͤnnen, von der ersten Ribbe. Er schiest die Fasern stralich von sich HOADLEY. ganz recht. , steigt mit den ersten Faͤsern vor- werts herab, andre folgen diesen senkrecht nach, die uͤbri- gen laufen endlich von dem Ende dieser Ribbe nach aus- sen herab. Jch habe diesen ersten innern Zwischenmus- kel der Ribben fehlen gesehen. Die folgenden entstehen einzig und allein von den Ribben, doch habe ich biswei- len gefunden, daß der zweete und dritte einige Fasern von dem Brustbeine erborget. Der achte und neunte war mit dem schiefen aufsteigenden ein Stuͤkk geworden. Jch habe auch eben diesen achten dergestalt spielen gese- hen, daß er sich zwischen den Knorpeln der achten und neunten Ribbe, mit einem Stuͤkke, welches sich von den uͤbrigen Fasern zwischen den Knorpeln unterschied, in der That, nach Art der aͤussern Muskeln, vorwerts nieder- senkte. Die zween lezzten sind nur kurz, klein, und mangeln nicht selten ganz und gar ALBINVS redet von duͤn- nen, von breitsehnigen ( aponeuro- ticus ) von ganz und gar felenden. S. 402. Die sehnigen scheinet er am lezzten Zwischenraume der Rib- ben, im Kupfer des Brustganges, zu zeichnen. . Dieses habe ich selbst dreimal mit Augen gesehen. Jch habe sie auch am eilf- ten Zwischenraume fehlen gesehen, und sie hoͤrten am zehnten Zwischenraume, um anderthalb Zoll weiter nach aussen am Winkel, den die Ribben machen, auf. Als- denn besezzt ein Band die Stelle der beiden. Wenn dreizehn Ribben da waren, fand sich auch der zwoͤlfte Muskel ein KAAVW. ang. Ort. . D 2 Hier- Das Atemholen. VIII. Buch. Hieraus erhellet also, daß zween Theile des Zwi- schenraumes der Ribben, eine einzige muskelhafte Flaͤche einnehme, und daß diese an der Hinterseite kleiner, und an der vordern groͤsser sey. Die ganze uͤbrige Laͤnge hat ein doppelt fleischiges Gewebe, welches sich durchkreuzt. Jm uͤbrigen will ich nur den Jrrthum der Alten mit ei- nem Worte beruͤhren, der im Vesal L. II. c. 37. ferner valver- dvs. S. 93. und selbst h. fabri- givs ang Ort. S. 69. , oder im Ga- len De dissecti. musc. S. 23. ad- mir. anat. L. VIII. c. 3. vorkoͤmt, naͤmlich, daß die Zwischenribbenmus- keln bei dem Anfange der vordern Knorpeln ihre Richtun- gen aͤnderten, und eine gegenseitige Richtung annehmen. Doch diesen Jrrthum hat Fallopius S. 95. und Nikol. Habicot Lect. V. diei III. Lecti. XIII. diei VIII. seiner hebdom. anatom. widerlegt. §. 12. Die Muskeln unterhalb den Ribben; nebst denen am Brustbeine. Die Muskeln unterhalb den Ribben, wie sie Verheyn nennet, oder die Niederdruͤkker der Ribben, unterscheiden sich wenig, es sey denn durch den Gebrauch, von den innern Muskeln zwischen den Ribben. Man findet sie gemeiniglich unterhalb der sechsten Ribbe, doch bisweilen auch an den acht, neun VERHEYN. ad T. 35. f. 3. doch dieser hat theils laͤngere, theils kuͤrzere. , und zehn DOUGLASS. comparative anatomy of muscles. S. 65. un- tern Zwischenraͤumen; im uͤbrigen aber sind sie den in- nern Muskeln aͤhnlich, und nur darinnen abweichend, daß sie sich nicht an die naͤchste Ribbe, sondern an eine andere zwote, oder dritte untere anhaͤngen, flaͤcher sind, und nach der Queere liegen HOADLEY. u. s. f. . Sie enthalten viel sehnige I. Abschnitt. Die Brust. sehnige Fasern. Sie machen bei der ganzen Reihe der innern Zwischenribbenmuskeln den Anfang Von denen sie der ber. liev- tavd nicht absondern wollen. S. 549. , oder sie nehmen doch nahe bei, ein wenig mehr nach aussen zu, ihren Anfang ALBIN. auf der angezog- nen Kupferplatte. . Jch habe sie mit Veraͤnderungen gefunden. Jch fand sie einsmals von der eilften zur neunten Ribbe, mit einem andern Theile nach der achten, von der zehnten zur siebenten ALBIN. S. 401. erzaͤlt, daß sie von der neunten, und bisweilen von der siebenden herabkommen. Er hat auf dem Kupfer des Brust- ganges einen, von der sechsten zur neunten Ribbe gehenden, einen an- dern von der neunten zur eilften. , von der neunten zu eben derselben Ribbe laufen. Jn eben dem Koͤrper ging ein andrer von der vierten zur zwoten Ribbe fort. Auch habe ich einen bei der zwoͤlften nahe bei dem Koͤpfchen entspringen, und fast ganz der Queere nach zur zehnten ALBIN. T. 17. f. 13. und neunten So hat Eustachius drei. T. 38. Ribbe gehen gesehen: Von der neunten stieg er gegen die siebente herauf Von der sechsten zur vierten. walther. anat. musc. tenuior. S. 17. , und war an sich sehr sehnig. Sonsten habe ich sie von der sechsten, fuͤnf- ten, vierten, dritten Ribbe, nach der vierten, dritten, zwoten und ersten laufen und sehnig gesunden. Mit den Muskeln unterhalb den Ribben, war ein Muskel verwand, welcher von der Wurzel des Queer- fortsazzes der zwoͤlften Ribbe, nach den Ribben, eilf, zwoͤlf, zehen, fortging WALTHER. anat. musc. repet. S. 17. . Es sind aber auch die Brustbeinribbenmus- keln Diesen Namen hat sich Verheyn ausgedacht. in so fern den innern aͤhnlich, ob sie gleich von anderen beruͤhmten Maͤnnern als ein einziger dreiek- kiger Muskel des Brustbeins beschrieben werden VESAL. l. II. c. 35. albin. L. III. c. 82. u. s. f. . Da sie ihn in eins gezogen haben, so muͤssen sie ohne D 3 Zwei- Das Atemholen. VIII. Buch. Zweifel auf den Zusammenhang eines jedweden Theil- chens mit seinem zunaͤchst oberen, ihr Absehen gerichtet haben; indem ein jedes untere Theilchen breiter ist, und mit dem oberen und schmaͤleren eins wird. Unter diesen Muskeln entspringt der unterste, (oder man kan es vor dem untersten Theil des dreiekkigen Mus- kels nehmen), welcher fast der Queere nach liegt WINSLOW. n. 698. cow- per. Myograph. T. 33. f. 1. albin. T. X. f. 24. verheyn. T. 35. f. 2. ienty. angef. Ort. , und sich weniger, als die uͤbrigen neigt, von dem knor- plichen Horne des schwerdfoͤrmigen Anhanges ALBIN. S. 310. T. X. f. 24. cowper. T. 33. , indem sich einige Fasern mit dem Zwerchfelle, und fast sein hal- ber Theil mit dem Queermuskel ALBIN. S. 311. T. XIV. ad B. i. b. winslow. n. 689. des Bauches verbinden. Eben dieser wendet sich nach aussen, und haͤngt sich an die innere Flaͤche des Knorpels der sechsten Ribbe IENTY. T. 1. f. 4. Die sie- bende und achte Ribbe sezzt noch zu cowper. ad bidlouon. T. XXI. , und am innern knorplichen und knochigen Rande der fuͤnften HOADLEY. ALBIN. f. cit. cowper. angef. Ort. , und von da weiter auf gleiche Weise auch an die vierte Ribbe an. Sonsten schließt er sich einzig und allein an dem knochigen Theile der fuͤnften Ribbe an. Das zweite Stuͤkk, nebst dem uͤbrigen lieget mehr senkrecht VERHEYN. angef. Ort. hoadley. angef. Ort. , und ist sehr sehnig. Das zweite entspringt besonders von eben dem Horne des Schwerdknorpels, ferner vom knochigen Theile ALBIN. S. 310. des Brustbeins, bis- weilen auch vom Knorpel der fuͤnften Ribbe, und begibt sich in schiefer Richtung, und fast der Queere nach, nach den Knorpel der fuͤnften Ribbe IENTY. angef. Ort. , oder gar der vierten hin. Dieses Stuͤkk ist groͤsser, als die uͤbrigen. Hier habe ich bisweilen einen andern fuͤnften Mus- kel, der zuweilen von verschiedener Beschaffenheit war, ange- I. Abschnitt. Die Brust. angemerkt, welcher von demjenigen Theile des Brustbeins her kam, welcher dem Knorpel der sechsten Ribbe ganz nahe liegt, und er fuͤgte sich an den Knorpel der fuͤnften und vierten Ribbe an. Der dritte, vom vorhergehenden wenig unterschie- dene, aber deutlicherer Muskel, entspringt mitten am Brustbeine, nahe am Knorpel der vierten, bisweilen auch der fuͤnften und sechsten Ribbe, steigt auswerts hin- auf, ziemlich nach einer senkrechten Linie, und begibt sich nach dem Knorpel der dritten Ribbe ALBIN. angef. Ort. ienty. angef. Ort. , und dem damit ver- bundenen knochigen Theile, zuweilen aber auch nach dem Knorpel der vierten hin. Diesen habe ich auch vom gablichen Ende des Schwerdknorpels kommen, und sich dennoch an die dritte Ribbe haͤngen gesehen. Der vierte koͤmmt gemeiniglich ALBIN. macht auch fuͤnf Koͤpfe. S. 310. Fuͤnf Muskeln hat winslow. n. 697. fuͤnf wenigstens verheyen. als die oͤberste, von dem Anfange des Knorpels der dritten Ribbe, und von dem benachbarten Brustbeine her, er ist sehnig, steigt gerader hinauf, wird fleischig, und wirft sich in den Knorpel der zwoten Ribbe, wo sich diese mit dem Knochen vereinigt, und liegt unter allen am meisten nach inwendig zu Einen etwas schmaͤleren hat albin. angef. Ort. Den schmaͤlsten vom Brustknochen zur dritten Rib- be laufend, zeichnet cowpervs. f. 1. T. 33. der geschlankste ist, wofern es ein Muskel ist, bei. f. , fast senkrecht hinein. Sein oberer seh- niger Theil bedekkt die Oberflaͤche des zweiten innern Zwischenribbenmuskels. Dieser, als der lezzte Jhn nennt nicht douglass. S. 62. und daß er nicht bestaͤndig daher kom̃e, will fallopivs. S. 94. , ist nicht allemal gegenwaͤrtig Jhn hat fallopivs. S. 93. b. D. de marchettis. anat. S. 66. verheyen. douglass. albinvs. winslow. . Es scheint, daß der beruͤhmte Hoadley nicht einmal den dritten gesehen habe. Jn der That hat dieser Muskel Wie beim vortrefl. albino. S. 310. Dessen Beschreibung den- noch der meinigen sehr aͤhnlich ist, nur daß er den Anfang hoͤher, und das Ende niedriger lagert. eine mannig- faltige Natur, so daß ich ihn in sechs Koͤrpern hinter- D 4 ein- Das Atemholen. VIII. Buch. einander, welche ich mit allem Fleisse geoͤffnet, jedesmal anders gefunden. Jm Hunde ist er, nach meiner eignen, und anderer beruͤhmten Maͤnner Erfahrung, staͤrker WILLIS. Pharmac. ration. T. II. S. 27. Daß Vesal die Zeichnung vom Hunde hergenom- men, erinnert fallopivs. inst. S. 31 . Und dies ist die Ursache, warum ihn die Alten gemeiniglich nach dem Hunde beschrieben haben FALLOP. obs. ang. Ort. . Zuweilen findet man ihn ganz und gar klein Eben der, instit. anat. S. 31. schelhammer. Physiolog. S. CLXXXVIII. cowper. ad bid- loum. T. XXI. , so daß beruͤhmte Maͤn- ner ihm gar sein Daseyn abgesprochen HABICOT. Lect. 13. Diei VII. . §. 13. Die Thaͤtigkeit der aͤussern Muskeln zwischen den Ribben. Ueber die Wirksamkeit der aͤussern Muskeln zwischen den Ribben ist man ziemlich eins. Jndessen schreibt Ga- len an einigen Stellen seiner Werke, daß diese aͤus- sere Zwischenmuskeln der Ribben die Brust zusammen- druͤkken, die Ribben herabziehen L. II. de Musculorum motu. , und dem Ausatmen behuͤlflich sind, und eben dieses will auch Vesalius Angef. Ort. S. 346. , dem noch hier und da andre Schriftsteller Archangelus piccolmini. praelectio. anat. S. 329. rora- rivs. in contradictioni. n. 98. S. 416. nachgefolgt sind. Es sind auch welche gewesen, die diesen Muskeln so wenig beigemessen, daß sie vorgegeben, sie waͤren blos da, andern Muskeln Folge zu leisten FALLOPIVS. obs. anat. S. 96, vidvs. vidivs. S. 199. , wohin meh- rentheils des vor dem beruͤhmten Rudolph Augustus Behrens Meinung zielt, als welcher behauptet daß auch die I. Abschnitt. Die Brust. die innern Muskeln die Ribben erheben, und daß die aͤus- sern, wenn die Ribben von den Bauchmuskeln herabge- zogen wuͤrden, ferner auch dem Niederziehen zu Huͤlfe kaͤmen Bresl. Samml. 1723. Jan. S. 195. . Andre behaupten, daß das zwischen den Ribben befindliche Fleisch uͤberhaupt einzig und allein die Stelle einer Zwischenwand vertrete ARAMTIVS. observ. anat. S. 99. nevkrantz. de respirati. , weil man an le- bendigen Menschen diese fieischigen Theile nicht deutlich beweglich faͤnde. Doch diese Meinungen haben unter den Neuern kaum einen Anhaͤnger gefunden. Zwar ist die Bewegung der Zwischenribbenmuskeln, uͤberhaupt, besonders an Mannspersonen, oder furchtsamen Thieren, nicht selten undeutlich, doch aber sonst an Frauenspersonen, und heftig atmenden Thieren, ganz augenscheinlich Hiervon wird im 4 Abschn. geredet werden. . Ja es ha- ben nicht einmal unsre Gegner HAMBERGER. de mecha- nisin. respiration. daran gezweifelt, daß nicht die aͤussern Zwischenmuskeln der Ribben die Ribben erhe- ben sollten, weil ihr oberes Ende den Wirbelbeinen naͤher, und das untere von diesen Ruͤkkenwirbeln weiter abliege, folglich beweglicher sey, und sich daher, wenn das Fleisch des Muskels angezogen, das bewechlichere Ende zu dem festen hinbegeben muͤsse. Franz Boißier de Sauva- ges hat diese Thaͤtigkeit auch durch Rechnungen bestaͤtiget, und gewiesen, daß die Fasern eines aͤussern Muskels eben die Richtung haben, als zum Ribbenheben am be- quemsten ist Swenska Wetenskaps hand- lingar. 1751. trimestr. II. . Und diese Meinung wird an lebendi- gen und atmenden Thieren offenbar durch des Zeugnis der Augen bestaͤtiget. Die Ribbenheber haben auch ihre Zweifler gefunden. Ein beruͤhmter Schriftsteller will, daß diese Muskeln nicht D 5 in Das Atemholen. VIII. Buch. in mindesten die Ribben in die Hoͤhe ziehn, sondern viel- mehr den Ruͤkkgrad kruͤmmen SENAC. Mem. de l’ Acad. 1724. S. 169. , und es stimmt damit ein andrer sehr beruͤhmter Zergliedrer WINSLOW. Memoir de l’ A- cadem. 1738. S. 93. uͤberein aus dem Grunde, weil sie uͤberhaupt an dem unbeweglichen Theile der Ribben, oder dem Ruhepunkte, so nahe angehaͤngt waͤren, daß man von ihnen keine merkliche Bewegung zu vermuthen habe. Man kann noch hinzufuͤgen, daß sie fleischiger bei den Ribben, als an den Queerfortsaͤzzen, dagegen an den Ruͤkkenwirbeln sehnig sind; eine Sehne aber, so wie sie keine Empfindlichkeit hat, so wird sie auch nicht zusammengezogen. Doch da man schwerlich aus Erfahrungen weis, daß die Ruͤkkenwirbel einige Bewe- gung haͤtten, und wir nicht leugnen koͤnnen, daß sich die Ribben uͤber den Wirbeln bewegen, da ausserdem einige lange Aufheber, weit vom Ruhepunkte der Ribben, sich an die Ribben schliessen, und da die aͤussern Zwischenmuskeln der Ribben, nach Einstimmung aller Schriftsteller, die Rib- ben aufheben, und dennoch auch mehr einwerts Vergl. albinvs. T. VIII. Muscul. , als die Aufheber, und den Mittelpunkte der Bewegung der Ribben naͤher liegen, so ist es glaublich, deß diese Mus- keln die Ribben sowohl halten, daß sie sich nicht von den Niederziehenden herabziehen lassen, als auch uͤberdem, wenn sie sich zusammenziehen, die Ribben erheben, ob diese Bewegung gleich von keinem grossen Umfange ist. §. 14. Die Thaͤtigkeit der innern Zwischenmuskeln der Ribben. Die Meinung der Gegner daruͤber. Man hat wegen der Verrichtung dieser Muskeln von jeher viel mehr Zweifel gemacht, und da mir die Thaͤtig- keit I. Abschnitt. Die Brust. keit dieser fleischigen Theile sehr hizzige Feinde zugezogen, so werde ich diese Frage mit mehr Genauigkeit untersuchen muͤssen; indem es mir erlaubt, unter dem menschlichen Elende, auch dieses mit zu beklagen, daß es moͤglich ge- wesen, wegen Dinge, die von allem Eigennuzzen, und von der Erhaltung unsrer selbst, so weit entfernet sind, so grosse Feindseligkeiten Man sehe des beruͤhmten Hambergers Schrift, Contro- vers. de respirati. mechanisino, zu Jena 1748 herausgegeben. und so heftige und eifrige Erbit- terungen und Gezaͤnke mit uns uͤber diesen Punkt ange- fangen. Die alleraͤlteste Meinung ist diese, Muskeln zoͤgen die Ribben nieder, und es hat Galen dieselbe an einigen Stellen seiner Werke De causa respiration. dergestalt vorgetragen, daß sie, nach seinem Vorgeben, vornemlich die unteren Ribben herab- ziehen und das Werkzeug zu einem gewaltsamen Atmenho- len sind. Es ist diesem beruͤhmten Manne, was diese Muskeln betrift, das ganze Alterthum gefolgt ORIBASIVS. S. 230. 231. carpvs. Isagoge. S. 27. vesal. angef. Ort. lavrentivs. L. V. spigelivs. S. 104. hier. rora- rivs angef. Ort. arch. piccolo- mini. i. riolan. oper. anat. S. 204. i. antonides van der lin- den. in Physiolog. thomas. wil- lis. ang. Ort. S. 25. gvalther. charleton. S. 161. nic. ste- nonis. f. de muscul. et glandul. S. 10. , so daß nicht einmal die Kluͤgsten von ihm abgehen, und Joh. Swammerdam selbst diese Gedanken hegt Angef. Ort. c. 2. S. 18. . Doch es fuͤhrte gegen das Ende des vorigen Jahr- hunderts Franz Bayle Instit. phys. Tr. 2. de corp. anim. L. I. disp. 4. art. 5. n. 72. S. 135. und bei dem syl- van. regis cours de philos. L. VII. P. I. c. 7. einen neuen Grund fuͤr die Bestaͤtigung der Galenischen Meinung an. Weil naͤmlich ein jedweder innerer Zwischenribbenmuskel sein oberes Ende von den Ruͤkkenwirbeln weit ab liegen hat, und dieses mit dem untern naͤher liegt, und da die Stu- fen der Beweglichkeit ohne Zweifel, wie die Entfernun- gen vom Ruhepunkte, uͤber welchen die Ribben bewegt werden, Das Atemholen. VIII. Buch. werden, sind, da endlich ein jeder seinen beweglichern Theil demjenigen naͤher bringen mus, der fester ist, so hat ein beruͤhmter Mann daraus gefolgert, man koͤnne nicht daran zweifeln, daß nicht die innere Zwischenmus- keln der Ribben, die obern Ribben herabzoͤgen, und in so fern die Gegner der aͤussern waͤren. Von diesem Beweise haben sich auch die beruͤhmte Maͤnner, Joh. Wilhelm Pauli Jn seiner Ausgabe des Mi- crocosmus. ioh. v. hoene. S. 99. , Christian Vater Physiolog. S. 624. , Fr. Nicholls Compend. Anat. oecon. S. 17. , Benjamin Hoadley Angef. Ort. S. 6. 7. 9. , Joh. Friedrich Schrei- ber Jn douglass. Myograph. spec. S. 80. , und andre mehr mitreissen lassen. Nach diesem zierte der vortrefliche Hamberger Disp. de respirationis Me- chanisino. Jenae, 1727. hernach in seiner Physiologia Medica. den Sazz des Baylen weiter aus; er bediente sich da- bei des Erweises von der Entfernung des Ruhepunktes Dissert. n. 5. S. 20. n. 8. S. 21. u. s. f. , doch so daß er zusezzte, das Brustbein werde in zu- sammenhaͤngender Bewegung an den aͤussern Zwischen- muskeln der Ribben erhoben, von den innern dage- gen niedergedruͤkkt Die ganze Disput. und Phys. n. 279. . Er erlaͤuterte seinen Gedanken damit Jn der Dissert. n. 21. 22. 24. , daß er hinzufuͤgte, es wuͤrden die Zwischenraͤu- me der Ribben in der Erhebung erweitert, in dem Nie- derdruͤkken dagegen von diesen Muskeln verkleinert n. 21. 27. Physiolog. S. 142. u. f. . Er hat auch dieses noch fuͤr sich eigen voraus, daß er diese Ribben einzig und allein von den fleischigen Theilen der Zwischenribbenmuskel, die das knochige an den Ribben verbaͤnden, niederziehen laͤst, denn der Theil die- ser Muskeln, welcher sich zwischen den Knorpeln be- findet, erhebet nach der Einstimmung dieses vortreflichen Mannes I. Abschnitt. Die Brust. Mannes Diss. cit. S. 28. 29. 35. Physiolog. n. 280. , und ist ein Gehuͤlfe der aͤussern Zwischen- muskeln der Ribben. Da es nun mit dieser Sache weiter zur Streitigkeit kam, so trug Joh. Friedrich Kessel diejenigen Ver- suche vor, die man vor den beruͤhmten Jenaischen Pro- fessoren angestellt hatte, und er bestaͤtigte dadurch, daß sich die Raͤumen zwischen den Ribben waͤrendem Einatmen erweiterten Weitere Fortsezzung der Streitigkeiten vom Atemholen. S. 29. . Die Thaͤtigkeit der innern Zwischen- ribbenmuskeln lies man unberuͤhrt. Es hat diesem be- ruͤhmten Manne nicht an Nachfolgern gefehlt, und dar- unter finden sich welche, die fuͤr diese Sache, wenn sie un- recht ist, viel zu gut sind FRANC. BOISSIER. Ele- ment. Physiolog. S. 96. mit die- sem ber. Manne ist Ernst Ant. Nikolai nebst andern einstimmig. . §. 15. Sie heben dennoch die Ribben auf. Die andere Meinung trift man, wenn ich nicht irre, zu allererst in des Hieronimus Fabricius Schriften an Angef. Ort. S. 71. , ob sie gleich nicht durch dergleichen Versuche be- staͤtigt worden, dadurch der Einfall einer Schule, wel- che nach der Galenischen Lehrart unterrichtet ist, erzwun- gen wird. Mit mehrerem Grunde errichtete Johann Mayow De respirat. S. 287. u. f. Aus ihm collins. S. 825. , wie er glaubte, eine neue Erklaͤrung, weil er wahr nahm, daß die untersten der innern Zwischen- muskeln so schwach waͤren, daß man ihnen nicht zutrau- en koͤnne, wie sie alle, und so feste Ribben niederzuziehen, vermoͤgend waͤren. Hierauf zeigte Johann Alphons Borellus De motu animal. L. II. Prop. 84. S. 168. 169. , die Ribben wuͤrden von allen Muskeln, sie moͤchten eine Richtung| haben, welche sie wollten, ge- gen Das Atemholen. VIII. Buch. gen einander angezogen. Seit der Zeit begab sich der ganze Koͤrper der Phisiologisten LAVR. BELLINVS. angef. Ort. Lemma. 3. p. dionis. angef. Ort. S. 465. schelhammer. diss. cit. verheyen. L. II. S. 170. bohn. circul. anat. S. 79. ber- ger. de natur. hum, S. 17 n. fizes. oper. S. 120. c. gott. lvdwig. quaest. 3. h. boerhaave, hartley. of man. Prop. 75. cle- mens. de Physiol. 277. , die wenigen angefuͤhr- ten beruͤhmten Maͤnner ausgenommen, auf diese Seite, auf der man also Gelehrten antrift, daß man diese Par- thei ohne Bedenken zu verteidigen auf sich nehmen doͤrfte, einen Jakob Benignus Winslow Memoir. de l’ Aead. des sc.enc. 1724. S. 167. 168. woselbst er den Bayle widerlegt. Expos. Anat. des Muscles. n. 1160. u. f. , B. Sieg- fried Albinus Histor. musc. S. 402. , Johann Baptist Senak Memoir. de l’ Acad. des scienc. 1724. S. 167. 168. , und alle Zerleger, keinen ausgenommen CHESELDEN. anat. of hu- man hody. Edit. VI. S. 103. ivst. gottf. gvntz. de respirat. S. 1. ioseph. lievtavd. essays. S. 549. i. f. crell. de respirat. vitali. fanton. anatom. S 331. . Da ich mich endlich der Arbeit unterzog, uͤber die Boerhavische Saͤzze Erlaͤuterungen zu schreiben T. V. P. I. S 88. u. f. , so muste ich in der That unter den gegenseitigen Meinun- gen waͤhlen, und ich wuͤnschte diejenige Parthei zu fin- den, die den Schein der Wahrheit auf ihrer Seite hatte. Diese habe ich ferner mit Gruͤnden, und beson- ders durch Versuche versochten Exper. Anat. I. im Jahre 1746 herausgegeben. Die Experi- menta II. sind im Jahre 1747 der Presse uͤberlassen. Jm Opusc. Anat. de respiration im Jahre 1751 wiederholet. Jm Opusc. Patholog. 1755. mit dem vierten Theile ver- mchret, besonders in den Memoir. sur la respirat. Lausannae, 1758. gedrukkt. . Folgende Punkte waren es aber, welche mich veranlaßten, aus der Sache meines Lehrers die meinige zu machen. Es irrte vornaͤmlich der vortrefliche Hamberger darinnen, daß er glaubte, es werde die ganze Brust auf einmal erhoben, und daß also die ersten Ribben zu- gleich mit in die Hoͤhe steigen; er hat sich auch von die- ser Meinung niemals abbringen lassen. So bald naͤm- lich I. Abschnitt. Die Brust. lich alle Ribben gleich frei und gleich feste sind, so kann man nicht laͤugnen, daß die Meinung dieses beruͤhmten Mannes wahr sey, wie ich laͤngstens, und uͤberhaupt so ost zugegeben habe Praef. ad P. IV. de respirat. . Und diesen Fehler hatte eben die kleine Maschine, der sich dieser vortrefliche Mann bediente, und da ihre beide Ribben gleich feste waren, so musten die nach dem Zuge der innern Zwischenribben- muskel wirkende Faͤden, die obere Ribbe herabziehen De respirat. P. I. n. 22. . Doch dergleichen Ribben gibt es nicht am menschli- chen Koͤrper. Es ist ihr erstes Paar unter allen am meisten befestiget Vorhergeh. §. 4. , und nach diesem laͤst sich eine jede Ribbe, je niedriger sie liegt, desto leichter bewegen Vorhergeh. §. 4. , bis die unterste ganz und gar und am meisten beweg- lich ist. Wenn nun Faͤden, nach welcher Richtung man will, zwischen der obern unbeweglichen Ribbe, und zwi- schen der naͤchsten beweglichen, gezogen werden, so ist nicht zu zweifeln, daß sich nicht die bewegliche Ribbe zu der unbewegten hinbegeben werde. Wenn ihre Richtung von der Art ist, daß ein Muskel unten und naͤher an dem Mittelpunkte der Bewegung fester anschließt, so wird seine Wirksamkeit aus diesem Grunde geschwaͤcht, doch aber nicht umgekehrt werden, und sie wird ge- schwaͤcht nach Proportion, daß der Mittelpunkt der Be- wegung vom untern Ende des Muskels weniger ent- fernt ist. Wenn die obere Ribbe nicht ganz und gar unbeweg- lich ist, doch aber viel fester, als eine untere, in ihrem Lager sizzt, so wird man bei Bestimmung der Bewegung des Muskels, die Frage aufwerfen muͤssen, welche Kraft groͤsser sey, die Kraft der naͤhern Weite vom Ruhe- punkte des Hebels, oder gegentheils die Kraft der groͤs- sern Das Atemholen. VIII. Buch. sern Festigkeit der obern Ribbe. Wenn die Kuͤrze des untern Hebels mehr vermag, so wird sich die obere Ribbe niedersenken. Jch habe aber vorlaͤngsten schon gezeigt, daß der von der Nachbarschaft des Ruhepunkts herge- nommene Unterscheid, ungemein geringe, und schwerlich groͤsser, als der zwanzigste Theil von der Laͤnge der gan- zen Ribbe sey Man vergleiche damit die Memoir. sur la Respirat. S. 220. . Wenn nun die ersten Ribbe um fuͤnfmal fester und daruͤber, als die Zwote ist Vorhergehend. § 4. , sie ist aber in der That um fuͤnfmal fester, so mus diese ganze Ausflucht des ersten innern Zwischenmuskels der Ribben, wegfallen, nach der er die erste Ribbe niederziehen soll. Seine niederdruͤkkende Kraͤfte werden sich naͤmlich wie 20, die aufhebende aber wie 380, oder neunzehnmal groͤsser beweisen. Doch die Kraft der Wahrheit ist noch viel einneh- mender, indem ein innerer Zwischenribbenmuskel mit seinem untern Ende dem Mittelpunkte der Ruhe naͤher, als mit seinen obern. Jndem naͤmlich der vortrefliche Hamberger Siehe die Seite 285. zu rechter Zeit das Verbot gab, diese Weiten vom Mittel- punkte nach den krummen Linien der Ribben nicht zu messen, und hingegen die senkrechte Weiten zu nehmen befahl, so machte ich mich uͤber diese Maasse her, und dalfand ich falsch zu seyn, daß die untere Einlenkung des ersten innern Zwischenribbenmuskels dem Ruhepunkte naͤher liegen solle, und folglich fiel der einzige Grund der Baylschen und Hambergerschen Meinung uͤber den Haufen. Es fand sich naͤmlich, weil eine untere Ribbe fuͤr sich laͤnger ist, daß die Entfernung des obern Endes die- ses Muskels vom Mittelpunkte der Bewegung, oder dem Mittelgelenke der Ruͤkkenwirbel wie 20, des untern Endes I. Abschnitt. Die Brust. Endes, wie 34 Memoir. S. 253. war, und wenn man die Ribben selbst messen will, so ist das obere wie 39½, das untere wie 54½ Eben das. . Solchergestalt ist das Oberende des ersten innern Muskels von dem Mittelpunkte des Gelenkes nicht allein nicht entfernter, sondern allerdings naͤher, man mag die Ribbe, oder die senkrechte Weite nehmen, und es wird die unrere Ribbe nach dem Verhaͤltnisse wie 34 gegen 20, oder wie 109 zu 79 mehr Bewegung haben. Eben diese Weise zu schlissen, gehet wenigstens bis zur siebenden Ribbe, in gleicher Staͤrke fort, und es ist jede untere Ribbe laͤnger, als die obere, so wie die Einfuͤgung eines innern Zwischenmuskels oberwerts dem Mittelpunk- te der Bewegung naͤher, und unterwerts weiter davon abliegt. Folglich muß dieser innere Zwischenribbenmus- kel, nach dem Beweise des Hambergers, und Baylen, eine obere Ribbe nicht herabziehen, sondern in der That in die Hoͤhe heben. Wenn dieses Gesezz von den sieben wahren Ribben wahr ist, so wird so gar Hamberger selbst nicht verlan- gen, daß die innern Zwischenmuskeln, der um so viel be- weglichern untern Ribben, die obern Ribben herabziehen sollen, da diese Ribbe von ihren aͤussern, als innern Zwi- schenmuskeln erhoben worden sind. Also ist noch uͤbrig, daß, da diese Muskeln zwischen den falschen Ribben, demohngeachtet doch zusammengezogen werden, sie ihre untere Ribben gegen die aufgehobne obern Ribben aufhe- ben muͤssen, und folglich muß sich nach der Theorie des Hambergers das ganze System der Ribben, gegen die erste Ribbe zu, in die Hoͤhe begeben, Kraft eben derje- nigen Muskeln, denen er doch aufgetragen hat, die Rib- ben niederwerts zu ziehen. Es muß sich naͤmlich die Festigkeit einer jeden obern Ribbe sogleich in groͤstem Maasse zeigen, indem sich die Festig- H. Phisiol. 3 B. E Das Atemholen. VIII. Buch. Festigkeit der ersten Ribbe zur Festigkeit der andern ver- halten wird wie 34 + 32 zu 20 + 5½ oder wie 188. 110. S. 254. oder beinahe wie 11 zu 1. Folglich wird die zwote Ribbe um eilf Theile niedersteigen, zu der Zeit, wenn die erste um einen Theil niedersinkt. Wenn die erste Ribbe um eilfmal fester als die zwote ist, und wenn sich wiederum die Festigkeit der zwoten zur Festigkeit der dritten verhaͤlt, wie 4 zu 3 S. 11. , so wird die erste und zwote Ribbe vom innern dritten Zwischen- muskel viel weniger niedergezogen werden koͤnnen, denn es muͤste ja von ihm nicht nur die Festigkeit der ersten Ribbe, die so vor sich allein schon fast achtmal fester, als die dritte ist, sondern auch die Kraft der beiden ersten Zwischenmuskeln, wodurch die zwote Ribbe gehoben wird, und die Weite des Einfuͤgungspunktes des zwee- ten innern obern Zwischenribbenmuskels, da dieser an der obern zwoten Ribbe ebenfals seinem Ruhepunkte naͤ- her liegt, uͤberwaͤltigt werden. Nun ist noch uͤbrig, daß die dritte Ribbe heraufsteige, und so die uͤbrigen nach der Reihe, vor allen aber am deutlichsten muͤssen dieses die untersten Ribben thun, indem diese fast ohne alle Festig- keit sind S. 10. . Nun kann man mit dem vortreflichen Ludwig weiter schlissen, es sey unmoͤglich, zween Muskeln, als Gegner gegen einander zu stellen, darunter sich der eine weder jemals zusammenziehen, noch verlaͤngern koͤnne, daß nicht der andre zu gleicher Zeit selbst kuͤrzer, oder laͤn- ger wuͤrde. Mit Grunde hat man angemerkt, daß die Zwischen- knorpelmuskeln wahre innere Muskeln sind, und daß es nicht moͤglich sey, daß sie mit der uͤbrigen Laͤnge, ih- res zwischen den knochigen Ribbenkeulen gelagerten Mus- kels, eine gegenseitige Wirksamkeit auszuuͤben, bestimmt sind, I. Abschnitt. Die Brust. sind, da diese knochigen Ribbenkeule an Richtung, und al- len Merkmalen unter sich uͤbereinstimmig sind, und folg- lich koͤnnen sie auch die Ribben nicht erheben, weil sie an der obern Ribbe dem Brustknochen naͤher, an den un- tern Ribben aber von diesem Knochen weiter abliegen WINSLOW. Expos. Anat. n. 1158. 1159. 1160. Memoir. de l’ Academ. 1738. S 92. . Der diese Sache in ihrem Umfange in Ueberlegung ziehen wird, wird auch den, von der allgemeinen Natur der Muskeln hergenommenen Vernunftschlus, nicht ohne Staͤrke finden. Denn es werden alle Muskeln, wenn sie wirken, kuͤrzer, und es sind fuͤr einen Muskel gleichbe- deutende Woͤrter, sich zusammen zu ziehen, und wirksam zu seyn. Hier aber muͤsten nach des vortreflichen Hamber- gers Meinung, die innern Zwischenribbenmuskeln, indem sie thaͤtig sind, laͤnger werden, so wie sich in der That ihre Zwischenraͤume im Niederziehen der Ribben erweitern. S. 27. . §. 16. Versuche wodurch die Wahrheit der Sache bestaͤtigt wird. Ohngeachtet der lezztere Vortrag deutlich, und voll- staͤndig gewesen, wuͤnschte ich doch die Natur in ihrer Werkstaͤte lieber zu uͤberraschen, als von aussen ihre Be- wegungen nur zu errathen. Jch entbloͤste demnach erstlich die Brust eines Menschen vom Fleische, doch so, daß ich mit zugegossenen Wasser die Beweglichkeit derselben er- hielte. Hierauf brachte ich an die Ribben Faͤden an, welche nach Art der innern Zwischenribbenmuskeln bei der obern Ribbe von dem Ruͤkkenwirbel, um einen hal- ben Zoll weiter ab, an der untern Ribbe ebenfalls um einen halben Zoll naͤher angehaͤngt wurden. Jch zog E 2 diese Das Atemholen. VIII. Buch. diese Faͤden an, indem ich die Hand unterwerts hielt, und dennoch stieg eine jede untere Ribbe zu ihrer obern hinauf Memoire. Exp. 1. 21. , und es verminderten sich die Zwischenraͤume der Ribben. Hierauf schritte ich zu den Oefnungen lebendiger Thiere. Doch die Sache hat einigermassen ihre Schwierigkeit. Es bewegen kleine, und furchtsame Thiere die Ribben we- nig Exp. 7. 8. 11. 44. , selbst die Hunde schoͤpfen ganz kurz Athen, und auf diese Athmungen folgt ein schnelles Auslassen der Luft Exp. 10. 33. , erst nach langer Zwischenzeit geschicht ein neues Einatmen wieder. Damit also die Thiere ihre Zwischen- ribbenmuskeln besser anstrengen moͤchten, so verursachte ich ihnen Schmerzen, und durch den Schmerz eine groͤssere Aengstlichkeit. Jch durchstag ihnen naͤmlich die Ribbenhaut an der einen Seite Exp. 9. 11. 23. 24. 25. , oder das Zwerch- fell Exp. 8. , damit die Luft durch diese Luftroͤhrenaͤste schwer- lich in die Brust kommen moͤchte, und das Blut in der Lungen keinen freien Lauf haben solte. Solchergestalt hoͤrt besonders die Wirksamkeit der Zwischenribbenmus- keln auf. Ferner ist sie allezeit oben in der Brust Exp. 5. 16. 19. 20. 24. 25. 26. 27. 28. 30. 31. , und unten augenscheinlicher Exp. 30. , da an diesen Stellen die Verschiedenheit in der Festigkeit einer jeden obern Ribbe groͤsser ist. Mitten an der Brust zeigt sich die Sache oft sehr undeutlich, indem daselbst eine Ribbe vor der andern Nachbarin nur wenig Festigkeit vor- aus hat Exp. 27. 29. 30. 31. . Man muß aber dabei die aͤussern Zwischenmuskeln der Ribben zerstoͤren, und die innern Muskeln entbloͤs- sen Exp. 9. 10. 11. 22. 23. 24. 25. 26. 28. . Man wird alsdenn wahrnehmen, daß sich die innern, I. Abschnitt. Die Brust. innern, zur Zeit des Einatmens Exp. 5. 8. 12. 13. 14. 15. 16. 18. 19. 22. 23. 24. 25. 26. 28. 29. 30. , mit dem aͤussern zusammenziehen, aufschwellen Exp. 6. 8. 9. 10. 11. 14. 16. 17. 22. 23. 24. 25. 27. 30. , runzeln Exp. 7. 9. 25. , senkrecht machen Exp. 11. 13. 16. 30. , und hart werden Exp. 8. 27. : man wird mit Augen sehen, wie sich mit ihrer Thaͤtigkeit das Erheben der Ribben Exp. 8. 11. 12. 15. 16. 17. 19. 20. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 30. 31. , das Drehen Exp. 11. 12. 15. 16. 17. 18. 20. 22. 23. 26. und Umwenden des untern Randes gegen vorne und aussen zu Exp. 2. 15. 16. 21. 37. schel- hamm. Physiol. S. CLXXXVII. Diss. IX. n. 45. 46. , vereinigt, wie das Brustbein vorragt Exp. 2. 21. , das Zwerchfell niederfaͤllt Exp. 33. 34. 35. 36. 37. 44. 45. 46. 47. 48. 49. 50. 51. 52. 53. , das Wiedereinsaugen des ausgegossenen Lungenblutes Exp. 11. 38. 39. 50. 51. 52. , und andre Erscheinungen des Einatmens geschehen Exp. 5. 7. 9. 10. 11. . Dagegen vereinigt sich mit dem Ausatmen der lose Zu- stand der innern, und zugleich der aͤussern Zwischenribben- muskeln Exp. 6. 9. 10. 12. 23. 24. 25. 27. 30. ihre vermerte Laͤnge Exp. 6. 9. , und schiefe Lage Exp. 11. , die groͤße der Zwischenraͤume Exp. 13. , das Nachlassen des Zwerchfells Exp. 22. 24. 25. 30. ber. Sproͤgel. Diss. de Venenis. S. 38. , das Niederdruͤkken des Brustbeins Exp. 33. 35. , das Herabsinken der Ribben Exp. 1. , die Verengerung der Brust Exp. 25. 39. , das Austreten der Lunge, aus der Brust Exp. 33. , alles Erscheinungen beim Ausatmen. Folglich scheints kein Zweifel zu seyn, daß nicht die innere Zwischenribben- muskeln, bei dem Versuche sowohl von Einatmen Werk- zeuge sind, als auch, welches hier gemerkt werden muß, die Ribben in die Hoͤhe heben. Es hat auch noch Nie- mand einen Gegenversuch gemacht, so viel man weiß, denn es gehoͤrt der einzige, den man kennt, zu der mittel- maͤßigen, und dunkeln Veraͤnderung der Zwischenraͤume E 3 der Exp. 5. 17. 19. 25. 26. Das Atemholen. VIII. Buch. der Ribben Exp. 11. 33. , und zur vergroͤsserten Lungenmasse in erstikkten Thieren, denn indem diese noch auswendig druͤkket, so verdunkelt sie die Bewegung der Zwischen- ribbenmuskeln Vergl. S. 261. u. f. der ber. roederer in relat. Gotting. Fascic. IV. S. 483. 484. Die Zwi- schenraͤume waren der fuͤnfte, sechste, siebente Zwischem. Kessel. Forts. S. 28. 29. . Was ich aber vor Erscheinungen in dem Einatmen, an den innern Zwischenmuskeln der Ribben wahrgenom- men habe, das haben auch andre beruͤhmte, und in Ver- suchen erfahrne Maͤnner, in der That, und eben so ge- funden Exp. 27. 28. . §. 17. Die Einwuͤrfe werden gehoben. Damit indessen dieser Erforschung nichts an ihrem Werthe abgehe, so muß man allerdings gestehen, daß diese Bewegungen der Ribben, an den Ribben nicht alle- mal Statt finden. Es ist naͤmlich nichts seltenes, daß etwa drei, oder vier der untern Ribben, waͤhrenden Ein- atmen, einwerts gezogen werden, und diese Gegend der Brust viel mehr verengert wird. Dieses habe ich in der That etliche male gesehen. Es ist aber dieses kein Werk der Zwischenribbenmuskeln. Jch habe offenbar gese- hen STRACK de mechanis- mo respirationis sanae. walds- dorf. oft angef, Dissert. S. 54. kvehnbavm. ang. Ort. S. 9. 15. housset. epist. 5. Sept. 1756. ausgegeben in den Memoir. sur les parties sensibl. et irrit. T. III. verryst. de respirat. , daß bei diesen Gelegenheiten, das Zwerchfell Angef. Ort. Exp. 7. 8. 30. 36. 47. bei der heftigen Bewegung sein Fleischiges verkuͤrzzte, so daß die weggekehrten Ende seiner Muskelpaͤkke gegen einander ruͤkkten, und die ohnedem bewegliche Ribben an sich zogen, und mit den Spizzen, oder wohl ganz und gar in I. Abschnitt. Die Brust. in die Brust hineinwerts gezogen wuͤrden. Einige be- ruͤhmte Maͤnner halten diese Bewegung vor bestaͤndig Vergl. Exp. 45. 46. 47. . Doch ich habe bei andern Versuchen, und diese haben ein einnehmendes Ansehen vor sich, gesehen, daß auch diese Ribben, wenn man die Staͤrke der Zwischenribbenmus- keln rege machte, oder erwekkte, in die Hoͤhe steigen, und nicht einwerts gezogen wuͤrden IOH. MAYOW. Mal. thrvston. S. 123. bellin. Lemn. v. borell. Prop, 90. albin. de ossib. n. 178. cvnz. angef. Ort. , und wenn diese Ribben einwerts hineingerissen wurden, so verwaltete einzig und allein das Zwerchfell, ohne die Zwischenribbenmus- keln, das Geschaͤfte des Atemholens Exp. 30. . Wenn endlich jemand fragen wollte, warum man statt einer, vielmehr zwo Reihen von Zwischenribben- muskeln habe, da doch beide einerlei Verrichtung haben, so muͤssen wir gestehen, daß uns ohne Zweifel nicht die ganze Absicht der schoͤpferischen Natur bekannt sey. Doch so viel sehen wir wohl, daß auf solche Weise allein, die Ribben auswerts gewandt werden koͤnnten, wenn ein ein- ziger und gerader Muskel, der von der obern Ribbe in Bewegung gebracht worden, eine jede untere Ribbe, die auswerts liegt, zum innern Anfange hin gezogen haͤtte. Es haͤtte endlich ein enziger, schiefer, oder wie man will, gelagerter Muskel, eine doppelte Bewegung gemacht, eine die die Ribbe vor, oder ruͤckwerts Exp. 7. 8. , die andere, welche durch ohnvermeidliche Gewalt, die Ribben hineinwerts zoͤge Es sind zwo Reihen, daß die Bewegung der Ribben nicht schief geschehen moͤge. Henerman. Physiolog. S. 537. . Nun aber, da zween sind, so stimmen beide im Anziehen der untern Ribben gegen die obern, so wie im Erheben, mit einander uͤberein, doch sie ziehen sie keines- weges einwerts hinein. Endlich hat noch die Natur, da sie zween gemacht BELLINVS. Lemm. II. borell. prop. 84. , mehr Reihen von Fasern, und folg- lich einen laͤngern, und staͤrkern Muskel davon gebracht MAYOW. COLLINS. S. 826. . E 4 §. 18. Das Atemholen. VIII. Buch. §. 18. Die Verrichtung des dreiekkigen Brustbeinmus- kels, und der Muskeln, die die Ribben niederziehen. Man hat zwar in den Gedanken gestanden, daß die so genannten sternocostales RIOLANVS. S. 322. n. stenonis. de musc. et gland. S. 10. , die Ribben in die Hoͤhe zoͤgen. Doch da kein Zweifel ist, daß das Brustbein nicht fester, als die Ribben seyn solte, so wie es in Men- schen fester, als in den unvernuͤnftigen Thieren ist, und da das untere Ende eines jeglichen Theils der Brustbeinrib- benmuskeln dem Brustbeine naͤher, das obere aber davon entfernter ist, so kan man nicht daran zweifeln, daß nicht die Ribben in der That von diesen Muskeln niedergezo- gen werden sollten FABRICIVS. angef. Ort. S. 100. willis. winslow. n. 1062. senac. hamberg. albin. . Ferner, da vornaͤmlich hinterwerts ein Theil des Brustbeins niedriger, als die Ribben liegt, so muß dieses Brustbein die Ribbenknorpel kruͤmmen, und gegen den Ruͤkken zu ziehen, wie ich solches an den leben- digen Thieren auch im Tode gesehen habe Second Memoir. sur les par- ties irrit. Exp. 242. . Es hat sich ehedem der beruͤhmte Hamberger vergessen, wenn er behauptet, daß sie das Brustbein herauftrieben Diss. cit. n. 34. , in- dem einer und eben derselbe Muskel, seiner eignen Theo- rie gemaͤs, das Brustbein vorwaͤrts zu stossen, und die Ribben nieder zu ziehen, nicht vermoͤgend ist. Das er- stere ist eine Sache des Einatmens, das andere gehoͤrt den Ausatmen. Folglich gehoͤrt er unter den Bezirck des Ausatmens. Von den niederziehenden Ribbenmuskeln koͤnnte man noch ein Bedenken statt finden lassen. Gemeini- glich I. Abschnitt. Die Brust. glich VERHEYN. angef. Ort. S. 353. cowper. winslow. n. 1163. hamberg. n. 35. wird ihnen diese Verrichtung aufgetragen, wie ihr Name solches an den Tag legt. Man kan noch hinzufuͤ- gen, daß das obere Ende dieser Muskeln so offenbar, und so ansehnlich von den Ruͤkkenwirbeln entfernt sey, daß es mit diesen Muskeln in der That eine ganz andere Beschaffenheit, als mit den innern Zwischenribbenmus- keln habe, und man fast nicht zweifeln koͤnne, daß nicht eben das Ende, welches unten ist, wegen der Nachbar- schaft der Ruͤkkenwirbel, fester seyn sollte. Jch habe niemals einen Versuch daruͤber gemacht, und es waͤre dergleichen auch nicht leicht zu machen moͤg- lich, weil man ihn bei offner Brust, und von ihrer Stelle genommener Lunge machen muͤste. Doch ein Thier stirbt in solchem Zustande uͤberhaupt in gar zu kurzer Zeit. Folglich kann ich nicht zu bestimmen auf mich nehmen, ob in Berechnung der Geschaͤftigkeit dieser Muskeln die Nachbarschaft der Ruͤkkenwirbel, welche sie zu Nieder- druͤkkern macht, oder ob die groͤssere Festigkeit der obern Ribben, die das Erheben vermuthen liesse, staͤrker sey. §. 19. Die uͤbrige Muskeln, welche die Ribben in die Hoͤhe ziehen. Um das Werkzeug des Atemholens zu vollenden, muß man auch von den Muskeln reden, welche in andern Gegenden entspringen, und sich zu den Ribben hinbege- ben, und sie aufheben. Es muͤssen auch diejenigen Mus- keln nicht ausser Acht gelassen werden, welche sich zwar nicht an die Ribben anhengen, aber dennoch zu denjenigen Theilen hingehen, die mit den Ribben im Zusammen- hange stehen, und die die Bewegung der Ribben einiger- E 5 massen Das Atemholen. VIII. Buch. massen beherrschen koͤnnen, und folglich zu den Schluͤssel- beinen, oder zum Brustbein, oder gar zur Obernschulter mit gehoͤren. Eben diese Bemuͤhung verdienen auch die- jenigen Muskeln, welche von den untern Gegenden ent- springen, und in der Absicht zu den Ribben hinauf stei- gen, um dieselbe nieder zu ziehen. §. 20. Der Schluͤsselbeinmuskel. Wir geben dem Schluͤsselbeinmuskel die erste Stelle, welcher einigermassen einem innern Zwischenmus- kel der Ribben gleich ist, aber dennoch dem Quermuskel naͤher, und zwischen dem Schluͤsselbeine und der ersten Ribbe liegt. Er entsteht von dem aͤussern und innern Mitteltheile EVSTACH. T. 32. 35. albin. angef. Ort. u. f. T. II. u.f. T. XVII. f. 20. winslow. n. 170. des Schluͤsselbeins, bisweilen auch vom Hoͤkerchen, welches das Ende des Schluͤsselbeins, das an die Schulterhoͤhe graͤnzt, beschlist; bisweilen nimmt er auch vom Rabenschnabel des Schulterblates seinen An- fang her ALBIN. ang. Ort. dou- glass. append. S. 8. . Von da geht dieser Muskel mit einem rundlichen Bauche, fast mit der Erde parallel hineinwerts, und er wirft sich endlich mit seiner Sehne in den obern Rand des Knorpels der ersten Ribbe EVSTACH. T. XXXII. XXXV. albin. T. II. XVII. n. 20. wo dieser mit dem knochigen benachbart ist, oder auch an das Ende des knochigen ALBIN. S. 270. wins- low. Expos. Anat. T. II. n. 170. . Jch habe gesehen, daß er eine Seh- ne vom Rabenschnabel zugeordnet bekommen, welche sich uͤber das Fleisch dieses Muskels zerstreute. Jch habe von zweien Schluͤsselbeinmuskeln gelesen, darunter eine nach der bekanten Weise gebaut war: der neue kam nicht recht mitten am Schluͤsselbeine unterwerts, wo es sich beugt, zum Vorschein, und begab sich zum Brust- I. Abschnitt. Die Brust. Brustbeine Er hatte das Schluͤsselbein gegen das Brustbein herabgezogen. vesal. S. 342. , und der hintern Oberflaͤche seines ersten Knochens, uͤber dem Ursprunge des Brustmuskels ganz oben weg. Jch habe gesehen, daß nichts als ein Band die gan- ze Gegend dieses Muskels eingenommen. Man ist wegen seiner Verrichtungen nicht eins. Man hat laͤngstens schon geleugnet SPIGELIVS. L. IV. c. 9. i. r. c. garengeot. myotom. humaine et canine. T. II. S. 212. , daß er die erste Ribbe erhebe, und es hat diese Meinung nur neulich noch einen angesehenen Goͤnner gefunden WINSLOW. n. 922. Memoir. de l’ Academ. des scienc. 1726. S. 190. 1738. S. 76. . Andre Maͤn- ner von grossem Ansehn haben es in Zweifel gezogen RIOLANVS. . Endlich so verstatten ihm Schriftsteller, deren Stim- men in diesem Falle den Ausschlag geben muͤssen FALLOP. observ. S. 94 5 albin. ang. Ort. S. 270. dou- glass. eben angef. Ort. , eine kleine Kraft die Ribben zu erheben. Fuͤr meine Person zweifle ich gar nicht, daß er nicht die Ribben heben solte Diese Meinung war gemein, und auch des Galeni seine bei dem oribasivs. S. 228. auch des vesalli seine. L. II. c. 35. u. f. . Denn da an einem Muskel blos das Fleisch das Zusammenziehen verrichtet, und da er vom Schluͤsselbeine fleischig hervorkoͤmmt, aber sehnig wird, wenn er sich auf die Ribbe wirft, so ist beinahe gewis, daß sich der Muskel gegen die Gegend zusam- menziehe, wo sein Fleisch ist, und daß er also die Ribbe erhebe; da er sich an ein beweglicheres Stuͤkk, und nicht wie Vesal schreibt, ans Brustbein anhaͤngt. Das Ribbenerheben aber verstehe ich so, daß die Brust zugleich mit folge, und in die Hoͤhe steige, da die erste Ribbe fuͤr sich allein nicht bewegt werden kann Vorherg. §. 4. . Ferner da es selten geschicht, daß zugleich die ganze Brust in die Hoͤhe faͤhrt, so verwendet sich das Amt dieses Muskels vielmehr darauf, daß er die Brust aufhaͤlt, damit sie von den Niederziehern gar nicht niedergezogen werden moͤge, und daß Das Atemholen. VIII. Buch. daß nun die obersten Ribben desto genauer das Amt der ersten Zwischenribben, und ferner der uͤbrigen Muskeln bestimmen koͤnnen. Daß seine Bewegung geringe sey, erhellet leicht da- her, daß der Schluͤsselbeinmskel vielleicht um sechsmal, und daruͤber laͤnger, als die senkkrechte Weite der ersten Ribbe vom Schluͤsselbeine ist, und daß er, wenn er sich um seinen ganzen Theil verkuͤrzt, dennoch die Ribbe ein- zig und allein durch den dritten Theil dieses Zwischen- raums in die Hoͤhe ziehen koͤnne. Man kann noch hin- zufuͤgen, daß ein Band seine Stelle vertreten habe. Es ist also fuͤr dieses genung gethan, daß es die erste Ribbe gehalten, und deren Festigkeit vermehrt hat. Jch bin nicht voͤllig dawider, daß er nicht das Schluͤsselbein niederziehen koͤnne WINSLOW. n. 919. 920. 921. spigel. angef. Ort. . Wenigstens faͤllt das Schluͤsselbein, das Schulterblat, nnd der Arm zu- ruͤkke, wenn man den Schluͤsselbeinmuskel durchschnei- det, wie solches der Versuch eines vortreflichen Man- nes SCHREIBER ad DOU- GLASS. myot. spec. S. 79. albin. S. 271. , der ehemals unser Freund gewesen, bezeuget. §. 21. Die ungleich dreiseitigen Muskeln des Halses. ( Scaleni ). Es ist schwer, eine zusammenhaͤngende Geschichte die- ser Muskeln in einen einzigen Vortrag zu bringen. Da sie naͤmlich alle auf einander solgen, und fast blos von den zwischenliegenden, und vom Marke herkommenden Nerven abgesondert werden, so geschicht es sehr oft, daß bald dieses, bald jenes Fleisch derselben, entweder in einen Muskel zusammenwaͤchst, oder sich noch deutlicher in zween I. Abschnitt. Die Brust. zween Muskeln zerscheiteln. Und davon ruͤhren die un- gleiche Beschreibungen der Schriftsteller her. Man er- laube mir, was ich selbst gesehen, davon zu erzaͤhlen. Es koͤmmt der vordere ungleichseitige Halsmus- kel EVSTACH. T. XXXIII. XXXVIII. , der kuͤrzer, als der zweete ist, von dem Queerfortsaz- ze des zweeten, dritten, vierten Diese drei Anfaͤnge hat albin. S. 403. u. f. T. 16. f. 11. T. 3. II. Σ. Φ. und s. f. Mannigmal soll der vierte Wirbel bei diesem Muskel nichts zu thun gehabt haben, wie eben dieser ber- Mann will. und fuͤnften Hals- wirbels her, und von dessen aͤussern Horne, mit einem sehnigen Anhange herab, von da an wird er fleischig, und vom Schluͤsselbeine bedekkt. Er geht mit seinem eben so sehnigen Ende nach der ersten Ribbe, nicht weit vom Brustbeine, zu; von dem folgenden zwischenkommen- den ungleichdreiseitigen wird er durch die Schluͤsselpulsader geschieden. Der lange ungleichdreiseitige liegt an der Seite des Halses, entspringt mehr vom Queersazze des ersten, zweeten Diese Wirbelbeine nennt albin. dessen kleinster dieser Muskel ist. S. 404. , und dritten Wirbels her, und begibt sich dem gezakkten Muskel gegen uͤber zu der ersten Ribbe. Er steht mit dem vorhergehenden Fleischbuͤschel im Zusam- menhange. Ein andrer Theil davon, oder gar ein neuer Mus- kel, kam vom fuͤnften, sechsten und | siebenden Halswir- bel, bisweilen nach der zwoten Ribbe herab. Ein andrer, ebenfalls ungleichdreiseitiger, nimmt vom Queerfortsazze des fuͤnften und sechsten, bis- weilen auch des vierten, dritten und zwoten Wirbels sei- nen Anfang, und er geht in sehniger Gestalt, und mehr nach aussen zu, als die vorigen, zu der ersten Ribbe hin. Ein andrer ungleichdreiseitiger, wird von ei- nem Theile des ersten bedekkt, und lauft vom sechsten Queer- Das Atemholen. VIII. Buch. Queerfortsazze nach der ersten Ribbe, mehr vorwerts, und wird vom kurzen Hintermuskel unterschieden. Der seitwerts laufende ungleichdreiseitige EVSTACH. T. 37. 38. 39. , nimmt vom Queerfortsazze des dritten, vierten und fuͤnften Diese gibt albin. S. 405. an. Er fuͤgt noch das zweite Wir- belbein hinzu, sonsten gestattet er blos das fuͤnfte, und vierte. sein Entstehen, und begibt sich nach der zwoten Ribbe, mehr nach aussen zu, als der lezzte, hin. Der mittlere ungleichdreiseitige des Albins EVSTACH. T. XXXVII. , ist lang T. XVI. f. 4. 5. T. VII. E. T. VIII. s. t. u. u. s. f. T. III. A. B. C. D. E. T. IV. B. B. , und koͤmmt vom Queerfortsazze des ersten, dritten, auch wohl vierten, und fuͤnften Wirbels zum Vor- schein, bisweilen hat er auch ein fleischiges Stuͤkk von dem Fortsazze des siebenden Wirbels, und nach dem Al- bin auch von allen sieben mit sich gebracht. Er endigt sich an der zwoten Ribbe, bisweilen weit in die erste ALBIN. S. 405. , und zwar weiter noch, als die erste Kruͤmmung geht. Mannigmal vermengt man ihn mit dem Hebemuskel des Schulterblattes ALBIN. S. 406. . Der hintere ungleichdreiseitige EVSTACH. T. XXXVII. XXXIX. Jst dieses nicht der Muskel t t, der vom Queerfort- sazze des siebenden Wirbels, bei geringer Verbindung mit der ersten Ribbe, zur erhabnen Seite der Ribbenhaut, nach dem ber. Jenty, fortgeganaen. T. II. S. 545. , entspringt von den Queerfortsaͤzzen des siebenden und sechsten Hals- wirbels Nach dem albin. T. 16. f. 12 T. 7 F. G. H. , bisweilen blos vom sechsten Blos vom siebenden. albin. S. 408. , mannigmal auch des fuͤnften und sechsten, und wirft sich inwendig blos ALBIN. S. 407. in die zwote Ribbe. Man hat ihn auch in die erste Ribbe eingepflanzt gefunden. Von der Art glaube ich, daß die intercostales acces- sorii des beruͤhmten Lieutaud Essays anatom. S. 551. gewesen seyn moͤgen, woferne sie keine Hebemuskeln sind. Ueber- I. Abschnitt. Die Brust. Ueberhaupt hab ich auf einmal in einem und eben demselben Koͤrper sechs ungleichdreiseitige wahrgenommen, im uͤbrigen habe ich die erzaͤhlte Verschiedenheiten alle nach menschlichen Koͤrpern beschrieben. Die Alten wusten nur von einem einzigen, Vesa- lius Einen dritten und vierten. L. II. c. 38. , Winslow Den ersten gibt er der ersten Ribbe, den andern der zwoten. n. 674. , nennen zween; Eustachius, Fallobius Observ. anat. S. 94. Cowper Myolog. c. 19. ad bidloum. T. 18. u. f. drei, Douglaß vier Comparat. anat. S. 60. , Albin fuͤnfe. Diese ungleichdreiseitigen, und die hintern und vor- dern besonders, heben in der That die Ribben auf CHESELDEN. anat. of hum. Body. Edit. VI. S. 102. senac. Memoir. de l’ Acad. 1724. S 164. , so oft der Nakken von seinen eigenen Kraͤften steif gemacht wird. Jch habe sie in lebendigen Thieren die oberste Ribbe erheben gesehen Memoir. sur la Respirat. Exp. 23. . Wenn die Zwerchfellsnerven, und die zwischen den Ribben befindliche Nerven zerschnit- ten werden, so verliert sie doch noch nicht die Bewegung der Brust, wo nicht auch die ungleichdreiseitigen zerschnit- ten werden GALEN. admin. anat. L. VIII. c. 8. . Eine etwas andere Bewandnis hat es mit den seit- werts laufenden ungleichdreiseitigen, und diese beugen den Hals schon deutlicher auf die Seite. Jndessen erheben diese doch auch ebenfalls die Ribben, oder wenigstens ver- wahren sie solche gegen das Niederziehen, wenn der Nak- ken wiederum von seinen eignen Kraͤften, voͤllig feste gehal- ten wird. Ueberdem weis ich wohl, daß der Hals, wenn dieser von seinen erschlaffenden Muskeln niedergelassen wird, von diesen ungleichdreiseitigen auf die Seite zuruͤkkgebo- gen wird: allein ich glaube auch, daß dieses nicht die gan- ze Das Atemholen. VIII. Buch. ze Verrichtung dieser Muskeln sey WINSLOW. expos. n. 1152. wegen der grossen Festigkeit der er- sten Ribbe. Auch Hamberger laͤugnet es. Von der zwoten Ribbe aber gesteht, daß sie vom Ungleich- dreiseitigen erboben werde. i. b. winslow. Memoir. de l’ Acad. 1738. S. 76. , oder daß die voͤlli- ge Kraft der Ungleichdreiseitigen nicht blos auf das Hals- beugen darauf gehe. §. 22. Der Zizzenmuskel des Brustbeins, ( Sternomastoideus ) und Schluͤsselbeins. ( Cleidomastoideus. ) Man mag aus diesem Muskel einen einzigen Mus- kel Am Menschen vereinigte sie vesal. L. II. c. 28. u. a. m. , oder zween machen EVSTACH. ossium Exam. S. 210. und albin. angef. Ort. S. 196. winslow. n. 307. ob er sie gleich dem Namen nach nicht von einander absondert. , so wird der Unterschied nicht gros seyn, und ich habe beiderlei natuͤrlich gefunden. Wenn man zween macht, die die Drosselader von einander scheidet, so entsteht der Zizzenmuskel des Brustbeins mit seiner sehr starken Sehne von dem obern Seitentheile des Brustbeins, wo sich der kleine ausgerandete Galgen anfaͤngt ALBIN. T. XVI. S. 25. c. c. T. II. evstagh. T. 32. 35. , und es fuͤgt sich an ihn von aussen und oben vom Brustbeine, nahe bei dem Knorpel der ersten Rib- be, eine dreiekkige Ausspannung, welche ich oft gefunden, von da steigt er auswerts, und ruͤkkwerts herauf, erwei- tert sich zu einem nicht zu verachtenden Bauche, und endigt sich endlich mit einem schmalen und in erwachsenen Koͤrpern zugleich sehnigen Koͤrpern, weit uͤber den Zizzenfoͤrmigen Theil des Schlaͤfenkno- chens EVSTACH. T. 35. al- bin. f. 25. T. 16. bei der Furche, die den Zweibaͤuchigen Muskel hervorbringt, ferner hinter dem milzfoͤrmigen Muskel, eben- I. Abschnitt. Die Brust. ebenfalls breit uͤber den Knochen des Hinterhauptes, und macht mit einem besondern rauhen Rande den Beschluß. Der Zizzenfoͤrmige Muskel des Schluͤsselbeins ( Cleidomastoideus ) liegt auch mit seinem Ende etwas mehr nach hinten zu, ist breiter, geschlanker, mehr auswendig gelagert, und nimmt seinen breiten Anfang vom dritten Theile des Schluͤsselbeins, bisweilen auch fast von der Helfte desselben her EVSTACH. T. 32. 35. al- bin. ang. Ort. f. 25. u. T. II. macht ei- nen schmaͤlern Anfang, als ihn unse- re mehresten Beobachtungen geben. , und zwar von dessen obern Rande, von da schlist er sich im Aufsteigen an den vorigen Theil an, wird duͤnner und breiter, und viel gerader. Er en- digt sich bei eben dem Zizzenfoͤrmigen Stuͤkke des Schlaͤfen- knochens, doch mehr nach hinten, wird vom vorigen be- dekkt, und liegt daher niedriger Vergl. albin. angef. Ort. f. 25. m. 26. . Es hat dieser Muskel gemeiniglich das Amt, den Knopf auf diese, oder jene Seite zu wenden VESAL. ang. Ort. wins- low. n. 1172. . Daß sich dieses so befinde, erhellet Theils aus dem Orte seiner Einfuͤgung, welche hinterwerts geschicht, und zwar weiter nach hinten, als die Vergliederung des Kopfes mit dem Halse; theils aus den Versuchen. Nicht allein der vortrefliche Franz Boißier Des HAIS de Hemiplexia. , sondern auch ich habe dieses an unserm Samuel Engel gesehen, wenn dieser Muskel von dem elektrischen Funken getroffen ward, oder dergleichen wieder von sich gab, wie der Kopfuͤber- haupt der Queere nach auf die rechte Seite gedrehet wur- de, da die Nase rechterhand erhoben ward Ein wenig albin. S. 197. , so oft der linke Muskel die Kraft dieses Funkens erfuhr. Der Kopf wandte sich dagegen auf die linke Seite, wenn der rechte Muskel den Kramf litte. Folglich waͤre es, um fuͤrs kuͤnftige nur beilaͤuffig zu nicht unnuͤtzer Arbeit fuͤr die Genesung Anlaß zu geben, wenn der Hals in Krank- H. Phisiol. 3. B F Das Atemholen. VIII. Buch. Krankheiten krumm, und verdreht ist, kluͤger, und sehr vortheilhaft, den zizzenfoͤrmigen Muskel der andern Sei- te, durch fortgesezzte Stiche der Elektrisirung, zu reizzen, als durch einen nicht leichten Schnitt, wobei allezeit Ge- fahr zu befuͤrchten ist, den Muskel der verlezzten Seite wegzuraͤumen. Das wahre Umdrehen des Kopfes ge- schicht von dem Zizzenmuskel des Brustbeins, als dem schiefergelagerten viel deutlicher, und vom Zizzenmuskel des Schluͤsselbeins etwas gelinder. Es ist ferner kein Zweifel, daß die einstimmige Kraͤfte bei- der Muskeln, die zu beiden Seiten wirken, wenn man die Sei- tenzuͤge beider zerstoͤrt, nicht den Kopf vorne herabneigen sol- ten CHESELD. VESAL. Sie halten den Kopf, daß er nicht zuruͤkke gezogen werde. i. r. wins- low. n. 1170. und druͤkken den Kopf nieder. n. 1173. Jndessen glaubt der juͤngere Petir das Ge- gentheil, naͤmlich, daß dieser Mus- kel vielmehr den Kopf ausstrekke, da er mehr hinterwaͤrts am Kopfe eingefuͤgt ist, als der Mittelpunkt der Bewegung ist ad palfyn. S. 257. Es ist nicht noͤthig, dieses hier genau zu untersuchen. , welches die vornehmste Verrichtung eines Theiles ist, der vom Schluͤsselbeine seinen Ursprung herbekoͤmmt. Nichts desto weniger mus dieser Muskel eine andre Wirkung thun, so bald der Nakken, und der Kopf, von ihren Kraͤften, naͤmlich von dem umschliessenden, von dem gedoppelten riemenfoͤrmigen ( splenium ), von dem kleinen durchflochtenen Zizzenmuskel ( trachelomastoideus ), von dem zweibaͤuchigen, und andern Nakkenmuskeln, dergestalt gesteift werden, daß sie fester, als die Brust selbst sind. Alsdenn wird das Schluͤsselbein, und zugleich die erste Ribbe, von der vereinigten Kraft beider Zizzenmus- keln, uud an beiden Seiten, heraufgezogen werden. Daß dieses Heraufziehen aber auch wirklich geschehen koͤnne, erhellet daraus, weil der Nakken uͤberhaupt, samt dem Kopf, bei heftigen Einatmen, mit solchem Nachdrukke hinterwerts zuruͤkke gebogen wird, daß der Nakken uͤber- gebogen stehen bleibt, folglich die Kraͤfte, der Kopf, oder Nak- I. Abschnitt. Die Brust. Nakkenmuskeln, es moͤgen dieselben, wohin man will, hin gerichtet feyn, bestimmt, daß sie den Kopf, und Nakken unbeweglich machen. Eben dieser Muskel befestigt auch das Schluͤsselbein im Lager, er fuͤhrt es in die Hoͤhe hin- auf, damit es dem Schluͤsselbeinmuskel ein festeres Lager gebe, die erste Ribbe halte, und, so viel sichs thun laͤst, erhebe. So viel, als ich mich jezzt erinnern kann, beruͤhmte Maͤnner gelesen zu haben, so haben doch alle diese Thaͤ- tigkeit der Zizzenmuskeln ausser Acht gelassen. §. 23. Der niedersteigende Nakkenmuskel. Dieser Muskel, den man gemeiniglich dem Diemer- broekk Anatom. S. 457. zuschreibt, der aber viel aͤlter ist, und dem Gabriel Faloppia Obs. anat. S. 99. Er son- dert ihn vom Queermuskel des Halses nicht genung ab. gar nicht unbekannt gewesen, erhebt die Ribben nur schwach, indem er sich an den Theil der Ribben, der dicht an ihrem Gelenke ist, folg- lich als ein Hebel ganz nahe an das Ende, welches an den Ruhepunkt grenzt, anfuͤgt. Jndessen haͤlt er doch, so viel ihm moͤglich ist Dieses fraͤgt albin. S. 368. und es bejaht es douglass. und nevcranz de respirat. c. 2. , auch die Ribben ALBIN. S. 368. , damit sie von so vielen niederziehenden Muskeln nicht herabge- rissen werden moͤgen; er hebet sie aber auch in die Hoͤhe, wenn der Nakken nur erst wohl versichert, und feste ist. Er lieget naͤmlich hinterwerts am Kopfe, und Ruͤkken, ist lang und schmal, laͤuft hie und da mit dem Hebemuskel des Schulterblates ALBIN. T. VII. bei Ω. T. XV. , dem Queermuskel des Halses, dem allerlaͤngsten Ruͤkkenmuskel, und mit dem breiten F 2 Kreuz- Das Atemholen. VIII. Buch. Kreuzmuskel ( Sacrolumbalis ), ALBIN. eben das. fort Daher rechnet ihn mor- gagnvs zum breiten Kreuzmus- kel. advers. II. S. 86. , und entspringt von einigen Queerfortsaͤzzen der Halswirbel, nemlich vom siebenden, sechsten, und fuͤnften, oder vom siebenden, sechsten, fuͤnften und vierten, oder vom siebenden, sechsten, fuͤnften, vierten und dritten So sagt fallopivs. S. 99. b. , oder von dem sechsten, fuͤnften, vier- ten und dritten So albinvs. S. 367. und douglass. c. 25. der noch von andern Verschiedenheiten redet. , oder vom fuͤnften, vierten, zweeten und dritten, und vom Hinterhorne dieser Fortsaͤzze. Dieser lange Muskel, von geringer Breite, zerscheitelt sich in schweife von ungewisser Anzahl, und er begiebt sich nach dem dritten, vierten, fuͤnften, oder ersten, zweeten, dritten, vierten, fuͤnften Von diesen, und andern Ver- chiede theiten mehr, redet albi- nvs: sonst will fallopivs, daß er sich von der vierten zur siebenten Ribbe endige. S. 99. Fuͤnf Ribben zaͤhlt douglass. und walther. anat. musc. tenuior. Neun in allem wins- low. n. 787. , oder auch auf andre Weise, wieder neben dem Winkel bei der Ribbenkruͤmmung selbst, hinterwerts hin. §. 24. Die gezakkten Muskeln. Die hintern darunter. Es endigen sich ferner alle gezakkte Muskeln mit dem einen Ende an den Ribben, und es koͤnnen die mehresten darunter, wenigstens mit einem ihrer Theile, die Ribben alsdenn Aufheben, wenn vorher der Ruͤkken, nebst dem Nakken feste steht. Der hintere und obere gezakkte thut dieses ohne Zweifel nur geringe WINSLOW. n. 1155. Mem. de l’ Acad. 1738. S. 81. albin. S. 349. , da er bei den Wir- I. Abschnitt. Die Brust. Wirbelbeinen, duͤnne und sehnig, hingegen an den Rib- ben zwar auch nicht ohne Sehne, aber doch fleischig wird, und folglich bei den Wirbeln uͤberhaupt nichts fleischiges hat, welches die Ribben aufheben koͤnnte. Seine untere Endigungen aber sind, wie gar zu bekannt ist, fingerfoͤr- mig, und diese Enden begeben sich nach der zwoten, dritten, vierten und fuͤnften Ribbe ALBIN. T. 17. f. 16. und hist. musc. S. 348. Jn die sechste bisweilen. cowber; nur bis auf die vierte. douglass. , woran sie feste sind. Je niedriger ein solcher Finger liegt, je mehr wendet er sich nach aussen hervor. Und als ich sie genauer verfolgte, so schien sich der erste, bei der Kruͤmmung der zwoten Rib- be und deren ganzen Hinterflaͤche, der andre an den untern Theil der dritten Ribbe, und den obern Theil der vierten, der dritte an den untern Rand der vierten, und den obern der fuͤnften Ribbe anzuhaͤngen. Von da steigt er schief her- auf, er steigt queer uͤber den laͤngsten Ruͤkkenmuskel, den breiten Kreuzmuskel, uͤber den ebengedachten niederstei- genden Halsmuskel, ferner uͤber die riemenfoͤrmige ( Sple- nii ) Vergl. tab. nostr. tot. corp. post. , und so endigt er sich an der sechsten, siebenden, und zuweilen ersten ALBIN, angef. Ort. Wirbelgraͤte des Halses, und dem zwoten und dritten Ruͤkkenwirbel ALBIN. hist. musc. S. 348. cowper. T. 41. 42. n. 84. douglass. S. 74, bis zur zwo- ten. evstach. T. 36. wins- low. n. 681. , und von da geht er zu denjenigen Baͤndern, welche die Graͤten vereinigen. Es scheinet seine Verrichtung offenbar zu seyn, daß er die unter ihm liegende Muskeln im Zwange halte SPIGEL. L. IV. c. 9. laͤugnet uͤberhaupt, daß er eine an- dere Verrichtung habe, oder die Ribben erhebe. Damit stimmt uͤberein rav. myolog. S. 60. maedrr. de respir. S. 20. , in- dem er diese allenthalben, wenn sie lang sind, mit einer sehnigen Huͤlle zusammenhaͤlt. Daß dieses aber an dem sey, kann auch daher abgenommen werden, weil von die- sem Muskel, bis zum untern gezakkten fort, eine Reihe, F 3 von Das Atemholen. VIII. Buch. von beinahe der Queere nachgehenden Vergl. albin. S. 351. cowper. edit. 1694. S. 114. Ausg. 1724. S. 158. T. 41. und bidloo. T. 28. , aber nicht nach allen Seiten fortgesezzten sehnigen Fasern, in eins, da- zwischen koͤmmt die auf einer Seite an den Wirbelgraͤten, andrer Seits an den Ribben feste sind, und diese Mus- keln gegen die Wirbelbeine zuruͤkke drengen. Doch es koͤmmt auch sowohl von obenher, und vom Schulterblate, als auch von dem Sehnenstreife, der die Zwischenribben- muskeln bedekkt, wie auch von den Ribben, ein aͤhn- licher Sehnenstreif, zu unsrem gezakkten Muskel zuge- stossen. Daher glaube ich, daß eben dieses das vornehmste Ge- schaͤfte des untern und hintern gezakkten Muskels sey Es laͤugnet das Niederziehen der Ribben, und gesteht ihm keine andre Verrichtung zu, spigel. L. IV. c. 8. , ob seine Fasern gleich gemeiniglich, etwas wi- drig laufen, so daß er, wenn er ja was uͤber die Ribben vermag, dieselbe vielmehr niederziehen muß MORGAGN. advers. II. S. 38. riolan. S. 322. fabri- civs. S. 102. . Sonsten ist diese Richtung der Fasern nach der Queere gezogen, oder uͤberhaupt, wie ich unter meinen Beobachtungen finde, etwas gegen die Ribben zu herablaufend; und bei solchem Baue kann er einiger Maßen die Ribben erheben MARCHET. anat. S. 79. tassin. nevcranz. c. 4. . Es ist sein unterer Ursprung bei den Wirbelgraͤten des dritten, zweeten und ersten Lendenwirbels, und des lezzten eilften ALBIN. T. 17. f. 17. T. 6. und zehnten Wirbelbeins des Ruͤkkens, seine Sehne verbindet sich mit dem sehr breiten Ruͤkkenmuskel, und bleibt bei diesem unzertrennlich ALBIN. angef. Ort. und hist. musc. S. 350. . Von da an wird er, wie der vorhergehende, sehnig, steigt nach aus- wendig ein wenig herauf ALBIN. angez. Kupf. evstach. T. XXXVI. u. f. ienty. T. 3. f. 2. , bekoͤmt bei den Ribben Fleisch, und dieses Fleisch haͤngt sich auswendig an den knochigen Theil, vor der Kruͤmmung der neunten, zehnten, eilften So nach tab. nost. vas. tot. corp. poster. , und I. Abschnitt. Die Brust. und bisweilen auch der zwoͤlften Ribbe EVSTACH. T. 36. winslow. n. 683. cowper. S. 58. albin. angef. Ort. f. 17. und S. 350. Sonsten will er aber, daß von der zwoͤlften nichts dazu- komme. S. 350. und daß dieses ein seltnes Stuͤkk des Muskels sey, sagt douglass. an, und zwar bei der Ribbenflaͤche, die unter der Haut liegt, und bei dem untern Rande. Das Stuͤck welches von der zwoͤlften Ribbe herkoͤmmt, ist das allerkleinste, und naͤchste an der Spizze. §. 25. Die gezakkten vordern Muskeln. Derjenige, den man den groͤssern, und unrecht, den untern nennt, verdient in so fern der vordre genannt zu werden, ob er gleich die Seite des Leibes bedekkt, und sich sei- ne von den Ribben anstehende Anfaͤnge besser hinterwerts erklaͤren lassen: es ist dieses ein grosser Muskel, und man koͤnnte ihn gleich in zween absondern Jn drei sondert ihn ab winslow. Mem. de l’ Acad. 1719. und in der expos. anat. Ferner r. i. c. garengeot myolog. T. II. S. 210. . Wenn man ihn als einen einzigen benennen will, so wird an die- sem Muskel das eine Ende, am Rande des Schulterblates, allenthalben an dessen Grundflaͤche, vom obern bis zum untern Winkel WINSLOW. n. 161. , fortgehen, so daß die Fasern ein wenig uͤber die Grundflaͤche hinaus laufen. Gegen den untern Winkel aber versammeln sich viele Fasern Vergl. albin. T. VI. winslow. S. 52. . Daher zertheilt sich dieser bisweilen in sie- ben, gemeiniglich in neun ALBIN. T. 17. f. 21. und zehn endlich. Fleischgebuͤnde, die sich durchgehens einander gleich sind, und einigermaßen stra- lich ausfallen. Die zwei oͤbersten Gebuͤnde Eine kleinere Lage, oder Schicht. winslow. n. 164. obere Theil. Memoir. de l’ Acad. des scienc. 1738. S. 51. Vor einen besondern Muskel hielt ihn arni- saevs, bei dem hildano. Epist. 45. Einen andern rautigen hat bartholin. ausgedacht. hist. 63. Gent. I. lie- F 4 gen Das Atemholen. VIII. Buch. gen entweder der Queere nach ALBIN. angef. Ort. ev- stachivs. T. 33. , oder sie steigen viel- mehr in die Hoͤhe, und sie endigen sich an dem untern Theile der ersten Ribbe WINSLOW. n. 164. bar- tholin. albin. angef. Ort. Er hat ihn fehlen gesehen, und ich ebenfalls. hist. musc. S. 272. Klein macht sie winslow. mem. de l’ Acad. S. 51. , der zwoten, und laufen fast der Queere nach, bei der Hautflaͤche, mehr heraus- werts gekehrt, als die hintere Kruͤmmung, dergestalt, daß sich ihr Ende zwischen der Grundflaͤche des Schulter- blates, und dem oberen Rande befindet ALBIN. S. 274. . Die uͤbrigen Seconde et troisieme por- tion des Winslows und Ga- rengeots. sieben SPIGEL. L. IV. T. 18. Doch daß keine Richtung gezeigt wird. so genannten Zaͤhne (Zakken) stehen dichter neben einander, als die ersten. Es ist der oͤberste Second portion, des Wins- lows, Mem. angef. Ort. der kuͤrzeste von allen folgenden, er koͤmmt aus dem untern Rande der zwoten Ribbe hervor, ist gestrahlt ALBIN. T. 17. f. 21. , und es steigen seine oͤbersten Fasern vielmehr in die Hoͤhe, seine untersten hingegen herab. Der naͤchste Er macht mit den folgenden das dritte Stuͤkk des Winslows aus. endigt sich etwas weiter hinaus an der dritten Ribbe. Die folgenden laufen mehr nieder- werts ALBIN. T. II. VI. ev- stach. 28. 31. 32. 33. 36. cowper. T. 32. , und werden zugleich immer laͤnger, bis zu dem- jenigen Stuͤkke, welches von der fuͤnften Ribbe hervor- koͤmmt, denn es sind die folgende Zakken kuͤrzer, und ausserdem noch duͤnner, je tiefer sie liegen WINSLOW. n. 167. . Sie haͤngen sich an den haͤutigen Rand der fuͤnften, sechsten, siebenden, achten, und bisweilen der neunten Rib- be ALBIN. S. 273. vesal. L. II. c. 35. oribasivs. wins- low. laͤßt diese weg. S. 52. , besonders aber an den obern Rand der neunten also an, daß sie sich an den knochigen Rand der neunten, naͤher an den Knorpel der achten, noch naͤher an den Knorpel der siebenden und sechsten, doch weiter ab von der I. Abschnitt. Die Brust. der fuͤnften, und vierten und dritten, mit immer breitern Zakken anschliessen. Jhr ausgebreiteter sehniger Theil bedekkt auch die Zwischenmuskeln der Ribben. Man kann nicht sagen, was er an den Schulterblaͤt- tern vor Kraͤste ausuͤbe. Doch wenn die Schulterblaͤt- ter von ihren eignen Kraͤften, und den vereinigten Huͤlfs- mitteln der rautigen Muskel, der Moͤnchskappen der Schulter ( trapezii ), der besondern Hebemuskeln, und der ans Schluͤsselbein eingelenkten Zizzenmuskeln, erho- ben und feste gehalten werden, so kann es geschehen, daß die untern Theile dieses Muskels, und so viel deren vom Schulterblate berabkommen, die Ribben mit in die Hoͤ- he heben helfen, und das um so viel mehr, weil sie sich sonst am mitlern, und beweglicheren Bogen der Ribben endigen. Aus der Ursache hat man diese unsere Muskeln, vor Alters her, unter die Erweiterer der Brust gezaͤhlt GALENVS de different. mufe. c. 17. oribasivs, nach der Ausgabe des Dundass. S. 212. 214. fabricivs. ang. Ort. S. 87. riolan. S. 322 dou- glass. S. 73. cowper. In- troduct. . Wenn das Schulterblat in seiner Lage bleibt, so erheben sie schwerlich die Ribben, und daher ist es gekommen, daß die neueren beruͤhmten Schriftsteller behauptet, daß sie entweder zum Atemholen gar nichts beitruͤgen FALLOPIVS observ. S. 93. veslingivs. swam- merd. c. 2. borell. Prop. 84. S. 170. winslow. n. 909. Memoir. de l’ Acad. 1726. S. 186. 1738. S. 76. senac. Memoir. de l’ Acad. 1724. S. 174. albin. angef. Ort. , oder doch die Ribben vielmehr niederzoͤgen: theils, weil sie nicht glaubten, daß sie bis zu den Ribben hinablie- fen ALBIN. S. 274. , theils, weil sie in den Gedanken standen, daß einige Theile dieses Muskels den andern zuwider wirkten, und die obern die Gewalt der untern aufhuͤben SENAC. angef. Ort. . Jch weis es aber aus den Eroͤfnungen lebendiger Thiere mit Gewisheit, daß die Theile eines, und eben desselben F 5 Mus Das Atemholen. VIII. Buch. Muskels verschiedentlich wirken koͤnnen; und es ist die Erhebung und Bevestignng dieses Schulterblattes bei angestrengten, und besonders Atemholen heftig, und au- genscheinlich. Der so genante vordere und obere gezakkte Mus- kel, oder der kleine, hat sein oberes Ende an dem innern Theile des Rabenschnabels des Schulterblates EVSTACH. T. 32. 35. albin. T. II. et 17. f. 22. , wo er ganz und gar sehnig angewachsen ist. Von da steigt er niederwerts, wird breit, und nimmt an Fleische zu, welches sich aus einander breitet, gleichsam zu Fin- gern zertheilet, und an dem knochigen Theile, der zwo- ten Nach dem evstach. T. 32. winslow. n. 157. Sie laͤßt w e g albin. T. 17. S. 22. T. II. und douglass. Die sechste fuͤgt vesal. c. 23. und casser. T. 15. A. zu. Die fuͤnfte laͤßt cowper. weg. T. II. Verfchie- denheiten hat albin. S. 268. , dritten, vierten und fuͤnften Ribbe, der Knor- pel angrenzen will, dergestallt aufhoͤrt, daß ein jedes Ende, je tiefer es liegt, zugleich mehr nach aussen zu ge- kehrt ist. Vor den Zwischenribbenmuskeln wirft er seine Fasern hie und da aus einander, welche aber wie zarte Sehnen anzusehen sind. Da er nun seine fleischigen Theile bei den Ribben, die Sehne aber an dem Schulterblate liegen hat Er wird von den Muskeln des Atemholens zuruͤkke gewiesen vom Swammerdam, Borell. angef. Ort. winslow. Expos. n. 917. Memoir. de l’ Acad. 1738. S. 79. 80. , so laͤst sichs ebenfalls leicht begreifen, daß dieser Muskel in der That zum Niederziehen des Schulterblates da sey. Doch wenn bisweilen das Schulterblat mit solcher Ge- walt zuruͤkk, und steif erhalten werden solte, daß es nicht niedersinken koͤnnte, so wird sich diese Kraft des Mus- kels umkehren, und zur Erhebung der Ribben beque- men Daß er erhebe, sagt al- bin. S. 269. cowper. n. 71. , welches destoweniger Schwierigkeit finden kan, weil nicht nur dieser Muskel selbst, der von den Ruͤkken- wirbeln I. Abschnitt. Die Brust. wirbeln weit ab, und auch nicht dem Brustknochen gar zu nahe liegt, an den beweglichen Theil der Ribben an- gewachsen ist, sondern auch fast nach dem Senkbleie zu den Ribben hinabsteigt. §. 26. Der grosse Brustmuskel. Der sehr breite Ruͤkkenmuskel. Der Brustmuskel hat mit dem obern gezakkten vie- le Eigenschaften, und so gar bei den Franzosen den Na- men gemein, er ist sehr ansehnlich und viel vermoͤgend; wenn wenig da sind, hat er mindstens zween Theile. Einer WINSLOW. n. 186. , der vom Sluͤsselbeine herkommt ALBIN. T. XVIII. f. 3. a. a. evstach. T. 28. 35. , traͤgt kaum etwas zum Atemholen bei, und nimt vom Schluͤs- selbeine, und Brustbeine, fast bis zum Ursprunge des Del- tamuskels hin Daß er von diesem Mus- kel nicht binlaͤnglich unterschieden sey. cheseld. S. 85 seinen Lauf, und vereinigt sich end- lich zu einer niedersteigenden Sehne, die sich an dem Ran- de des Schulterknochens, bei der Furche, wo sich der zweikoͤpfige ALBIN. angef. Ort. L. I. S. 267. winslow. n. 191. cowper. f. 107. , doch etwas tiefer, als das folgende Stuͤkk ALBIN. f. 3. 5. winsl. n. 190. vesal. L. II. c. 42. cowper. ad bidloo. T. 20, et myot. T. 22. cheseld. of hum. Eod. S. 86. , und mehr nach vorne zu, endigt. Der andre Theil, der vom Brustbeine, und den Ribben herkommt, entspringt fast allenthalben an dem Brustbeine ALBIN. f. 3. evstach. T. 35. , mit seinen sehnigen, gestrahlten, und einander durchkreuzzenden Fasern ALBIN. S. 265. wins- low. n. 188. , davon einige ei- nander gegen uͤber liegende, dennoch einander beruͤh- ren Das Atemholen. VIII. Buch. ren BARTHOLIN. hist. 92. Cent. I. , und es verwandelten sich die Sehnen linker Seits in eine Fortsetzung der Sehnen rechter Seits. Dieser Muskeltheil vereinigt seine Fasern, welche zeitig fleischig werden, und deren obere niedersteigen EVSTACH. T. 28. 32. albin. T. I. et T. 18. f. 3. S. 265. winsl. n. 189. , die mittlern der Queere nach laufen, und die untern in die Hoͤhe stei- gen zu einer Sehne, die sich mehr nach oben und hin- ten ALBIN. S. 266. winsl. n. 190. vesal. angef. Ort. cowper. ad bidloo. T. XX. myolog. T. 22. cheseld. ang. Ort. , als der schluͤsselbeinige Theil eben dieses Muskels an einerlei Schulterknochen endigt f. 3. 5. albin. . Zu diesem Brustknochentheile fuͤgen sich noch von in- wendig her viele Fleischfasern, die vom Knorpel und Kno- chen der Ribbe 1. 2. 3. 4, vom Knochen der fuͤnften, vom Knorpel und Knochen zugleich ALBIN S. 265. , ferner ebenfals vom Knorpel und knochichen Theile der sechsten ALBIN. f. 3. , sie- benden ALBIN. f. 3. und S. 265. evstach. T. 35. winslow. n. 187. cowper. S. 70. 71. vesal. c. 42. , und zuweilen, nach dem Berichte beruͤmter Maͤnner, auch von der achten WINSLOW. angef. Ort. Memoir. de l’ Acad. 1738. S. 79. vesal. und neunten Ribbe WINSLOW. angef. Ort. , herkommen. Von diesen Anfaͤngern steigen einige derge- stalt in die Hoͤhe, daß sie die Schulter erreichen. Der untere Theil vermischt sich mit dem schiefen absteigenden Bauchmuskel vermittelst einer breiten Sehne ALBIN. T. I. S 265. winslow. n. 188. douglass. S. 92. cheseld. S. 85. , die den geraden Muskel in sich nimmt, und diejenige Schei- de anfaͤngt, von der wir reden wollen. Wenn sich also die Achsel mit den Schulterblaͤttern erhebt, und dieser Muskel zu gleicher Zeit sich zusam- menzieht, so wird er in der That die Ribben, indem er an ihren vordern, und beweglichen Theil fest ist, und mit den Ribben das Brustbein in die Hoͤhe heben. Es ist mir I. Abschnitt. Die Brust. mir hierbei noch wohl erinnerlich, als mir dieser Muskel von Fluͤssen geschmerzet, daß ich dabei mit Beschwerlich- keit Luft holen muste; ich lese auch, daß von einer Krankheit der Muskeln, zwischen dem Oberarm und der Brust fast eine maͤßige Erstikkung erfolgt sey CARPVS in MVNDI- NVM. S. CCCXVII. b. er leitet daher, daß diese Muskeln zum Atemholen mit dienen. , und daß ein beschwerliches Atemholen, das zu einer Wunde des Oberarmsnerven, und Zizzenmuskels bei der Entzuͤndung zugekommen war, als man das medicinische Gummi Euphorbium an den Nerven brachte, geheilt worden BARTHOLETTI re- spir. diff. S. 234. . Jch habe uͤberdem oͤfters in der Erfahrung befunden, wenn ich beschwerlich Atem holte, daß ich alsdenn eine grosse Linderung verspuͤrt, wenn ich die Arme uͤber mich strekkte, und die Schulterblaͤtter mit der Achsel zusam- men erhob. Es sind ansehnliche Maͤnner, welche diese Verrichtung leugnen, und vor allen J. Benignus Winslow Memoir. 1738. S. 79. und andre, lassen sie wieder ausser Acht ALBIN. S. 267. , vielleicht weil sie im natuͤrlichen Zustande, und wenn die achseln nicht erhoben, und angehalten werden, nicht Statt findet. Doch wir untersuchen hier nicht ein Werkzeug des so nuͤzzlichen Atemholens, sondern nur Kraͤfte, wel- che vermoͤgend sind, die Ribben empor zu heben. Es hat mit dem sehr breiten Ruͤkkenmuskel bei- nahe eben die Beschaffenheit, als mit dem Brustmuskel; es ist hier der Ort nicht, solchen zu beschreiben, sondern es mag genung seyn, wenn man nur dabei bemerkt, daß das eine Ende desselben an der Achsel, dem Brust- muskel gegen uͤber, und neben der hintern Erhabenheit dieses Knochens sey, an der sich die Furche des zweikoͤp- figen Muskels endigt ALBIN. T. 18. f. 1. 2. S. 342. . Die fleischigen Theile dieses sehr ansehnlichen Muskels, sind mannichfaltig, indessen begeben Das Atemholen. VIII. Buch. begeben sie sich doch gemeiniglich ALBIN. T. 18. f. 1. 2. in drei, oder zuwei- len vier ALBIN. eben daf. S. 342. Vier hat Spiegel. L. IV. T. 16. winslow. n. 195. Gleichgebuͤnden, mitten nach der knochigen Gegend der zwoͤlften, eilften, zehnten und neunten Rib- be ALBIN. T. I. u. IX. , wo diese Gegend von ihren beiden Enden gleich weit entfernt liegt, niederwerts hinab. Folglich wird dieser Muskel aus eben der Ursache die- se Ribben ausheben, so oft die Schulter feste gehalten wird, und er widerstehet seinem Niederziehen mehr, als die Ribben dem Erheben Widerstand thun. Die Bewe- gung kann auch nicht undeutlich seyn, weil die Gegend der Ribbe, an die er sich anhaͤngt, beweglicher ist Diese Bewegung gestattet i. b. winslow, wenn das Schul- terblatt sehr in die Hoͤhe gehoben ist. Memoir. de l’ Acad. 1738. S. 80. . Es wuͤrde zu lang seyn, und billiger aus der Zer. gliederungskunst hergenommen werden muͤssen, was zur Geschichte des moͤnchkappenfoͤrmichen Muskels ( trape- zius ), des Schulterblathebers, und beider rautigen Mus- kel gehoͤret, da diese Muskeln das Schluͤsselbein, und Schulterblat auf mannichfache Weise, doch saͤmtlich her- aufziehen, und so feste halten, daß beide Knochen von denen Muskeln, die zu den Ribben hinauf steigen, nicht verzogen werden koͤnnen. Jch nehme auch hier nicht die Muskeln vor mich, die den Ruͤkken, Nakken und Kopf ausstrekken, ob sie gleich ebenfalls zu einem beschwerlichen Atemholen viel beitra- gen, wenn sie ihre Ruͤkkenwirbel feste machen, wobei die Wirksamkeit der ungleich dreiseitigen, der zizzenfoͤrmi- gen, und anderer vom Kopfe, und Nakken zu den Ribben gehenden Muskeln, einzig und allein auf das Erheben der Ribben verwandt wird. §. 27. I. Abschnitt. Die Brust. §. 27. Die Muskeln, welche die Ribben niederziehen. Der vierekkige Muskel. Wir muͤssen, nach der lezztern Erwaͤhnung, auch die uͤbrige Kraͤfte in Untersuchung nehmen, von denen die Ribben herabgezogen werden. Anfangs gehoͤren einige von den gedachten Muskeln in so fern an diesem Ort, weil sie im Stande sind, dieses Amt mit einem ihrer Theile zu verrichten. Es gehoͤret demnach der untere, und hintere gerakkte Muskel Vorherg. §. 23. , dessen Geschichte ich von den obern nicht trennen wollen, wie auch die Geschichte des grossen gezakk- ten, hieher, den man mit schlechtem Fuge den vordern, das obere fleischige nennt §. 24. . Es zieht ferner der vierekkige Lendenmuskel die unter- ste Ribbe mit solchem Nachdrukke nieder, daß er fast die Kraͤfte, von denen er aufgehoben wird, zu uͤbertreffen scheint. Er entsteht am innern und hintern Kamme des Darmknochens ALBIN. T. 15. f. 12. 13. T. 8. S. 317. evstach. T. 38. , ist stark, steiget fleischig in die Hoͤ- he, wird vorn und hinterwerts von der schmalen Sehne des Queermuskels des Bauches, und er endigt sich alle- zeit an dem untern Rande der zwoͤlften Ribbe, wo diese sich zuerst von den Ruͤkkenwirbeln zuruͤkke begibt EVSTACH. T. 38. 39. albin. angef. Ort. , anderthalb Zoll, und bisweilen auch breiter COWPER. T. 46. n. 103. spiegel. L. IV. T. 7. , da er die- se so sehr bewegliche Ribbe nebst dem Zwerchfelle zugleich herabzieht. Bisweilen schikkt er auch einen Buͤndel nach der eilften Ribbe zu ALBIN. S. 317. . Diejenige Schweife, welche er an die Lenden anwirft, lassen wir hier aus der Acht. §. 28. Das Atemholen. VIII. Buch. §. 28. Der heilige Lendenmuskel, und der laͤngste Ruͤkkenmuskel. Dieser ungemein grosse Muskel COWPER. T. 45. f. 1. , welcher von den Schultern des Gesaͤsknochens ALBIN. T. XV. f. 3. 4. 9. T. VII. , von den Hoͤkkerchen des Heiligbeins ALBIN. angef. Ort. f. 3. 4. T. VII. S. 369. winslow. n. 781. , vom Rande des Darmknochens ALBIN. eben das. S. 369. winslow. eben das. , von den Graͤten der Lendenwirbeln und Heiligbeins ALBIN. eben das. , und von den Baͤndern an den Weichen und Heiligbeine ALBIN. S. 369. , sehr breit hervorkoͤmmt, ist aus Sehne und Fleisch ver- mischt, steigt aufwerts in die Hoͤhe, und theilet sich ganz unten am Ruͤkken SPIGEL. T. 4. f. 4. u. f. . Der aͤussere Theil dieses Muskels, den man Sacro- lumbalis, den breiten Kreuzmuskel nennt ALBIN. f. 4. tab. 7. und vergleiche tab. nost. art. tot. corp. post. , steiget neben den Anfaͤngen der Ribben des gauzen Ruͤkkens in die Hoͤhe, und indem er sich mit Sehnen zwoer Arten durchkreuzzt, so endigt er sich damit an den Ribben. Von der ersten Art sind die naͤher an der Haut lie- gende Sehnen, deren gemeiniglich zwoͤlf sind Zwoͤlf hat Vesal. L. II. c. 35. und fallopivs, ob er sie gleich auf andre Art zaͤhlt. S. 101. 93. cowper. n. 186. albin. S. 373. Den Buͤndel beim lezzten Hals- wirbel ausgenommen, serner T. XV. f. 3. Vergleichet damit den ienty. T. 4. f. 1. Eilf, spi- gel. L. IV. tab. 3. und albin. angef. Ort. f. 4. T. VII. winsl. n. 784. Jch habe sie zeichnen las- sen von der Ribbe 7 zur 12. in tab. nostr. art. tot. corp. post. , und diese steigen zu den Ribben hinauf. Die untersten, sind die kuͤrzesten, die laͤngere begeben sich in die Hoͤhe SPIGELIVS. , und die oͤbersten darunter sind eine Fortsezzung des ab- steigenden Nakkenmuskels ALBIN. angef. Kupf. , oder sie haͤngen mit an- dern I. Abschnitt. Die Brust. dern Orten zusammen. Jch habe sie blos an der fuͤnften Ribben vereinigt gefunden. Von diesen Sehnen gehoͤ- ren ferner einige zu zwo Ribben, und zwar deutlicher noch mitten am Ruͤkken, wo die Ribben alle ihre Sehne, einige darunter auch zwo bekommen. Man findet auch Sehnen, welche sich zu drei Ribben hinbegeben Daß sie uͤber die Ribben weglauffen, stenon. S. 7. u. zu drei, und mehr Ribben gehen. . Sie lenken sich aber an dem untern Rande ihrer Ribben, selbst in den Winkel der hintern Kruͤmmung, die oͤberste auch in den lezzten Queerfortsazz des Halses, ein Dieses hat winsl. n. 784. und bestaͤtigt vesal. exam. obs. fallop. S. 187. Daß sie oͤfters mangele. albin. S. 374. Jch habe sie sehr oft gesehen. . Andre Schriftsteller zaͤhlen drei Halswirbel, doch alsdenn scheinen sie die vom Nakken COWPER. n. 102. niedersteigende mit zu zaͤhlen. Man kann nicht zweifeln, daß dieser Muskel, mit- telst dieser Sehnen, nicht die Ribben herabziehen solte, und das Alterthum selbst ist damit uͤbereinstimmig GALENVS angef. Ort. fabricivs. S. 104. mor- gagn. advers. II. S. 38. albin. S. 376. stenon. S. 10. . Al- lein man muß sich auch erinnern, daß diese Sehnen na- he bey dem Gelenke der Ribben angewachsen sind, wel- ches folglich der festeste Theil an denen Ribben ist, so daß hier die Bewegung der Ribben sehr klein seyn muß Vergl. gvnz de situ pa- rient. S. 31. winsl. n. 1210. , und sich vielmehr auf das Zuruͤkkhalten dieser Knochen, damit sie nicht in die Hoͤhe steigen, verwenden wird. Eben dieser breite Kreuzzmuskel schikkt sehr oft zu der, zwischen den hintern gezakkten Muskeln zwischen eingela- gerten sehnigen Ausspaltung, ein Gebuͤnde ab, wie auch zu dem Milzmuskel des Halses, und er empfaͤngt ein anderes von dem sehr langen Muskel. Doch es kommen uͤberhaupt noch andere, mit Fleisch vermengte Huͤlfmuskeln zu dem breiten Kreuzzmuskel, von den fuͤnf untern Ribben COWPER. f. 2. angef. Ort. Jch habe es zweimal so ge- sehen. , oder von den sechs Jch habe es viermal so ge- sehen. , sieben, H. Phisiol. 3 B. G Das Atemholen. VIII. Buch. sieben, acht ALBIN. S. 379. , neun COWPER. n. 86. , zehn Jch habe es zweimal gesehen. , und eilf untern Rib- ben Die eilf obern, spigel. L. IV. T. 4. Eilf untere, al- bin. f. 4. , von dem obern Rande ihrer Kruͤmmung, mehr einwerts, als die vorigen Sehnen, heraufgestiegen; sie sind jederzeitlaͤnger, und aus reinerem Sehnenwesen desto mehr zusammengesezzt, je weiter sie nach oben herauf lie- gen, und sie vermischen sich mit dem Fleische des breiten Kreuzzmuskels. Sie sind durchgaͤngig kuͤrzer und dikker, als die aͤussern Schweife dieses Kreuzmuskels. Man kann nicht eigentlich die Verrichtung dieser Muskeln an- geben, doch scheinen die Fleisch haben, und sich aus eig- ner Kraft zusammenziehen, die untern Ribben, so viel, als es die ganz nahe Vergliederung verstattet, ge- gen die obern Sehnen des breiten Kreuzmuskels, und ge- gen die obern Ribben, die fester sind, einigermassen Daß sie die Ribben erheben, swammerd. c. II. u. morgagn. angef. Ort. Daß sie das Nieder- ziehen der Ribben mildern, wins- low. n. 1208. in die Hoͤhe zu heben. Der innere Theil, der um etwas groͤsser ist, und den man den sehr langen Ruͤkkenmuskel nennt ALBIN. angef. Ort. f. 2. 5. T. VII. spigel. f. 4. T. 4. und 5. , be- giebt sich mit den mehresten Sehnen zu den Ruͤkkenwir- beln hin. Jndessen hat er doch seine eigene aͤussere Schwei- fe, darunter die untersten fleischig und kurz, die obern laͤn- ger und sehnig sind, und sich mit den Ribbenhebern ge- meiniglich vereinigen. Es ist nichts seltenes, daß der obere, oder auch mehr obere Schweife mangeln, da denn nur fuͤnf Schwaͤnze sind Jch habe es zweimal gesehen. , sechs COWPER. angef. Ort. f. 2. einmal habe ichs gesehen. , sieben Jch habe es zweimal gesehen, und auch winsl. hat es in der 791. Nummer. , acht obern ALBIN. S. 372. u. fal- lop. ich habe es auch einmal ge- sehen. , zehn Zehn obere albin. f. 5. Jch habe sie dreimal gesehen. , bis eilf obern Daß dieses die groͤste Anzahl gewesen. albin. S. 131. Die untern waren es. spigel. angef. Ort. . Man vermist aber I. Abschnitt. Die Brust. aber die oͤbersten, oder auch einige untersten, von den mittlern. Doch habe ich den Muskel in der That in alle zwoͤlf Ribben eingepflanzt gesehen Jch habe es dreimal gesehen. So auch fallop. S. 131. . Diese Schweife werfen sich in das Hoͤkkergen einer jeden Ribbe, mehr einwerts, als wo ihre Kruͤmmung ist, ganz nahe, doch mehr auswerts, als wo sich das, zu den Queerfortsaͤzzen laufende Band, befindet. Die oͤbersten Paͤkke vereinigen sich mit dem milzfoͤrmigen Halsmuskel, mit dem kleinen durchflochtenen Zizzenmuskel ( trachelo- mastoideus ) ALBIN. T. 7. , mit dem durchflochtenen ( complexus ) und Queermuskel auf mancherlei Weise ALBIN. S. 372. . Albin f. 5. schreibet von zween Schweifen, die gegen den Leib hinauf steigen. Jch habe einmal den laͤngsten Ruͤkkenmuskel bis zu der Mitte der fuͤnf Ribben, und einmal bis zu sieben Ribben seine Sehnen ausstrekken gesehen, sie stiegen der- gestalt einwerts hinauf, daß dieser Muskel selbst, wie der breite Kreuzmuskel, an eben den Ribben mit einem gedoppelten Schweife angehaͤngt war. Jch habe gesehen, daß der innere Schwanz an der siebenden Ribbe von dem vielspaltigen der Graͤte ein Pakk zu sich nahm, wel- ches ich so verstanden haben will, daß man es nicht mit dem zu kommenden Fleische des laͤngsten verwirre, welches dieser von den Queerfortsaͤtzen des Ruͤkkens, auf allerlet und unbestimte Art emfaͤngt. Es ist kein Zweifel, daß diese Fasern nicht die Ribben niederziehen sollten, wenn wir uns nur erinnern, daß bei dieser so grossen Naͤhe am Ruhepunkte ( hypomoch- lium ) nichts, als eine undeutliche Bewegung Statt ha- ben koͤnne. G 2 §. 29. Das Atemholen. VIII. Buch. §. 29. Die Bauchmuskeln. Der grosse schiefe. Die folgenben Muskeln, ziehen die Ribben viel nachdruͤcklicher herab, und wirken auch beim Ausatmen viel offenbarer. Man muß sich diese Muskeln aber auch mit mehr Aufmerksamkeit vor Augen stellen, da dieselbe im Atemholen in den verschiednen Bewegungen, die die Eingeweide des Bauches haben, in der Geburt, und Austreibung des Darmunrats am meisten zu thun haben. Der erste heist der grosse obere, oder aͤussere schiefe Bauchmuskel, wiewohl, unter diesen uneigentlichen Na- men, die an der Haut eines Menschens nahe liegende Theile gemeiniglich verstanden werden. Es hat dieser sehr ansehnliche Muskel bei den Knochen, und auch mit den weichen Theilen, sehr vielfache Verbindungen. Er haͤngt an den acht untern Ribben, und ihrem knochigen Theile an, und zwar um so viel mehr nach hinten, und vom Knorpel weiter ab, nach dem jede Ribbe tiefer liegt WINSLOW. n. 74. . Er entspringt vom Knorpel der fuͤnften Ribbe ALBIN. T. 13. f. 1. 2. bis- weilen von der vierten. albin. S. 275. winslow. n. 73. Jch habe die Einfugungen gezeichnet von der 7 zur 12 Ribbe. Tab. vas. post. , und ihrem knochigen Theile Blos vom Knochigen al- bin, angef. Ort. an der vordern Flaͤche, und unterm Rande ALBIN. fig. cit. , und vom Knorpel und Knochen der sechsten Ribbe mit seinem gabligen Ende ALBIN. angef. Ort. , hier em- faͤngt er vom Brustmuskel SPIGELIVS. L. IV. T. 4. rvxtorf. Spec. anat. bot. n. X. ein Gebuͤnde. Ferner koͤmmt er von der siebenden, achten, neunten und zehn- ten, am knochigen Theile, von der eilften, naͤher beim Knorpel, und von der Spizze der zwoͤlften ALBIN. ang. Ort. wins- low. n. 73. hervor. Seine mehre- I. Abschnitt. Die Brust. mehresten Anfaͤnge legen sich zwischen die groͤssern Seh- nen des gezakkten Muskels ALBIN. T. I. spigel. L. IV. T. IV. u. s. f. ein, abwerts nehmen sie an Groͤsse ab, so daß die lezten kaum die Gestalt eines Zak- kens uͤbrig behalten, und gerade sind ALBIN. T. 13. f. 1. 2. . Alle Zakken, naͤmlich bis zur zehnten Ribbe, nehmen ihren Ursprung von der Vorderseite, und dem untern Rande, und ihr Anfang, wo sie der Queere nach laufen, ist ansehnlicher, wo sie absteigen, kleiner. Er vermischt sich mit den Zwi- schenribbenmuskeln, mit dem breitesten, mit dem grossen gezakkten, und dem Brustmuskeln durch verschiedne Gebuͤnde ALBIN. LIEVTAVD. S. 251. winsl. n. 76. . Die oͤbersten Fasern sind die kuͤrzesten, arten zu erst in eine Sehne aus, und werfen sich erst uͤber die Ribben, und dann auch uͤber den geraden Muskel. Die folgenden sind fleischiger, und bei den untersten Ribben ebenfalls kurz. Die oͤbersten, welche uͤber die Ribben weglaufen, verlieren sich vor Duͤnnheit in der Gegend der sechsten, siebenden Ribbe, und des Untertheils des Brustkno- chens ALBINVS. . Die untersten Fasern entspringen von den untersten Ribben, und haͤngen sich an den Rand und Kamm des Darmknochens ALBIN. f. 1. 2. winsl. n. 79. , von der vordern obern Graͤte, ruͤkkwerts, und an die Hinderlefze des Kammes. Alle uͤbrige fangen sich mit einer sehr breiten Sehne an, welche einwerts herabsteigt, vor dem geraden Muskel, den ganzen Bauch lang, und einen Theil der Seiten bei den kurzen Ribben, nach innen zu her wandert, bis sie endlich mitten am Bauche mit den aͤhnlichen sehnigen Fasern der wechselweisen Seite verwikkelt verschwindet CARP. Isagog. S. 5. b. achillin. S. 111. albin. f. 2. S. 277. winslow. n. 86. , nach- dem sie auch von den schiefen aufsteigenden der andern G 3 Seite Das Atemholen. VIII. Buch. Seite durchflochten worden ALBIN. ebendas. san- torin. S. 101. . Zu dieser breiten Seh- ne koͤmmt, von hinten zu, noch eine andre aͤhnliche Aus- spannung von dem kleinen schiefen Muskel hinzu ALBIN. f. 4. cowper. T. 14. B. . Die mittelsten Fasern steigen bis zu ihrem Ende nieder- werts: die oͤbersten Fasern liegen in der Queere ALBIN. S. 277. spi- gel angef. Ort. , oder sie steigen herauf; die untersten steigen nieder, beugen sich zuruͤkke, und gehen wieder in die Hoͤhe ALBIN. f. 2. conf. T. I. . Der unterste Theil dieser sehnigen Ausspannung en- digt sich auf verschiedne Weise. Der obere ALBIN. f. 2. conf. T. I. IV. kleine, oder ihre vordre Saͤule, wendet sich zu derjenigen Ver- einigung beider Muskeln, welche man gemeiniglich den weisen Strich nennt, und welche er vollstaͤndig machen hilft, damit sich die Fasern des Muskels mit ihrem sehni- gen Bogen umbiegen, und diejenige Fasern, welche vom Darmknochen entspringen, wieder gegen den Nabel zu zuruͤkke kehren moͤchten Eben der, ebendas. T. I. und T. 1. 3. und f. 2. . Die untersten Fasern endi- gen sich theils bei der Vergliederug des Schamknochens, theils durchkreuzen sie sich uͤber derselben weg, und endi- gen sich wechselweise an dem Schamknochen ALBIN. f. 2. k. S. 277. winsl. S. 82. . Die untere und dikkere Gaͤule ALBIN. w. w. f. 2. conf. v. T. 1. hat unterwerts einen viel festern Rand ALBIN. S. 278. , allein sie wird dennoch nicht von einer verschiedenen Sehne des schiefen Muskels ge- halten, daß sie den Namen eines besondern Bandes zu fuͤhren noͤthig haͤtte Den Namen Fallopisches Band, da es von diesem beruͤhm- ten Manne in obs. anat. S. 91. b. beschrieben, oder Pupartisches, da es von diesem in hist. de l’ A- cad. des scienc. 1705. obs. 5. an- gemerkt, belieben andre. Band nennt es auch moulins myol. S. 6. von der Aponevrosi des schiefen Muskels, unterscheiden es gvnzivs de herniis. S. 16. ni- colai de direction. vasor. S. 78. winsl. . Denn ob der Rand gleich dikk zu I. Abschnitt. Die Brust. zu seyn scheint, so verduͤnnt er sich dennoch zu ei- nem gleichfoͤrmigen Sehnenbande ( aponeurosis ), und er laͤßt sich vom Knochen, an den er angeleimt ist, ohne Verlezzung abheben, und endlich, so entsteht er offenbar von den Fasern des schiefen Muskels. Es zerstreuen sich einige Fasern dieses Randes, sie laufen oben uͤber die Huͤfte, uͤber dem Fette fort, sie be- dekken den Schneidermuskel, und die Druͤsen der Scham- seite PLEEN. ang. Ort. S. 6. winsl. n. 85. flvrant, Splanchnol. T. I. S. 138. . Jm uͤbrigen begiebt sich diefe untere Saͤule zum Schamknochen ALBIN. f. 2. x. S. 277. , und zu dem hervorragenden Horne dieses Schamknochens, wo sich der Queerstrich dieses Knochens endigt, und haͤngt sich an diesen Queerstrich in der der Gegend, welche sich von der Zusammenwachsung der Schamknochen gegen das Huͤftbein wendet. Zwischen diesen zwoen Sehnengeweben entstehet nun eine gleichsam dreiseitige Luͤkke ALBIN. f. 2. T. I. fast zu augenscheinlich; denn es hat der Kupferstecher nicht uͤberall auf den Platten des vortrefl. Mannes, den Unterscheid der Sehne vom Fleische, und einer zarten und groͤbern Seh- ne getroffen. Man vergleiche fan- ton. S. 16. , welche oben enge, nie- der und vorwerts breit, doch aber nicht voͤllig von Fasern blos ist. Es verbreiten sich naͤmlich, von der untern Saͤu- le her, viele sehnige Fasern, die ein abwerts erhabenen Bogen bilden, uͤber dieser Luͤkkeweg, herauf nach der obern Saͤule. Mehrentheils sind darunter einige so stark, daß sie diese Luͤkke in zween Theile absondern, durch deren ei- nen etliche Rerven herauskommen. Aus der obern gros- sen Luͤkke aber, hinter der Saͤule, ferner unter der Saͤule, G 4 und winsl. n. 80. u. f. pleen de musc. abdom. S. 8. garen- geot in Splanchnolog. willi de hernia crurali n. 5. D. koch. von eben dem Bruche. Mit uns vereiniget beide morgagn. ad- versar. III. S. 2. und albin. im angef. Kapit. der ber. pott of ruptures. S. 6. disdier. Sar- colog. S. 177. GVNTZ. S. 14. Das Atemholen. VIII. Buch. und vor der untern Saͤule, begibt sich ein Strikk Saa- mengefaͤsse, nebst einigen Nerven, Gefaͤssen, und den Hodenheber nieder; an Frauenzimmern thut es das rund- liche Mutterbund, und zugleich einige Nerven; und eben dieses ist die Gegend der Bruͤche, weil diese nicht zusam- menhaͤngende Sehne hier das Darmfell schlecht be- schuͤzzt Hievon anderswo, und wenn die Rede von den Zeugungstheilen seyn wird. Comment. ad Boerhav. T. V. P. I. S. 284 u. f. . Jndessen verdient die Luͤkke weder den Na- men eines Ringes, noch einer eifoͤrmigen Figur ALBIN. S. 278. winsl. n. 84. u. f. , wie solches, nebst uns, vorlaͤngst schon der vortrefliche Gunz angemerket hat S. 14. Daß er sich zu einem Bogen bilde, wenn die breite Bin- de durchschnitten worden casse- bohm. posth. . Dieses bisher zerlegten Muskels Verrichtungen sind nun vielfach, doch es gehoͤrt vor andern hieher, daß er um den vordern Theil des Bauches einen sehr weiten Guͤrtel herumzieht, woran das Fleischige hinten, und die- sehnige Breite vorne zu liegen koͤmmt. Wenn sich also dieses Fleischige zusammenzieht, so druͤkkt sich die vorde- re Erhabenheit des Bauches nach hinten zuruͤkke ALBIN. S. 279. , und es wird zugleich alles dasjenige in die Hoͤhe getrie- ben, was vom Darmfelle umspannt wird. Solcherge- stalt werden die Leber, Milz, Magen, Gedaͤrme und selbst die Nieren, gegen das Zwerchfell zu getrieben, und da dieses Zwerchfell wieder in die Hoͤle der Brust herauf- tritt, so wird dadurch der Bezirk der Lunge kleiner einge- schraͤnkt. Das Brustbein versichert er, nebst seinen Gehuͤlfen, daß es dem vordern Zizzenmuskel eine feste Grundlage geben koͤnne WINSLOW. non ergo ef- fugere potest in cognoscend. morb. errores anatomes minus gnarus. . Die I. Abschnitt. Die Brust. Die Ribben zieht er, da er unten feste ist, ge- gen den Schamknochen, und Darmknochen herab, und zuruͤkke ALBIN. S. 279. . Seine uͤbrige Verrichtungen lassen wir hier ausser Acht. § 29. Der aufsteigende schiefe Muskel. Dieser wird auch sonst der kleine, und innere, oder den Knochen naͤher, und von der Haut weiter abliegende genannt. Er haͤngt sich an den festen Theilen auf vielfa- che Weise an. Mit seiner sehnigen und duͤnnen Aus- spannung, die sich mit dem Ursprunge, des untern gezakkten vereinigt ALBIN. S 350. , koͤmmt er von einigen graͤtigen Fortsaͤzzen Drei ALBIN. S. 281. u. f. 3. T. 13. Es hat es auch fan- ton diss. anat. ed. 1745. S. 47. der Lendenwirbel Man vergleiche den santo- rin. c. IX. n. 1. vesal. L. II. c. 31. spigel. S. 108. Denn die mehresten lassen es ausser Acht. , des Heiligbeins ALBIN. f. 3. , ferner von einigen Queerfortsaͤzzen der Lenden ALBIN. ebendas. fan- ton ebendas. zum Vorschein, deutlicher koͤmmt sein Ur- sprung, und zwar erst sehnig, hierauf fleischig, von dem ganzen Kamme WINSLOW. n. 88. vergl. evstach. T. 32. spigel. L. IV. T. 9. cowper. T. 15. B. al- bin. T. 13. f. 4. 5. des Darmknochens, von der vordern und obern Graͤte, hierauf von ruͤkkwerts her, und zum Theil auch, einige Zoll lang, von der untern starken Saͤule des schiefen Muskels ALBIN. S. 281. fallop. S. 91. h. winsl. n. 91. , der da niedersteigt, her, welche Saͤule man hin und wieder vor ein Band zu hal- ten pflegt. Aus diesem Anfange erwaͤchst dasjenige ge- sichelte Fleisch, welches die Sehne des grossen schiefen Muskels bedekkt. An diesem Fleische habe ich zu zweien malen, unter der zehnten Ribbe, diejenige Sehnenzuͤge G 5 gesehen, Das Atemholen. VIII. Buch. gesehen, dergleichen am geraden Muskel bestaͤndig sind. Ausserdem wenden sich die oͤbersten Fasern dieses Flei- sches ALBIN. T. 13. f. 4. 5. T. I. , die mittlern, und uͤberhaupt die mehresten laufen, vom Nabel selbst an, der Queere nach Von einigen ALBINVS ebendas. . Jhr Ende ist vielfach ALBIN. ebendas. ev- stach. T. 32. 35. spigel. T. 10. . Es werfen sich naͤmlich die obern Fasern in einige der untern Fleischtheile Winslow n. 89. auch in den Brustknochen. Sie werden auf der 7. 8. 9. 10. 11. Tafel nostr. vas. poster. vorgestellt. , die flei- schigen an den Knorpel der zwoͤlften Ribbe, und diese steigen mehrentheils gerade uͤber sich in die Hoͤhe SPIGEL. T. 10. L. IV. den knochtgen Theil fuͤgt albin. noch hinzu. S. 282. aber nicht breit T. 13. f. 5. . An der eilften endigen sie sich ziemlich breit an dem untern Rande ALBIN. f. 5. klein. , und an der zehnten ebenfalls bei dem Knor- pel ALBIN. f. 4. 5. . Die sehnigen endigen sich vielmehr an dem Knorpel der neunten Blos am Knorpel. albin. f. 4. 5. , an einem kleinen Stuͤkkchen der achten, an dem ganzen Rande der siebenden, und an dem zugespizzten Knochen ALBIN. S. 282. 283. ferner douglass. und gvnz. S. 11. . Von da an faͤngt sich die sehr ansehnliche Sehne an zu bilden, welche ferner den vordern Theil des Bauches vollendet. Diese Sehne hat gleichsam eine gedoppelte COLVMBVS de re anat. L. V. S. 142. winsl. n. 93. u. f. santorin. c. 9. n. 3. albin. f. 4. 5. Seite, eine vordere und hintere. Die vordere SPIGEL. T. 10. m. m. cowper. T. 15. albin. f. 4. g. g. f. 5. o. o. , zeigt sich vor dem geraden Muskel, und sie haͤngt, mit ih- rer inwendigen Mitte Ganz, aber unrecht winsl n. 93. , an einem aͤhnlichen Sehnenban- de des grossen schiefen Muskels, durch eine unscheidbare Vereinigung, feste, und sie endigt sich in dem weissen Striche, da, wo sie sich mit ihrer Gehuͤlfin, und mit dem I. Abschnitt. Die Brust. dem grossen schiefen Muskel in den durchkreuzzten Fa- sern SANTORIN. S. 158. verliert. Die oͤbersten der sehnigen Fasern steigen in die Hoͤhe, die untersten steigen herab, die innersten liegen nach der Queere. Die hintere Platte CARPVS in mvndin. S. LXXXVI. b. albin. ang. Ort. f. 4. k. k. f. 5. t. t. T. I. diese Platte hat auch marchett. phil. transact. n. 307. geht uͤber dem Nabel mit einer aͤhnlichen Sehnenausspannung des Queermuskels, hinter dem geraden Muskel fort, und endigt sich in dem weissen Striche. So verhaͤlt sich auch beinahe der halbe Theil unter dem Nabel; allein der uͤbrige Theil des Mus- kels steiget, ohne alle Hinterplatte ALBIN. S. 282. f. 4. 5. gvnz S. 11. vor dem geraden Muskel, mit einfachen Fasern zum Schamknochen nie- der, so daß nun also einzig und allein die vordere Platte uͤbrig ist. Der gerade Muskel aber liegt auf der Darm- haut auf GVNZ S. 11. , wie wir an einem andern Orte vernehmen werden. Es endigen sich die untersten Fasern dieses untern Theils, und einfachen, schief aussteigenden Muskels, in dem Hoͤkker des Schamknochens WINSL. n. 91. albin. f. 4. 5. , an der, gegen die Oefnung zu, erhobnen rauhen Linie, und an die Zusam- menwachsung des Schamknochens selbst, oberhalb dem Ende des schief absteigenden Muskels. Jch habe in die- ser Gegend, vom Queermuskel zum schiefen Muskel, ein Gebuͤnde laufen gesehen, welches zugleich in den Scham- knochen eingefuͤget war. Jch kann nicht finden, daß er zu dem Ringe der Saamengefaͤsse etwas beitragen sollte. Da sich sein un- terer Rand ehe endigt, als Gefaͤsse hinzukommen, wel- che Das Atemholen. VIII. Buch. che unterhalb diesem | Muskel GVNZ. S. 18. lievtavd. S. 253. verdier. S. 25. bar- beavt. Splanchnol. S. 78. platner de hydrocele. S. 12. , und oberhalb dem Darmknochen herablaufen. Er gebiert in der That den Hodenheber ( cremaster ), diesen Begleiter der Saamen- gefaͤsse, und es pflanzen sich bisweilen unter dem Saamen- strikke einige herumirrende Fasern fort. Und diese Fa- sern sind bisweilen die Ursache gewesen, daß beruͤhmte Maͤnner auch dieses Saamenschnur selbst unterhalb die- sem schiefen Muskel herausgeleiter ALBIN. S. 283. f. 4. 5. evstach. T. 32. spigel. T. 10. fanton hist. anat. letzte Ausg. S. 48. , und einen Theil des Saamenringes dazu gezogen haben. Beiderlei Ver- schiedenheit im Baue hat J. B. Winslow n. 94. , ich da- gegen die erste Art, bestaͤndig gesehen. Er hat mit dem vorhergehenden fast einerlei Verrich- tungen, er zieht ganz offenbar die Ribben nieder, und ruͤkkwerts ALBIN. S. 281. , indem er von dem Darmknochen zu den Ribben, noch staͤrkere Fasern heraufsendet. Zugleich druͤkkt er den hervorragenden Bauch gegen die Ruͤkken- wirbel zuruͤkke, und das mit noch groͤsserm Nachdrukke, weil er den Ursprung von diesen Wirbeln hernimmt, und folglich thut er dem Zwerchfelle Widerstand, wel- ches den Bauch ausdehnt. Da der gerade Muskel lang ist, so haͤlt er diesen durch eine breite, und ge- doppelte Sehne im Zaume. Seine andre Geschaͤfte, welche zum Atemholen wenig beitragen, uͤbergehe ich vor dismal. Unter die Verschiedenheiten kann man einen besondern Muskel rechnen, welcher sich zwischen die zween aufstei- genden in die Mitte lagert WEITBRECHT com- ment. Acad. Petrop. T. IV. S. 260. , oder den, zwischen dem Queermuskel, und schief aufsteigenden entdekkten Muskel, welcher mit dem Brustmuskel vereinigt gewesen RHODIVS mantiss. anat. n. 6. 7. , der- gleichen I. Abschnitt. Die Brust. gleichen auch Gunz vom Fallopischen Bande entstehen, und in dem Sehnenbande des Queermuskels geendigt ge- sehen hat GVNZ S. 18. . §. 31. Der Queermuskel. Dieser Muskel ist dem vorhergehenden uͤberhaupt aͤhn- lich, eben so vermoͤgend, den Bauch zusammen zu schnuͤ- ren, und er umgiebt die Mitte des menschlichen Koͤrpers, nach der Art eines umgelegten Guͤrtels. Er entspringt von der aͤussern Saͤule, des schiefen absteigenden ALBIN. S. 286. winsl. n. 111. , und dem Rande des Darmknochens ALBIN. S. 285. T. 14. f. 1. 2. T. 7. 6. , fast ganz und gar, mehr vorne her, als der schiefe kleine, er ist von der Beugung des hintern Kamms zur vordern obern Graͤte von hinten sehnig, vorne her fleischig, ferner entspringt er von drei, oder vier ALBIN. S. 285. T. 14. f. 3. evstach. T. 37. Fortsaͤzzen, und dem untersten Queerfortsazze des Ruͤkkens ALBIN. ebendas. . Sein von den Wirbelbeinen herruͤhrendes Sehnen- band ist gedoppelt; daran laͤuft eine Seite WINSLOW. n. 109. 110. albin. S. 285. 286. von den Queerfortsaͤzzen vor dem langen Lendenmuskel, dem laͤng- sten und dem vierekkigen vorbei; die hintere Seite koͤmmt von den Graͤten der Wirbel hinter diesem Muskel ALBIN. T. 7. u. S. 285. 286. evstach. T. 37. 38. zwei Blaͤtter, die den Vierckksmuskel in sich nehmen, beschreibt garen- geot myot. nov. S. 43. . Diese hintere Bandseite ist mit dem Sehnenbande ( apo- neurosis ), des schiefen innern, uud gezakkten untern Muskels verbunden Dieses verwirft tabar- ran. obs. 10. doch man schlage den albin. nach. S. 268. T. 14. f. 3. t. t. und daher ist es vielleicht gekom- . Ueber den Graͤten der Wirbel- beine Das Atemholen. VIII. Buch. beine weg, fliest der rechte Muskel einigermassen mit dem linken in eins zusammen ESCHENB. anat. S. 684. . Dieser Muskel entsteht ferner von der zwoͤlften Rib- be, uud ist, von der Spizze an, in ziemlicher Laͤnge seh- nig ALBIN. f. 2. evstach. T. 37. 38. : von der knorplichen Spizze der eilften ALBIN. f. 1. , und vom obern Theile der innenn Flaͤche derselben: von der innern Flaͤche, die knorplich ist, bis zum Knochen, ist er fleischig und sehnig ALBIN. ebendas. : von der innern Seite der neun- ten, weitvom Knochen und Knorpel ALBIN. ebendas. , von der innern Flaͤche der achten, weit vom Knorpel Ebendas. : von der innern Flaͤche der siebenden ebenfals weit vom Knorpel ALBIN. ebendas. : von der innern Flaͤche der sechsten Ribbe vom aͤussersten Kno- chen und Knorpel ALBIN. S. 285. u. angef. Kupf. . Bei der 12. 11. 10. und neunten Ribbe, vereinigt er sich mit dem Zwerchfelle VESAL. L. II. c. 35. und sein Nachfolger, hernach, als von einer ganz neuen Sache. c. bar- tholin. diaphr. struct. nov. S. 26. ferner santorin. c. 8. n. 9. spigel. T. IV. T. 12. cowper. T. 16. albin. von diesem Bezirke. Die Vereinigung leugnet Winslow n. 108. Doch ich habe mit Genau- igkeit gesehen. , bei der sechsten, mit den Brustbeinribbenmuskeln T. 14. f. 1. , bisweilen auch mit den Zwi- schenribbenmuskeln, ferner bei dem zugespizzten Knorpel mit seinen Nebenqueermuskeln ALBIN. S. 287. . Alle diese Anfaͤnge verwandeln sich in ein gesicheltes Fleisch ALBIN. T. 7. evstach. T. 33. 37. 38. cowper. T. 16. , welches sich vorne her um die Lenden herumbiegt, und zu einem sehr breiten Sehnenbande wird EVSTACH. T. 33. cow- per. T. 16. . Die- ses haͤngt am aufsteigenden schiefen Bauchmuskel feste an, wobei der Queermuskel fruͤher, der aufsteigende spaͤter, eine gekommen, daß einige drei Blaͤtter an diesem Sehnenbande zaͤhlen, quesnai de la gangrene. S. 151. barbavt in Splanchnol. u. f. S. 80. flvrant. Splanchnol. T. 1. S. 146. I. Abschnitt. Die Brust. eine sehnige Natur bekoͤmmt Der sehnige Zwischenraum zwischen beiden Muskeln, und dem geraden, wo kein Fleisch ist, wird die Halbmondenlinie des Spiegels ge- heissen. L. IV. T. 9. h. h. winsl. n. 114. . Das Sehnenband des Queermuskels haͤngt eigentlich an seinem obern Theile, an der Seite des untern Schwerdknorpels an ALBIN. T. 14. f. 1. T. 6. . Eben dieses haͤlt den Bauch, bis zum Schamknochen, zusammen, geht oberhalb dem Nabel mit der hintern Platte des Seh- nenbandes des innern schiefen Muskels, hinter dem gera- den Muskel, fort ALBIN. S. 287. f. 1. π φ und f. 2. T. 6. , ist damit unzertrennlich verbun- den RIOLAN. S. 649. , und bewegt sich zum weissen Striche fort, wo es mit dem Nebenfleische verwikkelt ist. Dennoch ist die- se Seite viel schwaͤcher, als das vordere Blat, welches aus beiden schiefen Muskeln zusammengewachsen ist. Un- terhalb dem Nabel ist das Sehnenband des Queermus- kels einigermassen, und ebenfalls mit dem kleinen schie- fen, zu dem Hinterblate der Scheide des geraden Muskels, zusammengewachsen ALBIN. f. 1. bei v. f. 2. bei z. spigel. T. II. L. IV. P. P. T. 12. k. k. winsl. n. 114. . Unterwerts vereinigt es sich theis mit dem Sehnenbande des schiefen aͤussern Muskels, vor dem geraden her, da wo kein innerer ist COWPER. 1724. S. 5. albin. S. 287. , theils brei- tet es sich hinter dem geraden mit einigen zerstreueten, und nicht in ein Stuͤkk fortgehenden Gebuͤnden, die zum Theil die Darmhaut blos liegen lassen ALBIN. T. 6. ß. ß. , und auch zum Theil mit demselben in Vebindung stehen. Endlich haͤngen sich die untersten Fasern dieses Mus- kels mit dem schiefen innern an den Schaamknochen ALBIN. S. 287. , hinter dem schiefen innern weg, mit keiner grossen Seh- ne an. Saamen- Das Atemholen. VIII. Buch. Saamengefaͤsse Hiermit stimmt uͤberein der vortrefl. morgagn. advers. II. anim. XI. i. b. winsl. n. 112. albin. S. 288. ios. lievt. angef. Ort. haenel de morb. scrot. S. 9. der ber. verdier. l. c. barbaut. Splanchnol. S. 80. garengeot in dem Werke un- ter eben der Aufschrift. S. 183. Myorom. S. 48. dvverney. Myotomol. S. 24. fanton in den neuern anat. Dissert. S. 50. , welche in einiger Entfernung vom Queermuskel unterhalb dessen Rande herabgiengen, laͤst dieser Muskel nicht durch sich durch, und ich sehe auch nicht, was hier beruͤhmte Maͤnner hinter das Licht gefuͤh- ret haben muͤsse GVNZ de herniis. S. 18. douglass. u. f. blegny des hern. S. 16. , indem sich der Queermuskel mehr nach oben zu, als der untere schiefe, endigt, der nicht ein- mal einen Ring hat. Jm uͤbrigen liegt dieser Muskel nicht so gar der Queere nach, daß nicht seine oͤbersten Fa- sern ein wenig in die Hoͤhe gehen solten, und die unter- sten niederwerts liefen ALBIN. S. 286. evsta- chivs. T. 33. winsl. n. 111. Dieser Muskel, von einem haͤutigen und fetten Striche durchlaufen. Ephem. nat. curios. Dec. II. ann. 2. obs. 128. . Man hat an diesem Fleische bisweilen einige Scheidewaͤnde bemerkt SALZMANN. obs. S. 25. . Doch die- ses geschicht selten. Einen besondern Queermuskel hinter dem vorigen, der diesen durchkreuze, und der an der zwoͤlften Ribbe eingepflanzt gewesen, hat ein beruͤhmten Mann ESCHENB. anat. S. 656. bisweilen angetroffen. Es treibt dieser Muskel die gesamte Eingeweide des Bauches gegen die Ruͤkkenwirbel zu, und er druͤkkt sie in die Hoͤhe, woferne das Zwerchfell lose gespannt ist, und herab, wenn in eben dieser Zeit das Zwerchfell, mittelst eigner Kraft, niedersinkt. Er vermag selbst das Zwerchfell in so ferne lose zu ma- chen, daß er die Ribben zuruͤkke, und die rechten Ribben von den linken niederzieht ALBIN. S. 288. , indessen daß das Zwerchfell die rechte Ribben gegen die linken naͤhert. Bevor I. Abschnitt. Die Brust. Bevor wir diesen Muskeln den Abschied geben, muͤs- sen wir noch, wie billig, mit dem Albin S. 288. die An- merkung machen, daß beide schiefe Muskeln, und zu- gleich auch der Queermuskel an beiden Seiten einen sehr grossen Guͤrtel machen Daß die Queermuskeln den zweibaͤuchigen, und die uͤbrige Bauchmuskeln ausmachen eschenbach. S. 684. , welcher von den Ruͤkkenwir- beln, und den Ribben, seinen Anfang nimmt, und rings um das herumgelagerte Darmfell die Eingeweide des Bauches zusammen haͤlt, damit sie nicht heraustreten moͤgen, der niederpressenden Kraft des Zwerchfelles ent- gegen wirkt, das Eingeweide zuruͤkke druͤkkt, und nach der obern, oder untern Gegend, hin treibt, wo diese loser ist, und also weniger Widerstand thut. Aus dem Grun- de entstehen Bruͤche, blos da, wo die Kraft dieser Mus- keln schwaͤcher ist, welches sich von den Wunden, oder dem Fehler des Fleisches, der Schwaͤche der Sehne er- aͤugnet, und zwar um den Nabel, bei dem Ausgange der Saamengefaͤsse, oder dem Durchgange der Huͤf- tengefaͤsse. Es ist die Beobachtung ganz artig, daß die Seh- nenbaͤnder ( aponevroses ) dieser Bauchmuskeln fast aller Orten vom Fleisch unterstuͤzzet werden, daß das Fleisch des einen, der Sehne des andern zu Huͤlfe koͤmmt, und die geraden Muskeln die Schwaͤche des mittlern Sehnen- bandes der schiefen Muskeln schadlos halten BARBAUT. angef. Ort. S. 86 . §. 32. Der gerade Bauchmuskel. Ob dieser gleich den Bauchguͤrtel zu bilden, nicht, wie der vorhergehende, das seinige mit dazu beitraͤgt, so zie- het er dennoch die Ribben herab, und er ist ein Gefehrte der H. Phisiol. 3. B. H Das Atemholen. VIII. Buch. der vorigen Muskeln. Er ist in so fern gerade, daß er unterwerts schmaͤler SPIGEL. L. IV. T. 11. , und dennoch seinen Nebenmus- kel naͤher ist, er ist oben breiter, und entfernt sich vom rechten Muskel der andern Seite schon mehr WINSL. n. 102. gvnz. S. 8. evstach. T. 33. al- bin. T. 2. . Er nimmt unten her einen gedoppelten Ursprung, beide schrei- ben sich vom Schamknochen her; oben entspringt er bei der Zusammenwachsung derer Schamknochen, wo er dikker und kuͤrzer ist DOUGLASS. S. 3. al- bin. S. 283. u. T. II. a. b. c. winsl. wie es das Ansehn hat. n. 101. ; unten ALBIN. S. 288. doch will er ihn nicht uͤber die Zusammen- wachsung heraussezzen, und er macht es geschlanker. d. e. , und inwendig ist er geschlanker bei eben diesem Knorpelgelenke, und er durch- kreuzt sich uͤber den schrammigen Koͤrpern der Mansruthe, so daß der rechte Muskel vom linken Knochen, und der linke, so umgekehrt, vom rechten Knochen, zu beiden Seiten jenseits der Zusammenwachsung, her koͤmmt. Jch beschreibe es, wie ich ihn in der That gefunden habe. Von diesem sehnigen Anfange verwandelt er sich in das fleischige Wesen, und er wird zugleich allmaͤlich brei- ter, und weniger dikk Jn den Kupfern des Spi gelius. : er steigt in die Hoͤhe, er ver- mischt sich uͤber dem Schamknochen, einige Zoll lang, zwischen der Darmhaut, mit etlichen wenigen Fasern des Queermuskels, wie auch zwischen der Sehne beider schie- fen, und des Queermuskels; hierauf zwischen der sehnigen Ausspannung des kleinen schiefen, die sich mit dem Queer- muskel vermischt, zwischen eben dieses schiefen, mit dem grossen schiefen zusammengeleimten Sehnenbande, end- lich zwischen den Ribben selbst, und der zarten sehnigen Bedekkung, welche durch die Zusammenkunft des Brust- muskels, des grossen schiefen, und der Zwischenribbenmus- keln gemacht wird. Er fuͤgt sich aber, gleichsam wie die Stufen einer Leiter, an den Knorpel der siebenden Rib- be, I. Abschnitt. Die Brust. be, mit einem grossen Ende, und zwar unterwerts ALBIN. S. 290. T. II. u. T. 13. f. 6. o. o. evstach. T. 33. 32. Es hat ihn Winslow auch nach der achten Ribbe kommen gesehen, die er ihm uͤberhaupt bei- legt. n. 98. , ganz nahe am Brustknochen an: mit dem andern En- de ALBIN. T. II. u. T. 13. f. 6. p. p. evstach. T. 33. 32. haͤngt er sich an den Knorpel der sechsten, in schie- fer Linie, und ziemlich breit an: mit dem dritten Kopfe grenzt er an dem Knorpel der fuͤnften Ribbe, und deren unterm Rande an ALBIN. T. II. u. T. 14. q. q. cowper. T. 2. evstach. T. 32. 33. Auch zum knochigen Theile kaavw. ang. Ort. S. 266. und zur vierten Ribbe. S. 259. . Bisweilen scheint noch, nach den Zeugnissen beruͤhmter Maͤnner, eine Einfuͤgung ganz un- ten bei dem untersten Theil des Brustknochens Plazz zu finden cowper, winsl. n. 99. albin. schloß es aus, doch sezzt er die Fasern ganz nahe bei. T. II. wie auch kaavw. S. 267. der es ge- nau untersucht hat. . Er laͤuft auch mit den, von den Zwischen- ribbenmuskeln entstandnen Baͤndern dergestalt in eins fort, daß man dieses vor Anfaͤnge des geraden Muskels halten koͤnnte, womit er sich in die fuͤnfte Ribbe hinein- wirft. Es ist aber, wiewohl selten, auch gesehen worden, daß sich der gerade Bauchmuskel nicht einmal in diese Grenzen einschlissen laͤst, sondern eben so, wie er am Hunde pflegt VESAL. L. II. T. 5. r. s. t. dergleichen Muskel hat auch am Menschen gesehen cabrolivs. und i. sylvivs. , uͤber die ganze Brust hinauf steigt, und sich an der oͤbersten Ribbe, oder dem oͤbersten Brustkno- chen einfuͤgt ALBIN. S. 291. , oder nach der Sehne des Schluͤssel- beins WEITBR. comment. Pe- trop. T. IV. S. 26 . , die sich unten anhaͤngt, und zur siebenden und sechsten Ribbe fortgeht ALBIN. eben das. . Der vortrefliche Kaauw Nov. Comment. T. II. S. 269. T. XI. f. 2. hat ihn vom Brustknochen entstehen, und wieder zum Brustknochen zuruͤkke kehren, wie auch ferner in den Brust- H 2 knochen Das Atemholen. VIII. Buch. knochen, und der Zizzenmuskelssehne eingefuͤgt gesehen Eben das. T. 12. und wilde Tom. 12. t. 8. f. 5. . Jch habe diesen Muskel einmal von dem Knorpel der vier- ten Ribbe zum Brustknochen laufend gefunden Fascic. VI. T. I, N. . J. Rhodius hat diesen Muskel mit dem Brustmuskel ver- einigt gesehen Mantiss. obs. 7. Man ver- gleiche kaavw. ang. Ort. S 279. , man hat noch einen andern, ziemlich aͤhn- lichen Muskel, als eine Fortsezzung des geraden, aber von der sechsten, siebenden Ribbe, vom Brustknochen, und dem schiefen Bauchmuskel, herkommen gesehen Er ist dem sehr aͤhnlich, wel- cher in der hist de l’ Acad. 1734. S. 50. 60. beschrieben wird; und 1726. S. 27. . Jm uͤbrigen verwandeln sich, oberhalt dem Nabel, die Fleischfasern des geraden Muskels, an ein zweien Jch habe es in eilf Menschen- koͤrpern so befunden viermal. So zeigt cowper. T. 15. 16. spi- gel. L. IV. t. 10. u. 11. jenty T. 1. f. 1. , drei- en Bei eben so viele, habe ichs sechsmal so gefunden, die Nabel- schriften mitgezaͤhlt. Drei hat auch albin. S. 290. und T. II. an beiden Seiten, u. T. 13. f. 6. ferner cowper. T. 2. vesal. T. 5. L. II. spigel. T. 11. evstach. T. 32. vesal. angef. Ort. rio- lan. S. 314. vink van spie- ren. S. 228. , bis vier Stellen Bei einerlei Anzahl habe ichs so ein einzigmal gesehen. Unter dem Nabel die Aufschrift vink, eben das. , entweder ganz und gar in ein sehniges Wesen, oder wenigstens doch dem groͤsten Theile ihrer Breite nach. Eine dergleichen Schrift ( inscriptio ), wie man es zu nennen pflegt, verbindet sich mit der vordern Blatseite der breitsehnigen Scheide des geraden Muskels so genau ALBIN. S. 290. ber- tin. Mem. von 1746. S. 399. , indem beide gegen ein- ander Fasern aussenden, und wieder annehmen, daß man sie nicht von einander scheiden kann. Doch es dringt dies sehnige Wesen bis zur hintern Seite des Muskels nicht durch GVNZ. angef. Ort. S. 12. daß es selten durchdringe. albin. S. 280. nicht allemal. winsl. , aber hier haͤngt es auch nicht mit seiner Scheide zusammen. Unterhalb dem Nabel, oder an dem Nabel selbst, I. Abschnitt. Die Brust. selbst, bildet die Natur eine aͤhnliche, aber nicht so viel Breite vom geraden Muskel einnehmende Schrift COWPER. T. 11. 15. 16. wenn ich nicht irre, spigel. T. 10. u. 11. f. Es haͤlt es albin. vor eine Verschiedenheit, und zeichnet T. II. recht. S. T. 13. f. 6. vergl. jenty. angef. Ort. Unterwerts haͤtten die chiefen keine Scheide, waͤren von hinten bedekkt, die geraden Mus- keln laͤgen auf dem Darmselle auf, folglich waͤre daselbst kein Durch- schnitt. bertin. ang Ort. S. 396. Man vergleiche aber damit S. 69. . Ueberhaupt zieht dieser Muskel die Ribben, und zugleich den Brustknochen nieder, er stellt beide wieder her, wenn die- ses etwa von Gegenkraͤften erhoben worden, oder endlich, zieht er es auch, so oft es noth ist, mehr als niederwerts. Da er vor der Erhabenheit des Bauches zur Art von einem Bogen gekruͤmmt ist, so macht er, wenn er sich ver- kuͤrzt, diesen Bogen flaͤcher, und folglich traͤgt er alsdenn den geschwollnen Theil des Bauches, der sich um den Nabel befindet, er druͤkkt den Ruͤkken zuruͤkke, und naͤhert sich dem geschwollnen Magen, oder Grimmdarm. Man kann glauben, daß die Aufschriften etwas zu der Staͤrke des Muskels mit beitragen moͤgen. Denn da dieser sehr lang ist, die mittelsten Fasern von beiden festen Endpunkten sehr weit entfernt liegen, so muͤssen sie nach den Hebelgesezzen dem kleinsten Antriebe weichen. Nun aber, da der Muskel an der Scheide der schiefen Muskeln die in der Wirksamkeit, durch ihr Fleisch gespannt wird, hie und da anhaͤngt, so wird dadurch beiuahe eben das erhalten, als geschehen wuͤrde, wenn statt eines einzigen Muskels, vier oder fuͤnf Muskelstreife, von kurzer Laͤnge, insgesammt uͤber den Bauch ausgespannt waͤren: und wenn nun der Muskel zehnmal kuͤrzer ist, der sich zwischen zwo Schriften einschichtet, so mus dieser auch ihrer Beugung zehnmal mehr Widerstand thun. Aus der Ursache findet sich auch in grossen Thieren eine groͤssere Anzahl von Schriften Jm Pferde, snapi. T. 2. . Der beruͤhmte Bertin fuͤgt hier noch bei, daß die Fasern der schiefen Muskeln ihre Staͤrke von die- H 3 sen Das Atemholen. VIII. Buch. sen Zwischenschichten bekommen, und gleichsam dadurch zu festen Punkten werden Angef. Ort. u. S. 401. 402. . Der Zwischenraum, zwischen den geraden Muskeln, ist in der Schaamgegend klein, gegen die Ribben zu, breit; da wo sich die Sehnen der schiefen und Queermuskeln mit einmischen WINSL. n. 118. , heist die Gegend der weise Srich. Diese durchbort der Nabel dergestalt, daß die Fasern der schiefen Muskeln WINSL. n. 119. , und der Queermuskeln, deren Sei- ten sich aus einander breiten, beinahe einen Ring machen, welcher ehedem die unter allen andern groͤste Blutader in der noch ungebohrnen Frucht, und die zwo vornehmste Schlagadern, nebst der Harnschnur durchgehen lies. §. 33. Das Zwerchfell uͤberhaupt PLATO in TIMÆO. . Wir erzaͤhlen die Geschichte dieses nach dem Herzen edelsten Muskels ganz zulezzt, damit wir sie nach Wuͤrden etwas umstaͤndlicher zu erzaͤhlen freie Hand bekommen moͤgen. Jn den vierfuͤssigen Thieren von warmen Blute scheidet das Zwerchfell CELSVS. L. V. c. 26. cael. avrelian. discrimen dixit tardar. L. III. c. 8. S. 480. die Griechen nennen es φϱενες. hipp. περ ανατ n. 3. ari- stotel. part. animal. L. III. c. 10. plinivs. L. XI. S. 629. rvfvs und pollvx. L. II. c. 12. Segm. 167. u. S. 659. edit. hemster und oribasivs. S. 110. u. f. die Brusthoͤhle von dem Bauche ab, indem in den Voͤgeln einige Haͤute, welche aber den Namen eines Zwerchfels nicht verdienen den Bauch der Queere, und senkrechten Linie nach, in viele Faͤcher abtheilen HARVEI gener. anim. S. 4. Am Strausvogel zeichnen es die Pariser und perravlt essays de physique. T. III. Tab. 18. f. 1. . Thiere von kalten Blute, so viel, als ich I. Abschnitt. Die Brust. ich unter Haͤnden gehabt, haben entweder nichts Deswegen haben nicht alle Thiere, die Blut haben, ein Zwerch- fell, wie Aristoteles angenom̃en part. animal. L. III. c. 10. L. IV. c. 1. Auch die Wallfische haben es, tyson. S. 29. , was einem Zwerchfelle aͤhnlich waͤre, oder doch nur ein haͤuti- ges Ein unvollkommnes Zwerch- fell haben die Fische. rondelet. S. 267. am Stokkfische, scho- neveld. ichthyol. S. 20. am Rochen. (raia piscatrix) char- leton mantiss. anat. S. 77. am Wels. gronov. musc. ichthyol. S. 7. Heering, Leipziger Abhandl. T. IX. S. 120. (doch hier wird es mit dem Herzbeutel vermischt, da man es knorplich nennt). So hat auch eine Membran, einem Zwerch- felle aͤhnlich, das Kamaeleon. Phi- los. Trans. n. 137. die Pariser. . Es hat diese Verzaͤumung im menschlichen Koͤr- pern, welche fast allezeit ihr Leben mit dem Ausatmen beschliessen, eine ungleiche Hoͤhe, und sie ist einigermassen einem Gewoͤlbe aͤhnlich Jn todten Koͤrpern liegt es hoͤher, als in lebendigen Menschen. ber. roeder. thes. anat. n. XI. . Die mittlere Sehne, nach welchen sich von allen Seiten alle fleischigen Theile beque- men, ist durchgaͤngig ein der dikksten Theile des Zwerch- fells, und er steigt gegen die vierte ALBIN. T. IV. fabric. angef. Ort. L. II. c. 8. S. 56. swammerd. de respirat. S. 17. verheyn. T. II. S. 170. , und fuͤnfte Rib- be Gegen die vierte an der rech- ten Seite, in der linken gemeiniglich gegen die fuͤnfte. L. IV. S. 301. hinauf, ist unter der flachen Seite des Herzens ausgespannt, und in Krankheiten, und vor andern, in der Wassersucht Gegen das Schluͤsselbein hinter dem Brustknochen, Phil. Trans. n. 483. Journ. de medec. 1757. Juill. Jm Brustgeschwuͤre, ca- brol. obs. ult. beim Seitenstechen senac. mem. de l’ Acad. 1729. S. 125. bei der andern Ribbe in der Wassersucht. willi stupend. abd. tum. bei der dritten schacher de virg. ascit. S. 3. von einer ver- eiterten Leber. lievtavd. pre- cis. S. 165. unter der linken Brust an einer Krankheit des Eierstokkes. ridley observ. S. 208. , noch viel hoͤher aufgetrieben. Doch wird auch wieder eben dieses Zwerchfell in der Brust- wassersucht herabgedruͤkkt gefunden Bis zum Darmknnchen. schacher. an einem ausge- zehrten. . Doch es steiget an den Seiten sowohl die rechte Sehne, als das rechte Fleisch hoͤher hinauf De musc. diaphr S. 6. al- bin. S. 300. cant ad tab. 4. , so wie dieses an der linken Seite der aͤusserste Fluͤgel thut. H 4 Alle Das Atemholen. VIII. Buch. Alle Enden der fleischigen Theile liegen tiefer, als die Sehne STENONIVS de musc. et gland. S. 10. 11. , und mit diesen fleischigen Theilen haͤngt das Zwerchfell an dem Brustknochen, an den Ribben, und Wirbelbeinen, feste. Die sehr ansehnliche Woͤlbung ALBIN. T. IV. XIV. f. 4. 5. des Zwerchfells fuͤllt die Leber, der Magen, die Milz, und die Niere aus, so daß das Zwerchfell von der Um- zeichnung dieser Eingeweide gleichsam seine Bildung be- koͤmmt. Daher steigt es in der Frucht SENAC. mem. de l’Acad. 1724. S. 171. , in der die Leber sehr gros ist, hoͤher herauf, und es ist alsdenn die Hoͤhle der Brust kleiner. Eben dieses ist auch die Ursa- che, warum das Zwerchfell auch in erwachsnen Menschen an der rechten Seite hoͤher liegt MORGAGN. Epist. anat. I. n. 13. winsl. n. 663. cant. impet. anat. ad T. IV. S. 16. . Was die Span- nung betrift, so geschicht dieselbe in todten Koͤrpern zwar auch von der Luft, welche durch den geoͤffneten Bauch eintritt. Doch daß dieses nicht die wahre Ursache von der Woͤlbung des Zwerchfells sey SENAC. 1724. S. 171. 172. , kann man daraus abnehmen, wenn man die Brust bei geschlossnem Unter- leibe oͤffnet. Denn alsdenn ist es, ob es gleich loser ge- spannt ist, dennoch eben so hoch. Oben auf diesem Ge- woͤlbe liegt das Herz mitten auf, die Seiten nehmen die Lungen ein, und es senkt sich eben diese Lunge hinter den Fluͤgeln, und Seiten des Zwerchfells herab, so daß sie ferner nicht oberhalb, sondern vielmehr hinter dem Bau- che, zu liegen koͤmmt. Wenn man dies Gewoͤlbe mit ei- ner Figur vergleichen will, so ist sein Durchschnitt ellip- tisch, Queer durch breiter Vergl. die Figuren des cow- per und unsre. , gegen achtehalb Zoll: doch ist sein gedoppelter Durchmesser kuͤrzer, sowohl der, welcher vom Brustknochen zu den Ruͤkkenwirbeln geht, und vier Zoll, drei Linien lang ist, als der, welcher hin- terwerts herabgeht, und der fast sechs Zoll betraͤgt. Vor- ne I. Abschnitt. Die Brust. ne ist der Umriß dieses Gewoͤlbes bei dem Brustknochen ausgerandet SANTORIN. obs. anat. c. 8. n. 8. ferner vorlaͤngst vesal. L. II. S. 241. f. ad terram posit. albin. T. 14. f. 5. , und hinterwerts wird er von den An- haͤngseln vergroͤssert. §. 34. Das Fleisch des Zwerchfelles und dessen Anfaͤnge. Da das Zwerchfell von allen Seiten an feste Theile angrenzt, so muß ich sagen, woher es sein Fleisch empfange, und wie es eigentlich entspringe: ich werde aber mehr Schwierigkeit haben, dieses zu zeigen, nicht nur, weil un- sre Erfahrungen selbst unter sich uneins sind, sondern auch die besten Schrifsteller ebenfalls mit einander nicht eins werden koͤnnen, und sich die Natur selbst in diesem Punkte viele Freiheiten heraus zu nehmen pflegt. Das erste Fleischpakk ruͤhrt zu beiden Seiten vom Brustknochen, und dem aͤussersten Horne dessen Anhaͤng- sels, hinterwerts, wo die Leber liegt, her Nach dem albin. S. 300. T. 14. f. 5. e. senac. mem. de l’ Acad. 1729. T. 14. f. 1. 2. F. F. D. D. douglass. S. 64. winsl. n. 658. und vordem galen. de usu part. L. VII. c. 21. und carpvs in Isagoge. Viel- leicht ist dieses der Buͤschel, den der ber. ienty vom Schwerdknorpel zur weissen Linie, gegen den Nabel zu, gehen gesehen, als man ihn zer- schnitten. Course of anatomy T. II. S. 539. 540. wird auch vom Winslow gedacht. . Jch habe gesehen, daß dieser Ursprung des Zwerchfells blos an einer der beiden Seiten vorhanden gewesen, dreimal gemangelt, und er wird von beruͤhmten Maͤnnern Wie vom cowper. entweder weg- gelassen, oder doch vor eine Seltenheit gehalten. Et- was Zellgewebe scheidet hier die rechte Fasern von den linken. Sie steiget gerades weges in die Hoͤhe, und wen- den sich dabei etwas ruͤkkwerts. H 5 Zu Das Atemholen. VIII. Buch. Zu den beiden Seiten dieser Fleischpaͤkke, befindet sich ein ansehnlicher Zwischenraum, der ohne alles Fleisch ist, und da vorgefunden wird, wo die Ribbenhaut an dem Darmfelle aufliegt, wenn solches nicht von zwischen liegendem Fette abgesondert wird; durch diesen Raum lau- fen ansehnliche Aeste der Bruͤstenschlagadern oft nach der Leber zu Nach dem senac. angef. Ort. winsl. n. 659. . Nach diesem nimmt auch noch das Zwerchfell von der innern Seite, und sonderlich von dem untern Rande vieler Ribben, seinen Anfang. Naͤmlich fast mitten am Knorpel der sechsten Ribbe, und das, ein gutes Stuͤkk lang, entspringt, so wie vom Knochen der Ribbe ein fleischiges Pakk, das ich sechsmal wahrgenommen, und welches andre beruͤhmte Maͤnner entweder vor was selte- nes halten, oder doch ausser Acht lassen Die mehresten und fast alle. Doch erwaͤhnt es vesal. L. II. c. 35. . Bisweilen hat es Albin gefunden. S. 301. . Das Zwerchfell treibt auch von der siebenden Ribbe, und deren aͤusserstem knochigen Theile, wie auch sehr vom Knorpel her, naͤmlich fast von dessen halben Oberflaͤche, und der Spizze Fast gegen die Spizze. al- bin. f. 4. , in ziemlicher Breite Zweidrittheile. winslow. 659. n. seine Hoͤr- ner aus. Es wird in dieser Gegend oft mit dem innern schiefen Bauchmuskel verwirrt. Ein andrer Kopf entsteht von der achten Ribbe, wo das knochige angrenzt, und der Knorpel seinen Anfang nimmt Siehe albin. S. 301. , entweder in kleinen Um etwas albin. f. 4. 5. , oder groͤssern Flaͤchen, oder von dem ganzen Knorpel gegen die Spizze zu. Ein andrer Anfang erzeugt sich von dem aͤussersten Knochen der neunten Ribbe Es hat winsl. n. 660. , vom Anfange des Knor- pels, und er geht von da weiter, entweder zum Theil ALBIN. ebendas. f. 4. 5. , oder endlich bis zur Spizze fort. Von I. Abschnitt. Die Brust. Von dem aͤussersten knochigen Theile der zehnten Ribbe Es hat winsl. n. 660. , entsteht ein andrer breiter Kopf, so wie von einem groͤssern, oder kleineren Theile des Knorpels, bis- weilen bis zur Spizze fort ALBIN. f. 4. 5. , und sonst auch von dieser Spizze selbst. Dieser haͤngt auch mit dem groͤssern schie- fen zusammen. Von einem grossen Stuͤkke des knochigen der eilften Ribbe Es erwaͤgt es winslow. n. 660. , und vom Knorpel bis zur Spizze ALBIN. f. 4. 5. 6. , faͤngt sich ein neuer Kopf an ALBIN. f. 4. 5. 6. . Diese fleischige Paͤkke wer- den von haͤufigen sehnigen Queerfasern durchschnitten, und verhuͤllt. Hier wird das fleischige des Zwerchfells durch einen Zwischenraum abgetheilt WINSL. n. 661. , woselbst die Ribbenhaut, die sich zum Seitenanhaͤngsel begiebt, entbloͤst liegt. Endlich koͤmmt entweder blos von der Spizze ALBIN. f. 4. 5. 6. , oder von der halben, auch ganzen zwoͤlften Ribbe WINSL. fast n. 662. , ein Fleischgebuͤnde her, dessen Fasern vorne gerade her- aufsteigen. So oft sie mit keinem breiten Anfange von der zwoͤlften Ribbe entspringen, alsdenn werden diese Fa- sern von einem Bande dargereicht, welches sich von der Spizze der zwoͤlften Ribbe, bis zum ersten Queerwirbel der Lenden verlaͤngert ALBIN. f. 5. 6. x. z. ß. . Doch es geschicht uͤberhaupt nicht selten, daß diese zwoͤlfte Ribbe, ganz und gar keine Fasern zum Zwerchfelle absendet Sie laͤßt weg albin. S. 300. doch fuͤgt er hinzu, daß sie biswei- len da waͤren. S. 301. . Jn der Gegend zwischen dem Zwerchfelle, und dem Lenden-( Psoas ) und Vierekksmuskel treten einige Fasern in einen Zusammenhang So sagt auch winsl. n 662. . Das folgende fleischige wird nun Anhaͤngsel Die alten alle, ferner wins- low. n. 664. u. f. riolan. S. 212. streitet sehr davor, daß es ein einziger sey, gegen den habicot. der von andern Dingen her ein Feind von ihm sey. , oder mit einem einzigen Namen der Untermuskel ge- heissen Das Atemholen. VIII. Buch. heissen. Es giebt ihrer gemeiniglich zu beiden Seiten drei an der Zahl, ein ganz kurzes Anhaͤngsel, ein mittel- maͤßiges, welches sich dem Wirbelbeine zur Seite haͤlt, und ein ganz grosses, welches fast mitten an ihren Koͤrpern aufliegt. Jndessen geschicht es doch nicht selten, daß man vier Anhaͤngsel gefunden ALBIN. DOUGLASS. app. p. 9. und ehedem drelin- court ad manget biblioth. anat. T. I. S. 812. Es hat auch an der rechten Seite drei Anhaͤngsel. c. bartholin. T. I. f, 3. a. a. a. an der linken zwei. stenon. vier, oder drei. S. 8. , wenn noch ausser dem Fleische, welches an der Seite des ersten Lendenwirbels angewachsen, noch aus eben diesem Koͤrper eine tiefere Sehne heraustritt. Folglich koͤmmt der erste fleischige Kopf q. T. diaphr. Erster Kopf des ALBIN. S. 299. Es hat auch dieses CHESELD. angef. Ort. S. 103. und ehedem C. BAR- THOLIN. und DOUGLASS. n. 4. ailes ou parties laterales. winsl. n. 665. , von dem ersten Lendenfortsazze, seltner vom zweeten DOUGLASS. angef. Ort. albin. von beiden Seiten. f. 5. 6. l. m. n. und f. 7. d. c. e. f. , und ge- meiniglich von der rechten Seite, oder vom lezzten Fort- sazze des Ruͤkkens Es erwaͤhnt es auch C. BAR- THOLIN. S. 24. 25. cheseld. drake. , bisweilen von dem linken, aber oͤf- terer vom ersten Fortsazze her. Dieser Kopf geht bis zum untersten Fluͤgel der Seh- ne des Zwerchfelles, und indem er sich nach auswendig hin wendet, gegen die von der zwoͤlften Ribbe entstehen- de fleischige Theile, welche er nach ihrem verschiednen Laufe durchschneidet, so laͤuft er vor dem vierekkigen Len- denmuskel, und er beschreibt einen Bogen, welcher die- sen Muskel hervorzulassen scheint Tab. nostr. dextr. d. sinistr. q. s. Es ist der aͤussere sehnige Bo- gen des vortrefl. senac. S. 221. w. w. vergl. albin. f. 5. x. z. f. 6. x. z. wo sich dieser Kopf in der That an die zwoͤlfte Ribbe an- schließt. . Es folgt der zweete Kopf von den Wirbelbeinen Der dritte des ALBIN. S. 298. 299. , und dieser Kopf entspringt an der rechten Seite, von dem Koͤrper des ersten, zweeten Lendenwirbels, oder dem Zwischen- I. Abschnitt. Die Brust. Zwischenknorpel Auf beiden Seiten. f. 5. 6. k. h. i. , an der linken Seite aber von dem ersten Wirbelbeine, oder dem zehnten Ruͤkkenwirbel, und dessen Koͤrper. Entweder ist dieses Pakk gewoͤnli- cher massen gar nicht vorhanden, oder er wird doch vom folgenden nicht dequem genung abgesondert. Jm uͤbri- gen macht er mit seinem sehnigen Rande, wenn er sich auf die Seite wendet, gleichsam einen Bogen, der den Lendenmuskel ( Psoas ) durchzulassen scheint Tabula nostra dextra e, si- nistra q. heißt des Senaks inne- rer sehniger Bogen. v. v. S. 121. . Der dritte Kopf von den Lenden her Der zweete des Albins. S. 298. und dieser thut von Ver- schiedenheiten Bericht, die den unsri- gen sehr aͤhnlich sind. Man ziehe hierbei zu Rathe, COWPERI. T. 34. 35. E. F. , stammt rechter Seits von dem zweiten Wirbelbeine Sieben mal in vierzehn Koͤr- pern. , oder dem unter diesem zweeten liegenden Knorpel ALBIN. f. 5. 6. g. e. f. , oder von al- len beiden, oder von dem zu naͤchst obern Tabul. nostra. e. , oder von dem zweeten und dritten, oder endlich vom dritten Len- denwirbel her. Er entspringt linker Seits vom ersten, oder dem darunter liegenden Knorpel, oder vom zweiten, oder dem zwischen dem zweiten und dritten Wirbelbeine liegenden Knorpel, oder von beiden zugleich ALBIN. f. 5. 6. g. e. f. , und er gesellet sich, so bald er sich in Fleisch verwandelt hat, zu den vorhergehenden, und steigt mehr in gerader Linie aufwerts. Endlich entspringt der vierte Kopf, als der mittle- re Erster des ALBIN. S. 296. 297. Man kann das Fleischige bei D. D. des cowperi hieher ziehen. , rechter Seits mehr vom Koͤrper des dritten Len- denwirbels, oder von diesem und dem Knorpel, der zwi- schen dem dritten und vierten zwischen einliegt, oder auch von diesem Knorpel, oder unter dem zweeten liegenden Knorpel, und vom Koͤrper des dritten Wirbelbeins Diesen Bau habe ich sehr oft gefunden, in allem acht mal in sie- benzehn Koͤrpetn. , oder Das Atemholen. VIII. Buch. oder vom vierten Vom vierten ALBIN. f. 5. 6. c. æ. b. a. , und dritten, oder mit zween Paͤk- ken vom dritten Tabula nostra. I. K. bei diesem Koͤrper waren das rechte und linke Anhaͤngsel zusammen ge- wachsen. und vom zweiten, oder vom vierten, dritten und zweiten Dergleichen Verschiedenhei- ten berichtet ALBIN. S. 297. , mit gestralten, und in verschie- denen Koͤrpern verschiedentlich vervielfaͤltigten Sehnen. Links verhaͤlt sich sein Ursprung eben so, nur daß dieser Kopf gemeiniglich um ein Wirbelbein hoͤher entspringt, kuͤrzer, und folglich kleiner ist C. BARTHOLIN. S. 20. MORGAGN. Epist. I. S. 18. DRAKE, WINSL. n. 663. 668. SANTORIN. n. 8. FAN- TON. S. 329. CHESELD. S. 103. , und vom Knorpel zwi- schen dem zweeten, und dritten Wirbelbeine, oder vom Koͤrper des zweeten, oder vom dritten Tab. nostr. i. , oder von allen beiden, oder vom Knorpel des dritten und vier- ten Vom vierten ALBIN. f. 5. 6. , und vom Koͤrper des dritten und zweiten Wir- beibeins, ebenfalls mit Buͤscheln von unbestimmter Zahl, die sich nicht selten mit der Mitte der andern, an der an- dern Seitn vermischen Verschiedenheiten hat AL- BIN. S. 297. Die den unsrigen aͤhnlich sind. . Beiderlei Mittelfleisch steigt zu beiden Seiten, laͤngst der rechten und linken Seite des Schlundweges, herauf. Dabei gehen aber von dem rechten Fleische zum linken, und so umgekehrt, vom linken zum rechten, durchkreuzzte Paͤkke, welche sich unter dem Schlunde vermischen. Jch habe den rechten Buͤschel hinten, | den linken vorwerts ge- funden. Gemeiniglich geschicht die Durchkreuzzung vier- mal Tab. nostra. t. u. w. x. se- nac. P. Q. Q. Y. dreifach zeichnet dieses der vortrefl. Segner. Comm. litter. 1733. S. 103. und in der Beschreibung. S. 120. fuͤnf- sach. Ein einziges. ALBIN. S. 307, und f. 5. 6. 7. Ferner der Erfinder bartholin. T. I. f. 3. c. und cowper. T. 34. , und es liegen die groͤssern Fleischpaͤkke vorne, die kleinen hinterwerts Tab. nostra. l. c. . §. 35. I. Abschnitt. Die Brust. §. 35. Die Zwerchfellssehne. Jndem sich die fleischigen Anfaͤnge gemeiniglich, und von allen Seiten her, aus dem Umkreise vorwerts gegen einander neichen, so erwaͤchst dadurch mitten am Mus- kel eine sehr grosse, und ungemein schoͤne Sehnenausbrei- tung An den Vierfuͤßigen. Denn ich sehe es an den Wallfischartigen, daß das Zwerchfell ganz und gar fleischig, und ohne Sehne sey, ty- son anat. of the porpois. col- lins. S. 693. Es ist keines vor- handen n dem Wiesel. bvffon. T. VII. S. 172. 232. 219. und dessen Verwandten. , die in so ferne die Mitte einnimmt, daß man nicht eben alle Fleichgebuͤnde vor gleich lang annehmen muß, indem dasjenige sehr kurz ist, welches vom Schwerd- knorpel sein Entstehen herschreibt. Sie liegt hoͤher, die gedachte erhabne Fleischgewoͤlbe ausgenommen ALBIN. mahlt es auf beiden Seiten nach seiner Lage, so, daß die Rundung des Koͤrpers den vordern Theil verstekkt, und davon wird der mittlere Theil sehr kurz. ; sie neigt sich ein wenig linker Hand hernieder, da die Spizze des Herzens um etwas niedriger liegt, als der Grund desselben L. IV. S. 301. . Die Figur dieses Sehnenblates ist ungleich, dennoch aber kann man es einigermassen mit einem stumpfen Zei- cherbleche der Sonnenuhren, oder mit demjenigen Klee- blate in Vergleichung sezzen, dergleichen auf den Spiel- karten vorkoͤmmt WINSL. n. 656. . Es verlaͤngert sich naͤmlich zu drei Theilen; mit dem breiten und kurzen Ende kehrt es sich nach vorne zu gegen das Schwerdanhaͤngsel des Brust- beins; mit dem laͤngeren und geschlankeren gegen die lin- ke Seite Icon. nostr. y. y. T. V. se- nac. z. albin. S. 301. wins- low. n. 665. cowper. an bei- den Seiten. vesling. , und ruͤkkwerts; mit dem noch laͤngern und breitern Tab. nostr. y. Ω. z. VESLING. c. 9. T. 2. f. 7. ALBIN. S. 301. SANTOR. c. 8. n. 7. COWPER. T. 34. 35. Es macht ihn der vortrefl. SENAC spizz. Das Atemholen. VIII. Buch. breitern rechtsweg Icon. nostr. y. x. T. V. SENAC. u. f. , und gleichfalls ruͤkkwerts. Es ist der linke Fluͤgel, wie man ihn zu nonnen pflegt, oftmals laͤnger, wie ich solches in meinen Aufsaͤzzen dreimal an- gemerkt finde Es macht ihn laͤnger AL- BIN. f. 6. 7. COWPER. thut das Gegentheil. , oft ist dieses der rechte Fluͤgel. Zwi- schen dem Mittlern Theile, und den Fluͤgeln, zeiget sich vorwerts ein maͤßiger Einschnitt, noch von hinten ein an- derer groͤsserer, und dieser nimmt auch die so haͤuffige, von den Wirbelbeinen entspringende Fleischtheile Icon. nostr. x. y. Δ T. , in sich. An dieser sehnigen Ausbreitung offenbaret sich eine vielfache Ordnung unter den Fasern, deren verschiedne Paͤkke sich an alten besser | erkennen lassen LIEUTAVD. memoires von 1752. S. 253. . Ueberhaupt zu reden, so ist das Faserngewebe so beschaffen, daß es dem Laufe des Fleisches zu folgen geschaffen ist, und densel- ben fortsezzt COWPER. aller Orten. ALBIN. f. 6. ν ω f. 7. ζ. o. Icon. nostr. ubique. . Folglich lausen die mittlern Fasern der groͤsten An- haͤngsel, welche sich unter dem Schlunde durchkreuzten, mit ihren Mittelpaͤkken ziemlich geradlaͤufig gegen den Schwerdknorpel, doch dergestalt fort Icon. nostr. von y gegen Ω. senac. A. , daß diejenige Fasern, die an diesen Paͤkken die Seiten besezzt halten, sich allmaͤlich mehr und mehr zu beiden Seiten ausein- ander breiten, und auf die, von der sechsten und sieben- den Ribbe entsprungnen Fasern, zu stossen Ebendas. bei Z. u. s. f. . Die von den Lendenkoͤpfen, naͤmlich den aͤussern, zweiten, und dritten entspringen, diese neigen sich mehr, laufen hier- auf der Queere nach, und werden mit dem entgegen lie- genden Ribbenfleische, gerades weges zu einem Stuͤkke Ebendas. T. T. T. senac. d. d. . Der dritte Kopf besonders, aber auch ausserdem der vierte, nebst dem von der eilften, und zwoͤlften Ribbe ent- stand- I. Abschnitt. Die Brust. standnen Fleische, macht zu beiden Seiten ein andres Gebuͤnde aus, welches sich mehr und mehr vorwerts kehrt, und am linken Fluͤgel schwaͤcher Ebendas. ’y. x. x. ALBIN. f. 6. δ. ε a. ζ. ζ. ε. y. f. 7. λ u. f. , am rechten deutlicher wird Bei uns. ν λ albin. f. 6. ν σ τ f. 7. u s r. y. . u. s. f. cowper. T. 34. I. . Des linken aͤusserste Fasern habe ich mitten durch die Sehne, fast mitten zu den Ribbenfasern, fortlaufen gesehen. Man kann noch hinzufuͤgen, daß die sehnige Fasern, diese zerstreute Fasern der lezten Ribben, und des Queer- fortsazzes bedekken. Ausserdem entspringen mitten in der Sehne andre Fasern von der sechsten, und siebenden Ribbe, sie liegen mehr vorwerts uͤber der Hauptschicht, und gehen endlich uͤberhaupt queer fort, wiewohl sie sich zu Boͤgen kruͤm- men COWPER. zu beiden Seiten. , oder sich einander durchkreuzen Ω. in unsern Kupfern. , so daß sich der hole Theil des Winkels gegen den Schwerdknorpel zu kehrt. Andre, von der neunten linken Ribbe enstandne Fasern, zerstreuen sich, sammeln sich wieder zu einem staͤrkeren Gebuͤnde, laufen das Loch des Schlundes, und der Hola- der vorbei, und dieses nenne ich das Queergebuͤnde Ebendas. y. y. ALBIN. f. 6. β γ senac. b. b. sezzt es nicht voͤllig bis zur linken Seite fort. . Diese endigen sich zum Theile mit verdrehten Fasern in das Gebuͤnde der Holader, zum Theil biegen sie sich um, und da sie gegen den Schwerdknorpel hohl werden, be- geben sie sich endlich nach dem rechten Ribbenfleische uͤber. Da naͤmlich das Zwerchfell bei dem Ursprunge des rechten Fluͤgels, zum Dienste des Durchganges der Hola- der, durchbort ist, so wird dieser Weg gemeiniglich von vier Fleischgebuͤnden besezzt gehalten. Das erste rechte ist eben dasjenige Pakk, welches, wie ich gesagt habe, von dem H. Phisiol. 3 B. J Das Atemholen. VIII. Buch. dem untersten Fleische der Ribben, und Lendentheile, das am meisten herauswerts gekehrt ist, nach vorne zu geht Bei uns. V. Δ. : denn es bestreicht eben dieses die rechte Seite der Hola- der Bei uns. Δ. senac. d. d. albin. f. 6. τ. f. 7. φ. , und theils wird es eine Fortsezzung von den rechten Ribbenfasern Icon. cit. , theils neigt es sich zu dem Queergebuͤn- de. Eben dieses bedekket auch unten her die Zwerchfells- gefaͤsse a. Q. . Oefters scheidet es sich in zwei Paͤkke Angef. Ort. . Von hinten her Unser Θ. albin. f. 6. A. f. 7. A. B. schliessen sich fast der Queere nach diejenige Fasern an die Seite der grossen Blutader an, weiche von den Fleischtheilen, die den Schlund um- fassen, zu einer Queerlage gebogen, und groͤsten- theils zur Hauptschicht werden, den rechten Ribbenfasern begegnen, aber zum Theil auch zum rechten Gebuͤnde werden. An ihrer linken Grenze streicht ein anders Gebuͤn- de Δ. senac. c. c. al- bin. f. 6. φ. φ. f. 7. φ. , welches ebenfalls vom Fleische des vierten Kop- fes entspringt, und laͤngst der Holader denenjenigen Fa- sern entgegen geht, die vom schwerdfoͤrmigen Anhaͤngsel, und den oͤbersten Ribben, ihren Ursprung bekommen; eben dieses Gebuͤnde verwandelt sich auch, theils in das vordre Gebuͤnde der Holader nach einer Beugung, und theils in das hintere derselben. Am linken Ende des linken Fluͤgels ALBIN. f. 6. 2. f. 7. η. η. χ. zeiget sich auch noch, aber nicht bestaͤndig, ein Faserngebuͤnde, wel- ches von dem untersten Fleische der eilften Ribbenfasern, und der zwoͤlften gegen dieselbe verlaͤngert wird, die vom Anhaͤngsel entspingen. Daß sich dieses so verhalte, kann ich aus der Besich- tigung von neunzehn Koͤrpern berichten, wobei sich aber die Natur dennoch eine Freiheit vorbehalten hat. Etwas anders I. Abschnitt. Die Brust. anders lautet davon die Nachricht des vortreflichen Albins, daraus man aber sehen wird, daß sie von der unsrigen nicht gar zu weit abgehe. Hingegen stimmen die Kupfer eines andern vortreflichen Mannes mit den unsrigen mehr uͤberein. §. 36. Die Loͤcher des Zwerchfells. Jndem sich zwischen dem Bauche, und der Brust eine ansehnliche Menge von Gefaͤssen, Nerven und andren Roͤhrchen zeiget, so war es noͤthig, daß das Zwerchfell auf eine vielfache Weise durchloͤchert werden muste. Erst- lich befindet sich hinter den durchkreuzten Anfaͤngseln Vorherg. §. 33. , welche unter dem Schlunde liegen, und unterhalb ihrer Durchkreuzung, zwischen den grossen Koͤpfen des Zwerch- fells, ganz inwendig, eine Strasse, durch welche die Luft- roͤhre Unsre Kupfer. D. E. F. G. daß es eine Strasse, und kein Loch sey, hat schon laͤngst Vesal erinnert, und archang. piccolhom. , der Milchgang Comment. ad Praelect. Boerh. T. I. , und bisweilen auch der lin- ke Stamm der ungepaarten Ader, und der linke Darm- nerve gehen, und es befinden sich diese Gefaͤsse ganz und gar ausserhalb dem Sakke der Ribbenhaut. Nach diesem offenbart sich, etwas mehr nach vorne und oben zu, als die Durchkreuzung geschicht, ein wirkliches langrundes Loch, das nach der senkrechten Linie laͤnger ist ALBIN. f. 6. 7. senac. N. M. P. , zwischen dem rechten und linken innern Kopfe. Die Seiten desselben, und der Hintertheil, werden fleischig, das vordre Ende Unsere Kupfer. y. , und bisweilen auch ein geringer Theil der Seiten, und zwar vorne her, hat eine sehnige Be- schaffenheit Ganz fleischig nach dem al- bin. angef. Ort. . Den Schlund begleiten die Nerden J 2 vom Das Atemholen. VIII. Buch. vom achten Paare, und es vereinigen sich die hintern Enden des Mittelfells mit dem Darmfelle. Bei Gele- genheit dieses Durchganges habe ich ein Gebuͤnde gefun- den, welches von dem innern rechten Kopfe zweimal ab- gieng, und ich habe dessen Ende, als ich den Bauch ausleerte, nicht zerschnitten gefunden; ich zweifle, daß es zum Schlunde hingegangen, denn Winslow n. 670. be- hauptet, daß Fleisch dahin gehe, und Senak wieder- spricht S. 122. 123. . Weiter findet sich, wo der rechte Fluͤgel mitten aus dem Sehnigen heraus tritt, ein weites, und fast vierekkiges Loch, davon aber die rechte Seite von der vordern nicht eben so unterschieden fig nostr. A. Γ. ist Daher ist es gekommen, daß es vom albin. fast dreiekkig ge- nannt wird. S. 307. und so ge- zeichnet von senac. bb. dd. cc. Stumpf und ungleich rund macht es albin. f. 6. 7. . Bei diesem Loche verbindet sich die Ribbenhaut mit dem Darmfelle, hingegen gehet hier die Holader von dem rechten Sinus des Herzens zur Leber fort. Es pflegen sich nicht selten zwischen dem rechten Sehnenstreife, und dem obern Gewebe, besondre Wege fuͤr die Zwerchfellsgefaͤsse, und unterweilen auch fuͤr die Lebergefaͤsse mit einzustreuen MORGAGNI epist. anat. I. n. 26. . Jm uͤbrigen wird dieses Loch von vier Sehnenstreifen ALBIN. T. 14. f. 6. τ. γ. φ. A. der Queere nach, rechts, links, und hinten, von dergleichen ganz kur- zen Streifen, eingefast, die ich nicht beschrieben finde, dabei ich nur erinnern will, daß sie sich nicht alle an einer- lei Flaͤche lagern, indem sich das hintere Pakk an der obern Schicht Unser Kupfer Θ. , ein Theil des vordern ebendaselbst Unser Kupfer bei Λ. , hingegen das rechte Bei Λ. , linke Pakk Δ . , und ein Theil des vordern, unterwerts zeiget. Der I. Abschnitt. Die Brust. Der Nerve zwischen den Ribben Uns. Kupf. N. N. , und die linke paarlose Ader, finden zwischen dem zweeten, und dritten Kopfe, oder zwischen dem ersten und dritten, wenn der zweete mangelt, den Weg. Dagegen gehet der linke Nerve der Eingeweide ( Splanchnicus ) Uns. Kupf. O. O. , welcher die mehresten Bauchnerven erzeugt, zwischen dem zweeten und innersten, oder mitten durch die vom innersten weglaufen- de Fasern hindurch. An der rechten Seite laͤuft die un- gepaarte Ader eben so zwischen den ersten und zweeten Kopfe durch, so wie der Nerve der Eingeweide, und der mitleidende Nerve dieses thun. Hier ist der von den Ruͤkkentheilen kommende Nerve merkwuͤrdig, da dieser selbst zu den Bauchgefaͤssen, zwischen dem vierten Pakke, und den Fasern der zwoͤlften Ribbe, hingeht: doch laufen die vor den Bruͤsten zur Leber gehende Gefaͤsse Fascic. anat. VI. S. 8. , zwischen denen vom schwerdfoͤrmigen Anhaͤngsel entsprungnen Fasern, und den obersten Ribbenfasern, durch. An vielen Orten durchbohren Gefaͤsse, die von den Zwerchfellsgefaͤssen entstehen, und die nach der obern Gegend des Zwerchfells Fascic. IV. S. 54. und bei f. Θ. diese Loͤcher nennt albin. S. 308. , und zum Herzbeutel gehen Ebendas. , das Zwerchfell. Doch es dringen auch nicht selten Fort- saͤzze vom Zwerchfellsnerven bis zu derjenigen Flaͤche des Zwerchfells, die nach dem Bauche zugekehrt ist, durch. §. 37. Die Thaͤtigkeit des Zwerchfells. Wir erforschen an diesem Orte noch nicht, wieviel, und was das Zwerchfell bei dem verschiednen Geschaͤfte des Atemholens eigentlich beitrage; wir betrachten allein die Kraft, welche das Zwerchfell bei der Veraͤnderung der J 3 Lage Das Atemholen. VIII. Buch. Lage der Ribben, bei der Vergroͤsserung der Laͤnge der Brust, und in dem Verengern derjenigen Roͤhren aus- uͤbt, die sich durch das Zwerchfell Plazz machen. Jch mag nicht wiederholen, daß die Paͤkke, oder Strei- fen, woraus das Zwerchfell besteht, in der Wirksamkeit dieses Muskels kuͤrzer werden Mem. sur la respirat. Exp. 35. bis zur Helfte. Exp. 45. 46. schwarz. n. 9. , aufschwellen Exp. 35. u. s. f. , sich runzeln Exp. 44. wepfer. de ci- cut. aquat. S. 154. 163. 219. 255. fanton. anat. S. 69. wa- laevs beim bartholin, schwarz de vomitu. n. 4. 9. , naͤher gegen einander zu liegen kommen Exp. 41. , haͤrter werden, und daß sich das Gegentheil eraͤugne, wenn das Zwerchfell nachlaͤst. Jch will auch nicht wieder erinnern, daß dieser Muskel eine grosse Reizbarkeit besizze, daß er, wenn die mehresten Muskeln im Koͤrper bereits abgestor- ben sind, von freien Stuͤkken Exp. 33. 34. 36. 44. 45. 46. , oder nach einer Reizung, fort wirke Memoir. sur les part. irrit. et sensibl. S. 66. andreae de irritabilit. S. 25. gevns de vita. S. 20. . Es erschuͤtterte sich noch, da bereits der Magen herausgeschnitten war WEPFER de cicuta aquat. S. 195. . Ob man nun gleich viel von dieses Muskels Wirk- samkeit gehandelt, so waͤre es doch nicht schwer, entweder diese Kraft aus der Betrachtung des Baues, oder aus den Oefnungen lebendiger Thiere, und wie die Natur im Zwerchfelle ihr Spiel hat, zu bestimmen. Anfangs mus man sich erinnern, daß alles fleischige an diesem Zwerchfelle, von seinen Anfaͤngen her, bis zu seinem Ende, in die Hoͤhe steige, es mag dieses fleischige vom Schwerdknorpel, oder von den Ribben, oder von den Lendenwirbeln, herkommen. Folglich wird die einfachste Wuͤrksamkeit des Zwerchfells dieses seyn, daß es seine hoͤchsten Theile niederzieht, so daß der Laͤnge der Brust so viel zuwachsen mus, als der Laͤnge des Bauches STENON. angef. Ort. und die mehresten neuern. . Daher I. Abschnitt. Die Brust. Daher koͤmmt es, daß die Lunge zugleich mit dem Zwerchfelle niederwerts herabgezogen wird, und Kraft des Einatmens in lebendigen Thieren, deren Brust wir eroͤffnet, gleichsam verschlungen wird, herab sinkt, und ruͤkkwerts faͤllt Exp. 39. 50. 51. 52. fer- rein. Ergo arter. pulmon. temp. exspir. u. s. f. . Dahingegen folgt, daß waͤhrendem Niedersinken des Zwerchfells, alle Eingeweide des Bauches nieder, und zugleich vorwerts getrieben werden, und zwar an dem Orte, wo der Bauch ohne Knochen ist, und mit seinem Fleische nachgibt. Folglich werden vom Zwerchfelle nie- dergezogen die Leber Hievon und vom Magen. Exp. 34. 36. 37. 41. 44. 50. 51. 52. 54. 55. swammerd. dre- lincourt Canicid. VII. glis- son de hepat. S. 54. peyer. observ. c. 56. tavvry P. II. c. 12. , Nieren Exp. 32. 52. Von den Ein- geweiden des Bauches. sylv. diss. 7. n. 22. , der Magen, die Milz: da ferner alles im lebendigen Thiere vollkommen ausgefuͤllt ist, auch die Gedaͤrme, die Mutter, und Harn- blase; und diese Eingeweide werden auch durch Wun- den Exp. 32. 33. , und durch jeden verlezten Theil des Darmfells, wenn dieses auch nur geschwaͤcht ist, hindurch gedruͤkkt Exp. 34. Da die Muskeln ver- ruͤkkt sind. . Doch da einige Theile des Zwerchfells hoͤher, andre tiefer liegen, ferner einige ihre eigne Festigkeit haben, so mus auch die Bewegung, oder Veraͤnderung des Zwerch- fells, welche sich in der Lage, der diesem Muskel benach- barten Theile eraͤugnet, nicht gleichfoͤrmig geschehen. Folg- lich werden vor allen andern die fleischigen Theile nieder- steigen Exp. 35. 36. 40. 41. 42. 43. 44. 45. 46. 47. 49. 54. Das nie- dersteigen des Zwerchfells haben gesehen, die ber. Maͤnner san- ctorivs ad I. Fen. Avicennae. S. 114. plemp fundam. med. S. 203. n. highmor. S. 124. i. mvralt. vademec. anatom. S. 296. sylv. diss. 7. n. 22. 1. mayow, ettmveller. de abstrus. respir. negotio. hel- mont. in catarrhi deliramentis. bernier abregé de Gassendi. T. V. L. 7. c. 12. schwarz. n. 3. collins. S. 888. nev- cranz. c. 5. u. f. w. , wenn diese am hoͤchsten liegen, naͤmlich die J 4 Theile Das Atemholen. VIII. Buch. Theile der Lunge, welche sich neben den Seiten des Herzens herabbegeben, ferner die Leber, Milz, und Magen werden am ersten herabsinken. Doch werden diese mehr nach vorne zu gedruͤkkt HAMBERG. diss. n. 27. . Um etwas weniger wird der sehnige Theil des Zwerch- fells niedersinken, theils, weil dieser an sich niedriger liegt, und an ihm die Streifen Fleich nicht ebenfalls in die Hoͤhe steigen MORGAGN. epist. XV. n. 54. verryst. de respir. S. 24. 25. : theils, weil hier der Herzbeutel, der hier fest ans Zwerchfell angewachsen ist, von den grossen Gefaͤssen, und den Mittelwaͤnden der Ribbenhaut ein wenig zuruͤkke gehalten wird. Daher pflegen beruͤhmte Maͤnner zu behaupten SENAC. Memoir. 1729. S. 126. 127. 1724. S. 170. , daß das Senige des Zwerch- fells gar nicht niedersenke. Doch so oft das Zwerchfell seine Kraͤfte mit Ernst anstrengt, alsdenn ist kein Zweifel, daß auch denn das Herz nicht herabgezogen werde Exp. 41. 47. 59. schwarz. angef. Ort. nevcranz. c. 5. Es erschuͤtterte sich die Mitte des Zwerchfells, da der Hund beinahe todt zu seyn schien. delin- court canicid. VII. , und es kann das Zeugnis der redenden Natur durch Be- trachtung derjenigen Ungemaͤchlichkeiten nicht wiederlegt werden, welche von dieser Verruͤkkung des Herzens aus seinem Lager zu folgen scheinen. Wenn sich aber das Zwerchfell bewegt, und das oͤber- ste Fleisch mehr niederfaͤllt, und das Sehnige weniger, so druͤkkt sich in der That das Gewoͤlbe dieses Muskels nieder N. STENON. de musc. et glandul. angef. Ort. , und wird flaͤcher Exp. 35. wepfer de ci- cut. aquat. S. 103. swammerd. S. 15. u. f. mayow, casse- bohm, bohn. S. 80. fan- ton. dissert. IX. S. 265. nev- cranz. c. v. eorellvs prop. 81. h. fabricivs. angef. Ort. S. 57. verheyn. S. 156. , und ich habe endlich bei einem sehr gewaltsamen Einatmen allerdings gesehen, daß sich das Zwerchfell gegen den Bauch zu erhaben macht Exp. 32. 34. borellvs prop. 92. fabric. ang. Ort. . Jn I. Abschnitt. Die Brust. Jn diesem gewaltsamen Zustande steiget es mit dem Ausatmen wieder in die Hoͤhe, und es bildet sich dadurch ein unten hohles Gewoͤlbe Exp. 43. u. f. vergl. we- pfer. S. 154. 162. 251. 303. . Doch das gehoͤrt eben so wenig zu einem rechtmaͤßi- gen Atemholen, was ich sonst gesehen Exp. 36. , und We- pfer S. 252. SCHWARZ n. 48. deidier. anat. S. 115. plemp fundam. S. 203. , und der beruͤhmte Fontan Jm Sendfchreiben an vrb. tosetti, welches iezzt die Presse verlassen. Exp. 86. 93. und sich un- ter den Dissertat. des 3 Toms de part. sensib. et irritat. befindet. Ob daraus die Schwierigkeit, die Zwerch- fellsbewegung zu unterscheiden, ent- standen, da zu Utrecht sechs beruͤhm- te Maͤnner an einem lebendigen Thie- re uͤber der Bewegung dieses Mus- kels nicht eins werden koͤnnen, mag ich nicht entscheiden. Ab angel. vindic. har. vejan. S. 10. zu meinem Vergnuͤgen bestaͤtigen, daß naͤmlich bei den groͤsten Aus- atmungen das Zwerchfell, welches von den zusammen- gezognen Ribben, und niedersinkender Lunge sehr zusam- mengedruͤkkt ward, in dem Bauch niedersinke. Die Bauch- muskeln waren in ihrem natuͤrlichen Zustande. Jm Ein- atmen hebt es sich zugleich mit den Ribben in die Hoͤhe DEIDIER. angef. Ort. SCHWARZ. angef. Ort. . Es geschicht eben dieses, wenn der Zwerch- fellsnerve zerschnitten wird, und alsdenn schwillt der Bauch im Ausatmen auf, und er sinkt ein, wenn das Thier einatmet HOOKE phil. trans. n. 29. . Die andre Wuͤrksamkeit des Zwerchfelles haͤngt von der Zusammenkunft der widrigen Faͤsern der beiden Sei- ten ab. Denn da mitten im Sehnigen die rechte Ribben- fasern mit den linken ein Stuͤkk werden, und da das Zwerchfell von den beweglichen Spizzen der untern Rib- ben entspringt, so koͤmmt es daher, daß bei zuruͤkkgehalt- nem Atemholen, die fleischige Fasern des Zwerchfells nicht allein niedersteigen, sondern auch zu beiden Seiten, bis zur mittlern Gegend Exp. 41. 48. 53. , sich zusammenziehen, und J 5 der Das Atemholen. VIII. Buch. der ganze Muskel kuͤrzer wird Exp. 34. , und mit einstimmiger Anziehungs-Kraft, die untern falschen Ribben ein - und ruͤkkwerts zieht Exp. 36. 47. 53. davon auch VESAL. L. II. c. 35. S. 348. COLVMB. S. 148. i. caes. arantivs obs. 34. riolan. S. 850. 212. hier. fabric. c. 8. S. 172. 173. g. rolfink diss. anat. S. 570. swammerd. S. 18. wepfer de cicut. aquat. S. 303. albin. de ossib. S. 279. denn er zweifelt im Buche de mus- cul. daran. S. 308. 309. g. che- seld. S. 118. 120. senac. S. 131. u. f. und in essays de phy- fique. angef. Ort. schelham. diss. 9. n. 54. 55. santorin. n. 10. besse T. I. analys. S. 335 und selbst galenvs de usu part. L. V. c. 15. und zur Zeit schwartz. n. 3. . Diese Thaͤtigkeit, wie wir sie wirk- lich mit Augen gesehen haben Es hat der ber. schwarz. n. 3. gesehen, daß die Ribben an einer Kazze einwaͤrts und zugleich herauf gegen die Sehne gezogen werden. , scheinet alsdenn Statt zu finden, wenn diese Ribben von den nun ruhenden Hebekraͤften sich selbst uͤberlassen werden. Denn wenn diese Kraͤfte wirken sollten, so folgt, da auch die unterste Ribben offenbar, und mit Macht in die Hoͤhe steigen, daß sie vom Zwerchfell weder ergriffen Bei gesundem Atemholen werden die Ribben nicht herangezo- gen. schwarz. angef. Ort. , noch herabgezogen werden. Es scheint unter den Geschaͤften der Zwischen- ribbenmuskeln dieses kein geringes zu seyn, daß sie diese Ribben befestigen helfen, herauf- und einwerts ziehen, und sie vom Zwerchfelle nicht zusammen ziehen lassen. Die besondre Wirksamkeit der Lendenanhaͤngsel, welche von der vorhergehenden verschieden ist, erwaͤhnen wenige Schriftsteller, indem sie solche selten ganz fuͤr sich allein gesehen, und es ist weder wahrscheinlich, noch mei- ner Erfahrung gemaͤs, daß die aͤusserst empfindliche Ribbenfasern in Ruhe bleiben sollten. Welche uͤbrigens diese Erscheinung beobachtet SCHWARZ. n. 2. S. 8. vergl. gvnz. de situ parientium. S. 30. , haben gefehen, daß das fleischige des Zwerchfells im Umfange viel mehr laͤnger geworden, ein wenig niedersinke, die Ribben wenig aͤndere, und daß vielmehr der unterste, und hintere Theil des Zwerchfells vornaͤmlich niedergezogen werde. Endlich I. Abschnitt. Die Brust. Endlich muß ich noch die besondre Wirksamkeit auf die Roͤhren, welche das Zwerchfell durch sich gehen laͤst, erklaͤren, so viel ich davon aus der Zerlegung, besonders der lebendiger Thiere, gelernt habe. Es ist nicht nur laͤngst gezeigt worden, sondern auch zugleich durch unsre Versuche bestaͤtigt, ob gleich vortrefliche Maͤnner AVG. FRIEDR. WAL- THER. de deglutit. n. 15. de oscit. n. 14. de vomitu. n. 31. andrer Meinung gewesen, daß naͤmlich der Schlund, auch in geoͤffneten Koͤrpern, vornaͤmlich aber, wenn der Bauch des lebenden Thieres noch ganz voll ist, von den innersten Koͤpfen des Zwerchfells, wenn diese sich verkuͤrzen und niedersteigen, zusammengedruͤkkt Exp. 56. 57. 58. 59. SPROEGEL. S. 26. 28. SCHWARZ. n. 10. , und folglich gehindert wird, daß aus dem Magen nichts heraus treten kann, wenn wir den Atem einziehen. Der vortrefliche Leibarzt fand SENAC. S. 127. den Magen leer, und den Schlund, bis zum Zwerchfell, ganz angefuͤllt. Joh. Viridet De fermentat. S. 223. berichtet, daß er, als sich im Schlunde der Saft von der Sonenwende ( heliotropium ) befunden, dennoch an diesem Safte keine Roͤthe bemer- ken koͤnnen, so daß uͤberhanpt vom Magen nicht die ge- ringste Saͤure zuruͤkkgestiegen seyn kann. Es sind auch mit uus einige beruͤhmte Alte THEOPHIL. protospath. L. 2. c. 3. iac. berengar. carpensis isag. anat. S. 13. c. bartholin. de struct. di- aphr. S. 58. , und neuere, einerlei Meinung BOERHAAVE I. R. M. n. 75. schwarz. n. 10. 15. albin. S. 308. senac. Mem. angef. Ort. S. 127. . Daß die Holader nicht vom Fleische, sondern von durchflochtnen Sehnen abgesondert werde, daß aber diese Sehnen sich nicht zusammenziehen|, wenn sich das fleischi- ge verkuͤrzt, haben grosse Maͤnner behaupten wollen WINSL. n. 671. mit dem ich ehedem gleicher Meinung gewe- sen, de muse. diaphr. n. 6. S. 15. . Allein da ich sehr haͤufige Oefnungen mit lebendigen Thie- ren vorgenommen, so habe ich in der That gesehen, so viel es zur Ueberredung hinlaͤnglich ist, daß sich uͤber- haupt Das Atemholen. VIII. Buch. haupt die sehnige Ausspannung des Zwerchfells nach dem fleischigen bequeme, und daß die Holader von diesem Muskel allerdings zusammen geschnuͤrt Exp. 49. 53. 57. 59. 61. 62. welches auch der ber. schwarz so gesehen. n. 17. , und herab- gezogen wird Exp. 53. 60. 61. 62. vergl. Exp. 56. , wenn es im Einatmen niedersteigt, und daß sich alsdenn diese Ader ausleere. Es ist nicht noͤthig, da man genung Versuche aufzei- gen kann, hier besonders die aͤltern Schriftsteller zu wie- derlegen, welche geglaubt, das Zwerchfell sei entweder ohne Nuzzen ARISTOTEL. part. anim. L. III. c. 10. S. 1164. en- tivs animadvers. in thrvst. de respirat. wolferd. sen- gverd. Exp. 4. lamzweerde exspir. respir. swammerd. deidier anat. S. 115. u. f. , und weiter nichts, als eine Scheidewand, oder daß es uͤberhaupt nur das Ausatmen befoͤrdere COLVMB. S. 140. 141. ARANTIVS observ. anat. 34. C. BAVHIN. theatr. anat. S. 196. DIEMERBROEK. S. 256. 257. C. BARTHOLIN. S. 29. WALDSCHM. fundam. S. 27. MOLINETTVS, andre mehr, und vor kurzem SHEBBEARE. S. 119. 123. 132. : sie sind durch die wenige Beobachtungen dazu verleitet worden, denn es ist nicht jederzeit leicht, die verwirrte Anstrengungen der Natur in einem gequaͤlten Thiere zu unterscheiden Dergleichen sind die Beob- achtungen des ARANTII in obs. anat n. 34. pecqvet. diss. anat. S. 82. plempii fun- dam. S. 203. und beim 1. ab an- gelis vindic. S. 10. der ber. hoadley. i. v. horne. pa- risanvm subtil. L. VII. lav- rent. L. V. quaest. 8. walth. de oscitat. S. 29. deren besondre Ausdruͤkke ich nicht wiederholen mag. , da wir ausserdem gezeugt haben, daß das Zwerchfell bisweilen, waͤhrendem Ausatmen, niedersinkt, und folglich im Einatmen in die Hoͤhe faͤhrt. §. 37. Die Zwerchfellsnerven. Wir muͤssen auch die Nerven dieses so merkwuͤrdigen Muskels, welches nach dem Herzen wohl der vornehmste ist, sammt seinen Gefaͤssen, nennen, da man besonders von I. Abschnitt. Die Brust. von eignen Versuchen uͤber die Nerven hie und da lieset, und sich wenige der Gefaͤsse angenommen haben. An diesem so grossen Muskel haben die Nerven nicht einerlei Ursprung, und vielleicht sind mir alle nicht ein- mal bekannt geworden. Bei den Lendenkoͤpfen kommen von denen Nerven Aeste hervor, welche von den Zwischen- raͤumen dieser Wirbelbeine Vom eilften der Ruͤkkenwir- bel winsl. n. 262. entspringen, auf welchen diese Koͤpfe aufliegen, naͤmlich den untersten Ruͤkken, und oͤbersten Lendenwirbeln. Bei der untern Flaͤche des Zwerchfells kommen von demjenigen Geflechte, das die Eingeweidnerven VIEVSSENS. n. 58. winsl. n. 401. c. c. schmie- del. de nervo tntercostali. n. 12 , die vornehmsten Fortsaͤzze der Zwischenribbennerven, neben dem Ursprunge der Bauch- pulsader ( coeliaca ) von sich schiessen, nicht zu verachten- de Nerven her, wozu auch die zu rechnen, welche fast beim Ursprunge der Zwerchfellsschlagadern entspringen, und ebenfalls unten ins Zwerchfell gehen. Andre aͤhnliche Nerven kommen vom Geflechte des achten Nervenpaares, das uͤbrigens dem Magen zugeord- net ist, her, und laufen zum Zwerchfelle. Besonders aber ist das Andenken desjenigen Nerven beruͤhmt, der zu beiden Seiten von den Halsnerven zur oͤbern Flaͤche, und zum Fleische des Zwerchfells hingeht, und welchen man besondens den Zwerchfellsnerven nennt. Sein Ursprung ist vielfach, und sein Umgang mit ver- schiednen und sehr angesehener Nerven ist es ebenfalls. Sein oͤberster Ursprung koͤmmt vom Kopfe selbst, oder wenigstens aus dem gemeinen kleinen Stamme her, der mit Einstimmung des neunten, und oft des achten Nervenpaares, und des Zweeten, und drit- ten Nakkennerven entspringt, und den untern Mus- keln des Luftroͤhrenkopfes besonders einige Aeste zu- wirft. Jch habe uͤberhaupt fuͤnfmal, und |sehr deutlich gesehen, daß aus diesem Staͤmmchen ein Ast mit dem Brust- Das Atemholen. VIII. Buch. Brustknochenmuskel des Zungenbeins nach der Hoͤle der Brust herunter gelaufen, und sich an den gemeiniglich so genannten Zwerchfellsnerven angehaͤngt, und sich ent- weder oben in der Brust, oder endlich hinter einer Ana- stomosirung mit dem Zwerchfellsnerven, ganz dicht uͤber dem Zwerchfelle, mit eingefunden. Jch habe ihn mehr zusammengesezzt befunden, so daß ein von gedachtem Staͤmmchen entstandne Aeste mit der Drosselader herab- gieng, und vom vierten Nakkennerven einen Zweig be- kam, welcher auch dem Zwerchfellsnerven einen Zweig mittheilte, und sich von da beim Aortenbogen dem Zwerch- fellsnerven beigesellte Jch habe dieses beschrieben in der disput. de origine nervi intercostalis. Gotting. 1744. ferner in comment. ad Praelect. Boerhav. T. V. P. I. S. 108. . Da man ihn aber nur mit Muͤhe zubereiten kann, wegen Verhinderungen des Schluͤsselbeins, und der ersten Ribbe, und er also leicht zerstoͤrt wird, fo sind nach meinem Gutachten diejenige Beobachtungen, da ich diesen Nerven gesehen, mehr als diejenigen werth, da ich ihn, sowenig als J. Jakob Huber Epist. de nerv. intercost. S. 20. , dieser beruͤhmte Mann, und vor kurzem der geschikkte junge Mann Ephraim Kruͤger KRVEGER. de nerv. phren. S. 33. finden koͤnnen. Weiter kommen von unten zum Zwerchfellsstamme noch Wurzeln, die erste ist geschlank, und schiest vom dritten Nakkenpaare Nach dem WILLIS. S. 209. ed. 8. S. 397. ed. Lond. 4. Er sezzt aber hinzu, welches man aber nicht zugeben kann, daß der erste Armnerve, aus eben diesem dritten Nakkennerven stamme. So schreibt auch ioseph. liev- tavd. essays. S. 453. Die an- dern neuern, und selbst krveger, lassen es aus, auch zeichnet ihn evstach. nicht, ob es gleich so aus der rechten Seite der 19 Ta- fel so scheinen koͤnnte; aber diese Figur erklaͤrt die Tab. 18. auch nicht r. vievssens. , und dessen Aste, der zum vierten herab- geht Nach dem WINSL. ex- pos. anat. tr. des nerfs. n. 183. an dem Orte heraus, wo sich auch ein Ast zum Zwischenribbenstamme begiebt. Jndessen habe ich diesen Ast I. Abschnitt. Die Brust. Ast doch nicht oft gefunden, und zwar nur vier, oder fuͤnf- mal in zwanzig Koͤrpern. Jndem also der Zwerchfellsnerve uͤber dem Hals des grossen geraden Muskels Rand niedersteigt, so empfaͤngt er eine dikkere uud kurze Wurzel vom vierten Nakken- paare, welches seine vornehmste ORIBASIVS. S. 280. EVSTACH. T. 18. 19. ferner VESAL. S. 536. colvmb. S. 202. winsl. n. 191. liev- tavd. S. 453. krveger. S. 10. Es laͤsset ihn weg vievss. daß vom vierten und fuͤnften ein Ast niedersteige, welcher mit dem Zwerchfellsnerven an der Schluͤs- selblutader zusammenstosse. petr. tarin anthrop. S. 303. , und bestaͤndige So hat es auch krveger. S. 20. , und gemeiniglich auch seine groͤste Wurzel ist. Doch fehlt es nicht an Beispielen, daß er zwo Wurzeln daher bekoͤmmt KRVEGER hat eben das gesehen. . Von da geht er zwischen dem grossen geraden, zwischen dem ersten ungleich dreiseitigen Muskel, dann laͤngst der aͤussern Seite der untern Pulsader des Luftroͤhrenkopfes Tab. arter. Thyrecid. inf. ant. vor der Schluͤsselader vorbei KRVEGER im Kupfer. , von da hinter der Ader, und Schlagader der Bruͤste, laͤngst der obern Holader, endlich vor der Ribbenhaut vorbei, die auf dem Herzbeu- kel aufliegt, und so steiget er vor den Lungengefaͤssen nieder. Auf diesem Wege bekoͤmmt er oft vom fuͤnften Nak- kenpaare Nach dem vesal. co- lvmb. oribas. evstach. vievss. n. 94. T. 23. u. T. 24. m. m. winsl. n. 191. 211. krveger. S. 21. denn dieser ber. Mann zaͤhlt hier die Nerven anders, ferner i. lievtav d , angef. Ort. einen kurzen, entweder geraden oder zuruͤkk- gebognen Ast. Jch habe auch oft genung die Erfahrung gemacht, daß an ihn ein andrer Nerve geleimt gewesen, ob er sich gleich damit gar nicht bereichert hatte. Bei andern Gelegenheiten hat er in der That zween Zweige entlehnt. Ferner Das Atemholen. VIII. Buch. Ferner empfaͤngt er oft vom sechsten einen grossen Ast So erzaͤhlen es die Alten, als Vesal, Kolumb, und Ori- basius, welcher noch sezzt, daß er kleiner sey, als vom viertem Zw- schenraume. , oder zween Aeste, und zwar von demjenigen Armnerven, den der sechste Nakkennerve kurz zuvor von sich gab, dergestalt, daß er, wenn man die Winkel in Betrachtung zieht, sie vielmehr in ihn hineinstrekkt. Sonsten empfaͤngt er von den ersten zweien Wurzeln des Armgeflechtes, oder vom sechsten Nakkennerven einen Ast, er entspringt aber mit dem Aste aus einer gemeinschaftli- chen Wurzel, welcher gleichsam ans Schluͤsselbein ange- leimt, zum Deltafoͤrmigen geht, oder mit dem vereinigt ist, welcher zum Schluͤsselmuskel laͤuft HVBER. de nerv. med. Spin. S. 49. wo es nicht der ist, den ich vom sechsten herleite, denn er zieht meine observ. an. krve- ger. S. 21. f. n. 36. 39. Viel- leicht ist es auch der, den lanci- sivs zeichnet. T. II. m. m. . Es steiget diese Wurzel entweder vor der Schluͤsselader nach der Brust nieder, und sie laͤuft unter den Schluͤsselgefaͤssen zum Zwerchfellsnerven fort, oder sie koͤmmt mit diesem ganz unten am Halse zusammen. Jndessen ist er doch nicht bestaͤndig, und er mangelt oftermals Jhn meldet EVSTACH. nicht. . Doch es soll der Zwerchfellsnerve auch vom sieben- den KRVEGER. S. 32. , oder dem daher entsprungnen Armnerven VIEVSSENS. T. 23. n. 96. T. 24. T. T. krveger. S. 3. einen kleinen Zweig empfangen haben. Jch habe von dem Nerven des achten Paares einen Zweig hinter der linken Schluͤsselader zum Zwerchsells- stamme niedergehen gesehen. Jch habe auch gefunden, daß ein Ast, der von diesem Zwerchfellsstamme am Halse entsprungen, in der Brust sich wieder in seinen Stamm geworfen. Endlich hat Winslow n. 192. beobachtet, daß er vom ersten Ruͤkkennerven, beim Eintritt in die Brust, einen Ast empfangen. Wenn I. Abschnitt. Die Brust. Wenn er nun also seine Erzeugung angefangen, so steigt er durch die Brust, mit haͤufigem Zellgewebe umklei- det, und zwar an der rechten EVSTACH. uͤberall. Seite, und vorne her, gerade nieder WINSLOW. n. 195. . An der linken Seite ist er tiefer gela- gert, und mehr gegen den Ruͤkken zuruͤkke gezogen EVSTACH. T. 18. 19. WINSL. n. 196. krveger. S. 22. , ja er bewegt sich linker Hand mit einer Kruͤmmung um das Herz herum. Er tritt in das Fleischige des Zwerch- fells Nicht in die Sehne, wie im Kupfer des carol. stephani. S. 221. , neben der Angrenzung des Sehnigen, und er zerscheitelt sich vorne mit keinem, hinten mit groͤssern Aesten, davon einige in der obern Gegend stehen bleiben, andre hingegen durch das fleischige dringen, und sich unterwerts Raum machen WINSL. n. 194. PETIT. in PALFYN. S. 429. . Jn dieser untern Schicht haben ihn beruͤhmte Zerleger PETIT. ebendas. winsl. ebendas. mit den Aesten vom Zwischenribbenstamme, oder dem Nerven der Eingeweide, durch kleine ausgesandte Zweigchen zusammenlaufen gesehen. Ausserdem giebt er wenige merkwuͤrdige Aeste von sich, diejenigen ausgenommen, welche er zum Zwischenribben- nerven, ganz unten am Halse sendet, und die einen ver- aͤnderlichen Bau haben. Jch habe gesehen, daß er queer uͤber dem ersten ungleichdreiseitigen, unterhalb dem mitt- lern Schildknoten ( ganglion thyreoideum medium ) einen Ast in den Zwerchfellsstamm des mitleidenden Nerven ( Sympathicus ) geworfen. Jch habe vom vierten Nak- ken und Zwerchfellsnerven zusammen, einen kleinen Zweig, queer uͤber den langen Halsmuskel, zum Zwischenribben- stamme laufen gefunden; und ein andrer, der aus eben diesem Zwerchfellsstamme entsprang, aber vom langen Muskel bedekkt war, vereinigte sich, um den mittleren Nakken- H. Phisiol. 3. B. K Das Atemholen. VIII. Buch. Nakkenknoten zu machen. Jch habe vom Zwerchfells- nerven, unterhalb der Wurzel des vierten Nerven, zween Aeste entspringen gesehen, welche einen eignen kleinen Knoten bildeten, aus welchem wieder drei Nerven sich in den Stamm des Zwischenribbennerven begaben. Diese Nerven habe ich, an der andern Seite die un- tere Schildpulsader, mit einem Strikke ergreifen gesehen. Es sagen andre, der Zwerchfellsnerve empfange von die- sem mittleidenden Nerven seine Wurzeln LIEVTAVD. S. 454. KRVEGER. S. 26. 27. 28. 29. 30. 31. ; andre, er werfe sie von sich, doch auf andre Weise, als wir gezeigt, und sie haben sie bald so, bald anders in verschiednen Koͤr- pern beschrieben VIEVSS. T. 23. n. 97. denn er hat es in T. 24. aussen ge- lassen. KRVEGER. S. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. und er hat einen sehr vielfachen Zusammenhang in der Figur. . Er theilt auch diesem ersten ungleich- dreiseitigen einige Zweige mit, und ich habe einmal einen Zweig zur Brustdruͤse gehen gesehen, welcher vom Zwerch- fellsnerven entsprossen war, und in diesen Zwerchfellsner- ven wieder zuruͤkkehrte. Einen andern uͤbergiebt er, wo fern diese Beobachtung mehrmalen vorkaͤme, der Lunge KRVEGER. S. 33. 34. . Daß hingegen das Herz etwas davon empfangen sollte, wie es der vortrefliche Lancisius erzaͤhlt Angef. Ort. S. 146. T. VIII. l. m. Er zeichnet einen Kranz, den dieser Nerve um das Herz zieht. , habe ich nie- mals finden koͤnnen, so wenig, als einer der neuern Zer- gliederer Es hat es KRVEGER. S. 23. nicht gesehen. Er hat aber einen Ast gesehen, der dem Zwerch- felle zwar zugethan war, der aber, da er von unserm Nerven abgeson- dert zum Herzbeutel ging, vor einen Herznerven nicht gehalten werden konnte. . §. 39. I. Abschnitt. Die Brust. §. 39. Mit diesem Rerven angestellte Versuche. Da man sehr zahlreiche, und in der That denkwuͤrdige Versuche, uͤber die Wirksamkeit dieses Nerven gemacht hat, so verdienen solche hier erzaͤhlt zu werden; theils damit man sehe, wie die bewegende Kraft vornaͤmlich von diesem Nerven dem Zwerchfelle mit getheilt werde, theils, damit man das zu Wunderbare, welches man hier der Wahrheit anzudichten pflegt, seine Abferti- gung bekommen moͤge. Man mag nun den Zwerchfellsnerven ( phrenicus ) in der Brust, oder am Halse So hat es GALEN. ad- ministr. anat. L. VIII. c. 8. I. v. HORNE microcos. S. 79. Jch thue hierbei die Erinnerung, daß man die Folge des Versuches, und das vom zusammengedruͤkkten Ner- ven unterbrochne Atemholen, nicht auf die geoͤffnete Brust schiebe, wie solches Neukranz thut. , an Thieren, die noch atemholen, oder die vor kurzem gestorben sind, entbloͤssen, so wird man folgende Erscheinungen daran gewahr. Es wird naͤmlich das Zwerchfell, wenn der Zwerchfellsnerve gestochen, oder gereizt worden SWAMMERD. Thes. 3. le cat. S. 15. fizes. con- spect. physiol. S. 18. zimmer- mann. S. 38. petit. epist. 2. S. 21. Second memoire sur les parties sensibl. et irritabl. Exp. 210. 211. 214. 216. 217. 218. 219. 222. 223. 224. wo das Wort, je comprimai, fuͤr j’ irritai gesezzt ist. Vom elek- tr schen Funken. CALDANI in FIBR I racol o . S. 330. , auch wenn es schon nach dem Absterben stille gewesen, in einen Krampf ver- sezzt, und das ganz und gar, wenn man gleich nur ei- nen, oder den andern Nerven in den Reiz bringt. Jn diesem Krampfe ziehet es die Fleischfasern von beiden Seiten nach sich, es senkt sich nieder, und verrichtet alles dasjenige, was wir im Vorhergehenden von der Verrich- tung dieses Muskels gemeldet haben. Es liegt aber nichts daran, der Nerve mag in seinem natuͤrlichen Zustande, K 2 oder Das Atemholen. VIII. Buch. oder gedruͤkkt Exp. 221. 222. ZINN. Memoir. communiq. Exp. 9. S. 11. , oder durchschnitten seyn Exp. 214. 220. 225. oeder. de Irritabil. S. 5. zimmerm. de Irritabilit. S. 38. girard. Ergo sensibil. a nervo. petit. angef. Ort. , wenn man ihn nur an demjenigen Theile reizet, welcher zum Zwerch- felle gehoͤrt. Wenn man ferner den Zwerchfellsnerven druͤkkt MONROO beim CHE- SELD. L. 3. c. 15. S. 228. FI- ZES angef. Ort. KAAVW im- pet. fact. n. 295. ROEDERER. de suffocat. n. 12. wenn inan ihn zu feste schnuͤrt. GIRARD. ang. Ort. , bindet Le CAT diss. sur le prin- cipe de l’ action des muscles. S. 13. Unsre Exp. 212. , durchschneidet GALEN. angef. Ort. , so steht das Zwerchfell stille, es hoͤrt das Atemholen auf, das Thier faͤngt an zu keuchen LOWER. BIRCH. T. II. S. 200. , der Bauch schwillt nunmehr im Ausatmen auf, und wird im Einatmen des Thieres duͤnne HOOKE Philos. Trans. n. 29. mayow, thrvst. ang. Ort. S. 121. bei der Laͤhmung des Zwerchfells, da dieses einzig und allein noch der uͤbrigen Kraft der Bauchmuskeln, und denen, zwi- schen den Nerven, gehorcht. Felg- lich steigt es mit den Ribben, wenn das Thier den Atem einzieht, in die Hoͤhe, weil es von der Kraft die- ser Muskeln heraufgezogen wird, und es senkt sich mit eben diesen Ribben im Ausatmen nieder, weil es von den Bauchmuskeln nieder- gezogen wird. , die unterste Ribben werden nach aussen herausgetrieben SENAC. angef. Ort. , so viel davon diesem Muskel zugeordnet ist; es erlangt auch das Zwerchfell seine erste Bewegung nicht wieder, wenn man gleich oberhalb der Gegend des Drukkes, oder Bandes den Nerven reizet Exp. 221. 222. 223. ZINN. angef. Ort. OEDER. ang. Ort. Wenn es sich weiter noch bewegt, so schreibe ich die noch ruͤkkflaͤndige Be- wegung dem leichten Drukke zu. Exp. 212. 213. 218. , wofern man nicht den Drukk wegnimmt, oder wenn man unterhalb dem Druk- ke Exp. 214. u. f. PETIT. epitre 11. S. 21. zinn. exp. 2. S. 29. , Bande oder Schnitte eben diesen Nerven reizet. Denn wenn man dieses thut, so gelangt dieser Muskel zu seiner Verrichtung wieder. Dieses Erhohlen gefchicht aber, I. Abschnitt. Die Brust. aber, wenn man den gedruͤkkten Nerven wieder los macht MONROO. ang Ort. . Endlich wenn man das ganze Ruͤkkenmark unterhalb dem sechsten Wirbelbeine GALEN. angef. Ort. c. 9. durchschneidet, so werden zwar die uͤbrigen Brustmuskeln ihre Bewegung verlieren, das Thier aber wird zu atmen fortfahren, aber blos ver- mittelst des Zwerchfells allein. Es zeiget dieses uͤberhaupt, daß die Kraft, womit das Zwerchfell dem Atemholen behuͤlflich ist, vornaͤmlich von diesem Nerven, welchen wir beschrieben haben, ab- haͤnge, und daß ohne diesem Nerven, die uͤbrige Zweige, welche vom Ruͤkkenmarke zum Zwerchfell gehen, nicht hin- laͤnglich sind, diese Bewegung hervorzubringen. Doch es haben hier verschiedne gelehrte das Wunder- bare zu vergroͤssern gesucht, und es haben einige vorgege- ben, daß das Herz, wenn man den Zwerchfellsnerven reize, zu staͤrkern Schlaͤgen aufgefordert werde de BREMOND mem. de l’ Acad. des scienc. 1739. S. 467. , da- von ich aber so wenig, als der beruͤhmte Fontana et- was sehen koͤnnen Memoir. sur les part. sensib. et irrit. T. III. . Man hat auch denjenigen Ver- such, welchen man gemeiniglich dem Bellin Beim ORTLOB. in der Vorrede zur Uebersezzung des tavvryi. pitcarne Ele- ment. phys. mech. monroo. angef. Ort. zuschreibt, ob man ihn gleich unter den Werken dieses Mannes nicht antrift, zu weit getrieben. Es heist naͤmlich, man muͤsse nur den Nerven mit den Fingern zusammendruͤkken, so wuͤrde dadurch, laut dem vorigen, die Wirksamkeit des Zwerchfells aufgehoben. Man will ferner, daß dieser mit den Fingern in eins weg zusammengedruͤkkte Nerve sich gegen das Zwerchfell zoͤge, und so versichern sie, wuͤrde es geschehen Physiq. des corps animés. S. 342. le cat diss. sur les mou- , daß dieses Zwerchfell wieder zu K 3 feiner Das Atemholen. VIII. Buch. seiner ersten Bewegung gelangen werde, doch keinesweges, wofern man ihn uͤber sich verschnuͤrt haͤtte HEVERMAN. ebendas. ; sie be- dienen sich dieses Versuches, uns zu uͤberreden, daß die Lebensgeister in Thieren was fluͤßiges waͤre, und dieses von dergleichen Verschnuͤrung genoͤthigt werde, nieder- werts herabzurinnen. Doch dieses alles geht ein wenig zu weit, und es steht das Zwerchfell ebenfalls stille, man mag den Nerven daruͤber, oder darunter binden, so lan- ge er mit den Fingern zusammengeprest wird. Es wird dieses nicht nur durch einen Exp. 221. 222. 223. , sondern auch des sel. Zimmermanns Angef. Ort. , und des Claudius Nikolaus le Cat Angef. Ort. S. 14. 15. Es bekam naͤmlich der Muskel, entwe- der vom Zusammendruͤkken, oder man mochte den Nerven oben bin- den, oder unterwerts, gleichsam von einem Reize, die Bewegung wieder. Folglich findet er, obschon bei andern Folgen, von dem un- terwerts gemachten Binden, keine Wirkung, welche von der Folge, einer unterwerts fortgesezzten Ver- schnuͤrung verschieden waͤre. Versuche bestaͤtigt. §. 40. Die Schlagader des Zwerchfells. Die vornehmsten sind, die Zwerchfellsschlagadern, wie man sie nennt ( phrenicæ ), und diese gehen von bei- den Seiten mitten nach der Sehne des Zwerchfells hin. Jch habe in neun und zwanzig Koͤrpern eine einzige sol- che Schlagader Eine einzige und zwar aus der Aorte. Tab. art. renal. , siebenmal zwo, eine rechte und linke zwanzigmal, ein einzigesmal vier, einmal drei, darunter die Aorte zwo, und die Bauchschlagader ( coeliaca ) eine hergab. Wenn ihrer zwo sind, welches oͤfter vorkoͤmmt, denn hat unter zwanzig Koͤrpern die Bauchschlagader alle beide, und die Aorte viermal dieses Paar hervorgebracht. Jn mouvement des muscles. S. 91. hevermann. T. II. S. 295. T. III. S. 102. savvages physiol. S. 130. monroo. on nerves. S. 19. neue Ausgabe, auch unter dem Bande kaavw. angef. Ort. I. Abschnitt. Die Brust. Jn andern Koͤrpern gab die Aorte die rechte, hingegen die Bauchschlagader, die linke BOURDON. T. III. f. 11. WALTHER. de coeliaca. che- seld. S. 188. her: zweimal machte die grosse Kranzader die rechte, die Aorte, die linke Nach dem COWPER. append. bidl. T. III. drake T. 20. winsl. n. 172. liev- tavd. angef. Ort. , zweimal trieb die Nierenader die rechte, und die Aorte die linke aus. Die mehresten Schrifsteller unter den Alten sezzen zwo Schlagadern des Zwerchfells an, sie schreiben solche der Aorte zu GALENVS diss. arter. c. 9. evstach. T. 25. ve- sal. und andre. , hingegen halten es die neuern mehr mit der Bauchschlagader LIEVTAVD. ang. Ort. S. 487. heister. S. 158. u. f. . Es giebt die rechte Schlagader des Zwerchfells, ausser denen dem Anhaͤngsel des Zwerchfells, und der Gekroͤsdruͤse uͤberlieferten Aesten Fascic. III. S. 53. , ausser einigen Ae- sten fuͤr die Nebbennieren Die angef. Tab. a. , und kleine Leberaeste Ebendas. , zween wirkliche Hauptaͤste, einen linken und einen rechten von sich. Dieser besorgt nicht nur das Anhaͤngsels des Zwerch- felles χ. , sondern er vereinigt sich auch bei der Holader mit der rechten Nebenader durch einen Bogen, den sie derselben zuwirft Δ e. : er sendet auch durch das Loch, wovon wir geredet haben, an dieser Blutader einen Ast nach der Brust, welcher groͤsser, als der Zweig von den Bruͤsten, mit diesem vereinigt sich Fascic. III. Tab. ant. Tho- rac. l. m. n. h. S. 25. zugleich auch ein Begleiter des Zwerchfellsnerven, und vornaͤmlich bei dem Hezbeutel getheilt ist. Eben dieser Ast schiest auch bei dem Herz- beutel durch die kleinere Loͤcher des Zwerchfells noch an- dre Zweige, wovon ich anderswo schon geredet, und zum Theil auch in die Leber, aus; endlich durchbort er die fleischigen Theile des Zwerchfells, und er wirst sich bei dem Rande der Sehne, mittelst eines grossen Bogens, in den rechten Stamm der linken Schlagader hinein Fascic. III. ad tab. renal. . Eben K 4 dieser Das Atemholen. VIII. Buch. dieser Ast sendet noch zu den fleischigen Theilen am Zwerch- felle viele Zweige hin Bei c. , und er haͤngt sich an die Zweige der Bruͤstenadern an. Sein uͤbriger Stamm zerscheitelt sich oberhalb dem Zwerchfellsfluͤgel in dem Ribbenfleische. Der rechte Ast der rechten Schlagader des Zwerch- fells wandert unter dem rechten Fluͤgel durch die Sehne hindurch, bis zum untersten Fleische fort, er giebet diesem, wie auch von neuem den Nebennieren Angef. Tab. a. a. , und der Leber Aeste Ang. Ort. S. 54. , und nachdem er sich von neuem dem hintern Stamme bei dem hintern Ribbenfleische mitgetheilt, so vereinigt er sich auf mancherlei Weise mit den Zwischen- ribbenadern, mit den Lendenadern, und mit den Zweigen des linken Astes. Mit einem andern vordern Aste gelan- get er zu den Vordertheilen des Sehnigen, und er bildet bei dem Loche der untersten Holader mit der linken Zwerch- fellsader einen Bogen, und er versieht den Herzbeutel mit einigen Aesten Fascic. VIII. S. 35. . Die linke Zwerchfellsader giebt, indem sie gegen die Anhaͤngsel des Zwerchfells in die Hoͤhe steigt, diesen Anhaͤngseln einige Aeste, sie schiesset ferner einige zum Schlunde Angef. Ort. h. , zu den Nebbennieren g. g. , und zum Ribben- fleische hin, in die Mitte desselben. Von da endigt sich dieser linken Zwerchfellsader linker Ast Γ. , wenn er durch das Sehnige des Zwerchfells gegangen, auswers im unter- sten Ribbenfleisch, und Lendenfleische, indem er sich auf verschiedne Weise mit den untersten Schlagadern zwischen den Ribben, und den Lendenschlagadern verbindet, indessen, daß er auch einige Aestchen linker Hand zur Leber, und Milz Angef. Ort. , vertheilet. Der rechte Ast der linken Zwerchfellsader koͤmmt ne- ben den Lendenkoͤpfen des Zwerchfells mit dem rechten Zwerch- I. Abschnitt. Die Brust. Zwerchfellsstamme zusammen Ξ. c. d. ; er dringt mit seinem Aste, der das Fleischige des Zwerchfells durchbort, auf der obern Flaͤche hervor, macht am Rande des Sehnigen einen Bogen, und endigt sich im vordern Ribbenfleische, nachdem er sich verschiedentlich mit den Bruͤstenzweigen vermengt. Eben dieser strekkt auch zum Herzbeutel, zum Schwebebande der Leber Eben die Tab. I. L. RV- YSCH. ep. 5. T. 5. f. 5. Exp. 9. S. 10. , und zuweilen auch zum Queermuskel des Bauches Aeste von sich. Mehr mag ich hier nicht erwaͤhnen, damit ich den Schein vermeiden moͤge, daß ich mir bei meinen Schlag- adern selbst zu viel gefallen. Jch werde bei andrer Ge- legenheit von den Leber, Milz, Schlund, und Nebennie- renaͤsten reden. Es ist merkwuͤrdig, was der beruͤhmte Vink Blocdvaten. S. 111. gesehen, naͤmlich daß diese Schlagadern, oberhalb dem Zwerchfelle, herausgekommen. Diesen Zwerchfellspulsadern geben andre, ziemlich unbekannte wenig nach, und diese haben die Bruͤsten- schlagader zur Mutter, indem diese laͤngst den Knor- peln der Ribben niedersteigt. Es zeigt sich zwar an die- sen Gefaͤssen eine haͤufige Mannigfaltigkeit; indessen lau- fen doch gemeiniglich, ausser den kleinen Aesten, zween ziemlich ansehnliche Zweige davon zum Zwerchfell uͤber. Der eine obere Fascic. VI. S. 8. Fascie. III. S. 29. not. 14. und 3. 4. 5. 6. tab. art. ant. entspringt fast vom vierten Zwischen- raume Fascic. VI. , doch auch unterweilen vom fuͤnften Fascie. III. S. 26. 29. , giebt dem Herzbeutel, Mittelfelle, und der Leber einige Zweige, verliert sich aber im uͤbrigen bei dem Ribbenfleische oben am Zwerchfelle Angef. Kupf. 6. . Jch habe ihn den Zwerchfellherz- beutelast ( phrenicopericardiacus ) geheissen. Der andre Zwerchfellmuskelnast ( musculophre- nicus ) Fascic. VI. S. 8. 9. Fasc. III. S. 26. n. 1. 2. Eben die Tafel scheint vom ber. PETIT ad PALFYN. anat. chirurg. S. 344. beschrieben zu werden. nimmt sein Entstehen im sechsten Faseic. III. , oder sie- K 5 benden Das Atemholen. VIII. Buch. benden Fascic. VI. Zwischenraume der Ribben, und wendet sich ausser den Zweigen, die zum Herzbeutel, den Zwischenrib- benmuskeln, den geraden Muskeln, den Queermuskeln, dem Schwerdknorpel, dem Schwebebande, und der Leber gehen, zu dem Ribbenfleische des Zwerchfells hin, ver- mengt sich unterhalb der siebenden, achten, und neunten Ribbe, und auch mit den andern Zwerchfellszweigen, auf vielfache Weise, und dieses thut derselbe auch mit den kleinen Aesten des kurzgedachten Staͤmmchens. Der oͤberste Ast der Bruͤstenpulsader entspringt von der Brustdruͤsenadern einer, oder von dem Stamme der Bruͤstenschlagader Fascic. III. tab. ant. , oder von einem andern Aste, der mit dem Zwerchfellsnerven niedersteigt, und uͤber den man sich wundern mus, daß er einen Namen gefun- den Die Herzbeutelzwerchfells- ader beim Ruysch. Ep. II. T. 2. f. 4. A. A. Pericardine des Wins- low. angef. Ort. n. 85. , den Alten in die Augen gefallen VESAL. S. 465. , und vom Verheyn L. II. tr. 111. c. 4. S. 155. , als eine Neuigkeit, und merkwuͤrdige Sache beschrieben worden. Es ist dieser in der That so klein Fascic. III. S. 24. 25. Tab. ant. f. k. h. n. , daß er keinesweges den obigen Zwerchfellsschlagadern an die Seite gesezzt zu werden verdienet. Er besucht die Brustdruͤse, das Mittelfell, den Herzbeutel RVYSCH. Kupf. , die auf der Hohlader aufliegende Druͤsen, die aͤussere Lungenmem- bran, die Haͤute der Aorte, der Hohlader, der Lungen- blutadern, und endlich, wofern der Ast, in dem er sich ge- meiniglich verlieret, an der Zwerchsellsschlagader klein ist, auch das Zwerchfell. Er stoͤsset auf allerlei Weise, wie solches nichts neues ist, auch auf einige Herzbeutelaͤste zu Ruvsch zeichnet ihn im Zusammenhange mit den Bruͤsten- adern Q. mit denen des Mittelfells D. und den Zwerchsellsgesaͤssen B. B. . Die I. Abschnitt. Die Brust. Die Schlagadern, welche die untere Zwischenribben- staͤmme, zum Zwerchfelle senden, ruͤhren von der fuͤnften Aortenader, oder vom siebenden Zwischenraume Fascic. VIII. S. 68. Fasc. III. S. 55. Auch Ruysch hat es so. Epist. IX. und winsl. n. 145. , fer- ner von der sechsten, siebenden Fascic. VIII. S. 69. , achten, neunten S 70. her. Alle und jede Schlagader vor sich entspringen, vom Zwischenribbenaste, gehen zum hintern Ribbenfleische, vereinigen sich mit den Zwerchfellsadern, und sind nicht eben gros: auch schleichen sich die untersten nach den Len- denanhaͤngseln hin. Die erste Fascic. III. angef. Ort. , zwote Fascic. VIII. S. 71. fasc. III. angef. Ort. , dritte Ebendas. fascic. III. Ader begiebt sich zum untersten Fleische, oder zum Fleische des vierten Kopfes, und zu dem von der zwoͤlften Ribbe stammen- den Fleische, ferner zu den uͤbrigen Wibelkoͤpfen, und auch diese sind, die erste ausgenommen So hats winsl. n. 225. lievtavd. S. 487. und vor- laͤngst c. bartholin. observ. anat. S. 179. , nur von klei- ner Bedeutung. Endlich erwaͤchst aus der Aorte, indem sich diese zwischen den Lendenkoͤpfen des Zwerchfells niederwerts be- giebt, zu beiden Seiten T. art. renal. utrinque. eine, doch bisweilen auch eine doppelte Schlagader. Es wandert diese hinter die- sem Fleische zu dem Nierenfette fort, indessen aber ver- weilt sich ein nicht geringer Theil selbst im Fleische dieser Koͤpfe Fascic. III. S. 55. T. arter. renal. . Wenn ihrer mehr, als eine vorhanden sind, so entstammet manche, und das nicht selten, von der Bauch- pulsader Fascic. II. . Diejenigen Aeste, welche die Nebennierenpulsaͤder- chen geben, sind nur klein und seltner, sie entstammen von den Nierenadern Fascic. III. angef. Ort. wins- low. n. 217. , oder vom Leberaste der grossen Kranz- Das Atemholen. VIII. Buch. Kranzader Ebendas. und winslow. n. 181. , oder von der Milzschlagader Fascic. III. und rvysch. epist. IX. , und ge- meiniglich sind diese Zweige ganz klein. Alles dieses zusammen genommen, so folgt, daß die mittleren Schlagadern des Zwerchfells von den Zwerch- fellsadern, zum Theil auch von den Bruͤstenadern, hin- gegen die Pulsadern am Umkreise von den Bruͤsten, Lenden, Zwerchfellsadern, und von dem Aortenstamme ihren Ursprung bekommen, aber alle haben, wie gemei- niglich aller Orten zu geschehen pflegt, unter einander ihren Zusammenhang. §. 41. Die Blutadern des Zwerchfells. Die Aeste derselben geben gemeiniglich den Schlag- adern auf ihrem Wege das Geleite. Was die Staͤmme aber betrift, so herrscht darinnen nur Verschiedenhet, von der ich mit dreien Worten reden werde. Die Zwerchfellsblutadern, welche vor allen andern diesen Namen behaupten, gehoͤren zwar gemeiniglich zum Bezirke der Holader, doch werfen sie sich auch zuweilen in die Leberblutadern Fascic. III. S. 56. hinein. Es leeren sich gemei- niglich die Blutadern innerhalb dem Zwerchfelle in die Holader aus, aber doch ist auch bisweilen eine Angef. Ort. und beim ber. Nikolai. de vasor. direct. , oder beide Blutadern des Zwerchfells, zwischen denen ausein- ander fahrenden Sehnenfasern, mitten zwischen der Ober- schicht und Unterschicht des Zwerchfells, oder gar oberhalb dem Zwerchselle, zur Holader gegangen. Man weis, daß gar vier Zwerchfellsblutadern zugegen gewesen, da- runter sich zwo in dem Bauche, und zwo in der Brust in die I. Abschnitt. Die Brust. die Holader geendigt haban. Doch gibt es mehrentheils nur deren zwo GALEN. de dissect. ve- nar. c. 2. und fast die ganze Re- publik der Zergliederer. , eine rechte, und eine linke. Diese Blutader hat gemeiniglich Aeste, die den Zwei- gen der begleitenden Nebenschlagader aͤhnlich sind, sie ge- biert die Schlundader Fascic. III. S. 56. , welche sich wieder nach der Brust zuruͤkke wendet FALLOPIVS. ang. Ort. , sie giebt welche auch dem Mittelfelle GALEN. FALLOP. EVSTACH. u. f. , und dem Herzbeutel GALEN. angef. Ort. ev- stach. de vena sine pari. S. 281. fallop. obs. S. 117. riolan. winsl. n. 144. , sie verbindtt sich mit den Aestchen der Ungepaarten, mit den kleinen Zweigen der Bruͤstenadern Eben der, ebeudas. : sie bringt die Leber FALLOP. ebendas. ev- stach. de ren. S. 133. he- benstreit. de venis commu- nic. , und Milzadern FALLOP. angef. Ort. Es hat eine Angstomosirung mit einem kurzen Gefaͤsse. c. bavchin. S. 52. und habicot. die I. hervor, welche nebst den Baͤndern dieser Eingeweide durchstreichen, und sich mit den zur Pforte laufenden Adern vereinigen, obgleich diese Vermuͤndun- gen an sich klein sind, so schwellen sie doch, wenn man sie mit Wachse aussprizzt, zu einem grossen Koͤrper auf. Jch pflege daher nicht ohne Befremdung zu lesen, daß diese Blutadern, ehe man noch die Sprizzen zu fuͤhren gewust, bereits den Alten bekannt gewesen seyn sollen. So wie von den Schlagadern zwischen den Ribben einige Fortsaͤzze zum Zwerchfell hingehen, so kommen von der, der ungepaarten Blutader angehoͤrigen Blut- adern Phrenica ab azyga. wins- low. n. 53. Von diesem Stamme gehen Blutadern zum Zwerchselle, lievtavd S. 513. Auch hat es so hebenstr. de venis com- municantibus. , neben den untersten Ribben grosse Aeste, die durch mancherlei Anastomosirungen unter einander zufam- menhaͤngen hervor, und sie wenden sich nach der Hinter- seite des Zwerchfells hin. Doch Das Atemholen. VIII. Buch. Doch es werfen auch die Blutadern der Nebennie- ren EVSTACH. de renib. S. 66. 131. T. I. f. 1. T. II. f. 1. 2. c. bartholin. de diaphragm. et analect. obs. S. 179. der sie Fett- adern nennt. , oder die der Holader und linken Nierenader zu- geordneten Blutadern LIEVTAVD. S. 514. ihre Zweige in das Zwerchfell hinnein. Endlich so streichen, wie von den Schlagadern der Bruͤsten, so auch von den Blutadern Aeste zum vordern, und obern Theile des Zwerchfells hin, dieses thut so wohl die obere Zwerchfellsader VERHEYN. S. 376. Von der Holader leitet sie winslow. n. 58. lievtavd. S. 240. , oder die von der Bruͤsten- ader und deren Aste, oder von der obern Blutader zwischen den Ribben entsprossene, welche vor langer Zeit, und noch vor ihrem Nebenschlagaͤderchen VESAL. L. III. c. 7. L. VI. f. 1. q. evstach. de vena sine pari. S. 281. T. VIII. f. 3. Dom. de marchett. S. 67. bekannt, und mittelst verschiedner Nezze mit ihrer Begleiterin, und mit der Zwerchfellsblutader EVSTACH. S. 281. am Zwerchfelle verwikkelt ist; als auch andre Blutadern von der Bruͤstenader kommende Herzbeutelzwerchfells, und Muskelnzwerchfellsadern. §. 42. Die Pulsadern zwischen den Ribben. Es ist noͤthig, daß ich diese, theils wegen ihrer noth- wendigen Verbindung, mit der ungepaarten Blutader, theils wegen ihrer schoͤnen Bauart, und der Krankheiten wegen, die man der Ribbenhaut (Seitenstechen) zu zu- schreiben pflegt, in der Arzeneilehre so berufene Schlag- adern, hier mit wenigem beschreibe, indem solche auch hin und wieder noch einige Aeste zu den innersten Werk- zeugen des Atemholens liefern. Sie entspringen aber vorne her von den Bruͤsten, und Bruststaͤmmen, hinterwerts von I. Abschnitt. Die Brust. von den Schluͤssel, und den Zwischenribbenadern, welche die Vorfahren mit diesem Stamme besonders zu belegen pflegen. Die obere Schlagader zwischen den Ribben, hat mit den uͤbrigen Schlagadern zwischen den Ribben viel Aehnlich- keit davon blos durch ihren Ursprung bekommen. Jch habe diese Schlagader niemals finden koͤnnen Heister hat wohl gethan, sie wieder herzustellen im compend. anat. S. 157. und winslow. III. n. 104. , ob gleich einige beruͤhmte Maͤnner Koͤrper geoͤffnet, denen sie gemangelt hat, dergleichen Eustachius T. XXVI. , ferner Riolan Ueber den LAVRENTI- VM. S. 641. in barthol. S. 776. , und ohnlaͤngst J. Renatus Crescentius Garen- geot Splanchnologie. S. 397. gewesen, welcher sie uͤberhaupt aus der Liste der Schlagadern des menschlichen Koͤpers herausgestri- chen, nachher aber durch die Versuche Neue Ausgabe. II. S. 160. bisweilen findet auch der ber. verdier keine T. II. S. 343. serner p. c. fabricivs, die- ser ber. Mann, im Programm. S. 13. Aus dieser Beobachtung leitet der ber. qvesnay die Theo- rie des Aderlanens her, de la sai- gnée. S. 25. So viel ich sehe, lei- tet alle aus der Aorte her der vor- trefl. albin. Icon. duct. chylif. uͤberzeugt, sel- bige wieder mit einiger Mannigfaltigkeit zuruͤkkgegeben. Sie ist im uͤbrigen von Alters her, und auch so gar dem Galen De arter. et venar. diss. c. 9. bekannt gewesen, wiewohl sie dieser, welches ich vor einen seltnen Fall halte, mit der Wirbelschlaga- der gepaart hat. Diese war in allen Koͤrpern, welche ich unter Haͤnden gehabt, ein Abkoͤmmling von der Schluͤsselader, und ent- sprang beinahe mitten unter dem vereinigten Schlagader- haufen Fascic. II. tab. thyr. ant. Fascic. VI. T. I. , welche an diesem Orte die Schluͤsselader er- zeugt; sie koͤmmt hinterwerts, und abwerts zum Vor- schein, bei den innern Theilen des ersten ungleichdreisei- tigen Fascic. VI. angef. Ort. , als eine Begleiterin des grossen mitleidenden Nerven. Das Atemholen. VIII. Buch. Nerven. Bei dem ersten Zwischenraume der Ribben WALTHER. vas. verte- bral. S. 3 Tab. art. thyreoid. poster. Ξ. und Fascic. VII. T. V. schiesset sie der Ruͤkkenast von sich, welcher ausser dem Ruͤkkenmark vor die Muskeln des Ruͤkkens sorget. Der Zwischenribbenast unterscheidet sich eben durch nichts von den uͤbrigen. Nicht selten koͤmmt auch die Ruͤkken, und Zwischenribbenader des zweeten Zwischenraumes Tab. ant. tot. corp. Fascic. VII. T. IV. von eben dieser Schlagader her, oder wenigstens haben sie doch einen gemischten Ursprung von der Aorte und der Schluͤsselader, oder es ist doch auch nichts seltnes, daß beim dritten Zwischenraume ein Ast von der obern Zwi- schenribbenader hervorkoͤmmt, welcher mit der ersten aus der Zwischenribbenaorte zusammenstoͤst Tab. art. thyr. post. . Daß diese Zwischenribbenader weiterhin, und bis zum dritten Zwi- schenraume VFSAL. L. III. c. 12. S. 486. vesling. , entstehe, geschicht schon seltener, wiewohl es beruͤhmte Maͤnner, und ebenfalls zwei, oder dreimal, so befunden. Andre haben sie beim vierten herabkom- men gesehen, welches ich etwa in vierzig Koͤrpern nicht VESLING. syntagm. anat. T. 2. c. 10. lievtavd. S. 486. wahrnehmen koͤnnen. Die oͤberste Zwischenribbenaorte, und zwar die rechte, versieht auch den Schlund, und die Druͤsen der Luftroͤhrenaͤste mit einigen Zweigen. Die uͤbrigen Zwischenribbenstaͤmme entstehen von der Aorte, ihrer werden zehn Fascic. VII. T. IV. , neun Fascic. VII. T. V. , oder uͤberhaupt nur achte gezaͤhlt, nachdem die erste, und obere vor die zahlreiche Zwischenraͤume gesorgt hat. Abwerts fallen sie gemeiniglich groͤsser aus, sie entspringen aus der Aorte unter einem Winkel, der um etwas kleiner, als ein rechter ist EVSTACH. T. 26. , von da steigen sie um desto spizzwinkliger in die Hoͤhe, je mehr sie oberwerts herauskommen Jn unsern Kupfern uͤber die arter. spinales, und albin. in tab. duct. chylif. . Es I. Abschnitt. Die Brust. Es haben alle diese Schlagadern der eilf Zwischen- raͤume dieses mit einander gemein, daß jede nahe an dem Koͤpfchen ihrer Ribbe, nach dem Jnwendigen des Ban- des, welches von jedem Queerfortsazze zum naͤchsten ge- raden herablaͤuft, sich zertheilet, und einen von diesen Aesten zum Ruͤkken sendet Fascic. VIII. S. 65. Tab. post. corp. t. u. x y. Γ Δ Θ. , welcher auch den Wirbel- beinen, dem Ruͤkkenmarke, und dessen harter Membran Aeste zuwirft. Eben so ist es allen gemein, daß sie mit dem einen Stamme, nach einer geringen Beugung Sie kraͤuseln sich, bevor sie sich in die Furche der Ribbe le- gen. HEBENSTREIT. de flexion. arter. , uͤber den Zwischenraͤumen der Ribben herablaufen, so daß sie mit beiden Raͤndern parallel gehen Fascic. VIII. S. 65. und tab. post. rvysch. epist. anat. II. T. II. f. 3. , und nahe an der Ribbenhaut im Zellgewebe, welches diese umgebende Membran einfast, fortgehen. Es sind aber bestaͤndig zween Aeste S. 66. 67. ebendas. u. T. poster. corp. lat. dextr. uͤberall. RAV amphitheat. Zoot. S. 103. sich einander parallel, und uͤberhaupt einander gleich, und das nicht blos in den Raͤumen zwischen den Knorpeln der Ribben RVYSCH. angef. Brief. , die der ganze Laͤnge der Ribbe folgen. Es pflegt ihr oberer groͤsser zu seyn, und eben dieser befindet sich in der Furche am untern Rande der Ribben Hievon allein ist dasjenige zn verstehen, was der ber. Akrell meldet, vom Gange mitten durch den Zwischenraum, und im untern Winkel. S. 117. 118. om Friska- saor. . Der untere ist schon kleiner, und zwar an den untersten Vergl. Fascic. VIII. S. 69. und die angef. Tafel. Am untersten Zwischenraume ist keiner. Ebendas. Ribben bisweilen sehr klein, welches vielleicht die Ursache gewesen, warum er vom Ruyschen Epist. anat. II. S. 18. 19. uͤberhaupt ganz und gar nicht angenom- men worden. Vom H. Phisiol. 3 B. L Das Atemholen. VIII. Buch. Vom obern Aste aber steigen hin und wieder einige, unter sich Parallele Zweige Fascic. VIII. ic. poster. m. m. m. Fascic. VI. T. I. 8. , hernieder, so wie von der obern Schlagader zwischen den Ribben, nicht selten welche zu einer der untern laufen Fascic. VIII. T. I. Z. . Sie allein bestreichen nicht den voͤlligen Bogen der Ribben. Es vollenden naͤmlich an den vier obern Zwischenraͤumen der Ribben, im Anfange der vordern Seite der Brust, die von uns weitlaͤuftig beschriebnen Brustschlagadern, indem sie von den obern Fascic VL m. bei q. und bei η und υ , und untern Bei n. bei η. Zwischenribbenadern eine Fortsezzung werden, den Theil des Ribbenbogens. Endlich so geben, an den sieben ersten Zwischenraͤumen, die Bruͤstenschlagadern, laͤngst den Knorpeln der Ribben, gedoppelte Zweige, welche oben mit den Brustadern Fascic. VI. OE. 1. 3. 4. 7. 8. 12. 13. Man muß sich wundern, daß auch diese vom Ruyschen aus- sengelassen. Epist. II. T. II. f. 3. und vom evstach. T. 27. f. 12. , hingegen mit dem fuͤnften 14. 15. , sechsten 20. 21. ebendas. , siebenden 22. 23. Fascic. VIII. S. 65. Zwischenraume, die Zwerchfellaͤste S. 12. , mit den Zwischen- ribbenadern selbst, diese zween Aeste, welche die Ribben begleiten, machen. Endlich laufen die untersten der drei oder vier Zwischenraͤume, naͤmlich die Zwischenribben- adern des achten, neunten, zehnten, eilften, ganz allein, ohne Ringe, von den Ribben nach den Muskeln des Bauches hin Vergl. T. I. fascic. VI. . Wir koͤnnen die Aeste der Schlagadern Zwischen den Ribben nicht mit Aussuͤhrlichkeit beschreiben. Sie ver- sehen die Ribbenhaut, das Knochenhaͤutchen der Ribben, die Muskeln derselben, und das uͤbrige Ruͤkken, Brust und Bauchfleisch, welches auf ihnen liegt; endlich laufen die untere, als deren Ribben nicht bis zum Brustbein hin- reichen, in die Bauchmuskeln aus Fascic. VI. φ. Ψ. , indem sie sich auf ver- I. Abschnitt. Die Brust. verschiedne Weise mit den Aesten der Lendenadern Fascic. VI. Ω Φ Ψ. , und der Pulsader des Oberbauches Fascic. VI. φ. 46. , vereinigen. Man mus diejenige, besonders die erste Zwischenrib- benader, von der Aorte ( aortica intercostalis prima ) nennen, welche mit der obern Zwischenribbenader Fascic. II. tab. art. thyreoid. ant. π. , und den Luftroͤhrenaͤsten i. r. Fascic. VIII. S. 67. , der Schlagader des Lufroͤhrenkopfes, Gemeinschaft hat, und endlich gemeiniglich die rechte Schlagader der Luftroͤhrenaͤste erzeugt Fascic. III. S. 36. Fascic. VIII. S. 67. , und oft die zwei Zwischenraͤume, naͤmlich den andern und dritten, mit Aesten versieht Fascic. II. ang. Ort. Fascic. VIII. S. 67. T. corp. ant. 3. . §. 43. Die innere Brustschlagader. Es ist sonst die Geschichte der innern Bruͤsten- schlagadern in der That denkwuͤrdig. Sie entstehet zu beiden Seiten, von derjenigen Spizze derer Aeste der Schluͤsselader Fascic. III. S. 23. 24. Fa- scic. VI. T. I. u. S. 3. 6. cow- per. T. III. exp. 21. 19. 20. s. und in T. XX. drakii. Wel- ches die doppelte Brustenschlagader des ber. moebii ist. obs. 7. , welche auch die obere Zwischenribben- ader erzeugt, und zwar oberhalb der obern Grenze der Ribbenhaut. Sie steigt zu beiden Seiten nieder, hin- ter den Zwischenribbenmuskeln, oder Brustbeinribben- muskeln Fascic. VI. T. I. jenty. T. I. f. 4. und den Knorpeln der Ribben, bis sie unter der siebenden Fascic. VI. bei 26. , in den Bauch S. 9. Fascic. VI. ang. Ort. fortschiest, und hinter dem geraden Muskel Ebendas. 28. 29. aͤstig wird, und sich da in dessen Fleische verliert, wo sie die beruͤhmte Zusammenhaͤnge mit den Oberbauchadern unterhaͤlt Ebendas. 30. 30. S. 9. , die bereits so lange L 2 her Das Atemholen. VIII. Buch. her bekommt GALEN. verwirft diese von den Alten gedachte Anastomo- sirungen. De usu part. L. VIII. gegen das Ende art. diss. c. 9. , und denen so aͤhnlich sind, welche aller Orten die benachbarte Staͤmme der Schlagadern vereinigen. Auf diesem Wege werfen die Bruͤstenstaͤmme einige Aeste nach der aͤussern, andre nach der innnern Seite hin. Von den aͤussern sind zweimal so viel, als Ribben, vorhan- den; sie folgen Angef. Kupf. OE. 1. 3. 4. 7. 9. 12. 13. 14. 15. 20. 21. 22. 23. beide Raͤnder einer jeden Ribbe, und werden endlich ein Stuͤkk mit den Brust p. X. l. l. υυ. ϱϱ. νν. S. 7. Vergl. winsl. n. 90. tarin. S. 39. , und Zwi- schenribbenadern 14. 15. 20. 21. 22. 23. S. 8. 9. . Sie senden Aeste aus, zum Theil zu den dreiekkigen, und Zwischenribbenmuskeln, zum untersten Fleische des Halses S. 6. 7. , zur Haut des Hal- ses und der Brust, zu den Brustmuskeln, zu den Bruͤ- sten S. 7. 8. fallof. S. 131. , zur Vorder- und Hinterflaͤche des Brustkno- chens S. 7. 8. , zu den Knorpelhaͤuten, und Knochenhaͤuten der Ribben Tab. cit. pass. , endlich zur Darmhaut, zum Schwebe- band S. 8. T. I. 37. , und zu den Muskeln des Bauches. Jnnere Aeste nenne ich die kleinen, welche sie in die Brusthoͤhle ausstrekkt, eine Ader, welche eine Begleiterin des Zwerchfellsnerven ist Fascic. III. f. vergl. S. 96. unsern vorherg. §. 39. , die Brustdruͤseader Ebendas. 9. und 19. und S. 25. WINSL. n. 84. , die Mittelfelladern Ebendas. 18. , einige Herzbeuteladern, Zwerch- felladern, von denen ich bereits Nachricht gegeben, nicht selten auch die obere Luftroͤhrenader S. 24. . Die Anzahl der aͤussern Brustschlagadern ist nicht immer gleich gros, doch erstrekken sie sich gemeiniglich auf vier Staͤmme; die oͤberste ist klein; die zwote groͤsser, und die andern sind die Schulterhoͤhe- und die Fluͤ- gelader. I. Abschnitt. Die Brust. gelader. Die oͤberste, oder die erste darunter Fascic. VI. S. 10. 11. l. Sie steigt in diesem Kupfer bis zum dritttn Zwischenraume hermeder mit Aesten. m. a . o. x. β. γ. ϑ. ϰϰ. λλ. νν. beim zweiten, dritten, und vierten Zwischenraume mit den hintern Aesten. π. σσ. υ. mit den vordern λ. ι. υυ. S. 10. Steigt bisweilen auch beim fuͤnften Zwi- schenraume nieder. S. 12. , und vornaͤmlich die zwote groͤssere S. 11. 12. , bisweilen auch die Schulterader S. 13. , und Fluͤgelader S. 13. 14. werfen, auf ver- schiedne Weise, wovon ich hier eben keine Worte machen will, Aeste, die die Ribben begleiten, an der mittlern, vordern und Seitenflaͤche der Brust, von sich, und diese laufen mit den Bruͤstenadern, und darauf mit den Zwischenribbenadern in einem Stuͤkke fort. Jm uͤbrigen bedienen sie die Ribbenhaut, die Ribben, die vor den Ribben benannte Muskeln, ferner die beiden Brustmuskeln, und verschiedne Muskeln des Schulterblates, der Schul- ter, und des Schluͤsselbeins mit Aesten, und da diese we- nig bekannt sind, so habe ich sie deswegen hier verfolgen muͤssen Siehe Fascic. VI. T. I. u. S. 9. u. f. . §. 44. Die Nerven. Die Zwischenribbennerven WINSL. tr. des nerfs. n. 255. , welche ihren Schlag- adern an der Seite gehen, und diesen uͤberhaupt gleich sind, liegen ebenermaaßen in der Ribbenfurche Bei ungewisser Lage des oͤbersten, mittlern, und untern, vergl. albin. tab. duct. chylif. , doch un- terscheiden sie sich dadurch, daß sie fuͤr sich allein schon den ganzen Kreis der Ribben mit durchlaufen, und folg- lich alle diejenigen Nerven erzeugen, welche sich in die Muskeln der Brust, des Ruͤkkens, und Oberbauches begeben. Folglich ist ihre Groͤsse eine Merkwuͤrdigkeit, L 3 und Das Atemholen. VIII. Buch. und man darf sich daher gar nicht wundern, wenn selbi- ge durch Entzuͤndungen, oder Vereiterung des Zellge- webes, welches die Ribbenhaut umgiebt, oder endlich von einer Wunde, sehr heftige Schmerzen erregen. Alle lei- ten von dem Ruͤkkenmarke ihren Ursprung her, sie sind kleiner, als die Nakken- und Lendennerven Fasc. VII. T. IV. und V. Doch sie treten auch aus der Furche heraus, und koͤnnen gefaͤhrlich ver1 wundet werden. rvysch. The- saur. VI. n. 27. , und es zerspalten sich auch alle, wie die Schlagadern, in einen Ast, der die Ribben EVSTACH. T. 19. und T. 18. , und den Ruͤkkennerven Eben der. T. 20. verfolget. Von denen Aesten, woraus die Armnerven EVSTACH. T. 19. , oder der grosse mitleidende ( Sympathicus Eben der. T. 18. und 19. , der diesen Beinahmen ohnverschuldet bekommen, der der Nerve der Eingeweide Eben der. T. 18. u. 19. , oder andre weniger bekannte Staͤmme werden, die dem Bauche angehoͤren, werde ich bei andrer Gelegenheit handeln. §. 45. Die Blutadern der Brust. Es giebt von diesen Blutadern drei, oder vier Staͤm- me, die innere Bruͤstenader, die obere Zwischenribben- ader, die ungepaarte Ader, und diese unterscheiden sich dadurch von den Schlagadern, weil leztere vielmehr beson- dre Staͤmmchen haben, welche aus der grossen Schlag- ader entstehen. Die Bruͤstenblutader begleitet ihre Schlagader durchgaͤngig, sie tritt rechter Seits in die Hohlader Fascic. III. 27. tab. ant. thorac. u. und vorlaͤngst galen. de venar. dissect. c. 6. evsta- chivs. T. 25. 26. , bei dem Ursprunge der Schluͤsselader derselben Seite: die I. Abschnitt. Die Brust. die Linke streicht zur Schluͤsselader ihrer Seite Fascic. III. ebendas. 25. ev- stach. T. 27. f. 5. , und der Stamm derselben ist mit der linken obern Zwischen- ribbenader gemeinschaftlich. Beide folgen ihrer Schlag- ader laͤngst den Knorpeln der Ribben, und hierauf bis zum Bauche, und sie werfen uͤberhaupt aͤhnliche Aeste der Brustdruͤse Fascic. III. S. 26. tab. ant. thorac. 28. , dem Herzbeutel, dem Zwerchfelle, den obern sieben Raͤumen zwischen den Ribben EVSTACH. T. 27. f. 12. , und der begleitenden Blutader die Zwerchfellsnerven zu An der rechten Seite. Fasc. III. S. 25. Diesen Ast hat vesal. L. I. III. c. 7. L. VI. f. 1. Q und evstach. S 281. welchen derselbe von der Unterschluͤsselbeinader her- leitet. T. IV. f. 2. 3. . Es sind die Zusammenhaͤnge dieser Blutadern mit den Brustadern EVSTACH. S. 309. 310. 311. antigramm. 18. habic. dlei IV. Lect. VII. fallop. ob- serv. S. 119. a. 119. b. amat. cent. V. c. 70. und i. c. arant. observ. anat. c. 32. winsl. n. 45. , und den Zwischenribbadern EVSTACH. antigramm. VIII. S. 308. 309. 310. T. 27. f. 12. galen. de venar. dissect. c. 5. bereits den alten Zergliedrern nicht unbekannt gewesen, und be- sonders haben diejenige die Ehre, die beruͤhmtesten zu seyn, welche theils mit den Adern des Oberbauches GALEN. angef. Ort. evstach. T. 27. f. 12. u. f. , theils mit den Zwerchfellsgefaͤssen in Verbindung ste- hen S. 99. und SYLVA de la saigneè. S. 67. 68. . Die Aeste aber des Mittelfells, welche bei der vierten, oder fuͤnften Ribbe entspringen, von denen ist der rechte mit dem linken, und beide mit den obern Zwerchfellsadern vereinigt. Die obere Zwischenribbenader verhaͤlt sich an der rechten Seite anders, als an der linken. Sie man- gelt so gar bisweilen an der rechten Seite EVSTACH. wie man aus der T. 20. muthmassen koͤnnte, er sagt aber, daß sie niemals mangle. S. 305. vesal. S. 465. iac. sylvivs. Isag. anat. S. 70. b. D. de marchett. anat. S. 76. leoncena in den Philos. txansact. n. 280. so viel ich sehen kann. lancifivs. im Kupfer. T. VIII. S. 375. fascic. nostr. III. S. 32. albin. im Kupfer. tho- rac. duct. Es laͤßt sie auch i. b. winsl. weg. conf. n. 44. , an der L 4 linken Das Atemholen. VIII. Buch. linken hingegen, so viel ich sehen koͤnnen, niemals. Wenn die rechte. vorhanden ist, und sie ist aber sehr oft vorhan- den, alsdenn koͤmmt solche aus der Schluͤsselblutader, und zwar mehr nach aussen, als die Bruͤstenader, hervor. Sie steiget fast allemal bei dem ersten Zwischenraume HEISTER. Ephem. Nat. Cur. Cent. VII. VIII. obs. 64. Fascic. III. S. 32. Jn dem Koͤr- per, aus welchem die Figur 1. der Luftroͤhrengefaͤsse hergenommen, be- ruͤhrte sie blos diesen Zwischen- raum. , und nach der Erfahrung in meinen Zerlegungen, allezeit hernieder. Sie gelangt auch gemeiniglich zum zwee- ten SPIGEL. S. 167. ves- ling. syntagm. anat c. 10. T. 10. evstach. S. 304. 305. vesal. integr. venar delineat. u. S. 464. , seltner zum dritten, so daß doch Beobachtungen von beruͤhmten Maͤnnern da sind, daß sie bis dahin ge- reicht habe EVSTACH. angef. Ort. vesal. de vena secunda in pleu- rit. im Kupser, welches ich jezzt nicht bei der Hand habe, u. S. 464. massa introduct. S. 71. vi- dvs. T. 24. f. 1. T. 23. f. 3. viel- mehr fuͤnf. lavrent. S. 231. f. 2. . Wo sie sich endigt, da vereinigt sie sich in einem aufsteigenden Aste mit der paarlosen Blutader. Sie wirft den Zwischenraͤumen, wohin sie geht, Aeste zu, welche uͤberhaupt den Schlagadern Folge leisten, und diese Aeste vereinigen sich mit den Brustadern S. 103. AMET. Centur. V. obs. 70. . Die obere Zwischenribbenader der linken Seite WINSL. n. 68. , ist bestaͤndiger, groͤsser, und, wegen der Wuͤr- de ihrer Aeste, auch von groͤsserer Bedeutung, es hat sie vorlaͤngst Eustachius Bei f. 2. 3. T. IV. Programm. herausgeg. im Jahre 1731. wieder aufgelegt in unsrer Samml. T. I. S. 764. gezeichnet in syllab. part. corp. human. Pe- tersburg. Ausg. T. 16. f. 2. 8. , und neulich der vortrefliche Walther (e), beschrieben. Sie entstammt von der Schluͤsselblutader eben derselben Seite VESAL. ebendas. leon- cena. ebendas. vesling. angef. Ort. evstach. T. IV. f. 2. 3. T. 7. f. 5. Syllab. part. corp. hum. T. 16. f. 8. , oder mit der Bruͤstenader aus einer gemeinschaftlichen, oder benach- barten Quelle, sie kriechet queer uͤber die Lungenpulsader, ausserhalb bei den Wirbeln, und hierauf bei der Aor- te I. Abschnitt. Die Brust. te Tab. post. art. pect. f. 2. a. weg. Wenn sie diese Wirbelbeine beruͤhrt, so theilt sie, bei dem dritten Wirbelbeine, der Aorte Zweige, und dem oͤbersten, oder auch zweien, bis dreien Zwischen- raͤumen MARCHETT. S. 67. massa. ang. Ort. vidvs. an- gef. Ort , einen Zwischenribbenast mit, welcher auf- werts steigt; von da an steigt sie bald laͤnger, bald kuͤrzer, zur siebenden, achten, und auch zehnten Ribbe nieder, und sie giebt auch Zwischenribbenblutadern dem vierten, fuͤnften, sechsten, oder mehrern Sechs WINSL. ang. Ort. Sieben evstach. T. IV. f. 2. T. 27. angef. Ort. , auch dem siebenden bis zum zehnten Zwischenraume Zu dergleichen Bau rechne ich die Geschichten, da man liest, es sey gar keine ungepaarte Ader. rhodii in mantiss. n. 15. bar- tholin. anat. S. 636. c. c schmiedel. de variet. vas. n. 2 , nachdem der linke Ast der ungeparten Ader gros, oder klein ist, und so waͤchst sie endlich mit dieser Ader entweder in einen Stamm zu- sammen, oder sie vereinigt sich doch sonsten mit der un- gepaarten Ader EVSTACH. ang. Fig. . Folglich erzeugen sich, fast jederzeit, bei dieser Ader mit den untersten Brustadern Kreise, und auch Kreise mit den Bruͤstenadern, die unterhalb den vo- rigen Kreisen liegen, und nicht selten reichen alle bis dahin. Ausserdem zeraͤstelt sich diese Blutader in Zweige, die nicht geringschaͤzzig sind, in die linke Brustdruͤsenader, in die Nebenader des Zwerchfellsnerven ihrer Seite; sie streuet Aestchen zur Ribbenhaut, zum Mittelfelle, Herz- beutelzwerchfelle, zur Luftroͤhre Angef. Ort. d. e. , dem Schlunde h. mit der Ader des Luft- roͤhrenkopfes verbunden. , den Luftroͤhrendruͤsen, zur Oberslaͤche der Lunge, zur Lun- genpulsader Σ. , zur Aorte Bei Ξ. aus: vor andern aber bringt sie die Luftroͤhrenblutader ihrer Seite hervor Ebendas. 6. 6. walth. ang. Ort. . Jch habe die Anmerkung gemacht, daß sie einmals aus der untern Blutader des Lufroͤhrenkopfes hervorge- L 5 kommen, Das Atemholen. VIII. Buch. kommen, und daß oft ihrer zwo vorhanden gewesen; da denn beide aus der Schluͤsselblutader entsprangen, und eine der Pulsader zur Seiten lief, die andere hinge- gen queer uber die Aorte gieng. Einmal habe ich sie ganz klein bei einem einzigen Zwischenraume der Ribben, zweimal aber mit der Wirbelbeinader vereinigt gefunden. Der beruͤhmte Wilde Comment. acad. Petrop. T. XII. T. VIII. f. 4. S. 315. hat seine Beschreibung der- gestalt eingerichtet, daß diejenige, welche er vortraͤgt, die linke ungepaarte zu feyn scheint, indem sie alle die linken Zwischenribbenadern von sich gegeben, und mit der rechten wahren ungepaarten an zwo Stellen Gemein- schaft gehabt hat. §. 46. Die ungepaarte Blutader. Bei alle dem ist aber dennoch derjenige Stamm der Zwischenribbenadern der vornehmste, den die Vorfahren die ungepaarte Ader, und zwar aus dem Grunde ge- nannt haben, weil er sich mit einem einzigen und jederzeit dem rechten Stamme in die Holader begiebt. Denn es ist was hoͤchst seltenes, und wofern das Zeugnis glaub- wuͤrdig ist, ein einziges mal geschehen, daß diese Ader sich ins rechte Ohr geworfen haben soll. So hat es ein Parisischer Wundarzt Anton Massa Beim iac. sylvivs de pulsu calumn. 17. , und einmal Wilhelm Cheselden Phil. trans. n. 337. , wahrgenommen. Jndessen ist die Sache nicht daher eine Seltenheit, weil das mensch- liche Geschlecht ein fehlerhaft kurzes Brustbein in dem aus- artenden Alter haben soll IOH. SYLVIVS. ebend. . Es ist in den Thieren nicht I. Abschnitt. Die Brust. nicht so seltsam, als im Affen Administr. anat. L. VII. c. 9. , im Schweine Histoir. de l’ Acad. des scienc. 1738. obs. 6. 7. , Kalbe Observ. S. 205. , und verschiednen anderen Vierfuͤßigen LANCISIVS de vena sine pari. S. 80. , daß sich die ungepaarte Ader in das Herzohr geworfen. So sind auch zwo, der ungepaarten Ader ganz gleiche Blut- adern, die besonders eingefuͤgt gewesen, was hoͤchst selte- nes Nach dem BLASIVS. L. IV. c. 7. borgarvccivs comp. anat. S. 28. c. bavhin. app. T. VII. f. 4. iasolinvs aq. pericard. S. 14. u. ridley obs. S. 205. am Kalbe, und ich habe gesehen, daß sich im Hunde zwo, der Holader aͤhnliche Blut- adern, da die linke kleiner war, hin- eingeworfen. . Wenn ich recht schliesse, so sind die mehresten Exempel vielmehr eine sehr grosse linke Zwischenribben- ader WILDE comment. acad. Petrop. T. XII. S. 315. T. VIII. f. 4. , oder eine halbungepaarte Hieher ziehe ich die Geschichte des i. zach. petsche. syllog. obs. n. 60. und die Geschichte iourn. de med. 1758. April. gewesen, oder man weis uͤberhaupt nicht, wo man sie eigentlich hinbringen soll Wie in p. a. boehmers Geschichte. Praefat. ad fascic. obs. I. S. XII. u. hebenstr. progr ad dissert. hahnii. S. VIII. . Wir wollen daher die Geschichte dieser sehr be- rufenen Blutader nach unsren eignen Beobachtungen schreiben. Sie wirft sich bestaͤndig, mit einem ansehnli- chen Stamme, und das, so bald sie aus der Blutader vom Hezbeutel Jst allezeit die obere. ve- sal. epist. de vena humerar. S. 29. und nach der Demonstration vesal. f. svsivs de vena e directo secand. S. 60. Ferner, c. stephan. S. 134. gekommen, in die obere Holader, und deren rechtes Ende hinein. Hier erinnere ich mich an der Muͤndung einmal, und sonst nicht weit vom Ur- sprunge eine, und auch einsmal zwo Klappen angetroffen zu haben. Von hier wendet sie sich nach der Gegend der dritten EVSTACH. T. 26. , oder vierten Ribbe So hat es auch lancis. fallop. instit. S. 20. und so habe ich es ebenfalls gefunden, wie auch i. ad. kvemvs. S. 86. , oder zwischen gedachten Ribben erst rechts, denn ruͤkkwerts, mit einem ansehnlichen Bogen Das Atemholen. VIII. Buch. Bogen VESAL. L. VI. f. 5, g. che- seld T. 26. Neue Ausg. pet- sche. n. 76. lievtavd. T. 4. S. 1. Tab. vas. thor. post. f. 1. S. T. duct. thor. n. winsl. n. 40. lancis T. VIII. Syl- lab. russic. T. 16. f. 2. , bis sie das vierte Wirbelbein erreicht Oder das fuͤnste, wie al- bin. angef. Ort. , oberhalb, und einiger massen um die rechte Lungenpuls- ader, und um den rechten Gabelast der Luftroͤhre, beugt sich solche herum. Jn dieser Gegend giebt sie, wenig Linien von ihrem Ursprunge, die rechte Blutader der Luft- roͤhre WINSL. n. 44. gvnz. Memoires present. T. I. S. 291. Syllab. part. angef. Ort. 6. , und auch andre Blutadern dem Schlunde Syllab. angef. Ort. 5. , und der Luftroͤhre, den Obertheilen des Herzbeutels, den Haͤuten der Lungenschlagader, und Aorte, und Luft- roͤhrendruͤsen. Wenn sie sich nun an die Wirbelbeine auflehnt, so laͤst sie bei der vierten Ribbe, den gemeinschaftlichen rechten Zwischenribbenstamm Tab. nostr. cit. ibid. T. WINSL. n. 44. So hat es lancis. ebendas. bei N. Den Obersten. colvmb. S. 167. massa. S. 71. lavrent. S. 231. f. 2. wilde. ang. Ort. S. 314. des vierten, dritten, oft auch des zweiten, und bisweilen auch des ersten Zwischen- raums, von sich. Sie steiget ferner laͤngst der rechten Seite der Wirbelkoͤrper im Zellgewebe, hinter der Rib- benhaut vor den Zwischenribbenpulsadern, auf der rech- ten Hand des Brustkanals, indem sie sich allmaͤhlich um ein weniges noch vorne und links kruͤmmt EVSTACH. T. 26. , durch die ganze Brust hernieder. Sie liefert fast bei allen Anfaͤn- gen der Pulsadern zwischen den Ribben, dem hintern Mittelfelde, einige Aeste Angef. Tabell. 13. 14. 15. 17. , welche denn auch zugleich dem Schlunde, und den Membranen der Aorte, welche mittheilen. Zwo, oder drei von diesen Adern, welche unterwerts liegen, vertheilen bei der zehnten Ribbe, dem Schlunde, und der Mitte des Zwerchfells, einige nicht zu I. Abschnitt. Die Brust. zu verachtende Zweige Angef. Tabell. 20. 19. 18. 14. . Es hat sich so gar gefuͤgt, daß sie welche neben der Luftroͤhrenader an diesem Orte hervorgebracht Angef. fig. l. l. . Jndem sie laͤngst den Wirbelbeinen fast senkrecht niedersteiget, wird sie mehrmalen von Klap- pen unterbrochen L. II. S. 11. . Von der siebenden, oder achten Ribbe wendet sie sich wieder ruͤkkwerts. Sie macht aber linker Seits groͤssere Aeste bei der fuͤnften Vergl. mit EVSTACH. T. 4. f. 3. T. 27. f. 6. , oder sechsten LANCIS. P. super. co- lvmb. angef. Ort. massa. , und siebenden Ribbe, bei beiden, oder einer von beiden Mehr Aeste nennt ev- stach. T. IV. f. 1. zween, f. 2. T. 27. f. 5. , welche mit der obern linken Zwischenribbenader im Zusammenhange stehen, oder sie gehen zum vierten, und fuͤnften, und sechsten Ribbenraume, und dahin gehoͤren die linken Zwischen- ribbenadern. Alle rechte Zwischenribbenstaͤmme, die noch zu der ungepaarten uͤbrig sind, laͤßt sie nach der Reihe entstehen. Jch habe einen Ast gesehen, der gar bei der achten Ribbe FALLOP. de venis. ob- serv. 5. wiewohl ich dessen Buch nicht bei der Hand habe. hervor kam, und dieser gab, da die linke Ribbenader ungemein klein war, denen sie- ben obern Zwischenraͤumen Zweige. Doch es ist die halbungepaarte Ader WINSL. petit tronc. n. 50. und 51. Vergl. unsre Kupfer- tafeln. f. 1. , oder die untere linke Zwischenribbenader, welche aus der ungepaarten um desto niedriger Aus dem Anfange blasivs miscellan. anat. S 157. entspringt, je laͤnger die obere Zwischenribbenader sich erstrekkt, oder je mehr mittlere linke Zwischenribbenadern aus dem Stamme der Ungepaarten kommen, wohl der Haupt- stamm der Ungepaarten. Daher koͤmmt sie unter- weilen beim sechsten LEONCENA. angef. Ort. , gemeiniglich aber bei dem sieben- Das Atemholen. VIII. Buch. siebenden EVSTACH. T. IV. f. 3. wie ich es einsehe. lancisivs. angef. Ort. , sonsten auch bei dem achten VESAL. angef. Ort. S. 461. 462. , neunten So zaͤhle ich die Kupfer des Eustachius f. 1. 2. T. IV. deut- licher ist es in der T. 26. , und zehnten Zwischenraume aus dem Stamme heraus, indem ihr Anfang einfach, oder gedoppelt ist, und sie stei- get neben dem Schlunde und der Aorte, gegen das linke Ende der Wirbelkoͤrper nieder, indem sie mit dem Mut- terstamme parallel laͤuft, diesem gleich, oder auch biswei- len kleiner, als derselbe ist: sie bringt ihre linke Zwischen- ribbenadern, und ausserdem gemeiniglich so viel, oder doch zweimal so viel Zweige hervor, die zum Mittelfelle, und Schlunde Einige hat welsch. tab. anat. gehen, hervor, als Zwischenribben- adern da sind Vorherg. § 41. . Die zwo, oder drei untersten darunter begeben sich zum Zwerchfelle hin. Jn der Brust selbft haͤngt die halbungepaarte, bei verschiednen Wibelbeinen, mittelst einiger Queeraͤste, sehr oft mit dem rechten Stam- me zusammen SCHMIEDEL. an dem 9. 10. 11. Wirbelbeine. An an- dern, nach dem ber. Wilde. , welches auch an dem ersten Lendenwir- bel so zu erfolgen pflegt Vergl. EVSTACH. T. 27. f. 6. . Ferner steht nicht nur sie, sondern auch der Stamm der ungepaarten Ader, bei der untersten Ribbe, sehr oft mittelst eines Oueerastes mit der ersten Lendenader im Zusammenhange. Jch habe die halbungepaarte auch an der siebenden Ribbe entstehen, und andre Zwischenribbenaͤste vom Stamme bei dem ach- ten, neunten, zehnten, eilften Zwischenraume heraus kommen gesehen. Jch habe auch gleichsam drei linke halbungepaarte, die erste an der sechsten Ribbe, die andre bei der achten, die dritte bei der neunten Ribbe angetroffen. Jch habe so gar von der sechsten Ribbe sechs besondre solche Adern aus I. Abschnitt. Die Brust. aus der ungepaarten linker Hand, und zwar ganz ohne eine halbungepaarte, heraus kommen gesehen WINSL. n. 49. . Endlich erstrekkt sich bei andrer Gelegenheit der Stamm der ohngepaarten zwischen dem ersten Kopfe des des Zwerchfells, welches vom ersten Lendenfortsazze ent- springt, und zwischen dem zweeten, oder dem aͤusser- sten aus dem Koͤrper entspringenden Kopfe Vorherg. §. 35. , hinter der Ribbenhaut, und dem Fleische des Zwerch- fells, bis zum Unterleibe hin; wobei ein andermal der Milchgang, und die Aorte mit ist ALBIN. angef. Ort. . An der andern Seite wandert die Halbungepaarte durch einerlei Oer- ter Vorhergeh. §. 35. , oder auch mit der Aorte fort. Jhr unteres Ende ist, und zwar mehrentheils an der rechten Seite, von der Beschaffenheit, daß ihre Durch- messer ziemlich ansehnlich bleiben, und bisweilen auch nicht viel kleiner sind, als sie nahe am Herzen war WINSL. n. 42. , da sie denn in die Hohlader Tab. duct. Thorae. p. ev- stach. T. 26. leoncena, fallop. instit. S. 20. 50. 51. nic. sammichel. bei dem h. faericio ab aquap. chir. L. II. c. 22. S. 111. de omento. S. 104. 127. winsl. n. 42. lancis. ad r. cassebohm. an. kiesewetter de rar. calculo sin. ren. S. 10. rio- lan. in c. B. S. 693. pav hist. 15. lavrent. ang. Ort. wilde. angef. Ort. Bresl. Samml. 1718. Febr. 1720. Sept. Hebenstreit de venis communi- cant. kvlmvs. S. 86. , und zwar gemeiniglich hinterwerts einfaͤllt. Doch giebt es auch Faͤlle, da sie vielmehr in die erste Lendenader C. BAVHIN. SPIGEL. Jn eine Lendenader. WINSL. n. 42. , oder in die zwote EVSTACH. S. 368. wiewohl er die ersten nahmhaft macht. T. IV. T. 27. f. 5. , dritte Dieses habe ich ein einziges mal so gesehen, und es hat es auch so vidvs am angef. Orte, auch fallop. S. 121. wie es scheint, auch lavrent. Lendenader, oder in die Ader mitten zwischen der Nieren- und Hohlader So hat es KEIL. abridgm. S. 350. , und mit dieser endlich in die Hohlader begiebt. Es geschicht auch wohl, daß sie sich in Das Atemholen. VIII. Buch. in die Nierenblutader derselben Seite ergiest Welches ich ein einziges mal gesehen, und daß es was seltnes sey, gesteht FALLOP. S. 121. : es ge- schicht, daß ein, aus der lezzten Ribben- ersten Lenden- und der ohngepaarten Ader erwachsnes Staͤmmchen, in die Hohlader steigt, oder es eraͤugnen sich auch wohl zwo Einleitungen in die erste Lenden- und in die Hohlader EVSTACH. T. XXVI. . Doch hat man auch gesehen, daß sie mit den Huͤften- staͤmmen ( iliacis ) im Zusammenhange gestanden PLATER. S. 113. mvr- alt. vademec. S. 365. der vor- trefliche schmied. de varietat. vasor. n. 21. und in so fern auch winsl. n. 160. , wie- wohl ich an dergleichen Beispiele zur Zeit noch nicht gera- then bin. Daß sie den Nierenkapseln Aeste zugeworfen, davon meldet ein Vortreflicher Schriftsteller HEBENSTR. am angef. Orte. , so wie Lancisius berichtet De vena sine pari. S. 92. , daß sie mit der Gebaͤrmutter einige Verbindungen eingegangen gehabt haͤtte. Jch habe gefunden, daß sich der Stamm dieser rech- ten Blutader, in die eilfte Zwischenribbenader hineinge- worfen, daß hingegen ihr kleiner Ast mit der ersten Lendenader im Zusammenhange gestanden, auch wohl mit der zwoten, und sich erst alsdenn, hinter der Muͤn- dung der linken Nierenblutader, nach der Holader ge- wandt hat. Gemeiniglich endigt sich die halbungepaarte in die linke Nierenblutader FALLOP. de venis. obs. 5. nstit. S. 20. 50. 51. observ. anat. S. 120. mit einem, oder meh- reren Aesten. D. de marchett. S. 76. spigel. S. 244. le- oncena. rav. S. 106. f. mi- chinvs de s. angelo beim marcell. donat. hist. med. mir. S. 270. zod. gall. T. I. S. 76. lavrent. S. 231. f. 2. , und, wie ich gesehen, in einen der- selben Nierenaste, auch nicht selten mit der Saamen- blutader in einer und eben derselben Muͤndung EVSTACH. S. 308. lancis. uͤber q. fallop. S. 121. daß die ungepaarte mit den Saamengefaͤssen in Verbindung ge- standen. vink. angef. Ort. S. 213. : ein andermal geht sie, in Verbindung mit der ersten EVSTACH. T. 26. , oder zwoten I. Abschnitt. Die Brust. zwoten EVSTACH. S. 308. und T. IV. f. 1. 2. und vielleicht f. 3. T. 27. f. 5. 6. und vielleicht T. 26. , oder dritten Lendenader, entweder nach der Holader, oder selbst gleich in die Holader NICOLAI. S. 94. rav. hist. 15. , und ein andermal hat sie sich mit der zwoten rechten Lendenader, die ebenfalls einen Ast nach der rechten Niere ausstrekkt, vereinigt. Bei andrer Gelegenheit theilt sie der Huͤften- ader einen kleinen Zweig mit Mit einer, aus dem Ursprun- ge der Huͤftenadern entsprossenen Blutader bavrentivs. angef. Ort. . Dem sey indessen, wie es wolle, so habe ich doch jederzeit gefunden, daß zwischen beiden Staͤmmen der ungepaarten, und der Holader, entweder eine zusammenhaͤngende Verbindung gewesen, oder daß diese doch durch etwa einen Mittelast erreicht worden. Allein ich habe auch gesehen, daß die halbun- gepaarte Ader nicht zum Bauche, sondern zur neunten Ribbe Daß bei der eilften, oder zwoͤlften Ribbe die ungepaarte Ader verschwunden p. c. fabricivs. im Progr. nach einem Stamme zuruͤkkgegangen, der an einer einzigen Stelle in die Holader eingefuͤgt gewesen. Jm uͤbrigen sind die untern Zwischenribbenblutadern durchgaͤngig, wie ihre gleichnamige Schlagadern, beschaf- fen, sie machen mit den Bruͤstenadern zwischen den Rib- ben gedoppelte Kreise aus, und es stehen die untersten da- gegen in dem Bauche mit den Lendenadern, und den Adern des Oberbauches, mittelst einiger Mittelaeste, in Ver- bindung. Die ungepaarte Ader hat auch sonst noch, mittelst der, an anderm Orte erwaͤhnten Zwerchfelsadern, mit der Leber- und Pfortader Gemeinschaft. §. 57. H. Phisiol. 3. B. M Das Atemholen. VIII. Buch. §. 47. Die Absichten der Natur bei dem Baue einer solchen Blutader. Es erhellet aus dem ersten Augenscheine, daß Ve- sal Lib. 3. c. 7. S. 460. vorlaͤngst Grund gehabt, anzumerken, wie es nothwendig gewesen, daß die Natur denen untern Blut- adern zwischen den Ribben, einen einzigen Stamm geben muͤssen, der sich fuͤr so zahlreiche Pulsadern schikken koͤnnte. Er streichet naͤmlich die Aorte, mit guter Anordnung, welche in allen Absichten gut ist, neben allen Anfaͤngen der Ribben, einige wenige obern ausgenommen, vorbei, dahingegen konnten keine Blutadern in demjenigen gan- zen Plazze angelegt werden, welcher zwischen dem Zusam- menhange der Holader mit dem Herzbeutel, und zwischen dem Zwerchfelle statt findet. Da ferner alle Blutadern unter sich sehr oft einen wechselweisen Zusammenhang haben, so hat hingegen die ungepaarte Blutader mit der untern Holader, und deren Aesten, Anastomosirungen von einer ungewoͤhnlichen Groͤs- se, von deren sonderbaren Nuzzen man bereits seine Ge- danken geaͤussert. Jch uͤbergehe die Alten, welche ge- schrieben, daß im Seitenstechen die eitrige Materie auf eben diesem Wege EVSTACH. de renibus. S. 132. 137. nicolavs Novoco- mensis. angef. Ort. in die Nieren, und folglich in den Harn abfliesse. Denn obwohl durch die ungepaarte Ader allerdings, auch wenn sie bisweilen ihre Klappen hat, ohne Unterscheid Wachs FALLOPIVS de venis kieseweter. angef. Ort. , Luft und Blut, entweder hinauf, oder hinunterwerts gebracht werden kann, so ist es doch keine Wahrscheinlichkeit, daß etwas eben in der Niere ab- gesondert werden sollte. Jch werde an einem andern Orte, von der abwechselnden Bewegung reden, welche ei- nige I. Abschnitt. Die Brust. nige beruͤhmte Maͤnner, bei dem Atemholen, von dieser Wechselweise erweiterten, oder zusammengedruͤkkten Blut- ader FIZES. conspect. phys. S. 123. 124. herleiten wollen. Daß sie den subtilen Theil des Saamens zur Holader wieder zuruͤkkfuͤhren, und das uͤberfluͤssige Salzwasser aus den Nieren abfuͤhren soll, ist eine sinnreiche Erdichtung des Philipp Hecquets Medecine theologique S. 480. , und es ist hierbei nichts ungereimters, als dieses, daß der Weg zum Herzen, und zu den Pulsadern, durch die un- tere Holader kuͤrzer, als durch die ungepaarte Ader ist. Ein andrer beruͤhmter Zerleger hat die Meinung geaͤus- sert, daß durch die untern Enden der ungepaarten Ader, das Gleichgewichte unter dem Blute der auf- und abstei- genden Holader erhalten werde COWPER. phil. trans. n. 280. et Introduct. ad Anat. of hum. hody. Etwas aͤhnliches davon bei unserm Schreiber in almagest. n. 438. und lancisive. S. 327. . Es werde naͤmlich durch die untere Aorte, die um so viel groͤsser sei, mehr Gebluͤte zugefuͤhrt, als durch die aufsteigende Schlagaderaeste. Nun muͤsse man dafuͤr sorgen, daß in der untern Holader des Blutes nicht zu viel werde, und solches, mit zu grosser Schwierigkeit, nicht in die Hoͤhe steige. Dieses aber erhalte man durch die ungepaarte Ader, als welche einen Theil von demjenigen Blute, das die untere Aorte von sich gegeben, aus der un- tern Holader in die obere Holader zuruͤkkfuͤhre. Es hat unser vortrefliche Lehrer Praelect. T. III. S. 25. , nebst andern STRACK. de usu respir. beruͤhmten Maͤnnern nach ihm, diese feine Erklaͤrung ge- macht, daß sich das Blut in den Werkzeugen des Atem- holens in einem grossen Kanale sammle, damit es dieser desto leichter in den grossen Kanal der Holader ausgiessen koͤnnte, und damit nicht, wie wir an den kleinen Blut- adern gezeigt L. VI. , daß es statt finde, das Blut der klei- nen Zwischenribbenadern von dem maͤchtigern Strome der M 2 Hol- Das Atemholen. VIII. Buch. Holader zuruͤkkgetrieben werden moͤge, zu dem Ende zeige sich hier eine desto bequemere Strasse, da sich die unge- paarte Ader, wo sie dem Herzen ganz nahe liegt, in des- sen, nach dem Zusammenziehen ausgeleerte Hoͤlungen, gleichsam als in einen leeren Raum, hurtig ergiesse. Jch mag den Nuzzen nicht verwerfen, allein es leeren sich doch die Lendenblutadern, wie auch die rechte Saamen- ader, die nicht groͤsser, als die Zwischenribbenadern sind, in die Holader selbst aus. Es scheint auch eben dieser unser vortrefliche Leh- rer Ebendaselbst. noch auf eine andre Absicht in dem Baue dieser Ader, seine Gedanken gerichtet zu haben: daß sie naͤm- lich ein Kanal, und Behaͤltnis abgeben sollte, in welches sich das Blut, zur Zeit des Einatmens, ergiessen koͤnnte, so wie in der That die rechten Gefaͤsse des Herzens der- gleichen Bettungen sind, und so wie sonst die Natur der- gleichen in den Amphibien ganz deutlich angeleget hat. Man haͤtte noch hinzusezzen koͤnnen, daß es nicht ein blos- ser Sammlungskasten, sondern uͤberdem noch ein Ablei- tungskanal sei, welcher einen Theil des Blutes aus der Brust in den grossen Sinus der Bauchholader uͤbertrage, damit diejenigen Werkzeuge, so wenig als moͤglich, der Gefahr der Entzuͤndungen ausgesezzt seyn moͤchten, in de- nen sonst diese Furcht, das Leben zu zerstoͤren, die groͤste Staͤrke auszuuͤben vermag. Ueberhaupt, da zwischen den aͤussern Drosseladern, und den innern, zwischen diesen, und den Wirbeladern, und zwischen den verschiedenen Blutadern des Schenkels und Armes, und zwischen denen der Eingeweide, und Gekroͤses, die Anastomosirungen nicht kleiner sind, so schei- net fast die Natur bei den Verbindungen der Ungepaar- ten mit den andern Adern, eben den Vortheil vor Au- gen gehabt zu haben, den sie durch dergleichen Anastomo- sirungen aller Orten zu erhalten gewust. Es I. Abschnitt. Die Brust. Es thut naͤmlich das Blut, bei der Anlage dieser Ausflucht, indem es sich von demjenigen Theile seines Ka- nals, welcher mehr angefuͤllt, oder verstopft ist, wegwen- det, denen nachfolgenden Wellen keinen Wiederstand, son- dern es findet einen Weg, worauf es entweder leichter, oder doch einigermassen umlaufen kann Dieses hat auch der vortref- liche Schreiber n. 436. . Wenn da- her eine aufgetriebne Leber, oder ein geschwollner Ma- gen, oder eine benachbarte Verhaͤrtung der Gekroͤsendruͤse, oder auch eine andere Ursache, den Lauf durch die untere Holader schwer macht, so kann, vermittelst der grossen Wurzeln der ungepaarten Ader im Unterleibe, erhalten werden, daß das Herz, durch diese Blutader, eine ansehn- liche Menge Blut, aus dem untern Theile des menschli- chen Koͤrpers, empfangen kann. Wenn, umgekehrt, ein anhaltendes Einatmen, und Anstrengen, die Ruͤkkehr des Blutes zur Lunge verhindert, so kann doch ein Theil des Brustgebluͤtes, und des vom Kopfe zuruͤkkommenden Blutes, in den Unterleib gelangen, bis sich indessen, denn diese Hinderungen sind nur von keiner Dauer, die unge- paarte Ader in die nun freie Lunge, und in das rechte Herz ungehindert, durch die obere Muͤndung ausleeret. Doch hierbei muͤssen auch die Veraͤnderungen, die zwischen den Aesten der ungepaarten, den Brust- und Bruͤstenaͤsten statt haben, einerlei Wirkungen thun, und es mus auch ein Theil des Blutes aus der Brust, wenn die Lunge verstopft ist, in diese Aeste zuruͤkke treten. Von den Bruͤstenaͤsten hat man eine offenbare Erfahrung, daß dieses geschehe L. VI. Sect. V. . M 3 Zwee- Das Atemholen. VIII. Buch. Zweeter Abschnitt, Die in der Brust enthaltne Theile. §. 1. Die Brustdruͤse ( thymus Der Name ist aus der grie- chischen Sprache. Das der Hals- mandel aͤhnliche Fleisch neben dem Anfange des Herzens δυμος pol- lvx. S. 258. ). E s geschicht nicht eben mit allem Rechte, daß ich an diesem Orte diese Druͤse vornehme, welche sich voͤllig ausserhalb der Ribbenhaut, und mit einem ziemli- chen Theile auch ausser den Grenzen der Brust gelagert befindet. Doch da die Geschichte dieser, gewiß sehr vor- nehmen Druͤse, nirgend anders besser, angebracht wer- den kann, so wollen wir sie hier mit beifuͤgen. Es ist diese Druͤse in der menschlichen Frucht gros, und nebst der Gekroͤsedruͤse, und Schilddruͤse uͤberhaupt die groͤste unter allen Druͤsen, kaum kleiner, als die Niere an sich Jn einer halbjaͤhrigen Men- schensrucht wiegt die Niere 60, die Brustdruͤse 4 Gran. wharton. adenograph. S. 133. . Sie vermindert sich im erwachsnen Menschen Vergl. WHARTON. ade- nogr. c. 16. S. 105. daher findet sie sich nicht in allen Personen. rv- fvs. appell. L. I. S. 98. , sie zieht sich zusammen, wird saftlos, viel haͤrter, und liegt gemeiniglich in dem umliegenden Fette versteckt. Man fand die Brustdruͤse in einem neugebor- nen Kinde 160 VERHEYEN. respons. ad bidlovm. S. 16. , und 180 ph. hen r . boecler. de thyreoid. thymi, atque suprare- nal. gland. in homine nascendo et nato functione. Argent. 1751 S. 16. diemerbroeck. L. VII. c. 4. Gran schwer, in einem acht und zwanzig jaͤhrigen Menschen von 90 Granen WHART. S. 120. . Sie wog in der Frucht einer Kuh sechszehn Unzen, im erwach- I. Abschnitt. Die Brust. erwachsenen Thiere neun Unzen Ebenders. S. 133. . Der beruͤhmte de Sauvages SAVVAGES embryolog. S. 10. fand das Verhaͤltnis derselben in der Frucht zum erwachsenen wie 7 zu 4; doch hat sie Eusta- chius T. 15. f. 1. in seinem Juͤnglinge etwas gros gezeichnet, gros hat sie der beruͤhmte du Bordeu Recherches sur les glandes. S. 174. , und Cowper T. XXI. cons. Memoir. de l’ Academie de Berlin. T. XI. S. 77. gefunden, und man trift sie in einigen Meergeschlech- tern des Thierreiches, die dem ohngeachtet doch atmen, von ziemlicher Groͤsse an Sie ist gros im Seebaeren, auch wenn er erwachsen ist. Nov. Comment. Acad. Patrop. T. II. S. 345. Tursioni magnus BAR- THOLIN. Cent. II. hist. 25. Jn den Wallfischartigen ist sie uͤberhaupt gros. barth. anat. S. 348. Der Haupttheil dieser Druͤse befindet sich in der Hoͤle des Mittelfelles, oder in dem Zwischenraume der beiden Ribbenhautseiten, welche hinter dem Brustknochen, einan- der gegen uͤber liegen. Dennoch steigt ein Theil, wel- ches eben nicht der kleinste, und der in der Frucht groͤs- ser ist, vor der linken Schluͤsselblutader nach dem Halse hinauf Unsere Zeichnung ist kuͤrzer gerathen, da man sie nicht aus der Frucht hergenommen. Vergl. der vortrefl. SENAC. T. II. S. 688. , und er erreicht mit einem langen Anhaͤngsel die Schilddruͤse; man sagt auch, daß sie bis zur Kinn- bakkendruͤse hinaufgeruͤkkt gefunden gewesen WHARTON. ic. S. 103. f. t ellinger of the nutrition of the fetus in the womb. Sie ist zwar eine zusammengesezzte Druͤse, und zwar die allerweichste aus diesem Geschlechte. Sie besteht aus zahlreichen Laͤppchen U. sre Kupfertafeln. Fascic. III. tab. thorac. anter. DOVVER- NOI. Commont. Petropol. T. VII. S. 205. , welche von allen Seiten durch eine duͤnne Haut verschlossen sind BASS. observ. S. 6. , ihr Zellge- webe ist lose gespannt Es sind dieses die membra- noͤsen Faͤserchen des Sam. Col- lins. S. 698. und vielleicht die fleischigen Fasern des pozzii com- merc. epist. S. 63. und des bass. S. 6. , und sie werden mit Huͤlfe des- M 4 sel- Das Atemholen. VIII. Buch. selben dergestalt eingeschraͤnkt, daß sie sich zu einer einzi- gen Masse, oder zu einem zusammenhaͤngenden Ganzen bilden lassen: Und dennoch ist ein jeglicher Lappen vor sich, und er wird durch seine besondere Huͤlle von den nachbarlichen, und uͤbrigen Gehuͤlfen abgesondert. Es ist folglich was leichtes die Brustdruͤse, in so viel Laͤpp- chen, als einem fast beliebte, so daß sie in drei Fasc. III. S. 23. Das dritte zog sich gegen die Lunge zuruͤkke. WELSCH. Tab. anat. n. 53. Drei Druͤsen, b au n barth. cent. I. hist. 4. avglvd de hvgo. S. 28. Dreifachabgecheilte Brustdruͤse des cosmopolites. S. 265. , und vier zerfaͤllt, mit dem Messer zu zerlegen TYSON. anat. of a pyg- my. f. 10. m. m. . Doch scheint sie mir etwas leichter in zween Lappen zerlegt zu werden Icon Fasc. zwei macht se- nac. angef. Ort. Mem. de Ber- in. angef. Ort. verheyen. L. II. T. I. b. f. 2. und der brave a. l. de hvgo. de gland. et thymo. S. 29. Zwei oder drei Laͤppchen fan- tonvs. hist. anat. S. 279. , welche zusammen genommen diese Brustdruͤse ausmachen. Sowohl oben, als unterwerts, zertheilt sie sich in zwei Hoͤrner. Gemeiniglich sind diese untere Hoͤrner stumpfer, und dikker Angef. Kupf. und vern. ; sie steigen gemeiniglich mitten vor dem Herzbeutel Angef. Kupf. nieder, und dieses thun sie in der Frucht nicht selten, fast neben dem Zwerchfelle Angef. Ort. S. 23. . Jhr rechtes Horn pflegt gemeiniglich laͤnger zu seyn. Jn- dessen habe ich doch ihr linkes Horn um viermal laͤnger gefunden. So habe ich auch gesehen, daß es in einem neugebornen Kinde, an der linken Seite, bis zur vierten Ribbe, und an der rechten noch tiefer, hinabgesunken. Es spizzen sich die obern duͤnnern Hoͤrner als ein Ke- gel zu Fasc. III. n. 4. verh. Ang. Ort. Es hat es so ridley. ob- serv. S. 202. , und sie verlaͤngern sich in der Frucht zu einer Art von Halse. Das rechte ist darunter ebenfalls wieder etwas laͤnger und ansehnlicher Anges. Kupf. und S. 23. , und es verlaͤngert sich vor, hoͤchst selten aber hinter der Schluͤsselblutader, zwi- schen I. Abschnitt. Die Brust. schen der Luftroͤhre und der Halspulsader, zu einem Halse. Das linke hat oͤfters fruͤher ein Ende genommen Angef. Ort. kuͤrzer, als die Schluͤsselblutader. , doch steigt es in der Frucht gemeiniglich vor dieser Blut- ader, selten hinter derselben, zu einem Halse hinauf S. 63. ; und sie hat zugleich, so gar in einem jaͤhrigen Knaben, die Schilddruͤse erreicht gehabt. Der mittlere Theil der Brustdruͤse liegt auf der wer- denden Aorte, und Holader auf S. 25. Vergl. den evstach. T. 15. f. 1. . Jch habe ein einzi- ges mahl eine Brustdruͤse |gesehen, welche sich nach ei- nem runden Hoͤkker, und zwar ganz ohne Hoͤrner EVSTACH. malt sie da- selbst eirund. , in einen Hals begab. Wenn man ihrem innern Baue nachspuͤrt, so wird man in allen Menschenfruͤchten, die mir jemals zu Ge- sichte gekommen, wenn man den Schnitt, wo es einem gut duͤnket, gemacht, doch so, daß man uͤberhaupt das Druͤsenfleisch trift, finden, daß ein milchiger DRVSING. exerc. de nu- triment. elabor. S. 32. barthol. anat. S. 349. cowper. ad T. 21. lancisivs. S. 32. erst. Ausg. morgagn. adv. V. anim. 19. pozzi. S. 58. boeckl. S. 17. n. 10. bovrdon. desoript. S. 155. bovrgel. hippiatr. T. II. P. II. S. 377. pozzivs fuͤgt noch hin- zu, daß diese Milch eine kaͤsige Ma- terie gebe. S. 66. , oft auch ein wie Blut gefaͤrbter Saft, und zwar in nicht ge- ringer Menge, ausgedruͤkkt werden koͤnne. Man mag nun einen Theil der Druͤse, welchen man will, druͤkken, so fliesset dieser Saft nach der Wunde zu. Der Wein- geist macht, daß dieser Saft zu Kluͤmpen gerinnet. Um die Hoͤlung lagern sich zarte Laͤppchen herum DVVERNOY. S. 208. , und es laufen Gefaͤsse ihre zellfoͤrmige Scheidewaͤnde durch Ebenders. ebendas. . Ein beruͤhmter Mann hat hier Koͤrperchen beschrieben Ebenders. S. 209. 210. , von denen ich nichts weis, die indessen eifoͤrmig, und glatt seyn sollen. M 5 Fer- Das Atemholen. VIII. Buch. Ferner, wenn man in die gemachte Wunde hinein- blaͤset, so laͤuft in dem Augenblikke die Luft durch dieses ganze Eingeweide, sie vermischt sich mit dem milchigen Safte, und dehnt das ganze zellfoͤrmige Fleisch zu einem schwammigen Wesen aus Es ist dieses der blaͤsige Bau des ber. POZZII. S. 59. , welches mit der Beschaf- fenheit der Lunge einigermassen eine Aehnlichkeit hat. Blaͤst man noch staͤrker, so tritt die Luft in das inwen- dige Zellgewebe, welches zwischen den Laͤppchen liegt, hinein, und faͤhrt endlich gar heraus. Allein es entsteht dadurch keine So erinnert mit Recht des ber. Boecler. S. 18. solche wirkliche Hoͤlung Eine wahre Hoͤlung haben be- schrieben BARTHOL. anat. S. 348. eine im Jahre 1652. entdekkte. Cent. I. hist. 54. bovrdon. ang. Ort. dvvern. angef. Ort. S. 206. 207. a. l. de hvgo. S. 28. u. f. Jch war auch dieser Meinung zugethan, wiewol mich meine Ver- suche, fast seit 1751 zu andern Ge- danken gebracht. Man sehe, wegen der uͤbergangnen Hoͤlung, meine Prim. Lin. Phys. n. 839. , dergleichen die Hirnkammern haben, denn man muß eine Wunde machen, wenn das Blasen durchdringen soll. Die Brustdruͤse enthaͤlt eine Menge kleiner Schlag- aͤderchen, und Blutadern, die nicht von den kleinsten welche sind; die obern ruͤhren von den obern Fascic. unsrer Kupfertafeln. III. S. 125. , oder un- tern Schilddruͤsenadern Angef. Kupfert. , zuweilen vom Stamme, oder Halsschlagader Jch habe es zweimal so gese- hon. Fasc. III. S. 25. , oder der Bruͤstenader Fascic. III. S. 25. ; die mitt- lern, die auch dem Zwer k fellsnerven einen Begleiter mit- geben, und die obere Luftroͤhrenader geben Fascic. III. S. 25. und Fasc. VIII. , von der Bruͤstenader Angef. Fig. 9 und 5. , seltner vom ungenannten Stamme, oder von der Aorte selbst; die Untern, die auch das Mittelfell versehen Angef. Figur 2. hieher kann man die Mittelfellsader verfchiede- ner Schriftsteller, und auch des Walthers S. 6. ziehen. , wieder von der Bruͤstenader her. Die II. Abschnitt. Die Brust. Die obern Blutadern, deren zwo, oder drei da sind, giebt die Schluͤsselader Angef. Fig. 28. 29. und t. aus der Zeraͤstelung der Holader EV- STACH. T. 25. 26. der sie durch- schnitten zeichnet. Sie pflegen mit den Herzbeutelsgefaͤssen, und obern Zwerchfellsadern Nezze zu ftrikken. , oder die Drosselader, oder die Holader, aus ihrer Zeraͤstelung her. Dieses thut, was die unteren betrift, die untere Schilddruͤsenader Ebendas. , die Bruͤstenader Ebendas. , oder deren Mittelfellast, und an der linken Seite die obere Zwischenribbenader Ebendas. . Es durch- kriechen diese Gefaͤsse sowohl die grossen, als kleinen Zwi- schenraͤume der Laͤppchen DVVERNOI. T. 205. 208. . Von Nerven ist entweder nichts da, oder es kommen, doch nur einige ganz kleine, von den Zwerchfellsnerven herbei Vergl. S. 9. daß sie undeut- lich sind, sagt diemerbr. angef. Ort. . Man sagt aber, daß besonders viel Flieswasserge- faͤsse an der Brustdruͤse vorkaͤmen, und ich will dieses, wiewohl ich keine jemals finden koͤnnen, beruͤhmten Zeu- gen zu Gefallen glauben WHART. S. 106. cow- per. anat. of. hum. hod. T. 21. drake. L. II. c. 4. salzm. de praecip fetus differ. S. 16. bid- loo Am Kalbe. verheyen. L. II. S. 160. am Hunde, und tur- sion. cheseld. S. 214. , daß man sie bei andrer Ge- legenheit gesehen habe. Es heist, es verbaͤnden sich diese Gefaͤsse, wie die Wassergaͤnge, welche von der Lunge kommen, mit dem Brustgange CHESELD. , und nach andern, stossen sie mit der Schluͤsselader zusammen DRELINC. canicit. VI. . Bid- loo fuͤgt hinzu, daß es Flieswasser sei, was in der Brust- druͤse enthalten waͤre Diss. de Thymo. 2. , und nach dem Graaf beim BARTH. angef. Ort. ist es eine helle Fluͤssigkeit. Den Ausfuͤhrungsgang aus dieser Brustdruͤse leiten einige zum Schlunde VERCELLONI. gland. conglob. oesoph. c. 2. , andre zum Herzbeutel Am Dachsen. E. N. C. Dec. 2. ann. 5. observ. 32. , noch andre Das Atemholen. VIII. Buch. andre zur Luftroͤhre Einen gegen die Luftroͤhre fuͤhrenden Gang hat PISTRE beim de bordev des glandes. S. 176. Ein Schaum gieng von der Brust- druͤse, aus den Ringen des Luftroͤh- renkopses hervor, doch so, daß sein Gang zu sehen war. Nov. Comment. acad. Petrop. II. S. 380. , zur Kinnbakkendruͤse BELLING. angef. Ort. hin. Es ist aber zuverlaͤssig, daß es eine blinde Druͤse sei, und man kann aus dieser Druͤse, wenn man sie druͤkkt, keinen Saft erzwingen, auch keine Luft aus ihr, wenn man sie unter Wasser daucht, aus dem Halse der Laͤpp- chen herausbringen, welches doch sonst der sicherste Kunst- griff ist, wenn man an Gefaͤssen einen Ausgang sucht. Aus dem Grunde sezze ich in diejenigen beruͤhmten Maͤnner RVYSCH. adversar. Dec. 2. n. 7. Es war eine Blutader gewe- sen. dan. davvry. der im Wahn stand, daß sie nach dem Magen zu liefe, aber seinen Jrrthum erkannte, und gestand, daß es ein Nerve ge- wesen, welchen er davor angesehen. de la gener. S. 152. anonym. in den Breslauer Samml. 1718. S. 1897. und 2037. , welche, wenn sie geglaubt, daß sie einen dergleichen Ausfuͤhrungskanal gesehen, nach ihrer Auf- richtigkeit, die Erfindung wieder fahren lassen, ein besse- res Vertrauen; und es hat weder der beruͤhmte Duͤver- noi Angef. Ort. , noch Boekler Angef. Ort. S. 17. , oder Wharton S. 106. , der- gleichen Gaͤnge gesehen. Es mus uͤbrigens der Bau der Brustdruͤse beinahe eben so, wie der Bau der einfachen Druͤsen Er ist die Flieswasserdruͤse des COWPERS. T. 21. , beschaf- fen seyn, nur daß er an sich weicher und loser ist. Sie besteht naͤmlich aus einem haͤufigem Zellgewebe, aus Schlagaederchen, Blutaederchen, und Flieswasserge- faͤssen, und keine andre Theile hat man in dieser Druͤse zur Zeit mit Gewisheit erweisen koͤnnen Des vortrefl. I. C. DVVER- NOI corpuscula, scheinen die lose gewebten Lappchen, welche durch ei- nen Zufall in eine etwa entstandne Hoͤle, niederhiengen. . Ja sie wird, nach meinen und andrer Wahrnehmungen, scirrhoͤs DE BORDEV. S. 174. Die knochige Brustdruse des Bin- ningers. I. III. observ. 31. Eine von gar zu fetter Brustdruͤse gewordne Engbruͤstigkeit. schevchzer. Bresl. Samml. 1723. S. 614. . Was II. Abschnitt. Die Brust. Was ihren Nuzzen betrift, so scheint dieser fuͤr die Frucht groͤsser zu sein, da die Brustdruͤse im erwachse- nen Menschen schwerlich groͤsser waͤchst, sondern vielmehr ihre Gaͤnge, und den ihr eignen Saft verliert. Jch halte davor, daß ihr Nuzzen eben der sei, den die uͤbrigen Druͤsen aus dem Geschlechte der einfachen leisten Zum Absondern des Flies- wassers FANTON. angef. Ort. Zum Verduͤnnen, monroo. com- parat. anat. S. 44. bass. Observ. l. daß sie ein Aufenthalt des Milchsaf- tes sei, cowp. angef. Ort. keil. abridgem. S. 21. tyson. angef. Ort. (Denn es komme das Flies- wasser, oder ein in die Flieswasser- gefaͤsse getriebenes Quekksilber hin- ein.) Daß sie zu dem Blute einen naͤhrenden Saft ergiesse. georgi. de hom. prop. XXII. S. 69. Daß er einen besondern Saft absondere, der wieder dem Blute durch die Blutaederchen zufliesst. rvysch. beim E. de westhov. de angina. S. 42. . Ein beruͤhmter Mann hat die Vermuthung geaͤussert, daß sie von der Natur gemacht sei, die Brust auszufuͤllen, da die Lunge nur klein waͤre SENAC. T. II. S. 687. Das Geschaͤfte ist sehr aͤhnlich dem- jenigen, was Muͤller der Brust- druͤse auftraͤgt, naͤmlich, es mache die Brustdruͤse, daß das Brustbein nicht die Ausdehnung der Lunge hin- dere, s. Diss. de Thymo. , folglich sei sie in der ganz zarten Frucht klein, und wachse hernach groͤsser. Daß diese Druͤse nicht, wie die uͤbrigen Theile des Koͤrpers waͤchst, das hat sie theils mit andern einfachen Druͤsen gemein, theils betrift dieses auch das Zusammen- druͤkken, welches sie von der zu beiden Seiten fortwach- senden Lunge, die dieses sehr weiche Zwischeneingeweide druͤkkt, auszustehen hat DE BORDEV. sagt, sie werde nicht von der Lunge zusam- mengedruͤkkt. S. 181. . Es ist dieser Drukk au- genscheinlich, wenn man die Lunge einer Frucht, oder jun- gen Menschen, durch die Luftroͤhre, und zwar etwas stark aufblaͤset. Sie kann aber auch nicht den Saft des Herzbeutels erzeugen, da sie von diesem durch die Ribbenhaut aller Orten abgesondert wird Es war dieses die Muthmas- sung des D. TAVVRY. S. 152. und Verheyns. ; sie macht eben so wenig den Saft Das Atemholen. VIII. Buch Saft des Brustganges PETIT. Mem. de l’ Acad. des scienc. 1733 S. 15. , da sich die Brustdruͤse ganz und gar nicht innerhalb der Hoͤle der Ribbenhaut befin- det, sondern vielmehr einen Saft von andrer Art hervor- bringt; sie kann auch nicht die Dienste der Lunge verse- hen Dieses ist eine Vermuthung des POZZIVS. , da sie untauglich ist, in der Frucht Luft in sich zu fassen, oder wechselweise aufzuschwellen, und niederzu- sinken. §. 2. Der Dampf, welcher in die Saͤkkchen der Ribbenhaut einduͤnstet. Wir haben die Ribbenhaut beschrieben L. IV. S. I. n. 1. , welches eine innere Bekleidung der Brust ist. Diese Membran wird von aussen her vom Zellgewebe umgeben Ebendas. , worin- nen sich hin und wieder Fett anlegt, und zwar auch da, wo die Saͤkke der Ribbenhaut ans Zwerchfell grenzen. Es ist auch die Krankheit nichts seltnes, daß sich in diese Faͤserchen selbst die verhaͤrtende Materie ergiest, welche allmaͤhlig lederartig, und mit der Zeit gar knochenartig wird, und mit ihren breiten Plaͤttchen unter der Ribben- haut zu sehen ist: denn voͤllig zu Knochen wird diese Mem- bran nicht, und sie haͤngt in unveraͤnderten Zustande an der ergossnen und geronnenen Feuchtigkeit feste. Jch ha- be, und andere beruͤhmte Maͤnner, haben ebenfalls die- ses Ausarten wahrgenommen Ein an die Ribbenhaut ge- wachsner Knochen LOESEKE. observ. 34. conf. hvlsebvsch. de cellulos. S. 13. Eine knorplig- gewordene Ribbenhaut, heverm. physiol. T. IV. S. 36. vater. de invaginat. Eine durch ein Brustge- schwuͤr dikke und hart gewordene Ribbenhaut, barry. in triple di- gest. S. 424. Ein Fus langer Kno- chen zwischen den Ribben, und der Ribbenhaut, ettmvell. progr. ad schvster. disp. Ein zwischen den Ribben elastischer Knochen, hoernigk. de indurat. praet. nat. . Jch habe aber auch in II. Abschnitt. Die Brust. in diesem faͤsrigen Gewebe, so wie in den aͤhnlichen Saͤkk- chen, welche sich um das Darmfell ziehen, uͤberfluͤssiges Wasser gefunden Opuscul. patholog. obs. 12. . Jnwendig ist die ganze Ribbenhaut von Feuchtigkei- ten naß VESAL. S. 710. 713. Von der Ribbenhaut und dem Mittelfelle, spigel. S. 269. iasolin. de aqua peric. c. 3. 4. Daß diese Fruch- tigkeit niemals mangle, s nape. S. 79. , die in Fruͤchten jederzeit uͤberfluͤssiger Jm sechsten und achten Mo- nate, HEVERM. angef. Ort. S. 449. Daß sie bestaͤndig in der Frucht sei, Mem. de l’Acad. des scienc. 1733. und von roͤthlicher Farbe sind. Es gehoͤrt diese Fluͤssigkeit zur Klasse des gerinnbaren Flieswassers; und sie ist es, welche, wenn sie bis zum Ueberflusse zunimmt, eine Brust- wassersucht wird, welches ein gar zu haͤufig Uebel, und von uns nur gar zu oft angemerkt worden ist. Denn wenn sich dieses Wasser zu vielen Pfunden anhaͤuft Drei Pfunde, Heuermann in seiner Phisiologie, T. IV. S. 26. fuͤnf, siehe Verhandel van de Hol- landze maetschappy, Tom. III. S. 616. zehn Pfunde, schrei . al- magest. S. 312. , so sezzt es den Herzschlag in Verwirrung, es druͤkkt die Lunge zusammen, und man hat gesehen, wie es diese ganz vertrieben, so daß sie der Zerleger nicht finden koͤnnen, und so wie ein dikkes Loͤschpappier an der Ribbenhaut angeklebt gewesen Opusc. pathalog. obs. 12. conf. schreib. Geschichte almag. S. 312. stahl. de phthisi. c. 4. tschepp. amput. non cruent. goetz. de polyp. concret. scha- cher. incis. cad. phys. wolff. obs. 22. vater. diss. ann. 1730. ant. de pozzis. bei dem Ho- mob. pis. de circul S. 3 0. sal- mvth. C. I. observ. 13. Delic. med. chir. S. 57. Es nennt dieses Sle- vogt eine zu hellem Wa ss er aufge- loͤste Lunge, de vomic. pulm. n. 65. . Es sind auch dadurch die Ribben von nat. Jn dem, um die Ribbenhaut ge- lagetten Zellgewebe, eine sehr grosse knochige Schale. Merc. de Franc. 1757. m. Febr. Daß die Ribbenhaut knochig werde, und gleichsam sich in eine zwoote Brusthoͤle verwandle, hat der ber. lievtavd. gesehen precis. de med. pratiq. S. 262. Ein Theil der Ribbenhaut war knorplig, ein Theil knochig, davbenton. III. S. 156. Ein grosses Stuͤkk des Ribbenfells war zu Knochen gewor- den, deidier. des tum. ed nup. obs. 3. consult. Tom. III. S. 145. Dievoͤllige Ribbenhaut war zu Kno- chen verwandelt, beck. de cord. palpit. Zwischen der Riboͤenhaut, und den Ribben ein breiter Knochen, schacher. mater ossit. Das Atemholen. VIII. Buch. von ihrer Stelle geruͤkkt, und es ist ein Bukkel hervorge- bracht worden SLEVOGT. de infelic. hy- drop. saccat. curat. . Es macht nicht eben grosse Muͤhe, die Quellen zu die- ser Fluͤssigkeit zu entdekken. Es scheint auch nicht noth- mendig zu seyn, daß man hieher Druͤsen ziehe COWPER. ad T. 21. bid- loi. ridley. observ. S. 220. , welche in kranken Koͤrpern gefunden worden, um ihr Wesen im gesunden Menschen zu erklaͤren. Ein lebendiger Hund, oder ein jedes Thier, laͤst von der ganzen Oberflaͤche der Ribbenhaut und der Lunge einen stinkenden Dampf auf- steigen, welcher wie ein Rauch herausfaͤhrt kaavw. n. 540. , und wenn er sich sammelt, zu Wasser wird, dergleichen wir in der Brust finden, und welches in einem gesunden, und ploͤzz- lich getoͤdteten Menschen seltener Daß es wenig sei, schvst. de aqu. pericard. S. 20. bis zum halben Loͤffel, und gar nichts, nach- dem der Mensch Atem geholt, pe- tit. angef. Ort. , hingegen in denen- jenigen haͤufiger ist, die eines langsamen Todes sterben. Jn Kornbranntweine aufgeloͤste Hausenblase nimmt, wenn man sie in die Schlagadern eines todten Menschen sprizzt, leicht eben diesen Weg, und sie fchwizzt von der ganzen Oberflaͤche der Ribbenhaut, und der Lunge, wie auch das laue Wasser aus. So wie diese Fluͤssigkeit aus den kleinsten Pulsadern der Brust ausschwizzt, so wird sie von den Blutadern wieder eingesogen; und hierzu ziehe ich die Versuche, woraus man lernt, daß eine waͤssrige Fluͤssigkeit, die man in die Blutadern der Brust treibt, aus eben dieser Huͤlle der Lunge KAAVW. de perspir. n. 616. , und der Ribbenhaut 2. Buch dieses Werkes. wieder hervorschwizzt. Doch auch im lebendigen Thiere MVSGRAVE. phil. trans. n. 240. birch. hist. of the Roial society. T. IV. S. 213. 294. 321. ta- naron. in dem unlaͤngst heraus- gegebenen kurzen Begriffe der Wund- arzeneykunst, T. II. S. 139. , und im verwundten Menschen schikken die begierigen Blutaederchen, das in die II. Abschn. Die Theile in der Brust. die Brust eingesprizzte Wasser, und nicht selten auch ein zu Eiter gewordnes Blut in sich Vergl. L. II. . Es schwizzt ferner ein dichterer, weisser, schmieriger Saft, den beruͤhmte Maͤnner mit Honig verglichen ha- ben, in Krankheiten, wobei ein schweres Atemholen ver- knuͤpfet gewesen, aus der Lunge Eine mit eitriger Rinde uͤber- zogne Lunge, LIEVT. mem. de l’Acad. 1752. S. 261. und er fuͤgt hinzu, daß dieses Uebel oft vorkom- me. Gallertartige Ueberzuͤge, die ber einer Brustentzuͤndung schmach an der Lunge anhingen, lievt. precis de medec. pratiq. S. 255. Dergleichen berichtet auch ant. de haen. ratio medend. P. I. S. 115. 116. Jn roͤdtlichen Brustkrankheiten hat dieses oft gesehen ravlin. obs. de medec. S. 306. 308. , und ich habe dieses ebenfalls wahrgenommen (i*). Wenn sich diese Mate- rie anhaͤngt, so macht sie oft die Ribbenhaut dikke, und lederartig in Brustkrankheiten Ein steifes Fett nennt es si- nopevs parerg. S. 60. Galler- artigeh Serum der Vortr. stei- gerthal. de math. et hist. nat. utilit. in medic. Ein verdikktes Flies- wasser, klavnig. obs. 12. Eine gallige Materie, gvideti de pleu- rit. bilios. S. 186. 187. Eine fast knorplige Zusammenwachsung, fan- tonvs uͤber den manget. epist. 8. Eine seirrhoͤse Ribbenhaut in ei- nem Alten, Heuermann Phisio- log. T. I. S. 545. . Es verwandelt sich sowohl die erstgedachte Feuchtig- keit, die von einer gerinnbaren Art ist Da der Brustgang zerriß, wuchs die Lunge vom ergoßnen Flies- wasser in einem einzigen Tage an die Ribben eines lebendigen Thieres an, birch. T. II. S. 203. , sondern auch die talchartige Schmierigkeit, wovon zulezt geredet wur- de, und der Eiter Es waͤchst die Lunge da, wo sich das Seitenstechen offenbart, an, hippocr. πεϱι τοπων, u. s. f. ingrassias cons. pro Duce terræ novæ S. 23. 24. diemerbr. S. 308. 327. steicert. beschi, den wir bald anfuͤhren werden. do- donaevs obs. c. 22. S. 93. bla- sivs obs. 19. P. l. valca- renghi. meth. ration. S. 168. fabric. E. N. C. Vol. X. obs. 36. und von den ausgezehrten Kranken versichert bennet S. 49. eben das; daher geschicht das Anwach- sen an der Seite, worauf man liegt, hoadl. S. 89. selbst, sehr oft zu Fasern und Blaͤt- tern D. SINOP. S. 25. Haͤute, welche sich zerspalten liessen, hat im Elephanten bemerkt movlins. S. 27. , die den zellfoͤrmigen gleich, aber sehr gros, durch- sich- H. Phisiol. 3. B. N Das Atemholen. VIII. Buch. sichtig, weis, und den Baͤndern aͤhnlich sind BARTHOL. cens. I. hist. 14. conf. stahl. de phthisi. S. 20. , die die Lunge in ungesunden Koͤrpern an einigen Stellen der Rib- benhaut anheften, wenn der Koͤrper von lanwierigen Uebeln ausgemergelt worden. Diese Art von Krankhei- ten ist in der That so gemein Es ist dieses in Erwachsnen gemein, cleghorne natural history of Minorca. S. 247. vyl- horn. uͤber Heisters Chirurgie. S. 862. bartholettvs. S. 207. in gesunden Koͤrpern wachsen die Lungen unter sich einander, und mit dem Herzen zusammen, brvn- her. de corde occulto. Vor eine natuͤrliche Sache hielte es i. d. coschw. beim cassebohm daß das Uebel sehr haͤufig sei. ar- chang. picolhomin. d. sinopevs. S. 25. fabric. im Progr. 1750. Fast bestaͤndig ist es clisson. de rhachitide. S 371. Bestaͤndig, massa. S. 58. Auch an den Kindern hat es gethan mo- linettvs. S. 214. Daß an ei- nem neugebornen Kinde die Lunge anfange zusammen zu wachsen, al- berti. med. legal. L. V. cas. 6. , daß die alten Zerglie derer es vor einen bestaͤndigen Theil des menschlichen Koͤr- pers angesehen, und es Lungenbaͤnder geheissen haben MASSA. S. 58. b. vesa- livs. S. 70. spigel. S. 269. c. bavhin. theat. anat. S. 198. linden. physiolog. S 159. p. valcarsngni med. ration. S. 93. 102. (der da sagt, es waͤre ei- ne Krankheit vorhergegangen.) Am Zwerchfelle, massa introd. S. 52. 60. vesalivs. angef. Ort. valcarenghi. . Doch es ist auch nichts Seltenes, daß dergleichen fehlerhafte Baͤnder die Lunge mit der Ribbenhaut, und diese mit dem Herzbeutel, und dem Zwerchfelle zusammen- gehaͤngt, und daß endlich die gesammten Lungenlappen, an einer BARTHOL. cent. III. hist. 6. Cent. I. hist. 63. loesel de ren. S. 59. Comment. Bonon. T. IV. S. 33. 34. ridley. observ.| . 158. peterm. Doc. I. observ. 3. fant. ad manget. Ep. 8. teichmeyer, de Polyp. n. 16. vater. de invagin. g. v. swie- ten. T. 1. S. 510. von der halben Lunge. Die ganze Lunge war ange- wachsen, Verhandeling van de haar- lem Maetschapp. T. III. S. 616. oder beiden Seiten SMETIVS. miscell. L. IV. meibom. beim crellio de viscer. coalit. S. 8. rhod. man- tiss. n. 10. highmor. S. 126. binning. Cent. III. Obs. 31 38. Cent. IV. Obs. 85. blas. obs. 19. p. i. harder. apiar. obs. 50. die- merbroegr. S. 327. bohn. offic. med. I. n. 13. eysson. obs. rarior. vievssens du coeur. S. 10. 11. select. Francot. T. IV. p. I. d. , mit der umgebenden Haut vereinigt worden. Jch II. Abschn. Die Theile in der Brust. Jch habe sehr oft, und mit Verdrusse wahrnehmen muͤssen, daß dieses unnatuͤrliche Anwachsen, wenn ich den Versuch machte, dadurch man zeigt, wie die Ribbenhaut mit der Lunge in eins fortgehe, meine angewandte Muͤhe vereitelte. Einige beruͤhmte Maͤnner finden solche feh- lerhafte Baͤnder vesal. angef. Ort. , und Anwachsung an der linken Seite haͤufiger D. SINOP. Parerg. med. S. 26. , andere wiedersprechen hingegen BONTIVS L. III. obs. 4. Die rechte Lunge hieng im Seitenste- chen staͤrker an, wovon der ber. be- schi. geschrieben. Galer. di Minerv T. VII. S. 195. . Es ist nur gar zu bekannt, daß dieses Anwachsen den Voͤgeln wesentlich sei COITER. S. 131. . Jm uͤbrigen erweicht dieses Wasser, die im Atem- holen bestaͤndig bewegte Lunge, es vermindert das Rei- ben, wie es bei andern Gelegenheiten zu thun pflegt. Wenn es wieder von den Gefaͤssen eingesogen worden, scheint es, das aus der Lunge zuruͤkkstroͤmende Blut zu verduͤnnen KAAVW. n. 623. . §. 3. Ob zwischen der Ribbenhaut, und Lunge Luft anzutreffen sei. Die Materie von dieser Luft hat sich, sowohl durch die neuere, als alte Streitigkeiten Diese Streitigkeit ward un- ter den Mitgliedern der Koͤnigl. Aka- demie im Jahre 1665. gefuͤhret. ap. birch. T. II. S. 46. , beruͤhmt gemacht, N 2 und d. sinopevs. S. 25. 27. 28. pi- soni. Spicileg. curat. S. 71. iv- sti vesti. obs. I. petzold. obs. 74. Essays of a society at Edimburg. T. II. S. 298. parme- nio. ad cas. XI. S. 92. hoadley. of respir. S. 89. springsf. de part. coalitu. n. 10. dethard. diss. de anat. jucunda et utili. a. de haen. Dieser vortrefl. Mann, ration. med. T. II. S. 134. 135. K. Swenska Acad. Handlingar. 1752. Erste Viertheiljahr. bvchwald. quadrig. obs. weszprem. obs. loeseke. obs. anat. med. S. 5. Nov. Comment. Acad. Petr. T. III. S. 402. 403. Mem. de l’ Academ. de Chirurg. T. III. S. 31. ravlin. observ. de med. S. 308. fabrig. progr. ad disp. hofmanni. Das Atemholen. VIII. Buch. und da mich diese Wiederspruͤche etwas naͤher angehen, so mus ich die Hauptsache mit Fleis entwikkeln. Es hat Galen Administr. anat. L. VII. lezzt. Kap. schon vorlaͤngst gelehrt, daß die Lunge von der Ribbenhaut unterschieden sei, wobei er eine Menge Zerlegungen an lebendigen Thieren anfuͤhrt, an denen er diesen Unterschied entdekket hatte. Da sich ferner an den Voͤgeln die Lunge mit offenbaren Loͤchern Vergleich. die exp. sur la respiration n. 89. 90. HARVEI. generat. anim. S. 4. 5. willis. de anim. brutor. S. 30 coiter. S. 130. wepfer. de cicut. aqu. S. 175. willovghbey. orni- thol. S. 6. in die Hoͤle der Brust eine Oefnung macht, so vermuthete der grosse Harvey De generat. animal. L. III. c. 5. , daß vielleicht, dieser Aehnlichkeit we- gen Jch halte davor, daß dieses die Loͤchergen der Lunge, durch die der Griffel gieng, gewesen, beim Vopiscus Fort. plemp. in fund. med. S. 119. Die so gros, als Erb- sen, waren, i. walaevs. beim barthol. instit. anat. S. 220. Diese beschreibt auch am Storchen harder. apiar. obs. I. Am Rei- her, Breel. Samml. 17 0 5. Am Storchen, die Amsterdammer, im colleg. priv. obs. anae. S. 21. Am Bloͤshune, peyervs. observ. S. 103. Am Pelikane, mery. beim dv hamel. S. 283 284. Am Stea rn en die Pariser Meinoir. pour servir a l’histoire des anim. Vorlaͤngst redet davon goiter. S. 131. Ferner needham de formato fetu. c. 17. Daß auch die Lungen unbeweglich sind, und sich die Luft, durch ihre Loͤchergen, nach der Brust den Weg eroͤfnen, ist in der That von den Voͤgeln wahr. , auch die Luft in dem Menschen aus der Lunge in die Brust gienge, welches auch die Meinung des Joh. Baptista von Helmont De catarrh deliram. Ferner ein andrer Autor, unter der An- schrift, M. I. Spiramina on respi- ration reviewed being the argu- ment of I. B. v. HELMONT discovering certain cases of the lungs not commonly observet and asserting, that they have no alter- nate motion, hut in a sound man are porous, pervious to the air, and constandly at rest Lond. 1733 8. , und seines Sohnes, Fr. Merkurs Alphab. natural. S. 26. u. f. , und vieler anderer Maͤnner von grossen Namen, gewesen I. SWAMMERDAM. de respirat. S. 38 M. thrvston. in diatrib. de respirat. S. 43. honorat. fabri, de homine. S. 224. molinbtti, disp. anat. pathol. S. 217. st. blancard Carthesianische Akademie. S. 156. wolf. sengverd. exp. 5. 1. iac. wepferi de cicut. aquat. S. 251. p. dionis cours d anat. 451. i. . Vor kurzem nahm sich nun der Fan- II. Abschn. Die Theile in der Brust. vortrefliche Hamberger De respirat. mechanismo, atque usu genuino, n. 55. physio- log. med. S. 154. vor, diesen von dem beruͤhm. ten Faber, Chruston, Blankard, Senguerd und Fanron An allen angef. Oertern. vorgezeichneten Gedanken auszuschmuͤkken, und es nahm diesen Sazz der beruͤhmte Arzt und Dich- ter Hoadley Three lectures on the organs of respiration. S. 11. 2. 13. , in seinen Schuzz. Diese beruͤhmte Maͤnner liessen sich dergleichen Hipothesen in so fern ge- fallen, daß sie zwischen der Ribbenhaut, und der Lunge, eine elastische Luft annahmen, welche in dem Zustande des Ausatmens, zwischen der Lunge, und ihrer umge- benden Membran, einen groͤssern Raum einnehme, folg- lich der durch die Luftroͤhre entweichenden Luft wiederste- he, und wenn sie von einer staͤrkern und mehr elastischen Luft zusammengedruͤkkt wuͤrde, so ziehe sie sich in einen engern Raum zusammen. Kurz darauf, wenn sich diese Luft in einen engern Raum begeben, dagegen aber die Lungenluft, kraft des Einatmens, sich in weitere Blaͤs- chen ergossen, so unterstuͤzze sie mit ihrer Federkraft die Kraͤfte, wodurch die Lunge ausgeleert wird, und so treibe sie die nun geschwaͤchte, verduͤnnte, und in groͤssere Raͤu- me ausgedehnte Luft, aus der Lunge heraus. Es ist diese Hipothese in den neusten Zeiten von vielen, und nicht unberuͤhmten Maͤnnern, angenommen worden. N 3 §. 4. i. b. morgagni advers. anat. V. S. 46. chr. vater. physiolog. S. 714. i. fanton anat. corp. hum. S. 337. st. hales hæma- statiks. S. 83. u. f. Vegetable sta- tiks. Exp. 112. petr. idema, und i. gvil. croeser, in dem Traktaͤtchen, von der Streitigkeit zwischen dem Jdema, und Rouke- mam. S. 18 und S. 4. Der ber. Bertier, physique des corps ani- mes. S. 9. 22. u. f esteve de l’onie. S. 26. i. g. krveger. physiolog. n. 220. fr. boissier des effets de l’air. S. 43. daov- stenc. de respirat. fr. lamv- re, Mem. de l’Acad. des scienc. 1749. (oder 1753.) S. 43. l. th. desagvliers course of exper. philos. T. II. S. 120. Das Atemholen. VIII. Buch. §. 4 Gruͤnde, womit man diese Luft erweisen wollen. Der erste von den Beweisen ist, es dringe offenbar in die Lunge Luft ein, es haͤtte aber die aͤussere Membran der Lunge ihre Loͤcher HELMONT. angef. Ort. n. 45. st. hales. Die Luft faͤllt durch die Lunge, in die Hoͤle der Brust, und aus dieser in die Lunge zuruͤkke. rvfvs apell. part. L. II. S. 57. 58 , die die Luft wieder herauslies- sen, und daher kaͤme es, daß die Lunge eine eingeblasene Luft nicht in sich behalten koͤnne WEPFER. de cicuta aqu. S. 25. templer. Phil. Transact. n. 56. barles nouvell. decouv. S. 247 mistichelli de apo- plex S. 72. albrecht. obs. ana m 10. desagvliers court. T. II. S. 4 5. Bertier, ang. Ort. S. 89. 90. . Es bahne sich das in die Luftroͤhre gedrungene Quekksilber WILLIS Pharmac. ration. L. II. S. 21. , wie auch die in die Luftroͤhre geblasene Luft TEMPLER. angef. Ort. hales veget. statiks. Exp. 112. Daß sie sehr schwer eingeblasen, ridley. obs. anat. S. 182. , durch diese Membran den Durchgang. Man koͤnne blos, vermittelst des Sau- gens HALES, ebendas. , nach einer entgegen gesezzten Richtung, die Luft durch die aͤussere Lungenmembran an sich ziehen, welches sich durch eine so geringe Kraft verrichten lasse, daß diese nicht den funfzehnten Theil von der Schwere der Atmo- sphaͤre uͤberstiege. Durch eben diese Loͤchergen, wuͤrden die in die Brusthoͤle ergossne Fluͤssigkeiten, wieder einge- sogen, und ihr Geschmakk im Munde empfunden BARTHOL. de pulmon. S. 63. highmor. S. 178. d. de marchettis. S. 81. . Wenn nun aber diese Membran ihre Loͤcher hat, so mus sich die eingeatmete Luft, zwischen der Lunge, und der Ribbenhaut, ausbreiten. Die Anhaͤnger dieser Hipothese verwerfen auch nicht das Beispiel von den Voͤgeln Jn einer, der vorhergehen- den Anmerkungen. Vergl. VATER. angef. Ort. , in denen diese Loͤcher so II. Abschn. Die Theile in der Brust. so offenbar sind, auch nicht das Exempel von den Jnsek- ten, an den er die Luft durch die Seitenloͤcher des Lei- bes, und die den Luftroͤhrenaͤsten aͤhnliche Gefaͤsse, in den holen Leib dringt, und durch die Haut wieder ausfaͤhrt REAVMVR. hist. des in- sect. T. I. mem. IX. S. 140. u. f. . Zweitens sagt man, werden oͤfters allerlei Sachen von Eisen, ohne Verlezzung der Lunge, durch die hole Brust gestossen, und dieses eraͤugne sich ebenfalls, wenn der Zergliederer einen Griffel durch die Brust stoͤst FR. LAMVRE lettre a m. davmont. S. 55. 56. Mem. de l’ Acad. des scienc. 749. S. 558. hoadl. angef. Ort. S. 15. . Folglich mus zwischen der Lunge und der Ribbenhaut ein Raum seyn, durch welchen der Degen eindringt, ohne doch die Lunge zu beschaͤdigen HAMBERG. ang. Diss. n. 10. . Ausserdem sei drittens, die Luft in eben diesen Sti- chen, wenn man mit der chirurgischen Nadel die Brust durchbort, so gleich HOADL. S. 15. 16. , und mit Gewalt aus der Hoͤle der Brust herausgedrungen, worauf die Lunge gefolget Daßdie Luft und die Lunge hervorgetreten, BREM. ang. Ort. S. 464. . So ist es bekannt, daß die Karpei HOVSTON phil. transact. n. 441. exp. 4. aus der Brust, in die man sie gedruͤkkt, mit grosser Gewalt zuruͤkkgetrieben werde, und es brach, im Versuche des Hambergers, an einer geoͤfneten Brust das Mittelfell hervor Angef. Dissert. n. 10. . End- lich hat der scharfsinnige Galen Administrat. anatom. L. VIII. lezzte Kapp. uͤber eine, in die Brust gemachte Wunde, eine Blase gefunden, und an- gemerkt, daß die Luft aus der Blase in die Brust gezo- gen ward, und wenn das Thier den Atem von sich lies, aus der Brusthoͤle wieder in die Blase zuruͤkktrat. Viertens ist eine andre Folge von den Brustwunden, das so bekannte Zusammenfallen der Lunge Diese Lunge, wenn man die Brust |in einem luftleeren Raume mit einer grossen Wunde oͤfnet, wird voller geronnenen Gebluͤts ge- N 4 fun- Das Atemholen. VIII. Buch. funden HALES haemastatiks. S. 83. . Wenn hingegen in eben diesem so genann- ten luftleeren Raume ein Thier stirbt, welches eine ganze Brust gehabt, so findet man die Lunge nach dem Tode weis, und zusammengedruͤkkt S. 83. 84. . Auf diese Versuche gruͤndet sich unser vortrefliche Kollege, Stephan Hales, dergestalt, daß er sagt, daß sich die Luft im ersten Ver- suche, die zwischen der Ribbenhaut, und der Lunge ent- halten sei, unter der Luftpumpenglokke ausbreite, und die Lunge nicht zusammendruͤkke, und folglich ergiesse sich das Blut, welches ohne Schwierigkeit herbeifliest, in die Lunge, und erfuͤlle diese. Hingegen wuͤrde im andern Versuche eben diese Luft, wenn der Wiederstand der in der Lunge enthaltenen Luft, die nun aber aus der Luft- roͤhre in die Glokke gefahren, aufgehoben worden, erwei- tert, und sie druͤkke die Lunge zusammen, daß solche kein Blut aufnehmen koͤnne. Fuͤnftens. Es hat dieser vortrefliche Mann, in demjenigen Versuche S. 84. Man mag das ver- stuͤmmelte Thier unter Wasser stek- ken oder nicht. , welchen auch andere beruͤhmte Maͤnner, unter unsern Gegnern anfuͤhren, einen jungen Hund mitten duͤrchschnitten, und denjenigen Theil des verstuͤmmelten Koͤrpers, zu welchem die mit dem Zwerch- felle verfchlossne Brust gehoͤrte, unter die Glokke gebracht, und die Luft ausgeleert. Als die Luft aus der Glokke ge- pumpt ward, so erweiterte sich die Brust des kleinen Thieres, das Zwerchfell sank herab, und dieses war ein offenbarer Beweis, daß sich die Luft zwischen der Rib- benhaut, und der Brust nunmehr, weil das Gewicht der umgebenden Atmosphaͤre aufgehoben war, erweiterte, und das Zwerchfell niederwerts trieb. Es fuͤgt dieser Autor noch hinzu, wenn er unter die Glokke wieder Luft gelas- sen, so sei die Brust von neuem niedergesunken, und als- denn sei die Lunge des geoͤfneten Thieres weis, und zusam- men- II. Abschn. Die Theile in der Brust. mengedruͤkkt gewesen. Sie sank wieder nieder, weil die Luft unter der Ribbenhaut, von der aͤusserlichen wieder hergestellten Luft getrieben ward, und die Lunge ausleerte. Sechstens haben andere beruͤhmte Maͤnner die Me- chanik des Atemholens, das die in der Ribbenhaut be- findliche Luft befoͤrdert, mit Versuchen und Maschinen zu erklaͤren gesucht. Wolferd Senguert Exp. 5. stekkte die Lunge, oder das Geschlinge eines Thieres, in eine mit Luft erfuͤllte Schale, er leerte die Luft aus, es schwoll die Lunge auf, weil, wie er glaubte, die Presse der um- liegenden Luft fortgeschaft worden; er lies die Luft wieder zu, und es fiel die Lunge zusammen. Es meinte dieser beruͤhmte Mann, man koͤnne die Luft zwischen der Schale und Lunge mit derjenigen vergleichen, die sich zwischen der Ribbenhaut, und die em Eingeweide befindet. Er uͤber- redete sich, daß diese also ausgedehnte Luft, die Lunge aus- leere, und wenn sie zusammengedruͤkkt oder geschwaͤcht niederfiele, schwelle die Lunge auf. Jn einem andern Versuche Exp. 2. legte eben dieser beruͤhmte Mann die Lunge mit der Luftroͤhre in eine Flasche, daß ausser der Luftroͤhre keine andere Luft in die Flasche kommen konnte. Er sezzte die Flasche unter die Glokke, er zog die Luft aus, und es fiel die Lunge, da die Luft weggenommen wurde, zusam- men, sie schwoll auf, wenn man die Luft wieder zu lies. Siebendens, Es bediente sich Benjamin Hoad- ley Angef. Ort. S. 9. u. f. , ein scharfsinniger Mann, und von hohem Ge- bluͤte, einer etwas mehr zusammengesezzten Maschine. Er lies sich eine Buͤchse, die zwo Hoͤlen hatte, machen, deren beweglicher Boden ein von Blase gemachter Sakk war. Jn diese Kapsel stekkte er eine Blase, die eine eigne Rohre hatte, welche sich in die aͤusserliche Luft oͤf- nete; zwischen ihr und den Waͤnden des umgebenden Ge- N 5 faͤsses, Das Atemholen. VIII. Buch. faͤsses, war Luft, welche mit der Atmosphaͤre, mittelst eines eignen Loches, Gemeinschaft hatte. Es bewegte der beruͤhmte Mann hierauf das bewegliche Zwerchfell, und da sich also durch das Hin- und Herziehen, und Erwei- tern die zwischen der Blase und den Waͤnden der Kapsel befindliche Luft in einen groͤssern Raum ausdehnte, so schwoll die Lunge, wegen des geminderten Drukkes auf: es verengerte sich hingegen die Luft, und sie gieng aus der Roͤhre, wenn die Luft der kuͤnstlichen Brust wieder von dem nachgelassenen Zwerchfelle zusammen gedruͤkkt ward S. 11. 12. . Achtens. Doch es kommen meine Gegner in de- nen Versuchen, die ich nunmehr erzaͤhle, der Sache selbst naͤ- her. Sie sagen naͤmlich, wenn man die Zwischenribben- muskeln wegnehme, und die Ribbenhaut entbloͤsse, so koͤnne man sehen, daß die Lunge von dieser Membran nicht aller Orten beruͤhrt werde HAMBERG. angef Ort. n. 10. und von der Frucht physio- log. S. 748. Der der. de bee- mond. S. 470. , und daß allerdings ein Raum, der ohne Zweifel luftleer sei, zwischen beiden Statt finde. Mit einerlei Erfolge, hat diesen Versuch auch der vortrefliche Morgagni Advers. V. S. 46. an einem lebendi- gen Thiere angestellt. Und ein andrer Schriftsteller REICHNAV. de pulm, structura. n. 5. sagt, wenn man die Brust eroͤfne, so beruͤhre die aufge- blasene Lunge nie die Ribbenhaut. Neuntens. Da der vortrefliche J. Nathanael Cieberkuͤhn einen Hauptversuch vortrug, der den ganzen Streit haͤtte entscheiden koͤnnen, wie er glaubte, so ha- ben auch die Herren von der Gegenmeinung, diesen Ver- such fuͤr sich angezogen. Man bringe naͤmlich ein gan- zes Thier unter Wasser; hernach eroͤfne man die Ribben- haut an dem untergedauchten Thiere; wenn nun zwischen der II. Abschn. Die Theile in der Brust. der Ribbenhaut, und der Lunge Luft vorhanden ist, so wird diese herausfahren, und sich im Wasser, in Ge- stalt der Blaͤschen, zeigen. Dieses sei erfolgt, sagt J. Friedrich Kessel Beim Hamberger, im ge- machten Versuch, in weit. Fort- sezzung der Haller- und Hamber- gischen Streitigkeiten. S. 29. , Franz Boissier Physique des corps animes. S. 9. 11. 22. besonders in warmen Wasser. , und die beruͤhmten Bertier Effets de l’ air. S. 43. und Esteve De l’ouie. S. 26. , welche doch an dieser Streitigkeit keinen rechten Antheil genommen. Jch uͤbergehe diejenigen, welche geschrieben, daß blos in Krankheiten, wenn die Lunge in Engbruͤstigkeiten zer- rissen, die Luft in die Brust trete FLOYER. physicians pul- sewatoh. Tom. II. S. 386. , oder daß die Rib- benhaut um vier, bis fuͤnf Zoll von der Lunge abliege Memoir de chirurg. T. II. S. 551. . Denn da sie von den Folgen der Krankheiten reden, und nicht von Erscheinungen von einem gesunden Koͤrper, so kann man diese Maͤnner nicht wieder uns auftreten lassen. §. 5. Versuche, auf die sich unsre Meinung gruͤndet. 1. Es geht die Ribbenhaut mit der Lunge in eins fort. Jch habe die Gruͤnde der Gegner aufrichtig, und ohne einigen Ruͤkkhalt ihrer Staͤrke, vorgetragen: nun ist die Reihe an mich, zu zeigen, warum ich mich, weder durch das Ansehen dieser Maͤnner, noch durch die gemachte Versuche, bewegen lassen kann, auf ihre Seite zu treten. Jch muß hierbei sagen, daß ich mich weder durch die Zu- neigung zu meinem Lehrer, oder zu meinem Verwannten, oder durch den Has des Hambergers, der bis zur er- sten Vertheidigung der Boerhaavischen Meinung mein Freund Das Atemholen. VIII. Buch. Freund war, noch durch den, aus dieser Streitigkeit er- wachsnen Verdrus, noch durch irgend eine andre Sache, ausser den folgenden Gruͤnden, bewegen lassen, die Gegen- meinung zu behaupten. Selbst eine unzeitige Scham- hastigkeit soll mich nicht zuruͤkke halten. Ja ich sehe leicht ein, wenn ich emfaͤnde, daß die gegenseitige Meinung von der Wahrheit das Uebergewichte bekaͤme, wie ich bei aufrichtigen Verehrern der Tugend ein wahres Lob, und einen offenherzigen Beifall verdienen muͤste, wofern ich, bei diesem so langwierigen Werke, welches ich bis in mein Alter, und weiter fortgesezzt wuͤnsche, einen noch so spaͤt erkannten Jrrtum selbst ablegte, und wiederriefe. 1. Um endlich in einem so langen Gezaͤnke einmal entscheiden zu koͤnnen, so schien mir dazu der leichteste Weg dieser zu seyn, wenn ich die Lungen der Voͤgel, der vierfuͤssi- gen Thiere, und des Menschen, selbst gegen einander verglei- che. Denn es ist die Sache ausgemacht, daß sich in der Brust der Voͤgel Luft befindet. Wenn nun auch in der Brust der Vierfuͤssigen, zwischen der Ribbenhaut, und Lunge, Luft vorhanden ist, so muͤssen auch in der Brust der Voͤgel, und Vierfuͤssigen, bei einerlei Anwendung, auch einerlei Erscheinungen vorgehen. Es haͤngen also die Lungen der Voͤgel an der Ribbenhaut, vom zehnten Tage des Bruͤtens, mit zellfoͤrmigen Faͤden, an Observ. sur le poulet. T. II. S. 121. , und die Lun- ge ist im erwachsnen Vogel voͤllig unbeweglich Exper. sur la respiration. S. 308. n. 89. 90. needham. angef. Orte. , sie liegt nahe am Ruͤkken, in dem Grunde der blaͤsigen Mem- bran. Zwischen dieser Lunge, und ihren Membranen, ist viel Plazz; diesen fuͤllt die Luft an, welche sich durch die weite Loͤcher der Lunge, zwischen der erhabnen Ober- flaͤche dieses Eingeweides, und zwischen die Membranen, ergiest. Durch eben diese Loͤcher wird die Luft wieder durchs Blasen, in die Luftroͤhre getrieben Ebendas. und exper. 117. . Und so ist es II. Abschn. Die Theile in der Brust. es mit den Voͤgeln beschaffen, wenn kein Theil an ihrer Brust verlezzt worden. Doch an den Vierfuͤssigen, und im Menschen, veraͤn- dert sich die Gestalt der Sache. Man mus hier, um vergleichen zu koͤnnen, die Ribbenhaut entbloͤssen. Die- ses geschicht, entweder wenn man die Zwischenribbenmus- keln auf eine artige Weise wegraͤumt, damit man nicht die Ribbenhaut verlezze; oder so, daß man den Bauch oͤfnet, oder man oͤfnet die rechte Hoͤle der Brust, so daß die linke verschlossen bleibt, und man richtet hierauf die Augen auf das Mittelfell, welches eben die Ribbenhaut ist. Man mag die Ribbenhaut, auf welche Art man will, entbloͤssen, so sieht man an dem Koͤrper eines Menschen, vierfuͤssigen Thieres, an der Frucht, wie am Erwachsnen, wie die Lunge auf der Ribbenhaut liegt, mit ihrem blauen Netze durch die Ribbenhaut durchscheint, und die ganze Brust von allen Seiten, keinen einzigen Theil ausgenom- men, genau ausfuͤllt. Aus der Ursache druͤkkt sich die Lunge gleichsam nach der Form der Brust genau ab, sie ist oberwerts erhaben, welches der beruͤhmte Benjamin Hoadley Angef. Ort. app. 6. uͤber diesen Punkt selbst eingesteht; zugleich wird aber auch die Lunge unterwerts ein wenig hol, und sie lieget, mit schief verschnittner Grundflaͤche, auf dem Zwerchfelle auf. Es laͤst sich dieser Versuch am Men- schen leichter machen, indem dessen flache, und breite Brust den Handgriff erleichtert. Schon laͤngst hat Nicolaus Massa gelehrt, daß die Lunge die Brust genau ausfuͤlle Introduct. anat. S. 58. b. , zu einer Zeit, als man uͤber diese Sache noch nicht strei- tig war. Eben das thaten Felix Plater Anat. S. 172. Da er eben das, nur mit groͤssrer Wirksamkeit, wie- derholet. , Franz Sylvius Dissert. med. VII. n. 24. Johann Swammerdam S. 25. J. Al- fons Borell Angef. Ort. Prop. 94. . Dieser nicht ungeuͤbte mechanische Arzt, Das Atemholen. VIII. Buch. Arzt, der von Hipothesen entfernte Friedrich Ruysch Thesaur. anat. VII. n. 38. , Joseph Lieutaud Essays anat. S. 220. , und R. Roukema. Es pflegte aber der grosse Zergliederer, Bernhard Siegfried Al- bin, alle Jahre, so wie ein andrer vortreflicher Zerglie- derer J. Friederich Mekel Memoir. de Berlin. 1755. S. 71. , den Versuch mit der Entbloͤssung der Ribbenhaut, und der darunter gelager- ten Lunge anzustellen. Die neuern Physiologisten, und Aerzte, als der vortrefliche Herrmann Boerhaave I. R. | MED. n. 607. , Gerard v. Swieten Comment. in BOERH. T. I. S 269. , Anton von Haen Rat. med. Part. alt. S. 130. , Johann Friedrich Schreiber Almagestum. S. 313. u. f. , der von dem, was wieder uns geschrieben worden, wohl wuste, und der ungluͤkkliche Johann Shebbeare T. I. S. 114. 149. u. f. bedienen sich eben dieses Arguments. Jch habe auch selbst alle Jahre, diesen Versuch vor einer Versammlung zahlreicher Zuhoͤ- rer Exp. 63. 106. vorgenomen, und so gar an Fruͤchten Exp. 82. Hieher kann man den Versuch des ber. Ronkema ziehen. , welches ohnlaͤngst der beruͤhmte junge Mann Alexander Mon- roo, der Sohn Essays of a socicty medica l . and litterary. at Edimb. Tom. II. art. 19. , und der beruͤhmte Verryst, der am lezzten von allen uͤber diesen Streit geschrieben Jn der Disputation de re- spiratione. Leid. 1758. , wie auch der beruͤhmte Marcus Antonius Calda- nus S. 314. Collect. Bonon. wiederholt haben. Es wird dieser Versuch an lebendigen Thieren etwas beschwerlicher, und man mus sich daruͤber gar nicht wun- dern, wenn sich auch bei dem anatonischen Messer eines geuͤbten Zerlegers, an einem gequaͤlten Thiere, das sich heftig bewegt Vergl vorherg. § 4 Er ist aber der einzige Versuch. , und dessen Brust in einen spizzen Winkel auslaͤuft, ein Fehler in den Versuch einschleichen, und die Luft II. Abschn. Die Theile in der Brust. Luft durch die kleinste Wunde, in die Brusthoͤhle entwi- schen sollte. Jndessen haben beruͤhmte Maͤnner doch den Versuch gemacht, und gefunden HOVSTOVN. Philos. Transact. angef. Ort. Exp. 6. , wenn sie die Rib- benhaut entbloͤst, daß sich die weisse Lunge niemals von der Ribbenhaut entfernet, sie mochte von dem einatmen- den Thiere eingezogen werden, oder von dem Ausatmen, durch das heraufgetriebne Zwerchfell mit heraufgezogen werden. Es haben diesen Versuch auch die Herren der gegenseitigen Meinung mit gleichem Erfolge gemacht STEPH. HALES. hae- mastatiks. S. 77. b. hoadley. S. 16. Da er sagt, er habe das, was Hales, eben so gesehen. , und gesehen, daß die Lunge in einem lebendigen Hunde, die Brust allenthalben ausfuͤlle, so daß man sich wundern mus, warum sie sich von einem so leichten Beweise nicht uͤberzeugen lassen. Eben dieser Versuch gelung auch dem Alexander Manroo Angef. Ort. , und dem Peter von Mus- schenbroek Angef. Dissert. S. 27. An einem lebendigen Kaninchen, dem der Bauch durch das Zwerchfell er- oͤffuet wurde. , einem in Erfahrungen so geuͤbten Manne. Jch habe auch im lebendigen Thiere mehrmalen gese- hen, daß die Lunge die ganze Brust ausfuͤlle, an die Ribbenhaut und Ribben stosse, und diese niemals ver- lasse, es mochte sich die Brust erweitern, oder wieder niedersinken: ich habe dieses von vorne her an der Brust, wo man den Menschen zu beschauen pflegt Exp. 107. 108. , ich habe es durch das Mittelfell in derjenigen Hoͤhle der Brust, die ich nicht eroͤffnet hatte Exp. 72. 73. 74. 75. 76. 77. 78. 79. 83. 103. , und ich habe es auch durch das Zwerchfell gesehen Exp. 88. . Wenn nun jemand beliebte, diesen so sehr einfachen Versuch in Ueberlegung zu ziehen, so scheinet niemand daran zweifeln zu koͤnnen, daß es nicht vollkommen ge- wis Das Atemholen. VIII. Buch. wis sey, wie die Luft in der Brust der vierfuͤßigen mang- le, so wie es hingegen gewis ist, daß in der Brust der Voͤgel Luft sey. Man sieht es augenfcheinlich, ob sich zwischen der Lunge und der Ribbenhaut Luft befinde. Die Lungen der Voͤgel sind durch einen Raum unterschieden, und sie sind auch von den Membraunen, in welche die Lungen eingehuͤllt sind, durch eine Menge Luft abgesondert. Wenn es mit den vierfuͤßigen eben diese Beschaffenheit, hat, warum sieht man bei dieser Art von Thieren nicht auch ebenfalls einen aͤhnlichen Raume zwischen der Lunge, und der Ribbenhaut? Es mus ein aͤhnlicher Bau auch eine aͤhnliche Erscheinung zur Folge haben, so wie von einem unaͤhnlichen Baue, unaͤhnliche Erfolge erwartet werden muͤssen. §. 6. Die Lunge weicht von der Ribbenhaut zuruͤkke, so bald man die aͤussere Luft zulaͤst. Daß in einer verschlossnen Brust keine Luft sey, wird dadurch ferner bestaͤtigt, daß man die Erscheinun- gen in Betrachtung zieht, welche auf eine durchschnittne Ribbenhaut folgen. Man darf nur an einem, und eben demselben menschlichen Koͤrper, dessen Ribbenhaut mit der Lunge in eins weg gieng, und die Lunge bedekkte, mit ei- niger Sorgfalt in die Ribbenhaut einen Einschnitt machen, daß die Lunge nicht zugleich mit verlezzt werde. Sogleich und allmaͤlich, aber allezeit, ziehet sich die Lunge von der Ribbenhaut An einer menschlichen Leiche. Exp. 63. achtmal wiederholt. Exp. 106. Ferner SWAMMERD. S. 25. und i. frid. mekel. angef. Ort. , mit langsamen, aber fortwaͤhrenden Be- muͤhen, und zwar| mehr von der vordern Flaͤche der Rib- benhaut, weniger von den Seiten zuruͤkke Exp. 63. Vorwerts zu zwei Zoll. , und sie wird im- II. Abschn. Die Theile in der Brust. immer kleiner, zieht sich nach dem Ruͤkken zuruͤkke, und endlich bleibt sie mit ihrer kleiner gewordnen Groͤsse stille stehen. Man sieht zugleich zwischen der Lunge, und der Ribbenhaut, einen Raum entstehen Ebendas. , der immer groͤsser wird, und diese Membran, als eine, uͤber eine leere Hoͤhle gespannte Haut, weis, und durchsich- tig werden Ebendas. . Der |Versuch truͤgt niemals, als nur, wenn die Lunge an der Ribbenhaut angewachsen ist ang. Ort. S. 292. . Diesen Versuch haben viel alte, und neue Schriftsteller, unter andern aber Herrmann Boerhaave angef. Ort. , und B. Siegfried Albin, der billig das groͤste Ansehn verdient, und ohnlaͤngst Alexander Manroo angef. Ort. , und andre, so wie ich selbst, oft genung, und ohne ruͤkkstelligen Zweifel in Augenschein genommen. Wenn man einem lebendigen Thiere eben diese Wun- de beibringt, so faͤllt die Lunge ebenfalls zusammen VESAL. corp. human. fabr. L. VII. S. 823. swammer- dam. S. 36. nevkranz, de respirat. c. VI. fin. pitcarne. phænomen. I. sylvivs dissert. VII. n. 24. 30. brvnn. de pan- create. S. 43. dionis cours d’ Anat. S. 469 hoadl. Exp. 3. 6. und S. 16. hales, exp. 12. S. 77. barthol. de pulmon. S. 79. Die Pariser in der Anatom. der Schildkroͤte. Anc. Mem. T. III P. II. S. 194. idema Anmerkingen over een dryvende en zinkende longe. S. 18. Meine Exp. 64. vier- mal wiederholt, und Exp. 65. 66. 68. 69. 72. 76. 77. 78. 79. 88. 105. 107. 108. , sie liegt ohne Bewegung da GALEN. de motu thora- cis et pulmonis. a. picolhom. praelect. anat. S. 242. im Men- schen. lavrent. anat. L. IX. Quaest. 23 highmor. S. 184. f. sylvivs ang. Ort. S. 230. dvverney in obs. de mathem. des Iesuites envoyès au Siam. S. 34. barthol. de mot pulmon. S. 97. bohn. S. 78. 80. hoore. Phil. Trans. n. 28. FERREIN. thes. cit. Exp. nostr. 63. 70. 71. 105. , das Thier kann zugleich nicht recht mehr Atem holen, die Stimme wird schwach Exp. 69. 107. GALLEN. admin. anat L. VIII. c. 3. , sie hoͤrt endlich auf Exp. 64. 66. 75. VESAL. angef. Ort. , es erfolgt der Tod Vergl. BIRCH. Tom. II. S. 54. VERHEYEN. L. II. S. 167. , wenn man H. Phisiol. 3. B. O Das Atemholen. VIII. Buch. man beide Hoͤlen der Brust eroͤffnet hat. Doch es soll an einem andern Orte von diesem Tode geredet werden; wir fuͤgen nur noch zu, daß Brustwunden, die zu beiden Hoͤlen der Brust durchdringen, allerdings toͤdlich 4. Abschnitt. sind, wie solches die besten Wundaͤrzte bezeigen RHAZES ad alman- zor. ang. Ort. c. 13. la motte chirurg. compl. obs. 223. , und es ist genung, daß nach ihrer aller Uebereinstimmung, das Atemholen, von der in die Brust eindringenden Luft, sehr verlezzt wird, welches, so viel ich weis, keinen Wiederspruch gefunden. Doch ein Thier atmet auch schlecht, oder es verliert den Atem voͤllig HALES veget. statiks exp. 113. S. 251. , wenn die Wunde zu ist, und indessen in der Brust Luft bleibt. Eben diese Schwierigkeit findet auch statt, wenn man in die Brust Luft einblaͤst SWAMMERD. S. 36. senac. ess. S. 371. . Es erhellet aus diesen Versuchen, so oft aus der At- mosphaer Luft in die Brust dringt, daß sich davon die Lage der Lunge veraͤndern, und zwischen diesem Einge- weide, und der Ribbenhaut ein Raum entstehe. Wenn nun vorher, und im gesunden Menschen, in diesem Raume Luft enthalten gewesen, warum gewinnt die Sache eine andre Gestalt von der hinzu gelassnen Luft. Man wird vergeblich antworten, es waͤre vorher wenig Luft gewesen, und nun kaͤme viele Luft hinzu. Es ist naͤmlich gar zu bekannt, daß das kleinste Theilchen Luft, vermoͤge ihrer Federkraft, eben die Kraͤfte, als die ganze Atmosphaͤre mit ihrem Gewichte hat. Jn einem todten Koͤrper ist in der That kein Grund, warum die Luft in der Brust nicht eben die Dichtheit, als die Atmosphaͤrenluft haben sollte; und wofern diese nicht einerlei waͤre, so wuͤrde die Brustluft nachgeben, und sich in einen engern Raum zu- sam- 167. Die Pariser, angef. Ort. dv- vern. ang. Ort. Jm Menschen verfolgte, da kein Eingeweide verlezzt war, die Sprachlosigkeit, und der Tod. zod. med. gall. ann. II. S. 134. II. Abschn. Die Theile in der Brust. sammenziehen, in diesem Raume aber ihre voͤllige Kraft auf das Zusammendruͤkken der Lunge anwenden, und dieses Eingeweide wuͤrde nicht aufhoͤren mit der Ribben- haut in einem Stuͤkke fortzugehen. Eine Blase, in der doch wenig Luft ist, wird in einem kleineren Umfang zu- sammengedruͤkkt MVSSCHENBR. Inst. phys. n. 1373. u. f. , so lange, bis ihre Luft mit der At- mosphaͤr einerlei Grad der Dichtheit hat; alsdenn giebt sie nicht weiter nach, und sie traͤgt dieses ungeheure Gewicht ganz gleichguͤltig. Wenn zwischen der Lunge und der Ribbenhaut Luft zugelassen wird, so lagert sie sich wieder die Absicht der Natur in dieser Gegend, und sie traͤgt zum Atmungsge- schaͤfte so wenig bei, daß sie das Atemholen gar aufhebt, die Bewegung der Lunge zerstoͤrt, und endlich den Tod herbeizieht. Den Sazz umzukehren, so schadet zwischen der Lunge und der Ribbenhaut, die Luft dem Atemholen, aber es schadet nicht, wenn dieses Eingeweide an der Ribben- haut anhaͤngt, so daß keine Luft zwischen eindringen, noch die Lunge von der Ribbenhaut losgehen mag. Wir haben an einem andern Orte angemerkt, daß dieses Anwachsen in erwachsnen Menschen sehr oft vorkomme Vorhergeh. §. 2. . Jn einem Rhebokke Die Pariser, in der Zerlegung dieses Thieres. Anc. Mem. T. III. P. I. S. 104. , welches ein hurtiges Thier ist, war die ganze Lunge an die Ribbenhaut angewachsen, und der- gleichen Nachrichten sind bei glaubwuͤrdigen Maͤnnern nicht selten, welche an Missethaͤtern An einem Erhaͤngten, DE- THARD. anat. juc. et util. , und an- dern, vollkommen atmenden Personen PICCOLHOM. ang. Ort. diemerbr. S. 308. boyle de experim. quæ non succedunt. rarthol. vindic. anat. S. 84. bohn. de dyspnoea; offic. med. I. n. 13. BARTHOL. de respirat. diffic. S. 271. Der viel Geschichten davon beihringt. BRVNNER. in , die Ribben- haut uͤberall angewachsen gefunden. Und unter O 2 die- Das Atemholen. VIII. Buch. diesen Zeugen befindet sich so gar der Urheber der ge- genseitigen Meinung, Benjamen Hoadley S. 82. 83. 84. Denn er hat, wenigstens einige Zeit vor dem To- de, frei Atem geholt. DIONIS. angef. Ort. S. 455. . Und daß dieses Zusammenhaͤngen keinen Schaden verur- sache, haben bereits die beruͤhmtesten Aerzte gestanden Art de faire des rapports. S. 396. BOHN. angef. Ort. che- seld. angef. Ort. S. 177. . Wenn nun die Lunge, ohne daß das Atemholen darunter litte, unbeweglich ist, und sich in der Brust keine Luft befindet, so scheint diese Luft, und die Bewegung der Lunge in dieser Luft, zum Atemholen nicht noͤthig zu seyn. §. 7. Aus der Brust der Vierfuͤßigen gehen keine Blasen ins Wasser uͤber. Jch habe die wiedrigen Erfolge gemeldet; ich habe aber auch gezeigt, daß diese Erfolge, entweder von der Luft herruͤhren, welche sich an die Haare eines Thieres anhaͤngt Exp. 95. 96. , und von diesen Haaren und dem Wasser heraus gestossen wird, welches sich auch in den Musschen- broekschen Versuchen, wenn die Luft entzogen worden, so darstellt Diss. de aëre. S. 20. 21. : oder daß dieses von der Erhebnng eines untergetauchten Thieres im Wasser abhaͤnge Exp. 91. 96. 111. 112. , oder auf ein zerrissnes Mittelfell Exp. 100. 102. 103. 115. , auf die gewaltsam auf- gebrochne Brust, auf eine verlezzte Lunge Exp. 98. 99. , gedeutet werden muͤsse; und vielleicht ist dieses die Ursache gewe- sen, in diss. de corde occulto. stahl. de phthisi. S. 20. ortlob. occon. S. 74. lvth. de anomal. viscer. Eph. nat. curios. Vol. VII. obs. 13. RAVLIN. Observ. de medecine. S. 3 8. Ess. of Edimb. T. II. S. 298. parmenio. S. 92. ad Cas. XI. loeseke. obs. anat. med. S. 5. Der vortr. C. IAC. TREW Hauptwunde, der dieses oͤfters gese- hen. Der vortrefl. von Haen, ang. Ort. S. 134. 135. und am Pferde. BOVRGELAT. hippiatr. T. II. P. II. S. 487. II. Abschn. Die Theile in der Brust. sen, warum unser, vormals beruͤhmte Gegner Physiol. S. 128. , die Thiere in waͤhrendem Einatmen erwuͤrgen lies, bevor er den Versuch damit anstellte. Denn auf diese Weise treibt die ganz erfuͤllte Lunge, welche sich gegen die Ribbenhaut bauchig woͤlbt, diese Membran gegen die Haut auf, daß sie sich vor die Wunde legt. So oft man aber Sorg- falt anwendet, daß sich ein dergleichen Fehler nicht mit einschleichen kann, so dringt gewis, weder aus einem tod- ten Exp. sur la respirat. n. 91. 92. 93 94. 95. 97. 98. 101. 104. 109. 110. 111. 112. 113. 114. 115. , noch lebendigen Thiere Exp. 80. 81. , auch nach der vor- angegangnen Erwuͤrgung, nicht eine einzige Luftblase Exp. 95. 96. 97. 98. 99. 105. 109. 111. 114. , ob ich gleich eine Menge Versuche angestellt habe, welches auch der beruͤhmte Brunnius Exp. 110. , Felix De motu peristaltico. Exp. XI. , Sproe- gel De venenor. vi. S. 35. , Marcus Anton Caldan Am Pferde Racolta. S. 314. , und Floy- er Physicians Pulsewatch. S. 399. erfahren haben. Auch Franz Boißier, ob er gleich der Gegenmeiuung zugethan war, gesteht dennoch, daß er aus der Brust eines Hundes keine einzige Blase kommen gesehen Beim ber. BLASCHE, einem Schwiegersohne der Ham- bergers, in dem Leben dieses be- ruhmten Mannes. S. 291. , und es kann unser Gedanke, und das Gestaͤndnis dieses Mannes, durch den Zusazz, daß auch durch der durchborten Lunge, dennoch keine Blase gekommen, nicht entkraͤftet werden. Denn man mus hierbei den Handgriff selbst des Fehlers beschuldigen. Wenn man ferner bei den gegenseitigen Erfolgen fra- gen wollte, welchem man denn mehr trauen muͤsse, so wuͤrde ich mich auf keine groͤssere Menge von Versuchen berufen, noch auf eine groͤssere Uebung in den ana- tomischen Arbeiten; sondern es ist schon hinlaͤnglich, zu uͤberlegen, was vor Ursachen Blasen hervorbringen, wenn O 3 in Das Atemholen. VIII. Buch. in der Brust Luft ist, oder was vor welche betruͤgerische Blasen machen, wofern in der That zwischen der Ribben- haut, und der Lunge, eine der Atmosphaͤre aͤhnliche Luft, angetroffen wird. Daß Luft herumliege, welche in die Brust eindringt, und die Lunge von der Ribbenhaut zuruͤkktreibt, daran ist nicht zu zweifeln. Denn daß sie mit Heftigkeit ein- dringe, wissen auch die Wundaͤrzte, als welche das Mes- ser mit dem Finger verfolgen, damit die Luft nicht zu- gleich mit hinein fahren moͤge BARTHOL. vindic. S. 84. de pulmon. S. 80. . Nun haben wir also gezeigt, wie leicht sich ein Feh- ler einschleiche, und Blasen mache, und man findet die- ser ihren Ursprung in dem fehlerhaften Handgriffe. Wenn aber in der That wirklich Luft in der Brust ist, und man die Ribbenhaut unter dem Wasser zerreist, so laͤst sich kein Vorwand ersinnen, der da mache, daß keine Blasen ent- stuͤnden. Wenn man sagt, es sey sehr wenig Luft, so wird auch diese, wiewohl weniger Blasen machen. Wenn man die Lungenhaͤute der Voͤgel zerreist Exp. 89. 90. , so ist ein ganz wenig Luft darinnen, und doch wird sie im Was- ser ebenfalls Blasen hervor bringen. Ein beruͤhmter Mann von der Gegenparthei, gab sich alle Muͤhe, die Sache des Hambergers nicht fallen zu lassen. Er stekkte eine glaͤsserne Roͤhre, in eine groͤssere Roͤhre, so daß sich zwischen beiden Roͤhren uͤberhaupt sehr wenig Luft befand. Hierauf eroͤfnete er die aͤussere Roͤhre mittelst eines besondern Handgriffes. Und es stiegen nichts desto weniger Blasen herauf; denn es kann sich ein so leichtes Element, in dem tausendmal schwererem Wasser nicht verbergen. Man II. Abschn. Die Theile in der Brust. §. 8. Man beantwortet die Einwuͤrfe. Es scheint durch die ebengedachte Versuche das Be- ruͤhren der Lunge, und der Ribbenhaut, dergestalt bestaͤ- tigt zu werden, daß keine Gegenmeinung dabei bestehen mag. Man mus aber doch noch auf dasjenige antworten, was wir aus den Schriften unsrer beruͤhmten Gegner, wieder uns selbst, angefuͤhrt haben Vorhergeh. §. 4. . Wir haben an ihrem Orte die Loͤchergen, welche den Dunst aus der Lunge lassen, und ihn aus der Hoͤhe der Brust wieder auffangen Vorhergeh. §. 2. , bestaͤtigt. Allein darum stehen diese Pori der Luft zu Dienste, und sie lassen dieses Element nicht aus der Lunge entwischen. Es haben naͤmlich Zerleger vor groͤssrer Erfahrung in der That gesehen, daß die Huͤlle der Lunge keine eingeblasene Luft durchgehen lasse, und unter diesen ist Pecquet Dissert. anat. S. 81. der vornehmste, dem andre beruͤhmte Maͤnner highmor. S. 171 gvalth. needham. de sorm. fet. c. VI. S. 161. T. BARTHOL. de pulmon. S. 64. malpigh. Epi- stol. I. de pulmon. NEVKR. c. 8. n. 10. BERGER. de natur. hum. S. 33. NVCK. Am Pfer- de, Hunde, an der Kazze, Hasen, beim BIRCH. T. II. S. 162. Daß die Lunge, wenn sie aufgeblasen wird, die Luft in sich behalte, be- zeugen DIEMERBR. S. 306. BALDVS de pleurit. sede S. 20. RVYSCH. Mus. S. 133. mal- pigh. ang. Ort. SPARAGLI vindic. ment. et oculor. S. XXXIV. needh. ang. Ort. verheyen. S. 195. 200. MVSSCHENBR. angef. Dissert. S. 28. HELVET. angef. Ort. 1718. S. 26. welcher zu- fuͤgt, daß sie getrokknet, einer Kaͤl- bermilz aͤhnlich sei. Endlich gesteht Wepfer, wenn man die Lunge ge- schwinde trokkne, so bleibe die Luft darinnen, de cicut. aquat. S. 252. Sie kann am Frosche getrokknet werden. COWPER. Phil. Trans. n. 185. es hat sie der ber. Kuͤhn- baum getrokknet. S. 12. Ferner am Pferde BOVRGELAT. ang. Ort. S. 555. und SNAPE. ehe S. 95. auch innerhalb etlichen Tagen. darinnen gefolgt sind. Selbst an dem Kaninchen, einem zarten Thiere, sahe der vortrefliche Peter von Musschen- O 4 broek Das Atemholen. VIII. Buch. broek Bei dem HELVETIO in Eclaircissemens. S. 9. Ferner i. g. a bergen, in einer beson- dern Rede. kvehnbavm. de respirat. S. 15. Wolfs Versuche T. III. n. 101. , daß aus einer aufgeblasenen, und sehr ausge- dehnten Lunge, keine Lnft entwischte, ob er gleich das Gewichte der aͤussern Luft wegschafte. Doch es ist auch kein Wasser, als man es in einem Luftleeren Raume, mit aller Kraft des Falles hineintrieb, durch diese Mem- bran gelaufen PETIT. Mem. de l’ Acad. 1733. S. 14. . An lebendigen Thieren, denen man die Luftroͤhre aufblaͤst, dringt die Luft keinesweges in die hole Brust BOON. de respirat. S. 16. . Jch habe ferner die Luft, welche ich in die Lunge getrieben, unter dem Wasser nicht hervor- dringen gesehen, und es zeiget dieser Versuch, daß sich an der aͤussern Membran der Lunge nicht die geringste Durchgaͤnge befinden muͤssen. Wenn man die Luft gewaltsamer hineintrebt, so erhebt sie freilich die Dekke der Lunge, so daß unter ihr breite Blaͤschen zum Vorschein kommen Dergleichen Blaͤschen nach dem Tode, vom gehmderten Atem- holen, sind bei einem Menschen ge- funden worden, BARRERE. obs. anat. S. 119. u. f. . Jch vernehme auch, daß der beruͤhmte Roͤderer Goͤtting. gelehrte Anzeigen. 1756. S. 1377. 1378. Vorlaͤngst sa- he dergleichen RIDLEY. S. 203. 204. helvet. Mem. de l’ Acad. des scienc. 1718. S. 21. in dem Baͤren, einem grossen Thiere, diesen Versuch wiederholt habe. Doch es bleibet auch im Frosche, der ein so kleines Thier- chen ist, die nach Willkuͤr aufgeblasene Luft in der Lunge zuruͤkke, und es findet dieses so zarte Element, in der Membran dieses Eingeweides keine Loͤchergen zu entwi- schen COITER. observ. anat. S. 125. u. f. COWPER. Philos. Transact. n. 285. (Auch an einer Wassereidechse.) roesel Ge- schichte der Froͤsche. S. 25. mor- gagn. Advers. V. n. 29. de bre- mond mem. de l’Acad. 1739. S. 477. malpigh. epist. de pulmon. II. Wenn bisweilen die gebundne Lunge dennoch im Trokknen zusammenfaͤllt, so koͤnnen dazu viele Ursachen, ausser- II. Abschn. Die Theile in der Brust. ausser den unsichtbaren Loͤcherchen an der aͤussersten Mem- bran, an diesem Durchgange Schuld seyn. Es kann der Faden die Luftroͤhre zu scharf zuschnuͤren. Es kann die Lunge einzig und allein so zusammen fallen, wie sol- ches die mehresten Theile eines thierischen Koͤrpers thun, und es sinkt das Auge, welches doch nicht bestimmt ist, die Luft in sich zu behalten, im Trokknen zusammen. Es verraucht naͤmlich nach und nach die innere Feuchtigkeit; dieser ihre Stelle nimmt die Luft, die die Luftroͤhrenaͤste der Lunge erfuͤllt, ein, da sie sich aber in einen groͤssern Raum ausdehnt, so giebt sie der Atmosphaͤr nach, und so uͤberlaͤst sie die Lunge, ihrer natuͤrlichen Verkuͤrzungs- kraft der Fasern. Und wenn die Lunge unter dem Was- ser, in des beruͤhmten Desaguliers Versuche, die Luft von sich gegeben; so hat sich ehe eine verstekkte Verlezzung mit eingeschlichen, als daß ein Grund vorhanden gewe- sen waͤre, warum in meinem Versuche keine Luft ins Was- ser uͤbergegangen, wofern es wirklich in der Lunge Loͤcher giebt. 2. Wenn in Brustwunden, zwischen diesem Einge- weide, und der Ribbenhaut, ein noch so schwaches Eisen eingedrungen, und keinen von beiden Theilen verlezzt hat, so hat hier die Lunge vor dem Unterleibe nichts voraus, von dem man weis, daß es angefuͤllt sey, und wie alle gestehen, keine Luft habe, die die Eingeweide umgeben sollte. Es ist mit einem eisernen Rriffel die Holader durch- bort worden, so daß die Gedaͤrme, und Eingeweide un- versehrt geblieben HILDAN. in den Noten. M. S. in bibl. bern. serv. ad I. Vom Nuzzen der Anat. . Eine Wunde, die von einem in den Unterleib gestochnen Saͤbel VANDERM. Journal de Medec. T. I. P. V. Eme Bauchwun- de, , in den holen Bauch eindrang, beschaͤdigte dennoch keines von den Eingeweiden. O 5 3. Es II. S. 141. Memoir. sur le mouve- ment du sang. Exp. 86 Auch die Schildkroͤte befizzt dieses Vermoͤgen, wie Borell bezeigt. angef. Ort. Propos. 95. und das Kamaͤleon bei den Paris. Das Atemholen. VIII. Buch 3. Es ist nichts seltnes, daß aus einer verwundeten Brust, Luft, oder die Karpei herausgedrungen, und es nimmt mich gar nicht wunder, daß im naͤchsten Ausat- men die Luft mit solcher Gewalt herausgefahren, daß sie Queksilber neun Zoll hoch getrieben HALES vegetabl. stat. exp. 13. S. 251. . Denn es dringt, in die Brust eines Thieres, weil solche warm ist, die dichtere, und kaͤltere Atmosphaͤr eben so ein, wie es die Winde zu thun pflegen, welche auf denjenigen Theil der Luft einen Einfall thun, den die Sonnenhizze verduͤnnt hat: und eben diese Luft wird kurz darauf im Ausatmen ausgestossen SHEB BEARE. S. 155. Vergl. Comment. boerh. T. V. P. II. S. 25. . 4. Bei dem Versuche des Hales, scheint sich die Ur- sache zu aͤndern. Es ist naͤmlich gar zu bekannt, daßdie Luft in unsren koͤrperlichen Fluͤßigkeiten, welche sonst darinnen bestaͤndig ( Fixus ) gemacht ist, und keine elastische Kraft aͤussert, wenn man den Drukk der Luft aufhebt, wunder- bahr ausgedehnt werde BORELLVS. L. II. prop. 20. bohn. S. 86. u. s. f. : und daß daher auch oft, ohne einige andre Zerreissung, die Gefaͤsse zerreissen, und diese Lunge mit Gebluͤte angefuͤllt werde. Eben das eraͤugnete sich auch in dem Versuche unsers beruͤhmten Amtsgehuͤlfen, da sich die innere Luft, indem man die geoͤffnete Brust, in einen Luftleeren Raum hinablies, ausbreitete. Allein dieser beruͤhmte Mann thut Unrecht, wenn er sagt, daß die Lunge, welche in einer unbeschaͤdigter Brust, unter die Luftpumpe gebracht wird, weis, und zusammenge- druͤkkt sey; denn man findet an einem unter der Glokke getoͤdteten Thiere, die Lunge mit Blut unterlaufen, und voller Blut, welches sich in die Zellen ergossen hat Exp. nostr. 142. und 143. . Es ist auch hier nichts daran gelegen, ob sich um die Lunge Luft de, die durch beide Seiten eindrang, ohne Zufaͤlle zu machen, und ohne ein einziges Eingeweide zu beschaͤ- digen, mveller. biga observ. S. 27. II. Abschn. Die Theile in der Brust. Luft befinde, und ob die Lunge in der That die Ribben- haut beruͤhre. Denn es ist der Erfolg in einem Vogel, der doch in der Brust Luft hat Exp. 143. , mit einem Vierfuͤßi- gen einerlei gewesen, welches keine in der Brust hat Exp. 142. . 5. Es hat mit einem andern Versuche, den der vor- trefliche Mann angestellt, eben diese Bewandnis. Denn es breitete sich die Luft, in eines verstuͤmmelten Huͤndchen Lunge, als man die aͤussere Luft wegraͤumte, aus, und sie trieb das Zwerchfell nieder: dieses sezzte sich, als man der Atmosphaͤr von neuem den Zutritt verstattete, und das Gleichgewicht wieder hergestellt wurde, in diejenige Lage, die erfordert wird, sie gehoͤrig zu erfuͤllen, wenn sie den Drukk einer sich aͤhnlichen Luft empfindet Auf eben solche Art hat auch der im Umgange angenehme FOR- TVNAT. DE FELICE geant- wortet, in Comm. ad ioh. ab- bvtmnot Werkchen, von der Luft. . 6. Jn dem fuͤnften Versuche des Wolfer Senquerd findet eben diese Ursache statt. Es schwillt allerdings die Lunge, das Geschlinge, oder jedes Gefaͤsse, welches der ausdehnenden Luft nachzugeben vermag, auf, wenn die umgebende Luft weggenomen wird, und man folglich die Ausdehnungskraft, der inwendig enthaltnen Luft, frei macht; und es wird sich eben dieses Gefaͤsse wechselweise zusammenziehen, wenn man wieder Luft zulaͤst, und das, zwischen der im Gefaͤsse eingeschloßnen Luft, und dem Drukke der aͤussern Luft proportionirliche Gleichgewicht erneuret. Kehrt man den Versuch um, und man laͤst die Lunge, oder Blase, in ein Gefaͤsse voller Luft, so daß man durch ein Roͤhrchen die darinnen enthaltne Luft her- auszieht, so faͤllt die Lunge, oder Blase zusammen, weil die inwendige Luft geschwaͤcht ist, und dem Drukke der das Gefaͤsse umgebenden Luft, nicht Wiederstand zu thun vermag. Jn dem andern Versuche gieng die Luft offen- bar aus der Luftroͤhre, und aus der Lunge in den Raum zwischen der Glokke, und der Flasche, und ferner aus die- Das Atemholen. VIII. Buch. diesem Raume, in das leere cilindrische Behaͤltnis, bis endlich die von Luft ausgeleerte Lunge, zusammenfiel. 7. Es ist auch nicht viel anders mit dem, wiewohl kuͤnstlicherem Versuche bewandt, den wir aus der Schrift des beruͤhmten Benjamin Hoadley angefuͤhret haden. Jndem naͤmlich der beruͤhmte Mann, die Luft in der Buͤchse, die um die darinnen eingeschlossne Blase gieng, durch den untern hinabgezognen Sakk schwaͤchte, so wird die, in der That weniger gedruͤkkte Blase, welche die Lun- ge nachamt, erweitert, sie mag nun von der aͤussern ein- dringenden Luft, oder von der elastischen Kraft der innern ausgedehnt werden. Es wird auch diese Blase ebenfalls zusammen gezogen, wenn sich eine Luft von einerlei Dicht- heit um sie herumlagert. 8. und 9. Wir haben auf diese Versuche geantwortet, da wir mit vielen Versuchen gezeigt, daß keine Luft, oder Raum zwischen der Lunge, und Ribbenhaut statt habe n. 4. : und da wir geleugnet, daß aus der Brust, die unter dem Wasser geoͤffnet, nach dem Zeugnisse der Sache selbst, Blasen aufsteigen n. 5. . 10. Jch unterlasse, vom Mitelfelle, welches in dem Versuche des beruͤhmten Hambergers, in Gestalt einer Blase aufschwoll, und hervordrang, die Sache zu wie- derholen, und man darf von einem einzigen Versuche Diss. n. 10. Progr. S. 5. 6. Man hat auch diesen Versuch, in den neuern Gruͤnden, fuͤr meine Gegner, nicht wiederholt. , den ich nicht selbst gesehen, nicht voͤllig entscheidend urthei- len. Er hat das vielen Vierfuͤßigen so gemeine Mittel- fell Vergl. unsre Exper. 68. 69. 72. 73. 74. 75. 76. 77. 78. 79. 83. Von diesem Mittelfelle haben wir bereits, im obern de respirat. P. I. 177. gehandelt. Daß es dem Men- schen mangle, hat vorlaͤngst fal- lop. instit. anat. S. 35. angemerkt. , von dem die Alten reden Ein fuͤnfter Lungenlappen, an der rechten Seite liegend, von dem Hippokr. Autor πεϱι ανα- τωμης, und rvevs appellat. L. II. S. 57. 58. Aus der Stelle des , und welches der Mensch II. Abschn. Die Theile in der Brust. Mensch nicht hat, welches als ein besondrer Lappen der rechten Lunge, unter der Holader liegt, und diese traͤgt, sehen koͤnnen. Denn dieses war, als man die rechte Hoͤhle der Brust eroͤffnete, selbst voller Luft; es gehoͤrte dieses aber zu eben der, und nicht zur andern linken Brust- hoͤle, und es konnte folglich auch nicht dienen, um die Luft dieser linken Hoͤle zu erweisen. Es ist auch moͤglich gewesen, daß das wahre Mittelfel, das die Vierfuͤßigen mit dem Menschen gemein haben, von den neugierigen Fingern der Zuschauer Exp. 68. 69. 84. Vergl. 100. 102. 113. 115. , indem man die rechte Brust eroͤffnete, zerrissen worden. Es ist mir bei meinen Ver- suchen dieses oͤfters begegnet, man hat aber den Fehler bald entdekkt, wenn ich durch die andre Hoͤle, welche ich noch nicht beruͤhrt hatte, unb die folglich ganz seyn muste, Luft einblies. Denn es fuhr diese durch das Loch des zer- rissnen Mittelfells hindurch, und sie zeigte mir bald die Schleichwege Exp. 65. 66. 84. . Jch uͤbergehe, was man ferner wieder die Theorie unsrer Gegner vorbringen koͤnnte, z. E. des beruͤhmten Felix Ueber den Arb uthnot. S. 188. u. f. Anmerkung, welcher sagt, daß dergleichen in die Brust angenommene Luft, mit ihrer Federkraft, die aus der Atmosphaer in die Lunge niederfahrende Luft, auf- halten, und da solche mit der Lungenluft von einerlei Dichtheit seyn wuͤrde, ganz mit gleich grosser Kraft zu- ruͤkke stossen muͤste. Uebrigens halte ich nicht davor, daß jemand, der von Hipothesen uneingenommen, und von der einmal oͤffentlich erklaͤrten Meinung, nicht ein Sklafe ist, hieruͤber noch bei sich Zweifel spuͤhren werde. So sind von den neusten Schriftstellern unsrer Meinung, die ich ehrenthalber nennen mus, J. Friedrich Schreiber Almagest. S. 313. u. f. , Christian Gottlieb Ludwig Physiolog. n. 439. , ferner der sonst bei man- des Oribasius. S. 78. ist in der That derjenige Lappen, der allein unter der Holader liegt. Das Atemholen. VIII. Buch. manchen Gelegenheiten uns zuwieder schreibende scharssin- nige Robert Whytt Essay on vital. motions. S. 150. , der ungenannte Verfasser der Elementorum Physiologiæ S. 284. 285. , und andre beruͤhmte Maͤn- ner mehr SHEBBEARE S. 218. 219. u. f. ber. larber ad pal- fin anat. chir. T. III. f. de fe- lice. u. f. , §. 9. Die Lunge, uͤberhaupt betrachtet. Wir wollen nun untersuchen, was die Ribbenhaut in sich halte. Von dem Herzen, und Herzbeutel ist bereits das noͤthige gedacht worden L. IV. . Die Lunge ist es, welche besonders den rechten, und linken Sakk der Ribbenhaut einnimmt. Billig, und nach der Natur waͤre der rechte Name, Lungen πνευμων, und ebenfalls πλευμων svidas. Tom. III. S. 135. , in der Vielheit feste zu sezzen, und es geschicht nicht mit besserm Grunde, als wenn man Niere, statt Nieren sa- gen wollte. Es sind uͤberhapt zwei aͤhnliche Eingeweide, darunter dennoch das rechte bestaͤndig groͤsser ist WINSLOW. u. f. Um ein Zwoͤlftheil geraͤumiger, sav- vages physiolog. S. 100. , und ebenfalls groͤssere Gefaͤsse hat Vergl. n. 9. . Denn ob gleich das Zwerchfell, an der rechten Seite, von der Leber etwas hoͤher hinauf getrieben wird Buch 8. Abschn. I. §. 32. , und folglich die rechte Brusthoͤle um etwas kuͤrzer ist, so ist doch die Breite dieser Hoͤhle groͤsser, da das Mittelfell die Brust schief, und ungleich abtheilt L. IV. (r) VE- , und fuͤr die rechte Hoͤle einen groͤssern Raum uͤbrig laͤst. Die rechte Lunge ist, wie wir von den Saͤkken der Ribbenhaut gesagt haben, der linken vorwerts am naͤchsten, hinterwerts aber durch einen Zwi- schenraum unterschieden VESAL. S. 724. Daß sie bis zur vierten Ribbe am Mittel- felle haͤnge, und von da bis zum aͤussersten Ende der 5, 6 und 7. Rib- be auseinander streiche, gvnz de puris derivat. S. 7. . Diese II. Abschn. Die Theile in der Brust. Diese beide Eingeweide haben eben die Gestalt, als die Ribbenhaut Es hat Vesal Recht, wenn er sagt, die Lunge habe eine Figur, wie es andre Theile verstatten, von denen die Lunge umgeben wird. S. 723. , und diese fuͤllen sie auch schon fuͤr sich ganz allein aus. Jeder hat die Figur von einem, aber sehr unfoͤrmlichen Kegel. Das obere Ende spizzt sich in einen stumpfen Kegel EVSTACH. T. 15. uͤber- all, und f. 5. , und es erhebt sich ein wenig uͤber die erste Ribbe Wie die Ribbenhaut. L. IV. bei der Vereinigung der Schluͤssel- blutader mit der Holader. herauf- Die untere Flaͤ- che ist hol FVSTACH. angef. Ort. vesal. f. 12 G. H. S. 724. , schraͤge durchschnitten, vorne kuͤrzer VESAL. S. 724. , hinten laͤnger, und sie macht mit der obern Lungenwoͤlbung einen scharfen Rand. Fast in der Mitte, ist vorne her ein, wiewohl kleiner Theil der Lunge, fast flach, und von da macht sich die andre Seitenflaͤche, unter einem stum- pfen Winkel, ebenfalls beinahe flach, und sie ist nur uͤberhaupt maͤßig gewoͤlbt Jn beiden Figuren unsrer Tafel. , auf die Art, wie die hole Flaͤche der Ribben auf allen Stellen ist; die hintere Laͤn- ge ist sehr gewoͤlbt, damit sie sich in die von der ersten Ribbe, und dem mehr ausgeschnizzten Theile der Ribben, gemachte Hoͤlungen S. 6. bepuemen moͤgen. Wo sich die rechte Lunge der linken zukehrt, da sind beide Lungen vorne her flach Ebendas. f. 2. , hierauf hol VES. L. VI. f. 6. 12. S. 724. , und es ist die linke Lunge, um das Herz zwischen sich zu mehemen, dergestalt ausgeschnitten EVSTACH. Tom. 15. f. 1. T. IX. winslow. n. 97. ga- rengect. Splanchnol. T. II. tab. 16. f. 3. Auf die Herzspizze, die diese Lunge zusammendruͤkke, schiebt es cheselden L. III. c. 6. weil die Entzuͤndung der linken Lunge oͤf- terer vorkommt. Blos an der lin- ken Seite sezzen die Kopenhager den Sizz der Lungenentzuͤndung, iensen Mercur. Danois. 1758. Mart. Jn der linken Seite waͤchst auch die Lunge mehr an, d. sino p . S. 26. , daß sie einen Theil dieses Eingewei- des Das Atemholen. VIII. Buch. des blos liegen laͤst EVSTACH. angef. Ort. verdier abregé d’ Anat. T. II. S. 229. . Der rechte Lappen reicht bis zum Ende des rechten Herzohres, das uͤbrige Herz wird vom linken bedekkt. Es ist die ganze Lunge frei, wenn man nicht die Ge- faͤsse vor Baͤnder halten, oder die Falte der Ribbenhaut, welche sich von unten her der Lunge naͤhert, davor ansehen will Buch 4. VERD. ang. Ort. , und diese habe ich an einem andern Orte be- schrieben. Diejenigen Baͤnder, welche oft vorkommen, und die Lunge an die Ribbenhaut anheften, sind allezeit Fehler Vorherg. §. 2. . Eine jede Lunge besteht aus etlichen Lappen, die die Natur schraͤge und tief eingeschnitten hat Unsere Kupfertafeln. thor. post. n. 2. SPIGEL. L. IX. T. I. , und diese Lappen werden von der aͤussersten Lungenmembran, und einem losen Zellgewebe zusammengehalten. Die linke Lunge hat zween, und deutlicher abgetheilte Lappen EVSTACH. Jn allen Fi- guren. dreling. prael. S. 180. . Die rechte hat zween, und einen kleinen Mittellappen EVSTACH Allent alben, N. MASSA. S. 58. VESAL icon. f. 4. nnd S. 724. Ferner rvysch. Thes. II. ass. 5. n. 10. Thes. VI. n. 92. Thes. IX. n. 70. Thes. X. n. 42. WINSL. n. 96. Daß es oft so sei, riolanvs. S. 224. Unrecht zween, VESAL. S. 724. und in allen Kupfern. L. VI. f. 2. 3 5. 13. und valverdvs. S. 128. colvmbvs. S. 222. Un- recht ist, daß es selten so sei. C. BARTHOL. anat. S. 415. oder DIEMERBR. S. 308. Fer- ner LOESEL de pulmon. oder daß er nur in langen Personen statt finde, wie PAREVS anat. L. III. c. 9. oder monstros sei, wie hof- mann. in apol. pro Gal. S. 133. ; wiewohl ich auch bisweilen an der linken Seite drei Lap- pen gesehen habe An jeder Seite dreilappige Lungen, barth. Cent I. hist. 14. Drei Lappen der Lunge an jeder Seite, smetivs miscellan. L. X. S. 545. salzmann. observ. 40. So ist es in dem angefuͤhrten Ku- pfer des Spigelius. Sieben Lap- pen im Menschen, JASOLIN. de aqu. pericard. Funf, oder sechs wahre Lappen, hist. de l’ Acad. 171. S. 31. . Der untere Lappen ist laͤnger VESAL. S. 724. . Die mehresten Thiere haben noch mehr Lappen, und es begiebt sich, besonders aus der rechten Lunge unten ein Anhaͤngsel hinter der Holader heraus VESAL. S. 723. 724. Die- . Jn den fleisch- fraͤßi- II. Abschn. Die Theile in der Brust. fraͤßigen Thieren finde ich die Lunge gemeiniglich sieben- lappig, als im Hunde PEYER. obs. 12. 25. , Fuchsen PEYER. obs. 20. , der Kazze Ebendas. Obs. 17. , dem Luchsen Die Pariser. , Tiger Die Pariser. , Loͤwen Die Pariser. Acht nennt BORRICHIVS sapient. herm. S. 249. , dem Zibetthiere Die Pariser. Sechs, doch den linken obern zu eifach getheilt. BLASIVS miscell. S. 267. anat. anim. S. 75. , dem Wiesel PEYER. S. 62 . Acht Lappen hat der Kazzenparder Die Pariser. . Unter den Gras essenden Thieren, sind die Lungen sieben- lappig, am Ochsen COLLINS. S. 803. Die Pariser, an einer Kuh, aus der Barbarei. , Schafe BVFFON. T. V. S. 34. , der Ziege BVFFON. Tom. V. S. 81. , Hirschen Die Pariser. , Elendthiere Die Pariser. , an dem Schweine Baby- roussa BARTHOL. Cent. II. hist. 96. , Hasen Ebenders. ebendas. hist. 86. Den untersten laͤst Buffon weg. T. VI. S. 277. , Coati Mondi Die Pariser. , sechs hat der Rehbokk Die Pariser, wofern sich nicht der siebende verstekkt gehabt. , Biber Die Pariser, und Memoir. 1704. S. 59. , und das Eichhoͤrnchen BVFFON. T. VII. S. 263. . Zehn der Jgel Die Pariser. Vierzehen, BLASIVS anat. 78. ; einen Lappen an jeder Seite der Ele- fant Die Pariser. , das Trampelthier Ebendieselben. , Pferd De BVFFON. Tom. IV. S. 317. Doch daß von der linken ein Lappen dem rechten entgegen lief. Einfach macht sie BOVR- GEL. T. II. P. II. S. 182. , der Stoͤr BARTH. Cent. II. hist. 25. tyson. von diesem Fische. , Meerkalb Die Pariser, wo es nicht fleischfraͤßig ist. , zween das Manis K. Swenska wetensk acad. bandlingar. T. X. . Unter den Thieren, die alles durcheinander essen, hat der Baer Die Pariser. , das Schwein BVFFON. T. V. S. 142. , der Affe TYSON. , die Haus- ratte, Diesen Lappen hat Galen de uti- lit. part. L. VII. c. 2. und ORI- BASIVS S. 78. unrecht dem Men- schen zugeschrieben, wofern sie von diesem, und nicht von dem Thier- lappen zu verstehen sind. H. Phisiol. 3. B. P Das Atemholen. VIII. Buch. ratte BVFFON. T. VII. S. 289. , fuͤnf Lappen. Eine andre Art von Affen Die Pariser. Sechs BLA- SIVS anat. S. 109, aber falsch, wie ich meine. , der hat sieben, der Dachs sechs ARNAVLD. und SA- LERNE hist. des anim. Tom. V P. III. S. 245. bvffon. T. VII. S. 117. , ferner die Wasser- ratte BVFFON. Ebendas. S. 155 , und Jltis BVFFON. Ebend. S. 172. . Die Vierfuͤßigen eierlegenden haben zwei einfache Lun- gen, als die Schildkroͤten BLAS. anat. anim. S. 119. , Eidechse COITER. S. 126. SEBA. T. 110. f. 2. 3. Die Pariser, an Tokaye, und nach meinen Beob- achtungen. , der Frosch, Krokodil Die Pariser. , Natter charas de la vipere. S. 40. T. II. C. C. VESTING. beim SEVER. in vipera pythia. S. 238. . Die Voͤgel haben nur eine auf beiden Seiten, mit gezakktem Rande. Die Fische von kaltem Blute, besizzen ganz und gar keine Lunge, so wenig, als die Wuͤrmer Die Schnekke hat keine Lun- ge. lister. S. 36. 37. , oder Jnsek- ten. Denn diesen sind die Fischohren zu Huͤlfe gege- ben worden, und Jnsekten haben, zu ihrer Schadloshal- tung, Roͤhrchen bekommen, die den Fischohren aͤhnlich sind. §. 10. Die aͤusserste Bekleidung der Lunge. Die Ribbenhaut selbst ist es, welche die Schalen des Mittelfells macht, und wenn diese da, wo die Lungen- gefaͤsse in die Lunge treten, angewachsen ist, so breitet sie sich uͤber dieses ganze Eingeweide dergestalt aus BOVDOV ad PALF. S. 178. Vergl. 4. Buch. , daß ihre aͤussere Flaͤche, d. i. die gegen die hole Brust zuge- kehrt ist, eben dieselbe ist, welche in der Riebbenhaut inwendig liegt, von aussen aber hat sie ein Zellgewebe, womit II. Abschn. Die Theile in der Brust. womit sie um die Ribbenhaut gezogen, und nunmehr in der Lunge die innre Flaͤche ist, die gegen dieses Eingewei- de gewandt ist. Jn diesen Faͤcherchen sammelt sich bis- weilen ein heller Saft BECKET. observ. 25. . Diese Membran ist im Men- schen so zart, daß man sie auf eine zu kuͤnstliche Weise in zwei Blaͤtter theilen wuͤrde, und sie ist nicht so feste, als die Ribbenhaut, von der sie doch ihren Ursprung her hat HELVET. Memoir. de l’ Acad. 1718. S. 21. vesal. S. 711. : dagegen ist sie in grossen Thieren fester. Sie hat ihre eigne Gefaͤsse, welche von den kleinen Brust- staͤmmchen, den Gefaͤssen des Mittelfells, der Brustdruͤse, unter Begleitung des Zwerchfellsnerven, von den Gefaͤssen der Luftroͤhrenaesten COWPER. ad BIDL. T. 4. s. 3. , des Schlundes entspringen, und andre aus der Lunge herauslaufende Gefaͤsse Ebendas. . Wir haben gesagt, daß sie einen Dampf von sich lasse Vorhergeh. §. 2. . Die- jenigen, welche ihr Druͤsen zugeschrieben FANTON anat. S. 41. , diese ha- ben sich entweder einiger Analogie bedient, oder die klei- ne Kluͤmpchen Fett vor Druͤsen angesehen. Die Haut ist weis, es scheinen aber durch sie, da das Eingeweide ungemein weich ist, blaue, bleifarbne, nezzweise verstrikkte Linien, durch SPIGEL. T. I. L. IX. f. I. naͤmlich im Blutadernezze. . §. 11. Der Bau der Lunge. Die Luftroͤhre. Damit man ferner den Bau dieses Eingeweides ver- stehen moͤge, mus ich die Roͤhre des Atemzuges, und die Blutgefaͤsse beschreiben. Die erstere, welche man nach dem griechischen Aspera uͤbersezzt, und von dem Behaͤltnisse P 2 der Das Atemholen. VIII. Buch. der Luft, arteria, sonst auch branchus CAELIVS. L. V. c. 10. der sie auch arteria major nennt. POLLVX. S. 253. , Luftroͤhre nennt, ist eine zum Theil vollstaͤndige, zum Theil gespaltne Roͤh- re, welche sich vom Lunftroͤhrenkopfe an, bis in die Lunge erstrekkt. Wir muͤssen zuvoͤrderst von ihrem vollstaͤndigen Theile reden, und dieser ist Theils eine knorplige, theils sleischi- ge, cilindrische, doch zusammengedruͤkkte Roͤhre, welche nicht aller Orten gleich breit ist, sondern da, wo sie sich zertheilt, um etwas enger ist; es senket sich diese Roͤhre vor dem Schlunde, von kleinerer Breite, und etwas mehr rechter Hand zu EVSTACH. T. 41. f. 8. 11. cant. impet. anat. S. 11. 12. morgagn. epist. anat. XI. n. 48. Daß sie eine verschiedne Lage habe, und bisweilen genan hinter dem Schlunde liege, heister not. 46. Jch aber habe ihre Lage so ge- funden, wie ich sie beschrieben. , laͤngst der Mitte des Halses Fasc. anat. VIII. T. ant. A. , vor den Koͤrpern der Halswirbel, nieder. Sie liegt nicht gerade auf dem Schlunde auf, vielleicht, um den Weg der Speisen nicht zu verhindern. Man lieset Nach- richten, wenn vom eingedruͤkkten Brustknochen die Luft- roͤhre veranlast worden, den Schlund zusammen zu druͤk- ken, daß das Niederschlukken der Speise gehemmt worden FANTON. ant. S. 324. . Sie wird in die Brust aufgenommen, und es koͤmmt ihr hierbei die Hoͤhlung des Brustbeins in so fern zu Huͤlfe, daß sie grosse Schlagadern anfaͤngt, und den Weg der Luftroͤhre etwas freier macht. Sie wandert durch die so genannte Hoͤhle des hintern Mittelfells 4. Buch. , zwischen dem rechten, und linken Sakke der Ribbenhaut, nach der rechten Seite der niedersteigenden Aorte EVSTACH. T. 15. f. 3. fasc. anat. III. tab. art. pect. post. f. 1. A. GVALTANI Mem. de Chirurg. T. III. S. 352. , so daß sie sich ein wenig nach der rechten Seite zu wendet GVNZ de derivat. puris . Wenn II. Abschn. Die Theile in der Brust. Wenn sie aber zum dritten Ruͤkkenwirbel, odr zwi- schen dem zweeten, und dritten koͤmmt, so theilt sie sich in einen rechten Ast, der kuͤrzer WINSLOW Tr. de la la poitr. n. 228. , gerader MARTINE in evstach. S. 135. , breiter ist, und sich unterhalb der Lungenpulsader Fascic. III. f. 2. Σ. , zu der rechtseitigen Lunge, am vierten Wirbel hinbegiebt; er theilt sich ferner in einer, der Lungenblut, und Lungen- schlagader gemeinen zellfoͤrmigen Scheide durch die ganze Lunge aus. Man nennt beide Aeste, Bronchos, Luftroͤh- renaeste. Der linke Ast ist laͤnger, schiefer, um etwas geschlanker, und wirft sich bei dem fuͤnften Wirbel, unter der Lungenschlagader, in seine Lunge hinein φ. . §. 12. Der Bau der Luftroͤhre. Dieser Begriff war nur allgemein, nun muͤssen wir auch den Bau dieser Roͤhre auseinander legen. Jn der That koͤmmt der Haupttheil der Luftroͤhre auf ihre Knorpelringe an, diese sind uͤberhaupt flach, vorne- her gewoͤlbt und dikker, hinterwerts hol, und an der Hin- terseite VESAL. S. 716. duͤnner, und elastisch gebogen. Sie beschrei- ben in den mehresten Voͤgeln COITER. S. 131. , kleine vollkommene Kreise, als in der Trappe Die Pariser. , Adler Dieselben an den mehreften. , Meerraben Ebendieselben. , Reiher BLAS. anat. anim. S. 146. , im Reiher von Numidien Die Pariser nennen ihn, Fraͤulein von Numidien. , im Straus- sen VALISNERI notomia del Struzzo. S. 249. Die Pariser. , in der Loͤffelgans Die Pariser. , der Moͤwe Andersohn Beschreibung von Groͤnland. S. 151. , Jndiani- schen Huhne Eben die Pariser. , Japanischen Pfauen GREW. Cosmol. sacr. S. 25. DERH. Physico-theolog. S. 151. birch. T. III. S. 484. , Kasuar BIRCH. angef. Ort. , P 3 Das Atemholen. VIII. Buch. der Gans, und Ente. Ausserdem sind sie auch in eini- gen Voͤgeln beinahe knochig Kraͤhe, DERH. Haͤnfling, GREW, DERH. ebendas. Jm Pfauen, birch. angef. Ort. . Vollkommen sind sie auch in den eierlegenden Vierfuͤssigen, als im Schlan- gengeschlechte, in der Schildkroͤte BLAS. anat. anim. 119. vit. PEIRESCI. S. 112. col- lins. S. 820. Die Pariser. , dem Krokodille VESLING. epist. V. , ferner in den warmbluͤtigen Vierfuͤssigen, die bald auf dem Lande, bald im Wasser leben, als in der Seekuh STELLER. in nov. Com- ment. Aead. Petrop. T. II. S. 314. , dem Meerkalbe HARTMANN in der Zerlegung dieses Thieres. Eph. nat. cur. Dec. l. ann. IX. X. observ. 9. 8. Ferner in dem sogenannten Meer- baeren, STELLER. angef. Ort. S. 343. , dem Biber Mem. de l’Acad. 1704. S. 59. , und den Jnsekkten Jm Seidenwurm, swam- merdam bibl. nat. tab. 36. f. 1. h. malpigh. de bombyce. S. 35. Jn der Bienenmade, swammer- dam bib. S. 408. 409. Jm flie- genden Hirschen, malpich. S. 17. tab 3. f. 2. Und dem Nasenhorn- kaͤfer, swammerd. T. 29. f. 9. 10. Jn der Cicade, MALPIGH. ang. Ort. f. 3. An der Heuschrekke, malpigh tab 4. f. 1. Am Spon- dilio, perravlt. essays de phy- sic. T. 3. S. 248. tab. 20. B. B. An einigen legt sich um die Luftroͤhre ein beweglicher Faden, den man wegnchmen kann. eeavmvr Memoir. von 131. S. 486. An der eintaͤgigem Fliege, swammerd. S. 661. An der Fliege, lyonnet theol. des Insect. T. II. S. 92. . Dahingegen sind sie an den Vierfuͤssigen von warmen Gebluͤthe hinterwerts unvollkommen, und sie endigen sich, da wo sie auf dem Schlunde aufliegen Die Kreise sind, gegen den Magen zu, glatt, CELSVS. L. IV. c. 1. , mit einer fleischigen Ausfuͤllung. Diese Ausfuͤllung ist in den wil- den Thieren kurz, so daß manche geschrieben, sie haben ganz und gar keine Wie an einigen Loͤwen, am Wiesel, PEYER observ. 62. , als der Loͤwe BARTHOL. Cent. IV. hist. 50. und die Pariser. , Baͤr Commerc. litter. 1734. heb- dom. 38. , Wiesel PEYER. Obs. 62. , Kazze Vergl. ALBRECHT de tussi. , und was dahin gehoͤrt. Hernach sind sie auch an den Wiederkaͤuenden Und im Ochsen hat vollstaͤn- dig FANTON anat. S. 324. und im Elephanten die Pariser. fast vollstaͤn- dig, und diese Ringe stehen hie und da ganz nahe bei ein- II. Abschn. Die Theile in der Brust. einander, daß sie sich in vielen wie Dachziegel beruͤh- ren Jn Ochsen, MORGAGN. advers. I. S. 31. Jn der Kuh aus der Barbarei, die Pariser, im Lam- me, albrecht. exp. 4. Jm Elephanten, stvkkeley. S. 97. Jm Loͤwen, barth. Cent. IV. hist. 50. borrich. Hermet. sapient. S. 250. An dem Reiherfraͤulein, PERRAVLD. T. 7. f. 4. An der Schildkroͤte, die Pariser, im Mond- kalbe, schelhammer. , der fleischige Theil ist laͤnger in Thieren, die nicht eben gefraͤßig sind Jm Jgel, GREW. cosm. sacr. S. 25. . Am Menschen sieht jedermann, daß sie ein weicher Bogen vollende, und zwar nicht blos an demjenigen Theile der Luftroͤhre, der vollstaͤndig ist, sondern auch in dem gespaltnen Theile GALEN. de utilit. part. L. III. c. 3. oribas S. 76. ve- sal. L. I. c. 38. EVSTACH. Tab. 15. f. 3. fallop. observ. S. 209. b. SCHRAD. obs. 4. Dec. I. MORGAGN. advers. I. S. 3. , der sich zwi- schen der Theilung, und der Lunge befindet, so daß da- raus erhellt, daß die Enden der Knorpel in einiger Ent- fernung Um die Stimme zu veraͤn- dern. HIGHM. S. 176. , von einander abstehen, nicht blos um den Schlund zu schonen, sondern auch, damit der Durchmesser der Luftroͤhre veraͤndert werden moͤge CARP. Is a gog. S. 48. b. . Folglich haben diese kleine Kreise einen zwiefachen Zwischenraum. Die hintere Luͤkke verbinden einige flei- schige Queerfasern A. LAVRENT. anat. L. IX. c. 14. ist, wie es scheint, der erste Erfinder, hat aber unrecht, daß er sie durchkreuzt beschreibt. c. bav- hin. theatr. anat. S. 249. ves- ling. c. II. S. 135. c. barthol. de diaphragm. S. 39. Tom. I. f. 4. Fuͤr seine Erfindung. blas. mis- cell. S. 290. am Kalbe. ver- heyen. S. 191. morgagn. advers. I. T. 2. f. 1. p. lievtavd. S. 219. , die aus dem rechten Ende eines jeden Ringes entspringen, und sich in das linke Ende desselben einfuͤgen, und indem sich diese Fasern zu- sammenziehen, so verengern sie offenbar einen jeden Ring der Luftroͤhre, daß diese nicht nur enger, sondern auch fester werde, aber groͤstentheils knorplig bleibe. Die Al- ten nannten dieses Baͤnder GALEN. de usu part. L. VII. c. 3. oribasivs nennt es Kreisbaͤnder. S. 68. , und dies thun auch einige P 4 neuere. Das Atemholen. VIII. Buch. neuere VIDVS VIDIVS. angef. Ort. winslow. n. 147. . Allein sie haben in Wahrheit eine rothe Farbe, und sind wirklich Fleischfasern, wie man am Och- sen deutlich, und auch im Menschen nicht undeutlich sehen kann. Die andre Zwischenraͤume, oder Absaͤzze sind die, welche laͤngst der Roͤhre von jedem obern Ringe, zum unteren herablaufen, denn diese sind in den Voͤgeln, und den staͤrksten Vierfuͤßigen, kleiner Jn eben diesem Paragraphen. . Auch diese rollen- den Fleischfasern, die von jedem Ringe kurz werden, und zum naͤchsten herabgehen MORGAGN. advers. I. S. 32. drake. L. II. S. 167. , oder sich in einen andern, der weiter entfernt ist, hinein werfen MORGAGN. angef. Ort. . Ueberdem steigen, doch laͤngst dieser hintern fleischi- gen Luͤkke, sehr lange GALEN. de usu part. ang. Ort. oribasivs. S. 68. carp. I. sagog. S. 34. 48. b. vesal. S. 717. vidvs vidivs. S. 297. willis. angef. Ort. f. 1. blas. miscellan. S. 290. collins. S. 811. cow- per. angef. Ort. verheyen. S. 191. lievtavd. S. 219. winsl. n. 146. , gerade Fasern, wie ich in der That gesehen, von dem Knorpelringe selbst herab Siehe DRAKE. ang. Ort. morgagn. angef. Ort. S. 32. f. |1. X. rvysch. catal. rar. mus. S. 154. winslow. n. 102. 148. lievtavd. S. 219. , und sie laufen bis zur Lunge fort, da sie denn an den Ae- sten der Roͤhre noch deutlicher in die Augen fallen. Man darf nicht zweifeln, daß diese nicht, so oft sie sich zusam- menziehen, die ganze Luftroͤhre gleichsam herbeibringen, und verkuͤrzen sollten. Endlich sind noch andre Fasern da, wie die, die Rin- ge verbinden, welche auch die ganze gewoͤlbte Flaͤche der langen Fasern ausser den Luͤkken ausfuͤllen, nach der Queere gehen, und fleischig sind. Und auf diese Art verhaͤlt sich die Sache durchgaͤn- gig. Doch sind die ersten, mittleren, und lezzten Ringe einigermaaßen von einander in der Figur unterschieden. Der II. Abschn. Die Theile in der Brust. Der erste Ring, der sonst breiter MORGAGN. advers. I. S. 31. de bordev sur les glan- des. S. 156. ist, wird noch oft von einer knorpligen Platte, die vom Knorpelringe selbst hin- terwerts, und aus dessen Seiten herablaͤuft, gestuͤzzt. Doch es koͤmmt auch nicht selten vor, daß dieser erste Knorpel mit dem folgenden, auf mancherlei Weise zu- sammenwaͤchst Vergl. WINSL. angef. Ort. n. 131. . Es laͤuft ferner mitten an der Luftroͤhre, da wo sie sich in den rechten, und linken Ast zertheilt, gleichsam der lezzte Ring, des ganzen Luftroͤhrenstammes, senkrecht nieder, nach dem Theilungswinkel, und er vermischt sich mit dem oͤbersten Ringe beider Aeste. Es sind die untern Ringe, wie an der ganzen Luft- roͤhre, enger, als die oberhalb ihnen liegende. Es legen sich auch an dem vollstaͤndigen Theile der Luftroͤhre, einige gablige Ringe mit ein, oder sie durchflech- ten sich gleichsam als ein Nezz durcheinander MORGAGN. advors. I. S. 31. . Um Dinge, die zusammengehoͤren, nicht zu trennen, mus ich noch hinzufuͤgen, daß an demjenigen Theile des Luftroͤhrenastes, der sich in der Lunge befindet, die parallele und gewoͤhnliche Einrichtung der Ringe, nach und nach abnehmen, daß die Ringe mehr und mehr un- vollkommen Vergl. GALEN. angef. Ort. Ferner rondelet. de piscib. L. III. c. XI. fallop. werden, und sich hierauf in dikke knorp- lige Knoten, von veraͤnderlicher Figur, die auch einem Sonnenzeiger gleichen, und auf mancherlei Art abgeson- dert, durcheinander geworfen, vergittert sind, verwandeln, welche allmaͤhlich, wie die Luftroͤhrenaeste kleiner werden, und sich weich darstellen, bis endlich von ihnen nichts, als Membranen, uͤbrig bleiben. Wie aber die Knorpel in dieser Gegend unfoͤrmlich sind, so verbinden sie sich auch mit nicht so ordentlichen Fasern, welche indessen P 5 doch Das Athemholen. VIII. Buch. doch fleischig genung sind WILLIS pharm. ration. P. II. S. I. c. 1. S. 11. barth. de diaphragm. angef. Ort. . Diese Kerne lassen sich von diesen Fasern uͤbereinander zerren COWPER. angef. Ort. willis. S. 10. . Denn sie ha- ben auch in grossen Thieren keine bandartige Natur HELVET. Mem oir. 1718. S. 24. , da sie offenbar roth sind. §. 13. Der uͤbrige Bau der Luftroͤhre. Die erste Dekke dieser Roͤhre, welche aus den Knor- pelringen zusammengesezzt ist, besteht aus einer Fortsez- zung der Haut selbst, sie begiebt sich in den Mund, und durch den Luftroͤhrenkopf in die Luftroͤhre, und zulezzt in die Lunge hinab KAVW. perspir. n. 13. 109. . Es ist das Oberhaͤutchen eine glatte, sich gleiche, einfache und unempfindliche Membran, und diese bekleidet alle Wege, die fuͤr die Luft bestimmt sind, und diese ist es allein, die den Eindrukk, oder die Wirk- samkeit dieses Elements ohne Schaden aushaͤlt. Sie zerstoͤrt, und ergaͤnzt sich wieder. Sie ist es, welche in der toͤdtlichen Kinderbraͤune oͤfters ausgeworfen wird Dikk, weis, pergamentaͤhn- lich Mem. de l’ Acad. des scienc. 1746. S. 157. 1748. S. 524. Journ. de me- decin. 1756. Mars. Philosoph. Trans- act. n. 495. . Und es fehlt auch nicht an andern dergleichen Beispielen, da die innere Membran der Luftroͤhre ausgeworfen, und wieder hergestellt worden BENNET. theatr. tabidor. S. 78. rvysch. Thes. II. ass. 5. n. 4. . Von dieser weissen, dik- ken, mit dem Husten ausgeworfner Haut, kann Tulpius L. IV. c. 9. LIEVT. precis. S. 172. nachgelesen werden. Die von den Muskelfasern entste- hende Falten haben verursacht, daß Willis Angef. Ort. tab. 7. f. 1. dieser Haut lange Fasern zugeschrieben. Diese angef. Ort. adr. spigel. S. 257. swammerd. beim blas anim. anat. T. 24. f. 2. 3. 4. 5. S. 99. barth. diaphragm. S. 38. cow- per ad bidlovm. tab. 25. f 8. morgagn. advers. anat. I. S. 30. lievt. S. 20. II. Abschn. Die Theile in der Brust. Diese Huͤlle wird von der waren Haut Vergl. BOEHMER. beim wohlfahrt de bronch. et va- sis bronch n. 16. umgeben, die jezo nervige Membran genenennt zu werden pfleget, weis, von dichtem Zellgewebe zusammengesezzt, weich, dehnbar, und ungemein empsindlich ist, nicht einmal den Reiz von| eingeschluktem lauen Wasser vertraͤgt, und, ihren eignen Schleim ausgenommen, die Beruͤhrung keines einzigen Koͤrpers aussteht, sondern auch einen fortwaͤhrenden Husten verabscheut. So gar leidet sie nicht einmal die Empfindung der Luft, sobald sie keinen Schuzz des Oberhaͤutchen mehr geniest. Diese zaͤrtliche Fuͤlbarkeit bekoͤmmt sie von der Menge Nervchen, die vom Ruͤkken laufenden Stamme herruͤhren, und die ich an einem andern Orte beschreiben werde L. IX. , indem sich die Geschichte dieses Nerven schwerlich von dem Luftroͤhren- kopfe, und der Stimme absondern laͤst (g*). Die Haut, oder nervige Membran, ist mit Zellge- webe umgeben LIEVT. S. 219. , welches sie mit der nervigen Beklei- dung der Muskeln vereinigt. Jn diesem Zellgewebe stekkt bisweilen Fett Zwischen der Ringe Zwischen- raͤumen, HEVCHER. oper. S. 566. . Um dieses legt sich wieder, nach Art des Luftroͤhrenkopfes, und Gedaͤrmes, das muskelhafte Wesen, uud diese Fasern sind ziemlich zart, aber dennoch roͤthliche Streifen. Diejenigen darunter, welche in die Queere laufen, liegen auswendig, die der Laͤnge nach gehen, liegen inwendig. Endlich geht noch von aussen ein Zellgewebe Auswendig nennen es BID- LOO. tab. 25. f. I. verh. S. 192. und andre. um den muskelhaften Knorpel des Luftroͤhrenkopfes, und er stuͤzzt, nebst der Schilddruͤse, den Schlunde, und andern nachbarlichen Theilen, mittelst vielen Bandfaͤden, die Brustroͤhre derge- stalt, daß solche die Freiheit dennoch hat, auf und nieder zu steigen. §. 14. Das Atemholen. VIII. Buch. §. 14. Die Druͤsen der Luftroͤhre. Dieses waren die Haͤute der Luftroͤhre; doch wir muͤs- sen auch ihre Druͤsen hervorziehen. Unter diesen sind einige dieser Roͤhre eigen, andre gehoͤren gleichsam nicht wesentlich dazu; indessen befinden sie sich in ihrer Nach- barschaft. Es ist naͤmlich diese Bekleidung, welche wir vom Oberhaͤutchen hergeleitet haben, inwendig allenthalben mit Loͤchern durchbrochen SCHRADER. Dec. I. n. 9. morgagn. adv. I. tab. 2. f. 2. adv. V. S. 59. fanton. S. 327. winsl. angef. Ort. n. 132. , die nicht nur nicht im Men- schen undeutlich zu sehen sind, sondern auch in verschiednen Thieren ins Auge fallen, und insonderheit haͤufig zwischen den langen Fasern der Luftroͤhre MORGAGN. S. 32 gelagert sind. Wenn man diese Loͤcher druͤkkt, so lassen sie SCHRADER. angef . Ort. morgagn. ebendas. S. 32. ad- vers. 5. S. 55. kaavw. n. 245. hekel. de usu poror. S. 21. einen ungesalzenen, in der Frucht rothen, im erwachsnen Menschen blaͤulichen Schleim Es wird beschrieben vom Boerhaaven Epist. de fabr. gland. S. 10. von sich, (denn das schwaͤrzliche, wenn es dabei ist, ruͤhrt anderswo her), und dieser ist nach der naͤchtlichen Ruhe dikk, zitternd, aber doch waͤssrig, wenn solcher ohne Zeitverlust, durch den Husten ausgeworfen wird. Es uͤberzieht dieser Schleim das Oberhaͤutchen, welches die Luftroͤhre ganz zu innerst bekleidet, und | er macht, daß diese beweglich und glatt bleibt, um die Stimme mit einiger Annehmlichkeit zu bilden, denn wenn man im Schnuppen diesen Schleim nicht hat, so wird der Schall rauch und heiser. Die untern Aeste der Luft- roͤhrenaeste, haben selbst in der Lungenmasse dergleichen Loͤcherchen, welche aber wenig Schleim ausscheiden KAAVW. n. 117. . Eben dieser Schleim, der sich aber, wie es scheint, mit etwas durchgeschwizztem Salzwasser Ant. de HAEN. angef. Ort. , vermischt hat, wird II. Abschn. Die Theile in der Brust. wird dadurch duͤnner, und hat bisweilen die Figur der Luftroͤhre, und ihrer Aeste an sich genommen Philos. Trans. n. 235. 263. 285. 298. 419. VERZASCHA. observ. 25. tvlp. L. II. n 12. 13. barth. Cent. III. hist. 98 Vergl. rvysch. Thes. IV. n. 93. mus. rvysch. Catal. S. 122. kaavw. n. 247. 248. 249. senac. tr. du coeur. T. II. S 299. 456. ant. de haen. rat. med. Tom. II. S. 128. GHISI lettera. 2. S. 10. savb. diss. med. chir. n. 8. , und man hat ihn, gleichsam aestig, von Gefaͤssen gebildet (s), ausgeworfen. Die Quellen dieses Schleimes sind Druͤsen, deren Ausfuͤhrungsgaͤnge die innerste Haut durchbohren. Unter diesen Druͤsen liegen einige in dem Zellgewebe, das die woͤlbige Flaͤche der muskelhaften Membran bedekkt LIEVTAVD. ang. Ort. MORGAGN. angef. Ort. Es sind die Druͤsen an der aͤussern Haut det Luftroͤhre vom Vater entdekkt worden, H. RVYSCH de peri- pnevm. , sie sind rund, eirund, zusammengedruͤkkt, ziemlich feste, und denenjenigen gleich, welche im Obertheile des Schlun- des, und im Munde mehr als zu bekannt sind, und aus eben solchen Rinnen ihren Saft ausfuͤhren. Einige da- von wachsen aus einfachen in zusammengesezzte zusammen, und alsdenn oͤffnen sich aus einer, drei Gaͤnge MORGAGN. advers. V. S. 55. 56. RVYSCH. nennt sie Druͤsenpaͤkke, thes. I. ass. 3. n. 5. . Sie nehmen insonderheit die hintere Gegend ein, und die lin- ken zwischen den Knorpeln winsl. n. 133. morgagn. advers. I. T. II. f 1. O. O. S. 32. cowp. append. f. 20. rvysch. Thes. I. ass. 3. n. 3. lancis. de corde. T. II. f. 1. fanton. diss. anat. S. 327. bianch. beim manget. Theatr. ana i. Tom. II. S. 261. Der sie nicht gern, auch nur wenige, zugiebt. kaavw. n. 244. verh. T. 22. f. 11. lievt. angef, Ort. : doch nicht einzig und al- lein Eustach ist der einzige, der da vorne welche zerstreute beschreibt. T. 41. f. 8. diese Stellen, sondern es sind auch andre, und ge- meiniglich kleinere Druͤsen, allenthalben im Umkreise der Luftroͤhre zerstreuet zu sehen WINSLOW. angef. Ort. barth. diaphragm. S. 49. col- lins. S. 801. schrad angef. Ort. rvysch. Thes. I. ang. Ort. (Er nennt es Gruͤbchen.) Ferner Thes. II. ass. 2. n. 17. Die Druͤsen der innern Membran hat mein Vater erfunden, rvysch. angef. Ort., denn ich verlasse mich nicht sehr auf die Willisischen. T. VII. s. 2. . Doch ich schliesse sie auch von Das Atemholen. VIII. Buch. von dem ausdaͤmfenden Vermoͤgen, das Gefaͤsse haben, nicht aus KAAVW. n. 117. . §. 15. Die einfachen Druͤsen in der Luftroͤhre. Wiewohl die Druͤsen, von denen hier die Rede seyn wird, an einem andern Ort hin gehoͤren L. II. , so kann ich sie hier doch nicht unberuͤhrt lassen, theils weil sie von ei- nigen Schriftstellern fuͤr die Urspruͤnge des Lungen- schleims angesehen werden, theils weil sie uͤberhaupt in ei- nigen Krankheiten ihren Saft zu dem vorigen Schleime hinzumischen, und uͤberdem diese Zufaͤlle so oft vorkom- men, daß Menschen von gewissem Alter, sehr selten von diesem sonst schlimmen Uebel frei bleiben. Es giebt also vorn am Mittelfelle, neben den An- faͤngen der grossen Gefaͤssen, die zur Lungen hinlaufen, besonders in dem hintern Zwischenraume der Ribben- hautsaͤkke, neben der Zerspaltung des Luftroͤhrendarms, neben dessen Aesten, und den zur Lunge gehenden Schlag- und Blutadern, Druͤsen, die wie die Luftroͤhrenaeste all- maͤhlig kleiner in den Zwischenraͤumen der Lungenlap- pen werden FANTON. S. 320. Druͤ- sige Koͤrper in der Lunge des Ele- fanten. Mus. Petrop. T. I S. 121. , sehr zahlreich, von der einfachen Art, oval, oder olivenfoͤrmig, sonderlich gros, und zum Theil aus mehreren Lappen zusammengesezzt sind MORGAGNI epist. anat. IX. n. 41. : sie sind in der Frucht weich, weisroͤthlich, von einem Salzwas- sersafte voll Diesen Saft vergleicht poz- zivs mit dem Safte des Herzbeu- tels. Commerc. epist. S. 68. Mil- chig fand ihn morgagn. epist. anat. IX. n. 41. , und im erwachsnen Menschen, einen sonderbaren Uebel unterworfen. Sie schwellen naͤmlich uͤber und uͤber von einem sehr blauen Safte De MARCHETT. SCHRAD. Dec. I. n. 7. morgag. angef. Ort. SENAC. Tom. 2. S. 687. verh. S-198. auf, der stark II. Abschn. Die Theile in der Brust. stark faͤrbt, und fast schwarz, fast wie die nur weniger blaue Austapezirung, an der hintern Flaͤche der Trau- benhaut im Auge, gefaͤrbt ist. Sie sind zugleich weich, und voller Saft. Doch es koͤmmt auch nicht selten vor, daß eben diese Druͤsen hart werden ROEDERER progr. S. 4. , und inwendig mit rauhem Sande SCHREIBER comwent. Acad. Petrop. T. VII. S. 227. , oder allerhand knorpligen, kno- chigen, steinigen Gewaͤchsen verstopft sind, welches nicht selten die Ursache zu einer langsamen Schwindsucht ist. Es haben sich von diesen Druͤsen einige neuere zu Erfindern aufgeworfen; allein die Sache ist alt. Sie sind vom Eustach T. XV. nicht ausser Acht gelassen worden, und dem M. Aurelius Severin Jn der Kazze, wo sich die Luftroͤhre zeraͤstelt, sind kleine, weisse, und rothe Druͤsen, SEVERIN. in Zootom. democrit. S. 310. , Loesel Schwaͤrzliche Koͤrperchen in der Lunge, welche Druͤsen faͤlschlich vorstellen, de renibus. S. 60. , Malpighi De pulmonib. ep. I. S. 323. Auch barthol. anat. S. 437. borrich. ep. 17. Cent. IV. ad barthol. , Drelincourt Jm Affen, beim blasivs. anat. anim. S. 109. , Blasius S. 19. Am Kalbe, anat. anim. S. 113. , Wep- fer HILDAM. Cent. I. n. XI. SCHRAD. Dec. I. observ. 3. 4. PEYER. obs. 7. VERH. S. 198. HEISTER. annal. Jul. 1726. S. 129. Comp. anat. II. S. 27. dieses koͤmmt sehr oft vor. Der vortrefl. MEKEL Mem. de l’Acad. de Berl. T. X. S. 109. , D. Marchettis Comp. anat. S. 93. , Rudbek T. II. f. 1. r. r. s. s. der Ham- sterhuysischen Ausgabe. , bekannt gewesen, so daß dem Verheyen wenig zu erfinden uͤbrig geblieben S. 197. T. 21. f. 5. Tab. 22. f. 1. 3. Er sagt, sie waͤren von den Vor- gaͤngern nicht beschrieben worden. . Diese Druͤsen sind zwar von dem Geschlechte der flieswaͤssrigen Daß sie dahin gehoͤren, mor- gagn. angef. Ort. Adv. V. anim. 34. S. 47. und vor dem malpig|h. de gland conglob. Ferner J. W. Pauli im progr. ad difput. RIVI- NI de auditus vitiis und f- rvysch. thes. I. ass. 3. n. 6. , und sie vereinigen sich offenbar mit den Jm Schweine, Eph. natur. curios. Dec. II. ann. 9. obs. 229. Das Atemholen. VIII. Buch. den Wassergefaͤssen Vergl. L. II. Sect. 3. n. 11. S. 174. 175. und besonders die Stelle des Rudbeks. , die von der Oberflaͤche der Lunge herkommen, damit sie sich, vermittelst dieser Druͤsen, zum Brustkanale begeben koͤnnen, welches ich auch im Menschen so befunden; allein es haben sich doch beruͤhmte Maͤnner uͤberreden wollen, daß eben diese Druͤsen einen Saft in die Luftroͤhre uͤbertruͤgen, und es bilden sich so- gar einige ein, diese Gaͤnge gesehen zu haben SENAC Tr. du coeur. T. II. S. 687. , von denen dieser Saft seinen Ausfluß genommen haͤtte. Jch glaube aber schwerlich, daß die an die Luftroͤhre gren- zende, von der allgemeinen Natur der | einfachen Druͤsen so weit abweichen sollten, daß sie einzig und allein unter allen Ausfuͤhrungsgaͤnge von sich lassen, die von den Flieswassergefaͤssen unterschieden waͤren. Da ich diese Gaͤnge so wenig, als andre beruͤhmte Maͤnner, nie mit Augen gesehen FANTON. angef. Ort. morgagn. angef. Ort. , wofern die so bekannte Erfahrung nicht das Zeugnis der beruͤhmten Maͤnner in Schuzz naͤhme. Es mischen sich naͤmlich sehr oft in dem Lun- genschleime, an erwachsnen Personen, schwaͤrzliche Strei- fen, und ich habe dergleichen, fast von meinen juͤngstem Alter an, in meinem Speichel bemerkt. Niemand wird diese Streifen anders woher Von der Milz schrieb sie her BENNET. theatr. tabidor. S. 59. , als von den Druͤsen der Luftroͤhren herleiten koͤnnen CAR. a BERGEN in pen- date obs. , und folglich muͤssen, we- nigstens alsdenn, wenn sie mit blauer Farbe gezeichnet sind, aus ihrem Wege in die hole Luftroͤhre gehen. Der vortrefliche Senac Angef. Ort. fuͤgt hinzu, er habe aus ihnen einen schwarzen Saft ausgedruͤkkt, welches auch Carl August a Bergen Ebendas. , dieser Freund, den ich vor kurzem verloren, bestaͤtigt. §. 16. II. Abschn. Die Theile in der Brust. §. 16. Die Brustroͤhrenaͤste. Wenn der linke, und rechte Ast der Luftroͤhre, jeder seine Lunge erreicht hat, so begeben sich beide in das Flei- schige der Lunge herab EVSTACH. T. 27. f. 1. 3. , sie theilen sich in Aeste Ebenders. ebendas. , und weiter in Aeste, bis an diesem Eingeweide keine Stelle mehr uͤbrig ist, wo nicht ein Theil dieser Aeste anzutreffen waͤre, und es sind die lezten Zweige so klein, daß sie nicht mehr gesehen werden koͤnnen. Diese Aeste haben die alten bronchia, syringes, und aortas genant POLLUX. S. 253. . Wir haben ihren Bau beschrieben n. 12. 13. , der, wie am Stam- me ist, nur daß die Knorpelringe nach und nach ausarten, da sie sonst in den ersten Fortsaͤzzen ihre Natur Jn der Kazze liegen die Rin- ge uber, und sind nicht unterbro- chen, albrecht de tussi, fer- ner im Bokke, ebenders. beibe- hielten. Der Saum wird in den Zeraͤstelungen deutlicher, als in den glatten Gefaͤssen, und er ragt im inwendigen hervor MEIBOM de valvul. n. 36. kemper de valvul. S. 37. . Die allmaͤhlich schiefer laufenden, und ver- drehten Ringe werden immer unvollkommner, und es zeiget sich zwischen zween, einander beruͤhrenden Ringen immer mehr Membran, bis das knorpliche endlich voͤllig verschwindet, und sich die aͤusserste Membran mit der innersten Membran vereinigt HELVETIVS. angef. Ort. S. 24. . Davon bekoͤmmt ein jedes Lungenfaͤchgen gedoppelte Blaͤtter Ebenders. S. 26. . Da aber die Luftroͤhre neben sich eine Schlag- und Blutader, einen Ner- ven, und endlich Schlag- und Blutaͤderchen zu laufen hat, so wird dieses ganze Geschlecht von Gefaͤssen, mit Huͤlfe des Zell- H.Phisiol. 3 B. D. Das Atemholen. VIII. Buch. Zellgewebes, in ein Pakk verwandelt, welches einige be- ruͤhmte Maͤnner, Scheide zu nennen LANCISIVS. angef. Ort. S. 45. 46. T. I. T. II. f. 1. 2. , stolz genung gewesen, und sie haben es von der Ribbenhaut HELVET. ebendas. S. 22. 30. Er nennt es membrane in- terne. her- geleitet, da es doch blos zum Zellgewebe gehoͤrt, was sich von aussen um die Ribbenhaut herumlegt, und Ge- faͤsse hat, indessen daß sich die glatte Flaͤche der Rib- benhaut uͤber die Lunge ausbreitet. Viele Schriftsteller schreiben diesen Gefaͤssen folgende Ordnung vor, daß die Luftroͤhre in der Mitte liegt MORGAGN. advers. V. S. 44. evstach. T. 27. f. 13. , und sich die Schlag- und Blutader an ihre Seite anschliest; einige fuͤgen noch hinzu, daß die Schlagader vorne liege LANCIS. S. 45. Er sezzt die Schlagader hinter die Luftroͤhre, vesal. S. 725. Ueber selbige, fanton. S. 328. . Doch es ge- schicht auch nicht allezeit, daß die Luftroͤhre die Mitte einnimmt. Man hat Nachrichten, daß die Aeste der Luftroͤhre knochig gefunden sind BLAS. L. VI. observ. 7. vievssens du coeur S. 110. deidier consult. T. III. S. 145. Eine daraus erwachsene toͤdtliche Krankheit erzaͤhlt stoeller vom menschl. Wachsthume. S. 65. . §. 17. Die Gefaͤsse der Luftroͤhrenaͤste. Die Gchlagader. Die Gefaͤsse, von denen hier die Rede sein wird, sind mehr durch die gefaͤllige Urtheile, einiger mit ihren Entdekkungen wohl zufriednen Schriftsteller, als durch ihre eigne Groͤsse in Ruf gekommen RVYSCH observ. anat. hinter dem tract. de valv. lymph. XV. . Jndessen blei- ben sie keine Neuigkeiten, da sie bereits vom Erasistrat GALEN. loc. affect. L. V. c. 3. dissect. arter. et venar. c. 9. Vergl. VERNA de pleurit, S. 32. an- II. Abschn. Die Theile in der Brust. angefuͤhret worden, und dem Galen, und den Ara- bern RHAZES ad alman- zor. c. 6. Colliget. L. I. c. 5. avicenna. S. 18. oper. omn. bekannt gewesen, und viele neuere EERNEL part. corp de- script. c. 12. S. 41. Dom. de mar- chettis anat. S. 81. welcher sehr wohl gewust, daß man drei, oder zwo finde. reden von der Arterie, die von der Aorte zur Lungen gehet. Der vornehmste Theil der Luftroͤhrenaͤste, oder desjenigen Stuͤkkes der Luftroͤhre, welches sich in der Lunge befindet, ist demnach zu beiden Seiten eine Schlugader, ( Arteria bronchialis ), davon an jeder Seite eine liegt, und einen kleinen Durchmesser hat, der nicht uͤber eine Linie gros ist. Die an der rechten Seite, koͤmmt fast immer, mit ei- nem gemeinschaftlichen Stamme, mit der oͤbersten, unter den Schlagadern zwischen den Ribben RVYSCH. Thes. VI. n. 14. cowper, winslow. n. 109. Icon. anat. fasc. III, f. 1. m. Es ist schon seltner, daß sie auf der zwo- ten, oder dritten herausgekommen. fasc. III. S. 36. hervor, und sie trennt sich von dieser, bei der vierten, oder fuͤnften Ribbe, einen Zoll weit vom Ursprunge, wieder. Jn- dessen koͤmmt sie auch nicht selten einsam aus dem Stam- me der Aorte Fasc. III. S. 36. , seltner aus der rechten Schluͤsselader, aus der obern Schlagader, zwischen den Ribben RVYSCH epist. an. VI. f. 3. , oder aus der Bruͤstenader heraus. Hierauf haͤngt sie sich, mit einer Schlaͤngelung Fasc. III. f. 1. m. blas an. anim. S. 99. vom Schafe. PET- SCHE. n. 42. , und mit vielen Aesten, als eine Begleiterin, neben dem Luftroͤhrenaste ihrer Seite an, sie begleiten diesen vorne RVYSCH de valvul. lym- phat. , und hinten Easc. III. angef. Ort. , und wirft zugleich einige Zweige dem Schlunde, Mitteifelle, den Luftroͤhrendruͤsen, dem Luftroͤhrenaste, der Oberflaͤche der Lungen Dieses moͤgen die Gefaͤsse gewesen seyn, von denen Cowper sagt, daß sie sich mit den Zwischen- ribbengefaͤssen, und den Schlaga- dern der Ribbenhaut vereinigten. T. 24. f. 3. , den grossen Hezgefaͤssen Dem rechten Herzohre, DISDIER sarcologie P. 3. f. 55. , dem Herz- beutel, dem Lungensinus, den Wirbelkoͤrpern zu. Q 2 Die Das Atemholen. VIII. Buch. Die linke Schlagader gleichen Nahmens, stammt entweder aus einem eignen Stamme Fasc. III. S. 36. A. MOLI- NETTVS diss. S. 211. gvnz. Mem. présentés. S. 290. WOHL- FAHRT de bronchiis, vasisque bronchialibus. b. b. Er macht aber mehr, bis vier benachbarte Oef- nungen an der Aorte y. y. y. y., und n. 27. Eine Schlagader zu beiden Seiten an der Lunge. p. c. fabricivs in progr. S. 13. , von der Aorte her, oder sie entspringt, und das nicht selten, aus eben dem Stamme her, der die rechte erzeugt RVYSCH. angef. Ort. u. f. Siehe Fasc. III. S. 35. 36. f. 2. o. o. o. GVNZ num. etrangers S. 290. . Sie ist dieser in allem gleich, und sie versieht auch den Schlund Fasc. III. ebendas. 8. , die Luftroͤhrendruͤsen, den Hezbeutel, die Ribbenhaut, den Lungensinus, die Oberflaͤche der Lunge. Jn dem linken Sinus des Herzens DISDIER. angef. Ort. , gesellet sie sich zu den Kranzgefaͤssen Fasc. VIII. S. 21. , und in der obern Gegend des hintern Mittelfells, zu den obern Luftroͤhrengefaͤssen, und zur untern Schildader Ebendas. . Ausser diesen beiden Staͤmmen, gesellet sich oft noch ein dritter hinzu, naͤmlich die linke untere Luftroͤh- renader Fasc. III. S. 36. f. 2. 10. , die ebenfalls aus der Aorte entspringt, und zwar in der Gegend der zwoten, dritten, oder vierten Zwischenribbenader, welche die Aorte von sich giebt: sie ist eine Begleiterin der linken obern Lungenblutader, und diese giebt auch selbst dem Schlunde bei Z. , dem Mittel- felle bei P. P. , der Ribbenhaut, dem Herzbeutel, und der Lun- ge einige Zweige. Es ist auch nichts gar zu seltnes, daß noch eine rechte zwote Schlagader der Luftroͤhre Fasc. III. S. 36. , die ebenfalls von der Aorte herruͤhrt, unterhalb derjenigen erscheint, die aus der Zwischenribbenader koͤmmt, und daß solche zur Lun- ge, und zum Schlunde gegangen. Es II. Abschn. Die Theile in der Brust. Es sey mit dem Ursprunge der Schlagader der Luft- roͤhre beschaffen, wie es wolle, so theilt sich solcher doch in der rechten Lunge in fuͤnf, in der linken, in vier Aeste, und sie beuget sich nach der Wendung der Luftroͤhre VCKE. S. 23. . Sie ist uͤber der auswendigen Flaͤche derselben mit zell- foͤrmigen Faͤden dergestalt angehaͤngt, daß sie zwei, oder drei Aeste, die einen einzigen Luftroͤhrenast begleiten, her- vorbringt Fasc. III. S. 37. : doch sendet sie auch oft aus der Luftroͤhre, welche sie zu naͤchst bewacht, in die umher gelagerte Lun- ge Aeste hin, welche sich mit den deutlichen Fortsaͤzzen der Lungenschlagader, und die um ein Fuͤnftheil von einer Linie gros sind, durch Anastomosirnngen RVYSCH catal. mus. rar. S. 102. Epist. VI. S. 10. i. zacha- rias petsche Syllog. observ. n. 43. cowper ad bidlovm. T. 24. f. 1. Tab. append. III. syl- va de la saignée. T. II. S. 183. wohlfahrt. n. 30. Daß sie sich in Blucadern einfuͤgen, der ber. VCKE de peripnevm. et pleuri- tid. ehe, als in Schlagadern. S. 25. Doch ich habe mit Gewisheit, und nahe bei, die Vereinigung gesehen. reichen. de fabr. pulm. S. 45. sagt, das Quekksilber gehe, nach seinem und Cassebohms Versuche, aus der Schlagader in die Lungen- schlagader uͤber. vermischen; die ersten und grossen Aeste, biegen sich in Schlangenlinien, die klei- nen strekken sich gerade aus. Jm uͤbrigen theilt sich die Schlagader der Luftroͤhre nach dem haͤutigen, muskel- haften, und druͤsigen Bestandtheile der Luftroͤhrenaeste dergestalt ein, daß sich ihr vornemstes Nezz in dem Zell- gewebe ausbreitet, welches sich zwischen der wahren Haut, den Muskelfasern, und den Knorpelschuppen be- findet. Die kleinen Aestchen sendet sie zu eben diesen Fasern, und zu den Knorpeln zuruͤkke. Sie theilt auch Zweige den innern Bekleidungen der Lungen, und den Haͤuten der Gefaͤsse mit LOQVET de arter. hepat S. 18. VCKE. S. 23. , und sie wirft noch andre geringe Zweige in die Zwischenraͤume der Lungenlappen, und in die aͤussere Haut dieses Eingeweides hinein VCKE. S. 23. . Q 3 Der Das Atemholen. VIII. Buch. Der, ausserhalb der Lunge vorkommende Theil der Lustroͤhre, und die gleichnamigen Druͤsen, empfangen auch noch andre Gefaͤsse, die ich obere Luftroͤhrenge- faͤsse Vergl. Comment. ad Prael. boerh. T. III. n. 308. not. a. Icon. arter. thyreoid. inf. I. not. m. fasc. III. S. 34. 35 herenstreit de arter. et venar. confin. S. VII. und seit unsern Ausgaben, PETR. TARIN anthropol. T. II. S. 54. genannt habe. Dergleichen Schlagader erzeugt, an der rechten Seite, die Bruͤstenader f. 1. 2. i. auch GVNZ am an- gefuͤhrten Orte. , oder die rechte Schluͤsselader GVNZ am angef. Orte. , nachdem solche die Halsader ( carotis ) von sich gelassen, oder der Aortenstamm unter den grossen Aesten, oder eben dieser, gleich oberhalb dem Herzbeutel. Nicht selten fuͤgt die obere Zwischenribben- ader, dieser Zweig aus der Schluͤsselader, noch eine zwote hinzu. Die linke koͤmmt aus dem Anfange der linken Schluͤsselader, oder von der Bruͤstenader, oder von der Aorte, unterhalb der Einsenkung des Schlag- aderganges, oder von der obern Zwischenribbenader, oder aus der oͤbersten der Zwischenribben, und Aortenadern, hervor. Sie sey entstanden, wie sie wolle, so versieht sie die grossen Aeste der Luftroͤhre, den Schlund Angef. Ort. S. 35. , den Herz- beutel, die Ribbenhaut, die hinterwerts Mittelfell heist, die Luftroͤhrendruͤsen, die Aorte, die Lungenschlagader, den Schlagadergang, die Oberflaͤche der Lunge, mit Zweigen. Man hat auch Beispiele, daß sie bis zur Lunge durchgedrungen, und der sonst bekannteren Schlag- ader der Luftroͤhre gleich gewesen. Jch habe mit Augen gesehen, daß sich eine derglei- chen Schlagader, aus der Lunge selbst, unter der linken Lungenschlagader, nach der Lunge, dem Herzbeutel, den Luftroͤhrendruͤsen, hinbegeben habe. Die zahlreichen Schlundpulsadern, die aus der Aorte entspringen, haben auch, nebst dem Herzbeutel, und den Staͤm- II. Abschn. Die Theile in der Brust. Staͤmmen der Lungengefaͤssen, Aeste zu den Luftroͤhren- druͤsen, und den Lungengefaͤssen Aeste ausgestrekkt Davon redet auch GVNZ. angef. Ort. S. 291. . Diejenigen Gefaͤsse der Luftroͤhre, die vom untern Schildgefaͤssenstamme herkommen, versparen wir bis zur Geschichte des Luftroͤhrenkopfes. §. 18. Die Blutadern der Luftroͤhre. Diese Blutadern der Luftroͤhre sind ein wenig spaͤter be- kannt geworden. Gemeiniglich giebt es ihrer zwo, die rech- te, und linke. Die rechte ist vor andern von J. Jakob Rau Beim VALENT. in am- phitheatr. Zoot. app. S. 106. Doch ich sehe aus dem ber. GVNZ, daß C. V. SCHNEIDER in der Dis- sert. de Peripneumon. schon die Blutadern der Luftroͤhre von der ungepaarten hergeleitet hat. bestaͤtigt worden, und sie entspringt aus der ungepaarten Blutader Fasc. III. S. 38. f. 1. t. che- selden. S. 193. Syllab. part. corp. hum. T. 16. f. 2. 6. lievt. S. 504. GVNZ S. 291. und de deriv. pur. c. 5. schellene. de respirat. S. 28. casseb. beim reichen. de pulmon. structur. S. 48. Sie ist dem lancisivs nicht unbekannt gewesen, de vena sine pari. S. 87. 90. , gleich darauf, nachdem diese aus der Holader hervorgestiegen, da, wo solche an die Wirbelbeine grenzt: und man hat Exempel, daß deren zwo vorhanden WINDLOW tr. des vein. n. 43. Die untere ist gezeich- net bei f. 2. 11. Fasc. III. S. 38. , die dennoch aus einerlei Stamme der ungepaarten erwachsen waren. Der beruͤhmte Cabar- ran COWPER ad T. 24. f. I. des Bidloo. hat sie aus der rechten Schluͤsselader kommen gesehen. Bei ihrer Einfuͤgung, sezzt der beruͤhmte Wohlfahrt n. 31. , eine Klappe feste. Sie theilet auch dem Schlunde, den Luftroͤhrendruͤsen, der Aorte u. s. f. Aeste aus. Q 4 Jch Das Atemholen. VIII. Buch. Jch habe eine zwote, von der Holader erwachsene kleine Blutader, bei der Zeraͤstelung selbst, zur Luftroͤhre, und zum Herzbeutel niedersteigen gesehen. Jst dieses vielleicht diejenige, welche die Alten aus der Holader hergeleitet, als ob sie zwischen dem Herzen, und Zwerch- felle erwuͤchse Man pflegt sie dem NIC. SAMMICHELIVS zu zuschrei- ben, bei dem riolan. antrop. S. 220. u. h. fabricio eben- daselbst. Dieser ber. Mann hat sie bereis im Jahre 1568 bestaͤtigt, und es haben es nachher verschiedene wiederholt, und unlaͤngst der ber. vfrdier T. II. S. 244. und J. de gorter Chirurg. S. 151. ? Die linke Blutader der Luftroͤhre entspringt aus der linken obern Blutader zwischen den Ribben Fasc. III. S. 34. f. 1. a. f. 2. 6. Auch winsl. n. 424. und tr. des veines. n. 68. TABARRA- NVS obs. anat. n. 39. ferrein beim lievt. diss. S. 222. rosen anat. beskrifn. S. 191. walther inprogr. cvnz ang. Ort. Syllab. part. corp. human. tab. 16. f. 2. b. c. , sie steigt mit der grossen Schlagader nieder, sie flicht, mit Huͤlfe ihrer Membranen, ein Nezz, sie gehet nach dem Schlunde hin, zu den Luftroͤhrendruͤsen Fasc. III. angef. Ort. e. f. g. h. GVNZ angef. Ort. , endlich nach der Lunge ihrer Seite, uud sie begleitet die Luftroͤhre. Jch habe sie einmal aus dem vereinigten Aste der Bruͤsten- und Zwischenribbenader, und einmal aus der untern Schildader entspringen gesehen. Aus der un- gepaarten leitet sie der beruͤhmte Wohlfahrt Angef. Ort. l. l. n. 31. her. Sie stoͤst mit der ungepaarten, mittelst deutlicher Vereinigungen zusammen. Daß es keine Blutadern der Luftroͤhre gebe, welches ich vormals dem Ruysch Epist. VI. und loqvet an- gef. Ort. n. 18. geglaubt Comm. ad praelect. BOERH. T. II. S. 164. , oder daß sie doch hoͤchst selten sind WOHLF. n. 33. reiche- nav angef. Ort. , verwerfe ich nunmehr, da man beides, als bestaͤndig warnimmt. Zweimal Fasc. III. S. 34. habe ich sie auch aus dem Lungensinus, und der Wurzel der obern Lungenblutader: einmal habe ich aus dieser untern Blutader selbst einen Ast, der nicht eben gros war, zu den Luftroͤhrendruͤsen, zum Herzbeutel, zur Oberflaͤche der Lunge herauskommen gesehen, dergleichen etwas II. Abschn. Die Theile in der Brust. etwas auch dem Jakob Benignus Winslow Expos. anat. T. IV. n. 116. 120. 121. Vergl. albr. obs. anat. II. und gewisser gvnz ang. Ort. zu sehen gegluͤkkt hat. Wenn man durch diese Blutadern, in die ungepaarte Ader, Wasser einsprizzt, so regnet es in die Hoͤlung der Luftroͤhre durch LANGIS ang. Ort. S. 90. . Denn man koͤnnte es von der Hol- ader Ebendas. in die Lungenschlagader uͤbertreiben. §. 19. Die Lungenschlagader. So nennt man in unsern Zeiten, eine der vornehmsten Schlagadern des menschlichen Koͤrpers, die Aristoteles mit dem Namen eines Ganges belegt Historia animal. L. I. c. 17. , nach der Zeit Herophilus Schlagblutader ( vena arteriosa Beim RVFVS appellat. patt. eorp. hum. L. I. S. 42. Clinchs Ausgabe. , und nach ihm das ganze Alterthum, Blutader genannt hat, und zwar, weil solche aus der blutaderhaften rechten Kammer ihren Ursprung her, und dennoch dikkere, und den Schlagadern naͤhere Membranen, als eine Blutader hat. Es hat den Namen Caspar Hoffmann Institut. S. 55. , hernach Jakob Bakk De corde. S. 154. verbessert, nachdem Caesal- pin gezeigt hatte, daß diese Ader in der That das Schla- gen, als eine Schlagader an sich habe. Sie ist aller- dings duͤnner, als die Aorte, und es hat der beruͤhmte Boissier De Pulsu. S. 8. die Dikke in beiden, wie 148 und 110 ver- glichen, und es hat der vortrefliche Mekel Mem. de l’ Acad. de Berlin. T. XII. S. 55. gefunden, daß sie sich von einem eilflinigen Durchmesser, bis zu 15, oder von 121 bis 225 erweitern lasse. Doch man hat auch Nachrichten, daß sie, bei starken Weintrinkern, von Quest. Perip. S. 111. b. Jn den Froͤschen laͤßt sich das Klopfen der Lungenschlagadern leicht wahr- nehmen. Das Atemholen. VIII. Buch. von selbsten zerborsten MATANI de anevrisma- te. S. 122. . Daher behaͤlt sie auch nicht, wie die Aorte, wenn man sie in todten Koͤrpern durch- schneidet, eine cilindrische Figur, sondern sie runzelt sich in Falten zusammen. Sie ist im erwachsnen Menschen um etwas kleiner, als die Aorte, ob sie gleich der be- ruͤhmte Nicholls dagegen groͤsser findet, und zwar in einem Verhaͤtnisse, wie 10005 zu 8910 Philosoph. Transact. n. 410. . Der vor- trefliche erste Leibarzt SENAC Tr. du coeur. T. II. S. 255. fand den Durchmesser der Aorte 13. l. ⅕, und mit der Lungenschlagader einerlei Maas, und so fand sie auch Santorinus Obs. S. 144. , beide von gleicher Groͤsse. Jch habe dagegen im erwachsenen Menschen das Verhaͤltnis beider Staͤmme gegen einander, wie 55 zu 63 gesehen. Der vortrefliche Mekel mas an der Aorte 12 Linien Mem. de l’Acad. de Berlin. 1750. S. T. VI. S. 166. , an der Lungenschlagader aber 11 Mem. de l’Acad. de Berlin. 1756. T. 12. S. 54. , 12 Ebendas. , und dreizehnthalb Linien; hieher gehoͤret auch keine Beobachtung von Krankheiten, da die Aorte 7 T. 12. S. 11. , oder acht 1750. S. 167. Linien in der Dikke gehalten, die Lungen- Schlagader hingegen dreizehn Linien betragen hat. Es koͤmmt diese Schlagader, in Thieren von kalten Blute, aus der Aorte hervor, wie ich am Froͤschen, und der Eidechse gesehen habe Vergl. damit die Paris. mem. pour servir a l’ histoire des ani- maux. T. III. P. III. S. 172. 173. swammerd. Philos. Trans. n. 94. e vssiere. . Jm Menschen steigt sie dagegen vorwaͤrts, aus der obersten Gegend des Herzens, daselbst hervor Vergl. L. IV. S. 301. ev- stach. T. 16. f. 1. 2. vink van de bloetvaten. S. 132. Jch empfinde in mir ein Misvergnuͤ- gen daruͤber, daß mir dieses Buch zu spaͤte | in die Haͤnde gekom- men, daß ich solches in meinen Schriften nicht vorlaͤngst habe ruͤh- men koͤnnen. , wo die Hervorragung auch am Her- zen der Vierfuͤßigen, und Voͤgel liegt, und| sie verstekket sich hinaufwerts, linker Hand, und ruͤkkwerts dergestalt un- Mem. T. 6. angef. Ort. II. Abschn. Die Theile in der Brust. unter dem Bogen der Aorte EVSTACH. T. 16. f. 1. 2. Tab. 15. f. 2. SENAC. f. 1. T. 4. , daß sie von den Schen- keln dieses Bogens gedekkt wird. Jn der Frucht hat es mit dieser Pulsader, um in- dessen von dieser Sache abzubrechen, allerdings eine an- dre Beschaffenheit. Sie ist naͤmlich darinnen gar um etwas groͤsser, als die Aorte, welches sich nicht allein durch die Versuche anderer VINCK angef. Ort. T. 1. f. 2. MERY mem. de l’Academ. des scienc. 1699. S. 28. de la cir- culation du sang. S. 9. 49. rid- ley observ. anat. pract. S. 189. MORGAGNI Advers. anat. I. n. 20. trew different. fet. et adult. f. 3. 4. 69. fant. anat. S. 347. 348. , sondern auch zugleich durch meine Erklaͤrungen, bestaͤtigen laͤst. Jch habe naͤmlich die Oeffnung der Lungenschlagader, gegen die Muͤndung der Aorte, sich wie 625 zu 441, bald wie 2704 zu 1600′, bald als 2025 zu 1521, das ist, beinahe wie 3 gegen 2, doch niemals in doppeltem Verhaͤltnisse, verhalten gesehen Zweimal so gros macht sie MERY angef. Ort. VERH. L. II. S. 380. . Der beruͤhmte Nicholls vergleicht sie durch die Zahlen 300 gegen 192 Philos. Transact. n. 410. . Dieses Verhaͤltnis wird in- dessen allerdings um desto groͤsser, je zaͤrter die Frucht ist Vergl. Fasc. IV. de foramin. oval. f. 6. S. 10. . Ausserdem theilt diese Schlagader, in solchem Alter, uͤber- haupt sehr maͤßige Aeste MERY angef. Ort. S. 11. TAVVRY, in einer, dem mery entgegen gesezzten Schrift. S. 179. und vorlaͤngst J. B. CARCANVS. der Lunge mit, und ich habe deren Verhaͤltnisse zum uͤbrigen Stamme nicht groͤsser, als 1600 zu 1348, |und wie 1849 gegen 1341 wahrgenom- men Jch kann in der That nicht den Versuch des Nicholls anneh- men, als welcher der Lungenschlag- ader zur Oefnung 300, dem Schlag- adergange nur 108, und beiden Lun- genaderaͤsten 99 giebt, so daß uͤber- haupt, die drei Oefnungen, oder Durchschnitte, diese Aeste groͤsser, als ihr Stamm waͤren, und die Lun- genaderaeste den Schlagadergang uͤbertreffen wuͤrden. Phil. Trans. n. 410. noch mehr, er hat seine Maasse von einer fuͤnfmonatlichen Frucht hergenommen. . Die uͤbrige ganze Schlagader ist hier viel- mehr als eine Wurzel von der Aorte CARCAN. L. I. harvey de circulat. sanguin. S. 61. , als ein fuͤr die Lunge bestimmter Kanal anzusehen. Es begiebt sich naͤm- Das Atemholen. VIII. Buch. naͤmlich dieselbe mit ihrem Stamme dergestalt in die Aorte hinein, daß sie Anfangs uͤber sich, nach der linken Seite zu, hierauf mit einer stumpfen Beugung TREW angef. Orr. f. 57. VERHEYEN. L. II. tab. 6. f. 5. cowper. T. 3. append. links, ruͤkk- werts, mit ihrem obern Rande, nach der Aorte in die Hoͤhe steigt, und mit dem untern Rande niedersteigt. Diese Beugung verschwindet, wenn die zellfoͤrmige Ver- bindung, und der Herzbeutel L. IV. , der oberhalb dem Ur- sprunge der Aeste, an dem Stamme der Ader feste haͤngt, weggeschaft worden, und es wird der Gang gerader, und zugleich laͤnger SENAC ad tab. IV. f. 1. . Diese Ader wirft sich aber in den niedersteigenden Aortenstamm, unter dem grossen Bogen, und unterhalb dem Ursprunge der linken Schluͤsselpuls- ader COWPER angef. Ort. , doch hoͤchst selten, in diese Schluͤsselader selbst hinein REINM. nov. act. nat. cu- rios. Vol. I. obs. 74. . Und so geschichts, daß die Aorte in der Frucht in der That zween Anfaͤnge bekoͤmmt, einen linken, wel- ches der gewoͤhnliche ist, und der insonderheit das Blut nach den obern Gliedern, und zum Herzen bringt, und einen rechten, welches eben unsere Lungenschlagader ist, die in der That in ihren Aortenstamm eingepflanzt ist MERY de la circulat du sang. ic. 1. 2. ridley f. 5. cow- per append. T. III. cheseld. T. 38. albin adnotat. acad. L. II. c. 19. und selbst vordem carcan. L. I. Es war daher kein Grund, warum sich der ber. LOESEKE uͤber den gewoͤhnlichen Bau ver- wundert, oder es, als was neues, beschrieben. Angef. Ort. . Von dieser unserer Schlagader aber haͤngt der groͤste Theil Blut der untern Gliedmassen des Bauches, und des Ku- chens, ab. Es ist naͤmlich ihr, in die Aorte eingefuͤg- ter Stamm, nicht nur in der Gegend, wo sie mit der Aorte zusammentritt, groͤsser, als der Stamm derselben Schlagader, und zwar nach dem von mir wahrgenomme- nen Verhaͤltnisse, wie 1024 zu 576, und sonst wie 371 zu 121, und dreimal groͤsser; sondern sie uͤbertrift auch die ganze, aus dem linken Herzen kommende Aorte, in ih- Fascic. IV. S. 12. II. Abschn. Die Theile in der Brust. ihrer Dikke Daß sie gleich gros waͤre, hatte schon BARTHOLIN geur- theilet. Centur. II. hist. 25. und rovchavlt. response. S. 13. 103. , und zwar, wie ich gefunden, nach dem Verhaͤltnisse, wie 1600 zu 1521, und sonst wie 1849 zu 1600. Daher schwillt die Aorte, wie man abnehmen kann, wenn solche den Schlagadergang in sich genommen, auf, und es verhaͤlt sich, in einem neugebornen Men- schen, ihr Durchmesser, wenn sie sich mit der Lungenschlag- ader vereiniget hat, zu dem Durchmesser, mit dem sie aus dem Herzen herauskoͤmmt, wie 43 zu 39. Diese Beschaffenheit hat es, im Hunde, in den Vierfuͤßigen Thieren, und selbst im Menschen, denn ich habe in den Voͤgeln gefunden Mem. sur le poulet. T. II. S. 89. 90. , daß sie zween Schlagadergaͤnge, oder zwo Einfuͤgungen der Lungenschlagader in die Aorte, eine linke, die wie am Menschen, und gros ist, eine neue rechte, obere, kleine darstellen. Alle beide sind, gegen die Vierfuͤssigen zu rechnen, laͤnger. Dieser Theil der Lungenschlagader, der sich in der Frucht, zwischen dem Ursprunge des linken Lungenschlag- aderastes, und zwischen der Aorte besonders, hat den be- sondern Namen des Schlagaderganges erhalten. Die Sache an sich ist bereits vor dem Bothall, dem man sie bisweilen zueignet, schon dem Salen De utilitat. part. L. XV. c. 6. bekannt gewesen, hingegen viel genauer von dem Carcan L. I. anat. beschrieben worden. Es ist dieser Theil duͤnner, zaͤrter, und weicher, und in den Voͤgeln blutaderfoͤrmig Diesen Ausdrukk gebraucht S. P. ROVCHAVLT response a. M. WINSL. S. 13. 64. . Er hat inwendig eine weiche RIDLEY. S. 216. roe- derer de fetu persecto. n. 21. , faltige, blutige, und lose Haut. Er besizzet an der Muͤndung der Aorte, welche schief gerichtet ist, eine erhabne Falte Vergl. TREW. S. 77. f. 12. 15. 31. 61. 67. 68. , welche aus der schiefen Ein- lenkung entsteht, und nicht verdient, unter dem Namen von Das Atemholen. VIII. Buch. von Falte beschrieben zu werden Sal. ALBERTI hist. part. corp. hum. S. 135. AGRICOLA Commerc. litt. Nor. 1735. tab. I. f. 3. deidier anat. rais. S. 404. senac. S. 232. 233. . Jch habe sehr sel- ten bei der Lungenschlagader etwas faltenaͤhnliches gesehen, ob schon andre beruͤhmte Maͤnner AGRICOLA. ang. Ort. gare r geot Splanch. S. 395. trew. f. 30. 66. , und vor allen an- dern Carcan Voriaͤngst haben es verwor- fen, HARVEIVS. S. 62. ohnlaͤngst der vortrefl. HVBER de foramin. oval. n. 22. , daselbst eine losegewebte, schwankende Membran beschreibt. Es ist der ganze Schlagadergang kegelhaft NEEDHAM de format. fet. c. 5. H. Alb. nicol. de direct. vasor. S. 57. senac. S. 233. , und an der Lungenschlagader breiter. Nach der Geburt, und seitdem ein Mensch, oder Thier, mit groͤssrer Freiheit atmet, so erzeugen sich in der kleinen Roͤhre dieses Schlagaderganges blutreiche Haͤute, darunter die inwendigen weich, die aͤussern haͤrter sind vater de foram. ovaI. nennt es Mark. , und allmaͤlich mit der wahren und losen Haut des Ganges zusammen wachsen, so daß dieser uͤber und uͤber zu einem Bande FABER ad HERMAN- DEZ. S. 6. 7. conf. TREW. angef. Ort. S. 96. cowper Phil. Trans. n. 280. Zeichnet es mitten an den Aesten der Lungenschlagader. , und zwar theils darum wird, weil er sich mitten zwischen dem Drukke zwoer grosser Schlagadern befindet SENAC. ang. Ort. S. 411. , theils wegen andrer Ursachen. Es eraͤugnet sich diese Veraͤnderung nur nach und nach, und zwar dergestalt, daß erst der naͤchste, an die Aorte angrenzende Theil blind zuwaͤchst SENAC. angef. Ort. , und der gegen die Lungenschlagader zu gekehrte Theil zu allerlezzt verwaͤchst. Bisweilen habe ich den Schlagadergang, einige wenige Monathe nach der Geburt, ein andermal spaͤter, blind gefunden, so daß der Weg noch nach zweien Jahren offen stand. Nach dem dritten Jahre habe ich ihn niemals mehr offen gesehen Daß der Gang effen bleibe, lengnen NIC. HARICO T. RIOLANVS anthropogr. S. 238 cowper ad T. III. append. . Folglich verschliest er sich fruͤher, als II. Abschn. Die Theile in der Brust. als das eifoͤrmige Loch. Jndessen bemerkte ich ihn doch in einer erwachsnen | Frauensperson, einsmals gegen die Lungenschlagader offen Etwas aͤhnliches davon hat der vortrefliche SENAC angef. Ort. . Man hat auch Nachricht, von einem zwei und zwanzigjaͤhrigen Juͤnglinge Ephem. nat. curios. Cent. IV. obs. 166. , und von einem erwachsnen Manne ARNISAEVS ad HIL- DANVM. Epist. 45. . Daß er endlich gar in einem Alten offen gewesen, bezeugt J. Salzmann Von kalkiger Materie voll de urinator. n. 20. de circulat. sang. in fetu. n. 26. . Doch dieses sind von den seltensten Faͤllen welche. Endlich giebt die Schlagader der Lunge, nachdem sie aus dem fleischigen des Herzens hervorgekommen, zuerst den ersten Ast IENTY. T. 3. f. 2. trew. ang. Ort. f. 6. pozzi commerc. epistol. S. 88. senac. S. 32. vink. t. 1. f. 3. von sich, der um etwas groͤsser ist Unrccht kleiner schaar- schmid physiol. T. I. S. 577. wiewohl ich dieses Buch nicht bey der Hand habe. , als der ist, welcher hinter der Aorte, und Hol- ader, vor der Luftroͤhre SENAC. T. VI. , oberhalb dem linken Sinus, nach seiner Lunge hingeht WINSL. T. IV. n. 128. . Darauf giebt sie nach einigen Linien BVSIERE gegen den ME- RY. Sie heissen dieses, es ent- stehe der Schlagadergang aus dem linken Aste. Siehe FABRICIVM ab aqvapendente de for- mat. fet. ic. 25. garengeot Splanchn. T. II. S. 153. kvlm|vs T. XIV. senac. S. 233. T. 4. f. 1. Unsre Kupfer. II. T. I. L. II. in diesem Werke. vink. angef. Ort. , einen deutlichern, aber kleinern lin- ken Ast, der da kuͤrzer ist SENAC. T. 6. , und mehr gerade nach seiner Lunge hinaufsteigt. Der beruͤhmte Respinger hat das Verhaͤltnis des linken zum rechten Aste, wie 8 zu 10 Spec. anat. botan. n. 5. , unser ehemahlige Freund, Emmanuel Koͤ- nig Ebendas. n. 7. wie 7 zu 8 gefunden; ich habe bald das Ver- haͤltnis wie 21 zu 30, bald wie 40 zu 27, bald wie 46 zu 40, wie 16 zu 14 in meinen Maaßen angemerkt. Es zeraestelt sich ein jeder dieser beiden Aeste, in seiner Lunge in so viel Hauptaeste, als Lappen da sind, und Das Atemholen. VIII. Buch. und wenn er sich ferner in dem gemeinschaftlichen Zellge- webe verstrikkt, so folgt er der Luftroͤhre, durch das gan- ze Eingeweide nach. §. 20. Die Enden dieser Schlagader. 1. Die Blutadern. Es endigt sich die Lungenschlagader eben auch auf die Weise, als die Aorte, denn sie wird endlich eine Blut- ader, sie haucht aus, und endlich erwachsen daraus in der Lunge die Flieswassergefaͤsse. Man hat die Erfahrung laͤngst vor sich Vergl. WILLIS pharm. rat. T. II. S. 9. thrvston dia- trib. de respirat. S. 46. ALBIN de por. corp. human. n. 2 3 . berger de natur. hum. S. 47. graaf oper. S. 531. , daß Saͤfte durch die Holader, oder Lungenfchlagader getrieben, sehr leicht durchdringen, und in den linken Sinus wieder zuruͤkkfliessen. Dieser Versuch ist bereits alt, und nach dem Riolon oftmals wiederholt worden, und zwar von den groͤsten Maͤnnern der vorigen, und unsrer Zeiten, vermittelst dessen, das Serum der Milch ENT gegen den THRV- STON. S. 522. SAVVAGES memoir. de la Soc. de Montpel. 1743. vievssens angef. Ort. wepfer de cicut. aquat. S. 297. pecqvet. diss. anat. S. 38. , Wasser SAVVAGES theor. tu- mor. S. 20. de inflammat. S. 215. mem. angef. Ort. Mit einem leich- ten Gewichte beschwert, KAAVW. 118. 119. 120. 454. bvlfinger Comment. Acad. Petrop. Tom. III. S. 240. , Milch littre Mem. de l’ Ac. des scienc. 1707. S. 165. , Salz- lake HALES Phil. Exp. S. 88. , Tinte MALPIGH. Epist. I. S. 110. nach der Ausgabe barthol. , Queksilber COWPER Phil. Trans. n. 285. Er sezzt hinzu, es gienge blos in der Lunge durch. HALES hæ- mastatiks. Exper. 10. S. 66. 67. , Terpentinoel VIEVSSENS obs. d’anat. et de medec. pratiq. S. 51. 67. , Nußoel LAGHI Comment. Acad. Bonon. T. IV. S. 128. , Talg Wachs cowper. n. 285. koenig regn. anim. S. 114. kaavw. n. 127. 455. , und so gar Luft RIOLAN de circulat. g. S. 557. bloemest. admin. anat. Er gesteht, daß es nicht immer von statten gehe. , auf diesem Wege II. Abschn. Die Theile in der Brust. Wege, aus den Schlagadern der Lunge, ohngehindert in die Blutadern heruͤbergegangen. An den lebendigen Thieren, haben beruͤhmte Maͤnner, bei dem Gebrauche der Vergroͤssrungsglaͤser, diese Fortsezzung der Schlag- adern in die Blutadern mit Augen gesehen. Daß in der Lunge der Froͤsche, die Schlagadern unter rechten Win- keln in gleich grossen Blutadern uͤbergehen, schreibt der beruͤhmte Hales, und er hat auch die Beschleunigung in den haarfeinen Schlagaederchen beobachtet S, 69 . Vor- dem hatte schon Malpighi Posthum. S. 13. Ep. II. u. f. , und Cowper KAAVW. n. 454. auch Wachs. , in der Lunge eines Frosches, und in der Eidechse, eben diese Zusammenhaͤnge der Schlag-und Blutadern gesehen, dar- unter sie der eine breiter macht, als sonst irgend im Koͤr- per die Vermuͤndung der Schlag-und Blutadern anzu- treffen waͤre. Aus den Blutadern geht Wasser Philos. Trans. n. 285. , und Quekksilber VIEVSS. S. 67. , ebenfalls diesen Weg wieder zuruͤkke. §. 21. 2. Die Hoͤlung der Luftroͤhre, und der Blaͤschen. Es haucht ferner eine Fluͤssigkeit aus der Lungenschlag- ader in die blaͤsige Beschaffenheit der Lunge, und in die Luftroͤhre aus. Jch habe diesen Versuch oft gemacht, wenn ich in die Holader ein Roͤhrchen gestekkt, und blau- gefaͤrbtes Wasser durch eine Sprizze trieb, da indessen ein Gehuͤlfe die Lunge durch die Luftroͤhre aufblies. Sol- chergestalt drang das blaue Wasser, mit einem haͤufigen Schaume, durch die Luftroͤhre hervor, und es hat die Hausenblaͤse, nach verlorner Farbe, eben diesen Weg ge- nom- H. Phisiol. 3. B. R Das Atemholen. VIII. Buch. nommen. Eben dieser Versuch ist mit Wasser BARTHOL. de viseer. præpar. S. 120. berg. angef. Ort. S. 47. hales hæmastat. S. 74. savvages theor. tumor. S. 20. de inflammat. S. 215. , ge- faͤrbter Fluͤssigkeit VIEVSSENS. S. 18. LANG. Physiol. S. 159. albin. de poris. n. 29. kaavw. n. 120. 122. 123. , Tinte MALPIGH. de pulmon. angef. Ort. , Salzlake Exper. angef. Ort. S. 86. , Blutsalz- wasser HALES hæmastratiks. S. 76. , Quekksilber VIEVSS. recherch. fur la struct. des visceres. , Terpentinoel Phil. Trans. n. 285. , Wachse LANG. angef. Ort. kow- per. Philos. Trans. angef. Ort. kaavw. n. 127. rvxsch. mus. rar. S. 134. 135. , von statten gegangen, jedoch mit diesem schwerer KAAVW. n. 125. , in- dem es weis durchgeht, und endlich, wie ich selbst versucht, auch mit Talg Ebenders. n. 127. . Man fuͤgt noch, und ich bin eben nicht dawider, hinzu, daß die Fluͤssigkeit aus der Schlag- ader in die Luftroͤhre leichter, als in die Blutadern WILLIS. angef. Ort. barthol. angef. Ort. hales. angef. Ort. S. 74. , uͤbersteige. Eben diesen Weg nimmt auch das Blut in derjenigen gefaͤhrlichen Lungenentzuͤndung Opusc. patholog. observ. 14. Act. Moguntin. T. I. S. 527. Jour- nal de med. 1758. Febr. Dieses hat in der Krankheit des Rindviehes der ber. salchow bei einem ploͤzzli- chen Tode gesehen, dionis de la mort subité. S. 74. Der erstere, von der Rindviehkrankheit. , welche, vermittelst eines Blutschweisses, der in die Lungenblaͤs- chen dringt, toͤdtet, wie auch denn, wenn dieses Uebel gelinder ist, und das Monatsblut, bei verschlossnen We- gen, mit Nuzzen nach der Lunge zuruͤkke tritt BENNET Exerc. 23. , ohne daß Gefaͤsse zerrissen waͤren rarthol. de pulmon. S. 45. . Eben diesen Weg durch- wandert auch das Salzwasser des Blutes Jn den Zukkersiedereien boerh. Elem. T. I. S. 275. . Und auf eben diesem Wege legt die Natur auch, wenn sich das Seitenstechen auf eine gute Weise bricht, den Eiter ab GVNZ de puris derivat. S. 22. ; auf eben diesem Wege fuͤllt das gesammelte, und zuruͤkk- tre- II. Abschn. Die Theile in der Brust. tretende Wasser nicht selten die Blaͤschen an, und es macht, wie ich einige male gesehen SHEBBEARE. Tom. II. S. 256. viard. c. 19. willis convuls. S. 209. Essays of a Soc. ad Edimb. Tom. V. P. II. S. 627. brendel de catharrh. suffocat. n. 8. malpigh. consil. 43. baeck tal om lazareth. S. 12. borrich de scorbuto. FANTON ad MANGET. Epist. 8. , eine besondre Art von Engbruͤstigkeit. Dieses ist derjenige zaͤhe, und weisse Speichel, den ein zorniges Kameel um sich wirft Comment. acad. scient. Petr. T. X. S. 387. GALER di Minerv. T. I. S. 20. . Umgekehrt findet Wasser, das man einsprizzt, und Hau- senblase, nach meinen Versuchen BVLFING. angef. Ort. S. 239. halbs. S. 76. , aus der Luftroͤhre in die Lungenschlagader, doch nicht so leicht, den Weg HALES. ang. Ort. lang. angef. Ort, der uͤberhaupt dieses Durchdringen leugnet, welches auch vievss. thut, angef. Ort. S. 52. . §. 22. Der Weg aus der Luftroͤhre in die Lun- genblutadern. Eine Blutader nimmt eingesprizzte Saͤfte Vorherg. §. , und eben so das Blut aus der Schlagader auf L. IV. . Doch es erhellet auch durch unsre Versuche, daß sich Saͤfte, wel- che man in die Luftroͤhre treibt, ohne Schwierigkeit nach dieser Blutader hin Plazz machen, welches ich vom Was- ser BVLFING. S. 239. 240. berger. S. 47. drake. S. 434. Mit Safran gefaͤrbtes Wasser, vievssens. , vom Weingeiste, der mit Safran gefaͤrbt wor- den VIEVSS obs. d’Anat. et de medec. praet. S. 55. , vom Quekksilber VIEVSSENS. angef. Ort. S. 52. , Hausenblase selbst gesehen. Und es findet wiederum der eingesprizzte Saft, aus der Lungenblutader nach der Luftroͤhre, und deren Aesten, und Blaͤschen den Weg, wie ich solches mit eingesprizzter R 2 Hau- Das Atemholen. VIII. Buch. Hausenblase, andre aber mit Wasser Wasser, KAAVW. n. 454. nachdem es in die Schlagader zu- ruͤkkgetreten war, vievss. angef. Ort. , Quekksilber VIEVSS. ebendas. exp. 5. , und Wachse KAAVW. n. 455. rvysch. Thes. max. n. 102. versucht haben. Der durch die Luftroͤhrenblutadern eingesprizzte Saft, schwizzt aus der ungepaarten in die Luftroͤhre durch LANCIS de vena sine pa- ri. S. 90. . Dasjenige Wasser, damit man die Einfuͤgung der wieder einsaugenden kleinen Gefaͤsse in eine rothe Blut- ader erweislich macht, schwizzet aus der Lungenblutader, durch die Oberflaͤche der Lunge aus KAAVW. n. 616. . Man bringt zwar gegen diesen gewechselten Lauf der Saͤfte, zwischen der Lungenblutader, und der Luftroͤhre, keine sonderliche Zweifel vor. Da aber andre beruͤhmte Maͤnner schreiben, daß auch eine eingeblasene RIOLAN. wieder den harv. S. 49. blas. anat. anim. S. 65. am Jgel. sylvivs. diss. med. VII. n. 86. swammerdam de respir. S. 98 BORRICHIVS beim barth. Ep. IV. n. 76. S. 447 BOHN de aeris sublun. in- fluz. S. 459. 460. nebel de re- ciproc. aer. S. 11. MERY mem. de l’Acad. 1700. S. 223. 1707. S. 210. WEPFER de cicut. aquat. S. 223. teichm. anthropol. S. 59. loe- scher anthropol. exper. S. 20. crassovs de gener. S. 39. sav- vages mem. de Montpel. 1743. S. 38. (wofern die Lunge wohl aus. gewaschen worden.) , oder verhaltne Luft NEBEL beim bernovil- li de respir. c. II. n. 5. Wenn blos durchs Erwuͤrgen im Einatmen die Luft verhal en. , aus der Luftroͤhre in die Blutader uͤber- gehen kan, so hat sich uͤber diesen Weg, den die Luft nehmen soll, eine grosse Controvers entsponnen. Es haben naͤm- lich einige beruͤhmte Maͤnner des vorigen, und jezzigen Jahrhunderts, den Versuch genauer gemacht, und uͤber- haupt geleugnet FABER ad HERNAND. S. 601. litter mem. de l’Acad. 1704. obs. 2. harv. in proem. ad Ex. I. S. 16. hooke beim birch. T. I. S. 486. albin. de poris. S. 42. J. BOHN. ang. Ort. S. 64. dales haemastat. exp. II. S. 176. bvlfing. angef. Ort. S. 240. n. 17. diebold de aere in liquor. human. S. 14. in einem, am Men- schen und lebendigen Kaninchen ge- machtem Versuche, kvehnb. de respir. S. 12. , daß wirklich die Luft aus der Luft- roͤhre in die Blutadern, und ins linke Herz uͤbergehe, und II. Abschn. Die Theile in der Brust. und sie haben auch die Gruͤnde vorgelegt S. 241. , woher der Jrrthum entstanden sei, naͤmlich von einer in der Lungen- schlagader verhaltnen Luft Ebenders. ebendas. , und von gewaltsamen Ver- lezzungen Ueber diese Verlezzungen be- chwert sich schon faber angef. Ort. S. 607. . Fuͤr meine Person habe ich, wenn ich den Versuch an jungen Thieren gemacht, theils niemals gesehen, daß eine eingeblasene Luft durchgegangen, theils ist es bis- weilen doch, aber nicht ohne die groͤßte Gewalt, gesche- hen, daß aus der Luftroͤhre die Luft in die grosse Blut- adern der Lunge, und in den linken Sinus uͤbergejagt worden. Jch wundre mich auch nicht daruͤber, wenn die- ser Versuch auch andern beruͤhmten Maͤnnern gut von statten gegangen, da sich die Luft hie und da Wege macht, die fuͤr sie nicht bestimmt sind, und aus Schlagadern, in Blutadern und Ausfuͤhrungsgaͤnge durchdringt, wovon wir Beispiele an den Nieren, und der Lungenschlagader haben, welche eben so, wie die Blutader, von der Luft- roͤhre Luft annimmt, da man doch glaubt, daß sie in le- bendigen Thieren nichts davon annehme. Doch man hat auch Nachrichten, daß in jungen Thieren die Gefaͤsse von der offenbaren Gewaltsaͤmkeit des Aufblasens zerbor- sten sind Mem. avant. 1699. T. II. S. 207. . Um indessen die Zerlegung der Lungenblutader zu vollenden, so wachsen die, aus den Lungenschlagadern entstandne Blutaederchen, nach und nach zu Staͤmmen, die die Luftroͤhre, und Schlagadern auf ihrem Wege be- gleiten, und endlich werden, wie wir bereits gesagt ha- ben L. IV. , vier Blutadern daraus. Es wachsen naͤmlich die Hauptstaͤmme der Lungenblutadern, noch ehe sie den Herzbeutel durchboren, mit einmal aus vielen Aesten, in R 3 vier Das Atemholen. VIII. Buch. vier grosse Blutadern zusammen EVSTACH. T. 15. f. 5. senac. T. 6. d. d. d. d. . Zwo sind davon rechts, und zwo links. Unter den rechten liegt die obere mehr nach vorne zu, als die untere, und sie ist auch um etwas groͤsser, als diese EVSTACH. T. 27. f. 13. santor. obs. S. 145. . Damit eben diese aus der vordern zur hintern werden moͤge, so durchkreuzt sie die Lungenschlagader EVSTACH. T. 27. f. 13. , und sie steigt zum linken Sinus nieder EVST. T. 15. f. 5. T. 27. f. 13. senac. ang. Ort. . Die rechte untere hintere Lungenblutader, die klei- ner ist, steiget nach dem mittlern, und obern Theil ihres Sinus hinauf EVST. angef. Ort. , und da sie keine grosse Schlagader zur Begleiterin hat, so gesellt sie sich wenigstens zu den untern Schlagadergesten. Die linke obere ist ebenfalls vorne zu gelagert, und weiter, als die untere, und sie steigt von der Lunge nie- der: hingegen wendet sich die untere, und hintere, wel- che kleiner ist, uͤber sich nach der Lunge hinauf, in allem, wie es die andre ihr aͤhnliche rechte macht Ebenders. ebendas. . Endlich scheinen die ehemaligen Zergliederer den lin- ken Sinus fuͤr einen Blutaderstamm gehalten zu haben, indem sie von der linken Kammer zur Lunge einen einzi- gen Gang zaͤhlten ARIST. hist. anim. L. I. c. 17. Doch sezzt oribasivs hinzu, er theile sich sogleich in vier Aeste. S. 86. , und bestaͤndig eine einzige blut- aderhafte Schlagader, in der Sprache der Einheit, erhe- ben Die Arterie hat die Natur einer Blutader, rvfvs appellat. L. I. S. 42. , die sie ebenfalls von der linken Kammer, die Luft ( spiritus ) enthielte, Schlagader, von der Duͤnnheit Blut- ader nannten, ob sie gleich eine etwas dickere HOADL. S. 46. Jn der Schildkroͤte ist sie sehr zaet CAL- DESI. , und staͤr- kere HELVET. eclaircissemens. S. 34. Membran, als eine andre Blutader um sich hat. Jn II. Abschn. Die Theile in der Brust. Jn den kaltbluͤtigen Thieren, als im Frosche, der Schildkroͤte, der Natter, laufen die Lungenblutadern ins Herzohr MALPIGH. posth. S. 9. , oder in die Holader SWAMMERD. S. 833. charas de la vipere. S. 41. An der Schildkroͤte caldesi S. 63. . §. 23. Sie ist kleiner, als ihre Nebenschlagader. Da sonst in dem ganzen Sisteme der Aorte, so wol der Stamm, als die Aeste der Schlagadern, uͤberall um etwas kleiner, als ihre Nebenblutadern sind, so findet hier in der Lunge das Gegentheil statt, welches das einzige Beispiel ist, da die Oefnungen, oder Durchschnitte der Blutadern kleiner, als ihre begleitende Schlagadern sind. Man hat diese Beobachtung lange gehabt, aber nur erst vor kurzem auf die Phisiologie angewandt. Sie scheint unter den Amsterdammern ihren Ursprung genommen zu haben BLASIVS anat. anim. S. 99. am Schaafe. . Von ihnen hat Welsch, der juͤngere, die- sen Versuch Tab. anat. 46. hergenommen, und Jakob Drake Tab. 13. L. II. Vergl. mit T. 12. durch Kupfer ausgedruͤkkt. Seit dieser Zeit haben diese Sache J. Benignus Winslow Angef. Ort. n. 113. , und J. Cl. Adrian Helvetius Mem. de l’Acad. des scienc. 1718. S. 225., wo man es, als eine ganz neue Sache vortraͤgt. , welcher sich dieses beruͤhmten Mannes Versuche bedienet, zu haben scheint, mit mehr Genauigkeit und Zierlichkeit gelehrt, und gezeigt, daß nicht nur die Schlagaderstaͤmme breiter, als die Blut- aderstaͤmme, sondern daß auch dieses an den beiderseiti- gen Aesten so sei. Selbst der Gegner des Helvetins, Peter Anton Michelott Epist. ad FONTEN. S. 30. , hat den Schlagadern der Lunge dieses Vorrecht zugestanden. J. Dominicus R 4 San- L. III. Das Atemholen. VIII. Buch. Santorin Observ. anat. S. 143. Diese Maasse nimmt der ber. pvjatvs an morb. Naron. S. 97. giebt den Durchmesser der Lungenschlag- ader zu 13. l. \frac{5}{7} an, dessen Quadrat \frac{9216}{49} ist = 188 ✠ \frac{4}{42} : die Durchmesser aber der| vier, im rechten Sinus vereinigten Blutadern, wie 6 \frac{19}{22} ✠ 6 \frac{15}{22} ✠ 5 \frac{9}{22} ✠ 6 \frac{1}{25} , da denn die Quadrate dieser Zalen zusammen ge- nommen 161 ✠ \frac{131}{484} , folglich kleiner, als die Schlaga- dern sind. Ferner hat der beruͤhmte Nicholls Phil. Trans. n. 410. S. 167. u. f. ganz wiedrige Erfolge vorgebracht, da er die Lungenschlagader jederzeit kleiner, als die Blutader macht, und dieses bald wie 10005 gegen 12477 Jndem der Stamm mit fuͤnf Blutadern verglichen wird. , bald wie 1419 zu 2088 S. 168. Auf eben diese Weise. , bald in der Frucht wie 198 zu 294 Es werden zween Lungenae- ste, mit vier Blutadern verglichen. S. 169. . Man kann aber wieder seine Maasse einwenden, daß er eine, oder zwo Schlagadern, mit vier, oder fuͤnf Blutadern verglichen habe Davon ruͤhrt es her, daß auch der vortrefl. FR. BOISSIER ehedem gelaͤugnet, daß das Blut in der Lunge verdikkt weide, indem sich vier Blutadern der Lunge, zu vier Aesten der Lungenschlagader, wie 26 zu 21 verhielten, Mem. de Montpel. 1743. dergleichen hat er auch in der Physiol. S. 99. . Es pflegen naͤmlich, dem bestaͤndigern Na- turgesezze gemaͤß, die Oefnungen der Aeste breiter, als die Oefnung des Stammes zu seyn: so habe ich eben- falls die Oefnungen zwoer Lungenschlagadern, wie 3649, und die Oefnungen an vier Lungenblutadern wie 5621 ge- funden. Und auf solche Art sezzt auch der vortrefliche Senac in einem eignen Beispiele T. II. S. 256. , wenn er zween Aeste der Lungenschlagader, mit fuͤnf Blutaderaͤsten die- ses Eingeweides vergleicht, die Verhaͤltnisse der Oefnun- gen fuͤr die Schlagadern, wie 90000 ✠ 62500, fuͤr die Blutadern, wie 54283 ✠ 47861, ✠ 90000 ✠ 32661 ✠ 62500, so daß die Blutaderaeste wiederum um ein vieles die Schlagadern uͤbertreffen. Dieser vortrefliche Mann fuͤgt noch hinzu, es waͤren der Aeste mehr, und folg- II. Abschn. Die Theile in der Brust. folglich sei auch die Summe der Durchschnitte groͤsser T. I. S. 352. . Dagegen macht unser vortrefliche Meckel die Durch- schnitte der Lungenblutadern gegen die Durchschnitte der Schlagadern, wie sie insgemein vorkommen, um den fuͤnf- ten Theil kleiner Mem. de l’Acad. des scienc. de Berl. T. XII. S. 54. , und er hat sie in einigen auch um den dritten Theil kleiner gefunden, indem die Verhaͤlt- nisse wie 81 und 121 standen Ebendas. ; an einem andern Orte fand er das Verhaͤltnis der Schlagadern, zu den Durch- schnitten der Blutadern, um etwas groͤsser, naͤmlich wie 3 zu 2, oder wie 144 oder 156 zu 96 T. VI. S. 166. . Dagegen habe ich, und mit mir der vortrefliche A u- rivillius, in dieser Sache einen, in etwas, vom vori- gen verschiednen Weg genommen, indem wir jede ein- zelne Schlagaderaeste, mit jeden einzelnen Nebenbluta- dern verglichen. Und auf solche Art haben wir allemal die Blutadern kleiner gefunden, daß sie sogar in vollem Zustande kleiner, als die leeren Schlagadern waren, wo- bei die Verhaͤltnisse mancherlei waren, und die Durch- messer der Blutadern wie 12, der Schlagadern aber wie 14 und 15 standen, so daß daraus die Groͤssen der Durch- schnitte wie 196 zu 144, und 225 zu 144 herauskommen. Ein andermal zeigte sich dieses Verhaͤltnis wie 4 zu 3, und 25 zu 16, ein andermal wie 5 zu 3. So hat der beruͤhmte Aurivill De vasorum pulmonal. er cavit. cord. inaeq. amplitudine. n. 8. S. 19. ebenfalls die Verhaͤltnisse ver- schieden gefunden, doch waren die groͤsten wie 12 zu 11, indem er die Versuche vom Menschen, und verschiednen Thieren zusammen genommen. Die Sache selbst sindet jezziger Zeit keinen Widerspruch mehr. Einige fuͤgen noch hinzu, daß die Lungenschlagadern nicht nur weiter, sondern auch uͤberdem zahlreicher sind DISDIER Splanchnolog. P. II. S. 72. . Daß im Fro- R 5 sche Das Atemholen. VIII. Buch. sche die Blutadern groͤsser sind, behaupten Malpighi Posthum. S. 13. , und Swammerdam S 833. . §. 24. Die Flieswassergefaͤsse. Es haben zwar beruͤhmte Maͤnner WINSLOW. Expos. tr. de la poitr. n. 125. disdier Splanchnol. T. II. S. 74. 75. Vergl. sbaragli Sceps. II. S. 445. Jch habe auch eben diese Erinne- rung in des casseb. posthum. gefunden. Dieses blaͤsige, und Flies- wassergefaͤssen ziemlich unaͤhnliche, beruͤhrt auch schvlze de elate- rio. S. 140. n. 25. mit Recht er- innert, daß man nicht die zellfoͤrmige Zwischenraͤume zwischen den Lungenlappen fuͤr Flieswassergefaͤsse halten solle, ob sie gleich, wenn sie aufgeblasen werden, mit ih- rer Durchsichtigkeit, und den Queerscheidewaͤnden, der- gleichen Gefaͤsse so ziemlich vorstellen. Allein die Lunge ist darum doch nicht ohne wirkliche Wassergefaͤsse, und diese rechtmaͤßigen ihr Dasein, durch eine Menge von ein- fachen Druͤsen. Es machen also auf der Oberflaͤche der Lunge Flieswassergefaͤsse, die Klappen haben WILLIS angef. Ort. T. 1. zoqvet n. 18 la peyronie journal des savans 1742. S. 33. kaavw. n. 627. al. monroo. jun. de vasis lymph. S. 16. Daß sie durch das Flieswasser ruͤkkwerts, aus dem Brustkanale, nach den Blut- aederchen der Lunge gehen lassen, willis. S. 19. , und sich in einander verketten, unter der aͤusserlichen Haut, in dem darunter liegenden Zellgewebe, ein zartes Nezze WILLIS. angef. Ort. rvd- beck beim hemsterhvys. tab. 2. NVCK adenogr. S. 142. MORGAGN. advers. II. S. 88. kavvw. n. 627. keil abridgm. S. 145. (Er glaubt, daß hier mehr Anastomosirungen, als anderswo, sind. FERREIN hist de l’Acad. 1733. S. 38. Diese Flieswasserge- faͤsse des vortr. Mannes, und nach einem menschlichen Koͤrper werden weitlaͤuftiger beschrieben beim ber. montagnat, lettres sur un nou- veau genre de vaisseaux, ferner in diss an actio mechanica pulmonis in fluida tempore exspirationis. Es heist, sie laufen zu einem Nezze zusammen, welches die Raͤume zwi- schen den Lappen begleitet, und es waͤren so viel Nezze, als Lappen. S. 74. sie waͤren aber uͤberall gleich weit, und ohne Aeste, ohne Lappen, sie entstuͤnden aus der tiefen Ver- bindung der Lunge, mit ihren Wur- zeln, . Der- II. Abschn. Die Theile in der Brust. Dergleichen hat im Menschen der beruͤhmte Ferrein Angef. Ort. bei dem mon- tagnat. , der beruͤhmte Hunauld Hist. de l’Academ. des scienc. 1734. Obs. 5. , und ich ebenfalls zu Goͤt- tingen gesehen, und ich habe denjenigen Theil dieses Nez- zes, der vom Brustkanale zuruͤkke kehrt, mit Wachs ausgesprizzt. Von hier habe ich zum Stamme der Lungenblutader, und zu den, an der Luftroͤhre liegenden Druͤsen, Aeste gehen gesehen Dieses hat auch FERREIN diss. de act. pulm. Von den gegitter- ten Gefaͤssen sondert es schon lange BOVRDON ab. angef. Ort. , und sie begeben sich von da weiter zum Brustkanale NVCK. angef. Ort. BOVRD. descript. anat. S. 177. WILLIS. angef Ort. S. 18. HV- NAVLD. angef. Ort. rvysch laͤßt sie dagegrn in die Blutadern uͤbergehen, de valvul. lymph. S. 6. hin; wenn man also diesen Gang an le- bendigen Thieren bindet, so erscheinen die Flieswasserge- faͤsse WILLIS. angef. Ort. . §. 25. Die Lungennerven. Die Lunge hat weder viel, noch grosse Nerven, und es ist auch dieses Eingeweide selbst nicht sehr empfindlich. Wenigstens kann man die Lunge in lebendigen Thieren, ohne daß sie sich bewegte, in Stuͤkken zerreissen Mem. sur les part sensibl. et irrit. exp. 173. : und man hat am Menschen gesehen, daß sich die groͤ- sten Geschwuͤre in der Lunge ohne Fieber, und ohne Schmer- zen erzeugt HVXHAM de febr. S. 247. u. f. ; selbst diejenigen, in denen sie vereitert, pflegen sich nicht zu beklagen, welches schon laͤngst vom Vesal Exam. obs. Fallop. S. 109. angemerket worden. Und Artaeus Caus. aeut. L. II. c. 1. wuste bereits, zeln, in jeder waͤre ein ander Nezze. Diefe Beschreibung sieht sehr nach einer Schilderung der zellfoͤrmigen Raͤume aus. Das Atemholen. VIII. Buch. bereits, daß die Lunge nicht schmerze. Daß die Luft- roͤhre nicht empfinden sollte LORRY Journ. de medec. 1756. M. Dec. , will ich gar nicht leugnen. Es giebt aber unter den Lungennerven zwei Nervenge- flechte, welche beide vornaͤmlich von den Aesten des ach- ten Paars zusammen laufen. Das hintere Nervengeflechte VIEVSS. Tab. 23. 12. 13. winslow. n. 124. , welches zu- gleich gros, und bekannter ist, koͤmmt vom achten Paare her, und zwar so gleich, als sich dessen Stamm, wenn er einen ruͤkklaͤufigen Ast von sich gestrekkt, in dem aͤussern der Lunge, und der Luftroͤhre zu beiden Seiten verbirgt. Es geben naͤmlich nach der Ordnung beide achte Ner- ven drei, oder mehr bis sechs Aeste, und daruͤber, von sich, die den Luftroͤhrenast begleiten, sich hernach in der Lunge vertheilen, und mit den Gefaͤssen in einerley Zell- gewebe fortkriechen. Jch habe sechs Aeste gefunden, darunter zween die Schlagader, drei die Luftroͤhre ver- folgeten, und der sechste die Lungenblutader begleitete. Das vordere Nervengeflechte ist kleiner, und ent- steht an der rechten Seite vom achten Paare Ob es die bei 7. 7. sind im vievss. , an eben dem Orte, mit etlichen Zweigen, doch so, daß es sich, nach vorne zu, um die Lungenschlagader herumbiegt, da es mit der obern Lungenblutader, und den Herznerven, im Zusammenhange steht, und nebst diesen, die Lungen- nerven ausmacht. Es entstehen aber diese Herznerven von dem unter- sten Nakkenknoten, und dessen Aste, den man den Flaͤ- chenast nennen koͤnnte, und der sich vor der Wirbel- schlagader zum Stamme der Schluͤsselader hinneigt, von dem eignen Herzgeflechte einen Ast empfaͤngt, zum Stam- me der Aorte, und zur rechten Seite des Schlagader- ganges fortgeht, und mit den einem tieferen Zweigchen weiter, bis zum Herzen niedersteigt, und zwar zwischen zwoen II. Abschn. Die Theile in der Brust. zwoen Hauptschlagadern, mit dem andern Zweige aber uͤber den Schlagadergang links wegwandert, und wenn er die eben gedachten Aeste des achten Paares an sich gezogen, ferner mit einigen Zweigen zwischen der Schlag- ader, und Blutader, in die Lunge eintritt. An diesen Nerven pflegt der ruͤkklaufende Stamm noch einen Zweig mit anzuhaͤngen. Es ist auch noch ein andrer Ast, der vom grossen Herzgeflechte seinen Ursprung hernimmt, bei der Hand, dieser lieget auf der Luftroͤhre auf, und be- wegt sich von da, uͤber die Aorte zur linken Lunge fort. An der rechten Seite habe ich die Vorderaeste, aus den Zweigen des ruͤkklaͤufigen Nerven, aus dem ersten Aste dieses Stammes, und aus den Zweigen des achten Paares, die wie die an |der linken Seite, an einerlei Orte entspringen, und endlich aus dem Nerven, den der oͤberste Brustknote des Zwischenribbenstammes, beinahe wie an der linken Seite dahin sendet, herauskommen ge- sehen. Die Geschichte des ruͤkkgaͤngigen Nerven, wird mit besserm Rechte bei dem Luftroͤhrenkopfe vorkommen. §. 26. Die, der Lunge wesentliche Strukkur. Das Fleischige ist in der Lunge weich, schwammaͤhn- lich ARETAEVS. L. I. Caus. diuturn. c. 10. , und zwar in allen Thieren, so viel ich ihrer ge- oͤffnet habe. Wir muͤssen nun die eigentliche Beschaf- fenheit dieses Fleischigen, wormit eben die Lunge von an- dern Eingeweiden unterschieden ist, darlegen. Wenn man demnach im Menschen, Hunde, in der Kazze, in den Rindern, und uͤberhaupt in den Vierfuͤs- sigen, die aͤussere Bekleidung der Lunge auf die Seite schaft, so entdekkt man das Zellgewebe, zwischen dieser Be- Das Athemholen. VIII. Buch. Bekleidung, und dem Fleischigen der Lunge WINSLOW. n. 107. , welches am Menschen etwas undeutlich, im Ochsen aber sehr leicht zu sehen ist. Es ist dieses Zellgewebe zart, und ohne Fett. Jndem also die Lunge von ihrer Haut entbloͤsset, so wird man gewahr, daß sich die Lunge in Lappen zerlegt, die eine von einem Lappen zum andern fortgehende aͤus- serste Haut bisher verbunden hielt. Die Raͤume zwi- fchen diesen Lappen sind zellfoͤrmig winslow. n. 106. 107. Diese faͤsrige Lungenmembran hat HELVET. die inwendige ge- nannt, S. 22. und von der Scheide der Gefaͤsse abgetheilet. S. 30. C. A. aBERGEN. de cellulos. tunic. , und durch diese Faͤserchen laufen die Staͤmme der Gefaͤsse hindurch HELVET S. 32. . Wenn man nun in einen dergleichen Zwischenraum, durch ein Rohr Luft blaͤst Ebenders. S. 23. Vergl. KAAVW. n. 139. , so erhebt sich, und schwillt die- ser Zwischenraum sehr auf; ferner trennt sich ein jegli- cher Lappen, von dem angewachsnen Zellgewebe, in meh- rere uͤber einander liegende Lappen WINSL. n. 105. , und diese Zellfaͤ- den scheinen, von der Luft erfuͤllt, cilindrisch zu werden, und durch Queerfaͤden zertheilt zu seyn; doch wenn man sie genauer besieht, so erscheinen keine Cilinder, sondern tiefe Luͤkken zwischen den Lappen Genannt beim schvltz. angef. Ort. , ohne gewisse Figur, und diese Zwischenraͤume sind mit einem aͤusserst zarten, aber jederzeit magern KAAVW. n. 139 Zellgewebe ausgefuͤllt. Jn diese Zwischenraͤume ergiest sich, so wie in der Oberflaͤ- che der Lunge, die Klebrigkeit in denen am Seitenstechen krank liegenden VALCAR. medic. ration. S. 132. , und es nehmen die Wasserblaͤschen diese Gegend ein MALPIGH. S. 135. . Doch Die haͤutigen Abtheilungen des rvysch. catal. mus. rar. S. 132. 133. 134. Diese nennt durchsich- tig malpigh. Ep. I. S. 135. Aus dem Pferde beschreibt es der ber. BOVRGEL. angef. Ort. T. II. P. 2. S. 557. II. Abschn. Die Theile in der Brust. Doch erzeigen sich auch an den kleineren Lappen, die nunmehr das Aufblasen von einander geschieden, aͤhnli- che, durchsichtige, gegitterte, tiefe Striche, die das sehr zarte Zellgewebe Vergl. HELVET. S. 26. SBARAGL. vigil. S. XXXIV. , wegen der eingeschlossenen Luft, sicht- bar macht, und durch diese lassen sich noch kleinere, und endlich die allerkleinsten Laͤppchen unterscheiden, die alle eine gefaͤcherte Scheide Damit stimmt ein der vortr. SENAC. T. II. S. 233. HELVET. S. 28. rvysch. S. 134. 135. am Kalbe, nicht am Menschen. Sie ist im Pferde stark, und behaͤlt die Luft in sich, wenn gleich die aͤussere Membran die- ses Eingeweldes weggeschaft wor- den, BOVRGEL. angef. Ort. S. 555. um sich haben, von der nicht die Zwischenraͤume allein, sondern auch der ganze Lappen von allen Seiten umgeben wird. Die Laͤppchen haben keine gewisse Figur Die Lappen beschrieben mal- figh. de pulm. Ep. I. S. 135. hel- vet. rvysch. S. 135. fant. anat. S. 319. u. f. MALPIGH. S. 135. er zeichnet sie sehr ekkig. f. 3. . Doch die Blaͤschen er- heben sich in einem jeden Lappen allemal, wenn sie auf- geblasen werden: doch so leicht geht die Luft nicht aus einem Laͤppchen, in sein benachbartes Laͤppchen HELVET. S. 29. novr- gelat. angef. Ort. S. 553. . Wenn endlich das fuͤr die kleinsten Theile zu schwa- che Auge, keine weitere Faͤcherabtheilungen zu unterschei- den weis, so erscheinet das zellfoͤrmige, und blaͤsige We- sen, woraus die Laͤppchen bestehen. Dieses ist voller Luft, und durch Haͤute unterschieden, und in diesen Haͤut- chen verwandeln sich die kleinsten Gesaͤsse in ein Nezz RVYSCH. catal. mus. rar. S. 134. malpigh. T. II. f. 2. winsl. n. 109. helvet. S. 30. 32. Diese hat | albin angefuͤllt, aber nur mit Muͤhe gezeigt, beim HAYMANN Comm. ad I. R. M. T. V. S. 180. Am schoͤnsten hat sie ausgesprizzt Lieberkuͤhn beim KRVEGER. Phisiolog. n. 199. . Das Auge kann hier jedes einzelne Blaͤschen nicht er- reichen. Wenn man in die Luftroͤhre Luft blaͤset, so steigt so- gleich dieses blaͤsige Wesen in die Hoͤhe, es werden die ausgedehnte Laͤppchen, nach Art eines weissen Schaums, sowohl Das Atemholen. VIII. Buch. sowohl laͤnger, als breiter, sie ziehen sich von einander zuruͤkke, und werden weis. Wenn man die Lunge in diesem Zustande troknet, und der Queere nach durch- schneidet, so erscheinen artige Hoͤlungen von unbestimm- ter Figur, und vierekkig, welches eben diese Blaͤs- chen sind. Doch es ist merkwuͤrdig, und es traͤget zugleich zum Verstaͤndnisse der folgenden Streitigkeiten viel bei, daß in starken Thieren, als im Ochsen, die in die Blaͤschen getriebne Luft, in die Zwischenraͤume der Laͤppchen nicht herausfaͤhrt: und die sonst durchsichtige Gestalt dieser Laͤppchen, die auch noch da ist, wenn sie aufgeblasen sind, unterscheidet sich, von der weissen schaͤumigen Be- schaffenheit der ganz kleinen Blaͤschen, um ein vieles. So durchlaͤuft, umgekehrt, in den starken Thieren, die in die Zwischenraͤume der Laͤppchen getriebene Luft, diese Zwischenraͤume von allen Seiten, doch sie geht in die Blaͤschen nicht mit hinuͤber, und sie dehnt auch das schwammige Fleisch der Lunge nicht auseinander. Wenn dagegen in den zaͤrteren Thieren, und sehr oft im Menschen selbst, die Luft durch die Luftroͤhre einge- blasen wird, so dringt diese nicht allein in das zellfoͤrmige Gewebe zwischen den Laͤppchen ein, sondern sie scheidet auch, die von aussen um die Lunge gelagerte Bekleidung, von den blaͤsigen Laͤppchen, und sie noͤthigt sie, zu gros- sen Blasen aufzuschwellen HELVETIVS. S. 21. 24. RIDLEY. obs. S. 204. : endlich dehnt sie die Zwi- schenraͤume der Laͤppchen ebenfalls aus. Wenn eben diese Luft in einem einzigen Ast der Luftroͤhre eingeblasen wird, so dehnt sie einen Lappen nach dem andern auf, und endlich bringt sie die ganze Lunge zum Aufschwellen. So dringt ebenfalls die Luft, in den kleinen und zarten Thieren, besonders wenn die Lunge eine zeitlang im Was- ser gelegen, wenn man diese Luft in die faͤchrige Zwischen- raͤume II. Abschn. Die Theile in der Brust. raͤume der Laͤppchen getrieben, in das schwammige We- sen der Lunge, so gar auch daselbst ein, wo die Theile, von dem Orte des Einblasens, weit abliegen. Diese Luft durchwandert die ganze Lunge, und sie faͤhrt zur Luftroͤhre wieder heraus. Ja sie erhebt die aͤusserste Lungenhaut zu aͤhnlichen Blasen. Es laͤßt sich aus diesem verschiednen Erfolge der Versuche leicht abnehmen, warum beruͤhmte Maͤnner, von der den Lappen eignen Haut, und von dem bald of- fen, bald verschlossenen Wege, aus dem blaͤsigen Wesen der Lunge, verschiedentlich, und doch wahr geschrieben: indem einige versichern, die Luft gehe aus der Luftroͤhre in die Zwischenraͤume der Lappen malpich. posthum. S. 11. auch am Rinde, winsl. n. 108. aber nach und nach helvet. S. 24. 29. und Journ. des savans. 1742. S. 368. savvag. physiol. S. 98. Eschenbach anat. S. 444. und von der mitteln des Ateinholens zuge- lassenen Luft bertier physiq. des corps anim. S. 179. , andre dieses dage- gen leugnen willis. S. 32. mor- gagn. advers. anat. V. S 46. COWPER. ad BIDLOI. T. 25. f. 5. BOEHMER de bronch. et vas. bronch. n. 20. bovrgel. hippiatriq. T. II. P. II. S. 571. am Pserde. , und andre wieder sagen HELVET. S. 29. , oder leug- nen SAVVAGES. angef. Ort. hoadl S 93. c. a. a bergen de tunica cellulosa. , daß die Luft aus den Faͤcherchen der Zwischen- raͤume, in die Blaͤschen einen offenen Weg vor sich finde. §. 27. Der Bau der Lunge in den Vierfuͤßigen, welche Eier legen. Da sich viele Schriftsteller, um die Beschaffenheit der Lunge auseinander zu legen, dieser Thiere bedient ha- ben, und von diesen Geschlechtern vornamlich der Name der H. Phisiol. 3. B. S Das Atemholen. VIII. Buch. der Blaͤschen, in der Phisiologie naturalisirt worden, so wird es nicht ohne Nuzzen seyn, diesen Bau mit kur- zen Worten zu beschreiben, und zwar nach dem Frosche, den ich vor andern bei der Hand haben kann, und nach der Eidechse. Die Lunge hat im Frosche zween Lappen, naͤmlich eben so viel Blaͤschen, welche hol sind: es wird aber diese Hoͤlung inwendig MALPIGH. Epist. S. 141. posth. S. 10. Mem. sur le mouvem. du sang. exp. 86. roesel. S. 24. senac. T. I. S. 233. BREM. angef. Ort. S. 477. An der Schild- kroͤte caldesi. T. 8. f. 12. S. 71. blas. miscell. S. 273. anat. anim. S. 119. helvet. S. 31. Act. Svec. Lit. 1730. S. 60. von ungleichen Scheidewaͤnden in grosse Hoͤlen abgetheilt. Es bestehen aber die Waͤnde dieser groͤssern Hoͤlung aus Faͤcherchen, die, wie die an den Wachstafeln der Bienen, gros, sehr deutlich Sie sind groͤsser, als am Men- schen, helvet. angef. Ort. S. 31. , vielek- kig ROESEL hist. ranar. tab. 5. f. 6. malpigh. T. I. s. I. T. II. f. I. Sie sind in der Kroͤte rund, ROESEL. T. 19. f. 3. 5. T. 21. s. 25. , und durch zellfoͤrmige Striche abgetheilt sind, in denen Gefaͤsse laufen, die ihre Zweige diesen Faͤcherchen mittheilen ROESEL. T. 21. f. 25. . Doch es haben diese Blaͤschen selbst in den Froͤschen, ausserdem ihre faͤchrige, und in aͤhnliche, aber ungemeine kleine Blaͤschen zertheilte Waͤnde Memoir. angef. Ort. . Auch diese Raͤume empfangen Gefaͤsse, welche ihre Aeste in die kleinste Blaͤschen werfen, und selbst unter einan- der, um die Blaͤschen herum, ein Nezzwerk flechten Vorhergeh. §. 10. COW- PER. Phil. Transact. S. 285. . Eben dieser Bau zeiget sich, wie ich einige male gesehen, auch an der groͤssern gruͤnen Eidechse. §. 28. Der Bau der Lunge, feiner zerlegt. Das bisher vorgetragene laͤst sich schon durch den blossen Augenschein entscheiden. Es hat aber, vornaͤm- lich II. Abschn. Die Theile in der Brust. lich die Geschikklichkeit des Malpighs, noch einige Sa- chen hinzugefuͤgt, welche von der Anwendung des Ver- groͤsserungsglases herruͤhren, oder, weil sie ganz und gar uͤber den Bezirk unsrer Augen, hinausgesezzt sind, blos von der vermuthenden Kraft der Seele erreicht werden. Es laͤst also dieser beruͤhmte Mann erstlich die run- den Lungenblasen Ep. I. S. 133. lvdw. n. 186. von den, auseinander laufenden Aesten der Luftroͤhre, die sich gleichsam zu Blasen erwei- tern, entstehen WINSL. n. 136. mal- pigh S. 134. An der Kazze, WEPFER de cicut. S. 186. da sie waͤhrendem Einatmen starb. DVVERN. hat am ganzen Koͤr- per zusammenhaͤngende Blaͤschen angenommen, in die sich die Gefaͤsse ergoͤssen, Mem. avant 1699. T. I. S. 281. . Ferner, sagt er, daß die Lungen- schlagader zwar auf dem aͤussern Theile der Lunge ein Nezz mache Posthum. S. 9. , und, nach Art der Ringe, um die Blaͤschen herumlaufe Vorhergeh. §. 10. Ep. II. , die Blutader hingegen in der innern Posthum. S. 9. Gegend den Grund der Blaͤschen einnehme, doch so, daß beide Arten von Gefaͤssen durch Anastomosirungen zusam- men hingen Ebendas. S. 13. . Er schreibt ferner, daß in kaltbluͤtigen Thieren eine muskelhafte Scheide Posthum. S. 19. BREMI- OND. Mem. de l’Acad. 1739. S. 478. , welche nezzfoͤrmig, von lan- gen, queerlaufenden Die Vaͤter der Gesellschaft Jesu an dem Siamer Krokodile. Obs. mathem. et de physiq. S. 25. An der Schildkroͤte, MORGAGN. advers. V. n. 29. , und geraden Fasern durchfloch- ten sei, und die die Lunge, sowohl von aussen umgebe, als auch jedes Blaͤschen inwendig umhuͤlle, die Luuge be- diene. Er hat dieses Muskelgeflechte, da er es im Lam- me gefunden, auch auf Thiere von waͤrmern Blute an- gewandt Angef. Ort. S. 9. und wie- derum S. 58. . Eben dieses Muskelhafte haben viele be- ruͤhmte Maͤnner, im Menschen WILLIS, BERGER de na- , in den warmen Thie- S 2 ren Das Atemholen. VIII. Buch. ren, und die Pariser in den grossen Voͤgeln ange- troffen Am Straussen, die Pariser, und valisner. anatom. d’un struzzo. S. 249. am Kasuar dle Pariser. . Willis Pharmac. ration. P. II. S. 12. 13. tab. 3. f. 1. bidloo. T. 25. f. 6.. wohlfahrt. anges. Ort. K. K L. L. BLOEMESTEYN. S. 10. fuͤgt, wie solches gemeiniglich zu gesche- hen pflegt, Figuren hinzu, in denen, die mit Luft er- fuͤllte Blaͤschen, wie Beeren eine Traube bilden, deren Stengel die Luftroͤhre, und die Luftroͤhrenaeste vorstellen, und diese Stiele sind schmal, und gehen in die weite Blasen hinein. Jn einigen Jnsekten erscheinen die Blaͤschen an den Luftroͤhren hin, und wieder von runder Form, und auch an sich groͤsser An dem Nafenhornkaefer, swammerd. bibl. natur. S. 336. t. 29. f. 9. t. 30. f. 1. und in der Bie- ne, auf etwas veraͤnderte Weise. S. 4 52. 453. . Hierinnen hat der vortrefliche Senac einige Veraͤn- derung vorgenommen, und die Laͤppchen im Kalbe aus Blaͤschen zusammengesezzt, in deren jedes ein Ast von seiner Luftroͤhre geht. Er sagt, daß ein dergleichen Blaͤs- chen mit kleineren Faͤcherchen, die nur klein, vielekkig, und nicht groͤsser, als ein Sechstheil Linie waͤren, erfuͤllt sei. Dieses betrift die Kalbslunge; und er gesteht es, daß dieses im Menschen nicht so deutlich ins Auge falle. Vielekkig hat auch Stephan Hales Vegetable statiks. c. 6. S. 288. ferner Ess. of a societ. ad Edimb. T. III. S. 126. R O SEN sanat. be- s krifn. S. 284. winsl. n. 137. TARIN anthrop. S. 192. jenty course of anat. im Historischen Compendio. S. CLXXIX. die Blaͤschen gemacht, und er schaͤzzt ihren Durchmesser dem hunder- ten Theile eines Zolles gleich S. 238. bis \frac{1}{50} keil. . Jakob Keil hat so- gar diese Blaͤschen gezaͤhlt, er schaͤzzt sie auf 1744186015, die ganze innerste Lungenflaͤche im Menschen fand er ge- gen natur. hum. S. 16. 37. dionis cours d’anat. S. 463. VERDVC usage des part. T. II. S. 315. kvl- mvs de aere in sang. hum. mery progrès de la medec. 1697. S. 39. BERNER mechanism. S. 244. BREMOND. angef. Ort. T. II. S. 233. 233. II. Abschn. Die Theile in der Brust. gen 21906 Geviertzolle gros Tentam. S. 80. , und von diesem weicht der beruͤhmte Hales wenig ab, als welcher die Oberflaͤ- che der Luftroͤhre 1035 Geviertzolle gleich schaͤzzt, den Blaͤschen aber 20000 dergleichen Zolle giebt HALES veget. stat. S. 237. 238. . End- lich gab sich der vortrefliche J. Nathanael Lieberkuͤhn die Muͤhe, die Lungenblaͤschen zu berechnen, und er schaͤzzte die gesammte Oberflaͤche aller nicht kleiner, als 1500 Kubikfus Beim Hamberger physiol. S. 707. , welches eine ausnehmende Verschie- denheit ist. §. 29. Einige Anmerkungen daruͤber. Die Menschen haben gemeiniglich das schlimme Schikksal, daß die Geschichte der phisischen Dinge alle- mal ohne Gruͤndlichkeit bleibt, und die Weltgeschichte sich mit den Begebenheiten, die sie erzehlt, in dem Lande der Fabeln verliert. Man mus also aus dieser Beschrei- bung erst das Muskelhafte der Lunge verstossen, da sich dieses durchaus nicht im Menschen findet, noch sich nicht einmal im Frosche, durch gute Versuche bestaͤtigen laͤst. Wenigstens ist die Lunge der Vierfuͤssigen ohne alle Reizbarkeit Premier Memoire sur les part. sensibl. et irrit. S. 53. caldani in racolta fabri. S. 329. . Ferner hat Malpighi Posthum. S. 12. ehedem selbst geleugnet, daß die Blaͤschen wie Flaschen, mittelst eines Halses, an der Luftroͤhre hingen, ob gleich Willis die Entdekkun- gen dieses Mannes weiter verschoͤnerte. Nach der Zeit gestand es Cowper Ueber BIDL. tab. 15. f. 6. ferner n. stenonis. F. beim barth. Cent. IV. Ep. 55. S. 350. borrich. Ep. 51. templ. phil. trans. n. 56. , daß ihm dieser Handgriff nie- S 3 mals Das Atemholen. VIII. Buch. mals recht gluͤkklich von statten gehen wollen, und es ist der Erfolg davon fleißigen Maͤnnern, und vornaͤmlich dem Hel- vetius Mem. de l’Acad. des scienc. 1718. , nicht besser gerathen. Es stimmt auch nicht das Gegeneinanderhalten der kalten Thiere, und Voͤgel mit einander uͤberein, da man die Loͤcher der Luftroͤhre in die Lunge offen Am Storchen, harder apiar. S. 62. am Schwane, BOR- RICH. ad BARTH. Cent. IV. Ep. 51. 81. an der Schildkroͤte, BLAS. anat. anim. t. 30. f. 3. caldesi tab. 8. f. 10. , und nicht in Blaͤschen geendigte Aeste findet. Jch glaube auch, wenigstens nach meinen am Kalbe gemachten Versuchen, nicht, daß man eine groͤs- sere Blase aufzeigen koͤnne, die nicht ein Laͤppchen sei, und aus noch kleinern Blaͤschen bestuͤnde. Die ange- gebnen Maasse, deren vornehmster Fus der willkuͤhrliche Durchmesser eines Blaͤschens ist, lasse ich vor der Hand unausgemacht. Es verdient die Sache mehr, daß ich von dem hel- vetianischen Bausisteme rede. Es hatte schon vor lan- ger Zeit Joseph Duverney das Wesen der Lunge aus Blaͤschen, welche unter sich Gemeinschaft hatten, zu- sammengesezzt Memoir. avant 1699. T. I. S. 281. . Nachgehends uͤberredete der beruͤhmte Helvetius, nach den, in der vorhergehenden Nummer erzaͤhlten Versuchen, daß runde, von einander unter- schiedene, und blos mit den Zweigen der Luftroͤhre ver- bundene Blaͤschen, eine Einbildung waͤren Mem. de 1718. S. 24. 25. 26. 27. 28. nicht einmal im Pferde, Eclaircissemens. S. 11. , und daß die ganze Lunge, auf die allereinfachste Weise, aus blossen zellfoͤrmigen kleinen Blaͤschen aufgefuͤhrt sei, die zugleich vo n den faͤchrigen Scheidewaͤnden zusammenge- halten wuͤrden, und daß man also in der Lunge nichts, als ein schwammiges Gewebe S. 30. u. f. , finde, welches sich um die Gefasse herumlege, ihre Aeste, und Aestchen umkleide, und sich in dem zaͤrtesten Wesen, um die lezzten Zweige an- II. Abschn. Die Theile in der Brust. anhaͤufe, und von den offnen Enden der Luftroͤhre Luft bekaͤme: es waͤren also die Faͤcherchen in der Lunge ohne Gestalt, und von unbestimmter Figur, und Groͤsse, der- gleichen die sonst sind, welche Fett aufnaͤhmen, und wel- che sich alle in einander oͤffneten Ebend. S. 26. , fast auf die Art, wie sie an der Kaͤlbermilz vorkommen S. 32. . Er fuͤgt noch hinzn, man koͤnne offenbar sehen, daß in Froͤschen, Schildkroͤten, und andern kalten Thieren, dieser Bau die Oberhand nehme, da sie die ekkige Faͤcherchen, die Ge- meinschaft haͤtten, einzig und allein von der Natur erhal- ten haͤtten, damit sich in diese die Enden der Luftroͤhre, und oft die Loͤcher eroͤffnen moͤchten. Endlich entstuͤnden in den Vierfuͤßigen, und selbst im Menschen, die kleinsten Faͤcherchen, von den groͤssern faͤch- rigen Scheiden der Gefaͤsse Vorhergeh. § 26. HARDER apiar. observ. S. 62. , da sie nicht nur von ihnen die Lust herhaͤtten, sondern ihnen auch die Luft wieder gaͤben. Man kaun noch hinzufuͤgen, es haͤtte die Lunge die groͤste Aehnlichkeit mit andern aufgeblasenen zellfoͤrmigen Geweben im menschlichen Koͤrper, z. E. am Magen, der Blase, den Gedaͤrmen. Diese Gewebe aber sind eben- falls von dem grossen zellfoͤrmigen Zusammenhange, wo- von das Gekroͤse ein Beispiel geken kann, mittelst faͤchri- ger Faͤden eine Fortsezzung, und diese Zellfaͤden kommen zugleich mit den Aesten, und Zweigen, der Gekroͤsege- faͤsse an. Ferner kann man noch sagen, daß sich auch aͤhnliche Nezze, wie in der Lunge, in allen schwammigen Geweben, am Magen, Gedaͤrmen, und der Harnblase, und anderswo, ausbreiten. Wenn man aber einwendet, daß die in die Luftroͤhre getriebene Luft, aus den Lungenblaͤschen, uͤberhaupt lang- sam nach den Faͤcherchen uͤbergehe HELVET. S. 34. und bei dem bertier Journ. des sav. 1742. S. 368. , oder daß das Blaͤ- S 4 sige, Das Atemholen. VIII. Buch. sige, und mit Luft erfuͤllte Wesen, wenn das Faͤchrige der Lunge aufgeblasen worden, zusammenfalle ESCHENBACH. anat. S. 444. WINSLOW. n. 108. HELVET. beim BERTIER. , so antwortet eben dieser beruͤhmte Mann, es sei der Weg gehemmet worden, und es hielten die vielen Reihen der Scheidewaͤnde das Blasen auf. Jch sowohl Commentar. uͤber BOER- HAAV. T. II. n. 196. , als der beruͤhmte Thierry Jn der Dissert. Ergo in celluloso textu morbi, et morbo- rum curationes. , ha- die Meinung des beruͤhmten Mannes angenommen. §. 30. Was man der Erklaͤrung des Helvetius entgegen sezzt. Die Meinung dieses beruͤhmten Mannes hat indes- sen nicht, gegen die angenommene Erklaͤrung, die Ober- hand gewinnen koͤnnen, und es pflegt dem Gemuͤthe der Menschen WINSLOW. n. 103. 104. 106. ESCHENBACH anat. S. 444. LVDWIG pbysiolog. n. 186. REICHNAVI de pulm. structura. n. 8. VERRYST de respirat. S. 9. das blaͤsige, und mit Luft erfuͤllte System in der Lunge, weil es von der Natur selbst von den zell- foͤrmigen, und den Scheidewaͤnden unterschieden wuͤrde, zu gefallen, und wir haben die Versuche angegeben, wel- che machen, daß die Luft nicht aus den zellfoͤrmigen Hoͤ- len, in die mit Luft angefuͤllte, und so umgekehrt, uͤber- gehen kann. Fuͤr meine Person, halte ich, wenn ich alles erwaͤge, mehr auf die Versuche mit erwachsnen und grossen Thie- ren, wenn man sie an ganz frischen Lungen macht, als auf die an andern zarten Thieren, und an Lungen, welche man in Wasser erweicht, gemachten. Folglich glaube ich denjenigen vortreflichen Maͤnnern mehr, welche die freie II. Abschn. Die Theile in der Brust. freie Gemeinschaft zwischen den Raͤumen der Laͤppchen, und den Blaͤschen leugnen Vorhergeh. §. 26. , und ich uͤberrede mich allerdings, es koͤnne das starke Blasen des Gehuͤlfen bei der Zerlegung, welches sich in der kegelhaften Roͤhre gleichsam verstaͤrke, entweder an den zellfoͤrmigen Schei- dewaͤnden, davon die Laͤppchen erfuͤllt sind, oder endlich an den Lungenzellchen selbst, eine Verlezzung anrichten, und dieses sei viel eher zu vermuthen, als daß die Gegen- meinung wahr seyn sollte, welche fordert, daß ein so zar- tes Element, welches im Begriffe steht, aus der Luft- roͤhre in die Faͤcherchen zu gehen, angehalten werden sollte, ob es gleich den, von der Natur gebahnten Weg, vor sich flndet. Endlich ist es mit allen meinen, an warmen und kalten Thieren gemachten Zerlegungen, uͤbereinstimmig, daß sich kein Ast der Luftroͤhre in eine besondere Blase endige, sondern daß das zellfoͤrmige Wesen, sowol in der Lunge des Menschen, als des Frosches, statt finde, und daß diese unvollkommne kleine Hoͤlen eine freie Ge- meinschaft unter sich haben, und das so lange, bis der Strom der Luft von der Scheide eines jeden Laͤppchen aufgehalten wird, und diese Scheide die Hinderung macht, daß sie nicht von einem Laͤppchen in das benach- barte Laͤppchen heruͤbersteigen kann. S 5 Drit- Das Atemholen. VIII. Buch. Dritter Abschnitt. Die Luft. §. 1. D a das Atemholen ein Geschaͤfte ist, welches aus dem Einfalle der Luft, wovon die Lunge ausge- dehnt wird, und aus der Wirksamkeit der thierischen Werkzeuge, welche diese Luft wechselweise an sich ziehen, und wieder fortstoßen, zusammengesezzt ist, so mus ich so viel aus den Schriften der Naturlehre beibringen, als diese Thaͤtigkeit der Luft, die sie waͤhrendem Atemholen ausuͤbt, zu erlaͤutern hinlaͤnglich ist. Jch trage hier nichts neues, oder von eigner Erfindung vor. Dabei wird es meine Sache seyn, kurz zu werden, und mich auf zuverlaͤßige Schriftsteller beziehen. Es ist die Luft, welche wir mit dem Atem in uns zie- hen, uͤberhaupt dieselbe, welche um den Erdboden, einen holen, kugligen Ring, von nicht hinlaͤnglich bekannter Hoͤhe macht, und sich hie und da auch in die Hoͤlen der Erde hineinschleicht; man nennt sie Atmosphaerenluft, von den beigemischten Daͤmfen, und man mus diese von dem wahren Elemente der Luft unterscheiden. §. 2. Die Luft ist eine Art eines fluͤßigen Elements. Es ist die erste und allereinfachste Beschaffenheit der Luft, im hoͤchsten Grade, und bestaͤndig fluͤßig zu seyn BOERH. Elem. chem. T. I. S. 429. : im hoͤchsten Grade, so daß sie allen Koͤrpern, die sie zer- theilen wollen, ungemein leicht ausweicht; bestaͤndig fluͤs- sig, da man die Luft durch keine kuͤnstliche Verdikkung, und III. Abschn. Die Luft. und durch keine Gewalt der Kaͤlte, weniger fluͤßig ma- chen kann. Denn ob gleich das Element der Luft in ei- nem vierzigmal kleinern Raum BOYLE in tract. variis. verengert werden kann BOERH. S. 454. MV- SCHENBR. Instit. phys. n. 1339. , und ob die Kaͤlte gleich die Luft um so viel ver- dikket Daß die Kaͤlte die Luft in nova Zembla so verdichte, daß sich Uhren u. d. traͤge bewegen, Boyle Exper. Phys. mech. n. 36. Jch woll- te vielmehr die Ursache der Verdich- tung des Oels zuschreiben, welches die Bewegung der Raͤder zu erleich- tern bestimmt ist. , als sie sich von der Hizze des siedenden Was- sers, uͤber das Maas der Mittelmaͤßigkeit, erweitern laͤst, so buͤst sie doch in keinem einzigen Falle das mindeste von dieser Fluͤßigkeit ein, so wie sich diese Fluͤßigkeit umgekehrt, von keiner Waͤrme vergroͤssern laͤst. Es gehoͤrt aber eigentlich fuͤr unsrem Zwekk, die Gren- zen dieser Kraft zu erforschen, das ist, das Vermoͤgen der Luft, Koͤrper zu durchdringen. Es ist dieses ihr Ver- moͤgen kleiner, als man es von der groͤsten Fluͤßigkeit der Luft erwarten sollte. Ohne Zweifel wird die Luft von Koͤrpern, die in der Atmosphaere schwimmen BOERH. S. 432. , viel- mal leichter, als das Wasser fortgestossen, und doch dringt Wasser viel leichter durch die meisten festen Koͤrper durch, als es die Luft thut NEVM. oper. T. I. S. 238. , und es ist hierbei von der ploͤzz- lichen Durchdringung die Rede. Sie bewegt sich nicht ohne Muͤhe durch die Haarroͤhrchen hindurch WHYTT physiol. essays. S. 92. . Die Luft wird durchgaͤngig von Membranen FLOYER pulsewatch. T. II S. 334 MVSSCHENBR. S. 24. 26. Wolfs nuͤzzliche Versu- che. S. 129. auch von umgewandten Membranen, mvsschenbr. S. 24. daß sie der ins leere eindringen- den gewaltsamen Luft Widerstand thun. Ebendas. zu entwischen gehindert, und es bleiben diese sehr lange aufgeblasen, wenn man nicht das Band nachlaͤst. Die Haut des Menschen Wenn man sie gleich mit dem Hammer klopft, und die Atmosphaere nicht wegnimmt. DIEBOLD de de aere in liquid. hum. S. 12. , und der Thiere, sie sei, wie ein Schlauch, trok- Das Atemholen. VIII. Buch. trokken MVSSCHENBR. S. 25. , oder man betrachte sie am lebendigen Lei- be Mem. avant. 1699. T. II. S. 207. mery mem. de l’Acad. 1700. S. 220. , so haͤlt sie die Lust zuruͤkke, so daß sie sich nicht einmal durch diese Membranen hindurch macht, wenn man gleich den Drukk der aͤussern Luft aufhebt BOERH. S. 431. . Fi- sche, und andre Thiere, bleiben unter der Luftpumpe, wenn man den Drukk der Atmosphaͤre weggenommen, in dem geschwollnen Zustande MERV. angef. Ort. S. 221. . Die Natter, welche im leeren Luftraume aufschwillt, verliert die Luft durch die Luftroͤhre, und sie schwizzt sie nicht durch die Haut aus Ebenders. ebendas. : und die Luft, welche man aus den Fischen dringen gesehen, war zwischen den Schuppen verborgen, indem Fische nicht von selbsten aufschwellen Ebenders. ebendas. F. de FE- LICE ad ARBVTHN. S. 122. . Auf eben solche Weise halten auch die Haͤute des Auges MVSSCHENBR. angef. Dissert. S. 15. mery. S. 219. , der Magen MERY. angef. Ort. , das Herz, und die Herzohren MVSSCHENBR. S. 19. mkry. angef. Orr , die Schlag- ader, die Blutader MERY. Angef. Ort. , die Flieswassergefaͤsse MVSSCHENBR. gngef. Ort. , und so gar auch die Lunge, die Luft zuruͤkke MVSSCHENBR. S. 27. 28. : da doch alle diese Dinge Wasser durchlassen, wie auch Oel, Geifer, und Quekksilber BOERH. S. 431. 432. Sie geht durch die Schweisloͤcher der menschlichen Haut durch, BOYLE corpor. porosit. S. 10. einen Durchgang verstatten. Es findet auch die Luft mehr Schwierigkeit durchzu- dringen, wofern diese Haͤute mit Wasser MVSSCHENBR. S. 30. , oder Oele angefeuchtet sind. Sie dringt durch Pergament, welches sie trokken durchlaͤst, wenn man es naß gemacht, nicht nur nicht, sondern auch nicht einmahl durch feuchtes Schreibpapier hindurch Ebenders. ebendas. reavm. mem. de l’Acad. des scienc. 1731. S. 58. , und sie kann nicht, wie man an KRAFT physic. S. 308. reavmvr. III. Abschn. Die Luft. an den Bekleidungen sieht, durch schlechte Leinwand, de- ren Maschen man doch mit dem Auge messen kann, durch- fliessen Ebenders. ebendas. S. 59. . So erhaͤlt eine Seifenblase zu ganzen Ta- gen nicht nur die Luft inwendig, sondern sie widersteht auch dem Gewichte der aͤussern umgebenden Luft. Es dringt die Luft ferner nicht einmal aus den ganz kleinen abgeschnittnen Schlagaederchen, wenn man sie nicht im Wasser ausgewaschen BECCARIA in dem sehr sehoͤnen Werke dell Elettricismo. S. 190. 191. . Die Luft nimmt endlich so- gar die elektrische Materie nur langsam an, sie giebt sie aber auch nur langsam, und nicht ohne Schwierigkeit, wieder von sich HAEES haemast. S. 140. . §. 3. Die Luft loͤset sich in der Fluͤßigkeit auf, oder sie haͤngt sich an feste Koͤrper an. Die Luft findet gemeiniglich eben solche Schwierig- keit, wenn sie sich mit fluͤßigen Koͤrpern vermischt, und sie dringt durch diese mit Muͤhe, und Traͤgheit BOERH angef. Ort. S. 505. Wolfs Versuche. T. I. n. 152. 167. . Wie muͤhsam die Luft Wasser durchdringe, und wie schwer sie sich mit diesem Elemente, wenn sie gleich vom Ge- wichte des aufliegenden Wassers, angetrieben worden S. 506. , durchs Reiben vermischen lasse, hat Boerhaave gewie- sen MVSSCHENBR. diss. S. 9. und 12. siehe S. 183. . Die Milch nimmt erst nach sechs Stunden die Luft in sich, der Urin erst nach vier und zwanzig Stun- den S. 443. 444. 445. 506. . So oft also groͤssere Luftblasen in eine Bluta- der eingeblasen werden, erfolgt gemeiniglich der Tod so- gleich, weil diese Blasen DIEBOLD de aere in liqu. hum. S. 10. , indem sie, kraft des Um- lau- Das Atemholen. VIII. Buch. laufens, nach der Lunge zugetrieben werden, den Lauf des Blutes aufhalten, daß es nicht in die linke Herzkammer, und die Aorte kommen kann, und sich folglich alles Ge- bluͤte des Thieres, in der Lunge, und dem rechten Herzen anhaͤuft, und gerinnt HARDER. angef. Ort- camerar de tensione cordis. BRVNN. de pancreate. S. 178. 179. HELVETIVS Mem. de l’ Acad. 1713. S. 232. , und die Gefaͤsse zersprengt DIEBOLD. ang. Ort. . Jch habe den Versuch selbst gemacht Beim ber. SPROEGEL in oft angef. Dissert. S. 80. , und es haben dessen andre beruͤhmte Maͤnner Ein Beispiel von einem Huͤn- chen, welches von eingeblasner Luft, wie vom Schlage geruͤhrt, stehen blieb, und sich dennoch wieder erholte, I. A. PVIATI. dieser vortrefliche Mann, de morbo naroniano. S. 73. und aͤhnliches camerar. angef. Ort. valisneri im Giornale de letteral d’Italia supplem. III. S. 148. a de heyde obs. 90. Bey- spiele, da das Thier davon umgekom- men, BRVNN. angef Ort.. A. de HEYDE. ebendas. HARDER apiar. obs. 25. camfr. angef Ort. redi Giorn. cit. S. 84. Lettre T. V. S. 48. mvsschenbr. S 326. BOHN circ. S. 65 HELVET. angef. Ort. LANGRISH phys. exper. upon brutes. exp. 8 Physique des corps anim. S. 15. 119. DIEB. angef Ort. eine Menge angestellt. Als sich in einem Menschen, aus ungewissen Ursachen, ins Blut Luft mit einschlich, empfand er eine sehr grosse Aengstlichkeit, und diese ward gehoben, als diese Lust aus der geschlagenen Blutader mit einem Gezische heraus- drang MVSSCHENBR. de aere S. 58. . Ob nun die Luft gleich Schwierigkeiten findet, wenn sie schnell in Wasser, oder in die Zwischenraͤume der fe- sten Theile verschiedener Koͤrper hineindringen will, so dringt sie doch nach und nach hinein, und so bewegt sie sich, nach langem Verzuge, in alle, oder doch in die meh- resten Fluͤßigkeiten Jn alle BOERH. S. 433. , und in die mehresten harten Koͤr- per: sie haͤngt sich an die lezztern stark an, in jenen ver- liert sie sich, wie ein im Wasser aufgeloͤstes Salz, sie theilt sich nach allen Seiten gleichfoͤrmig, und sie fliest zugleich, gemeiniglich im Anfange, schnell, nachgehends traͤ- III. Abschn. Die Luft. traͤger, mit ihnen zufammen s’ Gravesande. T. Il. n. 2131. NOLLET Memoir. 1743. . Wenigstens hat man Luft im Wasser BOYLE Exp. phys. mech- de aere. n. 20. Phil. Trans. n. 62. MARIOT. uͤberall, BOERH. S. 597. 511. u. f. HALES exp. 66 Wolf, nuͤzzliche Versuche. , im Schnee ING. SEMIS, ein vortrefl. Mann, in raggionamento. u. s. f. daß sie im Schnee den \frac{1}{43} Theil betrug. S. 154. 157. 161. , Weingeiste MARIOTTE. S. 169. BOERH. S. 509. 511. HALES. exp. 66. , Oele MARIOTTE. S. 165. ob er es gleich leugnen wollte. boy- le. n. 24. BOERH. S. 512. , uͤbergezognen Oele BOERH. und HALES. exp. 62. , Weine BOERH. S. 509. 511. , Biere Ebenders. ebendas. , Essige S 512. , Salzlake S. 518. , Quekksilber Ebendas. S. 445. 511. 512. 518. in den mensch- lichen Saͤften 5. Abschnitt. , jedoch in verschiednem Verhaͤltnisse, das in jeder Fluͤßigkeit besonders ist BOERH. S. 521. , und diese Luft ist in einigen unendlich verduͤnnter, als in andern anzu- treffen. Sie war im Wasser HALES exp. 62. 81. eller schaͤzzt sie bis in den \frac{1}{150} in den Mem. de Berl. 1750. S. 72. bis \frac{1}{30} nollet. angef. Ort. \frac{1}{54} , im Pirmonterwas- ser \frac{1}{27} von der ganzen Masse HALES. exp. 66. , im Weingeiste war sehr wenig Luft Ebenders. ebendas. , im geflossnen Weinsteinsalze BOERH. S. 511. boyle exp. 24. , in den harnhaften Geistern BOERH. S. 511. , im fluͤchtigen Salmiaksalze, fand man ganz wenig, oder gar keine Luft Ebenders. Ebendaf. : doch sie mangelt auch der laugenhaften Zerfliessung des Wein- steinsalzes, und dem Quekksilber HALES. S. 193. 194. , haben andre be- ruͤhmte Maͤnner dieselbe nicht verstatten koͤnnen. Wenn man aber in ein Wasser, oder in eine andre Fluͤssigkeit, welche Luft in sich genommen hat, und den- noch mit Luft nicht voͤllig gesaͤtigt ist MARIOTT. S. 163. 328. boerh. 512. mvsschenbr. lustit. phys. S. 391. du tovr. angef. Ort. S. 478. Vergl. Wolfs Versuche. n. 149. nollet. T. III. S. 390. , Luft bringt, so schleicht Das Atemholen. VIII. Buch. schleicht sich diese Luft allmaͤhlich hinein hvghen oper. exp. phys. IV. mvsschenbr. S. 391 und in dessen Dissert. S. 9. 12. Wolfs Versuche. n. 152. 167. mariott. de la nature de l’air. S. 163. 3 8. , bis sie sich darinnen verliert, und in die Zwischenraͤume der Wasser- theile verstekkt hat. Sie zieht sich nach sechs Stunden in die Milch, nach vier und zwanzig in den Urin BOEBH. S. 443. 444. 445. 506. , nach sechs Tagen ins Terpentinoel BOYLE natural history of the air. S. 24. , ins Wasser, wel- ches vorher von der Luft gereiniget worden, nach fuͤnf, bis sechs Tagen NOLLET Mem. de l’Ac. 1743. S. 3 5. , in den Weingeist nach sieben Ta- gen BOYLE. ang. Ort. ganz langsam, und erst in funfzehn Tagen in ein Wasser, welches schon Luft in sich genommen MARIOTTE S. 163. 328. , oder endlich ganz und gar niemals BOERH. S. 513. 519. . Sie zieht sich aber in ein Wasser, welches siedet, hinein MARIOTT. S. 328. , doch noch viel geschwinder in eine Fluͤßigkeit, die unter der Luftpumpe ihre Luft herausgelassen Ebenders. ebendas. . Wenn die Luft sich ins Wasser hinabgezogen, so erhaͤlt sie darinnen eine Faͤhig- keit, sich mit zu bewegen, und sie geht zugleich durch die Blase mit durch REAVM. angef. Ort. S. 63. MOSCA delle aere e di morbi delle aere dipendenti. T. I. S. 208. . Wenn sich aber die Luft in dergleichen Fluͤßigkeiten verstekkt, so verliert sie einen grossen Theil ihrer Kraͤfte, und sie verwandelt sich aus einem elastischen, in ein was- serbestaͤndiges Wesen, so daß sie sich, wie das Wasser, ganz nicht mehr zusammen druͤkken laͤst, und dem Ge- wichte voͤlligen Wiederstand thut CIMENTINI in exp. S. CXCVIII. bobrh. S. 508. 519. 520. 524. 525. . Sie ziehet sich alsdenn in einen engern Raum, und zwar dergestalt zu- sammen Um zehnmal kleiner, MARI- OTTE. S. 328. 164. boerh. S 519. , daß der Koͤrper, welchen sie bewohnt, kaum etwas von seiner innern Schwere verliert, im gemeinen Was- III. Abschn. Die Luft. Wasser untersinkt, und wenn man den Drukk der At- mosphaer aufgehoben, und die innere Luft ihre Feder- kraft wieder aͤussert, so wird dieser Koͤrper leichter, als gemeines Wasser, und er steigt in die Hoͤhe Vom Blute. mvsschenb. diss. S. 10. roebvck de effecti- bus qvarundam proprietatum at- mosphæræ. valisneri giorn. de letter. Suppl. III. S. 140. SEN- GVERD ration. et exper Con- nub. . Der- gleichen wiederfaͤhrt auch den Eingeweiden, welche im Wasser untersinken; so bald sich aber die Luft von ihnen losgemacht, so schwimmen sie, verwoͤge der Faͤulnis. Man sollte vielmehr sagen, die Luft uͤbe in den Fluͤßig- keiten ihre Federkraft nicht aus HALES. S. 184 BOSCO- VICH de turbine. S. 170. , anstatt daß man sagt, sie lege sie voͤllig ab Vom Ablegen dieser Eigen- schaft, BOERH. S. 523. 524. , denn sie gewinnt diese Dehnungs- kraft leicht wieder, wenn sie sich von den Saͤften losge- macht BOERH. S. 520. mvs- schenbr. S. 319. hales. S. 184. 186. 204. 205. append. S. 276. Sie behaͤlt in einigen Fluͤßigkeiten ihre Federkraft, als in dem Sauer- brunnen, HALES hæmastat. S. 274. , und alsdenn nimmt sie einen Raum ein, wel- cher groͤsser ist, als die ganze Feuchtigkeit war BOERH. S. 522. siehe nach- folg. Seite. . Es legen dieses beruͤhmte Maͤnner dergestalt aus, daß sie sagen, die zertheilte Luft breite sich in den Fluͤßigkeiten dergestalt aus, daß sich die zwei Elemente nicht einander beruͤhren MVSSCHENBR. S. 22. boerh. S. 519. . Wie sich die Luft zwischen die Theile der festen Koͤr- per mische, ist schon weniger bekannt, daß sie sich indes- sen darinnen aufhalte, kann man leicht zeigen Wir wissen, daß sie sich daran anhaͤnge, boerh. S. 502. Doch es fraͤgt sich von einem ganz genauen Anhaͤngen. . Es giebt naͤmlich fast kein einziges Metall Silber, BOERH. S. 50. Eisen, PAPIN cont. du dige- steur. S. 172. Kupfer, HELLOT beim schlveter. S. 281. u. f. , oder einige Steinart, welche nicht in der Aufloͤsung Luftblasen er- zeu- H. Phisiol. 3 B. T Das Atemholen. VIII. Buch. zeugte: und es kann kein fester Koͤrper aufgeloͤst werden, daß nicht zugleich, zwischen seinen Theilen, die Luft mit herausgienge. Es ist naͤmlich diejenige Luft, die aus Austern, im Scheidewasser aufgeloͤst, oder durchs Feuer, aus festen, und harten Koͤrpern, erlangt wird, in der That eine wirkliche, elastische Luft BIRCH. T. II. S. 26. males. exp. 77. angef. Ort. S. 291. 292. app. S. 321. , und sie erhaͤlt ihre Fe- derkraft laͤnger, wenn sie aus festen Koͤrpern herruͤhrt HALES append. S. 280. exp. 77. : ob sich gleich unter diese Luft einige fremdartige Daͤmpfe mit einmischen, und scheint die Ursache gewesen zu seyn, warum andre vortrefliche Maͤnner sie nicht, als Luft gel- ten lassen wollen MVSSCHENBR. n. 1332. essays. S. 695, s’ GRAVEZAN- DE. T. II. S. 588. Von der Blase, die man im Wasser vor Luft haͤlt. papin Contin. du digestour. S. 193. Diejenige laͤst sich entzuͤnden, welche aus Erbsen, Austern, oder Eisen herausfaͤhrt. hill. mater. med. S. 14. hales. exper. 57. Eben dieser, sagt noch, sie verliere einen Theil ihrer Federkraft. exp, 77. ap- pend. exp. 2. S. 272. 273. 278. und sie sei den Thieren schaͤdlich. S. 321. BOERH. Comm. T. II. S. 200. Die von dem, mit Muschelschaalen verbrausenden Cßige, hervorgebrach- te Luft, erwekkt nicht, ein im luftlee- ren Raume getoͤdtetes Thier. birch. T. II. S. 25. Es kommen Thiere in der gemachten Luft um, boyle. exper. phys. mech. contin. S. 103. 104. 105. mvsschenbr. in Ci- ment. S. 123. papin digesteur. S. S. 193. 197. so wie von der Luft, die sich aus dem Wasser herausgezogen, papin. S. 162. . An thierische Koͤrper haͤngt sich viel Luft an, und zwar um desto mehr, je haͤrter sie sind. Diese, in Koͤrpern bestaͤndig gemachte Luft, hat vor- laͤngst Newton zugestanden QVERY. 30. post. L. III. opticorum. , und die neuern haben sie erlaͤutert HALES veget. stat. S. 313. u. f. hæm. S. 278. u. f. Nov. Com- ment. Acad. Petrop. Vol. I. S. 255. Est aria crociata, qui sedet in textu corporum, mosca dell aria e di morbi dell aria dipend. T. I. S. 280. . Es stellt sich aber die bestaͤndig gemachte Luft, zu ihrer elastischen Natur wieder her, und zwar uͤberhaupt aus den Fluͤßigkeiten, durch den Weg der Faͤulnis BOERH. S. 534. hales. S. 196. u. f. exper. 80. , weiche die elestische Luft, in Gestalt eines Schaumes, aus III. Abschn. Die Luft. aus allen verzehrten Koͤrpern herausstoͤst: durch die We- ge der Gaͤhrung HALES. exp. 85. 86. 87. teichm. angef. Dissert. S. 20. 21. : vermittelst des Aufbrausens wieder- waͤrtiger Salze BIRCH. T. III. S. 82. boy- le exper. phys. mech. de aere. ma- riotte nat. de l’air. S. 167. boerh. S. 526. 527. 528. 529. 539. ha- les. S. 198. u. f. exp. 99. 100. u. f. mvsschenbr. in Comment. ad Cimentina. exp. eller Mem. de l’Acad. de Berl. T. I. S. 13. : vermittelst einer groͤssern Waͤrme, dergleichen das siedende Wasser hat MARIOTTE du mouve- ment des eaux. S. 327. Dieser Au- tor giebt so gar Theilchen an, die sich in Luft verwandelten. boerh. S. 514. mvsschenbr. Essays S. 435. : vermittelst des Feuers selbst BOERH. S. 334. hales veget. stat. analysis of the air. S. 156. u. f. : durch den Frost, da es E i s friert MARIOTTE. ebend. S. 327. 329. 330. 168. boerh. S. 516. boyle of cold. S. 107. 108. ha- les hæmast. S. 277. : durch die Wegschaffung der aͤussern druͤkkenden Atmo- sphaer, indem man die Luft wegpumpt BOYLE. n. 40. 42. ma- riott. S. 328. 167. boerh. S. 506. 507. mvsschenbr. S. 391. : durch feuer- bestaͤndige alkalische Salze BOERH. S. 517. : durch die Gewalt des elektrischen Funkens BECCARIA dell Elettri- cismo. Lett. 6. S. 82. : durch die Durchseihung durch zarte Kanaͤle, oder durch den Sand selbst Du TOVR mem. des savans etrangers. T. II. S. 477, . Aus festen Koͤrpern entwikkelt sich die Luft, vermit- telst einer jeden Aufloͤsung, es mag diese durch nagende Wasser BOYLE exp. phys. mech. de aere. n. 22. boerh S. 503. 532. hales. S 182. u. exp. 90. u. f. , oder durchs Feuer geschehen HALES anal. of the air. S. 192. u. f. , oder von der Faͤulnis, vom elektrischen Strome, oder von einer jeden Gewalt geschehen, die einen Koͤrper auseinan- der sezzt. Diese also losgemachte Luft, nimmt gemeiniglich ei- nen groͤssern Raum ein, als der ganze Koͤrper im Um- fange hatte, worinnen sie sich verstekkt hielte BOERH, S. 525. u. f. . Die aus einer Erde gewordene Luft, nahm drei und vierzig- T 2 mal Das Atemholen. VIII. Buch mal mehr HALES. exp. 68. |, aus Obste acht und vierzigmal mehr HAL. S. 205. u. f. , aus Wachse vier und funfzigmal mehr HAL. exp. 64. , aus Zukker hun- dert und sechs und zwanzigmal mehr Exp. 65. , aus dem Kiesse drei und achtzigmal mehr Exp. 70. , aus Weinstein hundert und vier und vierzigmal mehr Exp. 73. , aus Salpeter hun- dert und achtzigmal mehr Exp. 72. , aus dem Horne zweihun- dert, vierzehnmal mehr Exp. 51. S. 167. , aus Eichenholze zweihundert sechszehnmal mehr Exp. 55. S. 170. , aus Bernstein zwei hundert, siebzigmal mehr Exp. 59. S. 173. , aus Honig zweihundert, acht und achtzigmal mehr Exp. 63. , aus Austerschalen dreihundert, vier und zwanzig Exp. 53. , aus Steinkolen drei hundert, sechzig- mal mehr Ezp. 67. , aus Erbsen dreihundert, sechs und neun- zig Exp. 57. S. 171. , aus Weinstein fuͤnf hundert siebenmal Exp. 73. S. 178. so wie die Luft der dritte Theil ist. , aus Menschensteinen sechs hundert, fuͤnf und vierzig Exp. S. 188. , und sechs hundert acht und vierzigmal mehr S. 190. Raum ein. Es scheinet, daß das Gold, wenn man es aus dem Kalke mit voͤlligem Gewichte wieder herstellt, gar keine Luft enthalte Exp. 90. . §. 4. Wo man keine Luft antreffe. Wenn indessen die Luft nicht alle Koͤrper durchdringt, wenn sie aus den Elementen der Koͤrper herausgezogen werden kann, so koͤnnen Raͤume entstehen, die die Luft nicht erfuͤllt, und diese bekommen, seit dem vorigen Jahr- hunderte, den Namen eines luftleeren Raumes. Denn III. Abschn. Die Luft. Denn da die Luft durch die Zwischenraͤume eines Glases, und Metalles nicht durchdringt, so kann man allerdings in einem holen Metalle, oder Glase, eine Luftleere her- vorbringen, wenn man macht, daß es die Luft fahren laͤßt, die ein solcher Koͤrper vorher enthielte. Man nennt dieses eine Luftausleerung, wenn die Luft darinnen keine Kraͤfte mehr bezeigt, wiewohl noch Feuer darinnen ist, oder alles, was durch die Zwischenloͤcher des Glases zu gehen, vor der Luft den Vorzug hat. Dergleichen vollkommne Luftleere, wo ganz uud gar keine Luft seyn sollte, laͤst sich schwerlich machen, und zwar weder durch die Luftpumpe, welche blos die Luft unter der glaͤsernen Glokke sehr verduͤnnt BOYLE exp. phys. mech. de aere. S. 13. mvsschenbr. essays de physique. n. 1398. ad Ci- mentinos I. S. 27. s’ gravezan- de Elem. phys. S. 590. 602. , noch sonst auf eine andre Weise COTES lecons de phys. S. 248. Doch ist im Raume, uͤber dem Queksilber des Barometers, noch Luft uͤbrig, welche, wenn man eine gluͤhende Kole anhaͤlt, sich aus- dehnt, und dieses Halbmetall nieder- druͤkkt. boyle exp. phys. mech. n. 17. . Jndessen plumpt man doch in der That den groͤsten Theil der Luft aus, daß ein Queksil- ber in einer Glasroͤhre ferner die Luft, die es aus dem, unter der Glokke befindlichen Raume bekoͤmmt s’gravezande. S. 604. , nicht uͤber ein Viertheil Zoll, oder nach andern Versuchen, nicht aber den zwoͤlften Theil NOLLET. T. III. S. 225. , man mag dabei Feuer, oder Luftpumpe gebrauchen, tragen kann. Das Feuer dehnt in der That die Luft dergestalt aus, daß diese, wo sie eine Thuͤre offen findet, aus dem Rau- me entflieht, worinnen sie sich bisher eingeschlossen be- fand, weil die feste Materie des Gefaͤsses, einen neuen Zufluß abhaͤlt. Und man bedient sich gemeiniglich die- ser Weise, Barometers zu verfertigen, da denn in ih- rem obern Theile, zwischen dem blinden Ende der Glas- roͤhre, und dem Queksilber, ein Raum uͤbrig bleibt, der T 3 ei- Das Atemholen. VIII. Buch. einer Luftleere naͤher koͤmmt, als diejenige ist, welche man, vermittelst der Luftpumpe, erhaͤlt BOERH Elem. chem. T. I. S. 137. mvsschenbr. ad Ci- mentinos. S. 27. der dieses vor eine vollkommne Luftleere haͤlt. . Es laͤst die Luftpumpe die Luft, aus dem verschlossnen Raume, nach und nach in eine weite Hoͤle gehen; und so laͤst sie all- maͤhlich, und nach wiederholten Zuͤgen, indem sie sich mindert, das, was unter der Glokke ist, als ein sehr verduͤnntes Element, zuruͤkke GRAVEZANDE. S. 602. . Man weis, daß diese Luftpumpe von Otto Gerike, einem Buͤrgermeister in Magdeburg, erfunden, und auf mancherlei Weise von Boylen, Wilhelm Jakob s’Gravezande, und an- dern, vollkommner gemacht, und zierlicher umgearbeitet worden gravezande. T. IV. c. 4. mvschenbr. Instit. S. 591. u. f. . §. 5. Die Schwere der Luft. Unsre Sinnen empsinden die Fluͤßigkeit der Luft ohne andre Beihuͤlfe schon, aber keinesweges die Schwere der- selben, und es haben die Alten die Luft vor ein leichtes Element angesehen. Es war auch nicht ehe leicht, das Gewichte der Luft herauszubringen, als bis Evangelista Toricell, vermittelst der Luftpumpe, aus dem Beispiele, der in Roͤhren haͤngen bleibender Fluͤßigkeiten, die Schwe- re der Luft selbst ins Licht zu sezzen anfing. Es hat naͤm- lich der Drukk der Luft auf einen luftleeren Raum, und auf einen jeden Koͤrper, der inwendig von keiner Luft un- terstuͤzzt ist, eine sehr grosse Kraft, und diese Kraft hat Otto Gerike, durch seine hole Halbkugeln, erweislich gemacht. Diese konnte die vereinigte Gewalt vieler Pferde nicht von einander bringen, als man die Luft aus ihrem III. Abschn. Die Luft. ihrem holen Bauche ausgeleert hatte. Ausserdem wer- den Koͤrper, die voller Luft, und von gewissem Gewichte sind, offenbar leichter, nachdem die Luft ausgeleert worden. Man pflegt, die Luftschwere so zu schaͤzzen, daß ein Kubikfus anderthalb Unzen STVRM coll. phys. exper. S. 60. , oder noch genauer, 610 Gran, mit \frac{170}{283} , ein Kubikzoll aber \frac{100}{233} Gran KRAFT phys. theor. T. II. S. 198. , oder nach einem andern beruͤhmten Manne, auf \frac{2}{7} Gran (q*) schwer wiege. Da man aber selbst aus dem Barometer erweiset, daß die Schwere der Luftatmosphaer bestaͤndig, bald so, bald anders, beschaffen sei, so mus man den Stand des Barometers, nach welchem man die Luftschwere geschaͤzzt hat, mit anfuͤhren, und da die Luft von der Waͤrme ge- schwinde verduͤnnt wird NARTINE essays. S. 5. , so ist es noͤthig, daß der Zustand der Waͤrme in der Atmosphaer dabei mit angegeben werde. Die Vergleichung wird noch unsichrer, wenn man das Gewichte der Luft, gegen das Wasser haͤlt: denn es ist die Luft nicht immer dieselbe, und es hat das Wasser, nachdem es mehr, oder weniger rein ist, eine verschiedne Schwere. Es nimmt Roberd Boyle das Verhaͤltnis der Schwere des Wassers, zur Schwere der Luft, bei ei- nerlei Grade der Kaͤlte an, wie 853 zu 1 BOYLE new phys. exp. touching the spring of air. S. 61. . Senguerd sezzt ein anderes, wie 753 zu 1 De aere atmosphaer. S. 125. . Der beruͤhmte Cotes wie 850 zu 1 S. 295. , der beruͤhmte Hawksbee wie 885 \frac{1}{122} u. 1 Phil. Trans. n. 305. ; der beruͤhmte Nollet, da das Verhaͤltnis ungewis sei, schaͤzzt es inzwischen, wie 900 zu 1 (y). T 4 Der Lecons de physique. T. III. S. 198. Das Atemholen. VIII. Buch. Der beruͤhmte Hanov Seltenheiten. T. II. S, 609. schraͤnkt es indessen zwischen 870 und 927 ein; und zwischen 606 und 1000 Veter von Musschenbroek Essays . S. 634. Vergl. Instit. S. 571. n. 1341. , der daruͤber viel Versuche ge- macht hat. Die Schwere des Wassers ist gemeiniglich so beschaffen, daß der Pariserfus 69 bis 70 Pfunde wiegt. Um wie viel sich indessen die Schwere der Luft aͤn- dere, kann man vornaͤmlich an den Barometern lernen, welches Glasroͤhren sind, in denen von der Luftsaͤule, die das Gleichgewichte der Queksilberschwere haͤlt, dieses Quekksilber getragen wird. Nun ist bei der so grossen Schwere dieses fliessenden Halbmetalls, die Mittel- hoͤhe des Queksilbers, am Meerufer, gemeiniglich 29 rheinlaͤndifche Zoll MVSSCHENBR. n. 1342. , welches 33⅚ Fus Wassers gleich koͤmmt. Doch es weicht die Luft aus vielen Ur- sachen von dieser Schwere ab, und zwar Kraft der Waͤr- me, von der sie verduͤnnt wird, kraft der Kaͤlte, durch die sie verdikket wird, kraft der Duͤnste, welche in der Luft umher schweben, und ihre Schwere vergroͤssern, kraft andrer Ausdaͤmpfungen, von denen die Luft leich- ter gemacht wird, kraft der Winde Ebenders. S. 575. , die entweder die Luft herabdruͤkken, und ihre Schwere vermehren, oder sie hinauftreiben, und folglich ihren Drukk mindern, endlich aͤndert sich auch die Luftschwere bei den hohen La- gen der Oerter, indem die Luft desto schwerer druͤkkt, je hoͤher der Luftstrich liegt. Wir wollen indessen diese Grenzen beruͤhren. Man hat naͤmlich diesen Unterscheid, an einerlei Orte, folglich blos von verschiedner Ausdaͤmpfung, Winden, Waͤrme und Kaͤlte, am Meerufer, ohngefehr um drei Zoll gros gefunden, daß also das groͤste Gewichte der Luft, von ih- rer groͤsten Leichtigkeit, um den zehnten Theil verschieden ge- III. Abschn. Die Luft. wefen BOERH. elem. chem. S. 146. mvsschenbr. Instit. phys. n. 1347. , welches andre beruͤhmte Maͤnner auf den achten HAWKSBEE. , noch andere auf den zwoͤlften Theil CHEYNE de infirm. valet. tuend. S. 7. ge- schaͤzzt haben. Es pflegt aber diese Verschiedenheit in warmen Gegenden kleiner Voyage de la riviere des ama- zones. S. 21. mvsschenbr. S. 577. n. 1351. Man besehe die Tafeln von der Waͤrme, und Schwere der Luft auf der Jnsel Curassao, welche zeigen, daß in beiden der Unterschied ganz geringe sei. Verhand. van de holl. maatschappy. T. IV. , in kalten dagegen groͤsser zu seyn. Die von der hoͤheren Lage der Oerter herruͤhrende Verschiedenheit ist noch groͤsser. Es druͤkkt naͤmlich die Luft in den unterirrdischen Bergkluͤften, wie ich selbst zu Klausthal gefunden, um \frac{1}{28} schwerer, oder um einen Zoll und daruͤber, ( uncia ) und wenn nicht weit vom Meere, wie in Newkastle Beim ber. DAWKINS in descriptory poem. in England, die Gruben tiefer |sind, so koͤnnte die Luft bis ½ schwerer werden. Dagegen wird die Luft allmaͤhlich auf den Bergen, wiewol nach einem nicht hinlaͤnglich bekannten Verhaͤltnisse Die besten Tafeln giebt der ber. I. H. LAMBERT in den pro- prietes remarquables de la route de la lumiere. S. 144. Am Barometer giebt der sechszehnte Zoll eine Hoͤhe von 2397. 3 Paris. Klaftern, hinge- gen schaͤzzt der ber. Michelius die hoͤchsten Spizzen unsrer Berge, auf 2760 dergl. Klaft. , immer leich- ter, daß das Quekksilber auf den beiden hoͤchsten Bergen der Schweiz, ( jugum, et furca ) deren beide ich bestie- gen, fast bis auf neunzehn Zuͤrcherzolle herabfaͤllt, und noch etwas niedriger haͤngen bleiben wuͤrde auf dem Sie- benden des Rhaͤtischen Gebuͤrges SCHEVCHZER Itin. , oder noch viel tiefer, und unter 16 Zoll, wenn man zu dem unersteiglichen Gi- pfel des Schrekkhorns, des Sterns, und andren dieser Spizzen kommen koͤnnte, die mindestens um 2000 Fus hoͤher, als die beiden anfangs gedachten ( jugum et furca ) liegen. Auf dem Gebirge im suͤdlichen Amerika faͤllt das T 5 Quekk- Das Atemholen. VIII. Buch. Quekksilber, wenn man etwas weiter vom Meere, da die Berge von der Natur anders gebauet zu seyn scheinen, zu einer Hoͤhe gelangt, bis fast auf 16 Pariserzoll Auf 15 Zoll 11 Lin. bovgver figur. de la terre. S. XXXVIII. un- ter 16 Zoll in Pichincha candom. introduct. S. 35. , und noch tiefer herab, so gar an Orten, wo man mit dem | Jnstrumente hinkommen kann. Es wird dieses Niedersinken, wenn man die Tiefe der unter dem Meere liegenden Gruben hinzufuͤgt, fast der halben Hoͤhe der Barometersaͤule gleich seyn, so daß das Quekksilber in den tiefsten Gruben, bis auf dreißig Zoll hoch steigt, und fast auf sechzehntehalb auf den hoͤchsten Bergen niederfaͤllt. Folglich lebt man daselbst in einer Luft, die um die Helfte leichter, oder schwerer ist. Doch es atmen diejenigen eine noch viel dichtere Luft, welche unter einer Taͤucherglokke auf dem Grunde des Weltmeers sizzen, indem sie, ausser dem Gewichte der Atmosphaer, von dreihundert Fus Was- ser, und daruͤber, gedruͤkkt werden Um neunmal dichter, folglich schwerer mvsschenbr. n. 1389. , so daß also der Un- terscheid uͤberhaupt, wie 16 zu 252, oder wie 1 zu 32 ist, und man sieht daraus, daß man in einer, um zwei und dreißigmal leichterer, oder dichterer Luft, leben koͤnne. Was die Kaͤlte, und Waͤrme betrift, so wird der Unterscheid etwas kleiner, als 3 zu 2 seyn. Es faͤllt naͤm- lich die hoͤchste Siberische Kaͤlte, auf hundert und zwan- zig Fahrenheitische Grade, unter 0 GMELIN Praefat. S. LXXIII. . Die staͤrkste Waͤrme erreicht 126 Grade uͤber 0 L. V. S. 32. . Folglich belaͤuft sich der Unterscheid auf 246 Grade. Es haben aber 182 Grade, oder der Unterscheid zwischen der Hizze eines siedenden Wassers, und dem Gefrierungspunkte, die Kraft, daß die vom siedenden Wasser gemachte Hizze, die At- mosphaer um den dritten Theil MVSSCHENBR. Instit. S. 593. desagvl.. T. II. S. 301. Wolf aeromet. S. 192. ihres Jnhalts aus- dehnt. III. Abschn. Die Luft.. dehnt. Da sich also 182 zu 246, fast wie 3 zu 4 verhal- ten, so werden die unterschiednen Erfolge, die vom ge- frierenden Eise, und der Hizze des kochenden Wassers herruͤhren, folglich das Produkt der groͤsten und kleinsten Waͤrme der Atmosphaer im Verhaͤltnisse wie ⅓ und \frac{4}{9} ste- hen, und der Unterscheid der Schwere der Luft, die von der Waͤrme herruͤhrt, fast der Helfte der gesammten At- mosphaerenschwere gleich seyn. Die Kraft der Aus- daͤmpfungen, laͤst sich kaum schaͤzzen, und man kann in keiner dergleichen Luft leben Es starben Sperlinge, als das Queksilber um acht Linien herabfiel MENGHINI Bonon. T. II. Vol. II. S. 273. , wenn sie die Schwere der Luft auch nur um ein geringes vermindert haben. Von der Anziehungskraft der Sonne, und des Mondes, wird der Unterscheid unmerklich klein MVSSCHENBR. S. 739. auf zwei Linien, dalemb. sur les vents. S. XXV. . §. 6. Der Drukk der Atmosphaer. Da die Luft schwer ist, so mus sie Koͤrper, die in der Luft befindlich sind, als ein Gewichte druͤkken, wovon diese gestossen werden. Sie druͤkkt aber von allen Sei- ten, weil sie nicht blos schwer, sondern auch uͤberdem fluͤf- sig ist, folglich druͤkkt sie, nach den bekannten Gesezzen fluͤßiger Koͤrper, mit gleich grosser Kraft, sie mag gleich in einer Richtung, wie man will, den eingetauchten Koͤrper beruͤhren MVSSCHENBR. Instit. n. 1344. boerh. elem. chem. S. 439. 440. . Solchergestalt druͤkkt das Was- ser den biegsamen Boden einer Taͤucherglokke mit der groͤsten Gewalt zusammen, und es prest diesen gegen den Taͤucher zu HALLEY philos. trans. n. 349. . Da- Das Atemholen. VIII. Buch. Daher ist es hoͤchst bekannt, daß ein Mensch von der Luft, mit solcher Gewalt gedruͤkkt werde, als er ge- druͤkkt seyn wuͤrde, wofern auf seinem Koͤrper eine Was- sersaͤule von fast 34 rheinlaͤndischen Fus, oder eine Quekk- silbersaͤule, die 29 Zoll hoch waͤre, stuͤnde. Man pflegt die Oberflaͤche eines Menschenkoͤrpers, wiewol diese Aus- messung schwer ist, gemeiniglich WAINEWRIGTH of air. S. 59. 88. mead. ang. Ort. auf 15 Quadratfus zu sezzen, und man rechnet daher den Drukk der Luft auf dem menschlichen Koͤrper gegen 31144 HELSH. lectur. S. 239. wenn sie am leichtesten ist. Denn des nollets 20000 Fus sind zu wenig, Lecons. T. II. S. 341. 342. , 31500 MAIRAN Mem. de l’Acad. des scienc. 1747. , 32153 MEAD. imp. sol. et lun. S, 28. Das Mittelmaas, desa- gvl. T II. S. 255. , 31300 SAVVAG. effets de l’air. S. 7. , 36000 ASTIER in Comment. Ac. Biterrensis. , 39680 MVSSCHENBR. schaͤzzt die Flaͤche des Koͤrpers 20 Fus. , 39900 WAINEWRIGHT nimt, um den Drukk der Luft zu schaͤzzen, 35 Fus Wassers, und den Fus 76 Pf. schwer, an. Nach ihm QVINCY perspirat. S. 131. , 40000 CHEYNE de infirm. valet. tuend. S. 7. , 42340 BASTER in actis societat. Harlem. T. III. S. 62. Pfunde. Kinder werden davon noch staͤrker, als erwachsne Menschen gedruͤkkt, da die Oberflaͤche ihres Koͤrpers kleiner gegen die Oberflaͤche in Erwachsnen, als die Masse ist Ebenders. S. 69. Man nimmt dieses so an, daß ein so grosser Unter- scheid in der verschiedenen Schwere der Luft Statt fin- det, als wir kurz zuvor erwaͤhnten. Und da beruͤhmte Maͤnner die allerschwerste Luft auf 33648 MEAD. ang. Ort. desa- gvl. ang. Ort. , die aller- leichteste auf 30622 geschaͤzzt, so haben, um kurz zu seyn, einige den Unterscheid, der von drei Zollen herruͤhrt, um die das Queksilber hoͤher steigt, oder tiefer faͤllt, auf 3062, auf 3982 WAINEW. angef. Ort. qvincy. angef. Ort. , noch andre auf 3430 Pfunde savvag. Angef. Ort. geschaͤzzt. Es III. Abschn. Die Luft. Es wird aber dieser Unterschied viel groͤsser werden; wenn man die Luft eines sehr hohen Berges mit der Luft in den tiefsten Kolengruben vergleicht. Wenn man naͤm- lich die leichteste Luft zu London 30622 Pf. annimmt, da- bei das Queksilber bis auf 27 Zoll gefallen, und wenn man hierbei die entbehrlichen Bruchzahlen wegschneiden will, so wird der Unterschied zwischen dem groͤsten und klein- sten Gewichte der Luft 36292, und 19281 Den Drukk der Luft auf dem Chimborasso, einem sehr hohen, und unersteiglichen Berge, auf den menschlichen Leib, schaͤzzt eben dieser vortrefl. Mann auf 17000 Pfund. Ebendas. S. 9. Es ist dieser Berg aber 3220 Klaftern hoch. condam. Introduct. S. 48. Er verhaͤlt sich zum Piko, der Jnsel Teneriffa, wie 3 zu 2. , oder fast 17011 Pfunde seyn. Dieser Unterscheid wird unendlich groͤsser werden, wenn man an der Stelle eines Menschen, den Drukk der Luft auf einen Fisch im Meere anwendet, der 2400 Fus unter dem Wasser schwimmt, da doch das Meer noch tiefer, als 400 Klaftern ist. Es wird naͤm- lich dieser Drukk eben so gros seyn, als 71 Atmosphaeren aͤussern wuͤrden, oder wenn man das Mittelmaas von 3200 Pfunden behaͤlt zum Luftdrukke, so wird dieser Drukk gleich 2272000 Pfunden, d. i. um 118 mal groͤsser seyn, als der kleinste Drukk zu 19281 Pfunden SAVVAG. Am angef. Or- te, macht ihn nur zwanzigmal groͤs- ser, wenn man ihn mit dem Taͤucher vergleicht, der in eine viel kleinere Wassertiefe herabfaͤhrt. Das Bei- spiel von Fischen lese man beim Nol- let, amangef. Orte. . Die englaͤn- dischen Akademisten zweifeln nicht daran, daß ein Mensch in einer Tiefe von 200 Lachtern (Klafter) leben koͤnne BIRCH. S. 426. . §. 7. Die Wirksamkeit der Luft auf den mensch- lichen Koͤrper. Es mus nun dieser Drukk einen maͤchtigen Einfluß auf den menschlichen Koͤrper hervorbringen, und wir er- fah- Das Atemholen. VIII. Buch. fahren dieses offenbar, wenn wir aus der Glokke der Luft- pumpe die Luft wegschaffen, welche bisher auf die, dar- innen eingeschlossene Thiere druͤkkte. Anfangs wird der ganze Koͤrper nach allen Seiten in einen engern Raum zusammengeprest, als ob sich die gesammte Oberflaͤche in einen Muskel verwandelt haͤtte, der die, unter ihm liegende Gefaͤsse, Muskeln, und alle weichen Theile, ge- gen die Knochen zusammenzoͤge. Hernach wird die Luft, welche in den menschlichen Saͤften, und den Kanaͤlen der Luft aller Orten enthalten ist, von diesem aufliegenden Gewichte zusammengedruͤkkt, so daß sie ihre Schnellkraft, weder entwikkeln, noch sich in einen groͤssern Raum ausbreiten kann. Und daher ist der erste Erfolg von der aufgehobenen Luft dieser, daß ein Thier nach allen Seiten aufschwillt Abschnitt V. n. 6. , daß sich die Lunge ausdehnt Die Lunge blaͤht sich in der Luftleere von selbst auf. Wolfs Ver- suche. T. III. n. 101. mvsschen- broeck disp. S. 27. gvide Obs. anat. S. 9. So auch das Auge, mvsschener. disp. S. 18. , daß dieses die Luftblase, die im Ein- geweide eingeschlossne Luft, und die Luft, womit alle Ge- faͤsse, und selbst das Zellgewebe angefuͤllt ist s’gravezande. T. II. S. 617. camer. de antl. S. 3. , thut. Der erste Erfolg von dem wiederhergestelltem Drukke der Luft der Atmosphaer, besteht darinnen, daß dieser Ge- schwulst wieder niederfaͤllt VALISNERI, BOYLE. . Alle Arten der Fluͤßigkeiten Der Urin, Milch, u. s. w. san- den. angef. Ort. Wasser, boyle exper. physiol. |mech. n. 20. 22. 42. und von andern Saͤften, exp. 43. werfen Schaumblasen auf, weil sich ihre innerliche Luft losmacht, und zu Bla- sen verwandelt, wenn man den Drukk der Luft wegge- nommen |hat, und sie scheinen zu brausen Der Most gaͤrt im luftleeren Orte, Wolfs Versuche I. n. 157. . Jndessen giebt es doch einen grossen Unterscheid zwi- schen der Luft, die durch Duͤnste, oder mittelst der Weg- raͤumung eines Theils dieses Elements verduͤnnt wor- den, III. Abschn. Die Luft. den, und zwischen derjenigen Luft, die wegen Hoͤhe des Ortes Dieses ist schon in der Philos. Trans. n. 29. S. 324. erinnert wor- den, auch von I. EO. de CAPOA della Moffete. S. 69. daß man die Luft auf den hoͤchsten Bergen leicht ertrage, ohne zu erstikken; nachher von f. stocchett i de pressio- neaeris. , und wegen der Entfernung von dem Mittel- punkte der Erdkugel, duͤnne und leicht geworden ist. Denn in dieser kann man, ob sich die Schwere der Atmosphaͤre gleich um die Helfte vermindert, dennoch ohne Beschwer- lichkeit Atem holen, wie ich selbst auf beiden hohen Al- penspizzen der Schweiz, ( jugum et furca ), andre auf dem Kaukasus CHARDIN voyage de Paris a Ifpahan T. II. S. 92. , in der leichten Luft von Quito die beruͤhm- ten Franzosen BOVGVER pref. a la fig. de la torre. S. XXXVII. , auf andern sehr hohen Bergen an- dre mariotte und cassini hist. de l’Acad. 1705. S. 15. , und auf dem Piko der Jnsel Teneriffa Phil. Trans. n. 345. , auf dem Canigou, und Aetna glaubwuͤrdige Zeugen SAVVAG. class. morb. S. 212. , auf dem Pichincha einige franzoͤsische Akademisten erfahren haben, als das Queksilber uͤber sechzehn Zoll herabge- fallen war condam. introduct. S. 35. hales on ventilators. T. II. S. 154. . Nicht daß man blos kurze Zeit uͤber in dergleichen Luft gemaͤchlich leben koͤnnte F. FELICE ad arbvth- not. S. 74. , nein, sondern es haben beruͤhmte Franzosen ganzer sechs Wochen, auf dem Ber- ge Pichincha zugebracht, und es leben die Moͤnche ganze Jahre lang auf dem Gothardtsberge, und Landleute den ganzen Sommer uͤber an noch hoͤheren Oertern. Ja ich moͤchte vielmehr dem beruͤhmten Arbuthnot beipflich- ten, welcher die Erinnerung thut, daß man sich nicht wohl dabei befinde, wenn man sich schnell in eine duͤnnere Luft begebe, und daß man sich viel besser daran gewoͤh- nen koͤnne Of air. S. 96. . Und vielleicht koͤmmt es daher, daß Voͤ- gel Das Atemholen. VIII. Buch. gel eine duͤnne Luft besser, als andere Thiere DERH. physicoth. S. 7. mvsschenbr. im Anhange hinter dem essays. S. 42. Doch ertragen sie keine Luft, die um zwei- drittel leichter ist. mvsschenb. ebendas. , und die duͤnne viel ehe, als eine zusammengedruͤkkte vertragen BIRCH. T. I. S. 389. Man werde in einer verduͤnnten Luft krank, man sterbe in einer zusam- chengedruͤkkten . Man sieht aber leicht, daß der Drukk auf unsre Saͤfte, und Gefaͤsse, um desto groͤsser sei, je dichter die Luft gewe- sen, und daß er sich eben so mindere, wenn die Luft leich- ter geworden. Wenn die Luft, wie es in der Kaͤlte, in unterirrdischen Hoͤlen, und in der, durch Kunst in einen engern Raum gebrachten Luft geschicht, die Luft dichter gemacht wird, so muß sich das Blut, durch die mehr gedrukkten Ge- faͤsse des menschlichen Koͤrpers DESAGVLIERS. T. II. S. 315. , die gleichsam mit ver- dichtet werden, mit einem staͤrkern Reiben hindurch dren- gen: und es mus eben diese Luft, wie an seinem Orte gezeigt werden soll, die Lunge besser aufblasen, und das linke Herz staͤrker reizen, daß es sich mit staͤrkern Nach- drukke zusammenziehen kann L. IV. Sect. V. . Daher koͤmmt es, daß auch ein Mensch in der groͤsten Kaͤlte warm wird, wenn nur das Gebluͤte, vermittelst der koͤrperlichen Bewegung, seinen Lauf durch diese Gefaͤsse, die verdichtet sind, fort- sezzt. Wofern diese Bewegnng nicht hinzukaͤme, so koͤnnte das Herz dem Gebluͤte, das durch solche dichte Gefaͤsse hindurch getrieben werden soll, nicht gewachsen seyn, und es koͤnnte im Anhaͤufen zuruͤkke treten. Da- von vermehrt sich die Ausdaͤmpfung der Haut, und ich habe diese in der dichten Luft der Hoͤlen des Schwarz- waldes, in Gestalt der Wolken, uͤberall aus der ent- bloͤsten Flaͤche des Koͤrpers heraufsteigen gesehen. Folg- III. Abschn. Die Luft. Folglich ist die dichte Luft uͤberhaupt nuͤzzlich BOYLE phys. mech. exp. art. 7. cheyne. angef. Ort. S. 14. , und sie vermehrt die Kraͤfte des menschlichen Koͤrpers. Jm Winter empfinden die Leiber mehr Waͤrme. Da man die Luft in einer besondern Maschine verdichten kan s’gravezande. T. II. n. 2237. MVSSCHENBR. n. 1389. , so koͤnnen Thiere in einer bis zur Helfte Phil. Trans. n. 204. , zum dritten DESAG. T. III. S. 406. und vierten BIRGH. T. I. S. 309. 404. , ja bis zum achten Theile BIRCH. S. 426. verdichte- ten Luft, ohne Schaden leben. Es laͤst sich unter einer Taͤucherglokke, mitten im Wasser, in der dichten Luft, nicht nur leben DESAGVL. angef. Ort. , sondern es ist auch darinnen ein spar- sameres Atemholen schon hinlaͤnglich MEAD. S. 190. . Es hat eine Maus, in einer verdichteten Luft, so gar laͤnger, als in der gewoͤhnlichen, gelebt Es ward ein kleiner Vogel in einer verdichteten Luft schwach. birch. I. S. 4 1. und gesund, als man ihn wieder aus dem Gefaͤng- nisse lies. ; und ein Frosch hat viermal laͤnger, so wie Fische, viele Stunden darinnen ausge- halten BOYLE exper. phys. mech. Cont. II. S. 88. 89. 90. . Jndessen hat doch auch diese Nuzzbarkeit ihre Gren- zen; denn es schadet allerdings die Dichtigkeit der Luft, wenn sie gar zu gros ist MVSSCHENBR. in Ci- mentinos. S. 19. . Und dieses geschicht unter der gemeinen Taͤucherglokke, in welche das Wasser bei einer groͤssern Meerestiefe eintritt, die Luft in die Glokke hinauf treibt, und verdichtet. Alsdenn wird der Bauch zusammen gedruͤkkt HALES Ventilator. S. 54. , das Atemholen schwer gemacht, und es dringt alsdenn die Luft nicht ohne Schmerzen in den Gehoͤrgang HALLEY. ang. Ort. , die Aerme scheinen gleichsam als mit einem Strikke gebunden zu seyn Beim DESAG. T. II. S. 215. , bisweilen ist so gar das H. Phisiol. 3. B. U Das Atemholen. VIII. Buch. das Trummelhaͤutchen im Ohre zerrissen gefunden wor- den BONANN recreat. men t. et ocul. S. 247. , das Blut ist, als ob man unter einer Presse gelegen, aus Auge und Nase gedrungen HALLEY. angef, Ort. , und es ent- steht endlich ein so grosser Widerstand des Herzens, daß der Umlauf beinahe aufgehoben wird Ebenders ebendas. , daß einige umgekom- men BOYLE Cent. II. exp phys. mech. S. 97. . Es starb in einer Luft, die bis auf den zwanzigsten Theil ihres Umfanges verdichtet war, eine Maus MVSSCHENB R. ad Ci- ment. S. 119. , und in einer dreifach dichteren, ein Fisch HALLEY. ebendas. s’gra- vezande. T. II. n. 2237. Es starb ein Vogel in einer bis auf den dritten Theil zusammengedruͤkkten Luft, und befande sich eine Stunde lang schlecht. birch. T. II. S. 312. . Diejenigen Fichse, welche der beruͤhmte la Pomerhaie in eine enge Buͤchse eingeschlosson, und mit wenigem Wasser auf den Boden des Meeres herabgelassen hatte, scheinen wohl von der uͤbermaͤßigen Schwere des Wassers erstikkt zu seyn Journ. des savans. 1729 M. Sept. Fische, die tief im Wasser un- tergetaucht sind, sterben, bvechn. miscell. 1730. S. 966. . Wenn naͤmlich der Widerstand der Lunge uͤber- wunden worden, so blaͤhet sich die Lunge, und das Herz selbst auf BIRCH. T. I. S. 427. , es wird der Atem beschwerlich gemacht, der Mensch buͤst das Leben waͤhrendem Einatmen ein Schaarschmids medie. Re- lat. T. IV. S. 30. 311| , und es geschicht der Umlauf des Blutes mit gar zu gros- ser Uebereilung BASIN Obs. sur les plant. S. 119. . Man koͤnnte hierbei die Frage thun, warum der Mensch diese Uebel nicht gewoͤhnlicher maassen erdulde, und wie der Koͤrper des Menschen, der doch von einem Gewichte von dreissig tausend Pfunden gedruͤkkt wird, dieser Gewalt widerstehe, daß die Gefaͤße nicht zerreissen, und die Kraͤfte des Herzens, wovon alle Gefaͤsse im gan- zen Koͤrper aus einander gedehnt werden, nicht unterlie- gen. III. Abschn. Die Luft. gen? Man pflegt hierauf zu antworten, die Luft, die im Koͤrper ist, sezze sich, kraft ihrer Federkraft, mit diesem so grossen Drukke in ein Gleichgewicht MORGAN. phil. princ. S. 147. mazinvs, savvages effets de l’air. S. 13. rogers epid. S. 121. nollet. angef. Ort. T. II. S. 342. berger de respir. S. 26. . Allein es le- ben die unterseeische Fische Es wird ein kleines Thierchen unter dem Wasser von einer 200 bis 300 Fus hohen Saͤule nicht erdruͤkkt. STVRM. auctar. S. 74. , die auf dem Grunde des Meeres kriechen, und andre unbewegliche Thiere, zu de- nen wir nicht sehen koͤnnen, wie die Luft aus der Atmo- sphaer dahin gelangen koͤnne, ohne den Beistand einer in- wendigen, und elastischen Luft, unter diesem erstaunlichen Drukke, und es zerbrechen Glaͤser nicht, wenn man die von innen widersteheude Luft weggenommen, sobald sie rundlich sind Ein gleichmaͤßiger Luftdrukk zerreist nicht einmal ein Seifenblaͤs- chen, kraft. S. 28. Ein ver- dichtendes Glas freht den Drukk von drei Atmosphaeren aus. T. II. S. 395. . Vielleicht moͤgen sich naͤmlich die Ge- gensaͤulen der Luft einander das Gleichgewichte halten STVRM physic. collect. T. II. S. 182. 183. , und es schadet auch der Drukk dieses Elementes nicht, wenn die Luft auf etwas mit gleich grosser Gewalt von allen Seiten auffaͤllt BOYLE hydrost. gegen das Ende. stvrm auctar. collect. exper. S. 74. Physic. T. II. S. 182. 183. helsh. S. 239. . Sobald am Taͤucher nur ein Theil seines Koͤrpers ungleich gedruͤkkt wird, so dringt sogleich aus Augen, und Nasen Blut heraus BIRCH. T. I. S. 392. stvrm T. II. S. 150. salzm. de urinator. S. 27. savvag. angef. Ort. S. 15. . Es machte eben diesen Versuch Blasius Baskal an einem Menfchen unter dem Wasser, dessen Huͤfte von einer Roͤhre geschuͤzzt ward Dt l’equilibre. L. II. c. 2. n. 6. . Doch es aͤussert dieser ungewohnte Drukk auch in den Baͤdern keine grosse Gewalt. Wenn man sich zween Fus tief unter Wasser taucht, so vermehrt sich nur der Drukk um etwas weniger, als den sechszehnten Theil von dem gewoͤhnlichen Drukke NEBVCCI Lettera I. , der fast 34 Fus gleich ist, U 2 oder Das Atemholen. VIII. Buch. oder so viel als beinahe 2280 Pfund betraͤgt WAINEW. of bathing. S. 124. . Wir ha- ben aber gezeigt, daß dieser Unterscheid, oder auch ein noch groͤsserer, leicht vertragen werden koͤnne Vorhergeh. §. 6. , ohne daß die Gefaͤsse von dem Drukke verengert wuͤrden. Dagegen empfinden wir bald von einer leichten Luft Ungemaͤchlichkeiten. Es gehoͤrt zwar nicht hieher, zu er- klaͤren, warum sie die Lunge nicht eben sowol ausdehne. Wenigstens wird den Gefaͤssen des ganzen Koͤrpers der Drukk benommen, sie sezzen daher dem Herzen einen ge- ringern Wiederstand entgegen, und sie zerreissen leicht SCHREIB. almag. S 234. . Die Gefahr wird auch noch bei einer sehr leichten Luft dadurch vermehrt, daß sich die innerliche Luft in unsern Saͤften ausdehnt Mem. de l’Acad. des scienc. 1747. S. 566. . Und daher koͤmmt es, daß wir die schnellen Veraͤn- derungen in der Schwere der Luft weniger vertragen, wenn sich die Luftschwere vermindert MVSSCHENBR. ad Ci- mentinos. S. 119. Maͤuse vertragen viel lieber eine doppelt so schwere, als doppelt so leichte Luft. Philos. Trans. n. 204. Jn einer verdunnten Luft sterben Voͤgel bald. boyle. Phil. Trans. n. 63. , weil eine dichte Luft die Lunge besser ausfuͤllt, folglich den Durchgang des Blutes leichter macht, und der linken Herzkammer in ei- ner gegebnen Zeit mehr Blut zufuͤhrt, daß es sich mit staͤrkerer Kraft zusammen ziehen kann: und davon kommt es her, daß das Atemholen, bei zusammen gedruͤkkter Luft, langsamer erfolgt MEAD. S. 290. . Eine leichtere Luft, die die Lunge unvollkommen ausdehnt, benimmt diesen Reiz, der sonst das linke Herz, sich zusammen zu ziehen, veranlast. Als das Queksilber, bis auf acht Linien, herabgefal- len war, verloren Sperlinge das Leben MENGHINI Bonon. Com. ment. T. II. P. II. S. 273. . Ein Gold- ammer befand sich, ob man gleich in den Gedanken steht, daß III. Abschn. Die Luft. daß die Voͤgel eine leichte Luft besser vertruͤgen, nicht wohl, als die Luft um die Helfte leichter geworden BOYLE Phil. Trans. n. 63. S. 2036. , und bezeigte sich sogar die Eidechse S. 2050. kraftlos. Als man die Luft auf den vierten Theil ihrer Dichtheit zu- ruͤkke sezzte, so bewegte sich eine Maus sehr heftig S. 2045. , eine Lerche starb in zwo Minuten S. 2036. , und eine Natter kam ums Leben, da man ihr blos den sechsten Theil Luft uͤbrig gelassen hatte S. 2037. . Daher nehmen in einer leich- ten Luft die Kraͤfte ab CHEYNE sanit. infirm. tuend. S. 14. . Diejenige, welche eine schwa- che Lunge haben, und in der Schweiz leben, buͤssen ge- wis ihr Leben ein, wenn sie ihren Sizz an hoͤhern Oertern aufschlagen, besonders wenn es daselbst warm ist VLLOA viage. S. 59. . Die Kaͤlte hat naͤmlich die Art, die uͤble Folgen einer leichten Luft zu maͤßigen HALES on Ventilators. P. II. S. 154. . Starke Bauersleute tra- gen ohne Ermuͤdung, uͤber die steilen Wege der Alpenge- birge, erstaunliche Lasten. Wenn andere Personen, wenn sie sich in die Luft auf hohe Berge begeben, kleine Fieber GMELIN praef. c. p. LXVI. , Ohnmachten BOVGVER. ebendas. und mem. von 1747. S. 261. , geringe Blutvergiessungen BOVG. S. XXXVII. An einem Kaninchen drang das Blut, als man die Luft auspumpte, aus den Ohren heraus gvide. angef. Ort. S. 9. , Blutstuͤrze BOVG. S. XXXVIII. jos. acosta , der selbst Blut spie, als er den Berg Periacaca bestieg, hist. nat. T. III. S. 91. ausstehen muͤs- sen, wovon man vor andern am Joh. Scheuchzer De meteor. aqu. S. 40. ein trauriges Beispiel hat, so koͤnnte ich die Ursache da- von vielmehr auf die Bemuͤhung im Klettern, da die Kraͤfte des Atemholens aufs hoͤchste angestrengt wor- den, schieben. Reisende, die sich dabei ruhig verhalten BORELL. mot. an. L. II. prop. 123. bovg. S. XXXVII. , U 3 oder Das Atemholen. VIII. Buch. oder der Pferde bedienen, erfahren dergleichen gar nicht BOVG. mem. von 1744. angef. Ort. . §. 8. Der Drukk der Luft auf die Lunge. Es ist eine Sache von aͤußerster Wichtigkeit, diesen Drukk gehoͤrig zu berechnen. Er ist es, von dem nicht allein die Gewalt abhaͤngt, von welcher die Lunge aus- gedehnt wird, sondern man urtheilt auch von diesem Drukke uͤber die Staͤrke des Atemholens auf die Veraͤn- derung des Blutes. Es sezzt J. Alfons Borell 15 Zoll der eingeatmeten Luft 14 und 15 Zoll. P. I. prop. 81 , und die Kraͤfte der Zwischen- ribbenmuskeln schaͤzzt er 32040 P. I. prop. 89. 90. 128. Pfunden gleich, da- bei sein Lehrsaz, daß sich die Muskelkraͤfte, wie die Ge- wichter verhalten, nicht gar zu richtig ist. Man koͤnnte dieses fuͤr die Elemente halten, da er die Berechnung selbst weggelassen. Folglich ist Keil der erste, der sich dieses hidrostatischen Lehrsazzes bedient, und einen uner- maͤslichen Drukk herausgebracht hat. Er hielte die Lun- ge fuͤr eine Blase, deren gesammte Blaͤschen keine klei- nere Oberflaͤche, als von 21, 906. 996 Zoll haͤtten De secret. anim. S. 80. . Er gab ferner der Muͤndung der Luftroͤhre einen Durchmes- ser von fuͤnf Zoll, und er schaͤzzte die Flaͤche gegen 10. 19: die Oberflaͤche der Lunge auf 226 Zoll S. 79. . Er sezzte, es werde die Luftroͤhre in einem mittelmaͤßigen Ausatmen von zwo Unzen aufgetrieben, wobei er die Berechnung von demjenigen Gewicht hernahm, welches sich, wenn man in eine Blase blaͤst, aufheben laͤst S. 78. 80 Pfunde aufgehoben. camer. de med. mot. anim. S. 16. : und er glaubt, daß dieses Gewicht, bei einem mittelmaͤßigen Einatmen, auf die Luftroͤhre druͤkke. Da sich nun die Druͤkkungen der III. Abschn. Die Luft. der Atmosphaer, wie die Oberflaͤchen verhalten, so wer- den die Lungen von auswaͤrts von 148 Pfunden S. 80. , ihre innere Flaͤchen dagegen von 14412 Pfunden gedruͤkkt. Da dieses ferner ein mittelmaͤßiger Drukk ist, so schaͤzzte er den groͤsten Drukk in der Luftroͤhre auf 7 Unzen, auf die Oberflaͤche gegen 520 Pfunde S. 79. , und auf die Oberflaͤche aller Blaͤschen zusammen genommen, gegen 50443 Pfunde S. 80. . Da aber diese Maasse offenbar zu gros zu seyn schie- nen, so nahm Jakob Jurin einen andern Weg vor die Hand. Er maas die Menge Luft, die man im Ausat- men herauslaͤst, dabei er in eine Blase Luft blies Dissert. IV. S. 11. , waͤhrend drei Stunden; und er berechnete ferner die Menge Wasser, das in die Blase lief, und den Plazz der eingeblasenen Luft einnahm. Als er nun einige Stuͤkke verbessert, so fand er, daß beinahe 40 Unzen Luft S. 42. Diese Berechnung nimmt der ber. Hales an veg. stat. S. 239. , und waͤhrend eines staͤrkern Ausatmens, innerhalb einer Sekunde 125 Kubikzoll Luft S. 42. , endlich bis 220 bei ei- nem vollen, und sehr starkem Ausatmen, herausgeblasen hatte. Nachdem er also, damit ich mich kurz ausdruͤkke, die Muͤndung der Lustroͤhre, und die Lungenflaͤche, auf dem Fusse, als Keil angenommen, so fand er, daß die mittelmaͤßige Bewegung, der aus der Lunge heraus- fahrenden Lust, anderthalb Quentchen gleich sei S. 42. 44. , das in einer Sekunde einen Zoll durchlaufe: daß die groͤste Bewegung der ausgeblasenen Luft gleich sei 14 Quent- chen, die eben solchen Zoll durchliefen, und er machte den Drukk einer mittelmaͤßigen Luft auf die Lunge selbst, gleich, der Bewegung einer Wassersaͤule, die mit eben solcher Geschwindigkeit von der Hoͤhe \frac{1}{10000} Zolls her- U 4 ab- Das Atemholen. VIII. Buch. abfiele, und deren Grundflaͤche S. 45. die Oberflaͤche der Lunge sei. Es wird diese Hoͤhe bei dem allerheftigsten Ausatmen seyn = \frac{711}{7000} ″ Ebendas. . Unser ehemalige Lehrer, Johann Bernoulli Beim Michelott de separ. hum. S. 180. u. f. , brachte eine groͤssere Rechnung, als Jurin, und Keil, heraus, da er drei Unzen Queksilber, die durchs Bla- sen in Bewegung gebracht worden, zum Grunde sezzte: da er dieses Gewichte auf die innere Flaͤche der Ribben- haut anwandte, und zum Maasse desjenigen Drukkes, der diese Wirkung that, uͤberhaupt 420 Pfunde Diese Geschwindigkeit ver- mehrt bis 880 Fus der vortrefliche boissier physiol. S. 101. indem er das Maas von der Rizze des Luft- roͤhrenkopfs hernimmt, die drei Linien gros ist, und von der ausgeblasenen Lnft, die 220 Zoll ist. Es koͤnne aber diese Spalte, so weit sie sich in der Tonkunst oͤffnet, drei Linien betra- gen. Die Muͤndung des Luftroͤhren- kopfes ist sehr viel weiter. fuͤr die Kraͤfte, wodurch das Ausatmen verrichtet wird, be- kam. Er zog den so bekannten hidrostatischen Lehrsazz, daß der Boden eines jeden Gefaͤsses, dessen kleine Muͤn- dung den Drukk von einer Fluͤßigkeit empfaͤngt, eben so stark gedruͤkkt werde, als ob die Saͤule des Fluͤßigen, welches druͤkkt, eben so breit, als dieser Boden waͤre: nachgehends hielte er die Kraft des Ausblasens fuͤr das Maas der, auf die Lunge druͤkkenden Luft. Er fand, daß die Geschwindigkeit dieses herausgeblasenen Gewich- tes, nach dem Lehrsazze von der Beschleunigung des Falls der Koͤrper, fuͤr eine Sekunde 390 Fus war S. 183. , welches in der That eine große Geschwindigkeit ist. Die Sache macht der beruͤhmte Staehelin glaubwuͤrdig, als wel- cher die Geschwindigkeit eines Blasepfeiles in einer Se- kunde gegen 170 und 363 Fus De pulsu gegen das| Ende. So schaͤzzte camerar. die Ent- fernung, in der, mittelst des Blasens, eine Bleikuͤgel fortgetrieben wird, auf 160 Schritte. de med.mot. an. S 15. , und eben diese Ge- schwindigkeit fuͤr einem 2202 Fus tief fallenden Koͤrper her- S. 43. 44. III. Abschn. Die Luft. herausbrachte. Es hob auch ehedem der beruͤhmte Wil- kius, vermittelst des Blasens, 50 bis 60 Pfunde, drei bis vier Zoll hoch auf BIRCH. T. I. S. 30. , und Hanov 80 Pfunde, bis et- liche Zoll hoch Versuche der naturforschen- den Gesellschaft in Danzig. T. I. S. 321. . Es konnte, ferner eben dieser be- ruͤhmte Hanow, naͤmlich innerhalb eines einzigen Atem- holens, sechs Unzen Queksilber nicht uͤber viertehalb Zoll bringen Ebendas. bis 317. bis 74 und 76 Linien des Quckstibers. Ebender Seltenh. T. I. n. 17. welches so viel ist, als 81 Unzen Wasser, und 16 Pf. 11 Unz. ebenda; bis 5 und 7 Zoll, mit Bestande, aber bis zween ha- les veget. stat. S. 258. , folglich innerhalb einer Sekunde nicht uͤber achtehalb Linien, indem das Atemholen gemeiniglich innerhalb vier Sekunden verrichtet wird. Es konnte auch dieser Mann diese Anstrengung nicht einige Zeitlang vertragen, denn wenn er in eins fortblies, so trieb er die- ses fluͤßige Halbmetall nicht uͤber drittehalb Zoll weit. Man sieht, daß hier im Gewichte kein Jrrthum vorge- he, sondern daß man die Geschwindigkeit in einem un- glaublich groͤsserm Verhaͤltnisse bestimme. Es findet aber eben dieser beruͤhmte S. 320. Mann die Kraft des Ausblasens kleiner, als der Drukk der Atmo- sphaͤre ist Und eines heftigen Windes. Seltenheit. T. II. S. 764. auch eine groͤssere Schnelligkeit staehel. angef. Ort. , und er vergleicht sie, im mittelmaͤßigen Zustande, mit dem fuͤnften Theile des Drukkes der At- mosphaer, im hoͤchsten Maasse, mit dem dritten Theile. Folglich wuͤrde der Drukk der Luft auf die Luuge um etwas groͤsser seyn, als er in den Berechnungen der andern be- ruͤhmten Maͤnner ist, die die Kraft des Ausatmens fuͤr das Maas des Drukks der Luft halten. Richart Barrett In Disput. de compressione, quam patitur pulmo in exspiratio- ne. Leid. 1720. griff die Sache wieder mit andern Versuchen an, und er maas das Gewichte aus, welches auf eine Blase zu legen waͤre, die in einerlei U 5 Weite Das Atemholen. VIII. Buch. Weite ein Licht auszuloͤschen vermoͤchte n. 8. , in der ein Mensch ein Licht mit dem Ausblasen ausloͤschen koͤnne: er fand, daß dieses ein einziges Pfund verrichte: und daher schaͤzzte er auch den mittelmaͤßigen Drukk der Luft auf die Lunge, wofern man die Lunge vor eine große Blase hielte, einem einzigen Pfunde gleich; ausgenom- men, daß man, nach den mechanischen Regeln, wegen des Widerstandes, der gerade so gros, als der Drukk, sei, da die Lunge von den festen Theilen getragen wird, die Lunge von zwei Pfunden heben liesse n. 9. . Jm staͤrk- sten Ausatmen hingegen, wird das, auf die Lunge zu legende Gewichte, hundert Pfunde, und der Drukk, dem man die Lunge unterwirft, zwanzig Pfunde: fer- ner nach abgezogner Anstrengung der Trompetermu- skeln, zwoͤlf Pfunde betragen, davon sechs fuͤr die At- mosphaer gehoͤren. Da aber die Lunge nicht eine einzige Blase, sondern eine Menge von Blaͤschen neben einander ist, so koͤmmt der Drukk viel groͤsser heraus, und er |ist bei gelindem Ausatmen 732 Pfunde, im staͤrksten hinge- 4382 Pfunde gros. Wieder anders berechnete der beruͤhmte Wintring- ham of contagious diseases; die Stelle dazu ist mir jezzo nicht zur Hand. , der aͤltere, den Drukk der Luft, und zwar, auch wegen der großen Flaͤche der Luftblaͤschen, gegen 228265 Pfund. Ohnlaͤngst schaͤzzte der beruͤhmte H. Nepomuk Kranz den Drukk in der Lunge dergestalt, daß er einer Quadratsaͤule Wasser gleich sei, die 152 Quadratfus breit, 32 Fus hoch, und uͤberhaupt 340480 Pf. schwer sei Jm Progr. zu Wien 1759 herausgegeben. Jch schaͤzze den Fus Wasser zu 70 Pfunden. . Auf II. Abschn. Die Luft. Auf eine ganz verschiedene Weise, brachte auch ohn- laͤngst der beruͤhmte Bertier, nach einem Versuche her- aus, daß die gesammte, zur Erweiterung der Lunge er- forderliche Kraft, nicht groͤsser, als 24 Pfunde sei, weil eine mit diesem Gewichte beschwerte Blase, sowol die Lunge, als die Brust, ausdehne Physiq. des corps animès. S. 187. . Es scheint, nach meinem Gutachten, der Drukk der Luft auf alle einzelne Blaͤschen, uͤberhaupt klein zu seyn, ob derselbe gleich auf die ganze Lunge gros ist. Aber das wahre Maas zu finden, dazu scheint wohl die gar zu un- gewisse Oberflaͤche der Lunge wenig Hofnung zu machen. Die Geschwindigkeit ist in der That groͤßer, als sie Ju- rin angesezzt, indem wir in einer ziemlich großen Ent- fernung, mit großer Schnelligkeit, so gar kleine Voͤgel- chen mit den Blasepfeilen treffen. Doch wir muͤssen uͤberhaupt die Kraͤfte des Aufblasens nicht mit einem maͤßigen Drukke der Atmosphaer vergleichen, da diese Kraͤfte an sich viel groͤßer sind. §. 9. Der Drukk auf eine duͤnnere Luft. Bei den bisherigen Berechnungen der Luft, haben wir noch kein Absehn auf die, in der Lunge befindliche Luft gerichtet. Und dennoch mus dieses allerdings ge- schehen, wenn von dem Atemholen eines lebendigen Thie- res die Rede ist. Da also die Luft bald dichter, und schwerer, bald duͤnner, seyn kann, so ist nicht zu zwei- feln, daß nach dem gemeinen Gesezze, aus dieser Ungleich- heit, Dieses erinnern auch ber. Maͤnner, Joh Arbuthnot. angef. Ort. S. 42. der es mit dem \frac{1}{30} Theile des Gewichtes der Atmosphaͤr vergleicht. S. 108. 109. hoadl. S. 30. helvbt.. claircissements. S. 13. Das Athemholen. VIII. Buch. heit, nicht eine Bewegung erwachsen sollte, und daß nicht die Luft, die am Gewichte die Oberhand hat, an die Stelle derjenigen Luft treten sollte, die, wegen ihrem kleineren Maasse, bei einerlei Raume, schwaͤchern Widerstand aͤus- sert. Wenn eine Luftgegend nur um etwas weniges leich- ter, als eine andere ist, so erhebt sich ein Wind gegen dieselbe zu, und es geschicht eben dieses, wofern eine Luft, ohne Minderung ihrer Schwere, weniger Federkraft hat, oder von irgend einer andern Ursache unfaͤhig gemacht worden, gehoͤriger maßen zu widerstehen. Wenn das Queksilber einzig und allein um drei Barometerstri- che niedersinkt, und sich folglich die Schwere der Luft fast um den \frac{1}{120} Theil mindert, so erzeugt sich ein Wind, der in einer Minute ein Fus durchlaͤuft Hanov Seltenheit. T. III. S. 366 367. . Jst eine andre Luft um viermal duͤnner, so entsteht ein Wind, kraft dessen ein Fus Luft 904 Widerstand bezeugende Pfunde BERNOVLLI hydrody- namic. S. 234. , einen Fus hoch in die Hoͤhe hebt, da doch sonst die Gewalt des staͤrksten Windes auf einen Quadrat- zoll nicht staͤrker angegeben wird, als die Kraft eines Grans auf eine Geviertlinie Hanov. T. II. S. 755. . Eine aus der Wind- buͤchse abgeschossene Bleikugel, die von der zusammenge- presten Luft in die natuͤrliche Luft ausgestossen wird, hat keine kleinere Geschwindigkeit, als eine von einem gemei- nen Schiesgewehre abgefeuerte, und sie durchfaͤhrt in- nerhalb einer Stunde nicht weniger, als 4500 Fus Hanov. T. III. S. 374. . Wenn endlich uͤberhaupt die Lustsaͤule auf einen luft- leeren Ranm auffaͤllt, so geschicht diefes mit einer Ge- schwindigkeit, welche 990 Ebendas. S. 372. , 1305 PAPIN phil. trans. n. 184. , 1342 BOSCOVICH de turbine. S. 178. , und 1348 EVLER. beim Hanov. ang. Ort. Fus in einer Sekunde durchlaͤuft, und es ist diese III. Abschn. Die Luft. diese Gewalt von einem grossen Mann dergestalt geschaͤzzt worden, daß ein Kubikfus Luft 904 Pfunde durch einen Raum von 3248 Fus aufhebt BERN. angef. Ort. . Solchergestalt druͤkkt die Gewalt der Luft den Stengel der Luftpumpe mit sol- cher Heftigkeit, in einen luftleeren Raum hinein, daß er erst von 103 Pfunden wieder herausgezogen werden kan BOYLE de vi aeris elast. exp. 8. 9. , und diese Gewalt der Luft zerbricht alle Gefaͤsse, welche nicht stark genug, oder ekkig sind BOYLE exp. 33. . Unsre Absicht er- klaͤrt sich am besten durch eine glaͤserne Trummel, aus deren holen Koͤrper man die Luft mit dem Erfolge aus- leert, daß die Luft von aussen hereindringt, die uͤber- gespannte Blafe in Stuͤkken zerreist, mit einem starken Buͤchsenknalle in die ausgeleerte Trummel herabfaͤhrt BEGGAR. S. 374. . Es entsteht naͤmlich schon von der blossen Gewalt, der in einen luftleeren Ort hineinbrechenden Luft ein Wind, der viel gewaltsamer, als ein natuͤrlicher Sturmwind ist, bei welchem die Luft gegen 24 MARIOTTE mouvement des eaux. P. I. , 32 Hanov in anemometr. und Seltenh. T. II. S. 776. , 66 DERH. MVSSCHENB. S. 740. , 80 MVSSCHENBR. essays. S. 110. Hanov. T. III. S. 368. , und 119 Vom heftigen Winde, der ber. Heinsius in der Kometenge- schichte. S. 91. Fus, oder wegen der nachstuͤrzenden Ver- staͤrkung der Atmosphaer, in einer Sekunde gegen 422 Fus durchstreicht kraft Comm. Acad. Petr. T. XI. S. 153 . Da ferner die Waͤrme in einer freien Luft eine Ver- duͤnnung hervorbringt Und auch die Federkraft ver- mindert boissier effets de l’air. S. 12. 13. mvsschenbr. Instit. n. 1063. , so pflegt die kalte Luft, da sie dichter ist, in die Gegend der erhizzten Luft MVSSCHENBR. S. 723. desagvl. T. II. S. 119. hinein zu dringen. Aus diesem Grunde erzeugen sich die Winde in Das Atemholen. VIII. Buch. in dem Bezirke der Feuersbruͤnste Wolfs Aerometrie. S. 310. boscov angef. Ort. S. 215. 216. . Ferner entstehen die Luftzuͤge davon, welche durch alle Rizzen eines Ge- baͤudes nach dem Feuerheerde zudringen TAGLINI de aere. S. 290. Vergl. desagvl T. II. S. 559. 222. u. f. Wolfs Aerometrie. S. 306. Schon in ein warmes Schlafzimmer, hales on Venti- lators. T. II. S. 19. 20. , und durch den Schorstein wieder abfliessen, und es hat sich der be- ruͤhmte Sutton dieses Luftzuges bedient, die Schifsluft zu reinigen. Man mus hierbei anmerken, daß die Luft, sie sei an welchem Orte sie wolle, von einer feuchten Waͤrme, so- wol verduͤnnt, als der Federkraft beraubt werde SAVVAG. angef. Ort. S. 13. : hingegen macht eine trokkene Waͤrme die verschlossne Luft zwar duͤnne, allein sie vermehrt auch ihre Federkraft, und es waͤchst diese Federkraft, von einer, dem menschli- chen Koͤrper gleichen Waͤrme, um den achten, oder neun- ten Theil an. Ueberhaupt waͤchst der Federkraft so viel zu Ehendas. , als der Dichtheit abgeht, ohne daß eben da- durch, zwischen dergleichen Luft, und der Atmosphaer das Gleichgewichte gestoͤret wuͤrde. §. 10. Die Federkraft der Luft. Es ist diese vorzuͤglichste Kraft der Luft vor allen andern von Robert Boyle, durch eine zahlreiche Men- ge Versuche, der Wuͤrde gemaͤs erklaͤret worden; und in diesem Punkte ist die Luft offenbar vom Wasser, Oele, den Geistern, dem Lichte, und andern Fluͤßigkeiten unter- schieden. Es laͤst sich naͤmlich die Luft, mittelst des Zu- sammendruͤkkens, in einen engern Raum zwingen, allein sie sezzt sich auch, sobald die Ursache aufgehoben worden, die III. Abschn. Die Luft. die sie preste, aus eigner Krast wieder in ihren vorigen Umfang. Daher blaͤst sich nun eine Blase, die mit ge- meiner Luft angefuͤllt worden, auf einem sehr hohen Ber- ge, weil sie daselbst von einem kleineren Gewichte gedruͤkkt wird, von selbst, kraft der inwendigen Luft auf. Fer- ner so nimmt die Luft, nach zuruͤkkgezogenem Stempel, denjenigen Raum ein, der nur kuͤrzlich entstand LEIGH Lancashire. S. 14. , ohne an andre hoͤchst bekannte Dinge mehr zu gedenken BOYLE exp. phys. mech. de aere. S. 15. . Es scheint diese Kraft von dem Zuruͤkkstoßen her zu ruͤhren, so daß sich die Lufttheile gleichsam von einem Mittelpunkte, nach den, von dieser Mitte allenthalben gegen den Um- kreis gezognen Linien MVSSCHENBR. n. 1368. ausbreiten. Man glaubt, daß dieses nicht in dem einzigen Elemente der Luft verborgen liege, sondern sich erst alsdenn aͤussere, wenn mehrere Elemente in eine wechselweise Nachbarschast mit einan- der gerathen BOERH. Elem. chem. T. I. S. 520. Wenn es Koͤrper gaͤbe, die sich mit einer Kraft | zuruͤkke stiessen, die, wie ihre Entfernungen, verkehrt proportionirt waͤre, so wuͤrden die- jenigen Erscheinungen erfolgen, die von der Federkraft der Luft herruͤh- ten. newton Princip. T. II. prop. 23. pembert. view of newtonian philosophy. S. 150. s’grave- zande. n. 1072. 1092. : diese Kraft sei, wie die wechselweise Entfernungen zwischen den Mittelpunkten der Teilchen MVSSCHENBR. n. 1377. . Sie scheint eine der Luft angebohrne, und von ihr schwer- lich zu trennende Eigenschaft zu seyn. Es hat die in einer Windbuͤchse zusammengedruͤkkten Lust, nach sie- ben DESAGVL. T. II. S. 36. , funfzehn ROBERVAL beim Boer- haave. S. 453. nollbt. T. III. S. 205. sechszehn Jahren Mem. avant. 1699. T. II. S. 234. ihre Feder- kraft unverlezzt behalten, ob der beruͤhmte Hawksbee gleich in den Gedanken stand, daß diese Federkraft von einer langwierigen Zusammenpressung Phil. Trans. n. 311. 318. gleichsam er- muͤdet werden koͤnne, so wie die Metallfedern durch ge- genseitige Beugungen in der That zerstoͤrt werden. Doch es Das Atemholen. VIII. Buch. es vertilgen auch nicht die wechselnde Kraͤfte der Hizze, und Kaͤlte, die Federkraft der Luft BOERH. S. 460 461. . Da die Federkraft mit der Natur der Luft nahe ver- wandt ist, so mus sie um desto groͤsser seyn, je mehr Luft in einerlei Maasse stekkt, oder es ist die Dichtigkeit das Maas der Federkraft, wenn alles uͤbrige gleich ist, und es wird die Luftfederkraft um desto groͤsser seyn, je schwe- rer sie ist mvsschenbr. n. 1374. Daß die Federkraft auf dem Berge Pichincha, wie die Dichtheit gewe- sen, nach dem ber. bovgver. Die- ses moͤchte ich nicht gern behaupten, wenn man die Luft auf den hoͤchsten Bergen vor rein von fremden Bei- mischungen haͤlt; indem die Daͤmfe, womit die niedrige Luft angefuͤllt ist, eine andre, von der Federkraft der Luft verschiedne, und bisweilen ganz und gar keine Federkraft besizzen. , und es verhalten sich die Federkraͤfte einer zusammen gedruͤkkten, gegen die Federkraͤfte einer duͤnnen Luft, wechselweise wie ihre Maassen Wolf Aerometr. prop. 29. Theor. 15. . Davon ruͤhrt die erstaunliche Kraft einer sehr zusammen gedruͤkkten Luft, die in einer Windbuͤchse eingeschlossen ist, her, und wenn sich diese ausbreitet, so koͤmmt sie der Gewalt des Schies- pulvers, und so gar der, vom Feuer verduͤnnten Daͤm- pfe gleich. Wenn man die Theile der Luft also, als gleich sehr elastisch annimmt, so wird die Luft in eben dem Verhaͤlt- nisse verdichtet, als man sie zusammen druͤkkt, oder sie zieht sich in einem desto kleinern Raum zusammen, je groͤsser das darauf liegende Gewicht ist BOERH. S. 447. 450. , wenigstens bis sie viermahl dichter geworden, denn weiter gehen in einer gleichfoͤrmigen Reihe, weder die Gewichter mvsschenbr. S. 588. n. 1371. , noch die Raumkuͤrzungen fort. Man koͤnnte aber auch nicht hoffen, daß sie weiter gehen sollten, denn es ist die Luft, mit der wir zu thun haben, nicht rein, und sie enthaͤlt, ausser den wirklich elastischen Stoffen, viel andre, von einer andern Natur, darunter sich einige nicht einmal zusammen druͤk- ken III. Abschn. Die Luft. ken lassen; und folglich mus der Widerstand, bei einem staͤrkern Zusammendruͤkken, auch groͤsser werden, als man ihn nach den Rechnungen erwarten sollte Ebenders. ebendas. . Es kann aber die Luft zusammen gedruͤkkt werden, durch Gewichte, oder Pressen, bis in einen sechszehn BOERH. S. 450. , und acht und dreis- sigmal HALES hæmast. S. 348. , so gar bis zu einem vierzigmal kleineren Raum BOYLE tract. var. . Es mag aber die Druͤkkraft seyn, welche es will, so mus doch in der That, da zwischen dem pressenden Ge- wichte, und der Luft, eine Ruhe statt findet, zwischen der Luftfederkraft, und der druͤkkenden Gewalt, ein Gleich- gewichte seyn MVSSCHENBR. n. 1373. . So oft also die Atmosphaer selbst, nach der Art eines Gewichtes, auf die darunter liegende Luft wirkt, so ist alsdenn zwischen dem Gewichte der At- mosphaer, und der von selbiger zusammengedruͤkkten Luft ein Gleichgewicht vorhanden. Es thut auch nichts zur Sache, ob die Masse der zusammengedruͤkkten Luft groͤs- ser, oder kleiner ist, indem sie bei einem kleinern Jnhal- te, zugleich von einer kleinern Atmosphaerensaͤule gedruͤkkt wird. Dieses ist des Robert Boyle beruͤhmter Sazz, daß die Luft, so klein sie sei, dennoch mit dem Gewichte der Atmosphaer im Gleichgewichte stehe New. phys. mech. exper. on the spring of air wolff aerome- tri Theorem. 14. Prop. 27. s’gra- vezande. n 2115. mvsschen- broeck. n. 1373. nollet. T. III. S. 206. BOERH. S. 454. 455. 456. kraft phys. S. 339. . Die Luft wird, ausser den druͤkkenden Lasten, auch von der Kaͤlte verdichtet BOERH. S. 459. , und in einen engern Raum getrieben. Stephan Hales fand, als er die Kaͤlte ei- nes frierenden Wassers berechnete, davon eine hole Ku- gel von Eisen zersprengt wurde, daß die Luft bis zum \frac{1}{1838} Theil ihrer Masse zusammengedruͤkkt gewesen S. 352. , so H. Phisiol. 3 B. X Das Atemholen. VIII. Buch. so daß sie uͤberhaupt doppelt so dicht, als das Wasser selbst gewesen. Es scheint dieses indessen dem Boer- haaven unglaublich zu seyn, da ein grosser Theil der Lust in Wasser besteht, und zwar mehr, als der tausen- de Theil, Wasser sich hingegen gar nicht verdichten laͤst. So wie ferner, nach dem Obigen S. 198. , die groͤste Hizze eines siedenden Wassers, eine im sechs und vierzigsten Grade heisse Luft, die folglich um 166 Graden kaͤlter, als es selber ist, nicht uͤber ⅓ ausdehnt, so muß die groͤste Kaͤlte die Luft kaum uͤber ⅔ verdichten BOERH. S. 460. , indem der hoͤchste Grad nicht tiefer, oder unter 46 faͤllt, als die die groͤste Hizze uͤber diese Zahl in die Hoͤhe steigt S. 202. . Es waͤchst aber die Springkraft der Luft, besonders wenn ihre Dichtheit zugenommen. Doch mus auch Waͤrme dabei seyn BOERH. S. 456. 457. . Es dehnt naͤmlich das Feuer, oder die Waͤrme, die Luft eben auf die Art aus, als sie ausgedehnt seyn wuͤrde, wenn sie dichter gemacht waͤ- re, so daß sie ebenfalls ein doppelt so schweres Gewichte truͤge: sie mus naͤmlich verschlossen seyn, und sich in kei- nen weiteren Raum ausbreiten koͤnnen, weil sie sonst, in- dem sie sich verduͤnnt, die schnellende Kraft einer Feder, die sie von der Waͤrme uͤberkommen, verlieren wuͤrde BOERH. S. 459. . Daher erlangt eine Luft, welche dichter gemacht worden, von eben demselben Feuer eine groͤssere Elasticitaͤt BOERH. S. 458. Des amontons Mem de l’Acad. des scienc. 1702. . So wie sie aber vom Feuer nicht ins unendliche hin- aus ausgedehnt wird, so verliert sie auch durch die Waͤr- me nicht ihre ganze Federkraft BOERH. S. 461. . Es sind aber die Grade der Verduͤnnung viel klei- ner, als in der Verdichtung der Luft. Es vertraͤgt die- ses III. Abschn. Die Luft. ses Element sehr wenig die Waͤrme, und es wird bei dem geringsten Wachsen der Feuergrade so duͤnne, daß es, eben dieser Leichtigkeit im Verduͤnnen wegen, sich in einer immerwaͤhrenden wechselweisen Schwankung befin- det BOERH. S. 438. , und kaum in kleinen Zeiten einerlei Dichtheit zu erhalten vermag. Es wird von der groͤsten Hizze eines gluͤhenden Eisens in einem dreimal so grossen Raum, als sein voriger Jnhalt war, ausgedehnt DESA G VLIERS . T. II. S. 301. , oder auch in ei- nem viermal so grossen ROBINS beim MVS- SCHENBR. n. 1383. . Es breitet sich aber die Luft zu einer viel groͤssern Masse aus, wenn sie in einen, der Luftroͤhre sehr nahe kommenden Raum gebracht wor- den, und sich frei wieder ausdehnen kann. Man hat gesehen, daß sie von dieser Ursache einen 4000 mal MVSSCHENBR. n. 1386. mariotte. S. 173. groͤssern Plazz zu besezzen, und einen noch viel groͤssern einzunehmen vermoͤgend gewesen, wenn man mit der Luft verschiedne, besonders waͤssrige Daͤmpfe, die eine staͤr- kere Schnellkraft besizzen, vermischt Wie 1. zu 13769, boyle. tract. var. Daß die Verschiedenheit sei, wie 520000 zu 1. boerh. S. 460. oder 55076 zu 1. nach dem Bovle angef- Ort. zwischen der dichtesten und zwi- schen der duͤnsten Luft, oder endlich, wie 4656,000,000 gegen 1. nach dem Hales veget. stat. S. 188. . §. 11. Ursachen, welche die Luftfederkraft vernichten. I. Das Atmen. Wir haben gesagt, daß die Federkraft der Luft we- sentlich sei: und dennoch legt sie diese, ihr so wesentliche Eigenschaft, ohne grosse Schwierigkeit, und auf vieler- lei Weise, ganz und gar ab. Sie buͤst sie voͤllig ein, wenn sie in einem fluͤßigen Koͤrper zusammenfliest Vorhergeh. §. 3. , X 2 oder Das Atemholen. VIII. Buch oder sich an die Grundstoffe fester Koͤrper anhaͤngt Ebendas. . Sie verliert sie auch, ob sie gleich dabei das Ansehn einer Luft behaͤlt, vor andern durch allerlei beigemischte Daͤmpfe. Jn dieser Geschichte mus man nicht nachlaͤßig verfahren, indem sie viel dazu beitraͤgt, sowol das Atemholen im gesunden Zustande zu verstehen, als auch die verschiedne Ursachen des Erstikkens zu erklaren. Es verliert die Luft ihre Federkraft vornaͤmlich durch das Atemholen eines Thieres HALES exp. 108. III. u. f. hæmast. S. 323. veratti. Comm. Acad. Bonon. T. II. P. 2. S. 276. u. f. Vergl. Comm. Bonon. T. IV. S. 89. . Es hat dieses Joh. Mayow De nitro aereo. S. 102. 103. den dreizehnten. mvsschenbr. essays. S. 44. zuerst beobachtet, daß naͤmlich eine Maus den vierzehnten Theil Luft verzehrt, die durch die Lunge gegangen; Robert Boyle hat dieses vom dreißigsten Theile angemerkt Exper. phys. mech. cont. II. S. 88. . Wenn man an die Luftroͤhre ei- nes Hundes eine Blase fest bindet, wird solche allmaͤhlig ausgeleert, und also die Luft geschwaͤcht, die sie enthielte, damit sie der druͤkkenden Atmosphaer nicht Widerstand thun koͤnne BERT. physique des corps anim. S. 10. . Jn der Taͤucherglokke muͤssen hundert Kubikzoll Luft fuͤr eine Minute vorraͤthlg seyn, damit der Taͤucher leben koͤnne HALLEY Phil. Trans. n. 349. Vergl. boyle digress. de usu respir. . Mit mehr Genauigkeit be- obachtete der beruͤhmte Stephan Hales, daß eine Ratte den sieben und zwanzigsten Theil der Luft, innerhalb vier- zehn Stunden verzehre Veget. stat. exp. 107. S. 233. , und daß er selbst, vor seine eigene Person, als er aus der Blase die Luft zog, bis er fast erstikkte, den dreizehnten Theil verbraucht hatte S. 235. : er zeigte ferner, daß neun Kubikzolle Luft zu einem ein- zigen Atmen, folglich 353 Zoll fuͤr eine Stunde, oder 100 Gran Luft vernichtet werden, oder doch wenigstens nach eingebuͤster Federkraft gleichsam verschwinden S. 242. exp. 110. . Jn einem III. Abschn. Die Luft. einem andern Versuche, als er aus eben demselben Ge- faͤsse die Luft an sich zog, und wieder herauslies, verdarb er 522 Zoll Luft in zwei Minuten, nachdem er 18 Zoll, oder \frac{1}{24} Luft verzehrt, und unfederhaft gemacht hatte Hæmast. S. 323. 324. da kein schadlicher Dampf dabei war. . Noch andre Versuche machte der beruͤhmte Verattus, und dieser merkte an, daß, so wie lebende Thiere, im Atemholen, das Queksilber zu fallen noͤthigen, das Quek- silber von einem gestorbnen Thiere, seine erste Hoͤhe wie- der bekomme S. 274. 277. . Dieses ist die U rsache, warum Thiere in einer Luft, die nicht wieder aufgefrischt worden, nicht leben koͤnnen, und es sahe bereits Harvey die Nothwendigkeit ein, daß man die Luft erneuern muͤsse Als er dem ber. greaves den Einwurf machte, man koͤnne in den Pyramiden nicht Atem holen, weil zum| Atemholen frische Luft erfordert wuͤrde. Die Luft ist aber auf den Pyramiden sehr heis. norden. T. I. S. 85. . Eine Maus starb in einem Glase, worinnen sich 30 Pfunde Luft befanden, demohngeachtet doch nach sieben Stunden mvsschenbr. essays. S. 44. , und eine andre Maus innerhalb drei Minuten, als man sie in eine Luft einschloß, worinnen eine andre Maus umgekommen war BOYLE exp. phys. mech. cont. II. S. 109. . Eine andre Maus verlor nach vierzehn Stun- den das Leben, ob sie gleich 2024 Zolle Luft um sich zu atmen hatte HAL. veg. stat. S. 233. . Es kamen in einem Stalle, darinnen sie eingesperrt waren, alle Schafe, so viel ihrer waren, um LINNAEVS om foar. S. 19. . Ein Voͤgelchen keucht sehr bald in einem engen Raume BOYLE digress. de util. respir. , hierauf stirbt es geschwinde BIRCH TI. S. 498. der- ham phys. theol. S. 5. , welches mit einer Taube in 15 Viertheilstunden geschahe VERRATI. S. 269. , da sie 250 Zoll Luft hatte: andre starben in der 197sten Minute S. 270. , X 3 eine Das Atemholen. VIII. Buch. eine Mauerschwalbe in 80 Minuten S. 271. , in 40 S. 271. , in 30, 32, und 35 S. 272. : eine Schwalbe in 120 Ebendas. , ein Sperling in 78 S. 273. , in 30, 37, endlich in 20 und 24 Minuten S. 273. Da in einerlei Ge- faͤssen drei Voͤgelchen beisammen wa- ren. Es waren die Zeiten, in denen verschiedne Voͤgel an verschlossnen Orten umkamen, wie die Luftmassen VERATTI. S. 270. BIRCH. T. II. S. 309. . Fische sterben in einem Wasser, welches man nicht mit frischem Wasser verbessert, und in verschlossenen Ge- faͤssen sehr geschwinde LISTER aus dem RON- DELDERH. RAI wisdom of god. S. 71. Sie sterben zwischen zwo Eisschaalen, viridet du bon chyle. S. 160. . Selbst die Grillen SCALIGER ad Arist. hist. plant. S. 54. , Fliegen BOYLE. angef. Ort. S. 88. valisn. dial. S. 162. 163. sie kamen in einem verschlossnen Glafe fast den Augenblikk um. , und Wuͤrmer ster- ben in verschlossnen Glaͤsern VALISN. S. 163. . Auch vie Froͤsche ster- ben dennoch, ob sie sich gleich lange halten Vier Tage lang, boyle exper. phys. mech. cont. II. S. 89. 90. drei Tage lang, veratti. S. 274. Acht Tage, ebenders. ebendas. S. 275. 276. VERATTI. S. 274. 275. innerhalb drei Tagen, Miscell, Tau- rinens. S. 48. . Doch man hat auch von Menschen hieruͤber Erfah- rungen. Als ein beruͤhmter Mann in einem verschlossnen Orte Luft schoͤpfen wollte, empfand er eine sehr große Ban- gigkeit, und das nicht von der Waͤrme, weil sich das Thermometer nicht veraͤnderte VERRYST de respirat. S. 54. . Jemand, welcher acht Tage lang in einem engen Gewoͤlbe zubrachte, verlor das Leben DESNOVES lettres. S. 198. camer. Epist. Taur. S. 79. . Aus diesem Grunde entspringen die schlim- men Zufaͤlle aus verschlossner und feuchter Zimmer HALES veg. stat. S. 256. . Ferner ruͤhren davon, die so bekannte Geschichte von Per- so- III. Abschn. Die Luft.. sonen her, die in engen Plaͤzzen eingesperrt gewesen, und entweder sogleich ums Leben gekommen, oder wenigstens doch in die boͤsartigsten Fieber gefallen sind. Ein der traurigsten Beispiele war dieses, da einige Englaͤnder von dem Bengalerprinzen in ein enges Gefaͤngnis ge- worfen wurden, und in einer einzigen Nacht fast alle das Leben einbuͤsten. Blos von einer grossen Menge Volks, welches sich vor etlichen Jahren bei einer gewissen Gerichtshandlung, in starker Anzahl versammelt hatte, erstikkte eine unglaubliche Anzahl Jm Jahre 1750. . Dergleichen auch von |einer andern Gerichtspflege zu Oxfurt, nach altem Sagen, erzaͤhlt wird MEAD of the plague. S. 124. Es kamen dabei im Jahre 1577 dreihundert Menschen um. . Der, welcher zuerst in Mekka den schwarzen Stein kuͤst, wird fast von der Menge der- jenigen elenden erdruͤkkt, welche hier die Fuͤße durch Kuͤsse verehren THEVENOT voyages. T. II. c. 18. . Ferner macht sich aus diesem Grunde der englische Luftblaͤser (Ventilator) ungemein nuͤzzlich, in- dem durch ihn, statt der verdorbnen Luft, die frische Luft wieder ergaͤnzt wird. Es erhellet also daraus, daß die Luft, durch das Atem- holen, einen Theil ihrer Federkraft verliert, allein es ist darum nicht so leicht zu sagen, warum davon Menschen, und Thiere sterben HA|LES veg. stat. c. CXI. u. s. f. . Die Ursache davon scheint nicht in der zerstoͤrten Schwere der Luft zu liegen; denn, wenn Thiere sterben, so faͤllt das Queksilber in einem viel kleineren Verhaͤltnisse nieder, als es sonst, bei veraͤn- derter Witterung, oft genung, aber ohne allen Schaden, faͤllt, naͤmlich um fuͤnf VERATTI. angef. Ort. , sechs S. 274. , acht S. 273. , zehn S. 271. , eilf S. 276. , zwoͤlf S. 272. , dreizehntehalb Linien S. 271. , oder es ver- aͤndert sich auch ganz und gar nicht BOYLE phil. Trans. n. 63. . X 4 Das Das Atemholen. VIII. Buch. Das Uebel ist auch keine Folge von der Waͤrme Jndessen soll doch die Luft, welche der Taͤucher unter der Glokke, durch die Roͤhre herauf laͤst, warm sein, nach dem ber. desagvl. T. II. S. 216. , indem sich, in einer dergleichen Luft, die unaufgefrischt bleibt, das Thermometer nicht veraͤndert, wenn sie be- reits zum Atmen untauchlich geworden VERRYST. angef. Ort. . Es kam in einer kuͤnstlichen Kaͤlte eine Maus BOYLE phil. trans. S. 2047. , in einer beweg- ten Luft aber, die abgekuͤlt worden durch Salpeter, eine Kazze ums Leben TABOR exerc. S. 173. . Faule Daͤmfe, die von einem sterbenden Thiere ausduͤnsten, haben in der That an den traurigen Folgen Theil, wie dieses die darauf folgende Fieber, und die Uebel, die von stehenden Wassern so gleich erzaͤhlt werden sollen, zu beweisen scheinen. Und doch toͤdten diese Duͤnste nicht so geschwinde, und sie damfen aus Fliegen, und kleinen Thierchen nicht in so grosser Men- ge aus. Man hat auch |die Luft, durchs Durchseihen, durch das Weinsteinfluͤßige nicht zu verbessern ver- mocht Miscell. Taurinens. S. 47. . Wenn man die Schuld auf eine Veraͤnde- rung der Luft, die durch die Lunge gegangen, und die waͤhrendem Atemholen die Federkraft verliert, ohne die fie die Lunge nicht zu erweitern vermag, schieben will, so wird es nicht an wahrscheinlichen Gedanken ermangeln; indem auch eine verdorbene Luft zum Atmen hinlaͤnglich ist, wenn solche mit groͤsserer Kraft eingetrieben wird hales. exp. 114. 253. . Jn einer verdichteten, ob wohl verschlossenen Luft, lebt sichs dennoch laͤngere Zeit BIRCH. T. IV. S. 461. BOYLE. Angef. Ort. S. 87. 88. DERH. physico-theol. S. 5. Denn da sie mehr wirkliche Luft hat, so ver- liert sie die elastische Natur spaͤter. Man kann eine Waͤrme von 63 Gra- den, in einer verschlossnen Luft schlechter vertragen, als 70 Grade im Sonnenscheine. hales ventil. S. 101. , so wie in einer vom Schnee erkaͤlteten Luft camer. angef. Ort. S. 66. und vor andern in der neuern schoͤ- nen Geschichte, die uns Jgnatius Somis erzaͤhlt, da drei Frauens- per- . Wir III. Abschn. Die Luft. Wir wuͤrden aber zur verstoͤrten Federkraft eine sehr einfache Ursache finden, wenn wir bedenken wollten, daß der Atem waͤßrich sey, daß Wasser keine Federkraft be- sizze, daß sich Wasser zu derjenigen Luft haͤufig beimische, welche von dem Thiere in die Lunge gezogen wird. Es war der neunte Theil der Luft, welche Stephan Hales durchs Einatmen verdorben hat, Feuchtigkeit Hæmast. S. 327. . Und vielleicht ist es daher geschehen, daß eine vergiftete Luft blos von dem Durchzuge, durch ein Laugensalz von feuer- fester Art verbessert zu seyn geschienen HALES veget. stat. S. 263. 264. doch es leugnen dieses ber. Maͤnner, Miscell. Taurin. S. 47. . Dergleichen Salzart hat die Natur, Wasser aus der Luft, mit grosser Gierigkeit, an sich zu ziehen. Und daher zerstreut auch das Feuer, indem es die nasse Daͤmfe verjagt, das Schaͤdliche der gemachten Luft CAMER. util. antl. pneu- mat. S. 40. . Jndessen halte ich es doch nicht davor, daß man die Ursache der schnellen Todesfaͤlle dadurch erklaͤret habe. Wir stehen die daͤmfige Luft in Damf- und andern Baͤ- dern ohne Beschwerlichkeit aus. Selbst die Hizze, durch welche wir diese Feuchtigkeit verzeren muͤsten, wuͤr- de uns vielmehr den Todt zuziehen. Folglich mus man entweder die Wirkungen einer zer- stoͤrten Federkraft, und der schaͤdlichen Duͤnste Es erkennen ber. Maͤnner, die verbundne Kraft der Daͤmpfe, und der verdorbnen Luft, wie sie von langwieriger Hizze verdirbt, Misc. Taurin. S. 47. 49 und 50. zu- sammen nehmen, oder uͤberhaupt eine andre, bisher noch nicht genung bekannte Ursache zu einem ploͤzlichen Tode, zum Grunde legen. Man mus hierbei noch an- X 5 mer- personen, an einem sehr engen Orte, aber bei sehr grosser Kaͤlte, 38 Tage gelebt haben, raggionament u. s. f. S. 78. da alles voller fauler Daͤmfe war. Und dennoch haben sie, wie- wol beschwerlich, Atem geholt, und gleichsam ein erdruͤkkendes Gewichte auf sich gefuͤlt. Eine scharfe, vom Brausen hervorgebrachte Kaͤlte, hat die Kraft, eine Flamme zu unterhal- ten, und darinnen zu atmen, wieder hergestellt. Miscell. Taurin. S. 129. 130. Das Atemholen. VIII. Buch. merken, daß eine Flamme in einer verschlossnen Kluft, so, und noch eher erlischt, als ein Thier stirbt, um nicht blos eine Kraft, die zum Leben eines Thieres erfordert wird, daruͤber in Verdacht zu ziehen. §. 12. II. Die mancherlei Daͤmfe. Es offenbaret sich die Kraft, welche gleichsam die Luft federlos, oder unelastisch macht, weit staͤrker an entzuͤndeten Koͤrpern, als an atmenden Thieren HALES. S. 272. . Es verliehrt die Luft, wenn in ihr Schwefel angezuͤndet wird, uͤberhaupt den vierzehnten Theil ihres Grundstoffes HALES veget. stat. exp. 103. S. 227. Vergl. exp. 121. S. 302. u. f. langrish phys. exp. upon. brutes. S. 145. . Der leuchtende Phosphorus verdirbt die Federkraft seiner Luft BAYLE noctiluc aerea. S. 49. , ob er gleich seinen leuchtenden Dampf auch in einem Luftleeren Orte von sich giebt DESAGVL. T. II. S. 388. . Der Rauch vom angezuͤndeten Schiespulver verschlukkt den \frac{19}{20} seiner erzeugten Luft HAWKSBEE phys. mech. exp. 83. . Von der Luft, in der ein Talg- licht verbrennt, geht der dreißigste Theil MAYOW. , und der \frac{1}{26} hales exp. 106. S. 230. Es verdirbt die Federkraft der Luft, stvrm. auctar. exp. S. 8. laghi. S. 82. und \frac{1}{16} HAL. exp. 117. S. 270. verloren. Dergleichen Luft aber, die mit den Daͤmpfen von allerlei brennbaren angefuͤllt |worden Der Dampf von angestekktem Schwefel. b. langr S. 145. van den, bos, hales. S. 254. de heyde. obs. 56. Eines, unter der Glokke, in angefeuchteten Leder, ge- machten Feuers. kraft. S. 322. Der Dampf gluͤhender Kolen, van den boss, Wolfs Versuche. T. III. n. 108. Von angezuͤndten Terpen- tin, moeseder de anim. deliqu. (Doch hier kamen die Menschen nicht ums Leben). Von einem Lichte laghi. T. IV. S. 81. 90. u. f. (desto schneller, je mehr Lichter wa- ren): Es erfolgte von einem bren- nenden Lichte in einem Schlafzim- mer, der Tod, amman. med. crit. c. 59. Dergleichen Dampf toͤdtete die Jnsekten auf einer Lilie, die doch die Luftleere ausstehen, mvs- schenbr. in Comment. S. 103. und die Floͤhe, b. langr. exp. 11. , toͤdtet nicht nur Thiere, die darinnem eingeschlossen sind, son- III. Abschn. Die Luft. sondern ist auch untauglich, dem Feuer selbst weiter Na- rung zu geben Ebendas. HALES exp. 107. S. 234. u. f. . So toͤdtet auch eine Luft, welche durch die Flamme einer Kohle gefahren DESAGVL. T. II. S. 389. 553. hawksb. phil. trans. n. 328. , oder die vom gluͤhenden Eisen DESAG. S. 558. Miscell. Taurinens. S. 38. , Kupfer DESAG. Ebendas. , oder von der Flamme des brennenden Weingeistes Ebenders. ebendaf. , in ein Glas aufgefangene Luft, den Augenblikk ein Thier, wenn sie von diesem mit dem Atem eingezogen wird. Ein Kna- be verlohr das Leben, als ihm seine lustigen Spielgenossen den stinkenden Rauch eines ausgeloͤschten Talglichtes einbliessen Delic. chir. S. 73. 74. . Eben diese giftige Art hat auch der in Blasen aufgefangene Dampf ( Spiritus ) von Kohlen, der sich gar nicht verdichten laͤst CLAYTON phil. Trans. n. 452. nnd Miscell. cur. T. III. S. 290. , sondern Flamme faͤngt: besonders thun dieses gluͤhende Kohlen, davon viele Todesfaͤlle erfolgt sind AMATVS cur. 33. Cent. VII. m. donatvs hist. med. S. 170. hildan. de Gangraena. S. 786. faber in hermandez S. 784. fontan Analect. c. 22. c. barthol. exerc. med. S. 38.. satvr Siles. T. V. n. I. Delic. med. chir. S. 487. art de faire des raports. S. 514. Fraͤnk. Anmerk. T. I. n. 13. T. II. S. 145. MANI- TIVS de idiosyneras. S. 25. bik- ker nat. hum. S. 55. hieher ge- hoͤrt die beruͤhmte Geschichte der Jenaerstudenten, die, als sie auf Schaͤzze ausgiengen, vom Dampfe angezuͤndeter Kohlen etstikkten, beim tannenb. de suffoc. a must. S. 56. Act. med. Vratisl. 1719. M. Dec. HOFM. Med. Cons. cent. V. Dec. III. n. 108. Die Hollaͤnder ka- men beinahe vom Rauche der Kolen, in einer festverschlossnen Winterhuͤtte auf Novazembla um linscho- ten Itin. T. II. S. 23. , wenn sie auch in Zimmern, die nicht eben dicht verschlossen gewesen, gebraucht wor- den; ja angezuͤndetes Holz selbst thut dieses Affemblé des Beziers. 1731. Dec. davon erfolgte eine Schlafsucht, adolphi de conclav. aegrot. . Selbst die erzeugte Luft, die aus Metallaufloͤsun- gen Aus Eisen, welches durch die Vitriolsaͤure aufgeloͤst worden, hill mater. S. 14. , und andern Koͤrpern hervorgebracht wird, faͤngt oft Flamme HAL. veget. stat. exp. 57. Aus , wiewohl sie nicht so geschwinde ihre Das Atemholen. VIII. Buch. ihre Federkraft ablegt HAL. hæmast. S. 320. , sondern gemeinigleich uͤbrig be- haͤlt, aber demohngeachtet ist sie doch Ebenders. ebendas. und veget. stat. exp. 77. zum Atemholen ungeschikkt MAYOW de nitro aereo. S. 150. . Sie hat auf der Stelle eine Maus BOYLE exp. phys. mech. cont. II. S. 105. aus Rosinen. , ferner Voͤgel S. 108. , so gar, welches zu bewundern ist, Schlangen Ebenders. ebendas. , Schnekken S. 109. 110. , die doch die Luftleere vertragen, Froͤsche mvsschenbroeck in Cimentinos. S. 123, , Bienen BOVLE. S. 100. , und Fliegen um- gebracht S. 100. 101. 102. Diese liessen sich wieder ermuntern. . Sie loͤscht auch das Feuer aus BOYLE S. 101. hales hæmast. S. 285. die von gaͤhrenden Koͤrpern entstandne Luft, hist. de l’Acad. 1710. S. 17. hales hæ- mast. S. 272. portivs diss. var. S. 314. doch so, daß es sich wieder herstellen laͤst. Misc. Taur. S. 131. . Und daher darf man sich nicht wundern, daß Menschen in dergleichen gemachten Luft, so wie vom brausenden Moste STAHL fundam. chem. T. III. S. 91. RAMAZZ. morb. artif. c. 20. rotari Giorn. di letter. 29. S. 434. dreling. de hum. fetus membran. n. 32. za- cvt medic. princ. obs. I. L. 10. Davon entstand eine Ohnmacht, nebel de virib. electric. medic. S. 38. nevm. oper. chem. S. 1164. Eph. Nat. Cur. Decas III. ann. 2. obs. 45. Journ. de medec. 1756. ca- mer. antl. pneum. S. 34. 35. mvsschenbr. ad Cimentinos. , und Biere NEVM. oper. chem. nach der Zimmer. Ausgabe. S. 755. 756. 1164. Dieses. sei das berauschende, und es erstikke die Flamme, und Thiere. VERH. L. II. S. 98. , das Leben verlieren, wenn die Weinkeller mit diesem Gaͤrungsdampfe angefuͤllt sind STAHL. ebendas. nevm. ebendas. verh. ebendas. . Es erfolgte ein schneller Tod von den Daͤmpfen aus der Grube, in die man die Unreinigkeiten vom Zukkerabziehen hingeschuͤt- tet hatte G. HVGHES hist. of Bar- bados. S. 251. 252. . Es kam jemand von den Duͤnsten, ei- nes mit Meerwasser angefuͤllten Fasses um, und es zeig- ten sich am Menschen Spuren einer grossen Faͤul- nis Es floß das Blut aus Mund, Nase . Doch Aus Erbsen, Austern, aus Eisen, in der Vitriolsaͤure aufgeloͤst u. s. f. III. Abschn. Die Luft. Doch es erzeugt sich auch ohne menschliches Zuthun, auf mancherlel Weise ein Dampf, der sich oft entzuͤnden laͤst PLOT nat. history of Staf- fordshire. S. 135. power microsc. obs. S. 179. , und sich in den unterirdischen Gruben, in den Zinn, Kolengruben Hamb. Mag. T. VII. S. 557. Sie nennen den Dampf suͤslich. Mem. de l’Acad. de Berlin. T. 13. S. 107. tilly du charbon mi- neral. Er verzehrt thierische, aber nicht so vegetabilische Koͤrper. , in den Kluͤften, die Steinsalz geben Hamb. Magaz. T. IV. S. 297. Von den unzugaͤnglichen Ge- genden der Salzgruben bei Wielizka in Polen. Bei uns ist dieser Dampf in einigen Salzgruben sehr gemein. Jn den so genannten Gruͤnden, macht der Dampf, der aus den Roͤh- ren gesalznes Wasser, mit Schwefel untermengt, und der sich entzuͤnden laͤst, mitten aus dem Wasser her- vorgesprudelt, ein sehr angenehmes Spiel fuͤr die Augen. Aus einer Salzquelle, die sich uͤber blauen Thon ergiest, erzeugt sich ein zuͤnd- barer Dampf, Mem. de l’Acad. de Berl. T. 13. S. 105. , und in andern Kluͤften, von unbestimmter Natur CAMERAR. de acidul Reutling. aus dem Spate. , auch als eine Ausduͤnstung mineralischer Wasser offenbart Ex aquis porrettan. Comm. Bonon. T. IV. S. 288. , Thiere auf der Stelle ums Leben bringt, und in Deutschland Anlas gegeben, die Schuld davon boͤsen Geistern zu zuschreiben. Doch es zeigt sich auch in dergleichen Gruben, und in einigen Kolengruben, ein unentzuͤndbarer Dampf, der indessen doch den Todt zuzieht POWER. ebendas. , durchs Flammen- feuer zerstreut | wird Vergl. TILLY. S. 103. von einem Dampfe, der sich entzuͤn- det. , und sich nach einiger Zeit wie- der von neuem eingestellt Le MONNIER beim cassini Mes. de la terre. S. CXCVII. . Man kennt auch diesen mineralischen Dampf, dessen Natur noch ziemlich verstekkt ist, in den Kluͤften, die im waͤrmern Europa, als in Jtalien Leon a CAPOA toto l. delle Moffette. cardan de aer. transmut. S. 206. , bei dem Vesuv, haͤufiger vorkommen CAPOA Moffette. S. 24. philos. trans. n. 455. Hist. du Mont Vesuve de du castera. , und den man Bergschwaden, ( me- Nafe, und Ohren, und der todte Koͤrper fiel so gleich zusammen, du hamel art de preserver. S. 41. Das Atemholen. VIII. Buch ( mephitis ),) zu nennen pflegt. Dieser Dampf zieht ge- meiniglich nur niedrig uͤber der Erde CONNOR de antr. lethi- fer. rai topogr. observ. S. 275. SAVVAG. act. Vpsal. 742. mead of pois. blainville travels. T. III. S. 385. Hist. du Ve- suve. , er ist schmierig ADDISON in der italien. Reisebeschreib. Letters of a Joung. Painter. , er erhebt sich wenig in die Luft, er ist weder schwerer, noch leichter CONNOR hielte ihn fuͤr leichter, und dies glaubte auch Keis- ler von dem Dampfe der Pirmon- terhoͤle, ob dieser gleich verschiedenist. , als die andre Luft MEAD aus dem Queksil- ber, addis. itinerary. S. 140. 141. Man sollte ihn vor schwerer hal- ten, da er sich nicht in die Hoͤhe be- giebt, de capoa. T. I. S. 271. Der Luftdampf faͤllt darinnen nieder, blainville. , noch waͤrmer Gegen \frac{15}{80} der Siedhizze bei Pisa, cocchi bagni di pisa. S. 32. Die Hundeshoͤle ist nicht warm, L. a capoa moff. S. 31. Mem. des sav. etrangers. T. II. S. 614. 615. Mem. de l’Ac. des scienc. 1750. S. 78. , enthaͤlt keinen Schwefel ADDIS. Letters of a Painter. , keinen uͤblen Gestank Jn der Geschichte des Vesuvs. serao beim condamine hist. de l’Acad. 1757. , verraͤth weder ein alkalisches, noch saures Wesen Mem. de l’Acad. 1750. S. 72. u. f. , ist ohne Geschmakk Jn der Geschichte des Vesuvs, sagt der ber, serao, daß er keinen Geschmakk habe. , und loͤscht dennoch eine Flamme aus HAVGEN. Mem. de Mont- pell. 1746. Vom Bergschwaden bei Crols, blainvil. von der Hun- deshoͤle. Von eben dieser, Lettres of a Plainter. . Man glaubt, daß dergleichen Bergschwaden, die Federkraft der Luft verderben MEAD of poisons. c. 6. blainvil. Die Luft verliert ihre Federkraft in dem Schifboden, und es schwingen sich die Bebungen der Glokken darinnen traͤger, hales Ventilat. T. II. S. 120. , daß die Lunge wenig- stens zusammenfalle MEAD. ebendas. S. 293. , der Schall in diesem Dampfe erstikke SAVVAG. effets de l’air. S. 54. , und im atmenden Menschen eine Empfin- dung entstehe, als ob man aus einem luftleeren Orte, Luft in sich ziehe BRADL. new. improv. of agriculture von einer Hoͤle in Ar- vernien. S. 257. Mem. von 1750. S. 78. von der Hundshoͤle. , daß er ploͤzzlich Beim ersten Atem verlor ei- ner das Leben. aretaevs acut. L. I. c. 7. erstikkt, wenn man ihn III. Abschn. Die Luft. ihn einatmet RAI topogr. obs. S. 275. Mem. de l’Ac. ang. Ort. connor ant. lethif. S. 62. , und es schwillt eine Natter, welche man in eine solche Hoͤle wirft, auf ADDIS. S. 138. 139. . Es hat Erasistrat recht Beim GALEN de usu par- tium. L. VII. c. 8. , wenn er sagt, daß Thiere aus der Ursache in den toͤdlichen Hoͤlen ihr Leben verlieren, daß eine zu zarte Luft nicht im Koͤrper erhal- ten werden koͤnne. Jndessen scheinen doch die Bergschwa- den die Faͤulnis dergestalt zu befoͤrdern, daß das Herz erschlafft, das Fleisch blau anlaͤuft Hist. du M. Vesuve. c. 6. , und innerhalb |vier und zwanzig Stunden zu schwinden anfaͤngt SAVVAG. effets de l’air. S. 55. . Von diesem Dunste, ist derjenige Dampf der Hoͤlen unterschieden, die nahe bey dem Pirmonter, Schwal- bacher TEICHM. de musto fer- ment. S. 7. und ehedem horst. und Ribarischen Sauerbrunnen liegen. Die- ser Dampf steiget ebenfalls wenig in die Hoͤhe SEIP vom Pirmont. Gesund- brunnen. S. 93. , und erstikkt auch ebenfalls. Er enthaͤlt aber offenbar mehr Schwefeltheile BEL de antr. Ribar. Phil. Trans. n. 452. Miscell. Berol. T. IV. S. 102. Pechlin nennt es saure Luft. L. III. obs. 44. wenn er von der Schwalbacher Hoͤle redet. , so daß man ihn auch durch die Kunst, wenn man Schwefel, und Vitriol digerirt, nachmachen kan MARSIGLI Danub. pann. Mys. S. 95. . Er toͤdtet eben so wol Thiere, so gar vierfuͤßi- ge SEIP von der Pirmonter Hoͤle. Misc. Berol. T. IV. S. 102. , und er loͤscht auch Feuer aus SEIP ebendas. . Es stand ehe- dem der vortrefliche Seip in den Gedanken, daß die- ser Dampf zu viel Elasticitaͤt habe, die Lunge anfuͤlle, und die aͤussere Luft abhielte Pirmonter Gesundbrunnen. S. 148. . Solchergestalt wuͤrde, wofern die Beobachtung ihre Richtigkeit haͤtte, daß der Bergschwaden in Jtalien, die Fehler einer duͤnnen Luft an sich haͤtte, dieser Dampf die Folgen einer dichten Luft verrathen. Doch es ist viel wahrscheinlicher, daß die- Das Atemholen. VIII. Buch. dieser Dampf, fast wie der Schwefelrauch, durch die Reize an den kleinsten Nerven der Luftroͤhrenaͤste, die Lunge so zusammenziehe, daß sie nicht mehr im Stande sind, der Luft, die sie ausdehnen soll, nachzugeben SAVVAG. S. 48. 49. angef. Ort. . Wieder anders ist derjenige Dampf befchaffen, der sich aus der Faͤulnis todter Koͤrper Siehe folgend. §. , der Wasser Aus einem Brunnen, hi- aerne anledning. Journ. desSav. 1667. n. 4. Delices d’Irlande. S. 1433. donivs de aer. Rom. sa- lubrit. S. 102. Aus einer Cisterne, gailh. de venæsect. S 109. aus einem Gefaͤsse voll Wasser, chi- coineav de la peste. S. 60. Ein Dampf, der sich in einem wei- ten Gefaͤsse, unter einer Salzrinde, in 20 Jahren gesammlet, war den Umstehenden, als man es eroͤffnete, toͤdtlich. Mem. de l’Acad. 1751. S. 141. Vom Schifboden, massa. angef. Ort. rvtty synops. S. 148. Mem. de l’Acad. 1745. S. 28. Von der stinkenden Feuchtigkeit, als man einen Keller reinigte, dionis mort subite. S. 43. Vom Dampfe eines faulen Wassers, savvag. S. 54. , oder der heimlichen Gemaͤcher BRVHIER incert. des sig- nes de la mort. T. II. S. 351. platner de pestif. aquar. pu- trescent. exhalationibus. Lips. 1747. Ein dadurch erfolgter ploͤzzlicher Tod, hoechsteter. Cas. 8. Dec. 3. erzeugt. Dieser wird eben so toͤdtlich, wenn entweder eine groͤssere Waͤrme der Luft dazu koͤmmt, oder es die Lage des Ortes so mit sich bringt, er giebt einen ungemeinen Gestank von sich hagvenot, lanci 9, greenhill necrokaed. S. 328. massa. f. de pestil. S. 18. dion. , der sehr durchdringend ist, sich an die Kleider HAGVENOT. ebendas. Der Dampf konnte in einer Blase auf behalten werden. savvages effets de l’air. S. 53. 54. labat. angef. Ort. S 94. , und Nase anhaͤngt SCHNEIDER de oss. cribrif. S. 123. bis zum zwanzigsten Tage. , gemeiniglich zuͤndbar VANDERM. Journ. de Medec. T. II. n. 4. aus einem heimlichen Gemache, hanow. T. II. S. 857. daelm. gehouw van de geneskongt. S. 235. aus einem Brunnen, Verhandel van de Haar- lem se Maatschappy. Bresl. Samml. 1721. Jan. T. III. S. 602. von fau- lem Wasser, hanow. T. III. S. 854. aus einer Wasserleitung, Journ. des Savans. 1685. n. 2. ist, ein andermal wieder Lichter ausloͤscht Act. soc. litt. Suec. 1742. Diese sagen noch, daß er schwerer, als die gemeine Luft gewesen, ha- gvenot. angef. Ort. porzivg de , sonst leicht, und unelastisch ist, und so gar den Schall stumpf macht. Er toͤd- III. Abschn. Die Luft. toͤdtet ploͤzzlich LABAT Voy. d’Ital. T. IV. S. 93. hagven. Mem. de Montpell. 1746. savvag. S. 54. portivs. angef. Ort. panaro- lvs iatrolog. 18. Pent I. barth. Hist 33. cent IV. lancis. de nox. pal. effluv. L. II. epid. I. e. 2. car- dan de aeris transm. S. 59. , wenn derselbe aus einem mit einmal eroͤffneten Grabe, den Menschen mit seiner voͤlligen Staͤrke erreicht: oder, wenn er nicht die Menschen um- bringt, die sich naͤhern, so erwekkt er doch gefaͤrliche Krankheiten, und in ihren Leibern Faͤulnis GAILHARD. Ebendas. rvtty. Ebendas. . Von einem todten Koͤrper, der in Faͤulnis gerieth, ward die Luft in einer Kirche noch nach zwanzig Jahren verpestet, und es breitete sich unter den Moͤnchen diese Seuche aus PENICHER des embau- mem. S. 216. Aus dem Gestanke von einem Grabe bekam ein Todten- graͤber ein boͤsartiges Fieber, woran er starb, gockel Cent. II. obs. 33. und ein aͤhnliches Beispiel in Bresl. 1719. Jul. . An einem andern Orte entstand eine pesthafte epidemi- sche Krankheit, bei Eroͤffnung eines Kirchhofes RAVL. obs. de medec. S. 390. . Die Luft, welche der Ventilator in sich genommen hatte, den man in das Gefaͤngnis Newgate geleget hatte, stekkte eine ganze Familie mit einem boͤsartigen Schlaf- sieber an PRINGLE phil. trans. vol. 48. HALES Ventilat. T. II. S. 49 53. 54. 99. Von der Luft der Lazarete, BELLOSTE. S. 67. . Von dem Dunste eines stehenden Was- sers, das mit allerlei Unflate angefuͤllet war, erzeugte sich eine Ausdaͤmpfung, die Faͤulnisse, und Fieber, von schlimmer Art, nach sich zog De febrib. intermitt. S. 18. Jn Amerika weis man von bestaͤn- digen Sumpffiebern, Swamps kalm Landgoards anlæggn, und dieses haben die vertriebnen Salzbur- ger, mehr als zu viel, erfahren. . Vom Gestanke des Wassers von Wassersuͤchtigen, erfolgte eine Beaͤngsti- gung, und ein schwerer Atem BOERH. prax. med. T II. S. 139. . Daß die Berg- schwa- de aere mortif. S. 313. greenh. angef. Ort., aus einem heimlichen Gemache, hoechstetter. Eine verdorbene Luft verzehrt viel weniger Talglicht, und \frac{5}{4} in Ge- faͤngnissen, ½ in Gruben, Hamb. Magaz. T. XII. S. 46. H. Phisiol. 3. B. Y Das Athemholen. VIII. Buch. schwaden ( mephitides ) eben diese Art an sich haben, versichert der beruͤhmte Boißier Effets de l’air. S. 53. . Einige glauben, daß das Meer einen stinkenden Dampf von sich gebe, der den Metalldaͤmpfen nicht un- gleich sey WESSEL. LINDEN ad wallerii Hydrolog. S. 68. . Es offenbarte sich durch den im Wasser fau- lenden, und allerdings stinkenden Flachs, eine boͤsartige Krankheit, durch die eine Familie umkam, und eine ganze Dorfschaft angestecket ward DETHARD. de pulvere Bezoard. S. 9. 10. . Die Daͤmpfe eines frischen Kalkes, brachten ein Niesen hervor, wel- ches uͤbermaͤßig war, und endlich den Tod zuwege HOFM. med. syst. T. II. S. 301. 302. . Da dieses gemeine Erfahrungen sind, so findet sich nichts Ausserordentliches dabei. Aber man wuͤrde kaum vermuten, daß blos riechende Dinge eine toͤdtliche Wir- kung hervorbraͤchten, und daß uͤberhaupt starkriechende Spezereien, als Mosch LAGHI Comm. Bonon. T. IV. S. 90. , Ambra, und wohlriechen- de Kraͤuter S. 84. kleine Thiere erstikken, wenn sie keine andre Luft, als die mit den Geruͤchen erfuͤllte daͤmpfige Luft einatmen. Sie sterben darinnen nicht so geschwinde, als bei angezuͤndeten Lichtern S. 89. . Dergleichen Daͤmpfe scheinen nun nicht eben die Schwere der Luft sehr zu veraͤndern, indem das Quekksilber blos um eine, oder zwo Linien faͤllt S. 86. Die mit Daͤmpfen angefuͤllte Luft in den Krankenhaͤu- sern, sei leicht, und schwebe also uͤber der natuͤrlichen, der ber. du hamel art de preserver. S. 78. ich weis aber nicht, ob man davon Versuche gemacht habe. . Doch es soll auch der Safran, in einer freien Luft, durch den Geruch die Pakkesel getoͤdtet haben FABER ad hernand. S. 755. , und es ist nicht wider die Wahrscheinlichkeit, daß die Duͤn- ste des Opium einen Schlaf zuwege gebracht haben NEVM. posthum. T. I. P. 2. S. 426. . Es III. Abschn. Die Luft. Es scheint auch die Faͤulnis dunkler zu seyn, welche die Luft von selbst an sich nimmt, so bald sie in Brun- nen C. a REYES. S. 65. Hist. de l’Acad. 1701. S. 18. cardan discurs. phys. med. plot Oxforts- hire. S. 62. 63. radscynski Hist. nat. Polon. S. 229. FABER ad hernand. S. 78. BOATE nat. hist. of Ireland. S. 145. Zod. med. Gall. T. I. S 174. B. med. le- gal S. 7. , in Korngewoͤlben PORTIVS de aere morb. CAPOA delle moffette. S. 79. behrens diætet. S. 19. car- dan de variet. S. 139. , in verlassnen Holgaͤn- gen BIRCH. T. I. S. 178. hen- kel Bergsucht, und Huͤttenkazze. S. 108. Jn den Kluͤften Chehelmi- nar, chartin Voyag. T. IX. S. 114. , in Gefaͤngnissen HALES Ventil. P. II. S. 86. , oder andern Orten, lan- ge ohne Erfrischung stehen bleibt PLOT Stassordshire. S. 138. . Diese | loͤscht Lich- ter aus HALES Ventilat. P. II. S. 86. , und bringt Menschen ums Leben PLOT, PORT. . Hier sind schwerlich Daͤmpfe vorhanden, auf welche man die Schuld schieben koͤnnte Anmerk. f. g. h. . Denn ob man gleich bei einigen Kluͤften den arsenikalischen Dampf in Verdacht ziehen koͤnnte, so findet doch weder bei Brunnen, noch in Kornkellern dergleichen Vermuthung statt. Es ist auch noch nicht voͤllig ausgemacht, auf wel- che Art, vom Blitze getroffne Menschen, das Leben verlie- ren. Denn ob man schon gemeiniglich die Ursache des Schadens, auf eine ploͤzzlich entstandene Luftleere zu schie- ben pflegt Phil. Trans. n. 394. oder man schreibt es der zerstoͤrten Feder- kraft der Luft zu, HALES veget. stat. append. , so kommen doch dabei Merkmale mit vor, die sich bei Thieren nicht befinden, die unter der von aller Luft entbloͤsten Luftpumpenglokke das Leben einbuͤssen: denn diese sterben nicht so ploͤzzlich, man fin- det an ihnen die festen Theile, und selbst die Knochen nicht zerbrochen, und kein vermindertes Gehirn Art de faire des rapports. S. 512. . Aus diesem Grunde geschicht es also, daß beruͤhmte Maͤnner die Staͤrke des Schwefeldampfes, (oder den Y 2 elektri- Das Atemholen. VIII. Buch. elektrischen Stral,) und die Wirkungen des leeren Rau- mes, und ploͤzzlichen Entsezzens, zusammen verbin- den MVSSCHENBR. essays. S. 874. . So viel ist in der That offenbar, daß es bei der Ge- walt der Daͤmpfe, nicht blos auf das brennbare Wesen ankomme, und daß der brausende Mostdampf Der toͤdtliche Dampf der Weinkeller ist das Alkohol, teich- meyer chem. S. 85. , das Opium, und der Dampf der Hundshoͤle nicht auf einer- lei Art ihre traurige Wirkungen an uns ausuͤben CARTHEVS. mat. med. Sect. XI. . §. 13. Die Luft wird nirgends rein angetroffen. Wir haben dem Boerhaaven uͤber diesen Punkt vieles zu verdanken, da er uns mit den fremden Stoffen bekanter gemacht, welche in der Atmosphaer umher schweben, und keinen geringen Theil von der Luftmasse ausmachen. Das vornemste Element, wodurch die Luft verunrei- nigt wird, ist das Wasser, und dieses duͤnsten Fluͤsse, und Seen, Meere Daß aus dem Mittelmeere, in einem einzigen Sommertage, 520800,000,000 Faͤsser Wasser aus- duͤnsten. HALLEY philos. trans. n. 189. indem er die Verduͤnstung auf einen Tag auf \frac{1}{10} Zoll schaͤzzt. Da aber, nach unsern Versuchen, die auf einem viel breiteren Kanale ge- macht worden, die Ausduͤnstung fuͤr einen Sommertag bis 3 Linien ange- wachsen so wuͤrde die Ausduͤnstung in zwoͤlf Stunden eines sommerlichen Tages um dreimal groͤsser seyn, und sie mus in warmen Gegenden noch mehr betragen. , Pflanzen, und die Erde, nebst dem, was sich auf der Oberflaͤche der Erde befindet, uͤber- fluͤßig aus Fluͤsse geben eine sehr ansehn- liche Ausduͤnstung, und es pflegen ihre Nebel von weiten Kanaͤle vor- zustellen. Daher koͤmmt es, daß Fluͤsse, wenn sie grosse Baͤche in sich nehmen, bisweilen im Fortlaufe klei- ner werden, welches eine Betrach- tung ist, welche die Frage, von dm Ursprunge der Fluͤsse aus dem Re- gen, naͤher angeht. . Zwar giebt es einige Gegenden, wo die Luft, III. Abschn. Die Luft. Luft, uͤber alles Erwarten, voller Feuchtigkeiten ist, und dieses eraͤugnet sich besonders auf Jnseln, welche unter einem heissen Himmelsstriche liegen, und die vom unge- heuren Ocean umflossen sind. Diese Luft stillt nicht nur den Durst des Viehes, ohne daß es trinken doͤrfte Dieses geht auch die Pferde an, Philos. Trans. n. 27. auf Jamaica, ligon. S. 27. auf Barbados. , sondern sie zernagt auch allerlei Sachen von Eisen, und so gar grobes Geschuͤzze, viel ehe, als man denken sollte Phil. Trans. ebendas. boyle exp. Phil. mech. de aere. n. 20. , und sie ist um desto feuchter, weil sie sich fast niemals durch Regenguͤsse laͤutert Ebendaf. . Jch erwaͤhne nicht die besondern Lagen einiger Oerter, die von den nahen Duͤn- sten der Wolken feuchte erhalten werden, und den Be- wohnern toͤdtlich werden De Valesiæ coenobio siml. vales. descript. S. 77. . Doch es uͤberzieht schon die gewoͤnliche Luft in unsern Gegenden, wenn sie von der Kaͤlte eines Spiegels zuruͤkkgeworfen wird, oder wenn man sie in einen luftleeren Raum bringt, die Flaͤche ei- nes Glases mit einem waͤßrigen Nebel. Die Luft gift ihre Wasser mit Heftigkeit ins Vitriol- oel Phil. Trans. n. 156. aus. Doch es ziehen besonders die Laugensalze, die feuerbestaͤndig, und vor kurzem calcinirt worden, das Wasser aus der Luft, mit einer solchen Kraft an sich, daß 17 Quentchen Salz BOERH. S. 6. elem. chem. S. 464. aufs Weinsteinsalz. Auf dem laugenhaften Liquor. silicum. pott lithogeognos. S. 49. Es scheidet sich viel mehr Wasser von der Luft, wenn sich das Weinsteinoͤl erzeugt. Der ber. arbvthn. Es werden von vier Unzen Weinsteinsalz, zwo Unzen Oel, of air. S 10. Zwo, drei und vier ravlin obs. de medec. S. 329. , innerhalb vier Tagen, bis auf neun und zwanzigstehalb Quentchen angewachsen, und folglich der kleine Raum, der etwa zween Zoll be- trug, um \frac{23}{34} Wasser anwuchs, und es ist die Luft so geneigt, ihr Wasser niederzulegen, daß sie in einem Au- genblikke, das vom Feuer noch gluhende Salz mit einer Wasserrinde uͤberzieht, welche das Alkohol zuruͤkkstossen Y 3 wuͤr- Das Atemholen. VIII. Buch. wuͤrde S. 466. . Eine Flasche von drei Pfunden Wasser, | in die also noch nicht 19 BOERH. angef. Ort. S. 466. 467. Gran Luft gingen, nahm den- noch bei einer Unze Weinsteinsalz, schon so viel an Schweere zu, daß es die Wage angeben konnte. Ein anderer Nebenstoff in der Luft ist das Feuer, welches ihr zwar in ungewissem Verhaͤltnisse beige- mischt Siehe von den Feuerwinden. L. VI. S. 33. DAMPIER of winds S. 50 , aber dennoch so uͤberfluͤßig zu gegen ist, daß sich die Luft niemals verdichten, oder zum Stillste- hen bringen laͤst, und in einem luftleeren Raume nicht kaͤlter, als in einem freien werden kan. Von diefem Feuer leite ich vornaͤmlich die bestaͤndige Bewegung her, die die Luft, nach dem Zeugnisse vieler Gruͤnde, macht, und es kan so gar das Auge diese unterscheiden, wenn es eine Luftsaͤule, die vom Sonnenlichte erhellt wird, betrach- tet, und die Wellen, der herumfliegenden Sonnen- staͤubgen bewundert BOERH. ang. Ort. S. 442. . Wenn Kaͤlte eine wirkliche Materie ist, so kan man nicht zweifeln Wie e r Musschenbr glaubte. n. 948. 950. . f. , daß nicht deren eine grosse Menge von der Luft mit herumgefuͤhret werde. Ausserdem aber offenbaret sich noch in der Luft dieje- nige urspruͤngliche Saͤure in grosser Menge NEVM. S. 422. salberg de natro. S. 17. boecler angef. Ort. glaser de aphronitro. hoffm. angef. Ort. Hamb. Magaz. T. 15. henkel rediviv. S. 147. ob er sie gleich Luftniter nennt. Vitriol- saͤure nennt es menon mem. des savans etrange i s. S. 568. nevm. misc. Berolin. T. V. S. 85. 86. 88. nach der Zimmerm. Ausg. S. 1634. macqver. angef. Ort. stahl de sahbus. S. 53. Der Violensaft, den ein Laugensalz gruͤn faͤrbt, ver- liert diese Farbe in freier Luft wieder. hoffm. demonstr. chym. n. 29. als daher ein schwefliger Dampf aus einem geoͤffneten Steinbruche her- ausdrang, so verlor der Sauerbrun- nen seine Kraft, und, als man ihn wieder zuwarf, bekam er seine Saͤure wieder, nevm. oper. S. 27. , die von verschiednen Erden begierig eingesogen wird, und sich dar- III. Abschn. Die Luft. darinnen zu Salpeter HOFFM. colleg. chem. S. 106. Hamb. Magaz. ang. Ort. , Kuͤchensalze HOFFM. ebendas. Hamb. Magaz. angef Ort. u. f. , Vitriol HOFFM. ebendas. , und Alaun HENKEL. S. 238. Mit einer Kalkerde. J. BOECL. und ph. h. boecl. in decad. thes. S. 10. 17. hoffm ebendas. und de gener. sal. morbos. S. 213. Hamb. Magaz. ang. Ort. mvsschenbr. n. 635. nevm. oper. S. 1368. misc. Berol. T. V. S. 85. 86. carthevser mat. med. S. 337. rvtty Synops. aq. miner. nicht eben so unter der Glokke, Boecl. angef. Ort verdichtet. Es verschlimmert sich naͤmlich die rußische Asche, wenn man sie der Luft lange Zeit aussezzt, sie fuͤllt sich mit der Schwefelsaͤure an STAHL fundam. chem. T. III. S. 109. , und sie soll sich in eine Schwefelleber, und in einen kristalli- nischen Vitrioltartarus, oder ein Mittelsatz verwandelt haben S. 163. HENKEL flor. rediviv. S. 147. 258. Flor. Saturniz. S. 238. stahl de nitro. S. 181. de sale. S. 53. nevm. oper. Zim- merm. Ausg. S. 1845. waller. de nitro, pietsch de nitro, macqver theor. chem. S. 42. . Eine vitriolische Erde, aus der man ihr Salz herausgelagt, giebt nach einigen Jahren von neuem Vitriol Mem. de Montp. S. 1746. Springsfeld Beschreib. des Karls- bades. S. 73. Phil. Trans. n. 893; Swenska Wetenskaps Handl. 1741. S. 55. Phil. Trans. n. 493. BOYLE suspic. de qualit. occult. tachen clav. antiq. med. S. 41. , und es schiest der Vitriol an den Kiessen an Ohne Luft, der sie ausgesezzt werden, wuͤrden sie keinen Vitriol geben, mvsschenbr. S 319. Boyle mantiss. exp. henkel Flor. Saturn. S. 187. tachen med. ant. clav. S. 165. Jch weis wohl, daß der Vitriol auch im ver- schlossnen Gefaͤsse vegetire. boyle mantiss. expor. chym. scept. P. VI. und daß andre die Zerstoͤrung des zu vielen Schwefels zur Ursache ange- ben, Gellerts Metallurg. S. 186. oder die Aufloͤsung von Bewegung und Erschuͤtterung herleiten, bohn de aer influx. S. 506. 509. Doch es stimmen viele andre Versuche darinnen uͤberein, daß keine Saͤure vorher da gewesen, ehe die Lufe hin- zugekommen. Die frisch ausgegrab- ne Eisenminer aus Hessen ( minera Hassiaca solaris, ein Liebling der Herren Goldkoͤche) giebt kein Salz, doch wenn sie einige Monate an die Luft gestellt wird, wird sie immer salzreicher, je laͤnger sie an der Luft liegt. Vergl. stahl fundam. chem. T. III. . Gemeines Kuͤchensalz, wenn es gekocht, und an die Luft gestellt wird, das Wundersalz Act. Hafniens. nov. S. 36. . Der Kolko- thar (Todtenkopf vom Vitriole) wird an der Luft schwe- Y 4 rer, Das Atemholen. VIII. Buch. rer BOYLE mant. exper. , geistiger, und dieser Geist verbessert sich durchs Feuer Eph. Nat. Curios. Dec I. ann. 6. 7. n. 18. carth. S.| 35. kvnkel obs chem. . Es erzeuget sich aus Leinwand, die voller alkalischen Lauge ist, und an die Luft gehaͤngt wird, ein vitriolischer Weinstein MALOVIN chym. med. T. I. S. 445. . Aus der allgemeinen Saͤure, die ein, der Luft ausgesezztes Alkali an sich zieht, hat man mit Kolenpulver Schwefel gemacht ELLER. Mem. de l’Acad. de Berl. T. IV. S. 28. . Es entsteht ferner aus Birkenasche, die man an die Luft hinschuͤttet, Salpeter STAHL de nitr. S. 117. . Salpeter erzeugt sich an Oertern, wo man eine Menge Urin ausgegossen PIETSCH de nitro. hof- mann de nitro. TACHEN. angef. Ort. henshaw beim sprat. hist. of the royal Societ. S. 267. , und wo haͤufig alkalische Duͤnste daͤmpfen, neben Erdgefaͤs- sen voller Urin STAHL sundam. chem. T. I. S. 57. , an den Waͤnden einer mit Salpeter angefuͤllten Buͤchse Phil. Trans. 452. , man macht ihn aus dem Miste der Thiere, wenn dieser die Luftsaͤure an sich gezogen NEVM. oper. S. 1618. car- thevs. mat. med. T. I. Eine von Salpeter ausgelaugte Erde ergaͤnzt sich bald von neuem wieder, wenn man Taubenmist darunter mischt. henshaw. angef. Ort. . Salpetrige Erden bekommen in einem Jahre an der Luft von neuem Salpeter HELMONT parad. disc. S. 34. radschynsky. T. II. S. 94. BOYLE chem. scept. P. VI. home agricult. S. 135. boeh- mer de salis madii genesi. hens- haw beim sprat. S. 267. . Aus den Spiesglasschla- ken wird Salpeter Hamb. Magaz. . Jm Regenwasser stekkt eine Salpetererde HENKEL redivic. S. 132. , und Salpeter MARGGR. Mem. deBerl. T. VII. . Doch es haͤngt sich auch an den laugenhaften Grund- stoff des Kuͤchensalzes die allgemeine Luftsaͤure Der ber. BRANDES de generatione salium, haͤlt uͤberhaupt die Saͤure des Meersalzes fuͤr die ur- spruͤngliche Waͤrme, so wie ehedem BOYLE History of the air. S. 43. . Auf der III. Abschn. Die Luft. der chinesischen Jnsel Tsongming wird eine Erde gefun- den, aus der man Meersalz herausgelaugt, und wenn diese Erde an die Luft gebracht wird, so legt sich in sie- ben, oder acht Tagen wieder dergleichen Meersalz von neuem an Recueil d’observat. curieus. T. I. S. 173. Lettr. edifisant. et cur. T. XI. S. 268. Vergl. auch henkel flor. Saturn. S. 238. Von seiner salzigen Erde berichtet eben dergleichen henr. de ro- chaz Exerc. miner. S. 30. . Der Todtenkopf des Meersalzes, der vom uͤbergezogenen Geiste zuruͤkke bleibt, wird, wenn man ihn an die Luft stellt, von neuem geschikkt, einen Geist von sich zu lassen SEIGNETTE beim le- mery chem. . Selbst im Schnee, trift man Meersazz an BORRIGH beim barth. Cent. III. epist. 97. S. 424. und epist. 99. S. 431. , und es fallen gesalzne Regen Mem. de Trevoux. 1716. M. Octob. Jm Regen stekkt ein Meer- salz, marggr. angef. Ort. rvt- ty Synops. S 37. . Eben so gehoͤrt es mit zu unserm Endzwekke, daß die Versuche lehren, daß das Meersalz selbst, entweder in seinen Duͤnsten, oder wenigsteus mit traͤufelnder Naͤsse, in der Luft umher gefuͤhret wird GERIN im eignen Buche. model, vom Persischen Salze. S. 29. Phil. Trans. n. 189. , und bisweilen ei- nige Meilen vom Meere Vergl. Phil. Trans. ang. Ort. hvxham. S. 49. , Spuren von seinem Da- seyn verraͤth, wenn es Fruͤchte, und Baͤume, salzig macht HVXH. Epid. S. 49. du hamel vet et nov. phil. S. 392. borlase nat. hist. of. Cornwall. S. 10. , Saͤulen benagt SPON voyages. T. I. S. 230. , und sich sichtbar an die Mauren anhaͤngt GERIN. angef. Ort. . Das Meerwasser faͤrbt blos auf seiner Oberflaͤche, ein blau Pappier roth, dieses thut es in der Tiese nicht, und man wird also uͤberzeugt, daß es ausduͤnsten muͤsse MARSIGLI hist. de la mer. S. 31. . Daß auch die Daͤmpfe von den brausenden Salzen mitten in der Luft unter sich, in Streit gerathen, und Y 5 sich Das Atemholen. VIII. Buch. sich in Nebel verdichten, lehrt Boerhaave S. 495. VATER physic. S. 131. Vom Salzgeiste, und Sal- miakgeiste. , und es bezeugen dieses andere ebenfalls. Es schwaͤrmen um die Feuerspeiende Berge, Daͤmpfe, von der Art des Salmiaks BOYLE hist. gener. of the air. S. 46. , und andre, deren Naturen noch nicht recht bekannt sind, herum, die ein Glas anfressen Ebendas. S. 48. . Es irren ferner in der Lust die Geruchstaͤubchen ri- chender Pflanzen herum, und diese verdichten sich hin und wieder dergestallt, daß Seefahrende, welche die Jnsel Zeilon vorbeischiffen, die suͤssen Daͤmpfe dieser gluͤkkseeligen Gegend BOERH. S. 484. dam- pier. T. III. S. 232 ovington. T. I. S. 52 53 Verg, indessen Com- ment. ad Prælect. boerh. T. IV. S. 67. , auf einige Meilen weit riechen koͤnnen. Es sind dieses die allerzaͤrteste aetherische Oele, die die Scheiderin, die Natur, in die Hoͤhe fuͤhrt, und ich lasse die von Menschen verfertigte, als Kleinigkeiten, ausser Acht. Dagegen breiten die, von faulenden Wassern Von stillstehenden Wassern der ungenannte vortrefl. Autor, de febrib. intermitt. lancisivs de noxiis paludum effluviis, und un- zaͤhliche andre. Die Landseen fuͤhren eine ungesunde Luft bei sich, daher verlaͤst man die Jnseln den Sommer uͤber, und es weichen die Moͤnche aus ihren Kloͤstern blainville Travels. T. II. S. 11. Vom Kraͤu- selwinde wird eine solche Menge Daͤmpfe zusammengetrieben, daß Kugeln von Silber flekkig werden, waldschm Sal. aer Hols. S. 15. Die Duͤnste des Wassers im See Amsankt sind toͤdtend, das Was- ser selbst aber gesund, capoa mof- fett. S. 14. Die warmen Baͤder zu Apon, toͤdten sogleich Menschen, und Hunde, welche man hinein wirft, valisner racolta. S. 82. viel- leicht wegen der Daͤmpfe. , und Thieren aufsteigende Ausfluͤsse, Krankheiten, und den Tod weit und breit aus, und sie lokken Geier zu den Wuͤrgeplaͤzzen herbei. Jn eben diese Asmophaer zie- hen Es entstehen boͤsartige Fluͤsse, und Durchlauf, wenn man sich lange Zeit inder verpesteten Luft der Kran- kenhaͤuser verweilt. belloste. angef. Orte. Jm Lazarete zu Ve- nedig, wenn viele Kranke bei der Ve- nusseuche, die Speichelkur abwar- ten, wird die Luft dergestallt ange- stekkt, daß ein noch so gesunder Mensch, in wenig Stunden Beulen, oder Ausschlag bekoͤmmt, fitsing, cypria. S. 169. Es hat also ro- set- III. Abschn. Die Luft. hen sich die Thierausduͤnstungen hinauf, welche den Spuͤrhunden Anlas zum Ausspuͤhren geben BOERH. S. 488. . Gan- ze ungeheure Thiere drokknen, sich selbst uͤberlassen, zu- sammen, weil das fluͤchtige aus ihnen, in die Luft uͤber- geht, und an den Knochen eine kleine Spur von Erde zuruͤkke laͤst BOERH. Ebendas. . Jn die Luft erhebt sich der stinkende Dampf des Thiermistes. Jn sie steigt der Tampf von grossen Staͤdten auf, den Franz Boißier Effets de l’air. S. 56. , vier Fus, sieben Zoll hoch zu seyn geschaͤzzt, und es vermu- tet der beruͤhmte B. Langrisch Practice. S. 354. , daß dieser von drei tausend Menschen innerhalb 74 Tagen gegen 71 Fus Hoͤhe einnehmen muͤsse. Der beruͤhmte Hales HALES Ventil. S. 36. , rechnet von hundert Menschen bis 243 Pfunde. Das Feuer reist auch die erdige Grundstoͤffe los, und fuͤhrt solche in Gestalt des Russes, und der Asche, weit in der Luft umher BOERH. S. 486. pech- lin. S 100. nevmann. S. 833. stahl fundam. T. III. S. 336. Vergl. woodward of foreign. fossils. S. 90. . Jm Russe, trift man eine merkwuͤrdige Menge Erde an, und es ist der Regen nicht ohne haͤufige Erde RVTTY. S. 34. 35. 36. naͤmlich eine Kalkerde. . So uͤberzieht der Arse- nik, den die Heftigkeit des Feuers aus den geroͤsteten Erzen jagt, weit und breit die Felder, er erstikkt die Obstbaͤume SCHREIB. III. Samml. S. 169. und vergiftet das Gras Ebenders. ebendas. Der Ofen- dampf erstikkt ploͤzzlich, als man ar- senikalische Erze ins Feuer brachte, borlase natur. Hist. of Corn- wall. . Die ganze Luft, welche man um Fahlun atmet, ist kupfrig HIAERNE posth. T. II. n. 158. doch ist sie nicht ungesund. . Die fettvs Recht, wenn er fuͤr ein Lazaret unheilbarer Kranken einen sehr weitlaͤuftigen Zuflus der Luft erfordert, Raggionamento, Neapol. 1744. Von den Elefanten, BER- NIER. auf der Reise uͤber den Berg Bember. Zu Spahani wirft man allen Unflat auf die Gasse, woselbst er verwittert, und unschaͤdlich ist, CHARDIN. T. VIII. S. 9. Von Madrit erzaͤlt man eben das, von Su- rate, ovington. T. II. S. 20. Das Atemholen. VIII. Buch. Die Glaͤtte der Metallarbeiter schleicht sich in Daͤmpfen ins Blut ein, und wird im Urine deutlich wahrgenom- men. Jn einer Toͤpferwerkstaͤte fielen durch Kraͤmpfe um, eine Turteltaube, und ein Stiegliz. Daß sich Me- talle, oder wenigstens einer der metallischen Grundstoffe in die Luft erheben koͤnne, hat niemand klaͤrer, als Eller Mem. de l’Acad. des seienc. de Berlin. T. IX. , gezeigt, und dieser erzaͤhlt aus den gesammleten Gespraͤ- chen, und Anmerkungen der Metallarbeiter, daß der zu Daͤmpfen aufgeloͤste Arsenik, das Werkzeug der Me- tallbildenden Natur sey, womit sie die Metallstoffe aus den innersten Tiefen der Erde in die Hoͤhe fuͤhrt, und in die Rizzen der Berge niederlege. Wenn nun Rizzen vorhanden sind, so hindert diese schwere Metalldaͤmpfe nichts hervorzudringen, und sich in der Atmospaͤer zu zer- streuen. Das, was unsre geliebte Lehrer S. 492. 493. vom Quek- silber und verfluͤchtigten Golde, andre aber von dem, in den Minern von neuem nachgewachsenen Eisen sagen BOYLE general heads of natural history. S. 45. Suspic. de qualit. cosmic. pviati morb. Naron. S. 28. 29. , gehoͤrt ebenfalls hieher mit. Man mus sich indessen vielmehr daruͤber wundern, daß Pflanzensaamen, die man mit Vergroͤsserungsglaͤ- sern und blossen Augen sehen kann, allenthalben in der Atmosphaer herumfliegen, so daß man den Saamen der Schwaͤmme auf den hoͤchsten Thuͤrmern, bis zu einer Hoͤhe GLEDITSCH Mem. de l’Acad. de Berl. 1749. S. 31. von 54 Fus antrift. Davon ruͤhrt gleichsam die ploͤzzliche Erscheinung des fetten Jakobkrautes, und des Floͤhkrautes auf Stel- len her, wo man Kolen gebrannt hat. Wenn eine jung- fraͤuliche Erde an die Luft geschuͤttet wird, so bringt sie aller- ILSEMANN de colica Saturn. Comment. Lit. Noric. 1741. hebd. 36. III. Abschn. Die Luft. allerhand Kraͤuter hervor BOHN influx. aer in sub- lim. S. 482. . Daß die fliegende Pflan- zensaamen von der Luft umher gefuͤhrt werden, erwekkt bei Niemanden eine Verwunderung, so wenig, als daß das Staubmehl aus den Faͤchern der Fichten, Tannen, und Weiden, wie ich gesehen, ganze Wege mit gelbem Puder bedekkt. Wunderbar ist es dagegen, daß die schweren Koͤrner des Schaarbokkrautes, ( ficaria ) Zuͤ Zuͤrch vor einigen Jahren. , des Epheus, des Huͤnerdarms, ( alsine ), und andrer Pflanzen BOERH. S. 487. , in der Luft herumgefuͤhrt worden. Nach den neuerlichen Versuchen des beruͤhmten Turberville Needham In microscopical discoveries. scheint kein Zweifel statt zu finden, daß nicht fruchtbare Eier von Jnsekten, haͤufig, auch so gar mitten in verschlossnen Phiolen, in der Luft herumfliegen koͤnnen. Wenn man Fleisch an die Luft haͤngt, so erzeugen sich Thierchen darinnen, folglich muͤssen in der Luft Eier befindlich seyn BOERH. S. 459. 490. . Wenn man dieses alles uͤberlegt, und da so vielerlei Koͤrperchen von allerlei Art in der Luft umherfliegen, so darf man sich nicht verwundern, daß Boerhaave uͤber- haupt in Zweifel gestanden S. 500. Damit stimmt der ber. felice uͤberein. S. 64. , ob auch der wirkliche ela- stische Luftstoff eine Schwere uͤbrig behalte. Wenn sich in der Luft \frac{1}{850} Wasser befindet, und die Luft schwer, als \frac{1}{850} Wasser, von gleichem Jnhalte ist, so wird Nie- mand zweifeln, daß nicht die ganze Schweere von dem Wasser herruͤhre. Und daß dieses wirklich so sei, schloß unser vortrefliche Lehrer daher, daß sich die Luft, den Ver- suchen grosser Maͤnner gemaͤß, nicht uͤber den achthun- derten Theil von seiner Masse zusammen druͤkken lasse: es steht naͤmlich die ganze Verdichtungskraft stille, wenn man Das Atemholen. VIII. Buch. man damit bis zum unbezwinglichen Elemente das Was- sers koͤmmt, welches \frac{1}{800} von der Luft ausmacht Mem. de l’Acad. des scienc. 1703. S. 102. BOERH. ang. Ort. S. 501. . Jch sehe die Einwuͤrfe vor mir, die man wider un- sern Lehrer auf die Bahn bringt, daß eine, von allen Duͤn- sten gereinigte Luft, ihre Schwere dennoch beibehalte NOLLET. T. III. S. 192. Sie wird leichter, wenn sie zu einer feuchten Zeit durch ein Laugensalz durchgefuͤhret wird, MVSSCHEN- BROEK Instit. n. 1340. denn bei einem heitern Himmel wird sie we- nig veraͤndert. , und daß das Feuer selbst schwer sei mvsschenbr. essays S. 471. , u. s. w. Doch es haͤtte in der That das Feuer viel zu viel Schwere, wofern die Schwere, welche calcinirten Koͤr- pern zu zuwachsen pflegt, von den reinen Feuerstoffen herruͤhren sollte, und wenn das Feuer wirklich eine Schwe- re hat, so kann man daraus, auf das so verschiedne Luft- element, nichts mit Zuverlaͤßigkeit schliessen. Es liesse sich auch noch in Zweifel ziehen, daß man die Luft voll- kommen von Duͤnsten reinigen koͤnne. Wenn endlich die Luft nicht ihre ganze Schwere von dem Wasser her hat, so wird doch auch Niemand leugnen, daß sie nicht einen grossen Theil der Schwere billig dem Wasser schul- dig sei Mem. de l’Acad. des seienc. 1751. S. 495. . Jch leite es sonderlich von dieser Menge fremdarti- ger Theile in der Luft, welche weder zur Federkraft, noch zum Atemholen, und zur Dauer des thierischen Le- bens etwas beitraͤgt, her, warum man auf den hohen Bergen in der duͤnnen Luft bequem atmet. Denn ob gleich die Luft daselbst fast die Helfte von ihrer Schwere vermist, so scheint sie selbige doch einzig und allein daher verloren zu haben, daß ihr der Zuwachs von Wasser, und dikken Daͤmpfen andrer Koͤrper entgangen ist. Vier- IIII. Abschn. Das Atemholen. Vierter Abschnitt. Das Atemholen. §. 1. Wir haben von denjenigen Werkzeugen eine Be- schreibung vorangeschikkt, mit denen das Atemholen ver- richtet wird, und die Luft betrachtet, die wir in die Lun- ge ziehen. Nun muͤssen wir diese Werkzeuge in ihrer Wirksamkeit ansehen, und die Kraft, die jedes einzeln hat, in der Thaͤtigkeit zusammen verbinden. Es gehoͤ- ren aber zu dem voͤlligen Atemholen, zween Zeitpunkte. Das Einatmen, womit wir die Luft in uns ziehen, und das Ausatmen, womit die Luft wieder herausgestossen wird. Das Einatmen ist eine Wirkung, und das Zei- chen des Lebens; das Ausatmen hingegen eine Folge des Todes; folglich muͤssen wir das erstere voraus senden. §. 2. Das anfaͤngliche Einatmen. Es ruht die Brust, und es tritt keine Luft in den todten Koͤrper eines Menschen, oder Thieres, auch nicht in den Koͤrper eines lebendigen Menschen ein, wenn die- ser sehr schwach ist, und fast keine Kraͤfte zum Atemho- len anwendet. Es ist naͤmlich nicht nur die natuͤrliche Lage der Ribben so beschaffen, daß sie die Lunge zusam- mendruͤkkt Man vergleiche dieses mit der N. 25. , sondern, es widersteht auch die Lunge, wenn sie sich selbst uͤberlassen wird, wenigstens in etwas ihrer Auseinanderdehnung N. 22. , so thut auch die Luft ei- nen Das Atemholen. VIII. Buch. nen gleichgrossen Wiederstand, und wir haben gezeigt, daß diese Luft von der Lunge ohne Unterlas geschoͤpft werde. Wenn man ferner die Frucht betrachtet, so haͤlt der Schleim, mit dem die Lunge angefuͤllt ist, die zu- sammenfallende Luftroͤhrenaeste, eine an den Gaumen angeschlossne Zunge ROEDERER de submers. satur. hin und wieder. Die Luft tritt nicht, kraft ihrer Federkraft, in die Brust. S. 29. , den Einfall der Luft in die Brust zuruͤkke. Endlich so macht die gekruͤmmte Lage der Frucht, der auf die Brust sinkende Hals, das Atemholen be- schwerlich Als ein neugebornes Kind nicht. Atem holen konnte, so hat es ausgestrekkt, dieses verrichten koͤn- nen. P. IDEMA Anmerkengen. S. 21. . Jch habe mehrmalen gesehen, daß junge Hunde, die ich aus der Mutter herausgeschnitten, viele Minuten lang lebten, krochen, sich verschiedentlich bewegten, mit- ten unter dem Wasser Bewegungen machten, und dennoch nicht Luft holten. So gar bleiben Kinder, die vor kur- zem an das Tageslicht gebracht worden, und sich in der Luft befinden, dennoch oft wegen Schwachheit WATTS. smellie. u. f. , oder Schleim, womit ihre Lunge angefuͤllt ist KAAVW n. 165. petit Mem de l’Acad. des scienc. 1733. S. 5. 7. geelhavs. de neonat. pulm. S. 93. , ziemlich lange, ohne Luft zu schoͤpfen SENAC, SMELLIE, cases of midwifry. S. 363. 383. 384. Storchs Kinderkrankh. S. 70. 80. PVGH midwifry. S. 50. boe- derbr. angef. Ort. S. 14. 25. 28. 31. watts on painsul labours. S. 29. 30. heister de partu in somno matris. J. HORN fotsta bref om drifwande och siunkan- de lungan. T. I. S. 11 12. 13. bohn offic. med. dupl. S. 666. alberti in constit. Crimin. Carolin. S. 118 thebes Hebammenkunst. S. 390. titsing Diana. S. 626. pide- ma Anmerkingen. S. 21. ganzer 15 Minuten, Storch Hebammen- kunst, S. 417. , bis sie sich allmaͤhlich erholen, oder, nachdem man ihnen durch den Mund Luft eingeblasen PVGH. angef. Ort. hei- ster. angef. Ort. smellie. S. 384. watts. S. 29. , die Zunge niedergedruͤkkt THEBES. angef. Ort. pvgh. angef. Ort. , oder, nach Al- SENAC. S. 413. IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Albins | Weise, den Leib zusammengedruͤkkt STORCH. angef. Ort. roe- derer. S. 25. , oder von selbst, wegen Ungemaͤchlichkeit WATTS. S. 23. hartl. of man propos. 35. schreibbr. n. 133. whytt. S. 212. hamber- ger physiol. n. 786. thrvston. S. 96. 97. herissant. , oder wenn sie durch ei- nen, uns noch nicht genung bekannten innern Zwang, die Brust zu erheben, und zu atmen anfangen ROEDERER. S. 29. 31. herissant. S. 74. . Doch es kann auch das Atmen noch erfolgen, wenn gleich das Herz aus der Brust gerissen worden PECHLIN de apoplex. n. 28. . §. 3. Unrichtige Ursachen von dem Einatmen. Es entsteht das Atemholen nicht durch eine von der Lungenschlagader Unter den alten ARISTO- TELES part. anim. L. III. c. 6. Ferner J. BERENGARIVS ad MVNDINVM. S. CCCXXVIII. B. CAESALP. Peripn. Quaest. 5. L. 5. hofm. ad galen. de usu part. J. van HORNE microcosm. S. 97. Ausg. PAVLI. DION. van der STERRE van de Tee- ling. S. 149. haben die Erweiterung der Lunge, von dem durchs Herz hin- eingetriebnen Blute hergeleitet. We- nigstens einen Theil des Atemholens, und so viel, als ohne unserm Willen geschehen kann, legen einige neue ber. Maͤnner dieser Ursache bei als die- merbr. S. 318. bertier. S. 181. u. f. HALES haemast. S. 77. Schreib. almagest. S. 376. he- rissant Hist. de l’Ac. des scienc. 1743 S. 75. und in der Thesi s: Ergo ab impulsu sanguinis in arteriam pulmonalem inspiratio, naͤmlich dasjenige Einatmen, das noch nach der Oeffnung der | Brust uͤbrig ist. Er fuͤgt noch hinzn, wenn man in die Lungenschlagader laulich Wasser sprizze, so erweitere sich dieses Einge- weide, und ziehe eine kleine Feder an sich. , die durch die Kraͤfte des Herzens erweitert worden, hervorgebrachte Kraft des Lebens, noch durch den freien Willen des Menschen. Wenn dieses wahr waͤre, so muͤste sich die Brust an der Frucht im Mutterleibe, und an dem Huͤnchen im Eie, wechselweise erweitern, und wechselweise niedersinken, und es wuͤrden eben H. Phisiol. 3. B. Z Das Atemholen. VIII. Buch. eben diese Bewegungen in den neugebohrnen Thieren mit einander abwechseln, da an diesen doch das Herz in freier Luft ehe schlaͤgt, als sie Atem holen ROEDERER. S. 14. watts. S. 29. , oder in der Frucht- haut das Klopfen verrichtet wird BIRCH. T. III. S. 404. vesal. S. 824. plater quæst. phys. S. 259 moebivs obs. 13. nymmann de vit. fet. S. 31. . Jch uͤbergehe noch, daß das Atemholen, und der Pulsschlag zu verschiednen Zeiten geschehen, daß in einerlei Einatmen der Herz- schlag drei, bis viermal nachlaͤst, und daß darum doch nicht die Brust in eins weg erweitert, und gehoben wird. Diejenigen, welche der Lunge eine wesentliche Kraft beilegen RIOLAN. S. 231. li- ster de humor. S. 30. 31. de bremond, Esteve de l’ouie. S. 58. u. f. Einigermaassen schreibt es der Lunge zu willis de cerebro. S. 176. c. bartol. thomae f. specim. anat. S. 80. , sich zu erweitern, und zu verengern, und die- ses thut eine Menge von Gelehrten, gruͤnden sich am mei- sten auf einen, wiewohl nicht voͤllig richtigen Versuch, mit dem Leute, die nicht ohne alle Verdienste sind GOVIL. HOVSTOVN, der ber. de brem. und d. heris- sant. , zu er- weisen gesucht, daß sich die Lunge, wenn man gleich die Brust geoͤffnet, die Ribben zerstoͤrt, das Zwerchfell zer- rissen, demohngeachtet doch in Bewegung sezze SWAMMERD. S. 32. 33. de brem. Mem. de l’Acad. 1739. S. 344. 355. u. f. heriss. Hist. angef. Ort. S. 73. 74. BERTIER S. 136. 142 143. hoadley. S. 17. RIOLAN. S. 415. Die Alten schreiben, daß sich die Lunge, auch wenn schon die Brust geoͤffnet sei, noch bewege, GALEN administr. VII. c. 12. piccolom. S. 242. JESSEN anat. pragens. S. 73. RVDBECK beim HEMSTER- HVYS mess. aur. S. 307. BAR- THOL. anat. 4. renov. S. 428. CHARLETON oecon. anim. S. 154. GALEN hat schon lange wieder die eigne Bewegung der Lunge zierlich, und nach Versuchen geschrie- ben, de admin. anat L. VIII. , er- weitere, und zusammenziehe, und zwar lange Zeit hernach, ganze Stunden fort BLAS. miscell S. 229. hov- stovn Phil. Trans. n. 441. Exp. I. 4. darinnen er zum Zeugen hat den vortrefl. G. v. SWIETEN, der den Erfolg bestaͤtigt, Comment. in BOERH. S. 270. 271. , und daß auch alsdann noch die Lunge voller Luft sei FLOYER pnlsewatch. T. II. S. 346. . Jch IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Jch habe diesen Versuch selbst vor die Hand genom- men, oder ihn vielmehr, ohne mein Zuthun, entstehen gese- hen, da denn, wenn man beide Seiten der Brust ge- oͤffnet hatte, das Thier einige male Atem schoͤpfte Mem. sur la respirat. exp. 65. 105. 108. 12. 16. 18. 25. 40. , und einsmals auch so gar schrie. Doch es hat in dergleichen Versuchen, an einem ge- marterten, und sich heftig bewegenden Thiere, leicht ge- schehen koͤnnen, daß sich entweder die Haut BIRCH T. II. S. 49. Der ber. HOVST. exp. 3. und st. ha- les exp. 12. S. 77. schlich- ting Eph. Nat. Cur. Vol. 6. obs. 23. Vergl. SCHREIBER. S. 271. Als eine Wikke in der Brust stak, konnte der Mensch nicht beim Leben erhalten werden, wenn er sie in der Wunde behielt: in dieser Verfaf- sung konnte er frisch herumgehen, SCHWARZ dodec. cas. II. obs. 10. Ein Thier, dem man die Brust zu beiden Seiten durchbort hatte, at- mete aͤngstlich, wenn man die Wunde nicht mit dem Finger zudruͤkkte, und es starb, als man diesen wegnahm, BIRCH. T. II. S. 54. Vergl. T. I. S. 509. , wie ich selbst gesehen, oder ein schief angezogner Streif von den Ribbenmuskeln, oder ein Lungenlappen OEDER de irritabil. S. 64. , vor die Wun- de der Ribbenhaut gesezzt hat, und das sonderlich, wenn die Wunde klein gewesen Wie an der Wunde deim Wilh. Lamotte, Chir. compl. T. III. obs. 223. So erinnerte schon ehedem BOYLE beim BIRCH. T. II. S. 48. Wenn groͤssere Wun- den gemacht wurden, starb das Thier, SWIETEN. S. 271. und der Ausleger, COAC. L. III. n. 2. Daher gestattete der ber. HOADL. bei kleinen Wunden eine Brustoͤf- nung, an der gesunden Seite. app. 15. bei einer kleinen Wunde dehnte sich die Lunge aus, bei einer grossen lag sie stille, SENGVERD. exp. 3. . Es ist auch moͤglich, daß die Wunde, die man gegen uns angefuͤhrt, wieder zu- sammen wachsen koͤnnen Hist. de l’Acad. 1743. S. 72. . Es verliert wenigstens das Thier, in den mehresten Versuchen, da man die eine Seite der Brust oͤffnet, einen großen Theil von der Leich- tigkeit, Luft zu holen, und es faͤllt die Lunge zusammen ORIBAS. S. 72. swam- merd. verh. L. II. S. 167. le dran obs. 37. 38 hovstovn exp. 6. MERY Mem. de l’Acad. 1713. S. 120. de brem. S. 338. ferrein Ergo art. mechan. pulm. inflat. temp. respir. Mem. sur la respirat. Exp. 64. 65. 72. 75. 107. , ob das Thier gleich noch am Leben bleiben kann. Eben Z 2 die- Das Atemholen. VIII. Buch. dieses eraͤugnet sich auch bei Geschwuͤren HOADL. S. 70. hildan obs. 33. cent. III. HALES. S. 80. , und der Brustwassersucht. Wenn man beide Seiten der Brust oͤffnet, so fallen beide Lungen nieder THADD. DVNVS de re- spirat. S. 93. b. oribas. S. 72. blemp fundam. S. 120. hovst. exp. 3. 4. 6. dvvern. in obs. Je- suit. Siamens. S. 34. , sie verlieren ihre Bewegung, es verstummt Exp. sur la respir. n. 39. 76. 77. 78. Vergl. exp. 12. , und stirbt das Thier DVNVS. angef. Ort. BOYLE. angef. Ort. VERH. S. 159. BIRCH. T. II. S. 54. GA- LEN adm. L. VIII. c. 3. , die Anstren- gungen der gehobenen Brust dehnen die Lunge nicht fer- ner aus Exp. 70. 71. , und es geht so viel von dem Atemholen ver- loren, als durch die Wunde sich Luft in die Brust hinein- schleicht GALEN. angef. Ort. . Es ist dieses der vornemste Nuzzen, den das Mit- telfell leistet, daß es eine von beiden Brusthoͤlungen frei erhaͤlt, wenn ein ergossnes Wasser, Eiter, Blut, ein- gedrungne Luft, die eine Brusthoͤle unbrauchbar macht VESAL. S. 713. . Ein Hund verlor das Leben, so bald man das Mittelfell oͤffnete, und also auch die andre Seite der Brust Luft bekam VERH. angef. Ort. . Jch finde, daß beruͤmte Maͤnner, fuͤr diese ihre Mei- nung, einige Versuche anfuͤhren, da das Thier nicht wirklich Atem geholt, sondern die Lunge vielmehr, blos von den zusammengedruͤkkten Ribben, aus der Brust heraus getreten SYLO. diss. 7. n. 24. BOHN. S. 28. 37. daovstenc de respir. (mit Grunde) pecqvet diss. anat. S. 79. mayow op. ed. bat. S. 240. swammerd. S. 35. hovst. exp. 2. 5. 6. brem. S. 338. 339. 340. 341. 342. 343 351 356. 357, heriss. S. 73. pechlin Ephem. vuln. thor. HALES hæm. S. 77. exp. 12. HOADL. S. 15. 18. 19. am lebendigen Menschen. hev- erm. chir. operat. T. II. S. 267. Exp. sur la respir. n. 76. 77. 78. Es ist eben dieselbe Kraft, welche bei dem ber. B. HOADL. die dreiseitige Na- del aus der Brust heraussties. S. 16. Bei einem Windgeschwulste hing der Geschwulst so lange, als der Mensch sang, , welches auch der beruͤmte Hou- stoun IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. stoun ausdruͤkklich dadurch bestaͤtigt, da er aufrichtig gesteht, daß sich eine vorgetriebene Lunge, wenn sich die Brust zusammenzieht, erweitere, und so umgekehrt verhalte Exp. 5. 6. BREM. angef. Ort. , ob dieses gleich der beruͤmte de Bremond zu verneinen scheint S. 351. 352. . Wenigstens befindet sich in der Lunge keine Kraft, sich von freien Stuͤkken auszudehnen, oder nieder zu sinken, da sie ohne alle Reizbarkeit S. 175. 176. , ohne deutliche Muskeln, durchgehends ein sehr weiches Zellge- webe ist, und in Voͤgeln bestaͤndig HELMONT d. catarrh. deliram. S. 44. 45. swammerd. S. 83. , im Menschen oft, mit einem dergleichen haͤufigen groͤbern Zellgewebe an die Ribbenhaut angehaͤngt ist S. 121. 122. . Jch habe auch mit Augen gesehen, daß, als die ganz volle Lunge in einem lebenden Thiere, keine Luft schoͤpfen konte, und die mit einer Schnur verschlossne Lustroͤhre, dieses Eingeweide von der Gemeinschaft mit der Luft ausschlos Exp. 24. und S. 270. Eben dieses sindet SIMPSON de re- spir. S. 150. BREM. angef. Ort. S. 339. 342. cheseld. S. 105. , dieses Thier seine Kraͤfte anstreng- te, und die muskelhafte Brust in Bewegung sezzte, daß es des Atemholens maͤchtig ward: und daß in diesem Zu- stande, die Lunge weder erweitert, noch zusammen gezo- gen wird SWAMMERD. S. 83. nevcranz. c. 6. . Doch es wirkt auch nicht die Luft dergestalt, daß sie ohne Ausdehnung der Brust STETTER de muscul. act. schelhamm. diss. IX. n. 54. 55. und de cord. et pulm. offic. HOLM. prim. lin. S. 185. BER- TIER. S. 136. BAGLIVI. S. 445. 454. GOVRAIGNE phy- siol. und in disp. de respirat. 1729. 4. Shebbearae nennt es Lebens- feuer. S. 119. , vor sich in die Lunge niederfahren sollte. Wir haben oben gezeigt, daß sich die Lunge nicht von freien Stuͤkken ausdehnen koͤnne, Z 3 und sang, heraus, und zog sich zuruͤkke, wenn er die Stimme nachlies, hel- mont. S. 356. Jm Ausatmen drang Eiter hervor. ferrein. ang. Ort. Das Atemholen. VIII. Buch. und es thut die Luft auf die so schwache, und weiche Frucht, aus der Atmosphaͤer, von selbst keinen Einfall ROEDERER de suffocat S. 20. nach Versuchen. . Daß aber die Luft in eine Brust, die sich nicht gehoben haͤtte, eindringen sollte, dazu ist kein Grund vorhanden, und wenn die Brust von einer weiten Wunde durchbort ist, so bleibt die Lunge fuͤr sich stille liegen, ob das Atemho- len gleich seinen Gang weiter fortsezzt. Daher haben beruͤhmte Maͤnner offenbar gegen alle anatomische Ver- suche angestossen, wenn sie das Zwerchfell STETTER. S. 27. schel- hammer. angef. Ort. lam- zweerde. S. 33. Novæ hypothe- seos de pulm. motus, et respiratio- nis usu specimen. Lond. 1671. 8. SHEB BEARE. S. 132. BER- TIER. S. 142. 143. , oder die gesammte Brust SCHEBBEARE. LAM- ZWEERDE de respir. swam- merd. exspir. n. 49. vor unnuͤzze ausgegeben, und gesagt, daß sie in waͤhrendem Einatmen stille liege, und daß das Atmungsgeschaͤfte, dennoch seinen Fortgang be- hielte, wenn diese Werkzeuge gleich zerstoͤret waͤren BERTIER. S. 136. blas miscel. angef. Ort. Vergl. gegen diese Meinung. BOISSIER phys. S. 104. . §. 4. Des Kartesius Kreisflus der Luft. Doch es ist auch keine Nothwendigkeit, daß die erwei- terte Brust, auf die ihr naͤchste Luft, diese aber, auf die entfernte Luft, wirken sollte, bis endlich, gleichsam nach Vollendung des Kreises, die der Brust nahe Luft, in den erweiterten Brustraum hinab sinken muͤste. So er- klaͤrete sich ehedem Kartesius De homine. S. 54. , dem die mehresten Schulen folgten REGIVS Thes. IX. beim ROG. DRAKE, C. v. HOOG- HELANDE, GVALT. CHAR- LETON oeconom. anim. S. 154. PHIL. VERHEYEN. L. II. S. 164. P. DIONIS cours d’anat. S. 463. DAN. TAVVRY anat. rai- son. S. 92. , und dieses that so gar Johann Schwam- IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Schwammerdam, der es verdient haͤtte, besser zu denken. Dieser brachte Versuche auf die Bahn, | die aͤhnli- che Erfolge hatten, und wenn er aus einer Flasche, vermit- telst einer Sprizze die Luft herauszog Angef. Ort. S. I. c. 6. S. 40. u. f. , so folgte das Wasser, aus dem damit verbundenen Roͤhrchen nach, und es sprang in Gestalt eines kleinen Springbrunn es in die Flasche uͤber: wenn er hingegen in die Flasche Luft hineintrieb, so brach der Wasserstral nunmehr aus dem andern Ende des Roͤhrchen hervor; eben dieses er- folge auch, wenn man statt der Sprizze, die die Luft ausziehet, oder einblaͤsset, das Atemholen eines Hundes dabei anwende S. 58. . Es glaubte aber dieser geschikkte Mann, daß die Luft von dem Antriebe der Brust, wenn sie gleich in einiger Weite davon entfernt sey, genoͤthigt wuͤrde, in das weggekehrte Ende, der in die Flasche ge- oͤffneten Roͤhre einzudringen. Als hernach V. E. Plemp, und selbst der Silvius, den Einwurf mach- ten, es koͤnne aus dem andern Behaͤltnisse, vermittelst des Gemeinschaft habenden Roͤhrchen, so viel Luft her- bei gefuͤhret werden Diss. VII. , als zum Atemholen noͤthig waͤ- re, so nahm der gute Swammerdam zu einer subtilen Materie seine Zuflucht, welche sich zwischen den Waͤn- den durchgeschlichen haͤtte S. 28. . Was nun den Swammerdamschen Versuch selbst belangt, so wird hier einzig und allein, da man einen Theil Luft herausgezogen, dieses Element in der Flasche verduͤnt, und es folgt in diesen halbleeren Raum die schwerere Luft nach. Ferner haben selbst Galen BIRCH. T. II. S. 292. , und unter den neuern, Robert Hooke De utilit. respirat. , und J. Mayow, gesehen, daß man | entweder aus einem Gefaͤsse mit langem Halse, oder aus einer Blase Atem holen koͤn- Z 4 ne, Das Atemholen. VIII. Buch. ne Am Hunde, BIRCH. T. II. S. 288. , da die aͤussere Luft in die Hoͤle der Flasche keinen Ein- gang findet. Wenn nun Luft in dem Gefaͤß ist, so wendet man das Saugen an, und so begibt sich die Luft, aus dem Gefaͤsse in die Brust hinein, da dieses ein weniger gedruͤkk- ter Ort ist Oper. S. 237. Holl. Ausg. Vergl. DVNCAN act. anim. S. 156. NEVCRANZ. c. 7. PVRCELLI of vap. S. 140. hie und da wider diesen Zirkel lamz- weerde de respir. swammer- damm exspir. . Die Niedergeschlagenheit, welche Ver- heyen S. 166. dem Swammerdam zum Besten angege- ben, kann man leicht, als eine Folge von einer nicht auf- gefrischten Luft ansehen S. 207. . Folglich kan man keine an- dre Ursache von der, in die Brust eindringenden Luft er- warten, da wir gezeigt, daß die Lust in eine jede Gegend nachfolge, welche entweder ihrer Federkraft, oder der aufliegenden Admosphaer einen kleinern Widerstand ent- gegen stellt S. 201. u. f. . §. 5. Die wahre Ursache, welche die Luft in die Brust hinabzieht. Wir haben oben gezeigt Ebendas. , die Luft habe die Art, daß sie sich in einen jeden Raum ohne Verzug hinbegebe, wo sich eine duͤnnere, oder weniger elastische Feuchtigkeit befindet, als die Luft in der umgebenden Atmosphaer ist; daß sich so gleich ein Wind erhebe, und ein Strom | in der Luft entstehe, der sich nach der Gegend hinwendet, wo ein geringerer Widerstand angetroffen wird BERNOVLLI de respir. C. l. n. 4. . Wenn man also die Lunge, und zugleich die Brust er- weitert, daß sich die Luft in den Lungenblaͤschen, in ei- nen IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. nen groͤssern Raum ausdehnt, und verduͤnnt, so mus sie nach Proportion, als diese Luft duͤnner, denn die auflie- gende Atmosphaer ist, in die Lunge desto geschwinder ein- dringen, je groͤsser der Unterscheid in der Dichtheit ist. Jch finde, daß Joseph Pecquet diese wahre Ursache des Einatmens zuerst Angef. Ort. S. 81. getroffen, Robert Boyle aber oͤffentlich vorgetragen De causa suctionis. u. f. , und es folgte ihm Tho- mas Willis Pharmac. ration. P. Il. S. 22. , und die gesammte Reihe der neuern Schritsteller bald nach FR. SYLVIVS de le BOE. angef. Ort. HIGHMOR, BO- RELLVS. angef. Ort. prop. 83. bellin. Lemm. 16. 17. berger de natur. hum. S. 19. de respirat. S. 18. JOH. BOHN circul. S. 81. STVRM. phys. elect. T. II. S. 169. NIC. HARTSOECKER suite des conjectures physiq. S. 55. CHEYNE princip. of natur. re- lig. S. 136. 137. MORGAN prin- cipl. S. 147. BOERH. J. R. M. SCHREIB. almagest. S. 318. EM- MERICH de inspir. u. s. f. : nur daß noch einige der neuern beruͤmten Maͤnner BAGLIVI. S. 454. ho- adl. S. 48. , die Schwaͤche der in der Lunge enthaltnen Luft, auch der Waͤrme zugeschrieben, ob sie aber | hieran recht gethan, mus untersucht werden. Es erhellt aber gleich, warum das Atemholen, und hernach das Leben verloren gehe, wenn die Brust eroͤff- net worden S. 227. 228. . Denn alsdenn erweitert sich die Brust vergebens, weil die Atmosphaͤer nunmehr durch diese Wun- de Plazz findet, die Lunge zu erreichen, und zusammen zu druͤkken, und dadurch das Gleichgewicht, zwischen der, aus |der Luftroͤhre herabkommenden, und zwischen derje- nigen Luftsaͤule wieder hergestellt wird, die durch die Wunde, die Lunge zusammen druͤkkt. Davon ruͤh- ren die Maasse der neuern Schriststeller her HOVST. v. SWIETEN. , und diese erinnern, daß sich die Lunge, nachdem die Brust verwundet worden, ausdehne, so lange diese Wunde enger, als die Luftroͤhrenspalte ist, hingegen ohne Bewe- gung liegen bleibt, so bald diese Wunde groͤsser, als ge- Z 5 dachte Das Atemholen. VIII. Buch. dachte Spalte des Luftroͤhrenkopfes geworden, und folg- lich einer eben so grossen Luftsaͤule Plazz macht, als die- jenige ist, welche sich durch die Luftroͤhre hinab be- wegt. Wenn man daher eine Lunge in ein Gefaͤs legt, so blaͤht sie sich keinesweges auf, wenn die aͤusserliche Luft keinen Weg zu entfliehen findet SWAMMERD. S. 37, : und alsdenn stehet ihre Federkraft mit der Atmosphaer im Gleichgewichte. Als daher die Brust mit elastischer Luft angefuͤllt ward, konnte kein Atemholen, auch| bei geschlossner Wunde, erfolgen S. 36. Hier sieht man wieder, warum sich die Lunge dem- ohngeachtet doch aufblaͤhe, ob sich | gleich die Brust gar nicht erweitert, wenn sich naͤmlich dieses Eingeweide selbst in einem dergleichen Raume befindet, aus dem man einen Theil der Atmosphaer genommen, indessen, daß die Luftroͤhre in die freie, und natuͤrliche Luft offen steht BOON de respirat. n. 12. BIRCH. T. II. S 255. PAVLI beim LVTHER de anom. peric. C|ROESER Ontwerp. S. 9. . §. 6. Was vor Kraͤfte die Brust erweitern. I. Das Zwerchfell. Jm Menschen, und in Mannspersonen noch mehr BOERH. J. R. M. n. 623. , ferner in den mehresten vierfuͤßigen Thieren SWAMMERD. S. 85. MONROO comparat. anat. S. 37. 39. SCHWARZ. oft angef. Dissert. n. 7. von Kaninchen. Exp. sur la respir. 7. 8. und | de respirat. P. II. not. 42. , erhe- ben sich, so oft das Atemholen mit sanften Zuͤgen, und ohne eine fehlerhafte Gewaltsamkeit verrichtet wird, die Ribben IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Ribben uͤberhaupt nur gelinde BORELL. angef. Ort. prop. 81. BELLIN Lemm. 14. PIT- CARNE oft angef. Dissert. n. 21. , so, daß man gar nicht merken kan, daß sie sich bewegten. Jn diesem Zustande erweitert allein das Zwerchfell Auch schon vor dem Galen waren welche, die das ganze Atemho- len blos dem Zwerchsell zugeschrie- ben, Administ. anat. L. VIII. dieser ber. Mann hat das natuͤrliche Atem- holen diesem sehr bekannten Muskel zugeschrieben. angef. Ort. c. 5. und de causis respirat. Als das vornehm- ste, oder auch einzige Werkzeug zum Atemholen haben es angesehen VI- DVS. S. 201. LAVRENT. hi- stor. anat. L. V. c. 30. J. B. v. HEL- MONT de catarrh. delirament. S. 356. T. CRAANEN de hom. c. 74. FABRIC. S. 40. 46. RIOLAN. S. 214. VERDIER abregé d’anat. S. 253. WINSL. Mem. de l’Acad. des scienc. 1738. S. 71. 94. boyle exp. phys. mech. de aere. n. 40. G ORTER de perspir. S. 327. und viele andere. die Brust: und wenn die Ribben wirken sollen, so muß man das Zwerchfell durch eine Wunde unnuͤzze machen Exp. 8. , oder, mittelst einer verlezzten Ribbenhaut, in die Brust Luft bringen, damit das Thier schwaͤcher Atem hole. Jch war gewont, mehrentheils die Brust zu durchboren Exp1 23. 25. . Daß aber das Zwerchfell auch ohne Ribben, im Menschen, den Dienst verrichten koͤnne, bestaͤtigen auch die Krankheiten. Wir bewegen nemlich im Seitenste- chen WINSL. Mem. de l’Acad. des scienc. 1738. S. 68. , weil wir im Erheben der Ribben | Schmerzen empfinden, die Brust nicht von ihrem Orte: und dieje- nigen, deren Brust auf einer von den beiden Seiten aufliegt, gebrauchen sich dieser Seite gar nicht WINSL. angef. Ort. S. 25- , und koͤnnen die Ribben nicht in die Hoͤhe heben, weil ihre Ribben durchaus knochig sind S. 22. Sie werden auch ohne schweres Atmen zu Knochen. RIO- LAN. S. 207. , oder die Knochen des Stammes, steif in einander gewachsen CONNOR de oss. coalit. S. 25. , oder das Brustbein HANNES fetum per os nutriri, u. s. f. zerbrochen, und die Baͤnder der Brust sehr verlezzt worden Exp. 58. Vergl. 50. 51. 52. Es verrichtet fuͤr sich allein schon das Atemholen, wenn gleich die uͤbri- gen Muskeln, und die Ribben selbst, zerstoͤrt worden, GALEN admin. anat. L. VIII. c. 9. . Doch wir enthalten uns auch ost Das Atemholen. VIII. Buch oft, die Ribben zu bewegen, und zwar so, daß es unser Wille ist WINSL. angef. Ort. S. 67. . So gar bedienen wir uns in Anstrengun- gen, naͤmlich im heftigen Einatmen, oͤfters ganz allein des Zwerchfells, so, daß die Ribben ohne Bewegung bleiben Ebenders. S. 68. . Und daher zerreist dieses bisweilen bei den starken Anstrengungen Mem. de l’Acad. des scienc. 1733. S. 513. . Folglich leidet das Atemholen schon davon ungemein, daß das Zwerchfell fehlerhaft ist, wenn die Brust gleich unverlezzt ist. Da eine Wikke das Zwerchfell druͤkkte, schien der Kranke sterben zu wollen, und es ward dieser wieder gesund, als man sie ihm wieder herauszog CIVCCI beim SANCAS- SANVS obs. ult. Dilucid. T. III. . Es erfolgte eine toͤdliche Ohnmacht, da das Zwerchfell ein Geschwuͤr hatte, und voller Wasserblaͤschen war WILLIS anim. brutor. S. 313. : Eine Wassergeschwulst, welche vierzig Unzen Wasser ent- hielt, und die Anhaͤngsel des Zwerchfells druͤkkte, ver- ursachete ein beschwerliches Atemholen ‘ KERKRING obs. 89. . Eben so be- schwerlich war das Atemholen, als jemand ein fettes Nezz RHOD Cent. II. obs. 24. , verhaͤrtete Druͤsen im Gekroͤse Ebendas. obs. 25. , eine an- gewachsene Leber TABARRANI obs. II. S. 25. , und Geschwuͤlste an der Leber, und Milz hatte GALEN de util. respir. L. I. II. HOADL. S. 72. SENAC Mem de l’Acad 1729. S. 130. . Jn den Pferden entstehet oft eine Eng- bruͤstigkeit, von der zu grossen Duͤnnheit des Zwerchfells, indem die Fasern desselben in diesem Zustande fast zu Membranen werden GIBSON anat. of the horse. S. 48. 249. . Wenn man endlich das Zwerch- fell vernichtigt, so stehet auch das Atemholen stille THRVSTON. S. 43. . Als in Pferden das Zwerchfell zerrissen GIBSON. S. 391. Mem. de l’Acad. des scienc. 1733. angef. Ort. , folgte, wie vom zerrissnen Zwerchfellsnerven BIRCH. T. I. S. 509. , der Tod. Selbst eine IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. eine fuͤr das Zwerchfell nicht guͤnstige Lage, macht das Atemholen beschwerlich, wenn die Eingeweide des Bau- ches, mit ihrer Schwere, auf das Zwerchfell fallen, der- gleichen an einem Menschen geschicht, der auf dem Ruͤk- ken liegt, und die Beine haͤngen laͤst GVNZ de situ parient. S. 32. . Daß das Zwerchfell zum Einatmen mehr, als die Ribben beitrage, hat ohnlaͤngst Franz Boißier De respir. diffic. S. 24. eingesehen, und eben dieses ist auch meine eigne Beob- achtung Exp. 11. . Denn wenn man die Brust kaum uͤber zwo Linien erweitert Exp. 2. S. 217. , und an dergleichen Koͤrpern der Durchmesser der Brust uͤberhaupt acht Zoll, und ei- nen halben macht, so wird die gesammte Erweiterung der Brust \frac{1}{52} seyn. Da ausserdem die mittlere Entfer- nung des Brustknochens von den Wirbelbeinen 31 Linien betraͤgt Ebendas. S. 214. , und das Zunehmen der Entfernung ebenfalls zwo Linien macht S. 217. , so kann man eine jede Section der Brust, wenn sie nlcht im Einatmen begriffen ist, vor eine Ellipse halten, deren einer der Durchmesser 102 Linien, der andere 31 Linien ist, folglich kan man sie als einen Zirkel betrachten, dessen Durchmesser 56 Linien, der Umkreis 176 Linien, und die Flaͤche 2464 Linien hat. Hingegen sind an einer Brust, deren Ribben sich erhe- ben, die Segmenta Ellipsen, deren grosser Durchmesser 104 Linien, der kleine 33 Linien betraͤgt, folglich sind sie Zirkeln gleich, deren Durchmesser fast 58, der Umfang 182 beinahe, die Flaͤche 2593, folglich um 129 Linien, groͤsser, als die vorige ist. Folglich wird der| Unterscheid der einatmenden Brust, was die Ribben belangt, zu der Brust, wenn sie in Ruhe ist, in jeder Section beinahe zehn Quadratlinien betragen. Wenn man ferner fuͤr die Mittellaͤnge der Brust 8 Zoll sezzt, oder 96 Linien, und die Das Atemholen. VIII. Buch. die Wuͤrfelchen eine Linie hoch annimt, so bekoͤmmt man fuͤr die Brust, wenn diese in Ruhe ist, 238544, und fuͤr die einatmende 248423 Kubiklinien, folglich zum Unterscheide des Mehreren bei der, von den Ribben erweiterten Brust, 10374 Linien, oder uͤber 6 Kubikzoll. Dagegen steigt das Zwerchfell, in einem mittelmaͤßi- gen Hunde, dessen Brustlaͤnge ich zu messen ausser Acht gelassen, im heftigen Einatmen drei Zoll lang herab Exp. 50. 51. 52. . Nun koͤnnte leicht die Brust eines Menschen doppelt so lang, als an diesem Hunde seyn. Wenn man ferner den grossen Durchmesser des Zwerchfelles wieder neuntehalb Zoll, den kleinen wieder 43 Linien, die vordre Laͤnge zehn Zoll, die hintere sechs Zoll macht, so ist 8 Zoll zum Mittel fuͤr die Ellipse, an deren Stelle das Zwerchfell da ist, und wenn man hieraus einen gleichgrossen Zirkel von 3415 Linien macht, so ist der ohne Einatmen in die Hoͤhe gehobne feste Koͤrper 327840 Linien, wenn man ihn im Einatmen um 36 Linien vergroͤssert, 450780 Linien, und es betraͤgt der Unterscheid dieser Zahlen 122940 Linien, oder beinahe 71 Kubikzoll, folglich um zehnmal mehr, als in der vorhergehenden Differenz. Sezzt man aber, daß im Menschen das Zwerchfell tiefer, als drei Zoll niedersteige, wie man billig sezzen kan Er vergleicht es mit der gan- zen Hoͤle der Brust, BOISSIER physiol. S. 96. , so wird die Erweiterung, welche vom Zwerchfelle abhaͤngt, noch groͤsser werden. Diese Maasse hat der beruͤmte Boißier De respir. diffic. S. 24. 25. auf et- was andre Weise genommen, und ein anderes Verhaͤlt- nis herausgebracht. Er schaͤzzt naͤmlich den mittlern Jnhalt der Brust, den sie durch das Einatmen erlangt, auf 40 Kubikzolle Aus dem, was gleich fol- gen wird. , den groͤsten hingegen auf 220, wobei er die Luft zum Maasse nimmt, die wir in uns zie- IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. ziehen, und das Wachsen des Queerdurchmessers der Brust, von 124 bis 128 fortfuͤhrt. Solchergestalt findet er, daß \frac{1}{15} vom Wachsthume den Ribben zugeschrieben werden koͤnne, wenn man die Quadrade beider Durch- messer naͤhme. Da sich aber 220 zu 40, wie 11 zu 2 verhalte, und die vom Durchmesser vermehrte mittlere Capacitaet zur groͤsten, wie 11. 15. zu 16. 2. sey, so mus man dem Zwerchfelle fuͤnfmal mehr an Zuwachse, als der Veraͤnderung der Ribben zugestehen. Man hat die Brusterweiterung, welche waͤhrendem Atemholen hervorgebracht wird, auf allerlei andre Weise zu berechnen gesucht. Johann Swammerdam tauch- te einen Hund unter Wasser, und er lies ihn durch eine Roͤhre Atem holen; so sahe er, daß das Wasser in die Hoͤhe stieg, als das Thier einatmete, und fiel, als der Hund den Aten herauslies Angef. Ort. S. 20. 81. BLOEMESTEYN adm. anat. S. 18. Es macht auch, eine ins Wasser geworfne Schildkroͤte, indem sie die Luft in sich zieht, daß sich das Wasser erhebt, die Pariser. . Nachgehends legte Thomas Bartholin ein Seil um die Brust, holte Atem, und maß die verschiedne Laͤnge des Seiles, um welche es im Einatmen loser gemacht werden muste De pulm. Sect. III. S. 57. HELMONT. S. 356. , da er denn einen Zoll Unterscheid fand. Doch es scheint dieses nach unsern Erfahrungen, zu viel zu seyn, und es ist die Rechnung des Elsholzens noch fehlerhafter, wenn er zween Zoll angibt Anthropometr. S. 230. ferner FLOYER pulsewatch. S. 382. . Neukranzens hinge- gen zu klein, wenn er behauptet, daß sich der Leib| unter dem Einatmen nicht uͤber einen Zoll erweitere Angef. Dissert. . Noch sparsammer rechnet Borell, wenn er angibt, die Brust nehme in ihrem Umfange nicht uͤber ein Dreißigtheil Zolls zu Prop. 81. , und er glaubte, daß man in einem maͤßi- gen Einatmen, funfzehn Kubikzoll Luft an sich ziehe, und Das Atemholen. VIII. Buch. und wenn man mit Heftigkeit Luft schoͤpfe, bis vierzig solcher Wuͤrfelzoll in sich nehme Prop 94. . Hievon weicht die Schaͤzzung des Jacob Jurius nicht sehr ab, es sog naͤmlich dieser beruͤhmte Mann aus einer Blase die Luft heraus, und er zog in einem einzigen Atemholen 35 bis 38 Geviertzolle heraus Diss. S. 41. 42. , nnd es pflegen beruͤhmte Maͤnner diese Zahlen HALES veget. stat. S. 239. BERTIER phys. des corps anim. S. 125. BOISSIER. angef. Dissert. S. 24. mit einer kleinen Veraͤnderung bis auf vierzig steigen zu lassen. Der beruͤhmte Pitcarne unternahm es, die Brust selbst auszumessen, und er gab dem grossen Durchmesser der Vrnst 20 Zoll dem kleinen 15 Zoll, welches fuͤr beide zu viel ist; er schaͤzzte die Ausstrekkung des Brustbeins auf ⅒ Zoll, und dadurch bekam er fuͤr die Brusterweiterung 31 Zoll Angef. Ort. n. 21. , wobei er kluͤglich einsahe, daß eine grosse Luft ausgenommen werden koͤnne, wenn ausserdem die Laͤnge der Brust zunehme (x*). Jacob Keil schaͤzzte das Niedersteigen des Zwerchfelles auf zween Zoll Abridgm. S. 256. , und daraus leitete er ein Zunehmen von 22 Zoll her, worin- nen er von uns wenig abgeht, ausser daß er noch hinzu- fuͤgt, es wuͤchsen ber Brust sogleich gegen 52 Zoll zu, wenn das Zwerchfell etwas tiefer niederstiege. Er glaubte, man muͤsse dem Brustknochen einen Zuwachs von 20 Zoll zugestehen. Endlich hat der vortrefliche erste Leib- arzt in Frankreich mit mehr Bescheidenheit behauptet, daß von einigen 10, von andern 16 bis 17 Zoll in einem einzigen Atemzuge herbeigezogen werden Ess. de phys. S. 377. Ausg. 1735. . Der beruͤhmte Franz Boißier, der sich vor Kur- zem an die Arbeit gemacht, sezzt den | Durchmesser der Brust im kleinsten Einatmen 120 Linien, im mittelmaͤßi- gen 124, im groͤsten 118 Linien groß Angef. Dissert. S. 16. , und folglich nimmt er ohne Zweifel groͤssere Maasse, als die unsrigen sind, IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. sind, an; und es beruht der Unterschied darauf, daß ich die Breite innerhalb den Ribben am Skelete, und die- ses ist die wahre Breite, der lufteinziehenden Brust, gemessen, er hingegen die Ribben, Muskeln, und die Haut, zu dieser Breite mit gerechnet. Da er die Durch- schnitte der Brust vor zirkelrund haͤlt, so werden sich diese, wie die Quadrate der Durchmesser verhalten, und folg- lich wird die groͤste, mittlere, und kleinste dieser Flaͤ- chen, wie 16, 15, und 14 beschaffen seyn. Uebrigens hat er in dem Raume, den die eingeatmete Luft einnimmt, nichts geaͤndert. Man kan hier der Wahrheit nahe kommen, wenn man zugiebt, daß die Brusterweiterung, welche von dem niederwerts gezognen Zwerchfelle verrichtet wird, gros sei. Da aber die Brust keinen Zirkelschnitt beschreibt, und nicht einmal elliptisch gebaut ist, noch das Zwerchfell flach ist, so laͤst sich gar nicht hoffen, daß man die wah- ren Maaße heraus bringen werde. §. 7. Wenn das Zwerchfell niedergezogen worden, tritt die Luft in die Brust ein. Genung, daß die Brust ansehnlich erweitert werde, wenn das Zwerchfell niedersinkt. Es befindet sich aber in dieser Brust die Lunge, und diese ist mit Luft ange- fuͤllt. Wir sezzen, daß diese Luft bis dahin keine Veraͤn- derung erlitten; ob sie gleich einen Theil ihrer Federkraft verloren Abschn. 4. n. 16. . Folglich wird sie sich in denjenigen Raum ergiessen, welcher in der erweiterten Brust entsteht, und sie wird um desto duͤnner werden, je weiter dieser Raum ist. H. Phisiol. 3. B. A a Das Atemholen. VIII. Buch. ist. Folglich tritt die aͤussere Luft aus dem Grunde, nach welchem die in der Lunge enthaltne Luft duͤnner wird, in die Brust ein, und das so lange, bis die Lungenluft mit der Atmosphaerluft einerlei Grad der Dichtigkeit erreicht hat. Es thut auch hier nichts, wie diese Erweiterung erhalten werde. Es haben sich beruͤhmte Maͤnner laͤngst eine Ma- schine ausgesonnen, welche die Verrichtungen des Zwerch- fells nachahmen sollte. Man legt die Lunge in erst wel- ches Gefaͤße, wenn solches nur einen beweglichen Boden hat WOLFERD SENGVDRD inquis. experim. Exp. 3. und fast 14. LOESCHER anthropol. exper. spec. S. 26. berghr de respir. S. 20. vater physiol S. 714. senac uͤber den Heister. S. 350. Ausgab. 1724. BENJ. HOADL. hat eine Maschine zu Stande ge- bracht, und diese kuͤnstlicher nach seiner Absicht verbessert. append. S. II. tab. 1. f. 2. : oder man stekkt sie in einen Blasebalg: man be- wegt die Seiten des Balges Diese Vergleichung hat ge- braucht ARISTOT. de vita et morte. c. 21. und den Versuch hat gemacht JOH. MAYOW. angef. Ort. den andre ber. Maͤnner nach- geahmt haben, wie V. F. PLEM- PIVS fundam. med. S. 120. PH. VERH. L. II. tract. 2. c. 6. loe- screr. S. 28. senac. angef. Ort. S. 357. , oder man zieht den be- weglichen Boden des Gefaͤsses nieder, und auf solche Art vermindert man die Dichtheit der Luft im Gefaͤsse, und es faͤllt sogleich die aͤusserliche Luft hinein. Es nannten dieses die Alten De vocal. instrum. c. 8. rha- zes ad manzor. L. 1. c. 13. , die Natur fliehe den leeren Naum, und sie gaben durch diese Redensart in der That eine Um- schreibung von diesem wahren Gesezze der Natur, ob sie gleich ihre Schwere nicht kannten, und daher von diesem Fliehen keinen Grund angeben konnten. Auf etwas ver- aͤnderte Weise fuͤgte J. Wilhelm Croeser, an einen ho- len Cilinder, oben einen beweglichen Dekkel von einer Blase ONTWERP. S. 2. , und er zog hierauf unterhalb der Blase mit einem Stempel die Luft heraus. Und so sank die Blase in den Cilinder herab, und sie ward hol. Die IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. §. 8. Die Veraͤnderung der Lunge vom Zwerchfelle. Doch es steigen zugleich, und man mus es wiederholen, mit dem Zwerchfelle auch die Eingeweide nieder. Man sieht die Vewegung der Lunge, durch die Ribbenhaut an leben- digen Thieren durchscheinen, daß die Lunge zwar die Rib- benhaut nicht verlaͤst Exp. 86. 87. 88. und S. 130. , aber doch mit ihrer Weisse deut- lich wird, und dem rothen Zwerchfelle niederwerts nachfolgt. Hier laͤst sich der Nuzzen desjenigen Dampfes wahr- nehmen, der die Lunge umgiebt. Denn es macht dieser, daß die Lunge neben der Ribbenhaut, ohne sich zu rei- ben, niedersinken kann, und im Gegentheil frei, und weich HOVST. exp. 6. , im Ausatmen in die Hoͤhe steigen kann, wenn sie ebenfalls mit grosser Gewalt uͤber sich in die Hoͤ- he getrieben wird. Eben diesen Dampf macht die Furcht derjenigen uͤberfluͤßig, welche besorgen, es moͤchte die Lun- ge am Ribbenfelle anwachsen, wenn sich keine Lust da- zwischen legte HOADL. S. 80. 87. . Mit der Lunge steigt zugleich auch das Herz nieder ferrein. angef. Ort. , und das Mittelfell wird gespannt Daher schlaͤgt das Herz schwaͤ- chre, . Man kann bei den Oeffnungen lebendiger Thiere sehen, wie dieses mit wunderbarer Gewalt einwerts, abwerts, und ruͤkkwerts dahingerissen wird. Vor der Lunge, und dem Zwerchfelle bewegen sich die Eingeweide des Unterleibes niederwerts, und es schwillt der Unterleib auf. A a 2 §. 9. Das Atemholen. VIII. Buch. §. 9. Die Zwischenribbenmuskeln. Ob man gleich die Anstrengung dieser Muskeln in einem recht gesunden Menschen, der mit der groͤsten Frei- heit Atem holt, schwerlich bemerken kann Vorhergeh. §. 6. , so sind dennoch diese Muskeln auch in diesem Zustande nicht gaͤnz- lich ohne Nuzzen, ob sie gleich ehedem Von den alten, die GALEN wiederlegt, admin. anat. L. VIII. c. 2. , und noch vor kurzem HELMONT. angef. Ort. S. 356. , fuͤr unnuͤzze ausgegeben worden. Wenig- stens halten sie die Brust beisammen, daß sie von den Bauchmuskeln nicht zu sehr hernieder gezogen werden kann S 62. u. f. . Selbst dem Zwerchfelle geben sie, eine so si- chre | Lehne WINSL. Mem. de l’Acad. 1738. Expos. anat. T. II. n. 1066. 1067. , daß dieses den hoͤchsten Theil seiner Fluͤ- gel mit dem Sehnigen gegen die versicherte Ribben nie- derzieht, und wenn sein entgegen gesezztes linke und rechte fleischige, gegen die Mitte des Sehnigen zusammen gezo- gen worden, die untern Ribben nicht mit herbei ziehe, und diese Gegend der Brust verengere, welche in der That, wenn insonderheit die Zwischenribbenmuskeln zerstoͤrt worden, verengert wird Ebendas. . Ausserdem halten eben diese Muskeln nicht die Rib- ben blos bei einander, sondern sie heben sie auch wirklich in die Hoͤhe, welches bei vielen vorkommenden Geschaͤf- ten des menschlichen Lebens BOERH. angef.| Ort. , und vielleicht bestaͤndig, wiewohl ziemlich undeutlich geschieht. Ueberhaupt hat die sorgende Natur den Frauenzimmern Daß einige der obern Rib- ben beweglicher sind, winslow Mem. angef. Ort. S. 96. wir be- haupten dieses von allen. eine beweglichere Brust cher, wenn sich das Zwerchfell sehr zufammen zieht, BOND of the night mare. S. 18. IIII. Abschn. Dessen Erscheinungen. Brust gegeben, damit sie kuͤnftig, wenn der Unterleib, von dem Gewichte der Frucht beschwert, die Bewegungen des Zwerchfells unterbrechen wuͤrde, eine Maschine haͤt- ten, die den Atemzug fortsezzen koͤnnte. Man sieht da- her, wie sich an dem schoͤnen Geschlechte die gewoͤlbte Brust deutlich, und mit gewechselten Hebungen, auf und nieder bewegt BERDOT de suspir. S. 6. . Eben so mus sich in verschiednen Krankheiten, so oft der Unterleib mit Wasser angefuͤllt ist HOADL. S. 73. , und an dem niedersinkenden Zwerchfell haͤngt SENAC Mem. de l’Acad. 1729. S. 130. , die Brust, mit Huͤlfe der Ribben, in die Hoͤhe heben. Auf diese Art sieht man, wie sich an geoͤffneten Thieren, wenn das Zwergfell beschaͤdigt worden, oder man die Brust aufgebrochen, wie die Zwischenribbenmuskeln deut- lich spielen. Dergleichen eraͤugnet sich auch in einer Quetschung doch mit Muͤhe, hoad l. S. 69. , und Entzuͤndung GALEN diff. respir. L. II hoadl. S. 72. des Unterleibes; fer- ner in der Anstrengung, da die Muskeln des Unterleibes starr, und ohne Bewegung WINSL. 1738. S. 68. stehen bleiben, und sich fast die Ribben allein bewegen. So holen auch die Rib- ben allein dem Atem herbei, wenn die Schwere der Ein- geweide des Unterleibes an radschlagenden Menschen, oder die sich auf die Haͤnde aufstuͤzzen, das Zwerfell in die Brust zuruͤkke druͤkkt. Es spielen ferner auch die Zwischenribbenmuskeln im ge- sunden Menschen, wenn er gehet, oder arbeitet, oder aus erst welcher Ursache geschwinder Atem zu holen genoͤthigt wird BORELL prop. 84. , Lasten aufhebt, und sich anstrengt, einen Wie- derstand zu uͤberwaͤltigen. Aus diesem Grunde, haben die Alten die Ribben- muskeln zu dem Werkzeuge eines gewaltsamen Atemho- lens Das Atemholen. VIII. Buch. lens gemacht GALEN. de caus. respir. fabric. ang. Ort. c. 10. 11. Siehe kvehnbavm. angef. Ort. S. 9. Jm gelinden Atemholen ist die Be- wegung der Ribben klein, in Krank- heiten, und bei Bewegungen hinge- gen gros, monroo bones. S 243. . Denn ob das Zwerchfell gleich in sol- chem Zustande staͤrker wirkt, und tiefer niedersinkt, so sieht man dennoch offenbar, und an Mannspersonen ebenfalls|, wie sich die Ribben erheben. Die Voͤgel, die kein wirkliches Zwerchfell haben, holen blos mittelst der Ribben Luft, und man sieht, wie nachdruͤkklich sich die- se bewegen FABRICIVS. S. 43. 80. swammerd. S. 84. , und wie sich das Brustbein vonden Wir- belbeinen zuruͤkke begibt MERY beim du HAMEL. 260. ; denn es sind die Membra- nen, welche die Eingeweide in diesen Thieren einschlissen, wahre Membranen, die nichts muskelhaftes an sich haben. Wenn man daher das Zwerchfell wegschneidet, so erheben sich dennoch die Ribben Exp. 7. 8. u. f. lamzwer- de respir. swammerd. exspir. S. 33. blas miscell. S. 229. und nach weggehobnem Brustbeine, wepfer de cicut. S. 303. : wenn also der Zwerchfellsnerve zerschnitten wird, so bewegt sich das Obere in der Brust GALEN admin. anat. L. VIII. c. 5. , und nach unsern Versuchen, auch der Untertheil der Brust noch immer fort, und es halten grosse Maͤnner schon die blossen Ribbenmuskeln uͤberhaupt fuͤr faͤhig, das Einatmen zu verrichten SENAC Mem. de l’Acad. des scienc. 1729. S. 130. . Wenn man daher an todten Koͤrpern die Ribben in die Hoͤhe zieht, so schlukken sie die Flamme in den Mund hinein VERRYST. S. 26. . Und als das Atmen schwach geworden war, so dorfte man nur die Ribbenmuskeln mit Vitrioloel be- nezzen, um dieses von neuem wieder zu erwekken KVEHNBAVM de re- pir. S. 15. . Wir muͤssen hier die Versuche des Galens nicht uͤbergehen, indem dieser die Thaͤtigkeit, der zwischen den Ribben gelagerten Muskeln mit Versuchen bewiesen, dar- IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. darinnen er diese Muskeln zerstoͤrte, und er merkte die Uebel an, die diese Gewaltthaͤtigkeit in dem Geschaͤfte des Atmens hervorbringt. Wenn also diese Muskeln zerschnitten werden, so verstummt ein Thier, das Atem- holen hoͤrt auf Admin. anat. L. VIII. c. 3. 4. 5. , und es leidet dieses gerade so viel, als die Muskeln gelitten C. 7. , und wofern ja noch eine heisere Stimme zuruͤkke bleibt Ebendas. , so ruͤhrt solches von den aͤusserlichen Brustmuskeln her. Stimme und Atemholen vergehen auch, wenn man die Nerven C. 3. 4. 5. , die zwischen den Ribben laufen, bindet C. 4. , sie kommen beide wieder, wenn man diese Gefangne wieder los laͤst Ebendas. . Jndessen thut die Unterbindung den Ribbennerven, von der ersten Ribbe, bis zur siebenden, mehr Schaden; und die unter dieser Ribben laufenden, machen sich schon weniger daraus Ebendas. . Ferner verliert die Brust ihre voͤllige Bewegung, wenn man die Nerven zwischen den Ribben, und die Zwerchfellsnerven durchschneidet C. 5. , und sie behaͤlt blos diejenige Bewegung uͤbrig, welche die aͤusserlichen, und gleichsam Grenzmuskeln der Brust beitragen. Auf folche Art toͤdtet auch der Ruͤkkenmark, wenn man ihn bei dem ersten, oder zweeten Halswirbel durch- schneidet, ploͤzlich C. 9. . Wenn ihm dieses unter dem fuͤnften Wirbelbeine wiederfaͤhrt, so verliert die Brust, und der ganze thierische Koͤrper die Bewegung; unter- halb dem sechsten, so steht die Brust stille, aber nicht das Zwerchfell Ebendas. und c. 5. . Wenn endlich ein Thier noch tiefer Ge- walt leidet, so empfindet kaum die Brust Schaden da- von C. 9. . Wenn die eine Helfte zerschnitten wird, so A a 4 lei- Das Atemholen. VIII. Buch. leidet diese, und die andre Seite C. 6. , und das Thier bekommt einen schwachen Laut. Endlich stehen in der Brust alle Bewegungen stille, wenn man die Ribben herausschneidet C. 7. . Hierauf beziehen sich auch einige andere fluͤchtig an- gestellte Erfahrungen. So ist das Einwindeln der klei- nen Kinder HALES du ventilat. , ob gleich das Zwerchfell nicht an seiner Bewegung so gehindert wird, als wohl die Brust, und das Geschaͤfte der Ribbenmuskeln, welche dadurch un- terdruͤkkt werden, von schlimmen Folgen; und dieses Ue- bel ziehen die fischbeinerne Schnuͤrleiber ebenfalls nach, womit sich Maͤgdchen einen geschlanken Leib zu machen pflegen Vergl. WINSL. Mem. 1738. S. 69. 96. . Wenn man demnach dieses alles zusammen nimmt, so verrichten allerdings die Ribbenmuskeln, nebst dem Zwerchfelle, auch ohne den Unterleib, und die uͤbrige Brustmuskeln, ganz allein, was zum Atemholen erfor- dert wird BERGER de natur. hum. S. 34 senac. angef. Ort. . Wir wollen hier nicht wiederholen, was vor Antheil die Ribben, an dem neuen in der Brust entstandnen Raume nehmen Vorhergeh. §. 6. . Wir haben gezeigt, daß sie solche auf eine zwiefache Weise erweitern, indem die auswerts- gebogne Ribben, den Durchmesser von der rechten gegen die linke Hand zu, groͤsser machen S. 24. . Es kan folglich die ganze cilindrische Hoͤle der Brust nach Wuͤrfelchen eingetheilt werden. Diese Wuͤrfeln machen, vor der Wirkung der Ribbenmuskeln, mit der Wirbelsaͤule ei- nen schiefen Winkel S. 25. , wenn sie aber durch die Kraft dieser Muskeln gehoben werden, so beschreiben sie nun- mehr III. Abschn. dessen Erscheinnngen. mehr einen rechten Winkel Ebendas. . Es ist aber ein derglei- chen Wuͤrfel, wenn man ihn nach dem rechten Winkel vom Cilinder herausfchneidet, groͤsser, als ein jeder, gleich breiter Wuͤrfel, den man aus eben diesem Cilinder, nach einem andern Winkel herausschneiden wuͤrde DAN. BERNOVILL. de respir. c. 4. n. 3. . Und auf solche Weise erwaͤchst diejenige dreifache Er- weiterung der Brust, und der Lunge, von dem Geschaͤfte des Atemholens, da nicht nur die Hoͤhe durch das Zwerchfell verlaͤngert wird, sondern auch beide Queer- durchmesser von den gehobnen Ribben einen Zuwachs bekommen BORELL prop. 85. bis 90. bellinvs vor dem l. de urin. et puls. Lemma. 1. HAVERS of the tones discours. WINSLOW in beiden Commentarien, 1720 und 1738. worinnen er aber kuͤrzer ist, als man von einem so grossen Manne wuͤnschte. . §. 10. Die helfende Kraͤfte, die die Brust erweitern. Doch es gibt mehr als eine Gelegenheit, wo auch diese Kraͤfte nicht einmal hinreichend sind. Es wird naͤmlich eine Anstrengung in dem Einatmen nothwendig, so oft es der Fall erfordert, daß innerhalb einerlei Zeit eine groͤssere Menge Blut durch die Lunge getrieben wer- den mus n. 11. : oder so oft eben die Lunge dem durchstroͤ- menden Blut einen staͤrkern Widerstand thut Ebendas. , oder wenn es die Geschaͤfte des Lebens erfordern, daß eine Menge Blut zum Herzen zusammenfliessen soll Ebendas. . Wenn nun eine von diesen Bedingungen vorhanden ist, so ver- einigen sich nach dem Willen der Seele, diejenigen Mus- keln, welche die obere Ribben Abschn. I. n. 19. 20. 22. 23. 25. , endlich die Schluͤs- A a 5 sel- Das Atemholen. VIII. Buch. selbeine n. 21. , und die Schulterblaͤtter S. 58. heben, zu einer Wirkung. Es machen naͤmlich diese Muskeln fuͤr das Zwerchfell einen festen Punkt, daß es aus allen Kraͤften herabgezogen werden, und die Laͤnge der Brust aufs staͤrk- ste vergroͤssern kan, ohne dennoch die Ribben zusammen zu ziehen (s). Eben diese Muskeln heben die Ribben in die Hoͤhe, worinnen sie den Ribbenmuskeln zu Huͤlfe kommen, und indem sie endlich die oͤbersten unter den Ribben befestigen, so machen sie, daß sich die Ribben, gegen die untern Ribben, gleichsam als unbeweglich feste Punkte verhalten, und daß die ganze Kraft der Ribben- muskeln auf die Erhebung verwandt wird, indessen daß diejenige Kraft voͤllig aufgehoben wird, womit sie sonsten niederziehen koͤnnten S, 39. u. f. . Galen hat bereits laͤngst eingesehtn Die zu oberst an den Schul- tern liegende Muskeln, de caus. respir. , daß die Natur diese Huͤlfsmittel zu einer kuͤnftigen Beduͤrfnis, und zu einem gewaltsamen Atmen aufgehoben, und Hieronimus Fabricius l. 2. c. 7. S. 45. c. 11. S. 84. u. s. f. gebraucht die aͤussern Mus- keln der Brust, als ein Werkzeug des Atemholens: eben so hat ein Ungenanter Schriftsteller recht, wenn er alle Muskeln, die von einem festen Theile nach der Brust hinlaufen, vor Einatmungsmuskeln haͤlt Elem. de physiol. S. 377. , ob sie gleich nicht bei jeglichem Einatmen wirksam sind. Wir ziehen also hieher, die ungleichdreiseitigen Mus- keln des Halses S. 47. 48, , die Zizzenmuskeln ( mastoidei ) S. 49. 50. , die gezakkten hintern obern S. 52. , beide vordere S. 54. 55. , und die Brustmuskeln S. 56. . Die IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Die neuern Schriftsteller vermindern indessen die Anzahl dieser Gehuͤlfsmuskeln SWAMMERD. c. 2. bo- rellvs prop. 84. senac. ang. Ort. w|insl. Mem. 1738. ravivs in amphitheatr. zoot. , sie betrachten aber nicht genung diejenige deutliche Erhebung der Schul- tern Jn einer Brustwunde wurden auch die Schluͤsselbeine hinaufwerts gezogen, gvarinoni cons. 140. , das Erheben der Schulterblaͤtter, die Strek- kung des Halses Welches Benjam. Hoadley nicht in Abrede ist. S. 2. , und die Zuruͤkkbeugung des Kop- fes, welche ich an mir, wenn ich beschwerlich atme, und niesen will, wahrnehme, und die jederman an Sterbenden sehen kan. Dieses ist das hohe Atemholen, oder ανελϰομενα, und πϱοχειϱα πνευματα COAG. L. II. c. 10. n. 6. Ausg. DVRET. , und μετεωρον πνευμα Epidemior. L. VII. in uxore Olympiadae, und im L. III. . Doch stimmen die Aerzte, wie billig, darinnen uͤber- ein, daß dieses hohe, oder volle Atemholen in Krank- heiten von uͤbler Bedeutung sey, da es entweder eine grosse Verstopfung in der Lunge, oder einen sehr schnellen Umlauf des Blutes andeutet, der eine sehr grosse Erwei- terung der Lunge erfordert. Da uͤbrigens das Einatmen von so vielen Muskeln bewirkt wird, so macht es billig mehr, als das Ausat- men Muͤhe, und es geht auch mehr Zeit darauf, dieje- nigen, welche geglaubt, gesehen zu haben, daß solches geschwinder verrichtet werden SAVVAG. de respir. diffic. S. 3. HAHN de aeris in pulm. effect. S. 104. muͤssen, wie ich davor halte, an die Erfcheinung zufaͤlliger Weise gerathen zu seyn, welche uns oft ebenfalls begegnet ist. Es pflegt nemlich ein gequaͤltes Thier, das dle Luft mit Schmer- zen einatmen mus, besonders bei entbloͤsten Ribbenmus- keln, ploͤzzlich, kurz, und abgebrochen, die Luft in sich zu ziehen Exp. 10. 33. Jn einer Lungen- entzuͤndung war ein aͤhnliches Atem- holen, Journal Encycloped. T. I. S. 83. . Aber alsdenn geschicht auch das Ausat- men kurz, und hierauf folgt eine lange Ruhe. §. 11. Das Atemholen. VIII. Buch. §. 11. Die Veraͤnderung, welche die Lunge im Einat- men erfaͤhrt. Da die Lunge die Ribbenhaut niemals verlaͤst Vorherg. §. 8. , so wird die Lunge nach eben der Weise, wie die Brust aus- gedehnt, von der nachfolgenden Luft auseinander gezogen, zugleich laͤnger, und nach beiden Durchmessern breiter, und in einen groͤssern Raum, der sich aber aͤhnlich bleibt, ausgedehnt BELLIN Lemm. II. . Man hat diesen Zuwachs auf mancher- lei Weise bestimmen wollen. Es muthmasset der be- ruͤhmte Souvages, daß die Lunge im Einatmen fuͤnf- mal grosser De pulsu. S. 5. , ja zehnmal groͤsser werde De respir. diffic. S. 25. . Nach- her giebt er in seinen neuern Schriften eine gekochte, und von Luft gereinigte Lunge fuͤr zwoͤlfmal kleiner an, als eine aufgeblasene ist Physiol. elem. S. 113. des effets de l’air. S. 42. . Doch eine dergleichen Lunge, ist viel kleiner, als die Brust, und es kan die Lunge in einem lebendigen Thiere nicht kleiner gemacht werden, als ihre Brust ist Weil sie die Ribbenhaut nicht verlaͤst. . Das ist aber doch gewis, daß die Brust um ein vieles kleiner, als um zwoͤlfmal an- wachse Vorhergeh. §. 6. . Jch glaube auch nicht, daß die Brust um zweimal laͤnger, als erst werde Effets de l’air. S. 44. , und daß folglich auch die Lunge nicht zweimal laͤnger wachsen koͤnne. Der lezztgedachte beruͤhmte Mann, fand die Erweiterung an der Lunge einer Frucht so beschaffen, daß sie, da sie das erste mal Luft holte, in der Frucht 17 Ouentchen wog, da sie sonst im erwachsnen Menschen 528 wiegt, und folglich wog sie in der Frucht um dreissigmal leich- ter, als im erwachsnen Menschen, da indessen die Masse des IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. des Koͤrpers, von 1152 bis 9120 Quentchen zugenommen hatte, das ist, noch nicht um achtmal mehr: es war diese Lunge aber scirrhoͤs. Nun besteht die Lunge aus Luftblaͤschen, aus knorpli- chen Gefaͤssen, die dahin fuͤhren, aus Schlagadern und aus Blutadern. Diese Faͤcherchen nehme ich anfaͤnglich, um mich einfacher ausdruͤkken zu koͤnnen, als leer, folglich zusammengefallen, uͤber einander liegend, sich beruͤhrend, die Luftroͤhrenzweige als zuruͤkke gezogen; die Knorpelringe als sich benachbart Ueber einander liegende Rin- ge haben die Pariser an einem Numi- dischen Vogel gesehen, wie auch ehe- dem rondelet de piscib. S. 63. in einer Frucht, PETIT Memoir. 1733. S. 7. , und bisweilen uͤber- einander geschoben, die Blutgefasse, als geschlaͤngelt, und gekruͤmmt an Vergl. malpighi. S. 15. winsl. exp. T. IV. S. 139. hel- vetivs Mem. de l’Acad. 1718. S. 32. 33.. . Nun ergiest sich die Luft in die Luftfaͤcherchen, sie dehnt solche nach allen Seiten aus, und sie wuͤrde sie uͤberhaupt kuglich aufblehen Daß sie aus zerfallnen ku- gelrund werden, bremond Mem. von 1739. S. 345. kaavw. n. 166. , wenn sie sich nicht einander, mit gleich grosser Kraft im Wege stuͤnden. Man kann mit Augen sehen, wie die Lappen der Lunge, indem man sie aufblaͤst, von einander weichen, und wie bei ihrer Zertheilung, Winkel entstehen, und diese Winkel wachsen BARRY of consumtion. S. 118. 119. , und wie diese Lappen von al- len Seiten nach dem Umkreise zuruͤkke weichen, und gleichsam steif werden KAAVW. angef. Ort. pit- carne angef. Ort. n. 15. . Wenn also die ganze Lunge aufgeblasen worden, verwandelt sich ihre rothe Farbe in in eine weisere, sie siehet voͤllig als ein Schaum aus, wird zu gleicher Zeit leichter, und sie legt auch, welches wir anderswo erweislich machen wollen, in einem einzi- gen Einatmen Siehe indessen Exp. 119. 120. 121. 122. 123. 125. 132. 134. , das dichte, und rothe Wesen PETIT Mem. 1733. rid- ley obs. S. 203. 204. Der sie mit einer zusammengesezzten Druͤse nicht uͤbel vergleicht. Exp. nostr. S. 357. , da Das Atemholen. VIII. Buch. da sie schwerer, als Wasser in der Frucht ist Wie 30. 29. savgag. em- bryolog. , ab, und sie nimmt dagegen diejenige Leichtigkeit an |sich, wel- che macht, daß sie oben auf dem Wasser schwimmt. Jch konte bei einer Gelegenheit, blos aus der Farbe, und der gedrungnen Dichtheit vorhersagen, daß die Frucht nicht nur todt gewesen, sondern daß auch die Lunge im Wasser zu Grunde gehen wuͤrde Exp. 131. . Es stehen ferner die kleinen Kreise, der ausgestrekk- ten Lustroͤhrenaeste, und ihre elastischen Theile, nun mehr in weitern Zwischenraͤumen von einander RONDEL. angef. Ort. , und da sie sich vorher uͤber einander geschoben, so verlassen sie nun- mehr die Luftroͤhrenaeste, so, daß diese nun gerade wer- den GAL. De usu part. L. VII. c. 4. stvart de motu musc. S. 113. , und ein ansehnlicher Theil des membranoͤsen, das Knorpliche nunmehr absondert. Doch es strekken sich auch von allen Seiten Blutge- faͤsse von allerlei Art, mit den gespannten Luftroͤhrenae- sten zugleich aus, und dieses findet auch in todten Koͤr- pern Plazz: die wechselweise Schlaͤngelungen, in die sich diese Gefaͤsse, da die Lunge ganz zusammen gefallen war, gerunzelt, werden nun zu geraden Linien DRAKE phil. trans. n. 281. helvet. ang. Ort. malpichi angef. Ort. kaavw. angef- Ort. hales. S. 78. savvag. effets de l’air. S. 44. . Ferner entfernen sich die Gefaͤsse, die ganz nahe auf einander la- gen, von ihrer vorigen Beruͤhrung, und es werden die Winkel Vergl. JAC. DRAKE. T. 13. und Tab. 14. , zwischen den Zeraestlungen der Gefaͤsse groͤs- ser, und es entstehen also Raͤume zwischen den benach- barten Gefaͤssen Diese Sinus schaͤzzt savva- ges, nach dem obigen, daß sie zwoͤlf- mal groͤsser, und kleiner, als erst wer- den, effets de l’air. S. 43. und er hat in so fern Recht, wenn man die ein- atmende Lunge, nicht mit der ausat- menden, sondern mit einer gekochten, und von Luft entleerten Lunge ver- gleicht. Denn daß sich die Lunge so zusammenziehe, daß sie zehn, bis zwoͤlfmal kleiner, als erst werde, kan, nach dem obigen, nicht zugege- ben werden, was wir von der jeder- zeit vollen Brust gesagt haben. . Ueber- IIII Abschn. dessen Erscheinnngen. Ueberdem fliest das Blut in lebendigen Thieren, deren Herz sich zusammenzieht, und mit Gewalt das Blut in die Lungenschlagadern ausschuͤttet, nunmehr viel leichter in die Schlagadern, und folglich auch schnel- ler, weil die verweilende Falten aufhoͤren, und nun al- les gerade ist. Besonders aber wird denen Schlagadern die groͤste Kraft des Drukkes, die sie vor dem Einat- men empfinden musten, nunmehr benommen, nachdem die ganze Lunge von allen Seiten erweitert ist, und sich eine Menge Luft aller Orten, um das aus Gefaͤssen ge- flochtene Nezz herumlegt Kurz zuvor. . Denn da die Lunge in der engen Brust, von den Waͤnden ihrer Hoͤlung allent- halben gedruͤkkt wurde, und Gefaͤsse auf Gefaͤsse, in eine dichte Nachbarschaft, und die Membranen der Gefaͤsse auf Membranen gedrengt wurden, so hoͤrt nun im Ge- gentheil, da zwischen den benachbarten Gefaͤssen, und um dem Peripherien der Gefaͤsse eine Menge leichter Luft angehaͤufet wird, der Drukk der Brustwaͤnde, und das Gewichte, der auf einander liegenden nachbarlicher Gefaͤsse auf, und es ist weiter nichts als Luft vorhanden, welches auf diese Gefaͤsse druͤkken koͤnnte. Hier ist also eine ganz leichte Luft, ein ganz leichter Drukk da, und dieser Drukk ist nicht groͤsser, als der Drukk von 40 Kubikzoll Luft auf die ganze Lunge, oder der Drukk von 15 Gran §. 6. vorherg. , die hoͤchstens so geschwinde bewegt werden, daß sie innerhalb einer Minute neun Fus durchlaufen, wenn man oben von der Luftroͤhre, bis ganz unten in die Lunge hinab, einen Fus zur Entfernung sezzt, und wenn man annimmt, daß die Luft in einem einzigen Atemzuge von der untersten Luftroͤhre, bis zu den aͤussersten Blaͤschen hingelangt. Doch es ist dergleichen Zusammendruͤkkung fast fuͤr nichts zu rechnen, wenn man sie mit der Kraft des Her- zens Das Atemholen. VIII. Buch. zens in Vergleichung stellt. Es schuͤttet naͤmlich dieser Muskel, nicht funfzehn Gran, sondern wohl 960 Zwo Unzen. L. IV. S. 395. , und daruͤber, folglich vier und sechzig mal mehr Mate- rie aus, und das mit einer Geschwindigkeit, wofern man die rechte Herzenskammer vor dreimal schwaͤcher, als das linke haͤlt, mit einer solchen Geschwindigkeit, daß sie in einer Minute funfzig Fus durchlaufen wuͤrde L. IV. S. 449. . Folglich wird die Gewalt, der aufs Blut druͤkkenden Luft seyn, wie 135, die Gewalt, des in die Lunge hinein- getriebenen Blutes, wie 48000, und folglich, dreihun- dert fuͤnf und funfzig mal groͤsser, daß man also den Drukk der Luft fuͤr nichts zu achten hat. Die Kraft des Herzens wird ein desto groͤsseres Uebergewichte bekommen, wenn man mit dem Jurin den Drukk der Luft, wenn er am kleinsten ist, \frac{1}{1230} Gran, das in einer Secunde durch einen Zoll bewegt ist, wenn er aber am groͤsten ist, \frac{1}{150} Gran, welches eben diesen Zoll durchlaͤuft, gleich macht JVRIN. S. 45. . Folglich schiest das Blut, den Gesezzen, die wir bei der Luft erklaͤret haben, gemaͤs, in den luͤftigen Raum, mit der groͤsten Leichtigkeit, und Geschwindigkeit, als ob es fast gar keinen Wiederstand vor sich faͤnde MAVROCARDAT. S. 38. u. f. kaavw. n. 166. 167. 617. pitcarne. angef. | Ort. n. 16. morgan. prop. VI. STRACK. de reliq. circul. auxil. , hin- ein. Jndessen wird dieses mit kleinerem Nachdrukke ge- schehen, weil noch einiger Theil der Luft in der Lunge jederzeit uͤbrig bleibt, auch vor dem Einatmen, und es veraͤndern sich die Gefaͤsse und Blaͤschen einzig und al- lein, nach Beschaffenheit des neuen Zuwachses, den die Lunge bekoͤmmt, und der bei mittelmaͤßigen Einatmen nicht eben der groͤste ist, wofern die Lunge 40 Zoll Luft an sich zieht, der Jnhalt, der mit Luft erfuͤllten Lunge, hingegen \frac{225}{3} gleich geschaͤzzt wird. Folglich wird der Zu- wachs IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. wachs fast die Helfte betragen. Aus dieser Ursache fin- det das Blut, welches von dem rechten Herzen herkoͤmmt, die groͤste Leichtigkeit vor sich, eben dieses gilt, nach der Ordnung, auch vom Blute, welches nach dem Herzen zuruͤkke kehren will SWAMMERD. S. 77. , folglich leeren sich beide Holadern geschwinde aus, es stuͤrzt das Blut vom Gehirne, und von den Blutadern des ganzen Koͤrpers, zum Herzen hin, und es sinkt das Gehirn, mit allen diesen Blutadern ein Der ganze Abschn. des Buͤch- leins des part sens. et irrit. . Daher wird eine verstopste Lunge, durch welche das Blut nicht fliessen kann, wenn sie zusammen gefallen, und einer ruhenden gleich ist, geoͤffnet, und der Weg durch sie wiederhergestellt, so oft sie von der Luft aufgeblasen wird. Es geht folglich ein jeder eingesprizzter Saft durch eine aufgeblasene Lunge viel leichter hindurch swammerdamm. S. 85. kaavw perspir. n. 16 . 161. : und es fließt auch, das vom Herzen ausgesprizzte Blut selbst SWAMMERD. S. 98. thrvst. S. 68. senac. T. II. S. 234. alsdenn leichter durch die Lunge. Daher springt das Blut aus einer verlezzten Lunge im Einatmen schnel- ler hervor MAVROCORDATVS de pulm. S. 38. 41. 42 . Daher geschicht der Puls, wenn der Mensch einatmet, geschwinder FLOYER pulsewatch. S. 382. nevcranz. , und so beschleu- nigt das Seufzen den Pulsschlag HENSH. aerochalin. S. 79. Daß er bis zu den aͤussersten Naͤgeln empfunden wird. Es verstaͤrkt sich davon der Sprung des Blutes von drei Fus bis fuͤnftehalb, HALES. S. 16. . Daher vermehrt sich, wenn man Luft in die Lunge bringt, in matten Thieren, der Sprung des Blutes aus den geoͤffneten Ge- faͤssen BREM. angef. Ort. S. 344. , er geschicht schneller, oder dagegen langsamer, nachdem die Luft mit Nachdrukk, oder schwach eingezo- gen wird HALES veg. stat. S. 253. 254. . Wenn daher das Blut in groͤsserer Men- ge H. Phisiol. 3. B. B b Das Atemholen. VIII. Buch. ge aus dem Herzen herauskoͤmmt, so erfolgt ein volles Atemholen, und ein oͤfter wiederholtes, dagegen ist der Atem schwaͤcher, und kleiner, wenn das Blut in gerin- gerer Menge herbeigefuͤhrt wird STAEHELIN de pulsu. S. 25. . Daher erkennt man die groͤssere Menge, des aus dem Herzen heraufge- triebnen Blutes, aus dem staͤrker gewordnen Atemholen, und dieses verhaͤlt sich fast wie die Pulsschlaͤge S. 9. . Wenn daher eine Seite der Brust geoͤffnet BIRCH. T. I. S. 509. T. II. S. 282. , oder das Atemholen durch einen erstikkenden Dampf, oder auf andre Weise verlezzt worden SAVVAG. effets de l’air. S. 47. , so erfolgt ein kleiner, und geschwinder Puls davon ROBINS. ess. S. 197. . Wenn daher das Atemholen gehindert wird, so stokkt der Umlauf des Blu- tes durch die Lunge Philos. Trans. n. 240. bei un- terbundner Luftroͤhre, birch. T. II. S. 282. , und wir verfallen in Ohnmacht De BREMOND. angef. Ort. S. 343. ; mit der wiederkehrenden Luft kehrt zugleich der Atem wieder zuruͤkke BREMOND. ebendas. . Wenn sich daher das Blut ergiest, und die Lunge beschwert, so holt der Kranke schwer Atem SALZM. de sang. ex peric. effuso. , und er koͤmmt wieder zu sich, wenn man dieses Blut weglaͤst. §. 12. Hooks Versuch. Aus diesem Grunde ruͤhrt derjenige beruͤhmte Ver- such her, den man dem Hook zuschreibt, da er doch bereits lange vor diesem beruͤhmten Manne gemacht wor- den. Wenn naͤmlich die Brust zerstoͤrt, die Lunge der Luft ausgesezzt, folglich der Weg durch die Lunge verstoͤrt wird, so kann man, wenn das Thier Luft schoͤpft, und nun dem Tode ganz nahe zu seyn scheint, das abschei- den- IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. dende Leben wieder herstellen, wenn man in die Lunge blaͤst. Da man diesen Versuch, zur Erwekkung ertrunkner Personen, vor kurzem mit Nuzzen angewandt hat, so mus ich ihn mit mehr Genauigkeit erzaͤhlen. Es ist also Vesal der erste, welcher ein sterbendes Thier durch Einblasen der Luft, wieder zu sich selbst gebracht, und die Beweguug des Herzens dadurch wieder ergaͤnzt hat L. VII. . Eben dieses erzaͤhlt Nathanael Highmor Disquis. anat. S. 190. , und es berichtet Bogdan In apologia pro lymphatciis des Bartholins. , wie man erstikkte junge Voͤgel, als man ihnen Luft eingeblasen, wieder zum Leben gebracht habe. Nachher erwuͤrgte Wilhelm Croone, noch vor dem Hook, ein junges Huhn, und da es keine Zei- chen des Lebens mehr von sich gab, so machte er durch Einblasen der Luft, daß es wieder auflebte BIRCH. T. I. S. 433. vergl. thrvst. diatrib. S. 63. col- lins. S. 536. . Er hatte diesen Versuch den 25 des Maimonats im Jahre 1664 versprochen BIRCH. T. I. S. 431. , und er legte ihn im ersten Julius der Welt dar S. 433. . Kurz darauf, den 22. October und 2ten November 1664 oͤffnete S. 482. Robert Hooke die Brust, und den Bauch eines Hundes, ziemlich weit, er zerstoͤrte die rechtmaͤßigen Werkzeuge des Atemholens; er blies hierauf Luft in die Lunge ein, er brachte das Herz wieder zum Schlagen, und erhielt dieses eine ganze Stunde da- bei S. 485. 486. Vergl. Phil. Trans. n. 28. sprat Hist. of the R. Soc. S. 232. . Er hat diesen Versuch einige male wiederholt BIRCH. T. II. S. 181. 187. . Das Thier starb, und es stand das Blut stille, so bald er mit dem Blasen aufhoͤrte T. I. S. 486. T. II. S. 198. bagliv. S. 294. ridley obs. S. 141. . Er hat eben diesen Versuch, mit Huͤlfe des Lowers, vor der koͤniglichen B b 2 Ge- Das Atemholen. VIII. Buch. Gesellschaft abgelegt S. 198. . Auf eine andre Weise wuste er, als er einen Hund genoͤthiget, aus einer Blase Luft zu holen, und der Puls nunmehr sehr schnell lief, ganz schwach ward, und das Thier Verzukkungen bekam, in- dem er die Lunge aufblies, und frische Luft gab, das Thier wieder zu erwekken S. 281. 282. 283. 292. . Es ist auch nicht noͤthig, die Lunge zu prikkeln S. 242. 262. und nevkr. , noch die wechselnde Kraft des Aus- und Einatmens nachzuahmen, denn das Herz ver- richtet doch seine Schlaͤge, ob die Lunge gleich ohne Be- wegung und ohne Verlezzung gelassen wird Jn den Verfuchen des Hooks, birch. T. III. S. 407. und an- drer, die solche ausgemacht. . Daher ist es nun gekommen, daß dieser Versuch hin und wieder von verschiednen, unter dem Namen des Hooki- schen Versuches, wiederholt worden. Es haben ihn an Froͤschen, welche man, in dem luftleeren Raume, fast ums Leben gebracht, die Herren der Akademie del Cimento S. 107. nachgemacht, und an andern Thieren die Pariser Jn der Zergliederung der Schildkroͤte. , Malpighi Jm Briefe an den Borell. , Johann Muralt Vademec. anat. S. 143. 144. , noch andre BAGLIV. S. 294. ridl. S. 141. de brem. ang. Ort. 342 344. 356. kaavw impet. n. 459. lamz- weerde. angef. Ort. S. 148. perravlt essays de physique. T. IV. S. 148. CRASSOVS de generat. S. 39. Ravensteins Ge- heimnisse. S. 149. , an einer Frucht der beruͤhmte Nicol de Cat Memoir. sur le mouvement des muscles. S. 24. , alle mit gleichem Erfolge versucht. Johann Wilhelm Pauli Beim LVTHERO de ano- mal. pericard. hat sich dabei nicht des Blasebalges, sondern der, in den luftleeren Raum wieder zugelassenen frischen Luft bedient. Stephan Hales hat aus einer Blase die zu- sammengedruͤkkte Luft in einen Hund gebracht, und damit das Thier wieder zum Erholen gebracht, als es in einer unaufgefrischten Luft beinahe voͤllig erstikkt waͤre Veget. statiks. exp. 114. . Die- sen IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. sen Versuch habe ich ebenfalls oft angestellt, und sehr leicht befunden Exp. 476. und de respirat. exp. 40. . Man hat diesen Versuch endlich an fast erwuͤrgten Jm Versuche des croonii, ravenst. kaavw impet. n. 459. mvralti, peralti. , oder solchen Thieren gemacht, denen man, wegen der in die Brust gebrachten Luft, durch Erstikken beinahe das Leben genommen. Bei einem dergleichen Thiere, oder Menschen, dem man, mittelst des Strikkes, die Kehle gebrochen, sammlet sich das Blut RODDER post albert. med. leg. cas. 8 S. 802. chesel- den. S. 191. hasenest medic. Richter. T. II. S. 41. G. D. P. della morte apparente dell. anim. har- vei exerc. III. S. 251. Saturn Sil. T. II. n. 4. casseb. Sect. viscer. S. 5. hasenest. angef. Ort. simson. S. 50. Die Holader war, wie eine Faust dikk, an einem Erwuͤrg- ten, riolan in Gassendum. S. 111. und zerborste endlich, C. CONSEN- TIN. in progymn. S. 115. Das Blut hatte sich uͤber das Gedaͤrme ergossen, LEEVWENH. Phil. Trans. n. 314. in den Gefaͤssen der Lunge, des Herzens, und des Gehirns, und fuͤllt sie an, weil es keinen Weg durch sie findet. Doch es fin- den sich eben diese Uebel, und eben diese Ursache zum Tode, bei Menschen, die im Wasser ertrinken. Denn bei diesen wird die Lunge, vom eingeschlukkten Wasser, welches zu blaͤsigem Schaume wird BIRCH. T. III. S. 7. LOVIS sur la certitud. des signes de la mort. S. 239. 241. 297. evers disp. S. 20. gegen acht, oder sechs Unzen. Exp. 1. und an einem Kna- ben, exp. 5. eschenb. med. legal. S. 74. ROEDERER Satur. S. 3. 51. Hist. de l’Academ. 1719. S. 26. heverm oper. S. 370. Exp. sur la respir. n. 135. 136. 137. daher ruͤhrt der Schaum, der sich vor den Mund legt, von dem auch der ber. engel- mann redet, Verhandel van de Maatsch. T. IV. S. 378. und art de faire les rapports. S. 516. Eine Lunge voll Schleim. Comm. litt. No- ric. 1736. hebd. 8. , erfuͤllt, oder wenigstens, da es Gelehrte giebt, welche leugnen, daß ein Mensch Wasser verschlukke DETHARDING. Hist. de l’Acad. 1719. S. 29. alberti med. leg. T. II. S. 289. wesz- premi observ. kvlmvs anat. monst. S. 39. 40. Exp sur la re- spirat. n. 138. brvhier sur l’in- certitudine de la mort. addit S. 190. und besonders engelm. an- gef. Ort. S. 394. , wird das Atemholen auf irgend eine andere Weise unterbrochen, es sammlet Bb 3 sich Das Athemholen. VIII. Buch. sich das Blut in die Holader im rechten Herzohre, in der Lungenschlagader DETHARD. EVERS. S. 5. roeder. S. 11. Das Ge- sicht war braun und blau, art de faire les rapports. S. 5 6. die Hol- ader sehr gros, fontan consil. S. 11. littre Hist. de l’Acad. 1704. n. 2. Von den zerborstenen Ge- faͤßen trat Blut aus dem Munde, und es leugnen einige, daß ein Mensch bei diesem Zeichen, wieder erwekkt werden koͤnne. birch. T. III. S. 6. So brach das Blut aus den, vom Gestanke der heimlichen Gemaͤcher, erstikkten Personen dionis mort. subite. S. 113. und einer starb, der den solgenden Tag Blut ausspie, als man ihn aus dem Wasser gezogen, und wieder zu sich selbst gebracht hatte, Eph. N. C. Vol. I. obs. 124. , da es durch die Lunge nicht durch- kann, da diese jezzt von keiner Luft mehr ausgedehnt ist Ein unter Wasser getauchter Hund bleibt leben, wenn man ihn durch ein Roͤrchen, das uͤber das Was- ser herausgeht, und aus der Luftroͤh- re heraufgsfuͤhrt worden, atmen laͤft, lovis. S. 226. folglich sterben die Ertrunkenen daher, daß ihnen die Luft benommen worden, Hist. de l’A- cad. 1725. S. 12. . Endlich hat man noch an Ertrunknen Diesen Rath lobt lovis. S. 271. , mit Nuzzen den Hookischen Versuch mit Lufteinblasen ange- wandt. Jch lese, daß dieses oft gluͤkklich von Statten gegangen Jn einem zu Strasburg aus- gegebenen Progr. das der ber. beh- rens wieder auflegen lassen. S. 7. Vergl. Comm. litt. Nor. 1740. n. 34. borell. Cent. III. obs. 58. wesz- premi observ. , nicht nur an Menschen, sondern auch an Thieren. Denn es laͤst sich auf solche Weise, wofern noch einige Hofnung zum Leben uͤbrig ist, dem Blute, welches durch die Lunge gehen soll, den Durchgang er- leichtern, und man kan das Herz wieder zum Schlagen bringen. Doch ich baue nicht gar zu viel auf dieses Mittel, ob ich gleich die gluͤkkliche Sorgfalt anderer ruͤh- men mus; denn ich habe es niemals dahin bringen koͤn- nen, daß ich Thiere, die wirklich im Wasser erstikkt wa- ren, auch nur nach kurzer Zeit, mit aller Kunst wieder zu sich selbst gebracht haͤtte Vergl. n. 19. . Man wird nemlich dar- an durch den zaͤhen Schaum, der der eingeblasnen Luft Widerstand| thut, verhindert. Jch glaube daher, daß die Sache besser von Statten gehen wuͤrde, wenn das Atem- IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Atemholen aus Schwaͤche, ohne einen Schaden an der Lunge, verhindert worden HAARLEM. Verhandel. T. IV. S. 456. an einer Gebaͤrerin. . So kan, wie wir gesagt haben, eine Frucht, die we- der Luft holt, noch ein schlagendes Herz hat, wenn man ihr Luft durch den Mund einblaͤst, ermuntert werden SMELLIE. cases in midwi- sry. S. 584. . Wenn man die Ursache erforschen will, warum sich das Leben wiederherstellen lasse, wenn man die Lunge auf- blaͤst, so mus man sich erinnern, daß man einem sterben- den Thiere durch ein bestaͤndiges Einblasen, und ohne abgesezztes Nachlassen Besonders nach Hooks, und meinen Versuchen. , das Leben wiedergeben koͤnne; daß folglich schon das blosse Nachahmen des Einatmens, ohne ein Ausatmen hinreichend sey. Es war aber die Lunge Vorhergeh. §. 11. , aus gewissen Ursachen verstopft, und lies kein Blut zur linken Herzkammer durch Das linke Herz habe ich in einem Er runkenen leer gefunden, auch der ber. evers, in einem, vom Schwefeldampfe erstikken, B. LANGRISH. angef. Ort. . Nun wird hingegen eben diese Lunge, da mittelst der nachdruͤkklich eingeblasenen Luft, ihre Gefaͤsse auseinander gedehnt, die Blaͤschen von einander gefaltet worden, offen fuͤr das Blut gemacht, so daß dieses aus dem rechten Herzen nach dem linken kommen kan, und ich habe diesen Erfolg offenbar an einer jungen Kazze gese- hen, in der das Blut zuerst, und hiernaͤchst auch die Luft, als ich in die Lunge blies, nach dem linken Sinus zustroͤm- te Ein offenbares Beispiel an ei- nem Koͤrper, BOHN de aer subl. effect. S 459. 460. an einem Er- wuͤrgten, mvsgrave. angef. Ort. an der in einem Hunde zugeschnuͤr- ten Luftroͤhre, simson. S. 150. . Solchergestalt empfaͤngt das linke Herz seinen na- tuͤrlichen Reizz wieder, daß es wieder aus der Ruhe zur Bewegung gelangt L. IV. . Jch hege auch fuͤr die uͤbrige Ar- ten der Erstikkung eben diese Hofnung, da das Blut in der Lunge nicht gerinnt, als in der Erstikkung vom Ko- B b 3 len- Das Atemholen. VIII. Buch. lendampfe Fraͤnk. Anmerk. n. 13. , vom Schwefel LANGRISH phys. exper. S. 152. und vom Dunste der Babilo- nischen Brunnen, DIOD. SICV- LVS. T. II. c. 12. , Lichte LAGHI Comm. Bonon. T. IV. S 83. Es waren naͤmlich die groͤsse Gefaͤße ums Herz aufgetrie- ben. , von dem verpesteten Dampfe in den Hoͤlen BEL phil. tr. n. 452. SAV- VAG. act. litt. Vpsal. 1742. , und von al- ter verdorbner Luft MENGHINI Comm. Bo- non. T. II. P. 2. S. 274. . Es ist auch gewis, daß Menschen, die in den Kolengruͤften, von den Daͤmpfen beinahe hin- gerichtet worden, und dem Tode sehr nahe gewesen, durchs Lufteinblasen gerettet worden Essays of a societ. at Edimb. T. V. n. 55. Phil. Trans. n. 475. art. XI. . Es laͤst sich daher eben dieses auch durch andre Mittel, die das Blut wieder nach dem Herzen hinziehen, bewirken. Dahin geht der Rath Albins in einer kleinen Schrift Kurzer Handgriff, wie den Ertrunknen zu helfen. Die Absicht gieng dahin, das Wasser aus der Lunge herauszudruͤkken; doch der Erfolg davon ist, wie wir gesagt haben. , und auch vor kurzem des beruͤhmten Roederers In Satur. de suffocat. . Wenn nemlich der Bauch hinaufgedruͤkkt worden, so kan man in ertrunknen Menschen, und in so schwacher Frucht dem Gebluͤte des Herzens, seinen Reiz wieder geben. Eben dahin bezieht sich auch ein anderes Wunder der Wiedererwekkung, wenn an erwuͤrgten Hunden, die Luft durch den Brustkanal eingeblasen wird, welches Wepfer durch eine Menge Exempel Cicut. S. 297. u. f. , nebst dem Walther, Needham Beim thrvst. S. 63. Vergl. L. IV. wiederholen. Ein andermal, hat man, welches aber etwas unsichrer ist, den Lauf des Blutes al- lein durch die Waͤrme Haarlem Verhandel. T. IV. S. 418. , oder ein Aschenbad in Bewe- gung zu sezzen gesucht Diss. lur les noyes, ab acad. Vesuntina coronata. ber. ISNARD S. 34. u. f. . An- IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Andre sind verwegen gewesen, eine groͤssere Bewe- gung durch Tobaksklistire Vander STERRE van de teeling. S. 125. Die Aka- dier beim diereville voyage d’Acadie. S. 190. und in der Beschreibung von Neuschottland. S. 69. LOVIS. angef. Ort. S. 277. ISNARD. in eignen Buche. S. 28. mead of poisons. S. 174. boer- haave praelection. J. R. M. n. 42. LAVREMBERG und lemoi- ne, non ergo demersorum vitæ fomes ultimus respitatio. BRV- HIER. T. II. S. 86. engelm. angef. Ort. S. 387. Eine andre aͤhnliche Geschichte in den freien Ur- theilen. 1750. n. 82. Ein andres, gluͤkklich angebrachtes Klistier, der ber. ZIEGL. de submers. , durch Niesemittel THRVSTON. S. 66. BRVHIER. S. 123. PARAEVS S. 879. Als man an die Nase Sal- miak hielte. Jouru. Helvet. 1734. M. Jun. und scharfe Saͤfte von Kraͤu- tern, BOERH. praelect. c. 1. ad n. 42. , wenn sie das Auge mit sehr scharfen Saͤften gerieben Malabar. Missionsberichte. Cent. XXX. S. 529. , durch allerlei Schmerzen Vergl. L. IV. roeder. S. 34. hervorzubringen. Sie hoften da- durch einige Erschuͤtterung zu erregen, wodurch die mat- ten Muskeln wieder belebt wuͤrden, und dem Herzen et- was Blut wieder zugefuͤhret wuͤrde L. IV. . Andre oͤffnen, und das nicht ohne Grund LOVIS. S. 290. , die Ader, besonders die Drosselblutader, und ich habe auch damit einen Versuch gemacht, woraus erhellet, daß man nicht nur die angefuͤllte Lunge auf solche Weise von der Ueberladung des Blutes befreien koͤnne Mem. sur le mouvement du sang. S. 301. Engbruͤstige, die sonst haͤtten umkommen muͤssen, und die sonst erwuͤrgt waͤren, erwekkt trrvston durch ein Aderlassen, S. 64. , sondern daß auch dadurch das stehende Blut in Bewegung gebracht werde Ebendas. , um beiden Absichten ein Gnuͤge zu thun. Uebrigens mus maͤn hier nichts vom eifoͤrmigen Loche im Herzen erwarten, ob einige gleich auf die Oefnung desselben HARVEI. S. 64. wa- laevs epist. II. S. 416. car- tes. form. fet. S. 202. Phil. Trans. n. 454. , um ertrunkne zu retten, grosse Hoffnung gesezzt haben, und sie gehen gar so weit, daß sie glauben, man koͤnne junge Thiere, durch oͤfteres Untertauchen, an V b 5 das Das Atemholen. VIII. Buch. das Wasser gewoͤhnen, und das eirunde Loch offen erhal- ten VANDERMONDE art. de perfectionnair l’espece humaine. T. II. S. 223. 224. . Sie hatten wahrgenommen, daß junge Thiere das Untertauchen laͤngre Zeit vertragen Ebenders. ebendas. S. 222. blos die Juͤnglinge in Nigritien verstehen die Taͤucherkunst, unter dem Wasser zu dauren, und | nur bis ins drei und zwanzigste Jahr, DARGEN. conchyl. S. 178. . Allein der Grund von diesem Festmachen liegt wohl in der groͤssern Reizbarkeit des Herzens L. VI. . Denn ob schon in unsern Exp. sur la respir. 135. 136. , und anderer Versuchen ROEDER. S. 1. 2. 6. | evers exp. I. an Menschen, und Thieren, dieses Loch unverwachsen gewesen, so ist der Tod dennoch erfolgt, und es hat das Erwuͤrgen BOYLE beim BIRCH. T. III. S. 74. RIOLAN. S. 392. CHESELD. S. 288. Eph. Nat. Cur. Cent. VII. obs. 61. 62. , oder Erstikken nicht fruchtlos machen koͤnnen ROEDERER. S. 6. . §. 13. Ein fortgesezztes Einatmen haͤuft das Blut in der Lunge an. Es koͤnnte wiedersinnig scheinen, daß das Einatmen den Flus des Blutes durch die Lunge erleichtern sollte, daß durch Lufteinblasen, welches eine Art von grossem Einat- ist, sterbende Thiere wieder zum Leben gebracht, und das Blut wieder in der Lunge in Bewegung gesezzt werde, und daß demohngeachtet doch eben dieses, dem Blute in der Lunge so guͤnstige Einatmen, blos wenn es etwas laͤn- ger fortgesezzt wird, erst eine unbeschreibliche Beklemmung, und hernach, wenn durch gewaltsamen Vorsazz des Wil- lens die Luft doch in der Lunge behalten wird, oder sie durch andre Ursachen haͤufig in der Lunge gesammelt wird, schnell den Tod hervorbringe, wenn es gleich der gesunde- ste, und staͤrkste Mensch von der Welt waͤre. Dieses war IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. war naͤmlich die Todesart jenes Moͤrders beim August VALER. MAX. L. IX. c. 12. , eines Sklaven, von dem Galen schreibt De motu muscul. L. II. c. 6. S. 637. , und das gemeine Kunststuͤkk der Angolischen Sklaven, sich selbst durch Aufhalten des Atems zu erstikken DODART Mem. de l’Ac. 1706. S. 520. und Mem. de l’Acad. 1725. du MONT. hist. de la Loui- siane. T. II. S. 244. zvcchelli in relazione di Congo. S. 501. Er fagt, es geschche mit zuruͤkkgebogner und auf die Luftroͤhre angedruͤkkter Zunge. Es leugnet es FANTON anat. S. 338. Allein es ist ein Augen- zeuge davon vorhanden. . Diese Art sich selbst das Leben zu nehmen, soll ehedem einer andern, und sehr grossen Art von Auerhuͤnern gemein gewesen seyn, die ihren Atem mit Eigensinne an sich gehalten haͤtten PLINIVS. L. X. c. 22. : und dieses ist endlich Kindern toͤdlich, wenn sie vor Zorn, oder aus andern Ungluͤkksfaͤllen, den Atem an sich halten Der. vortrefl. SCHREIB. de lacrumis et fletu. n. 93. . Es ist ferner eben dieses die Todesart fuͤr Menschen, oder Thiere, wenn sie in einer gedruͤkkten, und wirksame- ren Luft sterben s’ GRAVEZANDE. T. II. n. 2237. , und man findet in ihnen die Lunge aufgeblasen BIRCH. T. I. S. 427. Sie war in einem Ertrunknen ausge- dehnt, weszpremi obs. , und ausgedehnt, gerade, so wie sie im Einatmen beschaffen ist Schaarschmidt Berlin. Re- lat. T. IV. S. 310. 311. , da denn das zu grosse Ge- wichte der Luft, am Ausatmen, hinderlich wird Ebenders. ebendas. . Von dieser Beaͤngstigung, Erstikkung, und Todes- art, ist die Ursache nicht schwer zu ergruͤnden, denn man sieht, daß bei lange fortgesezztem Einatmen, das Blut zwar nach der Lunge zufliest, und sich darinnen samle SAVVAG. difficul. respir. S. 3. SWAMMERD. S. 80. , aber aus der Lunge keinen Ausgang finden kann. Das Anstrengen ist nichts, als ein langwieriges Ein- atmen; und doch schwillt im Anstrengen der Hals, und das Gesichte auf CLAVDER method. bals. S. 175. an einem Hunde, denn es ist am Menschen gar zu bekannt. , beide dehnen sich aus, daß auch ge- Das Atemholen. VIII. Buch. gebundne Blutadern davon zersprungen, die Gefaͤße in der Lunge zerrissen An einem, der einen Esel in die Hoͤhe gehoben hatte. HIPPO- CRAT. Epid. IV. n. 14. , und das Blut mit toͤdtlichen Zu- faͤllen hervorgestuͤrzt ist. Vom Anstrengen zerplazzten die Blutadern Zodiac. Gall. T. III. S. 144. . Eine Menge ausgetretnes Blut, das sich unter der Lungenmembran ergossen hatte, quoll unter dem Schluͤsselbeine hervor BECKET obs. chir. 16. . Hernach, wenn sich die Blutadern nicht ausleeren koͤnnen, so bleibt das angehaͤufte Blut auch in den Schla- adern stehen HALES. S. 62. daß sich der Pulswaͤbrendem Einatmen ver- mindere, savvag. de difficil. re- spir. S. 2. , und es dehnt diese aus. Nichts ist gewoͤhnlicher, als Pulsadersaͤkke von Anstrengungen zu bekommen LANCIS de corde et anev- rysm. Neue Ausgab. S. 110. le drahn obs. 40. Hist. de l’Acad. des scienc. 170. hist. 6. 1750. hist. 3. saviard obs 47. gvattani hist. 2. mit Kupf. roloff in Mem. de Berl. T. 13. und dieser Mann hat mit uns einerlei Theorie. . Und es ziehen sich Pferde, die uͤber Bruͤk- ken schwere Wagen ziehen muͤssen, haͤufig solche Pulsa- derbruͤche zu G. v. SWIET. T. I. S. 288. . Aus eben der Ursache zerreissen hin und wieder Ge- faͤsse, so daß das Blut aus der Niere in die Harnwege uͤberfliest LISTER ad hipp. Aphor- S. 122. schvrig. hæmalog. S. 299. , oder sich in die kleine Gefaͤsse der Haut Davon entstand ein Blut- schweis. Eph. Nat. Gurios. Cent. VIII. obs. 81. in allerhand faͤchrige Raͤume Jm Hodenbeutel, saviard. S. 129. , oder durch die Lippen ergiest An dem ber. lezzten Prinzen von Epirus, den man gemeiniglich mit den Tuͤrken Scanderbeg nennt. sal. alberti de sudore cru- ento. . Jndem man sich anstrengt, springt das Blut selbst aus einer geoͤffneten Pulsader hoͤher Davon sprang das Blut in ei- nrm Mutterpferde, |vier Fuß hoch, und 3½ an| einem Widder, hales bæmast. S. 15. 27. 162. . Ein Knabe konnte, wenn er sich den Atem verhielte, nach Belieben, das IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. das Blut aus der Wunde am Fusse hervortreiben SWAMMERD. de respir. S. 9. und fast BAGLIV. S. 458. , und man stillte umgekehrt, den Sprung des Blutes an einer Wunde, wenn man den Atem anhielte BAGLIV fibr. mot. S. 52. . End- lich zerriß davon eine ansehnliche Schlagader an der Huͤf- te, und es folgte der Tod darauf GVATTANI angef. Ort. . Dieses eraͤugnet sich bei einem maͤßigen Einatmen. Wenn man solches aber uͤber die Zeit fortsezzt, so hemmt man endlich das, zur linken Herzkammer ruͤkkehrende Blut, es mindert sich also das Gebluͤte, welches dem ganzen Koͤrper beschieden waͤre, es nehmen die Kraͤfte des Herzens ab, der Puls wird klein und langsam SENAC. T. II. S. 238. J. de GORTER de perspirat. S. 333. , es stellt sich der Schwindel ein de GORTER. ebendas. , und endlich hoͤrt der Pulsschlag auf An einem Betruͤger, CAME- RAR. Memorab. Cent. I. n. 64. : und ich ziehe die beruͤhmte Geschichte jenes Kriegsobersten hieher L. IV. , welcher von freien Stuͤk- ken, um seinem Freunde eine Lust zu machen, sich todt anzustellen wuste. Der Schritt ist von einem solchen Zustande bis zum Tode selbst nur gar zu kurz. §. 14. Die Ursache dieser Anhaͤufung und Stokkung. Es giebt einige, welche glauben, daß ein Theil die- ser, vom verhaltnen, und angehaͤuften Blute herruͤhren- der Beklemmung, das Herz angehe. Doch man ver- spuͤrt keine dergleichen Beaͤngstigung im staͤrksten Herz- klopfen, wenn nur die Lunge frei ist. Es scheint sich der gehinderte Lauf des Blutes durch die Lunge, durch diese unter allen Empfindungen uner- traͤglichste Angst, der Seele zu erkennen zu geben, da- mit diese alle ihre Kraͤfte zur Erhaltung ihres Koͤrpers auf- Das Atemholen. VIII. Buch. aufbieten moͤge: und es ist hiermit allerdings, wie mit den Schmerzen beschaffen, welches der aͤngstliche Bote tst, um die Gegenwart fremder Dinge, die besonders den Ner- ven Gefahr drohen, anzukuͤndigen. Wenige haben sich das Herz genommen, die Ursache von dem gesammten Durchgange des Blutes durch die Lunge, nach einem langwierigen Einatmen, zu erlaͤutern. Jch, fuͤr meine Person, mag sie nicht von dem Zwerch- felle herleiten, welches das Herz mit sich herabziehen, und also dasselbe im Schlagen verwirrt machen koͤnnte Davon leitet der ber. BOND an einem, der sich heftig bemuͤht, den schwachen Puls her, of the nigth- mare. S. 18. . Jndessen giebt es doch einige Vermuthung, daß solches bei gewaltsamer Anstrengung zerrissen Vorhergeh. §. 6. , daß es ohne Zweifel den Unterleib sehr zusammendruͤkkt HALES. S. 162. strake angef. Disput. , und man mus dahin die Beispiele vom Grimmdarme, der von Anstrengungen geborsten, rechnen Bresl. Samml. 1719. Oct. schaarschmidt Berl. Nachr. 1740. n. 38. . Allein, wenn auch das Zwerchfell gar nicht sehr zusammengezogen wird, so erfolgt doch eben solche Aengstlichkeit, und der Tod wuͤrde ohnfehlbar auch erfolgen, wenn wir gleich bei einem gelinden Einatmen beharren wollten. Von der vermehrten Laͤnge der Lungenschlagadern, hat ehedem der beruͤhmte Samuel Theodor Quel- malz Progr. ad Cl. BOSE disput. 1748. herausgeg. , und nachher Franz Boißier Effets de l’air. S. 44. , die Verenge- rung, und davon herruͤhrende Beklemmung herleiten wollen, und es schaͤzzt der lezztere, daß sie um viermal enger gemacht wuͤrden Angef. Ort. , ja er fuͤgt noch hinzu, er habe durch das Einblasen verhindert, daß das Wasser aus der Lungenschlagader nicht nach der Lungenblutader kommen koͤnnen S. 45. . Und also hienge uͤberhaupt die IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Freiheit des Blutes durch die Lunge zu laufen, blos von einer mittelmaͤßigen Ausdehnung dieser Schlagader ab. Doch es ist die Lugenschlagader nicht die einzige, de- ren Laͤnge zunimmt. Ein jedes blinde Gefaͤs, waͤchst, wenn man den Wiederstand von allen Seiten wegnimmt, oder die treibende Kraft vermehrt, nicht nur im Durch- messer, sondern zugleich in der Laͤnge, wie wir an dem maͤnnlichen Gliede ein Exempel haben, auch wenn man es nach dem Tode mit Wachs anfuͤllt. Nun haben wir gezeigt, daß durch das Einatmen der Lungenschlagader der Wiederstand benommen werde. Es fliest aber auch ausserdem, wenn die Lunge sehr ausgedehnt ist, Blut S. 246. , Wasser Ebendas. , und andre Saͤfte aus der Lugenschlagader nach ihrer Blutader hin. Unser Lehrer J. R. M. n. 619. und beinahe dergleichen der vortr. SENAC Essays de phys. S. 386. 2 Ausgab. leitet diese Erscheinung auf eine sehr einfache Weise, von der Ruhe der Lunge her, die im starken Einatmen statt habe; und er uͤberredet sich, es koͤnne das Blut nicht durch dieses Eingeweide durchkom- men, wo es nicht sehr ausgedehnt wuͤrde. Doch die Versuche haben es dargethan, daß es allerdings durch- kommen koͤnne Vorherg. § 12. . Fast dergleichen sagt Bartholomaͤus von Moor Instaurat. med. S. 357. 11. f. , daß die mit Luft erfuͤllte Gefaͤsse, die sonst knorplig waͤren, waͤhrendem Einatmen die ausgedehnte rothe Gefaͤsse zu- sammendruͤkken. Eine andre, gewoͤhnlichere Theorie ist es, diese Hinderung des umlaufenden Blutes, von der vergroͤsserten Federkraft, und dem Drukke der in die Lun- ge eingezognen Luft, und von der Beruͤhrung des waͤr- mern Blutes herzuleiten. Es ist naͤmlich das Blut fast im 96 Grade des Fah- renheitschen Thermometers warm 5. Buch. : und im Fruͤhlinge Das Atemholen. VIII. Buch. ist die Waͤrme der Luft, der sechszigste Grad. Folglich vermischt sich in unsrer Brust ein waͤrmeres, und kaͤlte- res Fluͤssige, und davon koͤmmt es, daß dieses Fluͤssige im mittleren Grade warm wird, und wie man gemeini- glich glaubt, 78 Grade betraͤgt Vergl. BONG de gradu caloris. S 18. von 69 Graden. ha- le S hæmast. S. 100. , wiewohl ehedem der beruͤhmte George Wolfgang Kraft Phys. theor. S. 279. Er fin- det in unserm Falle, wenn er gleich grosse Massen nimmt, 15 Grade Zu- wachs. Doch dieses Werk habe ich jezzo nicht bei der Hand. , die wach- sende Waͤrme in der Luft, ein wenig anders bestimmt hat. Wir koͤnnen auch nicht in dieser Waͤrme leben, denn da weder das Blut in der Lunge abgekuͤhlt wird, noch die aus der Lunge gelinde ausgestossne Luft kaͤlter, als das Blut selbst wird, so kann man zugeben, daß die Luft um diese ganze 36 Grade heis sei, um die das Blut heisser ist; wir wollen hier auch nicht die Ursache mit Fleis erforschen, warum die Luft bis zu diesem Grade heis sey. Nun ist aber die Luft, welche sich in der Lunge befindet, verschlossen, folglich mus sie sich nach dem Ver- haͤltnisse der neuen Waͤrme, und zwar um den achten Theil, wie man nach des Stephan Hales Veget. stat. S. 245. 246. Bis zum 9. Theile. govraigne phyfiol. art. III. Ver- suche anzunehmen pflegt, oder vielleicht genauer, um \frac{1}{51} verduͤnnen. Es verduͤnnt sich naͤmlich die Luft, wenn sie vom 32 Grade, welches der Gefrierungspunkt ist, bis zum 214 Grade erhizzt worden, und dieses ist der Grad des siedenden Wassers, um ein Drittheil von ihrem Volu- men 3. Abschn. §. 10. B. 8. . Wenn sie also von 182 neuen Graden der Waͤrme, um den dritten Theil duͤnner wird, so verduͤnnt sie sich um den funfzehnten Theil von 36 Graden. Wenn sich die Luft um den funfzehnten Theil ihres Voluminis verduͤnnt, und die Brust aufs hoͤchste ausge- dehnt ist, so kann weder die Lunge weiter ausgebreitet werden, noch sich in der verschlossnen Lunge ausdehnen, daß IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. daß sie nicht den uͤbrigen Theil der Lunge, und das Luft- gehaͤuse dieses Eingeweides zusammendruͤkken sollte, folg- lich werden die Gefaͤschen der Lunge enger gemacht wer- den, und zwar um ihren funfzehnten Theil, und hiervon wird diejenige Schwierigkeit im Blutumlaufe hergeleitet, welche von einem anhaltenden Einatmen erfolgt. Hiermit scheinet auch mehr, als eine Erfahrung uͤber- ein zustimmen. Es ist naͤmlich zuverlaͤßig, daß eine zu warme Atmosphaerenluft, das Atmen beschwerlich, und ein Keichen mache; und es ist eben so zuverlaͤßig, wenn man eine kaͤltere Luft in sich zieht, und wenn so gar nur ein kalter Trunk, neben die Lunge niederfliest, daß wir davon einige Erleichterung geniessen; weil dadurch, wie es scheint, diese Verduͤnnung der inwendigen Luft gemaͤßigt wird. Jch sehe auch, daß sich das Zusammendruͤkken des Blutes in dem, aus Gefaͤssen zusammengesezztem Nezze der Lunge, mehr, als um den funfzehnten Theil vermeh- ren laͤst, und es scheint, daß dieses keinen so grossen Schaden hervorbringen koͤnne. Wenn man naͤmlich das mit Luft angefuͤllte Sistem der Lunge von groͤsserm Um- fange, als das mit Blut erfuͤllte, macht, so kann man die Schwierigkeit im Umlaufe des Blutes, nach Gefallen vermehren Weil man folchergestalt die Ursache vermehrt, die das Blut zu- sammengedruͤkkt. . Ueberhaupt ist es gewis, daß die Hoͤh- lung der Blaͤschen groͤsser, als ihre Wand ist, so wie die Hoͤle einer Kugel mehr Raum enthaͤlt, als der Um- kreis, dem man eine nur gerringe Dikke giebt, um ihn meßbar zu machen; es ist serner gewis, daß der Umfang der Blaͤschen haͤutig ist, daß ein Theil dieses haͤutigen aus Gefaͤssen besteht, und viel groͤsser, als das feste Zell- gewebe an sich ist 1. Buch dieser Werke. . Wenn man daher die Luftflaͤche vor H. Phisiol. 3. B. C c Das Atemholen. VIII. Buch. vor dreimal breiter, als die Blutflaͤche annimmt, und wenn man sezzt, daß diese Flaͤche um den funfzehnten Theil ausgedehnt werde, so wird sie wenigstens um den fuͤften Theil des, in den kleinsten Gefaͤssen der Lunge lau- fende Blut nunmehr zusammendruͤkken. Derowegen haben viele Phisiologisten, die Erklaͤrung dieser unertraͤglichen Beschwerlichkeit, von dem fortge- sezzten Einatmen, abgeleitet PITCARNE. angef. Ort. n. 18. bellinvs Lemm. 23. nevcranz. , und selbst Boerhaave traͤgt fast dergleichen vor, nur mit dem Unterscheide, daß er glaubt, das Blut koͤnne darum nicht durchlaufen, weil die Lunge fernerhin ruhe, und von der Luft nicht weiter ausgedehnt werde. §. 15. Diejenigen Zweifel, welche diese Hipotesen nicht anzunehmen verstatten. Jndessen finde ich doch in der That noch Zweifel, wel- che mich zwingen, meinen Beifall noch zur Zeit zuruͤkke zu halten. Denn es scheint mir erstlich das Zusammen- druͤkken der rothen Gefaͤsse, welches bis zu ihrem Fuͤnft- theil verengert werden soll, keine so grosse, noch so schnelle Beschwerlichkett verursachen zu koͤnnen. Denn es wuͤrde eben dieses Zusammendruͤkken von der Luft, die wir durch Maschinen verdichten, und die wir in die Lunge einziehen wollten, erfolgen muͤssen. Doch es vertragen Menschen, und Thiere dergleichen Luft leicht, und es wird, nach dem obigen, eine doppelt so schwere Luft, viel leichter, und ohne Aengstlichkeit von Thieren empfunden, als eine doppelt so leichte Luft 3. Abschnitt. §. 7. B. 8. . Nun sezze man, daß dop- pelt so viel Luft in die Lunge gezogen, und von eben dem Grade IIII Abschn. dessen Erscheinnngen. Grade der Blutwaͤrme verduͤnnet werde, naͤmlich von 96 Graden. Da nun die dichte Luft ebenfalls auf den fuͤnf- ten Theil verduͤnnt worden, so wird sie dennoch jederzeit zweimal dichter eyn, als die, bis zum Fuͤnfttheil verduͤnnte gemeine Luft. Daher wird in der That das Zusam- mendruͤkken der Lungengefaͤsse doppelt so gros, als das seyn, welches ein Mensch in der gemeinen Luft, die dop- pelt so leicht ist, empfindet, und es wird viermal groͤsser, als das sein, welches er in einer zweimal duͤnneren Luft empfinden wuͤrde. Dieser Erfolg wiederspricht aber der Hipotese. Wenn ich die Sache in weitere Ueberlegung ziehe, so finde ich, daß dieses ganze Zusammendruͤkken der der blutfuͤhrenden Gefaͤsse, von dem man die Aufloͤsung der Erscheinung erwartet, von dem Unterscheide abhaͤngt, vermittelst dessen die Waͤrme der Lungenluft, die Waͤr- me der Atmosphaͤrenluft uͤbertrift. Folglich doͤrfe man keine Verduͤnnung von derjenigen, in die Lunge gezog- nen Luft befuͤrchten, die mit der Atmosphaerenluft in glei- chem Grade Waͤrme steht, oder 100 5. Buch. Grade, und dar- uͤber warm ist. Diese noch so lange verhaltene Luft, kann auch nicht uͤber den vorigen Waͤrmegrad, mit dem sie in die Lunge eingezogen wurde, warm, noch uͤber ihr voriges Volumen, daß sie anfangs in der Lunge einnahm, duͤnne werden. Es ist hingegen ebenfalls wahr, daß wir von der Bergluft, wenn diese um ein Drittheil leich- ter, als die gemeine ist 8. B. 3. Abschn. §. 7. , keine Ungemaͤchligkeit leiden, da demohngeachtet doch die dichtere Thaͤlerluft, wenn sie gleich in der Lunge, wie siedendes Wasser erhizzt worden, sich nach der Verduͤnnung in eben den Raum ausbreitet, den die Luft der Gebirge einnimmt Es sind die Federkraft, und die Verduͤnnung, wie die Dichtheit beschaffen. MVSSCHENBR, n. 1374. . Es scheint da- her, nach der Hipotese, deren Staͤrke wir hier abwaͤgen, C c 2 daß Das Atemholen. VIII. Buch daß aller Schaden im Atemholen von der dichteren und kaͤlteren, in die Lunge gezognen Luft, kein einziger hin- gegen von der duͤnnen, und heissen Luft herruͤhre. Bei- derlei Erfolge lassen sich aber durch die allerleichteste Er- fahrungen wiederlegen. Ferner, wenn eine Kraft ihrer Verduͤnnung in einen groͤssern Raum ergossne Luft, gedachte Hindernis im Blutumlaufe hervorbringt, so haͤtten wir ein leichtes Mittel, wir doͤrften nur die Brust, so breit, als moͤg- lich machen, ganz wenig Luft in uns ziehen, und zwar nicht so viel, als ein vollstaͤndiges Einatmen verlangt, son- dern uͤberhaupt nur zehn, bis funfzehn Zoll SENAC essay de physique. S. 377. Ausg. 17. 5. , so wuͤrde diese Luft, mit ihrer ganzen, von der Waͤrme empfang- nen Verduͤnnung, einzig und allein, die Luftgefaͤschen erfuͤllen, und keine solche Dichtheit uͤbrig behalten, daß sie die Blutgefaͤsse zusammendruͤkken koͤnnte. §. 16. Eine andre Hipotese, naͤmlich die in der Lunge verdorbne Luft. Man mus demnach eine andre Ursache aufsuchen, warum wir von der eingezognen, und in der Lunge ver- haltnen Luft, nicht uͤber einige Minuten lang leben koͤn- nen. Es scheint uns aber die Natur, selbst auf die Analogie einer unaufgefrischten verdorbnen Luft zu fuͤhren, da in dieser kein Thier leben kann. Und es ist in der That die Luft, welche in der Lunge verhalten wird, eine solche unaufgefrischte Luft. Eine solche aber, die nicht von frischer abgeloͤset wird, verliert ihre elastische Kraft; folglich buͤsset sie diejenige Eigenschast ein, die sie im At- men hatte, und sie buͤst solche geschwinde ein. Es hat naͤm- IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. naͤmlich der beruͤhmte Stephan Hales Haemastat. S. 323. 324. als sich eiu schaͤdlicher Dampf mit bei mischte. 522 Zoll Luft, innerhalb zwo Minnten, durchs Einatmen unnuͤzze ge- macht. Wir aber sezzen fuͤr ein mittelmaͤßiges Einat- men nur 40 Zoll frische Luft Vorhergeh. § 6. . Dieser Vorrath ist fuͤr dreizehn Atemholungen, und folglich beinahe fuͤr 1 Minute hinlaͤnglich, und wenn diese Zeit verflossen ist, so faͤngt sich in der That, mit der in der Lunge verhaltnen, und unaufgefrischten Luft, die groͤste Beklemmung an. Jch halte auch davor, daß das Blut, bei einerlei Luft, nicht umlaufen koͤnne, daß es auf- und unterwerts bewegt wuͤrde, ob dieses gleich der vortrefliche Jakob Benig- nus Winslow Mem. von 1738. S. 69. , und Engelmann Harlem Verhandel. T. IV. S. 394. von Ertrunknen. behaupten. Von kalten Thieren gebe ichs zu, denn diese verderben die Luft nicht eben so, als der Frosch, das Kamaͤleon Die Pariser vom Kasuar. Von der Schildkroͤte, Mem. avant. 1690. de la tortue. S. 197. BAGLIV. S. 462. Roͤsel Froͤsche. S. 25. mor- gagni advers. V. S. 42. 43. tav- vry anat. raisonn. S. 93. , die Schildkroͤte, denn bei diesen bleibt die Lunge sehr aufgeblasen. Diese Thiere haben wenig Blut, welches durch die Lunge liefe; allein man kann diesen Schluß nicht auf Thiere von warmen Blute ziehen. Wir wer- den naͤmlich zeigen, daß in solcher Zeit, ein Ertrunkner erstikke; dieser Tod aber sezzt voraus, daß das Blut stille gestanden, und daß daher eine toͤdtliche Veraͤnde- rung erfolgt sei. Nun hat die Lunge, gegen die eingeatmete Luft eine, von der Natur schon abgewogne Zusammenziehungskraft. Wenn sie voll Luft geblasen worden, so sinkt sie, so bald die Luft wieder entweichen, oder herausfahren kann, uͤberhaupt nieder, und es ist die Zusammenziehungskrast in der Lunge so gros, daß sie sich von freien Stuͤkken, auch nach dem Tode, von der staͤrksten Ausdehnung in C c 3 den Das Atemholen. VIII. Buch. den Zustand, den sie sonst im Ausatmen hat, versezzt. Daher findet man eben diese Lunge, wenn die Luft, mit der sie angefuͤllt war, und hernach, die, welche in der Lunge enthalten war, herausgeschast worden, zusammen- gedruͤkkt Wolfs Versuche. T. III. S. 103. sengverd Exper. I. gvide obs. anat. Sect. 2. , und sie geht endlich im Wasser unter SENGVERD. angef. Ort. menghin Comm. Bon. T. II. S. 339. gvide. biech. T. III. S. 255. u. s. . . Wir wollen gleich erklaͤren, was dieses vor eine Kraft sei. Hier ist genung zu wissen, daß sie wirklich ist. Wenn man daher die Kraͤfte, welche die Lunge aus- dehnen, wegraͤumt, es geschehe dieses, wie man wolle, so werden die zusammenziehende Kraͤfte der Lunge wirken, es werden die Luftblaͤschen zusammengedruͤkkt werden, die Blutgefaͤße werden kuͤrzer werden, sich in Falten le- gen, auf einander zu liegen kommen, und es wird sich die Lunge in dem Zustande befinden, in dem sie vor dem Einatmen war. Jn diesem Zustande aber kann das Blut, den Ver- suchen gemaͤs, nicht in der Lunge umlaufen, und es giebt die gesunde Vernunft leicht au die Hand, daß, wenn die Lunge eben so dicht waͤre, als die uͤbrigen Eingeweide sind, eine dergleichen Lunge so viel Blut durch sich lassen wuͤr- de, als diese Eingeweide durchlassen. Es ist aber die Lungenschlagader nicht nur, um etwas kleiner, als die Aorte B. 8. §. 19. , sondern sie enthaͤlt auch alle das Blut, wel- ches die Aorte kurz darauf empfaͤngt; folglich lassen sie so viel Blut durch sich hindurch gehen, als alle Schlag- adern des ganzen Koͤrpers zusammen genommen, durch sich gehen lassen. Daß aber durch die Lunge eine solche Menge Bluts, ohne besondere Gemaͤchlichkeit, nicht durchgefuͤhrt werden koͤnne, die der Lunge eigen ist, ist ganz billig zu glauben. Wir haben gesehen, daß das Blut diese Leichtigkeit im Umlaufe, von der durch die Lust her- IIII Abschn. dessen Erscheinnngen. hervorgebrachten Ausdehnung der Lunge her habe §. IV. . Nun haben wir diese Luft weggeraͤumt, denn wir haben gezeigt, daß ihre Federkraft zerstoͤrt worden, mit der sie allein die Lunge erweitern kann. Eine neue Luft koͤnnen wir nicht gestatten, weil die Lunge voll ist. Folglich mus das geschehen, welches, wie wir gezeigt haben, von einem fortgesezzten Einatmen geschicht, es mus naͤmlich das Blut durch die Lunge nicht laufen koͤnnen, es mus sich in den Gefaͤßen der Lunge anhaͤusen, in dem rechten Herz- ohre, den naͤchsten Blutadern sammlen, und die Aengst- lichkeit, von der die Ursache gesucht wird, entstehen. Daher pflegen wir, weil der Naturtrieb nicht be- truͤgt, keine Muͤhe anzuwenden, uns von dieser Beklem- mung, durch ein neues Einatmen loszumachen, denn da- durch wuͤrden wir die Brust nur noch mehr erweitern, sondern wir stossen blos durch das Ausatmen, die ver- zehrte Luft aus, und so folgt auf dieses Ausatmen, mit dem Einatmen zugleich, eine neue und gesunde Luft. §. 17. Die Ursache, warum nothwendiger Weise das Ausatmen, auf das Einatmen folgen mus. Nun gerathen wir an eine bedenkliche Frage, war- um naͤmlich, nach dem Einatmen, das Ausatmen so nothwendig sei, und was vor wirkende Ursachen diesen neuen Zustand der Lunge hervorbringen? Es haben einige beruͤhmte Maͤnner die Sache mecha- nisch zu erklaͤren gesucht. Jndem naͤmlich die inwendi- gen Ribbenmuskeln ihr Spiel verrichten, so wuͤrden davon die aͤussern gezogen, sie empfaͤnden davon eine Beschwerlichkeit, wenn also dieses Spannen nachliesse, C c 4 so Das Atemholen. VIII. Buch. so bequemten sie sich der Zusammenziehung der aͤussern Ribbenmuskeln, und dieses hat ehedem Hamberger Angef. Ort. S. 35. 36. n. 43. 44. auf eine sehr einfache Art vorstellig gemacht, und es wuͤrde wenigstens nach dieser Theorie ein jegliches Glied bestaͤndig von der wechselweisen Zusammenziehung, und Ausstrekkung seiner Muskeln, die von dem Wechselzuge ihrer, beide beherrschenden Gegenmuskeln entsteht, hin und her gerissen werden. Es strekken naͤmlich die Biege- muskeln aller Orten, und am augenscheinlichsten an den Gliedmaaßen, die Ausstrekker ihres Gliedes aus, und sie werden dagegen von den Ausstrekkern wieder ausgestrekkt. Christian Stroem Nov. Theor. S. 58. So schreibt auch fizes conspect phys. S. 123. 124. , ein sinnreicher Erfinder von Hipotesen in der Phisiologie, nahm zur ohngepaar- ten Ader seine Zuflucht. Diese Ader, sagte er, werde in dem hoͤchsten Grade des Einatmens gedruͤktt: folglich stehe das Blut in den Gefaͤssen der Ribbenmuskeln stille, und daher wuͤrden diese Hauptfedern des Einatmens kraftlos gemacht. Hierauf springen, ihrer Natur gemaͤs, die losgelassene Knorpel der Ribben zuruͤkke, diese ohn- gepaarte Ader bekoͤmmt Luft S. 59. , und auf ihre Befreiung folgt ein neues Einatmen. Jn der That schwillt die ohngeparte Ader, indem wir einatmen, auf 5. Buch. Abschn. V. . Von zu- sammengedruͤkkten, oder schwellenden Adern, werden endlich nach und nach die Kraͤfte der Muskeln stumpf gemacht, wofern sie uͤberhaupt stumpf werden: und wir haben endlich gezeigt, daß das Blut der Ribbenblutadern andre Abfluͤsse, ausser der ungepaarten Ader habe 8. Buch. §. 45. . Dieser Hipotese ist diejenige nicht ungleich, welche eben dieser Mann S. 66. mit vieler Freigebigkeit ausgeboten, und IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. und die nach ihm George Martine Essays of a Societ. atEdimb. Vol. I. S. 164. angenommen, ja es hat der vortrefliche Christian Gottlieb Lud- wig Jn seinen zu Leipzig heraus- gegeb. Thes. und in ver Physiolog. n. 436. , unser Freund gezeigt, daß sie ihm nicht mis- falle, so daß auch vor kurzem ein fleißiger Schuͤler von ihm CLAVSEN de nervo phre- nico. S. 37. , diese Hipotese zu vertheidigen auf sich genom- men. Sie heist so: es werde der Zwerchfellsnerve, dieser Hauptbeweger in dem Einatmen, bei recht vollgeschoͤpfter Brust, durch das Einatmen selbst zusammengedruͤkkt, und also von der Kraft der eingezognen Luft das Zwerchfell eutkraͤftet: es folge der Ausatmungswechsel, dieser Ner- werde nunmehr, da die Luft herausgelassen worden, wie- der von seinem Drukke frei. Doch es wuͤrde, wenn der Zwerchfellsnerve zusammengedruͤkkt worden, blos das Zwerchfell untauglich gemacht werden, und nicht die Ribbenmuskel eben so wohl: es kann auch ein Nerve, von einem, der allerweichsten Eingeweiden, so stark ge- druͤkkt werden, daß dadurch einem Muskel seine Kraͤfte entzogen wuͤrden, und es sezzt ein gelinder Drukk auf den Nerven, das Zwerchfell noch nicht in die Unthaͤtig- keit B. 8. §. 38. : dergleichen Nervendrukk, welcher ein stumpfes Gefuͤhl hervorbringt, wird von einer hoͤchst unangenehmen Empfindung begleitet, wie wir solches aus dem, wie A- meisen stechenden Gruͤblen, an einem gebognen halbge- laͤmmten, Ellbogen lernen. Der beruͤhmte Henshaw Aerochalinos. S. 76. u. f. und fast HOADL. S. 56. Dieser fuͤgt noch die Schwere der Atmo- sphaer hinzu. , schlaͤgt hier den wech- selweisen Drukk der Brustluft vor, welche von der aus- gedehnten Lunge zusammengedruͤkt wuͤrde, so lange, bis diese zu einer groͤssern Dichtheit gebracht worden, und wieder nach ihrer Erholung auf die Lunge zu druͤkkte. Man Das Atemholen. VIII. Buch. Man hat diese Theorie beantwortet, als man zeigte, daß dergleichen Luft ganz und gar nicht vorhanden waͤre. Nachher bediente sich der vortrefliche Boerhaave n. 619. LITTRE Mem. de l’Acad. 1713. S. 7. u. f. , der Sperrung des Blutumlaufes, die durchs Einat- men hervorgebracht wird; es sammle sich naͤmlich das Blut in die Blutadern, es gelange nicht in geoͤhriger Menge, bis zur linken Herzkammer, die Aorte bekom- me davon nichs, das vom Blute beraubte kleine Gehirn werde kraftlos gemacht, es sende den Ribbenmuskeln keine Geister zu, es verlasse die Zwerchfellsmuskeln, folglich entgiengen beiderlei Muskeln die Kraͤfte, folglich wuͤr- den sie von dem in eins fort wirkenden Spiele der aus- atmenden Gegenmuskeln uͤberwaͤltigt, und von diesen Gegenmuskeln mus ich eine Erklaͤrung geben. Man hat uͤber diese Hipotese allerlei, vor langer Zeit, und vor mir MARTINE. angef. Ort. S. 161. J de GORTER de mot. vital. n. 30. SENAC. S, 380, 387. de bremond. angef. Ort. S. 356. Der vortrefl. GVNZ de respirat. S. X. XI. crell. angef. Ort. de respirat. vital. caus. n. 17. , auf die Bahn gebracht. Nun bestehe ich nicht eben auf dem Punkte, daß das Ausat- men auf das Einatmen folge, ob man gleich keine Em- pfindung von einem geschwaͤchten Gehirne, und keine Entkraͤstung so vieler andrer Muskeln wahrnimmt; ich bestehe auch gegentheils nicht darauf, daß die Luft im Anstrengen verhalten werde, und daß man die Kraft in der verzoͤgerten Verhaltung derselben suchen muͤsse; auch nicht, daß der Puls MVLDER de respir. , wenn ein gesunder Mensch ein- atmet, verringert, oder matt werde, ob darauf gleich, zu seiner Zeit, die Ausatmungskraͤfte folgen. Jch behaupte blos, mein Lehrer erklaͤre nicht, wofern ja das Blut zuruͤkke tritt, und das kleine Gehirn verlaͤst, aus was vor Ursachen die Muskeln des Ausatmens zur Bewegnng angereizt werden koͤnnen; und wenn das Verhalten des Blut- IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Blutumlaufes aufgehoben worden, warum die Einat- mungsmuskeln nicht zu wirken fortfahren koͤnnen. Es ist aber vor allem andern gewiß, wenn die Lunge an er- wuͤrgten Thieren Exp. 24. ferner 23, 97. de BREMOND. angef. Ort. S. 339. 342. cheselden anat. S. 105. das nicht mehr einatmet, daß die Kraͤfte des Zwerchfelles, und die Muskeln zwischen den Ribben noch viel laͤnger dauren, und ihr Geschaͤfte mit gutem Nachdrukke laͤnger noch verrichten, als die Pause zwischen zweien Tempo des Atemholens betraͤgt. §. 18. Die Ursache, welche uns wahrscheinlicher zu seyn scheinet. Niemand mache mir hier den Vorwurf, daß ich ei- ner Parthei zu gefallen suche, wenn ich mich auf den Willen, und das Bestreben der Seele berufe. Es wird das ganze Atemholen bei Menschen, und den unvernuͤnf- tigen Thieren Das ganze Alterthum hat das freiwillige Atemholen erkannt, als GALEN de util. respir. und er hat Recht, daß wir im Fieber den Puls weder verstaͤrken, noch ver- mindern koͤnnen, man unterlasse aber das Einatmen in der Brustentzuͤn- dung nach Belieben. Ferner a. lav- rent. S. 502. u. f. J sb. v. die- merbr. S. 318 archang, pic- colhom. praelect. anat. S. 242. fabricivs L. II. S. 25. 26. u. a. vom Willen beherrscht. Es dehnen Froͤsche, wie ich oft gesehen §. 16. , das Kamaeleon Ebendas. , die Schildkroͤte, ihre Lunge nach Willkuͤhr auf, sie ziehen sie voll Luft, sie leeren sie dagegen geschwinde wieder aus, daß sie ganz schlaff zusammenfaͤllt. Eben diese Thiere beobachten im Atemholen hoͤchst ungewisse Zwischenzeiten, fo daß zwischen dem Ein- und Ausatmen oft fehr lange, oft fast gar keine Zeit vergeht. Die Kaninchen Mem. sur la respir. Exp. 7. 8. u. f. , und andre Thiere, halten bald vor Furcht mit dem Atemho- len Das Atemholen. VIII. Buch. len an, so daß das Atmen durch Schmerz, oder Beklem- mung wieder erwekkt werden mus; bald atmen sie dage- gen mit der groͤsten Anstrengung, bald machen sie auch hierinnen wieder eine Veraͤnderung, sie brechen das Ein- atmen unvollstaͤndig ab §. 16. Exp. 10. 33. , und verfolgen es mit schnellem Ausatmen: diese Thiere gehen also mit den Zwischenzei- ten der Atmungen nach Belieben um, sie wissen diese Ter- mine zu verlaͤngern, oder zu verkuͤrzen. Diese Gewalt besizzt der Mensch eben sowohl. Wir koͤnnen das Einatmen, und das Verhalten der Luft in unsrer Lunge, wenn wir uns anstrengen, oder zwi- schen dem Studiren ausruhen wollen, oder um einen Ver- such zu machen, verzoͤgern Bis funfzehn Pulse nach ver- hielt es J. FLOYER. angef. Ort. T. II. . Wir koͤnnen uns blos der Ribben bedienen SCHWARTZ. n. 8. , oder blos das Zwerchfell anwen- den §. 6. . Wir koͤnnen ein recht volles Atmen verrichten, und eine Menge Luft in uns ziehen, daß man die Brust zum Singen gleichsam voll Luft fuͤllt. Wir koͤnnen stark ein- atmen, wenn man in der Arbeit keicht, und wir koͤnnen fast gar keine schoͤpfen, wenn der Schmerz des Seiten- stechens, das Einatmen beschwerlich macht. Wir koͤnnen zu einem Geschreie mit voller Lunge ausatmen, oder auch nur schwach den Atem ausstossen, um ein tiefes Ein- atmen folgen zu lassen, so daß auf ein heftiges Einatmen fast gar kein Ausatmen geschicht §. 11. . Wir koͤnnen uns lange Zeit ohne Atemholen behelfen FRYER travels. S. 192. . Man kann sich so gar von der Nothwendigkeit, neue Luft zu haben, zum Theil entwoͤhuen. So lernen die Taͤucher durch die Uebung, lange Zeit unter dem Wasser zu bleiben, und so gewoͤhnen sie sich allmaͤlich, dagegen die Ungemaͤhlich- keiten einer leichteren Luft zu ertragen. Wir haben end- lich gezeigt, daß ein Mensch das Atemholen hemmen, und IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. und ohne Huͤlfe eines Werkzeuges, sich das Leben endlich selbst nehmen koͤnne §. 13. . Dagegen habe ich oft gesehen, daß Thiere den ersten Atemzug durch willkuͤhrliche Be- wegung verrichten, daß junge Huͤhner mit offnem Schna- bel nach der Luft schnappen, daß sich junge Hunde in der Luft kruͤmmen, Atem suchen, gleichsam gaͤhnen, und end- lich wirklich Luft schoͤpfen. Folglich, wird der Anfang, das Ende, das Wachsen, vermindern, und die Zwi- schenruhe im Atmen, von dem Willen beherrscht. Wenn das Atemholen eine willkuͤhrliche Sache ist, so wird solches, wie alles andre, das unter dem Gebiete des Willens steht, vom Vergnuͤgen und Schmerzen re- giert. Eine Art von Schmerzen, und zwar unertraͤgli- chen Schmerzen, ist die Beklemmung. Eine Beklem- mung, empfindet der Mensch, bei dem das Ausatmen gehemmt, und die Luft in der Lunge zuruͤkke gehalten wird. Von dieser Aengstlichkeit macht man sich los, wenn man den Atem auslaͤst, man atmet also aus, und das eben auf die Weise, wie man nieset, zu Stule geht, den Harn laͤst, naͤmlich um sich von einer unausstehlichen Beschwerlichkeit los zu machen. Es ist mir bekannt, was wider diese naͤhere Aufloͤ- sung der Aufgabe, der Sahlischen Parthei Dem| Jnstinkte schreibt es ridley zu, welches fast einer- lei ist, of the brain. S. 165. 166. , auch von sehr scharfsinnigen Maͤnnern SENAC. angef. Ort. S. 383. 384. hin und wieder einge- wandt worden. Wir atmen, wider unser Wissen, im Schlafe, im Schlage, und da wir auf alle andre Dinge mehr Aufmerksamkeit wenden FABRICIVS. L. II. S. 24. : Es ist die Beschwer- lichkeit von einem langwierigen Einatmen so gros, daß man auf die wahre Ursache des Ausatmens gerathen koͤnne, doch sei dieses nicht jederzeit die wahre Ursache des Aus- atmens, ein gesunder Mensch erwartet diese Beschwer- lich- Das Atemholen. VIII. Buch. lichkeit nicht erst, sondern er koͤmmt ihr zuvor, die At- mungswechsel folgen in kurzen Zwischenraͤumen auf ein- ander, und geschehen uͤberhaupt geschwinder, als eine Empfindung von Beklemmung, entweden nach dem Ein- atmen, oder nach dem Auslassen des Atems entstuͤnde. Daher haben sowol die Alten, als Neuern WILLIS. S. 29. 30. SWAMMERD. thes. 8. 9. BO- RELL. angef. Ort. c. 7. S. 161. 162. BOHN. S. 89. VERH. L. II. Tract. 2. c. 8. der ber. BER- TIER. S. 181. 145. 146. , die Schwierigkeit zu mindern gesucht, und ein anderes noth- wendiges, vom Leben abhaͤngiges Atemholen ausgedacht, dessen Ursachen in dem Schlage noch zu wirken fortfuͤh- ren, und ein anderes, dem Willen untergeordnetes Atmen festgesezzt. Es scheint sich aber weder mit der einfachen Natur, noch mit den ewigen Grenzen zu raͤumen, welche sie zwi- schen den Bewegungen im Menschen festgestellt hat, daß eben derselbe Muskel bald vom Willen, und zu uͤberleg- ten Entzwekken regiert werde, bald ohne den Befehl des Willens, und ohne Empfindung der Seele, von freien Stuͤkken in Bewegung gerathe. Wir werden ferner an einem andern Orte zeigen, daß die Bewegungen, welche die Nothwendigkeit hervorbringt, einfach sind, und blos auf das Zusammenziehen eines Werkzeuges ankommen, dergleichen alle von der nothwendigen Gewalt eines Rei- zes abhaͤngen, wie man an dem Herzen, den Gedaͤrmen, und Gefaͤssen sieht. Das Atemholen ist eine gemischte Ver- richtung verschiedner Werkzeuge, die sich mit Absicht zu ei- nerlei Wirkung vereinigen mus, naͤmlich des Zwerchfells, der Ribbenmuskeln, des Halses, Kopfes, der Brust, des Ruͤkkens. Die Versuche selbst haben mich gelehrt, daß durch dergleichen Reiz, wenn es gleich der allerschaͤrfste waͤre, zu- sammengesezzte Handlungen nicht hervorgebracht werden koͤnnen, wovon der Husten ein Beispiel abgiebt, denn ich habe IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. habe diesen durch keine Kunst aus Thieren erzwingen koͤnnen. Jch empfinde es selbst, wie schwer es sey, die Em- findung von einer Aengstlichkeit, in vollkomnem Schlafe Es gesteht Galen, er wisse diesen Knoten nicht aufzuloͤsen. Vergl. damit eine Stelle von aͤhnli- chem Sinne beim EABRICIO. S. 26. Jndessen pflegte sich doch Ga- len auf die Nothwendigkeit zu beru- fen, welche Ursache waͤre, daß das Atemholen niemals aufhoͤre, in aphor. II. n. 42. , und in vollkommnem Schlage zu verteidigen. Allein wenn man die Stufen des Schlafes durchgeht Dieses alles wird erst im Bu- che von den innerlichen Sinnen erwiesen werden koͤnnen; vorjezzt nehme ich es, als vor wahr an, weil ich glaube, daß es ein jeder zugeben wird. , so wird es so unerklaͤrlich nichr seyn. Das Rasen ist ein Schlaf, und nicht eine Ruhe der Seele Vergl. den ber. PORTER- FIELDS on the Eyes T. II. S. 56. . Jn dem unruhigen Schlafe der Nachtwandler wirken fast alle Werkzeuge des Willens; in einem, etwas weniger feh- lerhaften Schlafe, reden dennoch einige Menschen, und wenige sind, die nicht dann und wann den Koͤrper um- wenden. Man kan die starken Affekten der Sele so gar aus dem Atmungstone der schlafenden errathen, und es unter- scheidet sich die Furcht, die Betruͤbnis, die Empfindung von Ungemaͤchlichkeit, und die Freude durch ihre Karak- tere. Ein Mensch kruͤmmt, und jeder nach seiner Ge- wonheit, die Gelenke der Gliedmaaßen, und die dem Willen gehorchende Muskeln, erhalten sie in solcher Lage. Es sind die Schliesmuskeln geschlossen, die Augenlieder niedergelassen, man schliest sie aus willkuͤhrlicher Gewon- heit, vor Furcht, und wenn die Furcht vorruͤber ist, so werden sie doch von eben diesen Muskeln, die blos der Wille lenkt, geschlossen. Folglich kommen im Schlafen viele Spuren von dem Willen, und diesem untergeordne- ten Muskeln vor. Der Schlag ist ein schlimmer, und verderblicher Schlaf. Und es hat hier Whytt Recht On vitals motions. S. 192. , daß Das Atemholen. VIII. Buch. daß in diesem Zustande des angegriffnen Gehirns, bei dem gelinden Reize des tauben, die Zwischenzeit zwischen zween Atemzuͤgen laͤnger sei, um sich bis 7 oder 10 Mi- nuten, und zu 40 Pulsschlaͤgen verweile, weil die Seele, wegen des gesperrten Gehirns, ihr Uebel nicht ehe em- pfindet, als bis dieses aufs hoͤchste gestiegen ist. Wenn wir aber gesund sind, so kommen wir der Unbequemlich- keit, die auf ein verlaͤngertes Einatmen folgt, zuvor, weil wir aus der Erfahrung gelernt haben, daß uns ein un- vermeidliches Uebel hinrichten werde, so bald wir saum- selig sind, der Natur diese Schuld zu entrichten. Es hat mich oft im Studiren, unverhoft eine Bangigkeit uͤberfallen, wenn ich den neuen Reiz aus der Acht lies. Denn es laͤst sich eine mittelmaͤßige Bangigkeit verstel- len. Doch alsdann drang eine peinliche Gewalt der Nothwendigkeit in mich, der Reiz des beschwerenden Uebels wuchs, und es ist dieses eine Gewalt, welcher kein Mensch, ohne nur ein sterbender wiederstehen kann Ebendas. S. 200. 201. . So werden also die gewechselten Spiele des Ausatmens zu Gesezzen, und so wird bei einem andern Exempel, die oft wiederholte Erfahrung des Schadens zum Gesezze, indem das Nikken der Augenlieder, bei einem staͤrkern Lichte, von freien Stuͤkken, und ohne vorgaͤngige Ueber- legung, seinen Fortgang behaͤlt, da es doch blos eine Sache des Willkuͤhrs ist. So lange ich also nicht bessere Gruͤnde vor mir sehe, so erklaͤre ich mit dem Fanton Anat. S. 338. , Stahl, Franz de Sauvages Respir. difficult. S. 10. daov- steng. u. f. , Robert Whytt Angef. Ort. S. 192. 178. 179. , und andern neuern Aerzten uͤberhaupt, die Nothwendigkeit der Atmungswechsel, durch die vom verhaltnen Blute entstandne Aengstlichkeit, und daß die Seele ihre Kraͤfte anwendet, um dieser Beschwerlichkeit los zu werden. §. 19. IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. §. 19. Wie lange man ohne Ausatmen leben koͤnne. Man verstatte uns hier einem Einwurfe zuvor zu kommen, den man wider unsere Theorie, von der lan- gen Zeit hernehmen koͤnnte, in der Menschen unter dem Wasser leben BERGIER Ergo respiratio est motns Sympathico mechanicus. Paris. 1743. E. A. NICOL Von der Einbildungskraft. S. 210. und n. 13. . Ein Thier, das unter Wasser koͤmmt, hat bereits Luft in sich gezogen, seine Lunge ist von der Luft ausgedehnt WESZPREMI observ. I. evers. S. 5. lovis. S. 230. , und die Spalte des Luftroͤhrenko- pfes offen; wenn man dieses oͤffnet, so zeigt es an den Werkzeugen der Lunge Veraͤnderungen, welche sonst auf ein verzoͤgertes Einatmen folgen DETHARD. angef. Ort. und niederwerts gedruͤkktem Zwerch- felle, da die Eingeweide des Bauches niedergetrieben, und die Lunge voller Blut ist. . Und von dieser Zeit haͤngt die Hofnung, ertrunkene wieder lebendig zu machen, ab. Es ist anfangs viel daran gelegen, ob jemand ploͤzz- lich ins Wasser falle, ob er gesund, und munter sei; oder ob dagegen ein mattes Thier, das kaum mehr Atem holt, ein schwachklopfendes Herz hat, halb todt ist, lang- sam unter Wasser koͤmmt. Man hat hiervon ein Bei- spiel an den Schwalben CONNOR hist. of Poland. II. S. 85. Phil. Trans. n. 319. BRV- HIER. T. II. S. 126. 139. re- gnard voyages S. 124. lice- tvs beim eabro in Hernan- dez. S. 708. 709. pontoppi- dan hist. nat. Norveg. II. S. 187. linn. Oecon. natur. S. 39. ber- ger natur. human. S. 279. Bresl. Samml. 1719. Apr. HEHSHAW beim BIRCH. T. IV. S. 534. ek- mark migrat. avium. S. 35. BOYLE of frost. S. 232. NEH- RING in FRANCI palingene- siam. S. 75. und besonders klein. Danzig. Vers. T. I. S. 480. u. f. mit authentischen Beglaubigungs- scheinen. Ohne Bewegung und Waͤrme fand die Schwalben selbst HARVEY beim BIRCH. T. IV. S. 537. Sie werden unter dem Eise le- , welche sich, gegen den ein bre- H. Phisiol. B. D d Das Atemholen. VIII. Buch brechenden Winter, im Norden in die Teiche stuͤrzen, sich an das Rohr anhaͤngen EKMARK. angef. Ort. , sich allmaͤhlich daran ins Wasser niederlassen NEHRING. angef. Ort. doch sterben sie, derh. und co- las dafelbst. pechein aeris et alim. defect. c. 3. , und, wie man sagt, ertrinken. Diese Voͤgel behalten dennoch, bei dem Bilde des Todes, in der That das Leben, man kann sie durch die Feuer- waͤrme leicht wieder erwekken, und sie wachen alle Jahre, wenn der angenehme Fruͤhling einfaͤllt EKMARK. u. f. , wieder von selbst auf. Mit diesen haben diejenigen Menschen viel Aehnlichkeit, welche von wirklich todten wenig verschie- den Es kann ohne Atemholen ein ganz weniges Leben fortdauren, WHYTT angef. Ort. S. 227. , ohne Puls und Atem, ganze Tage Drei Tage lang, diemer- broeck. S. 319. Man lese aber die, vom ber. brvhier gesamm- lete Geschichte. , und, wenn man der Geschichte trauen darf, ganze Wochen lang vor todt gelegen haben Vierzig Tage lang, απνους heraclidis. . Wenn man Thiere, und selbst Menschen, ploͤzzlich unter Wasser taucht, so kommen sie gewis, und gemei- niglich in wenig Minuten, und fast in eben der Zeit um, da sonst andre sterben, die durch andere Zufaͤlle des Atem- holens beraubt werden. Es erstikken naͤmlich diejenigen fast auf einmal, denen ein etwas dikker Koͤrper in die Luftroͤhre, oder in den Luftroͤhrenkopf, ungluͤkklicher Weise geraͤth, und den Atem hemmt. Jch habe gesehen, daß dieses Uebel von einer Wallnus Opusc. pathol. obs. 7. , die im Luftroͤhrenko- pfe stekken geblieben, erfolgt ist; ich habe gesehen, daß von einem hineingefallnen runden Wurme Obs. 9. dergleichen geschehen; andre sind von einem heruntergeschlukkten Stuͤkkchen Fleische, welches aber in die unrechte Kehle ge- lebendig gefunden, DERHAM phys. theol. L. VI. c. 3. S. 341. phys. oecon. Patriot. T. I. n. 49. blancaard chirurg. S. 336. Auch die Froͤsche, boyle on frost. S. 232. und der Salamander, Mem. de l’Acad. 1719. S. 145. dauren un- ter dem Eise. IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. gekommen BARTHOLIN. Cent. I. hist. II. cist. med. S. 524. hever- mann oper. T. II. S. 368. , von einer Pille ALEX. BENED. L. VII. præf. , von harten Eiern G. D. P. della morte appa- rente| degli animali. , von einer Bohne Eph. Nat. Cur. Dec. 1. ann. 2. obs. 153. , von einer Erbse ALBERTI med. leg. T. IV. c. 19. append. , vom Grase Daß dieses beim Vieh oft vor- komme, hooke exp. S. 28. 29. , von zugedruͤkktem Munde Es kam jemand schnell davon ums Leben, HASENEST. T. IV. S. 149. , und von elnem Bissen, der zwar in den Mund gebracht war, wegen seiner uͤbermaͤs- sigen Groͤsse aber, die Luftrohre gedruͤkkt zu haben schien SCHELHAMMER physiol. S. CXVII. , erstikkt worden. Es kommen auch Thiere ploͤzzlich um, wenn ihnen geuͤbte Ringer die Luftroͤhre zudruͤkken ORIBASIVS. L. 24. S. 56. Jemand der einem Tiger die Luftroͤhre zudruͤkkte, rettcte sein Le- ben dadurch, Saar Ostind. Reisebe- schr. S. 79. rlein quadrup. S. 80. einer, der es an einem Hunde be- wiesen, THORESBY antiq. of Leeds. S. 615. , und erstikken Kinder ploͤzzlich, wenn sie im Saugen die Zunge auf die Luftroͤhre zuruͤkke ziehen De morbis infantum. n. 30. . So erstikken auch die- jenigen ploͤzzlich, in denen der Eiter, von einem zerrisse- nen Lungengeschwuͤre, die Luftroͤhre anfuͤllt, und dieses war ohnlaͤngst das traurige Ende, des geliebtesten Erb- prinzen dreier Reiche, als ein altes Lungengeschwuͤr auf- kam, und es noͤthigte denjenigen, die die Talente dieses besten Prinzen in der Naͤhe verehrten, billige Thraͤnen ab Ein Beispiel erzaͤhlt der ber. PFANN. S. 153. . Eben so schnell uͤberfaͤllt einen der Tod, wenn sich das Blut in die Lunge ergiest, und die Luftwege erfuͤllt DIONIS cours d’anat. S. 448. 449. 450. mort subite. S. 70. 74. SMET. miscellan. L. X. S. 581. , oder die gleichsam ausgetrokknete Lunge, kein Blut durch- laͤst BARTH. hist. 45. Cent. I. Es war davon das rechte Herz, und Ohr sehr gros geworden. . D d 2 End- Das Atemholen. VIII. Buch. Endlich sterben diejenigen eines schnellen Todes, bei denen entweder ein in die Brust gefallner Koͤrper Von einer Bleikugel MAV- CHART de lethal. vuln. , oder die Atmosphaerenluft eine Zeitlang die Lunge druͤkkt Vorhergeh. §. 3. . So kommen auch unter Wasser getauchte Thiere, wenn die Versuche gut angebracht werden, ploͤzzlich durch Erstikkungen um. Es sahe Musschenbroek Voͤgel, auch Enten Essays. S. 42. , in einer Minute, und nach \frac{3}{2} Minute umkommen Ad Cimentinos. S. 115. . Selbst Schwalben sterben nach einigen Minuten unter dem Wasser Roͤsel Heuschrekken. S. 158. . Robert Boyle sahe einen Goldammer, innerhalb dreißig Sekunden unter dem Wasser den Atem verlieren Phil. Trans. n. 62. tit. 10. , und einen Maul- wurf nach \frac{5}{4} Minuten, einen Sperling Ebendas. , und eine Maus, und Ente nach 4 bis 6 Minuten In LINVM. , sterben. Unser beruͤhmter Evers, sahe unter vierzehn Thieren von ver- schiednen Arten, einige in drei, andere in acht, noch an- dere in funfzehn Minuten sterben Exp. S. 3. und ebenfalls S. 14. 15. 10. , und man konnte einen Knaben nach funfzehn Minuten nicht wieder zum Leben bringen S. 5. n. 7. . Jch selbst habe eine Kazze Exp. 137. , einen Vogel Obs. 141. , nach zwo Minuten, ohne alle Hofnung, eine Henne nach drei Exp 140. , einen Huud nach sieben Minuten Exp. 139. , andere Hunde nach 25 Minuten, das Leben einbuͤßen gesehen Exp. 135. 136. . Ein junges Schwein, das untergetaucht war, konnte nach zwanzig Minuten, als man Luft einblies FLEMYNG propos. S. XXIX. , so we- nig, als ein Mensch, der ploͤzzlich verstarb, weil ihm Eier in die Luftroͤhre gefallen waren G. D. P. della morte appa- rente. , wieder lebendig gemacht werden. Selbst IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Selbst Taͤucher, denn wir reden hier gemeiniglich vom Menschen, da diese doch des Wassers am meisten kundig sind, leben nicht laͤnger, als zwo Minuten unter Wasser (g), wie die glaubwuͤrdigsten Schriftsteller be- richten. Wenn man sonst andre Geschichte von Menschen aufzeigt, welche man wieder zu sich selbst gebracht hat, als sie 15 Minuten lang ZIEGLER de submersis Phil. Trans. n. 454. Eph. Nat. Cur. Vol. 7. obs. 124. , 20 RAVLIN obs. de medec. S 275. , 22 WESZPREMI obs. , 25 CHARIS und kessel- ring de morte submeps. diese Frauensperson hatte aber im Sakke gelebt. , 30 Minuten ALEX. BENED. L. X. c. 9. , und noch laͤngere Zeit unter Wasser gewe- sen ALBIN. Handgriff. Gent- lem. Magaz. 1749. Aug. , und wenn man von Schwimmern lieset, welche 15 Phil. Trans. n. 43. , 30 Minuten J. a COSTA hist. nat. Ind. L. IV. c. 15. VESAL beim LEVI- NVS LEMN. miracul. nat. L. VI. S. 173. ENGELMANN Hol- land. Verhandel. T. IV. S. 387. , 60 Die Brasilianer beim PISO de re natural. Ind. L. I. c. 13. Minuten, vier Stunden Jener beruͤhmte COLA- PESCE beim cardano de sub- tilitat. S. 387. , einen ganzen Tag LEON. a CAPOA delle mofette. S. 47. 48. RADZIVIL itin. Palaesti. S. 146. , drei Tage BIRCH. T. III. S. 6. 7. , unter dem Wasser lebendig geblieben, so ruͤhren solche Geschichte theils von unwissenden, oder solchen her, die wenig Sorgfalt auf die Beobachtung selbst gewandt haben, theils beziehen sie sich auf fremde Ursachen. Es ist naͤmlich der Mensch um etwas, doch nicht viel leichter, als das Wasser. Ein maͤßig fetter Juͤngling wog in der Luft 138 Pfunde, im Wasser acht Unzen Beim ROVMAVLT. . Man hat vor kurzem sehr genau D d 3 ge- Phil. Tranf. n. 349. boyle digress. de usu respir. wenn sie nicht einen Vorrath von Luft mit sich un- ter das Wasser mitnehmen. Journ. de medec. 1757 Oet. Freie Urteile. 1750. n. 82. BRVHIER. S. 196. Eph Nat. Cur. Dec. I. ann. 6. 7. obs. 20. Act. Hafn. Vol. IV. S. 175. 176. BIRCH. T. III. S. 6. Das Atemholen. VIII. Buch. gewiesen, daß beiderlei Schweren oft gleich gros seyn, und daß sonst der Mensch etwas schwerer, als das Wasser wiege Phil. Trans. Vol. I. P. I. S. 32. . Ein Karpen wog in der Luft zwei Pfunde, einen Skrupel, im Wasser eine halbe Unze, und zehn Gran BIRCH. T. 1. S. 69. . Noch leichter sind die Voͤgel, wegen der Luft in ih1em Unterleibe, so daß sie kaum von ihrer Schwere niedersinken, und unter Wasser bleiben Von den Schwalben, roesel angef. Ort. . Daher kommt es, daß die Menschrn sehr schwer untersinken FISCHER de senio. S. 60. 61. Ein Mensch schwimmt auch, wenn man ihm die Blase und das Gedaͤrme herausnimmt, allezeit uͤber dem Wasser, BROWNE erreurs populaires. L. IV. S. 463. , und oft uͤber das Wasser heraufkommen, so gar, wenn sie auch schon todt find; wenn sie also noch leben, so koͤnnen sie leicht von der Luft wieder ermuntert werden. So kann auch ejn nachlaͤßig untergetauchtes Thier, leicht das Le- ben wieder erlangen EVERS. S. 10. , weil es mit erhobnen Kopfe Luft schoͤpft aus dem Wasser selbst. Dieses war ehedem ei- ne Vermuthung, welche ich vorgetragen Opuscul. pathalog. S. 161. , und nun finde ich offenbare Beispiele davon Derjenige Knabe, den man aus dem Wasser herauszog, und wie- der zum Leben brachte, war dreimal heraufgeschwommen. Brem. Magaz. T. II. S. 568. Ein Knabe schwamm unter Wasser laͤnger, als eine halbe Stunde, denn er schwamm auf dem Ruͤkken. Phil. Trans. T. 49. P. I. ob er sich gleich niemals geuͤbt hatte. . Selbst diejenigen Thiere, welche zu Lande, und im Wasser leben koͤnnen, und die Wallfischarten, die vom Schoͤpfer bestimmt sind, unter dem Wasser zu leben, koͤnnen nicht einmal lange ohne Luft seyn, ob diese Thiere gleich besonders grosse Blutadern haben, so lange sie un- ter dem Wasser sind, das Blut darunter zu sammlen, wie vom Wallfische Friedrich Martens Reise nach Spizbergen, und Phil. Trans. n. 387. , vom Delphine Ariftoteles Histor. anim. L. VIII. c. 2. , vom Manati Hist. naturel le de l’Oreno- que. T. II. S. 49. Gumilla, an- IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. andere vom grossen Seepferde Daß es nicht uͤber eine halbe Stunde unter Wasser daure, LA- BAT. afric occid. T. V. S. 270. , von der Otter, einem zur Fischerei gemachten Thiere, Lemery ARNAVLD hist. des ani- mal. T. V. P. II. S. 182. , vom Meer- kalbe Schelhammer Jn der Zergliederung dieses Thieres. Die Fifcher, wenn sie die- se Thiere fangen wollen bedienen sich dieser Nothwendigkeit. LEIGH nat. hist. of Lancashire, fuͤgt hinzu, diese Thiere schloͤssen Mund und Na- se genau zu, ehe sie sich ins Wasser werfen; denn sie haben sehr grosse Blutadern, wenn man sie mit den Schlagadern vergleicht, schel- hammer. ebendas. , und vom Biber die Reisebe- schreiber bezeugen. Hierbei hat das runde Loch keinen Nuzzen, wofern dieses ja am Meerkalbe RAI Synops. S. 190. kvl- mvs Supplem. I. obs. 5. , oder am Seebaeren STELLER nov. Comm Acad. Petrop. T. II. S. 743. , und an der Otter Mem. des savans etrangers. T. II. S. 204. daß es offen sei, leug- nen BVFFON. T. VII. Eph. Nat. Curios. Dec. II. ann. 10. obs. 112. Jm Delphin leugnet es grew mus. S 93. Jm Biber die Pariser. offen steht. Wenn man Biber, oder Meerkaͤlber, ausser dem Wasser erzieht, so verlernen sie in der That, unter Wasser zu gehen KLEIN de piscib. miss. IV. S. 7. , und die Otter ertrinkt ebenfalls unter dem Wasser, wie die uͤbrigen Thiere BVFFON. T. VII. S. 1 a 5. . Folglich erhellt hieraus, daß Menschen aͤhnliche Thiere nur kurze Zeit ohne Atemholen dauren koͤnnen, wenn sie nicht erstikken sollen. Die Beispiele von erwuͤrgten Personen, gehoͤren hie- her nicht, wenn sie gleich nach ziemlich langer Zeit, wie- der zum Leben gebracht werden CAESALPIN quæst. med. S. 229. . Jch glaube naͤmlich daß solche Menschen vielmehr am Schlage ROEDERER. angef. Ort. S. 8. , als an verhindertem Atem sterben. Wenigstens sind sie ihrer nicht mehr maͤchtig CAESALPIN. ang. Ort. , sie sehen erst lebhaste Farben BOERH. in prael. , D d 4 und Das Athemholen. VIII. Buch. und hierauf nichts als schwarze Finsternisse. Es ist also kein Wunder, wenn sie oftmals CORNAR hist rar. S. 1. 2. ELIS GREEN in der eignen Ge- schichte eines ermunterten Maͤd- chens. PLOT nat. hist. os Staf- fordshire. S. 292. hoffm de æro- teria, dieser, weil die Luftroͤhre knochig war. , nachdem der Strikk abgeschnitten, und eine Ader geoͤffnet worden, wieder zu sich selbst kommen. Jn Florenz war es schon zur Ge- wonheit geworden, daß Uebelthaͤter wieder hergestellt wurden, daß man sich genoͤthigt sahe, die Todesart zu aͤndern, und das Genikke zu verrenken G. D. P. Lettera sopra la morte apparente. S. 35. . Jndessen lehren mich meine Versuche doch, daß ein Strikk den Werkzeugen des Atemholens Schaden thue. Jch habe naͤmlich gesehen, daß ein solcher toͤdtlicher Strikk, zwischen dem schildfoͤrmigen Knorpel, und dem Zungenbeine, bis in die Hoͤle des Obertheils des Schlun- des durchgeschnitten hatte: ich habe gesehen, daß der ringfoͤrmige Knorpel von der Luftroͤhre abgesondert gewe- sen; ich habe den Schildknorpel zerrissen gesehen, so daß der obere Theil heraufgezogen, der untere herabgezerrt war, und es haben andere beruͤhmte Maͤnner, derglei- chen auch angemerkt Der Ringknorpel war zerris- sen, und von der Luftroͤhre abgeson- dert, die Muskeln verschnit. en, weiss progr. V. S. 14. der Ring- knorpel in viele Stuͤkke zerbrochen, MAVCHART luxat. nuch. . Auf einer andern Seite, hat man die Sache, gegen die Thiere gehalten, bei denen wenig Blut durch die Lunge geht Die Schildkroͤte, BAGLIV. S. 461. dvssiere mem. avant. 1699. die Pariser, in anc. mem. der Frosch, SWAMMERD. S. 823. 831. Phil. Trans. n. 94. die kalten Thiere uͤberhaupt, MALPIGH. Posthum. S. 14. die Salamander, Eidechsen, Kamaeleons, Schlangen, Schildkroͤten, SWAMMERD. S. 830. , und deren Lungen, wenn man sie gleich an die offne Luft bringt, dennoch ausgedehnt bleibt BORELL. propos. 95. dv- vern. obs. de phys. 34. . Diese leben freilich laͤnger ohne Atemholen, und sie ster- ben unter Wasser entweder langsam, oder sie koͤnnen uͤber- IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. uͤberhaupt nicht getoͤdtet werden An Froͤschen, die acht ganzer Tage unter Wasser gehalten wurden, hat es BROWNE versucht, erreurs populaires. T. III. S. 315. . Ausserdem hat auch noch die Schildkroͤte, wie es unter den Neuern be- ruͤhmte Maͤnner bezeugen, muskelhafte Ringe beim Ein- tritte der Lungenschlagader, daß sie das Blut von dieser Schlagader abhalten koͤnne, so lange sie unter Wasser ist JENTY course of anat. II. S. 363. , und in diesen Thieren hat das Blut, auch wenn die Lunge zernichtet worden, noch seinen Lauf Die Pariser, dvvernoy. Angef. Ort. . Eine solche Schildkroͤte hat ohne Atemholen, weil ihr Mund und Nase verstopft waren, zwanzig Tage lang gelebt BAGL. S. 460. : und dennoch strekkt sie, wenigstens in heissen Laͤndern, alle sieben, oder zwoͤlf Minuten den Kopf aus dem Wasser hervor, um Luft zu schoͤpfen DAMPIER. T. I. Itin. S. 442. . Auch die Jnsekten fuͤrchten nicht sehr das Wasser. Schnekken bleiben gan- zer sieben Tage unter Wasser SWAMMERD. bibl. S. 115, . Man sollte glauben, daß Fliegen von allerlei Arten, und Bienen im Wasser ertrunken sind SWAMMERD. S. 721. Nat. hist. os California. T. I. S. 208. , die man dennoch leicht wieder zum Leben bringt, wenn man sie an die Sonne, oder eine an- dre Waͤrme legt. §. 20. Ursachen des Ausatmens. I Die Bauchmuskeln. Wenn das Ausatmen nach dem Einatmen ganz un- vermeidlich ist, so mus ich auch die Kraͤfte erklaͤren, wo- durch diese Sache zu Stande gebracht wird. D d 5 So Das Atemholen. VIII. Buch. So wie das Zwerchfell das Werkzeug eines ganz ge- linden, gemeinen, und natuͤrlichen Einatmens ist, so sind die Bauchmuskeln die Ursachen des Ausatmens GALEN. de caus. respir. helmont. de catrarh. deliram. n. 48. 49. , und man mus diese Muskeln uͤberhaupt weder einzig und allein auf ein gewaltsames Ausatmen ziehen FABRICIVS. S. 92. 94 u. f. bohn. 88. borell. prop. 93. , noch von der Werkzeugen des Atemholens ausschluͤssen SPIGELIVS. S. 102. . Man siehet jederzeit im Atemholen, besonders an Manns- personen, wie der Unterleib im Einatmen aufschwillt, und wie dieser kurz darauf im Ausatmen niedersinkt, und zusammengezogen wird. Fabricius S. 94. , hat den schiefen Muskel an den schreienden Schweinen wirksam gefunden (x*), und man siehet, wie dieser an lebendigen Thieren, wenn der Bauch unbeschaͤdigt ist, sehr er- starret, und mit grosser Staͤrke zusammengezogen wird Exp. 50. 51. 52. . Derowegen erfolgen die Ohnmachten Wenn der Guͤrtel abgenom- men wird, SIMSON essays. S. 220. , und oft ploͤzliche Todesfaͤlle Der ber. KALTSCHMID in seinem, ohnlaͤngst herausgegebenen Progr. , wenn man Wassersuͤch- tigen, das Wasser mit einmal abnimmt, und man kei- nen Guͤrtel umlegt, welcher gleichsam die Kraͤfte der Bauchmuskeln vorstellen mus. Es steigt naͤmlich das Zwerchfell, das erst hoch in die Hoͤhe getrieben war, nieder, und es kann der Bauch ferner von den Bauch- muskeln, die in dergleichen Koͤrpern wunderbar duͤnne geworden, nicht mehr zusammengeschnuͤrt werden, noch das Ausatmen auf das Einatmen folgen. Dieses pflegt auch oft bei der Geburt eine Ursache zu einem ploͤzzlichen Tode zu seyn EN|GELM. Verhand. der hollanz Maatsch. T. IV. S. 454. slevogt infel. cur. hydr. saccat. . Daher richten die zerschnittnen Bauch- muskeln, und die Verlezzung des Zwerchfells ebenfalls Schade IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Schaden an, und sie machen das Atemholen beschwer- lich OEDER. n. 17. . Wir haben einigermaßen gezeigt, was diese Muskeln am Unterleibe, und der Brust vor Veraͤnderungen an- richten 1. Abschn. 8. B. §. | 29. . Sie druͤkken den Unterleib zusammen, wie ein sehr starker Guͤrtel §. 30. 1. Abschn. 8 B. , und dieses thun beide schiefe, und der Quermuskel, dagegen treiben sie die Eingewei- de VESAL. S. 349. und 823. SPIGEL. L. IV. c. 18. pecqvet S. 83. sylvivs diss. VII. n. 23. drelincovrt canic. 7. , welche weder nach unten, noch ruͤkkwerts auswei- chen koͤnnen, uͤber sich gegen das Zwerchfell, und sie zwingen diesen flachen Muskel sich zu woͤlben, daß er selbst in die Brust THRVSTON. S. 38. de GORTER. n. 27. nevcranz. c. 5. die Pariser am Straussen. Mem. sur la respir. exp. 40. 42. hinauf steigt. Diese Woͤlbung, und den Raum, den die untern Ribben einnehmen, er- fuͤllt nunmehr die Leber, der Magen, die Milz, und die ebenfalls in die Hoͤhe getriebenen Nieren. Es kann aber das Zwerchfell in die Brust zu einer verschiednen Hoͤhe hinaufgetrieben werden, so wie die Anstrengungen des Ausatmens verschieden sind. Man hat gesehen, daß die Brust zwischen der sechsten und siebenden Ribbe BOGVTZKY. S. 18. , durchbort worden, ohne daß das Zwerrchfell verlezzt wor- den; und man hat es dagegen von Wunden durchbort befunden, welche zwischen der vierten, und fuͤnften Rib- be angebracht waren H. de HEERS. obs. 25. . Da uͤbrigens der Tod mit dem Ausatmen verbunden ist, so findet man das Zwerchfell an todten Koͤrpern jederzeit uͤber sich hinaufgetrieben CHESELDEN. S. 105. VERHEYEN. S. 170. Vergl. S. 74. , es verstekkt unter seinem hohen Gewoͤlbe, die Leber, den Magen, die Milz, und einen grossen Theil der Nieren. Daß das Zwerchfell, und die Ribbenmuskeln, von den Bauchmuskeln leicht bezwungen werden, erhellt auch schon Das Atemholen. VIII. Buch. schon aus denjenigen Versuchen, da die Bauchmuskeln an einem unverstuͤmmelten Thiere, wenn es sich zu schrei- en anstrengt, das Zwerchfell im Ausatmen mit sich nie- dergezogen Exp. 36. S. 289. schwarz n. 8. . Doch es sind dieses Folgen, welche sel- ten, und nicht nach dem Naturgesezze geschehen. Jn- dessen pflichte ich doch denen Schriftstellern bei, welche die ausatmende Muskeln, oder auch blos die Bauch- muskeln, fuͤr staͤrker, als das Zwerchfell halten WILLIS. angef. Ort. S. 28. . Die fie vor schwaͤcher ausgeben LIEVTAVD essays. S. 547. CHESELDEN. S. 105. swammerd. S. 72. , scheinen an lebendigen Thieren nicht betrachtet zu haben, wie schnell, und nach- druͤkklich das Ausatmen geschehe, mit welchen Geheule, und Geschreie die Anstrengung der Muskeln verbunden sey, und wie die Heftigkeit des Atems das Einatmen of- fenbar uͤbertrefe. Man mus das Anstrengen nicht wie- der uns einwenden. Denn es verbinden sich im Anstren- gen, die Kraͤfte der Bauchmuskeln, mit den Kraͤften des Zwerchfells. Es sind ferner eben diese Muskeln des Bauches, und besonders die geraden, und kleinen schiefen, staͤrker, als die Ribbenmuskeln, sie ziehen die erhobnen Ribben nieder, sie vergroͤssern ihre Zwischenraͤume, sie noͤthigen solche, sich mit ihren untern Raͤndern ein und niederwerts zu bewegen, und auf diese Weise vermindern sie den Querdurchmesser der Brust. Es ist solches diejenige Wirkung, da wir die Ribben gegen einander zusammen- ziehen, damit sie sich von den Kleidern entfernen moͤ- gen WINSLOW. mem. 1738. S. 67. . Folglich ist der eine Durchmesser der Brust nun kleiner geworden, welchen man von der rechten nach der linken Seite queer durch die Brust zieht. Es ist glaublich, daß bei dieser Handlung des Brustbeins, der drei- IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. dreiekkige Muskel mit den Kraͤften des Unterleibes zu- sammenstimme. Endlich ziehen eben diese Muskeln das Brustbein Vergl. GVNZ de situ pa- rient. S. 31. , das mit den Ribben im Zusammenhange steht, herab, und ruͤkkwerts, und dieses verrichten sonder- lich die geraden, folglich verkuͤrzen sie den dritten Durch- messer der Brust, der vom Brustbeine nach den Wirbel- beinen zu geht. Ein gewisser Mensch, wuste durch ein gewaltsames Zusammenziehen der Bauchmuskeln, deren Sehnen in der weissen Linie wie Strikke starrten, das Brustbein so stark gegen die Wirbelbeine zuruͤkke zu treiben, daß in dieser Gegend eine grosse Hoͤlung entstand FRYER orient. travels. S. 192. . §. 21. II. Die elastische Natur der Ribben. Es befinden sich die Ribben in todten Koͤrpern, in Menschen die nicht einatmen, und so oft sie sich selbst uͤberlassen sind, in dem Zustande des Ausatmens, sie haben naͤmlich weite Zwischenraͤume zwischen sich, sie machen (die erste Ribbe ausgenommen), mit dem Brust- beine und den Wirbelbeinen niederwers betrachtet, spizze Winkel, ihr unterer Rand lagert sich unter den oberen, und was dergleichen mehr ist, welches wir sonst erzaͤhlt haben. Aus diesem Zustande werden sie durch die Rib- benmuskeln, wenigstens so oft herausgehoben, als diese Muskeln die Ribben in die Hoͤhe heben, und sie beschrei- ben alsdenn beinahe rechte, ganz rechte, und endlich stum- pfe Winkel mit dem Brustbeine Vergl. S. 24. 25. , sie senken sich mit ihren Spizzen nieder Ebendas. , sie ziehen die Mitte ihrer Boͤ- gen in die Hoͤhe Ebendas. , und es ragt ihr unterer Rand Ebendas. , vor Das Atemholen. VIII. Buch. vor dem obern hervor. So bald als eben diese Muskeln zwischen den Ribben, vom Zusammenziehen nachlassen, so springen so gleich die elastischen Knorpel von der ge- waltsamen Lage, in die natuͤrliche zuruͤkke, welches auch an einem noch biegsamen Skelete geschicht Mem. sur la respirat. S. 218. Exp. 2. , wenn man sie in dem anatomischen Versuche in die Hoͤhe gehoben gehabt, sie sinken mit der Mitte ihrer Boͤgen nieder, sie erheben die innern Raͤnder, sie ziehen den untern Rand ruͤkkwerts, und einwerts, sie verengern die Brust BORELLVS prop. 85. 86. 87. 88. . Es ist dieses an lebendigen und todten Thieren ein leich- ter Versuch Vergl. HAVERS. S. 295. BERTIER. S. 191. . Und daher geschicht es, daß, wenn gleich der Bauch, und das Zwerchfell verstoͤrt worden, sich dennoch die Ribbenmuskeln wechselweise zusammen- ziehen koͤnnen, bei diesem Atemholen ist blos die Feder- kraft der Ribben den Ribbenmuskeln statt eines Gegen- wirkers. Daß ich diese Ursache des Ausatmen nicht oben angesezzt Dieses erkennen die ber. J. ADOLPH. BORELL prop. 91. J. MAYOW. S. 248. SAM. COL- LINS. S. 825. CLOPT. |HA- VERS. S. 292. ARCHIB. PIT- CARNE. angef. Ort. SENAC. uͤber den HEISTER. J. LIEV- TAVD. S. 547. G. CHEYNE natur. relig. S. 136. 137. , hat den Grund, daß sich die Ribben oft in dem natuͤrlichsten Atemholen, kaum etwas weniges bewegen §. 6. . Es ist dieses dasjenige Ausatmen, welches blos durchs Nachlassen verrichtet wird So erklaͤren es fast FABRI- CIVS. L. II. c. 7. BORELLVS pro . §. 22. III. Die Kraft, welche die Luftroͤhre, und deren Aeste haben, sich zusammen zu ziehen. So bald sich die Brust zusammenzieht, und die Luft anfaͤngt, herausgetrieben zu werden, so pflanzt sich diese Ver IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Veraͤnderung auch bis in die Lunge fort. Diese giebt nicht nur den Waͤnden der Brust nach, von denen sie zusammengedruͤkkt wird, sondern sie zieht sich auch aus eignen Kraͤften mit zusammen. Jn der That wird die Lunge, welche durchs Aufblasen aufgeschwollen war, wenn sie sich selbst uͤberlassen wird, welk, ohne daß sie von der Luft zusammengedruͤkkt wuͤrde, indem sie in einem toden Koͤrper eine Luft von eben der Dichtheit enthaͤlt, als die Atmosphaer hat, und folglich keine Schwere von derselben empfindet. Doch es sinket auch im luftleeren Raume, wenn die Luft, mit der sie erfuͤllt war, ausgepumpt wor- den, die Luge nieder Phil. Trans. n. 122. BIRCH. T. III. S. 309. SANDEN de antlia pneumatica. veratti Comm. Bon. T. II. P. I. S. 337. Wolfs Ver- suche. T. III. S. 103. SENGVERD inquis. Exp. 1. , und sie geht im Wasser un- ter Phil. Trans. ang. Ort. pe- tit Mem. de l’Ac. 1733. S. 5. verat- ti angef. Ort. 336. 339. hartm. gener. vivip. app. n. 4. sengverd, gvide. S. 17. , da nunmehr keine Gewalt der aͤussern Luft auf sie druͤkkt. Die Lunge wird auch nicht von der Brustluft ge- troffen Wie DESAGVL. T. II. S. 381. geglaubt. Die Lunge wird kleiner, wenn man von aussen, die Luft zulaͤst, als sie sonst jemals im lebendi- gen Thiere gewesen, BARRY. S. 120. , weil sie sich auf eben solche Weise in der freien Luft zusammenzieht, wenn sie aufgeblasen gewesen, und sie thut dieses erst von freien Stuͤkken, und nachge- hens noch mehr, wenn die Luft mittelst einer Roͤhre aus- gesogen wird SYLVIVS. angef. Ort. n. 26. . Eine dergleichen sehr grosse Lunge ist, nach einer Blutstuͤrzung auf zwo Unzen eingesunken SENAC. T. II. S. 147. . Bei dieser Zusammenziehung, wirken zwo Kraͤfte in eins, die einfache Federkraft Nach dem ber. BERTIER. S. 190. u. f. , und die natuͤrliche Zu- sammenziehungskraft der thierischen Faser, und man mus hier beide uͤberhaupt statt finden lassen. Es verliert naͤm- propos. 92. whytt. S. 186. Doch haben die lezztgenannte Maͤn- ner geglaubt, daß schon allein die Nachlassung des Zwerchfells und ber Ribbermuskeln darzu hinreichend sei. Das Atemholen. VIII. Buch. naͤmlich die Lunge, welche man gern zu seiner Absicht getrokknet erhalten will, viele Tage, und Stunden nach dem Tode, wofern eine noch so kleine Wunde, oder eine lose Schnur, der Luft einen Ausgang verstattet, so gleich den Geschwullst So daß viele ber. Maͤnner gar geleugnet, daß man sie auftrokknen koͤnne. , und sie zieht sich in einen engen Raum zusammen. Jndessen schliesse ich doch die so deutliche Fleischfasern, und besonders diejenigen, nicht aus 8. B. §. 12. , welche die Lunge von allen Seiten kuͤrzer machen, da sie die Laͤnge der Luftroͤhre begleiten Vergl. GALEN de usu part. L. VII. c. 9. BARTHOL. Specim. anat. S. 80. WILLIS. angef. Ort. COLLINS. S. 289. BOHN. S. 88. COWPER intro- duct. u. s. f. , und folglich die Oberflaͤche dieses vom gesammten Umkreise, gegen den Eintritt der Luft- roͤhre zu, zusammenziehen. Jch will nicht sagen, ob sie die Knorpelringe wechselweise uͤber einander schieben Daß dieses geschehen, sagen GALEN. BELLINVS Lemm. 21. willis. S. 5. schelham- mer de voce. S. 10. drake. T. II. S. 216. : es ist aber so viel wahr, daß die Knorpel an der Men- schenlunge nach dem Tode, und folglich nach dem Aus- atmen, nicht so nahe an einander liegen, daß sich der untere, unter den obern verstekken sollte. Endlich scheint es sehr wahrscheinlich zu seyn, und es wird auch durch taugliche Zeugen bestaͤtigt, daß auch noch andre Fasern, ausser diesen langen Fasern 8. B. §. 12. , die Knorpelscheiben in- nerhalb der Lunge dergestalt regieren, wie sie es ober- werts thun. Folglich muͤssen auch diese die Lustroͤhrenaͤeste enger machen, und die Luft heraustreiben FANTON. S. 337. u. f. MORGAN. Prop. 6. . Dergleichen Maschine leeret schon an sich die Lunge in den Vierfuͤßigen Thieren, die ein kaltes Blut ha- ben §. 16. Vorhergeh. , aus, und diese wissen die Luftroͤhrenspalte so ge- nau zu verschliessen, daß sich ihre Lunge in offner Luft aufblaͤht, und die Luft sie vergebens zusammendruͤkkt. Diese IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Diese Thiere wissen ebenfalls nach Belieben diese Lunge auszuleeren Ein ganzes zerfchnittnes Ka- maeleon kan lange leben, arist. hist. L. II. c. XI. , daß sie welk wird, und zusammenfaͤllt. Da diese Veraͤnderung weder von dem Gewichte der Luft, noch von einiger Ungleichheit in der Waͤrme abhaͤngt, so mus man sie auf das Muskelhafte, so wenig auch dieses in die Augen faͤllt, hinschreiben. Auch im Menschen geschicht dieses Zusammensinken der Lunge, nicht sowohl von dem Drukke der Luft, die auf den Unterleib druͤkkt, als von der Zusammenziehungs- kraft der Luftroͤhrenaeste, der Lunge, und nicht sowohl von dem Drukke der Muskeln, die den Bauch pressen. Es ist naͤmlich die Lunge in der Brust viel groͤsser, als wenn man sie herausnimmt, und doch wird sie blos vom Zusammenziehen ausgeleert. §. 23. Die helfenden Muskeln. Die Natur hat, um die staͤrkste Einatmung zu Stande zu bringen, noch andere Maschinen vorraͤ- thig, welche waͤhrendem gemeinen Ausatmen eines gesunden Menschen, in Ruhe bleiben, und alsdenn erst thaͤtig zu werden anfangen, wenn man die Absicht hat, ein heftiges Geschrei zu machen, oder im Husten, Niesen, im Reinigen der Luftroͤhre, oder wenn ein erwachsner Mensch aus seiner weiten Brust, eine starke Stimme hervorbringen will, den Luftroͤhrenkopf stark, und geschwinde erweitert: und es haben beruͤhmte Maͤnner gezeigt, daß dieses Herausstossen des Atems eine sehr grosse Gewalt erfordere Vergl. BOISSIER. de SAVVAG. de respir. diffic. S. 18. n. 90. u. f. Wegen der Quadrate der Geschwindigkeit findet dieser ber. Mann, . Folglich vereinigen alsdenn diejenigen Mus- H. Phisiol. 3. B. E e Das Atemholen. VIII. Buch Muskeln, die die ganze Brust herabziehen §. 26. 1. Abschn. 8 B. , und die untern Ribben ruͤkkwerts zerren Ebendas. , ihre Gewalt mit den Bauchmuskeln, und dieses thun der sehr lange Muskel des Ruͤkkens, der heilige Lendenmuskel, der vierseitige Lendenmuskel. Wie endlich die ausstrekken- den Nakkenmuskeln die Erhebung der Ribben befoͤrdern, so sind die Beugemuskeln dem Niederziehen dieser Rib- ben befoͤrderlich. Bei einer der groͤsten Einatmungen, dem Niesen, kann man sehen, wie heftig der Kopf, und der Hals vorwerts herabgebogen werden. Man mus auch noch untersuchen, ob noch andre Ur- sachen des Ausatmens zusammen kommen. Es stellen sich viele Schriftsteller vor DIEMERBR. S. 17. bohn. S. 88. de GORTER. angef. Ort. n. 27. RIOLAN. S. 849. 854. , welche nicht zu verachten sind Die Pariser Akademisten in der Zerlegung des Straussen, per- ravlt essays de phys. T. III. S. 234. , daß das Mittelfell, oder die Ribbenhaut, wenn sie mit dem Herzbeutel vom Zwerchfelle niedergezogen worden, eben dieses in die Hoͤhe ziehe, wenn die Ein- atmungskraͤfte nachgelassen haben. So viel ist indes- sen gewis, daß sich die Eingeweide wieder herstellen, und in die Hoͤhe, und vorwerts geruͤkkt werden, allein man kan, da sie von den Membranen, und dem Vermoͤgen der Muskltn, oder der Reizbarkeit entbloͤst sind, nur eine geringe Kraft daher erwarten. Eben so wenig kann eine, in der Brust eingeschlossne Luft HOADL. S. 9. hamber- ger. n. 55. , die Lunge zusammen druͤkken, da es keine der- gleichen Luft giebt. Es hat auch die Atmosphaerenluft HOADL. ebendas. , die den Bauch, und Brust zusammendruͤkkt, keine solche Kraft, daß sie mit Mann, daß, wenn ein erwachsener Mann die Stimme eines Knabens nachahmen will, da indessen seine Brust doppelt so gros ist, und zugleich die Luftroͤhrenspalte noch einmal fo enge isi, daß die Geschwindigkeit um vier und sechzigmal mehr verstaͤrkt werden muͤsse. IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. mit den uͤbrigen Ursachen des Ausatmens in Vergleichung gesezzt werden koͤnnte, da sie nicht einmal die Blaͤhun- gen, den Unrat, oder andre Auswuͤrfe, auch da, wo es keine Schliesmuskeln giebt, wie in den Voͤgeln, forttreibt. Eben so schwach wuͤrde auch das Zusammenziehen seyn, welches man von einer ausgedehnten Haut er- warten wollte DAN. BERNOVLLI. c. 1. n. 5. , da ich sehe, wie langsam diese sich, und wie unvollkommen sie sich, nach der Ausdehnung von der Schwangerschaft, der Wassersucht, und dem Schwel- len wieder herstellt. Daß die Luft in den untern Lungenblaͤschen, gleich- sam von einer andern Beschaffenheit, als in den obern Lungenblaͤschen, ist ein Vorgeben des J. Baptista Ma- zins Mechan. morbor. T. l. S. 46. Ausgab. Offenbach. Instit. medic. mechan. S. 97. : und es behauptete dieser, sie widersezze sich dieser obern Saͤule, folglich treibe sie solche, so bald sie einige Freiheit erhalten, heraus. Es mangeln uns hier die Grenzen einer zwiefachen Luft, und es steht ihr die unelastische Natur derjenigen Luft im Wege, welche sich in- nigst in die Lunge hinein begeben. Denn diese Luft mus vielmehr der reineren, und mit Elasticitaet geschaͤrften At- mosphaerenluft ausweichen, und nicht dagegen die Ober- hand gewinnen. Es scheint, daß dieser beruͤhmte Mann die Hipotese des J. Alfons Borelli annehme, und dieser wollte, daß die Luft im Einatmen blos zur Mitte der Luftroͤhre vordringe Prop. 96. , daß die allerlezzten Blaͤschen, die vom Ausatmen ausgegehnt wuͤrden, aufschwellen, und im Ein- atmen dagegen wieder den Geschwulst verlieren. E e 2 Daß Das Atemholen. VIII. Buch. Daß das Zusammenziehen der rechten Herzkam- mer BERTIER phys. des corps anim. S. 147. prop. II. Exp. I. sich dem, von der Lunge ruͤkkehrendem Blute, naͤmlich dem Blute des linken Herzohres, und nachher dem Blute, welches die Lungengefaͤsse erfuͤllt, widersezze, und daß folglich aus den Gefaͤssen der Lunge die Luft herausgetrieben werde, dieses ist eine Hipotese, die neu ist. Wir beduͤrfen hier aber keiner Hipotesen, die wir von dem Ausatmen die ungezweifelte Ursachen gegeben haben. Da uͤbrigens das Ausatmen auch blos von der ela- stischen Kraft der Ribben verrichtet werden kann, und folglich keinen grossen Beistand von den Muskeln be- darf, so geschicht es billig viel geschwinder, als das Ein- atmen Vorherg. §. 10. FLOYFR bestimmt fuͤrs Ausatmen zween Pulsschlaͤge, drei fuͤrs Einatmrn. Pulsewatch. T. II. S. 332. , ob ich gleich angemerkt habe, daß beruͤhmte Maͤnner andre Meinungen davon hegen. §. 24. Die Folgen des Ausatmens. Es ist die erste Folge, wofern die Spalte des Luft- roͤhrenkopfes frei ist, daß die sehr weichen Blaͤschen der Lunge zusammengedruͤkkt werden, indessen daß die knorp- ligen Luftroͤhrenaeste frei bleiben HOADL. S. 49. , und folglich wird die Luft herausgestossen, die im Einatmen kurz vorher in die Lunge eindrang, da wir sie denn aus der zufammen- gezognen Lunge, unter dem Namen des Atems, gelinde aushauchen, wenn das Ausatmen maͤßig geschicht, und weil sie sich in der Lunge einen Augenblikk verweilt hat, so ist sie warm, und mit Duͤnsten, davon wir an einem andern Orte reden wollen, angefuͤllt. Wenn wir die Luft wenig verhalten, uud wieder geschwinde ausatmen, so scheint sie wenig veraͤndert, und noch kalt zu seyn. Es IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Es leeret sich niemals die Lunge ganz aus von der eingedrungnen Luft PITCARNE. angef. Ort. n. 12 S. 51. bohn. S. 87. moli- net disquis. anat pathol. S. 215. borellvs prop. 94. hoadl. S. 48. petit mem. 1733 S. 13. . Dieses ist dem Auge wunder- bar zu sehen, und es kann der Versuch damit leicht ge- macht werden, so wie er mehr, als zu oft gemacht ist. Es ist die Lunge in einer Frucht, wenn sie noch nie ge- atmet hat, dichte, roth §. 11. 4. Abschn. 8 B. petit. Eb ndas. GALEN util. part. L. XV. S. 6. THRVSTON. S. 85. ridley obs. 203. rovkema byvoegzel. S 28. Sie ist fester, als eine Leber, RIOLAN. S. 411. , sie sinkt nieder Dieser sehr bekannten Sache mangelt es nicht an Zeugen. Einige will ich hier anfuͤhren, SPIGEL de format. fet. S. 20. Phil. Trans. 1755. S. 256. drelincovrt perioch. 55. Eph. Nat. Cur. Dec. I. ann. 6. 7. obs. 202. und Dec. III. ann. 5. 6. obs. 256. am Hunde, rvysch catal. mus. S. 171. ridley obs. S. 180. bohn de infanticid. S. 179. offic. med. leg. S 663 che- selden. S. 176. Mem. sur la refp. obs. 126. 127. 128. 129. 130. sancas- sani. angef. Ort. An den lebendig ausgeschnittnen jungen Hunden. BOHN offic. med. S. 668. am Pserde, der von evffon. angef. Ort. , und schwimmt auf dem Wasser niemals, wofern keine Faͤul- nis dazu gekommen. Eben diese Lunge veraͤnderr sich oft durch ein einziges Luftschoͤpfen Nach einigem Atemholen, MOEBIVS diss. inaug. obs. 13. nach einem einzigen, sancassan. Galer. di Minerv. T. V. S. 296. roekelmann beim blan- card Jaarregist. Cent. V. Mem. sur larespir. obs. 126. 127. 128. 129. 130. , wenigstens durch ein gelindes Einblasen BEHLING de utero rup- to. S. 21. pistor. fetus ex rupto utero u. s. f. Vergl. betit Mem. 1733. S. 4. Mem. sur la respir. 119. 120. 121. 122. 123. 125. 132. 134. rov- kema byvoegzel. S. 26. Phil. Trans. 1755. S. 256. An der Frucht eines Pferdes, bvffon Hist. de la nature. T. IV. S. 337. am Kalbe eschenbach contin. observ. rar. 32. dergestalt, daß sie kuͤnftig durch keinen angebrachten Drukk BIRCH T. III. S. 255. 319. rovkema nat. Stelling. S. 2. , noch durch die Gewalt einer kuͤnstlich verdichteten Luft MENGHINI Comm. Ac. Bonon. T. II, P. 2. S. 274. , von der Luft gereinigt werden kann, sondern blos mit Huͤlfe eines luftleeren Raumes Phil. Trans. n. 122. . Zugleich ist sie nun weis geworden, und sie hat eine schwammige Weiche angenommen ROVK natuurl. Stelling by- voegzel. S. 20. . Man E e 3 kann Das Atemholen. VIII. Buch. kann sie auch nicht dahin bringen, daß sie ferner unter- sinken sollte. An den Voͤgeln Mem. cit. exp. 146. 148. und S. 358. , deren Lunge grosse Loͤcher hat, geschicht in der That diese Veraͤnderung der Lunge nicht mit gleicher Fertigkeit, und es sinkt dieses Einge- weide nach mehreren Atmungen im Wasser unter. Am Menschen hingegen, und an Thieren, die ihm aͤhnlich sind, nimmt man von dieser Erscheinung, ein glaubwuͤrdiges Zeugnis ab, woraus sich erkennen laͤst, ob ein Kind lebendig zur Welt gekommen, und geatmet habe, oder ob es vorher in der Mutter das Leben verloh- ren, bevor es ans Tageslicht gekommen. Ein Kind hat gewis das Leben gehabt, dessen Lunge auf dem Wasser schwimmt, und es kann sich hier kein Jrrtum mit ein- schleichen, wenn man ihm nicht entweder durch den Mund Luft eingeblasen HORN forsta bref om Siun- kande och drifwande lungan. S. 17. VALENTIN Pandect. T. II. S 64. , welches eine wirkliche Art des At- mens ist, oder wenn keine Faͤulnis Welches man schon zu Boe- kelmanns Zeit angemerkt, blan- card Jaarregist. Cent V. hernach von J de GORT. Filos. Verhandel. T. III. c. f. kaltschmid exp. in pulm. Eine gefaulte Lunge in der Frucht, die noch niemals geatmet, schwimmt. BOHN offic. S. 663. 664. Bresl. Samml. 1722. M. Oct. HEISTER de sallac. pulm. exp. S. 21. Eph. Nat. Cur. Vol. I. obs. 188. erndl. itin. angl. bat. S. 90. alberti de pulm. subsident. S. 12. u. f. in med. leg roeder Sat. S. 13. geelhavs. S. 64. boes- sel Comm. litt. Nor. 1736. hebd. I. , und zwar nicht eine geringe, so viel Luft erzeugt hat, daß es die natuͤr- liche Schwere der Lunge, die sonst schon um etwas we- niges groͤsser ist, als die Luft An einer viermonatl. Frucht, wie 282 zu 274; im fuͤnften Monate, wie 504 zu 494; in der reifen Frucht, wie 3002 zu 2927. mazini de re- spir. fetus diss. 6. und wie 30 zu 29 im Versuche des ber. savvages Embryol. , kleiner gemacht, als die Schwere des Wassers ist. Dieses bewerkstelligt aber keine maͤßige Faͤulnis Es mus dergleichen Faͤulnis gewesen seyn, in den Versuchen des rvysch beim blancard Jaarregist. Cent. V. n. 92. Des vor- trefl. teichm. med. legal. S. 238. und J. BOHN de infanticid. S. 175. zitt- , aber wohl eine groͤs- sere. IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. sere Welches mit Unrecht leugnet J. HORN act. Litt. Svec. 1721. S. 123. Bref. I. S 5. oder der beruͤhmte escheneach med. leg. S. 115. welcher sagt, eine Lunge, die noch nicht Luft geholt, koͤnne durch keiner- lei Faͤulnis schwimmbar gemacht werden. Diesem widerspricht der der Versuch dieses ber Mannes selbst Vergl. obs. rar. obs. 2. . Es findet auch alsdenn in dem Urteile des Arztes kein Jrrtum statt, wenn dieser sich die geringe Muͤhe nimmt nachzusehen, ob auch die |uͤbrigen Eingeweide schwim- men Mem. sur la respir. S. 359. roeder. Sat. S. 19. Selbst das Herz, und die Lunge schwamm im Weingeiste, geelhavsen. S. 55. . Wird er dieses gewahr, so wird nicht die durchs Atmen in die Lunge geschoͤpfte Luft, Ursache am Schwimmen seyn, sondern vielmehr diejenige Luft, wel- che sich aus den Feuchtigkeiten, und dem Fleische, ver- moͤge des allgemeinen Gesezzes der Faͤulnis losgemacht hat. Es koͤnnte dagegen geschehen, und zwar bisweilen in erwachsnen Menschen, sehr selten hingegen in der Frucht, daß die Lunge von Steinen, Verhaͤrtungen, oder von andren Krankheiten schwer gemacht waͤre, und im Was- ser niedersaͤnke Daß von einer dichten Lunge ein Jrrthum entstehen koͤnne, hase- nest. T. II. S. 68. de HAEN rat. med. II. c. 9. , ob solche gleich lange Zeit zum Atem- holen angewandt waͤre. Jch habe gesehen, wie eine Lunge, da durch eine toͤdtliche Lungenentzuͤndung, und davon gesprengten Gefaͤssen Opusc. pathol. obs. 14. hist. I. Die Lunge in Thieren, die im luftlee- ren Raume getoͤdtet worden, sank nicht im Wasser unter, da sie doch mit Blut untergossen ward, Mem. u. f. obs. 142. 143. , das Blut sich in die Lunge ergossen hatte An Personen, dievom Schla- ge geruͤhrt waren, sank sie nicht un- ter, geelhavs. S. 53. , daß diese Lunge demohngeachtet doch schwamm; ich habe wieder Geschwulstverhaͤrtun- gen Noch in moebii obs. 5. , Steine Auch nicht im Exempel Comm. litt. Noric. 1743. hebd. 13. oder des geelhavsen. S. 53. wo nicht sehr viel Steine vorhanden waren. , und limphatische Gerinnun- E e 4 gen, zittmann Cent. V. cas. 71. va- ter de sign. infant. viv. et mort. S. 20. Comm. litt. Noric. 1736. hebd. I. clavder prax. leg. cas. 7. JOH HORN bref 1. S. 18. 22. und in bref II. rovkema by- voegzel. S. 33. Das Atemholen. VIII. Buch. gen FANTON fand die Lunge in Engbruͤstigen fleischig, obs. 15. im Wassersuͤchtigen war sie der Milz aͤhnlich. Ebend. observ. 5. wie ei- ne Leber, observ. 29. und gag- liardi del mal di petto (in der Lungenentzuͤndung). S. 27. Die Lunge war fest, und voller Blut in die- ser Krankheit. Journ. des savans. 1757. Aug. Jn der Wassersucht, becket obs. chir. S. 233. Dicht, und viermal groͤsser, als im gesunden. Giorn di Firenz. 1758. S. 312. be- schi Gal. di Minerv. T. VII. S. 195. An einem ploͤzzlich Verstorbenen GMETIVS miscell. X. S. 581. schwarz und hart. Ferner bei Kund- manns Seltenheiten. S. 872 M. Octob. Hart, und wie eine Druͤse, BOHN ossic. dupl. med. diss. I. n. 13. , darinnen wahrgenommen, da sie dennoch nicht im geringsten niedergesunken. Es haben aber andre gesehen, und ich habe ein viel zu betruͤbtes Beispiel sebst davon erfah- ren Obs. cit. hist. 2. , daß die Lunge in einer toͤdtlichen Lungenentzuͤndung zu Boden gesunken. Eben diesen Erfolg hat bei einem Brustschmerzen Damianus Sinopeus Parerg. med. S. 58. und hoffm. beim G. v. TWIETEN. T. II. S. 722. ; an der Lunge auf eben derselben Seite, welche mit dem Wasser in der Brustwassersucht angefuͤllt war, der beruͤhmte Tschep De amputatione non cruent. , und Georg Cowper ad T. 21. BIDLOI, Phil. Trans. n. 285. ; an einer, von einer geschwollnen Leber gedruͤkkten Lunge Johann Horn Fœrsta Bref. S. 9. ; an einem dreyjaͤrigen Knaben, dessen Lunge scirrhoͤs war, ebenderselbe Ebendas. S. 9. 10. ; an einer vereiterten Lunge einer Frucht GEELH. S. 96. Vergl. ZELLER de subsident. pulm. S. 24. , oder da sie von den niedergezognen Rib- ben gedruͤkkt gewesen, haben andre, nebst dem vortreflichen Kaltschmied KALTSCHM. ang. Ort. angemerkt, ohne an die uͤbrigen Feler dieses Eingeweides KVLMVS. T. 27. valen- tin pandect. med. leg heister ang. Ort. n. 8 geelh. S. 45. zu gedenken. Jch habe auch ge- sehen, daß die Lunge von einer limphatischen Gerinnung niedergesunken Angef. Ort. Hist. 3. . Daher ist es moͤglich, daß ein Theil der Lunge untersinken, der andre hingegen schwimmen kann, wenn sie ungleich ausgefuͤllt, oder wenn die ganze Lunge IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Lunge nicht die Luft durchgaͤngig gleich in sich vertheilt hat Eph. Nat. Cut. Cent. IV. obs. 90. Select. Franc. T. II. S. 317. al- berti med. leg. T. III. c. 5. kaltschm angef. Ort. petit angef. Ort. Nach der Geburt einer Misgeburt, drei Tage hernach, fiel die Lunge zu Boden. Eph. Nat. Cur. Dec. II. ann. 3. obs. 158. . Es kann auch die Lunge an Kindern, die wirklich ge- boren sind, wenn sie aber vor Schwachheit noch nicht Luft geschoͤpft haben, zu Grunde fallen Auf eine beredte Weise macht seine Einwendungen dagegen, AL- BERTI in const. crim. Carol. S. 117. 118. die Wittenberger beim amman de lethal. S. 431. bohn offic. med. S. 666. hieher ziehe ich die Exempel des SCHVCHMANNI Eph. nat. cur. Dec. 3. ann. I. obs. 104. HEISTER. angef. Ort. S. 15. BOHN. S. 181. angef. Ort. de offic. med. S. 664. mavchart Eph Nat. Cur. Cent. 1. obs. 121. hor- ne forsta Bref. S. 14. ZELLER de pulm. subsid. in dessen Kalbe war die Lunge schadhaft. Jch ziehe auch diejenigen Fruͤchte hieher, deren Lun- gen nicht schwimmen, weil sie wenig Lust geholt, wie in des Wilh. Che- selden Falle geschehen, wie auch die lebendige Frucht, die in der Geburt umgebracht war, deren Lunge doch niedersank, alberti med. leg. T. II. cas. XI. , ob sie sich gleich ein wenig schon bewegt hat roederer. S. 13. . Eben dieselbe Luft, die in der Lunge verborgen liegt, dehnt unter einer glaͤssernen Glokke, wenn man den Drukk, der von aussen beschwerenden Luft aufgehoben, eine entweder ausgeschnittne SENGVERD. exp. 2. , oder in der Brust ge- |lassne Lunge BOON de respir. n. 52. kvehnb. S. 14. GVIDE. S. 9. BIRCH. T. III. S. 255. 309. ve- rattvs. angef. Ort. S. 339. mvsschenb. diss. S. 27. 28. Auch an einem Jgel, der von einer erstik- kenden Hoͤle umgebracht, war die Lunge ausgedehnt, bel phil. trans. n. 45. , dergestalt auf, daß sie ungemein auf- schwillt, und endlich zerberstet KVEHNB. angef. Ort. mvsschenbr. , da denn alle Luft aus der Luftroͤhre herausgeht. Hier ist naͤmlich der Erfolg von der Luftleere, ganz wiedrig geartet, und es wird nun, wenn man ihr wieder Luft giebt, eben diese Lunge roth CIMENTINI. S.| 108. 109. hales hæmast. S. 83. sen- gverd. exp. I. II. Wolfs Vers. III. n. 101. gvide observ. 6. mvs- schenbr. in Ciment. S. 108. 113. birch. exp. T. III. S. 255. 309. E e 5 ge- Das Atemholen. VIII. Buch gedruͤkkt, mit ergossnem Blute angefuͤllt Exp. 142. hofm. tentam. phys. S. 247. , endlich, aber spaͤt Es fank die Lunge einer Kaz- ze nicht unter, Exp. 142. , sinkt sie von der Verdichtung im Wasser nieder BIRCH. T. III. S. 255. gvide S. 17. und S. 2. SEN- GVERD inquis. Exp. I. rat. et exper. connub. S. 276. Mem. de l’Acad. 1733. S. 5. Phylos. Trans. n 122. v. SANDEN de antlia pneum. Wolfs Versuche, T. III. S. 103. hartm. gener. vivip. app. n. 4. Die Voͤgel Lungen sinken, wegen der Loͤcher, nicht leicht unter. Exp. 143. . Wenn man aber die Luftroͤhre unterbunden, daß die Luft aus der Lunge nicht entkommen kann, so mus sie schwimmen, und diejenige Festigkeit nicht erlan- gen, als eine im luftleeren Raume befindliche GVIDE. S. 9. : den Unterscheid dieses Erfolges hat der beruͤhmte Verat- tus Comm. Bonon. T. II. P. I. S. 336. 337. 339. , mit Grunde durch laͤngeren, oder kuͤrzeren Auf- enthalt im luftleeren Raume erklaͤrt. Nach einem kur- zen Aufenthalte bleibt viel Luft in der Lunge zuruͤkke, und es dehnt sich diese auf. Laͤst man die Lunge im luftleeren Raume laͤngere Zeit, so wird diese Luft nicht nur heraus- gezogen, sondern es bleiben auch die Blaͤschen leer, da das Blut nirgens durchkommen kann §. 22. 23. . §. 25. Das Zusammendruͤkken der Blutgefaͤsse. Mittelst des Einatmens oͤffnete sich die Lunge fuͤr das Blut, sie nimmt dieses uͤberfluͤßig in sich §. 11. . Allein nun- mehr sieht sie sich von allen Seiten gedrengt, und sie wird zu einer viel kleinern Masse zusammengedruͤkkt, die um desto kleiner ist, je kraͤftiger man den Atem aufgestossen hat. Folglich werden die Blutgefaͤsse kuͤrzer, es ziehen sich 309. Ein wenig zufammengedruͤkkt war die Lunge an den Hunden, wel- che die Grotta del Cane umgebracht, Mem. de l’Acad. 1750. S. 78. ferner beim MEAD of poisons. S. 293. IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. sich die Luftroͤhrenaeste zuruͤkke Als das Gegentheil des obigen. , beide werden nunmehr enger, weil sich die Brust nach ihren dreien Ausmessun- gen verengert (k), die Lunge fuͤllt die Brust vollkommen aus §. 9. 2 Abschn. 8 B. , und es treten die haͤutigen Waͤnde der zusam- menfallenden Blaͤschen, die die Gefaͤsse leiten muͤssen, allenthalben in einen kleinern Raum gegen einander. Folglich wird das Blut aller Orten in der Lunge zusam- mengeprest BELLIN Lemm. 24. mvsschenbr. diss. S. 34. fer- rein Ergo actio mechanica pulm. in exspiratione, morgan. Prop. V. S. 144. , und das mit solcher Kraft, als wir uns zu bestimmen bemuͤhet haben §. 8. 3 Abschn. 8 B. . Weil nun das Blutaderblut mit gleich grosser Kraft gedruͤkkt wird, so druͤkkt solches theils gegen das Blut in den Schlagadern zuruͤkke, und es haͤlt dieses eine Zeitlang auf, theils bewegt es sich gegen das linke Herz zu. Da aber das rechte Herz fortfaͤhrt, sein Blut durch die Lun- genschlagader herbeizufuͤhren, und das Blutaderblut vom Strome des schlagaderhaften die Leitung empfaͤngt, und diesem gehorchen mus, so wird daher das Blut der Lun- genblutader nach dem linken Sinus zu getrieben. Folglich wird ein Mensch nach langem, oder starkem Einatmen, vermittelst des Ausatmens, von einer wirk- lichen Beklemmung befreit; indem die verdorbne Luft, die voller unelastischen Duͤnste, und die Lunge zu versehen, untauglich ist, herausgetrieben wird; es wird fuͤr eine neue, und reinere Luft, die folgen soll, Plazz gemacht, und endlich das im Einatmen in die Lunge haͤufiger ein- gezogne Blut, welches daselbst, vermoͤge gedachter Ursa- chen, stille steht, aus diesem Eingeweide herausgesuͤhrt SAVVAG. derespir. diffic. S. 2. 3. effets de l’air. S. 43. senac T. II. |. S. 238. . Daher folgt auf ein groses Einatmen, und aufs Anstren- gen, ein Ausatmen, welches nicht nur hoͤchst nothwendig, son- Das Atemholen. VIII. Buch. sondern auch hoͤchst angenehm ist. Als man ins Blut Luft geblasen, und sich diese in der Lunge verhielt, so atmete das Thier mit grosser Gewalt aus Physique des corps animes. S. 15. . Der Puls wird vom Ausatmen geschwinder SAVVAG. diffic. respir. S. 2. , weil nun- mehr das Blut in die Aorte aufgenommen wird, und es springt das Blut aus einer Blutader besser TVLP. L. II. c. 4 . Man atmet auch staͤrker aus, wenn es vom Laufen, oder von andern Ursachen warm geworden. Ein Thier empfand Erleichterung, als es vor Hizze keuchte, als man eine Blutader oͤffnete, folglich das Blut wegschafte, womit die Lunge angefuͤllt war DVNTZE effect. calor. S. 21. . Es ist aber noch ein andrer Erfolg vom Ausatmen dieser, daß die Lungenschlagadern so gedruͤkkt werden, daß sie nicht eben so leicht das Blut von ihrer Herzkam- mer empfangen koͤnnen. Denn da die Lunge ein kleines Eingeweide ist, und doch eine ungeheuer grosse Menge Bluts in den engen Raum einnehmen soll §. 19. 2 Abschn. 8 B. , so wird sie eine Ausdehnung um desto noͤthiger haben, je groͤsser diese Menge fuͤr das Verhaͤltnis der Schlagadern ist Vorherg. §. 11. . Nun hat aber in der That das Ausatmen, alle diesen Vortheil geraubt, den das Einatmen, dem zur Lunge angelangten Blute verschaft hatte, naͤmlich alle die Er- schlaffung, welche die um die Gefaͤsse vertheilte Luft her- vorgebracht Vorhergeh. §. 11. . Folglich wird nun das Blut mit einem staͤrkern Triebe des Herzens nach der Lunge getrieben wer- den muͤssen, oder es mus dieses mit kleinerer Geschwin- digkeit durch die Lunge laufen. Folglich entsteht vom Ausatmen, welches wir als dauerhaft betrachten, in der Lunge eine Stopfung des Blus, welche das Herz, weder ohne Herzklopfen und fehlerhaftes Bemuͤhen, noch mit allen IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. allen seinen Kraͤften heben kann. Daher wird von zu- lange fortgesezztem Ausatmen, ein kleiner und schneller Puls ROBINSON. angef. Ort. S. 197. . Es leidet naͤmlich das linke Herz, und es empfaͤngt kein Blut. §. 26. Wie Thiere in einem von luftleeren Raume sterben. Daß das Herz, ohne Beihuͤlfe der Luft, den Wie- derstand der Lunge nicht uͤberwaͤltigen koͤnne, zeigen die toͤdtliche Folgen an ertrunknen, oder in luftleeren Raum eingeschlossnen Thieren. Denn obgleich auch die Luft schon, welche sich aus unsern Saͤften entwikkelt Vergl. 5 Abschn. n. 6. , schaͤdlich ist, so ist doch ein gehemtes Atemholen noch schneller, und dieses zeigen Thiere, denen man die Luft entzogen, durch das aͤngstliche Keuchen CAMER. de antlia pneum. S. 14. sanden de antlia pneum. gvide obs. anat. 2. BOYLE Phi- los. trans. n. 62. , durch das sehr grosse Einatmen, durch die wunderliche Anstrengungen der Brust, welche sich zu erweitern bemuͤht, an; ferner lehren dieses die mit dikkem Blute angefuͤllte Gefaͤsse der Lunge Jn unsern Versuchen. n. 142. 143. , des Gehirns, und Gekroͤses CRAMER. S. 27. , und die Erfrischung, welche durch ein neues Einatmen, oder durch eingeblasne Luft erhalten wird. Es ist nur kurze Zeit, daß Thiere in diesem Zustande leben koͤnnen, und sie ist ganz kurz fuͤr die Vierfuͤßigen, und Voͤgel, denn bei diesen wartet die Lunge auf alle dasjenige Blut, wel- ches fuͤr das linke Herz, und den ganzen Koͤrper bestimmt ist, es mus dieses nothwendig durch die Lunge, wenn der uͤbrige Koͤrper etwas bekommen soll. Jnsgemein kommen Thiere von warmen Blute in einer DERHAM physic. theol. S. 8. Wolfs Versuche. III. n. 103. , oder hal- Das Atemholen. VIII. Buch. halben Minute um MVSSCHENBR. in Ci- mentinos. S. 11. . Jch habe selbst eine Kazze we- nig Minuten uͤberleben gesehen Exp. 142. Jn sieben Minuten, BOYLE phil. trans. n. 62. Doch zu seiner Zeit leerte man die Glokken nicht so genau aus, welches die Neu- ern schon mit mehr Sorgfalt thun, daher sterben sie jezzt viel fruͤher. In Cimentin. S. 104. . So kam ein junger Hund waͤhrend 13 bis 14 Stempelzuͤgen, und ein andrer etwas reiferer, nach 7 oder 8 Stoͤssen um Mem. avant. 1699. T. II. S. 20. . Ein Kaninchen starb in dreißig Sekunden MVSSCHENBR. in Ci- ment. S. 114. . Jn des Jo- hann Mery Versuchen fiel der Hund, die Kazze, und Maus, auf der Stelle um Mem. avant. 1699. ang. Ort. . Juͤngere Thiere dau- ren etwas laͤnger PITCARNE. S. 57. me- ry. angef. Ort. boyle Philos. trans. n. 62. tit 4. arbvthnot of air. S. 96. wvsschbnbr. hin- ter dem Essays. S. 42. , und leben leichter wieder auf BOYLE. ebendas. . Doch es lebte ein Vogel nicht viel laͤngere Zeit Exp. 143. . Jn des Veratti Versuchen lebten die Voͤgel nicht uͤber 32, und 42 Sekunden Comm. Bonon. T. II. P. I. S. 336. . Ein andrer Vogel fiel sogleich um BIRCH. T. III. S. 450. , die mehresten starben innerhalb dreißig Sekunden MVSSCHENBR. Cimen- tin. S. 114. , ein Vogel innerhalb 90 BOYLE phil. trans. n. 62. , oder eine Taube GVIDE. S. 3. noch ge- schwinder, als die Kazzen. . Beim Boyle hielte eine Ente 2 Minu- ten aus Phil. trans. n. 62. . Diejenigen Thiere, in welchen wenig Luft durch die Lunge geht Vorhergeh. §. 16. , sterben viel spaͤter. Bisweilen le- ben die Fische einige Tage DESAGVL T. II. S. 381. Vergl. mvsschenbr. essays tr. des machin. S. 42. s’gravezan- de. T. II. n. 617. nollet lecons de phys. T. III. S. 271. Sie kamen nach anderthalb Stunden um. BIRCH. T. I. S. 216. lang, sie kommen aber demohngeachtet doch um, geben die Luft zwischen den Schuppen von sich, und es entgeht ihnen der Saame ciment. S. 108. 109. . Eben IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Eben so kommen Eidechsen HARTMANN will nicht, daß sie umkvmmen, gener. vivip. app. n. 4. Und doch kommen sie in 10 Minuten um. ciment. S. 101. , oder Froͤsche Diese sterben schwerlich, und erst in 27 Stunden, derh. phys. theol. noliet. S. 271. Vergl. S. 266. mery. pechl. aer. et alim. def. Daß sie sterben sollen, leugnet Wolf Verf. III. S. 105. BIRCH. T. IV. S. 319. brrtier. S. 226. Eine Kroͤte bleibt lange leben, bradley phil. account. S. 120. , oder Nattern nicht um, wenn man ihnen die Luft ent- zieht CAMER. epist. Taurin. S. 18. Daß sie nicht umkommen, sagt VALESNERI. T. I. oper. S. 359. Beim mery haben sie lange gelebt. , ob sie gleich davon hinfaͤllig werden BERTIER. S. 227. birch. T. IV. S. 319. boyle phil. trans. n. 62. . Froͤsche, und Schildkroͤten vertragen dergleichen duͤn- ne Luft, die einer Luftleeren sehr nahe koͤmmt, naͤmlich in einer Hoͤle bei dem Agnanischen See CONNOR antr. lethifer. S. 64. . Schnekken vertragen ebenfalls eine leichte und ver- duͤnnte Luft DERH. angef. Ort. , und das thun die ihnen verwannten Schnekken ohne Haus DERH. BOYLE in zwoͤlf Stunden. Phil. trans. n. 63. Sechs Stunden leben sie ciment. S. 114. ; aus dem Wuͤrmergeschlechte die Egel ciment. S. 99. Sechs Stun- den, und daruͤber, leben sie, MVS- SCHENBR. angef. Ort. Sie koͤunen nicht ums Leben gebracht werden. Phil rrans. n. 63. , und Regenwuͤrmer MVSSCHENBR. ad Ci- ment. S. 99. ebenfalls. Jn- dessen haben Wasserschnekken doch ihr Leben einge- buͤst DERH. angef. Ort. . Die Jnsekten MARTINET de respir. insect. er nennt die, die nicht sterben. S. 23. DERH. L. I. c. 2. , die die Luft durch die Haut aus- schwizzen, koͤnnnen im luftleeren Raume lange Zeit dau- ren, ob sie gleich in einer so grossen Verduͤnnung nicht mehr fliegen koͤnnen Wolf. Ang. Ort. ciment. S. 101. Phil. Trans. n. 63. . Solche Bewandnis hat es mit den Fliegen Die Fliegen, desagvl. T. II. S. 390. BOYLE digress. de util. respir. birch. angef. Ort. Doch kommen sie um, cimentin. S. 101. 106. und die Mukken auch, Phil. trans. n. 63. , den Kaͤfern Erst nach acht Tagen, hvgen Phil trans. n. 122. , und Grillen ciment. S. 100. . Bie- nen Das Atemholen. VIII. Buch. nen starben BOYLE de aere. exp. 40. , Krebse konnte man nicht so weit brin- gen, daß sie unter der Glokke haͤtten sterben wollen Wolf, BOYLE phil. trans n. 62. , wozu auch Raupen keine Lust bezeigten BOYLE phil trans. n. 63. . Die unge- mein kleinen unsichtbaren Thierchen in gepfeffertem Was- ser, waren noch nach 24 Stunden am Leben DERH. angef. Ort. S. 9. . Mil- ben lebten drei Tage ohne Luft BOYLE. angef. Ort. n. 63. tit. 20. . Wie sich im Wasser erstikkte Thiere, so erholen sich auch diejenigen wieder, welche eine Zeitlang in einem luftlreren Orte zugebracht, und todt zu seyn scheinen, oder wenigstens in den lezzten Zuͤgen zu liegen, wenn man wieder Luft an sie gehen laͤst, folglich das Einatmen wie- der herstellt, daß sich die Lunge wieder ausdehnt; doch thun dieses diejenigen weniger, die in einem vollkomm- ner ausgeleerten Raume Phil. Trans. n. 122. gvide nouv. exper. sur le vuide. nollet T. III. S. 265. hvgenivs phil. trans. n. 122. Daher kam es vielleicht, daß eine Kazze 7 Minuten ausgehal- ten, BOYLE phil. trans. n. 62. , und darinnen laͤnger einge- schlossen gewesen; leichter geht es dagegen mit denen an, die blos in einer sehr duͤnnen Luft STVRM. colleg. exper. S. 107. ihre Zeit zugebracht haben. Hierbei ist genung, frische Luft zu zulassen, so kommen sie oft nach einer Weile wieder zu sich, sie keu- chen, und schoͤpfen wieder Luft, und werden leicht gesund GVIDE. angef. Ort. nol- let angef. Ort. Wolf. T. III. n. 103. , welches auch bisweilen mit der, durchs Aufbrausen er- zeugten Luft angeht BIRCH. T. II. S. 25. Von dem Dampfe, der vom Scheidewas- ser mit Schnekken, durchs Brausen entstanden war. . Die Voͤgel wollen hurtige Huͤlfsleistung haben, weil sie sonst schwerlich wieder zurechte gebracht werden NOLLET. augef. Ort. BOYLE exp. 41. . So IIII. Abschn. dessen Erscheinnngen. So wie die Froͤsche ein sehr zaͤhes Leben haben BIRCH. T. IV. S. 319. BOYLE phil. trans. n 62. cimen- tin. S. 106. da in die Luͤstroͤhren- spalte eingeblasen worden, cimen- tin. S. 101. , so muͤssen sie auch laͤngere Zeit haben, um wieder aufzu- leben DER H|AM S. 8. nach 11 und 27 Stunden, und nach einem ganzen Tage, NOLLET. angef. Ort. S. 271. , welches auch von den Aaͤlen BOYLE digress. de respir. , und Nat- tern gilt Nach 23 Stunden, Philos. Trans. n 62. . So muͤssen Schnekken DERH. nach 28 Stunden. , Fliegen boyle de util. respir. digr. Idem of posit. and privat. natur. of cold. S. 33. Phil. Trans. n. 62. derh. u. s. f. , Bienen DERHAM. BOYLE. , Kaͤfer Phil. Trans. n. 122. , Heuschrekken BOYLE Phil. Trans. n. 63. , Ameisen Ebendas. , eine laͤngere Frist haben, um sich bei der gegebenen frischen Luft wieder erholen zu koͤnnen. 27. Der Ruͤkkfluß des Blutes, durch die Blutadern. Man hat diese zwote, und zur Vergroͤsserung der Be- klemmung wirksame Folge des Ausatmens, theils durch hie und da zerstreute Versuche, theils durch unsre Vergl. 6. B. und 10. B. , und des beruͤhmten Lamure Versuche, kennen gelernt, so, daß man nun im Stande ist, solche mit mehr Zuver- laͤßigkeit in die Physiologie aufzunehmen. Es nimmt naͤmlich die Lunge, so lange das Ausatmen waͤhret, we- gen der gedruͤkkten, und engen Gefaͤsse, das Blut mit Schwierigkeit in sich, und es bleibet solches im rechten Herzohre, und in beiden Holadern stehen. Es bleibet aber nicht allein daselbst stehen, sondern es wird noch, vermittelst der Zusammendruͤkkung der Brust, die mit Heftigkeit geschicht, in der That zuruͤkke gedruͤkkt, nach dem H. Phisiol. 3. B. F f Das Atemholen. VIII. Buch. dem Gehirne zu geschrieben, es erhebt die Sinus der harten Gehirnhaut Ebendas. , und noͤthigt das ganze Ein- geweide aufzuschwellen. Davon entsteht ein Schwindel, ein Klopfen der Blutadern am Oberarme, und Halse Hist. de l’ Acad. 1704. S. 160. , und die Furcht vor dem Schlage. §. 28. Die Nothwendigkeit, von neuem einzuatmen. Nunmehr bleibt bei dieser Nothwendigkeit keine Dun- kelheit uͤbrig. Es ist demnach nothwendig, daß sich nach dem Ausatmen die Lunge ausdehne, damit das Blut vom rechten Herzen Vergl. WHYTT. ang Ort. S. 178. 179. FANTON. S. 339. , den Weg nach diesem Eingeweide finden koͤnne. Es mus auch das Schwellen des Gehirns, und den von allen Seiten aus dem Koͤr- per ankommenden Ruͤkkflus des Blutes aufheben, damit die Blutadern aller Orten ausgeleert, und flacher wer- den 6 Buch. SAVVAG. angef. Ort. S. 32. . Folglich treibet diese Nothwendigkeit den Willen an, daß sich die Kraͤfte des Einatmens entwik- keln moͤgen, und da der Seele diese Dinge schon vorher aus der Erfahrung bekannt sind, so strengt diese die ge- dachten Kraͤfte schon bei Zeiten an, bevor die Beklem- mung entstehen kann. Daß hier der Wille im Unter- nehmen des Einatmens seine Gegenwart behaupte, da- von wird man augenscheinlich in der Engbruͤstigkeit, die- ser so muͤhsamen, langwierigen, und mit einer sehr gros- sen Ausdehnung des Halses, Kopses, und der Einat- mungskraͤfte verbundnen Bestrebung des Einatmens, uͤberzeugt, welche sehr oft mit Herzgewaͤchsen ( polypus ) Act. Soc. Med. Budiss. S. 39. becket obs. 25. Hist. de l’ Acad. 1704. S. 160. barrere obs. anat. Neue Ausgab. S. 102. u. f. grae- vivs beim hoffm. de gen. mort. in morb. u. f. , mit Lungenknoten GIBSON on horses. S. 243. SALMVTH. L. I. obs. 7. vereinigt ist. Nach IIII. Abschn. dessen Erscheinnngen. Nach einem langen Schlafe reizt die Waͤrme in denjenigen Thieren, die bei dem Fruͤhlinge nach ihrem Winterschlafe wieder erwachen, das bisher kaum bewegte Blut, welches in den Blutadern bisher ausgedehnt ge- wesen, sie fuͤhrt es dem Herzen zu, und so lebt das Ein- atmen nicht vom Schmerzen WHYTT. S. 221. , sondern von der Be- klemmung wieder auf. Daß das Einatmen blos von der Mechanik des Blutes, welches vom Herzen in die Ribbenmuskeln getrieben wird, herruͤhre VERRYST. S. 43. , kann ich da- her nicht glauben, weil sich nicht nur die Beklemmung offen- bar bemerken laͤst, sondern auch das Blut die Muskeln gar nicht in Bewegung bringt; und man mus hier nicht das Herz mit ins Spiel bringen, indem dessen innere Flaͤ- che den Reiz empfaͤngt Vergl. FONTANA Epist. II. , und kein einziger Muskel sich von dergleichen Antriebe des Blutes zusammenzieht, oder uͤberhaupt keine Bewegung des Blutes zum Reize, und der Beweglichkeit eines Muskels erfordert wird, wie man solches an einer peristaltischen Darmbewegung wahrneh- men kann. Wovon in der Frucht das erste Einatmen geschehe, soll mit mehr Bequemlichkeit alsdenn erklaͤrt werden, wenn ich vorher die Geschichte des im Mutterleibe wach- senden entworfen habe. §. 29. Die Zeit, zu einem einzigen Atemzuge Solchergestallt geschehen in einem lebendigen Thiere die Abwechselungen des Atemholens nach einander; es folgt auf das Einatmen, kurz zuvor, ehe noch eine Be- aͤngstigung erfolgen kann, das Ausatmen; auf dieses ge- F f 2 schicht Das Atemholen. VIII. Buch. schicht ebenfalls in gesundem Zustande, das Einatmen, es wird die Leichtigkeit des, im Einatmen in die Lunge tretenden Blutes, auf eine gleichmaͤßige Weise herge- stellt Vergl. SAVVAG. angef. Ort. S. 3. Daß sich die rechte Hoͤle des Herzens im Einatmen ausleere, und die linke im Ausatmen. , und durchs Ausatmen der Weg zum linken Herzohre erleichtert. Da also das Ein- und Ausatmen maͤßig verrichtet wird, so wird dadurch das Blut weder sehr aufgehalten, noch zu sehr beschleunigt, und es schlaͤgt das Herz gleichmaͤßig THRVSTON. S. 88. . Folglich tritt das Blut weder blos im Einatmen in die Lunge, noch blos im Ausatmen Ebenders. S. 96. , und so geht es auch weder blos im Ausatmen, noch blos im Einatmen aus der Lunge Ebenders. ebendas. . Die Lunge wird auch im Ausatmen nie so ausgeleert, daß sie weis wuͤrde, noch im Einatmen so angefuͤllt, daß sie roͤther wuͤrde, und diese Erscheinungen Von dem, durchs Einatmen geminderten, und durchs Ausatmen gemehrten Pulsschlage, besiehe sav- vages respir. difficil. S. 2. oder wie er im Einatmen staͤrker, und im Ausatmen gleich gros werde, floyer. S. 382. von der Farbe der Lunge, morgan. propos. 5. S. 144. und ehedem swamer- dam. S. 96. , die von beruͤhmten Maͤnnern angemerkt worden, muͤssen dem heftigen Ausatmen zugeschrieben werden: man kann auch nicht zuverlaͤßig genung versichern, daß das Blut durch die Lungenblutader geschwinder, als durch diese Schlagader fliesse So sagt SANTORINVS obs. anat S. 148. whytt vit. mot. S. 73. , daß zween, oder drei Pulsschlaͤge fuͤr das Ein- atmen, und einer, oder zween fuͤr das Auatmen HAHN. angef. Or. S. 104. , oder fuͤnf fuͤrs Ausatmen, und drei Zeiten fuͤr das Einat- men SAVVAG. diffic. respir. S. 3. , gezaͤhlt werden muͤssen. Es geht aber das Atemholen langsamer, als der Puls vor sich. Gemeiniglich geschehen, wenigstens an meinem Koͤrper, bei einem Pulse vier aus dem Ein- und Ausatmen zusammengesezzte Atemzuͤge; wenn man also auf IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. auf eine Minute 80 Pulsschlaͤge rechnet, so wird man in dieser Zeit 20 Atemzuͤge haben, und die Zeit zu einem einzigen Atemholen wird beinahe drei Sekunden aus- machen So sagt HAMBERGER. n. 2. . So rechnet auch Johann Floyer in 80 Pulsirungen 20 Atemzuͤge FLOYER. T. II. S. 384. AnCholerischen, Vergl. 343. stae- helin angef. Ort. Sechs und achtzig Pulsschlaͤge in einer Minute. . Jndessen sezzt er doch auch bisweilen fuͤr eine Minute fuͤnf SLARE Phil. Trans. S. 204. floyer. T. II S. 330. 332. Vier oder fuͤnfe, charleton. S. 151. , oder gar sechs Zuͤge FLOYER. der ber. BER- NARD probl. 4. dessen Werk ich zu spaͤt in die Haͤnde bekommen. . Zween, oder drei Pulsschlaͤge zaͤhlt San- ktorius J. FEN. AVICENNA. S. 365. , fuͤr den Zwi chenraum zwischen einem Aus und Einatmen, und andre STAEHEL. S. 26. boer- haave praelect. ad T. V. P. I. S. 155. nehmen gar in einem Menschen, der in einer Minute 60 Pulsschlaͤge zaͤhlt, acht Atemzuͤge an. Die Chineser zaͤhlen Du HALDE. , vier oder suͤnf Pulsschlaͤ- ge fuͤr ein einziges Atemholen, in einem gesunden Men- schen, sie sehen es als einen Fehler an, der Gefahr droht, wenn ihrer sechs, und als toͤdtlich an, wenn ihrer acht geschehen. Eben diese Voͤlker sezzen 13500 Atemzuͤge fuͤr einen Tag, folglich fuͤr eine Minute sieben, wofern von einem vier und zwanzig stuͤndigen Tage die Rede ist CLEYER S. 15. Diesen habe ich nicht bei der Hand. . Jch sehe es leicht ein, daß hier Verschiedenheiten statt haben koͤnnen, und daß diejenigen am besten atmen muͤssen, welche waͤrend einem Atemholen viele Pulsschlaͤ- ge verrichten. Man weis von einem Floͤtenspieler, wel- cher zwo Minuten lang in eins fortblies, und bei diesem geschahen waͤrend einem Atemholen fast zehn Pulsschlaͤge HALES haemast. S. 100. . Floyer hatte bei einem, durch Bewegung aufge- brachten Koͤrper in einer Minute 30 Atemzuͤge, und 90 Puls- Das Atemholen. VIII. Buch Pulsschlaͤge, dagegen waren fuͤnf Stunden nach dem Essen nicht uͤber 19 davon mehr uͤbrig. Eben dieser Autor bemerkte an einer schwangern Frauen bei 98 Pulsirungen 37 Atemzuͤge. Bei Kindern zaͤhlt er einen Atemzug auf drei Pulsirungen. Jm Fieber nimmt er sonst vier Pulse auf ein Atem- holen S. 344. , und wenn zugleich Entzuͤndungen dabei sind, 130 Pulse, und 60 Atemzuͤge Ebendas. , und folglich auf einen Atemzug drittehalb Pulsschlaͤge, und auf eine Sekunde ein Atemholen an. Dagegen verrichten engbruͤstige wenig Atemzuͤge, und es gehen 13 Pulsschlaͤge auf einen einzigen Atemzug Ebendas. S. 384. 414. , sieben Atem enthalten 96 Pulsirungen Ebendas. 344. , und es gesche- hen in einer Minute nicht uͤber sieben. Da ferner in Thieren die Pulsschlaͤge geschwinder geschehen, so thun sie auch mehr Atemzuͤge. An den Voͤgeln hat Floyer 25, und 50 Atemzuͤge T. II. S. 345. in einer Minute gezaͤhlt. An einem jungen Hunde liessen sich 43 Ebenders ebendas. , am Pferde 16 Ebenders. ebendas. , am Esel 12 zaͤhlen Ebenders. ebendas. . Der Elefant atmet sehr langsam, so daß man zwischen einem Atemzuge 30 Worte aussprechen kann GILLIVS. S. 503. . An den Fischen bewegen sich die Fischohren innerhalb einer Minute fuͤnf und zwanzig, sechs und zwanzig, bis dreißig mal FLOYER. . Die Thiere von kaltem Blute, atmen sehr langsam. Die Froͤsche halten unter der Marter des Zerlegens lan- ge zwischen den Einatmngen an sich; das Kamaeleon gar FLOYER. T. II. S. 345. IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. gar einen halben Tag Die Pariser von der Schild- kroͤte. , und die Schildkroͤte lebt einen ganzen Monat, ohne Atem zu holen Mem. avant. 1699. . Das bisher gesagte scheinet zwischen dem Pulsschlage und dem Atemholen einige Uebereinstimmung anzuzeigen, und es behaupten viele, daß zugleich die Anzahl der Pulsschlaͤge und Atmungen zunehmen STAEHELIN. puls. S. 25. SWAMMERD. S. 80. , und mit dem geschwindern Umlaufe, und der Waͤrme des Blu- tes WYHTT. S. 180. , auch selbst das Atemholen beschleunigt werde. Doch es wird diese Uebereinstimmung auf vielerlei Art unterbrochen. Schon der Wille allein kann das Atemholen verlaͤngern, da sich indessen der Pulsschlag nicht aͤndert. So hat der beruͤhmte Floyer in einem einzigen Atemholen funfzehn Pulsschlaͤge gezaͤhlt T. II. . Jch selbst habe einen Atemzug bis auf sechszehn Sekun- den, und 21 Pulsschlaͤge Vergl. MVRALT. vade- mec. anat. S. 239. verlaͤngert. Allein es haben uͤberdem bereis Aristodeles De spiritu. c. 4. , nachgehens Galen Ars medica. S. 61. , und endlich Harvey Proem. S. 11. 12. einge- sehen, daß das, was einige von dieser bestaͤndigen Ueber- einstimmung gelehrt, ohne Grund sey. Kinder haben viele Pulsschlaͤge, und wenig Atemzuͤge. Jn den Fie- bern habe ich, wenn ich die Veraͤnderungen an meinem eignen Koͤrper genau untersucht, gefunden, daß, wenn die gar zu grosse Hizze voruͤber, und die Brust frei ist, bis 120 Pulsschlaͤge empfunden werden koͤnnen, indessen, daß das Atemholen kaum merklich geschwinder geworden, welches den Harvey Angef. Ort. verleitet, daß er es sparsamer geschehen laͤst. Bei einem Fieber hat es der beruͤhmte Home geschwinder befunden, da sich doch der Puls we- nig veraͤndert hatte Medical facts S. 3. . Und wir haben bei der Eng- F f 4 bruͤ- Das Atemholen. VIII. Buch. bruͤstigkeit gezeigt, daß in einer Minute 91 bis 98 Puls- schaͤge FLOYER. II. c.c. , und nur sieben Atmenzuͤge geschehen sind. Derowegen mus man uͤberhaupt eingedenk seyn, daß lange Atemzuͤge, und Seufzer, eine angefuͤllte Lunge ver- rathen, und mit einem langsamen Umlaufe, und auch mit den haͤufigen Pulsschlaͤgen wohl bestehen koͤnnen, in- dessen daß zugleich der Puls klein ist, und das Herz we- nig Blut darbietet Es geschahe ein einziger Atem- zug bei etwa 100 Pulsschlaͤgen, als diese 100 Pulse zwo Unzen Blut herbeifuͤhrten, de HAEN ratio me- dendi. L. II. S. 138. . Daß dagegen geschwinde Atem- zuͤge nothwendig dazu erfordert werden, wenn viel Ge- bluͤte vom Herzen nach der Lunge hingetrieben wird, wel- ches durch dieses Eingeweide weiter fortgeschaft wer- den soll. Auch darinnen hat Galen Recht De util. respir. L. I. Dieses sind die geschwinden Atemzuͤge ster- bender Thiere, HALES haemast. S. 6. naͤmlich die kleinen und unvoll- staͤndigen Atemzuͤge. , daß das Atem- holen, wenn es klein ist, geschwinde geschehe, denn es mus die kleine Ausdehnung der Lunge, welche von einem kleineren Atemholen herruͤhrt, durch die Geschwindigkeit ersezzt werden, und es muͤssen sich gleichsam die Kraͤfte von mehrern Einatmungen zusammen vereinigen. Man bestimmt die Menge des Blutes, welche das Herz, innerhalb eines Atemzuges, durch die Lunge sendet, durch diejenige Zeit, in der ein Atemzug verrichtet wird. Es rechnet der beruͤhmte Hales fuͤr eine Minute 8. |74 Pfunde Haemastat. S. 98. . Wenn aber in dieser Zeit 27 Atemzuͤge, und 75 Pulsschlaͤge geschehen, welches gewis schon eine von den grossen Zahlen, und der Strom des Blutes zwo Un- zen ist, so werden es in allem 150 Unzen seyn, und man kann auf einen einzigen Atem sechstehalb Unzen, und nicht viel daruͤber, rechnen. Es IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Es hat ein großer Mann die Anmerkung gemacht, daß sich das Herz, in einem einzigen Atemzuge, uͤber- haupt nur einmal ausleeren gekonnt, da es voͤllig mit dem Herzbeutel, und folglich auch mit der Lunge zusam- men gewachsen gewesen. Zugleich lief der Puls ge- schwinde, aber ohne ein Herzklopfen zu erwekken De HAEN rat. medendi. L, II. S. 138. . §. 30. Die seltnere Arten des Atemholens. Das Seufzen. Die folgenden Handlungen, welche mit dem mensch- lichen Koͤrper vorgehen, gehoͤren allerdings zum Atem- holen mit, und sie geschehen entweder vermittelst des Ein- atmens, oder des Ausatmens, oder mit einer gewissen Uebereinstimmung beider. Zum Einatmen gehoͤrt das Seufzen, Gaͤhnen und Saugen; zum Ausatmen die Stimme, das Singen, und das Reden. Unter die vom Einatmen, und Ausatmen, nach ge- wissen Gesezzen zusammengesezzte Dinge, werden be- griffen, das Keuchen, die Bemuͤhung, der Husten, das Lachen, Weinen, Niesen, endlich das Schlukken, und Erbrechen. Das Seufzen ist ein langsames und langwieriges Einatmen, wovon sich die Brust gleichmaͤßig ausdehnt, und mit einer Menge Luft anfuͤllt wird. Daher seufzen wir, nach dem Willen der Seele, so oft das Blut mit eini- ger Schwierigkeit, doch ohne einen Schmerzen, der nur das Einatmen unangenehm machen wuͤrde, durch die Lunge getrieben wird, es moͤgen nun dem Herzen die F f 5 Kraͤfte Das Atemholen. VIII. Buch. Kraͤfte dazu mangeln, oder die Lunge eine Verhinderung leiden, oder es moͤgen sich Herz und Lunge wohl besin- den, aber der Zuflus des Blutes zur Lunge groͤsser, als gewoͤhnlich seyn, und von den gewoͤhnlichen Kraͤften des Einatmens nicht durchgesezzt werden koͤnnen. Gewoͤhn- lichermaßen seufzen wir im traurigen Affekte, wenn uns gleichsam ein schweres Gewichte auf der Lunge liegt, und sich das Herz nur matt zusammenzieht. Wir seufzen auch, wenn die Lunge mit Blut uͤberladen ist, in der Lungenentzuͤndung HAYMANN Comment. in BOERH. S. 107. , nach Anstrengungen, Laufen, und Ermuͤdungen. Hysterische Frauenspersonen erwa- chen, nach langen Ohnmachten, mit Seufzen wieder. Endlich nennt man heut zu Tage diejenigen engbruͤ- stig, welche ehedem suspiriosi hiessen, und dieses war Virgils Krankheit. Die Absicht der Natur bleibt in- dessen immer einerlei, naͤmlich den Lauf des Blutes durch die Lunge, so sehr, als moͤglich ist, zu erleichtern Nach dem, was eben gesagt worden, im vorhergeh. §. 11. . Folglich wird der Pulsschlag von dem Seufzen be- schleunigt (u), das Blut springt aus einem geoͤffneten Ge- faͤsse hoͤher (r), und es dringt der Pulsschlag bis in die kleinen Gefaͤsse vor S. 16. Ueberhaupt vierzehn und eine halbe Linie hoch. . Daß das Seufzen im Grame schaͤdlich seyn solle thrvst. S. 70. , oder davon im Herzohre ein Geschwuͤr entstehen koͤnnte NIC. FONTAN consp. et respir. S. 62. , dieses kann ich nicht absehen, da ich oft die gute Fol- gen von dieser wohlthaͤtigen Erleichterung, und gleichsam auf der Stelle Trost erfahren habe. Jch mag die Kraͤfte, die das Seufzen hervorbringen, nicht noch einmal nennen; doch scheint das Zwerchfell am Seufzen den meisten An- theil zu haben. §. 31. HALES haemast. S. 78. Vorhergeh. §. 11. IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. §. 31. Das Gaͤhnen. Das Gaͤhnen ist ebenfalls ein langes und langsames Einatmen, vermittelst dessen wir eine Menge Luft in die Lunge ziehen. Allein es ist auf mehr, als eine Art vom Seufzen unterschieden Die Merkmale des Unter- scheides hat der vortrefliche DAV. EMAN. BERDOT gesammlet, in der thesi inaugurali de suspirio. . Es wird naͤmlich im Gaͤhnen, auf ein langes Einatmen, und indem man zu- gleich den Mund wieder zuzieht, ein grosses Ausatmen, wobei man zugleich das Geraͤusche von der bewegten Luft hoͤren kann. Vor dem Gaͤhnen geht ein langsamer Umlauf des Blutes in der Lunge voran, der so gros ist, daß man ihn mit den gewoͤhnlichen Einatmungskraͤften nicht verbes- sern kann. Davon empfinden wir eine Beschwerlichkeit, und gleichsam eine Last in der Lunge. Folglich unterneh- men wir ein sehr grosses Einatmen, wir ziehen eine Men- ge Luft in uns, damit die Luft gleichsam, wie im Hooki- schen Versuche, durch die sehr ausgedehnte Lunge, ei- nen leichten Weg finden koͤnne. Folglich ist auch, selbst das Gaͤhnen eine Sache des Willens, und vornaͤmlich des Zwerchfelles. Die entfernten Ursachen des Gaͤhnes haben faft alle eine gewisse Schwaͤche zum Grunde, naͤmlich vor andern eine einbrechende Schlaͤfrigkeit, indem Thiere in diesem Zustande ebenfalls gaͤhnen De GORTER de perspir. S. 292. Er fuͤgt hinzu, es sei ein Zeichen einer ganz vollkommnen Gesundheit. . Wir pflegen auch bis- weilen, wenn wir erwachen, zu gaͤhnen, wenn sich noch der Schlaf mit in das Erwachen einmischt. Wir wer- den an einem andern Orte zeigen, daß in diesem Zustan- de das Blut in den Blutadern langsamer laufe Das Blut faͤngt an stille zu ste- . Wir Das Atemholen. VIII. Buch. Wir gaͤhnen auch, und besonders thun dieses Perso- von schwerfaͤlligem Koͤrper, wenn man geschwinde ge- gangen ist, und sich bis zum Keuchen bewegt hat: in diesem Zustande schlaͤgt das Herz zwar geschwinde, es fuͤhrt aber der Lunge mehr Blut zu, als daß es leicht durch dieselbe gehen koͤnnte, wo es nicht auf eine neue Weise veranlast wuͤrde, durch dieses Eingeweide leichter durch zu fliessen. Wir gaͤhnen auch, wenn wir uns er- muͤdet haben. Es ist auch das Gaͤhnen bekannt, wel- ches mit Hunger verknuͤpft ist, und durch starke Bewe- gungen des Koͤrpers in der Kaͤlte entsteht, dergleichen vom Brutus Plutarch, im Leben dieses Mannes. bekannt ist, und in den noͤrdlichen Gegenden Von diesem Hunger, BAR- THOL. de nive. S. 187. Und er war nicht unbekannt dem RHAZI ad MANZOREM. L. V. c. 6. , und so gar in Holland BOERH. praelect. T. IV. S. 620. ad n. 433. den jungen Leuten gemein ist, wenn sie auf dem Eise laufen; so gar weis man vom toͤdtlichen Gaͤhnen, wenn man naͤmlich diesen Hunger mit derben und harten Speisen nicht stil- let BOERH. angef. Ort. rhazes befielt, Wein und Brod zu reichen. . Von dieser Art scheint dasjenige zu seyn, wel- ches von Erniederungen herruͤhrt. Es gaͤhnen hysterische Frauenspersonen, sowohl vor dem krampfhaften Anfalle, als wenn dieser uͤberstanden ist. So gaͤhnen auch die Kranken im Fieberfroste. Es scheinen aber auch die Thiere, wenn sie im luft- leeren Raume GVIDE obs. anat. 2. nach Luft schnappen, zu gaͤhnen, wel- ches auch die lebendig aus der Mutter herausgeschnittnen jungen Thiere, wenn sie sich anschikken, die erste Luft einzuziehen, und sebst die neugebohrne Frucht, thun WALTHER de oscitat. S. 35. . Hiermit hat das fast neun monatliche Gaͤhnen einer Frau- ens- stehen, J. de GORTER de perspi- rat. aphor. 338. 339. 340. 357. Besiehe indessen Comm. ad BOERH. T. IV. n. 599. not. m. und x. IIII Abschn. dessen Erscheinnngen. ensperson eine Aenlichkeit, deren Lunge voller erdigen Steingerinnungen war COSCHWIZ de morb. gravid. er puerper. . Dieses war eine Schadlos- haltung, welche sich die Natur ausgedacht, die fast un- brauchbar gewordne Lunge zu gebrauchen. Wir uͤberge- hen die Ursachen, welche seltner vorkommen, und von geringer Erheblichkeit sind Die Anfuͤllung des Magens, die das Zwerchfell in seiner Bewegung auf haͤlt, walther. S. 32. Den Drukk der Ohrendruͤse auf den zweibaͤuchigen Muskel. S, 16. . Das Gaͤhnen hat die Wirkung, daß es dem Blute, durch die von vieler Luft ausgedehnte Lunge, den Weg er- leichtert Nicolai Von der Einbil- dung kraft. S. 77. . Es hebt also, wenn wir ermuͤdet sind, die Schwierigkeit, die das Blut vor sich findet, um durch die Lunge zu komen; es beschleunigt den Umlauf des Blutes, es verstaͤrkt den Pulsschlag, es hat zuweilen Vlutungen erwekkt Es tteibr auch das Mutter- geblute nach der Geburt, WAL- THER. S. 29. , es befluͤgelt die Ausduͤnstung aus der Lunge, indem es das duͤnstende Blut in Bewegung bringt WALTHER. S. 27. . Und vielleicht ist dieses der Zuwachs in dem Auswurfe, den Sanctorius zur Hautduͤnstung mit ge- rechnet hat 1. Abschn. 11. 44. 4. Abschn. n. 32. 33. Er fuͤgt hinzu, daß inner- halb dreißig Minuten durch das Gaͤh- nen, und Dehnen der Aerme mehr ausgeduͤnstet werde, als in drei an- dern Stunden. n. 34. . Eine feinere, aber dennoch wahre Er- fahrung ist diesel, daß die Luftroͤhre im Gaͤhnen sehr niedersteige, und daß folglich die vom Zellgewebe zusam- mengehaltne Blutadern theils ausgestrekkt, theils wie- der herbeigezogen, und gleichsam erschuͤttert werden S WALTHER. S. 22. . Jndessen ist doch auch gewis, daß man vom Gaͤh- nen in der Schlaͤfrigkeit weniger Nuzzen habe, als von der uͤbrigen Bewegung der Muskeln, und daß der Koͤr- per keine solche Erleichterung bekomme De GORTER de perspir. S. 292. . Die Das Atemholen. VIII. Buch. Die uͤbrige Wirkungen erklaͤre ich mehr durch die Eroͤffnung des Mundes, als durch eine Veraͤnderung im Atemholen Das Auswerfen eines dikkern Schleims aus den Halsmandeln, walther. S. 19. und die Eusta- chius Roͤhre oͤffne sich. Ebend. S. 18. . Daß ein gaͤhnender einen andern ebenfalls zu gaͤhnen veranlasset, erklaͤre ich dadurch, daß beide eine gemeinschaftliche Notwendigkeit, die von ei- nerlei Ursachen herruͤhrt, zu gaͤhnen empfinden, dessen Andenken und gegenwaͤrtige Notwendigkeit, das vorhan- dene lebendige Beispiel im Gemuͤthe erneuret. Es hebt ein langes Einatmen das Gaͤhnen auf HIPPOCRATES. Epid. L. VI. S. 2. und L. II. S. 3. befiehlt das Atmen aufzubalten, GALEN de diffic. respir. L. III. , weil der neue Atemzug die Lunge, in so weit es hinlaͤng- lich ist, in Freiheit sezzt. Kinder gaͤhnen haͤufiger, weil sie sich mehr, als er- wachsne, nach dem Schlafe sehnen, da ihr Herz, in gegebener Zeit viel mehr Schlaͤge verrichtet, und sie ge- meiniglich den ganzen Koͤrper oͤfters, und mit groͤsserer Er- mattung bewegen Daß sie wegen der biegsamen Brust mehr gaͤhnen. schreieer almagest. S. 368. . Wer da gaͤhnt, kann nicht wohl hoͤren CASSIVS problem. 20. , weil sie, mittelst des grossen Einatmens, eine Menge Luft in sich ziehen, welche in die Ohrtrompete am Schlaf- beine tritt, und derjenigen Luft Wiederstand thut, die durch den Gehoͤrgang zur Trommelhaut koͤmmt, so daß diese Haut also ihre klingende Schwingungen nicht gehoͤ- rig verrichten kan J. R. M. n. 554. und Comm. zu dieser Nummer. . §. 32. Das Saugen. Das Saugen ist ebenfalls eine Art des Einatmens, ob es gleich eine andre Absicht hat. Der da saugen will, fuͤllt IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. fuͤllt entweder ein Roͤhrchen mit einer Fluͤssigkeit, oder er thut es in ein Gefaͤsse, worinnen die Fluͤssigkeit ent- halten ist: hierauf schliest er die Lippen, um die Fluͤssigkeit an sich zu ziehen, an die Roͤhre, oder wie das Kind an die Warze, genau an, so, daß zwischen den Lippen, und dem Roͤhrchen kein leerer Raum uͤbrig bleibt. Alsdenn schoͤpft man Luft STVRM colleg. curios. exper. S. 38. 56. und phys. eclect. T. II. S. 158. , und diese Luft steigt aus dem Mun- de in den erweiterten Raum der ausgedehnten Lunge her- ab, und folglich wird selbst die Luft, die im Munde uͤbrig ist, verduͤnnt. Jn diesen Raum, der jezzo weni- ger Widerstand bezeigt, treibt| die Schwere der At- mosphaer, oder die Federkraft der im Gefaͤße enthaltnen Luft, wenn man aus einem verschlossnen Gefaͤsse saugt, nach den oben erklaͤrten Gesezzen 8 B. 4 Abschn. 5 N. , die Fluͤßigkeit hinein, ber nun ins Roͤhrchen steigt, um in den Mund zu fliessen. Aus dem Munde faͤllt endlich dieser Saft, mittelst der kuͤnftig zu erklaͤrenden Kraͤfte, und der Arbeit des Nie- derschlukkens, in den Magen. Das Saugen geschicht ebenfalls, wenn man in den Saft ein Roͤhrchen stekkt, an das Roͤhrchen eine Sprizze anbringt, und mit dem ge- zogenen Stempel, in dieser Sprizze einen groͤssern Raum hervorbringt NOLLET. T. III. S. 200. , denn auf solche Art tritt dieser Saft aus dem Gefaͤsse herauf, wie man im Zergliedern zu machen pflegt. Ein Blutigel saugt POVPART Journ. des Savans. 1697. n. 28. morand Mem. de l’Acad. 1739. S. 263. , wenn er im Munde einen Raum hervorbringt, und seine Zunge nach dem Schlun- de zuruͤkke zieht. Der Meeregel, der ehedem von un- serm Freunde Garcin beschrieben worden Phil. Trans. n. 415. , macht es so, wie die Luftpumpe, indem er den sehr beweglichen Vorder- theil seines Koͤrpers, gegen den hintern festern und unbeweg- lichen Theil zuruͤkke zieht, wenn er mit einem besondern her- vor- Das Atemholen. VIII. Buch. vorragenden Fleische denjenigen Koͤrper umschlossen, den er saugen will. §. 33. Das Keuchen. Die Zusammensezzung der Werkzeuge macht, daß ich das Reden, Singen, die Stimme, an einem andern, und besondern Orte, abhandeln mus. Es folgen also ei- nige Geschaͤfte, wobei sich die Kraͤfte des Ein- und Aus- atmens vereinigen. Man kann das Keuchen mit kurzen Worten so be- schreiben, daß es blos eine Reihe von oͤftern Einatmun- gen sei, die aber kurz sind, wobei das Ausatmen eben- falls kurz ist, und diese beide wechseln mit einander. Wir keuchen, wenn wir laufen, und uns stark bewegen Man schlizzt in Persien den Eseln die Nasenloͤcher auf, um im Laufen freier zu atmen, chardin T. IV. S. 7. . Die Menge des Blutes, welches, vermittelst der Bewe- gung der Muskeln, geschwinder zuruͤkke kommt Daher keuchen die, welche sich an der sehr duͤnnen Luft der Ber- ge in Peru Bewegungen machen, damit sie dadurch, die von der leichten Luft schwach ausgedehnte Lunge, schadlos halten moͤgen, bovgver Mem. 1744. S. 261. , macht das oͤftere Einatmen nothwendig; das Autatmen bringt die Beklemmung hervor, welche nach grossen Einatmun- gen unvermeidlich folgen wuͤrde, wenn solche zugleich lan- ge dauren sollten. Da also im Keuchen alle Werkzeuge des Atemholens, und zwar geschwinde spielen, so sieht man, daß es erhizzen, den Umlauf des Blutes, und den Puls- schlag befoͤrdern, und, weil es die Kraͤfte mitnimmt, ermuͤden muͤsse. Wir keuchen in dem schweren Atem, da man nur ste- hend atmen kann ( ortopnoea ), in den Brustwunden, in Fiebern, die die Brust belaͤstigen, in den hizzigsten Fie- IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Fiebern, in einer ungewoͤhnlich heissen Luft, im luftlee- ren Raum, kurz vor dem Tode. Es mus naͤmlich die Lunge sehr ausgedehnt werden, damit sich das Blut durch die Hindernisse in der Lunge hindurch arbeiten koͤnne, und sich bei der heissen, duͤnnen, und leichten Luft, die Lunge dennoch, so viel von noͤthen ist, aufschwellen koͤnne. Nach dem vorhergehenden muͤssen also auch starke Ausatmun- gen erfolgen. Wir muͤssen naͤmlich das viele Blut, wel- ches im Einatmen in die Lunge gezogen worden, mittelst des Ausatmens wieder fortschaffen. §. 34. Das Anstrengen. Es ist dieses ein sehr gewoͤhnliches Bestreben der Na- tur, und dennoch finde ich kaum, daß jemand diesen vor- nehmsten Vollstrekker der wollenden Seele, der Wuͤrde gemaͤs, beschrieben haͤtte. Es ist das Anstrengen eine langwierige Einatmung, und ein groͤsseres Niedersinken des Zwerchfells, wobei man die Luft lange Zeit verhaͤlt, indessen daß die zugleich wirkenden Bauchmuskeln ein starkes Ausatmen besor- gen, und dennoch nicht dazu gelangen koͤnnen, weil das Zwerchfell mit ihnen zu gleicher Zeit gleich stark arbeitet, und verhindert, daß sie sich nicht in die Brust zuruͤkke drengen koͤnnen: die Luftroͤhrenspalte ist dabei genau verschlossen ORIBASIVS. S. 62. . Von dieser Anstrengung sind nun einige Stuͤkke deutlich, andre hingegen undeutlich. Wir werden den fast unglaublichen Drukk des Unterleibes leicht gewar, den das Anstrengen hervorbringt, indem von oben, von vorne H. Phisiol. B. G g Das Atemholen. VIII. Buch. vorne, und von den Seiten her, die Gewalt des Zwerch- fells, der Guͤrtel der Schiefen- und Queermuskeln des Bauches, und endlich das vordere Fleisch der geraden Muskeln, diesen Bauch verengern. Folglich werden jegliche Eingeweide, oder der darinnen enthaltne Unrath, die Frucht, die Steine, des Mastdarms, des Horngan- ges, der Blase, der Harnroͤhre, mit der groͤsten Gewalt ins Bekken niedergetrieben. Davon entstehen in der Harnroͤhre, in der Mutter Scheide, und dem Mastdarm, unglaubliche Ausdehnungen; ja es werden selbst die Kno- chen des Bekkens in ihren Vergliederungen verrenkt Wie wollen dieses an seinem Orte erweislich machen. Besiehe in- dessen die vom Winslow und Bou- vart vertheidigte Dissert., wo die Sache augenscheinlich durch Zeug- nisse bestaͤtigt wird. . Man weis, daß in einer schweren Geburt das Nezz geschmolzen ist Solingen embryulc. S 22. . Eben diese Kraft verengert die Blutgefaͤsse des Bau- ches, sie druͤkkt das Blut aus der Holader heraus, sie treibt es nach dem Herzen, sie leert die Leber aus, und noͤthigt die Galle, die Gallensteine in ihren Behaͤltern weiter vorzuruͤkken. Es tritt auch jezzo nicht das Blutader- blut aus dem Herzen zuruͤkke, da solches die Bauchmus- keln mit grosser Gewalt gegen freiere Oerter, und gegen die erweiterte Brust zutreiben, da indessen auch das zu- sammengezogne Zwerchfell diese Blutader verschnuͤrt, und das Blut nicht zuruͤkke fallen laͤst QVELMALZ de adjum. sang regress. schwarz. n. 17. Vergl. Mem. sur la respir. Exp. 53. 56. 57. 58. 59. 60. 61. 62. . Ferner so druͤkkt diese Anstrengungskraft die Aorte, ob diese gleich Ver- moͤgen hat, dennoch zusammen, und sie haͤlt die vom Herzen herbeistroͤhmende Wellen auf Etwas aͤhnliches davon hat der ber. HALES haemast. S. 161. 162. Doch er erwartet von dem Ein- flusse des Blutes in die Muskeln eine groͤssere Staͤrke. Nun wendet sich, im Anstrengen, das Blut von der untern Aorte ab, und dennoch bekom- men auch die Muskeln dieser Glied- maßen eine groͤssere Staͤrke. Doch es wirken auch Muskeln ohne das Blut der Schlagadern. . Und davon ruͤh- IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. ruͤhren die bereitsgedachten Adersaͤkke Vorherg. 13 N. , die Zerspren- gung der Schlagadern, die an Personen, welche sich an- strengen, so haͤufige, und wie ich selbst gesehen, von den unter der Haut zerrissnen Schlagadern herruͤhrende breite Blutergiessungen, die sich laͤngst der Brust, und den Seiten verbreiten. Von der Muskelbewegung erfolgen ausserordentliche Blutungen SCHWENKE. S. 34. . Davon ist ein breites Blutgeschwuͤr entstanden ELLER in obs. . Das Blut sammelt sich zwar aus dem Unterleibe in die Brust. Weil das Herz aber Schwierigkeiten findet, und weil das Einatmen lange waͤhret, so sammelt es sich in der Lunge Vorhergeh. 13 N. , und von da ergiest es sich, in die rechte Hoͤlungen des Herzens, und in die Blutadern des Hal- ses, und Kopfes: davon entsteht ein blaues, und ge- schwollnes Angesicht Wir lesen, daß Milo durchs Anstrengen und das Aufschwellen der Blutadern der Stirn, ein umge- legtes Band zerrissen habe. , und wenn die Lungengefaͤsse zer- reissen, ein Blutsturz PLATNER de actione ne- gotios. circumcidenda. , der bei Anstrengungen nur gar zu gewoͤhnlich ist: ferner ruͤhren davon, die im An- strengen vorkommende toͤdtliche Schlagfluͤsse Vom Tanzen, platner. her. Ein wasserscheuer Mensch, den man gebunden hatte, zerris in einer einzigen Anstrengung alle Strikke, und er starb zu- gleich vor Erschoͤpfung Mead of poisons. S. 136. . Diese Erscheinungen sind leicht, allein das scheint mir duͤnkler zu seyn, warum wir die Kraͤfte des Zwerchfells mit den Bauchmuskeln vereinigen, wenn wir Lasten in die Hoͤhe heben, und mit dem aͤussersten Bestreben des gesammten Koͤrpers die Schwierigkeiten zu uͤberwaͤltigen suchen. Denn der Jnstinkt betruͤgt nicht, und wir koͤn- nen viel besser Gewichte zwingen, wenn wir den Atem in uns verhalten, und es werden unsre Kraͤfte den Augen- G g 2 blik Das Atemholen. VIII. Buch. blik schlaff, so bald wir das Zwerchfell nachlassen, und den Atem herauslassen, Wenn man uͤber diese Sache Betrachtungen anstellt, so scheint sie mir mehr, als eine Ursache zu haben. Es haben naͤmlich alle Muskeln am ganzen menschlichen Koͤrper, ihren Grund in der Brust, und dem in eins fortgehenden Ruͤkkgrade. Damit demnach diese Muskeln ihr voͤlliges Spiel haben moͤgen, so mus dieser Ruͤkkgrad sehr feste seyn, damit die ganze Kraft der Muskeln, des Arms, der Schultern, oder andrer Glieder, wenn sie ihre Gliedmaßen gegen die Brust herbeiziehen, verzert werde, und keine Kraft sich verzehre, wenn die Brust gegen die Glieder herbeigezogen wird. Diese Festigkeit aber verschaffen wir uns, wenn wir die Kraͤfte des Einatmens anwenden, den Nakken und Kopf ruͤkkwetts wenden, und die Brust zuruͤkke halten, damit sie nicht nach vor- ne zu herabweiche. Ausserdem heben wir die Schultern mit der Brust in die Hoͤhe, wir stellen sie, nebst dem gestrekkten unbeweglichen Nakken, und dem zuruͤkke gebog- nen Kopfe, der Last entgegen. Es ist ferner gewis, daß im fortgesezzten Einatmen das Blut im Gehirne verhalten wird, daß es nicht wie- der zuruͤkke fliessen kann. Doch es koͤmmt das Blut im Anstrengen nicht allein nicht vom Gehirne zuruͤkke, son- dern es wird noch eine Menge Bluts, mittelst der Schlagadern, daselbst angehaͤust. Es machen naͤmlich die sich bestrebende Muskeln des Bauches, daß sich das vom untern Theile des Koͤrpers, welcher nunmehr sehr zusammengedruͤkkt ist, abwendet, davon fast ganz zu- ruͤkke gewiesen wird, und sich dagegen im Gehirne an- haͤuft. Ob wir nun gleich noch nicht untersuchen, was das Gehirn uͤber die Muskeln vor eine Gewalt habe, so wissen wir doch, und es weis es jedermann, daß, wenn sich im Gehirne das Blut zu sehr anhaͤuft, wuͤtende oder rasende Personen alle Muskeln auf das kraͤftigste anstren- gen IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. gen koͤnnen, in so weit es nur die Beschaffenheit des Koͤrpers verstattet. Ein solcher wuͤtender zerbrach ein eisernes Gitter PANAROLVS Pentec. IV. obs. 49. . Ein ergrimmter Loͤwe lies im Eisen die Zeichen der Zaͤhne zuruͤkke Phil. Trans. n. 310. . So bald als wir diesen Schazz der Kraͤfte verlieren, und das Zwerchfell wieder in die Hoͤhe geht, so leert sich die Lunge aus Vorherg. 25 N. , sie schuͤttet ihr Blut aus, und es be- giebt sich nunmehr dasjenige Gebluͤte in die Lunge, welches bisher vor der rechten Herzkammer wartete, und nachdem dieses sich auch ausgeleert hat, so entledigt sich auch kurz darauf das Gehirn, und es laͤst sein uͤberfluͤssi- ges Blut von sich. Zu gleicher Zeit entgeht dem Ruͤkk- grade die Festigkeit, die Muskeln, welche die Schultern hoben, sinken, da ihr fester Punkt schwankt, und sie lassen sich zugleich mit der Brust nieder. Folglich hoͤren bei dem ausatmenden Menschen die Ursachen auf, welche erst machten, daß die Muskeln eine groͤssere Staͤrke besassen. §. 35. Der Husten. Jm Husten arbeitet das Zwerchfell, und der mus- kelhafte Unterleib, nicht in einerlei, sondern in zwo Zei- ten, welche gleich und zunaͤchst auf einander folgen. Wir machen uns zu dem Husten, mittelst eines grossen Einat- mens, fertig, und es wird folglich das Zwerchfell so stark niedergedruͤkkt Mem. sur la respir. exp. 47. Davon schwillt der Leib auf, und wird hart, winsl. Mem. 1738. S. 69. senac Memoir. von 1729. S. 132. , daß der Unterleib aufschwillt: daher zieht man eine Menge Luft in die Lunge ein. Kurz darauf ziehen wir, schnell und mit Nachdrukk, die Bauch- muskeln zusammen, und wir lassen die uͤbrigen Ausat- G g 3 mungs- Das Atemholen. VIII. Buch. mungskraͤfte los: daher folgt ein geschwindes und star- kes Ausatmen Kurz angef. Mem. , welches nicht ohne Geraͤusche geschicht. Auf diese Weise erhalten wir, daß die Luft, wie ein rau- schender Strom, oder Wind, allenthalben aus der in- nersten Lunge durch die Luftroͤhre herausfaͤhrt. Mit ihr werden zugleich der gesammelte Schleim, die fremde ein- gefallnen Koͤrper, die Materie des Seitenstechens, Eiter, Steine, und was sonst ausserordentliches in der Luftroͤhre, und deren Aesten haͤngt, wie aus einer angezognen Presse, oder Schleuder ausgeworfen. Oft folgen, wenn die beschwerliche Ursache nicht vom ersten Ausatmen he- rausgetrieben werden kann, noch| mehr Erschuͤtterungen, welche insgesammt aus einem starken Einatmen, und schnellen Ausatmen zusammengesezzt sind. Der Husten ist gleichfalls eine Sache des Willens, und er hat die Absicht, uns von einer Beschwerlichkeit zu befreien, die die zarten Nerven in der Lustroͤhre, oder de- ren Aesten leiden, und man kann also in der That aus der Absicht des Hustens, und seiner Ursache, nicht ohne Grund auf die Absichten, und Ursachen des Ein- und Ausatmens schliessen. Es ist also die Ursache zum Husten, ein jeglicher Reiz, welcher entweder im Zwerchfelle, oder in der Lun- ge, und in deren Blaͤschen selbst, entweder in den gros- sen Aesten der Luftroͤhre, in der Luftroͤhre, oder endlich im Luftroͤhrenkopfe stekkt, wie auch im innersten Schlun- de uͤber der Lustroͤhrenspalte, obgleich das daselbst hinge- rathne Wasser mehr ein Raͤuspern, als ein Husten er- regt. Die allergemeinste Ursache ist indessen der, in den Aesten der Luftroͤhre der Nacht uͤber gesammelte Schleim; oft auch eine Schaͤrfe von noch nicht genug bekannter Be- schaffenheit, welche durch die Haut haͤtte ausduͤnsten muͤs- sen, nun aber von der Haut zuruͤkke getreten, und sich auf IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. auf die Lunge gesezzt hat Einen dergleichen Husten be- schreibt der vortrefl. Werlhof Com- ment. litt. Noric. 1733. hebd. 22. und vorlaͤngst hippocrat. Epid. VI. und VII. . Jch habe auch, mehr als zu oft, an mir einen Husten bemerkt, wenn ich mich in ein feuchtes, oder wenigstens nicht genung laulich Bette, bei der ersten Kaͤlte gelegt. Bei Schwindsuͤchtigen sind die steinige Verhaͤrtungen Dergleichen mit dem Husten ausgewuͤrgte Steine, ZACVT hist. med. mir. obs. 103. palfyn anat. chirurg. Jtalien. Ausgabe. T. III. S. 68. D. SINOPEI parerg. med. S. 57. Essays of a Societ. ad Edimb. T. V. n. 57. la mettrie obs. de prat. 37. BORELL. L. I. obs. 67. pechlin. L. 2. obs. 4. rhod Cent. II. obs. 3. rvysch Thes. l. S. 8. u. s. f. in den Druͤsen, der Luft- roͤhre, der Reiz, oder dieses thut auch der Eiter. Wenn harte Koͤrper in die Luftroͤhre gerathen, und darinnen haͤngen bleiben, so bringen diese eben solche Folgen hervor Von einem Kerne, barth. Cent. II. hist. 27. Eph. Nat. Cur. Dec. I. ann. 2. obs. 242. von einer Blei- kugel, birch. T. III. S. 381. Von einer Goldmuͤnze, die in die Lunge gerathen, London Chronicle. 1758. S. 896. . Da sich im Husten die maͤchtigen Kraͤfte des Ein- und Ausatmens vereinigen, so ermuͤdet, und erhizzt er ungemein, und er ist ein Sporn des Bluts. Es gehoͤ- ret sonderlich zu den Kraͤften des Ausatmens, das, was Salzmann beobachtet, als ein großes Stuͤkk der Ge- hirnschaale von dem Kopfe, an einem lebendigen Men- schen weggeschnitten war, da sich denn die harte Ge- hirnhaut unter waͤhrendem Husten in die Hoͤhe hob, und der Sichelsinus ebenfalls SLEVOGT de dura matre. n. 50. ; ferner daß das Blut oft in Leuten, die am Seitenstechen liegen, wenn sich der Husten einfindet, zu fließen gezwungen werde, wenn es in den Blutadern stille steht TVLP. L. II. c. 4. boerh. u. s. f. . Der Husten ist der zarten Lunge, wegen der grossen Ausdehnung, schaͤdlich, und er schadet auch, wegen der gewaltigen Zusammen- druͤkkung. Er wird erstikkend Verhandel. vander Hollandz Maetschappy. T. IV. S. 465. , wenn ein heftiger Reiz G g 4 das Das Atemholen. VIII. Buch. das Ausatmen so sehr reizet, daß die Lunge kaum jemals ruhig wird, und dem vom Gehirne zuruͤkkfliessenden Blute, wegen des Drukkes, nicht widerstehen kann. Man haͤlt den Husten auf, wenn man den Atem ver- haͤlt CAMERAR Memor. Cent. II. n. 153. , wenn man also den Krampf der Ausatmungs- kraͤfte hemmt, daß indessen der Eindrukk des Reizes auf die fuͤhlende Werkzeuge verschwinden moͤge. Dieser hoͤrt auch auf, wenn man einem in den Ruͤkken schlaͤgt, viel- leicht, weil der Nerve des achten Paares dadurch gedruͤkkt wird, und die scharfe Empfindlichkeit verliert SCHREIBER Almagest. S. 362. . Da der Husten eine Sache des Willens ist, so konnte man ihn kaum durchs Martern von Thieren erzwingen ALBRECHT in exper. circa tussim, second Mem. sur les part. irrit. Sect. 18. ballianvs, ein Wundarzt in Rom in seinen Brie- fen. Es gelung wir ein einzigesmal, als ich die Membran der Luftroͤhre erst mit Schwefelrauche, und denn mit Gift reizte. Mem. sur la respirat. obs. 47. . Man sezzt ihn also aus, wenn sich der Kranke nicht wohl befindet, im Seitenstechen, und wegen des Schmerzens, den derselbe verursacht. Wenn dieser aber wider Willen, und ungern hustet, so geschicht solches wegen Unertraͤg- lichkeit des Uebels, welches, wenn es zu gros ist, die Seele sich nicht getrauet laͤnger zu verhalten. Es hat naͤmlich die Natur vor andern die innere Haut der Luft- roͤhre, zu dieser Absicht, so empfindlich gegen allen Reiz gemacht, daß sie nicht einmal einen Tropfen laulichen Wassers, das doch so weich, und gelinde ist, vertragen kann, und wir empfinden sogleich einen unausstehlichen Reiz, welcher uns zu husten zwingt. Die Ursache da- von scheint in der Zartheit der zottigen Membran, oder des Oberhaͤutchen, und in der Menge Nerven zu liegen, welche sich in die nervige Haut werfen, und welche in der That, selbst diejenigen an Menge, und Groͤsse uͤbertref- fen, die den Gedaͤrmen angehoͤren. Bei IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Bei einem verhaͤrteten, oder andern Geschwuͤre der Leber, stellet sich, wegen des gereizten Zwerchfelles, ein Husten ein, ob die reizende Ursache gleich auf diesem Wege nicht ausgetrieben werden kann. Die Natur hoft von einem aͤhnlichen Bestreben, eine aͤhnliche Erleichterung eines aͤhnlichen Uebels. §. 36. Das Niesen. Das Niesen ist vom Husten nicht sehr unterschieden, und doch viel heftiger, weil der Reiz in einem Theile stekkt, der noch zaͤrter, und empfindlicher, als die Lunge ist. Die ganze Handlung besteht in einem sehr grossen Einatmen, davon Kopf und Nakken zugleich zuruͤkke ge- worfen werden. Hierauf folgt ein Ausatmen, das so heftig ist, als eins seyn kann, und es behaͤlt, indem wir niesen, kein einziges Glied einige Festigkeit uͤbrig. Es kruͤmmt sich also der Kopf, und Hals vorwerts, so daß die Muskeln, die die Brust in die Hoͤhe heben, nach lassen, und die Brust mit groͤssrer Gewalt niedergezogen werden koͤnne, es erheben sich selbst die Schenkel Es werden die Gesaͤsmus- keln erschuͤttert, thrvston. S. 65. , und sie biegen sich gegen den Stamm des Koͤrpers. Die- se Handlung wird so oft wiederholt, so lange die Ursache der Beschwerung vorhanden ist, bisweilen wohl hundert und mehrmalen nach einander Von dem Kalkdampfe in dem Exempel Hofmanni; es hat aber ein ander Beispiel HILDAN obs. 24. Cent. I. Vergl. Eph. Nat. Cur. Cent. III. obs. 47. ein anderes cardanvs ad aphorism. Hipp. S. 587. ein anderes dreizehnstuͤndi- ges von der Nieswurz, smetivs miscell. L. 10. ein aͤhnliches boer- haave Prax. med. L. I. S. 588. Ein tausendmal, und druͤber wieder- holtes Niesen, Eph. Nat. Cur. Dec. II. ann. 4. obs. 141. . Man hat ein be- staͤndiges Niesen von einigen Monaten Journ. Oecon. 1755. Sept. beobachtet. G g 5 Es Das Atemholen. VIII. Buch. Es sizzt der Reiz zum Niesen nicht in der Luftroͤhre; sonderrn in einer Haut von eben der Art, die zugleich fleischig, in der innern Bekleidung der Luftroͤhre eine Fortsezzung ist, sie gehet nach dem innern Theile der Nase, bekleidt sie, und es scheit mir, da ich mich dieser unangenehmen Huͤlfe oft bediene, daß der vornehmste Sizz dieses Reizes, vorne in der Nase, an den Seiten der Scheidewand, und ganz oben an der Dekke anzutreffen sey Eine Art von der Skolopen- der durch die Nase ausgeworfen aus dem Stirnsinus, nach vielfaͤltigem Niesen, Hist. de l’Aacad. 1733. S. 34. . Diesem wiederspricht auch nicht das Niesen, wel- ches von dem in die vordern Nasentheile eingeschluktem scharfen Staube entsteht, noch die Weise, das Niesen dadurch aufzuhalten, daß man den Augenwinkel gegen die Nase zusammengedruͤkkt BARTHOL. desper. hep. cauf. S. II. , oder reibt La MOTTE chirurg. compl. T. IV. S. 316. , und, wie es scheint, der hier laufende Nerve, der vom fuͤnf- ten Paare nach der Nase zuruͤkke geht Siehe den vortrefl. Meckel de nervo quinti paris, n. 54. , gedruͤkt wird. Jndessen hat man doch gesehen, daß der Ursrung zum Niesen auch an andern Orten gefunden werde Vielleicht im Zwerchfelle, so, daß das Atemholen blos durch die Ribben verrichtet worden, hoadl. S. 96. . Der Nacht uͤber in der Nafe gesammelte Schleim, ist indessen wohl die oͤftere, und der natuͤrlichen, am naͤchsten kommende Ursache des Niesens. Bei mir ruͤhrt es oft, und mit Beschwerlichkeit, vor der Ausduͤnstungs- materie her, welche von der Haut zuruͤkkegetreten, und die Nase mit einer unglaublichen Schaͤrfe Ein sehr heftiges Niesen vom Dampfe des Kalkes, hofm. med. syst. S. 301. 302. und Weingeiste, Bresl. Samml. 1725. M. Jul. in einem kritifchen Fieber, home facts. S. 205. reizt, die man eben nicht scharf nennen kann, aber doch nicht aus- gestanden werden mag. Eben dieses Niesen erfolgt auch fast augenbliklich, wenn man die Fuͤsse naß macht. Das IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Das Niesen ist willkuͤhrlich, wiewohl wegen der Heftigkeit des Reizes, nicht voͤllig ungezwungen. Die Natur hat dabei die Absicht, mit diesem in Bewegung gebrachten Luftstrom, der im Husten auch zugegen ist, dieses scharfe, oder beschwerliche, welches die Nase be- schwert, wegzuschaffen; hierbei koͤmmt ihr zu statten, daß die gewaltige Erschuͤtterung eine Menge Schleim, und Wasser in die Nase bringt, durch welche Feuchtigkeiten diese Schaͤrfe verduͤnnt, oder eingewikkelt wird. Es giebt, aber wenige Menschen, die nach Gefallen niesen koͤnnen HILDAN Cent. I. obs. 24. , und dieses, sonst vom Reizen entste- hendes Geschaͤfte, blos durch den Willen nachzuahmen wissen. Diese Heftigkeit macht es eben, daß die Saͤfte unsers ganzen Koͤrpers, auf keine andre Weise, so stark erschuͤt- tert, und die Nerven so sehr gereizt werden, als durch das Niesen. Daher haben die Niesemittel unter den Arzeneien ihren Nuzzen, halbtodte Menschen 4. Buch. 8. Buch. , und Frauens- personen in hysterischen Ohnmachten THRVST S. 66. , wieder zu er- muntern. Ueberhaupt wird dadurch das Blut, eben, wie vom Husten sehr in Bewegung gesezzt, und es ent- stehen vom Niesen die Blutungen Append. obs. post scvl- tet armam. obs. 85. le DRAN obs. I. S. 348. kerkring obs. 51. helwig obs. 28. , ein starker Mo- natsflus HILDAN Cent. III. obs. 58. , und der Tod selbst CARDANVS. Angef. Ort. STELLA del tabago. S. 278. helwig. ebendas. . Jn dem Unterleibe eraͤugnet sich eben das, was in starkem Anstrengen geschicht. Das Niesen ist fuͤr gebaͤ- rende gut Aphor. HIPPOCR. 39. Sect. V. . Und daß die Nachgeburt erfolge, dazu mus man ein Niesemittel reichen Ebendas. . Doch Das Atemholen. VIII. Buch. Doch es ist das Niesen, wie alle heftige Erschuͤtte- rungen, auch nicht ohne Gefahr. Es hat eine Blind- heit hervorgebracht DEKKERS exerc. S. 22. hildan. ang. Ort. hagedorn hist 55. Cent. I. , und ich habe gesehen, das je- mand in der hysterischen Krankheit nach einem unmaͤßi- gen Niesen, das Gesichte verlohren, nicht, daß eben das Auge verlezzt gewesen, sondern es war durch den Krampf heraufgezogen, daß der Regenbogen vom Augenliede bedekkt wurde, und sich der untere weisse Theil der Horn- haut ohne Nuzzen gegen das Licht zukehrte. Oft kom- men zum Niesen ALBERT. med. leg. Kraͤmpfe dazu. Man hat sich laͤngst um die Ursache bekuͤmmert, wa- rum der Reiz in der Nase, die so weit entfernte Mus- keln des Atemholens mit einander in Bewegung sezze. Und es haben sich die Neuern kaum maͤßigen koͤnnen WILLIS de cerebro. c. 28. S. 400. 401. Ausgab. 4. SENAC Ess. de physiq. S. 445. heister de util. anat. subtil. krveger de nervo phrenico. n. 25. S. 40. , diese ganze Aufruͤhrung durch die Nerven zu erklaͤren. Es stammen naͤmlich die Nasennerven vom fuͤnften Paare her, es sind ihrer in der That viele, und sie sind sehr gros Der vertrefl. MEKEL. ang. Ort. f. 1. θ. θ. θ. . Von dem Aste dieses Nerven erfolgt so gar, wenn er nur vom Lichte gereizt wird, das Niesen Le CAT des sens. S. 232. JAC de PARTIBVS. BOYLE of languid. and unheeded motion. S. 264. . Aus diesem fuͤnsten Paare laufen, von dessen erstem Aste, einige Zweige, doch nicht, wie die Alten geglaubet, in den Ribbenstamm Welches die gemeine Meinnng so ist, die ich widerlegt habe in der Diss. de vera nervi intercostalis origine. . Doch es kommen noch zween andre Zweige, aus dem zweeten Aste, der MEKEL. angef. Ort. ν. ξ. π. besonders fuͤr die Nase bestimmt ist, diesen Stamm zu machen, herbei. Der Ribennerve vereinigt sich ferner mit dem Zwerchfellsuerven 8. Buch. 1. Abschn. Nr. 37. , unten am Halse, und mit den Ruͤkk- IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Ruͤkkgradsnerven laͤngst dem ganzen Ruͤkken, und den Leuden Wie Jedermann weis. Vergl. XVIII. indessen die Tafel des EVSTACH . Hier sieht man den Weg, wie der Reiz, der in der Nase ist, bis zum Zwerchfell, den Muskeln des Nakkens und Bauches, und so gar der Huͤfte fort- laufen koͤnne. Fuͤr meine Person halte ich auf solche artige Mitlei- denschaften der Nerven uͤberhaupt nicht viel; und an die- sem Orte am allerwenigsten. Es werde der fuͤnfte Nerve immerhin gereizet, er gehe immerhin zum Zwerchfells- nerven, zum Nerven der Bauchmuskeln, davon ich, um die Sache einfacher zu machen, nur einen einzigen festsezze. Woher koͤmmt es nun, daß einerlei Reiz erst blos den Zwerchfellsnerven ohne dem Bauchnerven; nachgehens aber, wenn dieser Zwerchfellsnerve vorher entkraͤftet wor- den, erst den Bauchnerven in Bewegung sezzt, und wa- rum thut er es nicht mit allen beiden zu einerlei Zeit? Das Ausschnauben der Nase geschicht ebenfalls mit- telst des Einatmens, worauf ein etwas groͤsseres Ausat- men erfolgt, wobei aber gar nichts krampfhaftes zugegen ist: der Entzwekk ist eben derselbe, gemeiniglich aber wendet man es an, den gelinderen Schleim fortzuschaffen. Man siehet es auch an dem Ausschnauben, daß das Nie- sen eine willkuͤhrliche Sache sey, indem es eine Art des Ausschnaubens, und nur mit mehr Heftigkeit begleitet ist. §. 37. Das Lachen. Es faͤngt sich das Lachen, in so fern es zum Atem- holen gehoͤrt, mit dem Einarmen an, worauf einige klei- nere, und unvollkommne Ausatmungen folgen. Wenn sol- Das Atemholen. VIII. Buch. solches laͤnger waͤhrt, und in ein lautes Gelaͤchter ausbricht, so geschehen neue Einatmungen, jede mit ihrer unvollstaͤn- digen Ausatmung versezzt. Und alsdenn geschicht das Lachen durch einen Thon MAYOW. S. 259. , und die verengerte Spalte des Luftroͤhrenkopfes erregt einen Schall. Dieser Schall artet bei Mannspersonen in den Buchstaben A, und O. bei Frauenspersonen in J und E aus HAMBERGFR. S. 632. 633. . Das gelindere Lachen, oder wie man es nennt das Laͤcheln, geschicht, ohne eine Veraͤnderung in dem Atemholen zu machen, blos durch den Mund, dessen Unterlefze sich erhebt, die Sei- ten oder Winkel desselben, werden durch die Lachmuskeln, die Trompetermuskeln, und die Jochmuskeln verzogen, die Wangen steigen etwas in die Hoͤhe, daß sie aufschwel- len Vergl. Nikolai vom Lachen. S. 27. 28. 29. , und die Augen werden durch das Niederlassen der Augenlieder ein wenig zugedruͤkkt. Bei den Werkzeugen des Lachens kommen keine Schwierigkeiten vor; es verrichten besonders das Zwerch- fell, nebst den Bauchmuskeln dabei ihre Dienste, indem das erstere bei jeglichem Ausatmen in die Hoͤhe geworfen und erschuͤttert wird LOWER. S. 94. , und da viele Autatmungen auf einan- der folgen, so steiget es folglich wechselweise, mit seinen untersten Ribben auf, und nieder, so, daß so gar in den Seiten diese Erschuͤtterung deutlich wird. Die Ursache des Lachens hat hingegen schon mehr Schwierigkeiten. Es ist naͤmlich dieses bei dem Lachen sonderbar, daß dieses eben so wohl von einer sittlichen Ursache, wobei schwerlich was koͤrperliches mit unterlau- fen kann, eben so wohl hervorgebracht wird, als es von einem verschiedenen Reize der Nerven, ohne alle Froͤ- lichkeit erregt wird. So uͤberfaͤllt viele Menschen, denn nicht alle stehen diesen Reiz zum Lachen aus, wenn man ihre IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. ihre Lippenhaut, oder die Haut in der flachen Hand, an den Fussohlen, unter der Achsel, endlich die Seiten un- ter den mittleren Ribben, mit den Fingern sanft und ge- linde kizzelt, ein unvermeidliches Lachen, welches nicht nachlaͤst, wenn man noch so wenig lachen wollte, bis die Ursache des Kizzels aufgehoben ist. Diesen Reiz an den Fussohlen, haben vormals die Schweden im dreissigjaͤri- gen Kriege, und nachgehens die von Ludwig dem Vierzehnten, zur Bekehrung der Kezzer ausgesandte Soldaten gebraucht, die Leute zu zwingen, daß sie ihnen ihre Schaͤzze entdekken sollten. Es befindet sich das Lachen auch mit bei den hysteri- schen Zufaͤllen, ohne daß in der Seele dazu eine wirksa- me Ursache vorhanden waͤre; ohne Zweifel daß ein Reiz die Nerven aufbringt Vom Falle auf das Vorder- haupt erfolgte ein Lachen binnin- ger Cent. III. obs. 100. . Endlich traͤgt man sich mit einer alten Sage, welche selbst vom Hippokrates Am Tycho, Epidem. V. Sect. 34. dem ein Pfeil das Zwerchfel vermindert hatte. Man erzaͤhlt, daß von einem Stoße in der Gegend der Nieren, ein Lachen erfolgt sei. ari- stoteles part. anim. L. VIII. c. 10. Die an der Brust verwundete Fechter sterben im Lachen, plin. L. XI. S. 629. , und einigen neuern Eine toͤdtliche Wunde am Zwerchfelle mit dem Krampflachen (Sardonius risus) Art de faire les rapports. S. 147. Convulsivus louin de Med. 1759. u. f. , mit Exempeln bestaͤtigt worden, daß ein Lachen von einem verwundeten, oder entzuͤndetem Von drr Entzuͤndung des Zwerchfells erfolgte ein Lachen, Eph. Nat. Cur. Dec. ann. I. obs. 22. Zwerchfell entstehe, welches sie den Risus Sardonius (Krampflachen) nennen, weil wir lesen, daß es ehedem oͤfters von dem Kraͤute Sordoa, dessen Kennzeichen in der Botanik erloschen sind, erregt worden. Jch hoͤre aber nicht, daß diejenige Soldaten lachend gestorben, welche neulich auf der Jnsel Korsika an den giftigen Wurzeln der Sumpfpflanze, die Weinblume genannt, ( Oenanthe ) ihr Leben eingebuͤst. Uebrigens moͤchte ich die Sardoapflanze der Alten, we- gen Das Atemholen. VIII. Buch. gen ihrer Suͤßigkeit, und besonders wegen ihrer eppig- foͤrmigen Blaͤtter SVIDAS kvstfr. T. III. S. 288. auf dieses Gewaͤchse ziehen. Jn der Seele hat das Lachen einen ganz andern Ur- sprung, oder im Koͤrper ist die Wirkung eben dieselbe. Es entsteht dieses Lachen gemeiniglich aus einer unerwar- teten Begegnung zwoer Jdeen, von denen wir nimmer- mehr gehoft haͤtten, daß sie sich zusammen gatten wuͤr- den; es hat ferner eine von diesen Vorstellungen, oder beide, oder auch nur der Zusammentrit beider zugleich, was ungereimtes bei sich Wolfs psycholog. empir. S. 56. , welches unsre Verachtung rege macht, indessen empfinden wir doch eine Froͤlich- keit dabei. Es erwekkt also ein Lachen, wenn ein Mann von Wuͤrden, die niedrige Person eines Aufwaͤrters nach- ahmt, und eben das geschicht, wenn eben dieser Aufwaͤr- ter majestaͤtische Minen annimmt. An dem Chrysipp soll das Lachen den Tod gewirkt haben DIOGENES LAER- TIVS erzaͤhlt dergleichen von philemon, val. maximvs L. IX. c. 12. , als er die Jdee von einem Esel, mit der, von diesem Thiere so weit entfernten Einladung zum lustigen Trinken zusammen nahm. Ein Pabst lachte, und starb, als er einen Affen dieses so geringe geschaͤzzte Thier, in der dreifachen Muͤzze des oͤbersten Priesters erblikkte SCHELHAMMER ad- fect. anim. S. 230. . Warum nun die Muskeln des Gesichtes, des Zwerchsells, und Unterlei- bes, uͤbereinstimmig werden, eine Verknuͤpfung von un- gereimten Jdeen auszudruͤkken, wird gewis keiner sagen koͤnnen; da in dem dadurch erregten Lachen, weder die Verbindung der Jdee mit dem Atemholen, noch einiger Zwekk verborgen liegt, dadurch eine Beschwerlichkeit weggeschaft wuͤrde, so wie in den vorhergehenden Dingen gewis die Absicht der Seele deutlich zu sehen war. Jch IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Jch verlange eben so wenig zu erklaͤren, warum von dem sanften Betasten, Streicheln, und Reiben der Hautnerven, dergleichen Bewegung in dem Zwerchfelle, und den Muskeln des Gesichtes, und Unterleibes erzeugt wird. So oft am Zwerchfelle selbst, und an den Lenden Nerven verlezzt werden, so koͤnnte man noch eher begrei- fen, daß die daselbst befindliche Nerven einen Krampf leiden, und daß ihre Werkzeuge zugleich mit ihnen in Bewegung gebracht werden. Die Folge des Lachens ist mehrentheils heilsam, und diese Erschuͤttexung sehr geschikkt, das zu langsam laufen- de Blut aus der Milz, Leber, und der ganzen Pfortader in Bewegung zu sezzen. Eine andre Folge von einem zu lange waͤhrenden Ein- atmen, wobei kein voͤlliges Einatmen geschicht, ist, wenn indessen die verengerte Spalte des Luftroͤhrenkopfes, bei den kleinen Ausatmungen, nur wenig Luft durchlaͤst. Folglich haͤufet sich in der Lunge viel Blut an, ohne wei- ter geschaft zu werden. Dovon wird die obere Holader angefuͤllt, das Gesichte schwillt, und wird blau PARSONS physiognom. S. 46. BOERH. praelect. ad n. 635. J. R. M. , das Gehirn schwillt vom verhaltnen Blute auf, und biswei- len erstikkt ein Mensch schon von dieser Anhaͤufung allein Eph. Nat. Cur. ann. IX. X. obs. 120. Davon war viel Blut in der Holader, und in der ungepaarten Ader. Eine alte Frau, die am Lachen gestorben, JOVBERT du ris. S. 347. Ein Erstikken von dieser Ursache, engelmann Verhand. de hol- landz Maatschapp. T. IV. S. 465. Xeuxis starb im Lachen, als er ein Gemaͤhlde einer alten Frau betrach- tete, welches er gemalet. fetvs bei dem Worte Pictor. Ein Mensch starb bei einem theatralischen Lustspiele, davon linden physiol. Beispiele davon hat F. Lupichius gesammlet, in der Diss. de risu, und lavr. jovbert du ris. S. 232. 233. . Wenn nun zu der so sehr ausgedehnten Lunge noch die Erschuͤtterung vom Zwerchfelle dazu kommt, so kan ein Ab- H. Phisiol. 3. B. H h Das Atemholen. VIII. Buch Absceß, zuweilen mit einem gluͤkklichen Erfolge aufbre- chen Die Lunge des angezognen Pabstes, und eines Maͤdchens ausge- nommen, ( slevogt vomicar. ex- empl. ) Von einem andern Geschwuͤ- re ward Erasmns geheilt, als er die litteras obscurorum virorum las; wie ein andrer, da der Eiter aus der Nase flos binninger Cent. III. obs. 46. Ein andres Beispiel vom breitinger beim schevch- zer in nov. litt Helv. n. 1709. Es ward mit gluͤkklichem Erfolge bei drei Pfund Blut ausgeworfen, welches sich durch eine Wunde in die Brustroͤhre ergossen hatte, pechl. obs. 28. L. III. Durchs Lachen ward aus der Kehle eine Graͤte herausge- wuͤrgt, castelli Lexic. ; doch es koͤnnen auch in der Lunge Gefaͤsse zer- springen Davon ersolgte aus der Lunge ein erstaunlicher Blutsturz, schel- hammer de animi affect S. 231. Ein Blutspeien und Lungengeschwuͤr zacvt prax. hist. L. II. S. 340. Vom Lachen entstand ein Seitenste- chen, Act Haf. Vol. II. n. 96. : es kann auch blos von dem in die rechten Gefaͤsse des Herzens angehaͤuften Blute, welches vom Gehirne nicht abfliest, ein Schlagflus, und der Tod von dem in den Blutadern versammelten Blute erfol- gen, und das um so viel desto mehr, weil die Erschuͤtte- rungen beim Ausatmen, das Blut von der Aorte, gegen die obern Theile zuruͤkke treiben. Es ist von dem, in den Blutadern angehaͤuftem Blute, der Tod erfolgt Todesfaͤlle vom Kizzeln, kloekhof morb. anim. S. 53. jovbert du ris. S. 131. robin- son of the spleen. S. 148. Aus eben der Ursache das schwere Gebrechen, g. v. swirten Comm. T. III. S. 402. . Es ist auch dieses noch beim Lachen schlimm, daß es sich selbst fortpflanzt, und daß die, welche heftig gelacht haben, wenn die Werkzeuge des Atems den Krampf em- pfinden, wieder ihren Willen zu lachen gezwungen werden PARSONS. angef. Or . Es hat auch noch das Lachen die Eigenschaft, an den Nerven Schaden zu thun, indem diese durch die ge- waltige Erschuͤtterungen in der That geschwaͤcht werden. Das Kizzeln der Fuͤße benimmt auf einmal alle Kraͤfte HILDAN. Cent. I. obs . Und so benimmt es auch die krampfhafte Steifung des maͤnnlichen Gliedes. Jn den Nervenwunden wird das La- IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Lachen gefaͤhrlich F. M. HELMONT. para- dox. discours. of man. S. 76. . Jch glaube nicht, daß an unver- nuͤnftigen Thieren ein wirkliches Lachen, das von der Froͤhlichkeit entstuͤnde, bemerkt werden koͤnne, ob es gleich einige bejahen Eph. Nat. Cur. Dec. III. ann. V. VI. app. . Es scheint das Lachen dem Menschen so angeboren zu seyn, daß ein, unter den Baͤren gezog- ner Knabe, ob er gleich nicht redete, dennoch lachte schelh. de voce. S. 20. . §. 38. Das Weinen. Die Wollust ist mit dem Schmerzen, das Weinen mit dem Lachen sehr nahe verwandt, wenigstens nach den Gesichtszuͤgen betrachtet, welche sich bisweilen in beiden schwerlich von einander unterscheiden lassen Eph. Nat. Cur. Dec. II. ann. 8. obs. 176. . Jndes- sen wird doch die Unterlefze von den Zaͤhnen mehr her- abgezogen, es wirft die Stirn Runzeln auf, die Au- genbranen sinken nieder, es druͤkkt sich keine solche Gru- be zwischen dem Lachmuskel, und dem Jochmuskel ein, im Weinen werden die Augen tiefer zusammengedruͤkkt, es vereinigen sich dabei fast nothwendiger Weise, und haͤufige Thraͤnen, welches schon im Lachen seltner ge- schicht. Auch im Geschaͤfte des Atemholens haben beide viel Aehnlichkeit. Das Weinen faͤngt sich mit einem groͤssern Einatmen an, auf welches abgesezzte und haͤufige Ausatmungen folgen, indem das Zwerchfell wechselweise in die Hoͤhe steigt, und geschwinde wieder niederfaͤllt SCHREIBER. angef Ort. S. 8. Nicolai vom Weinen. S. 122. Schaarschwidt Berl. Nachricht. 1740. n. 46. walther de eru- bescont. S. 4. : dieses endigt sich in einem schallenden und staͤrkern Aus- atmen, worauf sogleich ein tiefes Einatmen, oder das Seufzen folgt. H h 2 Die Das Atemholen. VIII. Buch. Die Kraͤfte, welche das Lachen, und Weinen her- vorbringen, sind folglich eben dieselben, und wenn das Weinen staͤrker wird, wie es zuweilen an Kindern wahr- genommen wird, so erfolgt eine aͤhnliche Beklemmung davon SCHREIBER. n. 91. NI- COLAI n. 121. . Jndessen geschicht doch alles im Weinen mit mehr Maͤßigung, und es nuͤzzt, uͤberhaupt betrachtet, mehr, als daß es schaden sollte. Jn der Betruͤbnis selbst, fuͤhlt man das Gewichte, welches den Atem beschwert, durch das Weinen erleichtert, und an Kindern macht das Schreien und Weinen die Kraͤfte des Atemholens, und den Umlauf des Blutes leichter, ja ich weis nicht, daß das Weinen, wie das Lachen wohl zu thun pflegt, ploͤzzlich Schaden gethan haͤtte lancis. de corde et aneur. S. 113. . Das Weinen hat schwerlich wohl etwas anders zum Grunde, als die Betruͤbnis NICOLAI n. 64. , oder wenigstens eine, mit zaͤrtlichen Empfindungen vergesellschaftete Freude. Die neugebohrnen Kinder, scheinen mehr vor Schmer- zen, und wegen des beschwerlichen Durchganges durch die Mutterscheide, oder wegen der Ungemaͤlichkeiten des neuen Elements, zu weinen, als daß ein Fehler im Atem- holen zum Grunde laͤge, indem dieses gut beschaffen seyn mus, weil sie in eine Stimme, und ins Weinen aus- brechen. Von koͤrperlichen Krankheiten entsteht niemals ein Weinen, und es ist das Weinen im hysterischen Uebel nicht ohne traurige Vorstellungen. Aengstlichkeiten, und ein traͤger Blutumlauf, erwekken niemals ein Weinen, ob dieses gleich verschiedne versichern wollen. So bemerkt man auch weder in der Lungenentzuͤndung, noch in der Engbruͤstigkeit, oder im Sterben, daß man weinen sollte. Es sollen einige Thiere, und besonders die Hirschen, Thraͤnen vergiessen. Das IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Das Vergiessen der Thraͤnen soll mit besserm Rechte in der Geschichte der Augen beschrieben werden. §. 39. Das Schlukken. Das Weinen endigt sich nicht selten mit dem Schluk- ken, so daß man daraus sehen konn, wie das Schlukken vielmehr vom Atemholen, als vom Magen herzuleiten sei. Gemeiniglich stekkt die Ursache, die zu Schlukken reizt, im Schlunde Von einer, im Schlunde stek- kenden Speise, tabor. S. 240. , und Magen, dergleichen das uͤbereilte Niederschlingen zaͤher Speisen ist, welches be- sonders Kindern gemein ist; oder es wird der Magen von dem Mengsel der Speisen, oder von dikken und nicht zart genung zerstossnen Pulvern VIRIDET du bon chyle. S. 547. , oder von andern dergleichen Reizungen BRVNING exp. I. Von hinabgeschlukkten Haaren; von ei- ner niedergestossenen Magenbuͤrste. Exp. 4. , oder von Giften Von dem giftigen Safte der Oenanthe, BRVNING. exp. 3. Vom uͤbermaͤßigen Erbrechen, por- tefaix. S. 18. 19. , von kaltem Wasser, oder vom Schlunde, den das eilfte Wir- belbein zudruͤkkt SCHOLZIVS. Cent. II. obs. 6. , oder von dem in einer Wunde einge- sperrten Magen BRVNING de singultu exp. 8. , oder von einem mechanischen Drukkke, inwendig oder auswendig am Magen Ebenders. exp. 6. , wo er dem Schlunde naͤher ist Ebenders. exp. 7. ; oder von einem verhaͤrteten Ge- schwulste in der Gekroͤsedruͤse, der den Pfoͤrtner VIRIDET. S. 546. druͤkkte, oder von einer Verwundung des Grimm- darms Phil. Trans. Vol. 49. P. I. S. 36. 37. , oder von einer Entzuͤndung des Magens Zu den Fehlern des Genossnen, und Gisten, portef. S. 18. , H h 3 da- VIRIDET. ebendas. ap- perlry. S. 166. Viele Beispiele hat fortep. de singultu. S. 17. Das Atemholen. VIII. Buch. davon ich ein achttaͤgiges toͤdliches Schlukken beobachtet habe, als ein Arzt Brechmittel vom Spiesglase, sieben oder achtmal hinter einander gegeben hatte: an diesem Manne fand ich ebenfalls die Nervenhaut des Magens mit Blut, das sich ins Zellgewebe ergossen, entzuͤndet, wie es an Hunden zu seyn pflegt, die Arsenik gegessen: und ich bin nach diesem Falle in der That bei dem hefti- gen Erbrechen von Antimonialkuren furchtsam gemacht worden. Und dennoch erfolgt bisweilen blos von einem Fehler in den Werkzeugen des Atemholens eben derglei- chen Schlukken, z. E. von einer Entzuͤndung des Zwerch- fells BARRERE observ. anat. Ausgab. 1753. S. 178. Doch ward er ohne einen Schlukken durchbort. Ebenders. S. 177. Man koͤnnte schwerlich, ohne, wenn man es nahe am Magen reizte, ein Schlukken erre- gen brvning exp. II. , von einer niedergedruͤkkten | Ribbe ALBERT. in diss. de sin- gult. 5. , von ei- nem in die Brust ergossnen Eiter RRVNNER. beim BO- RELL de Singultu. S. 15. , von einem ver- renkten Halswirbel HOFM. beim bachm. dsingult. Davon ein Schlukken, das vier Jahre, lang anhielt. . Endlich so geht sehr oft ein Schlukken, ohne eine deut- liche Krankheit des Magens, oder des atmenden Werk- zeuges, nahe vor dem Tode, vorher; wenn Nerven ver- lezzt sind IMBERT duodec. quaest. Monspel. 1749. S. 7. , der Ruͤkkenmark gereizt wird BRVNNING. exp. 10. , oder in der hysterischen Krankheit, vom Gifte, welches in ei- ne Blutader gesprizzt worden Exp. 9 brvning. , oder wenn die Friesel- materie mit toͤdlichen Zufaͤllen, nach den innern Theilen des Koͤrpers, und den Werkzeugen des Lebens zuruͤkke tritt PORTEF. S. 19. 20. . Wie sich das Schlukken von den Nerven auf das Zwerchfell fortpflanze, scheinet leichter zu erklaͤren zu seyn, da sehr oft in entlegnen Theilen durch die Nerven Kraͤmpfe hervorgebracht werden. Auf was vor eine Weise IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. Weise aber dieses fehlerhafte Zusammenziehen vom Schlun- de, oder Magen zum Zwerchselle fortgehe, dieses mus man hier in Augenschein nehmen. Wenn uͤberhaupt die- jenigen Fleischbuͤndel, die ein grosser Mann beschrieben WINSL. tr. des muscles. n. 670. , vom Zwerchfelle, zum Magen giengen, so wuͤrden wir glauben, daß der Frage ein Gnuͤgen geschehen sey. Da aber der Fleis der |vornehmsten neuern Zergliederer diese Buͤschel nicht bestaͤtigt hat, und sich vielleicht der gute Greis durch diejenige Gefaͤsse hintergehen lassen S. 95. und 82. , die von den Zwerchfellsmuskeln zum Schlunde laufen, so mus man diese Aufgabe auf eine andere Art aufloͤsen. Nun geht der Schlund zwischen dem Fleischigen des Zwerchfells dergestalt durch, daß er von den durchkreu- zenden Fleischbuͤndeln desselben von unten, und hinten er- griffen wird S. 82. 8 B. 1 Abschn. n. 35. , vorneher aber sich gemeiniglich in sehni- gen Streifen endigt; von diesen Buͤndeln nun wird der Schlund, da sie sich im Einatmen zusammenziehn, ein- geschnuͤrt n. 35. . Folglich ist die Nachbarschaft zwischen dem Schlun- de, und dem Zwerchfelle so beschaffen, daß die muskel- hafte Dekke desselben seine Wirkung auf diese fleischige Speiseroͤhre thun kann. Und also wird auch der Zu- sammenhang beider von der Art seyn, daß ein im Schlun- de, oder Magen, stekkender Koͤrper, das Zwerchfell rei- zen kann, und endlich die Erschuͤtterung selbst, die dem Magen und Schlunde angeboren ist, das Zwerchfell zur Bewegung veranlasset. Vielleicht tragen auch hierzu die Nerven etwas bei, welche aus eben diesem Geflechte nachher mit der Zwerchfellsschlagader, zum Zwerchfelle hinlaufen n. 36. ; es laufen ferner noch andre, die an einem andern Orte beruͤhrt werden sollen, mit der Bauchschlag- H h 4 ader Das Atemholen. VIII. Buch. ader nach dem Magen hin Sie werden im 10 Buche be- schrieben. . Wenn Nerven uͤber- haupt mitleiden, so werden es die allernaͤchsten thun, de- ren gemeinschaftlicher Ursprung kaum wenig Zolle von der Stelle des Krampfes abliegt. Nunmehr koͤnnen wir die Ursache und Weise des Schlukkens mit groͤsserer Sicherheit bestimmen. Es faͤngt sich demnach das Schlukken mit einem starken und ploͤzzlichen Einatmen an PORTEF. de singultu. S. 11. , und daß dieses vom Zwerchfelle erregt werde, beweiset hier ausserdem noch der deutliche Geschwulst des Unterleibes. Solchergestalt wird die Luft aus dem Schlunde gestossen, indessen daß sich die Luftroͤhrenspalte verengert TABOR. S. 240. , so, wie sie jederzeit zu thun pflegt, so oft ein Bissen, entweder aus dem Ma- gen heraufsteigt, oder in den Magen niederfaͤllt. Dar- auf stoͤst die zuruͤkkgezogne Luft, vermoͤge der Atmungs- kraͤfte, an die fast geschlossne Spalte an PORTEF. ebendas. u. S. 12. 13. ang. Ort. tabor. ang. Ort. , und dadurch macht sie denjenigen Schall, der im Schlukken gemein ist, und so folgt hiernaͤchst das Ausatmen. Hieraus er- hellt, warum vom Weinen, und von den verschiedenen Reizungen des Zwerchfelles Das Zwerchfell ist das Werk- zeug des Schlukkens, portef. angef. Ort. n. 17. limprvnner de paraphrenitide. S. 29. , ein Schlukken hervor- gebracht werde (x). Es geschicht naͤmlich an diesem Muskel ein krampfhaftes Verzuͤkken. Geschicht aber dieses waͤhrend dem Elnatmen LIMPRVNNER. angef. Ort. hofm. angef. Ort. S. 8. Das Schlukken geschicht im Nie- dersteigen des Zwerchfells, BRV- NING. S. 13. ? Der Schall entsteht in diesem Tempo nicht, und dieses giebt die Vernunft auch nicht zu vermuthen, so wenig, als meine Erfahrung an kleinen Kindern. Steigt aber der Schlund zugleich mit nie- HOFM. ebendas. Doch ich sollte nicht glauben, das diese Luft ei- nen Schall hervorbraͤchte. IIII. Abschn. dessen Erscheinnngen. nieder BRVNING. Ebendas. ? Dieses laͤst sich ehe hoͤren, indem er waͤh- rend dem Einatmen mit herabgezogen wird N. 35. . Bei dieser Bewegung wirkt schon die Heftigkeit mit mehr Maͤßigung, und es geschehen zwei, oder drei Atem- holungen zwischen einem zweimaligen Schlukken VIRIDET. angef. Ort. S. 545. : in- dessen hat es eben den Fehler, als der Husten, und die uͤbrigen kramphaften Atemzuͤge, naͤmlich, daß es eine Weile fortfaͤhret, wenn es sich einmal angefangen hat. Jch habe es an einem vornehmen Manne etliche Tage lang beobachtet Ein solches viertaͤgiges hat ge- sehen MARC. DONATVS hist. med. mir. S. 319. , da denn die Ursache in einer faulen Gaͤhrung, die im Magen lag, zu bestehen schien, wel- che man endlich durch Rhabarber und Opium wegschafte. Andere Autoren haben ein Schlukken von laͤngerer Dauer angemerkt Eins von vier Jahren, bar- thol Cent. II. hist. 4. . Das Schlukken wird oft durch ein verhaltnes Atem- holen aufgehoben ERYXIMACHVS ein Arzt| beim aristophanes. , so wie wir uͤberhaupt den Husten, und dergleichen andre Fehler, durch einen verhaltnen Atem unterdruͤkken. Jndem wir naͤmlich die gereizten Werk- zeuge zu ruhen noͤthigen, so wird alsdann der Eindrukk des Reizes, und die Empfindlichkeit gemindert, welche nicht abnehmen wuͤrde, wenn diese Werkzeuge bei ihrer fortdauernden Thaͤtigkeit gelassen wuͤrden. Das Schrekken hat keine vorhergesehene Absicht zum Grunde, und es gehoͤret zu den wirklich willkuͤhrli- chen und krampfigen Bewegungen, welche sich, wie be- kannt, in den willkuͤhrlichsten Werkzeugen am meisten offenbaren, so bald die Gewalt des Reizes groͤßer wird, und bis zu einem gewissen Grade gestiegen. Jn der That gehoͤren die Bewegungen, die die Armmuskeln machen, H h 5 unter Das Atemholen. VIII. Buch. unter den Bezirk des Willkuͤhrlichen, und dennoch wer- den eben diese Muskeln, wenn ihr Nerven Reize leidet, sehr heftig zusammengezogen. Wenn Lower schreibt De corde. , er habe das Schlukken in seiner Gewalt gehabt, welches auch Franz Syl- vius Prax. med. L. I. c. 23. , und andere beruͤhmte Maͤnner, dem Willen der Seele unterworfen TABOR angef. Ort. SAVVAG. pathol. Ed. III. S. 40. : so erklaͤre ich solches durch ein nachgeahmtes Schlukken, welches freilich von unserm Wollen abhaͤngt; wir bringen naͤmlich einen dem Schlukken aͤhnlichen Schall hervor, wenn wir bei ver- engerter Luftroͤhrenspalte, langsam einatmen, und so allmaͤhlich zu einem staͤrkern Einatmen, und endlich zu einem sehr schnellen fortgehen PORTEF. S. 13. . §. 40. Das Erbrechen. Jch beruͤhre diese Sache hier nur obenhin, |da sie am eigentlichsten den Magen angeht Vergl. lievt. Mem. de l’Ac. 1752. S. 226. . Jndessen mus man sie doch nicht voͤllig von dem Atemholen abson- dern Ebenders. S. 230. . Es ist naͤmlich gewis, daß der Magen von dem wirksamen Zwerchselle niedergezogen werde Exp. 32. 33. 34. 37. 44. 54. 55. , es ist gewis, daß vom erschuͤtterten Zwerchfelle, durch wie- derholte Stoͤsse schwarz de vomitu. n. 9. 11. pvrcel of vapours. S. 47. , in einem lebenden Thiere ausgewor- fen worden, was der Magen enthalten SCHVLZ de emesi exp. 2. , da indessen die Bauchmuskeln, wie im Anstrengen, ihre Kroͤfte mit dem Zwerchfelle vereinigten Ebenders. ebendas. de MAN de natur. hum. S. 21. 22. S. 100. schwarz n. 11. senac angef. Ort. . Es ist naͤmlich was sehr selt- IIII. Abschn. dessen Erscheinungen. seltnes, daß blos die groͤste Reizung im Magen ein Er- brechen hervorgebracht haͤtte SWIETEN. T. II. S. 253. SENAC. S. 116. . Es ist naͤmlich eine Anstrengung, und es hat dieses mit dem Husten gemein, daß das Zwerchfell zu wiederholten malen niedersinkt, und den Magen schlaͤgt, indessen daß die Bauchmuskeln die vordere Flaͤche dieses Speisenbehaͤlters gegen die hintere druͤkken. Es endigt sich mit dem Nachlassen des Zwerch- fells, und mit einem starken, von diesen Muskeln bewirk- tem Ausatmen, |mit dem die Speisen heraufgetrieben werden. Die Wirkungen des Erbrechens, sind wie im An- strengen, ein sehr heftiges Bestreben, eine starke Beschleu- nigung des Blutumlaufes SYLVA de la Saignee. S. 146 147. , ein groͤssrer Pulsschlag ROBINSON of dischar- ges. S. 113. obs. of a Societ. at Lon- don. S. 259. , eine Anhaͤufung im Gehirne G. v. SWIETEN. T. III. S. 266. sylva. angef. Ort. , die Roͤthe des Ange- sichtes, die Zerreissung der Gefaͤsse, Blutungen Von einem Erbrechen zerris- sen die Binden, und es brach das Blut aus einer geoͤffneten Blutader von neuem heroor, woodward Cases. S. 22. , eine sehr grosse Erschuͤtterung der Eingeweide im Unter- leibe, die Ausleerung der Leber, Milz, der Nieren, und Harnwege. Allein diese Dinge sollen nach Wuͤrden besser abgehandelt werden, wenn mich Gott, bis zu die- sem Abschnitte meines Werkes leben laͤst. Ort. fetit Mem. de Chirurg. T. II. Daher erbrechen sich Ochsen nicht, da an ihnen der Magen von den schiefen Bauchmuskeln nicht zu- sammengedruͤkkt wird. savvages Mem. S. 20. Fuͤnf- Das Atemholen. VIII. Buch. Fuͤnfter Abschnitt. Der Nuzzen des Atemholens. §. 1. Warum das Atemholen nothwendig sei. Die Harveische Aufgabe. W enn man sich uͤber den Nuzzen des Atemholens herauslassen mus, so verlangt die Natur der Sache eine bequeme Ordnung im Vortrage, in- dem hier gar zu viele Hipotesen, und Streitigkeiten im Wege liegen. Der Nuzzen ist demnach von der aͤusser- sten Wichtigkeit, und es kann ohne das Atemholen unser Leben nicht bestehen. Jch finde, daß diese Nuzzbarkeit von vielerlei Seiten betrachtet werden koͤnne, und daß diese Seiten oft durcheinander geworfen werden. Wir haben, um den Anfang in dieser Materie zu machen, die Not- wendigkeit zu atmen, fuͤr erwachsne Menschen, so be- stimmt, daß es in einer unvermeidlichen Ausdehnung Vorherg. N. 28. , und gewechselten Zusammendruͤkkung der Lunge Vorherg. N. 13. be- stehe, ohne welches das Gebluͤthe durch dieses Eingewei- de nicht laufen koͤnne, und es koͤmmt, ohne solches, nicht so viel Blut zur Aorte, als zum Unterhalte des Lebens dahin kommen mus. Es hat diese Notwendigkeit noch eine andre Ursache, welche macht, daß ein, an des Tageslicht gebrachtes Kind das Atmen noͤthig hat. Es ist naͤmlich durch unsre Mem. sur la respir. Exp. 126. 127. 128. 129. 130. , und großer Maͤnner Versuche HIPPOCR. Epid. VI. n. 5. vesal S. 824. plater quaest. phys. S. 259. blegny Zodiac. Gall. , laͤngst dargethan wor- V. Abschn. Der Nuzzen. worden, daß Fruͤchte die man vor kurzem aus Mutter- leibe geschnitten, und im Amnios laͤst, mitten im Wasser lebe Daß das Herz schlage, nym- mann de vit. fet. S. 31. , durch den Mund schnappen, sich bewegen, und nur denn umkommen, wenn man glauben kann, daß ein so zartes Thier, welches sehr wenig eigne Waͤrme hat, ohnedem sonst umkommen muͤste, welches endlich nach einigen Stunden, oder den folgenden Tag zu geschehen pflegt BIRCH. T. III. S. 404. . Nachgehens, wenn man die Fruchthaut zerreist, und die Frucht herausnimmt, und an die freie Luft bringt, so wird es nach Luft schnappen, und entwe- der lebhafter, oder schlaͤfrig Luft schoͤpfen Mem. sur la respir. ang. Ort. . Wenn sie dieses gethan, so verliert die Frucht zu gleicher Zeit das Vermoͤgen unter Wasser zu leben, und sie stirbt so gleich, so bald ihr der Gebrauch der Luft benommen wird. Dieses ist ein Problem, welches Harvey De gener. anim. S. 263. vorgetragen, und verschiedne Maͤnner auf mancherlei Weise aufzuloͤsen ge- sucht haben. Erstlich, mus man das Wunder nicht uͤber die Ge- buͤhr vergroͤssern. Es verliert die Frucht das Vermoͤ- gen, die Luft zu entbehren, nicht durch einen gloͤzzlichen, oder einen einzigen Atemzug. Jch habe ein Huͤndchen, welches einmal Atem geholt hatte, und dessen Lunge im Wasser schwamm, doch eine halbe Stunde lang in lauli- chem Wasser leben gesehen Angef. Ort. exp. 128. . Es hat Bohn Infanticid. S. 79. , und zwar zu zweien malen, gesehen, daß eine Frucht, welche Atem geholt hatte, und lebte, etliche Stunden, so gar unter der Erde, ohne Luft gelebt. Doch es leben auch neugeborne Thiere, wenn die Luftroͤhre unterbunden, oder gehemmt worden, noch, und sie leben ganzer 24 Stun- Gall. ann. I. M. Jan. birch. T. II. S. 232. 233. T. III. S. 404. MOE- BIVS diss. inaug. obs. 13. Exp. 126. 127. 128. 129. 130. Plater, Birch, Vesal, u. s. f. Das Atemholen. VIII. Buch. Stunden noch SENAC. S 413. . Wir haben an den Voͤgeln gezeigt, daß ihre Lungen auch nach vielen Atemzuͤgen nicht einmal schwimmen will, daß sie also nicht im Augenblikke eine Veraͤnderung leide Sur le poulet. T. II. S. 121. . Man mus endlich noch wieder- holen, daß nicht nur die Fruͤchte, sondern auch vor kur- zem an des Tageslicht gebrachte Thiere, die Gewalt eines luftleeren Raumes laͤnger vertragen, und folglich auch ohne Atemholen leben koͤnnen BOYLE, MERY de la cir- culat. S. 57. senac. angef. Ort. . Wenn sich diese Veraͤnderung an einem, vor kurzem an die Welt gebrachten Thiere eraͤugnet, so laͤst sich die Sache viel leichter begreifen. Die Lunge ist in einer Frucht sehr klein PECHLIN de aer. et ali- ment. defect. c. 8. Vergl. damit das Verhaͤltnis der Lunge in einer Frucht gegen die Lunge eines Erwachsnen, in Zahlen ausgedruͤkkt. 4 Abschn. B. N. 11. Warum sie in einem Huͤn- chen klein sei, siehe Mem. sur la pou- let. T. II. S. 118. , nur ganz kurz, und sie befindet sich in einer kleinen Brust eingeschlossen. Diese wird von einer ungeheuren Last der Leber gedruͤkkt; und auch die Brustdruͤse, nimmt einen Theil dieser so kleinen Brust mit ein; einen andern Theil bedekkt das viele Wasser, welches in der Brust ist N. 2. Abschn. 2. B. 8. . Folglich geht nur ein sehr kleiner Theil Blut SAVVAG. Embryolog. S. 21. Nach einer Schaͤzzug betraͤgt solches noch weniger, als den vierten Theil des gesammten Blutes. Die- ses folgt aus Fasc. Icon. IV. S. 11. durch die Lunge durch, da ein weit groͤsserer Theil durch das eirunde Loch, durch den Schlagadergang, aus den rechten Herzhoͤlen nach den linken zu laͤuft, und die Lunge vorbeistroͤmt. Wenn nun das Thier Atem geholt, und seine Lunge mit Luft ausgedehnt hat, so verschliest sich nicht sogleich der Schlagadergang N. 21. 2 Abschn. 8 B. , oder das eifoͤrmige Loch Angef. Fasc. , und doch geht mehr Blut durch die aufgeblasne Lunge, wie es die, an einem Orte wiederholte Versuche bezei- gen, V. Abschn. Der Nuzzen. gen N. 11. 3. Abschn. 8 B. , und es geht viel leichter durch. Folglich werden die Aeste der Lungenschlagader erweitert, und sie wieder- stehen dem Blute weniger, welches das rechte Herz ausschuͤtret. Wenn mehr Blut durch die Lunge eines neugebornen Thieres geht, und man wirft es ins Wasser, so wird es einen Theil von demjenigen Schaden empfinden, welchen auch ein erwachsner Mensch leidet 8 B. 4. A. N. 12. . Es kann naͤmlich derjenge Theil des Blutes, welcher nun von den erwei- terten Aesten der Lungenschlagader aufgenommen wird, und der in der Frucht von eben diesen, weniger offnen Aesten aufgenommen ward, so kann dieser Theil nun nicht durch die Lunge den Umlauf gewinnen, folglich mus er in der Lungenschlagader, in der Kammer, und dem Ohre der rechten Seite stehen bleiben, und es mus eine Er- stikkung, wiewohl nur in dem einen Theile der Lunge er- folgen. Da sich aber die Pulsschlaͤge einander sehr schnell folgen, ob dieser Theil gleich nicht der groͤste ist, doch aber alle Augenblikke mit jedem Pulsschlage neues Blut in die Aeste der Lungenschlagader koͤmmt, welches dieses Eingeweide aber nicht durchlaͤst, so mus das Thierchen endlich erstikken. Es wird aber um so viel ehe umkommen, jemehr die Muͤndungen, der zur Lunge fuͤhrenden Schlag- adern; durch die lebhafte und haͤufige Atemzuͤge erweitert worden, es mus spaͤter sterben, je weniger es Luft geholt, und je kleiner die Erweiterung gewesen. Wenn es dem Harvey vorgekommen, daß Thierchen, die ein einziges mal Atem geholt, bestaͤndig Atem zu schoͤpfen, noͤthig gehabt Nach 10 Miuuten, als die Luftroͤhre gebunden war, birch. T. II. S. 232. 233. , so, daß sie solche nicht einmal in einer so kleinen Zeit entbehren koͤnnten, so wuͤrde ich diese so schnelle Schwaͤche der Lunge viel ehe auf einen Zufall schieben. Ja ich haͤtte wenig Hoffnung, fuͤr die- ses Das Atemholen. VIII. Buch. ses Problem eine Aufloͤsung zu erwarten, wenn sich diese Veraͤnderumg wirklich so schnell zutruͤge, und beobachten liesse. §. 2. Die Nothwendigkeit des ersten Atemzuges. Wenn ein Kind in der Mutterscheide anlangt Von diesem Zanke, und ob die Frucht in der Mutterscheide Atem holen koͤnne, oder ob sie erst Luft schoͤpfte, wenn sie voͤllig aus der Mut- ter ist, wollen w r an einem andern Orte untersuchen. , so faͤngt es an Luft zu holen; es pflegt naͤmlich, so bald es den Schoos der Mutter verlassen, eine Stimme von sich zu geben, und es scheint dieser Laut, der gemei- niglich mit einer Heftigkeit begleitet wird, nicht eine Folge des ersten Atemholens zu seyn. Es holt auch ein Thier Atem, wenn es von der Mutter entbunden ist, oder von der Hand des Zerlegers aus der Fruchthaut herausge- nommen wird BOYLE exper. phys. mech. S. 41. Digress. de util. respir. Mem. sur la respir. angef. Exp. , und es atmet ein Huͤnchen entweder selbst im Eie, oder gleich darauf, wenn man es heraus- gebrochen, indessen ein Theil des Thierchen noch im Eie liegt, und begierig nach der Luft Mem. sur le poulet. obs. 255. 256. 260. Daß sie schrie, auch denn, wenn das Ei noch nicht zerbrochen ist, bertier physiq. des corps animes. S. 224. schnappt. Man hat laͤngst die Frage aufgeworfen, was diese Luͤsterheit zum Grunde habe, mit der die Frucht, nach der ihr vor jezzt noch unbekannten Luft schnappt, und wie diese neue Speise zum Leben unentbehrlichwerde, daß man ohne sie nicht leben koͤnne: die hier vorfallende Schwierigkeiten werden dadurch noch groͤsser, daß es mit dem ganzen Thierreiche eben diese Beschaffenheit hat. Denn es at- met nicht der Mensch allein, sobald er in gesundem Zu- stande die Mutter verlaͤst, so, daß man also nicht sein Schreien V. Abschn. Der Nuzzen. Schreien hieher mit ziehen kann Welches meine Vermuthung gewesen, Comm. ad Prael. boerh. T. V. P. S. 464. , sondern es thun die- ses eben so auch Thiere, die ohne Laut sind, oder stumme sind, diese schnappen nach Luft, und doch kann man nicht glauben, daß sie dieses allein thaͤten, um das Atemho- len zu erlernen. So halte ich eben so wenig auf den Reiz des Unrathes in den Gedaͤrmen THRVST. S. 96. 97. , der bei den Voͤgeln wenigstens nichts zu sagen hat, und eben so we- nig| auf den Reiz des Zwerchfells, das, ich weis selbst nicht, von welchen Saͤften gereizt werden soll PITCAIRN. ang. Dissert. croeser ontwerp. S. 12. , denn es atmen auch Voͤgel, die kein Zwerchfell haben. Jch kann auch nicht glauben, daß die Schwere der Luft, auf die luftleere Brust der Frucht 8 B. 4 A. 2 N. , mechanisch wir- ken und sich den Weg zu derselben | oͤffnen solle, da ich ge- zeigt, daß ein neugebornes Thier, wenn es matt ist, nicht Atem hole; denn es wuͤrde diese Mattigkeit die not- wendige Folge dieser Luftschwere nicht unterbrechen. Ferner so erklaͤrt das wenige Zurruͤkweichen der Ein- geweide im Bauche, vom Zwerchfelle ROVKEMA in den Aan- merkingen. S. 19. u. f. Dagegen IDEMA, WIERDSMA beim B. IDEMA tusscheninspraek. S. 22. , dadurch dieser Muskel in Freiheit gesezzt wird, ebenfalls den Atem eines Vogels nicht, da dieser gekruͤmmt im | Eie atmet Unsre Exp. 260. , und kein Zwerchfell hat. Eben so wenig mag ich diese so notwendige Handlung eines jungen Thieres, von einer groͤssern Ausdehnung der rechten Herzkammer Nicolai von der Einbildungs- kraft. S. 65. , oder von dergleichen andren Ursachen, deren Zeugnisse man zu haben verlangt, oder zu wissen sucht, herleiten. Dem blosen Zufalle, das Leben der Vierfuͤßigen, und Voͤgel zu uͤberlassen, und einer von ungefehr, aus der H. Phisiol. 3. B. J i Das Atemholen. VIII. Buch. der Empfindung des Ungemaͤchlichen entstandnen Bewe- gung, das Luftschnappen zu zuschreiben, waͤre eben so viel, als wenn man das Leben des ganzen menschli- chen Geschlechts an einem schwachen Faden haͤngen liesse. Man mus also eine solche Ursache ausfindig machen, die sich so weit, als die thierischen Geschlechtsregister, wenn man sich der Ausdruͤkke des Lucretius bedienen darf, erstrekke. Jch und andre beruͤhmte Maͤnner ha- ben gesehen, daß junge Hunde mitten im Wasser Luft schnappen Vergl. die vorherg. N. 1. , und daß dieses ein junges Voͤgelchen lan- ge vor dem bestaͤndigen Atmen, im Gebrauche habe Mem. sur le poul. T. II. S. 129. u. f. : es oͤffnet den Schnabel, es stekkt auch wohl die Zunge heraus Angef. Ort. Obs. 256. , und es schnappt nach einer unbekannten An- nemlichkeit, es mag nun dieses Luft, oder Speise seyn. Ein durch den Schnitt an die Welt gebrachtes Thierchen bezeigt ebenfalls ein Bestreben zum Atemholen, indem es die Schenkel an sich zieht, und den Kopf niedrig haͤlt Sur la respirat. S. 343. . Ueberdem atmet eine ans Licht gesezzte Frucht um desto fruͤher, je staͤrker sie gewesen: ist sie hingegen kraftlos, so bleibt sie, und zwar nicht eine gar zu kurze Zeit |lang, ohne Atem zu holen 8 B. 4 A. 2 N. . Wenn man diese Dinge erwaͤgt, so scheint mir nichts glaublicher, als dieses, die Frucht schoͤpfe darum Luft, weil sie eben dieses Bestreben schon vorher kennt, und den Nahrungssaft im Amnion in sich genommen, nach- dem sie, sowohl in Menschen, als den mir bekannten Thieren eine Zeit lang, entweder weil die Fruchthaut zer- rissen, oder ausgeleert ist An den Voͤgeln, Mem. sur le poul. S. 16. 17. , kein Futter gehabt. Jch beruͤhre hier die beruͤhmte Frage nicht, welche ein beruͤhm- ter Mann vor kurzem wieder auf die Bahn gebracht. Jndessen kann man wenigstens daran nicht zweifeln, daß nicht V. Abschn. Der Nuzzen. nicht das Huͤnchen das Eiweis im Eie, nach meinen Versuchen verschlukke 8 B. 2 A. N. 5. , und daß bei den Vierfuͤßigen nicht das Wasser, worinnen die Frucht schwimmt, und mit diesem Haare MALCOLM FLE- MYNG Phil. Trans. Vol. 49. S. 57. , und der eigne Koth | in den Ma- gen komme, wie solches beruͤhmte Maͤnner sehr gemau angemerkt, ja es leugnet sogar der beruͤhmte Mann selbst, der gegen unsre Meinung geschrieben, nicht, er habe die Fluͤßigkeit der Fruchthaut im Magen der Thiere ange- troffen In Satur. de submers. . Zwar glaubt er, es sey durch einen Fehler geschehen, es scheint aber nicht die bestaͤndige Gegenwart des Eiweissen und Gelben, womit der Kropf und der Ma- gen, so gar im Eie, angefuͤllt sind, keine Zuflucht zur Gewaltsamkeit zu verstatten. Wenn ein Thier in der Mutter Speisen durch den Mund zu sich nimmt, wenn eben dieses Bestreben ein Thier, wenn es ausser der Mutter ist, reizt, Luft zu schoͤ- pfen, so glaube ich, die Ursache gefunden zu haben, war- um ein an die Welt gebrachtes Thier Atem hole. Es sucht die Speise, in der es schwamm, und es findet da- vor Luft, in die es sich nun hineinbegiebt. Dabei aber schliesse ich die Schwierigkeiten nicht aus, da sich ein Thier durch die unbequemen Wege, nach vielfaͤltigem Durchpressen, und aus der warmen und weichen Mut- ter, in ein neues kaltes Element, auf die Erde, oder jede andre Sache, die doch haͤrter, als der Mutterschoos ist, begiebt. Wenigstens giebt der Mensch, und viele Thie- re, nicht blos einen Laut, sondern eine Art des Gewin- sels von sich, wenn sie die Mutter verlassen, welches ein Zeuge von ihren Leiden ist. Daß Thiere von dem ersten Atemzuge munter wer- den, und von ihrer Mattigkeit erwachen BERGER de respir. S. 34. HALES veg. stat. c. 6. L. a CA- POA delle moffette. S. 62. u. f. CIORN de lett. suppl. T. III. S. 113. , scheinet der J i 2 freiern Das Atemholen. VIII. Buch. freiern Lunge, und der Wirksamkeit des Hookischen Versuches zu zuschreiben zu seyn. Unter einigen, aus der Mutter geschnittnen jungen Hunden, sahe man blos an der Lebhaftigkeit, wer von ihnen Atem geholet hatte TAGLINI de aere. S. 345. . §. 3. Warum fast alle Theile Luft bedoͤrfen. Die dritte, und hieher gehoͤrige Frage, ist von der, dem Leben so unentbehrlichen Nothwendigkeit des Luft- schoͤpfens hergenommen, indem ohne Luft, fast kein ein- ziges Thier SENAC. T. II. S. 234. Hist. de l’Acad. 1717. S. 28. , und keine Pflanze leben kann. Jn der That koͤnnen nicht einmal die Kaͤsemilben ohne Luft seyn BOYLE digress. de util. respir. , und sie sterben, wenn man ihnen dieses Ele- ment nimmt BECCHER phys. subter. S. 146. , sie bewegen sich wieder, wenn man ih- nen die Luft wieder giebt. Es ist schwerlich ein Thier, an dem man nicht die Wege wuͤste, auf welchen sich die Luft in das innere hineinzieht. Auch die Wasserinsekten haben ihre Lustroͤhren, welche der beruͤhmte Adanson Hist. nat. du senegal pref. L. III. L. IV. und S. 220. u. s. w. so oft beruͤhrt hat. Die Art Muscheln ( musculi ) ziehen wechselweise mit dem Wasser Luft ein, und sie stossen solche wieder aus LISTER conch. bivalv. S. 8. Am Blakfische, swammerd. S. 886. An der Keilmuschel, mery Mem. 1710. S. 425. . Die Laus holt Luft, und laͤst sol- che wieder von sich SWAMMERD. Bibl. nat. S. 70. . Alle Jnsekten haben ihre Luft- loͤcher Diese hat unser vortrefliche Bonnet auch an den Laͤusen und Wasserwuͤrmern gesehen, insectolog. S. 211. , und aus diesen laufen besondre Luftroͤhren in ihre inwendige Koͤrper, wohin sie die Luft bringen. Wenn man V. Abschn. Der Nuzzen. man daher Jnsekten mit Oel bestreicht THEOPHRAST. caus. plant. L. VI. c. 5. (Daß sie sich vor dem Oele fuͤrchten,) PLINIVS. L. XI. c. 53. Swenska Wetensk. Acad. Handl. 1745. S. 258. Von den Sei- denraupen. , so sterben sie, weil davon die Luftloͤcher verstopft werden, und es sind nur wenige ausgenommen, die im Wasser Die Wasserraupe des Edelen Herren CAR. de GEER S 528. 529. Doch die Wasserinsekten atmen durch den Schwanz, den sie uͤber dem Wasser halten, lyonnet insect. theol. S. 128. Vom Wasserkaefer, Derham, von der Nympfe der Perl- fliegen, reavm. T. VI. S. 393. , in dem Terpentine Die Raupe in dem Fichten- auswuchse, C. de GEER Mem. sur Phist. des insectes. S. 482. 483. Wuͤrmer leben im Terpentingeiste 15 Minuten, swammerd. S. 659. dauren, und sich aus dem Oele nichts zu machen scheinen. Auch die Jnsektenpuppen werden vom Oele umgebracht MARTINET de respirat. insect. S. 22. reavm. Mem. T. I. S. 401. malpigh de bombyce. S. 13. tyson phil. trans. n. 44. Von der Fliege, die einen Tag leben soll. 204. . Doch es wachsen, oder keimen auch nicht einmal Pflanzen, selbst der so schlechte Schim- mel Drei Jabre lang war kein Schimmel zu sehen, als man die Luft abhielte, boyle hist. of air. S. 204. , ohne Luft hervor Du HAMEL phys. des ar- bres. T. II. . Die Ausnamen sind nur selten. Jch lese, daß man Steinmuscheln ( dactylus ) im Marmor lebend angetrof- fen; indessen haben sie doch Loͤcher, die sie sich selbst da hineingeboret. Von den Kroͤten ist die Sage bekannt, daß man sie mitten in Steinen gefunden ARNOBIVS beim GAR- MANN Oolog. S. 145. cardan variet. S. 176. parevs beim astrvc angef. Ort. S 563. gvi- landin. (von rothen Froͤschen, im rothen Steine zu Tolouse gefun- den) de papiro. S. 7 agricola de anim. subter. S. 72. plot nat. history of Staffordshire. S. 247. Brem. Magaz. T. I. S. 590. u. f. , oder in ge- sunden Baͤumen BRADL. phil. account. S. 120. plot angef. Ort. S. 248. ray Wisdom of God. S. 323. Hist. de l’Acad. des scienc. 1714. und 1731. S. 21. Von einem Kaͤfer hat man eine aͤhnliche Gefchichte, phil. trans. n. 461. , ohne daß sie mit der freyen Luft eine Gemeinschaft hatten. Die Sache ist an sich wun- derbar, wofern sie wahr ist. Es folgt naͤmlich, und kei- ner wird es, als mit grossem Widerwillen vor wahr hal- J i 3 ten, ASTRVC hist. natur. du Languedoc. S. 561. und Schnekken, keisl. it. II. S. 845. Das Atemholen. VIII. Buch. ten, daß solche Thierchen ohne Luft, und Nahrung, sehr lange, 100 und 130 Jahre lang gelebt haben Hist. de l’Acad. 1731. angef. Ort. Astruc. S. 567. , denn so viel Zeit wird wenigstens zum Wachsen der Eiche er- fordert, wenn man naͤmlich sezzen wollte, daß dieser Baum im Wachsen das Thier anfangs in sich zur Her- berge aufgenommen. Daher mus man diese so zwei- deutige Sache so lange aussezzen, bis man gewissere Nachrichten eingezogen, ob Thiere wirklich in dem Jn- nern der Baͤume, oder Steine, ohne Luft, und ohne eine verborgene Rizze, durch welche sie hineingekrochen, ge- lebt haben, da doch ihre Lunge offenbar zeigt, daß sie zum Atemholen erschaffen worden. Folglich werden wir vor der Hand fest sezzen, daß fast alle Thiere, welche uns bekannt sind, Luft noͤthig ha- ben. Nun folgt, zu zeigen, warum sie die Luft noͤthig haben, und was denn das Leben der Thiere von der Luft vor Nuzzen habe. §. 4. Ob sich die elastische Luft ins Blut mit ein- mische. Beweisgruͤnde derer, die solches bejahen. Man habe in den Gefaͤßen Luft gefunden. Die Hipotese hat von je her grossen Beifall gefun- den, daß die Luft, so wie sie in der Natur fast die Ur- sache von allen Bewegungen ist Hales angef. Ort. , und ohne sie weder ein Feuer bestehen BOYLE exp. phys. mech. de aere ac aeris qualir. occult. Eine verdorbene Luft unterhaͤlt ebenfalls schlecht ein Feuer, so wie sie dem Atem- , noch eine Kole brennen kann, eben- falls V. Abschn. Der Nuzzen. falls auch so in die Lebenssaͤfte der Thiere eindringe, und in ihnen das Leben unterhalte. Viele Autores, darun- ter ich nur die vornehmsten Haͤupter nennen will, haben diese angenommen, und es giebt unter diesen einige neuere, welche schreiben, daß in der That solche Luft, wie wir sie durch den Mund einziehen MOSCA angef. Ort. T. II. S. 118. , aus der Atmosphaer in unser Gebluͤte komme ARIST. hist. L. I. c. 16. ERASISTRATVS beim GA- LEN util. resp. HIPPOCRAT. πεϱι τϱοφης aretaevs Acut. L. II. c. 3. Cor bibit Spiritum ex pulmone, cicero natura Deo- rum. L. II. S. 603. Der Atem sezzt das Herz, und die Schlagadern in Bewegung, athenaevs beim galen de different. puls. L. IV. Hieher gehoͤret ferner rvfvs L. II. S. 59. galen. util. part. L. VII. c. . Denn es haben diejenigen an- dre Begriffe, welche behaupten, daß nur etwas von der Luft ins Blut komme, und dieses nennen einige die sei- neren Theile, oder den Aether, andere den Luftniter. Noch andere nennen es Luft, die aber im Wasser aufge- loͤst worden, und nun keine elastische Kraft mehr hat, sich ausdehnen, oder zusammendruͤkken zu lassen. Wir wollen aber die Menge derjenigen Maͤnner an- hoͤren, welche sagen, daß wirklich die allgemeine Luft ins Blut mit eingefuͤhret werde. y. 5. Die Luft findet offene Wege, ins Blut zu kommen. Sie finden diese Wege leicht an den Koͤrpern der Jnsekten. Hier sind die Wege von den Seitenloͤchern zum Herzen besonders angelegt, und offen, und mit Klappen J i 4 ver- Atemholen schaͤdlich ist. Lichter ver- brennen in den Gruben um den vier- ten, halben Theil weniger, wenn die Luft in den Gruben zum Atemholen ungeschikkt ist. Hamb. Magaz. T. 12. S. 46. Jn der verpesteten Luft der Hundshoͤle loͤschen die Kolen aus. L. a CAPOA moffett. S. 31. Doch es brennt auch das Feuer nicht, wo keine frische Luft zukommen kann, BOYLE de aeris qualit. occult. Das Atemholen. VIII. Buch. versehen, wie in der Seidenraupe Swenska Wetensk. Academ. Handling. 1745. S. 257. , der Heuschrekke Bei dieser geht ein Ast der Luft- roͤhre ins Herz, MALPIGH post- hum. S. 59. Dieses wiederholt Zinanni, der aber seiner Sache nicht eben so gewis ist, Cavallette. S. 7. Ferner an der Viene, swam- merd bibl. nat. S. 468. t. 19. T. 27. f. 11. 12. An der, einen Tag leben- den Fliege, t. 15. f. 4. : sie laufen ferner nach dem Magen SWAMMERD. T. 36. f. 1. h. S. 575. Am Sommervogel. An dem Bienenwurme. S. 407. , nach den Gedaͤr- men In Cosso. Tab. 27. f. 11. 12. , nach der Gebaͤhrmutter An der Biene. S. 473. , nach den Eier- stoͤkken An der Biene, ebendas. An der Viehfliege. S. 693. An der Laus. S. 73. , nach dem Gehirne An der Laus. S. 73. Ke- fer. T. 29. f. 8. siehe S. 429. , zum Ruͤkkenmar- ke An der Laus. S. 73. Milbe S. 206. , zu den Augen An der Fliege von einem Ta- ge, tab. 19. f. 1. siehe S. 429. , zu allen Eingemeiden An der Fliege des Cabanus S. 660. tab. 40. f. 1. , zu den Fluͤgeln An der Biene. S. 504. und am Kaefer Tab. 30. f. 1. (zum Fette Tab. 27. f. 9. 10. S. 311. 408. Daß in den Haͤuten der Thiere Lust- gefaͤsse sind, senac T. II. S. 18. , zu den Zaͤhnen und Knochen S. 429. 577. , und uͤberhaupt zu allen Theilen des Koͤrpers An der Raupe. S. 577. An der Fliege von einem Tage. S. 248. . An Thieren, die mit dem Menschen mehr Aehnlich- keit haben, hat die Sache schon mehr Schwierigkeit. Jndessen siehet man doch Versuche, die wir erzaͤhlt ha- ben, und welche bekraͤftigen, daß die Luft aus der Luft- roͤhre nach den linken Hoͤlen des Herzens uͤbergehe 8 B. 2 A. 22 N. . Es sezzt der beruͤhmte Bertier Angef. Ort. S. 27. noch hinzu, er habe die Luft in ein Lungenblutaederchen getrieben, welche, (wie ich glaube, durch die Aeste der Luftroͤhre) hervorgekom- men, c. 9. u. f. swammerd. de respir. Das ganze Buch, borell. L. II. prop. 113. u. f. L. de CAPOA delle moffette. S. 62. berger de resp. S. 26. de natura. S. 41. bellin. de ferment. prop. 37. und wieder den zirill. Giorn. L. IV. DESA- GVL. T. II. S. 403. 405. berkl. siris. 114. 116. bertier ang. Ort. S. 1. 2. u. f. Ferrein oft angef. Dissert. d. bernovlli de respir. helvet. senac T. II. S. 118. V. Abschn. Der Nuzzen. men, als er Wasser daruͤber gegossen. Doch er spricht in der Erzaͤhlung seines Versuches selbst nicht deutlich, und er gestehet endlich, daß es eine zarte Operation sei. Folglich hat man die Sache von einer andern Seite her angegriffen, nicht, daß man von der Luftroͤhre einen Weg nach den Blutgefaͤssen zeigen wollen, sondern, daß man eine wirkliche Lust, die der in der Atmosphaer gleich, und zu Blasen geworden, in den Gefaͤssen eines lebendi- gen Thieres behauptet hat. Die Sache ist in kaltbluͤti- gen Thieren an sich richtig, und von uns an den Froͤ- schen Mem. sur le mouv.’ du sang. Exp. 3. 9. 17. 198. 214. , und von beruͤhmten Zeugen an der Schild- kroͤte REDI Giorn. de lett. Suppl. T. III. S. 86. caldesi S. 64. pviati de morb. naron. S. 68. , und der Heuschrekke, oft erfahren worden MALPIGHI posthum. angef. Ort. . Diese Blasen sind gros, und sehr sichtbar, viel groͤsser, als die Blutkuͤgelchen, und sie werden mit dem Blute durch die Gefaͤsse mit fortgefuͤhrt Memoir. angef. Ort. Diese Kuͤgelchen sind weis. bertier. S. 19. . Jn den Thieren von warmen Blute, macht die Sa- che schon mehr Schwierigkeiten. Jndessen erzaͤhlt doch so gar Musschenbroek Disserr. S. 58. , wiewohl nach eines andern Berichte, daß, als einem Menschen zur Ader gelassen worden, nach einer grossen Beaͤngstigung, eine Luftblase mit einem Gezische hervorgedrungen, und es befindet sich eine aͤhnliche Geschichte bei dem Kornelius von Solin- gen Operat. S. 344. . Lancis hat in einem lebendigen Jgel Luft in den Blutgefaͤssen gesehen S. 20. 39. . Es band der beruͤhmte Bertier S. 15. Journ. des savans. 1742. Mai. eine leere Blase in der Luftroͤhre eines Hundes feste, hierauf trieb er Luft in die Schenkelbluta- dern, so schwoll kurz darauf diese Blase auf, und das sonder Zweisel von der Luft, welche aus der Blutader J i 5 nach Das Atemholen. VIII. Buch. nach der Lunge, und von da, nach der Luftroͤhre gegan- gen war. Eben dieser konnte durch die folgende Versu- che die Luftstreife, die er durch das Herz einer Kazze geglaubt hatte, gehen zu sehen, nicht weiter bestaͤtigen S. 7. . Der beruͤhmte Samuel Mihles bildete sich ein, das Rauschen der Luft, an seinem eignen Herzen wahrgenom- men zu haben Jm Comment. uͤber unsere primas lineas. . Man hat in dem Urine einer schwind- suͤchtigen Frau Blasen gefunden Bresl. Samml. 1726. S. 118. . Dieses sind nur wenig Versuche, welche man mit Thieren von warmen Blute vorgenommen, man hat ihrer aber mehr an todten Koͤrpern. Die Erscheinung der Luftblasen ist in den Blutadern, besonders des Ge- hirns Eph. Nat. Cur. Vol. 10. obs. 36. roedbrer Satur. S. 9. came- rar. apopasm. piæ M. segner in der Geschichte der Krankheit, und des Todes, J. W. ALBRECHT. eberh. de sanguific. S. 8. , was gemeines. Doch ich habe auch in andern Gefaͤssen, und selbst im Herzen, eines am Friesel gestorb- nen Menschen, ein schaͤumiges, und gleichsam gaͤhrendes Blut, so wie an einer erwuͤrgten Frau gefunden, an ei- nem andern todten Koͤrper hat Alexius Littre Hist. de l’Acad. 1704. obs. 2. und 17. und zuweilen hat Swam- merdam in dem menschlichen Her- zen Luft gesehen. S. 652. , und andere PECHL. L. I. S. 57. Nach einer Blutung, Behrens, Bresl. Samml. 1723. Mart. , in verschiednen Gefaͤssen CAMERAR. angef. Ort. MONROO angef. Ort. Fraͤn- kische Anmerkung. T. III. S. 417. schwenke S. 25. leprotti Comm. Bon. Vol. I. alefeld de aere in sanguine. S. 6. roeder. Satur. S. 13. viridet de prim. coct. n. 5. schvrig Sialogr. S. 287. evstach S. 143. in den Nieren. Jn der Rindviehseuche, Fritsch seltsame Geschichte. T. VI. S. 533. Jn der Schwindung der Koͤrper sind oft| die Blutadern voller Luft, lievt. precis de la medec. pratique. S. 426. , und im Brust- kanale der beruͤhmte Joseph Anton Pujati Angef. Ort. S. 115. , den wir vor kurzem verlohren, Luft gefunden. §. 6. V. Abschn. Der Nuzzen. §. 36. Die ins Zellgewebe ergossne Luft. Diese Schriftsteller fuͤgen noch hinzu, daß sich eben diese Luft, vielleicht durch besondre Wege SENAC. T. II. S. 118. , von dem Blute in das Zellgewebe hineinziehe, welches wenigstens sehr oft in hizzigen Krankheiten geschehe Satur. Siles. VIII. n. 7. Mem. de l’Acad. 1704. S. 8. Jn der Rind- viehsenche, lisle busban dry. T. II. S. 386. SAVVAG. malad. des boeufs du vivarais S 12. layard von eben dieser Krankheit. S. 53. Jn den Blattern, hildan. obs. 70. Centur. V. herelivs de usu pororum. Von gehemtem Flusse der Kindbetterinnen, hofm. de aere microc. factit. Jn der englischen Krankheit, bvchner de rhachit. S. 10. 11. , davon sich end- lich im heissen Brande ein Windgeschwulst erzeuge PETIT malad. des os. T. II. S. 126. 127. saviard. obs. 87. waldkirch de emphysem. S. 22. kirkland of gangrens. S. 68. Phil. Trans. n. 313. 335. mvel- ler biga obs. S. 8. , indem sich die Luft in die zellfoͤrmige Zwischenraͤume der Muskeln ergiesse, und man finde in diesen Raͤumen am lebendigen Menschen, eine an dem Geraͤusche kennbahre Luft, welches sich auch durch das Schwellen des Gliedes of- fenbare. Es entstuͤnden hin und wieder, von verschiednen Ursachen, ploͤzzliche Geschwuͤlste Es entstand von einem regni- gen Ungewitter ploͤzzlich uͤber den ganzen Leib ein Schwellen, here- livs S. 12. An hysterischen Perso- nen, ravlin tr. des vapeurs. 220. Ein Windgefchwulst an den Augen- liedern, schvlze emphys. S. 18. An Skordutischen, Pringle. S. 428. Vom gehemten Flusse der Kindbette- rinnen, hofm. de aere microcosm. factit. arbvthn. glaubt, daß im Aufstossen aus verschiednen Theilen des menschl. Koͤrpers Luft gehe, of air. S. 38. , welche sie vor Folgen von der Luft ansehen. Es dringe auch aus der Hoͤle des Bauches Luft hervor, welches mit grosser Gefahr in dem Viehe das Gedaͤrme beschwerte virid. du bon chyle. S. 667. , und diese Krankheit wird die Windfucht genannt BERGER disp. S. 11. co- grossi Saggi di med. Italian S. 99. . Endlich hat man oft im Herzbeutel Luft gefunden SENAC T. II. S. 355. Da- hin dringt sie in den Voͤgeln, die Pa- riser an dem Kraniche v. Numidien. . Es Das Atemholen. VIII. Buch. Es schwellen endlich Koͤrper nach dem Tode, wie jederman bekannt ist, auf HEVERM operat. chirurg. T. II. S. 281. Die, von der Faͤulnis er- zeugte Luft machte, daß ein Karpe im Wasser schwamm, GERIKE. L. III. c. 10. , sie werden von der Luft aufgetrieben, und besonders in den heissen Erdstrichen. Jn Persien THEVENOT suite du voyage du Levant. L. II. c. 4. , schwellen die Koͤrper todter Menschen, in einer einzigen Stunde nach dem Tode, bis fuͤnf oder sechs Zoll hoch, auf CHARDIN voyage. T. IX. S. 99. . Man hat die duͤnne Gehirnhaut wie eine Blase aufgetrieben gefunden WILLIS de cerebro. S. 62. , und es befand sich unter ihr Luft. Besonders pflegen sich, von der ausgedehnten Luft, die aus dem Blute der schwammigen Theile des maͤnnlichen Gliedes, oder des aͤussern Zellge- webes hervordringt, bei einigen Koͤrpern nach dem To- de ebendergleichen Erscheinungen zu zeigen, als in der wolluͤstigen Begierde ALEX. BENED. L. 24. c. 19. Dergleichen hat salmvth Cent. III. obs. 21. 29. 40. marc. donat. hist. med. mir. S. 142. Die Steifigkeit des maͤnnl. Gliedes aͤussert sich an den todten Koͤrpern, lievt. precis de la med. pratique. S. 229. . Die Windgeschwuͤlste, die von den Brustwunden, von den Fehlern der Gedaͤrme, von den Kroͤpfen entstehen, koͤnnen nicht hieher gezogen werden, da sie ihre Luft offen- bar von der Luftroͤhre her haben KRAMER med. milit. T. II. S. 169. . §. 7. Diejenige Luft, welche sich aus dem thierischen Koͤr- per, in dem luftleeren Raume losmacht. Es glauben beruͤhmte Maͤnner ebenfalls, daß die in Thieren befindliche Luft, sich ausdehne, und zwar ver- moͤge der Versuche, welche sie in kuͤnstlich gemachten luft- leeren Raͤumen damit angestellt haben. Es schwellen naͤm- V. Abschn. Der Nuzzen. naͤmlich in dergleichen luftleeren Raume alle Thiere auf, und das thun die Vierfuͤßigen MVSSCHENBR. nach dem Essays de phys. S. 41. v. san- den angef. Ort. gvide obs. 3. bohn. S. 86. Die, von warmen Blute, schwellen mehr auf. gvide ebendas. boyle Phil. trans. n. 62. 63. sowohl, als die Voͤ- gel v. SANDEN de antl. pneum. Wolfs Versuche. T. III. n. 103. , Schlangen Die Eidechse, hartm. ang. Ort. Der Frosch, nollet T. III. S. 271. bose diss. phys. n. 6. valisn. Supplem. ad Giorn. de letter. T. III. S. 141. camerar. de antl. pneum. S. 3. boyle exper. phys. mech. S. 114. Nattern, valisn. T. I. S. 359. , und Fische GERIKE. L. III. c. 16. v. sanden angef. Ort. MVS- SCHENBR. angef. Ort. s’gra- vezande T. II. S. 617. cimen- tini S. 178. 209. Sie schwimmen alsdenn im Wasser, desagvl. T. II. S. 381. Ferner die Froͤsche, Wolfs Versuche. T. III. n. 105. 106. Wenn man aber die Luft wieder zu- laͤst, so bekommen sie die natuͤrliche Lage wieder. Ebenders. n. 106. . Man hat die- ses in den erstikkenden Erdhoͤlen ebenfalls bemerkt, dar- innen ein Jgel umkam BEL Phil. Trans. n. 452. , denn man glaubt, daß solche Hoͤlen von Daͤmpfen erfuͤllt sind, die leichter, als die Luft waͤren. Dergleichen Thiere verlieren den Ge- schwulst, und werden Zusammengedruͤkkt, wenn man ih- nen wieder frische Luft giebt GVIDE angef. Ort. ci- ment. S. 17. . Aus der Ursache schwim- men alle Eingeweide, welche im Wasser zu Grunde zu gehen pflegen, im luftleeren Raume oben auf MVSSCHENBR. S. 20. . Nun dringen grosse Maͤnner darauf, es waͤre in dem Koͤrper der Thiere eine Luft, die von der Schwere der aufliegenden Atmosphaer in einen engern Raum gedruͤkkt wuͤrde, und die sich also, da man sie von diesem Drukke befreit, wieder ausdehne, in einen weitern Raume ver- breite, und Geschwuͤlste erzeuge, wie es die Erfahrung lehre s’ GRAVEZANDE. ang. Ort. . Es wikkelt sich aber die elastische Luft uͤberhaupt aus allen Theilen eines thierischen Koͤrpers los. Es schwillt der Unterleib, und folglich wird der Unrath aus den ge- druͤkk- Das Atemholen. VIII. Buch. druͤkkten Gedaͤrmen SANDEN angef. Ort. bertier phys. des corps animes. S. 409. , der Saame der Fische 4 A. 26 N. 8 B. , die genossne Speise aus dem Magen herausgetrieben GERIKE angef. Ort. , so wie ich bestaͤndig gesehen, daß an todten Koͤrpern der Un- rath, und Nasenschleim hervorgetreten, wenn ich viel Fischleim in die Zellgewebe einsprizzte. Es schwillt zugleich die Schwimmblase in den Fischen auf, daß sie schwimmen muͤssen, und nicht zu Grunde gehen koͤnnen DESAGVL. angef. Ort. Vergl. not. g. p. prior. und die Luft geht zum Munde heraus. v. SAN- DEN. , sie zerreist auch oͤfters Nicht allezeit, denn sie erwei- tert sich sonst nur, und laͤst die Luft heraus, ciment. S. 110. 111. Sie zerplazzte nach anderthalb Stunden, BIRCH. T. I. S. 216. , daß sie im Gegentheil zu Boden sinken BIRCH. T. I. S. 244. de- sagvl. angef. Ort. hofm. ten- tam. S. 256. MONCONIS Itin. P. II. S. 2. S. 49. borell. 112. prop. ciment. S. 108. 109. , und nicht wieder schwim- men koͤnnen, wenn man ihnen gleich die Luft wieder giebt NOLLET. T. III. S. 266. BIRCH. T. I. S. 244. . Eben so schwillt auch das Herz mvsschener. S. 19. , die Gallen- blase Ebenders. S. 8. , und die Harnblase Ebenders. S. 12. auf. Es blaͤht sich die Lunge auf, wie wir oft angefuͤhrt haben Wolf. angef. Ort. n. 101. , und es treten die Luftblasen vor den Mund der Thiere hervor BERGER. S. 42. u. f. . Auch die Augen v. SANDEN angef. Ort. hofm. demonstr. phys. n. 25. , und in den Augen wird die glaͤserne Feuchtigkeit MVSSCHENBR. de aere. S. 18. DIEBOLD ang. Ort. , die waͤssrige Ebenders. ebendas. , und die Kri- stallinse Ebenders. ebendas. aufgetrieben. Diejenigen Versuche kommen der Sache ebenfalls naͤher, wenn deutliche Luftblasen aus den Theilen ei- nes belebten Koͤrpers heraustreten, z. E. aus der glaͤ- ser- V. Abschn. Der Nuzzen. sernen Feuchtigkeit des Auges Kleine Blaͤschen, aus dem Auge einer Lamprete, BOYLE of frost. S. 246. mvsschenbr. angef. Dissert. S. 18. Wenig Blasen kamen hervor. diebold. , aus der Kristallinse DIEBOLD. , aus der Schilddruͤse Ebenders. , der Brustdruͤse Ebenders. , der Ge- kroͤsedruͤse Ebenders. , der Nebenniere Ebenders. , dem Gehirne Ebenders. , den Nerven Ebenders. ebendas. , aus den Hoden, und ihrer Membran MVSSCHENBR. S. 20. , aus dem Herzen Ebenders. S. 19. . Aus den uͤbrigen festeren Theilen treibt das Feuer die darinnen verborgne Luft heraus 8 B. 3 A. 3 N. . Es steigt ferner aus den fluͤssigen Theilen eines Thie- res, wenn diese in einen luftleeren Raume ausgegossen werden, deutlich die Luft hervor. So steigt sie aus der frischen Milch, mit grossen Blasen von kleiner Dauer herauf mvssghenbr. S. 8. Wolf angef. Ort. n. 192. v. SAN- DEN, BERTIER. S. 9. . Man zieht sie in Menge aus dem Narungs- saft ( chylus ) SENAC T. II. 112. 113. Ess. de phys. S. 577. 578. . Dahin gehoͤrt das Schwellen des un- terbundnen Brustkanals, im luftleeren Raume, wie auch des Milchbehaͤlters ( chyili cisterna ) mvsschenbr. S. 8. , und der Flies- wassergefaͤsse Ebenders. S. 19. . So bekoͤmmt man auch aus dem Marke DIEBOLD. , und Fette HALES veg. stat. exp 49. DIEBOLD. , und aus diesem sonderlich viel Luft. Die Blasen aus dem Harne dauren nicht lange mvsschenbr. S. 12. , und sondern sich schwer ab, welches auch in einer vollkommneren Luftleere BOERH. chem T. I. S. 528. , und mit warmen Urine so geschicht Wolf. S. 150. . Es steigt aus dem Speichel viel Luft SENAC. angef. Ort. , und so viel, daß sie einen zweihundertmal groͤssern Raum ausfuͤllt DIEBOLD. . So steigen aus der waͤssrigen Feuchtigkeit der Augen wenig, aber grosse Blasen herauf mvsschenbr. S. 18. . Aus Das Atemholen. VIII. Buch. Aus dem Schleime begiebt sich viel Luft hervor SENAC angef. Ort. mvs- schenbr. diss. S. 7. , und zwar in Gestalt lange waͤhrender Blasen MVSSCHENBR. ebend. . Man zieht aus dem Eiweisse der Eier, wenn man es warm gemacht, auf eben die Weise viel Luft heraus von Sanden, Wolfs Ver- suche. T. I. n. 158. , so wie aus dem Magensafte Ebenders. , und aus dem Wasser der Fruchthaut MVSSCHENBR. S. 6. . Aus der Galle faren MVSSCHENBR. S. 7. diebold. Blasen her- aus, die zehnmal groͤsser sind, als der Jnnhalt der Galle Vergl. SENAC. T. II. S. 112. 113. , und diese sind zaehe. So geht endlich auch aus dem Schweisse, in derglei- chen kuͤnstlichen Luftleere, Luft heraus MERY Mem. d l’Acad. des Sciences. 1707. . Endlich so sondert sich auch vom Blute, und von diesem ist hier eigentlich die Rede, in dem luftleern Rau- me, Luft ab. Daher schwillt, und schwimmt eine un- terbundne Schlagader, unter der Glokke DIEBOLD. S. 10. camp- bell de aer. morbos. causa. S. 10. roebvck de effectibus quarund. propriet. atmosphaer. mvsschen- broeck. S. 10. mackenzie Hist. of health. S 344. . Eben dieses wiederfaͤhrt auch den Blutadern Wolfs Versuche. T. III. n. 104. gvide. S. 6. 8. Kruͤger Physiol. n. 107. , und es schwillt die Drosselblutader SENGVERD rat. et exp. connub. desag. T. II. S. 404. im luftleeren Raume auf, sie schwimmt, und faͤllt, wenn man wieder Luft zulaͤst, zu Boden. Billig schwillt eine Schlagader langsamer, die Blut- ader hingegen geschwinder auf MVSSCHENBR. S. 10. , da jene an sich haͤrter ist, und der inwendig in Bewegung gerathenen Luft staͤr- ker wiedersteht. End- DIEBOLD. V. Abschn. Der Nuzzen. Endlich so steigt aus dem Blute BOYLE de conserv. corp. in vacuo. BERGER de natura. S. 43. Eph. Nat Cur. Vol. V. S. 191. MVSSCHENBR. S. 9. 11. wel- cher grosse und zaͤhe Blasen er- waͤhnt. , sowohl aus dem Schlagader MVSSCHENBR. , als Blutaderblute DESAGVL. angef. Ort. stvart lect. VII. VIII. BER- TIER. S. 61. Von der Lungenschlag- ader, mvsschenbr. becca- ria in misc. Taurin. S. 68. , unter der, von Luft gereinigten Glokke, die Luft, deutlich, und in Gestalt eines Schaumes hervor, es mag nun dieses Blut vom Menschen, Vierfuͤßigen Thiere, Vogel, oder Fische TABOR. S. 90. 91. , herruͤhren. Selbst aus dem geronnenen Gebluͤte BERTIER. S. 62. 63. faͤhrt eine schau- mige Luft heraus. Jn dem Blute stekkt so viel Luft, daß aus einem Ku- bikfusse, drei und dreißig Kubikzolle Luft gezogen werden koͤnnen HALES angef. Ort. Durchs Feuer. , ob es gleich grossen Maͤnnern SENAC. T. II. S 112. 113. 120. 121. mvsschenbr. S. 9. 10. Exp. 16. Von 16 Unzen Schafsblut erhielt eraber durch Faͤulnis 18 Unz. vorgekom- men, daß es im Verhaͤltnisse mit andern Saͤften wenig von sich gebe, weil eine Menge Luft aus der Nahrungs- milch in die Zellgewebe, und uͤbrige Saͤfte abgeschieden worden SENAC. T. II. S. 112. 113. . Es sind aber 33 Zoll Luft so viel, als der dreißigste Theil Bluts, so viel im Menschen ist, wenn man, die Schwere der Luft, damit zur Gnuͤge davon ins Blut komme, dem tausenden Theile der Schwere des Bluts gleich macht 5 Buch. . Wenn aus dem gewaͤrmten Salzwasser des Blutes DIEBOLD. S. 4. unter der Glokke Blutblasen aufsteigen, so sind solche doch nicht so zahlreich, als aus dem Blute SENAC. T. II. S. 120. 121. und Ess. de phys. angef. Ort. mvs- schenbr. S. 10. . Selbst das haͤutige Wesen in dem Blute, der mit Seitenstechen behasteten, giebt Blasen von sich SENAC. T. II. ang. Ort. . End- H. Phisiol. B. K k Das Atemholen. VIII. Buch. Endlich fuͤgt man noch hinzu, man finde im Schlag- aderblute, weil es von der Lunge Luft an sich zoͤge, mehr von diesem Elemente, als im Blute der Blutadern MAYOW. S. 132. FER- REIN angef. Dissert. , und es schwelle die Lungenschlagader, die ein Blutader- blut fuͤhre, in einem Raume, daraus man die gemeine Luft weggeschaft, gar nicht auf, da indessen die gleich- namige Blutader, die schon Luft geschoͤpft, allerdings aufschwelle BERTIER. S. 106. 107. . §. 8. Andere Beweisgruͤnde, fuͤr die im Blute befind- lich Luft. Sie wiederholen an dieser Stelle alles, was bereits von uns angefuͤhrt worden T. II. B. 5. FERREIN an- gef. Dissert. schreib. almagest. S. 342. 343. kvhnbavm. angef. Ort. S. 12. Doch ist dieser unsich- rer. , daß das Blut in der Blutader frischer, als in der Lungenschlagader aussehe, daß diese bluͤhende Roͤthe von der Luft herruͤhre Schreiber ebendas. , die mit dem Blute innigst verbunden waͤre LISTER de cochleis. S. 108. u. f. , so wie uͤber- haupt das Blut auch in todten Koͤrpern, wenn man in die Luftroͤhre Luft blaͤst, mit einer lebhafteren Roͤthe in das linke Herz faͤllt BOHN De aeris sublunar. influxu. S. 459. 460. FERREIN oft angef. Dissert. . Daher waͤre in Thieren, welche wenig Luft geniessen, zwischen dem Schlagader- und Blutader- blute kein Unterschied OEXMELIN hist. des avantur. T. I. S. 86. 87. , und es sei im Meerkalbe das Blut recht schwarz an Farbe SCHELHAMMER beim valent. amphith. T. II. S. 89. beccaria angef. Ort. . Daher werde das Blut in einem luftleeren Raume schwarz, und es erlange seine Roͤthe wieder, so bald man wieder Luft zuliesse NEBEL diss. de reciproc. aeris. u. f. . End- V. Abschn. Der Nuzzen. Endlich so sei die Oberflaͤche des Blutes nur denn roth, wenn es an die Luft gestellt wird, und es bleibe schwarz, wenn man Oel daruͤber giesset, und es dadurch vor der Beruͤhrung dieses Elementes beschuͤzzt Der ber. CIGNA miscell. Taurin. S. 71. . Man koͤnnte ferner noch fuͤr die Sache dieser be- ruͤhmten Maͤnner beibringen, daß sich auch das Blut, ohne den Beistand eines luftleeren Raumes, bei einer gelinden Waͤrme verduͤnne STEVENSON essays of a Society at Edimb. T. V. S. 866. u. f. , und folglich offenbar die Kraft einer elastischen Luft behalte; daß die Nah- rungsmilch, und das| Flieswasser des Brustkanals von einerlei Beschaffenheit sind SENAG. T. II. S. 122. , und daß uͤberhaupt die ganzen Koͤrper der Menschen im Sommer etwas mehr aufgedunstet sind, als im Winter PECHL. obs. 43. L. III. . Doch es befinde sich auch in den Gelenkpfannen of- fenbar Luft Hamb. Magaz. 1757. T. 18. S. 253. INGRASSIAS de offib. S. 278. , welche, wenn man die zween Gelenkkno- chen von einander ziehe, die sonst glatt, und mit zaͤher Schmier versehen waren SENAC mem. von 1724. S. 172. 173. , wenigstens an den Fingern bei einigen Menschen, und an den Fuͤssen einiger Thiere An dem laufenden Rennthie- re knakken die Gelenke der Fuͤsse, scheffer Lapon. S. 318. , das so bekannte Knakken hervorbringe; welches auch die Wundaͤrzte wahrnehmen, wenn sie einen verrenkten Kno- chen wieder in seine gehoͤrige Pfanne ruͤkken PETIT malad. des os. T. I. S. 47. . Sie glauben ferner, daß man die Gegenwart der Luft in den Blutgefaͤssen, durch einen feinen Beweis er- klaͤren koͤnne. Man atme gegen 40 Unzen Luft ein, und man atme 220 Unzen aus, diese hinzugekommenen 180 Unzen BERTIER. S. 220. muͤsten nothwendig von der Luft herruͤhren, welche aus den Blutgefaͤssen ausgeduͤnstet, und folglich in diese Gefaͤße vorher aufgenommen worden waͤre. K k 2 Es Das Atemholen. VIII. Buch. Es oͤffne sich die eingeblasene Luft den Weg in die Zwischeuraͤume der Laͤppchen 8 B 2 A. N. 26. , und folglich waͤren die Wege in den Lungenblaͤschen offen; es stuͤnde aber aus diesen Zwischenraͤumen kein Weg in die Lappen offen, indem diese zusammenfallen, wenn die Zwischenraͤume auf- schwellen 8 B. 2 A. N. 29. , Folglich bleibe nichts uͤbrig, als daß die Luft aus den Blaͤschen in die Gefaͤsse, und ins Blut uͤbergehe BERTIER. S. 29. 30. und diss. sur cette question si l’air de la respiration passe dans le sang. Ge- kroͤnte Preisschrif t 1739. . Ueberdem waͤren diese Blaͤschen gar nicht so ver- schlossen, daß, wie die Gegner glauben, das Blei so gar bis ins Blut kommen koͤnne ILSEMANN colic. saturn. , und es eroͤffne sich das Gift der verschiedenen Seuchen BERTIER. S. 5. , und selbst der dikke Staub in den Steinbruͤchen durch die ver- schlossnen Blaͤsgen den Weg dahin DIEMERBR. S. 206. linden physiolog. S. 567. . Die Luft aber sey ein durchdringend Element, und es sey noch subtiler und fluͤßiger, als Wasser BERTIER. S. 104. 105. , besonders wenn sie ausser- dem, nach ihrer Aufloͤsung eine Beschaffenheit bekommen, die dem Oele, dem Wasser, und einer geistigen Fluͤßig- keit aͤnlich ist MOSCA. T. I. S. 208. Er nennt dieses, die Quaal ausstehen. . Denn sie dringt in dieser Gestalt der Aufloͤsung in der That in unsre Gefaͤsse ein HALES haemast. S. 141. naͤmlich im Bier aufgeloͤst. . §. 9. Auf welche Weise die Luft ins Blut gebracht werde. Es stimmen die meisten Schriftsteller, welche behaup- tet, daß eine elastische Luft ins Blut komme, darinnen uͤber- V. Abschn. Der Nuzzen. uͤberein, daß sie von der Lunge dahin gelange Fast alle Alten, BERTIER. MORGAN principl S. 153 gvi- deti diss. III. T. I. LIGER in einer 1741 zu Paris vertheidigten Dis- sert. , so wie die Luft in Jnsekkten gewis durch ihre Luftroͤhren in ihre Lebenssaͤfte uͤbergeht FANTON. S. 340. und vergl. S. 371. . Mit mehr Subtilitaͤt sucht indessen der beruͤhmte Bertier ein wechselweises Ein- und Ausatmen der Luft fest zu sezzen, da der feinere Theil der Luft, der durch das Einatmen ins Blut aufgenommen worden, wegen seiner groͤsseren Federkraft BERTIER diss. S. 16. , und Dicht- heit| in die Gefaͤsse, und das Herz dringt Phys. des corps animes. S. 88. , der uͤbrige dikkere Theil aber vom Blute ausgestoͤssen, durch die Oefnungen der Lungenschlagadern 8 B. 2 A. 15 N. , in dem naͤchsten Ausatmen nach der Luftroͤhre getrieben S. 88. 113. und diss. S. 33. , und ausge- worfen wird. Dieses glaubt er, weil sich die groͤssere rechte Herzkammer, in das kleinere linke Herzohr nicht ausleeren koͤnne 8 B. 2 A. 12 N. u. f. Nr. : ferner darum, weil die erwaͤrmte Lungenluft, deren Federkraft folglich vergroͤssert worden, die aͤussere Luft uͤbertrift Diss. S. 33. . Endlich glaubt dieser be- ruͤhmte Mann, daß ein Theil von der eingezognen Luft, nachdem sie mit dem Blute eine ziemliche Zeit lang her- umgefuͤhrt worden, durch die Haut verduͤnnste S. 113 u. f. . Und es uͤberredet sich dieser beruͤhmte Mann, diese lezzte Verduͤnstung, die vorlaͤngst von Johann Mery wieder- legt worden MERY Mem. del ’Aacad. 1700. und 1707. FANTON. S. 344. An der Jnfektenpuppe. A. F. de REAVM. T. I. Mem. 9. , offenbar an dem Wassersalamander ge- sehen zu haben, da dieses Thier zwar durch den Mund grosse Luftblasen von sich lasse S. 117. , aber doch auch durch die Schweisloͤcher der Haut kleine S. 118. 12. 16. ausdaͤmpfe. K k 3 Er Das Atemholen. VIII. Buch. Er behauptet ferner, die Luft ziehe sich langsam ins Blut, und zwar nicht in grosser Menge, sondern nur so viel, daß die Raͤume zwischen den Lappen angefuͤllt wuͤr- den, und sie wikkle sich wegen des Reibens, leicht wie- der los Dissert. S. 22. . Andre beruͤhmte Maͤnner lehren, daß zwar die Luft von der Lunge eingezogen werde, sie zerfliesse aber dennoch in dem waͤßrigen Safte der Luftroͤhrenaeste PORELL prop. 113. rvysch epist. XVI. bovillet Hist. de l’Acad. 1743. S. 78. und suite des elements de prat. . Jndessen sind die grossen Maͤnner doch nicht immer bei diesem einzigen Wege geblieben. Einige lassen sie durch den Nahrungssaft SCHRADER de aeris effect. incorp. hum. n. 14. LISTER Exerc. anat. II. S. 132. de humor. S. 28. bergfr de succi nutrit. per nervos transitu. S. 18. georgi de hom. prop. 37. valisneri Giorn. de Letter. suppl. T. 3. S. 121. SENAG ess. de physique. S. 573. krveger n. 228. wedel de transpir. S. 17. Durch die Dekken, perravlt essays de physique. T. III. S. 265. , andre durch die Schweis- loͤcher der Haut ins Blut gehen. Doch es mangelt auch nicht an neuern Autoren (z), welche sagen, sie steige durch die Nase nach den Gehirnkammern hinauf, dabei sie sich auf das Ansehn Galens verlassen In Aphoris. Sect. VII. S. 51. , und so liefe sie hernach weiter im ganzen Koͤrper herum HELMONT paradoxic. discours. P. II. S. 36. Der ber. BOVILLET. . Vor kurzem hat man gar den Raume zwischen der harten Gehirnhaut, und der Gehirnschale, der mit Luft erfuͤllt ist, und mit der Erweiterung des Gehirns und der Ge- hirnhaͤute gleiche Schwingungen macht, vorgeschla- gen MOSGA T. II. S. 65. . §. 10. V. Abschn. Der Nuzzen. §. 10. Welchen Nuzzen, die in die Lunge gezogne Luft, zum Dienste des Lebens, beitrage. I. Sie nuͤzzt durch ihre Federkraft. Damit wir uns, durch einen zusammenhaͤngenden Vortrag, von den Hipotefen losreissen moͤgen, so wollen wir auch den Nuzzen beruͤhren, den beruͤhmte Maͤnner von der elastischen, und ins Blut aufgenommenen Luft er- warten. Unter diesen erfordern die meisten die Feder- kraft selbst: naͤmlich kleine Maschinchen, die bereit sind, sich zu bewegen, und auszuwikkeln MOSCA T. II. S. 16. 113. u. f. , die sich im Blute entwikkeln LIEVT. physiolog. S. 86. SINIBALD apoll. bifront. S. 77. fanton anat. S. 340. , Schwingungen machen BERKL. Siris. S. 115. 116. BORELL. prop. 115. 116. misti- chelli del l’ apoplessia. , und die Blutkuͤgelchen von der gegenseitigen Beruͤhrung abhal- ten MORGAN princip. S. 247. 248. NICOLAI de spissit. sanguin. , und auf solche Art die Fluͤssigkeit des Blutes, dessen innere Bewegung DIONIS cours d’anatom. S. 446. VERH. WALTHER de oscitat. S. 26. BERGER, LI- STER angef. Ort. Erklaͤrung der Natur. S. 49. FANTON. S. 344. Daß das Blutaufgeloͤst werde, TARGIRVS. S. 153. , Waͤrme, und Verduͤnnung erhalten LISTER angef. Ort. , und das Gerinnen verhinderten. Sie fuͤgen diesem noch hinzu, die Luft, die im Blut sey, sezze sich mit der Atmosphaer ins Gleichgewichte, sie dehne sich in einer leichteren Luft aus, und sie ziehe sich in einer schwe- reren zusammen HENSHAW S. 123. wai- newrigth of air. S. 62. SENAG S. 577. 578. . Einige nennen diese Bewegung, die die Luft im Blute macht, uͤberhaupt eine Gaͤrung L. a CAPOA delle mof- fette. S. 62. BAYLE. S. 360. , und von dieser K k 4 ma- MORGAN. S. 155. Vergl. BERTIER diss. S. 45. u. f. Das Atemholen. VIII. Buch. machen sie die Anmerkung, daß sie in den atemholenden Thieren groͤsser sey BAYLE. . Andre nennen es die Thaͤtigkeit, die von der Luft herruͤhrt DESAGVL. T. II. S. 403. SAVVAG effetsde lair. S. 22. , und den Umlauf erhaͤlt SAVVAG. ebendas. . Andre lehren, das traͤge Blut werde in der Lunge in Bewegung gebracht BAGLIV. fibr. motr. et morb. S. 51. . Selbst die fortschreitende Bewegung des Blutes, holt der beruͤhmte Bertier, mit grosser Deutlichkeit, wenigstens grossentheils von der Luft her Physique des corps animes. S. 197. Es werde naͤmlich die ins Blut aufgenommene Luft warm, sie dehne Ebendas. S. 197. 202. diss. S. 15. sich bis zu einem Fuͤnfttheile aus Physique. S. 206. , und wenn sie bis dahin verduͤnnt worden, so erlange sie eine Kraft, wel- che 25 Pfunde, naͤmlich die gesammte Masse des Blutes fortzustossen im Stande sey Ebendas. , und zwar mit solcher Ge- schwindigkeit, daß sie in einer Sekunde einen Fus durchlaufe S. 210. . Da einige wollen, daß das Blut dadurch geschwin- der zu laufen veranlast werde, so behaupten dagegen an- dre, daß es wie ein Wasser vom Winde aufgehalten werde SINIB|ALDVS. angef. Ort. . §. 11. II. Mit der Lebenskraft. Andre gehen die Felerkraft der Luft mit Stillschwei- gen voruͤber, und sie lehren dagegen, daß einige wirksa- me BAYLE proplem. 120. MALPIGH. posthum. S. 20. , geistige spranger ενυδϱοβιοι. S. 109. , aetherische Theile Die Kartesianische Sekte. Auch GEORGI prop. 36. 37. , denn es ist bes- V. Abschn. Der Nuzzen. besser, diese Redensarten beizubehalten, aus der Luft ins Blut uͤbergehen. Nachgehens erklaͤren sie sich naͤher, und nennen es den Lebensgeist, dieser soll durch die Lunge ins Herz ARIST. hist. anim. L. I. c. 16. athenaevs beim galen de differ. puls. L. IV. c. 14. aret. acut. L. II. c. 3. rvfvs part. appell. L. II. S. 59. , und in die Schlagadern kommen GICERO natur. Deor. L. II. S. 603. athenaevs. ebendas. , und in diesen Werkzeugen zum Lebensgeiste gebildet werden ORIBAS. S. 78. Vergl. GALEN util. part. L. VII. c. 8. 9. colvmbvs S. 223. , der das Herz, und die Schlagadern in Bewegung sezze ATHENAEVS, rvfvs , und in dem wunderbaren Nezze des Gehirnes zu dem thierischen Geiste verwandelt werde ORIBAS. S. 78. Vergl. GALEN. de util. respir. de dis- sect. instrum. vocis. c. 3. de usu part. L. VII. c. 9. . Es finden sich auch unter den Neuern einige, welche diese Erzeugung der thierischen Geister aus der Luft vertheidigen L. aCAPOA delle mof- fette, BARBIERI in einem, zu Bononien 1680 zwoͤlf ausgegebenen Buͤchgen, MOSCA T. I. S. 232. 236. 265. Daß die Luft die Ursache zur Empfindlichkeit und Bewegung sei, lehrt dieser, auch in unserm Zeit- alter beruͤhmte Mann. . Andre nehmen es nicht eben auf sich, diese Geister so deutsch weg aus der Luft entstehen zu lassen, ob sie gleich verstatten, daß sich etwas zum Leben gehoͤriges F. M. ab HELMONT ho- min. et. morb. S. 74. u. f. aus der Luft ins Blut ziehe, und diese Meinung lassen sich einige ruͤhmte Maͤnner BOERH. Elem. Chem. T. I. S. 499. 500. mead of poisons. S. 289. BOHN deaeris in sublun. influx. S. 448. 449. savvages physiol S. 111. , die sonst der uͤbrigen Partei nicht eben gewogen sind, dennoch gefallen. Sie glauben, daß dieses Element, es habe damit eine Beschaffenheit, wie es wolle, in einer dichten Luft, in groͤssrer Menge beisammen sey, und daß man daher langsamer in einer dergleichen Luft atme MEAD de peste. S. 45. vergl. S. 194. . Dieser Aether werde im Atemholen verzehrt, folglich koͤnne man in einer, und ebenderselben Luft nicht lange leben 8 B. 3. A. 11 N. : daher erquikke man in einer freien Luft, K k 5 und Das Atemholen. VIII. Buch. und uͤberhaupt durch die Luft, welches besonders vor hy- sterischen Frauenspersonen, von engbruͤstigen, und Schwind- suͤchtigen bekannt sei GOODALL phys. colleg. vindicat. S. 76. . Dieses sey dasjenige Element, welches Drebel BOYLE de usu respir. di- gress. MONCONIS voyag. T. II. S. 75. DERH. phys. theol. S. 6. , der sonst von der brennenden Schar- lachfarbe so beruͤhmte Kuͤnstler, erfunden, und womit er Taͤucher, die von einerlei Luft unter der Glokke leben muͤssen, lange erhalten. § 12. Von dem salzigen Element der Luft. Es haben einige diesen Grundtheil naͤher bestimmt, und im vorigen Jahrhunderte, da die Theorie der Schei- dekunst in der Mediein bekannt geworden, hat Malpighi von einem gesalznen Dunste geredet De polyp. S. 130. Vergl. posthum. S. 20. : Lister hat es einen warmen, zuͤndbaren, schwefligen Geist genannt Exerc. anat. II. S. 221. nach dem Exempel des Phosphorus. : Vieussen heist es eine fluͤchtige Saͤure, die die Gaͤrung im Blute unterhielte Du coeur. S. 122. : Bryan Robinson Essays T. II. S. 445. , giebt ihm den Namen einer Luftsaͤure, die das Blut vor der Faͤulnis beware, und verdichte Ebenders ebendas. und prop. 24. , und die thierische Fa- ser staͤrke S. 304. Wenn die Saͤure von der Luft genommen worden, so kommen alle Thiere um, HOOKE exper. S. 217. , und er leitette davon her, warum wir von der kalten Luft, die folglich mit dieser Saͤure reicher an- gefuͤllt sey, erquikkt werden, und uns in der Kaͤlte besser befinden. Und Mariotte leitete daraus her Dela vegetat. S. 162. , daß in jungen Pflanzen das Laugensalz, in den erwachsenen hingegen, weil ihnen die Luft viel Saͤure raube, der saure Grundtheil vorherrsche. §. 13. V. Abschn. Der Nuzzen. §. 13. Der Luftsalpeter. Wenn man die Hipotese auf den wahren Begriff von dem Niter der Luft zuruͤkke sezzt, so wird man finden, daß sie wenig von der eben vorgetragnen Hipotese unter- schieden sey. Die ehedem unvorsichtigen Phisiologisten schrieben, daß wirklicher Salpeter in der Luft umher schwebe, und aus Regenwasser GARELSBERG om sal- peters ymnighet. SPRAT ex HENSHAW. S. 264. , und Schnee gesam- melt werde BAGLIV. S. 428. ; daß es hin und wieder sich an Felsen an- lege SPRAT ebendas. maior calc. hum. , und aus Pflanzen Aus Borragine und Bortu- laca, LEMERY 1717. Aus Fenchel und Borragen, marggr. Mem. de Berlin. 1747. S. 79. Aus Tobak, und der Parietaria, Neumann, T. I. P. 2. S. 114. Exchelidonio, geranio robutiano, parietaria. Stahl von Salzen. S. 49 Aus der Parietaria, carduo benedicto, Cucumere. HO- ME agricult. S. 139. und aus den Saͤften vieler Pflanzen, Leidenfrost de succ. plant. , und dem Kothe FLVDD. NIEVWE- TYDT. S. 563. 564. MAYOW de nitro aereo. durch das ganze Buch, LOWER de corde. c. 3. THRVSTON. S. 52. 53. lesse analys. T. I. und in letre en rep. a M. HELV. S. 114. ge- zogen werden koͤnne. Dieser Salpeter soll, wie sie sagen, in der Lunge ins Blut kommen BOERH. de virib. medic. S. 271. pinelli. S. 303. 324. Von der Ausduͤnstung der Thiere, QVESNAI effays. T. II. S. 123. Daß es im Blute stekke, da dieses in Kindern verpuffe, besse anat. T. I. S. 325. Der in Pflanzen gefunden wird, ist vom Miste, Neumann an- gef. Ort. Keine Erde gebe, ohne thie- rische Theile, Salpeter. LEMERY angef. Ort. , von ihm ruͤhre die so schoͤne Roͤthe LOWER. S. 183. 184. und siehe L. VI. S. 312. , das Gaͤren MAYOW, THRVSTON, PERRAVLT ess. T. III. S. 265. , und die Waͤrme im Blute her, oder von ihm soll gegentheils das Blut ver- dichtet werden SYLVIVS diss. med. VII. n. 78. . Mit diesem Geheimnisse sollen, wie es einige be- zeugen, Menschen vom Drebbel DIGBY de vegetat. plant. S. 66. 67. , erfrischt worden seyn, Das Atemholen. VIII. Buch. seyn, welche unter der Taͤucherglokke, aus Mangel der Luft kraftlos geworden. Dasjenige Salz, welches Bar- tolett vom Menschenatmen VALISN. oper omn. T. III. S. 576. , in seinen Flaschen auf- gefangen, soll nichts anders, als dieses gewesen seyn. Man koͤnne eine suͤsse, und blutrothe Arzenei aus Salpeter verfertigen BECCHER in tripode. . Wenn hier die Rede ist von dem wirklichen pris- matischen, und von sechs Loͤchern durchborten BAKER employment for the microscope. S. 64. Microscop. Beluftig. Tab. 31. Ob man gleich sonst daselbst Kristallen sieht. Fer- ner beim ber. CAPPELER chry- stallograph. Tab. 14. f. 2. 7. So sind doch dieses Salze von einer andern Art. , ver- puffenden, und im Verpuffen Luft er zeugenden HALES veg. stat. exp. 102. Salpeter, die Rede ist, den man aus der Luftfaͤure mit einem harnhaf- ten brennbaren Wesen, und Kalke macht, so kann man leicht zeigen, daß diese Hipotese hoͤchst falsch sey. Denn es wird dergleichen Salz in der Luft niemals gefunden, und es kann keins gefunden werden, welches von feuerbestaͤn- diger Natur SLARE Phil. trans. n. 204. waller. de nitro. boyle Hist. of the air. S. 42 , und mit Kalk versezzt sey CARTHEVSER mater. med. T. I. S. 286. u. s. f. MVS- SCHENBR. essays. S. 340. J. GOTTSCHALK WALLE- RIVS angef. Ort. , von der Kunst herruͤhre Wie aus Meersalze, mit Mist- laake, Asche, und Taubenkote Salpe- ter gemacht werden koͤnne, siehe Ju- sti Wahrheiten, N. 7. Gemeiniglich wird Salpeter aus einer harnhaften Fettigkeit, der Luftsaͤure, und zuge- sezztem Kalke gemacht. , und nie von der Natur rein hervorgebracht wuͤrde. Man mus auch die fluͤchtige Art des Salpetergeistes nicht hieher ziehen, indem dessen Daͤmpfe mit dem naͤchsten besten Alkali aufbrausen; denn es ist dieses lauter Saͤure, und kein Salpeter NEVMANN oper. T. I. P. 2. S. 11. . Allein, wenn man die Ausdruͤkke dieser beruͤhmten Maͤnner in ihrem gehoͤrigen Verstande betrachtet, so geht der saure Dampf des Salpeters Daß der Nitergeist eingezogen werde, Bayle. S. 367. allerdings in die V. Abschn. Der Nuzzen. die Lunge, wenn er naͤmlich uͤberall in der Luft herum- schwebt, wiewohl er noch nicht eigentlich Salpeter HENKEL rediviv. S. 147. HOME angef. Ort. S. 133. u. f. Wallerius nennt es Vitriolsaͤure; man sehe aber 8 B. 3 A. 13 N. , noch in allerlei Erden, die der Saͤure zum Koͤrper die- nen, tauglich oder gleich geschikkt ist, zu Salpeter zu werden. Jn der That liegt dergleichen unbekleideter Geist in der Luft verborgen, und er haͤngt sich an eine faulende, harnhafte Erde CARTHEVSER angef. Ort. an, woraus also der kuͤnstliche Sal- peter hervorgebracht wird. Es wird wenigstens niemals ohne den Zutritt der frischen Luft, noch unter dem Wasser Salpeter erzeugt Ex superficie aquarum in Brutiis stagnantium CORN. GON- SENTINVS de sensib. S. 33. ex fonte scultensi rhetico gesn. ep. S. 85. b. S. 91. Aus Quel- len und Seen, die in der Tarta- rei gesalzen sind, Gmelin Samml. der Reisen. T. VII. S. 670. Aus wenig Quellen, rvtty Synops. S. 49 . Was an Salpeter aus einigen Wassern erhalten wird Anc. Mem. del’Academ. T. I. S. 30. , wird mit zugefuͤgtem Kalke zuverlaͤßig berei- tet QVADRIO descript. aquar. Trasconiens. S. 140. . Jn den Saͤften der Thiere laͤst sich eben so wenig Salpeter erweisen Duodecim. quaest. S. 7. . §. 14. Andre Muthmaßungen. Wir beruͤhren die willkuͤhrlichen Saͤzze des beruͤmten Moska nur mit wenig Worten, da er die Luft zur Ur- sache aller Zeugungen T. I. S. 280. Dieser macht die Luft zur Ursache des Lebens, denn ob gleich andere Grundstoffe mehr zum Leben das ihrige beitragen, so kaͤmen doch alle Thiere sogleich um, wenn man ihnen die Luft entzieht. T. II. S. 4. , und Verderbnisse, und fast aller Veraͤnderungen in der Natur macht: so wie der be- ruͤhmte Das Atemholen. VIII. Buch. ruͤhmte Tabor S. 223. die Muskelbewegungen von diesem Elemente herleitet. Helmont schreibt die in den Thieren fluͤchtig gemachte Natur der feuerfesten Theile, die in den Speisen sind, der Luft zu. Viele stimmen ihm bei, daß das Blut von der Luft aufgeloͤst werde BLAS human. S. 45. , so daß sie glauben, Thiere muͤsten darum in einer unaufgefrischten Luft sterben, weil, wenn der aufloͤsende Theil genung gesaͤtigt sey, das uͤbri- ge ungekocht uͤbrig bleibe birch. T. III. S. 454. . Robert Whytt ver- muthet, es muͤsse was reizendes in der Luft verstekkt lie- gen S. 54. , welches, wenn es sich mit dem Blute vermische, auf das Herz wirke. §. 15. Cs scheint keine elastische Luft im Blute zu seyn. Es folgt nun, daß ich dasjenige vortrage, welches unser Lehrer I. R. M. n. 201. , und andre grosse Maͤnner, wieder diese Saͤzze gelerter Schriftsteller auf die Bahn gebracht haben. Nach meinem Urteile wird niemand leugnen, daß die Luft ins Blut komme, sondern daß dieses eine im BOHN. S. 64. Da er leug- net, daß die grobe Luft eingezogen wuͤrde. ZERILLI Giorn. de Lett. T. IV art. 6. Supplem. T. III. art. 2. camerar antl. pneum. S. 13. MVSSCHENBR. angef. Dissert. J. de gorter de perspir. S. 154. Schwenke. S. 86. J. G. a Bergen in einer besondern Rede. highmor S. 171. diemerbr. S. 314. needh, de form. fet. c. VI A. PITCARNE de mole, qua san- guis. n. 8. LISTER de cochl. S. 51. COKBVRNE anima. oeco- nomy. S. 20. MICHELOTTI angef. Ort. S. 16. J. LANG phy- siolog. S. 159. boerh. aller Orten, und Elem. chem. T. I. S. 525. ste- phenson mech. pract. bvlfin- ger Comm. Acad. Petrop. III. S. 235. SAVVAG. assembl. de Mont- pel. 1743. HAMBERG. physiol. S. 164. krveger diaet. S. 194. Ein Ungenannter, Elem. de physiol. S. 287. HALES haemast. S. 244. DIEBOLD angef. Dissert. FE- LICE in ARBVTHNOT of air. S. 166. V. Abschn. Der Nuzzen. im Wasser aufgeloͤste, und darinnen, als ein Salz gleichsam zerschmelzende thue, die uͤberhaupt keine Elastici- taͤt mehr offenbare MVSSCHENBR. S. 22. SAVVAG. DIEBOLD, SE- NAG ess. S. 566 569. hinlo- pen in diss. utrum aer cum san- guine. per pulmones transeunte, misceatur, Traject. 1755. hoadl. S. 61. 64. 65. und alle obige Schrift- steller. , es seyn denn die genannte Bedin- gungen da. Es soll nach der Ordnung folgen, durch was vor Gruͤnde grosse Maͤnner so zu denken veranlast worden. Erstlich zeigte unser Lehrer, wie er gewohnt war, auf eine scharfsinnige Weise BOERH. praelect. S. 220. 211. , daß aus dieser Aufloͤsung selbst uͤberhaupt keine neue Luft ins Blut aufgenommen werden koͤnne. Denn wenn das Blut mit Luft genung gesaͤttigt worden, so wird das Blut keine mehr in sich nehmen 8 B. 3 A. 3 N. . Wenn es noch nicht gesaͤttigt worden, so wird es zwar welche einnehmen, es wird solche aber von der elastischen Beschaffnheit in eine fixe uͤbergehen Ebendas. . Es wuͤrde ferner der Analogie der Natur zu wieder- streiten scheinen, wenn die Luft in dem aufgeloͤsten Blute eine andre Natur haben sollte, als sie sonst in jeder an- drer Fluͤßigkeit, im Wasser, Oele, und dem staͤrksten Weingeiste hat; die mineralischen Wasser, und gaͤrende Saͤfte allein ausgenommen, als welche von selbsten schaͤumen. Es bestaͤtigt sich auch dieser Verdacht dadurch, daß im Blute weder einige Zusammendruͤkkung, noch Aus- dehnung wargenommen wird. Denn es verdichtet eine kalte Luft, nur entweder bis zum \frac{1}{400} , daß es im Winter in der Roͤhre unter dem Frostpunkte fast gar nicht merk- lich niedersinkt AVRIVILLIVS. angef. Dissert. S. 52. 53. , oder bis zum \frac{1}{600} SAVVAG. physiol. S. 106. das Blut, oder Das Atemholen. VIII. Buch. oder ganz und gar nicht Ebenders. effets de l’air. S. 48. Von dem Eisfrieren. : oder es wird vom Stempel uͤberhaupt gar nicht in einen engren Raum gebracht, da dieses doch mit der Luft angeht Ebenders. effets de lair. S. 21. . Wenn aber das Blut uͤberhaupt von der Waͤrme ein wenig verduͤnt wird, so hat es doch dieses mit allen Fluͤßigkeiten, die keinen Theil an einer elastischen Luft haben, und selbst mit dem Wasser gemein MVSSCHENBR. S. 982. . So wird das Oel von der Waͤrme des menschlichen Koͤrpoͤrs von 40 bis 39 Grade der Dicht- heit verduͤnnt, und von der Hizze des siedenden Wassers, von 15 bis 14 Grade duͤnn gemacht ROBINSON operat. of medic. S. 35. . Es hat ferner der beruͤhmte Buͤlfinger den Weg zur Lunge, wo die Luft in die Luftgefaͤsse eindringen koͤnne, sehr genau durchspuͤrt Jn dem ganzen Commentario, den wir aus den Actis Petropol. an- gefuͤhrt haben. , und da er in der That Bla- sen in die linke Hoͤhlen des Herzens gehen gesehen, so hat er eifrig untersucht, ob diese mehr vom zusammenge- druͤkkten Blute, als von der beigemischten Luft herka- men. Und es ist ohne Zweifel diejenige Kraft, womit sie in die Gefaͤsse eines zarten Thierchen, von den Kraͤf- ten des menschlichen Ausatmens getrieben wird, viel groͤsser, als die Kraft einer Luft, welche in gehoͤrigem Einatmen auf die Lunge wirkt. Es koͤnnen die Gefaͤsse von der gewaltsamen Eintreibung des Geistes zerrissen seyn Mem. avant. 1699. T. II. S. 207. . Denn wir haben bereits gezeigt, wie unweg- sam hier die Strasse fuͤr die Luft sey, wie leicht sie von feuchten Haͤuten aufgehalten werde SAVVAC. Mem de la So- ciet. de Montp. 1743. , 8 B. 3 A. 2 N. , und wie sehr die Blaͤschen vom Schleime uͤberzogen sind 8 B. 2 A. 14 N. , und wie lange darinnen die Luft eingespert erhalten wird mvsschenbr. S. 31. . Es V. Abschn. Der Nuzzen. Es fuͤgte Boerhaave diesem noch bei, daß weder denn, wenn ein Thier einatmet I. R. M. angef. Ort. MVS- SCHENBR. S. 34. , die Luft nicht ins Lungenblut aufgenommen werden koͤnne, indem naͤmlich in diesem Zeitpunkte die Blutadern, die uͤber den Blaͤs- chen gespannt sind, enger wuͤrden: noch alsdenn, wenn es im Ausatmen begriffen waͤre So sagt targirvs. S. 150. 151. , weil naͤmlich alsdenn die Luft herausgejagt wuͤrde S. 35. . Diejenige Luft, welche man in Gestalt von Blasen in dem Blute lebender Thiere gesehen, ist durch die Wun- den eingedrungen Mem. sur le mouv. du sang. exp. 17. S. 188. , und man findet sie in denjenigen Thieren nicht, wo man sich vorgesehen, daß keine Gefaͤsse verlezzt worden. Daher hat Leeuwenhoek Phil. trans. n. 145. und oper. T. II. S. 214. 270. in so vielen Versuchen, niemals eine Luftblase wargenommen. Die Versuche des beruͤhmten Bertier, erkannte dieser beruͤhmte Mann selbst nicht vor buͤndig genung 8 B. 5 A. 5 N. . Wenn in den Blutadern todter Koͤrper Luft erscheint, so scheint dieses eine Folge der Faͤulnis zu seyn, welche sich entweder nach dem Tode zugetragen, oder bereits im Leben zu entstehen angefangen G. v. SWIETEN. T. I. S. 234. HVXHAM sore throat. S. 60. 61. . Es ist naͤmlich be- kannt, daß in hizzigen Krankheiten, wenn Menschen gleich dabei leben, das Blut faul werde Der ber. G ABER in misc. Societ. Taurin. 85. , und einen Leichengeruch von sich gebe, welchen die Kranken, zu ei- ner schlimmen Ahndung selbst empfinden, und den ich selbst bemerkt, und anderswo angefuͤrt habe 5 Buch. . Daher stellet sich diese Krankenwitterung im Winter so selten, und im Sommer bestaͤndig ein KLANKE de usu vena- rum. S. 28. Vergl. HEVERM. oper. T. II. S. 281. . Aus dem Grunde ruͤhrt H. Phisiol. 3. B. L l Das Atemholen. VIII. Buch. ruͤhrt es her, daß ich die schaumige Blasen in dem Her- zen niemals, als bei offenbaren Merkmalen von einer Faͤulnis gesehen habe. Es entstehen die Windgeschwuͤlste im Brande offen- bar aus der Faͤulnis KIRKLAND of gangrens S. 68. HEVERM. S. 280. sav- vages malad. des boeufs. S. 13. DVNTZE exp. I . Es ist die Faͤulnis eine von den Ursachen mit, welche Luft erzeugen, da sie naͤmlich von der fixen Natur wieder in die elastische uͤbergeht. Sie laͤst sich deutlich in der Trommelsucht sehen; indem dieje- nige, welche in dem holen Gedaͤrme enthalten war ANT. de HAEN rat, med. T. V. S. 78. u. f. , nunmehr ausgedehnt ist, und sich den Weg ins Zellge- webe eroͤffnet Die Gallenblase, mvsschen- broeck S. 8. Die Halsschlagader. S. 10. , so wie sie es auch mit den uͤbrigen haͤu- tigen Saͤkken zu thun pflegt, und wenn sie dieses Zellge- webe zersprengt hat, so bricht sie in den holen Bauch durch. Die Versuche, welche man im luftleeren Raume gemacht, zeigen mit einander blos an, daß sich in un- sern Saͤften eine zerflossne Luft befinde, welche sich los macht, wenn man den Drukk der aͤussern Luft wegnimmt, und dergleichen Luft stekkt uͤberhaupt in allen Fluͤßigkeiten, und so gar im Wasser selbst. Doch es hat auch, unsrer Meinung nach, die Luft ihren guten Nuzzen, indem ein sich selbst uͤberlassnes Blut, nebst seiner Schlagader, schwerer, als Wasser ist, und zu Grunde faͤllt MVSSCHENBR. S. 10. , und dagegen im luftleeren Raume schwimmt. Denn wenn die Luft in dem Lebenssafte elastisch, und ausgedehnt ge- wesen waͤre, so waͤre sie auch alsdenn uͤber dem Wasser geschwommen, da das Thier lebte, oder der todte Koͤrper wenigstens noch von Faͤulnis frei war. Nunmehr be- sizzt die Luft eine Federkraft, aber vermittelst der Ver- aͤnderung, welche mit dem Leben des Thieres nicht beste- hen kann. Es V. Abschn. Der Nuzzen. Es macht sich naͤmlich die Luft, so bald sie ihre Feder- kraft wieder erlangt, mit so grosser Heftigkeit los, daß sie Membranen aufloͤst, Gefaͤsse durchbricht, und dieses ist die vornehmste Ursache, warum Thiere in einem, von gemeiner Luft leeren Raume, das Leben verlieren NOLLET T. III. S. 268. 271. camer. antl. S. 3. . Was die Verschiedenheiten zwischen dem Blute in den Blut- und in den Schlagadern betrift, so haben wir die, von der Farbe desselben hergenommene Gruͤnde, bereits an einem andern Orte wiederlegt 5 B. Vergl. CHESELD. S. 179. und der ber. evers. S. 5. u. f. . Jch ha- be aber auch angezeigt, daß vor dem Atemholen, ein Unterschied in der Farbe des Blutes angetroffen werde, und zwar an einem Bruthuͤnchen Mem. sur le poul. T. II. S. 37. 38. , an Froͤschen, die nicht nach unsrer Weise atmen, daß in diesen die Farbe des Blutes bald so, bald anders beschaffen sey Sur le mouvem. du sang. Sect. II. : welches auch von der Schildkroͤte gilt Dieses Thier habe in den Schlagadern rothes, in den Blut- adern ein schwarzes Blut. Memoir. avant. 1699. T. II. S. 211. ; ja es erhoͤht so gar die Umwendung des blutigen Kuchen, im luftleren Raume seine Farbe c. a. a eergen ἁιματοςϰ ο - πια. S. 6. . Das Blut, der in den Dampf- hoͤlen erstikkten Voͤgel, veraͤndert sich nicht CONNOR antr. lethif. S. 52. . Was die, aus dem Blute herausgezogne Luft belangt, so sind bes- sere Versuche damit nicht allerdings einstimmig, weil sich die Luft aus dem Blutaderblute etwas traͤger los- macht CAMER. antl. pneum. S. 3. diebold. S. 4. pitcarne, S. 47. boerh. prael. S. 202. , sich doch aber so heraufbegiebt, daß allmaͤlich immer Blasen nachkommen MVSSCHENBR. diss. S. 9. . So soll die Luft aus dem Blute der Schlagadern etwas hurtiger heraufstei- gen MVSSCHENBR. angef. Ort. diebold. . Und dennoch habe ich vor andern in den Blut- L l 2 adern, Das Atemholen. VIII. Buch. adern 8 B. 5 A. 5 N. , so wie andre vor mir Ebendas. , auch in der rechten Herzkammer BEHRENS angef. Ort. , Luft gefunden. Folglich brin- gen hier die Gegner uͤperhaupt nichts gruͤndliches, oder durch ausgesuchte, und der Wuͤrde der Sache gemaͤs, oft genung wiederholte Versuche, bestaͤtigte Gruͤnde auf die Bahn. Diejenigen, welche schreiben, sie traͤfen in den Lungenblutadern eine groͤssere Menge Luft an, scheinen keine gute Maschinen, die Luft aus uleeren, gehabt zu haben MAYOW, FERREIN. . Der beruͤhmte Diebold angef. Ort. hat keinen Unterscheid wahrgenommen. Wenn aber zur Roͤthe uͤberhaupt Luft erfordert wird, so wie das Licht um die Farben der Kraͤuter hervorzubrin- gen, da seyn mus. Wenn man ferner glauben mus Der ber. BERTIER. , und zwar den nicht schlechten Versuchen des beruͤhmten Franz Cigna Miscell. Taurin. T. I. , so behaͤlt hier freilich die Luft ihren Nuzzen, und die Versuche beweisen die Wahrheit, ob wir gleich nicht die Art zu Wirken einsehen. Wenigstens haben diese Versuche allen Schein der Wahrheit auf ihrer Seite. Es bringt naͤmlich schon die blosse Beruͤh- rung der Luft, in dem Blute eine Roͤthe zu wege S. 71. , und sie faͤrbt nach der Reihe so viel Plaͤttchen des dik- ken Blutes roth S. 72. , als man nach einander an die Luft stellt. Wenn daher das Blut im luftleeren Raume aus- gedehnt wird, so vermehrt sich die Roͤthe im Blute S. 68 , welches dagegen schwarz wird Ebendas. , sobald man die Luft da- von pumpt. So wird Blut, wenn man es mit Baum- oel uͤbergiest S. 71. , da durchs Oel die Luft abgehalten wird, schwaͤrzlich, und zwar auch in der oͤbersten Flaͤche, wel- che sonst eine bluͤhende Roͤthe zu haben pflegt. Daß V. Abschn. Der Nuzzen. Daß die Luft einen offnen Weg finde, auf den We- gen der eingeatmeten Feuchtigkeiten ins Blut zu kommen, das ist gewis, wenn sie so zu sagen, in diesen Feuchtig- keiten zergangen, und zugleich darinnen wirksam gemacht ist. Folglich dringt die Luft, zugleich mit den Duͤnsten, die die Lunge aus der Luft empfaͤngt, mit der Nahrungs- milch, mit der Hautduͤnstung hinein, wiewohl sonst die Luft fuͤr sich wenig geschikkt ist, in die Haut einzudrin- gen MVSSCHENBR. S. 40. 41. . Doch es ist auch nicht einmal an Jnsekkten wahr, daß die Luft durch die Haut ausduͤnsten sollte BONNET phys. trans. n. 487. . Sie wird mit dem Lungendunste um desto leichter einge- schlukkt, weil sie von einer jeden thierischen Ausduͤustung die Federkraft verliert, und sich in einen fixen Zustand begiebt. Eine, mit dem sauren Schwefeldampfe verun- reinigte Luft, erregt, wenn man sie in den Bauch, oder in die Brust eines Thieres treibt, Schmerzen, und einen beschwerlichen Atem. Wenn sie hingegen verschlukkt wird, so sind Thiere innerhalb zweien Tagen wieder zu sich selbst gekommen B. LANGRISH physic. exp. 4. 5. 6. . Selst die Wunden der Brust, in welche Luft eingedrungen, sind so leicht zu heilen HEVERM. oper. T. II. S. 232. , daß ich mich einige male uͤber diese Leichtigkeit verwundert habe, und das besonders an einem jungen Menschen, dessen Brust, unter der linken Warze, mit einem De- gen dergestalt durchboret war, daß derselbe durch den Ruͤkken durchgieng, wobei das Blutspeien nicht ausblieb. Es mus bei dergleichen Heilung die Lust, welche in die Brust eingedrungen, ihre elastische Kraft ablegen, weil sie sonst, vermittelst derselben, die Lunge zusammendruͤkken wuͤrde 8 B. 2. A. 6 Nr. . Auf eben diese Weise wird auch die, im Zell- gewebe zerstreute Luft, wieder eingeschlukkt. Wenn sie L l 3 ihre Das Atemholen. VIII. Buch. ihre Federkraft in dem Blute nicht uͤbrig behaͤlt, so mus man sich um ihre Wirksamkeit nicht bekuͤmmern. Wir sind nicht eben dawider, daß sich nicht mit der, von| den Lungenblutadern wieder | eingeschlukkten Feuch- tigkeit, zugleich ein wenig, von der in der Luft befindli- chen Saͤure, mit ins Blut hineinziehen sollte. Dieses ist aber nur wenig COCKBVRNE oecon. anim. S. 120. , und weder salpeterartig, noch von merklichen Folgen. Denn es neigt sich doch das ganze Blut, dieser, durch die Luft hinzugekommenen Saͤure un- geachtet, zur harnhaften Beschaffenheit 8 Buch. . Man erlaube uns hier, mit kurzem Worten, einen Jrrthum zu wiederlegen, welcher hin und wieder vorkommt, und sich in die Phisiologie mit eingeschlichen, naͤmlich daß besonders der Salpeter Kaͤlte verursache, und im Nordwinde, und denen verwandten Windstrichen in groͤs- serer Menge vorhanden sei HOME angef. Ort. S. 145. . Es ist beides ohne Grund. Da sich der Salpeter vornaͤmlich aus den Aus- wuͤrfen der Thiere erzeugt, und einen harnhaften Grund- stoff zur Basis verlangt, so ist er vor andern eine Geburt der heissen Erdgegenden. Man findet ihn auf dem Afri- kanischen Boden SHAW travels. S. 228. so haͤufig, daß man aus hundert Pfund Erde sechs Unzen herauslaugen kann. Man findet in Quito BOVGVER S. LXIV. , fast unter der Mittagslinie, gewoͤhnlicher- massen Salpeter. Jn Egipten siedet man Journ. des savans. 1685. ihn sehr haͤufig aus Erde. Derjenige Europaͤische Donnersalpe- ter, welchen die Kriegskunst zu dem Verderben der Sol- daten anwendet, koͤmmt zu uns aus Jndostan her. Jn kalten Gegenden wirkt die Faͤulnis seltener und traͤge, der Umlauf der Natur, mit dem ihre Haͤnde aus Erde Pflan- zen und Jnsekten bauen, und folche wieder zu Erde ma- chen, geschicht mit einer kleinern Eilfertigkeit. Bei V. Abschn. Der Nuzzen. Bei dem Kaͤltemachen thut der Salpeter gar nichts besonderes. Alle Mittelsalze erregen, in Wasser aufge- loͤst, Kaͤlte, sowol der Salmiak, als das Meersalz, und dieses kaͤltet noch mehr, als der Salpeter; selbst der Sal- peter kuͤhlt endlich mehrentheils, wegen des Meersalzes, davon es gemeiniglich viel bei sich hat, und es wird seine Kaͤlte viel schwaͤcher, wenn man es voͤllig rein nimmt REAVM. Mem. von 1734. S. 171. u. f. . Muthmassungen zu wiederlegen, wuͤrde nur eine vergebliche Arbeit seyn, der wir uͤberhoben seyn koͤnnen. Jn Voͤgeln geschicht es mit guter Absicht, daß sich die Luft in die Brusthoͤle, in die Hoͤle des Bauches, und auch in die zellfoͤrmige kleine Hoͤlen begiebt, und es ist der Nuzzen offenbar, daß dadurch der Koͤrper der Voͤ- gel leicht gemacht wird, um in diesem sehr leichten Ele- mente schwimmen zu koͤnnen. Am Pelikan Mem. avant. 1699. T. X. und am Vogel, Noctho. TACHARD Voyage de Siam. T. II. S. 246 Am Straussen, VALISN. T. II. S. 416. Das Kamaeleon besizzt, zu einem besondern Gebrauche, eben dieses Vermoͤgen. Ebenders. ebendas. , einem Vogel, der die hoͤchste Gegenden liebt, tritt die Luft in das Zellgewebe des ganzen Koͤrpers. Doch vielleicht sammelt auch die Natur diese so große Menge Luft zum Gesange. §. 16. Ob die Luft das Blut abkuͤhle. Es war dieses eine uralte, schon vor den Zeiten des Aristoteles aufgebrachte Siehe dessen Buch, de spi- ritu. c. 3. , und sehr gemeine Theorie, daß die Hizze des Blutes in der Lunge gemaͤßiget wer- de ARIST. angef. Ort. de vi- ta et morte. c. 21. de respiration. c. 16. . Selbst die so einfache Erfahrung, aus welcher L l 4 er- Das Atemholen. VIII. Buch. erhellet, daß die zu große Hizze der Luft, des Feuers, der bewegten Muskeln, oder des Fiebers, eine unertraͤg- liche Beschwerlichkeit verursachen HELVET. Mem. 1718. S. 244. stevenson essays of a So- ciet at Edimb. T. V. S. 832. , welche durch das Atemholen in einer kuͤhlen Luft, mit der groͤsten Annehm- lichkeit gemildert wuͤrde, und es betruͤge der Jnstinkt sel- ten, der uns, kalte Luft zu atmen, anrathe, so oft wir uns uͤbermaͤßig erhizzt haben. Hierzu kam die Ohnentbehr- lichkeit der Hipothese, deren Herrschaft sehr gros ist, weil die ersten Grundleger der Arzeneikunst schon im Wahn standen, daß ein gewisses Lebensfeuer schon im Herzen wohne Daher besteht beim Galen der groͤste Nuzzen des Atemholens, in der Erhaltung der natuͤrlichen Waͤrme durch das Abkuͤhlen, de usu part. L. 7. c. 9. de util. respirat. c. 3. de dissect. instrum. vocal. c. 3 har- vey exerc. de circ. sangu. III. S. 233. Dieser Nuzzen ist der einzige noth wendige, h. fabricivs de respir. L. I. Ende. . Man lieset bei dem Aretaeus De caus. et sign. acut. L. II. c. 1. , daß das Herz die Lunge verbrenne, und dieses Eingeweide daher zu der kuͤhlen Luft eine Neigung aͤussere. Da Kartesius eben diesen Zunder in das Herz leg- te 6 Buch. , so erneuerte dieser auch dieses besondre Kuͤhlbehaͤlt- nis wieder Format. fet. S. 201. de homi- ne. c. 5. sylvivs dissert. VII. n. 57. SWAMMERD. de respir. S. 96. , und da er schon in der Naturkunde er- fahrner war, und wuste, daß die Kaͤlte alle Koͤrper ver- dichte De format. fet. S. 201. syl- vivs dissert. VII. n. 78. swam- merd. angef. Ort. diemerbr. S. 313. , so lehrte er, daß auch das Blut in der Lunge zu einer kleineren Masse gemacht werde. Die karthesia- nische Schule hat beide Hipotesen dieses Mannes bei- behalten. Doch da das Ansehn, sowohl dieses Kuͤhlbehaͤlters, als der Verdichtung, mittelst der Gegengruͤnde vortref- licher Maͤnner, ziemlich geschwaͤcht worden, so haben vor andern, J. Claudius Adrian Helvetius Mem. de 1718. S. 222. u. f. Eclair- , die V. Abschn. Der Nuzzen. die eine, und beide George Erhard Hamberger Physiolog. c. 5. S. 117. u. f. de respir. n. 66. , zu verfechten auf sich genommen, und dieser hat neue Gruͤn- de vorgetragen, auf welche sich viel beruͤhmte Maͤnner verlassen haben SAVVAG. de inflammat. S. 244. Kruͤgers Physiolog n. 204. Schaarschmidt Berl. Nachr. T. VI. S. 152. 153. physiolog. T. I. S. 213. 599. u. f. gvmprechts in cl. loeseke mater. med. S. 409. So urtheilt auch ausser der Schule des ber. Maͤnnes, der ber. DOVGL. on the generation of heat. S. 88. und J. SHEBREARE S. 138. und bryan, robinson prop. 22. 23. und der ber. MOSCA T. I. S. 270. . Er vereinigt aber die Kaͤlte und die Verdichtung augenscheinlicher, als Helvetius. Helvetius drang besonders auf die Kleinheit der Lun- genblutadern 8 B. 2. Abschn. 23. N. , und auf ihre Muͤndung, welche kleiner, als an den Nebenschlagadern ist. Er uͤberredte sich, es erhelle daraus offenbar, daß das Blut der Lungenschlag- adern in ein kleines Volumen gesezzt worden, damit es von kleineren Gefaͤssen eingenommen werden koͤnne. Jn der That aber haben die Lungenblutadern des linken Sinus und der Kammer selbiger Seite, eine kleinere Flaͤche, als die rechte Nebenader, das rechte Ohr, und die Lungen- schlagader Ebendas. . Daher, so fahren sie fort, sey das Schlagaderblut dichter, als das blutadrige, wenn ein Thier bereits ge- atmet hat, wie 108⅕, gegen 106 ⅕ HAMPERG. physiol. S. 3. Am Hunde. , und 464 ⅘ gegen 482 Ebendas. . Doch hat auch dieser beruͤhmte Mann, da er einen Hund beinahe todt gewuͤrgt, die Dichtheit des Schlagaderblutes, zur Dichtheit des blutadrigen wie 413 zu 407 gefunden, da er ihn aber wieder freie Luft schoͤpfen lies, vermehrte sich die Dichtheit, wie 417 zu 407 Ebenders. S. 3. . L l 5 Wei- Eclaircissemens. S. 22. welche beson- ders herausgekommen sind. le cat Memoir. sur le mouvem. des mus- cles. Das Atemholen. VIII. Buch. Weiter sagen sie, daß das Blut schon blos von der Beruͤhrung der Luft, nicht nur roͤther, sondern auch dich- ter werde HELVET. S. 233. u. f. , aber auch bei der Dichtheit eine groͤssere Fluͤßigkeit erlange Eclairciss. S. 50. . Es sey diese Verdichtung uͤberhaupt von der aͤussersten Wichtigkeit, da das Blut in allen Blutadern des Koͤr- pers verduͤnnt sey HELVET S. 240. 241. u. f. hamberg S. 110. , und durch die Blutadern der Lun- ge nicht anders durchgehen koͤnne, als wenn es in der Lunge seine gehoͤrige Verdichtung bekaͤme 8 B. 4. A 11 N. . Die Kaͤlte laͤsset sich ohnehin von der Dichtheit schwer- lich trennen. Denn wenn man die Verduͤnnung der im Eise losgemachten Luft bei Seite sezzt, so wird in der ganzen Natur alles von der Kaͤlte verdichtet, und von der Waͤrme verduͤnnt. Daß aber das Blut in der Lun- ge abgekuͤhlt werde, scheint gewis zu seyn, weil ein Es verhaͤlt sich die Abkuͤhlung des Blutes, wie die sich beruͤhrende Oberflaͤchen, robinson prop. 22. Die Oberflaͤche wird 20000 Zolle geschaͤzzt. gegen 96 Grade warmes Blut, von einer sehr grossen Oberflaͤche, an die Luft gestellt wird, da die Luft im Schat- ten in den Europaeischen Laͤndern nicht leicht, uͤber den 76 Grad warm wird, noch oͤfter hingegen, und hin und wieder unglaublich viel kaͤlter, und gegen 80 Daß sich bis zu diesem Grade die staͤrkste Kaͤlte bringen lasse, reavm. Mem. de l’Acad. 1736. S. 486. naͤmlich zu 38 Graden unter- halb den Gefrierungspunkte. , und 120 Grade, unter dem ersten Gefrierungspunkte ist 8 B. 3. Abschn. 5. N. maty Journ. Brit. Aug. 1750. . Zwischen diesem warmen Blute, und der kalten Luft, befindet sich ein ungemein zartes Haͤutchen HALES haemast. S. 97. , welches, nach den Rechnungen eines beruͤhmten Mannes, nicht dikker, als der tausende Theil eines Zolles ist. Folglich gehet aus dem Blute so viel Waͤrme in die Luft uͤber, daß die Luft, welche kurz darauf aus der Luft- V. Abschn. Der Nuzzen. Luftroͤhre ausgeatmet wird, uͤberhaupt bis zum 96 Gra- de erhizzt wird. Es meinen aber beruͤhmte Manner, daß dem Blute so viel Waͤrme entgehe, als die Luft da- von annimmt. Wenn daher die Atmosphaer Ebenders. ebendas. S. 98. Doch so, daß er die Waͤrme der Luft anders ansezzt. um 10, das Blut aber um 64 Grade warm ist, so glauben sie, daß die Atemwaͤrme bis 46 Grade fteige, und daß also uͤberhaupt 32 Grade Waͤrme der Unterscheid sind, welche die Luft erlange. Daher wuͤrden die Menschen schon sehr heis, wenn sie sich des Atmens enthielten Von 64 Graden bis 65¼. hales. S. 102. ferner bis 69. 96. , und wir empfaͤnden eine unbeschreibliche Beschwerlichkeit, wenn wir verhin- dert wuͤrden, frische Luft zu geniessen STEVENSON ess. of a Soc. at Edimb. T. V. S. 831. . Man wisse, daß Menschen und Thiere in heisser Luft LENINGS phil. trans. n. 487. Wenn die Luͤft bis zum Grade 126 heis ist. dovglas hist. of new Engl. T. II. S. 215. umkommen, und daß, die nicht umkommen, doch die groͤste Beschwer- lichkeit ausstehen HELVET. S. 242. Siehe Boerhaavens und des ber. Dunz Versuche. Besonders verliert das Thier das Atemholen, und fault. exp. 1. 2. 3. es stirbt im 113. 115. 122. Fahrenheitschen Grade. Ebenders. ebendas. Jn den warmen Baͤdern des Karlsbades kann die Hizze nicht er- tragen werden. Springsfeld vom Karlsbade. S. 262. und nicht 40 Reaumursche Grade, le monnier Mem. von 1747. oder 38 ein Viertel, um den Flus Senega, Memoir. von 1738. S. 402. Aber auch nicht einmal 100 Fahrenheitsche Grade hielte plancvs aus bagni de Pisa. S. 40. Davon ward der Puls sehr schnell, schwach, und unregelmaͤßig, Mem. von 1752. S. 637. . Doch diese Menschen, und Thiere wuͤrden sogleich von der kuͤhlen Luft wieder erfrischt DVNZE. u. f. , Nun scheint uͤberhaupt nicht viel daran gelegen zu seyn, da das Blut von der Luft so wenig abgeht, ob man lieber den Salpeter der Luft ins Blut einfuͤren, oder ohne Beimischung eines Elements, blos die Waͤrme des Blu- tes in die Luft uͤbergehen lassen will Welches Heivet. Meinung war. S. 231. 238. . §. 17. Das Atemholen. VIII. Buch. §. 17. Betrachtugen uͤber die vorgetragne Gedanken. Es ist die Lunge nicht zum Abkuͤhlen gemacht. Es ist erstlich gewis, daß das Blut in der Lunge zum Theil abgekuͤhlt werde SCHREIB. almagest. S. 340. 341. hales. S. 105. boerh. J. r. m. n. 202. e. barry, ein Schuͤler des vortrefl. Mannes, Di- seases of de lungs. S. 134. she- breare. S. 138. dovglas of anim. heat. S. 87. Dieser aber sagt, daß uͤberhaupt die halbe Waͤrme verloren gehe. . Denn da die in die Lunge gezogne Luft von der Beruͤhrung des Blutes er- waͤrmt wird, so mus das Blut allerdings, indem es die Luft erwaͤrmt, in so fern etwas von seiner Waͤrme verlie- ren. Es verliert nicht blos nach dem Verbaͤltnisse der Dichtheiten, wenn man die |Masse beider Fluͤßigkeiten vor gleich gros annimmt, den tausenden Theil von seiner Waͤrme, welches fast gar kein Unterscheid waͤre, sondern nach dem Verhaͤltnisse des Jnnhalts beider Fluͤßigkei- ten BOERH. elem. chem. T. I. S. 269. , und dieses Verhaͤltnis spricht fuͤr die Abkuͤhlung. Wenn man zwanzig Unzen eingezogne Luft sezt, so wird man nicht viel mehr, zugleich in der Lunge befindliches Blut annehmen doͤrfen, da das ganze Eingeweide wenig wiegr, und viele Haͤute hat. Folglich konnte die Abkuͤhlung des Blutes nicht die Absicht der Natur bei Erschaffung der Lunge seyn SCHREIBER ang. Ort. , und es ist dieses auch nicht das Geschaͤfte der Lunge. Man wuͤrde erst alsdenn mit Recht sagen koͤnnen, daß sich das Blut in der Lunge abkuͤhle, wenn solches in den Blut- adern, und in der Lungenschsagader heisser ankaͤme, hin- gegen nach dem linken Herzen, und den Arterien kaͤlter uͤbergienge. Nun hat Niemand dergleichen, und nicht einmal vermuthungsweise behauptet. Es hat naͤmlich das V. Abschn. Der Nuzzen. das Blut im linken Herzen, und in den Schlagadern Die mehresten machen diese Waͤrme groͤßer, Elem. de phys. S. 298. arbvthn. of air. S. 49. eben solche Waͤrme, als in der rechten Herzkammer, und in den Blutadern, folglich wird das Blut in der Lunge nicht abgekuͤhlt. Endlich so hat die Lunge mit dem uͤbri- gen Koͤrper einerlei Waͤrme. Jch mus mich wundern, daß beruͤhmte Maͤnner nicht die Staͤrke eines so einfachen Beweises empfunden haben daovstenc de respir. n. 42. . Die Einwendung, welche der beruͤhmte Hamberger S. 124. , von der Dichheit des Schlagaderblu- tes hergenommen, diese wollen wir so gleich aufheben, und es ist dieses uͤberhaupt keine Warheit, daß das Schlagaderblut mit Zuverlaͤßigkeit dichter, als das Blut der Blutadern seyn sollte. Wenn ferner das Blut in der Lunge, von der Beruͤ- rung der Luft in etwas abgekuͤhlt wuͤrde, und dennoch in der linken Herzkammer nicht kaͤlter ist, so folgt, daß sich aus der Natur der Lunge eine Waͤrme im Blute erzeugen muͤsse, welche dieses Abkuͤhlen wieder ersezze, und daß folglich die Lunge nicht dergestalt zum Blutabkuͤhlen ge- macht sey, sondern vielmehr zum Erwaͤrmen. Dieses zeigt der beruͤhmte Hales Haemast. a. p. 38. bis 102. sehr genau, und er giebt das Maas von derjenigen Waͤrme an, welche in dem Blute, das durch die Lunge geht, erzeugt wird: diese schaͤzzt er in zwo Minuten S. 102. so, daß |sie in dieser Zeit beinahe einen von denen Graden erreiche, deren 64 die Waͤrme des Blutes machen, und folglich bis auf andert- halb Fahrenheitsche Graden anwuͤchse: folglich stiege sie in einer halben Stunde etwas hoͤher, als auf \frac{5}{4} Ebendas. der Blutgraden, oder auf \frac{15}{8} oder zween fahrenheitsche Gra- den. Aus diesen Rechnungen erhellet, wie wenig das Blut Das Atemholen. VIII. Buch. Blut von der Luft, wenn diese gleich ansehnlich kalt ist Er sezzt die Luft 10 solcher Grade warm zu seyn, davon das Blut 64 hat. , abgekuͤhlt werde. Es wird naͤmlich uͤberhaupt das Blut von der Luft um so viel abgekuͤhlt, als es ohne Luft warm ist. Wir haben uͤbrigens gezeigt, daß alles dasjenige uͤbertrieben sey, welches man von der unertraͤglichen Hizze der Luft, wenn sie der Waͤrme im Menschenblute gleich koͤmmt, zu sagen pflegt. Man kann in einer Luft leben, die so warm, als das Blut ist; von dieser laͤst sich also gewis keine Abkuͤhlung hoffen: man kann in einer Luft leben, welche noch die Waͤrme des Blutes uͤbertrift. Es lebt naͤmlich die thierische Frucht, und die menschliche in Mutterleibe, wo sie keine andre Waͤrme, als von dem Blute, und der Waͤrme der Mutter her hat. Es lebt das Huͤnchen im Eie, wenn es die Bruͤtwaͤrme empfindet, die doch viel groͤsser, als diejenige Waͤrme ist, welche sein kleines Herze macht, indem es, wenn man es von der Henne entfernt, und es sich, und den Kraͤften seines Umlaufes allein uͤberlaͤst, so gleich wieder kalt wird. Doch es leben auch die Fische noch in einer Luft, die unendlich viel waͤrmer, als ihr Blut ist 5 B. Jn den warmen Baͤdern zu Pisa, deren Waͤrme sich zum menschl. Koͤrper verhaͤlt, wie 30 zu 26, dennoch leben Froͤsche an freien Orten. cocchi bagni di Pisa. S. 59. . Es hat naͤmlich der Fisch, oder die Frucht in der Mutter, die Abkuͤhlung von der Luft nicht weniger noͤthig, indem eine fehlerhafte Ver- duͤnnung dem Blutaderblute beigelegt wird, welche doch der Fisch mit den Thieren von warmen Blute, und die Frucht mit dem erwachsnen Thiere gemein hat HAMBERG. n. 185. hel- vep. S. 240. . End- lich so leben sowohl Menschen, als Thiere, in einer so heissen Luft, daß ein Thermometer, welches man aus der freien Luft wegnimmt, und unter den Arm haͤlt 5 Buch. , nie- der- V. Abschn. Der Nuzzen. derfaͤllt. Folglich kann man, ohne eine Abkuͤhlung aus der Luft, leben. Man kann hier noch die Ursache beruͤhmter Maͤnner nachschlagen STRACK de respirat. Er- furt. 1748. borell. prop. 96. boerh. J. r. m. n. 202. . §. 18. Man traͤgt, gegen die Verdichtung des Blutes in der Lunge, Zweifel vor. Es haben beruͤhmte Maͤnner die Verdichtung des Blutes, die von der Luft entsteht, aus der allgemeinen Beschaffenheit der Kaͤlte hergeleitet, welche alle Koͤrper eben so verdichtet, so wie sie von der Waͤrme verduͤnnt werden. Wir haben aber bereits gezeigt, wie wenig sich von dieser Ursache erwarten lasse, da das Blut so gar vom Froste schwerlich eine Veraͤnderung leidet, und in in einer gemaͤßigten Luft die Verdichtung des Blutes, auch von dem Freunde des beruͤhmten Hambergers nicht uͤber \frac{1}{910} geschaͤzzt wird, uͤberhaupt das Blut in der Lunge nicht abgekuͤhlt savvages phys. S. 106. Jm Gefrieren dehnt sich das geron- nene Gebluͤte weniger, als das Was- ser aus, DIEBOLD. S. 22. , noch das Blut in den Schlag- adern mit Zuverlaͤßigkeit dichter, als das in den Blut- adern gemacht wird 5 Buch. . Nun folget, daß wir zeigen, warum denn die Lun- genblutadern, und dies ist ein seltnes Exempel, enger, als ihre Schlagadern sind, da doch das Blut in der Lunge nicht verdichtet wird. Erstlich so ist dieser Unter- scheid in den Durchmessern beiderlei Gefaͤssen an sich viel groͤsser, als man irgend von dieser so kleinen Abkuͤhlung in der Lunge erwarten koͤnnte, wenn sie gleich nicht ersezzt wuͤrde, Das Atemholen. VIII. Buch. wuͤrde, und die von der Luft empfangene Kaͤlte in dem Blute der Lungenblutader bliebe, da sie doch gewis nicht darinnen zuruͤkke bleibt. Es ist naͤmlich der Durch- messer der Lungenblutadern 8 B. 2 A. 23 R. um ein ganzes Zwoͤlftheil kleiner, wenn man ihn mit dem Durchmesser der Neben- schlagadern in Vergleichung sezzt. Hingegen macht die Verdichtug des Blutes fast den tausenden Theil aus, wofern eine solche statt flndet. Daher glauben andre beruͤhmte Maͤnner, es koͤnne das Blut durch die Lungenblutadern geschwinder lau- fen SANTOR. S. 148. p. a. michel. Epist. ad Font. S. XXX. XXXII. pviati de morb. Naron. S. 98. senac. S. 352 Als Gruͤn- de sezzt Michelotti hinzu, die An- zal der Fleischfasern, die abhaͤngige Lage, u. f. , und daher kaͤme es, daß mehr Blut, und so viel Blut durch einen engen Kanal durchfliesse, als durch einen breiten Kanal nur langsam durchgeht. Daß dieses keine rechte Aufloͤsung der Frage sey, hat Helvetius mit Grunde gezeigt Eclaircissem. S. 30. , indem auch die linke Herzkammer groͤsser, als die rechte ist, und doch durch diese Kammer das Blut nicht geschwinder, als durch die rechte fliest. Diesem koͤmmt eine andre Vermuthung des vortref- lichen Mekels nahe genung, da er sagt, die Lungenblut- adern waͤren darum enger, weil sie sich leichter in einen weiten Sinus Mem. de Berlin. T. 12. S. 55. und 1750. S. 177. , als in die ganz kleinen entspringenden Blutadern einer Schlagader ausleeren. Es ist ferner, wider die Verdichtung des Helveti- us gesagt worden, daß in einer Frucht, alles Blut der Holader MICHELOTTI Epist . S. 44. , in der viel kleineren Aorte enthalten sey, und dennoch keine Lunge da gewesen, welche das Blut- aderblut in eine kleinere Masse braͤchte: man hat einge- wandt, daß aus den verschiednen Durchmessern der Lun- gen- V. Abschn. Der Nuzzen. genblut- und Schlagadern nichts gefolgert werden koͤnne, da auch das rechte Herzohr groͤsser, als seine Kammer sey BESSE replique a. m. helvet. S. 149. , und sich doch in diesem Ohre das Blut nicht verdichte. Andre beruͤhmte Maͤnner haben geschrieben, die rechte Herzkammer sey weiter, als die linke, weil sie sich nicht voͤllig ausleere SENAC tr. du coeur. S. 349. 350. , und nicht ganz anfuͤlle, die linke dagegen aber vollkommner mit Blut angefuͤllt werde MICHELOTTI epist. S. 35. senac. S. 346. 347. . Was meine Gedanken daruͤber betrift, so |scheint mir hier die Natur ganz einfaͤltig zu bilden. Jch habe oft in Leichnamen die verschiedne Groͤssen der Blutadern be- trachtet, und gefunden, daß bald die Natur diese Blut- adern dikker gemacht 6 Buch. , bald daß sie durch die Kunst, und das anatomische Einsprizzen 2 Buch. ungemein aufge- trieben (k*) gewesen. Hieraus habe offenbar erkannt, daß sich solche duͤnne Blutadern ungemein erweitern lassen, es mag nun mehr Fluͤßigkeit in dieselben kommen, oder die eingenommene Fluͤßigkeit nicht eilig herausfliessen. Jch habe an dem Exempel der Lunge sehr wohl gesehen, daß die Holadern und das rechte Herzohr weiter sind, als es nach Proportion der Aorte noͤthig zu seyn scheint, weil diese Blutadern in vielen Umstaͤnden des menschlichen Koͤrpers, in dem Bestreben, und bei andern Ursachen, die das Blut aufhalten, wenn es durch die Lunge fliessen soll, ich sage, weil diese Blutadern das Blut von dem gesamten Koͤrper her empfangen, aber nicht wieder los werden koͤnnen 8 B. 4 A. 34 N. . Es ist demnach nichts einfacheres, als daß diese Blutadern allmaͤlich aufschwellen, und groͤssere Durchmesser bekommen, nachdem der Weg durch die H. Phisiol. 3. B. M m Das Atemholen. VIII. Buch. die Lunge eines Thieres gesperrt ist; und zwar auf eben die Art, wie wir gezeigt haben, daß das rechte Herzohr 4 Buch. , und die Kammer eben dieser Seite, der linke Sinus Ebendas. , und endlich die Kammer derselben Seite Ebendas. weiter aus- gedehnt gewesen, so oft sich eine oder die andre dieser Hoͤlen nicht wohl ausleeren konnte. Es ist auch wahr- scheinlich, daß die vorsichtige Natur ihr Absehen mit auf die kuͤnftige Hindernisse in der Lunge gerichtet ha- be Dieses ist eine Muthmassung des J. Domin. Santorini. S. 149. unfre, und des Sam. Auri- vills angef. Ort. , als sie die rechten Hoͤhlungen des Herzens groͤsser anlegte. Es koͤmmt diese Absicht einem Erweise ganz nahe, indem diese Natur denenjenigen Thieren, noch groͤssere und weitere Blutadern verliehen, die sich unter dem Wasser, um ihr Leben zu unterhalten, nothwendig lange Zeit aufhalten muͤssen, wie man an den Meerkaͤl- bern Wir haben diese Geschichte dem vor refl. Mekel zu danken. , nnd andern Amphibien wahrnimmt. Wenn sich aber das Blut in den Holadern, und im rechten Herz- ohre, wegen der Schwierigkeiten der Lunge verweilt, so wird es sich ebenfalls in der rechten Herzkammer, und der Lungenschlagader verweilen, und ebenfalls die sonst schwa- che Kammer MEKEL T. 12. S. 55. , und leicht auszudehnende Schlaga- ader Ebenders. S. 53. 54. 55. vom Durchmesser von 11 Lin. bis zum Diameter von 15 Linien. auseinander drengen. Es hat ferner der vortrefliche Mekel unsere Ver- muthung dadurch bestaͤrkt, daß er die Gefaͤsse in einem gesunden Menschen, mit eben diesen Gefaͤssen eines Men- schen verglichen, in dem der Umlauf des Blutes verhin- dert gewesen. Es ist naͤmlich die Aorte im gesunden Menschen um etwas weiter, als die Lungenschlagader, und zwar im Verhaͤltnisse wie 12 zu 11½ zu 11 8 B. 2 A. 19 N. . Da aber Ebendas. V. Abschn. Der Nuzzen. aber die Aorte im Unterleibe selbst sehr enge, und da, wo sie aus dem Herzen tritt, blos acht Linien im Durch- messer gros war Mem. de Berlin. 1750. S. 167. . Da sich folglich das linke Herz schlecht ausleerte, so werden alle obige Verhaͤltnisse ver- kehrt, und es hatte die Lungenschlagader einen Durchmes- ser, der 13 Linien gros, also groͤsser, als gewoͤhnlich war, und dennoch waren die Lungenblutadern groͤßer, als die Arterie, und zwar wie 169, zu 152. Jn einem andern Falle, da die linken Blutaderklap- pen haͤrter waren, und die Blutadermuͤndung der linken Kammer nicht, wie sonst natuͤrlicher Weise, offen stand, so befand man den linken Sinus viel weiter, als erst, noch einmal so gros, als die linke Kammer Mem. de l’Acad. de Berlin. T. 12. S. 53. , und es war die Lungenschlagader eilf Linien gros, und endlich um 15 Linien ausgedehnt, da die Aorte acht Linien hatte. Jn einem andern Exempel war die Aorte sehr enge, leer, und \frac{7}{10} Zoll dikk, und breit 7. 2. zehntheil Linie. Zu- gleich war die linke Kammer weit, und schwach Ebendas. S. 61. 62. , die Aortenklappen zerrissen, die Lungenschlagader aber groͤs- ser, und von 12 Linien. Noch in einem andern Koͤrper war die Aorte dikke, inwendig kraͤzzig, geschwollen, hatte steinige Plaͤttchen, und hatte sich zugleich bis auf 9 Linien verengert. Jn diesem Koͤrper fand man die linke Kammer dikk, die Lun- genpulsader aber 12 Linien breit S. 62. 63. . Hieraus erhellet, daß, so oft eine Hindernis bei der Ausleerung eines Behaͤltnisses anzutreffen ist, dieses Be- haͤltnis aufschwelle, und daß dieses die Gefaͤsse ebenfalls thun, welche sich in dieses Behaͤltnis ausleeren. M m 2 Das Das Atemholen. VIII. Buch. Das zweite Stuͤkk unserer Theorie war, daß auch ohne eine Erweiterung der rechten Herzhoͤlen, diese rech- ten Behaͤltnisse von der Natur selbst groͤsser, als die linken geschaffen worden. Es ist dieses eine offenbare Sache. Es empfaͤngt naͤmlich das rechte Herzohr in der Frucht, uͤberhaupt alles Blut aus dem ganzen Koͤrper, da das linke Ohr alles dessen beraubt wuͤrde, welches der Schlagadergang zufuͤhrt. Folglich ist dieses Ohr billig groͤsser, als das linke. Ferner so empfaͤngt die Lungenschlagader dasjenige Blut, welches der Schlaga- dergang von sich giebt, und welches die Blutadern der Lunge vorbeistroͤmt. Folglich ist auch diese selbst groͤsser, als ihre Blutadern. Endlich empfaͤngt die rechte Herzkam- mer nicht eben das Blut, welches durch das eirunde Loch fliest, und welches die linke Kammer enthaͤlt; sondern es ist der Verlust des, durch das eirunde Loch entlaufenden Blutes groͤsser, als das Zustroͤmen des durch das ei- runde Loch gehenden Blutes, indem dieser Gang viel groͤsser, als dieses Loch ist Vergl. das Programma de anatom. IV. foramine ovali im fascicul. Icon . Daher koͤmmt es auch, daß in der Frucht die rechte Kammer groͤsser, als die linke ist. Man sieht, daß selbst in der Frucht bereits alle die Unterschiede der rechten Hoͤlen vor der linken da sind, welche sich im erwachsenen Menschen zeigen, und daß diese vor jenen in der That ehe groͤsser sind, ehe noch ei- nige Luft einigen Zutritt zu dem Blute, des in der Ge- baͤhrmutter verschlossenen Kindes gefunden, und daß die Natur dasjenige zu dem kuͤnftigen Nuzzen des Lebens vorbereitet habe, welches man der vermehrten Dichtheit unsers Blutes zuschreibt. Es erhaͤlt aber ein Mensch, so wie er groͤsser waͤchst, diese groͤssere Ausdehnung auf der rechten Seite, auch denn noch, wenn bereits das ei- runde V. Abschn. Der Nuzzen. runde Loch zugeschlossen, und der Schlagadergang ver- stopft ist, weil nicht nur haͤufige Ursachen vorfallen, die das Blut in der Lunge aufhalten Jn jedem Schreien, Bestreben, Laufen, zu grossen Arbeiten, und bei so viel andern Ursachen, welche wir er- zaͤhlet haben. , sondern auch die linken Behaͤltnisse stark sind, und der Dehnungskraft des Blutes bessern Wiederstand entgegen sezzen, ja selbst den rechten Gefaͤssen, die sich ausleeren wollen, zum Hin- dernisse dienen. Dagegen bequemen sich die rechten Ge- faͤsse, das Ohr 4 Buch. , die Kammer Sie verbaͤlt sich zur rechten, wie 4 zu 1. mekel T. 12. S. 55. die Lungenschlaga- der Die Staͤrken sind wie 74 zu 55. S. 158. , als welche um ein ansehnliches duͤnner sind, de- sto besser dem dehnenden Gebluͤte. Man kann die Meinung derjenigen hieher ziehen, welche die Lunge als einen Sammelkasten des Blutes an- sehen, in welchem sich das uͤberfluͤßige Blut lister de humor. S. 2. de cochl. S. 56. , wenig- stens in gewissen Angelegenheiten des Lebens, im Anstren- gen, im Laufe anhaͤufe. Es hat noch der beruͤhmte Aurivill die Vermuthung gehabt, daß die Lungenblutadern darum enger gerathen waͤren, damit das Blut schneller fliesse, und das linke Herz mit einem staͤrkern Reize traͤfe N. 31. . Wir reden hier noch nicht von der Boerhaavischen Verdichtung des Blutes, welche ohne alle Kaͤlte, blos durch den Bau der Lunge bewirkt wird. §. 19. Der wahre Nuzzen, den die Lunge giebt. Das Einsaugen. Wenn weder eine elastische Luft ins Blut eindringt, noch die Luft mit ihrer Kaͤlte das Blut in diesem Einge- M m 3 weide SAVVAGES effets de l’air S. 46. 47. Das Atemholen. VIII. Buch. weide verdichtet, so thut uns also die Luft keinen Nuz- zen. Es oͤffnen sich hier, wie sich in alle zellformige Hoͤ- len die hauchenden Blutaͤderchen BOERH. BOVILLET assemblée de 1743. mit ihren Muͤndun- gen oͤffnen, so oͤffnen sich hier auch dergleichen Blutaͤder- chen in dieses so edle Faͤcherwerk, das einerlei Bau hat. Wenn man naͤmlich eine duͤnne Fluͤßigkeit einsprizzt, so verbreitet sich diese aus der Lungenblutader uͤberall in das ganze Eingeweide, und das ohne Muͤhe 8 B. 2 A. 22 N. , endlich tritt solche, mit vieler Luft begleitet, als ein Schaum, ohne die Farbe verloren zu haben, wenn diese Farbe von Pflanzensaͤften hergenommen worden, aus der Luftroͤhre hervor. Es ist wahrscheinlich, daß auch das Wasser J. de GORTER de per- spirat. S. 154. KRVEGER diæt. S. 94. aus der Luft eben diesen Weg nimmt, wie im Schnup- pen, daß die Daͤmpfe, durch deren Einsaugung wir oft die verstopften Blutgefaͤsse der Lunge mit grossem Nach- drukke heben, eben diesen Weg verfolgen, davon ich in einer sehr grossen Lungenentzuͤndung ein Exempel gesehen, als man sich des Dampfes eines verrauchenden Essigs, auf Verordnung des Severins Chirurg. effic. S. 182. Vergl. BARTHOL. L. IV hist. 88. Von dem Nuzzen der Dampfe in Brust- krankheiten. , und meines Leh- rers, Boerhaave, bediente, um vor dreißig Jahren meinen geliebten Freund, den Johann Gesner, der dazumal ein Juͤngling von grosser Erwartung war, und welcher nun ein grosser Kraͤuterkenner, ein Naturkuͤn- diger, und ein redlicher Mann ist, damit wieder herzu- stellen. Eben diesen Weg nimmt auch die subtile Kraft des Terpentins Vergl. MERY Memoir. de l’Acad. 1707. S. 167. , welche in der Luft umher fliegt, und im Atmen eingezogen, selbst dem Urine seinen Geruch mittheilt. Die- V. Abschn. Der Nuzzen. Diesem sind diejenigen Wege aͤnlich, welche in Ge- schwuͤren des Ruͤkkens, und der Lunge, den vom Wund- arzte angebrachten Terpintin wieder auffangen, so daß man auch so gar seinen Geschmak im Munde bemerkt, und er kennbar an seinen Merkmalen, ausgeworfen wird Journ. de Medec. Dec. 1757. Eph. Nat. Cur. Vol X. obs. 40. . Vielleicht sucht auch das Gift in den verpe- steten Seuchen SCHREIBER de pest. obs. 6. Daß dieses Gift nicht einmal von den Wunden, von den Gefaͤßen der Haut, der Milch eingesogen wird. obs. 8. 10. , und das Gift der Pokken eben die- sen Weg: viel gewisser aber thut solches die Luft. Es verliert naͤmlich eben dieses Element in der Lunge seine elastische Natur 8 B. 3 A. 11 N. , folglich loͤst es sich im Wasser und in den Daͤmpfen leicht auf, und da es in unsern Saͤften in so grosser Menge vorhanden, und der Weg aus den mit Luft erfuͤllten Blaͤschen, nach den wieder einsaugen- den Blutaederchen, so sehr nahe ist, so scheint es auch vornaͤmlich auf diesem Wege ins Blut zu kommen. Es hat Hippokrates laͤngst die Luft unter die Nahrungs- mittel des Koͤrpers gezaͤhlt π ϱι τϱοφῆς. , und da aber auch die aller- festesten Theile eines thierischen Koͤrpers viel Luft enthal- ten 8 B. 3 A. 3 N. halbs veget. stat. exp. 119. Horn giebt mehr Luft von sich, als das Blut thut. , und sich diese davon los macht, wenn man die Theile aufloͤset 8 B. 3 A. 3 N. , und sie in ihre Grundstoffe sezzt, so wird es sehr wahrscheinlich, daß die Luft die Stelle ei- nes Leimes vertrete, durch den die irrdne Grundstoffe unter einander verbunden werden HALES. ebendas. desa- g|vl. T. II. S. 403. . Jch trage auch keinen Zweifel, daß sich nicht auch andre Theilchen aus der Luft, welche sich mit den Duͤn- sten, und mit Wasser vermengen lassen, zugleich ins Blut mit einschleichen sollten, ob man gleich von ihrer Natur nichts weis. Da die Luft das elektrische Feuer M m 4 lang- Das Atemholen. VIII. Buch. langsam annimmt, und auch langsam wieder verliert beccaria lett. sull elet- tricismo. , so kann ich nicht bestimmen, ob wir dasselbe auf diesem Wege in uns ziehen. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß nicht die breite Oberflaͤche der Lunge, das zarte Wasser aus der Brust- hoͤle in sich sauge; denn es schwizzt nicht nur das in die Blutadern dieses Eingeweides eingesprizzte Wasser durch die gemeine Dekke dessesselben aus BOYLE pros. corp. S. 44. , sondern man empfindet auch so gar den Geschmakk, und den Ge- ruch einer Wundarznei, die sich in die hole Brust ergos- sen, selbst im Munde Ebenders. ebendas. . §. 20. Das Aushauchen aus der Lunge. Da die einsaugende Kraft der Lunge undeutlich ge- schicht, so ist ihr Aushauchen dagegen offenbar Wir atmen noch einmal so viel aus, als wir einatmen, glisson hepat. hist. c. 36. S. 270. , und wir sehen, wie sich dieser Hauch so gleich in der Luft ver- dichtet, und in Gestalt eines Nebels aus dem Munde ei- nes Menschen heraufsteigt, wenn die Waͤrme der Luft bis auf 40, oder 43 fahrenheitsche Graden gefallen ist Hanows Seltenheiten. T. I. S. 584. T. II. S. 808. Vergl. kaavw n. 114. u. s. f. . Jch habe in unterirrdischen Hoͤlen, da die Luft dichter war, und das Queksilber um einen ganzen Zoll im Barometer stiege, bei der gemaͤßigten Waͤrme von 53 fahrenheit- scher Graden, nicht allein das Aushauchen aus der Lunge, sondern auch die Hautduͤnstung, welche sonst schwerlich auf andre Weise sinnlich gemacht werden kann, mit Au- gen gesehen. Die Menge dieser Duͤnste ist offenbar Man hat in kurzer Zeit aus sei- nem eignen Hauche eine Unze gesam- melt, seconde lettre de verh. S. 80. , nur V. Abschn. Der Nuzzen. nur ist ihr Maas schwer zu bestimmen. Es hat Jo- hann Floyer pvlsewatch T. II. S. 336. , in einer Minute einen Tropfen, und wenn dieser einen Gran schwer gewogen, 24 Quentchen oder drei Unzen in 24 Stunden aus dem Atem gesam- melt. Sanktorins schaͤzzt es innerhalb 24 Stunden Abschn. n. 5. auf ein halbes Pfund, und sein Ausleger noch etwas hoͤher lister ebendas. , Karl Aug. von Bergen Perspiratio viscerum. S. 4. , auf die Helfte der ganzen Ausduͤnstung, der beruͤhmte Ste- phenson Mech. pract. S. 31. , aber hoͤher. Es fieng der beruͤhmte Ha- les den Hauch in sehr heisser Asche auf Hæmast, append. exp. 6. S. 326. , und so |mas er die Schwere, an der die Asche von dem aufgefang- nen Dunste zugenommen, und so fand er in 50 Ausat- mungen 17 Gran, wenn man also die Anzahl der Atem- zuͤge in Rechnung bringt, so wird das Aushauchen in- nerhalb vier und zwanzig Stunden nicht weniger als ein Pfund und \frac{39}{100} seyn 8 B. 5 A. 8 N. . Auf drei und zwanzig Unzen schaͤzzt es der beruͤhmte Home Medic. fact. S. 238. . Es ist aber die Menge des Hauches um desto groͤsser, je mehr sich ein Thier durch Bewegung erhizzt hat, oder durch Fieber, und sie ist im Hunde sehr gros QVINCY stat. S. 46. , weil dieses Thier durch die Haut wenig ausduͤnstet FLOYER T. II. S. 348. hevcher oper. S. 470. mead of poisons. S. 138. dvntze. S. 20. . Untersucht man die Natur dessen, das durch den Hauch ausgestossen wird, so ist es vornaͤmlich Wasser. Es war Wasser, welches der leichtglaͤubige Alchimist SANTOR. n. 5. BOERH. de fabr. gland. S. 6. von seinem Hauche, den er in sehr weite Gefaͤsse auffieng, nach und nach zusammen brachte. Wasser war es, wel- ches Bartholett in sehr grossen kristallnen Kugeln De respir. diffic. S. 391. M m 5 sam- Das Atemholen. VIII. Buch. sammelte, und das man, wenn man gegen kalte Spie- gel haucht, leicht in Tropfen bringen kann. Verhey- en Angef. Ort. , und andre loescher anthropol. ex- per. S. 28. Der waͤssrige Theil des Blutes, und des Speisesaftes, hoad- ley. S. 40. , nennen es ebenfalls Wasser. Jndessen ist dieses doch nicht lauter Wasser, sondern ein solches, dergleichen unsre Saͤfte ausduͤnsten 5 Buch. , und dieses ist mit einem oͤligen fluͤchtigen Dunste versezzt, und ein wenig salzig. Jch lese, daß dergleichen vom Atem gebildetes Salz zu Kristallen BARTHOLETT. angef. Ort. und beim bartholin de pulm. Sect. 5. S. 97. garm. epist. 16. Dieses Salz haben einige den Daͤmpfen des Magens, oder einem Fehler der Lunge zugeschrieben. angeschossen, und eine Beschaffenheit wie Salpeter gehabt habe, ob es gleich sehr unwahrscheinlich ist, daß aus blossem Hauchen VALISN. T. III. S. 576. , ohne eine faulende Schmierigkeit, Salpeter entstehen koͤnne. Wenigstens hat unser Hauch, der uns unange- nehm, den Spuͤrhunden aber sehr bekannt, und vermut- lich besonders so fehlerhaft geworden ist, wie die Luft ver- dirbt, wenn eine Menge Menschen in einem engen Rau- me beysammen ist 8 B. 3 A. 11 N. . Diese oͤligen und stinkenden Daͤmpfe sind der Alten ihre Fuligines, welche sich nach dem Galen bestaͤndig aus der Hizze des Herzens erzeugen, und durch die Lun- genblutader, die zu dem Ende mit Fleis mit zwo, nicht aber mit drei Klappen versehen ist, folglich ein wenig offen steht, ausduͤnsten De usu part. L. VI.| c. 16. L. VII. c. 9. de util. respir. , und dieser hielte sie, nebst der gan- zen Galenischen Schule, fuͤr den Haupnuzzen des Atem- holens Ebenders. ebendas. . Selbst die neuern Aerzte haben diese Antiquitaͤt nicht fahren lassen wollen, da die Sache etwas Wahres ist. Denn daß ein Schaden daraus entsteht, wenn der- gleichen Luft und Gestanktheile im Koͤrper verhalten werden, das V. Abschn. Der Nuzzen. das erweiset ihre giftige Beschaffenheit, welche sie aͤussern, so bald sie sich anhaͤuffen. Derjenige verdorbne Dampf, den die Roͤhre der Dampfpumpe (Ventilator), aus einem Zuchthause herausfuͤhrte, verwandelte sich in ein wirkliches Gift SYLVIVS diss. 7. n. 57. fast mit den Worten des Galens. Eine zuͤndbare Materie nennt es Swam- merdam. S. 96. einen Auswurfs- dampf, hoadl. S. 64. sievers de circulat, fuligines. Verborgene Ausduͤnstung lister de cochleis et de humoribus. S. 8. . Endlich nennt es der beruͤhmte Stephenson Luft, wenn es lange genung in dem thierischen Koͤrper seinen Umlauf gehabt, das Blut uͤbermaͤßig erhizzt, und in der Lunge aus dem Blute dampft Mech. pract. Daß auch die Luft aus der Schlagader in die Luftroͤhre ausduͤnste, sagte J. MERY Mem. del’Acad. des Scienc. von 1700. . §. 21. Die bewegende Kraft der Lunge. Es ist das Herz in dem ganzen menschlichen Koͤrper, die vornehmste Ursache zur Bewegung 4 Buch. , hierzu ge- sellt sich das Zusammenziehen der Schlagadern, die Kraft der Muskeln, und andre, weniger wirksame Ursachen, welche wir anderswo erzaͤhlt haben 6 B. . Die Lunge allein hat ihre eigne Bewegung, womit sie das Blut forttreibt; indessen verhaͤlt sich die Lunge anders zum Blute, anders zu eben dieser Fluͤßigkeit im Unterleibe. Die Thaͤtigkeit der Lunge auf die Veraͤnderung des Blutumlaufes besteht vornaͤmlich in der Schlafheit der Gefaͤsse, welche das Einatmen verursacht, und in der Zusammendruͤkkung, welche im Ausatmen vorgeht. Jm ersten Falle verlaͤngern sich allenthalben die Lungenge- faͤsse 8 B. 4 A. 11 N. , und es wachsen zugleich alle ihre Durchmesser, so wie die gesammten Durchmesser der Brust zu gleicher Zeit Das Atemholen. VIII. Buch. Zeit wachsen. Solchergestalt ergiest sich das Blut in einen immer loseren Plazz, und viel leichter, als in ir- gend einem andern koͤrperlichen Theile geschehen kann; indem sich nirgendwo Gefaͤsse, welche Blut fuͤhren, in einen Raume, der mit dem so leichten Elemente der Luft erfuͤllt ist, hinstrekken, welcher Raum noch dazu bestaͤn- dig groͤsser wird, und immer einen kleinen Wiederstand der Bewegung des Blutes entgegen stellt. Jn andern Schlagadern fliest das Blut bis in die allerkleinsten Gefaͤsse; diese aber besizzen keine eigne Maschine, von der sie ausgestrekkt werden koͤnnten, und es wird auch nicht der Drukk der umliegenden Theile, von denen sie von allen Seiten geprest werden, benommen. Wenn die Wiederstaͤnde gehoben werden, so mus sich das Blut aus der rechten Kammer in die Lungenschlagader geschwinder ergiessen, als es sich ohne ein Luftsistem ergiessen kann Ebendas. in selbiger Numm. . So ist diejenige Kraft der Lunge eigen, mit der die im Ausatmen verengerte Waͤnde der Brust 8 B. 4 A. 25 N. u. s. f. fer- rein. angef. Ort. die Lun- ge zusammendruͤkkken, und die Lungenblutadern in den linken Sinus ausleeren, und es ist diese Kraft gleichsam ein Ueberschus von Zusammenziehung, dergleichen die Schlagadern auf das Blut des uͤbrigen thierischen Koͤr- pers ausuͤben. Es ist gewis, daß sich dieser Drukk bestaͤndig ver- aͤndere, und daß die Lungenschlagader stufenweise, wech- selweise, und allmaͤhlich mehr und mehr nachgelassen, und wieder mehr und mehr geprest wird. Es geschicht dieses im gesunden Atemholen nur geringe, staͤrker aber in demjenigen Atemholen, welches mit einem Bestre- ben, wie im Geschreie, Anstrengen, und Keichen, ver- knuͤpft ist. Hie- V. Abschn. Der Nuzzen. Hievon entstehen die Wirkungen auf das Blut, von denen|wir geredet haben, als wir die Thaͤtigkeit des Blutum- laufes, welche die Schlagadern bewirken, beschrieben, naͤm- lich das Reiben 6 B. 3 A. 1 N. , die gegenseitige Zusammenkunft Ebendas. , die Fluͤßigkeit Ebendas. , die Aufloͤsung der Stoffe zu kleineren Massen Ebendas. , oder die Bildung der Kuͤgelchen Ebendas. , die Verdichtung der kleinen Massen, die Roͤthe Ebendas. , und Waͤrme Ebendas. , und diese Eigenschaften wird das Blut, so- wohl in der Schlag-als Blutader annehmen, da diese Eigenschaften sonst in andern Theilen des Koͤrpers vor- naͤmlich, und blos und allein in den Schlagadern er- zeugt werden. Ausserdem so findet in der Lungenschlagader die Ab- sonderung der unaͤhnlichen Theile Ebendas. , in der Blutader hingegen die Mischung der verschiedenen Fluͤßigkeiten Ebendas. hoadl. S. 45. 46. 61. , und ein desto groͤsseres Reiben statt, je kleiner die Muͤn- dung der Blutader ist Man vergleiche auch pviati S. 101. , und sich mehr Beruͤhrungs- punkte vorfinden lassen. Und da der Speisesast vor kur- zem von der Holader, und dem rechten Herzohre, in die rechte Herzkammer ausgegossen worden 5 Buch. , so wird die- ser hier anfaͤnglich in den kleinsten Gefaͤssen, die zwischen den Schlag-und Blutadern der Lunge liegen, mit dem Blute zusammengerieben, und gemischt THRVST. S. 64. borell shebbeare. S. 138. Daß der Speisesast in der Lunge gekocht wer- de, BARRY. S. 70. 71. . Man glaubt insgemein, daß dieses alles in der Lun- ge mit etwas groͤsserem Ernste, als im uͤbrigen Koͤrper verrichtet werde, da dieses Eingeweide nicht nur die Krast vom Herzen, und das Zusammenziehen der Schlagadern, mit dem uͤbrigen Koͤrper gemein hat, sondern auch noch uͤber- Das Atemholen. VIII. Buch. uͤberdem sein eigenes, oben erzaͤhltes Vermoͤgen besiz- zet, sich wechselweise nachzulassen, und anzustrengen. Man sagt noch, dieses sei aus der Ursache nachdruͤkk- licher, weil der Umlauf des Blutes in der Lunge ge- schwinder geschicht Daß das Blut in der Lungen- blutader schneller fliesse, als in der Holader, lancisivs. S. 58. Daß in der Lunge des Wassersala- manders das Blut reissend schnell laufe, MOLYNEVX beim BIRCH. T. IV. S. 305. : und man koͤnnte vermuthen, daß die viermal staͤrkere Geschwindigkeit des Blutes, viermal groͤssere Wirkungen hervorbringe, als sonst das Blut in den Schlagadern eines belebten Koͤrpers, wie wir ge- zeigt haben, erfaͤhrt. Ja man will, daß sich das Blut nicht nur viermal, sondern zehnmal HENSHAW. , fuͤnf und zwan- zig DAOVST. angef. Ort. n. 40. Dabei er sich des Arguments bedient, die Lunge sei nicht groͤsser, als \frac{1}{25} des Koͤrpers, welches nicht gegruͤndet ist. , und drei und vierzigmal HALES haemast. S. 68. geschwinder in der Lunge, als in den Schlagaederchen der Muskeln bewe- ge, da die Blut-und Schlagadern Phil. trans. n. 280. schlaffere Anasto- mosirungen, und eine besondere druͤkkende Kraft haben. Dieses will man augenscheinlich an den Froͤschen bestaͤ- tigen. Daß die Bewegung durch die Lungenblutader nicht geschwinder geschehe, hat der beruͤhmte Bussiere erin- nert LETTRE a MERY. S. 27. 28. 29. , und ohnlaͤngst der vortrefliche Senac Traite du coeur. T. II. S. 161. dagegen eingewandt, weil in einerlei Zeit aus dieser Blutader nicht mehr Blut zur linken Kammer, als aus der Hol- ader zur rechten Kammer kaͤme. Nach ihm hat Vieussens Ebendas. S. 97. , und vor kurzem, der wegen der vortreflichen Thalente beruͤhmte, aber durch einen fruͤhzeitigen Tod der Welt entrissne J. Gott- lob Kruͤger Physiolog. n. 210. 213. behauptet, daß die Geschwindigkeit des in der Lunge umlaufenden Blutes, anstatt groͤsser zu seyn, viel- V. Abschn. Der Nuzzen. vielmehr kleiner ist. Denn da die Gefaͤsse der Lunge viel kuͤrzer, als die Gefaͤsse des gesammten uͤbrigen Koͤrpers sind, und da die Lunge immer eben so viel, und gleich grosse Wellen, in einer gegebnen Zeit auslaͤst, als die Gefaͤsse des ganzen Koͤrpers, so bewege sich, sagen diese beruͤhmte Maͤnner, das Blut um so viel langsamer durch die Lunge, als die Lunge kleiner, als der ganze Koͤrper ist. Ohne Zweifel verhielten sich die Geschwindigkeiten, wie die, in einerlei Zeit durchlaufnen Raͤume. Doch es hat auch Jurin die Geschwindigkeit des Blutes in der Holader so angesezzt, daß sich zwoͤlf Pfunde innerhalb einer Sekunde durch einen Zoll bewegen, und daß dieses in der Lunge nur mit drei Pfunden geschehe Angef. Ort. S. 47. 48. 49. . Was mich betrift, so scheint mir zwischen der Lunge, und dem uͤbrigen Koͤrper kein grosser Unterscheid zu seyn. Das Herz bleibt einmal die vornehmste Ursache zur Ge- schwindigkeit. Es ist aber die rechte Herzkammer, drei bis viermal schwaͤcher, als die linke 4 Buch. . Es wird auch das Lungenblut, wenn alles uͤbrige gleich ist, von der Dichtheit der Lungenblutadern, und von deren Kleinheit verzoͤgert. Es wird naͤmlich das Blut um desto lang- samer durch die Schlagader bewegt, je muͤhsamer es sich aus der Schlagader ausleert 6 Buch. . Endlich ist das Zu- sammenziehen der Lungenschlagader schwaͤcher, als der Aorte ihres, so daß diese Schlagader, auch ohne eine ge- naue Ausmessung, duͤnner ist Jch glaube, daß das Verhaͤlt- nis, wie 148 zu 110 gar zu klein sei. . Hingegen ist der Weg durch die Lunge kuͤrzer, der, den kleinen Gefaͤssen entgegen gestellte Wiederstand klei- ner, und in den einhauchenden am allerkleinsten: die An- zahl in den Zeraͤstelungen der Gefaͤsse kleiner, das Ver- haͤltnis der zusammen genommnen Muͤndungen der Aeste, ge- Das Atemholen. VIII. Buch. gegen den Stamm der Lungenschlagader kleiner, und hie- zu koͤmmt noch die besondre Kraft der zusammenfallen- den Brust. Folglich halte ich davor, daß die Geschwindigkeit des Blutes in der Lunge, und im ganzen Koͤrper nicht sehr von einander unterschieden sey, sondern nur uͤberhaupt in so fern, als die zusammen genommenen Muͤndungen der Lungenblutadern kleiner| sind, als die Muͤndungen der Holadern. Jch habe auch in den Untersuchungen leben- diger Thiere durch Vergroͤssrungsglaͤser, keinen deutlichen Unterscheid unter den Gefaͤssen der Lunge, und des uͤbri- gen Koͤrpers Mem. sur le mouv, du sang. S. 102. , bemerken koͤnnen. Der beruͤhmte Boißier Haemast. S. 73. macht die Geschwindigkeit in der Lungen- schlagader, und in der Aorte gleich gros, und die Leich- tigkeit in dieser groͤsser. Die Schlafheit in den Anastomosirungen hat keinen Grund. Und diese kam mir in der Niere, und dem Cowper in der Milz groͤsser vor Phil. trans. n. 280. . Jch glaube uͤbrigens nicht, daß sich die Summe der Lungenkraͤfte, mit der Summe der Kraͤfte des gesam- ten Koͤrpers vergleichen lasse, da eine so grosse Menge von Schlagadern, die dichter sind, von der staͤrkern Her- zenskammer mit groͤssrer Geschwindigkeit belebt wird. Auf den Drukk der Luft halte ich nicht viel Es nennt sie Borellus eine Kelter, Presse. prop. 129. , da er 20 bis 40 Zoll von diesem so leichten Elemente betraͤgt (s). Ohne dieses Element wird ein eben so schoͤnes, und gu- tes Blut in dem Huͤhnchen verfertigt. Jch glaube auch nicht, daß auf irgend eine Weise ein jedes Kuͤgelchen, folglich das gesammte Blut, von der Luft denjenigen Drukk 6 Buch. Ebendas. Man vergleiche auch damit den Aurivill am angef. Orte n. 45. 46. fr. boissier haemast. S. 73. V. Abschn. Der Nuzzen. Drukk leide, der ⅖ JVRIN. angef. Ort. S. 45. von ihrem Gewichte macht, da es tausendmal schwerer ist, als die druͤkkkende Luft, und um so vielmal geschwinder bewegt wird Mit uns LISTER. S. 16. hoadl. S. 31. helvet. eclairc. S. 13. 33. . Daß die Luftroͤhre mitten zwischen zweien Blutgefaͤßen der Lunge, selbige druͤkke, und den Umlauf befoͤrdere, ist eine Theorie, die auch in der Luftroͤhre ein zu schweres Element zum Grunde sezzt BIDLOO exerc. anat. IV. f. 2. . §. 12. Verschiedne Hipotesen, die der Lunge mehr zueignen. Das in vorhergehender Nummer erzaͤhlte, behaupten viele Schriftsteller, und zwar dergestalt, daß sie der Lunge ein besonderes Vermoͤgen zugestehen, mehr, als das ganze Schlagadersistem zu verrichten. Man sagt, sie sei geschaffen worden, die Bewegung des Blutes zu er- leichtern henshaw. . Nach der angenommenen Meinung wird hier das Blut insonderheit aufgeloͤst, und in kleinere Kuͤ- gelchen zerrieben BORELL. prop. 129. ho- adley. S. 45. 46. 61. keil se- ret. anim. S. 29. wainewr. S. 57. michelotti epist. S. 28. cockevrne. S. 122. pviati. S. 107. lievt. physiol. S. 101. 108. berner mech. S. 244. fer- rein boerh. n. 201. . Daß gegentheils die verschiednen Blutstoffe unter ein- ander gemischt werden, behaupter Malpighi Posth. S. 15. Er vertheidigt sich weitlaͤuftig, gegen den Borell. So sagt auch Hoadley. S. 45. 46. 61. , und Boerhaave will dieses von den Blutadern Angef. Ort. . Die meisten lehren, das Blut werde in so fern ver- dichtet BOERH. ebendas. schrei- ber. S. 341. barry. S. 70. 71. , daß hier vornaͤmlich diejenige Dichtheit ent- stehe, welche dem Blute eines gesunden Thieres eigen ist: H. Phisiol. 3 B. N n Das Atemholen. VIII. Buch. ist: und sie bedienen sich des Beweisgrundes, daß, wenn gleich die Kraͤfte des Koͤrpers vollkommen waͤren, dennoch das Blut blos, wenn die Lunge Schaden gelitten, in Schwindsuͤchtigen, zerfliesse, und zwar so, daß es geschikkt sey, durch die Schweisloͤcher der Haut zu verduͤnsten BOERH. aphor. pract. n. 1210. sydenh. u. s. w. . Es fuͤgt noch der beruͤhmte Quelmalz Progr. ad disp. bosii. 1748. hinzu, es scheine die dichtere Lungenschagader zum Verdichten des Blutes gemacht zu seyn Siehe dagegen whytt on vit. mot. SAVVAG. assembl. de Montpel. 1743. . Andre muthmaßen, es wuͤrden die Kuͤgelchen, und alle Arten der zarten Saͤfte hier vornaͤmlich gebilder, und sie empfiengen hier ihre Maaße boerh. angef. Ort. fer- rein. barry tr. on a consum- tion of the lungs 1727. 8. hoadl. S. 64. Hierbei komme die Luft zu Huͤlfe, die die Anziehungskraft ver- mehre. . Daß die Roͤthe des Blutes urspruͤnglich BOERH. u. s. w. Daß die Kuͤgelchen unterhalb den Lungen- blaͤschen roͤther sind, als uͤber den- selben; der ber. BERTIER phy- sique des corps animes. S. 64. Daß die Roͤthe, wenigstens in der Lunge, vermehrt werde, der vortr. SENAC. T. II. S. 87. , und zwar aus der Verdichtung selbst, und von der Beruͤhrung der Luft entspringe QVELMALZ angef. Ort. lievt Physiolog. S. 107. 108. , wird geglaubt, weil das Blut in der Holader, wenn es die Kraͤfte der Muskeln em- pfunden, demohngeachtet doch schwaͤrzlich wird, und da- gegen in der Lungenschlagader LOWER S. 183. , und in den Schlaga- dern roͤther ist MICHELOT T. S. I. 22. 23. . Jndessen lehren doch die meisten, auch Boerhaave, daß es mit der Dichtheit Waͤrme bekomme, ob schon Hamberger sehr wiederspricht, und dagegen einwendet, daß von der Waͤrme alle Koͤrper duͤnne, von der Kaͤlte dicht werden, und hierinnen hat er einen grossen Schein der Wahrheit auf seiner Seite mavrocordat. c. 17. thrvst. . Man erinnert aber auch, V. Abschn. Der Nuzzen. auch, daß in Fischen, Froͤschen, und Schildkroͤten, bei deren starken Bewegungung, doch keine Waͤrme im Blute erzeugt werde Phil. Trans. n. 27. . Dieses alles hat in so fern seine gute Richtigkeit. Es hat die Lunge mit den uͤbrigen Schlagadern, durch welche das Blut umlaͤuft, diese Wirksamkeit gemein So urtheilet mit uns dec. ber. kaavw. n. 327. . Also ist sie ihr nicht besonders eigen, da die maͤchtigen Ursachen dazu mangeln, und in der Geschwindigkeit des die Lunge durchstroͤmenden Blutes nichts besonders vor- waltet Vorhergeh. N. , das sich mit der heftigen Bewegung der Mus- keln vergleichen liesse. Doch es machen auch die kalten Thiere Vergl. 6 B. , und das Huͤnchen im Eie, ein rothes, dich- tes, fluͤßiges, und aus Kuͤgelchen zusammengesezztes Blut alsdenn, wenn sie noch eine unglaublich kleine Memoir. le poulet. T. II. S. 38. , stilliegende, oder gar keine Lunge haben. Das Blut wird ebenfalls von allen Geschwuͤren, und so gar an ent- fernten Knochen, wenn gleich die Lunge ganz gesund ist, auf eben die Weise aufgeloͤst. Vor kurzem zeigte noch der beruͤhmte J. Nepomuk Kranz die Natur des Wassers, das sich nicht zusam- mendruͤkken liesse, und dieses mache fast die Helfte des Lungenblutes aus, scheine nicht dergleichen Verdichtung zu gestatten Jn einer besondeen Thesis. 159 vorgetragen. . N n 2 §. 23. thrvst. S. 52. 53. stahl theo- ria med. S. 288. und de different. puls. celer. et frequent. Eben dieser versichert, es sei seit 1684 seine Erfin- dung. So sagt auch boerh. n. 201. HALES. S. 100. u. s. f. arbvth- not. S. 49 s c hreib. almagest. S. 341. strake de respir. Erfurt. 1748. verryst. angef. Ort. S. 48. Das Atemholen. VIII. Buch. §. 23. Die Wirksamkeit des Atemholens auf das Blut des Unterleibes, und die Eingeweide. Was wir von der Zusammendruͤkkung des Blutes im Unterleibe gesagt haben 8 B. 1 A. 36 N. , gehoͤrt zu dem Nuzzen, den die Respiration dem menschlichen Leben leistet. So steigt also blos das Zwerchfell bei jedemmaligen Einatmen nieder, und es druͤkkt den Magen, die Gedaͤrme, die Leber, Milz, und Nieren herab Ebendas. . Es wird ferner der volle Unterleib, zwischen dem sinkenden Zwerchfelle und den Muskeln, die von diesem Bauche den Namen her haben, und den Wirbelbeinen zusammengedruͤkkt, und so wird alles, was sich in dem holen Bauche befin- det, besonders in dem angestrengten Atemholen, im Be- streben 8 B. 4 A. 34 N. , sehr stark geprest. Jch betrachte hier, um mich kurz zu fassen, das Blut der Blutadern in der Le- ber, Milz, dem Gekroͤse, den Nieren, in der ungepaar- ten, und in der Holader, dieses ganze Sistem, als eine einzige Roͤhre, welche gleichsam von allen Seiten mit einem Guͤrtel umgeben ist, und voͤllig ausgedruͤkkt wird. Folglich zerteilt sich diese Roͤhre mitten durch in zwo Saͤulen. Die obere derselben wird im Atemholen von den Aesten in die Staͤmme getrieben; die untere wird von den Staͤmmen in die Aeste zuruͤkke gedruͤkkt, indem fast der ganze Unterleib keine Klappen hat, die sonst den Lauf des Blutes bestimmen koͤnnten. Ob man nun gleich den- ken koͤnnte, daß die Natur wenig vor die Geschwindig- keit des Blutumlaufes auf solche Weise gesorgt habe, in- dem zugleich der gehoͤrige Umlauf des Blutes verzoͤgert zu werden scheint, wie er erst beschleunigt wurde, so ziehet doch V. Abschn. Der Nuzzen. doch das thierische Leben wirklich seinen Nuzzen daraus. Es wird naͤmlich das Blut in den schlaffen, und nach der senkrechten Hoͤhe aufsteigenden Blutadern, wo es stille steht, wieder in Bewegung gebracht, und wo Kluͤmpe zusam- men geronnen, da werden diese erschuͤttert, und durchgemengt. Ferner so wird dennoch auch nicht der Gang des Blutaderblutes vom Atemholen in Verwirrung gebracht. Die obere Saͤule, welche, wie wir gesagt haben, gegen das Herz zuruͤkke gedruͤkkt wird, diese beschleunigt ihren Weg durch die Leber, und so weiter zum Herzen hin, und wenn sie vom Herzen aufgenommen worden, so wird sie weiter gesandt, ohne zuruͤkk zu stroͤmen. Die andre Saͤule, welche gegen die Enden der Blutadern zuruͤkke zu fallen scheint, diese tritt, kurz darauf, in dem naͤch- sten Nachlassen, wenn die Presse des Zwerchfells und der Bauchmuskeln nachgieht, in die eben ausgeleerte Gefaͤsse der Obersaͤule, welche folglich nun dem Blute der Aeste weniger wiederstehen, mit leichter Muͤhe ein. Dieses gehet uͤberhaupt so zu, wie ich oft gesehen, wenn ich die Oberhode mit Queksilber aussprizzte, daß sich die- ses fluͤßige Metall sehr leicht aus keinem andern Grunde, durch die Kruͤmmungen dieser so engen Gefaͤßchen durch- preste, als weil ich den Abfuͤhrungsgang oben unterbun- den, und also gleichsam einen leeren Raum gemacht hatte, in den die naͤchste Untersaͤule des Queksilbers mit frischer Erleichterung eindringen konnte. Jch mag hier den Drukk der Holader, da sie von dem einatmenden Zwerch- felle verschnuͤrt wird, nicht wieder beruͤhren QVELMALZ de adjum. sang regress. . Folglich ist das Atemholen eine helfende Kraft, die das Blut des Unterleibes erschuͤttert, durchmengt, aus seinen Eingeweiden herausdruͤkkt Dieses macht zum vornem- sten Nuzzen JOH. FLOYER. angef. Ort. T. II. S. 337. , und solches dem Herzen wieder geschwinde zufuͤhrt. N n 3 Da- Das Atemholen. VIII Buch. Daher wiedersteht, um kurz zu seyn, keine andere Ursache staͤrker dem Stokken des Blutes in der Milz LEEVWENHOEK. phy- los. trans. n. 307. , und in der Leber besser, da es so in diesen Eingeweiden sehr leicht stille zu stehen pflegt. Von dieser Kraft ge- schicht es, daß das Blut vom untersten Gedaͤrme gegen das Herz senkrecht hinauf getrieben wird, damit es nicht seiner Neigung, die dem Hintern nahe Blutadern auseinan- der zu drengen, uͤberlassen bleibe. Folglich ist in allen hypochondrischen Uebeln nichts so heilsam, als ein ange- strengtes Atemholen. Wenn man einatmet, schwellen die Gekroͤsegefaͤße der Gedaͤrme auf, und sie werden im Ausatmen mit Macht zusammengeschnuͤrt Heuermann Physiologie. T. III. S. 739. . So wie die aufliegende Presse des Zwerchfells behuͤlf- lich ist, daß das Blut wieder zuruͤkke kehren kann, so be- koͤmmt auch die Galle durch ihre Kanaͤle, und aus der Leber Luft, nach dem Gedaͤrme zu gehen Memoir. | sur la respiration. exp. 55. S. 30. segner de bile cyst. . Dieses ist die Ursache, warum das Erbrechen, oder das staͤrkste Ausatmen, in periodischen Schmerzen, welche die Stei- ne der Gallenblase erregen, fast allemal dem Paroxys- mus (Anfall) ein Ende machen, und die Kranken, wenigstens auf einige Wochen, vor den Schmerzen sichert Vergleiche damit Comment. ad boerhaave Instit. medic T. III. S. 166. . Es kann beides, der Drukk des Unterleibes, und des Zwerchfells, in den Nieren, in dem Fortruͤkken der Steine, in der Zusammendruͤkkung der Gedaͤrme mit ih- ren Speisen, die sie enthalten, in der Pressung des Spei- sesaftes PECQVET. S. 82. aus seinem Behaͤlter und Gaͤngen, die die- V. Abschn. Der Nuzzen. diesen Saft fuͤhren, non Nuzzen seyn. Und so kan man die Hipotese eines beruͤhmten Mannes Des vortrefl. Senaks Me- moir. de l’Acad. 1724. in so fern gel- ten lassen, daß der in grossem Drukke, besonders im Drukke des Ausatmens ausgeleerte Speisegang kurz darauf, dem nachfolgenden Safte einen kleineren Widerstand entgegen sezze, und diesen leichter aufnehme Der Drukk des Darmfelles und Zwerchfells ist die vornehmste Ursache der Bewegung des Speise- safies, BERTIER. angef. Ort. S. 403. . Es steigt aber auch der Magen von dem Zwerchfelle nieder 8 B. 1. A. 36 N. , wenn wir einatmen, und er wird zugleich in dem lebendigen Thiere von den Bauchmuskeln, gegen den Ruͤkken zu geprest. Solchergestalt wird der Ma- gen viel nachdruͤkklicher, als von seinen Magenfasern selbst, wenigstens im Menschen, erschuͤttert, gedruͤkkt, die Speisen werden durch einander gemengt, und dieser Sakk selbst endlich ausgeleert Selbst bis zum Erbrechen. S. 313. . Jch habe mich naͤm- lich oft an Menschen wundern muͤssen, daß dieses Einge- weide von den Fehlern der Nahrungsmittel so duͤnne, als ein Pappier geworden, und dennoch seine Speise forttrei- ben koͤnnen; ich haͤtte auch nicht die Ursache von dieser Standhaftigkeit entdekkt, wenn ich nicht die helfende Kraft des Zwerchfells kennen lernen. Die Gallenblase kann fast nur einzig und allein vom Zwerchfelle ausgelehrt werden, da beruͤhmte Zergliederer diesem Behaͤlter keine Muskelfasern gestatten Der ber. Cassebohm. . Die Harnblase wird offenbar von den vereinigten Kraͤften des Zwerchfelles, und der Bauchmuskeln aus- geleert: und sie faͤngt sich fast nie ohne Bestreben an auszuleeren Comm. in BOERH. T. III. S. 271. . Wenn nun der Harn einmal zu fliessen N n 4 an- Das Atemholen. VIII. Buch. anfaͤngt, so verrichten das uͤbrige die eignen Kraͤfte sei- ner Blase weiter Mem. sur les part. irritabl. et sensibl. . Der Mastdarm leert sich durch die Kraͤfte des Atem- holens aus, und er schaft im gesunden Menschen fast nie- mals ohne diese Gewalt den Koth fort, welche Gewalt der Reiz des ausgedehnten Darmes rege macht. Die Gebaͤrmutter entlediget sich durch eben diese Kraft, uͤber die kein Anstrengen staͤrker wirkt, von der Frucht Ebendas. T. V. P. II. . Denn ob ich gleich die Kraͤfte der Gebaͤrmutter davon nicht ausfliessen mag, so mus man doch von diesen weni- ger erwarten, da die Kraͤfte des Atemholens die Mutter gegen die Frucht bei ganz vollem Unterleibe dergestallt druͤkken, daß sie allenthalben angelehnt, kaum eine sol- che Wirkung hervorbringen kan, welche sich mit den Kraͤften der Anstrengung vergleichen liesse. Endlich so sind alle gefluͤgelte Thiere ohne eine muskelhafte Gebaͤr- mutter, und sie legen ihre Eier, blos von den Kraͤften des Atemholens unterstuͤzzt, von sich. Die Wirksamkeit des Zwerchfells in Verengerung der untern Holader, scheint einen besondern Nuzzen nach sich zu ziehen. Denn indem es, waͤrend dem Einatmen, das Blut zuruͤkke treibt, so sorgt es davor, daß das sonst von den obern Blutadern in der Lunge zusammen fliessende Blut, dieses Eingeweide nicht zu sehr uͤberhaͤufe. Das Einatmen fuͤhrt die Luft zur Nase hin ORIBAS. S. 48. Praelect. boerh. T. IV. S. 69. 70. , und es zieht zugleich aus der Luft die fluͤchtige Theile herbei, welche ohne diesen aufgewuͤlten Luftstrudel, sich unfuͤlbar machen wuͤrden. Wir koͤnnen naͤmlich die heftigsten Ge- ruͤche von uns abhalten, wenn wir blos den Atem zuruͤkke halten: selbst die Hunde spuͤren nicht, wenn sie durch eine Wunde an der Luftroͤhre Atem holen muͤssen PERRAVLT ess. de phys. T. III. S. 29. . Jch Prael. BOERH. T. I. S. 539. V. Abschn. Der Nuzzen. Jch glaube zwar nicht, wenn ich die Sache recht er- waͤge, daß mit dem Einatmen Luft in den Magen gezo- gen werde. Denn es wird nicht nur der Schlund waͤ- rend dem Einatmen von den Muskeln des Zwerchfells geprest S. 87. sproegel. S. 26. 28. schwarz. n. 10. , sondern auch der Magen zusammen gedruͤkkt. Jndessen 8 B. 4 A. 32 N. bleibt doch das Saugen vornaͤmlich eine Folge des Atemholens, und also ist ein an die Welt ge- brachtes Thier seine erste Narungsmittel der Wolthat dieses Werkzeuges schuldig. Jch bin auch nicht dawieder, daß nicht die Luft die in dem Magen befindliche Speisen aufloͤse: doch ich mus diese Speculation bis zu ihrem Orte verschieben. Jch leugne auch nicht, daß die Thiere aus dem Schlangengeschlechte, von ihrer Lunge noch den Nuzzen haben, daß sie nach der verschiednen Kraft der Luft, wel- che sie in die Lunge einziehen, oder wieder herauslassen, entweder schwimmen, oder niedersinken koͤnnen- Bei dieser Art von Thieren stimmt die Lunge in so fern mit der Schwimmblase DERH. Physico-theol. c. 6. rai phil. trans. n. 115. und 225. redi de anim. vivent. S. 105. Auch die Wasserschnekke sinkt, wenn die Luft zusammen gedruͤkkt worden, ins Wasser. swammerd. bibl. nat. S. 165. Der Mytulus dehnt durch einen eignen Muskel, seine Lun- ge aus, daß|er schwimmt, und er zieht sich zusammen, um unterzusinken, MERY Mem. de l’ Academ. 1710. S. 425. uͤberein, die sich selbst mit Luft erfuͤllt, das Thier uͤber dem Wasser haͤlt, so oft es noͤ- thig ist, und es dagegen sinken laͤst, wenn sie sich leer macht Wenn diese Blase zerreift, sin- ken Thiere im Wasser unter, rai angef. Ort. Die keine haben, kriechen auf dem Boden des Meeres und koͤn- nen nicht wieder in die Hoͤhe kom- men, Ebenders. und Adersohn Be- schreibung von Groͤnland. S. 93. . An den Jnsekten ist dieses das besondere, daß sich ihre Theile von der Luft ausdehnen, und daß ihr Wachs- thum von diesem Elemente abhaͤngt. Es sind in den Bienenfluͤgeln die Nerven Luftroͤhren Swammerd. S. 504. . Von dieser N n 5 Luft Das Atemholen. VIII. Buch Luft entfalten sich die Fluͤgel der Jnsekkten, die sie aus der Puppenhuͤlse verwikkelt herausbringen 417. 4 5. . Jndessen ist doch der Hauptnuzzen des Atemholens, die Stimme Thiere, die keine Lunge haben, haben auch keine Ohren, GREW cosmolog. sacr. S. 29. und ein stum- pfes Gehoͤr. . Jch habe oft den Nuzzen von dieser Handlung in Erwaͤgung gezogen, und dieses hat mich fast veranlast, diesem Nuzzen die erste Stelle einzuraͤumen, ja ich enthalte mich fast nicht, zu glauben, die Lunge sey in der Absicht da, ein Thier mit der Stimme zu versehen. Wenn Thiere eine Lunge haben, so haben sie auch eine Stimme; und ich finde Thiere stumm, wenn sie ohne Lunge sind. Jch glaube auch nicht, daß diesem Sazze dadurch Eintrag geschehe, daß einige Thiere entweder selten eine Stimme von sich geben, oder doch schwach, und wenig klarstimmig sind: genung, daß sie eine Stimme haben, so viel, als die Bequem- lichkeiten eines Thieres erfordern, um ihre Schmer- zen, Schrekken, und ihren Zorn anzudeuten, das Weib- chen herbei zu rufen, sich einander Schmeicheleien zu sa- gen, oder zu erschrekken. Ferner, wenn einige Fliegen mit ihren Fluͤgeln, oder der beweglichen Pauke, andere mit ihren beweglichen Kinnbakken, oder Zungen, und ei- nige Fische einen Laut erregen, so hat dieser Schall doch nichts von der Biegsamkeit und der Verschiedenheit der Stimme an |sich. Daß der Unterleib der Voͤgel voller Luft, und zu musikalischen Toͤnen gebauet sei, ist schon laͤngst von andern gesagt worden NEEDH. de form. fet. c. 17. . §. 24. Der uͤbrige Nuzzen, den die Hipotese dar- bietet. Vielleicht hat man vielen noch kein Gnuͤge geleistet, und darunter befinden sich gewiß Maͤnner, die Ruhm ver- V. Abschn. Der Nuzzen. verdienen, welche, ob sie gleich die so große Allgemein- heit des Atemholens durch das ganze Reich der Thiere einsehen, dennoch in der Muthmaßung stehen, daß die Lunge noch eine groͤssere Wohlthat dem thierischen Leben zuwege bringe, als wir bereits davon ausfuͤhrlich gesagt haben. Diese Maͤnner moͤgen es mir nicht veruͤblen, daß ich diese Dienste, die ich noch nicht kenne, so lange uͤber- gehe, bis ich sie klaͤrer einsehen lerne Die Lunge hat in lebendigen eine sonderbare Kraft, daß sie die elastische Kraft verliert, und da das Blut der Blutadern zum Schlaga- derblute gemacht wird, GORTER exerc. V. S. 17. . So vermag ich zur Zeit den Werth des Zwerchfells, den der beruͤhmte la Case diesem beilegt, nicht mit der gehoͤrigen Deutlichkeit zu durchschauen. Es soll die Hauptursache zu den thierischen Verrichtungen seyn Idée de l’homme physique. S. 124. : es sollen mit ihm alle Nerven, alle Zellgewebe in Ueber- einstimmung stehen. Es soll sich das Darmfell im Ausat- men erheben Ebendas. , die Ribbenhaut im Einatmen niedersin- ken, es soll mit diesen Membranen das ganze Sistem des zellfoͤrmigen Gewebes Gemeinschaft haben. Folg- lich wuͤrde dadurch im ganzen Zellsisteme eine ewige Schwingung unterhalten 8 B. 2 A. 16 N. . Dieses Zellsistem wuͤrde aber von vielen Nerven durchstrichen S. 143. , und es ziehe die mehresten Theile des Koͤrpers mit grosser Staͤrke an sich. Die Zwerchfellskraͤfte erstrekken sich, mit der Zell- gewebe, bis zum Kopfe hin S. 324. , es sei zwischen dem Ko- pfe, und diesen Kraͤften ein Gleichgewichte da, welches von allen uͤbrigen organischen Theilen erhalten wuͤrde S. 247. , und dieses sei der große Quell aller Geschaͤfte im thieri- schen 8 B. 2 A. 13 N. Das Atemholen. VIII. Buch. schen Koͤrper Ebendas. . Endlich so soll, denn es ist die Sekte eben dieselbe, der Sizz aller angenehmen, und unange- nehmen Empfindungen im Zwerchfelle liegen BVFFON hift. nat. u. f. T. VII. S. 10. 11. , und hier soll man sie, nicht aber im Gehirne S. 12. empfinden. Diejenigen Leser, die hier mehr, als ich sehen koͤnnen, moͤgen weiter lesen; doch es ist selbst der edelste unter allen Muskeln nicht so stolz, sich so große Verdienste zu zueignen, da die Fruͤchte die Vierfuͤßigen, das ganze Reich der Voͤgel, und die Fische, sich ohne den Gebrauch ei- nes Zwerchfells wohl befinden. Endlich so sind die Zellgewebe ungeschikkt, Bewegungen hervorzubrin- gen, und es hat noch nie ein Mensch an diesen Gewe- ben Bewegungen wahrgenommen. Neun- Das neunte Buch. Von der Stimme und Rede. Erster Abschnitt. §. 1. Der Luftroͤhrenkopf uͤberhaupt. D amit die Luft, welche vermittelst des Ausatmens aus der Lunge ausgestossen worden, eine Stim- me hervorbringe, so mus sie Jn den Wunden der Luftroͤhre verliert sich die Stimme G. la MOT- TE chir compl. T. II. observ. 212. Doch dieses soll genauer wiederholt werden. nothwendig durch das Rizzchen des Luftroͤhrenkopfes gefuͤhrt werden: und damit diese Stimme zu begliederten Toͤnen werde, so mus die Zunge auf mancherlei Weise an die Waͤnde des Mun- des anschlagen. Wir wollen also den Luftroͤhrenkopf, die Zunge, die Waͤnde des Mundes, und die Nase in so fern zergliedern, aber auch zugleich eingedenk seyn, daß diese Theile noch genauer an ihrem besondern Orte zerlegt wer- den muͤssen. Es ist also der Luftroͤhrenkopf, in Latein larynx, da sonst ehedem dieser Name Bei uns ist der wahre Larynx, der φαϱυγξ genannt wird, hipp. πεϱι αϱχαιας ιητϱιϰης. Daß oh- ne Unterscheid gebraucht werde, φαϱυγγος und λαϱυγγος galen- usu part. L. VIII. So hat es gvi- dot proleg. S. 12. Jn den Schrif- ten des rvfvs wird pharynx vor larynx genommen. L. II. S. 57. Mit dem maͤnnlichen Artikel ὁ φα- ϱυνξ mit dem Worte pha- Die Stimme. IX. Buch. pharynx, einerlei Bedeutung ohne Unterscheid hatte, es ist der Luftroͤhrenkopf gleichsam eine hole Buͤchse, wel- che vor den Wirbelbeinen, unter dem Munde, und uͤber der Kehle haͤngt, und welche der Mensch mit den Vier- fuͤßigen Thieren gemein hat Auch an den Meerthieren, tyson am tursio. S. 32. hart- mann am Meerkalbe. ; man findet davon eine aͤhnliche, oder gleiche Einrichtung auch in den Voͤ- geln Es haben naͤmlich zween Knorpel der Spalte Saume Bresl. Samml. 1726. S. 203. Anderson. S. 151. Auch der Cartil. cricoidea bei den Parisern, am Straussen. T. II. P. II. S. 142. Am Vogel aus Numidien. T. III. P. II. S. 21. Die Voͤgel haben keine Kehlendekkel. . Auch zeigt sich im Geschlechte der Fische und Schlangen eine Spalte mit zween Knorpeln BREM. Mem. de l’Academ. 1739. Am Frosche, die Pariser am Ka- maͤleon. T. III. P. I. S. 54. An der Natter, Phil. Trans. n. 144. An der Schildkroͤte fuͤgen die Pariser noch den Ningknorpel hinzu, T. III. P. II. S. 191. Damit sie den Voͤgeln gleich sei. . Der Luftroͤhrenkopf ist am Menschen durchgaͤngig hol, nach Art einer Roͤhre TARIN chondrogr. T. 35. f. 1. , welche sich so wohl von obenher in den Mund oder die Kehle, als unterwerts in die Luftroͤhre oͤffnet. Er ragt vorweres hervor, ist da- selbst laͤnger Vergl. TARIN. f. 1. und 3. , und mehr verschlossen. Hinterwerts ist derjenige Theil Ebendas. f. 3. , welcher die Roͤhre macht, kuͤrzer, Von obenher hat er eine weite Oefnung. Es besteht der Luftroͤhrenkopf aus Knorpeln, Mus- keln, Baͤndern, und Membranen, daß daraus eine voͤllig zusammenhaͤngende, und bewegliche Maschine entsteht, welche im gesunden Menschen fest genung ist, doch aber auch bisweilen, von gewaltsamen Zufaͤllen die Knorpel von einander loͤsen laͤst, die den Luftroͤhrenkopf ausmachen. Von einer lauten Stimme hatte sich der Ringknorpel losgege- ben, BARTH. de pulm. schrei- ber almagest. S. 353. Vom Wuͤr- gen hatte sich der Ringknorpel von der Luftroͤhre abgesondert, WEISS progr. V. S. 14. . An ϱυνξ bedeutet ein larynx. svi- DAS. T. III. S. 582. goraevs. mit dem weiblichen, die fauces, svidas. ebendas. I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. An den Mannspersonen ist der Luftroͤhrenkopf fast dreimal weiter, und groͤsser, welches auch von seiner Spalte so gilt, als an den Frauenspersonen: es ragt auch bei jenen die schildfoͤrmige Vorragung mehr her- vor RIOL. S. 176. tarin. T. XXXV. A. und T. XXXV. B. Doch haͤtten auch die Frauenspersonen bis- weilen einen eben so grossen Luftroͤh- renkopf. Heuermann Phisiologie. T. II. S. 3. , (Adamsapfel), davon die Maͤhrchen des Poe- bels entstanden sind. So habe ich es mit Zuverlaͤßigkeit gefunden. §. 2. Der Ringknorpel. Der wahre Grund des ganzen Luftroͤrenkopfes, ist haͤrter, und dikker BERTIN. T. IV. S. 279. , ob schon kleiner, als der schild- foͤrmige Knorpel, wird ganz allein mit der Luftroͤhre vereinigt, und traͤgt auf sich die dreiekkigen Knorpel, die auf ihm liegen. Der sonst ungenannt geheissene Knor- pel SVIDAS. angef. Ort. , der aber laͤngst von der Aenlichkeit den Namen eines Ringes fuͤhrt Das Wort ϰϱιϰοειδης ist beim Galen zu finden, de dissect or- gan. vocis. c. 4 vergl. vesal L. I. c. 38. oribas nennt ihn den klei- nern. S. 56. 58. , dergleichen die Tuͤrken BELLON singularites. S. 330. , und Persianer CHARDIN voyage T. IV. S. 125. beim Bogenspannen gebrauchen, ist einer Seits hoͤher, und in der Mitte kuͤrzer. Er ist aller Orten fester, als seine Nebenknorpel, be- koͤmmt im Alter gemeiniglich eine knochige Natur FABRICIVS de voce. L. III. c. | 5. MORGAG advers. I. S. 29. winsl. n. 461. weszpremi obs. bertin. S. 284. genga anat. chir. S 93. Vom ganzen Luft- roͤhrenkopfe, vater catal. mus. S 19. n. 42. PLOT nat. hist of staf- fordsh. BARTHOL. dom. anat. S. 42. fallop de part simil. c. 7. colvmbvs hat den ganzen Luft- roͤhrenkopf unter die Knochen ge- zaͤhlt. S. 100. , und Die Stimme. IX. Buch. und hat alsdenn Faͤcherchen BERTIER. S. 288. , die mit rothen Mem- branen, und Gefaͤssen bemahlt sind Mem. sur les os. S. 262. . Jch habe die- sen Knorpel an seiner Mitte hinterwerts knochig gefunden. Es hat diese Faͤcherchen J. G. Duvernoi Comm. Acad. Petr. T. VII. S. 220. nebst dem gleichsam Guͤrtel beschrieben. Er ist vorne her kurz EVSTACH. f. 7. 8. tarin f. 1. 3. C. u. f. , dikk, bauchig, bildet un- ter dem Schildknorpel den Luftroͤhrenkopf voͤllig, und raget vor dem Anfange der Luftroͤhre etwas hervor. Hierauf erhebet er sich nach Linien, welche ruͤkkwerts in die Hoͤhe steigen, er ist in dieser Gegend laͤnger EVSTACH. T. 42. f. 1. 7. 8. casser T. 15. f. 9. 10. 11. albin Ic. oss fet. f. 156. 157. ber- tin. S. 279. 281. tarin. f. 9. , doch koͤmmt er nicht der Hoͤhe des Schildknorpels gleich EVST. T. 42. f. 1. . Es kehret diese breitere Flaͤche dem Schlun- de zu, er selbst aber wird von den Seiten des Schildknor- pels ergriffen EVSTACH. angef. Ort. f. 1. 2. . Er ist unterwerts breiter, oberwerts hingegen enge EVST. f. 10. bertin S. 283. . Jn dieser Gegend besizzt er eine hervorragende Li- nie EVSTACH. T. 42. f. 2. 10. santor. tab. 3. f. 1. winsl. T. IV. S. 427. , von welcher er in zween maͤßig hole Sinus geteilt wird SANTOR. ebendas. wins- low. . Er hat eine schiefe Lage, und neigt sich mit seinem bern Theile gegen den Schlund hin GVNZ Mem. des sav. etr. T. I. S. 285. . Auf diesem sizzen, als auf einem Postamente, nicht nur die dreiekkigen Knorpel, sondern auch der andere schildfoͤrmige. Jene sizzen mit ihren Pfannen auf dem breitgeschwollnen Huͤgel ORIBAS. angef. Ort. MORGAGN. adv. 1. tab. 2. f. 6. tarin f. 9. 10. 11. g. g. winsl. n. 427. des Ringknorpels. Die- I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. Dieser trift am untern Theile, und am auswendigen Seitenteile unsers Knorpels kleine, und ebenfalls ge- woͤlbte Huͤgelchen an AVICENNA S. 14. santor. tab. 3. f. 11 vergl mit 1. evst. f. 1. vergl. mit 2. tarin f. 10. I. et f. 1. XXXV. B. 1. winsl. n. 482. , welche den, an beiden Seiten etwas holen Sinus des Schildknorpels in sich n hmen. Bisweilen sizzt noch auf dem ersten Ringe der Luft- roͤhre der Ringknorpel BERTIN S. 283. 284. . Jch habe aber auch gesehen, daß er einen unfoͤrmlichen Fortsazz von seinem hintern Theile, und von seiner Seite von sich gestrekkt, welcher sich in die zween erste Ninge der Luftroͤhre theilte. Er macht einen Theil, und den untersten der Luft- roͤhre ganz allein aus, den obern Theil aber bildet er nebst dem Schidknorpel ORIBAS. S. 56. . Folglich ist der untere Theil dieser Roͤhre rund: der obere aber, ist, wegen der Figur des Schildknorpels unfoͤrmlich, und an beiden Seiten zusammengedruͤkt GVNZ angef. Ort. . §. 3. Der Schildknorpel. Der Knorpel ϑυϱεοιδης SVIDAS angef. Ort. oribas S. 56. ϑυϱεον scutum. , oder der schildartige, von der Figur so genannt, ist unter den Knorpeln, die den Luftroͤhrenkopf ausmachen, der groͤste. Er wird uͤber- haupt, so wie der vorhergehende, oͤfters zum Knochen WESZPREMI, bertin winsl. Mit knochigen Spuren be- legt, pechl. obs. L. II. n. 40. Am meiften wird er vorne her, und an den Seiten knochig, genga S. 92. groͤstentheils knochig, vater catal. mus S. 19. 20. Vom ganzen Luft- roͤhrenkopse. Siehe S. 397. , so, daß er seine Faͤcherchen Diese hat der ber. Duver- noi beschrieben. angef. Ort. S. 221. morgagn. T. 2. f. 2. bertin. S. 276. Es hat morgagn. recht, wenn er sagt, daß diese Faͤcher mit dem Alter breiter werden, adv. VI. S. 529. , die mit rothen Gefaͤssen be- H. Phisiol. 3. B. O o Die Stimme. IX. Buch. bemahlt, und hart sind, beibehaͤlt. Der juͤngere Du- vernoi sagt noch, er werde oͤftres in Maͤnnern, als Weibern zu Knochen Myotomolog. S. 142. . Jch habe gesehen, daß er seine knorplige Beschaffenheit behalten, und doch ein Theil uͤber dem untern Rande knochig gewesen; ich habe ihn knochig gefunden, da man an dem Ringknorpel keine Ausartung bemerken konnte. Seine Figur machen zwei flache Parallelogram- men EVST. T. 41. f. 8. 11. 12. T. 42. f. 1. casser. T. I. f. 5. 6. T. 13. f. 5. T. 15. f. 4. 5 albin. f. 155. ta- rin T. 35. A. f. 7. 8. T. 35. B. f. 1. , welche unter einem flachen, und stumpfen Win- kel vorwerts zusammenkommen, dessen oberer Theil einen Einschnitt hat EVST. T. 41. t. 8. 11. 12. casser T. 1. f. 1. 2. 3. 4. 5. 6. T. 13. f. 1. T. 15. f. 4. 5. 6. al- bin f. 155. tarin angef. Ort. a. t. 35. B. f. 2. bertin S. 271. cowper myotom. T. 30. f 1. 3. , vor dem Halse vorragt EVST. T. 41. f. 8. 11. 12. casser ebendas. T. 1. f. 5. T. 13. f. 1. T. 15. 1. tarin T. 35. A. f. 7. bertin S 270. bonhomme dephalotomie T. 20. f. 2. covr- celles musc. cap. T. 8. 6. cow- per angef. Ort. , und zwar an den Maͤnnern mehr, als an den Frauensper- sonen Vergl. tarin T. 35. A. f. 7. 8. mit T. 35. B. f. 2. . Wenn sich diese Parallelogrammen vereinigt, so be- geben sie sich ruͤkkwerts von einander, ergreifen den Ring- knorpel EVST. T. 42. f. 1. 2. u. f. , und endigen sich mit einem fast geraden Rande. Man hat Exempel, ob diese gleich etwas seltnes sind, daß an diesen Tafeln, oben und vorne, nicht weit vom flachen Winkel ein Loch gefunden worden LIEVT. S. 186. albin osteogr. f. 155. Am Ochsen, cas- ser vs T. XI. f. 5. , durch welches eine Schlagader nach dem Jnwendigen des Luft- roͤhrenkopfes gelaufen Fasc. III. S. 4. . Es laufen aus allen freien Winkeln dieses Knorpels Fortsaͤzze heraus, naͤmlich zween obere, und eben so viel unten. Jene I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. Jene neigen sich oben ruͤkkwerts EVST. T. 42. f. 1. 2. 9. 11. casser T. 1. f. 4. 5. 5. 8. 9. cow- per angef. Ort. f. 2. , sind etwas gekruͤmmt COWPER append. ad bidl. f. 20. , und haben ein stumpfes Ende, womit sie sich, wie eine Keule endigen CASSER. T. 13. f. 2. 3. 4. 5. morgag. T. 11. f. 12. santor. T. 3. f. 1. 2. winsl. 424. cowper app. ad bidl. f. 20. . Die untere kuͤrzern Hoͤrner EVST. T. 42. f. 1. 2. 9. san- tor. T. 3. f. 12. tarin f. 7. 8. cowper T. 30. angef. Ort. bom- homme angef. Ort. f. 3. endigen sich ebenfalls mit einem Keulenende WINSL. 424. , steigen schief nach einwerts hinab, schmiegen sich an die Seiten des Ringknor- pels an, und stossen mit einer schwachen Tiefe an die Ge- lenkflaͤchen an, von denen wir geredet haben. Diese Ver- bindung ist an sich feste, und ziemlich sicher, wegen des kurzen und dichten Zellgewebes, womit beide Knorpel an einander gehaͤngt sind. Etwas nach unten, und vorwerts zu, hat der untere Rand dieses Knorpels noch ein anderes Huͤgelchen, wel- ches die Einlenkung des Ringschildmuskels abgrenzt EVST. T. 42. f. 9. casser T I. f. 5. 6. tarin ad f. 1. doch schwach covrcell. bei μ. : dieses ragt bald kuͤrzer, bald laͤnger hervor. §. 4. Die dreiekkigen Knorpel. ( arytænoideæ ). Dreiekkige, von der Figur eines Giesbekkens Arutaenae et aquales beim lvcilivs Satyr. L. I. S. 267. , heissen die beiden Knorpel, ob sie gleich, wenn sie von ihren Muskeln und Membranen noch nicht abgeloͤst sind, in dem vollstaͤndigen Koͤrper, nur ein einziges zwei- koͤpfiges Huͤgelchen ausmachen GASSER. T. I. f. 7. G. T. 13. f. 3. bertin. S. 294. , und von unsren Vor- fahren, ehedem nur vor einen einzigen, und dritten Knor- O o 2 pel Die Stimme. IX. Buch. pel angesehen worden GALEN. de usu part. L. VII. c. 11. 17. de voc. instrum. diss. c. 4. ORIBAS. S. 58. SVIDAS ang. Ort. . Es hat diesen Jrrthum Jakob| Berengarius verbessert, und anfangs noch zweifelhaft Isagog. S. 49. , hernach mit mehr Gewisheit den Aus- sp uch gethan In MVNDINVM. S. CCCXCIII. , daß ihrer zween da sind. Nach dieser Verbesserung haben sich die meisten Zergliederer des sechs- zehenden Jahrhunderts VESAL. L I. c. 36. colvm- bvs. S. 44 fabriciys P. 1. c 6. lavrent. S. 106. SPIGEL. L. III. c 3. casser. c. 10. gerichtet, indessen daß die Ehr- furcht vor die Alten in dem Gemuͤthe des Riolans In C. BAVH. S. 727. in LAVRFNT. S. 636. enchirid. , und Kaspar Hoffmanns das meiste gethan Apolog. GALEN. S. 134. . Sie liegen hinten am Oberteile des Luftroͤhrenkopfes, hinter- werts kehren sie sich dem Schlunde zu, vorne her sind sie gegen die Hoͤle des Luftroͤhrenkopfes, und den Schild- knorpel gelagert. Wenn man sie gehoͤrig rein macht, so zerlegen sie sich in zween Theile. Der untere, welch r groͤsser ist, und sich mit seinem maͤßig holen ORIBAS S. 58. mo|r- gagn. adv. I. T. 2. f. 6. S. 15. bon- homme T. 17. f. 5. tarin. f. 15. h. , eirunden Sinus, schief einwerts wendet, sizzet auf den Huͤgelchen des Ring- muskels, deren wir gedacht haben, mit einem so beweg- lichen Gelenke, daß er sich sehr leicht von der rechten zur linken biegen laͤst, und es kruͤmmen sich beide ent- weder gegen der Hoͤhle des Luftroͤhrenkopfes, oder gegen den Schlund. Jn dieser Zergliederung befindet sich am innern Winkel eine schleimige Verbremung, die den Haversischen MORGACN. Adv. I. T. 2. f. 6. S. 15. bertin. S. 295. Druͤsen aͤhnlich ist. Der Grund dieser Knorpel wird nicht leicht knochig Doch hat sie ganz und gar knochig gefunden, BERTIN S. 291. Daß sie nicht knochig werden, will MORGAGN. , ob er gleich oft seine inwendige Faͤcherchen hat DVVERN. Comm. Acad. Petrop. T. VII. S. 220. . Aus diesem Grun- de I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. de verlaͤngern sich gleichsam zween Fortsaͤzze, einer, der auswendig liegt, und die Vergliederung mit dem Ring- muskel endigt weitbrecht fig. ber- tin S. 290. SANTOR. f. 1. c. WINSL. n. 430. EVST. T. 42. f. 2. , ein andrer, der inwendig, und vorne laͤuft, der die Spalte des Luftroͤhrenkopfes absondert, und den untern Rand der Kammer ( ventriculus ) unterstuͤzzt. Dieser Knorpel ist etwa einer dreiekkigen Piramide gleich CASSER T. 15. f. 13. 14. 15. 16. , erhebt sich uͤber sich, und nimmt, indem er in die Hoͤhe steigt, an Dikke ab. Der andre hintere Theil WEITBRECHT f. 81. e. e. schwach hol, BERT. ALBIN f. 159. WINSL. n. 429. empfaͤngt die Muskeln, von denen wir reden werden. Der vordere gewoͤlbte ALBIN. f. 158. WINSL. n. 429. Theil stellt ein Stuͤkk von einem Kegel vor, kehrt sich gegen die Hoͤle des Luftroͤh- renkopfes, und hat drei Furchen MORGAGN. T. II. f. 6. von e bis f. , welche voller kleiner Druͤsenkoͤrnerchen sind. Mit der untern flachen Stelle wendet sich der rechte Knorpel gegen den linken zu Schwach gewoͤlbt, nach dem BERTIN. S. 289. gerade und a ch. S. 293. . Auf dem obern piramidenfoͤrmigen Ende sizzt noch ein anderer Knorpel auf dem gemeinen dreiekkigen oder Giesbekkenknorpel, er hat ein in der That bewegliches Gelenke, ist beinahe eirund, zugespizzt SANTOR. angef. Ort. a. , vorne her ge- woͤlbt, schwach ausgehoͤlt, ihn hat der grosse Zergliederer J. Dominicus Santorin S. 97. Es schreibt auch davon WEITBR. f. 81. Dieses ist der obere Fortsaz bei dem J A. v. der LINDEN med. physiol. S. 577. vor den sechsten und siebenden Knorpel des Lustroͤhrenkopfes gezaͤhlt, und zwar nicht ohne Ursache, wofern die Kleinheit nicht dem An- sehn eines neuen Namens Eintrag thut. Diese kleinen Hoͤrner kruͤmmen sich ruͤkkwerts gegen den Schlund O o 3 zu (b) BERTIN S. 290. san- tor. T. 3. f. 3 d. LIEVT. ess. S. 188. RVNGE S. 10. Die Stimme. IX. Buch. zu CASSER. T. I. f. 9. mor- gagn. T. 2. f. 2. D. D. WINSL. n. 430. . Jch finde sie bestaͤndig, und es vermengen sie andere beruͤhmte Maͤnner, entweder mit dem dreiekkigen Knorpel EVST. T. 42. f. 12. , oder sie unterscheiden sie doch nicht allezeit BERTIN S. 290. wins- low ebendas. . Der untere Theil des dreiekkigen Knorpels ist durch viele Muskelfasern mit seinem Nebenknorpel verbunden, und von diesen Fasern wollen wir bald reden: sie entfernen sich vom obern, und machen einen Zwischenraum, welcher fast nach, der Linie mit der wahren Spalte fortgeht, aber unrecht hie und da vor die Spalte selbst genommen wird Wenn man die Spalte zwischen die dreickkigen Knorpeln sezzt, wie bei dem DOM de MARCHETT. S. 86. Es ist der schiefe Theil der Spalte bei dem MORGAG. S. 16. . §. 5. Das Kehlendekkelchen (Luftroͤhrenklappe. epiglottis ). Jn der That traͤgt dieser Dekkel uͤber der Spalte ἐπιγλωσσις beim are- taeo, pollvx. S. 207. ἐπιγλωτ τ ις beim rvfvs. L. I. S. 49. L. II. S. 56. pollvx. S. 211. Kleine Zunge, beim celsvs. L. IV. c. 1. nichts zur Stimme bei, indem diese gemacht, und voll- staͤndig wird, so bald die Luft aus der Spalte hervortritt; und es singen die Voͤgel CASSER. S, 108. VALIS- NER. notom. dun struzzo. S. 249. Phil. Colleg. 1682. Die Pariser aller Orten. Auch haben die Schlangen keine, COITER S. 126. auch ohne diesen Kehlendekkel angenem Die Voͤgel haben keine, PLI- NIVS. L. XI. 624. . Man wird weiter sehen, daß die Natur diesen Schuzz blos wegen der Gefahr des Hinabschlingens dem Luftroͤhrenkopfe beigefuͤgt, damit die Bissen, oder Ge- traͤnke ARIST. hist. anim. L. I. c. 16. ORIBAS. S. 64. , wenn diese uͤber der Muͤndung des Luftroͤhren- kopfes, in den dahinter liegenden Schlund fallen, sich von I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. von ihnen nicht leicht etwas, das fuͤr den Magen bestimmt ist, in die Luftroͤhre verirre. Zu dem Ende ist diese klei- ne Zunge blos den Vierfuͤßigen, und, wie ich glaube, allen gegeben worden, denn es ist bekannt, daß sie auch der Elefant RAY wisdom of God. S. 331. , dem sie einige abgesprochen, habe, wie solches aus genauen Zerlegungen erhellet Die Pariser, Mem. sur l’hist. des anim. T. III. P. 3. . Jch glau- be auch schwerlich, daß sie bei einem Menschen GVILIELMINI de morb. cadav. judicio. S. XXII. TAR- GIONI obs. S. 137. , auch ohne einen Fehler im Niederschlingen TARGION. I. ebendas. , gemangelt ha- be, und so glaube ich auch nicht, daß sie zu der harmo- nischen Stimme TAVVRY S. 368. , oder zur Verschiede heit der Toͤne etwas mit beitraͤgt SANTOR. S. 107. . Jndessen haben wir doch nicht ihre Geschichte von dem Luftroͤhrenkopfe trennen wollen: denn ob dieser Dekkel von den Vorfahren gleich nicht mit zu den Knorpeln gerechnet worden Welche nicht mehr, als drei Knorpel zaͤhlen, GAEEN de voc. inssrum. dissect. c. 4. , so zaͤhlt man ihn doch gemeiniglich dazu, er haͤngt vornaͤmlich mit der Schilddruͤse zusammen, und er bekoͤmmt seine Fasern, die den Muskelfasern gleich sind, vom Luftroͤhren- kopfe her. Es tritt also von der Hinterflaͤche des Flachwinkels des Schildknorpels TARIN f. 3. 4. BON- HOMME T. 20. f. 4. Daß keins gewesen, DVVERN. Comm. Pe- trop. T. VII. S. 218. , zwischen den Kammern ( ventri- culos ) uͤder der Spalte, unter dem gedachten Flekkgen, ein festes Band heraus FABRIC. de larynge f. 10. WALTHER de deglut. S. 6. de obes. et vorac. n. 2. BERT. S. 296. WINSL. n. 431. , welches einen geschlanken Einen schmalen Theil hat rvfvs L. II. S. 56. winsl. n. 431. Jhn zeichnet CASSER. T. 13. f. uͤber sich ausgestrekkten, und bisweilen gleichsam aus drei Gelenken zusammen gesezzten Theil traͤgt, den zwo kleine Hoͤlungen absondern. O o 4 Die- Die Stimme. IX. Buch. Dieser Theil erweitert sich einiger maassen zu einem ei- runden Knorpel EVST. T. 42. f. 2 casser. T. 13. f. 3. 5. 6. 11. 17. T. 15 f. 17. 18. TARIN angef. Ort. BONH. angef. Ort. , welcher sich uͤber sich nach der senkrech- ten Linie hinter der Zunge, und den Zaͤpfchen erhebt RVFVS S. 27. 49. STE- PHAN. L. I. c. 25. BONH. SAN- TOR. angef Ort. EVST. angef. Ort. CASSER. T. I. f. 7. T. 13. f. 3. WEITBR. f. 81. TARIN. angef. Ort. , gegen dieses Zaͤpfchen gewoͤlbt CASSERIVS T. I. f. 6. T. 5. f. 18. TARIN. f. 1 , und gegen den Luft- roͤhrenkopf hol ist EVST. f. 2. CASSER T. I. f. 7. 8. 9. T. 13. f. 3. MORGAG. T. 2. f. 1. TARIN f. 3. BON- HOMNE angef. Ort. . Er pflegt sich gerne mit seinem Ende nach vorne zu uͤberzubiegen BERTIN S. 296. SAN- TOR. S. 107. Dieses habe ich laͤngst so beschrieben, Comm. ad BOERH. T. I. S. 216 Die Kupfer davon ha- ben TARINI T. 35. A. f. 2. 4. MORGAGNI f. 5. COWPER T. 30. f. 4. . Der Kehlendekkel ist gemeiniglich durchbort, beson- ders unterwerts, wie auch der lezztgedachte Theil ( petio- lus ), mit vielen Loͤchern von allerlei Groͤssen durchbro- chen WEITBR. f. 81 TARIN f. 4. 16. 17. MORGAG. f. 5. Die- se Loͤcher sind etwas gros. Ganz klein macht sie SANTOR. T. 3. f. 1. 2. BIANCHI ad MANGE- TI theatr. S. 263. Klein BERT. S. 297. WINSL. n. 431. . Einige von den groͤssern Tiefen, sind zum Theil offen, zum Theil MORGAGNI f. 5. Risse nennt sie WINSL. n. 440. Diese Sinus leugnet BIANCH. angef. Ort. Jch habe sie aber in der That gesehen. mit rothen Fleischwaͤrzchen angefuͤllt, welche sich mit dem gewoͤlbten Ruͤkken zu einer holen Flaͤche verlaͤngern. Es ist der Kehlendekkel uͤbrigens sehr beweglich, da er blos auf einem Bande ruht, und sehr leicht von dem sich zuruͤkkziehenden Ruͤkken der Zunge dergestalt biegen laͤst EVST. f. 1. TARIN eben- das. f. 2. 4. COWP. t. 30. f. 3. , daß er die ganze Muͤndung des Luftroͤhrenkopfes, so weit dieser zwischen dem Kelendekkel, und den Drei- ekks- f. 17. Petr. tarin. T. 35. A. f. 16. 17. d. verh T. 4. Diese Kupfer machen es kurzer, als es nach unsrer Beobachtung ist. Besser BON- HOMME angef. Ort. Dieses ist die languette Theoph de bordev rechereh. sur les gland S. 85. Vor kurzem hat es beschrieben, dvver- noi. T. VII. S. 218. I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. ekksknorpeln offen ist, voͤllig bedekkt; doch wir wollen von diesem Geschaͤfte anderswo mit Ausfuͤhrlichkeit handeln. Er ist ein elastischer Knorpel, er springt von selbsten zu- ruͤkke, und richtet sich wieder in die Hoͤhe. Jn der Frucht hat er die Beschaffenheit einer Membran Es stellt es Massa mitten zwischen dem Knorpel und der Mem- brane. S. 65. . Auch dieser pflegt sich zu verhaͤrten BARBETTE beim BON- NET sepulchret. anat. T. II. S. 31. . §. 6. Die Baͤnder des Luftroͤhrenkopfes. Dessen Spalte ( Glottis ). Hinter dem Kehlendekkel befindet sich die Muͤndung des Luftroͤhrenkopfes, und noch eine weite CASSER. T. I. f. 7. zwischen F. und G. SANTOR. T. 2. f. 3 ad. D. COWPER myotom. ed. 1724. T. 30. f. 2. MORGAGN. T. 2. f. 1. zwischen F und ee. dd. WEITBR. f. 81. , welche vorwerts aus dem laͤngeren Theile des Roͤhrchens entsteht, und hinterwerts eine kuͤrzere Oefnung hat. Es bildet sich diese Muͤndung zwischen dem vordern Kehlendekkel, den hintern dreiekkigen Knorpeln, und dem Kehlendekkel, mittelst der Membranen, welche zu dem dreiekkigen Knor- peln laufen, und an den Seiten herumgelagert sind. Man hat auch diese Muͤndung mit Unrecht vor die Luftroͤhren- spalte genommen LITTRE Memoir. 1718. S. 299. . Es strekken sich ferner zwei Paar Baͤnder von den dreiekkigen Knorpeln, gegen die hintere hole Flaͤche des Schildknorpels aus. Die obern und answendigen, die weniger sehnig, weniger elastisch sind, gehen von dem O o 5 Theile (q) FABRIC. de laryng. L. II. ohne Buchstaben. CASSER. T. 13. f. 11. D. D. mit Membranen umwik- kelt, WINSL. n. 436. WALTH. de obes. et voracibus. S. 3. MOR- GAGN. T. 2. f. 2. ff. und S. 16. WEITBR. f. 82. d. Die Stimme. IX. Buch. Theile, der uͤber der Mitte der dreiekkigen Knorpel liegt, hervor, und werfen sich mitten in den Oberleib des Schildknorpels. Die untern, die ebenfalls der Queere nach laufen ARANTIVS. c. 31. mor- gagn. T. 2. f. 2. gg. und S. 16. CASSER. angef. Ort. E. E. mit Membranen umwikkelt. FABRIC. angef. Ort. ohne Buchstaben, le ru- ban. Des ber. FERREN. Mem. 1741. S. 420. Auch hat es WEI- BRECHT f. 82. e. , sind stark, elastisch, und bestehen aus sehnigen Welches Dodart gesteht, Memoir. von 1700. S. 282. 1706. S. 398. WALTHER. S. 3. , und elastischen LETTRE a M. D. sur le nouv. Syst. de la voix. S. 9. Fasern, welche die Membran des Luftroͤh- renkopfes bedekkt, und sie laufen etwas unterhalb der Mitte aus den dreiekkigen Knorpeln, uͤber der Grundflaͤche derselben heraus, und senken sich nach meinen Erfah- rungen in den flachen Winkel, oberhalb der Mitte des Schildknorpels Jn der Mitte, WINSL. n. 435. . Es scheint, daß sie von den Alten vor einen einzigen Theil gehalten worden, den sie Glottis geheissen Die kleine Zunge, welche ei- ner Pfeife aͤhnlich ist, ist das vor- nehmste Werkzeug der Stimme, ORIBAS S. 60. , und es ist dieser Jrrthum auch noch lange genung beim Riolan Ueber den C. BAV HIN S. 727 uͤber den LAVRENT. S. 636. Enchirid. S. 316. u. f. Mode gewesen. Die Mus- kelfasern, welche sie ihnen beilegten DADART. Memoir. 1700. S 261. 1706. S. 398. , waren nothwen- dige Folgen von der Hipotese. Sie sind hinterwerts breiter, vorne schmaͤler WALTH. ang. Ort. S. 3. . Jch habe Koͤrper vor mir gehabt, und auch von er- wachsenen Frauenspersonen, bei denen diese Baͤnder bei- nahe membranoͤse, und ohne Elasticitaͤt waren. Sie koͤn- nen gespannt werden, entweder, wenn man die dreiekkigen Knorpel niederwerts zieht FERREIN. S. 425. , oder, wenn der Luftroͤhren- kopf in die Hoͤhe geht, und der Schildknorpel vorwerts gezogen wird Ebenders. ebendas. Lett. sur le nouv. Syst. u. s. f. S. 13. . Zwi- Auf der Grundflaͤche, wins- low. n. 435. morgagn. S 16. I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. Zwischen diesen Baͤndern zeiget sich eine Rizze, wel- che in todten Koͤrpern vorne schmal, hinten an der Mitte breit ist, und welche aus der Hoͤle der Kehle, und dem oͤbersten Beitritte des Luftroͤhrenkopfes, der hinter dem Kehlendekkel offen ist, und in die Hoͤlung der Luftroͤhre fuͤhrt. Diese Rizze ist die wahre Luftroͤhrenspalte ( Glottis ) CASSER. f. 10. K. ARAN- TIVS. c. 31. , oder das vornehmste Werkzeug der Stim- me, wie wir bald sagen wollen. Da der Luftroͤhrenkopf bei den Frauenspersonen kleiner ist, so soll auch diese Spalte bei ihnen enger seyn RIOL. S. 176. . Diese Spalte verschliest sich, wenn die dreiekkigen Knor- pel herbeigezogen werden, und zwar bei Thieren, besonders den Voͤgeln, und kalten Vierfuͤßigen, so genau DODART Memoir. von 1700. S. 261. 1706. S. 408. u. s. f. SWAMMERD. S. 120. Lettres sur un nouv. Syst. S. 13. und ehe- dem ORIBAS. S. 62. , daß keine Luft, weder aus dem Munde in den Luftroͤhrenkopf, noch gegenteils aus der Luftroͤhre, in den Mund hervor- dringen kann. Wenn diese Spalte verschlossen ist, so bla- sen Froͤsche Der Frosch, FABRIC. P. 2. c. 11. de BREMOND. ang. Ort. S. 477. Die Schildkroͤte bei den Parisern T. III. P. 2. S. 291. eine enge Spalte in den Schlangen, Phil. Trans. n. 144. ihre Lunge auf, und diese Spalte haͤlt in den Thieren, die sich unter das Wasser tauchen Das Meerkalb bei den Pari- fern. angef. Ort. Seekuh STEL- LER Nouv. Comm. Petrop. T. II. S. 314. , das Wasser ab, daß es nicht in der Zeit, als sie unter dem Wasser leben, in die Lunge kommen kann. Eben so wird dieselbe auch, wenn sich der Luftroͤh- renkopf in die Hoͤhe hebt, vorwerts, oder herabzieht, verzogen. An Voͤgeln sind, statt dieser Baͤnder, entweder an- dre Knorpel CASSERIVS S. 97. mon- tagnat eclairc. S. 69. , oder knochige Muskeln, welche sich ein- ander genau beruͤhren Lettres sur le nouveau Syst. de la voix. S. 42. , und von denen wir an ihrem Orte handeln werden. §. 7. Die Stimme. IX. Buch. §. 7. Die Kammern ( ventriculi ). Zwischen diesen Baͤndern, steigt eine Membran, die den Luftroͤhrenkops bekleidet, uͤber der Luftroͤhrenspalte nieder, welche sich gegen sich zuruͤkke legt, und zu einem Sinus Ventriculi laryngis mor- gagn. Sinus du larynx. WINSL. n. 436. Siehe HEISTER Eph. Nat. Cur. Vol. obs. 179. wird, der eine verschiedne Hoͤhe hat, und sich bald mit einem Halbkreise, bald mit einer Parabel endigt MORG. angef. Ort. f. 4. . Jn dem Grunde dieser Kammer oͤffnen sich viele Schleimtiefen Die schleimigen Loͤcher, MORGAG. S. 17. Siehe Hei- ster angef. Ort. . Die Muͤndung steht be- staͤndig offen Auch EVST. tab. 42. f. 11. morgagn. adv. I. T. 2. f. 2. 3. WEITBR. f. 82. BONHOMM. T. 17. , ist elliptisch, und breiter, und laͤnger, als der ganze Sinus, und sie strekkt sich der Quere nach, von den dreiekkigen Knorpeln, bis zum Kehlendekkel fort. Auswerts schliest sich an sie der Schildgiesbekkenmuskel, der seitwerts liegt MORGAGNI S. 16. und ep. ad valsalvam VIII. n. 4. WALTHER angef. Ort. . Der Sinus ist an Thieren von guter Stimme Jn den Schweinen, casse- rivs. fabric. morgagn. HERISS. Mem. de l’Acad. 1753. S 288. Jn den Pserden, fabr. casser. morg. Jn den Hunden, casser. morgagn. Etwas aͤhnliches davon haben die Maͤnner unter den gruͤnen Baumsroͤschen, Roesel. Sie fehlen dem Ochsen, und Schafe, MORG. S. 18. weiter. An sehr zarten Kindern ha- be ich keine Hoͤle gefunden. Die Sache selbst ist alt Eine nicht kleine Kammer, in welche die aus gehauchte Luft dringt, wenn sie bei geschlossnem Kelendekkel keinen Weg flndet. GALEN de util. part. L. VII. c. 13. ORIBAS. S. 62. Undeutlich nennt sie Ventriculos. C. STEPHAN. L. II. c. 42. EV- STACH. druͤkkt sie beilaͤufig aus. valverdvs nennt sie. S. 225. lavrent. giebt sie vor was neues aus. L. IX c 16. Ferner sev. pi- naevs Praefar. ad L. de virginit. notis. S. 28. Jm Schweine beschreibt sie fabr. L. III. c. 12. und in Pfer- den ebendas casser. vertheidigt sie gegen den Vesal L. I. c. 15. S. 98. und zeichnet sie aus dem Hunde, T. 9. f. 10. Schweine T. 10. f. 9. Pfer- de T. 19. f. 4. und 11. D. D. C. BAV- HIN beschreibt sie, und glaubt, daß , den- I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. dennoch aber von dem vortreflichen Morgangi In advers. I. in advers. V. ver- mehrt er sie in Epist. anat. VIII. , da sie fast seit dem siebenzehenden Jahrhunderte doch nicht voͤllig, in Verfall gerathen, wieder auf die Bahn ge- bracht worden: denn es fanden sich in gedachtem Jahr- hunderte Maͤnner, denen die Wahrheit nicht fremde war C. BARTHOL. inst. anat. S. 233. thom. caspar F. anat. S. 443. ex bavhin. drelinc. vergleicht die Raͤnder der Spalte nicht unrecht, mit den Muͤzzenklap- pen am Herzen, Prael. S. 182. Die untern Klappen des Luftroͤrenkopfes giebt er vor was ueues aus, SCHEL- HAMMER Progr. valedict. S. 6 und beim VALENT. amphitheatr. Zootom T. II. S. 88. AMAT. BOVRD. hat es fast aus C. BAV- HIN wiederholt, descript. anat. S. 183. und KEIL. anat. abr. S. 151. P. DIONIS cours d’anat. S. 480. Gruben an der Seite der Spal- te nennt es SIDOBRE de va- riolis. . Die Verschiedenheit und Groͤsse dieser Theile hat der vortrefliche Wiederhersteller wohl gekannt Adv. V. S. 67. , daß also Bianch dessen Kupfer nicht zu tadeln Ur- sache hat In MANG. theatr. S. 262. . §. 8. Die uͤbrigen Baͤnder. Ob diese gleich nicht so beruͤhmt, als die Spaltenbaͤn- der sind, so muͤssen doch nicht ausser Acht gelassen werden die uͤbrigen Baͤnder, welche die Knorpel des Luftroͤhren- kopfes vereinigen. Unter diesen fuͤhren einige ihren Na- men mit Recht, und sie bestehen aus glaͤnzenden und ge- fpannten Fasern: einige sind nur haͤutig, sie pflegen aber von beruͤhmten Maͤnnern mit genommen zu werden, weil an einem Werkzeuge von so grossem Nuzzen nichts ge- ri nge zu seyn scheint. Es daß die Speisen hineinfallen theatr. anat. S. 538. RIOL. hat Unrecht, wenn er dem Bauhin vorruͤkkt, daß sie von allen Zergliederern beschrieben worden, in C. BAVH. S. 727. Die Stimme. IX. Buch. Es ist daher der ganze Luftroͤhrenkopf am Zungen- bein, wovon gleich die Rede seyn wird, doch nicht mit- telst einer einzigen Bekleidung aufgehaͤngt. Es steigt also von dem lezzten dikkeren Ende des obern Horns des Schildknorpels, ein rundes CASSER. T. I. f. 4. 5. 6. 7. BIDLOO T. 24. f. 7. 8. cowp. append. f. 20. myot. T 30. f. 2. BONH. T. 17. f. 1. 2. 12. WEIT- BRECHT f. 81. WINSL. n. 432. BERTIN. S. 275. , und starkes Band her- auf, an dem nicht selten ein kleiner FABRICIVS angef. Ort. f. 9. D. D. P. III. c. 4. MORG. advers. I. S. 38. BONHOMME angef. Ort. und S. 200. weit- brecht ebendas. k. winsl. angef. Ort. plancvs monstr. tab. 3. f. 5. Ein knorpliges und nerviges Band nennt es ORIBAS. S. 58. , harter, knorp- licher Knoten, der auch knochig seyn kann, wahrgenom- men wird, und so habe ich es auch gefunden. Es er- strekkt sich dieses Band bis zum aͤusserstern Horne des Zungenbeins, in welches es sich nachdruͤkklich hineinbegiebt. Ein anderes starkes, flaches Band CASSER T. I. f. 5. BON- HOMME T. 17. f. 1. T. 20. f. 2. F. WINSL. n. 433. 438. , steigt mitten aus der Grundflaͤche des zweihoͤrnigen Knochens, bis zum oͤbersten Theile der zusammenstossenden Vierekks- flaͤchen eben dieses Schildknorpels gerade hernieder. Dasjenige ist voͤllig haͤutig, welches von den Hoͤr- nern SANTOR. S. 199. 200. BERT. S. 262. 274. CASSER. T. I. f. 4. D. des Zungenbeins, bis zu den Fortsaͤzzen des oberen Schildknorpels fortlaͤuft. Der Kehlendekkel wird ebenfalls von einem haͤutigen Bande getragen, welches von dem innern Rande, dem hintern Theile der Grundflaͤche dieses Knochens, und von der Grundflaͤche selbst, zu beiden Seiten einen gedop- pelten Anfang nimmt MORGAGN. adv. I. S. 3. T. I. e. BERT. S. 262. 299. . Mit ihm geht in einem Stuͤkke fort, ein Theil von der Haut, die der Kehle gemein ist, dieser neiget sich zu beiden Seiten gegen einander, und er erstrekkt sich, hinter dem Zungenbande, bis zum Ruͤk- ken des Kehlendekkels hin. Es I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. Es geht noch eine Zungenbekleidung von ihrem Ruͤkken EVST. T. 42. f. 5. MORG. adv. I. tab. 1 c. S. 19. Adv. VI. an. 92. S. 119. 120. WEITBR. f. 80. S. 215. , von allen Seiten, zum Kehlendekkel hin, doch wird diese Haut mitten an der Zunge, und dem Kehlendekkel staͤrker, niederwerts breiter, und sie bekoͤmmt zellfoͤrmige, und weisse Fassern Jst haͤutig, Winsl. n. 439. , zwischen denen man auch bisweileilen fleischige Fasern, die anderswo vorkom- men sollen, antrift. An den Seiten dieses Bandes er- scheint eine breite Haut, von der Gegend der Mandeln, bis zum Kehlendekkel WEITBR. f. 80. e. S. 215. WINSL. n. 439. . Zwischen der Zunge aber, und dem Dekkel des Luftroͤhrenkopfes, vertieft sich ein kleines Thal, welches von dem Mittelbande, davon jezzt die Rede gewesen, abgetheilt wird. Diejenigen Baͤnder, welche die Knorpel unter sich vereinigen, folgen nunmehr. Es begeben sich demnach von dem untersten Rande, und zugleich von der Mitte des Schildknorpels, an den Seiten des Flachwinkels zwei starke, kurze, feste Die aͤussere Flaͤche, casser. T. I. S. 5. 6. cowp. T. 30. f. 1. Die inwendige, oder hintere Seite, weitbr. f. 81. g. Fuͤr ein einziges haͤlos BONH. T. 20. f. 2. 3. T. 17. f. 1. G. Baͤnder einwerts hinab, sie neigen sich gegen einander, und senken sich in der Win- kelspizze, die sie zusammen machen, in den vordersten, und mittlern Theil des Ringknorpels, zwischen den Ring- schildmuskeln. Die Streifen dieser Baͤnder werden durch einige Rizzen COWPER angef. Ort. abgesondert, durch welche Gefaͤße laufen. Dieses sind die bekanntesten, so wie die groͤsten ORIBAS. S. 58. JAC. PE- RENGAR S. CCCXCV. b. C. STEPHAN. L. II. c. 43. sant. Sein erstes. S. 99. Ligament fort WINSL. n. 494. weitbr. S 217. Thyrocricoidien, BERTIN S. 275. inferieurs. S. 285. verh. T. 22. f. 1. oberhalb G. . Es steigt ein anderes Band zu beiden Seiten SANTOR. S. 99. Das zweite. Winslow scheint davon zu reden, n. 432. 434. Thyrohyoi- diens posterieurs. BERT. S. 275. 285. Vielleicht sind sie auch dem Be- rengar bekannt gewesen. ang. Ort. aus dem innersten untern Anhaͤngsel eben dieses Schildknor- pels Die Stimme. IX. Buch. pels nieder, und es endigt sich in den obern Seitentheil des Ringknorpels, und wirft sich zwischen dem hintern und Seitenpakke des Ringschildmuskels hinein. Diejenigen Baͤnder der Luftroͤhrenspalte, welche vom Schildknorpel kommen, wiederholen wir hier nicht S. 474. . Ferner so laͤst der Schildknorpel aus einer ihm eignen Hervorragung Weitbrecht. S. 219. Santor. S. 99. ob winsl. n. 435. ein zu beiden Seiten rundes Band hervor, welches an den innern Seiten der dreiekkigen Knorpel hinauf steigt, und sich unter den Hoͤrnern endigt weitbr. f. 81. i. i. . Es soll noch ein anderes rundes Band aus eben die- sem Ringmuskel, und dessen oͤbersten Ruͤkken, nach dem oͤbersten Horne des dreiekkigen Knorpels gehen Santorin. S. 97. . Mir scheint es von dem naͤchst vorhergehenden nicht unterschie- den zu seyn. Endlich vereinigt eine Membran, denn sie hat keine solche Fasern als ein Band, die dreiekkigen Knorpel, fast ihrer ganzen Laͤnge nach, von der Spizze bis zur Grund- flaͤche Weitbr. S. 218. T. 81. h. Santor S. 99. , und verknuͤpft sie mit der oͤbersten Gegend des Schildknorpels. Die Gelenke des Luftroͤhrenkopfes haben ihre Kap- seln, welche von kurzen, und den zellfoͤrmigen aͤhnlichen Fasern versichert werden. Dergleichen Baͤnderchen ver- knuͤpfen auch das Horn des dreiekkigen mit seinem Knor- pel BERTIN S. 293. 292. 290 . §. 9. Die Beweglichkeit des Luftroͤhrenkopfes. Man kann nicht zweifeln, daß sich nicht der ganze Luftroͤhrenkopf in seiner Verbindung erheben, und nieder- zie- I. Abschn. Der Lufhroͤhrenkopf. ziehen lasse. Ob aber auch alle Knorpel des Luftroͤhren- kopfes diesem einige Bewegung gestatten, wenn indessen die ganze Maschine in Ruhe ist, daran wollen einige noch zweifeln. An sich sind die dreiekkigen Knorpel, und der Keh- lendekkel ungemein beweglich. Da aber diese Bewegung des Schildknorpels, der Zankapfel mit in der Ferrein- schen Streitigkeit ist, so hat man sich auch desto mehr Muͤhe gegeben, diese Sache mit Sorgfalt zu untersuchen. Es behauptet naͤmlich Ferrein, daß der Schildknor- pel nach vorne zu gezogen werde, wenn sich die dreiekki- gen Knorpel ruͤkkwaͤrts ziehen, und auf diese Art wuͤrden die Baͤnder gespannt, welche die Luftroͤhrenspalte aus- machen Mem. von 1741. S. 425. und in duodecim. qua estionibus. : er sagt, daß man diese Bewegung auch durch das Gefuͤhl empfinden koͤnne, wenn man den Fin- ger unter den Schildknorpel S. 426. hielte. Ein Schuͤler dieses beruͤhmten Mannes bestaͤtigt diese Bewegung Eclaircissemens en fo rme de letres. S. 81. : und man koͤnnte, nach eben dieser Hipotese, auch hieher ziehen, daß dieser Knorpel, wie oben angezeigt worden, in gewaltsamer Anstrengnng der Toͤne, zerreisset 9 B. 1 A. 1 N. . Doch man findet auch vor dem Fabricio Leute P. I. c. 4. , welche schreiben, daß sich eben dieser Knorpel, sowol in die Hoͤhe heben, als wieder ein wenig in die Hoͤhlung des Luftroͤhrenkopfes niederziehen lasse. Das in die Hoͤhe Heben ist hier eben das, was Ferrein mit dem nach vorne ziehen, sagen wollen. Es hat naͤmlich kurze Zeit darauf Fabricius einen Unterschied in der Erhebung mit dem ganzen Luftroͤhrenkopfe gemacht, und er laͤsset diese Bewegung zu. Der beruͤhmte Santorin geht hiervon einigermassen ab, und meint S. 102. , daß der S child- knor- H. Phisiol. 3 B. P p Die Stimme. IX. Buch. knorpel uͤber dem festern Ringmuskel, von den Ring- schildmuskeln ( cricothyreoidei musculi ) ein wenig nie- derwerts gezogen werde. Endlich so hat ehedem Gunz gewollt De oscitat. S. 20. n. 8. , daß eben dieser Knorpel von seinen Neben- knorpeln zwar nicht entfernt, aber doch gedruͤkkt werden koͤnne, daß davon gleichsam eine bruͤllende Stimme ent- stuͤnde. Jch sehe aber nicht eben ein, daß eben dieser Knor- pel, von denjenigen Muskeln, die das Zungenbein, und den Schildknorpel vorwers ruͤkken, gezogen werden koͤn- ne, daß nicht zugleich der Ringknorpel mit folgen sollte, da er mit diesem durch gar zu kurze Baͤnder, und beson- ders mit den untern Hoͤrnern, durch eine sehr enge Kap- sel verbunden ist. Jch sehe auch, daß Santorin S. 101. , und ehedem Fabricius Angef. Ort. , mit mir einerlei Sin- nes sind. Wenn man ferner die Finger an bie Kehle legt, wenn sich der Schildknorpel erhebt, und vorwerts ruͤkket, so fuͤhlt man mehr als zu deutlich, daß die ganze Maschine des Luftroͤhreukopses folge, und zugleich mit vorruͤkke. Jn diesem Stuͤkke hat der vortrefliche Joseph Exu- perius Bertin Lettre sur le nouv. syst. de la voix. S. 12. 31. mit mir einerlei Gedanken. Es laͤst sich kaum vermuthen, daß sich ein so dikker, und sehr elastischer Knorpel von den Brustzungenbeinmuskeln zu- sammen druͤkken lasse. Das will ich nicht leugnen, daß ein Fehler nicht mit unterlaufen, und der Schildknorpel nicht durch Krankheit beweglich gemacht seyn koͤnne Eph. Nat. Cur. Dec. I. ann. 8. obs 33 Sie fugen hinzu, es waͤre durch eine Bleiplatte befestiget worden. . Mehr Schein hat die Santorinsche Meinung, da in der Ferreinschen das Horn des Schildknorpels von dem unbeweglichen Ringmuskel losgehen, nach jener hin- ge- I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. gegen sich blos maͤßig nach vorne neigen muͤste; beson- ders da ein Muskel, und zwar keiner der schwaͤchsten, bei der Hand ist, von dem man schwerlich einen andern Dienst erwarten koͤnnte Welches auch Bertin zulaͤst. S. 12. 31. . Wenn er aber nidergedruͤkkt wird, so mus er auch billig dagegen wieder in die Hoͤhe gehoben, und wieder hergestellt werden. §. 10. Die Muskeln des Luftroͤhrenkopfes. Die Brustschildmuskeln desselben ( sternothy- reoidei ). Bisher haben wir diejenige Bewegung erwogen, wel- che die Festigkeit der Knorpel, und die Natur der Ver- gliederungen verstattet: nun muͤssen wir auch die Kraͤfte nennen, von denen entweder der ganze Luftroͤhrenkopf, oder doch ein Theil desselben, in Bewegung gesezzt wird. Die Erklaͤrung dieser Kraͤfte erfordert eine Beschreibung des Zungenbeins, weil dieses mit dem Luftroͤhrenkopfe in so genauer Verbindung steht, daß der Luftroͤhrenkopf not- wendig auf oder niederstigen mus, wenn sich dieses er- hebt, oder niederfaͤllt. Es bewegt also den gesammten Luftroͤhrenkopf der groͤste unter seinen Muskeln, naͤmlich der Brustschild- muskel ( sternothyreoideus ). Dieser entspringt mit einer ziemlichen Breite, bei dem oͤbersten O|RIBAS. S. 202. albin. S. 203. T. XI. a. b. und T. III. EVSTACH T. 33. winsl. n. 446. , und hintersten Theile des Brustknochens, und ganz sehnig casser. T. I. f. 3. , doch daß seine Fasern sogleich fleischig werden; nach beruͤhmten Maͤnnern nimmt er bisweilen ganz nahe bei der ersten P p 2 Rib- Die Stimme. IX. Buch. Ribbe ALBIN. Ebendas. T. XI. b. c. und d. e. und T. III. EVST. angef. Ort. winsl. n. 446. gvnz angef. Ort. , bei der zwoten ALBIN. S. 204. dovgl. S. 37. , oder bei dem Schluͤssel- beine sein Entstehen MORGAGN. advers. II. S. 32. winsl. n. 446. rav myol. S. 54. tassin S 232. . Er steigt in die Hoͤhe, verengert sich zu einem schmaͤleren Durchmesser, und er folgt EVSTACH. T. 41. f. 5. alein. T. III. den Seiten der Luftroͤhre, davon er einen grossen Theil bedekkt, welches er auch zugleich an der Schilddruͤse thut WINSL. n. 445. 446. BID- LOO T. 15. f. 3. . Nicht selten geschicht es, daß er noch mit einem Seh- nenstriche geziert wird ALBIN S. 204. casser. T. I. f. 2. 3. gvnz Mem. des sav. etrang. , welcher nicht weit uͤber dem Brustknochen aufgezeichnet ist. Sein Ende ist vielfach, ob es gleich viel schmaͤler, als der uͤbrige Muskel ist. Sein vornehmstes Pakk wirft sich in die Luftroͤhre, und zwar unterhalb, oberhalb dem vorragenden Rande des Schildknorpels EVST. T. 41. f. 12. albin. S. 203. T. XI. f. 9. und T. III. COVRCELL. T. V. t cowp. T. 30. f. 1 BONH. T. 20. f. 2. D. DMORG. advers. I. T. I. cas- ser. angef. Ort. f. 2. 3. winse. n. 446. bertin S. 273. . Doch es steigt auch entweder ein andres Pakk, oder der aͤussere Rand des Muskels, auf das Huͤgelchen, wel- ches an dem Obertheile aus dem Knorpel hervorragt ALBIN. S. 204. T. XI. i. morg ad b. und S. 3. winsl. angef. Ort. cowp. angef. Ort. . Einige Fasern gesellen sich zum Schildschlundmuskel und zwar fast jederzeit albin. S. 204. santor. S. 103. 104. , andre zum Zungenschild- muskel ( hyothyreoideus ) Albin. ebendas. cowper. T. 30. f. 1. . Endlich hat man auch Exempel, daß sich ein Pakk Fasern, bis zum Zungenbein ALBIN. ebendas. covr- cellest. evst. angef. Ort dovglas. S. 37. hinauf begeben habe. Die I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. Die vornehmste Verrichtung besteht darinnen, daß diese Muskeln den ganzen Luftroͤhrenkopf herab, und zu- gleich ein wenig ruͤkkwerts ziehen, und wir werden aus dieser Bewegung selbst zeigen, daß sich die Spalte der Glottis dadurch erweitere. Er zieht zugleich den Schlund, das Zungenbein, die Zunge, den untern Kinnbakken nie- der, und endlich biegt er den gangen Kopf nach vorne zu Wenn indessen der Kinnbak- ken nicht nachgiebt, oder niedersteigt, MONROO essays of a Society at Edimb. T. I. S. 146. . Er wirkt nur schwach, um die Schilddruͤse aus- zudruͤkken, indem er neben ihr fast parallel niedergehet. Wenn der rechte allein, oder der linke wirken sollte, so wuͤrde er in der That den Knorpel auf seine Seite hinziehen Albin. S 204. . §. 11. Die Zungenschildmuskeln ( hyothyreoidei ). Man mag diesen so Dies ist ein bekannter, und schon von den Alten genannter Muskel, vom Galen und Oriba- sius. S. 262. 274. , oder, wie Boerhaave, lie- ber I. R M. n 71. Schildzungenmuskel ( thyreohyoides ) nennen, so ist es doch ein kurzer, fleischiger, und laͤnglich vierseitiger Muskel, womit der ebenfalls vierseitige Theil COVRCELLES, MOR- GAGNI, ALBIN T. III. 11. des Schildknorpels, den mittlern vorragenden Winkel ausge- nommen, bedekkt wird. Sein oberes Ende ist am Grun- de des Zungenbeins, an der Seite, an den untern Thei- len, bei der besondern holen Stelle, ferner bis zur Helf- te ALBIN. S. 206. T. XI. c. 6. Einen gar zu kleinen Theil zeichnet d. c. de covrcelles tab. 8. und bonhomme tab. 20. f. 2. des verlaͤngerten Horns, und weiter angrenzend. Er steiget vor derjenigen Membran, die das Zungenbein mit dem Schildknorpel vereinigt, nieder COVRCELLES. angef. Ort. . Sein P p 3 un- Die Stimme. IX. Buch. unteres Ende, schliest sich an den innersten Rand des Knorpels Bisweilen Albin. ang. Ort. Bestaͤndig Winsl. S. 447. , und denn an die rauhe Linie Albin, angef. Ort. und im Kupfer, morg. f. i. covrcel- les angef. Ort. cowp. T. 10. f. 1. , die den Brustschildmuskel aufnimmt, und die erst nach der Queere, denn aber ruͤkkwerts aufsteigt, dem Brustschildmuskel gegen uͤber, in den sich die innersten und die aͤussern Fa- sern begeben EVSTACH. T. 41. f. 5. . Bisweilen ziehen auch die innersten Fa- sern dieses Muskels den Ringknorpel voruͤber, und sie endigen sich in den Dekken des obern Theils der Schild- druͤse: sonsten werfen sie sich gegen den Ringknorpel Dieses scheint COVRG. zu sagen, zwischen n. und 8. . Endlich vermischt dieser Muskel einige von seinen Fasern mit dem Schildschlundmuskel ( thyreopharyngeus ) Winsl. angef Ort. . Er zieht das Zungenbein, und den schildfoͤrmigen Knor- pel wechselweise an sich, so daß sich jedes Ende dem an- dern, verkehrt wie ihre Festigkeiten, einander naͤhert. Wenn kein Fall hier eine Veraͤnderungen macht, so sieht man leicht, daß das Zungenbein gehorchen, und mit der Zunge niedersteigen muͤsse. Wenn dieses Bein aber durch seine eigne Kraͤfte im festen Lager erhalten wird, so kann es alsdenn sreilich geschehen, daß der Schildknorpel gegen dieses festere Ende hinauf gezogen wird. Alsdenn verengert er die Luftroͤhrenspalte, und er stoͤst zugleich den Kehlendekkel an, daß sich dieser uͤber den Eingang des Luftroͤhrenkopfes neigen mus Santorin. S. 103. . Einer von beiden wuͤrde das Zungenbein auf seine Seite nieder- druͤkken, wenn er vor sich besonders wirkte. Bisweilen entspringt ein andrer dreiekkiger Muskel an dem oͤbersten Rande des Schildknorpels, nahe bei dessen obern Hoͤrnern, und er wirft sich in die aͤussersten Zungenbeinshoͤrner, dabei er dennoch mit den Brustschild- fasern gemeine Sache macht. Es ist offenbar, daß er die I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. die gar zu bewegliche Hoͤrner des Zungenbeins vielmehr niederdruͤkkt; als daß er seinen Knorpel aufheben sollte. Jch habe ihn einmal, und der vortrefliche Mor- gagni auch einmal Epist. anat. XI. n. 43. S. 362. gesehen. §. 12. Die Griffelschlundmuskel ( stylopharyngei ). Die Schildgaumenmuskel ( thyreopalatini ). Jch mag diese Muskeln nicht von der so verwikkelten Geschichte des Niederschlingens abreissen, und hier be- schreiben, oder gegentheils in den Vorwurf einer ekelhaf- ten Wiederholung verfallen. Daher mag es hier genung seyn, zu erinnern, daß sich die Fasern des Griffelschlund- muskels weit und breit uͤber der Membran des Luftroͤhren- kopfes zerstreuen, und sich mit den innersten Fasern zwi- schen dem Zungenbeine, und dem Schildknorpel Albin. S. 115. , mit den auswendigen Fasern |aber bis zum Kehlendekkel erstrekken WALTHER de deglutit. n. 6. aebin. f. 28. n. n. o o. f. 29. f f. e e : sich aber ausserdem an den obern Rand MORG Ep XI. n. 5. 6. 8. SANTOR S. 125. des Schildknorpels, und an den Seitenrand dieses Knor- pels, unter dem obern Horne bis zum untern ALBIN. T. 12. f. 27. e f g f. 28. f. 29. d. d. f. 10. g. h. T. 10. f. 9. wxy f. 10. r. s. r. s. f. 11. m. n. m. n. und S. 215. MORG adv I. S. 4. II. S. 34. Epist. XI. n. 6 10. VIII. n. 5. fallop S. 75. b. sant. S. 125 covrc. T. V θ winsl. n. 477. evst T. 42. f. 6. T. 41. f. 5. 8. 11. nic. haricot diei VI. e. XI. , und an den Ursprung dieses obern Hornes anhaͤngen. Wenn man die Beschreibung lieber so abfassen will, daß sich die Fasern dieses Muskels vielmehr in die Membranen, als in den Knorpel einfuͤgen, so wird solcher demohnge- achtet doch diesen Knorpel nicht nur in die Hoͤhe heben, P p 4 son- Die Stimme. IX. Buch. sondern auch ruͤkkwerts ziehen MORG. Ep. VIII. n. 5. , da er in diesem Punkte denen Kraͤften entgegenwirkt, die den Luftroͤhrenkopf uͤber sich, aber auch ausserdem nach vorne zu ziehen. Da es uͤberdem nichts seltenes ist, daß es zween Griffelschlundmuskeln giebt, so geschicht es auch, daß der eine von ihnen blos vor das Zungenbein, und den Schild- knorpel einzig und allein bestimmt ist MORG. Ep. XI. n. 4. 9. , ob ich mich gleich nicht entsinne, eine Einlenkung in das Zungenbein MORG. adv. I. S. 42. II. S. 34 Epist. VIII. n. 5. XI. n. 6. 7. 9. fallop. S. 75 b. Es verwirfts santor. S. 125. Albin laͤst es aus der Acht. gefunden zu haben, so wenig, als die Fallopius in die Zunge hineingefuͤhrt S. 75. b. Es verwirft es Santor. S. 125. 126. : es hat auch der so erfahrne Albin dergleichen Einfuͤgungen nicht in seinen lezzten Tafeln beruͤhrt, da er doch die Einlenkung in den Keh- lendekkel hinzugefuͤgt hat. Also sendet der Schildgaumenmuskel einen grossen Theil seiner Fasern laͤngst dem Schlunde nieder. Jndessen haͤngen sich doch auch zugleich viele Fasern vor der Flaͤche des Schildschlundmuskels, als auch hinter diesem Muskel, und unter ihm an den ganzen Seitenrand des Schildknorpels dergestalt an Vergl. albin. S. 237. c. d. c. d. f. 29. T. 10. f. 12. b. b. f. 13. w. w. f. 14. x. x. f. 15. s. s. novgl. c. 16. S. 45. MORG. adv. 1. S. 4. Ep. X. n. 14. VIII. n. 4. santor. c. 7. n. 12. , doch so, daß sie sich mehr in den Membranen, als im Knorpel endigen; auch laufen einige Fasern zum Rande des Kehlendekkels hin ALBIN. f. 29. e e. f f. . Da die Bekleidung dieses Muskels bisweilen einen festen Ursprung von den Knochen des Gaumens ALBIN. S. 236. morgagn. adv. II. S. 35. Ep. VIII. n. 4. val- salva ebendas. X. n. 16. Dieses ist ohne Zweifel der Muskel, der den Luftroͤhrenkopf in die Hoͤhe hebt, und von der Wurzel des Fluͤgelfortsazzes entsteht ( process. pterygoideus ) des nic. habicot. D. VI. lect. XI. , und gemeiniglich vom Fluͤgelhorne und der dichten sehnigen Ausbreitung ALBIN. T. 12. f. 29. b. S. 237. , ihren Ursprung bekoͤmmt, so kann er auch I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. auch gewis den Schildknorpel, den indessen seine muͤßigen Niederzieher los lassen, in die Hoͤhe, und ruͤkkwerts ziehen. § 13. Die Ringschlundmuskeln ( cricothyreoidei ). Die folgende Muskeln sind dem Luftroͤhrenkopfe eigen, sie entstehen aus etwa einem seiner Knorpel, und senken sich in den andren hinein. Dieser erste ist fast ein doppelter Muskel ALBIN. S. 250. winsl. n. 449. gvnz Mem. des savans etr. S. 287. cheseld. Ed. VI. S. 80. , und es haben einige daraus zween Muskeln gemacht GALEN. de voc. instrum. c. 5. verdier abregé. S. 218. tassin. S. 233. bonh. S. 261. , und den einen den aͤussern, den andern den innern genannt. Er ist kurz, fleischig, geschwollen CASSER. T. 13. f. 1. T. I. f. 3. 4. 5.|8. COVRCELLES. , und entspringt aus dem mittlern und schmaͤlern CASSER. T. I. f. 2. u. f. Theile des Ringknorpels, ferner vom vordern Winkel, und ist vom Ringdreiekks- muskel, der zur Seiten liegt, und von der, zu beiden Seiten befindlichen Grube bedekkt. Von da steigt er aus- wendig in die Hoͤhe, und er wirft sich in das vordre Pakk, in den mittlern und Seitenrand des Schildknorpels ALBIN. S. 250. covrg. T. 8. WINSL. n. 488. EVST. T. 41. f. 8. 11. casser. fast in al- len Figuren, besonders T. I. f. 5. bonh. T. 20. f. 2. 5. O. f. 3. F. AL- BIN. T. II. f. 46. 47. b. T. T. 10. f. 1. , dem Zungenschlundmuskel ( hyothyreoideus ) gegen uͤber, mitten zwischen dem flachen Winkel, und dem Huͤ- gelchen. Sein andrer Theil, |der mit dem Brustschildmuskel bedekkt ist, fuͤllt den Sinus ALBIN. S. 250. covrc. angef. Ort. des Schildknorpels aus, welcher zwischen dem untern Horne, und dessen Huͤgelchen ist, und schliest sich an den ganzen Rand des Sichldknor- P p 5 pels Die Stimme. IX. Buch. pels, zwischen dem Huͤgelchen, und Unterhorn CASSER. T. 13 f. 4. T. 1. f. 6. 8. bonh. f. 3. ALBIN. T. II. 46. 47. 48. c. e d. d , und folglich an den ganzen inwendigen Rand des Schild- knorpels, der gegen sein Unterhorn niedergeht, und ans Horn selbst an COVRCELL. ebendaf. bonh. f. 3. albin. T. II. f. 47. 48. . Die untern Fasern dieses Muskels laufen offenbar zum Schlunde Eustach scheint solches aus- zudruͤkken. angef. Ort. E. . Die Knorpel, in welche er sich senkt, zieht er naͤher an sich, hingegen erweitert er, indem er den Schildknor- pel verzieht, vielmehr die Luftroͤhrenspalte, vornaͤmlich mit seinen hintern Fasern. Die Membran des Luftroͤh- renkopfes druͤkkt er, da er auf ihr liegt, und indem sie aufschwillt; ferner prest er sie auch noch ruͤkkwerts hin Gunz. angef. Ort. . §. 14. Die Ringdreiekksmuskeln, die hintern, und Seitenmuskeln. Der Hinterste unter den, dem Luftroͤhrenkopfe eignen Muskeln, ist entweder der groͤste, oder wenigstens doch sehr deutlich abgegrenzt. Er erfuͤllt die Grube EVST. T. 42. f. 1. 2. CAS- SER. T. I. f. 8. 9. T. 13. f. 2. cowper append. f. 20. 22. myo- tom. T. 30. f. 2. 3. ALBIN. T. 10. f. 13. T. 12. f. 2. 4. S. 252. BONH. T. 20. f. 3. 4 , welche sich zu beiden Sei- ten der rauhen Linie befindet, von der die hintere, und laͤngere Flaͤche des Ringknorpels in zwo Helften abge- schnitten wird, welches auch diese Grube und die Mitte der rauhen Linie verrichten. Er wirft sich mit seinen, auswerts auseinander fahrenden Fasern, in die hintere und aͤussere Flaͤche des Grundtheils, in den daselbst ge- lagecten Huͤgel ALBIN. S. 253. der Dreiekksknorpel MORG. adv. II. S. 34. , welche er I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. er von einander zieht, und er erweitert diese senkrechte Rizze, und zugleich die Luftroͤhrenspalte: er verzieht sie aber um desto mehr, weil er ausserdem noch die dreiek- kigen Knorpel, auf die vorigen neigt, und die Baͤnder losmacht ALBIN. angef. Ort. . Der zur Seiten liegende Ringdreiekksmuskel scheint so wenig mir, als andern beruͤhmten Mannern, von dem Schilddreiekksmuskel Vergl. cheseld. S. 80. unterschieden genung zu seyn. Folglich entspringt er, mit seinen beiden Sei- ten, nicht weit von dem verstekkten Theile des Ringknor- pels Sehr klein zeichnet ihn Eu- stach, er ist aber doch, wenn man die Knorpel verschiebt, ein wenig groͤsser. , den der schildfoͤrmige unter sich verbiegt, und wel- ches| fast der oͤberste ist: von da wendet er sich hinauf, und nach dem inwendigen EVST. T. 42. f. 1. casser. T. 13. f. 4. ALBIN. T. 12. f. 5. S. 257. cowp. T. 30. f. 3. bonh. T. 20. f. 4. H. : er entsteht auch von dem Ringschildsbande ALBIN. angef. Ort. vergl. 9 B. 1 A. 8 N. . Mit seinen, einwerts in die Hoͤhe laufenden Fasern, wirft er sich in die Dreiekksknorpel, mit dem unter- sten Ende vereinigt er sich mit dem Schilddreiekksmus- kel, und nach diesem fast vom Anfange an, bis zur dik- keren Mitte dieser Knorpel. Er verzerrt diese, und er erweitert die senkrechte Rizze, und die wahre Spalte der Luftroͤhre CASSER. S. 12. . Andre aufsteigende Fasern mischen sich allerdings in den Schilddreiekksmuskeln mit ein. §. 15. Die Schilddreiekksmuskeln. Die gehinderte Lage, welche die Vereinigung des schildfoͤrmigen Knorpels verbiegt, macht diesen Mus- kel muͤhsamer zu verfolgen. Er Die Stimme. IX. Buch. Er nimmt einen breiten Ursprung von dem hintern holen Theile des Schildknorpels BONH. T. 20. f. 4. cas- ser. T. 13. f. 4. E. EVST. T. 42. f. 1. , etwas mehr nach auswerts zu, als derjenige Theil ist, mit dem er vorwerts zum Winkel vorragt, er nimmt seinen Anfang unter- halb dem Striche (Naht, hilus ), von da laͤuft er fast laͤngst dem ganzen Knorpel, ferner vom untern Ran- de des Schildknorpels nahe an den mittelern Ringschilds- baͤndern, und von diesen Baͤndern selbst ALBIN. S. 259. santor. S. 105. frbric. de larynge. P. I. c. 8. . Von da steigt er breit in die Hoͤhe, und er zieht sich zusammen Dieser Muskel behaͤlt den Na- men vorzuͤglich, winsl. n. 452. bei dem ALBIN. n. 26. T. 12. f. 3. 4. 7. WALTHER de obesis et vo- rac. S. 3. beim santor. T. 3 K. L. der erste, und mittlere Theil. . Seine untern Fasern senken sich in den obern auswendigen Rand des Dreiekksknorpels WINSL. n. 452. , zum Theil oberhalb dem seitwerts gelagerten Ringdreiekksmuskel, zum Theil werden sie von diesem Muskel bedekkt, und dies Einsen- ken erfolgt bis zur Kruͤmmung ALBIN. S. 260. SANT. f. 3. BONH. angef. Ort. casser. angef. Ort. evst. angef. Ort. . Ein Theil der Fa- sern vermischt sich mit dem schiefen Dreiekksmuskel der andern Seite ALBIN. S. 260. T. 12. f. 3. . Die mittleren Fasern, derer nicht wenig sind, steigen durch die Membran, welche die oͤbere, und seitwerts gelagerte Dekke der Kammern macht, und man kann ei- nige Fasern nicht weiter, als bis die innere Membran des Luttroͤhrenkopfes durch verfolgen, dahingegen koͤnnen andre bisweilen bis zum Kehlendekkel fort begleitet werden. Die- I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. Dieses Pakk ist ehedem der Schildkehlenmuskel ( thyreoepiglottideus ) Thyreoepiglottideus maior, SANTOR. n. 14. T. 3. f. 2. N. f. 1. f. NICHOLLS. S. 32. WAL- THER de musculis. S. 596. un- srerAusgabe. Thyreoepiglottideus, WINSL. n. 456. 467. ALBIN. T. 12. f. 3. 7. DISDIER. S. 234. u. f. , von Jacob Berengar n MVNDINVM. S. CCCXCVI. b. , und vielen Neuern DOVGL. S. 39. walth. angef. Ort. de musc. S. 507 meiner Ausgab. ALBIN. S. 260. Sind es die depressores epiglottidis des lit- tre Mem. de l’Acad. 1718 S. 300. , geheissen worden. Endlich so liegen die oͤbersten Fasern, welche von dem obern Theile des Schildknorpels entspringen Etlichemal. u. s. f. ALBIN. S. 260. Thyreoarytænoideus minor, Ebenders. T. 12. f. 6. 7. Superior port. santor. angef. Ort. T. f. 1. 9. f. 2. O , oben an der Kammer, sie steigen nahe bei der Einsenkung des Zungenbeinbandes einwerts, und ruͤkkwerts nieder, sie gesellen sich zu den vorhergehenden, und werfen sich in den Rand des Dreiekkknorpels. Und so bedekken diese Muskeln den groͤsten Theil der Kammern des Luftroͤhrenkopfes von aussen. Sie ziehen die Dreiekksknorgel nach vorne zu, erweitern die Luftroͤh- renspalte, und vermindern die Spannung der Spalten- baͤnder. Da grosse Maͤnner behauptet haben COWPER. ALBINVS. Mit uns stimme ganz allein der be- ruͤhmte Hoffmann uͤberein, in aeroteria. S. 91. , daß die Luftroͤhrenspalte von diesen Muskeln verengert werde, so habe ich durch einen Versuch gefunden, daß sie solche von einander ziehen, und es kann sich auch kein einiger Muskel an der Seite des Dreiekknorpels endigen, daß er diese Rizze nicht von einander zoͤge. Sie druͤkken und erschuͤttern die Kammern, wenn sie aufschwellen ALBIN. S. 260. LIEV- TAVD. S. 190. . Sie druͤkken den Kehlendekkel, so viel, als eine maͤßige Staͤrke der Fasern vermag, in der That nieder. §. 16. Die Stimme. IX. Buch. §. 16. Die schiefen, und der in die Queere gelagerte Dreiekksmuskel. Man hat diese Knorpeln, so wenig in den anatomi- schen Tabellen, als an den todten Koͤrpern genung von einander unterschieden. Jch pflege sie gemeiniglich der- gestalt anzutreffen, daß eine Menge, nach der Queere gehender Fleischfasern, von der Grundflaͤche und ganzen Laͤnge, des dikkern rechten Dreiekkknorpels, nach der ganzen aͤhnlichen Laͤnge des linken Nebenknorpels ALBIN. T. 12. f. 1. T. 10. f. 13. cowp. T. 30. f. 1. 3. sant. T. 3. f. 1. e e. evst. T. 42. f. 1. 2. Jhn allein hat casser. S. 5. T. 13. f. 2. 3. 6. 7. 12. 13. 14. 16. Allein fabric. f. 11. 38. Beide sezzen die Sehne nicht recht dazwischen; Aus dem Rinde hergenommen, MOR- GAGN. adv. I. S. 37. hinlaͤuft. Dieses sind die maͤchtigsten Schliesmuskeln der Luftroͤhrenspalte, und ob sie gleich kurz sind, so be- sizzen sie doch Vermoͤgen, weil sie solche mit ihren gesamm- ten Kraͤften, ohne etwas zu verlieren, gegen die senk- rechten Raͤnder der Knorpel ziehen. Es ist dieses der Queerdreiekksmuskel des Albins S. 256. WINSL. n. 455. dovgl. nennt ihn den groͤsseren. S. 38. . Hiernaͤchst laufen von diesen Queerfleischfasern hinten, und oben einige, obwohl wenige aus, sie steigen fast mit ihrer Mitte, und nach veraͤnderter Richtung, mehr und mehr in die Hoͤhe Vielmehr gar zu breit, evst. angef. Ort. bonh. f. 20. f. 3. E. Sehr breit, und sie allein hat mor- gagn. adv. I. aehnlicher den unse- rigen, ALBIN. T. 10. f. 6. 13. T. 12. f. 1. , und gelangen bis zum Obertheile des gegenseitigen Knorpels, wiewohl nicht voͤllig bis zu den Hoͤrnern. Jndem dieses zu beiden Seiten so geschicht, so entsteht davon ein durchkreuzter Muskel SANTOR. angef. Ort. c. d. bonh. T. 20. f. 3. 4. evst. angef. Ort. albin. T. 10. f. 13. cowp. angef. Ort. f. 5. , oder der schiefe Dreiekksmuskel des Albins S. 254. T. 12. f. 1. T. 10. f. 13. Ary- . Jch I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. Jch habe gesagt, daß sie sich mit den Fasern des Schilddreiekkmuskels vereinigen ALBIN. S. 254. santor. S. 110. . Jch habe gesehen, daß sich einige Fasern vom obern Rande des Schildknor- pels hinzubegeben haben ALBIN. S. 255. WINSL. n. 455. vor bestaͤndig, serner verh. S. 191 LIEVT. S. 90. . Wenn sie wirken, so zie- hen sie selbst die Knorpel, und zugleich die Baͤnder an, welche zwischen der Luftroͤhrenspalte liegen. Einige obere Fasern dieser Muskeln streichen ihre Knorpel vorbei, und gehen nach den Membrannen, welche zwischen dem Kehlendekkel, und dem schildfoͤrmi- gen Knorpel liegen, sie gelangen in die Gegend der drei- ekksdruͤsen; eben diese laufen auch bisweilen nach meinen, und andrer beruͤhmten Maͤnner Erfahrungen ALBIN. angef. Ort. T. 12. f. 2. 3. T. 10. f. 136 SCHACHER de larynge. WALTHER de obes. et vorac. S. 7. welcher viele Ge- buͤnde hat. J. W. PAVLI in der Vorrede zu J. van HORNE micro- cosin. und vorlaͤngst beim AVI- CENNA oper. S 14. , bis zu den Seiten des Kehlendekkels fort, sie bekommen bei ei- nigen neuern Zergliederern den Namen der aryepiglotti- deorum SANTOR. S. 111. T. 3. f. 1. c. d. bis f. NICHOLLS. S. 32. winsl. n. 45. DISDIER. angef. Ort. und ehedem der der. bavhin. Theatr. S. 542. , und neigen den Kehlendekkel, so viel es sich thun laͤst, uͤber den Eingang des Luftroͤhrenkopfes. §. 17. Die Muskeln des Luftroͤhrenkopfes, welche seltener vorkommen. Jch nenne dieses seltene Muskeln, weil ich sie, und gewis nicht bei wenigen Leichnahmen, niemals gefunden habe. Erstlich waren bisweilen Fleischfasern in dem haͤuti- gen Bande, welches von dem hintersten Ruͤkken der Zun- ge, Arytænoidien croise WINSL. n. 454. minor dovgl. S. 38. Die Stimme. IX. Buch. ge, nach dem Kehlendekkel zu geht 9 B. 1. A. 8 N. . Man findet diese haͤufiger in den unvernuͤftigen Thieren, als im Schafe VERH. S. 186. , im Ochsen Ebenders. ebendas. , im Schweine Ebenders. S. 187. . Am Menschen hat Eustach etwas aͤhnliches gezeichnet T. 42. f. 5. , und es hat diese, unter den neuern, Santorin S. 213. ge- sehen, und retractor geheissen, andre haben es wieder- holt HEVCHER oper. S. 564. VERH. angef. Ort. T. 42. f. 4. HEISTER compend. anat. f. 34. K. Jst es der Hebemuskel des Keh- lendekkels des LITTRE. angef. Ort. , und ich finde unter den hinterlassenen Pappiren des Cassebohms, daß der beruͤhmte Mann diesen Mus- kel bisweilen gefunden habe. Es ist, so oft diese Fasern da sind, kein Zweifel, daß sie nicht den Kehlendekkel aufheben, und ihn von dem Eingange in den Luftroͤhrenkopf entfernen sollten, so oft dieser sich neigt, und ihn bedekkt. Gemeiniglich sind das, was man Fasern nennt, Gefaͤsse und zellfoͤrmige Faͤden. So wie sich ferner auch in sehr vielen Thieren, dem Loͤwen Die Pariser. , dem Zibetthiere Die Pariser. , Wolfe FABER ad HERNAND. S. 814. , Hunde DOVGLAS. S. 40. cas- ser. T. 9. f. 8. 3. 5 6. , Ochsen FALLOP. Instit. S. 57. b. FABRIC. f. 31. 32. casser. S. 10. T. XI. f. 2. 3. 5. T. XVII. f. 8. T. II. f. 4. 6. , Rehe CASSER. T. 12. f. 1. 2. 11. , Schafe CASSER. T. 12. f. 1. 2. , dem Schweine CASSER. n. 10. T. 14. f. 2. , Pferde CASSER. T. 18. f. 2. T. 19. f. 3. 4. , eine Membran von dem Grunde des zwei- hoͤrnigen Knochens, zum gewoͤlbten Ruͤkken des Kehlen- dekkels ausspannt, so kommen auch einige Muskelfasern zugleich mit bei diesem Dekkel des Luftroͤhrenkopfes an, welche bisweilen einen einzigen, bisweilen zween Mus- keln darstellen. Es I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. Es hat diese Fasern bereits Fabricius FABRICIVS vor andern, P. I. c. 3. in die Be- schreibung des menschlichen Koͤrpers mit hinein gezogen, und denjenigen Muskel, der diesen Dekkel aufhebt, hy- oepiglottideus genannt. Die Sache an sich ist bereits alt Davon AVICENNA. S. 14. VESAL. S. 299. , und von den Nachfolgern wieder hervorgesucht worden C. BAVHIN theatr. S. 542. C. BARTHOL. Instit. anat. S. 344. PAVLI. angef. Ort. hofm. aeroter. S. 10. SCHACHER de larynge. GARENGEOT myo- tom. T. II. S. 133 von den Hoͤrnern abgezogen. . Fabricius sezzt diese zween Muskeln al- lein in unvernuͤnstigen Thieren, einen einzigen andern aber etwas hoͤher auf den wachsenden Ruͤkken des Kehlendek- kels im Menschen feste. Es hat sie ehedem Fallopius Instit. anat. S. 24. 57. b. , ferner Pa- reus 5 Buch. c. 15. , Casserius S 10. , Riolan Er verwirft naͤmlich alle Mus- keln des Kehlendekkels. S. 313. wenigstens aus dem Baue des Menschenkoͤrpers verwiesen. Und an ihnen zweifelt J. Benignus Winslow N. 458. . Man hat den in den Ochsen vom Verheyen crico- epiglottideus genannten Muskel S. 188. unter eben diesem Namen in die Zergliederung des Menschen versezzt. Der kleine Schilddekkelmuskel ( thyroegiglotti- deus minor ) ist an sich zwar klein, aber dennoch von grossen Autoren erwaͤhnt worden SANTOR. S. 112. T. 3. f. 2. P. ALBIN. T. 10. f. 13. k. i. l. , welche ihn gesehen haben, und also nicht voͤllig verwerfen lassen. Er er- hebt sich von der oͤbersten Hinterflaͤche der Naht des Schildknorpels, nach der naͤchsten Seite des Kelen- dekkels. Eben dieser unermuͤdete Erforscher des kleinen Koͤrper- theilchen im Menschen, beschreibt noch einen andern rund- li- H. Phisiol. 3. B. Q q Die Stimme. IX. Buch. lichen, dem Schildknorpel eignen Muskel, welcher ober- halb dem Ende des Ringschildmuskels entsteht, und sich zugleich an die innere Seite des Schildknorpels anschlies- sen soll S. 104. T. 3. f. 1. h. f. 2. M. . §. 18. Die uͤbigen Theile des Luftroͤhrenkopfes. Seine Membranen, und einfache Druͤsen. Wir haben die Knorpel genannt, woraus der Luft- roͤhrenkopf besteht, und die Muskeln, von denen er ge- lenkt wird. Die Knochen haben ihr eigenes Knochen- haͤutchen, in dem man ein Nezzwerk von Gefaͤßen, und einige Fettigkeit antrift Vergl. J. G. Duvernoi, unser ehemaliger Lehrer, in Comm. Petr. T. VII. S. 220. . Die Membran, welche in- wendig alle Knorpel bekleidet, so wie die Roͤhre der Luft- roͤhre, und welche zugleich durch die Luftroͤhre in die Lun- ge hinabsteigt 8 B. 2 A. 13 N. . Diese Membran koͤmmt vom Schlun- de her, und ist die Haut selbst mit einem Zellgewebe um- geben, womit sie an die Knorpel gehaͤngt wird, und mit dem innern Oberhaͤutchen versehen, wo sie sich in die Luftroͤhre oͤffnet. Diese Membran, die die Menge der Rerven sehr empfindlich macht, verabscheut, wie die Luft- roͤhre, sogar die Beruͤhrung des Wassers. Sie ist ganz mit Gefaͤssen erfuͤllt, und entzuͤndet sich nicht selten. Da diese Haut aber von der Luft gleich wieder aus- getrokknet wird, und bei schmerzhafter Empfindung de Beweglichkeit verliert, so hat die Natur an diesem Orte, wie anderswo, die ganze Luftroͤhre, mit einem haͤufigen, karen, blaͤulichen Schleime angefeuchtet, der hier zaͤher, als im Munde, und weniger zaͤhe, als in der Nase ist SCHNEIDER de catarrh. L. III. P 2. S. 538. BOERH. de fa- bric. gland. . Es I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. Es sind verschiedene Werkzeuge dazu da, welche diesen Schleim darreichen. Es stekken erstlich einfache Blaͤschen Die Amsterdammer im Col- leg. privat. S. 6. in dem Zellgewebe, welches sich um die Haut, oder um die nervige Membran des Luftroͤhrenkopfes her- umlagert. Diese verlaͤngern sich in einen kurzen Gang durch die Haut selbst hinaus, und da sie sich MORGAGN. adv. I. T. 2. f. 2. S. 30. adv. V. S. 59. als Schweisloͤcher eroͤffnen (u*), so leeren sie sich in zahlrei- cher Menge in die Hoͤlung des Luftroͤhrenkopfes aus, indem sie denjenigen gleich sind, welche wir in der Ge- schichte der Luftroͤhre beschrieben haben. Man findet sie auf dem holen Theile des Ringknorpels, der den Luft- roͤhrenkopf bildet. Es lassen sich aus diesen Loͤcherchen Troͤpfchen ausdruͤkken, und ich habe sie noch haͤufiger von den Dreiekksknorpeln seitwerts, und von beiden Sei- ten gegen dem Schildknorpel zu vordringen gesehen. Noch andre stekken selbst in den Hoͤhlen der Kammern, und sie ergiesen ihren Schleim in die Faͤcherchen, welche in dem Grunde dieser kleinen Hoͤlungen ausgegraben sind 9 B. 1 A. 7 N. . §. 19. Die Druͤsen des Kehlendekkels. Etwas groͤsser und haͤrter sind diejenigen Druͤsen, welche auf dem Ruͤkken des Kehlendekkels sizzen, und ihre Gaͤnge durch die groͤssere Furchen des Kehlendek- kels MORGAGNI adv. I. T. 2. f. 5. und adv. V. S. 68. nach meinem Urtheile hat diese große Tiefen JOS. WEITBRECHT angef. Ort. f. 81. und der ber. dvvernoi Comm. Petr. T. VII. S. 218. strekken, welche sich durch diese Tiefen, auf der holen Flaͤche dieses Dekkels mit zellfoͤrmigen, druͤsi- q 2 gen Die Stimme. IX. Buch. gen, und ausGefaͤssen zusammengesezzten Schwaͤnzen MORGAGN. S. 2 wins- low. n. 440. zu eben solchen Druͤsen verwandeln, als die sind, welche diese Flaͤche, wo sie unter der Haut liegt, besezzt halten: auch diese lassen durch ihre Loͤcher Gezeichnet vom CASSER. vom FABRIC. vom SANTOR. T. 3. f. 1. D. a. MORGAGN. angef. Ort. einen Schleim von sich in den Lufroͤhrenkopf, sie sind an dem ganzen Keh- lendekkel deutlich, besonders aber an dessen Grundflaͤ- che COWPER append. f. 20. a. a. , und dessen dikkeren Joche zu sehen: man kann ihre Anhaͤngsel mit leichter Muͤhe aus den Furchen, und Spalten dieses Knorpels herausziehen; diese Druͤsen um- giebt Fett DVVERN. angef. Ort. S. 219. . Man hat dieses lange gewust, und es hat schon Jakob Berengar Ueber den mvndinvm. S. CCCXCVI. b. Isagog. S. 45. b. hinterlassen, daß ein fettes Fleisch an dem Kehlendekkel, und Karl Ste- phan T. 251. , daß eine leimige Substanz daselbst an- zutreffen sey. Steno beschreibt auf dem Kehlendekkel liegende Fleischwaͤrzchen, und durch den Kehlendekkel ge- zogne Roͤhrchen De musc. et gland. S. 34. , und eine grosse Druͤse auf dem gewoͤlbten Ruͤkken dieses Dekkels, nebst vielen kleinen auf dem holen Theile hingegen P. Dionis Cours d’Anat. S. 480. ver- celloni gland. oesoph. Sect. 2. . Die ganze Sache hat Morgagni Adv I. S. 2. Er bestaͤtigts, adv. V. S. 68. 69. Diesem solgt verh S. 87. genauer dargelegt, und dieser beschreibt sie fuͤr eine einzige und grosse Druͤ- se Ebendas. Ferner verh. S. 187. Doch gesteht er, daß sie sich zer- streue in einzelne. . Dieses haͤtte zwar in des Zerlegers Belieben ge- standen, allein die Druͤsen liegen dennoch offenbar ein- zeln am Ende des Dekkels. Es fuͤgt der beruͤhmte Weit- brecht Comm. Acad. Petrop. T. 14. S. 214. noch eine Falte hinzu, naͤmlich am hintern, und auswendigen Theile des Luftroͤhrenkopfes, zwischen dem Schildknorpel, und dem hintern Ringschildmuskel. Er I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. Er glaubt, der Schleim sammle sich in dieser Falte. Einen Strich, der ohne Loͤcher, und Druͤsen waͤre De BORDEV. S. 88. , kann ich hier nicht finden, da der petiolus selbst voller druͤsigen Fleischwaͤrzchen ist. §. 20. Die Gieskannendruͤsen ( arytænoideæ glandulae ). Jakob Berengar, dieser erste Erfoscher vieler Ent dekkungen In mvndin. S. CCCXCIII. , hat uns hinterlassen, daß uͤber der Luft- roͤhrenspalte ein druͤsiges Fleisch liege. Genauer hat hier J. Baptista Morgagni einen Haufen druͤsiger Kerner beschrieben, welche an der gewoͤlb- ten Flaͤche der Dreiekks, oder Gieskannenknorpel liegen, und welche er an beiden Seiten vor eine einzige Gies- kannendruͤse ansieht Adv. I. S. 1. . Beide Haufen sehen wie ein Uhrenweiser, oder stumpfwinklig aus Angef. Ort. und T. 2. f. 6. k. l. h. i. BONH. T. 17. f. 13. . Einer von ihren Schenkeln Angef. Ort. k. l. h. steht beinahe senkrecht (q*), und fuͤllt von denen eine Grube aus, die der Dreiekksknorpel ausgeschnitten in sich hat, und er steigt vom Horne bis zur Kammer nieder. Der andere Schenkel liegt mehr parallel mit dem Horizonte Ebendas. h. i. WINSL. n. 437. , und wird durch das weiche, und obere Schilddreiekksband unterstuͤzzt morgagn. S. 1. . Sie haben, jeder seine besondere Gaͤnge, oder keinen gemeinschaftlichen Ausfuͤhrungsgang. Jn den Schafen hat sie Theophilus de Bordeu Angef. Ort. S. 97. 98. beschrieben, und in diesen Thieren weichen sie ein wenig von dem menschlichen Bau ab. Q q 3 Da Plusieurs glandes lievt. S. 188. Kleine Druͤsen, verh. S. 189. Die Stimme. IX. Buch. Da sich diese Haufen gleichsam als einzelne Druͤsen- kerne durch die benachbarte Theile des Luftroͤhrenkopfes zerstreuen, so trift man auch dergleichen Kerne bei der Gegend der Luftroͤhrenspalte an Du bordev S. 99. nennts couche glanduleuse. , von denen Galen Daß die Luftroͤhrenspalte zaͤ- he sei, de usu part. L. VII. c. 13. fa- bric. angef. Ort. c. 9. , und Oribasius Fettig. S. 60. reden. Eine andre ungenannte, kuglige, grosse Druͤse sezzt Philipp Verheyen S.|189. T. 22. f. 11. e. e. an den Obertheil des Ring- knorpels, zwischen die zween Dreiekksknorpel; diese aber hat niemand weiter gesehen, und vielleicht kann man diese aus den einzelnen Kernchen machen, die etwa in einem Koͤrper ausserordentlich in ein ander gewachsen gewesen. §. 21. Die Schilddruͤse. Diejenige Druͤse, welche eine der allergroͤsten Druͤ- sen im menschlichen Koͤrper ist, sizzet auswendig an dem Luftroͤhrenkopfe, und kann bei diesem mit Bequemlichkeit beschrieben werden. Sie ist sehr gros, besonders in Kin- dern, etwas groͤsser in Frauenspersonen colvmb. S. 209. lies 214. Inde collum aequabile WARTH. COWP. ad BIDLOO. T. 21. , sie hat in einem Juͤnglinge von acht und zwanzig Jahren sieben und ein halbes Quentchen gewogen, da alle Ohrendruͤsen zusammen nicht neun Quentchen mehr wogen WARTH. T. 119. 120. . Sie wiegt in einem neugebornen Menschen eine Unze BOECLER. angef. Ort. S. 11. , und und waͤchst also sehr wenig weiter, worinnen sie von der Brustdruͤse, vielleicht, weil ihr Ort weniger gedruͤkkt wird, abgeht CHESELD. S. 214. . Gewoͤhnlicher maaßen ist es nur eine einzige, sehr I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. sehr selten theilt sie sich in zwo Jch habe es einmal, und auch einmal Morgagni gesehen. Epist. 9. n. 30. Es hats auch Schulze, dieser ber. Mann beim Buͤchner gesehen, misc. 1727. S. 252. und de oss. con- serv. Fast zwo malt Eustach 25. Einen kleinen, und fast gar keinen Jsthmus, hat gesehen Arent Cant. S. 16. , so daß ich sie nur ein einziges mal doppelt im Menschen gesehen, da dieses sonst in Thieren oͤfters vorkommt Jm Schafe, LALOVET- TE S. 165. Mem. des sav. etrang. T. I. im Perde, bovrg hippiatr. T. II. P 2. S. 5 4. in der Kazze. LALOVETTE S. 164. Am Hunde, EVERTSE. T. I. in der Maus, MORGAGN. epist. IX. n. 30. im Hasen, ebenders. Doch ist der Jsthmus auch bis weilen im Hun- de und Ochsen. Ebenders. ebendas. T. II. f. 4. lalovette. , und hiedurch sind eben die beruͤhmte Maͤnner hintergangen worden, welche sie in die Beschreibung des menschlichen Baues mit hinein gezogen haben. Vesal hat S. 717. , und die mehresten Zer- gliederer des vorigen Jahrhunderts haben ebenfalls von zwo geschrieben SYLVIVS isag. L. I. c. 7. fallop. inst. anat. S. 40. whar- ton. c. 6. linden physiol S. 579. highm. disquisit. S. 175 D. de marchett. c. XI. dionis cours d’anat. S. 484. verh T. 22. f. 2. de bordev will, daß man zwo sezzen soll. S. 149. Druͤsen nennt sie rvysch Thes. ass. 2. n, 2. . Einen Jsthmus, durch den die zween Lappen verbunden werden, und den Eustach ent- dekkte T 41. f. 8. , hat Casserius T I. f. 1. und bei dem SPI- GEL. L. IV. T. II. f. 1. , und J. v. Horne In microcosm. , wieder in den Gang gebracht. Nachher ist es zur Mode geworden, eine einzige Druͤse feste zu sezzen FANTON. S. 325. BID- LOO T. 21. f. 8. Ferner in dissert. des ber. EVERTS. de gland. thy- reoid. und besonders morgagn. epist. 9. n. 33. WINSL. n 588 589. . Sie besezzt die Vorderseite des Schild. EVERTSE tab. 3. tab. 1. arter. tot. corp. und Ringknorpels, und den Obertheil nebst den Seiten der Luftroͤhrenringe. Sie ist bedekkt mit dem Zizzenmus- kel, mit dem Rabenzungenbeinsmuskel, mit dem Brust- zungenbeinsmuskel CASSERIVS T. I. BID- LOO. T. 15. f. 2. , und mit dem Hautmuskel. Sie haͤngt mit zellfoͤrmigen Faͤden genauer an dem Ring- Q q 4 knor- Die Stimme. IX. Buch. knorpel WEITBR. f. 87. I. I. la- lovette. S. 160. gvnz. S. 284. , loser an den benachbarten Theilen, wie auch an der Speiseroͤhre LALOVETTE. S. 161. . Jhr untrer beilaͤufig in Lappen zertheilter Rand ist unterwerts dergestalt gewoͤlbt Ein sehr langes Stuͤkk, wel- ches der Jsthmus ist, evst. T. 26. , daß die Spizze der Parabel vor der Luftroͤhre zu liegen koͤmmt und zwar ganz unter dem Ringknorpel, bis zum dritten Ringe der Luft- roͤhre Zum vierten, lalovette S. 160. , und nach dem oͤbersten Brustbeine gekert ist, die Seiten aber rechts und links nach den Obertheilen aus- einader laufen. Jch habe sie an einer alten Frauen un- terwerts liegen gefunden So ist fast des Eustachs Taf. T. XXV. und XXVI. und la- lovette. f. 1. , so daß blos die oͤbersten Hoͤrner bis zum untersten Schildknorpel hin gelangten, der untere Jsthmus aber bis zum sechsten Ringe Bis zum achten. evertse. niedergesunken war. Das Oberende ist gemeiniglich drei- mal geschlizzt, und liegt oft unten. Die zween Seiten- lappen steigen an beiden Seiten uͤber die vordere obere Flaͤche des Zungenschildmuskels Nicht bis dahin, evstach T. 41. f. 8. oder T. 26. nach dem Schild- knorpel hinauf. Gewoͤhnlicher maaßen sind beide gleich gros, doch habe ich auch den rechten Seitenlappen laͤnger gefunden. Beide sind keglich, und stumpf HEISTER Eph. Nat. Cur. Cent. VII. VIII. obs. 63. tab. 6. f. 2 3. BIDLOO. angef. Ort. la- lovette. f. 1. . Mitten aus der Zusammenfuͤgung dieser groͤssern Hoͤr- ner erhebt sich eine Saͤule morgagn. adv. I. T. I. o. lalovette angef. Ort. S. 167. WINSL n 589 bonh. S. 203. Diese hat nicht evertse. , welche Bidloo zeichnet Sie wird ruͤkkwerts geneigt vorgestellt. T. 24. f. 8 , und die bald cilindrisch Fast beim bidloo. , bald wechselweise zusammen- gezogen, und erweitert ist. Oben wird sie oft duͤnne MORGAGN. ebendas. Pi- ramide nennt es lalovette. S. 163. und sagt, sie sei flaͤcher in Maͤn- nern. , bis- I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. bisweilen ist sie aber auch daselbst dikker Verschiedenheiten hat gese- hen, MORGAGN. n. 34. 36. . Sie endigt fich gemeiniglich vor dem haͤutigen Zwischenraume des oͤbersten Schildknorpels, und des Zungenbeins, mit ei- nem geschlanken Ende Daß sie sich endige vor dem Grunde des Zungenbeins, winsl. n. 589. Auch dieser sagt von Ver- schiedenheiten, morg. n. 36. , und sie ist bisweilen so lang, daß sie sich auch bis hinter dem zweihoͤrnigen Knochen verlaͤngert MORG. n. 36. lalovett. S. 163. gvnz. S. 284. Hier haͤngt sie mit dem zellfoͤrmigen Gewebe zu- sammen. . Ein ander mal ist sie kuͤrzer, und erreicht mit ihrem Ende die Naht des Schildknorpels Tab. art. anter. . Es geschicht selten, wiewohl ich es viermal gesehen, daß gar kein dergleichen Anhaͤngsel da gewesen MORG. hat gesehen, daß keins da gewesen, adv. VIII. n. 34. adv. VI. S. 119. . Sie liegt oft linker Hand SANTOR. S. 114. , bisweilen aber auch rechts MORG. hat Verschiedenhei- ten. Epist. IX. S. 267. . Jch habe auch eine eigene Druͤse gefunden, welche mitten vor dem Schildknorpel lag, und den Schildknorpel nicht er- reichte. Der vortrefliche Gunz Mem. des sav. etrang. T. I. S. 283. , hat ein doppeltes Anhaͤngsel, und Morgagni die Druͤse gablig gespalten gefunden Epist. IX. n. 36. . Folglich thut man Unrecht, daß man die Schilddruͤse zweihoͤrnig mahlt CASSER. T. 15. , wenn ich einige seltene Bemer- kungen davon ausnehme Mondfoͤrmia, und links aus- gerandet hat sie Boͤhmer gesehen, praef. fascic. S. XIII. . Jhre auswendige Farbe ist in der Frucht, wegen der Menge des Blutes roth, in erwachsenen Menschen GVNZ. S. 284. lalov. S. 160. ist sie entwedrr ebenfalls roth, oder bleich, und in Frau- enspersonen ist sie es noch mehr LALOVETTE. S. 160. . Jhr inwendiger Bau ist ebenfalls roth, oder gelblich, weich GVNZ ebendas. , und aus undeutlichern Lappen So auch der ber. gvnz. angef. Ort. , als andre Druͤsen haben, Q q 5 und Die Stimme. IX. Buch. und die weniger unterschieden, und rund sind casser. T. I. f. 15. bid- loo T. 24. f. 7. 8. HEISTER. angef. Ort. f 2. 3. , zu- sammengesezzt, sie hat auch nicht so deutliche zellfoͤrmige Zwischenraͤume, durch welche die innern Gefaͤsse laufen sollten, ob sie gleich durchgaͤngig ebenfalls mit dem Zell- gewebe, und einer dichten Bekleidung bedekkt ist GVNZ. angef. Ort. . Doch ist ihr Anhaͤngsel einer einfachen Druͤse aͤhnlicher BIDLOO. angef. Kupf. . Sie unterscheidet sich von der Brustdruͤse dadurch Sie pflegt damit verglichen zu werden, vom COWPERadBID- LOO. T. 24. f. 7. boeckler de thyreoid. thym. n. f. , daß sie weder einen weissen Saft hat, noch zellfoͤrmige Raͤume besizzt, welche sich leichtlich aufblasen liessen. §. 22. Die Einrichtung ihres Baues. Es ist der innere Bau dieser Druͤse etwas weniger bekannt, als die andern Druͤsen aus dem Geschlechte der einfachen. So viel sehen wir, daß sie grosse runde MORGAGN. n. 38. hei- ster in fig. 2. Tab. ant. I. Lappen hat, in denen sich Kerne, von eben solcher Figur finden MORG. n. 38. in einem kranken Koͤrper, LAVTH in diss. de thyreoid. lalovette. S. 162. 165. 166. : ferner nimmt man an der getrokkneten Druͤse eine Menge Faͤcherchen wahr LALOVETTE. S. 165. . Es ist nichts seltenes, und laͤngst vom vortreflichen Morgagni Epist. n. 38. S. 273. n. 39. S. 274. in Augenschein genommen, hernach aber von dem beruͤhmten Lalouette S. 162. 165. 166. 168. wieder gesehen worden, daß in dieser Druͤse etwas blasenfoͤrmiges EVERTSE. angef. Ort. , blindes anzutreffen sei. Jn diesen Faͤcherchen hat eben dieser Pariserarzt eine gelbliche Feuchtigkeit MORG. adv. I. n. 35. hei- ster Eph. Nat. Cur. Cent. | VII. VIII. angef. Ort. , welche an- I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. andre als weich, wie Mandeloel Oelig und zaͤhe, FALLOP. Inst. anat. Als ob Oelkugeln dar- auf schwimmen, HEIST. compend. T. II. S. 24. Jn der Seekuh ist der eine Saft beinahe breiartig, denn sie enthaͤlt zweierlei. Comm. Nov. Acad. Petropol. T. II S. 315. , schwach suͤslich MORG. n. 37. S. 271. , uͤberall in der ganzen Druͤse beschreiben, gefunden, und dergleichen Gallert gedenkt unser ehemalige Lehrer, J. G. Duvernoi Comm. Acad. Petr. | T. VII. S. 216. . Jn diese Faͤcherchen hat der beruͤhmte Lalouette Luft getrieben, da denn die ganze Druͤse aufgeschwollen S. 162. , und die Kernchen sind so voller Luft gewesen, daß sie end- lich zerborstrn sind S. 163. . Eben dieser sahe, als er in diese Druͤse Luft blies, daß die Flieswassergefaͤße, die gegen den Schild- und Ringmuskel laufen, aufschwollen S. 163. 166. . Er erblikkte auf dem Anhaͤngsel S. 163. ein Blaͤschen, wel- ches von eben dieser gelben Feuchtigkeit voll war. Er trieb in dieses Blaͤschen Luft, und hob dadurch die Blaͤschen der ganzen Druͤse auf S. 164. . Doch es machen andre beruͤhmte Maͤnner aus diesen gar zu grossen Hoͤhlchen, deren Groͤssen, oder Figuren zu ungewis sind, viel lieber Tiefen des Zellgewebes PHIL. HENR. BOECL. in diss. de thyreoidea thymo. u. f. , und das mit einem desto groͤssern Scheine der Wahrheit, weil die Hoͤlungen des Zellgewebes eben so unter sich Gemein- schaft haben, welches sich bei dem Baue der Druͤsenkern- chen anders befindet, und weil die Flieswassergefaͤße of- fenbar von den kleinen zellfoͤrmigen Hoͤlen entspringen 2 B. 2 Abschn. . So viel ist gewis, und dieses ist die Hauptsache mit, daß, wenn man die ganze Druͤse von allen Seiten druͤkkt, und auch das kleine Anhaͤngsel gegen das Zungenbein, und gegen die Hoͤle prest, welche dem Kehlendekkel entgegen gekehrt ist, doch nicht das mindeste von einer Fluͤßigkeit heraustritt MORG. epist. IX. n. 36. S. 269. heist. comp. an. T. II. S. 24. , welches auch so in den Versuchen des be- ruͤhm- Die Stimme. IX. Buch. ruͤhmten Lalouette geschehen ist S. 168. . Wenn auch sonst in andern Versuchen aus dieser gedruͤkkten Druͤse eine zaͤhe Feuchtigkeit in die Kammern des Luftroͤhrenkopfes herausgedrungen S. 169. , so hat doch der beruͤhmte Mann keine Muͤndungen entdekken koͤnnen, und es sind die Quellen des Schleims in den Kammern keinen Zweifel unterworfen, indessen kann auch die sehr gedruͤkkte Schild- druͤse die Holwege der Kammern hervorgedrengt haben. Endlich hat der oft geruͤhmte J. Baptista Mor- gagni Exp. IX. n. 38. gesehen, und nicht ohne Nuzzen erinnert, daß sich der Saft nicht in die wahre Hoͤle, sondern in die sogenannte Substanz der Druͤse selbst ergossen. Folglich ist auch der Nuzzen dieser Druͤse noch dun- kel. Die Alten Deutil. part. L. VII. c. 17. , und die beruͤhmte Maͤnner unter den Neuern, glauben gemeiniglich DIONIS. S. 484. san- tor. S. 115. u. f. Jn den Thieren ist die Schilddruͤse sehr klein, wovon de dordev nicht redet. S. 166. , daß sie den Luftroͤhren- kopf zu befeuchten diene, da nicht nur ihre Lage, sondern auch die weiche Beschaffenheit des Saftes dazu geschikkt zu seyn scheine. Es haben einige Schriftsteller einige kleine Muͤn- dungen gesehen, die, nach einiger Muthmaßung, dahin gehoͤren, indessen daß andere, welche bessere Begriffe ha- ben, nicht das Herz gehabt, sie auf unsre Druͤse hin zu ziehen. Von dieser Art ist die eirunde Muͤndung an dem Vordertheile der Luftroͤhrenspalte, ganz nahe bei der Oefnung der Kammer, unter dem Winkel der un- tern Baͤnder, welches Morgagni Ep. IX. n. 35. , und Santorin gesehen S. 115. . Eine andre Oefnung hat Winslow n. 590. neben dem Vorderbande des Kehlendekkels gesehen. Vater I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. Vater De ductu salivali. S. 16. spricht von einem holen Kanale nahe bei dem Luftroͤhrenkopfe, durch den sich die Schilddruͤse, wie er glaubte, ausgeleert habe. J. G. Duvernoi uͤberredet sich gegen dem Zungen- beine, von dem Anhaͤngsel dieser Druͤse, einen Kanal her- vorgefuͤhrt zu haben Angef. Ort. S. 217. , er hat seine Entdekkung aber nicht weiter ausgefuͤhrt. Man kann noch hinzu fuͤgen, daß oͤfters Geschwuͤlste voller Wind LALOVETTE. S. 168. 169. von dem Anstrengen der Gebaͤrenden in der Schilddruͤse entstehen, darinnen sie das zellfoͤrmi- ge Gewebe aus einander drengen, welches ein offenbarer Beweis ist, daß aus der Luftroͤhre Wege gehen, durch welche die Luft nach der Schilddruͤse gehe, und also mut- mast dieser beruͤhmte Mann, daß der Druͤsensaft, durch die Flieswassergefaͤße dahin, so wie in die Kammern des Luftroͤhrenkopfes, kommen koͤnne S. 172. . Es giebt endlich uͤber dem ersten Ringe WALTHER de lingua T. III. f. 2. S. 37. der Luftroͤhre kleine Muͤndungen, oder selbst am ersten Ringe, ein ganz kleiner Gang, durch welche Wege Theophilus de Bordeu S 156. 159. 160. die Schild- druͤse aufgeblasen S. 161. , und durch welche er Borsten ge- bracht. Er fuͤgt noch hinzu, der Geschwulst der Schild- druͤse, der durch Arzeneimittel aufgeloͤst worden, haͤtte sich in Wasser verwandelt, welches der Kranke durch den Hintern von sich gegeben Rendit. S. 154. . Der beruͤhmte Desnoues Lettres a Guilielmini. S. 154. eignet sich mit wenig, aber zuverlaͤßigen Worten die Entdekkung dieses Druͤ- senganges zu, hingegen versichert George Daniel Coschwitz In diss. de duct. saliv. cosch- witz. , daß sich diese Druͤse durch ein blindes Loch an der Zunge ausleere. Der Die Stimme. IX. Buch. Der Erfolg hat zur Zeit mit der Erwartung dieser beruͤhmten Maͤnner nicht uͤbereinstimmen wollen. San- torin S. 115. war so offenherzig, den Gang, welchen er ent- dekkt |zu haben glaubte, selbst fahren zu lassen. Der vor- trefliche Vater sezzte fast nach dreißig Jahren, seit sei- nen ersten Bemuͤhungen im Zergliederungswesen, nichts weiter zu seinen ehemaligen Beschreibungen hinzu, und also scheint er in der Zeit nichts gefunden zu haben, welches seine erste Erwartungen bestaͤtiget haͤtte. Man kann aus der Luftroͤhre mit Gewalt die Wege ins Zellgewebe oͤffnen. Es erinnert Morgagni mit Scharfsinnigkeit, es waͤren die Gaͤnge noch nicht entdekkt, und es koͤnnten auch |keine andre, als nur sehr kleine seyn Adv. I. S. 35. 36. adv. V. S 66. , da ein groͤsseres Troͤpfchen die so empfindliche Luftroͤhre zu einem unertraͤglichen Husten reizen wuͤrde. Er hat die kleine Muͤndung, welche er gesehen, bei wiederholten Untersu- chungen nicht wieder finden koͤnnen Epist. IX. n. 35. , so wenig als Winslow die uͤbrigen wieder gefunden Ebendas. n. 36. S. 270. . Wir erwarten von dem beruͤhmten Theophilus de Bordeu andere Proben von seiner Erfahrenheit in dem Zergliedrungswesen, wenn wir uͤberredet werden solten, er habe dasjenige gesehen, welches weder Margagni, noch Santorin, Ruysch, oder Albin haben finden koͤnnen, ob sie sich gleich viele Muͤhe gegeben, dieses eben. falls zu sehen. Jch will nur beilaͤufig erinnern, daß es sehr leicht sey, Sachen zu finden, welche von Nieman- den mit grossem Fleisse gesucht worden, daß es aber aͤu- serst schwer falle, sich uͤber die Grenzen auszudehnen, wel- che grosse Maͤnner in der Kunst nicht haben uͤberschreiten koͤnnen, wenn sie sich gleich angestrengt, selbige durchzu- bre- I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. brechen. Dieses ist wohl wahrscheinlich, daß der be- ruͤhmte de Bordeu Schlagadern gesehen, welche durch diese Loͤcher der Knorpelringe gehen, indem er durch diese Wege selbst Blutadern durchfuͤhrt, und man sich nicht vorstellen kann, daß Blutadern S 160. ohne Schlagadern vorhanden gewesen. Endlich giebt ein beruͤhmter Arzt die Vermuthung, daß die Schilddruͤse ihren Gang zum Schlunde hin sende, und dahin ein verminosum vitale principium bringe VERCELLONI de gland. oesophagi. : es haben aber andre beruͤhmte Maͤnner J. W. PAVLI in progr. 1718 herausgegeben. MORG. Ep. IX. n. 38. u. f. solche Gruͤnde dagegen gesezzt, welche gelehrten Richtern ein Gnuͤgen gethan zu haben scheinen. Andre beruͤhmte Maͤnner haben sich, da sie voͤllig daran verzweifelt einen Gang zu entdekken, uͤberhaupt einen andern Nuzzen ausgesonnen. Und es meint sogar Ruysch Jn dem Briefe, den Engel- brecht von Westhoven von der Braͤune herausgegeben. , es werde in dieser Druͤse ein besondrer Saft verfertigt, den die Blutaederchen auffaͤngen, und ins Blut braͤchten, und dieses sey auch die Absicht der Milz, und der Brustdruͤse. Boͤcler vermuthet nicht unwahrscheinlicher Weise, der Saft diene ebenfalls das Blut zu verduͤnnen, da er in der Frucht zaͤhe sey Angef. Ort. . An- dre sezzen die Sache in das Fach der Flieswassergefaͤfse ASTRVC des tumeurs, S. 166. . Man mus, und zwar keinen geringen Nuzzen, von der erstaunlichen Menge Bluts erwarten, welches, wie wir gleich zeigen wollen, dieser Druͤse zufliest, und es ist diese Druͤse ferner in allen Geschlechtern der Vierfuͤs- sigen, und Amphibien bestaͤndig zugegen. Diese Druͤse ist zu Kroͤpfen aufgelegt, und nur gar zu oft | in meinem Vaterlande der gewoͤhnlichste Sizz dieses Uebels Die Stimme. IX. Buch. Uebels PH. CONR. FABRICIVS anat. pract. S. 116. vergl. PEYER obs. 3. morg. epist. IX. n. 38. u. f. . Jch habe in der Schilddruͤse Blaͤschen ( cystides ) gesehen, welche auch von einer knorpligen Be- kleidung bedekkt waren, ferner einen ausgeschuͤtteten Sand, und andre Knochengewaͤchse Knochen in der Schilddruͤse, JANVS PLANCVS de monstr. , welche in der Druͤse zer- streut waren, ja einen Theil der Druͤse zu einer Art fet- ten Spekks ausgeartet. Daß die Braͤune in ihr den Sizz habe, kann ich nicht glauben EVERTSEN. angef. Dis- sert. . §. 23. Jhr Hebemuskel. Ob diese Druͤse gleich von den verschiednen Muskeln, welche wir genannt haben, wie solches so gar die groͤsten SANTOR. S. 155. LA- LOVETTE. u. f. Maͤnner bejaht haben Der ber. BORDEV will nicht, daß sie gar zu beweglich sind. S. 171. Mir scheinen sie mit dem Luftroͤhrenkopfe beweglich, hingegen an dem Luftroͤhrenkopfe feste zu seyn. , gegen die wiederstehende Luft- roͤhre, und den Luftroͤhrenkopf ausgemelkt werden kann, so hat sie dennoch auch ihre besondre Fleischfasern. Jch lese, daß sie von dem Schildschlundmuskel LALOVETTE. S. 161. einige Fasern erborgen soll; diese sind mir aber unbekannt, wie- wohl ich deswegen nicht das Absehen des beruͤhmten Man- nes verwerfen will. Jch habe gesehen, daß sich vom Ring- schildmuskel, an der rechten Seite, noch mehr Fasern als der ungepaarte selbst hat, in die obern Theile der Druͤse zerstreut haben. Sie hat aber nicht zwar in allen, doch aber in den meisten Menschen einen eignen Muskel, von dem sie getragen wird Diesen giebt Schreiber als bestaͤndig an in der Ausgabe der Douglaßischen myograph. S. 58. Auch hat ihn albinvs beim boh- livs de morsu, und beim heym. Comment. boerh. S. 457. T. I. Fuͤge hinzu den gavtier. T. 4. , und welcher gemeiniglch ohne I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. ohne Nebenmuskel, ungepaart gemeiniglich an der lin- ken Seite glagert ist EVSTACH angef. Ort. SCHREIB. angef. Ort. , indessen daß man ihn, wiewohl sehr selten, an der rechten Seite SCHREIB. angef. Ort. , und an beiden Seiten wahrgenommen SCHREIB. angef. Ort. Einmal habe ich gesehen, daß ein lin- ker vom Horne des Zungenbeins her- vorkam. . Er bekoͤmmt sein Entstehn nicht voͤllig mitten aus dem holen Theile der Grundflaͤche des Zungenbeins EVST. T. 41. f. 5. 8. , und dieser Anfang ist sehnig, er grenzt an den Zungenschildmuskel, doch ist er nicht etwa ein Stuͤkk von demselben Daß er ebenderselbe sei, dv- vernoi ang. Ort. Er hat ein von diesem Muskel bei Seite gehendes Stuͤkk, cowper. T. 30. f. 1. Das mit uns uͤbereinstimmt; bleibt aber im Schildknorpel. . Er steigt mitten an der Druͤsensaͤule nieder, er zerstreut sich mit umherschweifen- den Fasern Jn die Bekleidungen des Ring- knorpels, oder daß sie sich unterhalb an der obersten Luftroͤhre weit aus- breiten, bass Dec. II. obs. I. auf der Vorderflaͤche der Druͤse EVST. angef. Ort. , und alsdenn haͤngt er sich an die haͤutige Bekleidung, die zellfoͤrmig ist, an. Er unterstuͤzzt seine Druͤse, damit diese nicht von ihrem Gewichte niedergezogen werde. §. 24. Die Schlagadern des Luftroͤhrenkopfes. Die obere Schildpulsader. ( thyreoidea superior. ) Es ist eine Bequemlichkeit fuͤr uns, daß die Schlag- adern des Luftroͤhrenkopfes, mit den Schlagadern der Schilddruͤse einerlei sind. So ist also die obere Schildpulsader gemeiniglich der erste Ast der aͤussern Halsschlagader, dieser Ast ist einer H. Phisiol. 3. B. R r Die Stimme. IX. Buch. einer von den groͤsten PETSCHE. n. 39. lalo- vette. S. 161. , und uͤberhaupt nicht selten so gros, als die Gehirnschlagader, welche man gemeiniglich die innere Carotis nennt. Sie koͤmmt so nahe an der Zerteilung der Halsader zum Vorschein, daß entweder uͤberhaupt Vergl. GVNZ de arter. maxill. S. 12. Fasc. anat. T. III. tab. art. tab. II. E. haym. Comm. in I. R. M. T. VI. S. 18. drei Aeste an diesem Stamme sind, oder doch die Schildader wenig Linien uͤber dem Austritte der Gehirnschlagader entspringt Tab. tot. corp. tab. art. max. F. F. tab. thyr infer. μ. ν. ν. tab. art. labiaI. II. m. . Sie steigt aus ihrem Stamme Vergleichet damit die ganze Beschreibnng mit der Auslegung, art. max. int. not. b. in fasc. II. gebogen einwerts herab Tab. ant. r d. a. tab. art. max. tab. rhyr. i h f. I. tab. att. lab. II. , und mit dem obern Rande eines ieden Seiten- lappens der gleichnamigen Druͤse, hierauf wird sie von ihm bedekkt, und koͤmmt hinter ihm bei dem Jsthmus dieser Druͤse an, und macht oft mit der Nebenader ei- nen Kreis Ein einfachen, tab. corp. ant. d. t. d. oder gedoppelten bei a. (vergl. auch lalovette. S. 161) einen andern untern, fasc. VIII. S. 10. . Sie sendet eine Menge Astausschuͤsse, die eben so gekruͤmmt sind, eben dieser Druͤse zu, und die Zweige derselben kriechen auf dem groͤsseren Lappen Tab. ant. , und auf den Zwischenraͤumen der Druͤsenkerne, so wie sie sonst auf den zusammengesezzten Druͤsen zu thun pfle- gen. Die Druͤse bekoͤmmt von ihrer Menge eine rothe Farbe. Der Anhang eben dieser Druͤse bekoͤmmt von ihnen Zweige, welche mit dem Zungenbeinsaste, der Zungen- schlagader Gemeinschaft haben. Es begeben sich noch andre Zweige nach der Luftroͤh- re, und den benachbarten Muskeln Siehe einige tab. art. lab. n. o. p. , nach dem haͤu- tigen Raume zwischen dem Zungenbeine, und dem Schild- knorpel, nach der Bekleidung beider, zum Schlunde, und endlich zur Brustdruͤse. Der I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. Der Luftroͤhrenkopfsast pflegt aber auch nicht selten, besonders fuͤr sich von dem Stamme der aͤussern Halsader, bisweilen auch von der Schlundschlagader zu entstehen, gemeiniglich aber ist er doch eine Geburt der Schildschlagader. Dieser laͤuft uͤber dem Schildknorpel, zwischen diesem, und dem Zungenbeine, oberhalb dem Schildschlundmuskel, nach dem Luftroͤhrenkopfe, sehr selten aber durch das Loch des Schildknorpels. Die vornehmsten Zweige sind, derjenige, der auf dem Ruͤkken des Kehlendekkels ein Nezze macht: welcher der Queere nach, nach der Hinterflaͤche des Luftroͤhren- kopfes, zu den Dreiekksknorpeln, und zum Ringdrei- ekksmuskel koͤmmt; ferner der Zweig, welcher zum hin- tern Ringdreiekks, zum Seiten- und zum Schilddreieks- muskel koͤmmt, und mit seinen Zweigen, unter dem Schildknorpel, oder durch die Zwischenraͤume des Ring- schildbandes, gegen die Vordergegend dringt; endlich theilt sich ein tiefer Stamm in die Kammern, und die schleimmachende Haut der Vorderflaͤche des Luftroͤhren- kopfes aus. Die Verschiedenheiten und uͤbrigen Aeste, welche sich zu diefer unsrer Kuͤrze nicht schikken, habe ich an an- dern Orten beschrieben Fasc. II. III. VIII. S 10. . Jch habe diese Schlagader sehr gros gefunden, wenn die untere sehr klein war. §. 25. Die untere Schildschlagader. Es ist auch diese eine von den vornehmsten Schlaga- dern eine mit Man lese die ganze Beschrei- bung fasc. II. und VIII. S. 60. Die- ses hat auch der ber. VINK van de blocdvaten. S. 54. , und entweder so gros, oder gar noch R r 2 groͤs- Die Stimme. IX. Buch groͤsser Fasc II. tab. art. thyr. int. not. e. , als die Wirbelbeinader, bisweilen auch groͤs- ser, als die ganze uͤbrige Schluͤsselader Jm Kinde, ebendas. Jch ha- be in einem neugebohrnen Kinde den Durchmesser der Schluͤsselader gefunden, 00.00 09. den Diame- ter der untern Schildader, 00.00.08. der obern 00 00. 07. . Jhr Ur- sprung koͤmmt von der Schluͤsselader, mehr vorwerts, als die Wirbelbeinader, oder doch fast an eben dem Orte, auch etwas mehr nach auswendig zu Tab. art. thyr. infer. f. I. tab. ant. tot. corp. δι tab. IV. und V. Fasc. VII. , und bei dem aͤussern Rande des vordern ungleichdreiekkigen Hals- muskels. Man hat sie aus dem Aortenbogen kommen gesehen VINK. S. 50. . Jch habe sie ein einziges mal, welches Exempel aber eine Seltenheit ist, aus der Holader ( carotis ), kommen gesehen Angef. Ort. . Jch habe auch einen so kleinen Ast zur gleichnamigen Druͤse gehen gesehen, daß man ihn mit Recht ausser Acht lassen konnte. Es hat diese Schlagader viele Aeste, einen, der an einem andern Orte geht, der Schulterblatsast Tab. thyr. I. Q. tab. tot. corp. post. 2. tab. tot. corp. ant. v. und iusonder heit im Fasc. VI. , der zum Schluͤsselmuskel, zum deltamuskel des Ober- arms, zum Schultergelenke, zum Moͤnchskappenmus- kel ( trapezium ), zum Schulterheber, zum Ueberruͤkk- gradsmuskel, zum Unterruͤkkgradsmuskel niedersteigt, u. s. f. Der nach der Queere laufende Nakkenast l. c. c. und angef. tab. R. Tab. II. X Y. tab. ant. tot. corp. η. be- giebt sich zu den zahlreichen Nakkenmuskeln, und zum Nakkenmark Fasc. II. angef. Ort. ; der aufsteigende Nakkenast T. II. c. e. fasc. VII. angef. Ort. geht zu den Seitenmuskeln des Halses, zu den Druͤsen an diesem Orte, zum Ruͤkkenmarke Ebendas t. nach π ι ϱ. tab. ant. tot. corp e. fasc. VII. T. 4. O. T. 5. V. . Der Stamm Ebendas. tab. ant. tot. corp. angef. Ort. naͤhert I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. naͤhert sich seiner Druͤse, und endigt sich aber doch der- gestalt in dieselbe K. ebendas. , daß auch einige Aeste zur Lustroͤh- re I. tab. ant. tot. corp. , zu den Muskeln, welche vom Luftroͤhrenkopfe zum Schlunde gehen, ferner zum Kehlendekkel, und zur Brustdruͤse hinreichen. Doch laͤuft sein vornehmster Ast, der untere Luftroͤhrenkopfsast, nachdem er dem Schlun- de einen Zweig zugeworfen, unter dem Schlundmuskel, ferner durch die Zwischenraͤume des Ringdreiekksmuskels, der hinten liegt, mit zween oder mehrern Zweigfortsaͤz- zen nach dem Luftroͤhrenkopfe, zu schon gedachtem Mus- kel, zum Schildgieskannenmuskel, und zum Raume selbst, zwischen dem Zungenbeine, und dem Schildknor- pel, nach dem er sich mit der obern Schildader durch eine Anastomosirung verbunden. Ein Zweig von ihm macht mit dem Nebenaste, unter dem ringschildfoͤrmigen, einen Ring. Endlich theilt sich der Brustast T. I. thyr. o. p. q. r. , bei der Luft- roͤhre, bei ihren Druͤsen, hinten bei dem Mittelfelle, bei dem Schlunde, und den Haͤuten der Wirbelbeine, und er vereinigt sich mit der obern Ribben- und wahren Luftroͤhrenader. Jch habe zwo untere Schildpulsadern, beide von der Schluͤsselader entspringen gesehen. Jn diesem Falle ist die eine sehr klein. Jch habe auch zwo andere wargenom- men, davon die eine von der rechten Halspulsader her- kam Aus der Carotis, VINK. S. 54. . R r 3 §. 26. Die Stimme. IX. Buch. §. 26. Die Blutadern des Luftroͤhrenkopfes, und der benachbarten Theile. Die Wege, die hier die Blutadern nehmen, entfer- nen sich von dem Sizze der Schlagadern, indessen lassen sich doch alle Blutadern auf drei Ordnungen bringen. Die erste machen die untern Schildblutadern aus. Jhrer sind oft zwo da, welche aus der linken Schluͤssel- ader, dicht bei einander, und bestaͤndig in die Hoͤhe ge- hen, und uͤberhaupt die Gegend der untern Schildpuls- ader besezzt halten, und deren kleinen Aesten das Geleite geben. Sonsten pflegt die eine von diesen beiden, selbst aus der Zeraestelung der Holader Veine gutturale, winsl. T. III. Tr. des veines n. 64. , und endlich aus der rechten Drosselader, oder aus der Drosselader ihrer Seite zu entspringen; oder es sind ihrer in allem drei vor- handen, davon zwo aus den Drosseladern, die dritte hin- gegen, von der linken Schluͤsselader entspringt. Selten ist nur eine einzige vorhanden, welche alsdenn ebenfalls aus der linken Schluͤsselader koͤmmt EVST. T. 25. . Sie steigen mitten aus der Brustdruͤse, nach ihrer Druͤse hinauf, und sie wachsen in einen schoͤnen Bogen zusammen; sie vereinigen sich auch mit den obern und mittlern Schild- aesten. Es tritt ein ansehnlicher Luftroͤhrenast ( laryn- geus ) unter dem Schildknopel mit der Schlagader zu- sammen, welche er ferner begleitet. Er sendet andre Aeste der Luftroͤhre, und Brustdruͤse zu. Von den mittlern Schildblutadern giebt es gemeiniglich zu beiden Seiten zwo Zwo hat EVST. T 25. drei, oder vier aus der Drosselblutader, la|lovette. S. 162. , und sie erstrek- ken sich zur innern Drosselblutader; zwischen dem Ur- sprun- I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. sprunge dieser Blutader, und der obern gleichnamigen Blutader liegt ihr Geburtsort. Sie versorgen auch die Haut, die Raͤume unter der Haut, die Vorderflaͤche der Schilddruͤse, nebst deren Hinterflaͤche, und den Luftroͤh- renkopf. Sie pflegen mit beiden ober evstach. T. 25. , und untern Staͤmmen Ebendas. durch grosse Zusammenhaͤnge verbunden zu seyn. Die einzige obere Schildblutader Petite veine que donne la iu- gulaire interne, winsl. ist ent- weder aus zwoen Wurzeln in eine zusammengezogen, und eine nahe Begleiterin ihrer Schlagader, welche in der andern Gegend des Schildknorpels ihren Ursprung nimmt; nachdem sie nun nicht selten den Froschaft, den wir an- derswo besser beschreiben wollen, bisweilen auch den Ast fuͤrs Angesicht, von sich gegeben, so schliest sie sich ober- werts an das Horn des Knorpels, von dem geredet wor- den, an, sie laͤuft vor dem Brustschildmuskel, und fast bis zur Mittelgegend der Schilddruͤse einwerts fort, sie steigt mit ihren Staͤmmen durch das Horn an ihrer Seite nieder, und macht zwischen diesem Horne, und dem An- haͤngsel, einen schoͤnen Kranz mit ihrer Nebenader, und so vertheilt sie sich an der vordern Schaͤrfe dieser Druͤse mit sehr grossen Aesten. Von ihr entspringt die Blut- ader des Zungenbeins, diese Gefehrtin ihrer Schlaga- der, nebst den geflochtenen Blutadern, die zum Schlun- de, und hinter selbigen, zu den Koͤrpern der Wirbelbei- nen hingehen. §. 27. Die oberen Nerven des Luftroͤhrenkopfes. Sie begleiten uͤberhaupt ihre Schlagadern. Folglich ist sowohl der obere, als untere Nerve des Luftroͤhren R r 4 kopfes, Die Stimme. IX. Buch. kopfes, ein Sprosling des achten Paares. Man mus sie, ihrer Wuͤrde gemaͤs, verfolgen. Es ist dieser obere Nerve des Luftroͤhrenkopfes der unterste von den Aesten, in welche sich das achte Paar zerspaltet, nachdem es aus der Gehirnschale koͤmmt andersch Tab. nerv. cord. 4. ; er wird bald darauf, unter dem Atlas nicht selten durch einen andern Zweig aus eben dem Stamme vermehrt evst. T. XVIII. n. al- bini. Doch man mus sich wun- dern, daß dieser Ast, gleichsam vor dem Luftroͤhrenkopfe, oder wenigstens unterhalb demseiben, und gar nicht mit dem Schildknorpel bedekkt, her- abgehend gezeichnet wird, vievss. T. 23. winsl. n. 116. willis T. IX. h. . Er geht hinter den Aesten der Carotis, und begleitet die Schlagader des Luftroͤhrenkopfes. Er hat einen ansehnlichen aͤussern, und einen andern inwendigen Ast. Der aͤusse- re Der obere Ast des vievss. S. 181. Auch andersch. hat einen Zweig, der mit einem Aste des Knoten des grossen Ribbennerven Gemeinschaft hat, woraus Aeste zum Zungenschild- FABRIG. f. 23. rvnge. ebendas. zum Schildschlundmus- kel VIEVSS. S. 181. andersch. ic. rvnge de organ. voc. S. 30. , und zur Schilddruͤse gehen WINSL. n. 116. rvnge. ebendas. , und noch ein an- derer, welcher den Ringschlundmuskel durchbort, und zum Ringschildmuskel geht. Eben dieser giebt noch einen Zweig zum Herznerven ( cardiacus ) ab, von dem ich bald reden werde. Der innere geht in den Luftroͤhrenkopf Der untere Ast des vievss. S. 181. Er leitet diesen aber einzig und allein in die Muskeln des Schlundes. , uͤber dem Rande des Schildknorpels, und zertheilt sich. Jch ha- be vier von seinen Hauptzweigen gefunden, wiewohl es nicht immer so ist. Der erstere geht nach dem Ruͤkken des Kehlendekkels Ein dritter, rvnge. S. 31. ; der andere nach der Haut des Schlundes, und zum Schildgieskannenmuskel Er scheint der erste und zweete des rvnge zu seyw, rvnge. S. 30. . Der dritte I. Abschn. Der Lufhroͤhrenkopf. dritte wirft sich in den Ringschildsmuskel, wofern nicht ein Zweig des aͤussern Astes seine Stelle vertitt. Der vierte geht nach den Dreiekksmuskeln Vielleicht der vierte des rvnge. S. 31. , nach dem Seiten- und hintern Ringdreiekksmuskel, und er ver- einigt sich in diesem Muskel mit dem ruͤkklaufenden WINSL. angef. Ort. evst. bei o. willis de cerebro. T. 9. h. n. Der fuͤnfte des rvnge. S. 31. . Jch habe nicht zum Brustzungen- und Rabenzungen- muskel Aeste gehen gesehen, welche Casserius S. 65. dahin fuͤhrt, noch die Veiussenischen S. 181. , zum Griffelzungen, und Kinnmuskel des Zungenbeins. Doch es hat hier die Natur spielen koͤnnen. Es hat hier dieser Nerve mit dem Ribbenstamme vor- nehme Verbindungen. Er allein giebt bisweilen aus einem, oder mehreren Zweigen einen Nerven, den ich in der Geschichte des Herzens den ersten genannt habe 4 B. , oder er giebt eben diesen so von sich, daß er noch durch einen Ast des achten Paares vermehret wird, oder er sendet einen Ast, welcher mit dem Zweige des grossen Nerven- knotens, und einen andern Fortsazz des Ribbennerven, eben diesen Nerven des Herzens ausmacht. Er pflegt auch einen Ast zum Schlundnerven vom Ribbenstamme abzugeben andersch. angef. Ore. . Zu den weichen, vom Ribbennervenknoten entsprin- genden Aesten, sendet er einen, oder mehrere Nerven hin, dieser vermifcht sich mit dem Nervengeflechte, liegt auf der Halsader, wie anderswo gesagt werden soll, und be- gleitet alle Schlagaderstaͤmme, die aus der Halsader entspringen. Jst dieses vielleicht der Zweig beim Ribbenknoten des vievss. S. 181. t. cit. q. . R r 5 §. 28. Die Stimme. IX. Buch. §. 28. Der ruͤkklaufende Nerve. Dieser Nerve, welcher von einer Ruͤkkehr aus der Brust, der ruͤkklaufende genennt wird, ist gros, und fast vom Anfange der Zergliederung her galen. de usu part. L. VII. c. 14. , beruͤmt gewesen. Auch diesen Nerven erzeugt das achte Paar, aber in einer Entfernung vom Luftroͤhrenkopfe, in der Brust, und an der linken Seite auswendig am Schlag- adergange casser. T. 15. f. 1. trew de different. fet. T. I. , oberhalb der linken Lungenschlagader: an der rechten Seite, unter dem gemeinschaftlichen Stam- me der Holader, und der Schluͤsselader andersch. angef. Ort. und tab. art. thyr. ant. vievss. T. 23 casser ebendas. f. 1 2. willis T. IX. cstephan. ic. S. 224. Vergl. winsl n. 122. , an einem hoͤhern Orte, als der linke Auf allen Kupfern des wins- low. n. 126. . Er entsteht nicht aus einer einzigen Wurzel, sondern aus zwo EVST. T. 18. andersch. 13. und 17. , oder gar drei VIEVSS. auf der linken Seite, und S. 184. vesal in den Fig. S 523. spigel. S. 192. Wurzeln. An dem Ruͤkken des Schlagaderganges, und des Aortenstammes an der linken Seite vievss. ebendas. willis ebendas. casser. winsl. n. 126. , und an der andern beugt er sich um den gemein chaftlichen Stamm der Schluͤsselader VIEVSS. ebendas. willis ebendas. casser. ebendas. wins- low. n. 123. , und der rechten Halsader. Er steigt hinter der Halsader VIEVSS. ebendas. in die Hoͤhe, und umarmt mit einem Strikke, welches oftmals aus dem Stamme, und Aste gemacht ist, die untere Schildpuls- ader. Er legt sich zu beiden Seiten, an die Seiten des Luftroͤhrenkopfes an VIEVSS. , vor dem Schlunde ANDERSCH. angef. Ort. Tab. thyr. iam. citata. , ferner ge- I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. gelangt er, vor der Luftroͤhre selbst, an dem Ruͤkken der Schilddruͤse Tab. thyreoid. cit. , und mit ihr unten an dem Luftroͤh- renkopfe in gespaltner Gestalt an, wie auch unter dem Schildknorpel, unter dem Ringschlundsmuskel. Es mischen sich viele merkwuͤrdige Zweige desselben unter die Herznerven, oder unter die, vom Ribbenstam- me erzeugte, oder die vom achten Paare, und an der rechten Seite, wie auch an der linken, unter verschiednen Winkeln mit ein, so daß uͤberhaupt einige vom ruͤkk- laufenden nach den Herznerven hinauf An der linken Seite, Evst. T. 18. f. 2. , andre nieder- steigen An der rechten Seite, evst. ebendas. . Es dringen auch einer, oder der andre Zweig zu den tiefen Nerven des Herzens durch 4 B. evst. s. T. 18. s. al- bin. willis bei n. S. 173. Vielleicht ist es der, vom ruͤkklaufen- den Nerven, nach den Haͤuten des Herzens, neben dem Ursprunge der Lungenblutader vertheilte Zweig des colvmbi. S. 197. , ein andrer begiebt sich nach dem linken Sinus hin 360. 362. . Einige andre Zusammenhaͤnge, die von diesen unterschieden sind, geschehen am Halse mit dem Flaͤchennerven des Herzens 4 B. andersch. Tab. n. 20. 23. WILLIS ad Γ. γ. γ. evst. lat. dextr. q. albin. , wiewohl dieses nicht bestaͤndig so ist; sie steigen entweger in die Hoͤhe, oder sie gehen hinab. Einige Aeste gehen zur Lunge, und vermischen sich mit der Lungenblutader, indem sie vor dieser mit den Herzzweigen zusammenkom- men; sie erstrekken sich bis zum vordern Nebengeflechte dieses Eingeweides S. 361. . Er theilt dem Schlunde vievss. S. 182. andersch angef. Ort. , indem er mit diesem in die Hoͤhe steigt, reihweise viele Sproͤslinge mit. Er theilt auch der Luftroͤhre eine Menge Zweigchen mit casser. angef. Ort. f. 2. T. 13. f. 2. , die in der innersten Membran derselben diejeni- ge scharfe Empfindlichkeit hervorbringen, welche wir be- wundert haben. Er Die Stimme. IX. Buch. Er liefert einige der Schilddruͤse WINSL. n. 123. lievt. S. 446. , und auch einen Zweig dem Ringschlundmuskel. Jn dem Luftroͤhrenkopfe selbst strekkt er einen Ast Wird vom FABRICIO gezeichnet. f. 38. b. zum Schildgieskannenmuskel FABRIC. c. 10. casse- rivs T. 13. f. 4. , und zu dem Seiten- muskel des ringgieskannenfoͤrmigen hin FABR. casser. f 4. , und einen andern Stamm, oder Ast zu dem hintern ringgieskan- nenfoͤrmigen CASSER. T. 13. f. 2. S. 10. FABRIC. c. 10. . Endlich macht er mit dem Stamme des Luftroͤhrenkopfes EVST. lat. d. l. c. willis angef. T. winsl. n. 1 4. in dem hinteren ringgieskan- nensoͤrmigen Gesellschaft. Eustach laͤst den Kranz beider Staͤmme, naͤmlich des rechten und linken, welchen sie unterhalb dem Luft- roͤhrenkopfe machen, weg, und ich erinnere mich auch nicht, ihn gesehen zu haben So hats fabric. f. 38. . Ausser diesem Nerven hat noch die Schilddruͤse ihre besondre Zweige lalovette angef Ort. S. 162. naͤmlich vom Ribbenknochen, und dem ersten Nakkenpaare, wel- ches ich fuͤr das zweite auslege. vom Herznerven des Ribbenstam- mes, und es haben ferner von diesem Nerven der Zun- genschild-, der Ringschild- der Ringschlundmuskel ih- ren Nuzzen. Es empfaͤngt aber auch die Luftroͤhre von dem Rib- benherz willis. bei Γ γ γ. , und selbst von dem vornehmsten Herzge- flechte 4 Buch. einige Aestchen. Ein Ast des neunten Paares, von dem wir anderswo reden wollen, bringt die uͤbrigen, kuͤnftig zu nennende Aeste hervor, die zu den Brustzungen- und Brustschild- muskeln herabgehen, hervor. §. 29. I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. §. 29. Die Erscheinungen an diesem Nerven. Wir koͤnnen diejenigen Angelegenheiten nicht voͤllig ausser Acht lassen, welche das erste Zeitalter und die Em- sigkeit der neuen Zergliederer, durch das Unterbinden oder Zerstoͤhren der ruͤkklaufenden Nerven zum Vorschein ge- bracht. Wenn man naͤmlich einen solchen ruͤkklaufenden Nerven unterbindet, druͤkkt, oder durchschneidet, so hoͤrt an Thieren die halbe Stimme auf VESAL. L. VIII. lezztes Ka- pitel, MASSA introduct S. 61. Mem. de chirurg. T. III. S. 8. mvralt exp. anat. S. 496. mar- tin Ess. of a soc. at. Edimb. T. II. S. 110 , und es hat Ga- len De loc. adfect. L. I. c. 6. Ein aͤhnlich Beispiel hat gvil. de la motte chir. compl. T. II. obs. 212. eben diesen Erfolg an einem Menschen gesehen, dem der Wundarzt den ruͤkklaufenden Nerven zerschnit- ten hatte, eben dieses bemerkte Amatus Centur II. cur. 70. an jeman- den, dessen ruͤkklaufenden Nerven ein sublimirtes Quek- silber zernaget hatte, und vielleicht war eben so was vor- gegangen, an einem, bei dem ein Stos an den Anfang des Ruͤkkens, eine siebentaͤgige Sprachlosigkeit hervor- gebracht hatte GALENVS de loc. adfect. L. I. c. 6. . Wenn man aber beide ruͤkklaufende Nerven unterbin- det MVRALT exper. anat. S. 58. galen. de Hipp. et Platon. decret. L. II. c. 6. pare administr. S. 41. massa. S. 61. Memoir. de chirurg. T. III. S. 81. , so verliert sich die voͤllige Stimme in einem Thiere, und sie koͤmmt nicht wieder, wenn man gleich darauf das Band wieder wegnimmt VALSALVA beim mor- gagn. exp. XIII. n. 18. morg. ebendas. n. 29. Doch kam sie in des emetti Versuche wieder. . Der Erfolg ist einerlei, wenn man beiderlei Nerven mit einem Eisen durchschneidet, welchen Handgriff Galen De HIPPOCR. et PLA- TON. decretis. L II. c. 6 admin. anat. L. VIII. c. 5. oribas. S. 272. , vor einer gros- Die Stimme. IX. Buch. grossen Versammlung von Menschen, an einem Schweine vorzunehmen pflegte, und den Vesal Gegen Ende des Werkes. , und andre COLVMBVS. S. 259. CHIRAC phil. trans. n. 224. RIOLAN. Enchir. S. 236. covr- ten phil. trans. n. 335. bidloo Exerc. I. de nervis. , auch neuere Schriftsteller nachgemacht haben. Die Stim- me wird auch denn nicht wieder hergestellt, wenn das Thier heil geworden COVRTEN. anges. Ort. . Selbst ein heftiges Zusammen- druͤkken der Kehle, wovon diese Nerven betaͤubt zu seyn scheinen, hat die Stimme vernichtet Hist. de l’Acad. 1705. S. 53. Es ist auch darauf eine Taubheit er- folgt, wie in des MVRALTI ex- perim. . Ob nun gleich eine Gemeinschaft zwischen den Nerven des Herzens, und den ruͤkklaufenden Nerven dazu seyn scheint, so leidet doch das Herz selbst nichts davon RIOL. S. 227. EMETT. ebendas. mart. ebendas. galen ebendas. . Wenn diese Art von Grausamkeit bisweilen weni- ger ausgerichtet, und wenn das Thier die Stimme noch einiger maassen uͤbrig behalten DRELINC. canicid. IV. Sehr rauch und schwach, faber beim hernand. S. 490. , oder sie nach geheilter Wunde wiedergekommen COVRT. angef. Ort. , so hat in dem |Falle der Nerve unvollkommen Wie beim brvnner. S. 42. , oder nur an einer einzigen Seite gebunden seyn koͤnnen Diesem Verstand verstattet die Geschichte des J. FABRI. , oder es hat endlich der Nerve des Luftroͤhrenkopfes der Natur den Schaden wieder er- sezzt. Da es ferner ein Ast des achten Paares ist, welchen wir den ruͤkklaufenden Nerven nennen, so geht die halbe Sprache verloren, wenn einer von den achten Nerven gebunden wird Second Mem. sur les part. ir- rit. et sensibl. n. 188. , und wenn beide gebunden, oder zer- schnitten worden, so verfiel ein Hund, ausser andern Uebeln, noch in eine Verstummung WILLIS de cerebro et ner- vis. S. 172. BAGLIV. exp. 7. S. 676. valsalva beim morg. epist. anat. XIII. n. 28. 37. und selbst morg. n. 29. brvnn. ang. Ort. exp. 2. S. 39. Second Mem. sur les part. irrit. n. 185. 188. : indem die Un- lust EMETT de morb. cap. n. 28. martin. angef. Ort. S. 120. I. Abschn. Der Luftroͤhrenkopf. luft zum Essen BRVNN. exp. in lig. nerv. angef. Ort. 1 S. 38. 43. WILLIS angef. Ort. , das seufzende Atemholen COVRTEN. angef. Ort. bagliv. auf eine Schwaͤche der Lunge MORGAGN. angef. Ort. emett angef. Ort. , des Schlundes, und Ma- gens anzukommen scheinen. Es waren naͤmlich in dem Versuche des Valsalva keine Speisen in den Magen gekommen Sie waren daher mit Blut unterlaufen, morg. ang. Ort. n. 28. 29. , die Elenden brachen die Speisen von sich MORG. n. 28. 29. brvnn. angef. Ort. S. 39. 40. 41. covr- tfn. ang. Ort. Second Mem. sur les patt. irrit. exp. 182. bagl. , und sie verdauten keine Speisen BRVNN. S. 30. 41. 43. Se- cond Mem Exp. 182. 185. 186. . Jndessen erhellet aus diesem Versuche so viel, daß zur Bildung der Stimme, eine freie, und vollstaͤndige Bewegung des Luftroͤhrenkopfes erfordert werde. Warum aber die ruͤkklaufende Nerven in der Brust selbst den Ursprung nehmen, und sich um die grossen Staͤmme der Schlagadern ruͤkkwerts herumschlingen, kann so leicht Niemand sagen. Vieussens steht in den Gedanken, sie schloͤssen sich daher herum, damit diese Nerven nach den verschiednen Gemuͤhtsbewegungen die Aorte beherrschen moͤchten, und er uͤberredte sich, die Aorte wuͤrde von diesen Nerven wechselweise zusammen- gezogen, und wieder erweitert Nevrogr. S. 184. . Doch es koͤnnen Nerven schwerlich, wenn sie gleich reizbar waͤren, eine sehr harte Schlagader nicht einschnuͤren; sie sind auch nicht einmal an sich reizbar, und sie koͤnnen weder ver- kuͤrzt werden, noch die umschlossne Gefaͤsse veraͤndern Prem. Mem. sur les part. irrit. S. 44 45 Second Mem. exp. 203. 204. 205. 206. 209. . Zwei- Die Stimme. IX. Buch. Zweiter Abschnitt. Die Werkzeuge der Rede. §. 1. Das Zungenbein. U m eine Stimme hervorzubringen, dazu ist die Luft- roͤhrenspalte hinreichend; hingegen wird zu der Bildung einer Rede, die Bewegung der Zunge, und der Weg zum Munde, und zur Nase notwendig. Es ist das Zungenbein, welches gleichsam CASSER. T. I. f. 3. 4. eine Stuͤzze fuͤr die Zunge, und den Luftroͤhrenkopf ist, im Menschen runder, und kuͤrzer, als in irgend einem Thiere. Es liegt oberhalb dem vordern Rande des Schildknorpels CASSER. T. I. f. 1. 2. 3. 4. 5. 8. 9. , und es erhebt sich etwas weniger nach vorne zu. Vorne her wendet es sich der Zunge entge- gen, hinterwerts aber gegen den Kehlendekkel casser. f. 9. EVST. T. 42. f. 5. . Es bekoͤmmt seinen Nahmen von der Sache selbst her. Es besteht naͤmlich aus einer Grundflaͤche, und zweien grossen Hoͤrnern, welche an der aͤussersten Grundflaͤche feste sizzen. Die nach der Queere gelagerte Grundflaͤche ist uͤberhaupt dikker, als ihre Hoͤrner, etwas gekruͤmmt, vorne gegen die Zunge bauchig ALBIN. f. 6. Ψ. cowp. T. 27. f. 1. 3. , ruͤkkwerts, gegen den Luftroͤhrenkopf zu, aber hol Ebendas. cowper. f. 2. 4. . Sein oberer Rand ist kuͤrzer, er liegt mit dem aͤussersten Ende vorne auf einer besondern Er- hoͤhung, und hat an sich kleine Hoͤrner haͤngen, von denen wir reden werden. Sein unterer Rand ist laͤnger WINSL. bertin. . Die vordere Flaͤche wird von einer erhabnen Queerli- nie II. Abschn. Die Werkzeuge der Rede. nie geteilt ALBIN. f. 9. zwischen Ψ und E. E. COWPER. angef. Ort. , in eine kleine obere ALBINVS ebendas. ε ε cowper. ebendas. , und in eine kleine vor- dere Flaͤche Ψ albin. cowper. ebendas. . Beide werden von einer Erhabenheit mit- ten durch abgesondert ALBIN. ebendas. winsl. tr. des os. n. 488. COWP. ebendas. Vier Tiefen, vesal. L. 1. c. 13. ingrassias. S. 276. Syllab. part. corp. hum. T. 6. f. 5. cowp. ebendas. , an deren Seite man Tiefen fuͤr die Muskeln ausgehoͤlt findet. Mit dieser Grundflaͤche wird, vermittelst eines in jun- gen Koͤrpern beweglichen Knorpels ALBIN. f. 7. 8. , zu beiden Sei- ten ein besonderes Knoͤchgen verbunden, welches man ein Horn nennt, das daran durch ein Band ALBIN. ic. oss. fet. 153. nesbit. S. 101. , und eine Vergliederung befestigt ist ALBINVS f. 8. , und eben dieses waͤchst im erwachsenen Menschen mit dem vornehmsten Knochen der Grundflaͤche zusammen WINSL. n. 489. BERT. S. 263. . Es sind diese Hoͤrner in der Grundflaͤche dikker ALBIN. ebendas. f. 5 6. 7. 8. , sie werden ruͤkkwerts duͤn- ner EVSTACH. T. 41. f. 8. 11. 12. T. 42. f. 5. , und im Niedersteigen etwas krumm ALBIN. in den Fig. wins- low. n. 489. cowp. f. 1. 2. 3. 4. PALFYN. , da sie denn ruͤkkwerts glaͤtter, und schwach ausgehoͤlt sind albin. f. 5. 6. 7. cowp. f. 2. . Sie gehen fast der Queere nach hinterwerts EVST. uͤberall. . Von dem Koͤpfgen des aͤussersten Horns ALBIN. f. 5. 6. 7. 8 casser f. 5. 9. evst. T. 41. f. 8. palfyn. winsl. n. 489. geht ein Band zum Schildknorpel hin 9 B. 1 A. 8 N. . Die kleinen Hoͤrner VESAL. c. 13. L. I. Die in- wendigen Hoͤrnerchen, vesling epist. posth. 8. Syntagm. c. XI. f. XI. So hat es cowper. f. 1. 2. sind sonst knorplig ALBIN. oss. fet. f. 152. , doch aber in erwachsenen Koͤrpern oft knochig WINSL. n. 490. platn. de epiphysib. S. XXVI. , und man pflegt H. Phisiol. 3 B. S s Wo sie unterschieden sind, BERT. S. 262. Die Stimme. IX. Buch. pflegt sie hie nnd da mit Weizenkoͤrnern zu vergleichen MARCHETT. S. 87. . Oberwerts stossen sie mit der Grundflaͤche in dem Win- kel des Zusammenwachsens der Hoͤrner, mit einer eignen Erhabenheit zusammen ALBIN. alle angef. Figur. evst. T. 42. f. 5. palfyn van de heenderen. T. I. f. 5. e. e. VERH. Tab. 29. f. 7. . Jch habe sie sehr lang, und cilindrisch gefunden winsl. n. 490. FALLOP. S. 54. Lang sieben Linien, plan- cvs demonstr. T. 3. f. 5. . Aus ihnen kommen Baͤnder hervor ORIBAS. S. 144. fal- lop. S. 54. colvmb. S. 107. cowp. f. 1. palfyn. bertin. S. 263. weitbr. Syndesmolog. S. 211. u. f. T. 8. f. 32. Ob er sie gleich nicht gern annimmt; und hin- zusezzt, er habe sie selten gefunden. , welche in der Hoͤhe schmaͤler werden, und ruͤkkwerts gegen den sehr spizzen Winkel, den sie mit dem grossen Horne machen, an der untersten Spizze des Griffelfortsazzes Στηλοειδης rvfi appell. L. I. S. 35. ob gleich hofm. den Namen ςυλοειδης lieber will. In- stit. S. 138. das Zungenbein tragen. An diesen Baͤndern ist es nichts sel- tenes, daß man einige knochige Theile findet REVERHORST de usu linguæ n. 15. gernet de siccitat. senili. , und es fehlt auch nicht an Schriftstellern, welche diese Theile, als was bestaͤndiges, beschrieben haben VESAL. Der die Baͤnder blos in den Frauenspersonen zulaͤst. Diese Theile verwirft evst. oss. exam. S. 175. Fuͤr eine Verschieden- heit sieht es an, weitbr. S. 213. . Es ist hier- innen die ganze Schule dem Vesal lange Zeit nachge- folgt. Uebrigens tragen sie das Zungenbein, damit sol- ches nicht niedersinke, indem es zu heftig aus seiner La- ge gebracht wird MONROO. S. 143. Daß sie mit der Druͤse des Whartons zusammenhaͤngen, WALTHER de oscitat. S. 15. . Daß sie gar gemangelt haͤtten, oder so unvollkommen, als ich lese, vorhanden gewesen, kann ich, so viel ich mich er i nnere, nicht durch meine Er- fahrung bestaͤtigen WEITBR. S. 213. . Es ist mit der Zunge am obern Rande, vermittelst vieler Fleischtheile, und eines breiten haͤutigen Bandes COLVMB. S. 107. ber- tin. S. 262. ver- II. Abschn. Die Werkzeupe der Rede. verbunden; mit dem Schlunde ebenfalls durch Muskeln und einer Haut, mit dem Luftroͤhrenkopfe durch Mus- keln 9 B. 1 A. 11 N. und Baͤnder 9 B. 1 A. 8 N. . Da es also in der Naͤhe mit keinem Knochen zusam- menhaͤngt, und blos von den Griffelzungenbaͤndern ge- tragen wird, im uͤbrigen aber frei und sehr leicht zu bewe- gen ist, so gehorcht es entweder der Bewegung der Zun- ge, des Luftroͤhrenkopfes, oder des Schlundes. Es zie- het die genannten Theile gegentheils mit sich, so oft es von seinem Orte verruͤkkt wird. Sein Hauptnuzzen scheint indessen der Zunge gewidmet zu seyn, indem diese, wofern sie diesen Knochen nicht haͤtte, hinterwerts gar zu lose laͤge, und in der Thaͤtigkeit ihre Breite nicht re- gieren koͤnnte, wie wir Karten an Rollen aufhaͤngen, da- mit sie keine Falten machen moͤgen, wenn man sie aus- inander legt. §. 2. Die Muskeln, welche das Zungenbein bewegen. Die Brustzungenmuskeln. Es entsteht dieser Muskel mit einem breiten An- fange EVST. S. 33. von dem GALEN de util. L. VII. c. 19. oribas. S. 202. obern inwendigen ganzen Theile des| Brustbeins EVST. T. 33. Schmaͤler beim ALBIN. T. IX. f. 39. f. f. Bisweilen nichts, WINSL. gvnz. COWP. , welcher die erste Ribbe empfaͤngt, hinterwaͤrts von dem anliegenden Schluͤsselbeine, von dem Knorpel der ersten Ribbe EVST. T. 33. dovgl. S. 32. WINSL n. 871. ALBIN. L. III. c. 39. S. 201. angef. Tab. f. g. h. , von dem obern und hintern Theile, und von dem Bande, welches die Ribbe mit dem Schluͤsselbeine verknuͤpft ALBIN. S. 202. ebendas. c. WINSL. angef. Ort. , und sonst von einem S s 2 klei- Die Stimme. IX. Buch. kleinern Theile, bald aber auch von einem groͤssern, als das Brustbein ist Bis zur Mitte, cheseld. S. 79. , von der hintern Gegend des be- nachbarten Schluͤsselbeins MORGAGN. adv. II. S. 32. WINSL. n. 871. cheseld. S. 79. dovgl. S. 32. lievt. S. 180. Blos durch diesen Knochen. cowp. T. 15. F. 1. und S. 35. n. 44. Rau Myolog. S. 57. Daß sie bisweilen daraus entstehen, Albin. S. 202. l. c. d. gvnz Mem. S. 285. und in der Anmerkung, Moreli bei dem vanderm. Journ. de Mc- dec. T. XI. S. 540. Daß sie nie- mals an diesem Ort entstehen, san- tor. S. 116. , und der unterhalb dem Brustbeine ganz nahe dabei liegt. Er steigt unter der Haut in die Hoͤhe, er wird schmaͤler im Fortgehen, und er hat nicht selten eine sehnige, winklige Aufschrift an sich Dies hat WINSL. n. 873. sonst pfeilfoͤrmig, morg. adv. I. T. 2. f. 1. n. n. Sonst der Quere nach Albin S. 202. Mehrere zugleich, BIDL. T. 25. f. 5. , welche ich fuͤnf- oder sechsmal gesehen habe. Solchergestalt wandert er in die Hoͤhe vor der breiten Flaͤche des Schildknorpels, und vor der gleichnamigen Druͤse; er aͤndert seinen Lauf, indem er sich um den Rand dieses Knorpels beugt, er laͤuft ruͤkkwerts hinter diesem Rande, und er endiget sich in der vordern untern Gegend, fast mitten vom Horne an der Grundflaͤche des Zungenbeins EVST. T. 41. fig. 5. in eine Grube; hier zieht er sich sehr zusammen, wird fast sehnigt, und verbindet sich mit dem Rabenzungenmuskel Lieutaud. . Gabelich, aber aus einem Thiere hergenommen, hat ihn Eustach gezeichnet Angef. Ort. f. 6. , und Oribasius beschrie- ben Angef. Ort. . Er zieht in der That das Zungenbein nieder, wie auch diejenigen Theile, welche mit diesem Knochen Ge- meinschaft haben, den Luftroͤhrenkopf, den untern Kinn- bakken, die Zunge, und er zieht diese zugleich ein wenig ruͤkkwaͤrts: denn den Schildknorpel druͤkkt er nieder, und den Schlund verengert er. Deswegen eroͤffnet er die Luft- roͤh- II. Abschn. Die Rede. roͤhrenspalte, und er druͤkkt die Schilddruͤse, wiewohl mit keiner grossen Gewalt, aus. §. 3 Die Rabenzungenmuskeln. So wird dieser Muskel mit einer falschen Benen- nung belegt, da man ihm noch keine bessere gegeben hat Omoplathyoideus des wins- low. n. 865. Dieser Name klingt unangenehm. Der Name omohyoi- deus und costohyoideus, der bei den Franzosen gilt, verfuͤhrt Anfaͤnger zur Schulter oder den Ribben. , er entsteht nicht von dem Rabenfortsazze Der Jrrthum ist von der brei- ten Sehne entstanden, durch deren Huͤlfe er mit diesem Fortsazze bis- weilen zusammenhaͤngt, Winslow. n. 867. Ob er gleich nicht ganz nahe dabei, sondern, um die ganze leere Stelle der Gefaße entfernt entspringt , welches ein Jrrthum ist, der beim Avicenna gefunden wird S. 13. , wie auch bei vielen Schriftstellern der vorigen Jahrhunderte, doch aber nicht beim Vesalius S. 398. , noch bei dem Falopius Inst. anat. S. 56. Den wah- ren Ursprung erzehlen auch Colum- bus. S. 126. Joh. de Valver- do. S. 80. bavh. Theatr. S. 516. und anderer. . Die Ehre der Wiederherstellung des wahren Ursprungs hat man dem Riolan S. 312. ferner GVILLEM. Myol. S. 395. HABIC. Journal VI. lect. XI. und Journ. III. lect. 5. Doch nicht fuͤr was bestaͤndiges. Unter den Neuern, genga anat. chir. S. 210. J. W. Pau- li, uͤber dem von Horne. S. 31. govny verit chir. S. 178. dv- vern. Comm. Acad. Petropol. T. V. S. 238. , fer- ner dem Wilhelm Cowper COWP. Myot. 1694. S. 74. , wie auch dem Johann Baptista Morgagni zu danken Adv. anat. I. S. 36. Er entsteht von einer breiten dreiseitigen Sehne ALBIN. T. XI. , von der obern Rlbbe des Schulterblattes MORG. T. I. T. Neben der leeren Stelle. ALBIN T. XI. f. 35. a a. , etwas mehr nach aussen, als die Oefnung liegt, welche von einem Bande gemacht ist, und die obern Ruͤkkengefaͤsse des Schulterblattes Easc. icon. anat. VI. S. 4. durchlaͤßt, zwischen dieser und dem S s 3 obern Die Stimme. IX. Buch. obern Winkel des Schulterblattes: sonsten auch von dem Bande, das die leere Stelle macht DOVGL. S. 32. ALBIN. S. 199. , in seltneren Bei- spielen, auch vom Schluͤsselbeine WINSL. n. 868. ALBIN. S. 201. LIEVT. S. 180. morell. angef. Ort. S. 541. . Er steigt in fleischiger Gestalt in die Hoͤhe, wird zur Sehne und zwar bald, und genau an der Stelle, wo er vor der innern Drosselblutader vorbei geht; bald zum Theil, wo er auf der Drosselader sizzt LOWER. S. 23. T. VII. f. 2. eignet auch der Drosselader die Na- tur zu, sich in eine Sehne zu verwan- deln. , theils mehr einwaͤrts, als diese Ader liegt: endlich bisweilen da, wo es vom Zizzenmuskel bedekkt wird Zwischen der Blutader, dem vordern ungleich dreiseitigen, und Zizzenmuskel, Albin. S. 200. Douglas. S. 32. winsl. n. 869. Daß er auch sonst an andern Orten, als in dieser Gegend zur Sehne wer- de, sagt der ber. ramspeck in specim. S. 16. , und nicht da, wo er die Blutader bedekkt: bisweilen thut er alles dieses nicht. Jch habe naͤmlich alle diese Verschiedenheiten ge- sehen VESAL. angef. Ort. . Jch habe ihn auch sonst ohne eine sehnige Scheidewand gefunden Vergl. ALBIN. S. 199. , da er nur mit einer fluͤchtigen weißen Aufschrift bezeichnet war, oder mit einer sehnigen Flaͤche uͤbermalet wurde. Jch habe von dieser Sehne, breite Fasern zum Brustzungenmuskel gehen gesehen. Der zweyte Bauch, den das sehnige Wesen wieder herstellt, verwandelt seinen schiefen Bauch in einen gera- den MORG. angef. Kupf. , und er steigt laͤngst dem Zungenschildmuskel, fast mit diesem parallel, in die Hoͤhe, er ist durch das Zellge- webe mit dem Seitenrande des Schildknorpels verbunden, hierauf wird er enger, und wirft sich in das aͤusserste En- de der Grundflaͤche des Zungenbeins vorwerts und un- terwers ALBIN. angef. K. f. und S. 200. , und ein wenig in das naͤchste Horn hinein, an der Seite des Brustzungenmuskels, und mit einem sei- II. Abschn. Die Werkzeuge der Rede. seiner Theile noch vor diesem Muskel WINSL. n. 869. cowp. T. 27. Ausg. 1724. . Er vermischt sich mittelst einiger Fasern, und der Sehne des Griffel- zungenmuskels ALBIN. S 200. mit dem Brustzungenmuskel, und mit der Sehne des zweibaͤuchigen. Jch habe Koͤrper vor mir gehabt, in denen er gar nicht zugegen gewesen ist bvchn. Miscell. 1727. S. 252. cheseld. S. 79. Seinen Plazz nahm ein breiterer Brustzun- genmuskel ein. Vielleicht hat eben dieses der ber. Winslow gesehen, wenn er sagt: Es sei mitten am Schluͤsselbeine entstanben, und habe sich mit dem Brustzungenmuskel vermischt. n. 868. . Seine Verrichtung ist uͤberhaupt eben die, die der Brustzungenmuskel hat, er zieht eben sowol das Zungen- bein, und den Luftroͤhrenkopf zugleich mit sich nieder, und ein wenig ruͤkkwerts Albin. S. 200. Cowper. S. 74. , da sein Ursprung etwas naͤ- her an dem Wirbelbeine liegt. Solchergestalt wird auch der Schlund im Niederschlukken zusammengedrukkt. §. 4. Die beiden Griffelzungenmuskeln. Es kommen vom griffelfoͤrmigen Fortsazze drei Muskeln hervor: von der Wurzel ORIBAS. S. 204. winsl. n. 863. albin. T. XI. n. 37. in der Mitte, dovgl. S. 31. , bis zum Mittel- theile albin. S. 210. 211. covr- cell. T. VI. i. l. , wo er einer Knochenansazz bekoͤmmt, und in einer Gegend, die bei verschiednen Personen verschieden ist, und zwar bisweilen mit einer Sehne, die von der Wurzel entspringt, indessen daß die andre mitten vom Fortsazze herkommt, ich sage, hier entspringt der Griffel- zungenmuskel unterwerts und vorwerts, ganz nahe bei, und hinterwerts aber der Griffelschlundmuskel COVRCELL. T. VI. h. H. , vor- S s 4 werts Die Stimme. IX. Buch. werts hingegen an der Spizze der Griffelzungenmuskel ( styloglossus ) covrcelles T. VI. 8. . Es ist dieser Muskel geschlank, sehnig, steigt vorwerts nieder, nimmt am Fleische zu, und zerspaltet sich gewoͤhn- lich in zwo Fleischhaͤlften, die dennoch mit einem Zellge- webe verbunden sind, und die Mitte des zweibaͤuchigen Muskels, durch die weiße Sehnenfurche durchlassen EVSTACH. T. 35. lat. sin. T. 32. und 28. CASSER. T. I. f. 1. bidloo T. 1. f. 1. covrc. T. 5. T. 6. i. l. ALBIN. T. XI. fig. 37. COWP. Tab. 23. Daß in dieser Tiefe eine honigartige Materie ge- funden werde, gvnz. angef. Ort. Eben dieser gvnz fuͤgt hinzu, daß sich Fasern zu der Membrane der Druͤsen des Whartons verirren. ; und wenn dieser durchgelassen ist, so wirft sich die eine dieser Haͤlften in den Seitentheil der Grundflaͤche des Zun- genbeins Bei der Vereinigung der Grundflaͤche mit dem Horn cowp. angef. Ort. ALBIN. S. 211. Tab. X. fig. 1. T. XI. flg. 30. , zwischen dem breiten Muskel des Zungen- knochens ( Mylohyoideus ), und dem Rabenzungenmus- kel COWP. T. 27. f. 46. . Der andere Theil begiebt sich mit einem breite- ren Sehnenbande in eben diesen Knochen, bei dem Win- kel dieses Horns, oder in das Horn selbst WINSL. n. 863. gvnz. Mem. des sav. etrang. S. 286. cow- per. Tab. 28 χ Tab. 13. als eine Verschiedenheit, Albin. S. 211. , oder wenn er sich mit dem vorigen Schwanze verbindet, in die Grundflaͤche des Zungenbeins, oder in die Sehne des zweibaͤuchigen hinein, dem sie, wie auch dem vordern Bauche FERREIN. Memoir. von 1744. S. 532. 533. , viele Fasern uͤbergiebt, sonsten aber theilet sie solche dem ersten Schwanze, und der sehnigen Aus- breitung mit, welche den zweibaͤuchigen Ebenders. ebendas. , und den breiten Muskel des Zungenbeins, und dem zweihoͤrnigen Kno- chen verbindet. Jch habe die hintere Saͤule an zween verschiednen Orten sich ins Horn des Zungenbeins wer- fen gesehen. Doch finden sich, und das nicht selten, Faͤlle, wo er uͤberhaupt keine Sehne vom zweibaͤuchigen be- koͤmmt FVSTACH. Tab. 35. lat. dextr. , noch gespalten ist. Er II. Abschn. Die Werkzeuge der Rede. Er hebt das Zungenbein und zugleich die Zunge, nebst dem Luftroͤhrenkopfe hinterwerts in die Hoͤhe: er zieht die Zunge, die von denen Muskeln, welche inwendig am Kinn entspringen, nach vorne gezogen worden, zu- ruͤkke; er stellt das Zungenbein wieder her. Eben dieser Muskel hebt auch so viel, als er vermag, nebst dem zweibaͤuchigen, den untern Kinnbakken in die Hoͤhe FERREIN. S. 531. 539. 541. . Es giebt Exempel, da er an der einen Seite gefehlet hat BOEHMER. fasc. II. praef. S. 5. und wieichs verstehe, heym. in Comment. T. I. S. 457. . Der zweite Griffelzungenmuskel ist nicht selten da: doch auch nicht immer zugegen, und vom Eu- stach Tab. XXXXI. sig. V. VIII. XI. scheinet vom bidloo gezeichnet zu seyn. Tab. XIIII. C. zuerst erkannt worden: dieser steigt von der aͤussersten Spizze ALBIN. S. 212. covrc. Tab. V. g. G. T. VI. g. G. des griffelfoͤrmigen Fortsazzes vor- werts herab, er begleitet das gleichnamige Band, und den Griffelzungenmuskel, er ist schmaͤler, als der vorher- gehende, und endigt sich in dem weizenfoͤrmigen Kno- chen des Zungenbeins, und ins benachbarte Horn ALBIN. S. 212. dovgl. S. 31. weitbrecht. syndesm. S. 214. , wobei er sich einigermassen mit dem schmalen Seiten- muskel des Schlundes vermischt ( chondropharyngaeus ). Sonsten will Albin zween gefunden haben S. 213. . Jn- dessen mangelt doch nicht das Band des Griffelzungen- muskels, wenn dieser Muskel vorhanden ist weitbr. Comm. Petr. T. IX. S. 256. . Jst dieses vielleicht die vom Valsalva Epist. anat. XI. n. 4. , Mor- gagni Adv. I. S. 4. Epist. VIII. n. 5. Ep. XI. n. 6. 7. wenigstens gehoͤren hieher die Worte: Epist. XI. n. 8. verglichen mit n. 11. , und Fallop Obs. anat. gedachte Einlenkung des Griffelschlundmuskels ins Zungenbein? Oder ist es das S s 5 Band, dextr. RIOL. sagt, er werde nicht durchbort. animaduers. in C. BAVH. S. 726. Die Stimme. IX. Buch. Band, welches Wilhelm Cowper in das Horn des Zungenbeins hineinleitet Tab. XXVIII. V. ? §. 5. Die Zweibaͤuchigen. Dieser Muskel, der viel staͤrker ist, als die uͤbrigen Muskeln des Zungenbeins, gehoͤrt in der That hierher, indem seine zween Baͤuche diesen Knochen zu verschiedenen Zeiten bewegen koͤnnen. Er entspringt von der Grube, die in dem zizzen- foͤrmigen Fortsazze Unter den Ohren, ORIBAS. S. 82. eingegraben ist ALBIN. S. 207. Tab. XII. fig. 18 a. b. c. Tab. X. fig. 1. covr- celles. t. v. k. , und ein we- nig hinter diesem Fortsazze; und nicht vom griffelfoͤrmi- gen Fortsazze, wie man ehedem glaubte So erinnert carp. Isag. S. 48. Der Jrrthum ist zu lesen, beim vesal. S. 295. Verbessert hat ihn bosthivs uͤber den colvmb. S. 516. . Er koͤmmt zu den Knochen sowol in sehniger, als fleischiger Gestalt. Anfangs steigt er mit seinem Bauche maͤßig niederwerts, und er laͤuft besonders nach vorne zu. Er verwandelt sich in eine runde BIDLOO. Tab. XV. C. u. s. f. und starke Seh- ne, die oͤfters uͤber die auseinander gehende Fasern des Griffelzungenmuskels hindurch laͤuft Vorhergeh. Nr. , hernach beugt er sich, und laͤuft das Zungenbein vorbei. Von dieser Sehne laufen bei der Vereinigung des Zungenbeins mit seinem Horne starke, glaͤnzende, und zellfoͤrmige Fasern heraus POSTH. S. 516. ALBIN. S. 208. fig. 19. h. winsl. n. 324. dovgl. S. 57. covrc. T. IIII. cowp. Tab. XXIII. m. weitbr. S. 253. monroo Essays ofa soc. at Edimb. Tom. III. S. 266. Tab. II. fig. 2. h. ferrein. S. 523. . Hierauf laͤßt er allemal viele zellfoͤrmige, und zur Sehne werdende, starke Fasern von sich ALBIN. S. 208. platn. progr. S. 4. ferrein S. 524. cheselden. S. 82. , wel- che II. Abschn. Die Werkzeuge der Rede. che sich mit den aͤhnlichen Fasern der Gegenfeite derge- stalt verschlingen, daß sie mit ihren Nebenfasern uͤber das Kreuz zu laufen kommen MONROO. angef. Ort. P. , einen Bogen ma- chen, und beinahe den dritten Theil des breiten Muskels am Zungenknochen bedekken. Viele von diesen Fasern mischen sich in der untern und hintern Flaͤche des breiten Muskels am Zungenknochen mit ein. Die Sache selbst ist immer so beschaffen. Sie ver- dient aber dennoch nicht den Nahmen Trochlea zu ha- ben WINSL. n. 849. 1225. mon- roo Essays. S. 364. Doch hat das Wort Trochlea weiter. S. 254. und covrcell. Tom. IIII. Doch gesteht er, daß diese selten sei. Vor unvollkommen erkennt sie ferrein. angef. Ort. S. 524., bisweilen ist keine Trochlea da. S. 525. . Von da an macht die Sehne des zweibaͤuchigen, die bisher vom ersten Bauche geleitet worden, mit dem zweeten einen stumpfen Winkel, sie veraͤndert ihren Gang weiter vorwers hin, sie gehet einwerts, und uͤber sich hinauf, und nachdem sie sich entweder zusammenzieht, einfach, oder auf allerlei Weise zusammengesezzt ist, so wirft sie sich endlich in die am untern Theile des untern Kinnbakkens fuͤr sie verfertigte Gruben, an beiden Sei- ten laͤngst der Knochenvereinigung hinein WINSL. n. 850. ALBIN fig. 19. g. g. sig. 18. d. c. bidloo Tab. XV. A. . Es ist nichts neues, daß sich dieser Muskel zwischen dem Zungenbeine und dem untern Kinnbakken in mehrere Baͤuche verwandele, und daß fleischige Paͤkke vom rech- ten Muskel nach dem linken uͤbergehen Verschiedenheiten davon hat albin. S. 208. und platner. angef. Ort. Daß sie sich uͤber das Kreuz legen, weitbr. Act. Petr. Tom. IX. S. 255. , und so um- gekehrt. Jch habe auch den ungepaarten Muskel Daß Fasern, die vom Bande des Zungenbeins entspringen, zum zweibaͤuchigen hingehen, hat gvnz Mem. Pres. S. 286. und vom Zun- genbeine Heister de mastic. S. 14. , aus dem breiten Sehnenguͤrtel wieder herauskommen, und sich in die Vereinigung des Kinnbakkens werfen gesehen. Jch Die Stimme. IX. Buch. Jch habe drei rechte und eine linke Einlenkung gefunden. Er theilet auch Fleischfasern dem breiten Muskel am Zungenbeine CASSER. Tab I. fig. 1. EE. ferrein. S. 524. gvnz. Angef. Ort. , und bisweilen einen schoͤnen Muskel- streif mit. Seine Wuͤrksamkeit ist verschiedentlich, nehmlich daß der untere Kinnbakken feste liege, durch seine Hebemus- kel an den obern hinaufgezogen, oder gegentheils wie- der losgelassen werde. Jst der Kinnbakken fest, so muß er diesem Muskel zum festen Punkte dienen, er mus das Zungenbein vorwerts ziehen WINSL. n. 1233. weitbr. S. 254. MONROO Ess. Tab. I. S. 137. 146. T. III S. 266. FER- REIN. S. 550. Dieses laͤst albin zu. S. 210. , zugleich den Luftroͤhrenkopf, und Schlund in die Hoͤhe heben, und die Zunge vorwerts gegen die Zaͤhne herbeiziehen. Dieses wird er mit dem ersten Bauche thun. Endlich kann er, wofern der Kinnbakken sehr fest ist, den ganzen Kopf ALBIN. S. 209. winsl. n. 1234. FERREIN. S. 545. boerhaave T. I. Prael. S. 145. MONROO Essays Tab. I. S. 139. herab, und ruͤkkwerts ziehen, wo- fern man die Hand unter dem Kinnbakken haͤlt, und zu- gleich den Arm auf den Ellebogen stuͤzzt. Dieses thut vornehmlich der zweete Bauch. Wenn aber der Kinnbakken lose ist, alsdenn zieht der zweibaͤuchige das Zungenbein zuruͤkke, und in die Hoͤhe winslow. n. 1233. FER- REIN. S. 550. MONRRO. Tab. III. S. 266. , uͤberhaupt wie der Griffelzungenmuskel, er hebt ebenfalls den Luftroͤhrenkopf in die Hoͤhe, er zieht die Zunge nach hinten und oben, und er verzerrt den un- tern Kinnbaken weit vom obern DOVGL. S 57. ALBIN. S. 208. winsl. n. 1226. 1227. 1228. fer- ner Mem. de l’Acad 1742. weitbr. S. 254. FERREIN. S. 544. wal- ther oscit. n. 5. petit beim palfyn. T. II. S. 402. chesel- den. A u ch laͤst es zu MONROO Tab. I S. 134. Tab. III. S. 266. . Dieses ereignet sich in Verbindung des zweten, mit dem ersten Bauche. Er koͤnnte auch auf eine andre Weise noch den Mund oͤffnen, und zwar blos mit dem zweeten Bauche, wenn dieser |mit denen herabziehenden Muskeln des Zungen- heins in Verbindung wuͤrkt. §. 6. II. Abschn. Die Werkzeuge der Rede. §. 6. Der breite Muskel des Zungenbeins. Es gehen hier zween Muskeln in einen einzigen Bauch zusammen MORG. adv. II. S. 31. al- binvs. S 217. winsl. n. 855. , und sie bekommen den Namen von dem Zungenbeine, an welches sie sich mit wenig Fasern anhaͤu- gen, wiewohl sie einen bessern Namen verdienen. Es koͤmmt nehmlich eine lange Reihe von Fleischfasern, vom lezzten Pakkenzahne, bis zum Kinne, doch nicht bis da- hin, wo es sich als Knochen vereiniget Die Kinnmuskeln des Zun- genknochens ragen naͤmlich an einer Stelle entbloͤst hervor. Das Kinn nimmt Oribasius aus. S. 208. und SANTOR. , aus der er- habenen schiefen Linie des Unterkiefers WINSL. n. 856. , unterhalb den Loͤchern der Pakkenzaͤhne, Hundeszaͤhne, und Schnei- dezaͤhne hervor. Von diesen Fasern laufen diejenigen, welche vorne SANTOR. S. 116. , und den Schneidezaͤhnen am naͤchsten liegen, gemeiniglich der Quere nach COVRCELL. Tab. IIII. L L. ALBIN. Tab. XI. fig. 38. c. d. COWP. Tab. XXIII. n. 47. T. 27. zu schief mahlt sie evst. Tab. XXI. fig. 5. und CASSER. Tab. I. fig. 1. Tab. XV. fig. 1. , von der rechten Seite nach der lin- ken fort, so daß keine Sehne mitten durch sie geht Mit Recht leugnet sie san- tor. und er merkt an, daß sie fort- gesezzt wird. , ob sie gleich mitten auf sich einen weißen zellfoͤrmigen Strich haben, der hinterwerts deutlicher in die Augen faͤllt Einen duͤnnen Sehnenstrich nennt es ALBIN. S. 217. Sehne nennt es winsl. n. 855. Es zeichnet sie casser. Tab. I. fig. 1. Tab. XV. fig. 1. B. B. SPIGEL. Lib. IIII. Tab. 2. fig. 1. . Dieser Muskel liegt schief, und sein hinterer Theil hoͤher, als der vordere. Er wird von der Druͤse unter der Zunge unterbrochen, und gleichsam in zween klei- Die Stimme. IX. Buch. kleine Muskeln abgetheilt. Diejenigen Fasern, welche am hintern Orte entspringen Wenig Fasern, MORGAGN. angef. Ort. , diese neigen sich allmaͤ- lich, und immer und mehr herab ALBIN. S. 217. l. c. e. cow- per. Tab. XXVII. , endlich laufen sie schief zuruͤkke, und werfen sich mit besondern Erhaben- heiten in die vordere, und untere Gegend des zweifoͤr- migen Knochens ALBIN. bei f. cowp. ebendas. winsl. n. 858. . Jch habe sie an diesem Orte mit einigen Fasern des Brustzungenmuskels sich vermischen gesehen. Es werfen sich auch von der Oberflaͤche dieses Muskels, ruͤkkwerts und auswerts hin, einige Sehnenfasern in das Zungenbein hinein. Von den Fasern, welche er von dem zweibaͤuchigen empfaͤngt, haben wir bereits gehandelt Vorhergeh. Nr. . Ohne Zweifel ist seine vornehmste Verrichtung diese, daß er die Zunge, und die unter der Zunge gelagerten Druͤsen unterstuͤzzt Cheselden. S. 78. Albin. angef. Ort. , damit sie nicht aus einem Fehler niederwerts sinken: er druͤkkt diese Druͤsen aus COWP. bei der Tab. XV. fig. 1. SANTOR. S. 117. ; und er druͤkkt die Zunge an den Gaumen an. Er vermag wenig, wofern er ja was dabei thun kann, daß er das Zungenbein vorwerts zieht. Albinus will, daß er es aufhebe FERREIN. angef. Ort. S. 5 9. und MONROO. ebendas. S. 144. . Andere sagen, daß er den Kinnbakken niederdruͤkke S. 207. DOVGL. S. 30. und ORIBAS. S. 204. SANT. S. 117. MONROO. ang. Ort. . Sie vermoͤgen aber in beiden Faͤllen so viel, als der Sinus des Winkels groß ist, den das Zungenbein macht, wenn man diesen mit dem ganzen Sinus vergleicht: nehmlich was sehr weniges. §. 7. ORIBAS. angef. Ort. san- tor. ebendas. MONROO Essays Tom. I. S. 144. II. Abschn. Die Werkzeuge der Rede. §. 7. Die Kinnmuskeln des Zungenbeins. Diese Muskeln So hat es Oribasius. S. 205. JAC. BERENGAR. Carpens. Isag. S. 45. CASSER. T. I. fig 1. bei A. FALLOP. S. 74. Der die- ses als was neues befchreibt. Obere nennt sie FERREIN. angef. Ort. S. 539. liegen nebeneinander WINSL. n. 861. CASSER T. I. f. 1. COVRC. Tab. V. B B. , wie- wohl sie von einander unterschieden sind Daß nur ein einziger sei, liev- tavd. S. 180. CASSER. angef. Ort. gar zu schmal, Evst. Tab. XLI. fig. 5. . Es ist ihr vorderes Ende geschlanker, und es koͤmmt auf den be- sondern Huͤgelchen des Unterkinnbakkens WINSL. n. 860. ALBIN S. 218. T. XII. fig. 36. A. B. an dem holen, und vom Kinne weggekehrten Theile hervor. Von da laufen die Muskeln gerade, und ruͤkkwers fort, wobei sie etwasbreiter werden, und sie endigen sich in der Grube, welche oben- und vorwerts in die Grund- flaͤche des Zungenbeins eingeschnitten ist ALBIN. S. 218. , und endlich in der ganzen Grundflaͤche bis zum Horne ALBIN. S. 219. Tab. XII. l. c. , und in der Wurzel dieses Horns WINSL. ebendas. ALBIN. angef. Kupfert. e. . Wenn der untere Kinnbakken zu den obern hinauf gezogen wird, so zieht er in der That das Zungenbein nach vorne und oben hinauf ALBIN. S. 219. , so wie der zwei- baͤuchige, und er ziehet sogleich die Zunge nach vorne hin ARANTIVS Obs. anat. c. 26. , so daß die Spizze vom Zwischenraume der Zaͤhne hervorragt, er hebt auch zugleich den Luftroͤhrenkopf in die Hoͤhe Schelhammer S. 13. . G. Ehrhard Hamberger hat mit Augen gesehen Eph. Nat. Cur. Vol. IV. ob- serv. 86. , daß das Atenholen von der Verlezzung des Kinnmuskels des Zungenbeins und des breiten Mus- kels des Zungenknochen eine Hinderung erlitten, da der Kno- Die Stimme. IX. Buch. Knochen von dem Brustzungenmuskel, und denen helfen- den Muskeln bestaͤndig verzerrt wurde. Wenn hingegen das Zungenbein entweder in die Hoͤhe gehoben, oder niedergedruͤkkt wird, so geschicht dieses von andern Kraͤften, und wenn der untere lose Kinnbakken nachgiebt, so zieht er diesen in der That herab, und oͤff- net den Mund Albin. Vielleicht. n. 219. . §. 8. Die Zunge. Nunmehr muͤssen wir von den Kinnmuskeln der Zun- ge ( genioglossi ), als den gemeinschaftlichen Muskeln der Zunge und des Zungenbeins handeln. Es sezzt aber ihr Geschaͤfte in der That eine Kenntniß von der Zunge, wenigstens uͤberhaupt, zum voraus. Wir handeln hier nicht vor den Bekleidungen derselben, noch von den Waͤrz- chens, oder ihren Nerven und Gefaͤßen, da wir unser Augenmerk allein auf den Muskelbau richten, der sich allein aufs Reden bezieht. Die vierfuͤßigen Thiere uͤber- haupt haben, wie der Mensch, allein eine schmale Zunge, da sie bei Voͤgeln, und vierfuͤßigen Thieren, die Eyer legen Auch am Krokodil, hamm. de .hernin S. 105. 106. , mehrentheils auch laͤnger und haͤrter ist, und die Fische gar keine Zunge haben, oder wenistgens keinen solchen Bau, wie der Mensch, und die Zunge weder Waͤrzchen hat LORENZINI anat. of the crampfish. S. 27. , noch beweglicher ist. Jm Menschen ist sie ein kurzes breites Stuͤkk Fleisch, von stumfen Ende Bisweilen zweifpaltig, BO- RELL. Cent. II. obs. 63. Eine uͤber- zaͤhlige Zunge, derowegen der Gau- men sehr gewoͤlbt war, um sie in sich zu nehmen, eschenbach. obs. rar. , oben her laͤngst aus frei, und nach II. Abschn. Die Werkzeuge der Rede. nach der Hoͤle des knochigen Gaumens abgepasst, unten viel kuͤrzer, mit Druͤsen bekleidet, und um ein kurzes En- de bei der Spizze abgeloͤset. Sie steigt mit ihrem Ruͤkken vom Kehlendekkel hinauf, und es ist ihre uͤbrige Laͤnge maͤßig abhaͤngig gemacht LVCHTM. de sapor. et gustu. S. 61. . Jhre obere Breite wird in der Mitten von einer etwas undeutlichen Rinne gethei- let, welche von der Zunge gleichsam zwo Helften macht Die Zunge ist in zween Theile getheilet, ARIST. part. anim. L. II. c. 10. . Die ganze Zunge ist sehr beweglich, und ungemein geschikkt, alle Arten von Lagen, und Figuren anzunehmen, bequeme sich an die obern und untern Zaͤhne, an den vordern, mittlern und hintersten Gaumen, und an das Zaͤnefleisch anzuschliessen, ihre Spizze sowohl zuruͤkke zu ziehen, als aus dem Zwischenraume der Zaͤhne heraus zu stoßen, sich in die Hoͤhle der Bakken zu verlaͤngern, diese ganze Hoͤle durch zu spuͤren, oder sich endlich zwischen den Lippen heraus zu bewegen, sich zuruͤkk zu welzen, den Ruͤkken flach, und wieder hol zu machen, ihre Seiten gegen einander zu ziehen, und sich zu einem Cilinder zu verdichten, wozu sie ihre wunderbare Beweglichkeit geschikkt macht. Sie wird, vermittelst ihrer Bekleidungen, an das Zungenbein, den Schlund, an die Mandeln, an den Kehlendekkel, und das Zaͤhnefleisch angehenget, so wie durch Huͤlfe der Muskeln, welche wir erzaͤhlen wollen. Das bekannte Zungenband ARANTIVS obs. cap. 25. WEITBRECHT. Syndesinol. fig. 79. d. J. BONH. Tab. XV. f. 1. ist eine Falte von dieser gedoppelten Bekleidung, und die- ses Band bindet den mittlern Theil der untern Zungen- flaͤche an diejenige Haut des Mundes, die uͤber den Druͤ- sen unter der Zunge liegt, und ans Zaͤhnefleisch. Man sagt, daß dieses Baͤndchen, wenn es kurz ist, der freien Bewegung der Znnge hinderlich seyn koͤnne, und so gar die Aussprache verhindere, so daß wenigstens die Buch- sta- H. Phisiol. 3. B. T t Die Stimme. IX. Buch. staben r. und l. AMMAN de loquela. S. 113. , wegen der Enge dieses Bandes, nicht recht auszusprechen waͤren. Doch das waͤre zu viel, wenn man den mehresten Stammelnden Das Stammeln entstehe da- von, dionis des acouchemens. S. 38. brovzet de educ. med. T. II. S. 254. Man mus es wegschnei- den, Thebesius Hebammenkunst. S. 578. , weil dieses Zun- genband zu kurz sei, und sie die Zunge aus dem Munde nicht hervor strekken koͤnnen, dasselbe durchschneiden woll- te Auch ohne Zerreissung des Bandes reden sehr viele sehr gut, gamerar. mem. Cent. VI. n. 24. . Es kannte Celsus Lib. VII. cap. 12. n. 4. einen Mann, der bei geloͤse- ter und freier Zunge dennoch nicht reden konnte. §. 9. Die Kinnmuskeln der Zunge ( genioglossi ). Es ist dieses der groͤste von denen hieher gehoͤrigen Muskeln, aus dem Geschlechte der zusammengesezzten, und der Zunge, dem Zungenbeine, und endlich dem Schlundkopfe gemein. Der gemeinschaftliche Ursprung seiner Fasern ruͤhrt vom Kinne her, naͤmlich an der hin- tern holen Flaͤche des unteren Kinnbakkens, zu beiden Seiten an der Knochenfuge, uͤber den uͤbrigen Muskeln, die von dieser Gegend entspringen, und zwar aus beson- dern rauhen Huͤgelchen ALBIN. S. 222. T. II. fig. 42. a. b. Tab. X. fig. 2. 3. . Von da geht er ruͤkkwerts, und indem er sich dahin strekkt, so erweitert er seine Fasern, und macht daraus drei besondere Paͤkke, welche durch ein Zellgewebe, durch Gefaͤsse, und Nerven abgetheilet werden. Der erste, und unterste von diesen Paͤkken, laͤuft nach dem Zungenbeine So hat es Oribasius. S. 206. fallop. inst. S. 54. b. obs. S. 74. und evst. T. XLI. fig. 8. Doch hat ihn Riolan nicht zuerst dem Zungenbeine zuerkant. S 222 , und endigt sich an der vordern und II. Abschn. Die Werkzeuge der Rede. und obern Flaͤche COVRCELL. T. VIII. α. β. albin. Tab. XI. f. 42. d. d. der Basis, als der oͤberste unter den hier geendigten Muskeln, ferner endigt er sich bei den Hoͤrnerchens ALBIN. Fig. 42. e. Jn diese allein Albin. S. 223. Jn die Hoͤrner, dovgl. S. 34. . Es sind diese Fasern im rechten und linken Muskel durch ein Zellgewebe unterschieden WINSL. n. 524. , und mit einer weißen Membrane bedekkt. Obere Kinnmuskeln des Zungenbeins sind sie vom Ferrein Angef. Ort. S. 539. , und innere sind sie vom Vesling Beim marchett. S. 88. , wegen dieser Einlenkung, ge- nannt worden. Die naͤchsten Fasern sind undeutlich, zerstreut, und abgebrochen, wie auch nicht sehr zalreich, sie steigen nach der mit der Zunge benachbarten Membrane des Schlun- des ALBIN. S. 223. Tab. X. f. 3 l. m. n. o. , die vorwerts liegt, zwischen dem Zungenbeine und Griffelzungenmuskel, ruͤkkwers in|einen Bogen gekruͤmmt hinauf, und sie begegnen zum Theil dem Griffelzungen- muskel ALBIN. f. 43. m. Tab. XI f. 3. m. , und laufen mit dessen Fasern in eins fort. Es sind dieses die Kinnbakkenmuskeln des Schlundes beim Winslow Tr. de la tete. n. 480. . Die obersten, welche zugleich die aͤussern, kurzen, aber auch die staͤrksten Fasern sind, werfen sich breit in die Grundflaͤche der Zunge hinein, sie sind gestrahlet WINSL. n. 523. albin. S. 223. f. 41. 43. dovgl. S. 34. evst. Tab. XLI fig. 11. covrc. angef. Ort. A. B. COWPER. Tab. XXVIII. fig. 1. bonh. Tab. XV. f. 2. , so daß sich die vordern vorwerts neigen, die naͤchsten der Queere nach gehen, und die hintersten am meisten ruͤkk- werts laufen. Albin ziehet die Fasern, welche von der Zunge nach dem Kehlendekkel hingegen S. 224. , und die anderswo gedacht T t 2 wor- 822. rav Myot. S. 53. morgagn. adv. II. S. 33. WINSL. Tab. IV. tr. des viscer. n. 523. walther de deglut. S. 6. Albin. S. 223. Die Stimme. IX. Buch. worden sind B. 9. A. 1. N. 17. , zu diesem Muskel hin. Da dieser Muskel nun aus verschiedenen Paͤkken gemacht wird, und auch die Festigkeit seiner Enden veraͤnderlich ist, so kann er verschiedne Dienste verrichten. Wenn der untere Kinn- bakken an den obern hinaufgezogen, und fest ist, so zieht er mit dem ersten Stuͤkke das Zungenbein Albin. S. 223. , und den Luftroͤhrenkopf vorwerts MASSA. S. 68. colvmb. S. 128. arant. S. 82. albin. S. 223. dovgl. angef. Ort. wins- low. n. 526. , und in die Hoͤhe, da er ein Gehuͤlfe des zweibaͤuchigen, und des Kinnmuskels des Zungenbeins ist. Der zweete Theil zieht den Schlund vorwerts, und verengert, so viel er kann, dessen Seiten. Der dritte Theil, da er noch hinter dem Kinne ein- gelenket ist, zieht die Zunge vorwerts (c), und indem der hinterste Theil der Grundflaͤche sich dem Kinne naͤhert, so macht er, daß die Spizze aus dem Zwischenraume der Zaͤhne, und der Leszenspalte heraustritt. Zugleich zieht er die Seiten der Zunge niederwerts Vergl. walther de de- glut. S. 6. , und er breitet sie auseinander. Er kann auch, wenn sich keine Fasern nach vorne zu- ruͤkk kruͤmmen, die Zunge nach hinten bringen WINSL. n. 526. dovgl. l. c. , ob diese Thaͤtigkeit gleich der vorhergehenden leicht zu wieder- sprechen scheinet. Hingegen kann auch der Kinnmuskel der Zunge, wenn der untere Kinnbakken lose ist, und das Zungen- bein, entweder durch seine erhebende oder niederdruͤkkende Kraͤfte, oder durch beide, zuruͤkkgezogen wird, ich sage, so kann auch der Kinnmuskel der Zunge den untern Kinn- bakken aus seinem Lager bringen, und den Mund er- oͤffnen. §. 11. II. Abschn. Die Werkzeuge der Nede. §. 10. Die Griffelmuskeln der Zunge. Wir haben gesagt, daß diese von der Spizze ALBIN. T. XI. f. 40. 41. T. X. f. 2. des Griffelfortsazzes den Ursprung nehmen. Sie beugen sich ferner zu einem Bogen EVST. T. XLI. fig. 5. 8. BIDLOO. Tab. XIX. c. albin. angef. Ort. , steigen nieder, und indem sie bei ihrer Kruͤmmung den Winkel des Kinnbakkens vor- bei streichen, so nehmen sie die an sie gehaͤngte bandartige Fasern an sich, die aus dem Kinnbakken, ganz nahe uͤber dem Winkel, entspringen, wie auch auf der Spizze des Griffelfortsazzes entspringen, und von denen sie getragen werden, an sich RIOLAN. S. 741. und 311. winsl. Traitè de la tête. n. 519. MORGAGN Epist. XI. n. 11. WEITBR fig. 32. 1. 2. 3. k. gav- tier in tab. . Diese Fasern sind bisweilen fleischig gewesen DOVGL. S. 35. COWP. Tab. 23. E. , so daß der Griffelzungenmuskel noch mit einem Kopfe vermehret worden cowper ebendas. Blos von diesem Orte hat ihn entspringen gesehen, DVVERN. Myotom. S. 60. . Jch habe sie eben- falls zweimal fleischig gefunden. Von da laͤuft der Grif- felzungenmuskel laͤngst den Seiten der Zunge, uͤber den Zungenknochenmuskel der Zunge ( hyoglossus ), bis zur Spizze ALBIN. fig. 41. 42. FAL- LOP. S. 75. bonh. Tab. XV. fig. 2. E. gerade fort, so daß er gemeiniglich mehr als ein Ende hat. Ein andermal habe ich zwo Flaͤchen von Fasern gesehen FALLOP. instit. S. 56. albin. S. 224. lievt. S. 177. , die erste, von der ich jezo geredet habe, und diese liegt der Haut naͤher: die andere, welche mit der vorhergehenden bedekkt ist, und mit dieser den Seitenmuskel der Zunge ( ceratoglossus ) ALBIN. S. 214. vergleich WINSL. n 250. lievt. l. c. umfast, und mit diesem und dem Kinnmuskel, vermittelst einiger T t 3 Fa- COVRC. Tab. V. E. AL- BIN. fig. 41. 42. 43. Tab. X. fig. 2. Die Stimme. IX. Buch. Fasern vermischt ist, und ebenfalls bis zur Spizze fort- gesezzt wird. Sonsten habe ich, wie man es nennt, drei Fasernschichte gesehen. Dasjenige, welches der Zungen- haut am naͤchsten lag, war zugleich das allerlaͤngste, und gab zugleich dem breiten Seitenmuskel der Zunge einige Fasern ab. Die mittlere, und hintere Schicht begab sich zum Zungenmuskel hin, so daß er der Haut naͤher kam, und den breiten Seitenmuskel der Zunge zwischen sich faßte. Die lezzte, und dem Zungenbeine naͤhere Schicht begegnete nicht nur selbst dem Kinnmuskel der Zunge, sondern begriff zugleich, nebst dem vorigen, die tiefe Schicht des breiten Seitenmuskels der Zunge. Es rechnet aber der vortrefliche Albin die zwo hintern Schichten zum Zungenmuskel. Jndessen habe ich doch drei gesehen, da ausserdem noch ein Zungenmuskel vorhanden war. Jch habe vier Fasernflaͤchen gefunden: eine, die oben auf lief: das uͤbrige waren duͤnne Fasern unter dem schmalen Sei- tenmuskel des Schlundes, sie neigten sich naͤher gegen die Buͤschel des Kinnmuskels der Zunge, zum Zungen- beine hin, und endigten sich in diesem Muskel: andre liefen uͤber den schmalen Seitenmuskel des Schlundes eben so in den Kinnmuskel der Zunge fort: endlich fand ich einen staͤrkern Buͤschel, der an der aͤussern Seite des Kinnmuskels der Zunge keinen geringen Theil der Zun- ge ausmachte. Die drei lezzten Theile zieht Albin ebenfalls auf den Zungenmuskel. Man hat ihn gesehen, daß er dem Luftroͤhrenkopfe ein Pakk mitgetheilet BOEHMER fasc. observ. praef. p. VII. Osteol. S. 117. CHE- SELD. S. 79. ; und es giebt Schriftsteller, die uͤberhaupt gar keine Griffelzungenmuskel gefunden ha- ben BOEHM. p. VI. VII. . Er zieht vornaͤmlich die Zunge ruͤkkwerts, und erhebt ihre Spizze gegen den Kehlendekkel, und Zungenbein ALBIN. S. 214. . Wenn II. Abschn. Die Werkzeuge der Rede. Wenn der Griffelzungenmuskel der einen Seite ganz allein wuͤrkt, so zieht er die Zunge zu verschiedenem Ge- brauche auf die Seite. §. 11. Die Zungenmuskeln. Es hat der Zungenmuskel zu beiden Seiten sehr vie- les mit dem Griffelzungenmuskel, nemlich einerlei Lauf Columbus rechnete die Substanz der Zunge fuͤr zwei Mus- keln. S. 127. Der erste macht den Zungenmuskel aus. Dougl. S. 36. , und die Fafern gemein; indessen pflegt er doch von ihm unterschieden zu werden. Sein Muskelstreif kommt von keinen Knochen her, sondern er gehet von der Gegend des Zungenknochens, und von der Wurzel der Zunge, nach vorne, und ein wenig auswerts hin. Von da bekoͤmmt er das auswerts anstossende Schlundende des Kinnmus- kels der Zunge, welches sich mittelst vieler Fasern mit ihm vermengt, von da erreicht er den Griffelzungenmuskel, von dem er hinterwerts durch die Zwischenkunst des brei- ten Seitenmuskels der Zunge geschieden wird, er umfaßt diesen Muskel als eine Scheide ALBIN. f. 43. , er mengt sich als ein Begleiter in seine Fasern ALBIN. S. 226. Tab. XI. f. 40. k. f. 41. e. f. 42 c. T. X. f. 3. , und laͤuft zugleich zur Spizze der Zunge fort. Er hat bisweilen einen einfa- chen Anfang, bisweilen einen gedoppelten, und alsdenn umfasset er den breiten Seitenmuskel der Zunge als eine zwote Scheide ALBIN. fig. 43. b. l. a. . Er druͤkkt die Zunge nieder walth. angef. Ort. , zieht sie in den Mund zuruͤkk, kruͤmmt ihre Spizze gegen die Gegend des Bandes niederwaͤrts Albin. angef. Ort. Dougl. ebendas. , und ziehet sie zugleich gegen den Schlundkopf zuruͤkk. T t 4 §. 12. DOVGL. ALBIN. Tab. XI. fig. 41. 43. Tab. X. fig. 3. h. covrc. Tab. VIII. c. walth. de deglut. S. 7. ALBIN. angef. Ort. DOVGL. S. 36. Die Stimme. IX. Buch. §. 12. Der breite Seitenmuskel der Zunge. Der Grudflaͤchenmuskel der Zunge ( Ceratoglossus Basioglossus ). Man mag hieraus entweder einen einzigen Muskel Einen einzigen will wallop. obs. S. 75. und drelinc. prael. S. 186. und MORGAGN. adv. II. S. 34. Es ist der hyoglossus des WINSL. n. 520 der ceratoglossus des dovgl. S. 35. Beide verbin- den auch den chondroglossum. , oder zween machen wollen ORIBAS. S. 206. 208. VESAL. und J. W. PAVLI in Praef. cowp. Tab. XXVIII. f. 50. 51. und Albin , so stimmt damit das An- sehen beruͤhmter Maͤnner uͤberein. Demnach entsprtngt der eine von ihnen von der Grundflaͤche des Zungenbeins, nemlich wenige Linien ab, ferner von seinem aͤussern Theile, dem Brustzungenmuskel gegen uͤber, bisweilen auch ein wenig von dem Anfange des Hornes ab ALBIN. f. 40. g. T. X. f. 2. o. und S 221. evstach. T. XLI. f. 5. 8. . Von da wandert er nach auswendig, nach vorwerts COVRC. T. V. G. , er breitet sich in Gestalt der Stralen auseinander, und hoͤret ober- halb den Unterzungenmuskeln in der Grundflaͤche der Zunge auf, wobei er ein wenig von dem breiten Seiten- muskel der Zunge bedekkt gehalten wird, und mehr, als dieser, nach vorne zu, liegt. Er liegt gleichsam zwischen den zwo Flaͤchen des Griffelzungenmuskels, wie in einer Scheide, oder auch zwischen dem Griffelzungenmuskel, und zwischen dem Zungenmuskel. Er bequemt sich auch nach dem Laufe des Griffelzungenmuskels COVRC. T. VIII. M. , und laͤuft ebenfalls nach vorne hin. Dieses war der Grundflaͤ- chenmuskel der Zuuge ( basioglossus ). Der zweite nimmt seinen Ursprung, wenn er groͤsser ist, von da, wo das Horn des Zungenbeins mit der Grund- flaͤche vereiniget ist. Ferner fast vom ganzen vordern Rande II. Abschn. Die Werkzeuge der Rede. Rande dieses Horns EVST. T. XLI. f. 8. dovgl. S. 35. da er ihn breit entspringen laͤst. albin. T. XI. f. 40. e. e. T. X. f. 2. und S. 219. Zwischen dem Zungen- muskel und Griffelzungenmuskel, covrcell. T. VIII. G. y. , er laͤuft fast bis zum Bande des Zungenschildmuskels, und wenn er fast mit aͤhnlichem Laufe uͤber sich hinauf in die Hoͤhe auswerts und einwerts gegangen, so macht er zugleich den hintern, und Seiten- theil der Zunge aus. Er ist zwischen den Schichten des Griffelzungenmuskels gelagert, er gesellet sich als ein Be- gleiter zu ihm, und kruͤmmt sich, um dessen Richtung zu folgen. Er mischt auch viele von seinen Fasern unter die Fasern desselben ALBIN. f. 40. bei D. Tab. X. f. 2. bei E. . Die vom aͤussersten Horne stammende Fasern kehren, den vorigen zuwieder, vielmehr nach einwerts wieder um. Es ist dieses der breite Sei- tenmuskel der Zunge ( ceratoglossus ). Da die Lungenschlagader, welche dazwischen liegt, diese Musk in vornehmlich von einander unterscheidet, so macht sie ungleiche Haͤlften, so daß der eine oͤfters bloß vom aͤussersten Horne, als dreiseitig und schmal So hats gemeiniglich VERH. Tab. XXIX. f. 9. O. , der andre sowohl von der Grundflaͤche, als von einem guten Theile des Hornes herkommt. Man koͤnnte auch uͤberhaupt drei Theile daraus ma- chen, zween, die ich eben beschrieben habe, und einen dritten vordern, und von ienem bedekkten Theil, der vom innern Theile des Hornes am Zungenbein sein Entstehen bekoͤmmt Hieher ziehe ich die Worte WINSL. n. 521. und die Figur des Eustachs. Tab. XLI. fig. 11. . Ueberhaupt druͤkken beide die Seiten der Zunge nie- der, sie entfalten sie, so zu sagen, wenn sie sich hol ge- macht hat, und verengern sie ALBIN. S. 220. : sie ziehen sie auch in die Tiefen des Mundes zuruͤkke DOVGL. . T t 5 Wenn Die Stimme. IX. Buch. Wenn die Zunge vom Kinnmuskel der Zunge, und Kinnmuskel des Zungenbeins fest nach vorne hinausge- strekket worden, so koͤnnen sie auch das Zungenbein in die Hoͤhe heben, und nach vorne ziehen Albin. ebendas. . Einer von beiden zieht die Zunge schief an die Sei- ten heran dovglas. . §. 13. Die schmalen Seitenmuskeln der Zunge ( chondro- glossi. Es sind diese Muskeln, davon die Rede seyn wird, zwar nur klein, aber dennoch voͤllig von einander unter- schieden. Es begeben sich nemlich fleischige, kurze, et- was dikke und oben Albin in den Kupfern; daß sie einen Bogen machen, mit denen nebenbeiliegenden, VERH. S. 272. und vorwerts gestrahlte Fa- sern COVRCELL T. VIII. D. d. d. Rund nennt ihn Walther. de deglut. S. 9. in die Zunge, sie endigen sich in dem breiten Sei- tenmuskel der Zunge, und in dem Kinnmuskel der Zun- ge, und laufen mit dem Zungenmuskel weiter, sie ent- springen aus dem kleinen Horne des Zungenbeines COVRCELL. ALBIN. Tab. XLI. a. b. T. X. f. 4. t. verh. Tab. IX. fig. 9. , und vom Bande, womit dieses kleine Horn an den zwei- hoͤrnigen Knochen gehenget wird, sie entspringen ferner von dem naͤchsten Theile der Grundflaͤche dieses Kno- chens ALBIN. auch S. 222. . Jch habe sie achtmal in meine Tabelle einge- tragen, und ich erinnere mich nicht, daß ich sie jemals vermißt haͤtte, wenn ich nach ihnen gesucht habe Daß man sie gemeiniglich fin- de, pavli Praef. . Da dieser Muskel nur klein ist, so reicht er dem brei- ten Seitenmuskel der Zunge, und dem Grundflaͤchenmus- kel der Zunge nur eine schwache Huͤlfe. Der II. Abschn. Die Werkzeuge der Rede. Der breite Muskel der Zunge ( myloglossus ), wie ihn die Alten und Verheyen nennen, wird vom Winslow nicht uͤbergangen, von andern herausgeworfen DRELINC. S. 180. cow- per. albin. |verdier. , und wie- der von andern, als ob er nicht immer da waͤre, angesehen MOLINETT. diss. anat. path. S. 132. PETIT. uͤber den palfyn. S. 489. D. de MAR- CHETTE. S. 90. lievt. S. 177. winsl. n. 517. Einigermas- sen hat es gesehen morg. adv. II. S. 33. Sehr selten, boehmer. in praef. S. VIII. . Er gehoͤret, nach des J. W. Pauli Anzeige Er gehoͤtet mehr zum Schlund- kopfe, als zur Zunge, pavli. ang. Ort. WEITBR. Comment. Acad. Petrop. T. IX. S. 257. , zum Schlundkopfe, und zu dem zwischen den Kinnbakken und Schlunde gelegenen Muskel ( milopharyngeus ). §. 41. Die der Zunge eigene Fasern. Daß die Zunge selbst ein Muskel sey WHARTH. S. 6. bel- lin de gustusorg. S. 104. , beiahen so- wol die alten, als die neuern Schriftsteller; und es ste- het diesen nicht im Wege Derohalben sondert sie davon W. G. MVYS de fibra musc. S. 136. , daß ihre Fasern zart sind, daß ihr zellfoͤrmiges Gewebe weich ist REVERHORST de fabr. ling. n. 38. , und daß mehr zartes und schleimiges Fett Ebenders. ebendas. haym. S. 498. 499. , zwischen den ebenfalls zarten Muskelstreifen derselben liegt. Es hat nemlich die Zunge nicht nur eine Reizbarkeit, sondern auch eine Beweglichkeit, und es laufen ihre Fasern parallel. Man fragt blos, welcher Richtung diese Fasern folgen. Es hat Malpighi Jm eigenen Buͤchgen de ling. an einer Kaͤlberzunge Fasern der Laͤnge nach f. 1. A. , Queerfasern B. , senkrechte Fasern Ebendas. C. , schie- GARENGEOT Myot. S. 104. 106. HEISTER. S. 81. Die Stimme. IX. Buch. schiefen f. 3. G. G. , einwerts gegen einander laufende, in einen Winkel geneigte, einige aus einander farende f. 2. E. E. , und andere gefunden, welche den zugespizzten Ruͤkken nieder- druͤkken f. 4. H. H. . Es hat ferner Stenonius im Menschen drei Gaͤnge von Fasern, welche er angemerket, beschrieben De musculis ac glandul. S. 13. , die nach der Laͤnge giengen, nach der Breite liefen, nach der Dikke verschieden waͤren, und welche nach der senkrechten Linie laͤgen COLLINS. S. 226. 227. barbavt splanchnol. S. 354. u. s. f. . Bidloo Tab. XIII. hat andre Schichten von Fa- sern gezeichnet, gerade, hierauf schief nach aussen herab- laufende, und zween andre runde und besondere Paͤkke, von senkrechten Fasern. Es scheinet mir, und andern beruͤhmten Maͤnnern MASSA S. 67. ALBIN. de deglut. S. 38. reverhorst de fabr. ling. n. 37. BOERH. præ- lect. Tom. l. S. 163. , am Menschen, unmoͤglich zu seyn, die so zarte, in Fett eingewikkelte, und sich einander fortschleppende Fasern von einander abzusondern, und in Paͤkke zu zerlegen, denen man Namen geben koͤnnte, doch werden gemeiniglich die untern Fasern von den Kinnmuskeln der Zunge fort- gestrekkt; die hintern und obern von den breiten Seiten- muskeln der Zunge, und die Seitenfasern von den Grif- felzungenmuskeln fortgesezzt. Doch es ist auch nicht am Kalbe leicht reverh. angef. Ort. lvchtm. S. 62. , den Malpi- ghischen Bau zu zeigen, und es behaͤlt Anton von Leeu- wenhoeck Arcan. et contempl. Epist. 82. S. 408. , da er sich am meisten der Vergroͤsserungs- glaͤser bedient hat, hier blos senkrechte und Queerfa- sern bei. Jn- II. Abschn. Die Werkzeuge der Rede. Jndessen ist dieses doch gewiß, daß die Zunge eine wunderbare Beweglichkeit habe, vermoͤge welcher sie fast alle Figuren, und Stellungen annehmen kann, und sie bildet sich oft in Gestalten, welche man, so viel ich weiß, von keinem aͤusserlichen Muskel herleiten kann, dergleichen ist diejenige Figur ihr sehr gemein, da sie sich zu einer Rinne macht, und mit der Mitte ihres ausgehoͤlten Ruͤk- kens die Speisen aufnimmt. §. 15. Die Kehle. Ob gleich eine andere Stelle zur Beschreibung dieser Theile, geschikkter seyn wird Wenn von dem Niederschluk- ten die Rede seyn wird. , so kann ich diesen Aufsaz doch nicht endigen, wenn man nicht die Kehle einiger- maßen und uͤberhaupt kennt. Es verwandelt sich nemlich die Kehle hinterwerts in einen weiten muskelhaften Sakk ALBIN. Tab. X. f. 8. 9. 10. evst. Tab. XLII. f. 11. cowp. T. XXVIII. , welcher sich vor den sechs Koͤrpern der obern Halswirbel ALBIN. ebendas. fig. 1. 2. 3. 4. 5. und vor dem keilfoͤrmigen Theile des Hinterhauptkno- chens, wie auch vor dem aͤhnlichen mittlern Grunde des vielfoͤrmigen Knochens in die Hoͤhe begiebt, und anfangs mit einem losen Zellgewebe, allmaͤlig aber mit einem festern an das Knochenhaͤutchen befestiget ist. Von da haͤngt sich eben dieser Sakk an die Seiten des Keilkno- chens mit großen Fluͤgeln an q. r. ALBIN. f. 3. , hierauf an den untern Kinnbakken Ebenders. t. , nach diesem an die Zunge, an das Zun- genbein Ebenders. f. 2. β. γ. , an den Schildknorpel Ebenders. f. 2. E. δ. ξ. f. 3. α. β. γ. , und endlich an den Ringknorpel Ebenders. f. 2. 3. η. ο. f. 3. γ. δ. dergestalt an, daß die Flaͤche des Luft- roͤh- Die Stimme. IX. Buch. roͤhrenkopfes von der weggekehrten Flaͤche dieses Sakkes ergriffen wird, und da der hole Theil des Kehlendekkels mit der breiten Flaͤche nach dem Ringknorpel hinsieht, auch die dreiekkigten Knorpeln Ebenders. f. 12. 13. 14. 15. CAS- SER. T. I. hom. f. 7. . Es oͤffnet sich eben dieser Sakk oberhalb der Zunge, und leitet nach zwo Hoͤlungen hin. Die untere Hoͤle er- oͤffnet sich zwischen der Zunge albin. f. 17. Vergl. f. 12. 13. 14. bidloo. Tab. XIII. f. 2. bonh. T. XV. f. 1. , und dem gewoͤlbten beweglichen Gaumen, der sich in einen Bogen kruͤmmt, zu einer kleinen Mittelsaͤule sich zusammenzieht ALBIN. f. 12. 13. 14. 15. 17. littre Mem. de l’Acad. 1718. T. 15. f. 1. , und endlich auf den hintern Ruͤkken der Zunge vor dem Keh- lendekkel liegt, von diesem aber doch etwas entfernt ist BONH. f. 1. littre. f. 1. 2. . Dieser Weg kann sowol eroͤffnet, als verschlossen werden. Ueber dirser Dekke oͤffnet sich noch ein anderer Weg, der aber weniger Veraͤnderungen leidet, in die Nase BIDLOO. Tab. XIIII. f. 2. albin. f. 12. 13. 14. 15. 16. , welcher vom Pflugscharknochen, mitten durch getheilet ist, und er laͤuft mit dem obern Schlunde, der am Hin- terhauptsknochen feste ist, in einem Stuͤkke fort. Folglich behaͤlt die Luft, welche entweder aus der gros- sen Muͤndung des Luftroͤhrenkopfes herauf gehaucht, oder durch die enge Lufrroͤhrenspalte heraus faͤhrt, keinen an- dern Weg, als durch den Mund, und die Nase, uͤbrig. Sie kann durch einen von beiden, oder durch beide zu- gleich, herausfahren. §. 16. Der Mund. Der vornehmste Weg, welcher der Sprache naͤher angeht, liegt unter obigem, zwischen dem Munde, und der II. Abschn. Die Werkzeuge der Rede. der beweglichen Gaumendekke. Das Wort Mund hat nicht einerlei Bedeutung. Es bedeutet in einem weit- laͤuftigen Verstande diejenige grosse Hoͤlung, die einer Seits von den Lippen und Bakken geschlossen wird, an- derer Seits aber von der Gaumendekke zugehalten wird, wofern man die in die Hoͤhe gehobene Zunge an diese Dekke anlegt, sie schliest sich auch noch durch den hin- tern Ruͤkken der Zunge zu. Es hat das Wort Mund ferner noch einen getheilten Begriff. Es liegt die Bakkenhoͤle zwischen den Zaͤhnen der beiden Kinnbakken, und dem Anfange der Kinnladen, und zwischen denjenigen Muskelrand, die wir anderswo beschchreiben wollen, und von der wir iezo nur sagen wollen, daß sie von der obern und untern Lefze, und von der rechten und linken Bakke, begraͤnzet werde. Man nennt diese Vorderkammer der Bakkenhoͤlen ebenfalls Mund ( os ), und diese eroͤffnet, oder verschliest sich hinterwerts, zwischen den obern und untern Zaͤhnen. Es endiget ferner sich die Zungenhoͤle, oder der rechte Mund, vorwerts bei den Zaͤhnen der beiden Kinnbakken, und oben an dem erst knochigen, und denn weichen Gaumen, unterwerts an der Haut des Mundes, ferner an den untern fleischigen Thei- len der Zunge, und an den darunter liegenden Muskeln, nehmlich den Kinnmuskeln der Zunge, den Kinnmuskeln des Zungenknochens, und den breiten Muskeln des Zun- genbeins. Hinterwerts verschliest sie sich entweder bei dem weichen Gaumen und der Zunge, wenn sich diese Theile vereinigt haben, oder sie steht im Gegentheil offen, wofern sich diese Theile von einander entfernen. Die Zunge fuͤllt diese Hoͤle fast ganz und gar aus, und sie erstrekkt sich in dieselbe dergestalt hinein, daß diese Hoͤle wieder von neuem gleichsam in zwo Kammern ge- theilet wird. Die obere Kammer ist weit, und im Zun- genruͤkken, zwischen den obern Zaͤhnen, den knochigen und Die Stimme. IX. Buch. und weichen Gaumen enthalten. Die untere Kammer wird durch den holen Theil der Zunge, und durch einen Theil der Kinnbakken, der vorderen unteren Zaͤhne, durch die darunter liegende Muskeln der Zunge, und Unterzun- gendruͤsen, welche die so genannte Haut des Mundes be- dekkt, gemacht. §. 17. Das Halszaͤpfchen ( Uvula ). Wir uͤbergehen hier die Geschichte des weichen Gau- mens und des Zaͤpschens. Es war nach der alten Sage dieses Zapfchen der Geigenbogen zur Stimme fabricivs P. II. c. 8. galen. de usu part. Lib. VII. c. 5. , und wir wollen an seinem Orte von den Fehlern der Sprache reden, welche von der vermehrten, oder verminderten Groͤße dieses Zaͤpfchens erfolgen Sect. III. n. 10. . Es scheinet aber das bloße Zaͤpfchen Siehe gegen die gememe Mei- nung. fallop obs. anat. S. 212. schelh de voce. S. 17. , wenn es sich zur Bildung der Stimme an einem weichen Theil, wie die Zunge ist, da es an sich selbst sehr weich ist, an- schlaͤgt, dazu hoͤchst ungeschikkt zu seyn. Der Hund, und die mehresten Thiere Fast der Mensch allein hat ein Zaͤpfchen, MORGAGN. Epist. IX. n. 9. , geben auch ohne Zaͤpfchen eine Stimme, und zwar keine schwache von sich. Jch moͤchte daher die Fehler, welche der Sprache zuwachsen, von den Fehlern des Zaͤpfchens, wenn diese Fehler groß sind, lieber auf den unordentlichen Weg schieben, wozu die kranken Werkzeuge Gelegenheit geben, so wie die Stimme bei zerfressnen Nasen heiser klingt Die das Zaͤpfchen verlohren haben, reden ungeschikkt, und gleich- sam durch die Nase. parbvs. L. V. c. 14. , nicht, weil sich die Nase bei der Stimme oder Sprache mit bewegt; sondern weil sie die klingende Bebungen der Luft II. Abschn. Die Werkzeuge der Rede. Luft durch sich fahren laͤßt, oder zuruͤkk treibt. Wenn daher bei zernagtem Gaumen die Stimme zerstoͤret wird FOREST. L. 32. obs. 22. scvltet. T. XXXVI. f. 4. Ein Mensch, der keinen Gaumen hatte, sprach ganz undeutlich, Nov. Eph. Nat. Cur. Vol I. obs. 103. , so stellt sich diese wieder her, wenn man statt des Knochens eine Platte dahin legt SCVLTET. angef. Ort. , und dadurch den Wiederschall und nicht die Bewegung wieder erzeugt: und es konnte ein Mensch, dessen Zaͤpfchen zernagt war, reden, wenn er die Lage des Kopfes veraͤnderte SLEVOGT. de gurgul. gegen das Ende. Wenn er den Kopf vorwerts sinken lies. . Dieses wird auch meine Meinung von der Rede selbst seyn. Es koͤnnen die Kehlbuchstaben Eph. Nat. Cur. Dec. I. ann. 4. 5. obs. 16. Er konnte nicht wohl aussprechen die Buchstaben L. S. O. R. Eph. Nat. Cur. Dec. I. ann. 3. S. 490. , wenn die Kehle verdor- ben ist, nicht recht ausgesprochen werden, weil hier die noͤthigen Abprellungen aufgehoben sind: man| hat aber keinen Buchstaben, welcher durch das Zaͤpfchen hervor gebracht wuͤrde; und man koͤnnte viele Zeugen anfuͤren, welche so gar Exempel beibringen, wo die Rede nichts gelitten, ob das Zaͤpfchen gleich weggeschnitten RVFVS part. hom. L. II. S. 57. blancard. Jahrregist. I. C. IV. n. 99. MARTIN. philos. trans. n. 233. Eph. Nat. Cur. Dec. I. ann. 4. 5. obs. 66. doch blieb die Heiserkeit. , oder zernaget ASTRVC de lue venerea. L. IV. S. 410. fallop. angef. Ort. bavh. theatr. anat. L. III. c. 83. hildan Centur. II. obs. 21. 22. Phil. trans. n. 464. eysel de prae- cipuis uxulae morbis n. 3. mosca Pars XI. T. I. S. 221. , oder auch gar nicht vorhanden gewesen HAGEDORN observ. 68. . Und es hat bereits vor mir ein beruͤhmter Mann die Ver- muthung gehabt, daß ausserdem andere Theile in denje- nigen Menschen verlezzt gewesen seyn muͤssen, welchen man nachgesaget, daß sie die Stimme von der Verwahr- losung des Zaͤpfchens verloren haͤtten MORGAGN. angef. Ort. . §. 18. H. Phisiol. 3 B. U u Die Stimme. IX. Buch. §. 18. Die Nase Derjenige Weg, welcher uͤber halb dem knochigen und weichen Gaumen zur Nase fuͤrt, stoͤßt auch eine weitlaͤuftige, vielfache, durch Schleifgaͤnge vergroͤßerte, voͤllig knochige, mit einer breiartigen Membrane beklei- dete Hoͤle, die ganz offenbar erscheinet, wenn man sie nach der Abloͤsung der Knochen, allein, und entbloͤßet, uͤbrig behaͤlt. Die vornehmste von diesen Hoͤlungen ist tief, sie senkt sich nach dem Perpendikel von der Sieb- platte nach dem Grunde der Nase nieder, der von den holen Knochen des Kinnbakkens und Gaumens gebildet wird. Mitten durch diese Hoͤle laͤuft, wiewohl auf ungleiche Weise, eine Scheidewand SCHNEIDER de catarrh. L. IV. S. 473. GVNZ Mem. des fav. etrang. S. 290. qvelmalz program. de incurv. sept. nar. eer- tin Osteol. T. II. S. 114. dergestalt hindurch, daß die Haͤlfte rechter Hand gewoͤlbt ist, und sie den rechten Theil des Ganges enger macht, oder daß dieses umge- kehrt geschiehet Allemal den linken Theil, gvnz. S. 288. , indem ich beides gesehen habe. Es ist das Wesen der Nasenscheidewand ober und unterwerts, wie auch hinterwerts, knochig, von vorne bildet es sich aus einem dreiekkigen Knorpel. Es schließen sich ferner an den Seitengang der Na- senhoͤle noch drei große Hoͤlungen vorwerts an, doch aber dergestalt, daß sowohl das hintere Fasc. icon. IV. f. 3. bei Z und Y. albin. T. IV.. f. 1. bis 5. , als das vordere Ende derselben von der großen Hoͤle ein Stuͤkk ist Fasc. IV. f. 1. bei B. C. D. AL- BIN. η. . Es wird also der unterste Gang, von den Nasenseiten, und dem untersten Siebknochen, gemacht, dieser Gang ist in der Mitte am hoͤchsten, aber niedriger nach vorne, und hinten zu Fasc. IV. f. 1. ν. π. π. μ. f. 3. α. ξ. albin. Tab. η. δ. tarin osteograph. T. VII. V. V. W. . Der II. Abschn. Die Werkzeuge der Rede. Der mittlere Gang hat fast eben die Art, nur daß er kuͤrzer ist. Er liegt mitten zwischen den Waͤnden der Kinnbakken, ihren Tiefen, und dem schwammigen Knochen f. 1. ε. θ. η. γ. f. 3. z. b. tarin. i. g. e. g. e . Der oberste Hoͤlenansazz liegt bloß nach hinten zu, er ist kuͤrzer, und zwischen dem flachen Theile des schwam- migen Knochens, von dem ich izo geredet habe, und zwischen den untersten Faͤchern des Siebknochens, befind- lich f. 1. u. u. f. 3. c. albin. w. w. v. . Dagegen ragen in die Hoͤle der Nase hinein, gleich- sam drei Huͤgel hervor, nemlich der innerste Schwamm- knochen, der einwerts gewoͤlbt, vorne und hinten aber geschwaͤnzet, und duͤnne ist f. 1. voͤn μ bis ν. albin TARIN. c. : der mittlere gleichnami- ge Knochen, der vorne stumpfer f. 1. β. albin. d. , ganz durchweg kuͤrzer ist, und endlich der ganze Vorrath von den Zellen des Siebknochens f. 1. p. q. n. o. l. m. h. AL- BIN. n , der auswerts den flachen Kno- chen bildet, und den gegen die Nase zu zarte Platten verschliessen. Es oͤffnen sich aber von den gedachten Nebengaͤngen viele, und zwar große, in die Nase. So senkt sich erst- lich die gedoppelte Stirnhoͤle in eins der Faͤcher des Sieb- knochens hinab f. 1. ALBIN. d. c. f. 2. ψ. ); sie oͤffnet sich mit diesem Fache mit- ten in dem Ansazz der Nase, ist breit, schmal, in den festen Knochen eingehauen, und waͤchst erst mit den jun- gen Jahren fort. Ferner erscheinen die Keilhoͤlen ( sinus sphenoidei f. 1. V. f. 3. e. d. f. albin. f. 1. 2. Ω. tarin. f. 1. 2. f. , welche runder sind, deren beide Durchmesser nicht klein U u 2 sind, Die Stimme. IX. Buch. sind, und diese sind vor dem Tuͤrkensattel (Sattelbein), und unter, und hinter diesem, breit in den vielfoͤrmigen Knochen eingehauen, und oͤffnen sich in dem obersten Gang der Nase, nach vorne zu. Von denen Faͤchern des Siebknochens f. 1. h. l. n. n. q. p. giebt es zu beiden Seiten drei, bis vier, welche aus einem sehr zar- ten Knochen bestehen, und darunter sich die vordersten in den mittleren, die hinteren aber in dem obersten Sei- tenkanal der Nase eroͤffnen. Endlich ist der Kiefernsinus f. 3. G. H. f. 4. G. H b. z. a. c. albin. f. 2. 3. p. sehr gros schon vor der Geburt da, in dem besonders so genannten Knochen des Kinnbakkens ausgehoͤlet, fast von allen Seiten mit einer zarten Knochenplatte verschlossen, und mitten in den Gang hinein geoͤffnet. Jn diese Tiefen und Holwege faͤllt die Luft, so oft sie nicht mit Schleim angefuͤllt sind, wenn diese Luft aus der Luftroͤhrenspalte hinauf steigt, hinein, sie schlaͤgt an die knochigen Waͤnde, und sezzt den ganzen Umfang der Na- se in neue Erzitterungen. Wir haben hier nur einen kurzen Begriff gegeben, indem naͤmlich die vollstaͤndige Historie der Nase zu dem Werkzeuge des Geruchs gehoͤret. Drit- III. Abschn. Die Toͤne. Dritter Abschnitt. Die Stimme. §. 1. Der Sizz der Stimme. S timme nennen wir den klingenden Weg oder Lauf, den die Luft durch die Luftroͤhrenspalte nimmt: denn es erlauben nicht Daß keine Sprache, ohne durchs Ausatmen, verrichtet wer- de, fabricivs. P. II. c. 5. die Erscheinungen bei dem Schlukken B. 8. A. 4. N. 39. , oder hartnaͤkkigen Husten Jm Husten entstehet die Stim- me von der Luft, welche in die Luft- roͤhre wieder zuruͤkklaͤuft, dodart Mem. de l’Aaad. de Paris. 1706. S. 249. , und endlich die Erscheinung ἐγγαςϱιμυθων, oder an denjenigen Men- schen, welche Buchstaben dergestalt aussprechen, daß sie die Lust, vermittelst des Einatmens, zuruͤkke laufen las- sen, die Nothwendigkeit des Ausatmens nicht. Jch wuͤrde dergleichen Hervorbringung der Stimme weder dem Rho- digin, noch dem Adrian Tourneboeuf Beim FOESIVS in oecon. Hipp. , oder an- dern Zeugen mehr zutrauen E. M. V. HELMONT al- phab. naturae. S. 22. svidas. S. 667. Bresl. Samml. 1714. Maymo- nat. camello Phil. trans. n. 307. wobei was aberglaͤubisches ist. ; man darf aber dem an- gesehenen Schriftsteller, Joh. Conr. Amman, nicht den Glauben versagen, wenn er eine alte Frau im Ein- atmen reden, gesehen hat. Es mus die Luft im Menschen durch die Luftoͤrhren- spalte gehen SCHELH. S. 26. DO- DART. angef. Ort. S. 248 per- ravlt ess. S. 393. ferrein in thes. der ber. montagnat. , wenn eine Stimme hervorgebracht werden soll. Wenn daher am Luftroͤhrenkopfe Da der Schildknorpol zerris- sen war, ward die Stimme fehler- haft, Eph. Nat. Cur. Dec. II. an. 2. obs. 136. , oder dem Keh- U u 3 dekkel Die Stimme. IX. Buch. dekkel Da gar kein Kehlendekkel da war, blieb die Stimme schwach, gvi- lielmini de morb. cad. jud. S. XXII. Bei einem Geschwuͤre des Kehlendekkels verlor sich alle Stim- me. dvncan chem. S. 197. Eine Heiserkeit entstand von einem Risse am Schildknorpel, Eph. Nat. Cur. Vol. X. obs. 12. , Krankheiten vorkommen, so wird die Stimme klein, undeutltch, und heiser. Wenn uͤberhaupt die Luft- roͤhre verwundet worden, so bleibet gar keine Stimme mehr uͤbrig, es mag nun ein Zufall Von dem verwundeten Luft- roͤhrenkopfe, Acad. des Chirurg. T. I. P. III. S. 135. und T. III. S. 78. Von der Wunde des Luftroͤhrenko- pfes, la motte chir. compl. obs. 212. und von einem Geschwuͤr, Mem. de Chirurg. T. I. P. II. S. 185. 194. , oder die Neu- gierde des versuchenden Zerlegers FABRIC. angef. Ort. P. II. c. 4. , daran Schuld ge- wesen seyn. Jn den mehresten Thieren, besonders den Voͤgeln HERISSANT Memoir. de l’Acad. 1753 S. 290. , verhaͤlt sich die Sache anders, indem noch die mehresten Voͤgel, ausser einem wirklichen Luftroͤhrenkopfe, noch ei- nen besondern Knoten haben, welcher an der Zeraͤstelung der Luftroͤhre liegt. Die Sache verhaͤlt sich so in den Wasservoͤgeln PERRAVLT Ess.| T. |III. S. 139. T. 8. f. 12. dodart l. c. S. 322. maloet. Der Mensch hat also eine besondere Stimme. S. 9. , dem Raben aldrovand L. 19. S. 264. , der Ente HILDAN ad pavivm. S. 223. aldrov. l. c. S. 190. blas. miscell. S. 283. Mem. avant. 1699. T. II. S. 48. albin. of birds. T. II. n. 100. , der Muskusente WELSCH hoceatosteae ob- serv. 71. , dem Taͤucher ALDROV. l. c. S. 279. mergansere. eirch, T. II. S. 13. , der Gans ALDROV. S. 107. , dem Schwan barth. de cyg. anat. S. 38. , der Kriechende albin. T. I. n. 100. , und, wie ich neulich ge- sehen habe, selbst am Sperlinge, und Haushan Die Stimme entsteht bei dem Hahn ganz unten in der Luftroͤhre, bei der gablichten Spaltung. Anc. Mem. T. 2 S. 7. . Jn diesem Knoten liegen Haͤute, welche parallel uͤber- einander gespannt sind HERISSANT. T. IV. V. , wir wollen sie aber an einem besondern Orte beschreiben. Es sind diejenigen Jnstrumente, womit wir durch Lokken Voͤgel fangen, indem wir ihre Stimme nachma- chen, III. Abschn. Der Sizz der Stimme. chen, eigentlich Nachahmungen von diesen Maschinen, und uͤberhaupt von der Luftroͤhre der Voͤgel VERDVC de l’usage des part. II. S. 393. . §. 23. Die Stimme entsteht von Zitterungen. Es kann zwar eine |sachte und heisere Stimme, wel- che wir ein leises Geflistere nennen, auch durch eine ruhige Luftroͤhrenspalte gemacht werden. Wenn aber die Stimme ordentlich, und helle ist, so mus uͤberhaupt die Luft, indem sie durch die Luftroͤhrenspalte hindurch laͤuft, an bie Waͤnde dieser Rizze dergestalt anstossen, daß nicht nur diese Waͤnde selbst, sondern auch zugleich die Knorpel des Luftroͤhrenkopfes, und endlich der Kno- chen des Kopfs, der Brust, und des ganzen Koͤrpers AMMAN. SCHELH. S. 28. , Bebungen machen. Daher lernen taube Menschen keine wirkliche Stimme von sich zu geben, wenn sie nicht die Hand an den Luftroͤhrenkopfe des redenden Sprachmei- sters anlegen, und den zitternden Luftroͤhrenkopf, mittelst des Gefuͤles, erkennen AMMAN. S. 82. raphei. c. 1. . Hieraus erhellet, warum die Werkzeuge der Stim- me in den meisten Thieren aus Knorpeln bestehen, und Bestandtheile haben, die zum Zittern am meisten aufge- leget sind. Es erhellet auch hieraus, warum die Stimme besser, und heller in lebendigen Thieren hervorgebracht wird, als in todten AMMAN leugnete, daß man Stimmen in todten Koͤrpern hervor- bringen koͤnne. S. 24. . Es waren naͤmlich die Ferreinischen U u 4 Stim- HOLDER Elements of Speeb. S. 47. wallis Gramm. Anglic. S. 3. und vornaͤmlich AM- MANN de loquela. S. 26. 31. S. 83. Ebendas. u. f. GAVTIER hat, vermit- telst der Schwingungen, einige tau- be lesen und hoͤren gelehrt, indem sie ihr Kinn an dem Hinterkopfe des redenden Menschen anlehnten, und auf diese Weise die Erzitterungen em- pfanden, obs. T. III. S. 296. Die Stimme. IX. Buch. Stimmen, welche ich niemals gehoͤret habe, schlecht, und gar nicht der ordentlichen Stimme eines lebendigen Men- schen, oder Thieres aͤhnlich genug. Es wird naͤmlich der Luftroͤhrenkopf im lebeneigen Menschen von den Muskel- kraͤften, die die Seele regieret, in solche Schwingungen gesezzt, daß er viel geschwinder und hurtiger zittern mus, so bald er von der Luft getroffen wird. Daher ist im Schnupfen die Stimme schlecht, oder gar nicht vorhanden, wenn die mit Schleim uͤberzogene Knorpeln Schwierigketten zu zittern finden Ebenders. S. 29. . Daher haben diejenigen Thiere das staͤrkste, und lau- teste Gebruͤll, wenn ihre Luftroͤhre um und um knorpelich sind, oder die Knorpel daran wenigstens wie Dachziegel uͤber einander liegen, und in der Luftroͤhre sehr wenig haͤutiges, oder viel knorpeliches vorkommt; oder wenn uͤberhaupt, statt der Knorpel, Knochen da sind barthol Hist. 100. Cent. IV. la bovlaye voyage. S. 303. , wie am Loͤwen STVKEL EY. S. 97. , Elephanten RECK. Salzb. Emigr. T. I. S. 182. vesling. ep. 5. , Krokodilen Am Japanischen Krokodil. birch. T. III. S. 489. grew Cosmolog. S. 25. , und Pfauen An der Dole, grew. Hempfling. Ebenders. ebendas. . Hingegen ist die Stimme schwach, wenn die| Luftroͤhrenringe weich sind, wie am Kasuar BIRCH. angef. Ort. , und Jgel GREW Cosmol. . Daher ist die Stimme stark, und zugleich unangenehm in den Wasservoͤgeln, weil in ihnen die elastischen Haͤute im zweeten Luftroͤhreukopfe nachklin- gen HERISSANT angef. Ort. . §. 3. Es zittern die Baͤnder der Luftroͤhrenspalte. Wir haben gesagt, daß der Luftroͤhrenkopf bebe, wenn man eine Stimme hervorbringt, indessen zittern doch be- son- III. Abschn. Die Toͤne. sonders die untern, und zaͤhen Baͤnder der Luftroͤhren- spalte So sagte ehedem dodart Mem. de l’Academ. 1700. S. 258. perravlt Holl. Ausg. S. 393. Ferner FERREIN in thesibus. d. montagnat in Mem. de l’Acad. u. f. , durch deren Luͤkke die schallende Luft heraus- gestossen wird. Jch sehe einen Mann vor mir, von dem ich viel halte, der aber an diesen Bebungen zweifelt, theils weil die Voͤgel die Luftroͤhrenspalte nicht zwischen den Baͤndern, sondern zwischen den Knorpeln, und Kno- chenschnekken liegen haben Lettres sur le nouv. syst. de la voix. S. 42. , die zu den Schwingun- gen ungeschikkt werden, theils weil auch im Menschen die Sehnen dieser Baͤnder nicht frei Lettres \&c. S. 30. 36. ; sondern mit vieler Haut und Schleim uͤberzogen werden Dieses kann noch hinzugefuͤget werden, ob es gleich dieser beruͤhmte Mann nicht sagt. , endlich immer naß werden, und die Schildgieskannenmuskel ne- ben sich liegen haͤtten S. 8. 30 und 37. . Er leugnet auch, daß sie sich ausdehnen, wovon wir doch hernach handeln wollen. Es ist aber doch gewis, daß uͤberhaupt die Luft, in Hervorbringung der verschiedenen Toͤne, alle klingende Koͤrper zum Zittern bringe Siehe indessen Comment. boerhaave. T. IV. S. 298. , und daß die feinen Toͤ- ne von einer groͤsseren Menge der Bewegungen, die gro- ben Toͤne hingegen, von einer geringern Menge entste- hen S. 296. . Man kann dieses als Forderungssaͤzze anneh- men, die Niemand leugnen wird. Ferner bringt die Luft, so wie andere klingende Koͤrper, nicht nur den Luftroͤhrenkopf in ein Zittern, sondern sie stoͤßt auch zunaͤchst auf die Baͤnder selbst, welche die Luftroͤh- renspalte einschliessen. Diese sind in der That gespannt, und offenbar mit einer Federkraft versehen, man sieht also gar nicht, warum sie auch nicht diese Baͤnder zu Schwin- gungen veranlassen sollte. Es hindert sie auch der Schleim daran gar nicht, weil sogar die Knorpel der Nase U u 5 bei S. 38. Die Stimme. IX. Buch. bei gewissen Buchstaben, und tiefen Toͤnen offenbar zit- tern, da diese doch von einer aͤhnlichen Schleimhaut uͤber- zogen sind. Doch man mus auch beruͤhmte Maͤnner hieruͤber vernehmen, welche diese Fasern, indem sie einen Klang von sich gaben, und das Geblaͤse durch die Luftroͤhren- spalte schallend hierauf fuhr, unter dem angebrachten Vergroͤsserungsglase in der That zittern gesehen haben FERREIN Mem von 1741. S. 420. montagn. eclaircisse- ment. S. 53. und in seinen thesibus. maloet. S. 7. . Endlich hat auch derjenige Versuch keine Kraft, nach welchem man beschloß, daß, wenn gleich der ganze Luftroͤh- renkopf weggenommen worden, und blos die Baͤnder der Luftroͤhrenspalte beibehalten wuͤrden FERREIN angef. Ort. S. 422. montagn. eclairc. S. 97. , dennoch die durch die Luftroͤhre eingeblasene Luft dergleichen Stimme hervorbringe, die die Natur einem jeden Thiere eigen gemacht hat. §. 4. Die Unterschiede in der Stimme. Die einem jeden Thiere eigene Stimme. Es wuͤrde sehr schwer zu sagen seyn, wie die Luft, welche aus der Luftroͤhrenspalte des Menschen herauf ge- trieben wird, eine Stimme erzeugen kann, durch die man den Menschen von allen andern Thieren unterscheiden kann, und warum in einem jeden Thiere bald diese, bald jene Stimme, welche doch jedem Geschlechte besonders angehoͤrt, entstehe, da doch die Unterschiede der Spalten- baͤnder bei einem so einfoͤrmigen Baue nicht sehr groß seyn koͤnnen. Und dennoch ist es war, daß blos die Luftroͤhrenspalte die eigenthuͤmliche Eigenschaft in die Stim- III. Abschn. Die Toͤne. Stimme eines jeden Thieres eindruͤkkt. Die Sache ist an sich nicht neu. Wenn man in die Luftruͤhre einer Gans Luft einblaͤst, daß diese aus der Luftroͤrenspalte hinauf dringt, so laͤst sich eine Gaͤnsestimme hervorbrin- gen FABRICIVS L. III. c. 11. gegen das Ende, nach dem Versu- che seines Schuͤlers. , und eben dieses war auch der Versuch, den Perralt anstellete Hollaͤnd. Ausg. S. 394. Tab. VII. fig. 12 und franz. Ausg. Essays de phys. S. 3. T. 7. f. 12. S. 139. . Bei diesen Thieren aber liegt der Luftroͤhrenkopf da, wo sich die Luftroͤhre spaltet. Doch in andern Thieren, deren Bau entweder einfa- cher ist, oder dem menschlichen naͤher kommt, stellt die Luft, wenn man diese entweder blos aus der Lunge her- austreibt, oder wenn man| sie durch Blasen in die Luft- roͤhre hineinjagt, daß sie aus der Luftroͤhrenspalte heraus gehen mus, ein Froschgequaͤke movralt Vademecum. S. 590. , oder die eigene Stim- me eines jeden vierfuͤßigen Thieres vor: und es ist, wenn ich nicht irre, Schelhammer der erste Jn den Hunden, Ochsen, Schasen, angef. Ort. S. 17. , welcher bei diesem Versuche den Zusazz macht, daß diese schon vor sich angehe, wenn nur die Luftroͤhrenspalte vollstaͤndig sey, und es habe hierbei nichts zu sagen, wenn gleich der ganze uͤbrige Luftroͤhrenkopf vermisset wuͤrde. Man hat aber diese Versuche in unserm Jahrhun- derte durch mehrere Zusaͤzze verzieret. Es machte nem- lich der beruͤhmte Ferrein, wenn er in die Luftroͤhre bla- sen ließ, blos dadurch die Stimme eines Menschen, und Ochsen nach Mem. de l’Acad. 1741. S. 417. , wenn er die Luftroͤhrenspalte verengerte. Eben diesen Fleiß wandten auch der beruͤmte Mon- tagnat Wenn vorher die Luftroͤhren- spalte gespannet worden, in thes. , der beruͤhmte Herissant Am Pferde. S. 284. Esel. S. 287 Schweine. S. 289. , und ohn- laͤngst der beruͤhmte Maloet Note d. S. 7. , an dem Schweine, der Kazze, und dem Kaninichen an, welches auch der be- Die Stimme. IX. Buch. beruͤmte Runge, unser ehemaliger Zuhoͤrer, nachgemacht hat Jn seinen Briefen. . Mir sind dergleichen aͤhnliche Versuche nicht so gut gerathen, daß ich einen Schall und Stimme her- vorgebracht haͤtte, woran man das Thier erkennen koͤnnen; indessen habe ich doch den Ausdruͤkk der Schweinsstimme, wiewohl nicht genau, und noch viel weniger eine Menschen- stimme nachmachen koͤnnen. §. 5. Woher eine feine und grobe Stimme komme. Wenn die Baͤnder der Luftroͤhrenspalte, die von der Luft getroffen worden, Bebungen machen Vorherg. §. , wenn sie eine Stimme hervorbringen Ebendas. , welche iedem Thiere ei- gen ist, wenn die Verschiedenheit des Schalles von der Anzahl der Schwingungen abhaͤngt Ebendas. , die an einer zitterndern Seite in einer gewissen Zeit verrichtet werden: so folgt, daß auch die Verschiedenheit des Schalles in der Stimme von der Anzal der Schwingungen abhaͤngen muß, die an den Baͤndern vorgehen. Und dieses hat Dodart wohl gewust Mem. de l’Acad. 1700. S. 258. 279. . Doch man fraͤgt hierbei, wie es komme, daß die Baͤn- der der Luftroͤhrenspalte sich bisweilen geschwinder schwin- gen, und feine Stimmen machen, oder bald wieder lang- samer, und groͤber klingen. Da man in dieser Sache viele Fragen aufgeworfen, so mus man desto neugieriger seyn, die Ursachen anzuhoͤren. So viel ist vor sich gewiß, und von jedermann angenommen, daß der Luftroͤhrenkopf beweglich haͤngt, und bei feinen Toͤnen in die Hoͤhe steigt, Ebendas. S. 252. III. Abschn. Die Toͤne. steigt Jn einem scorbutischen Men- schen befand sich ein bestaͤndiger Krampf an dem Luftroͤhrenkopfe, daß dieser bis zum Gaumen hinauf stieg, und so wieder in die Kehle herabfiel, hobivs van der worm atriplex sals. S. 94. , bei groben hingegen niedersinkt fabric. P. III. c. 8. do- dard angef. Ort. : es kann nehmlich ein jeder mit dem Finger die Probe an seinem eigenen Luftroͤhrenkopfe machen, daß der Schildknorpel, wenn wir feine Toͤne erzwingen wollen, nicht nur in die Hoͤhe steigt, sondern sich auch vorwerts heraus be- wegt ferrein Mem. de l’Acad. 1741. S. 426. montagn. eclair- cissem. S. 81. amman. S. 30. 37. berard art. du chant. S. 20. 21. 40. 43. u. s. w. . Die Sache ist alt, und jederman bekannt. Bei welchen Personen also die Stimme, der Natur nach, gar zu grob ist, diese helfen dem Fehler da- durch auf, daß sie den Luftroͤhrenkopf mehr in die Hoͤ- he ziehen berard. S. 40. . Man ist auch der Sache naͤher gekommen. Wir nennen in der Tonkunst, die verschiedene Anzahl der Schwingungen Toͤne, und wir rechnen, daß nach sechs verschiedenen Toͤnen eine neue Oktave folge dodart Mem. de l’Acad. 1700. S. 269. . Es sind aber nicht selten Menschen geschikt, zwoͤlf verschiedene Toͤne heraus zu bringen, und es koͤnnen einige Saͤnger, wiewohl noch seltener, mit sechszehn Toͤnen, und daruͤber dodart. angef. Ort. S. 267. 268. 286. in die Hoͤhe steigen: da hingegen andere Baßisten eben so tief, unterhalb dem Mittelton herabkommen koͤnnen, um einen groben Baß zu singen. Um also diese Ver- schiedenheit der vier Aktaven heraus zu bringen, dazu gehoͤ- ret viel Aufsteigen, und Niedersteigen. Man hat also gefunden, daß sich der Luftroͤhrenkopf bei nahe um einen halben Zoll in die Hoͤhe begeben muß, wenn der Ton durch eine Aktave feiner gemacht werden soll, und daß er um so viel niedersteigen muͤsse DODART. S. 253. be- rard. S. 20. , wenn eine andre Stim- DODART. ebendas. Die Stimme. IX. Buch. Stimme und eine ganze Aktave tiefer unter dem Mittelton herausgebracht werden soll, daß folglich der ganze Weg des Luftroͤhrenkopfes, wenn man sein Aufsteigen und Niedersteigen zusammen nimmt, einen ganzen Zoll betraͤgt, und daß dieses in zwo Personen, darunter die eine den Luftroͤhrenkopf sehr hoch in die Hoͤhe zieht, die andre hinge- gen sehr tief zum Basse niederdruͤkkt, der Unterscheid zwei Zolle mache dodart. S. 253. , davon einer durch das Erheben, der an- dere durch das Niedersinken beschrieben wird. Bei den staͤrksten Anstrengungen, die wir anwenden, diese Gren- zen zu uͤberschreiten, zwischen welche die Natur unsere Stimme eingeschraͤnket hat, werfen wir den ganzen Kopf in den Nakken zuruͤkk, damit wir die Kraͤfte der Mus- keln, die den Luftroͤhrenkopf in die Hoͤhe heben muͤssen, anspannen moͤgen dodart. 1706. S. 141. . Aus dem vorigen werden die Kraͤfte begreiflich, von denen der Luftroͤhrenkopf, entweder in die Hoͤhe gehoben, oder hinabgezogen wird. Erhoben wird er, von dem Griffelschlundmuskel, Griffelzungenbeinmuskel Ebendas. , Schild- gaumenmuskel S. Diese angefuͤhrte Num- mern von den Muskeln der Stimme. , soviel als dieser bei offenem Munde vermag. Vom Zweibaͤuchigen Ebendas. , Kinnzungenmuskel Ebendas. , Kinnzungenbeinsmuskel Ebendas. , Zungenbeinsschildmuskel Ebendas. , indessen daß der obere Kinnbakken von den Hebemuskeln feste gehalten wird. Es wiederspricht sich nehmlich nicht die Sache, daß dieses geschehen koͤnne, und man kann sehr leicht das in die Hoͤhesteigen des Luftroͤhrenkopfes ge- gen den bei offenem Munde verzogenen Kinnbakken war- nehmen. Niedergedruͤkkt wird er, von den Muskeln des Brustzungenbeins ( sternohyoidei ) Ebendas. , von den Brust- schild- Buch 9. A. 1. N. 11. III. Abschn. Die Toͤne. schildmuskeln ( sternothyreoidei ) Ebendas. , von den Rabenzun- genbeinmuskeln ( coracohyoidei ) Ebendas. , und selbst vom Zwerchfelle unter waͤrendem Einatmen. §. 6. Ob die Veraͤnderung in der Stimme, von der verschiedenen Laͤnge ihres Werkzeuges herruͤre. Man hat allerlei Meinungen daruͤber, daß die Stim- me von dem Aufsteigen des Luftroͤhrenkopfes feiner wer- den soll. Es glaubte Fabricius Lib. III. c. XI. S. 302. Leipz. Ausgab. , daß der Stim- menkanal von diesem Aufsteigen laͤnger werde, und daß davon die Quinte, Oktave und Denaquinte entstuͤnden, die uͤbrigen Toͤne, die bis neunzehn fortgiengen, erklaͤrte er durch die Verengerung der Luftroͤhrenspalte. Auf solche Weise uͤberredete sich G. C. Schelhammer, die- ser sonst scharfsinnige Mann, daß sich vielmehr die Stimme von dem Niedersteigen des Luftroͤhrenkopfes veraͤndere, und sich zum Exempel a. in o. verwandele S. 26. 27. : doch wuͤr- den dadurch die Toͤne weder groͤber, noch| feiner. Er nannte aber dieses in die Hoͤhe steigen eine Verkuͤrzung des Mund- und Schlundkanals; das Niedersteigen aber eine Verlaͤngerung. Dagegen behauptet Dodart, und einige vor ihm, daß diese veraͤnderte Laͤnge der Luftroͤhre zu den feinen, oder groben Toͤne nichts beitruͤgen, da hingegen die Luftroͤh- re, wenn der Luftroͤhrenkopf in die Hoͤhe stiege, laͤnger werden, und groͤber klingen Man lese auch, wie casser. schreibet, daß aus der Laͤnge des Ka- nals, wenn man diesen mit einerFloͤ te vergleichet, ein grober Ton, und aus einem kurzen Rohre ein feiner Ton erzeuget werde, angef. Ort. S. 118. , im Niedersteigen hinge- gen kuͤrzer werden, und feiner klingen muͤsse, welches doch wie- Die Stimme. IX. Buch. wieder die Versuche laͤuft S. 252. 253. . Es leitete eben dieser Ge- lehrte eine Lieblichkeit, und Reinigkeit der Toͤne von der veraͤnderten Hoͤlung der Nase, oder des Mundes, oder von dem aͤussern Kanale her (s), weil in der That diese Hoͤlung bei den groben Toͤnen laͤnger, bei den feinen Toͤ- nen hingegen kuͤrzer gemacht wuͤrde. Und so lehrete er, daß das aͤusserliche Werkzeug der Stimme sich nach den groben oder feinen Toͤnen bequeme. §. 7. Ob die feine Stimme von einer verengerten Luftroͤhrenspalte gebildet werde. Die Sache ist nicht mehr ganz neu, daß eine feine Stimme von der verengerten Luftroͤhrenspalte, eine grobe hingegen von deren Erweiterung entstehe. Es schikkte sich dieses gar zu bequem zu der alten Floͤte, auf der, wie jedermann weiß, wenn die Loͤcher verschlossen, oder wieder geoͤffnet werden, die klingende Spalte also breiter, oder gegentheils enger gemacht wird, groͤbere oder feinere Toͤne hervorgebracht werden. Dieses ist die Ursach, daß schon einige Maͤnner vor dem Dodart das wahre in dieser Sache gefuͤlet haben FABRIC. P. II. gegen das Ende, P. III. c. 11. ob er gleich noch einige andere Bedingungen mit ein- streut, amman. S. 30. . Doch es hat auch schon Galen gewust, daß die Luftroͤhrenspalte das vornehmste Werkzeug der Stimme sey; und daß sie die Straße der Luft erweitere, oder auch in die Enge ziehe Beim oribas. S. 62. , so wie wir beim Suidas lesen, daß alsdenn eine feine Stim- me erzeuget werde, wenn die Knorpel des Luftroͤhrenkopfs von den Muskeln zusammengezogen wuͤrden III. S. 582. . Es S. 251. III. Abschn. Die Toͤne. Es sezzt aber dieser beruͤhmte Mann noch dieses zu den Entdekkungen der vorigen hinzu, daß er einzig und allein von dieser Verengerung, und Erweiterung der Luftroͤhrenspalte, von den daher entstehenden schnelleren, oder sanfteren Strome der Luft, und von der Mannig- faltigkeit der Schwingungen DODART 1700. S. 258. an den Baͤndern die- ser Spalte, die ganze Mannigfaltigkeit der Toͤne herlei- tet. Daher macht nach dieser Hipotese das in die Hoͤhe Steigen des Luftroͤhrenkopfes darum eine feine Stimme, weil es die Spalte verengert Daß sich beides vereinige, sagt schon schelh. S. 27. Lettres sur le nouv. syst. de la voix. S. 31. , hingegen macht das Niedersteigen derselben einen Baß, weil sich diese Spalte durch das Niederdruͤkken des Schildknorpels erweitert, oder auch, weil der gange Luftroͤhrenkopf von einander gezogen wird. Jndessen suchte doch dieser beruͤhmte Mann in den Spaltenbaͤndern etwas, welches den Schliesmuskeln aͤhn- lich waͤre DODART. 1700. S. 261. morg. adv. anat. II. S. 31. So habe ich es allemal gefunden. , und er behauptete, daß fich ihre elastische Fa- sern von freien Stuͤkken zusammenziehen, und in eine gerade Linie zu verwandeln suchten, von welcher die Ver- engerung der Spalte herruͤhre Ebendas. . Er traͤgt verschiedene Gruͤnde und Ursachen vor, wo- mit er seine Meinung unterstuͤzzet, und man koͤnnte ih- nen noch andere aͤhnliche Gruͤnde an die Seite sezzen. Er sagt, am Manne S. 263. , und an Personen von grober Stimme, sei die Spalte weiter, und der aͤussere Kanal tiefer: an Diskantisten hingegen, und in Frauenzim- mern, sei der Luftroͤhrenkopf kleiner, und der Gaumen flacher. Es ist auch in der That an Mannspersonen der Luftroͤhrenkopf viel weiter S. 367. , und daher die Stimme groͤber, je weiter der Luftroͤhrenkopf ist amman. S. 30. . So findet man H. Phisiol. 3. B. X x Die Stimme. IX. Buch. man auch in Thieren von grober Stimme, daß sie eine weite Spalte haben, wie am Rohrdommel Von zwo Linien, schevcher. Bresl. Samml. 1721. S. 650. , am Ochsen fabric. P. III. c. 2. , und an der schnarchenden Schildkroͤte, und dem Meerkalbe zu sehen ist Paris. Mem. pout l’hist. des anim. T. III. P. II. S. 191. . Es sind an dem Mundstuͤkke derjenigen Floͤte, die man Schalmei nennt, die Oefnungen enge DODART 1700. S. 263. , und es bringt blos die Verengerung der Spalte, zwischen den Lippen, in diesem Jnstrumente alle Toͤne feiner heraus. Auf demjenigen Blaseinstrumente, welches man Krumm- horn nennt, giebt es keine andere Ursache zu den man- nigfaltigen Toͤnen, als weil die Rizze eine verschiedene Breite bekoͤmmt Lettres sur le nouv. syst. S. 48. . Auf der Floͤte mit einem einzigen Loche, die eine sehr enge Rizze hat, laͤst sich der allerschaͤrfste Ton von allem herausbringen casser. S. 159. Vergl. schelh. S. 24. . Auf dem uͤberall sehr bekannten Jn- strumente, welches das Gezische nachahmt, macht blos die Enge der Loͤcher eine scharfe Stimme Lettres sur le nouveau Syst. de la voix. S. 47. . Auf der Orgel wird nach der Kuͤrze der Spalte ein immer fei- nerer Ton, und dagegen ein groͤberer, vermittelst einer breiteren Rizze, hervorgebracht Lettres a M D. S. 34. . Auf einer Floͤte, de- ren Rormuͤndung verschlossen wird, kann man einen schar- fen Ton erzwingen Ebendas. S. 32. . So wird dadurch die Stimme voͤlliger gemacht, wenn man den Kehlendekkel nieder- zieht Lettres sur le nouveu Syst. S. 49. . Bei denen, die da zischen, verengert sich of- fenbar die Spalte der Lefzen, um einen feinern Ton her- auszubringen, wie auch, wenn man an den Lefzen Run- zeln aufwirft dodart 1707. S. 67. u , und die Spizze der Zunge anlegt, und daher kann blos die Stimme durch zwo Octaven veraͤn- dert Ebenders. S. 263. 264. III. Abschn. Die Toͤne. dert werden, wenn man nur die Form der Lippen ver- aͤndert plot. nat. hist. of Oxfords- hire. S. 304. den ich nicht bei der Haud habe. . Die Schriftsteller fuͤgen weiter hinzu, daß ein sin- gender Mensch die Verengerung der Luftroͤhrenspalte leicht wahrnehmen koͤnne, so oft er ploͤzzlich in einen viel feine- ren Ton uͤbergeht dodart. 1700. S. 263. . Sie sagen ferner, daß sich in den Voͤgeln, wenn die- se singen, die Luftroͤhrenspalte offenbar verengere fabric. P. II. c. 4. an ei- nem kraͤhenden Hane. , und sich so genau verschliessen lasse, daß nicht einmal Ato- men S. 261. swammerd. S. 120. an Froͤschen de bremond Mem. von 1739. S. 477. durch diese Oeffnung kommen koͤnnten, und sie der ganzen Atmosphaͤre, und der Gewalt der druͤkkenden Wasser Wiederstand thun. Der oben genannte beruͤhmte Mann behauptet fer- ner, daß eine mit einmal enger gemachte Luftroͤhrenspal- te alle ersinnliche Toͤne herauszubringen vermoͤge. Die allerkleinste Veraͤnderung in ihrer Breite, die nicht groͤs- ser sei, als \frac{1}{54} dodart 1700. S. 271. 272. Es laͤst sich eine Veraͤnderung an Saiten, die nicht uͤber \frac{1}{7000} be- traͤgt, unterscheiden, keil ab- ridgem. S. 155. von einem Seidenfaden, oder der \frac{1}{384} Theil eines Haares, mache schon einen veraͤnderten Ton aus. Und da die Oktave von den Tonkuͤnstlern in acht hundert und zehen Theile Mem. von 1700. S. 269. getheilet werde, und die natuͤrliche Breite der Lustroͤhrenspalte im Menschen eine einzige Linige betrage S. 268. , so koͤnnten blos, vermit- telst dieser kleinen Spalte S. 270. Wenigstens neun hundert und dreiTheile, ferrhin. S. 425. 9632, oder, wenn man ge- nau seyn wollte, viermal mehr verschiedene Toͤne S. 270. Von den Nachtigal- len schlage man nach kircheri Musurg. S. 39. und vergl. krve- cers Physiolog. n. 233. ent- stehen. X x 2 Es Die Stimme. IX. Buch. Es sei aber die Ursache von diesen Mannigfaltigkei- ten diese, daß die verengerte Spalte den Strom der her- auffahrenden Luft beschleuniget S. 258. 260. u. f. 1707. vor- nehmlich S. 72. 74. u. f. , und folglich in gege- bener Zeit mehr Schwingungen, und einen feinern Ton macht Ebendas. : so, daß uͤberhaupt, wenn sehr feine Toͤne er- zwungen werden, ein Wind entstuͤnde, den die Hand, oder die Flamme einer Lampe, empfinden koͤnnte 1707. S. 75. . Man hat also diese Meinung, welche die Verschie- denheit der Toͤne, einzig und allein von der veraͤnderlichen Weite der Luftroͤhrenspalte herleitet DODART uͤberall. Letre a M. D. S. 28. , mit grossem Beifall aufgenommen, und sie ist vor kurzen, nachdem Anton Ferrein seine Gegenversuche der Welt vorgele- get hat, von J. Exuperius Bertin Jn seinen zweyen Buͤchern, dem kleinern Letrea M. D. sur le nouveau Syst. de la voix, im Haag 1745. Paris 8. Ferner in eben die- sem, durch einen neuen Brief ver- mehrten, Buͤchgen, und unter der Aufschrift: Lettres sur le nouveau Syst. de la voix et sur les arteres lymphatiques. Aufgelegt 1748. 12. vertheidiget worden. §. 8. Wird die Stimme von den gespannten Baͤn- dern der Luftroͤhrenspalte gemacht? Ob der beruͤhmte Dodart gleich vornehmlich die Ursach zu den verschiedenen Toͤnen in der verschiedenen Enge der Luftroͤhrenspalte suchte, so verstand er dennoch sehr wol, was hiebei von Grade zu Grade gespannte Seiten vermoͤgen koͤnnen. Er verband daher die Span- nung der Spaltenlefzen mit der verschiedenen Breite Mem. von 1700. S. 246. , er zog hiermit die Schwingungen in die Rechnung, die wir bereits oben erwaͤhnet haben 9 B. 3 A. 3 N. 1700. S. 258. , und er machte end- III. Abschn. Die Toͤne. endlich die Graden der Spannung dieser Baͤnder zur Hauptursach der veraͤnderten Toͤne S. 262. , wovon die Folge diese sey, daß sich eben diese Baͤnder einander naͤhern, und gegen einander treten Ebendas. . Er lehrte ferner, daß zu einer ordentlichen, reinen, und klaren Stimme Baͤnder ersordert wuͤrden, welche mit gleich großer Kraft gespannt waͤren 1706. S. 42. 1700. S. 262. , und es wuͤrde die Stimme falsch, so bald eben diese Lippen un- gleich gespannt waͤren, so daß ein anderer Ton heraus- gebracht wuͤrde, als den man herausbringen wollen 1706. S. 143. . Jndessen ist der beruͤhmte Ferrein Jn den zwoͤlf Fragen, die zu Montpellier aufgegeben worden; ferner in Mem. de l’Acad. 1741. S. 409. u. f. Von dieser Dissertation hat der ber. montagn. die vor- nehmsten Punkte wiederholt. weiter, als die Dodartische Entdekkung gegangen, und er hat das Ansehen der Spannung derjenigen Baͤnder, von denen die Lustroͤhrenspalte umgeben ist, dergestalt ausgedehnt, daß er uͤberhaupt keine verschiedene Breite statt finden lies, und das Werkzeug der menschlichen Stimme der Floͤtenklasse entzog, und es davor mit derjenigen Art von Jnstrumenten verglich, an welchen verschiedene Span- nungen die Ursach zu veraͤnderlichen Toͤnen ist. Er ver- gleicht daher die Baͤnder der Luftroͤhrenspalte mit musika- lischen Saiten Er vergleicht die Werkzeuge der Stimme mit den Saiteninstru- menten. ( Viole, Geige) S. 416. , welche die Luft beben macht Mem. de l’Acad. 1741. S. 416. 422. u. f. . Er sahe naͤmlich, als er in die Luftroͤhre Luft einblies, und zu eben der Zeit die Luftroͤhrenspalte auf verschiedene Wei- se verengerte, daß sich zwar die Staͤrke des Tons bei der engen Spalte vergroͤssere S. 418. , der Ton aber uͤbrigens nicht die mindeste Veraͤnderung leide S. 418. 419. . Nachdem er nun von allen Seiten die Baͤnder der Spalte betrachtet, ihre Schwingung gefunden S. 420. 421. 431. rvnge. S. 36. , und X x 3 die Die Stimme. IX. Buch. die schnellen Bebungen mit den feinen Toͤnen einfoͤrmig gefunden S. 422. , so fand er auch, daß, wenn diese Baͤnder gedrukkt wurden, auch die Schwingungen gehemmt wuͤr- den, und daß zu gleicher Zeit aller Schall aufhoͤre. Wenn er eben diese Baͤnder dergestalt befestigte, daß der halbe Theil von ihnen frei liegen blieb, so ward er gewahr, daß der Schall bis zu einer ganzen Octave weiter stieg S. 421. 431. Vergl. mont. Thes. et eclairciss. S. 47. , und zur Quinte ward, wenn man den dritten Theil von der Laͤnge verkuͤrzte FERREIN. ebendas. S. 421. : wenn man sie mitten durch- theile, verwandeln sie sich in zwo Seiten, darunter eine jede eine feinere Oktave giebt, als der vorige Ton war Ebendas. und 431. Vergl. rvnge. S. 36. . Wenn man ungleiche Stuͤkke macht, so steigt auch die Stimme uͤber den vorigen Ton ungleichfoͤrmig hin- auf Ebendas. , wenn man den mittlern Theil eines dieser Baͤn- der frey laͤst, das andere aber ganz, so geschiehet eine Gleichstimmung in den Toͤnen, und es entstehen also zween Toͤne, welche um eine Oktave von einander enfernet sind S. 422. montagn. eclairc. S. 47. 57. 58. nach eigenem Versuch. . Er sonderte endlich entweder alle beide Baͤnder, oder blos eins, von allen andern festen Theilen des Koͤr- pers ab, so daß uͤberhaupt nichts, als blos ihre Enden unveraͤndert blieben, und in diesem Zustande wurden, da nun mehr die Lustroͤhrenspalte zerstoͤret worden, eben die Toͤne, wie vorher, herausgebracht S. 422. 430. montagn. eclairc. S. 97. et in thesibus. E. Vox humana a sonoris fidibus plectro pneumatico motis oritur, und ver- gleiche rvnge. S. 35. 36. . Damit ferner verschiedene Toͤne von einem lebenden Menschen gemacht werden koͤnnen, so fand er genug zu seyn, wenn die klingenden Baͤnder bald so, bald anders gespannt wuͤrden. Ein Zerleger zieht daher an den Luft- roͤhrenkopfe eines Menschen, oder Viehes die Baͤnder ruͤkk- III. Abschn. Die Toͤne. ruͤkkwerts heraus, er spannet sie, blaͤset ihnen gleich Luft ein, und so wird nach dem verschiedenen Wachsthume ihrer Laͤnge, die Quart, Quinte oder Oktave des vorigen Schalls gehoͤrt FERREIN. S. 424. . Es thut auch wieder hier nichts dabei, ob die Luftroͤhrenspalte enger, oder breiter sey Ebendas. , und endlich verstaͤrket eines von beiden Baͤndern ganz allein, wenn solches gedehnet wird, die Feinheit der Stimme Ebendas. . Es fand aber dieser beruͤhmte Mann, daß es hinlaͤnglich sey, um alle Verschiedenheiten einer Menschenstimme darzustellen, wenn man die Laͤnge der Baͤnder um zwo, oder drei Linien veraͤnderte Drei bis vier Linien hat Cl. nontagn. in thesib. . Weiter fand er, daß sich die Baͤnder der Luftroͤh- renspalte dehnen ließen, und laͤnger wuͤrden, theils, weil der Schildknorpel nach vorne zu vorruͤkke, theils, weil die dreiekkigen Knorpel nach der Gegenseite zuruͤkk- wichen S. 425. . Diese Veraͤnderung aber betrage leicht zwo, bis drei Linien, und folglich sey sie hinreichend, die Man- nigfaltigkeit der Toͤne auszudruͤkken Ebendas. . Er koͤnne nem- lich, wenn er zugleich auf verschiedene Weise diese oft ge- ruͤmten Baͤnder an dem Luftroͤhrenkopfe verschiedener Thiere spanne, alle zu machende Toͤne diesem Thiere nachmachen. S. 426. . Er behauptet, daß man eben diese Bewegung des Luftroͤhrenkopfes an dem Menschen mit dem Finger fin- den koͤnne S. 426. eclairc. montagn. S. 81. , wie der Schildknorpel, wenn er nach vorwerts gezogen wuͤrde, den Drukk des angelegten Fin- gers zuruͤkkstosse, wenn dieses aber an einem todten Koͤr- per gemacht wuͤrde, indessen daß man in die Luftroͤhre Luft blase, so wuͤrde ein Ton erzeugt, der um eine ganze Oktave hoͤher waͤre Ebendas. und S. 430. 431. montagn. in thesibus. . Er hat sich enlich eine kleine X x 4 Ma- Die Stimme. IX. Buch. Maschine von Holz, die der Luftroͤhrenspalte aͤnlich war, ausgedacht, womit er eben diese Tonbebungen nach- machte S. 430. 431. montagn. eclairc. S. 64. . Er fuͤret ferner Versuche an, und nimmt die beruͤmten Akademisten S. 431. , und andere Maͤnner zu Montpellier mont. eclairc. S. 38. , zu Zeugen an, ja es zeugt der beruͤmte Nollet selbst hier diesem beruͤhmten Schriftsteller Leçons de phys. T. III. S. 471. . Doch es bestaͤtigen dieses auch noch andere beruͤmte Maͤnner BERARD. S. 13. nach ei- gene Versuche. , nemlich, daß von der veraͤnderten Breite der Luftroͤhrenspalte keine Veraͤnderung im Tone erfol- ge. Der beruͤmte Professor zu Bremen, J. G. Run- ge Von der Stimme und ihren Werkzeugen. 1753. , erweiset durch seine eigene Versuche ebenfalls, daß bloß der veraͤnderte Durchmesser der Luftroͤhrenspalte, im Tone nichts aͤndere S. 37. , und daß durch die Baͤn- der, wenn man solche ein wenig zu einem Bogen verzer- re, uͤbrigens aber gespannter erhielte, vielmehr ein feine- rer Ton erhalten werde S. 37. 38. . Jndessen geht dieser beruͤhmte Mann, der ehedessen unser Schuͤler gewesen, von dem beruͤmten Ferrein da- rin ein wenig ab, daß er sowol die obern, als untern Baͤnder zu seinen Versuchen genommen, da Ferrein die lezzten allein dazu gebraucht hat. Er fand daher, daß diese, da sie mehr gespannt sind, einen feinen Ton von sich geben S. 35. 36. 37. , indem sie beben, und von der Luft, die er in die Luftroͤhre treibt, betroffen werden, sehr fein klingen S. 36. , wenn sie auch sich allein uͤberlassen, ihre Zit- terungen machen. Jndessen schwingen sich doch auch die obern Baͤnder, ob sie gleich weicher sind S. 474. , dennoch schon von sich selbst, indem die Luft durch sie faͤhret, wie- wol III. Abschn. Die Toͤne. wol langsamer, und sie geben daher auch langsame Toͤne von sich S. 35. 36. 37. . Man muͤsse also, wenn man den feinsten Ton erzwingen will, die untern Baͤnder nachlassen, hingegen die obern spannen, damit diese allein klingen moͤgen S. 39. 40. . Diesen Dienst verrichte der Schlidgieskannenmuskel ( thyreoa- rytænoideus ). §. 9. Die Einwuͤrfe dargegen. Es pflegt sich, und das gemeine Wesen hat seinen Nuzzen dabei, schwerlich ein neuer Gedanke in seinem Lager behaupten zu koͤnnen, wenn er nicht vorher von Maͤnnern, die der alten Meinung anhaͤngen, Wieder- spruͤche ausgestanden, und diese Wiederspruͤche endlich durch die Staͤrke seiner Gegenbeweise uͤberwunden | hat. Dieser Gruͤnde giebt es viele, welche von nicht schlechten Autoren wider den Ferrein auf die Bahn gebracht wor- den; darunter einige Historische sind Daß nicht alle Akademisten den Ferreinischen Versuchen das Zeugnis gegeben, Lettres sur le nou- veau Syst. de la voix. S. 134. , andre aber aus der Zergliederungskunst hergenommen werden. Wir ha- ben bereits gesagt, und wir wiederholen dieses nicht ohne eine große Warscheinlichkeit, daß uͤberhaupt der Schild- knorpel nach vorne zu vorruͤkke, daß er zugleich mit dem ganzen Luftroͤhrenkopfe, und mit dem Ringknorpel, der ihm gehorcht S. 31. , folgte, und daß folglich in dieser Be- wegung keine Baͤnder der Spalte gespannt werden: man sezzt aber hinzu, daß, wenn der Luftroͤhrenkopf in die Hoͤhe steigt, die Baͤnder gespannt, aber auch zugleich die Spalte verengert werde S. 31. 32. , und daß dieses die Ursache von den X x 5 fei- Die Stimme. IX. Buch. feinen Toͤnen sey. Feruer werden die Baͤnder der Spalte frey, daß sie zittern koͤnnen S. 30. , aber so einge- huͤllt, daß die klingende Schwingungen von den uͤbrigen umherliegenden Theilen des Koͤrpers verhindert wuͤrden; folglich sey es so wenig nothwendig, daß die Baͤnder der Spalte beben muͤsten, daß man vielmehr durch die Voͤ- gel, denen die Knorpel statt der Saiten dienen S. 42. , durch die Orgel, und eine bleierne, oder papierne Glottis S. 39. , oder wenn sie auch von Wachs ist, dennoch allerlei Toͤne erhalten koͤnne. Doch es sey auch bei der Veraͤnderung der Laͤnge keine so kurze Tonleiter hinlaͤnglich, um eine so verwundrungswuͤrdige Verschiedenheit in den Klaͤngen hervor zu bringen S. 35. 36. . Man koͤnne in den Ferrein- schen Versuchen, wenn man mit einem angelegten Grif- fel die Baͤnder druͤkkt, niemals genau die Oktave, Quinte und Terz von dem vorigen Ton herausbringen S. 40. , sondern nur einen gleichsam verwegenen andern und uͤber- schrienen Ton machen; oder, dieser aͤndere sich auch ganz und gar nicht, wofern der Griffel, womit man das Band druͤkkt, sehr duͤnn ist Ebendas. . Die sonst empfundene Veraͤn- derung habe nie eine verengerte Spalte zum Grunde S. 41. . Endlich so laße sich, ohne einen Verdacht einer Span- nung klingender Saͤiten bei dem Zischen, bald diese, bald jene Toͤne, blos vermittelst der Enge oder der Breite des Raums, zwischen den Lippen hervorbringen S. 43. ich verstehe nicht, was montagn. hier antwortet, eclair- cissem. S. 92. . Es kom- me aber dabei nichts weiter vor, daß nicht die veraͤnderte Breite der Spalte eben sowohl verschiedene Toͤne machen sollte Ebendas. . An- III. Abschn. Die Toͤne. Andere haben wieder andere Einwuͤrfe gemacht BROVZET de l’educat. des enf. S. 352. 353. ; die beruͤmten Maͤnnern stark genug vorgekommen VOGEL de larynge. , oder wenigstens faͤhig gewesen sind, ihren Beifall zuruͤkk zu halten SCHREIBER Almagest. , ja ich habe selbst mit dem Urtheile an mich gehalten, da ich das kleinere physiologische Werk herausgab. Es scheinet wenigstens, wenn man in das elastische Zittern der Spaltenbaͤnder, die Ursache der Stimme, und in ihrer groͤßern Spannung die Ursach einer feinen Stim- me sezzt, daß junge Leute, und Frauenspersonen vielmehr eine feine, als grobe Stimme haben muͤssen. Bei den Maͤnnern ist nehmlich die Elasticitaͤt, und die Anlage zu den Schwingungen sowohl in den Knochen, als Knor- peln, und im ganzen Geschlechte der Fasern ungleich groͤsser. Damit stimmt vortreflich uͤberein, daß Maͤnner eine groͤ- bere Stimme haben, weil ihre Luftroͤhrenspalte groͤsser ist. Man beantwortet diesen Einwurf auch nicht da- durch, daß man die groͤssere Laͤnge des maͤnnlichen Luft- roͤhrenkopfes anfuͤret B. 9. A. 1. N. 1. , da diese nicht immer so be- schaffen ist, und eine langgewachsene Frau leicht einen so langen Luftroͤhrenkopf, als ein kleiner Mann haben kann, ja es giebt viele kleine Thiere, die eine groͤbere Stimme, als die groͤsten Thiere haben, wie man am Frosche fieht, den man mit viel groͤssern Voͤgeln vergleichen koͤnnte. Doch auch verschnittene haben eine feine Stimme, welche billig nach der Hipotese groͤber seyn muͤßte, wofern uͤber- haupt das Feine in der Stimme der verschnittenen von dem Fette herruͤhret, welches sich um ihren Luftroͤhren- kopf anlegt. Jn der That macht das Fett, daß thieri- sche Fasern ihre Spannungen nachlassen SCHREIB. angef. Ort. S. 354. 355. . Jch In primis lineis. n. 329. Die Stimme. IX. Buch. Jch gestehe auch, daß mir noch einige Begriffe von dem Werkzeuge selbsten fehlen, wie nehmlich die Baͤnder der Spalte gespannt werden, oder, wie der Schildknorpel von den dreiekkigen Knorpeln, und dem Ringknorpel verzogen werde. Daß aber die Spalte ver- engert werde, weis man nicht nur aus andern Gruͤnden, sondern es hat auch seine deutliche Ursache B. 9. A. 1. N. 16. . §. 19. Man antwortet auf die Einwuͤrfe. Es hat der beruͤhmte Montagnat Fclaircissem. en forme de let- trea M. B. 1746. Lettre a l’ Abbé des F. edendas. wider das- jenige, welches von J. Exuper. Bertin, oder von dessen Freunden, uͤber die Ferreinschen Erfindungen vorge- tragen worden, in der Hizze geantwortet. Er wieder- holet mehrentseils eben das, welches der beruͤhmte Fer- rein vorgetragen, nemlich daß dieses wahr sey, daß er wuͤrdige Zeugen auf seiner Seite habe, daß er es auch selbst wiederholet habe, und er beschweret sich daruͤber, daß man Dinge vergeblich, als ungereimt verwerfe, die doch wuͤrklich geschehen. Er leugnet auch, daß die Luft- roͤhrenspalte in den Voͤgeln knorpelich waͤre Eclairciss. S. 69. , worinn er aber freylich zu viel thut Es sind in den Voͤgeln die Spalten knorplich, casser. S. 97. fabric. L. I. c. 2. S. 85. und an- ders habe ich es auch nicht gesehen. . Er will, daß einige Gruͤnde, welche| man vom musi- kalischen Jnstrumente hergenommen, wider den wahren Bau streiten S. 91. . Es moͤgen aber immerhin einige Dinge in dieser neu- en Schwinge uͤber die Stimme noch nicht voͤllig klar seyn, so ist doch genug, daß man aus Versuchen mit Gewißheit er- III. Abschn. Die Toͤne. erweisen kann, wie die Seite der Luftroͤhrenspalte in den Toͤ- nen selbst keine Aenderung macht; daß hingegen die Span- nung der Baͤnder diese Veraͤnderung in der That her- vorbringt. So bald nemlich eine Erscheinung von unsern Sinnen wuͤrklich bestaͤtiget wird, so hat es nichts zu sa- gen, wenn man gleich zeigt, daß wir die Ursachen, und die Weise nicht verstehen, wie die Sache geschiehet, und es ist uͤberfluͤßig, andere entfernte Gruͤnde anzufuͤhren, welche mit der Erscheinung nicht uͤbereinstimmen koͤnnen. Es kann bei Voͤgeln der zwete Luftroͤhrenkopf mit ins Spiel kommen, und ich finde selbigen auch in kleinen Voͤgeln: er besteht vielmehr aus zitternden und schwan- kenden Membranplaͤttchen, als aus Loͤchern oder Spal- ten Da ich naͤmlich finde, daß der Lustroͤhrenkopf, und das Werkzeug der Stimme in Voͤgeln, zum Theil nicht der Wahrheit gemaͤs, zum Theil gar zu zierlich beschrieben wird, so erlaube man mir, daß ich mit kurzen Worten erzaͤhle, wie diese Sache an der Gans beschaffen sei: Jch werde zuerst den zweeten untern Luftroͤhren- kopf, weil dieser den Voͤgeln eigen ist, beschreiben. Die Luftroͤhre, welche aus vollstaͤndigen, und wenig von einander entfernten Ringen gemacht ist, verwandelt sich, nahe uͤber der Aestelung in eine Haͤrte, welche einem Knochen naͤher kommt. Diese besteht aus zween knochi- chen Bogen, einen rechten, und einen linken, indessen sind diese Bogen nicht voͤllige Halbkreise. Aus den Enden die- ser Halbkreise, und zwar vorne und hinten, geht ein klei- ner Ansazz heraus, davon jeder seinen Luftroͤhrenast tra- gen hilft. Dieser kleinen Ansaͤzze giebt es zu beiden Sei- ten zween, welche bei einander liegen, wiewohl die vor- dern einander naͤher liegen. Ferner macht ein jeder Luftroͤhrenast da, wo er sich nach der Luftroͤhre hinkehret, einen aͤhnlichen, wiewohl knorpelichen Bogen, welcher ebenfalls flacher, als ein Halbkreis, und oberwaͤrts hol ist, und den die beiden An- saͤzze tragen. Zwi- . Es fehlet auch nicht an andern Bemerkungen, die Die Stimme. IX. Buch. die sich mit dem Ferreinschen vertragen. Man weiß, daß ein Mensch, an dem die Baͤnder der Luftroͤhren- spalte Zwischen diesen kleinen Ansaͤzzen, und zwar seitwerts, zwischen dem elliptischen Bogen des lezzten Lustroͤhrenkno- chens, und zwischen dem ersten Knorpelbogen des Luftroͤh- renastes, entstehet ein Raum, und zwar an jeder Seite einer. Dieser Raum wird von einer ausgespannten Mem- brane ausgefuͤllt, die vom Luftroͤhrenaste gegen den Kno- chenbogen der Luftroͤhre, aber so schief, hinauf steigt, daß sie sich in dessen hinteres Ende hinein wirft, und in die Hoͤle der Luftroͤhre sich verlaͤngert. Jhre Figur ist bei- nahe elliptisch, doch aber so, daß sie unterwerts am Luft- rohrenaste schmaͤler, oberwerts aber bei der Luftroͤhre brei- ter wird. Kurz uͤber diesem Knochen legen sich die Muskeln an der Luftroͤhre an, und diese scheinen die Luftroͤhre in die Hoͤhe zu heben, so wie diese Membrane, zu spannen. Ein jeder Luftroͤhrenast schwillt unterhalb der Zeraͤste- lung der Luftroͤhre zu einer eirunden Erhabenheit herauf, welche niedergedruͤkkt ist, und eilf Knorpelkreise hat, die durch eine kuͤrze Membran zusammen gehalten werden. Die rechte von diesen kleinen Kammern ist mit der linken Kammer, die ihr ganz nahe liegt, vermittelst eines sehr dichten Zellgewebes, vereiniget. Die Hoͤlung dieser Kam- mer ist inwendig einfach, außer daß eine Knorpelsaͤule zwischen den linken und rechten Ringen gleichsam eine Schei- dewand macht, an die sich zu beiden Seiten diese Ringe anhaͤngen. Hierauf faͤngt ein jeder Luftroͤhrenast, unterhalb die- ser Buͤchse, und da, wo er in die Lunge selbst hinein tritt, an, in eine haͤutige Natur uͤberzugehen, und dieses Mem- branhafte, welches vorwaͤrts gleichsam aus der Spalte der Knorpelringe entspringt, wird gegen die Lunge zu breiter. Hinterwaͤrts aber ragen an jedem Luftroͤhrenaste, vier bis fuͤnf knorpeliche Halbkreise hervor, welche von einer zarten Membrane zu einen einzigen Roͤhrchen vereiniget wer- III. Abschn. Die Toͤne. spalte in der Braͤune erschlaft waren, eine grobe und hei- sere Stimme gehabt swieten Comm. T. II. S. 656. . Dagegen war in einer heftigen Braͤu- werden. Diese Ringe strekken sich sehr in die Hoͤlung des Luftroͤhrenkopfes hinein, und man koͤnnte sie vor eben so viel Klappen, die parallel liegen, halten, und zwi- schen denen ziemliche Tiefen entstehen, wie in den parabo- lischen Raͤumen an den Aortenklappen. Es sind aber die- ses in der That vorragende Raͤnder an den eben entstehen- den Luftroͤhrenaesten, und wenn diese Raͤnder ferner von einer sehr weichen Membrane voͤllig ausgebildet worden, so laufen sie zu beiden Seiten nach der Lunge hin. Unter diesen sind die groͤften die, welche sich nahe an der Luft- roͤhre befinden, klein hingegen die, welche der Lunge naͤ- her liegen. Unter diesen Ringen verwandelt sich der ganze Luft- roͤhrenast fernerhin in eine Membran. An diesem Lustroͤhrenkopfe sieht man nun nichts, wel- ches sich verengern liesse, es kann sich aber die eben ge- dachte Membran, welche zwischen der Luftroͤhre, und den Luftroͤhrenaste liegt, ausspannen, und schlaffer werden. Der obere Luftroͤhrenkopf der Gans. Es ist die Luftroͤhrenspalte vorwaͤrts nur einer Rizze aͤhnlich, allein auch geschikkt, an Breite zu zunehmen. Sie wird ruͤkkwerts breit, und endiget sich mit einer rundlichen Figur unter den baͤrtigen Anhaͤngseln. Diese Anhaͤngsel sondert eine glatte Rizze von einander. Vorne her wird die Rizze der Luftroͤhrenspalte gleichsam von einem haͤuti- gen Bogen ausgebildet, der sich von der rechten Seite ge- gen die linke zu, um sie herum zieht. Wenn man diese Falte zerschneidet, so siehet man, die vordere Hoͤrner der kleinen Gabel, die auf dem Ende des Pflugscharbeins aufliegen, und sich einander sehr nahe beruͤhren. Sie machen uͤberhaupt die Lefzen der Luftroͤh- renspalte aus, indem sie von der Membrane des Mundes eingewikkelt sind. Der Die Stimme. IX. Buch. Braͤune, die von Entzuͤndungen begleitet wuͤrde, wobei also die Baͤnder gedehnet waren, die Stimme fein, und schnar- Der lange Muskel dieser Gabel entsteht mit einem großen Pakke, von dem dikken und obern Theile des Pflug- scharbeins, und aus dem harthaͤutigen Koͤrper, der den hintern, und baͤrtigen Fortsazz der Gabel uͤberziehet. Die- ser Muskel lenkt sich ein in die ganze Laͤnge der beiden Zaͤ- ne der Gabel, oder in das große Horn. Er vermag in- nerhalb dem Munde, und gegen den Mund zu, gleichsam die Hoͤrner der Gabel zuruͤkk zu ziehen, die er auch, weil er auf ihnen liegt, zusammen druͤkken kan. Der zweete Muskel ist der herumgezogene, und dieser macht einen gedoppelten Bogen aus, da wo das hintere breitere Ende der Luftroͤhrenspalte ist, und es laͤuft in die- ser Gegend der rechte Muskel mit fortgesezztem Bogen in den linken hinein. Jn dieser Gegend macht er einen ge- doppelten Ring. Der vordere ruht auf der Vereinigung der großen Gabelhoͤrner, und er verengert den hintern Theil der Luftroͤhrenspalte. Der hintere Ring, der nicht voͤllig abgesezzt ist, liegt mitten auf dem großen Ringe des Pflugscharbeins. Er lenkt sich vorne an beide groͤs- sere Hoͤrner der Gabel, und zwar mehr einwerts, als der vorhergehende. Was die Knorpel des Luftroͤhrenkopfes betrift, so ver- schlaͤgt es gleich viel, ob man nur einen, oder zween, welche unter einander verbunden sind, rechnen will. Die Gabel verdient in der That diesen Namen. Sie entsteht, mit ihrem kurzen Stile, mitten aus dem Fort- sazze des Pflugscharbeins, hierauf begreift der dikke und harte Theil der Gabel, der ihre Hoͤrner vereiniget, den breiten und hintern Theil der Lustroͤhrenspalte. Vorne aber laufen beide Zaͤne der Gabel, oder ihre große Hoͤrner, weiter fort, und es geht das rechte Horn, mit dem lin- ken, parallel weiter nach seiner Spaltenlefze, und das lin- ke nach der zwoten Lefze weiter fort. Jedes von ihnen fuͤllt seine Lefze aus, sie endigen sich endlich mit einem kleinen Knoten, und neigen sich gegen ihren Gehuͤlfen. Es III. Abschn. Die Toͤne. schnarrend De bordev Recherch. sur Ies gland. S. 104. . Als man eine beruͤhmte Saͤngerin oͤff- nete, wurden die Knorpel der Luftroͤhrenspalte taglini Lettres sopra dilettevol. argom. S. 106. steif, und zart gefunden, so daß man nach der Aehnlichkeit der Natur glauben kann, daß auch die Baͤnder staͤrker ge- spannt gewesen seyn muͤssen. Von der Fettigkeit wird dargegen eine Stimme grob, und heiser walther de obesis et v a - racibus. S. 6. , und dieses ist auch die Ursache, warum sich die silbertoͤnige Stimme der Maͤgdchen vergroͤbert, wenn diese mit den Jahren fetter werden. Verschiedene Jnsekten machen Toͤne blos H. Phisiol. 3. B. Y y Es strekken aber beide Hoͤrner der Gabel, sobald sie entstehen, ruͤkkwerts ein kleineres Hoͤrnchen von sich, an dem sich hinterwerts ein bartiger Theil, der die Luftroͤh- renspalte endiget, anhaͤngt. Das Pflugscharbein, oder der vornehmste Theil des Luftroͤhrenkopfes, stellet einen Kanal vor, der unterwerts halbkeglig ist, gleichsam ausgerandet ist, wieder breit wird, sich mit einem etwas breitern Schnabel endiget, und ober- werts bestaͤndig hol ist. Weiter bildet ein starker Bogen, der in der Mitte einen Einschnitt hat, die Halbroͤhre von hinten zu aus, und es wird der rechte Theil mit dem lin- ken gleichsam durch einen schmalen Jsthmus vereiniget. Mitten an dieser Stelle des vordern Fortsazzes haͤngt sich die Gabel an, die daran durch ein kurzes Zellgewebe an- gehaͤnget ist. Sie ist aber an eben diesem vordern Fort- sazze, ihrer ganzen Laͤnge nach, an dem ersten Ringe der Luftroͤhre, entweder durch ein sehr kurzes Zellgewebe, oder durch einen sehr zarten Knorpel befestiget. Wenn man dieses zusammennimmt, so sieht man dar- aus, daß die obere Glottis sich nicht ausspannen, wohl aber verengern lasse, und daß die untere Glottis nicht verengert, aber wohl gespannt werden koͤnne. Es scheinet daher das Dehnen des klingenden Werkzeuges, und die Verengerung der Spalte, bei der Mannigfaltigkeit der Toͤ- ne, einen Plazz zu finden. Die Stimme. IX. Buch. blos durch die Erzitterungen ihrer Theile, wie an den Heuschrekken, indem sie die in Falten gelegte Haut uͤber ihren Pauken wechselweise niederschwingen, oder in die Hoͤhe heben CASSER. T. XXI. fig. 2. reavm Mem. pour serv. a l’hist. des insectes. T. V. S. 168. lavrent. Acad. Bonon. Comment. T. I. S. 79. . Es befindet sich inwendig in dem Luft- roͤhrenkopfe des Pferdes, dessen Stimme sehr stark, und durchdringend ist, eine gespannte, und zitternde Mem- brane heriss. angef. Ort. S. 283. T. I. A. . §. 11. Theile, welche der Stimme zu Huͤlfe kommen. Daß blos aus so kurzen Baͤndern alle Mannigfal- tigkeiten in den Toͤnen, in denen Annehmlichkeiten, und in der Staͤrke der Sprache hervorgebracht werden sollen, scheinet um so viel weniger wahrscheinlich zu seyn, je un- endlicher die Verschiedenheit der Toͤne ist, die ein Mensch, oder auch ein viel kleinerer Vogel, heraus zu bringen ver- mag. Es lernet nicht nur der Mensch ausser seiner Stimme, und deren Verschiedenheiten, oͤfters die Stimmen cardan varietat. rerum. S. 295. , und Gesaͤnge Die Gesaͤnge der Nachtigall, und anderer Voͤgel, taglini. angef. Ort. S. 119. schelh. an- gef. Ort. S. 4. , aller uͤbrigen Thiere nachmachen; son- dern es weis auch ein virginischer Vogel (Spottvogel) Mockingbird catesby nat. hist. of Carolin. T. I. S. 27. , alle Gesaͤnge der andern Voͤgel gleichsam mit einem laͤ- cherlichen Bestreben nach zu machen, so wie die Stare oft verschiedenen Thieren nach zu schreien lernen severin zootom. demo- crit. S. 28. 29. . Nun besizzt zwar das Werkzeug der Menschenstimme vieles, was bei keinem andern Werkzeuge vorkoͤmmt, und man dodart Mem. von 1700. S. 368. u. f. III. Abschn. Die Toͤne. man kann es weder mit einer Pfeife vergleichen, wie Fer- rein S. 414. 415. gethan, noch gegen eine Orgel halten, deren Biegsamkeit in Hervorbringung verschiedener Toͤne, von der verschiedenen Laͤnge der Roͤhren abhaͤngt, davon der Mensch nur eine einzige hat. Doch es kommen auch weder Seiteninstrumente, noch das Monochordon, die sonst beide dem Ferreinischen ziemlich zu statten kommen, auf keinerlei Weise damit uͤberein, daß man durch sie die so große Menge von hoͤchst verschiedenen Toͤnen, die ein Mensch machen kann, erklaͤren koͤnnte. Jndessen ist es doch sehr wahrscheinlich, daß Ursachen vorhanden seyn muͤssen, die zur Veraͤnderung der Stimme, außer den Spaltenbaͤndern, das ihrige beitragen. Wenn die zitternden Haͤutchens in der Luftroͤhre bei den Wasservoͤgeln, die Toͤne ehe veraͤndern, ehe die Luft nach der Luftroͤhrenspalte hinauf koͤmmt maloet. angef. Dissertat. vox clangosa. S. 10. , welche diese Toͤne mit sich bringt, so darf man wohl annehmen, daß in der Spalte der Zunge am Gaumen, im Wiederschalle der Nasenhoͤlen, und in der Verschiedenheit des Gaumens, die Ursachen liegen, welche den aus der Spalte herauf- getriebenen Klang auf allerlei Weise temperiren. Man wird hieran nicht zweifeln, wenn man das Exempel des Zischens betrachtet, wobei die Spalte gleichsam den Grund zum Schall hergiebt, hingegen die engern, oder weniger enge Rizze der Lippen, dem Schalle seine Hoͤhe giebt, oder nimmt, welches auch bei einem andern aͤhn- lichen Exempel die Rizze thut, die sich zwischen der Zun- ge, und dem knochigen Gaumen befindet. Jch erinnere dieses zu dem Ende, weil beruͤhmte Maͤnner, außer der Luftroͤhrenspalte, alle uͤbrige Theile des menschlichen Koͤr- pers, von dem Vermoͤgen ausschließen, die Stimme zu veraͤndern. Y y 2 §. 12. Die Stimme. IX. Buch. §. 12. Die Staͤrke der Stimme. Um eine starke Stimme hervorzubringen, dazu gehoͤ- ret eine grosse Gewalt der Luft DODART Mem. 1706. S. 74. 1700. S. 266. u. f. , die man durch die Luftroͤhrenspalte heraufstossen mus, wie auch ein starkes Zittern der Baͤnder. Folglich thut hierbei eine weite Lun- ge, die mit vieler Luft angefuͤllt ist, das ihrige. Es wusten die Alten sehr wohl, daß die Seitentheile des Koͤrpers sehr gros seyn muͤssen, um eine starke Stimme zu machen, und es merkt Galen mit Scharfsinnigkeit an Administr. anat. L. VIII. c. 1. , daß die Anhaͤngsel des Zwerchfells in singenden Thieren groͤsser sind, und tiefer herabsinken, als in de- nen, die wenig Toͤne machen. Es laͤst sich auch nach dem Essen nicht sowol, und mit mehr Beschwerlichkeit, Reden halten HALES haemast. S. 88. , weil der angefuͤllte Unterleib dem nie- dersinkenden Zwerchfelle entgegen steht, und die Brust- hoͤle nicht so gut erweitern laͤst. Dieienigen, die ihre Brust nicht wohl erweitern koͤnnen, helfen sich daher im Singen damit, daß sie stark einatmen BERARD. S. 43. . Daher ist auch in Schwindsuͤchtigen Vergl. schelh. S. 37. , in denen sich die Lunge verzehrt hat, die Stimme so schwach, daß man sie kaum hoͤren kann. Daher haben auch Voͤgel, nach dem Ver- haͤltnisse ihres Koͤrpers, eine starke Stimme, und beson- ders ist diese in der Nachtigall wunderbar stark, weil die Voͤgel nicht blos in den Faͤcherchen der Lunge; sondern auch in den Faͤchern des ganzen Unterleibes voller Luft sind 8 B. 2 A. 5 Nr. . So scheinet auch dargegen eine weite Luftroͤhre borrich de herm. Aegyp- tior. sapient. S. 250. Acta Haf- niensia. Vol. l. S. 46. , die viel Luft in sich fassen kann, zu der Staͤrke der Stim- me amman. S. 30. III. Abschn. Die Toͤne. me vieles beizutragen. So macht der Loͤwe ein großes, und fuͤrchterliches Gebruͤlle, es ist aber auch seine Luft- roͤhre viel weiter, als am Ochsen, der doch um ein vie- les groͤsser ist (r). Der Rohrdommel bruͤllt aus den Morraͤsten, wie ein Ochse, und man findet seine Luft- roͤhrenaeste sehr weit aldrovant ornitholog. L. XX. S. 406. . So hat auch die Natur dem Seebaͤren eine Luftroͤhre von großem Jnhalte gegeben Comment. nauv. acad. Petr. T. II. S. 343. . Ferner so traͤgt die Geschwindigkeit der Luft, mit welcher diese herausgestoßen wird, so wie ihre Menge, viel zu der Staͤrke der Stimme mit bei ferrein. S. 418. berardi angef. Ort. S. 43. . Denn, diese Geschwindigkeit ist das zweete wesentliche Stuͤkk bei der Bewegung der Luft. Daher verstaͤrkt auch eine verengerte Luftroͤhrenspalte die Gewalt der Luft S. 418. . Denn da eine große Menge Luft durch diese verengerte Muͤndung, von gleich viel, oder groͤsserer Kraft des zusammengezogenen Unterlei- bes ausgetrieben wird, so mus diese fortgepreste Luft oh- ne Zweifel durch diese Spalte herausfahren. Hieher kan man die sehr engen Luftroͤhrenspalten in den Nachtigal- len, und andern kleinen Voͤgeln, ziehen, deren Luftroͤh- renspalte aus einer sehr feinen Rizze bestehen. Hieraus sieht man leicht ein, woher ein, und eben derselbe Ton schwach, und wieder stark seyn koͤnne Vergl. dodart. Mem. von 1700. S. 260. 266. . Es haͤngt naͤmlich die Hoͤhe eines Tons blos von der Menge der Schwingungen ab. Diese Schwingungen aber koͤnnen bei einer gleichen Anzahl schwach und stark seyn. Die zwote Ursache ruͤhret vom Wiederschalle her. Denn, wie alle Schaͤlle durch das Abprellen von harten Y y 3 Koͤr- Die Stimme. IX. Buch. Koͤrpern staͤrker werden, und durch das wiederholende Echo, das sich mit dem ersten Schalle vermischt, zuneh- men, so waͤchst auch die Menschenstimme von den Be- bungen der elastischen Theile, die dadurch in Bewegung gesezzt werden. Es giebt aber viele Dinge, welche zittern, und den urspruͤnglich hervorgebrachten Schall durch ihre elastische Schwankungen bereichern. Es geraͤth die Luftroͤhre selbst in Erzitterungen, daß man sogar, wenn man darauf Acht giebt, das Zittern in der Lustroͤhre wahrnehmen kann. Und dieses ist wieder die Ursache, warum die Luftroͤhre in dem Jgel, der ein stummes Thier ist grew Cosmol. sacra. S. 25. , fast aus lauter Haut besteht, im Kasuar, welches ein Vogel von schlechter Stimme ist, weich birch. T. III. S. 484. , in der Eu- le, deren Gezische beschwerlich wird, knorpelicher grew angef. Ort. , im Japanischen Pfauen birch. angef. Ort. grew. angef. Ort. , in der Dole, und dem Haͤnflin- ge, voͤllig knochig ist grew. ebendas. , da diese Thiere eine starke Stimme haben. Grob ist die Stimme in der Eidexe, Tokkay genannt, deren Luftroͤhre vollstaͤndige Knorpel hat, im Papagaien, der eine grobe, und Menschen nach- ahmende Stimme hat, laufen die Ringe an der Luft- roͤhre beinahe, wie eine Ganzes fort, und es ist die Luft- toͤhre an sich selbst kurz aldrovand. T. I. S. 646. . Ein zweeter Wiederschall entsteht im Luftroͤhrenko- pfe schelh. S. 28. , da dieser im Gesange vornaͤmlich zittert. Sind daher vielleicht die Frauenspersonen mehr zum Singen ausgelegt, weil ihre etwas weichere amman. S. 31. , und mehr elastische Knorpel des Luftroͤhrenkopfes besser zittern, wenn diese dagegen in Mannspersonen haͤrter sind, und mit groͤsserer Muͤhe in Bewegung gesezzt werden muͤssen? Noch Observ. des Jesuits. S. 53. III. Abschn. Die Toͤne. Noch ein anderes Werkzeug zum Wiederschalle ge- ben die Kammern des Luftroͤhrenkopfes her, so viel man naͤmlich von einem Schleimbehaͤlter erwarten kann. Es macht ein Zergliederer von großem Ansehen die Vermu- thung, daß diese Kammern bei den feiuen Toͤnen, von dem Schilddreiekksmuskel gedehnet, und zu groben Toͤ- nen schlaffer gemacht werden morg. adv. I. S. 18. . Es laͤst auch dasjeni- ge, welches wir aus der Zergliederung der Thiere ange- fuͤhrt haben, an diesem Wiederschalle der Kammern nicht zweifeln. Sie sind naͤmlich viel deutlicher an Thieren zu finden, welche Stimmen haben, und am deutlichsten am Schweine heriss. S. 288. Tab. III. rvnge. S. 21. . Der Esel, dieses bis zum Ekel so laute Thier, hat, ausser diesen Kammern, noch am Schild- knorpel eine besondere Pauke. Man kann ferner nicht zweifeln, daß sich nicht die Kammern bei dem Schallmachen vereinigen sollten, in- dem wir ihren Wiederschall offenbar im Luftroͤhrenkopfe bemerken, wenn man naͤmlich in diesen blaͤset, und die aus der Luftroͤhre fahrende Luft die Stimme eines Thie- res nach macht; ia man kann diese Stimme nicht wie- derherstellen, so wie sie einem jeden Thiere eigen ist, so bald der Zergliederer diese Kammern zerstoͤrt heriss. S. 289. Ein leises Getoͤne hat am Schweine bemerkt, evnge. angef. Ort. . Auch in den Laubfroͤschen befindet sich ein Sakk, in welchen sich ihre Luftroͤhre mit einer Spalte oͤffnet, und es laͤst eben dieser Sakk durch zwo Rizzen die Luft wieder von sich Roͤsel, vom Laubfrosche. . Die vierte Stelle zum Wiederschalle befindet sich im Munde, und vornehmlich an dem knochigen, gewoͤlbten, und harten Gaumen. Santorin hat schon laͤngst die Erinnerung gegeben, daß die Weiberstimme auch aus Y y 4 dem heriss. S. 285. T. II. wie auch am Maulesel. S. 287. Die Stimme. IX. Buch. dem Grunde schwaͤcher sei, weil das andere Geschlecht einen nicht so hohen Gaumen, als die Maͤnner, besizzt. Diesem liegt die Hoͤle der Nase ganz nahe, und die- se ist, so wie der Mund, auch fuͤr sich schon allein ge- schikkt, Gesaͤnge zu bilden. Es erstikkt nicht nur die ver- stopfte Nase einige Buchstaben, welche man durch die- sen Weg herausbringen mus; sondern sie macht auch die Stimme angenehm, und verdorben. Was man naͤm- lich durch die Nase reden heist, ist eigentlich ein Reden blos durch den Mund, wenn die Nase verstopft ist boerh. Inst. rei med. n. 627. prael. S. 187. 188 amman. S. 34. dobart. Mem. 1700. S. 240. 1805. S. 138. . Es scheinet aber glaublicher zu seyn, daß die Stirn, und Siebhoͤlen, mehr Antheil am Niederschalle, als die Kinnbakkentiefen haben, da diese mehr mit Schleim an- gefuͤllt sind. Es eignet der ehedem beruͤhmte Dodart diesem Na- senkanal noch etwas mehr zu, und er leitet nicht blos von dem Wiederschalle desselben das Angenehme in der Stimme her. Er behauptet naͤmlich, nach den Muth- maßungen des Fabricius, daß dieser Kanal lang, und kurz, werden koͤnne, und daß er sich nach den feinen Toͤ- nen bequeme, indem seine Laͤnge zunaͤhme 1700. S. 251. , und zu den groben hingegen kleiner wuͤrde. Er glaubt aber, daß seine Laͤnge wachse zu der Zeit, wenn der Luftroͤh- renkopf herabsinkt, und abnehme, wenn sich dieser in die Hoͤhe begiebt. Dargegen wuͤrde die Luftroͤhre von dem niedersinkenden Luftroͤhrenkopfe kuͤrzer, und breiter gemacht, laͤnger, und enger aber zu einer feinen Stimme S. 252. . Al- lein es erlaubt dasjenige nicht, welches ich von der Ver- aͤnderung der Toͤne blos durch die Glottisbaͤnder, und deren Bebungen gesagt habe, diesen Nuzzen von der Luftroͤhre, oder von der Nase zu erwarten Vorhergeh. Nr. 8. . Diese Obs. anat. S. 137. III. Abschn. Die Toͤne. Diese Kraͤfte machen, zusammen genommen, die Stimme staͤrker, so daß daher die starken und groben Gesaͤnge die Kirchengewoͤlber zum Zittern bringen koͤn- nen dodart 1700. S. 256. . §. 13. Die uͤbrigen Werkzeuge der Stimme. Es scheinet kein Zweifel uͤbrig zu seyn, daß nicht schon einige Buchstaben fuͤr sich allein; sondern auch ei- nige Stimmen durch die Kehle gebildet werden, und daß die Bildung derselben nicht durch den beweglichen Gaumen, wenn dieser entweder naͤher an die Zunge gezogen, oder dargegen wieder von ihr entfernet wird, geschehen sollte, und es scheint dieses eben das besondere Stimmenwerkzeug zu seyn, welches Ferrein zu beschreiben versprochen 1741. S. 430. , doch zur Zeit noch nicht beschrieben hat, weil er sich ohne Zweifel andern Arbeiten uͤberlassen. Wenn sich die Zunge an den Gaumen anlegt Glotte lingual. dodart. 1707. S. 69. , und dadurch bald einen breitern, bald einen schmaͤlern Weg zwischen sich, und dem Gaumen hervor bringt, so macht sie feine Toͤne, welche aber melodisch werden koͤn- nen, und darunter diejenigen, die ein Baumblatt in den Mund nehmen, die feinen, und angenehmen heraus zubrin- gen wissen. Wenn man die Lippen zusammenzieht Glotte labiale. Ebenders. ebendas. S. 68. , so sind diese geschikkt, eine besondere Stimme hervor zu bringen, die wegen der sehr engen Rizze, wie es scheinet, und wegen der Staͤrke der herausgestoßenen Stimme, an ei- nigen Menschen so fein ist, daß sie fast die Ohren der Zuhoͤrer verlezzt, und dergleichen lesen wir von den Ein- Y y 5 woh- Die Stimme. IX. Buch wohnern der kanarischen Jnseln. Eben diese Stimme nimmt Melodeien und Veraͤnderungen an, nachdem sich die Rizze der Lippen bald so, bald anders verhaͤlt, und schlaff, oder breit wird Jch will hier der Theorie zum Besten, die die Spannungen der Saiten zum Grunde legt, eine klei- ne Mechanik, die ganz neu ist, und die ich als Erfinder, der Erfahrung eines jeden Preis gebe, von dem Ent- stehen der Toͤne im Menschen, zum Scherze mit einschichen. Man ent- ferne allmaͤhlich die Lippen von ein- ander, daß der untere Kinnbakken niedersteigt, man streiche zugleich mit dem Fingernagel an den Win- keln des Mundes nieder, so wird man eine natuͤrliche Tonleiter selbst durch die Halbtoͤne, in der Hoͤle des Mundes spielen hoͤren, welches auch sogar in einiger Entfernung von an- dern gehoͤret werden kann. Der Uebersezzer. . Daß eine andere Art von Lefzen, welche mit einem Schließmuskel versehen sind Lettres sur la format. S. 44. , entweder einen feinen, oder groben Ton machen, nachdem die Pforte dazu enger, oder breiter ist, wird ein solcher als eine laͤcherliche An- merkung ansehen, der sich nicht erinnert, daß die Natur allemal ernsthaft bleibe. §. 13. Was bei der Stimme gemeinschaftlich vorkomme. Wenn man dasjenige, was man bisher von der Stim- me erwiesen, in einem Vortrage zusammen nehmen will, so erhellet daraus, daß die Luft, vermittelst der Kraͤfte des Ausathmens Unter dem Singen schwillt, und wird der Unterleib hart, wins- low Mem. von 1738. , die ich an einem andern Ort vorgetra- gen, aus der Lunge, durch die Luftroͤhre An einer singenden Nachti- gall, und schreienden Gans, zittert die Kehle, hist. of english songbirds. S. 85. und fabric. L. II. c. 6. , und deren Spalte mit veraͤnderlichem Ueberflusse, und verschiedener Geschwindigkeit herausgetrieben werde, daß auf diese Art bald ein schwaͤcherer, bald ein staͤrkerer Ton entstehe Vorhergeh. Nr. 8. . Daß dieser Schall durch die Luftroͤhrenspalte fare, und deren III. Abschn. Die Toͤne. deren Baͤnder zu Zitterungen veranlasse S. 437. , die bald in der feinen Stimme zahlreich, bald in der groben spar- samer geschehen: und daß auf diese Art durch den Mund, und durch die Nase, oder durch eine von diesen Hoͤlungen allein, eine abgemessene Stimme hervor gebracht werde. Fische von kaltem Blute haben keine Stimme, weil sie keine Lunge, noch ein Luftbehaͤltnis haben, welches sie ausleeren koͤnnten, noch eine Luftroͤhrenspalte besizzen, welche zittern sollte. Diejenigen Fische, denen man eine Stimme zugeschrieben Unter den Fischen grunzet der Kaper. plin. L. XI. c. 5. , an diesen bringt entweder das herausgetriebene Wasser, oder die aus dem Munde durch die Lippen ausgepresste Luft Hieher gehoͤret das Zischen der Aale, klein Versuche der Danz. Gesellschaft. S. 120. , oder das Reiben der Fischohren aneinander radscynski hist. nat. Polon. T. II. S. 249. Von Meers- s korpionen. , oder eine andere Ursa- che ARIST. von den Knorpeln, hist. L. IV. c. 9. , einen Schall hervor, der von einer wahren Stimme verschieden ist. Jn der That machen die Fische, die ein warmes Blut haben, als der Delphin PLIN. L. IX. c. 8. , die Wallfischart, der Jupiter genannt ANDERSON. S. 198. , andere Wallfische, und das Seeeinhorn KLEIN. angef. Ort. S. 113. vorhergeh. N. 8. , einen starken Laut. Man ersieht daher aus dem vorhergehenden viele Stuͤk- ke, woruͤber man Fragen aufwerfen koͤnnte. Da bei den feinen Toͤnen der Luftroͤhrenkopf in die Hoͤhe steigt, und obgleich eine andere Ursache zu der feinen Stimme vor- handen ist (l), dennoch die Glottis zuverlaͤßig enger ge- macht wird Vorhergeh. Nr. 7. , so erhellet daraus, wie diese feinen Toͤne Schaden bringen koͤnnen, sowohl, weil die Kraͤfte des Atems erschoͤpft werden An den Predigern, amman. S. 32. 33. , als auch, weil die ge- schwaͤch- gvidas. L. III. S. 135. Die Stimme. IX. Buch. schwaͤchte Stimme dodart. 1706. S. 140. An der uͤber dem natuͤrlichen Masse hoͤhern Stimme, sausset. | abnimmt amnan. S. 31. dodart. 1707. S. 75. , oder die Knor- pel des Luftroͤhrenkopfes zerreißen barthol de pulmone. S. 59. , und ein Kropf entsteht Ebenders. ebendas. : es wird uͤberhaupt entweder die Lunge ver- dorben, und Blut ausgeworfen An dem bekannten Exempel des Redner crassvs | beim ci- cero. , es erfolgt endlich die Schwindsuch: BARTHOL. angef. Ort. , oder es erfolgt ein Schwindel gerh. v. swieten. T. III. S. 271. , oder ein ploͤzzlicher Tod, wie man vorlaͤngst an der Nach- tigall angemerket hat PLIN. L. X. c. 129. , welche sich die aͤusserste Ge- walt anthut, ihre Nebensaͤngerinn singend zu uͤbertreffen. Man schoͤpft nemlich zu einer starken Stimme eine Menge Luft in die Brust Vorherg. Nr. 12. : zu feinen Toͤnen haͤlt man die Lufrroͤhrenspalte enge zu Vorherg. Nr. 9. : zu einer langen Dauer der Gesaͤnge wird ein langwieriges Ausatmen erfordert Vorherg. Nr. 1. ; solchergestalt gehet durch die enge Oeffnung die haͤufige Luft muͤhsam durch, und es erfolgen alle Erscheinungen eines zu lange enthaltenden Einatmens B. 8. A. 4. N. 34. , nemlich es haͤuft sich das Blut in der Lunge Ebendas. , in den Drossela- dern B. 8. A. 4. N. 13. , und im Gehirne an B. 8. A. 4. N. 34. . Alle diese Zufaͤlle werden schlimmer, wenn ein Mann eine sehr feine Stimme er- zwingen will. Es muͤssen sich nemlich Maͤnner vielmehr anstrengen, wenn sie die Luftroͤhrenspalte verengern wollen, indem diese bei ihnen breit ist. Man kann aber uͤberhaupt gar keine Stimme hervorbringen, wenn die Glottis dergestallt verengert wird, daß gar keine Spalte mehr uͤbrig bleibt. Man sieht hieraus ebenfalls, warum Personen, wel- che mit grosser Heftigkeit sprechen, in eine weibische Stim- III. Abschn. Die Toͤne. Stimme verfallen koͤnnen, und diesen Fehler hatte Gracchus an sich, woan ihn sein eigener Bedienter durch die Pfeife erinnern muste Jn dessen Leben, welches PLVTARCH beschreibt. . Derjenige, welcher einen groͤbern Ton herausbringen will, als die Beschaffenheit seines Luftroͤhrenkopfes zu- laͤst, bringt ebenfalls nichts heraus DODART. 1707. S. 139. , als einen Wind ohne Klang. Ein solcher laͤst nemlich die Baͤnder der Lustroͤhrenspalte dergestalt nach, daß sie nicht einmal zit- tern, und er erweitert die Rizze dergestallt, daß das Ver- haͤltniß der Oefnung der Luftroͤhre gegen die Oeffnung der Spalte viel zu klein ist, und die Luft durch diese Spalte nicht so geschwinde durchfaͤhret, als zum Zittern der Baͤn- der hinlaͤnglich ist. Man sieht daher, warum Saͤnger eine Anfeuchtung noͤthig haben, und oͤfters trinken muͤssen, da sie, wenn sie etwas von den Theilen des Schleims zugesezzt boerh. ptael. T. V. P. 1. S. 231. , im Singen nicht weiter fortkommen koͤnnen. Unsere Mem- branen werden von der Luft ausgetrokknet, sie schmerzen, wenn sie trokken werden, und sie sind, da sie weniger biegsam geworden, zu ihren Verrichtungen ungeschikkt. Jm Singen aber, und heftigen Reden, bewegt sich die Luft durch die Luftroͤhre geschwinder, und mit groͤsserer Gewalt hindurch; folglich trokknet sie den ganzen Stim- menkanal, durch den sie geht, staͤrker aus Von einem Singen entstand eine Heiserkeit von 5 Jahren, und ei- ne Stummheit, J. gottl. scheid. . §. 15. Der Unterscheid in der Sprache. Hergenommen von der Verschiedenheit der Thiere. Alle Thiere und Voͤgel, deren Karakter in allem sonst voͤllig gleich ist, haben demnach ihre besondere Stimme, wor- SCHVRIG Sialographie. Die Stimme. IX. Buch. woran sich, wenn man sie hoͤrt, ihr Geschlecht gleich un- scheiden laͤst. Folglich wird auch der Mensch billig seine eigene Sprache haben, ob dieses gleich Schelhammer leugnet Angef. Ort. S. 20. Daß CONNOR im zehnten Jahre noch nicht reden koͤnnen, hist. of Poland. L. I. S. 342. , weil ein unter den Baͤren aufgewachsener Knabe das Brummen von diesen Thieren, und ein an- derer Knabe, welcher unter den Schafen groß gewachsen, das Schafgebloͤke angenommen hatte TVLPIVS. L. IV. c. 10. da auch die Kehle weiter war, um bloͤken zu koͤnnen. , so wie das alte Wort β ῆ ϰ Auf die Bedeutung des Wor- tes Brod zogen sie dieses. svi- das. S. 428. auch herodotvs und clavdian. in Eutrop L. II. , welches fuͤr die Sache der Phrygier gut ausfiel, einzig und und allein eine Nachahmug von Laͤmmern gewesen zu seyn scheinet. Mann koͤnnte noch hinzu fuͤgen, daß der Papegai die Menschenstimme, und andere Voͤgel nachahmen kann, und daß in der Stimme des Straußen Phil. Trans. 16 2. , und im Krokodill etwas Menschen aͤhnliches angetroffen werde greaves travels. S. 525. , und daß sich die Stim- men der Hunde und Haͤhnen einigermaßen der mensch- lichen naͤhern. Ob aber gleich der Mensch die Stimmen anderer Thiere nachahmen lernt, und obgleich Voͤgel artig genug den Ton der Floͤte lernen, so haben dennoch der Papegai, der Star, oder andere Voͤgel noch ihre besondere Spra- che, so wie der Mensch die seinige hat. Es bringen nem- lich die verschiedenen Werkzeuge auch ein verschiedenes Bestreben in der Stimme hervor, und es macht der Affe, der doch dem Menschen am naͤchsten koͤmmt, keinen sol- chen Laut, als der Mensch. Selbst unter den Menschen hat ein jeder seine eigene Stimme, welche von Hausthie- ren leicht unterschieden werden koͤnnen. §. 16. III. Abschn. Die Toͤne. §. 16. Die Veraͤnderung der Stimme durch die Ge- muͤthsbewegungen. Die allergemeinste Ursache, eine Stimme heraus zu bringen, ist diese, da der Mann das Weib zu sich ruft. Die| Leibe macht so gar Jnsekkten laut. So wie die Maͤnner unter den Froͤfchen ROESEL von dem gruͤnen Gesangfrosche, der Laubfrosch heist. So bald dieser sein mannbares Al- ter erreicht, und seine Gattin aufsu- chen will, lernt er singen. , so singen auch blos die Maͤnner unter den Cicaden REAVMVR. lavren- tivs. angef. Ort. Was unter Thieren singt, gehoͤrt zum maͤnn- lichen Geschlechte, swammerd. Bibl. S. 504. , und es lokken die Heu- schrekken SWAMMERD. Blood- looze Dierkens. S. 94. , und andere Jnsekkten, ihre Weiber durch das Geigen an sich. Daher trifft man nicht sowol in der Klasse der Jnsek- ten; sondern vielmehr unter den Voͤgeln, und Vierfuͤßi- gen, Stimmen an, die das Schrekken, den Zorn, die Liebe zu den Jungen, die schmeichelerische Zaͤrtlichkeit der Muͤtter, die Freude Vergl. CARDANVM de ranis. S. 183. , den Schmerz ausdruͤkken. Die Thiere rufen damit| ihres gleichen zusammen, und es suchen dadurch einige Empfindungen, die uns undeutlich blei- ben, Thiere einer Heerde, den Jhrigen zu eroͤffnen. Dergleichen Stimmen sind auch stummen Menschen, oder auch solchen, die nicht reden gelernt haben, gemein, und selbst die Thiere koͤnnen die verschiedenen Bedeutungen einer Stimme an einem Menschen, der lustig ist, sie her- bei lokkt, oder der ihnen was austheilen will, unterscheiden. §. 17. Die Stimme. IX. Buch. §. 17. Der Gesang. Der Gesang ist die Sprache der Liebe, und der Froͤh- ligkeit, und diese Sprache ist Voͤgeln, und Menschen ei- gen Blos in der maͤnnlichen Nach- tigall schmillt, u strengt sich der Luft- roͤhrenkopfan, Engl. songbirds. S. 85. Der Mann unter den kriechenden hat unter der Luftroͤhre gleichsam einen Jrrgarten, das Weib nicht. albin. of birds. T. I. n. 100. ; die Natur derselben verlangt zwar keine Noth- wendigkeit, sich durch Buchstaben auszudruͤkken, allein die Mannifaltigkeit, und der Uebergang von den feinen Toͤnen, in die groͤbern, und so umgekehrt, von den gro- ben in die feine, ist bei den Gesaͤngen allemal wesentlich. Ueberhaupt wird die Stimme, wenn man singt, feiner, als sie bei einer Rede ist. Diejenigen nehmllch, welche singen, geben, wenn sie gleich die groͤbsten Toͤne machen, dennoch Laute von sich, die um die Quart, oder Quinte von dem Tone verschieden sind, der einem Redenden ge- mein ist amman. S. 24. . Der groͤste Unterscheid zwischen dem Singen, und Re- hen, besteht in den wellenfoͤrmigen Bewegungen, und, um diese deutlicher zu machen, bleibt der Luftroͤhrenkopf nicht in Ruhe; sondern er schwebt gleichsam in dem Gleichgewichte, welches die erhebenden, und niederziehen- den Kraͤfte bestimmen. Es kann aber ein jeder dieses Schwanken an sich selbst warnehmen, wenn man nur im Singen den Finger an den Luftroͤhrenkopf haͤlt. Da also das Singen vieler Muskeln bedarf, so ermuͤdet es, und man kann es nicht lange aushalten B. 8. A. 2. N. 12. ; daß dazu ein Wiederschall, und eine Spannung der Fasern erfordert werde, laͤst sich nach dem oben angefuͤhrten Beispiele der Saͤngerin muthmaßen, an deren Luftroͤhrenkopfe man die Knorpel steifer, und zaͤrter fand taglini. ang. Ort. S. 106. . Wie dodart. Mem. von 1706. S. 144. 145. III. Abschn. Die Toͤne. Wie die Folge von Toͤnen, und die Simphonien un- serm Ohre | angenehm werden, das soll mit besserm Rechte anderswo erklaͤret werden Liber de auditu. . Wir fuͤgen hier blos noch dieses hinzu, daß vornehmlich zum Singen eine geuͤbte Gehoͤrkraft gehoͤre, welche die kleinsten Fehler anstoͤßig findet; ferner daß eine vollkommene Simmetrie der Werk- zeuge, von denen die Stimme gemacht wird, und daß folglich gleichfoͤrmig gespannte Baͤnder DODART Mem. von 1706. S. 142. , und eine gleich große Muskelkraft an beiden Seiten, daß gleich starke Knorpel des Luftroͤhrenkopfes an beiden Seiten, (denn ich habe selten die Oefnung aus der Mitte verruͤkkt gefunden), ferner daß gleich hohe Kammern morgagn. adv. V. S. 67. , die man dennoch oͤfters ungleich befunden, daß gleich grosse Hoͤr- ner des Zungenbeins Ungleich fand sie dvvern. Comment. Acad. Petropol. T. VII. S. 216. , und was dergleichen mehr ist, dazu erfordert werden. Bei welchen eine von diesen Ei- genschaften fehlet, die werden niemals klar singen, und die Toͤne hervorbringen koͤnnen, welche sie wollen. Sie moͤgen nemlich die eine Seite des Lufroͤhrenkopfes zu ei- nem gewissen Ton ins Geschikke bringen, wie sie immer wollen, so wird doch die andere Seite dazu nicht harmo- nisch mit einstimmen Vorherg. N. 8. , und allemal einen falschen Ton angeben. Man pflegt hierbei die Frage aufzuwerfen, warum die zur Zeit noch zarte, und feine Stimme der Knaben, gegen die Mannbarkeit ARIST. hist. animal. L. VII. c. i. tissot de la mue de la xoix. S. 159. , ungleich, und schlecht, und nachgehens grob werde, wenn sie die Zeit der Mannbar- keit zuruͤkk gelegt haben ARIST. fuͤgt die Liebe hin- zu. Nach 4 bis 5 Monaten, tissot angef. Ort. . Hierauf antwortet unser beruͤm- ter Freund, daß die Fasern der Glottis; da nunmehr der Koͤrper sein voͤlliges Wachsthum erreichet, dikker wer- H. Phisiol. 3 B. Z z Die Stimme. IX. Buch. werden, und folglich groͤber klingen, daß indessen diese Veraͤnderung alle weder zu einerlei Zeit, noch gleich stark treffe, und daß daher bei einigen die Stimme falsch und verdorben sey TISSOT. angef. Ort. S. 168. u. f. , weil einige Fasern einen feinen Ton, andere hingegen einen groben machen. Ein anderer Fehler befindet sich bei der falschen Stimme, welche entsteht, wenn wir das Feine der Stim- me uͤber die natuͤrliche ‘Tonleiter erzwingen wollen DODART. 1706. S. 137. . Alsdenn kommen nemlich drei oder vier Toͤne, bisweilen auch wohl noch mehr, die wir hinzu thun, kaum klar heraus: diese ungewissen und fehlerhaften Toͤne, scheint nicht sowohl der Nasenkanal zu machen, in welchem sie gobildet werden, als vielmehr die Ueberspannung der Glottissaͤiten, welche, wie alle Saͤiten, einen feinen Ton hervorbringen, so bald sie uͤber ihr gehoͤriges Maas aus- gedehnet werden. Die verwundrungswuͤrdigen Wuͤrkungen der Ton- kunst, auf die Erregung der Leidenschaften, haben eine Ursache zum Grunde, die sich leicht erklaͤren laͤst. Jeder Affekkt besizzt, wie wir eben gesagt haben, seine eigene Sprache. Wenn ein Gesang diese Sprache mit Geschikk- lichkeit nachahmt, so entsteht durch die Vergleichung der Jdeen, eben der Affekkt in uns, dessen bildliche Stimme von uns gehoͤret wird. Auf eben solche Weise pflegt der Anblikk eines wolluͤstigen Gemaͤldes, oder ein besondrer Geruch den Menschen, und das unvernuͤnftige Vieh zur Liebe zu reizen. Wenn hingegen Gesaͤnge keine Bilder des Affekkts schildern, so bleiben sie fuͤr uns frostig, und ruͤhren uns nicht. Vier IIII. Abschn. Das Reden. Vierter Abschnitt. Das Reden. §. 1. D iese Untersuchung, welche wir hier vor die Hand neh- men, ist eine der schoͤnsten, und sie legt davon eine vortrefliche Probe ab, daß man einsehen lernt, wie viel eine sorgfaͤltige Erwaͤgung der Begebenheiten, nicht nur in der Entdekkung der Ratur, sondern auch in der Verbesserung der Leibesgebrechen, auszurichten vermoͤgend sey. Wir haben nemlich bloß aus einer wißbegierigen Beobachtung uͤber das Reden eines Menschen den Nuz- zen gezogen, daß wir, welches doch gewiß ein seltenes Exempel ist, die Ursachen erzaͤhlen koͤnnen, wie die Aus- sprache eines jeden Buchstaben verrichtet werde, so wie wir endlich gelernt haben, diejenigen Menschen vollkom- mener zu machen, die entweder einige Buchstaben schlecht aussprechen, oder uͤberhaupt von ihrem ersten Alter an nicht reden koͤnnen. Wenn ein Buchstabe ein Schall ist, welcher sich in einfachen Toͤne nicht weiter theilen laͤst WALLIS de loquela. S. 2. , so wird das Reden eine Bildung der Stimme seyn, durch Buch- staben und Woͤrter, die aus Buchstaben zusammengesezzt sind. Wenn aber die verschiedenen Toͤne nicht weiter in einfache zerlegt werden koͤnnen, so wird vielmehr das Reden eine Bildung der Stimme seyn, die aus der Glot- tis herausgestossen worden, und von der Zunge, dem Munde, und der Nase in solche Elemente verwandelt wird, daß wir dadurch die Empfindungen unserer Seele andern Menschen mittheilen koͤnnen Vorgl. amman. S. 18. . Folglich kann der Mensch nach waren Empfindungen reden, ob einige Z z 2 Thiere Die Stimme. IX. Buch. Thiere gleich, die eine breite A|RIST. hist.| anim. L. II. c. 12. Der Papegai, aldrovant T. I. S. 646. , und dem Menschen aͤhniiche Zunge haben, einige Buchstaben, und Woͤrter nachsprechen, welches einige Voͤgel, und so gar Hunde Der vortrefl. Ausleger des heisters. 1 Ausg. S. 392. hist. de l’ Acad. des scienc. 1715. S. 3. BRADL. phil. account of nature. S. 81. 82. fritsch s eltsame Haͤndel. S. 325. , gethan, wenn ihnen ihre Schrachmeister den Kinnbak- ken kuͤnstlich in Bewegung sezzen. Doch es koͤnnen Thiere durch diese Buchstaben niemals ihre Gedanken ausdruͤk- ken. Dem Menschen aber ist das Reden so natuͤrlich, daß unter einsamen Knaben, auch ohne alle Lehrmeister, eine neue Sprache zu Stande gekommen ist VALENT. diss. Ep. IX. S. 165. 166. salmovth. L. II. ob- serv. 56. . Der Affe schreit wie ein Knabe, er hat die Zunge, und das Zaͤpfchen so, wie der Mensch, und kann doch nicht reden TYSON Nanat. of a pygmy. S. 51. 52. rovffon. T. II. Dieser fuͤgt hinzu, daß sie darum nicht reden koͤnnten, weil sie nicht daͤchten. . §. 2. Die Selbstlauter (Vocalbuchstaben). Unter den Buchstaben, woraus das Reden zusammen- gesezzt wird, hat man die Selbstlauter und Mitlauter. Die Selbstlauter entstehen bloß durch eine groͤssere, oder kleinere Oeffnung des Mundes AMMAN. S. 62. , indem man die Stimme von sich laͤst, und es schlaͤgt hier die Zunge we- der an die Lippen, noch |an einen andern Theil an HOLDER. elements of spech. S. 29. EABRIC. de locut. S. 43. . Man spricht selbst im Lachen einige Vocales aus, und man merkt an den Stimmen der Thiere Toͤne, die den Selbstlautern nahe kommen a und o an Maͤnnern, i und e an Weibern, hamberg. Phys. S. 632. 633. . Ob IIII. Abschn. Das Reden. Ob ich gleich wenige Sprachen verstehe, so halte ich doch davor, daß man nicht mehr als acht Selbstlauter habe, die ich so gleich nennen werde. Jch befinde, daß diese acht Selbstlauter helle oder lang sind, nemlich a, eta, das helle e, nemlich das ε der Gri e chen, i. o. u. oͤ. uͤ. Neun macht auch wallis. S. 4. acht amman. S. 62 und ferner, die den unsrigen aͤhnlich sind, zwoͤlf dmaloet. S. 17. Es sind aber in der That nur acht. . Eben soviel, als man nun wahre Selbstlau- ter hat, so viel hat man auch stumme und kurze Selbstlau- ter, die man gewoͤniglich durch die Kehle ausspricht. Jch bediene mich hierbei mehrentheils der teutschen Buchstaben, da diese Sprache ihren Buchstaben einen bestaͤndigen Werth beileget, da sonst andere Sprachen bei einerlei Buchstaben, oder wenigstens bei Diphthongen, die aus zween Vocalen zusammengesezzt sind, ohne irgend einen offenbaren Grund zu haben, ganz andere Toͤne ver- binden, als durch das einfache Zusammensezzen entstehen wuͤrden. Man weiß nemlich keine Ursach anzugeben, warum das o bei den Englaͤndern oͤfters wie a klingt, warum das a oft zu einem eta wird, warum oo vielmehr wie u, warum au der Franzosen wie o, und warum eben dieser Voͤlker ihr eu wie oͤ aus gesprochen wird. Eben diese einfoͤrmige Aussprache der Teutschen hat es eben gemacht amman. S. 56. 61. , daß Amman bei den Tauben und Stum- men keine andere Sprache, als diese gebraucht hat, und daß er von dieser Kunst viel deutlicher und leichter geschrie- ben, als die Englaͤnder. Es gesteht auch Wilhelm Holder S. 108. 109. , daß wenigstens eine uͤbele Aussprache der Englaͤnder viele Schwierigkeiten hierbei mache. Die Jta- liener haben nur wenige und reine Selbstlauter, es fehlet ihnen aber an den Selbstlautern oͤ und uͤ. Mehr Selbstlauter finde ich nicht, und ich mag auch die zwei u des Holders S. 87. 88. nicht beibehalten, darunter das eine der Diphtonge iu ist, eben so wenig zaͤhle ich Z z 3 auch Die Stimme. IX. Buch. auch des beruͤhmten Maloet ain, womit sich Woͤrter endigen, fuͤr vier Vocales, da es ein Mitlauter ist, den vier Vocales vereinigen S. 18. . Der Schweizer ihr ue ist ein Diphtonge, in welchem das e und uͤ unterschieden werden kann. Man wuͤrde weniger, als billig ist, haben, wenn man blos die fuͤnf bekannten zaͤhlen wollte, indem das uͤ, oͤ, und aͤ, diese stummen Selbstlauter, keine Diph- thongen sind. Jch bin auch nicht darwider, daß man sie nicht, wie Ammann gethan, vermischte Selbstlau- ter nennen koͤnnte. §. 3. Wie sich die Buchstaben erzeugen. Es entstehen die Selbstlauter vornehmlich durch ei- ne verschiedene Bewegung der Zunge. Jch erklaͤre die- se, so wie ich sie oͤfters an meiner eigenen Stimme ge- pruͤfet habe; und vergleiche dieses mit denen Bemer- kungen guter Schriftsteller, besonders des Ammanns, und in einigen Faͤllen auch mit dem Holder. Unter diesen Selbstlautern entsteht, als der allerein- fachste, das a, wenn die Stimme aus dem offnen Mun- de heraus faͤhrt, die Lippen von einander gezogen wer- den WALLIS. S. 4. helmon- tivs. S. 90. im Patach. COR- DEMOI. S. 41. HOLDER. S. 85. amman. S. 63. raph|el. , und die Zunge gemeiniglich mitten im Munde schwebt, und flach gemacht wird, wiewohl man diesen Buchstaben auch, wenn die Zunge an das Zahnfleisch nieder gedruͤkkt wird, und sich an die Zaͤhne anlegt, aus- sprechen kann. Die ersten Buchstaben, welche jemand nach CORDEMOI de loquela. S. 41. Hiermit stimmt ber beruͤmte amman uͤberein. S. 57. wegen des oe, ae, ui. IIII. Abschn. Das Reden. nach einer Sprachlosigkeit wieder aussprechen lernte, wa- ren das a und o tvlpivs. L. I. c. 8. mon- conir I. S. 38. , und gemeiniglichlich spricht auch ein Kind diese bovffon hist. nat. T. II. S. 476. , wenn sie mit sehr leichten Consonanten verbunden werden, zu allererst aus. Das volle e ( e pingue ), wie ich das Saͤgol aus- zusprechen gelernet habe, und wie im franzoͤsischen paire ausgespzochen wird, oder wie das englische Wort we sch, wird im deutschen am besten durch ein aͤ geschrieben, und dieser Karakter druͤkkt sehr wohl den Mittelton zwischen a und e aus. Zu diesen Vocalbuchstaben macht man den Kanal des Mundes empor. Es erhebt sich naͤmlich dazu der hintere Theil der Zunge, und deren Seiten, oder diese druͤkken sich uͤberhaupt an die obern Zaͤhne an, indem sich die Zungenspizze| von diesen Zaͤhnen maͤßig entfernt WALLIS. S. 6. raphel, holder. S. 85. . Jn dem klaren e, oder dem ε der Griechen, derglei- chen in der Endigung té der Franzosen, und in dem eh der Deutschen vorkommt, hebt sich der mittlere Ruͤkken der Zunge in die Hoͤhe, ihre naͤchste Seiten legen sich an die lezzten Bakkenzaͤhne an, und ihre Spizze schwebt in einer kleinen Weite bei den vorgedachten Zaͤhnen. Ueber- das ziehen sich die Lippen viel weniger, als im a herab AMMAN. S. 64. RA- PHEL. n. . Jn dem i der Deutschen, der Franzosen, und Jta- liener, ist die Straße der Stimme zwischen den Gaumen, und der Zunge enger, als im e AMMAN. S. 65. . Es ziehen sich naͤm- lich die Lippen nicht nur etwas weniger aus einander, son- dern es beruͤhren auch die Seiten der Zunge die vordern Bakkenzaͤhne Vergl. HOLDER. S. 86. , es kruͤmmt, und erhebt sich die Zun- genspizze, und entfernt sich nur maͤßig von den Vorder- zaͤhnen. Zz 4 Jn Die Stimme. IX. Buch. Jn dem o der Franzosen, der Deutschen, und Jta- liener, schließen sich die Lippen enger an einander AMMAN. S. 66. raphel. , als im a, und es naͤhert sich ein groͤsserer Theil der Zunge den vordern und inwendigen Zaͤhnen, und dieses beinahe, wie im a, indem man dabei Veraͤnderungen machen kan. Jn dem oͤ der Schweizer, der Schweden, und Nie- dersachsen, oder in dem eu der Franzosen, wird die Spal- te der Lippen enger, als im o gemacht, hingegen die Zunge wie im e gelenket, indem sie sich mit ihren Seiten an die Zaͤhne schliest, und die Spizze gegen die obere Zaͤhne herauf kruͤmmt RAPHEL, AMMAN. S. 67. . Jn dem uͤ der Niedersachsen, und dem o der Franzo- sen, zieht man die Lippen mehr, als im oͤ zusammen Ebendas. , so daß die Oefnung des Mundes unter allen am kleinsten wird, die Seiten der Zunge aber an den Zaͤhnen zu lie- gen kommen, und die Zungenspizze an den untern, und vordern Zaͤhnen ruht. Dieses uͤ, so wie ihr aͤhnliches oͤ, stellt die Lippen, wie im o und u, und gebraucht die Zaͤhne wie im e und i. Das helle u, wie in dem Worte Uhr, in dem ou der Franzosen, in dem oo der Englaͤnder, zieht man die Lippen ein wenig naͤher gegen einander RAPHEL. AMMAN. S. 66. , als im o, dargegen legt man die Zunge an die Zaͤhne an, da sie sonst im tauben u freie bleibt. Man kann das u aber heraus- bringen, entweder, wenn man die Zungen pizze an die untern Schneidezaͤhne, oder ihre Seiten an die obern Zaͤhne bringt. Dieser Buchstab kann schwerlich ausge- sprochen werden, wenn man nicht die Zunge dabei anlegt. Es koͤnnen ferner eben so viel taube oder kurze Selbstlauter gezaͤhlet werden, die man in der Kehle bil- det, und wobei der Luftroͤhrenkopf ganz und gar nicht zittert, sondern nur etwas, doch aber weniger, als bei ei- IIII. Abschn. Das Reden. einem wahren Selbstlauter, in die Hoͤhe gehoben wird. Sie unterscheiden sich auch nicht blos durch ihren kurzen Ton von ihren gleichnamigen Selbstlautern, denn man mag sie so lang herausziehen, als man will, so bleiben sie doch taub und Kehlentoͤne. Darunter wird das a in den deutschen, und englischen all und ball, so wie im fran- zoͤsischen Worte Accent vernommen, und es hat dieses a vor dem offenen a, den Unterscheid, daß es keine Ein- richtung der Lippen bedarf, und dennoch ausgesprochen werden kann, die Lippen moͤgen eine Lage haben, wie man will; es kann auch die Zunge dabei liegen, wie sie will, ob sie gleich gemeiniglich mitten im Munde zu schwe- ben pflegt. Das Scheva, oder das weibliche e der Franzosen, welches bei den deutschen und Englaͤndern vornemlich in der Endigung der Woͤrter Suͤnder und Sinner vor- kommt, bedarf keiner Bewegung der Zaͤhne und Lippen, und es kann in aller moͤglicher Lage der Lippen und Zungen ausgesprochen werden, indessen hebt sich doch da- zu die Zunge gemeiniglich mit ihrer Spizze etwas mehr in die Hoͤhe, als im tauben a. Um diesen Selbstlauter auszudruͤkken, steigt der Luftroͤhrenkopf ein wenig in die Hoͤhe, und er zittert dennoch nicht bei diesem Aufsteigen. Diesem ist uͤberhaupt das kurze oder taube i, wie im teutschen Worte irren; und das taube o, im Worte Rotte, wie auch das kurze u, im teutschen Bund, Sprung, und in der franzoͤsischen Silbe on aͤhnlich. Beide haben mit dem wahren Selbstlauter einige Aen- lichkeit, nur daß die Lippen dazu naͤher zusammen kom- men, und es stoͤßt im tauben u die Zunge nicht an die Zaͤhne an, ob sie gleich in die Hoͤhe gehoben wird. Auf eine aͤhnliche Weise bildet sich auch das taube ae, oe und ui in der Kehle. Z z 5 §. 4. Die Stimme. IX. Buch. §. 4. Die Mitlauter unter den Buchstaben. Jch weis nicht, ob man in andern Sprachen, ausser unsern Selbstlautern, noch andere finden koͤnne. Das ist aber von den Mitlautern ausgemacht, daß diese oder jene Voͤlker deren mehr oder weniger haben. Man ver- misst nicht nur das r in der ehinesischen und mexikani- schen Sprache; sondern es sollen auch EGEDE, Gamle Groen- lands nye perlustration. S. 94. Scripta societatis Danic. T. II. S. 144. in der groͤn- laͤndischen (n) das c. f und d, in der brasilischen Sprache hingegen das f. l. s. z. und r MONTANVS. America. S. 367. , welches aber zu viel Verdacht hat, fehlen. Doch es konnten auch nicht die Ephraimiten das sch aussprechen. Dagegen haben, was die europaͤischen Sprachen be- trifft, die Schweizer, und Spanier ihr eigenes ch, wel- ches sich in der Kehle bildet; die Englaͤnder ihr th, oder lispelndes s; die Malabaren zween Buchstaben, denen wir Europaͤer keinen besondern Karakter zu geben wissen, und darunter sie den einen bald wie ein r, bald wie ein dh schreiben Collaram fl. oder Colladh. fl. . Es hat also Ammann recht, daß unzaͤhlige Mit- lauter moͤglich seyn koͤnnen S. 53. , ob er gleich gesteht, daß nur wenige in der That von einander unterschieden sind S. 55. . Die Mitlauter haben dieses unter einander gemein, daß sie von dem Anstossen der Zunge, oder anderer Theile des Mundes, erzeugt werden Vorherg. Nr. . Man theilet sie auf vielerlei Weise ein, und zwar bisweilen in Absicht auf den nicht klingenden Hauch AMMAN. S. 71. 72. uoi- der. S. 40. 51. ma|loet. S. 20. , aus IIII. Abschn. Das Reden. aus welchem das h. ch. s. sch. f. g. z., der Franzosen w. k. t. p. d. z. x gemacht werden, und darunter die lezzten aus den einfachen zusammengesezzt sind. Andere Halbvokale entstehen zwar, wenn man die Stimmen mit einem Hauch, aus dem Munde heraus- stoͤßt, allein der Mund ist nicht dabei so frei, wie bei den Selbstlautern; dergleichen ist das l. und r. AMMAN. S. 69. 70. 71. maloet. S. 20. , oder das Ain der Hebraͤer, wie auch das n. und m. Bald theilet man sie wieder nach dem Werkzeuge ein, das den Ton macht; und auf solche Art hat man die Na- senbuchstaben AMMAN. S. 69. , die auch den Hebraͤern nicht unbekannt sind, und die Mundnasenbuchstaben des Holders S. 24. m. n. ain. Ferner hat man die Halbvokale des Mundes r. und l. AMMAN. S. 70. . Die Stummen Die zischenden, amman. S. 71. 72. 73. 74. 75. , als das s. und z. der Franzosen, das sch. j. Der Frnnzosen f.w. g. Buchstaben, die man herausstoͤßt, sind das b. p. d. th. k. g. der Deutschen S. 75. 76. . So haben wieder die Hebraͤer die Buchstaben nach dem Werkzeuge, von dem sie gemacht worden, abge- sondert in Kehlenbuchstaben, als a. Ain. th. m. g. ch. Jn Gaumenbuchstaben, als t. s. d. n. l. r. und in Lippenbuchstaben, als o. u. m. f. p. b. w. Wir werden aber besser thun, die Mitlauter einzeln durchzugehen, und ich werde erzaͤhlen, wie sie sich ei- gentlich erzeugen. §. 5. Die Stimme. IX. Buch. §. 5. Die Bildung der Mitlauter; die stummen. Das h., oder dieser Hauch, ist ein so einfacher Schall, daß man ihn schwerlich fuͤr einen Mitlauter ansehen kann, und es haben ihn die Griechen nicht unter dieselben sezzen wollen. Es entsteht dieses h., wenn man die Luft mit Gelindigkeit aus der losen Glottis herausstoͤßt holder S. 67. , als ob man sich mit dem Hauche erwaͤrmen wollte; dieses nennt Ammann verdichten S. 73. . Diesem koͤmmt sehr nahe das ch der Schweizer, das Cheth der Hebraͤer, das j. der Spanier; denn es feh- let dieser Schall gemeiniglich in den uͤbrigen Sprachen. Es ist dieser Buchstabe der stummeste von allen, und es wird die Luft dazu aus der Kehle mit einem Beben der Luftroͤhre, der Zunge, und wenn ich nicht irre, des wei- chen Gaumes, zwischen dem Gaumen und der Zunge her- ausgestoßen, indem sich der hintere Theil der Zunge an den Gaumen anschliest; denn es ist ihr vorderer Theil frei, und macht im Schalle keine Aenderung. Aller Voͤlker s, welches der Hauptbuchstabe im zi- schen ist, entsteht, wenn der vordere Theil der Zunge dem Gaumen ganz nahe gebracht wird FABRICIVS. S, 54. : die Seiten der Zunge stuͤzzen sich an den untern Zaͤhnen, die Spizze der Zunge schliest sich an die vordern Zaͤhne des obern Kinn- bakkens an HOLDER. S. 42. col- livs. S. 238. amman. S. 74. , und diese Zaͤhne bekommen eine solche Lage, daß sie nicht durch einen hohen, sondern breiten Zwischenraum von einander entfernt werden WALLIS. S. 17. f m. helmont. S. 76. raphel. hold. angef. Ort. . Manche Personen koͤnnen diesem Buchstaben eine so durchdringen- de Staͤrke geben, daß man ihn kaum vertragen kann, in- dem amman S. 73. holder. S. 73. 74. helmont alphab. nat. S. 70. IIII. Abschn. Das Reden. dem er unsere Ohren mit einem solchen Geraͤusche angreift, als wenn man Eisen klein feilet. Wer die vordern Schneidezaͤhne verloren hat, kann diesen Buchstaben nicht wohl herausbringen; sondern es empfindet das Ohr nur ein unangenehmes Gezische. Von diesem Buchstaben unterscheidet sich das z. der Franzosen, durch seine gemaͤßigte Weichheit, und die- ses koͤmmt mit dem Sain der Hebraͤer uͤberein. Von dem s. ist zunaͤchst unterschieden das Schin, oder das sch. der Deutschen, welches die Franzosen etwas haͤrter durch ein ch, bald wieder etwas weicher durch ein g oder j. uͤbersezzen. Bei diesem Gezische neigt sich ein wenig die Zungenspizze herab, sie entfernt sich mehr vom Gaumen, und auf solche Art wird der Weg fuͤr die Stim- me weiter gebahnt AMMAN. S. 74. holder. S. 71. u. f. . Das th. der Englaͤnder, oder das lispelnde s. ent- steht, so viel ich begreife, indem sich die ganze Zunge an die Zaͤhne anlegt holder. S. 41. , die Zungenspizze aber von den Ober- zaͤhnen maͤßig herabgezogen wird, und sich selbigen von neuem mit einiger Bebung naͤhert. Auslaͤnder koͤnnen diesen Ton schwerlich herausbringen. Das f. zieht die Unterlippe gegen die Oberzaͤhne her- auf nold. S. 40. amman. S. 74. , daß der Schall zwischen dieser Lippe, und zwi- schen diesen Zaͤhnen, durch eine enge Rizze herausgehen mus. Von diesem f. ist das gleichlautige v. der Deut- schen, und das w. der Deutschen, oder das v. der Franzosen wenig unterschieden. Jenes entsteht blos, wenn die Lippen gegen einander gezogen werden, und man aushaucht, indem man einen Wind macht, auf die Art, wie wir mit dem Munde blasen, wenn wir eine zu große Hizze abkuͤhlen wollen. Dabei schlaͤgt die Zunge eben- Die Stimme. IX. Buch. ebenfalls an den aͤußersten Gaumen, wie in dem Selbst- lauter u. Man bringt die untere Lippe nicht an |die Zaͤhne Daß es ein gewisser Ton sel. AMMAN. S. 75. HOLDER. S. 41. . Das w. entsteht, wenn man die Lippen im ersten Augenblikke gegen einander zieht, und beinahe voͤllig vereiniget, hierauf aber wieder von einander zieht, dabei wird bie Zunge weder an den Gaumen, noch an die Zaͤhne angelegt. §. 6. Mitlauter, welche man heraus stoͤßt. Es sagt der beruͤmte Ammann, daß ein solcher Mit- lauter vom Hauche gebildet werde, der sich in irgend ei- nem Theile des Mnndes anhaͤufe, von dem Wege der Nase weggeleitet, und ploͤzzlich durch den Mund herausge- stossen werde Ebenders. ebendas. . Es koͤmmt das b. dem vorhergehenden w ganz nahe, und unterscheidet sich bloß dadurch von demselben, daß es erst genauer vereinigte Lippen RAPHEL. , und nachgehends staͤrker von einander gezogene Lippen verlangt. Da dieser Buchstabe bloß von den Lippen gemacht wird, so kann man ihn zu einer Zeit aussprechen, da ein Kind die Zunge noch nicht in seiner voͤlligen Gewalt hat BOVFFON. T. II. S. 476. . Davon entsteht das Baba (Vater) bei den meh- resten Voͤlkern, und aus eben dieser Ursach wird das b. in dem Alphabete als der erste Mitlauter angenommen, so wie das a |der erste unter den Selbstlautern ist Hallers Geschichte der Thie- re. S. 89. . Das p ist diesem sehr verwandt, wird von den Sach- sen oͤfters mit dem b. vermischt, und verlangt vereinigte Lip- RAPHEL. c. 2. IIII. Abschn. Das Reden. Lippen, welche man hierauf nachdruͤkklicher von einander zieht, und wobei das herausstossen etwas staͤrker wird RAPHEL. u. s. w. . Das d. entsteht, wenn der Mund auseinander ge- zogen wird, die Lippe und der untere Kinnbakke nieder- steigt, hierauf die Zungenspizze vorne an den Gaumen, und an die Vorderzaͤhne angelegt wird HELMONT. S. 65. , sich hierauf wieder zuruͤkke zieht, und der Luft einen Ausgang |aus dem Mund verstattet. Das t. ist haͤrter, als das d. FABRICIVS. S. 41. , und wird sonst auf eben die Weise erzeugt. Daher vermischt man es oft mit dem andern, welches besonders die Sachsen thun. Das k. unterscheidet sich wenig vom d. Jn diesem k. ist die Zunge oberwerts hol, ihr hinterer Theil und die Seiten AMMAN. S. 76. raphel. hellmont. S. 80. schließen sich an die Zaͤhne, und den vordern Theil des Gaumens, wobei sich der untere Kinnbakken staͤrker, als in d, herabzieht. Man sieht daraus, war- um man ihn schlecht aussprechen koͤnne, wenn die Zun- ge schwer ist, oder ihre Hebemuskeln schwach sind, und es sprechen uͤberhaupt die Kinder statt des k. das verwandte d. aus, weil dieses weniger Bewegung noͤthig hat. Das g. der Deutschen und der Franzosen, vor dem a. o. und u., verlangt einen groͤßern Theil der Zunge, an dem Gaumen und an die Zaͤhne angelegt zu haben, als im k. geschiehet. Dabei haucht man zugleich schwaͤcher aus AMMAN. S. 76. vergleiche hellmont. S. 63. . §. 7. Die Nasenbuchstaben. Wir nennen diese Buchstaben so, weil ein gewisser Theil des Schalls durch die Nase durchgehen muß. Dar- Die Stimme. IX. Buch. Darunter ist der erste das m. und dieser entsteht, wenn die Lippen voͤllig an einander gezogen werden HOLDER. S. 69. , so daß der |ganze Schall durch die Nase hindurch muß AMMAN. S. 69. hol- der. ebeudas. , und die Nasenfluͤgel wechselweise zittern. Es laͤst sich auch dieser Buchstabe auf die Art heraus bringen, daß die Zunge dabei voͤllig in Ruhe bleibt, und daher ist er mit unter den ersten einer BVFFON. angef. Ort. , welche die Kinder aus- sprechen lernen. Daß Mame der Europaͤer und Peru- viauer ist so viel als Mutter. Mama war das erste Wort, welches ein eilfjaͤriger Knabe hervorbrachte, wel- cher nach der Taubheit und Stummheit den Gebrauch der Sprache wieder erlangt hatte MONCONIS Voyage. T. 1. S. 38. . Es unterscheidet sich vornemlich von dem b. darin, daß die Lippen geschlos- sen bleiben, und die Stimme durch die Nase herausfaͤhrt. Die mehresten Voͤlker sezzen in ihren Alphabeten das n. neben das m., so wie es auch eine Verwandschaft da- mit hat. Man zieht die Lippe nicht an einander, sondern man legt den vordern Theil der Zunge an den knochigen Gaumen dergestalt an AMMAN. S. 69. holder. ang. Ort. wallis. S. 13. , daß die Stimme durch die Nase mit eben solchem Zittern und Klingen, wie in m. herausfaͤhret. Daher hat dieser Buchstabe das Recht, in den meisten Sprachen bei dem Worte Nase vorzu- kommen. Das Ain der Hebraͤer, das n. vor dem g. in vielen Sprachen, das Endigungs n. der Franzosen, daß ng. am Ende der teutschen Woͤrter, ist auch den Sinefen ge- mein. Es entsteht, wenn sich die Wurzel der Zunge, an die Gaumendekke schließt, wodurch die Hoͤle des Mun- des gesperrt, und der Schall veranlasset wird, durch die Nase zu gehen, deren Fluͤgel hierbei ebenfalls, wie bei kurz vorher beruͤhrten Buchstaben, in ein Zittern gerathen. §. 8. IIII. Abschn. Das Reden. §. 8. Die fließigen Mitlauter. ( liquidae ). Schwerer sind diese, welche bloß durch den Mund hindurch fahren, und welche man die Halbvokale des Mundes nennt ammann. S. 70. 71. 72. . Der leichteste darunter, als das l. wird hervorgebracht, wenn sich die Seiten der Zunge an die untern Bakkenzaͤne, und an die Hundszaͤne, die Zungenspizze hingegen sich an die vorigen Zaͤne, und den festen Gaumen vorwerts anschließt, dabei sich zugleich die Seiten der Zunge herabwenden, so daß sie also erha- ben, wie eine Bruͤkke, und in ihrem Gewebe dichter wird. Auf solche Art entsteht mitten auf ihr zwischen der Zunge und dem Gaumen ein enges Thal, aus dem die Luft, sobald sich die Zunge in die Hoͤhe hebt, und sich an den Gaumen anlegt, laͤngst den Seiten der Zunge herausfaͤhrt ammann. S. 71. hol- der. S. 48. raphel. . Die Zunge kann hierbei entweder Be- bungen machen, oder auch ohne dieselbe wuͤrken Dieses erfordert wallis. wiewol unbillig. . Das r. unterscheidet sich vom l. vornemlich durch seine heftige Zitterungen. Es legt sich nemlich die Zunge, wie im l. ebenfalls an die vordern Bakkenzaͤhne an, hierauf neigt sich ihre Spizze gelinde holder. S. 49. , und nicht in solcher Breite, als beim l, vorne, und nahe an den Gaumen an helmont. S. 81. , und indem die Luft durch das kleine Zwischenthal Daß sie sich wiederholt, und schnell an den Gaumen lege, am- man. angef. Ort. her- ausgestossen wird, so zittert nicht nur die Spizze der Zun- ge, sondern auch der naͤchste Theil sehr geschwinde holder. S. 49. 51. hel- mont. angef. Ort. fabrig. S. 41. . Es ist dieses daher ein schwerer Buchstabe fuͤr Personen, deren H. Phisiol. 3. B. A a a Die Stimme. IX. Buch. deren Zunge gegen das Verhaͤltnis der Muskeln zu schwer ist. Es koͤnnen ihn auch die mehresten Kinder schwer- lich vor dem zehnten Jahre aussprechen, oder doch wenig- stens vor der Zeit nicht, ehe nicht der Griffelansazz an den Schlaͤfenknochen voͤllig mit seiner Pfanne, und seinem knochigen Fuße zusammen gewachsen ist SCHREIB. Almagest. S. 358. Er sagt, daß man nicht eher deutlich reden koͤnne. . Da er mit dem Buchstaben l. verwandt ist, welcher keine Bebungen noͤthig hat, so sprechen diejenigen gemeiniglich l. fuͤr r. aus, denen das r. schwerer faͤllt. Die uͤbrigen Mitlauter unter den Buchstaben sind, soviel wir wissen, aus den vorigen zusammengesezzt, man laͤst solche schnell auf einander folgen, wie das x. z. und das Ψ der Griechen, das tsch welches die Russen mit einem einzigen Zeichen ausdruͤkken, und das griechische ρ mit einem haͤrtern Hauche. Nunmehr wollen wir bei einem einzigen Buchstaben den Versuch machen, wie die Muskeln, und Werkzeuge wuͤrken, wenn sie einen jeden hervorbringen. Es erfor- dert also z. E. das l. den Dienst der Griffelzungenmus- keln B. 9. A. 2. N. 10. , von denen die Zunge erhoben, und an den Gau- men gebracht wird. Zu gleicher Zeit werden ihre Seiten von den Fasern der Kinnzungenmuskeln, die nach der Seite aus einander fahren, und diese Seiten mit sich her- abziehen, niedergezogen. Das Uebrige thut die Brust. Man kann im uͤbrigen nicht zweifeln, daß sich nicht aus so vielen Grundtoͤnen, die sich leicht auf sechs und zwanzig erstrekken, eine unzaͤlbare Menge von Woͤrtern zusammensezzen lasse, ob es gleich nicht moͤglich ist, diese Menge von Woͤrtern anzugeben Dieses hat MALOET ver richtet, ergo homini vox sua. S. 21. . Es waͤre nemlich unmoͤglich, diejenigen Woͤrter aus der Rechnung zu ver- bannen, welche zwar zu lesen moͤglich sind, aber wegen der IIII. Abschn. Das Reden. der allzugroßen Menge der Mitlauter unaussprechlich bleiben. §. 9. Einige Fehler in der Stimme und Sprache. Nachdem wir die Ursachen erzaͤlt haben, die einen Buchstaben zur Aussprache befoͤrdern, so wird man desto leichter den Grund finden koͤnnen, warum manche Buch- staben schlecht ausgedruͤkkt werden. So hebt eine abge- schnittene Zunge das Reden nicht voͤllig auf, indem es Buchstaben giebt, die diesen Theil nicht noͤthig haben, dergleichen, wie gesagt, das m. ist. Jndessen glaube ich doch nicht, daß es moͤglich sey, wie man zu lesen pflegt, daß viele Menschen ohne Zunge frei haben reden BARTHOL. Cent II. hist. 22. blancard. Jahrregist. Cent. VI. n. 5. Vergl. WELSCH episagm. S. 25. , und so gar alle Buchstaben aussprechen koͤnnen. Selbst die Sache spricht darwieder, daß eine solche Menge von Mitlautern, wozu die Zunge unentbehrlich ist, nach Zerstoͤ- rung derselben recht herausgebracht werden koͤnne, und wenn ich Menschen gesehen habe, welche durch ein Un- gluͤkk an einem Theile der Zunge verstuͤmmelt gewesen, so habe ich allemal einen Fehler in der Sprache bemerket, welches auch andere bezeugen HEVERM. dissert. de lingua. S. 25. , ich lese auch, daß viele Buchstaben nicht recht ausgesprochen worden sind, sobald die Zunge verstuͤmmelt gewesen ist d. l. n. r. t. Phil. trans. n. 484. und andere mehr, sprach ein Maͤdchen schwer aus, Memoir. de l’Acad. 1718. S. 7. . Jch glaube also, wenn Personen vom Krebse Vergl. RVLAND Ephem. Nat. Gur. Dec. I. ann. 3. Gent- lem. Magaz. von 1743. Mens. Jan. und von einer weggeschnittenen Zun- ge, Mens. Mart. wie auch linden physiologie. S. 573. , oder von Blattern, die Zunge verlezzet worden, ohne einen Schaden an der Re- A a a 2 de WOLF de loquela, LAMY l’art de parler. Phil. trans. n. 464. Die Stimme. IX. Buch. de gehabt zu haben, daß diesen die Zunge nach der Er- weiterung der Wunde wieder nachgewachsen sey, so wie es uͤberhaupt die Art der Wunden an der Zunge ist, daß sie sich leicht heilen lassen. Anton von Jußieu vermu- thet Mem. de l’Acad. 1712. S. 11. 12. , daß an einem Maͤdchen die Kinnmuskeln der Zunge, und die Kinnmuskeln des Zungenbeins, wie auch die breiten Muskeln des Zungenbeins, an statt der ver- lornen Zunge den Luftroͤhrenkopf vollkommen in die Hoͤhe haben heben koͤnnen. Daß aber der Gebrauch der Stim- me, und auch einigermaßen die Sprache, ohne Zunge statt finden koͤnne, will ich nicht in Abrede seyn, da bloß aus der Luftroͤhrenspalte die Stimme ihren Ursprung nimmt. Daher koͤnnen doch diejenigen, welche nach Krankheiten stammeln Swenska Acad. Handl. 1745. S. 115. Ephem. Nat. Cur. Dec. II. ann. 10. obs. 197. , oder uͤberhaupt sprachlos sind Satyr. siles. mantissa ad II. n. 2. , singen. Ferner, wenn die Zunge an vielen Orten unbeweglich ist, so kann dieser Fehler schwerlich von der Kunst ver- bessert werden. Eine gar zu große Zunge macht ein Lis- peln ARANTIVS obs. 24. , und ich habe einen beruͤhmten Mann in der Republik gesehen, welcher fast uͤberhaupt alle Woͤrter mit einer Unannehmlichkeit, oder nur undeutlich aussprechen konnte. Ammann sagt noch AMMANN. S. 110. , daß man deswegen das f. vor k. ausspreche, und daß man das r. uͤber- haupt nicht angeben koͤnne, weil die Muskeln nicht hin- laͤnglich waͤren, die Zunge geschwinde zu erheben, und mit selbiger die gehoͤrigen Zitterungen hervor zu bringen. Der- gleichen Personen sind von den Alten, der zween fehlerhaf- ten Buchstaben wegen, τραυλοί genannt worden GALEN aphorisin, 32. Sect. VI. u. f. . Eine IIII. Abschn. Das Reden. Eine gar zu lange Zunge kann das th. der Englaͤn- der nicht wohl aussprechen, und sie verwandelt solches in ein s. HOLDER. S. 76. . Eine gar zu kurze Zunge, die ein enges Band hat, spricht das r. und l. ebenfalls schlecht aus, weil sie sich vorne an den Gaumen herauf nicht anzulegen vermag AMMANN. S. 113. . Man leitet davon das Stammeln her BROVZET educat. des enfans. T. II. S. 254. . Es soll eine gar zu kurze Zunge ebenfalls zu dem th. der Englaͤnder ungeschikkt seyn, und diesem das d. an die Seite stellen HOLDER ebendas. . Eine vorwerts gar zu schwere Zunge AMMANN. S. 71. , oder die gar zu welk ist Ebenders. S. 112. , vermag den Buchstaben r nicht deut- lich aus zu sprechen, und stoͤßt im| l an. Dieses kann wieder die Ursache, nebst einer Schwaͤche des Griffelzun- genmuskels seyn, warum Kinder das r. nicht wohl her- aus bringen koͤnnen. Eine gar zu freie Zunge, der das Baͤndgen fehlet Ebenders. S. 113. , fehlet im l, indessen kann diese Schwaͤche doch verbessert werden. Eine sehr lange Zunge hat im Reden keine Hinderung gemacht LVCHTM. de sapore. S. 77. . Doch es koͤnnen auch andere Theile fehlerhaft seyn. Es macht nemlich ein gar zu großes, oder doch gedoppeltes Zaͤpfchen, eine Stimme heiser, und man nennt dieses durch die Nase sprechen Eph. Nat. Cur. Dec. 1. ann 3. S. 490. vergl. ammann. S. 114. , da es doch in der That durch den Mund allein geschiehet. Eben dieser Fehler entsteht auch, wenn die Nase verstopft ist AMMANN. S. 110. , da man die Na- senbuchstaben m. n. und ng. dumpfig herausbringt. A a a 3 Die- Die Stimme. IX. Buch. Diejenigen, welche kein Zaͤpfchen haben AMMANN. S. 113. Von einem weggeschnittenen Zaͤpfchen entstand eine unangenthme, und schlechte Aussprache, PARE ad- ministr. S. 47. L. V. c. 14. rav beim boetticher de loquela, und morg. Ep. IX. n. 9. Derjenige litte nicht viel, dem man einen Theil des Zaͤpfchens weggeschnitten hatte. Ebenders. ebendas. Denen das ganze Zaͤpfchen weggenommen war, die be- hielten eine klingende, rohe Sprache. Dergleichen beschreibt van der Monde Journal. T. XII. S. 161. , fehlen ost sehr in der Stimme, und es geschiehet dabei eben das, was von der gar zu offnen Nase herruͤhret AMMANN. S. 109. , nemlich daß sie die Buchstaben k. t. p., welche durch die Nase gehen muͤssen, uͤbel aussprechen. Einige haben noch das l. s. r. und ch aus eben der Ursache nur unvollkommen aussprechen koͤnnen Eph. Nat. Cur. angef. Ort. . Es konnte jemand nicht alle Buchstaben heraus bringen, dem das Zaͤpfchen von der Geburt an fehlete WEDEL de morb. infan- tum. . Leute, bei denen das Zaͤpfchen ge- theilet war, sprechen so undeutlich Storch Kinderkranheiten. S. 157. , als wenn man durch die Nase zu reden pflegt Eph. Nat. Cur. Dec. 1. ann. 3. S. 512. v. der Monde. ebendas. paee. . Ein Fehler am Gaumen Davon entstand eine undeut- liche Sprache, Eph. Nat. Cur. nov. vol. 1. obs. 103. , bei der Hasenscharte, oder wenigstens, wenn die Knochen des Kinnbakkens feh- leten, und die Oeffnung von dem Gewoͤlbe des Mundes- nach der Nase in eins fortgieng, verursachte eine unan- genehme, und uͤbel gebildete Sprache. Ammann erin- nert S. 115. , daß davon die Lippenbuchstaben o. u. oͤe. uͤ. b. m. p. f. v. verdorben wuͤrden, und daß die Buch- staben b. p. m. f. in einigen amerikanischen Sprachen aus der Ursach vermisst wuͤrden, weil sich diese Voͤlker eine Ehre daraus machen, die Lippen zu durchloͤchern, und Ringe darin zu tragen WAFER deseript. of the Isthinus. u. s. f. . Er stimmet damit uͤber- ein, AMMANN. S. 109. S. 56. IIII. Abschn. Das Reden. ein, daß sich das r uͤbel ausprechen lasse HOLDER. S. 76. , wofern der Gaumen uͤbel gebildet waͤre. Von einem gar zu holen Gaumen, den die Zunge nicht zu erreichen vermochte, entstand ein Fehler in der Sprache VYLHORN edit. chir. heister. S. 798. . Daß Personen schnarren, wenn die Wege am Gau- men, und neben den Zaͤhnen zu gros sind, daß durch sie der Schleim abtroͤpfeln kann, dieses ist eine feine Ver- muthung, welche Sanctorius angiebt Methodus vitand. error. S. 1. 182. . Jch lese in den Schriften, daß es bei den Chinesen gemein sei, die obern Zaͤhne Bei dem du halde. vor den untern vorragen zu haben, und dieses soll die Ursache seyn, daß sie das r. nicht auszusprechen vermoͤgen, und dieser Buchstabe in ihrer Sprache nicht vorkomme, so wie dieser Buch- stabe in der mexikanischen Sprache, und den benach- barten Voͤlkern von Neuengland WALLIS. S. 21. vermißt wird: wiewohl ich den besondern Fehler dieser Voͤlker nicht kenne. Aus dem Mangel der Zaͤhne koͤnnen alte Personen das s. f. und i. nicht wohl aussprechen AMMANN. S. 39. , und entsteht die- ser Fehler ebenfalls, wenn die Zaͤhne gar zu weit aus einander, oder auch gar zu dichte S. 114. beisammen stehen. Ehe den Kindern die Zaͤhne nicht nachgewachsen sind, so koͤnnen sie viele Buchstaben nicht aussprechen AMMANN. S. 39. . An einem Knaben, dessen Unterlippe zu duͤnne war, siel die Aussprache des Buchstaben f. weg Ebenders. S. 74. 1 5. . Jch uͤbergehe das Stummseyn, welches uͤberhaupt von dem Fehler der Nerven, von Faͤllen von hohen Oertern SCHELH. S. 33. pana- rolvs II. obs. 30. cornar. hist. rar. cap. 15. , von Verlezzungen des Ruͤkkgrads GALE n loc. adfect. L. I. c. 6. , von A a a 4 Wun- Die Stimme. IX. Buch. Wunden des Haupts BLANC. angef. Ort. T. I. Cent. IV. n. 28. , oder des Halses SCHELH. ars medendi. T. II. S, 217. , von uͤbermaͤßigen Kizzeln HILDAN Nuzzen der Anatom. S. 15. , von hizzigen Krankheiten Freie Urtheile. XXI. 1750. , vom Anstreifen des Blizzstrahls Wolf Wirkungen der Natur. n. 329. , erfolgt ist. Jch habe nicht selten bei histerischen Krankheiten Sprachlo- sigkeit bemerkt, welche mit dieser Krankheit wieder ver- schwunden, und ich finde noch mehr Exempel in den Schriften aufgezeichnet SALMVTHL. III. obs. 28. Eine Sprachlosigkeit vom gehinder- ten Monatsflusse vergieng, als die- ser wieder hergestellet worden. Ein Hypochondrischer war 14 Jare stum, gleichsam wegen des aufsteigenden Knotens, hooke experienc. 58. . Es gehoͤret auch das Exempel von einer Kinderkrankheit mit zu den Ner- venverlezzungen, wenn Kinder nach der Vertreibung der Wuͤrmer den Gebrauch der Rede wieder bekommen haben alex. bened. L. V. c. 15. . Noch bei andern ist diese Sprachlosigkeit durch die verstopfte Schleimhaut hervorgebracht wor- den hildan. Cent. VI. obs. 14. Phil. trans. n. 486. . So wie der Gebrauch der Sprache bei diesen Men- schen durch die verlezzte Wirkung der Nerven aufgeho- ben worden, so scheinet bisweilen eine heftige Anstrengung der Kraͤfte der Seele und des Leibes Nach einer heftigen Anstren- gung kam die Sprache wieder, an- dry orthopedie. T. II. S. 281. brovzet. T. II. S. 247. Eine stumme Person bekam im Schrek- ken die Sprache wieder, des noves lettres. S. 198. Ein Schrekken be- nahm eine vierjaͤhrige Sprachlosig- keit, Phil. trans. n. 486. , vielleicht, weil ein neuer Strom der beweglichen Materie in die ver- stopfte Nerven eingedrungen, die Sprache wieder her- gestellt zu haben, so wie man ein bekanntes Exempel an einem Sohne des Kroͤsus, und an andern hat BLANCAARD Jahrre- gist. T. I. Cent. 2. n. 21. Von einem vierzigjaͤhrigen Manne. Ein Maͤd- chen von 21 Jahren bekam vor ihrem Tode die Sprache wi der, Acta ma- ris Balth. 1700. S. 38. Einer bekam die Sprache vom Schrekk wieder, nachdem ihm die Zuͤnge verschnitten wurde, tvlpivs. L. I. c. 41. , wel- che IIII. Abschn. Das Reden. che ploͤzzlich das Vermoͤgen zu reden wieder bekommen haben, als ob gleichsam das Band der Zunge aufgeloͤ- set worden. Es soll auch Battus, und der Kaiser Ma- ximilianus I. in der Jugend stumm gewesen seyn, und ich finde, daß diese im neunten Jahre ihre gehoͤrige Sprache wieder bekommen Daß er uͤberhaupt stumm ge- wesen, und von selbsten die Sprache wieder bekommen, will mercv- rialis morbi puer. L. II. S. 61. Von ein mandern Knaben, der im neunten Jahre wieder reden lernte. Eph. Nat. Cur. Cent. X. obs. 45. . Es hat aber dieses von den staͤrker gewordenen Muskeln, und vielleicht auch von dem geschlossenen Gaumen herruͤhren koͤnnen. §. 11. Wie die besondern Fehler in der Sprache ver- bessert werden koͤnnen. Man ist bei diesen Exempeln, so wie uͤberhaupt in der Heilungskunst, mit der halben Heilung fertig, wenn man die Ursache des Uebels einsieht, und es sind die mei- sten Gebrechen in der Sprache so beschaffen, daß sie sich von einem geuͤbten Manne verbessern lassen. Personen, welche das d. und t. statt k. aussprachen, denen druͤkkte Ammann die Zunge mit den Fingern nieder ammann. S. 111. An einem Daͤnischen von Adel. , damit sie nicht an die Zaͤhne anschlagen koͤnnte, und sie beka- men daher das Vermoͤgen, diesen Buchstaben gehoͤrig auszusprechen, ja sie haben nichl einmal diesen Beistand noͤthig, wenn sie nur sich vornehmen, die Zunge tiefer, und so viel darzu gehoͤret, niederzudruͤkken. Ein Maͤdchen, wel- ches anstatt aller Buchstaben, ohne Unterscheid immer einerlei r. aussprach, konnte innerhalb drey Monathen, unter Anfuͤhrung des Ammanns, alle Buchstaben her- ausbringen S. 107. . Diejenigen, welche wegen einer gar zu losen, und fliegenden Zunge das l. schlecht aussprechen, verbessern sich, wenn sie die Zunge nach vorne, und in A a a 5 die Die Stimme. IX. Buch. die Hoͤhe strekken lernen ammann. S. 113. . Ein Stammeln, welches von dem engen Zungenbande herruͤhret, wird mit der Loͤsung desselben gehoben Ebenderf. ebendas. . Wie man die Sprache, wenn solche durch die Verwundung der Zunge verderbt worden, mit einem eigenen Jnstrument ergaͤnzen muͤsse, das lehren Paraͤus Chirurg. L. 22. c. 5. , und M. G. Purmann Chirurg. Lorberkranz. S. 245. 246. . Einer, der das f. nicht aussprechen konnte, lernte die obern Lippen an die untern Zaͤhne ziehen, und er ver- mochte auf diese neue, und ihm eigene Weise, den Ton des f. herauszubringen ammann. S. 74. 175. . Wir haben bereits einen andern angefuͤhret, der die Zunge verloren, und die Buchstaben, mit Huͤlfe der Lippen, zu machen wuste. Bei denen die Zaͤhne zu dichte stehen, diese koͤnnen sich damit heifen, daß sie zwischen den Hunds-und Schnei- dezaͤhnen Luͤkken machen ammann. S. 114. . Ein Professor in Jena lies sich die Zaͤhne befeilen, damit er die Hebraͤischen Buchstaben desto besser heraus bringen konnte. Wenn die Zaͤhne zu weitlaͤuftig stehen, so kann man sich da- durch helfen, daß man sich Zaͤhne von Elfenbein einsezzen laͤst anman. S. 114. . Den Verlust des weichen Gaumens ersezzen Platten von Elfenbein, oder von Golde, mit Schwamm gefuͤt- tert, einigermaßen. Wenn das Zaͤpfchen zu groß ist, so laͤst sich ein Theil desselben mit Nuzzen wegschneiden. §. 9. Wie Stumme reden lernen koͤnnen. Etwas verwundrungswuͤrdiger ist dasjenige Kunst- stuͤkk, da Menschen, die von ihrer ersten Geburt an stumm sind, blos durch den geschikkten Unterricht des Lehrmeisters, wenn keine Werkzeuge veraͤndert werden duͤr- c. hofm. inst. S. 184. IIII. Abschn. Das Reden. duͤrfen, reden lernen, und das unschaͤzzbare Recht wie- der erlangen, daß sie der menschlichen Gesellschaft beiwoh- nen, anderer Gedanken erfahren, und ihre Empfindun- gen andern wieder mittheilen koͤnnen. Es sind dieses solche Menschen, welche niemals das Gehoͤr gehabt, und also die Sprachen anderer Menschen weder empfinden, noch nachahmen gekonnt. Es koͤmmt naͤmlich bei einer je- den Sprache, so wie bei der Sprache der Voͤgel Die Nachtigallen lernen es von ihren Eltern, und singen nicht wol, wenn sie ohne Vater und Mutter sind aufgezogen worden. Aëdol. S 10. , sehr viel auf das Nachahmen an. Von dieser Art Menschen werden nicht wenige gebohren, und es hat ihr beklagens- wuͤrdiger Zustand gemacht, daß man sich schon lange mit grossem Eifer um die Kunst bemuͤhet hat, dieses so gros- se Gebrechen zu mildern, da man es nicht voͤllig heben kann. Die ganze Kunst koͤmmt uͤberhaupt darauf an, daß ein stummer Mensch seine Augen auf die Lippen, Zunge, den Luftrroͤhrenkopf eines andern mit Aufmerksamkeit rich- ten muß, daß er auch die Finger an den Luftroͤhrenkopf anlegt, und also eben solche Bewegungen, als ein Reden- der, macht, an sich nachamen lernet. Wir finden hin und wieder, und vorlaͤngst Nachrichten von dergleichen stum- men Menschen, welche mit den Augen gehoͤret haben rvd. agric. von der Er- findung. L. IX. lezzte Kap. zwin- ger phys. Med. c. 25. sal. al- berti de surdidate. S. 20 I. ant. v. der linden phys. S. 552. Drei Exempel. Plot natural hist. of Staffordshire. S. 288. Phil. trans. n. 312. schott phys. cur. L. III. c. 33. tvlp. c. 19. L. IV. j. v. mekren. c. 19. Eph. Nat. Cur. Dec. I. ann. I. obs. 35. p. borell. Cent. IV. obs. 23. cl. nic. le cat des sens. S. 295. hist. de l’Acad. 1737. obs. 6. Das Maͤd- chen aus Genev beim derh. phys. theol. S. 115. , darunter viele die gehoͤrten Worte nicht nur nachsprechen, sondern auch mit andern zu schwazzen gelernt haben tvlpivs. ang. Ort. Eph. Nat. Cur. ang. Ort. Hist. de l’Acad. ang. Ort. bovrnet beim derh. angef. Ort. doch nur unordentlich. Phil. trans. angef. Ort. . Die Kunst selbst, da ein Lehrmeister einen stummen Menschen anfuͤret, seine Empfindung durch Worte aus- zudruͤkken, ward in Spanien gegen das Ende des sech- zehn- Die Stimme. IX. Buch. zehnten Jahrhunderts erfunden, und es hat diese Pe- trus Pontius wallesivs de sacra philos. S. 78. Daß die Erfindungen dieses Mannes faͤlschlich dem eman. ram. de carrion zugeschrieben seyn, zeiget dan. morhof Po- lyhist. L. II. c. 3. p. m. 341. , ein Benediktinermoͤnch zuerst, so viel ich Nachrichten finde, ausgeuͤbet. Nach ihm hat Joh. Paul Bonet ein Buch heraus- gegeben, welches mir aber niemals zu Gesichte gekom- men, und das zur Aufschrift hat: Reduction de la lette- ras y arte para ensennar a hablar los mutos, welches zu Madrit 1620 aufgelegt worden, und worin er die Lehr- saͤzze dieser Kunst vortraͤgt. Kurz nach ihm schrieb Em- manuel Ramires de Carrion maravillas nemlich de nature- leça qua se contienta los mil secretos da causas natu- rales im Jahre 1629. Nach ihnen glaubte Franz Mer- kur von Helmont, ein Mann, der lange Jare gelebet hat, daß die Bewegungen der Werkzeuge der Stimme ihre Karaktere von den Hebraͤern bekommen haͤtten, er druͤkkte in seinen Kupfern diese Bewegungen aus, und er lehrete einen tauben Tonkuͤnstler nicht nur Buchstaben sagen, sondern auch hebraͤisch sprechen Alph. nat. Sulzb. 1658. S. 5. . Nach ihm verbesserte ein Mathematiker, J. Wallis, die Fehler der Sprache, und er bestimmte die nothwendige Lage der Theile. Ausserdem lehrete er dem Alexander Popha, welcher taub war, reden Phil. trans. n. 345. , welches er auch an zween Tauben Jn der Vorrede, und den Phil. trans. n. 61. uͤber das Jahr 1662. innerhalb zwei Monathe Phil. trans. n. 61. so glaͤub- lich verrichtete, daß der eine darunter auch so gar polni- sche Buchstaben nachsprechen konnte Jn dem Schreiben an den ammann. . Er schrieb ein Buch von der Bildung der Buchstaben Eine englische Grammatik, deren vierte Ausgabe zu Oxfort 1674 in Octav ich besizze. , welches mir entweder, aus Mangel der englischen Sprache, oder an- derer Ursachen wegen, nicht gar zu deutlich zu seyn schei- net Siehe die Aussprache des u. v. ch. th. . Diesen Mann sahe Monconis, als er sich in IIII. Abschn. Das Reden. in England aufhielte, einen Tauben reden lehren, und noch einem andern Unterricht geben Itinera II. P. II. S. 96. 97. . Wilhelm Holder, der in dieser Kunst mehr Erfa- rung hatte, zeigte in einer vortreflichen Schrift, das Entstehen der Grundzuͤge der Sprache, und lehrte im Jahr 1659 einem Tauben die Sprache Vorrede zum Buch Elements of speech. . Des George Sibscore ( Sibscota Morhoe ) deaf and dumh mans dis- curse or concerning these Who are born deaf and dumb zu Londen 1670 gedruͤkktes Werk habe ich nicht zu sehen bekommen. Jn Schlesien soll ein in dieser Kunst erfahrner Mann gelebet haben Eph. Nat. Cur. Dec. I. ann. I. obs. 35. , welcher einem stammelnden, ob schon nicht stummen Juͤngling, alle Buchstaben aussprechen ge- lehret hat. Jndessen hat uͤber alle, welche Stummen die Sprache wieder gegeben haben So urtheilet auch fr. merc. hilmont, ammann. in praef. . J. Conr. Ammann, der in Holland, und wenn ich nicht irre, nicht weit von Leyden in einem Dorfe gewohnet hat, und daselbst gestor- ben ist, seinen Namen vorzuͤglich verewiget. Dieser hat Tauben und Stummen das Vermoͤgen, deutlich und hurtig zu reden, dergestallt verschafft, daß er einem Knaben von gutem Wizze, in einem Monathe reden, lesen und schreiben gelehret hat S. 98. : er unterrichtete ferner in zween Monathen ein Maͤdchen zu Harlem Jn der Zueignungsschrift. Er lernte auch lateinisch und franzoͤ- sisch sprechen, und von dieser Heilung zeugen auch J. B. Winslow, der ihn selbst deutlich reden hoͤren, bei dem andry orthopedie. T. II. S. 297. und beim verdier abregé d’anat. T. II. S. 324. Man lese von eben dieser Jungfer, phil. trans. n. 286. ; indem er sonst bei weniger faͤhigen Schuͤlern ein ganzes Jahr noͤthig hatte S. 46. Ein anderer Zeuge von dem Ammannifchen Unterrichte ist m. e. ettmveller de tor- ment. et poenis sustinendis. , und seine Kunst nur an zween Schuͤlern, und zwar aus ihrem eigenen Versehen, fruchlos anwandte S. 80. . Dieser Schriftsteller hat die ganze Kunst so deutlich vor- Die Stimme. IX. Buch. vorgetragen Surdus loquens 1700. de lo- quela 1702. welche oͤfters aufgeleget worden. , daß sie Raphel blos durch Lesung seiner Schrift erlernet hat Vorrede seines Buchs. . Sein Schuͤler war der beruͤmte Ziegler, der noch jezzt zu Rinteln die Medicin lehrt, und vordem die Kunst eines Sprachlehrers an Tauben ge- trieben. Ausserdem hat noch ein neuerer Auctor die Re- geln des Ammann vorgetragen berard. S. 49. u. f. . Kurz nach Ammann Jm Jahre 1704. gab W. Kerger, ein Li- centiat in der Mediein, einige Regeln heraus, welche er auf die deutsche Sprache gerichtet hatte, und er bemuͤ- hete sich, Taube und Stumme in Unterricht zu nehmen Eph. Nat. Cur. Cent. II. app. . Daß Elias Schulze dergleichen versprochen, als Ammann gethan, berichtet uns Raphel. Dieser George Raphel, ein Prediger, schrieb ein vortrefliches Buch uͤber diese Kunst, er lehrete seine eigene Tochter gluͤkklich reden, und er gab nach eigener Erfahrung Regeln fuͤr die Kunst, die sich in so fern vom Ammann unterscheiden, daß jener reine Toͤne aussprechen lehrete; Raphel hingegen sogleich Silben, die aus Mit- und Selbstlautern zusammengesezzt sind, dafuͤr lieber er- waͤhlte. Er giebt von den Accenten, und Bedeutungen der Woͤrter, viele nuͤzzliche Erinnerungen. Jch lese, daß man seit kurzem vom J. F. Supf Satur. Siles. mantiss. VIII. n. 1. , und Jak. Rodriguez Pereira bovff. hist. nat. T. III. S. 350. hist. de l’Acad 1749. S. 183. , viel Ruͤmens macht, daß ihre Schuͤler artig und genau, wiewohl lang- sam Journ. des sav. 1750. Febr. , und gleichsam aus tiefer Brust heraussprechen gelernt, indem er sich dabei eines eigenen Alphabets be- diente, wozu die Bewegungen mit den Haͤnden die Buch- staben waren Ebenders. ebendas. . Jch habe aber nichts rechts von den besondern Kuͤnsten dieses Mannes, so wenig, als von dem Kunststuͤkke des beruͤmten Ernault, erfaren koͤnnen Bei dem tovssaint obs. de phys. 1757. Sept. . §. 13. Die Kunst, Tauben u. Stum- men reden zu lehren. Luͤneb. 1718. IIII. Abschn. Das Reden. §. 13. Etwas von dieser Kunst. Diese Kuͤnste sind eigentlich nur allein auf taube Per- sonen gerichtet, denn, wenn diese nicht taub, aber wohl stumm sind dom. pamarolvs Pentec. IX. obs. 17. Menschen sind nicht stumm, wenn sie nicht zugleich taub sind, plin. Lib. X. c. 69. , so muͤssen an diesen Menschen die Werk- zeuge der Sprache selbst verlezzet seyn, wenn diese aber zu ihren Bewegungen ungeschikkt sind, so kann kein Acht- geben auf einen Redenden helfen, diese Bewegungen wieder herzustellen. Ferner verlangt die Kunst wenigstens Personen, die acht Jahr alt sind S. 81. , wenn sie auf die Lehren des Mei- sters mit Geduld, und bestaͤndiger Aufmerksamkeit acht geben sollen; ferner so ließ Ammann erst einen solchen Schuͤler mit den Fingern das Zittern des Luftroͤhrenkop- fes in der Zeit bemerken, wenn er selbsten sprach, und er mußte dieses Zittern an seiner eigenen Kehle nachma- chen S. 83. . Wenn er also gelernet, eine Stimme von sich zu geben, so laͤst er ihn die Selbstlauter aussprechen, in- dem er vor einem Spiegel solche Bewegungen der Lippen und des Mundes studiret, dergleichen er an seinem Sprachlehrer S. 84. gesehen hatte, hierauf mus er die Hand an die Kehle des Lehrers legen, und wenn dieser seine Nase zugedruͤkkt, so lernt er ein ganzes und vollstaͤndiges Wort heraus bringen S. 87. . Jndem er nun spricht, so schreibet er zugleich eben diese Selbstlauter nieder S. 86. , damit sie im festen Sinne bleiben moͤgen, und zwar nur wenig auf einmal, doch aber alle Tage einige. Hierauf lehrt er dem Untergebenen allmaͤlig die Halbvocales S. 88. , wie auch die uͤbrigen Buchstaben hervorbringen, wobei er sich allemal in acht nimt, daß er nicht zugleich die Namen seiner Mitlau- ter beifuͤgt S. 89. . Hierauf laͤst er die Buchstaben, die man recht begriffen, schnell zu Silben werden S. 97, , nach diesem bringt er ihm Die Stimme. IX. Buch. ihm die Namen der Dinge, und die Sprache in das Gemuͤth S. 103. 104. . Der Leser wird mich entschuldigen, daß ich hier de Grundzuͤge ei- ner der schoͤnsten Kuͤnste beruͤhren wollen. §. 14. Noch eine andre Weise, wie man Taube unterrichten koͤnne. Jch muß noch von einer Kunst Meldung thun, die zwar ei- gentlich nicht hierher gehoͤret, vermoͤge welcher aber Stumme nicht lernen, die Werkzeuge der Stimme recht zu gebrauchen, sondern man koͤmmt ihnen vielmehr mit einem andern Gehoͤrwerkzeuge zu Huͤlfe, auf welches man indessen doch durch die Beobachtung der Natur gefallen ist. Es theilen sich nemlich die schallenden Zitte- rungen, welche unser traͤges Ohr nicht gewahr wird, den Knochen des Kopfes mit, und sie gelangen also, ohne die Umwege der Trommelhaut zu beruͤhren, zum Gehoͤrnerven. Es kann also ein klingender Koͤrper auf den Kopf des Kranken angelegt Gautier in seinen obs. phys. , oder, wel- ches noch besser ist, ein Staͤbchen in dem Mund des Redenden, und zwischen die Zaͤhne dessen, der es hoͤren will, genommen wer- den. Solchergestalt zwingt die Luft, welche aus der Glottis des redenden Menschen faͤhret, das Staͤbchen, Schwingungen anzu- nehmen, indessen daß der taube diese Zitterungen wahrnimmt Jorissen diss. de nova methodo, surdos reddendi audien- res, Halle 1757. eavmer de surd. a nativ. cur. Commerc. Litt. Norimb. 1743. hebdom. 12. . Jn der That unterscheidet der taube genau den Ton der Zitter, wenn er den Finger daran haͤlt, und wenn er die Hand des Reden- den ergreifet, so weiß er seine Stimme, nebst den Silben, durch das Zittern zu unterscheiden kaavw de perspir. n. 1100. Dieser bekannte Mann hoͤrete selbst nach der Erfahrung, daß er sogar die Fehler der Redenden zu unterscheiden wußte, impet. fac. n. 372. . Ein anderer tauber nahm ein Horn in den Mund, und hoͤrete damit die Gespraͤche an welsch episagm. obs. 24. , ja es be- richtet J. Bapt. Porta, daß, wenn man dergleichen zwischen den Zaͤhnen hielte, ein tauber den Schall der Jnstrumenten hoͤren koͤnne Magia nat. Lib. XX. c. 1. monroo de nervis. S. 376. . Endlich konnte eine Jungfer, welche taub war, mit den Augen hoͤren, wenn man ihr auf den Arm, die Stirn oder den Ruͤkken Buchstaben aufschrieb, und sie wuste den Ge- danken des Schreibers geschwinde zu treffen Journ. de Medec. 1657. Juin. . Ende des dritten Theils. Regi- Register uͤber den dritten Band der von Hallerischen Phisiologie. Achtes Buch. Das Atemholen. Erster Abschnitt. Die Brust. §. 1. D ie Wirbelbeine des Ruͤkkens uͤberhaupt. Seite 1 . 2 . 3 . 2. Die Baͤnder, die solche befestigen. ‒ 5 3. Die Ribben uͤberhaupt. ‒ ‒ 8 Was eine jede Ribbe besonders hat. ‒ 9 Was die erste, ‒ ‒ 11 zwote, dritte, vierte, fuͤnfte, sechste, siebende, ‒ ‒ ‒ 12 die wahren, und falsche Ribben betrift. ‒ 13 Der Rand der Ribben. ‒ ‒ 14 Jhre Zwischenraͤume. 4. Die verschiedne Festigkeit der Ribben. ‒ ‒ 15 Die untersten sind am beweglichsten, die obern nach der Reihe fester, ‒ 16 die oͤbersten am festesten, nach gemachten Versuchen. ‒ 17 5. Der Brustknochen, dessen ‒ ‒ 18 oͤberster, ‒ ‒ ‒ 19 mittlerer, ‒ ‒ 20 unterster Theil, ‒ ‒ ‒ 21 und Anhang. ‒ ‒ 22 5*. Die Baͤnder der Ribben an den Wirbelbeinen. ‒ 24 Von den Ribben zum Brustbein, von den Ribben zum schwerdfoͤrmigen Anhaͤngsel, von den Ribben, zu den Ribben, ‒ 27 vom Brustbeine zu den Schluͤsselbeinen, ‒ 28 vom Schluͤsselbeine zu den Ribben. 6. Die ganze Verbindung der Brust. ‒ ‒ 30 Derselben Uebereinstimmung mit einem Fasse. Die Kreisboͤgen der Ribben, ‒ ‒ 31 H. Phisiol. 3 B. B b b sind Register sind sich einander ungleich. Man Seite. geht sie einzeln durch. ‒ 32 Die Saͤulen, wodurch die Ribben verbunden werden. 33 Die Brust hat keine geometrische Figur. ‒ 34 Jhre große Festigkeit. Die Ribben in andern Thieren. ‒ 35 Was vor Eingeweide von den Ribben bedekkt werden. §. 7. Die verschiedene Beweglichkeit der Brust. ‒ 36 Ganz hebt sie sich schwerlich in die Hoͤhe. ‒ 37 Gemeiniglich steigen die Unterribben gegen die obern in die Hoͤhe, besonders gegen die erste; die mittlern kommen sich nicht viel naͤher, die untersten steigen in die Hoͤhe; die Ribben drehen sich um, und es senkt sich ihr innerster Theil herab. ‒ ‒ 40 Der Brustknochen bewegt sich nach vorne, ‒ 41 uͤber sich in die Hoͤhe, und steigt in dem heftigsten Einatmen nieder. ‒ 42 Jm Ausatmen geschicht das Gegentheil. ‒ 43 Vom vorhergehenden. 8. Die Muskeln, welche die Brust regieren. ‒ Die Ribbenmuskeln uͤberhaupt. 9. Die aͤussern uͤberhaupt. ‒ ‒ 46 10. Die aͤussern insbesondre. 47 Die Hebemuskeln der Ribben. 48 11. Die inwendigen Ribbenmuskeln. ‒ 49 Jnsonderheit. ‒ ‒ 51 Jhr Lager veraͤndert sich nicht in den Zwischen- raͤumen der Knorpeln. 12. Die Muskeln, unterhalb den Ribben, ‒ 52 oder die Niederzieher. Die Brustbeinribbenmuskeln. ‒ 53 Jhr erster, oder unterster, ‒ ‒ 54 der zweete, dritte, 55 vierte. 13. Der Nuzzen der aͤussern Ribbenmuskeln. ‒ 56 Sie heben ihre Ribben in die Hoͤhe, ‒ 57 wie auch die Hebemuskeln der Ribben. 14. Strei- uͤber den dritten Band. §. 14. Streitigkeiten uͤber die Wirkung der innern Seite. Ribbenmuskeln. ‒ ‒ 58 Die Alten wollen, daß sie die Ribben niederdruͤkken. Ferner Franz Baylee, ‒ ‒ 59 und George Ehrhard Hamberger. ‒ 60 Mit was vor Gruͤnden sie solches thun. 15. Doch sie heben vielmehr die Ribben auf. ‒ 61 Was vor Schriftsteller, und Gruͤnde dieses bestaͤtigen: weil die obere Ribbe eine groͤssere Festigkeit hat, weil von oben her die Distanz vom Mittelpunkte der Bewegung kleiner ist, und es wird diese Festigkeit desto groͤsser, je hoͤher eine jede Ribbe, uͤber der andern liegt. 16. Versuche, woraus erhellet, daß die inuern Ribben- muskeln die Ribben erheben. ‒ 67 Was mit Faͤden vorgeht, die den Zug dieser Muskeln nachamen, und wenn man die Wirksamkeit der Muskeln selbst, an lebendigen Thieren in Augenschein nimmt. 17. Man antwortet auf einige Einwuͤrfe. ‒ Die untern Ribben werden bisweilen einwerts ge- zogen, wenn das Thier einatmet. Dieses thun alsdenn nicht die Ribben, sondern das Zwerchfell. Warum die Natur zwo Arten von Ribbenmus- keln gemacht habe. ‒ ‒ ‒ 71 18. Der dreiseitige des Brustknochens druͤkkt die Rib- ben hernieder, und kruͤmmt sie einwerts. 72 Die Niederzieher scheinen die Ribben niederzu- druͤkken. 19. Die von andern Orten entspringende Hebemus- keln der Ribben. ‒ ‒ 73 20. Der Schluͤsselmuskel, ‒ 74 kann sie allerdings, aber nur in etwas in die Hoͤhe heben. ‒ ‒ 75 21. Die zahlreichen, ungleich dreiseitigen Muskeln 76 darunter einige in der That ihre Ribben in die Hoͤhe ziehen. 22. Der vordere Zizzenmuskel, ‒ ‒ 80 wendet den Kopf auf die Seite, B b b 2 und Register und erhebt die Ribben, wenn der Seite. Nakken steife ist. ‒ ‒ 82 §. 23. Der niedersteigende Nakkenmuskel. ‒ 83 24 Die gezakkten. Der hintere obere, ‒ 84 und nicht der untere. 25. Der vordere untere, ‒ ‒ 85 kann die Ribben unter gewissen Bedingungen in die Hoͤhe heben, und der vordere obere noch deutlicher. 26. Der große Brustmuskel, ‒ ‒ 91 wie er die Ribben zu erheben vermag, wird auch durch Krankheiten gezeigt. So wirken auch der sehr breite Muskel des Ruͤkkens, und andre Strekkmuskel des Nakkens. 27. Verschiedne Niederzieher der Ribben. ‒ 95 Der vierseitige Lendenmuskel. 28. Der breite Kreuzmuskel. ‒ ‒ 96 Der laͤngste Ruͤkkenmuskel. ‒ 98 29. Die Bauchmuskeln. ‒ ‒ ‒ 100 Der große schiefe. Dessen Anfaͤnge, zwo Saͤulen, Oefnung, die man den Ring nennt, Verrichtung. 30. Der schiefe aufsteigende, ‒ ‒ 105 dessen gedoppelte breite Sehne, traͤgt nichts zum Ringe bey. Verrichtung. 31. Der Queermuskel. ‒ ‒ 109 Die gemeinschaftliche Verrichtung der Bauch- muskeln. 32. Der gerade Bauchmuskel. ‒ ‒ 113 Die verwandte Muskeln, sehnige Aufschriften Wirkung dieses Muskels, weisse Linie, sein Nabel. 33. Das Zwerchfell uͤberhaupt, ‒ ‒ 118 dessen Lage, Maas, 34. Der Ursprung vom Brustbeine, ‒ ‒ 121 von den Ribben, von uͤber den dritten Band. von den Lendenwirbeln. Der erste, Seite. zweete, dritte, vierte Kopf. §. 35. Die mittlere Sehne, ‒ ‒ 127 deren vier Paͤkke. 36. Die Loͤcher. Fuͤr die Aorte, ‒ ‒ 131 Holader, den Schlund. 37. Die Wirkung des Zwerchfelles, ‒ 133 es senkt sich nieder, und macht den Bauch kuͤrzer. Es steigt auch seine Sehne nieder. Unregelmaͤßige Bewegungen des Zwerchfells. Es verengert den Schlund, und die Holader. 38. Die verschiednen Nerven des Zwerchfells, ‒ 140 Der Zwerchfellsnerve. Seine Anfaͤnge, und Aeste. 39. Versuche, die man an diesem Nerven vorge- nommen. ‒ ‒ ‒ 147 Wenn er unterbunden, gedruͤkkt, zerschnitten worden, so hebt er die Bewegung des Zwerchfells auf. Gar zu zierliche Versuche damit. 40. Die Schlagadern des Zwerchfells, 150 die Zwerchfellsadern, die rechte, die linke. Aeste von den Bruͤstenadern, von den Ribbenadern, Lendenadern, der Aorte. 41. Die Blutadern des Zwerchfells, ‒ 156 Zwerchfellsblutadern, noch andre. 42. Die Ribbenschlagadern, ‒ ‒ 158 die oͤberste Ribbenader, die von der Aorte entsprossnen Ribbenadern; die Aeste der Ribbenadern. 43. Die inwendige Bruͤstenadern. ‒ 163 Die Brustader. 44. Die Nerven der Brust. ‒ 165 B b b 3 45. Register §. 45. Die Blutadern. ‒ ‒ Seite 166 Die innere Bruͤstenader. Die obere, rechte Ribbenblutader, die linke. 46. Die ungepaarte Blutader, ‒ 170 ihr oberer Ursprung, Fortlauf, Aeste, Die halbgepaarte. Das untere Ende der ungepaarten, das Ende der halbgepaarten. 47. Mutmaßungen, warum die Natur die ungepaarte Ader gemacht, ‒ ‒ 178 die Folge ihrer Zusammenhaͤnge. Zweeter Abschnitt. Die in der Brust enthaltne Theile. §. 1. Die Brustdruͤse. ‒ ‒ 182 Groͤsse dieser Druͤse, ihr Ort, Lappen, untern Hoͤrner, obern, mittlerer Theil. Zellgewebe, lappige Beschaffenheit, die Blutadern, Schlagadern, Fieswassergefaͤße; sie hat keinen Ausfuͤhrungsgang. Muthmaßungen von ihrer Nuzzbarkeit. 2. Die Ausartung der Ribbenhaut zu Knochen, ‒ 190 der Dampf, der sich in ihre Saͤkke anlegt, und das Wasser, duͤnstet aus den Schlagadern aus, wird von den Blutadern wieder eingesogen; ein bisweilen schmieriger Saft in der Brust. Baͤnder, die wider die Natur entstehen, kommen haͤufig vor. 3. Ob uͤber den dritten Band. §. 3. Ob sich zwischen der Lunge, und Ribben- Seite. haut Luft aufhalte. ‒ ‒ 195 Die Alten bejahten es, wie auch einige Neueren. Hipotese, die auf diese Luft gebaut worden. Gruͤnde derer, so solches bejahen. ‒ 198 Loͤcher, die durch die Lunge gehen; eiserne Sachen, welche ohne Verlezzung der Lunge, durch die Luft gestoßen worden. Besondere Versuche des Stephan Hales, Wolferd Senguerd, Benjamin Hoadley, Luft, welche unter dem Wasser aus der geoͤfne- ten Brust faͤhrt. 5. Gegenseitige Versuche. ‒ ‒ 203 Die Brust von Voͤgeln ist von der Brust der Vier- fuͤßigen unterschieden. Jn Vierfuͤßigen, und Menschen fuͤllt die Lunge die Ribbenhaut aus. An lebendigen Thieren ist der Versuch schwer zu machen; aber dennoch gemacht. Und daraus erhellet, daß in der Brust gar keine Luft enthalten sey. 6. Die Lunge, welche an die Ribbenhaut sties, weicht aus der Ribbenhaut heraus, wenn man in die Hoͤle der Brust Luft hineinlaͤst. ‒ 208 Auch in lebendigen Thieren; und es leidet dabey das Atemholen. Folglich war vorher in der Hoͤle der Brust keine Luft. Folglich schadet das Anwachsen der Lunge nicht dem Atemholen. 7. Es koͤmmt aus einem Thiere, das man unter Was- ser steckt, und hernach, wenn man ihm die Brust oͤffnet, keine Luft heraus zum Vorscheine. 212 Warum man welche bisweilen herauskommen gesehen. Fehler bey dem Versuche. 8. Man antwortet auf die Einwuͤrfe. Von den Poris der Lunge. ‒ ‒ 215 Die Lunge behaͤlt die Luft in sich. Warum sie bisweilen zusammenfalle, wenn man sie aufblaͤst, und auftrocknet. War- Register Warum ein Pfeil, ohne Verlezzung der Seite. Lunge, die Brust durchboret. Wie die Luft aus einer Brustwunde hervordrin- gen koͤnne. Man erklaͤret die Versuche des Hales; des Wolferd Senguerd, des Benjamin Hoadley; Was beim Hamberger das Mittelfell sey. Was beruͤhmte Maͤnner seit kurzem davon halten. §. 9. Die Lunge uͤberhaupt. 222 Jhre Figur, und Lappen, 10. Die aͤusserste Haut der Lunge. ‒ 226 11. Die Luftroͤhre. Jhre Lage, ‒ ‒ 227 und Lauf. 12. Jhr Bau, ‒ ‒ ‒ 299 die Ringelchen, Verschiedenheiten derselben in den Thieren, die Fleischfasern an den hintern Luͤkken. Die Fasern, welche nach der Laͤnge laufen. Die allerlaͤngsten Fasern, andre Queerfasern. Die Ausartung der Ringe. Die oͤbersten. Bey der gablichen Theilung, in der Lunge. Fasern dieser unfoͤrmlichen Ringe. 13. Das innere Oberhaͤutchen der Luftroͤhre. ‒ 234 Die Haut, oder Nervenmembran, das Zellgewebe. 14. Die wahren schleimmachenden Druͤsen, ‒ 236 deren Schleim. 15. Die einfachen Druͤsen, welche an der Luftroͤhre sizzen, 238 deren Lager, Natur, Crfinder, sie sind vom Geschlechte der flieswaͤßrigen. Ob sie sich mit einigem Gange in die Luftroͤhre oͤffnen. 16. Die gabliche Zertheilung der Luftroͤhre in der Lunge, ‒ 241 ihr Bau. 17. Die der Lunge eigenthuͤmliche Gefaͤße. ‒ 242 Die rechte Luftroͤhrenschlagader, die uͤber den dritten Band. die linke, Seite. die linke untere, die rechte untere, die Aeste, die obern rechten Schlagadern der Luftroͤhre, die linken, die uͤbrigen. §. 18. Die rechte Blutader der Luftroͤhre, ‒ 247 die linke, die uͤbrigen Verschiedenheiten. 19. Die Lungenschlagader, ‒ ‒ ‒ 249 deren Staͤrke, Durchmesser, in der Frucht, Schlagadergang, die Durchmesser, die absteigende Aorte ist der wahre Stamm, deren Bau, verwandelt sich in ein Band. Die Aeste der| Lungenpulsader. 20. Sie endigt sich 1. in die Lungenblutader. ‒ 256 Dieses wird durch Versuche bestaͤtigt. 21. Es ist der Weg von der Lungenschlagader, nach der Luftroͤhre frey, ‒ ‒ 257 und so umgekehrt. 22. Die Lungenblutadern nehmen einen Saft aus der Luftroͤhre auf. ‒ ‒ 259 Und auch Luft. Die Staͤmme der Lungenblutadern. 22. Die Lungenblutadern sind kleiner, als ihre Ne- benschlagadern. ‒ ‒ 263 Wer das Gegentheil behauptet. Man bestaͤtigt es, daß diese Blutadern kleiner sind. 24. Die Flieswassergesaͤße der Lunge ‒ 266 sind verschieden von derselben Nezzwerke in der Oberflaͤche. 25. Die Lungennerven; ‒ ‒ 267 ihrer sind wenig. Das hintere große Nervengeflechte, das kleine vordere. 26. Der Bau der Lunge, ‒ ‒ 269 B b b 5 ihre Register Diese Luft pflegt einen groͤßern Raum ein- Seite. zunehmen, als drr Koͤrper einnahm, in welchem sie zuerst war. Doch ist ihre Menge in verschiedenen Koͤrpern verschieden. §. 4. Wo keine Luft ist ‒ ‒ 292 Der luftleere Raum uͤber dem Quekksilber des Barometers, lustleerer Raum, der durch die Luftpumpe hervorgebracht wird. 5. §. Die Schwere der Luft ist eine neue Sache. ‒ 294 Wie gros man solche schaͤzze. Jhr Verhaͤltnis gegen die Schwere des Wassers. Die Atmosphaer hat eine veraͤnderliche Schwere. Am groͤsten ist sie in den unterirrdischen Gaͤngen, am kleinsten auf den hoͤchsten Bergen. Wie sie sich unter der Taͤucherglokke verhaͤlt. Der Unterscheid, den die Waͤrme verursacht. 6. Der Drukk der Atmosphaͤr, ‒ ‒ 299 Wie gros dieser auf den Menschen sey. Unterscheid der von der leichtesten, und schwersten Luft herruͤhrt. 7. Wirkungen des Drukkes auf den menschl. Koͤrper. ‒ 301 Davon werden alle Theile gegen den Mittelpunkt zu gedruͤkkt. Wenn dieses Gewichte aufgehoben worden, entwikkelt sich die inwendige Luft, sie blaͤht ein Thier auf, nicht so deutlich, wenn die Luft, blos wegen der Hoͤhe leichter ist; denn man kann in einer solchen Luft leben. Mirkungen einer dichteren Luft. Diese macht einen thierischen Koͤrper stark. Die gar zu große Dichtheit schadet, und wieder- sezzt sich der Bewegung des Herzens. Warum uns der allgemeine Drukk der Luft nicht erdruͤkke. Etwa wegen der Gleichfoͤrmigkeit des Drukkes? Wie eine leichte Luft Schaden thue. Woher die Blutergießungen, u. f. 8. Der Drukk der Atmosphaer auf die Lunge. ‒ 310 Gelehrte, die solchen zu messen versucht. Bo- uͤber den dritten Band. ihre Lappen, Seite. dte Zwischenraͤume zwischen den Lappen, die Blaͤschen; in einigen Thieren verhaͤlt sich die Lust im Laͤppchen; noch bey andern geht die Luft aus einem Lappen, in die uͤbrigen Lappen. Die daher entstehende Streitfragen werden beygelegt. §. 27. Der Lungenbau in den Vierfuͤßigen, welche Eier legen. 273 28. Der mutmasliche Bau. ‒ ‒ 274 Die Lungenmuskeln, die Groͤße der Blaͤschen, ihre Anzahl. 29. Anmerkungen. Man zmeifelt an den Muskelfasern, 277 und an den Blaͤschen, die an die Luftroͤhre gleich- sam wie an den Hals angepast sind. Ob also die Lunge aus lauter Zellgewebe bestehe. Gruͤnde des Helvetius. 30. Die Gegengruͤnde. ‒ ‒ ‒ 280 Man zweifelt an solchen Vorstellungen. Dritter Abschnitt. Die Luft. §. 1. Man traͤgt die daruͤber gesammelte Versuche vor. ‒ 282 2. Die Luft ist ein fluͤßiges Element, ‒ 282 nicht so durchdringend, als Wasser, wenigstens dringt sie nicht durch thierische Membranen. 3. Die Luft schleicht sich in allerley Saͤfte mit ein, doch allmaͤhlich, und langsam. ‒ 285 Man findet sie in den meisten Fluͤßigkeiten. Man glaubt, daß sie einigen mangle. Wie sie sich nach und nach hineinschleiche. Legt zugleich ihre Kraft ab, vermoͤge der sie sich zusammen druͤkken lies, so wie die Elasticitaͤt; haͤngt sich auch an die festen Theile harter Koͤrper an, von welchen Ursachen die Luft aus den Koͤrpern los- gemacht werde. Wie sie sich aus fluͤßigen Koͤrpern, aus festen Koͤrpern loswikkelt. Diese Register Borell, Seite. Jakob Keil, Jakob Jurin, Johann Bernoulli, Versuche des beruͤhmten Hanows, Berechnung des Richard Barbett, anderer. Dieser Drukk bleibt unausgemacht. §. 9. Wie die Luft, auf eine duͤnnere Luft druͤkkt, und auf einen luftleeren Raum, ‒ ‒ 315 Drukk einer kalten Luft, auf eine warme. 10. Die Federkraft der Luft, ‒ ‒ ‒ 318 ist veraͤnderlich, und verhaͤlt sich wie ihre Dichtheit. Wegen der Federkraft steht ein jedes Lufttheilchen mit der Atmosphaer im Gleichgewichte. Die Luft wird von der Kaͤlte verdichtet, von der Waͤrme ausgedehnt, ihre Federkraft vermehrt sich davon. Die Luft kann sehr duͤnne werden. 11. Das Atsmholen vernichtet die Federkraft der Luft, 323 und zwar sehr geschwinde. Maas dieser Vernichtung. Daher kommen Thiere, die keine frische Luft haben, um. Jn welcher Zeit sie sterben. Auch Jnsekten sterben darinnen, Besonders aber der Mensch. Ursache, warum sie umkommen. Das Quekksilber faͤllt nicht nieder. Sie kommen nicht vor Waͤrme um; sondern von der aufgehobnen Federkraft. Warum die Federkraft vernichtet werde. Etwa wegen der beigemischten Feuchtigkeiten. Dies ergiebt sich nicht. 12. Verschiedne Daͤmfe hemmen die Federkraft. ‒ 330 Die Daͤmpfe von angezuͤndeten Koͤrpern. Die kuͤnstlich hervorgebrachte Luft ist zum Atem- holen ungeschikkt, loͤscht das Feuer aus. Dieses thut auch der sich entzuͤndete Damf in den Gruben, ein anderer auch, der sich nicht entzuͤndet, die Sumfdaͤmpfe, der uͤber den dritten Band. der Dunst der Mineralwasser, und todter Koͤrper, Seite. ein andrer, vom Meere aufsteigender, ferner die Ausduͤnstung wohrriechender Dinge, die vom Stillstehn verdorbene Luft, und der Blizz. §. 13. Man findet nirgenswo reine Luft, ‒ 340 sondern sie hat allemal Wasser bey sich Feuer, und Kaͤlte, eine urspruͤngliche Saͤure, die sich als ein Vitriol anlegt, als Salpeter, Meersalz, Salzdaͤmfe. Die Geruchgeister von Pflanzen, und faule Daͤmfe, so gar Erde, und Metalle, Pslanzensaamen, Thiersaamen. Ob eine reine Luft kein Gewicht habe. Vierter Abschnitt. Die Erscheinungen bey dem Atemholen. §. 2. Das Einatmen. ‒ ‒ 351 dessen erster Ursprung in neugebohrnen Thieren. 3. Ursachen des Einatmens, ‒ ‒ 353 ruͤhren nicht von dem Blute her, das in die Lun- genschlagader getrieben worden, noch von einer, der Lunge angebohrnen Kraft, war- um bisweilen, wenn gleich die Lunge eroͤffnet wor- den, das Atemholen eine Zeitlang noch uͤbrig geblieben. Bey einer, zufaͤlliger Weise geschlossnen Wunde, Beym Ausatmen, das man vor ein Einatmen gehalten. 4. Es giebt keine solche Kreisbewegung, als Kartesius behauptet, ‒ ‒ 358 Man erklaͤret die Erscheinungen, womit man sie bestaͤtigen will. 5. Warum die Luft in die Lunge tritt. ‒ 360 Wegen Register Wegen der, in der Lunge uͤbrigen duͤnnen Luft. Seite. Folglich dehnt sich die Lunge in einer groͤsseren Brust nicht aus, oder auch, wenn man sonsten das Gewicht der Atmosphaer hinzulaͤst. §. 6. Kraͤfte, welche die Brust erweitern. ‒ 362 Darunter ist das Zwerchfell das vornehmste. Welches durch Versuche bestaͤtiget wird. Es verrichtet mehr, als die Ribben, bei dem Erwei- tern der Brust, und wie viel. Berechnung des Franz Boißier, und anderer. 7. Wenn die Brust vom Zwerchfelle erweitert worden, alsdenn tritt die Luft in die Lunge ein. ‒ 369 Eine Maschine, womit man der Natur nachahmt. 8. Wie die Lunge vom Zwerchfelle veraͤndert werde. ‒ 371 Die Lunge sinkt herab, und das Herz. 9. Was die Ribbenmuskeln im Einatmen zu verrich- ten haben. ‒ ‒ 372 Es heben sich die Ribben in einer gesunden, und sich dabey ruhig verhaltenden Mannsper- son, gelinde in die Hoͤhe, in andern mit groͤsserm Rachdrukke; folglich bleibt auch, ohne Zwerchfell, einigermaßen das Atemholen noch uͤbrig. Wenn die Ribbenmuskeln zerschnitten werden, hoͤrt ein Theil des Atemholens auf, wie auch, wenn der Ruͤkkenmark leibet. Welche Veraͤnderung die Brust von diesen Mus- keln erfahre. 10. Die uͤbrigen helfende Kraͤfte, welche die Brust er- weitern: ‒ ‒ 377 Als die Muskeln, welche die Schluͤsselbeine, Schulterblaͤtter, die obern Ribben in die Hoͤhe heben. Man mus diese Muskeln nicht von dem Werkzeu- ge des Atemholens aͤbsondern. Das Einatmen geschicht langsamer, als das Ausatmen. 11. Wie die Lunge vom Einatmen veraͤndert werde. ‒ 380 Sie uͤber den dritten Band. Sie wird viel groͤsser, Seite. es strekken sich die Aeste der Luftroͤhre, und Schlag- adern aus, sie machen groͤssere Winkel, das Blut faͤllt in die Schlagadern leichter hinein, es wird von der beruͤhrenden Luft nicht daran verhindert, das Blut stroͤmt gleichsam, als in einen luftlee- ren Raum, in die Lunge hinein, die Lunge macht Plazz, das Blut zu sich zu neh- men, wenn man sie aufblaͤst, oder einatmet. §. 12. Versuch des Hooks. ‒ ‒ 386 Ein sterbendes Thier erquikket sich wieder, wenn die Lunge aufgeblasen wird; Es ist nicht eine Erfahrung des Hooks. Wer sie anders angestellt. Sie kann an erstikkten Thieren von Nuzzen seyn. Ursache von dem Wiedererholen. Andre Weise, wie Ertrunkne wieder zum Leben zu bringen. Daran hat das offenstehende eifoͤrmige Loch keinen Antheil. 13. Warum man ein langwieriges Einatmen nicht ausste- hen kann. ‒ ‒ 394 Das Blut haͤuft sich in der Lunge zusammen. 14. Ursache, warum es sich anhaͤuft, und stille steht. 397 Verschiedne willkuͤrliche Saͤzze. ‒ 397 Ob dieses von der Waͤrme der angehaltnen Luft herruͤhre. 15. Es scheint die wahre Ursache noch nicht getroffen zu seyn. ‒ ‒ ‒ 402 16. Oder ruͤhrt es von der in der Luftroͤhre verdorbnen Luft her, die daher die Lunge uͤbel ausdehnt? 404 17. Warum man nothwendiger Weise mit dem Einat- men aufhoͤren muͤsse. ‒ ‒ 407 Ruͤhrt es von dem beschwerlichen Zuge der Mus- keln her, die das Ausatmen verrichten? Oder von der gedruͤkkten ungepaarten Ader? Oder von dem Zwerchfellsnerven, oder von dem unterbrochnen Laufe des Blutes nach dem Gehirn? Dieses laͤst sich kaum behaupten. 18. Die wahre Ursache. ‒ ‒ 411 Die Empfindung des Beschwerlichen, welches die Seele leidet. Das Register Das Atemholen wird vom Willen regiert. Seite. Man bestaͤtigt diese Meinung noch ferner. Die Seele regiert im Schlafe noch einige Muskeln willkuͤrlich. §. 19. Wie lange man ohne Atemholen leben koͤnne. ‒ 417 Kraftlose Thiere halten es laͤnger aus, gesunde Thiere, und die von warmen Blute, ster- ben gemeiniglich geschwinde, auch unter dem Wasser. Warum sie bisweilen laͤngre Zeit zu leben scheinen, weil sie leicht sind, und schwimmen. Selbst die Amphibien koͤnnen nicht lange ohne Luft seyn. Die erwuͤrgt werden (strangulirt), sterben, als vom Schlage geruͤhrt; Doch aber auch, wenn der Luftroͤhrenkopf zerbro- chen worden. Doch es sterben auf solche Art nicht Thiere, durch deren Lungen weniger Blut fliest. 20. Ursachen des Ausatmens sind die Muskeln des Bauches, 425 deren Staͤrke ansehnlich ist. Die Thaͤtigkeit derselben. 21. II. Die elastische Natur der Ribben. ‒ 429 22. III. Die Kraft, welche die Luftroͤhre, und deren Aefte haben, sich zusammen zu ziehen, ‒ 430 sowol was das mechanische betrift, als was ihr muskelhaftes thut 23. IV. Die helfenden Muskeln bey dem Ausatmen. 433 Andre, weniger gewisse Ursachen. 24. Die Wirkung des Ausatmens in der Lunge. 436 Die Luft begiebt sich aus der Lunge, doch niemals voͤllig heraus; denn eine Lunge, die einmal Luft geatmet, sinkt ferner bisweilen im Wasser unter. Folglich erkennt man an diesem Zeichen, ob ein, gleich nach der Geburt gestorbnes Kind, Atem geholt habe. Der Versuch kann verfuͤhren, wenn Luft eingebla- sen worden, wenn Faͤulnis dabey ist, die die Lunge zu schwim- men veranlasset, wenn sie von Vethaͤrtungen niedersinkt, wenn uͤber den dritten Band. wenn andre Krankheiten eben diesen Erfolg her- Seite. vorbringen, oder wenn die schwache Frucht nicht Luft geschoͤpft. Wie eine, im luftleeren Raume ausgedehnte Luft, an der Lunge eine Veraͤnderung hervorbringe. §. 25. Die Wirkungen des Ausatmens auf die Blutge- faͤsse. ‒ ‒ ‒ 442 Es leert sich die Lunge durch die Blutadern aus, und es thut das Blut der Blutadern dem her- beystroͤmenden schlagaderhaften Widerstand. 26. Daher kommen Thiere um, so bald ihnen die Luft entzogen wird. ‒ ‒ 445 geschwinder, Thiere von warmen Blute, langsamer, die kaltes haben. Solche werden wieder zu sich selbst gebracht, wenn man sie wieder an die Luft bringt. 27. Das Blut stroͤmt aus der Lunge durch die Blut- adern wieder zuruͤkke. ‒ ‒ 449 28. Warum man einatmen mus. ‒ 450 Ursache, warum Thiere bey der Ruͤckkehr des Fruͤh- lings, wieder von neuem Atem holen. 29. Die Zeit eines einzigen Atemzuges, ‒ 451 wird verschiedentlich berechnet; gemeiniglich gehen auf einen Atemzuge vier Puls- schlaͤge. Doch dieses ist in den verschiedenen Umstaͤnden des Lebens veraͤnderlich. Ob in Krankheiten zu gleicher Zeit das Atemholen, und der Pulsschlag erfolge. Wie viel Blut in einem einzigen Atemholen durch die Lunge laͤuft. 30. Was das Seufzen sei. ‒ ‒ 457 Die Folgen davon. 31. Wie sich das Gaͤhnen vom Seufzen unterscheide. 459 Woher es entstehe. Dessen Folgen. 32. Wie das Saugen geschehe. ‒ 462 33. Das Keuchen, ‒ ‒ ‒ 464 Dessen Ursachen, und Endzwekk, 34. Das Anstrengen, ‒ ‒ ‒ 465 durch was vor Kraͤfte es verrichtet werde; H. Phisiol. 3 B. C c c des- Register dessen Wirkungen, warum der Mensch dadurch Staͤrke bekomme. §. 35. Der Husten. ‒ ‒ ‒ 469 wie er entstehe, was vor Reize ihn hervorbringen, Wirkungen desselben. Steht unter dem Befehle des Willens. 36. Erscheinungen beym Niesen, ‒ 473 die Ursachen dazu befinden sich in der Nase, oder auch an andern Orten. Wirkungen desselben. Ob die Nerven zugleich dabey leiden, und es erregen. 37. Die Erscheinungen bey dem Lachen ‒ 477 Davon die Ursache in der Seele liegt, im Koͤrper; gute Folgen davon, schlimme Folgen. 38. Das Weinen. Erscheinungen dabey. ‒ 483 Ursachen. 39. Das Schlukken. Ursachen dazu. ‒ 485 Wie sich dabey das Zwerchfell verhalte. Haͤngt nicht vom Willen ab. 40. Das Erbrechen, ‒ ‒ ‒ 490 hat etwas mit dem Atemholen gemein. Fuͤnfter Abschnitt. Der Nuzzen des Atemholens. 1. Harveyische Aufgabe. ‒ ‒ 492 Man mus die verschiednen Arten, wie das Atemho- len zum Leben nothwendig ist, mit einander nicht vermischen. Es ist bereits gesagt worden, wie es noͤthig sei, daß das Blut durch die Lunge laufen koͤnne. Auf eine andere Art ist das Atemholen einer neu- gebornen Frucht nothwendig. Diese aber stirbt nicht. so gleich, wenn man ihr die Luft entzieht, sondern davon, daß sich das Blut anhaͤuft, wel- ches zur Lunge koͤmmt. §. 2. uͤber den dritten Band. §. 2. Ursache, warum die Frucht nach Luft schnappet. Seite 496 Man verwirft einige Meinungen. Sie will Speise haben. 3. Warum alle Thiere Luft beduͤrfen. ‒ 498 Ob sich einige ohne Luft behelfen koͤnnen. 4. Ob aus der Atmosphaer Luft ins Blut gezogen werde, das Leben damit zu unterhalten. Wer dieses behaupte. ‒ ‒ 500 5. Gruͤnde woraus man zeigt, daß aus der Atmosphaer Luft ins Blut kommen koͤnne, ‒ 501 Jn den Jnsekten dringt die Luft zu allen Theilen des Koͤrpers. Versuche, womit man zeigen will, daß dergleichen auch an den warmen Thieren erfolge. Es befindet sich im Blute der Thiere Luft, so wie in den Blutadern todter Koͤrper. 6. Auch in dem Zellgewebe. ‒ ‒ ‒ 505 7. Es scheidet sich im luftleeren Raume das Blut von den thierischen Saͤften, ‒ ‒ ‒ 506 uͤberhaupt von allen festen Theilen des Koͤrpers, von den fluͤßigen, und vom Blute selbst. 8. Andre Gruͤnde. Daß in dem Blute, welches eben aus der Lunge zuruͤkkoͤmmt, mehr Luft sey, ‒ 512 so wie in dem Blute eines Thieres, welches Atem holt. Daß sich das Blut von der Waͤrme verduͤnne, daß die Luft in den Gelenkpfannen ein Geraͤusche mache. Jndessen weis sich doch die Luft Wege zu machen. 9. Der Weg, auf welchem die Luft ins Blut koͤmmt, durch die Lunge, ‒ ‒ 514 Haut, durch den Speisesaft, und die Nase. 10. Nuzzen der eingezogenen Luft, ‒ ‒ 517 sie bringt, vermittelst ihrer Federkraft, das Blnt in Bewegung. 11. Man schreibt der Luft eine Federkraft zu, ‒ 518 und es sollen sich daraus die Geister erzeugen. 12. Daß man aus der Luft was salziges in sich ziehe. 520 13. oder ein Luftniter. ‒ ‒ 521 Dieses ist kein voͤlliger Salpeter, sondern nur ein saurer Dunst. C c c 2 §. 14 Register §. 14. Andre Muthmaßungen. ‒ Seite 523 15. Es scheint keine elastische Luft zum Blute zu kommen. 524 Gruͤnde, womit man dieses verneint. Das Blut wird von der Kaͤlte nicht verdichtet. Jn der Lunge sind keine Wege fuͤr die elastische Luft offen. Woher die Luftblasen, und die durch Faͤulnis losge- machte Luft komme. Es sind selbst die Erscheinungen bei der entzogenen Luft fuͤr uns, von der Farbe des Blutes, doch hat man auch, und zwar nicht geringschaͤzzige Versuche, welche zum Rotmachen den Beitritt der Luft vermuthen lassen. Die Luft verliert in der Menschenwaͤrme ihre Federkraft. Von der Kaͤlte erzeugt sich nicht der Salpeter, und er ist auch nicht die vornehmste Ursache zur Kaͤlte. 16. Ob die Luft das Blut abkuͤhle. ‒ ‒ 533 Es ist dieses eine alte Hipotese, wird vornaͤmlich bestaͤtigt vom Helvetius und Hamberger, naͤmlich daß sich in der Lunge das Blut verdichte, und abkuͤhle. 17. Zwar wird das Blut von der Luft in etwas abgekuͤhlt, 538 doch hat dieses die Natur, bei der Anlage der Lunge nicht zur Absicht, denn es geht das Blut uͤberhaupt nicht kaͤlter aus der Lunge heraus, als es in sie gebracht wird. Und man kann in einer Luft leben, die waͤrmer, als das Blut ist. 18. Ob sich das Blut in der Lunge verdichte, ‒ 541 ob dieses der kleinere Durchmesser der Lungenblut- adern erweise. Dieses ist nicht die Ursache, warum die rechten Hoͤ- lungen des Herzens groͤßer sind. Sie sind darum groͤßer, weil sie groͤßern Wider- stand vor sich finden. Es erweisen dieses die Versuche in Krankheiten. Doch sind sie auch in der Frucht, ehe sie noch Atem holt, schon groͤßer. 19. Welches der wahre Ruzzen der Lunge sey. ‒ 547 Sie zieht etwas von der Luft in sich, wie auch die aufgeloͤste Luft. §. 20. uͤber den dritten Band. §. 20. Das Aushauchen aus der Lunge. ‒ Seite 550 Es verduͤnstet eine ansehnliche Menge durch die Lunge. Dieses ist Wasser, mit etwas Salz und Oel. 21. Was die Lunge vor eine Gewalt anwende, das Blut fortzubewegen. ‒ ‒ 553 Das Einatmen beschleunigt den Flus des Blutes in die Schlagader, und das Ausatmen befoͤrdert dessen Ruͤkkehr durch die Blutadern. Was daher vor eine Veraͤnderung im Blute erfolge. Ob das Blut durch die Lunge geschwinder laufe. Dieses scheint nicht zu geschehen. Und die Lunge hat auch nicht viel besonderes. 22. Ob sich das Blut in der Lunge verdichte, naͤmlich so, wie in andern Schlagadern. ‒ 559 23. Die Gewalt des Atemholens auf die Gewalt des Un- terleibes. ‒ ‒ ‒ 562 Es druͤkkt das Blut der Blutadern zum Theil ge- gen das Herz, theils gegen die Anfaͤnge der Blutadern, damit dieses in dem naͤchften Zeitpunkte wieder geschwinder zuruͤckkomme, es widersteht also dem Stillstehen des Blutes in der Leber, Milz, es preßt den Speisesaft weiter, und den Magen, die Gallenblase, die Harnblase, die Gebaͤrmutter, den Mastdarm; hilst dem Geruche. Die Lunge dient statt einer Schwimmblase. Die vornehmste Wirkung des Atemholens ist die Stimme. 24. Einige Hipothesen, ‒ ‒ 568 Mutmaßungen des ber. la Caze vom Zwerchfelle. Neuntes Buch. Vom Reden. Erster Abschnitt. 1. Der Luftroͤhrenkopf uͤberhaupt. ‒ 571 Was vor Thiere ihn haben; C c c 3 seine Register seine Gestalt im Menschen. Seite. §. 2. Seine Theile. Der Ringknorpel, ‒ ‒ 573 dessen Lage, Figur, Zusammenhang. 3. Der Schildknorpel, ‒ ‒ 575 dessen Gestalt, und Hoͤrner. 4. Vom dreyekkigen, oder Giesbekkenknorpel giebt es zween; 577 ihre Gestalt, Anhaͤngsel, die falsche Luftroͤhrenspalte. 5. Der Kehlendekkel, ‒ ‒ 580 ist kein dem Luftroͤhrenkopfe zugehoͤriger Theil. Beschreibung desselben, sein Stiel, ist beweglich. 6. Die obern Schildgiesbekkenbaͤnder, ‒ 583 Die untern. Die wahre Luftroͤhrenspalte, laͤst sich verschliessen. 7. Die Kammern des Luftroͤhrenkopfes, ‒ 586 sind vom Morgagni wieder hergestellt worden. 8. Andre Baͤnder des Luftroͤhrenkopfes. ‒ 587 Das Seitenband des Zungenschildmuskels. Das mittlere, andre vordere. Das Zungendekkelband ( glossoepiglottideum ). Die vordern Ringschildbaͤnder, die vordern Seitenbaͤnder, die Schildgiesbekkenbaͤnder ( thyreoarytaenoidea ). Das Giesbekkenband ( arytaenoideum ). 9. Es ist der ganze Luftroͤhrenkopf beweglich, ‒ 590 ob sich der Schildknorpel nach vorne bewegen lasse. Wer dieses geglaubt. Es scheint nicht statt zu finden. 10. Die gemeinschaftl. Muskeln des Luftroͤhrenkopfes, 593 der Brustschildmuskel, dessen Verrichtung, 11. Der Zungenschildmuskel, ‒ 595 dessen Verrichtung. 12. Jn wiefern der Griffelschlundmuskel dem Luftroͤh- renkopfe angehoͤre. ‒ ‒ 597 des- uͤber den dritten Band. dessen Kraft. Wirkung des Schildgaumenmuskels auf die Be- Seite. wegung des Luftroͤhrenkopfes. §. 13 Die eignen Muskel des Luftroͤhrenkopfes. 599 Die Ringschildmuskeln. 14. Die hintern Ringgiesbekkenmuskeln, ‒ 600 Diese Seitenmuskeln. 15. Die Schildgiesbekkenmuskeln. ‒ 601 Ein Gebuͤnde derselben geht zum Kehlendekkel, dessen Wirkung. 16. Die nach der Queer laufende Giesbekkenmuskeln, 604 die schiefen, ihre Fasern, die zum Kehlendekkel laufen. 17. Die seltnern Muskeln des Luftroͤhrenkopfes. ‒ 605 Der Zungendekkelmuskel, der Zungenbeindekkelmuskel, der Ringdekkelmuskel, der kleine Schilddekkelmuskel. 18. Die Haut des Luftroͤhrenkopfes, ‒ 608 die einfachen Blaͤschen. 19. Die Druͤsen des Kehlendekkels, ‒ 609 20. Die Druͤsen des Giesbekkenknorpels; ‒ 611 deren Beschreiber Morgagni ist; andre Druͤsen. 21. Die Schilddruͤse uͤberhaupt, ‒ 612 ist die einzige, ihre Lage und Figur, ihre Lappen. 22. Der innerliche Bau, ‒ ‒ 616 ihre Druͤsenkernchen, Faͤchern, ihr Nuzzen, ist undeutlich, ihre Ausfuͤhrungsgaͤnge, sind nicht bekannt. Andre Mutmaßungen. 23. Der Hebemuskel dieser Druͤse, ‒ 622 ihre Verschiedenheiten. 24. Die Schlagadern des Luftroͤhrenkopfes, ‒ 623 die obere Schildpulsader, 25. Die untere. ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ 625 26. Die untern Schildblutadern des Luftroͤhrenkopfes, 628 C c c 4 die Register die mittlern, Seite. die obern. §. 27. Die Nerven des Luftroͤhrenkopfes, ‒ 629 der obere, der vom achten Paare koͤmmt. Dessen Vereinigungen mit dem Ribbenstamme. 28. Der untere Nerve des Luftroͤhrenkopfes, ‒ 632 der ruͤkklaufende, sein Ursprung, Fortgang, und die Aeste, welche er in den Luftroͤhrenkopf wirft. 29. Erscheinungen an diesem Nerven. ‒ 635 Gebunden, macht er stumm, schadet nicht der Bewegung des Herzens. Auch der Nerve des achten Paares, hemmt die Stim- me, wenn man ihn bindet. Zweeter Abschnitt. Die Werkzeuge der Stimme. §. 1. Das Zungenbein, ‒ ‒ 638 dessen Grundflaͤche, große Hoͤrner, kleine Hoͤrner, Baͤnder. 2. Muskeln, ‒ ‒ ‒ ‒ 641 die Brustzungenbeinsmuskeln, deren Bau, Wirkung. 3. Des coracohyoidei musc. ‒ ‒ 643 rechter Ursprung, mittlere Sehne, Einlenkung und Kraͤfte. 4. Die stylohyoidei musc. ‒ ‒ 645 die großen, deren Ursprung, der Sinus, vermittelst dessen er den zweybaͤuchigen Muskel durchlaufen laͤst. Seine Einlenkung, Nuzzen. Der andre und kleine stylohyoideus. 5. Die Zweybaͤuchigen. ‒ ‒ ‒ 648 Der erste Bauch. Des- uͤber den dritten Band. Dessen Zusammenkunft mit dem Zungenbeine. Seite. Der zweete Bauch, und dessen mancherley Verrichtungen. §. 6. Der mylohyoideus. ‒ ‒ ‒ 651 Ursprung dieses Muskels. Sein Ende, mit der Verrichtung. 7. Die geniohyoidei musc. ‒ ‒ 653 8. Die Zunge uͤberhaupt. ‒ ‒ ‒ 654 9. Der genioglossus musc. ‒ ‒ 656 dessen Ursprung, und drey Enden; das Zungende, das Schlundende, das Ende am Zungenbeine. Verschiedne Verrichtungen derselben. 10. Der styloglossus musc. ‒ ‒ 659 Dessen Ursprung, und helfender Theil vom Kinnbakken. Er besizzt drey oder vier Faserschichten. 11. Die Zungenmuskeln. ‒ ‒ 661 12. Der hyoglossus musc. ‒ ‒ 662 Ein Theil davon ist der basioglossus. ein anderer der ceratoglossus. Der dritte Theil desselben, Verrichtung dieses Muskels. 13. Der chondroglossus musc. ‒ ‒ 664 Dessen Beschreibung, und Nuzzbarkeit. Ob es im Menschen myloglossi musc gebe? 14. Fasern, die der Zunge wesentlich sind, ‒ 665 werden vom Malpighi beschrieben, und vom Steno, sind im Menschen undeutlich, aber doch allerdings wirksam. 15. Die Schlundtheile. ‒ ‒ ‒ 667 16. Der Mund. ‒ ‒ 668 Dies Wort wird in verschiedentl. Verstande genommen. Die Bakkenhoͤle, eine andre, hinter den Zaͤhnen. 17. Das Halszaͤpfchen, ‒ ‒ 670 ob es zur Stimme was beytrage. C c c 5 Die- Register Dieses ist nicht sehr glaublich. Seite. §. 18. Die Nase. ‒ ‒ 672 Deren Scheidewand, wodurch die Nase in zween Theile getheilet wird. Der vornehmste Gang, die hinzugekommene Nebenwege, der untere. mittlere, obere. Die Schleimrinnen ( sinus pituitarii ). Dritter Abschnitt. Die Stimme. §. 1. Was die Stimme sey. ‒ ‒ 675 Das Werkzeug zur selbigen ist die Spalte der Luftroͤhre. 2. Sie entsteht davon, daß ihre Werkzeuge Bebungen machen. ‒ ‒ 677 Warum die Natur diese Werkzeuge von Knorpeln gebaut habe. 3. Es zittern die Baͤnder der Glottis, indem eine Stim- me hervorgebracht wird. ‒ ‒ 678 Die Toͤne sind nach der Menge der Zitterungen verschieden. Die Luftroͤhrenspalte allein ist schon hinlaͤnglich, eine Stimme zu erzeugen. 4. Wie ein jedes Thier seine eigene Stimme habe, 680 nachdem die Einrichtung an dem Luftroͤhrenkopfe beschaffen ist. Dies beweisen die Versuche ber. Maͤnner. 5. Woher grobe und feine Stimmen kommen; 682 Dies koͤmmt daher, daß die Bebungen an den Baͤn- dern der Glottis viel oder wenig sind, und davon, daß der Luftroͤhrenkopf auf, oder niedersteigt, Kraͤfte, die den Luftroͤhrenkopf heben, oder niederziehen. 6. Warum dieser Zitterungen bald mehr, bald weniger sind. 685 ob die verschiedne Laͤnge des Stimmwerkzeuges was hierinnen veraͤndere. 7. Ob feine Toͤne von der veraͤngerten Spalte entstehen. 686 Lehrsaͤzze des Dodarts. Gruͤnde, uͤber den dritten Band. Gruͤnde, womit er seine Meinung bestaͤtiget. Seite. Exempel von den zweien Geschlechtern, und von Thieren hergenommen, wie auch von den musikalischen Jnstrumenten, es wird auch in der That ein Ton von der engen Spalte veraͤndert, Wie groß diese Verschiedenheit seyn koͤnne. 8. Eine andre Meinung. Es erfolgt, wenn die Glottis- baͤnder staͤrker gespannt sind, eine feine, und bey lo- segespannten ist die Stimme groͤber. 690 Dodart hat dies einigermaßen eingesehen. Zusaͤzze vom Ferrein. Daß sich Toͤne blos nach der Spannung der Baͤn- der veraͤndern, daß hier nichts auf die Veraͤngerung der Spalte an- komme, daß einzig und allein feine Toͤne auf einer staͤrkern Spannung beruhen, daß sie tiefer von der Nachlassung werden, daß sich diese Meinung auch durch ein musikalisch Jnstrument bestaͤtigen lasse. Was der ber. Runge hierinnen vor eine Veraͤnde- rung vorgenommen. 9. Einwuͤrfe des ber. Bertius gegen diese neue Gedanken; 695 die Baͤnder ließen sich nicht spannen, wie offenbar an Voͤgeln zu sehen, es lassen sich an einer unbeweglichen Glottis aller- ley Toͤne machen. Blos die enge Muͤndung an einem musikalischen Jnstrumente veraͤndert schon die Toͤne. Die gegenseitigen Exempel von den beiden Geschlechtern. Man sieht keine Ursache da, welche die Baͤnder an- ziehen sollte. 10. Was der ber. Montagnat auf diese Einwuͤrfe ant- wortet. ‒ ‒ ‒ 698 Beschreibung des Luftroͤhrenkopfes an Voͤgeln; ist fuͤr Ferreins Meinung. Gruͤnde von Krankheiten, und von Jnsekten hergenommen. 11. Beytraͤge zu der Stimmenbildung, ‒ 704 scheinen von der großen Mannigfaltigkeit der Toͤne verlangt zu werden. Kein Register Kein musikalisch Jnstrument ahmt das Werk- Seite. zeug der menschlichen Stimme nach. Wie man durch die Spalte der Zunge mit dem Gaumen eine Stimme veraͤndern koͤnne. §. 12. Die Staͤrke der Stimme ruͤhrt von der Menge 706 Luft her, die durch die enge Glottis ausgestossen worden, nebst den Zitterungen der elastischen Theile, auch des Luftroͤhrenkopfes, wie auch von dem Wiederschalle in den Kammern des Luftroͤhrenkopfes, in der Nasenhoͤle. Gedanken des Dodarts davon. 13. Die andern Werkzeuge der Stimme. ‒ 711 Die Zunge, die Lippen, andre Lefzen. 14. Die gemeinschaftliche Eigenschaften der Stimme. 712 Fische haben keine. Warum feine Toͤne ermuͤden, sie schaden auch der Lunge, und dem Gehirne. Man kann keinen grobern Thon hervorbringen, als der Bau der Luftroͤhre verstattet. Saͤnger muͤssen die Kehle anfeuchten. 15. Jedes Thier besizzt seine eigene Stimme, 715 der Mensch auch. 16. Verschiedenheit der Stimme in Jnsekten. ‒ 717 17. Vom Gesange, ‒ ‒ 718 wie sich dieser von der Stimme unterscheidet. Was zu einem angenehmen Gesange erfordert werde, woher ein uͤbertriebener Ton komme. Die Wirkung der Musik, Affekten zu erregen. Vierter Abschnitt. Die Rede. §. 1. Was reden heisse, 721 Was Buchstaben sind. 2. Der Selbftlauter, 722 sind achte. § 3 uͤber den dritten Band. §. 3. Wie sie sich im Schlunde erzeugen, Seite 724 A, Ae, E, J, O, Oe, Ui, U. Die tauben Selbstlauter, das Scheva, die uͤbrigen tauben. 4. Die Mitlauter, ‒ ‒ ‒ 728 sind in den verschiedenen Sprachen verschieden. Werden erzeugt, wenn die Zunge an die Theile des Mundes anschlaͤgt. Die Ordnungen der Mitlauter. 5. Die tauben. h. ‒ ‒ 730 ch, zischende S, Sch, leise S. F, V, W, 6. Die ausstoßenden, ‒ ‒ 732 B, P, D, T, K, G. 7. Die Nasenbuchstaben, ‒ ‒ 733 M, N, Ain. 8. Die liquidae, ‒ ‒ 735 R, S. zusammengesezzten. Wie das L. hervorgebracht werde. §. 9. Register uͤber den dritten Band. §. 9. Maͤngel an der Sprache und Stimme. Seite 737 Ob man ohne Zunge reden koͤnne, scheint nicht wahrscheinlich. Ein Stammeln von zu großer Zunge, Fehler einer verkuͤrzten, und langen. Maͤngel von einem zerschnittenen oder angefresse- nen Halszaͤpfchen, wenn kein weicher Gaumen da ist, kein knochiger Gaumen, keine Zaͤhne, keine Lippen, bey einem Fehler der Nerven. Wenn solcher gehoben worden, wird der Gebrauch der Stimme wieder hergestelt. 11. Wie Maͤngel im Reden verbessert werden, 743 und wie einige Buchstaben sich verbessern lassen. 12. Wie Stumme reden lernen, ‒ ‒ 744 indem sie auf die Bewegung des Werkzeuges der Sprache am Redenden aufmerken. Die ersten Sprachkuͤnstler, Verdienste des Peter Pontius, Johann Wallis, Wilhelm Holder, J. George Ammann, George Raphel. 13. Wie Stumme reden lernen, ‒ ‒ 749 14. Eine andre Weise, durchs Ohr zu reden. ‒ 750