Geschichte meiner Wirthschaft zu Moͤglin von Albr. Thaer, Koͤnigl. Preuß. Staatsrath. Nebst einer Nachricht von dem Zweck und der jetzigen Ein- richtung des landwirthschaftlichen Unterrichts-Instituts. Mit einem Plane von Moͤglin . Berlin 1815. In der Realschulbuchhandlung . Vorrede . I ch uͤbergebe hier meinen Freunden das Resultat meiner Wirthschafts-Erfahrungen zu Moͤglin. Es ist von dieser Wirthschaft schon mehr- mals oͤffentlich die Rede gewesen; zuerst in der landwirthschaftlichen Zeitung, bevor ich selbst hier war. Um diesen voreiligen Aufsatz zu berichtigen, ließ ich einen, eigentlich nur an einige Freunde gerichteten Aufsatz — viel- leicht auch zu voreilig — in den Annalen des Ackerbaues abdrucken, worin ich die in den ersten Winterabenden nach meiner Ankunft gefaßte Idee der Bewirthschaftung entwik- kelte, die schon bei der ersten Ausfuͤhrung manche Abaͤnderung erlitt. Im Jahr 1808, dem ersten der wirklich geordneten Einrich- tung, ward auf Verlangen einer hier versam- melten verehrungswuͤrdigen Gesellschaft, eine Vorlesung Sr. Durchlaucht, des Herzogs * Friedrich zu Holstein-Beck , meines ewig verehrten und geliebten Goͤnners und Freun- des, uͤber diese getroffene Einrichtung und die bestehenden Verhaͤltnisse, gedruckt; woran ich keinen unmittelbaren Antheil hatte. Endlich ist im Jahre 1811 ein anderer Aufsatz von ei- nem Ungenannten in den Annalen erschienen, den ich mit Bemerkungen begleitete, und der den Zustand dieser Wirthschaft in diesem Jahre treffend beschrieb. Ich selbst hatte mir nach jenem ersteu Auf- satze vorgenommen, nicht ehe etwas daruͤber zu schreiben, als bis das hervorgehende Re- sultat der Beachtung des groͤßeren Publikums werth zu seyn anfinge. Zwar ist auch jetzt das, was ich sagen kann, weniger merkwuͤrdig in Hinsicht dessen, was geschehen ist, als in Hin- sicht dessen, was daraus erfolgen wird. Lange durfte ich nur sehr zweifelnd hoffen, daß et- was merkwuͤrdiges daraus hervorgehen werde, weil die verhaͤngnißvollen Zeiten dem ganzen Werke oft den Untergang droheten. Jetzt hat es in sich so viel festen Gehalt gewonnen, daß es bei einer guten persoͤnlichen Leitung man- chem widerstehen kann, und da ich ihm diese nach meinem Abscheiden, Gottlob! jetzt auch gesichert hoffen darf, so trage ich um so weni- ger Bedenken, es wieder den Augen aller de- rer, die Interesse an meinem Wirken nehmen, darzustellen. Wenn ich nur das Allgemeine und auf das Ganze der Wirthschaft Einfluß habende hier erzaͤhle, so geschiehet dies theils, um nicht durch Nebensachen den Blick von dem Haupt- gegenstande — der in und aus sich selbst her- vorgehenden steigenden Kraft der Wirthschaft — abzuleiten. Dann aber gestehe ich, daß manche angelegte spezielle Versuche und conse- quente Beobachtungen nicht zu der Vollstaͤn- digkeit und Bestimmtheit gediehen sind, die erforderlich ist, um gewisse mir selbst vorge- legte, fuͤr die Wissenschaft wichtige Frage- punkte zu entscheiden. Wer da weiß, was zu solchen comparativen Versuchen gehoͤrt, wel- che ununterbrochene Aufmerksamkeit sie erfor- dern, der wird auch einsehen, daß ich sie in meiner Lage selbst nicht darauf verwenden konnte. Aber gleichsam als wolle mir das Schicksal genauere Forschungen nicht gestat- ten, entriß es mir unerwartet diejenigen, durch deren Huͤlfe ich sie nur ausfuͤhren konnte. Vier meiner thaͤtigsten Gehuͤlfen hat mir nach einander der Tod entrissen; Zwei darun- ter waren mit mir durch die engsten Banden des Geistes und des Gemuͤthes, der Wissen- schaft und des Lebens verbunden. Ich brauche Einhof und Crome nur zu nennen, um das schmerzliche Gefuͤhl ihres Verlustes in jedem Freunde unserer Wissenschaft zu erre- gen. Aber auch den sonderbaren Mann, den unter dem Namen v. Essen bekannten Be- schreiber der Thorsengschen Wirthschaft, ver- lor ich in wissenschaftlicher Hinsicht sehr un- gern, da er sich, wie jene Wirthschaftsbeschrei- bung beweißt, ganz besonders zum Experi- mentator, und gewissermaßen auch zum Lehrer der praktischen Landwirthschaft eignete. Neu- erlichst erlitt ich wieder einen hoͤchst schmerzli- chen Verlust an dem juͤngern Bruder meines sel. Crome , der die herrlichsten Talente fuͤr dieses Fach entwickelte und mir sehr nuͤtzlich ward. Er starb an der Operation eines Scha- dens, den er aus dem Feldzuge nach Frank- reich mitgebracht hatte. Außer diesen, der Welt Entnommenen, verließen mich mehrere andere. Ein junger Mann von Talent, den ich selbst gebildet, mit hierhergebracht und hauptsaͤchlich fuͤr das Ex- perimentalische bestimmt hatte, verließ mich, zu einem unuͤberlegten Ankauf eines Grund- stuͤcks verleitet. Mein aͤltester Sohn, der schon mehrere Jahre die hiesige Wirthschaft gefuͤhrt hatte, ging, um sich in cameralistischen Wissenschaften mehr auszubilden, nach der Universitaͤt zu Berlin, ergriff aber, wie alle meine Soͤhne, die Waffen, und hat seine schwere aber gluͤckliche militairische Laufbahn nicht verlassen wollen. Er hatte die Wirth- schaftsfuͤhrung dem damaligen verdienstvollen praktischen Lehrer beim Institut Herrn Koppe uͤbergeben. Da aber das Institut waͤhrend des allgemeinen Aufrufs zu den Waffen ge- schlossen ward, so trat dieser in einen seiner Thaͤtigkeit mehr angemessenen Wirkungskreis, als ich ihm hier in diesen Zeiten geben konnte. Gluͤcklicherweise! muß ich sagen, war mein anjetzt juͤngster Sohn aus dem Feldzuge, mit einer den rechten Arm fast laͤhmenden, zwi- schen die Knochen geschlagenen, unausziehba- ren Kugel zuruͤck gekommen. Ohnerachtet er sich anderen Wissenschaften gewidmet hatte, so setzte ihn doch das vorzuͤgliche Talent und die Neigung, womit er von erster Kindheit an alle Gegenstaͤnde der Natur und des Land- baues aufgefaßt hatte, sogleich in den Stand, die Wirthschaftsfuͤhrung mit Kraft und Ge- wandtheit zu uͤbernehmen. Er hatte als frei- williger Jaͤger seinen Abschied gefordert und erhalten, und glaubte sich also außer aller Verbindung mit dem Militair, als er in die- sem Fruͤhjahre aus einer Einberufungs-Ordre zur Rheinarmee erfuhr, daß ihn des Koͤnigs Majestaͤt als Offizier in einem Linien-Regi- mente angestellt habe. Eben war der gute Crome gestorben, und diese Ordre war wirk- lich ein betaͤubender Donnerschlag fuͤr mich, der auf einmal mein Werk zertruͤmmert haͤtte. Denn ich hatte nun keinen mehr, dem ich es anvertrauen konnte. Meine Dienstverhaͤltnisse gestatteten mir laͤngst nicht mehr, mich um das Detail zu bekuͤmmern, und ehe ich es in den Handen eines gewoͤhnlichen Schreibers gese- hen, haͤtte ich es aufgegeben und Moͤglin ver- lassen. Ich verdanke also die Erhaltung des- selben der Gnade der Herren Minister des Innern und des Krieges, die mir fuͤr diesen Sohn die Dispensation vom Dienst sogleich bewirkten und ertheilten. Nach dieser Krise darf ich hoffen, daß es bestehen und als ein Beglaubigungssiegel mei- ner Lehre sich erweisen werde. Dieser Sohn wird mich in diesem Fache, so wie mein zwei- ter Sohn in einem andern, was ich fruͤher auf- gab, fortsetzen. Dazu kommt, daß ein Mann, der von Ju- gend auf fuͤr die praktische Landwirthschaft ge- bildet, sich allen darauf Bezug habenden Wis- senschaften eifrigst widmete, nun auch durch die Bande des Bluts den Verein befestiget hat, worin er in wissenschaftlicher Hinsicht mit uns getreten war. Dieser, der Professor Koͤrte — als Mitunternehmer des landwirth- schaftlichen Instituts zu Marlofstein und Direktor des zu Ober-Theres , so wie durch mehrere Schriften dem Publikum bekannt — wird Einhof und Cromen ersetzen, und hat besonders die Leitung des Instituts uͤber- nommen. Er wird in Verbindung mit meinem Sohn, unter dem Titel: „ Mittheilungen aus Moͤglin ,“ unbestimmte Hefte heraus- geben, welche neben andern Gegenstaͤnden der Kunst und Wissenschaft des Landwirths, ge- nauere Nachrichten und Beobachtungen von der hiesigen Wirthschaft ertheilen werden. Auch meine schriftstellerische Feder uͤbergebe ich ihren Haͤnden; da dringendere Geschaͤfte den Rest meines Lebens und meiner Kraͤfte wahrscheinlich in Anspruch nehmen werden. Es schien mir noͤthig in dieser Wirth- schaftsgeschichte so viel vom Personal dersel- ben zu sagen Auch wird man es einem alten Vater verzeihen, wenn er von der Hoffnung spricht, die er auch in Ansehung der Wissen- schaft auf die Seinigen setzt. Inhalt . E inleitung. Entstehung und Zweck dieser Schrift S. 1. Ankauf des Guts Moͤglin nebst Vorwerk Koͤ- nigshof. Gruͤnde dazu 7. Antritt desselben und Unfall mit der Schaͤferei, der auf den Wirthschaftsplan Einfluß hatte 13. Zustand und Bewirthschaftung des Guts beim Antritt. Abaͤnderungen fuͤr das Jahr 1805 15. Das Jahr 1806 20. Eintheilung des Ackers nach dem neuen Wirth- schafts-Systeme im Jahr 1807 22. Behandlung der sieben Haupt-Schlaͤge. a ) des Hackfrucht-Schlages 24. b ) des Gerst-Schlages 29. c ) des einjaͤhrigen Klee-Schlages 34. d ) des zweijaͤhrigen Klee-Schlages 35. e ) des Kleestoppel-Getreide-Schlages 35. f ) des Huͤlsenfrucht-Schlages 37. g ) des Roggen-Schlages nach Huͤlsenfruͤchten 39 Vortheile dieses Systems in Ansehung der Ar- beits-Ersparung 40. Behandlung des Außenlandes 44. Erweiterung desselben durch Reichnower Bauerland 45. Eintheilung desselben in acht Schlaͤge 46. Befahren dieses Landes mit mergeligem Lehm und Moder S. 48. Ward durch die Zeitumstaͤnde gestoͤrt 50. Fruchtfolge fuͤr diese Koppel-Schlaͤge 51. Anlegung einer Schwemm- und Berieselungs- Wiese 53. Die Erweiterung derselben durch das Sinken des Wassers vereitelt 54. Einfuͤhrung des Luzernebaues zu siebenjaͤhriger Benutzung 58. Der Baileysche Pflug allein gebraucht 61. Arbeitsvieh 64. Kuͤhe. Haltung derselben 66. Reine Merino-Schaͤferei 74. Genauere Auszuͤge aus den Hauptbuͤchern. Vorerinnerungen daruͤber 83. Besonders in Ruͤcksicht der angenommenen Geld- preise und der einzelnen Conto’s 85. Naͤhere Beschreibung der Haupt-Schlaͤge 91. Bestellung, Kosten und Ertrag vom Jahr 1807 96. — — 1808 103. — — 1809 108. — — 1810 113. — — 1811 115. — — 1812 124. — — 1813 128. — — 1814 132. Ertrag und Kosten der saͤmmtlichen Haupt- Schlaͤge in jedem Jahre 140. Durchschnitts-Ertrag und Kosten jedes Schlages von acht Jahren 141. Durchschnitts-Ertrag und Kosten jeder Fruchtart S. 145. Stroh und Mist ist hier gegen einander aufge- hend angenommen 155. Stroh-Ertrag jedes Schlages und Mist den er erhalten genauer berechnet 157. Heu- und Futter-Verbrauch in Hinsicht auf den Mist 160. Behandlung des Stallmistes 170. Fremder Duͤnger ist nicht gebraucht 175. Grundwerth der Haupt-Schlaͤge 177. Koppel-Schlaͤge 179. Zustand und Ertrag derselben von dem Jahre 1810 bis 1814 182. Mergelung derselben 191. Das Bruchvorwerk Koͤnigshof, nur in Hinsicht seiner Verbindung mit der Moͤgliner Wirthschaft 192. Von da herauf geliefertes Heu 196. Kosten und Ertrag der Kuherei von 1806—1814 198. Die Schaͤferei 219. Kosten und Arbeit der Pferde 228. Kosten und Arbeit der Zugochsen 235. Unterhaltungskosten des Wirthschafts-Personals 240. Ueber die Ausziehung und den Ersatz des vege- tabilischen Nahrungsstoffs im Boden 247. Bildung eines Maaßstabes dafuͤr 251. Ausziehung der Getreidearten 255. Ist verschieden auf Thon- und Sandboden 261. Ausziehung der Huͤlsenfruͤchte ist geringer 267. Ausziehung der Kartoffeln 271. Der Klee nicht ausziehend 277. Ersatz der Nahrungstheile durch Stallmist 279. Bestimmung desselben 281 Ersatz durch Dreischliegen und Brache S. 283. Die Bewirthschaftung der Hauptschlaͤge, als ein Experiment uͤber diesen Gegenstand betrachtet 286. Jeder Schlag muß also als ein Ganzes hier- bei angesehen werden 288. Tabellen zur Kraft- und Ertrags-Berechnung, wenn die Schlaͤge voͤllig planmaͤßig bestellt waͤren 291. Berechnung nach der wirklichen Bestellung und dem Ertrage 298. Das Experiment ist nur als angefangen zu be- trachten 316. Einschnitt des Jahres 1815 317. Wichtigkeit jenes Gegenstandes 325. Richtiger Begriff vom Vortheil des Fruchtwechsels 328. Warum in Moͤglin keine Branntwein-Brennerei 332. Der Zweck und die gegenwaͤrtige Einrichtung des Unterrichts-Instituts zu Moͤglin 337. I m Jahr 1809 — 10 vereinigten sich meine hier anwesenden Freunde und Schuͤler mit meh- reren Abwesenden zu dem Entschlusse, sich im Sommer 1815 hier zu versammeln, um sich dann ihre selbst gemachten Erfahrungen in der Anwen- dung meiner Lehre vertraulich mitzutheilen, be- sonders aber um den Erfolg des hier angelegten Wirthschaftsplanes beim Anfange des zweiten Um- laufs zu beobachten. Bei dem damals tiefge- beugten Muth ahnete man noch nicht die gro- ßen Ereignisse dieser Zeit, wodurch der Charak- ter unserer Nation aufs herrlichste erhoben und gelaͤutert werden sollte; aber auch nicht die gro- ßen Stoͤrungen, welche jedes Gewerbe — den Wucher allein ausgenommen — und vorzuͤglich der Landbau noch erleiden wuͤrde; man hoffte vielmehr nur, daß unter dem aͤußern politischen Druck die Kraft unsers beengten Staats sich durch die Industrie seiner Mitbuͤrger und durch 1 weise Maaßregeln der Regierung von innen her- aus wieder verstaͤrken solle, um solche dann bei einer guͤnstigen Gelegenheit zur Abwerfung dieses Druckes anzuwenden. Diese Erholung hat uns die rastlose Gewalt des Feindes nicht gegoͤnnet, aber um so fruͤher die Gelegenheit herbeigefuͤhrt, durch die hoͤchste Anspannung unserer, an sich noch schwachen Kraͤfte jenes Ziel zu erstreben. Man glaubte jetzt eben die Ruhe von Europa voͤllig gesichert, und es gingen von mehreren Mit- gliedern jenes Vereins Anfragen bei mir ein, wann ich den Termin der bestimmten, nun um so freudigern Zusammenkunft, und der Ansicht von dem, was auch in diesen schweren Zeiten in Moͤg- lin geleistet sey, ansetzen wuͤrde: als durch das Wiedererscheinen des nicht tief genug in den Ab- grund geschleuderten Ungeheuers, der groͤßere Theil der schaͤtzbarsten Mitglieder jenes Vereins aufs neue die Sense gegen das Schwert zu vertau- schen bereit war, und somit diese Versammlung, wie so manches andere, gestoͤrt wurde. Ich finde mich daher bewogen, dasjenige dem Publikum mitzutheilen, was ich vorerst die- ser Versammlung ausfuͤhrlich an Ort und Stelle vorzulegen dachte. Es enthaͤlt die Geschichte meiner hiesigen Wirthschaft, oder die Beschrei- bung der Versuche — vielmehr des einen gro- ßen concreten Versuchs — die ich hier anzustel- len von Anfang an beschlossen hatte, und das Resultat derselben, in so fern sich solches schon ergeben kann. Man erwarte hier keine Versuche mit neuen Getreidearten aus Tunis oder Botanibay, und uͤber den hundert- oder tausendfaͤltigen Ertrag, den sie, einzeln im Gartenboden gesteckt und sorg- faͤltig gepflegt, eben so gut wie unsere gewoͤhn- lichen, geben koͤnnen; noch uͤber Arakatscha- und Peruanische Kartoffeln, oder uͤber Sonnenblumen- und Reisbau und dergleichen Wunderdinge, uͤber die ich schon vor 30 Jahren voͤllig aufs Reine war; eben so wenig uͤber enorme Produktionen, die mit noch enormerem Kraft- und Duͤngerauf- wand allerdings erreicht werden koͤnnen. Es kom- men lauter gewoͤhnliche und an sich ziemlich allgemein bekannte Dinge vor. Die Aufgabe, welche ich hier faktisch zu loͤ- sen unternahm, war die: Zu zeigen, wie ein Gut unter den Verhaͤltnissen und mit dem Boden, die in der Mark Brandenburg die haͤufig- sten sind, naͤmlich mit einem mehr oder minder lehmigen Sandboden, der groͤß- tentheils sehr erschoͤpft und durch aus sehr verkrautet ist, von hoher, dem Win- de sehr ausgesetzter Lage, bei einem sehr geringen Wiesenverhaͤltniß, mit Huͤlfs- mitteln, die einem jeden zu Gebote ste- hen, selbst ohne Branntewein-Brenne- rei oder andere dungerzeugende Ne- bengewerbe (die, so vortheilhaft sie Vielen sind, doch um so weniger allgemein werden koͤn- nen, da sie von jenen so sehr im Großen betrie- ben werden), ohne erhebliche Aufopferun- gen mit einem sehr beschraͤnkten Be- triebs-Kapitale (welches durch die Zeitum- staͤnde fast ganz zerstoͤrt ward), zu einer hohen Produktion und zu einem, die Zinsen des hoͤchsten Kaufpreises weit uͤberstei- genden Rein-Ertrage erhoben werden koͤnne . Durch die faktische Loͤsung dieses Problems glaubte ich meinem neu erwaͤhlten geliebten Va- terlande am meisten nutzen, und den Zweck meines, im innigsten Herzensgefuͤhle verehr- ten Koͤnigs, bei meiner Berufung in dessen Staa- ten, so wie die Erwartungen, welche meine ho- hen Goͤnner auf mich gesetzt hatten, befriedigend erfuͤllen zu koͤnnen, und zugleich, nicht bloß in gedruckter Schrift, sondern auf dem Acker selbst, eine Spur meines Daseyns und meines Wirkens fuͤr den Acker zu hinterlassen. Auf diesem Acker von Moͤglin liegt das Re- sultat jenes concreten Experiments vor Augen, jedem der es unbefangen untersuchen will; ich werde ihn durch diese Darstellung und Erzaͤh- lung in den Stand setzen, diese Untersuchung mit leichter Muͤhe an Ort und Stelle anzustellen. Ich habe alles Wesentliche, soweit meine Anno- tationen und Erinnerungen reichen, erzaͤhlt, und mir die moͤglichste Treue dabei zum Gesetz ge- macht. Ich koͤnnte durch die Einrichtung des hiesigen Instituts Zeugen in Menge aus jedem Zeitpunkte aufstellen, wenn es deren beduͤrfte. Wenn ich aber geneigt waͤre, Unwahrheiten oͤf- fentlich zu sagen, so muͤßte mich der oͤffentliche Widerspruch, dem ich mich gewiß aussetzte, ab- schrecken. Ich bin so weit entfernt, mich fuͤr unfehlbar auszugeben, daß ich es selbst bemerk- lich machen werde, wo ich geirret habe, oder wo doch meine Erwartungen durch unvorhergesehene physische oder moralisch-politische Ereignisse ver- eitelt wurden. Daß ich mich hierdurch vielleicht allerlei Neckereien von Seiten gewisser Leute aus- jetze, daß z. B. eine im Trocknen liegende Schleuse zu allerlei witzigen Einfaͤllen Gelegenheit geben koͤnne, weiß ich sehr wohl. Das kann mir aber in meiner Lage gleichguͤltig seyn, und es ist nur zu bedauern, daß mancher andere dadurch abge- schreckt wird, freimuͤthig alles auszusagen, was ihn zu Fehlgriffen veranlaßte; sonst waͤren wir um vieles weiter vorgeruͤckt in unserer Erfah- rungswissenschaft. Mehreres moͤchte manchem kleinlich und wenig interessant scheinen; andere aber werden einsehen, daß auf die Beachtung dieser Kleinlichkeiten die Wissenschaft des land- wirthschaftlichen Gewerbes nur begruͤndet werden koͤnne. Auch erwarte man keine wundervolle Resul- tate, keine große schnelle Fortschritte. Vielleicht wird es manchem scheinen, als ob sie sogar un- ter dem Gewoͤhnlichen waͤren, unter dem, was man erwarten kann, von einer ganz alltaͤglichen, sorgsam betriebenen Wirthschaft. Allerdings! auf Weizenboden und bei einem großen Wiesenver- haͤltniß waͤre es sehr wenig; aber hier kam es darauf an, zu versuchen, was auf Sandboden und bei sehr wenigen Wiesen zu erreichen stehe. Und wenn ich langsam vorgeschritten bin, so be- liebe man zu bedenken, unter welchen Zeitver- haͤltnissen ich wirthschaftete. Voͤllige Zerstoͤrung durch einen Schlag hat der Krieg hier zwar nicht angerichtet; aber dennoch sind diese 10 Jahre in ununterbrochener Folgenreihe hier die druͤckend- sten gewesen, welche eine Wirthschaft bestehen kann, ohne zu Grunde zu gehen. Die Erinne- rung an diese Zeitumstaͤnde wird sich leider! oft in diese Geschichte einmischen, zu der ich jetzt uͤbergehe. Ich kaufte das Gut Moͤglin bei Wriezen an der Oder, 7 Meilen von Berlin, nebst dem eine Meile davon entfernt liegenden Vorwerke Koͤnigshof im Oderbruche, im Sommer 1804. Man sagt fast allgemein: zu theuer . Aller- dings wahr! nach den bald nachher eintretenden Zeitverhaͤltnissen; aber nicht fuͤr die damaligen. Wenn ich den Werth des Bruchvorwerks nach dem Preise, den das Bruchland derzeit fast als Marktwaare hatte, und der mir auch bald nach- her dafuͤr geboten wurde, abziehe, dann den Werth der groͤßtentheils neu errichteten Wirtschaftsge- baͤude, des Inventariums, des stehenden Hol- zes und einiger Natural- und baaren Gefaͤlle, so bleibt fuͤr den Grund und Boden von Moͤglin eine Summe von hoͤchstens 8000 Rthlr. uͤbrig. Indessen waͤre es allerdings fuͤr einen Gutshaͤnd- ler eine schlechte Spekulation gewesen, und in entlegenen Provinzen waren auch zu der Zeit noch vortheilhaftere Ankaͤufe zu machen. Allein in die- ser Entfernung von der Residenz, worin ich mich ansiedeln wollte, und nach meinem Zweck und Ver- haͤltnissen mußte, befriedigte das, was außer Moͤg- lin zu haben war, meine Wuͤnsche, im Ver- haͤltniß des Preises, beiweitem weniger. Meine mich leitende Idee — ich muß noch- mals daran erinnern — ist immer Befoͤrderung der Wissenschaft und Kunst und Verbreitung des Unterrichts, nicht pecuniaͤrer Gewinn gewe- sen, seitdem ich meine geringen Talente dem Land- bau widmete. Dazu bot Moͤglin und Koͤnigs- hof mehr Gelegenheit dar, wie irgend ein ande- res in dieser Gegend zu erkaufendes Gut. Ich konnte hier unter andern die in diesen Gegenden noch unerkannte Wirkung des mergeligen Lehms und die Anlage der Schwemmwiesen, letztere zwar nicht in hinreichender Ausdehnung, aber doch in einem zureichend großen Modelle zeigen. Der Oderbruchboden war besonders zum groͤßern Betriebe des Handelsgewaͤchsbaues — wozu man ihn bisher wenig und nur kleinlich benutzt hat — geeignet, weil es hier an Duͤnger nie fehlen kann, und meine Absicht war, ihn ernstlich zu betreiben, sobald ich das wiesenlose Hoͤhe-Gut durch zurei- chenden Futterbau unabhaͤngig davon gemacht, und die dazu noͤthigen Gebaͤude errichtet haͤtte. (Das erstere ist geschehen, das letztere aber durch die Zeitumstaͤnde unmoͤglich gemacht worden.) Endlich lag Moͤglin in einer fuͤr den Landbau klassischen Gegend, umgeben von Guͤtern, wo die Kultur schon große Fortschritte gemacht hatte. Was ich selbst nicht aufzuweisen hatte, konnte ich bei andern zeigen. Die durch den Geist einer großen Frau umgeschaffenen Friedlaͤndischen Guͤter; die Haselbergschen Guͤter, welche in der Kurmark das erste Beispiel der Koppelwirth- schaft gegeben hatten, und nach der Absicht des seel. Besitzers in eine Wechselwirthschaft uͤberge- hen sollten; Gusow , welches durch das wissen- schaftliche Bestreben des aͤltern und juͤngern Gra- fen Podewills (der letztere starb, leider! kurz vor meiner Hierkunft) beruͤhmt ist; die Praͤdi- kowschen und Reichenowschen Guͤter, deren thaͤtiger und geistvoller Besitzer die beabsichtigten Meliorationen bei ruhigern Zeiten kraͤftig wuͤrde ausgefuͤhrt haben (wie er es jetzt unter der Ad- ministration des vormaligen hiesigen Lehrers Hrn. Koppe auch wirklich thut); Coͤthen — wasschon in einer Wechselwirthschaft mit musterhafter Ord- nung des ganzen Betriebes lag — begrenzten Moͤglin oder waren in wenigen Stunden zu er- reichen. Die Naͤhe des Freienwalder Brunnens zog alle Sommer besonders viele aufgeklaͤrte Land- bauer her. Ich durfte hoffen, die Stralen der Kunst hier in einem Brennpunkte zu konzentriren. Alles das haͤtte mich, glaube ich, damals bewogen, einen noch hoͤhern Preis fuͤr Moͤglin zu bezahlen, wenn es außerdem nicht zu haben gewesen waͤre. Zu dem innern Trieb, auf diese Weise zu nutzen, kam nun die Verpflichtung ge- gen den Koͤnig und Staat, die Erwartungen zu befriedigen, die man bei meiner Berufung auf mich gesetzt hatte; und ich wuͤrde es gleich fuͤr ein schuldiges Opfer gehalten haben, wenn ich auch alles das wieder haͤtte zusetzen sollen, was mir durch die Gnade des Koͤnigs bei der Verlei- hung eines andern Erbpacht-Grundstuͤckes geschenkt war. Jetzt ist diese Aufopferung, leider! nicht freiwillig gewesen; sie ist mir durch das Schicksal — ohne damit so viel nutzen zu koͤnnen, wie ich hoffte — entrissen. Indessen gestehe ich freimuͤthig, mich in dem Flaͤcheninhalte des guten Bodens auf Moͤglin beim Kauf gewissermaßen geirrt zu haben. Ich sahe zwar im Johannis 1804 schlechte Fruͤchte auf den Feldern: aber die Fruͤchte standen allge- mein schlecht. Die Erschoͤpfung des groͤßern Theils des Bodens war unter der vorhandenen Bewirthschaftung unvermeidlich. Die Mischung der Grundbestandtheile war, wo ich sie untersu- chen konnte, auf zwei Drittheil des Feldes gut, und qualifizirte es bei guter Kultur zu Gerstbo- den. Was ich aber nicht bemerkte, waren die im guten Acker liegenden Schrindstellen, die sich bei der feuchten Witterung nicht bemerklich ma- chen, aber bei trockener um so mehr hervortreten. Ich bekenne, daß ich solche Stellen, solche schnelle Wechselung des Bodens, praktisch nicht kannte. Sie haͤtten mich wohl abschrecken koͤnnen; nicht ihres Flaͤcheninhalts wegen, der nicht sehr bedeu- tend ist, aber wegen der Ungleichartigkeit und der Unterbrechung der hoͤhern Kultur, die auf ihnen kaum etwas fruchtet, wenn Duͤrre eintritt. Auch erschweren sie die Ausmittelung des Resul- tats bei comparativen Versuchen im Großen. Es giebt in dieser ganzen Gegend wenige Fluren, die davon frei sind. Der Untergrund, wovon sie herruͤhren, wechselt hier gar zu mannigfaltig. Wenn man nicht allenthalben die Ackerkrume bis auf den Untergrund durchstechen kann, so ist es zu gewissen Zeiten unmoͤglich, sie anders als aus den Aussagen der Ackerleute — die nur bei Gutsverkaͤufen oft gestimmt zu seyn pflegen — zu erkennen. Ich hatte das Gut unter solchen Zahlungs- bedingungen gekauft, welche mich aller, mir hoͤchst widrigen Geldgeschaͤfte uͤberhoben. Die Aufloͤ- sung meiner Verhaͤltnisse im Hannoͤverschen er- forderten noch eine lange Anwesenheit daselbst. Richtige Ausfuͤhrung irgend einer Abaͤnderung in meiner Abwesenheit konnte ich nicht erwarten. Darum ließ ich alles beim Alten, ausgenommen, daß ich auf einige mit Gerste bestellete Morgen noch Klee untersaͤen ließ, ein anderes Stuͤckchen Klee in der Brache auch aufs kuͤnftige Jahr lie- gen zu lassen befahl, und dann die Bestimmung machte, daß alles noch in einiger Kraft stehende Land mit Stoppelroggen bestellt werden, und nichts zur Sommerung liegen bleiben solle; theils um mehr Stroh zu gewinnen, theils weil ich mir bei der ganz unbeschreiblichen Verunreini- gung des Bodens mit Ackerrettig und anderm Saamenunkraut in dem folgenden Jahre eben so wenig von der Soͤmmerung versprach, als in diesem Jahre. Bald nach meiner Abreise, wie ich eben zum Ankauf einiger der edelsten Boͤcke Auftrag gege- ben hatte, erhielt ich die Nachricht, daß die Pok- ken unter die halb veredelte Heerde gekommen seyen, und kurz darauf, daß sie, ohnerachtet man die Inokulation — zu spaͤt — unternommen, so boͤsartig waͤren, daß wenige durchkommen wuͤr- den. Ich bestellte den Boͤckekauf mit einigem Verluste ab. Wie ich hier ankam, fand ich nur einen kleinen Rest lahmer und kahler Thiere. Ich bekenne hier abermals, daß dieser Ungluͤcksfall mich zu einem Fehlgriff verleitete. Haͤtte ich die Schaͤferei nicht verloren, so wuͤrde ich ihre Ver- edlung sogleich ernstlich betrieben und einen klei- nen voͤllig reinen Stamm zugekauft haben. Ich wuͤrde die Eintheilung der Feldmark anders ge- macht, nur das bessere, nahegelegene und minder erschoͤpfte Land, etwa 350 Morgen, in die Haupt- schlaͤge genommen und in volle Kraft gesetzt, das uͤbrige aber in einer Art von Koppelwirthschaft, nur wenig geduͤnget, und nach einer, hoͤchstens zwei Trachten mit weißem Klee, zur Schafweide niedergelegt haben. Der Verlust des ersten Stammes betaͤubte mich wirklich, und weil da- mals die Sicherung durch Inokulation noch nicht so anerkannt entschieden war, so konnte ich mich nicht zum Ankauf eines neuen — und dann frei- lich ganz edlen Stammes — entschließen. Wenn das Futter sich durch Rindvieh auch nicht so hoch, wie durch Schafe bezahle, dachte ich, so sey der daraus gewonnene Mist doch nachhaltiger, fuͤr den sandigen Boden mehr geeignet und auf die Folge mehr verbessernd. Ich nahm also einen Theil meiner Kuͤhe aus dem Hannoͤverschen hier- her, kaufte noch mehrere und verstaͤrkte den Rind- viehstapel, den ich anfangs zu vermindern mir vorgenommen hatte. Zugleich aber beschloß ich nun, das mit Stallfutterung des Rindviehes zu betreibende Areal anfangs auf 600, nachher auf 700 Morgen zu vermehren; dazu ward erfordert, daß das in diese Schlaͤge zu nehmende, bisher gar nicht oder etwa alle 12 Jahr geduͤngte Land, vor allem in Kraft gesetzt, und dem bisher be- guͤnstigten darin gleich gemacht wuͤrde. Das er- forderte in den ersten Jahren viele Aufopferun- gen, ist doch nicht vollkommen erreicht, und nun gewissermaßen aufgegeben. Ich habe allerdings unrichtig kalkulirt. Haͤtte ich ein Paar tausend Rthlr. gleich an die Schaͤferei gewandt, wie ich damals konnte, und das losere Land mit schwaͤ- cherer Duͤngung durch Berasung, Schafweide und Huͤrdenschlag in Kraft gesetzt, so haͤtte ich den Zweck mit geringerer Aufopferung, und auf dem kleinern bessern Theile schneller und auffal- lender erreicht. So mußte das schlechtere Land zu sehr auf Kosten des bessern in Kultur kom- men. Um einen klaren Begriff von dem Zustande der Wirthschaft bei der Uebernahme zu geben, muß ich zuvoͤrderst der sonderbaren Einrichtung mit dem Viehstande hier erwaͤhnen. Es ward zwar ein betraͤchtlicherer Viehstapel, als hier bei Dreifelder-Wirthschaften gewoͤhnlich ist, gehalten. 40 Kuͤhe großer starker Art, 28 Ochsen, 400 Schafe. Allein die Kuͤhe waren nur im Winter hier oben, und gingen vom ersten Fruͤhjahr bis zum spaͤten Herbst nach Koͤnigshof, wo die Mol- kerei allein betrieben wurde. Auch die Ochsen waren unten, wenn sie hier nichts zu thun hat- ten, um sich da wieder auszufressen. Die Schafe waren arme Hungerleider; denn es gab hier keine andere Weide als auf der Brache, und dann auf der Stoppel, und etwas unbedeutendes in dem kleinen Holze. Wiesen waren hier uͤberall nicht. Eine, freilich auch abgelegene, Wiese war ver- kauft, weil man auf Koͤnigshof Wiesen genug zu haben glaubte. Das Heu was heraufgebracht wurde war unbedeutend, groͤßtentheils fuͤr die Pferde; Kuͤhe und Ochsen mußten sich im Win- ter mit Stroh und Kaff behelfen, und wurden auf die Koͤnigshofer Weide im Fruͤhjahr vertroͤ- stet. Also war des Mistes sehr wenig. Wie ich im Sommer 1804 hier war, waren in der Brache, zum Theil zu Erbsen, 60 Morgen vom Hofe ausgeduͤngt; der Schafmist ward eben aus- gefahren und reichte hoͤchstens auf 20 Morgen; und man glaubte doch recht viel in diesem Jahre gethan zu haben. Nur weniges nahe am Hofe gelegenes Land, stand in sechsjaͤhrigem Duͤnger, mehreres im neunjaͤhrigen und zwoͤlfjaͤhrigen, und der groͤßte Theil hatte seit undenklichen Zeiten keinen bekommen. Nun war alles in drei Felder getheilt, in jedem etwa 350 Morgen. Nach Johannis fing man an, die Brache, aber langsam, umzubrechen, denn bis zur Stoppel mußten Schafe und Och- sen Weide behalten. Winterung ward durch das ganze Feld gesaͤet; Soͤmmerung so weit als seit neun Jahren Duͤnger gekommen war, und wo man weder Gerste noch Hafer zu saͤen wagen wollte, versuchte man noch Buchweizen. Ich fand im Soͤmmerungsfelde nur Hederich (Acker- rettig) stehen, und wenn ich hier geblieben waͤre, haͤtte ich es sogleich abmaͤhen lassen zum Vieh- futter. futter. Bei dieser Behandlung hatte der Hede- rich so unbeschreiblich zugenommen, weil er in der spaͤt aufg brochenen Brache nicht zerstoͤrt wurde, und sich im Soͤmmerungsfelde immer mehr einsaamte. Es ist wirklich bewundernswuͤrdig welche Menge von Saamen dieses Ackerrettigs im Erdboden stecken kann. Ich habe einen Erd- kloß eines Gaͤnseei’s groß zerkruͤmelt auf einen Blumentopf gestreuet, und es sind Hunderte von Pflanzen hervorgekommen. So lange er in Kloͤ- ßen oder etwas tiefer im Boden liegt, keimt er nicht, behaͤlt aber seine Keimkraft. Ich habe auf einem Stuͤck in einen Sommer sieben dichte Saa- ten zerstoͤrt, ohne daß er merklich abgenommen haͤtte. Dies Unkraut hat mir hier den meisten Verdruß bei der Feldbestellung gemacht. Es ist nicht so uͤbel wie es aussieht, und schadet einer kraͤftigen Saat nicht merklich. Aber es ist so widrig, die Sommerselder immer erst eine Zeit- lang gelb bluͤhen zu sehen, bevor sie wieder gruͤn werden. Vermindert hat er sich jetzt bis zur Unschaͤdlichkeit, aber vertilget ist er noch nicht, und es muß die groͤßte Aufmerksamkeit darauf verwendet werden, daß er nicht wieder uͤberhand nehme, indem man bald sein Hervorkeimen be- foͤrdert, um ihn zu zerstoͤren, bald es verhindert, 2 und selbst bei der Wahl der Fruͤchte Ruͤcksicht darauf nimmt. Doch zuruͤck zur Geschichte meiner Wirth- schaft. Die gekaufte Ernte von 1804 war doch noch unter meiner Erwartung schlecht. Ich ge- wann kaum 600 Mandeln in allem Getreide; haͤtte auf Moͤglin nicht zur eigenen Consumtion ausgereicht, und konnte mit dem von Koͤnigshof etwa 8 Wispel in allem verkaufen. Die Heu- ernte in Koͤnigshof war aber gut gewesen. Ich kaufte zu rechter Zeit so viel Stroh aus dem Bruche an, als zu haben war zu billigen Prei- sen, was nachher nie wieder geschehen ist. Ich ließ das Vieh fruͤh herauf bringen, zugleich aber auch Heu in Menge, womit aufs kraͤftigste ge- futtert werden konnte, bis im Sommer die Wik- ken, die ich, so weit der Duͤnger reichte, aussaͤen ließ, zur gruͤnen Futterung heran kamen. Der bis zu 60 Stuͤck vergroͤßerte Kuhstapel kam nun nicht mehr vom Stalle. Unter alle geduͤngte Winterung ward im Fruͤhjahr Klee gesaͤet. Soͤm- merung saͤete ich im Jahre 1805 fast gar nicht auf Moͤglin. Dagegen aber ward das saͤmmt- liche bisher zur Weide gelegene Land in Koͤnigs- hof aufgebrochen und mit Gerste und Hafer be- stellt. Dies haͤtte einen ganz enormen Ertrag gegeben, wenn nicht die hoͤchst traurige nasse Ern- tewitterung vieles verdorben haͤtte. Indessen er- hielt ich von Koͤnigshof fuͤr 1800 Rthlr. Ge- treide, und benutzte das Vorwerk, so viel ich aus den freilich noch nicht ganz genau gefuͤhrten Rech- nungen abnehmen konnte, auf 3300 Rthlr. rein, alles hierher gelieferte gering angeschlagen. Dies war mit ein Grund, warum ich ein Gebot auf Koͤnigshof, was der Haͤlfte des Kaufpreises des Ganzen gleich kam, nicht annahm. Auch konnte ich mit der Ernte auf Moͤglin zufrieden seyn. Die Stallfutterung ward ohne Klee durchgefuͤhrt, viele Wicken wurden noch zu Heu gemacht, an- dere reif; die zuletzt gesaͤeten erfroren auf dem Felde; die Molkerei gab guten Ertrag. Es ward ein Familienhaus gebauet, eine alte hoͤlzerne Scheune bei der Schaͤferei ausgebessert, was man laͤcherlich fand, da die auf dem Hofe neu errich- teten massiven Scheunen uͤbergroß fuͤr den Ein- schnitt des Guts zu seyn schienen. Es war ein gluͤckliches Jahr, was mir um so mehr Muth machte; doch hatte ich den Verdruß, daß mir auf einmal meine saͤmmtlichen, von andern Guͤ- tern gebuͤrtigen Knechte, die schon an den Ge- brauch meiner Werkzeuge gewoͤhnt waren, aus- gehoben wurden. Es schien mir, als wolle man versuchen, wie der neue englische Oekonom, der bisher noch keine Wunder gethan, ohne Leute wirthschaften werde. Um mich in der Folge da- gegen zu sichern, wandte ich mich unmittelbar an des Koͤnigs Majestaͤt, und erhielt durch Kabi- netsordre die Zusicherung, daß vier Knechte, so lange sie bei mir dienten, von allen Kriegsdien- sten eximirt seyn sollten. Es stoͤrte mich aber sehr in manchen Meliorations-Arbeiten, die ich wuͤrde vorgenommen haben, wenn ich meine be- sten Handarbeiter nicht fuͤr das Gespann haͤtte nehmen muͤssen. Das Jahr 1806 eroͤffnete die guͤnstigsten Ansichten. Der Klee unter der Winterung ge- saͤet war sehr gut und mehr als zureichend fuͤr die Stallfutterung, die Winterung in den ge- duͤngten Wicken vortrefflich, und unter selbige ward wiederum Klee gesaͤet. Mit dem Hack- fruchtbau ward der Anfang gemacht, aber mit keinem großen Erfolge. Denn es ward der Duͤn- ger hauptsaͤchlich auf erschoͤpfte Felder reichlich gebracht, die in die Hauptschlaͤge mit aufgenom- men werden sollten, und um sie zu reinigen, ka- men hierher Hackfruͤchte und uͤbrigens Wicken-Ge- menge, gruͤn zu maͤhen. Der im Fruͤhjahr beschlossene Institut-Haus- bau sollte eilig vollfuͤhrt werden, und alle Mate- rialien mußten weither herbeigeschafft werden. Ohnerachtet sechs besondere Baupferde angeschafft waren, so reichten diese bisweilen nicht, und die Wirthschaft ward sehr gestoͤrt. Noch mehr aber geschah dies, wie in der Mitte des Sommers die Kriegsruͤstungen eine starke Ausnahme erfor- derten, ein großer Theil der beim Bau arbei- tenden Leute abgingen, und andere von entfern- ten Orten herbeigeschafft werden mußten. Haͤtte ich den Bau damals doch halb vollendet einge- stellt, und die Errichtung des Instituts verscho- ben! Es erfolgte daraus, bei dem allgemeinen Un- gluͤck, fuͤr mich die schwerste Zeit meines Lebens. Doch das gehoͤrt nicht zur Wirthschaft. Die Ernte war in Ansehung der Winterung gut, ohn- erachtet sie in der Bluͤte vom Reif etwas gelit- ten hatte; das uͤbrige schlecht. Fuͤr das Jahr 1807 konnten nun die sieben Hauptschlaͤge eingerichtet werden. Doch waren sie noch keinesweges in gleichartiger Kultur, denn da hinein konnten sie erst kommen, so wie die Reihe des Hackfruchtbaues an sie kam. Von diesem Jahre an kann ich erst genauere und verstaͤndliche Rechenschaft von meiner Wirth- schaft ablegen, weil nun erst eine bestimmte Ord- nung eintrat. In den beiden vorigen war alles zu zerstuͤckelt, und es wuͤrde ein sehr ermuͤden- des und fruchtloses Detail erfordern, wenn ich erzaͤhlen wollte, wie einzelne Theile der Felder behandelt wurden. Mein ganzes Bestreben ging nur dahin, was in der Folge zusammen gehoͤren sollte, durch mehrere Duͤngung oder durch meh- rere Schonung in einem gleichartigen Zustand zu setzen, was ich freilich auch in diesem Jahre noch nicht erreichte. Ich muß mich jetzt auf die beigefuͤgte Si- tuationskarte von Moͤglin, die nur nach dem Au- ßenmaße entworfen ist und bloß zum Orientiren dienen soll, beziehen. Die mit den lateinischen Nummern bezeichneten, sind die Hauptschlaͤge, von welchen vorerst die Rede seyn wird; die mit arabischen Nummern sind die andern, von wel- chen in der Folge — diesen Unterschied bitte ich wohl zu betrachten — gehandelt werden wird. Die Nummern der Schlaͤge waren zufaͤllig und nach einer fruͤhern Idee — die auseinander zu setzen eine vergebliche Muͤhe seyn wuͤrde — ent- standen, und beziehen sich weder auf ihre oͤrtliche Lage noch auf ihre Fruchtfolge. Ich wollte sie nach der letztern umaͤndern, fand aber, daß es in der Buchfuͤhrung Irrungen veranlaßte. Die Schlaͤge waren Anfangs zu 100 Mor- gen angelegt. Die natuͤrlichen Grenzen und die Beschaffenheit des Bodens gestatteten aber nicht, diese gleiche Groͤße allen in einem Zusammen- hange zu geben. Die Schlaͤge I. V. und VI. erhielten ein Supplement von dem Lande, was jetzt zu Schlag 5 gehoͤrt. Da die Schlaͤge nicht als Weide benutzt, sondern mittelst der Stallfut- terung des Rindviehes betrieben werden sollten, so war der Zusammenhang der Schlaͤge, dem bei der Koppelwirthschaft jede andere Ruͤcksicht nachstehen muß, hier nicht noͤthig Der Ausdruck Koppel bezeichnet eine oͤrtlich zusammen- haͤngende Flaͤche; der Ausdruck Schlag Gleichheit der Bestellung in jedem Jahre des Umlaufs. Ein Gut koͤnnte also 30 Koppeln aber nur 7 Schlaͤge haben. . Wie aber im Jahre 1810 eine zweite Ro- tation von acht Schlaͤgen, mittelst Zukaufs und Umlegung des Landes von zwei Reichenower Bau- erhoͤfen, die mit der nun angeschafften Schaͤferei betrieben werden sollten, eingerichtet ward: ver- loren jene drei Hauptschlaͤge I. V. und VI. ihr Supplement, und selbiges kam zu Schlag 5, wo sie dann nur eine Groͤße von 76 — 80 Mor- gen behielten. Die Schlaͤge II. III. IV. und VII. gaben aber den Schlaͤgen 4 und 6 allmaͤhlig et- was ab und behalten ohngefaͤhr 90 Morgen. Ich werde nun zuvoͤrderst den Umlauf und die Behandlung dieser sieben Hauptschlaͤge, so wie sie festgestellt und eine Rotation, jedoch mit einigen Abweichungen, durchgefuͤhrt worden, im Ganzen und Allgemeinen angeben, hernach von jedem Schlage besonders reden. 1) Hackfruͤchte , wozu auch gedrillete Boh- nen gehoͤren. Hierzu wird im Herbste tief, d. h. zwei bis drei Zoll tiefer, als der Pflug bisher eingedrun- gen, gepfluͤgt; wo der Boden einen festen Un- tergrund hat, mit zwei Pfluͤgen, deren letzterer dem erstern in derselben Furche folgt. Man stelle sich hierbei aber keine außerordentliche Tiefe vor; bis jetzt bin ich bei der zweiten Rotation auf 9 bis 10 Zoll eingedrungen. Im Herbst und Win- ter wird, so wie es die Witterung erlaubt, der Duͤnger aufgefahren, dieser gleich ausgestreuet und das Land damit bedeckt: dann im Fruͤhjahr, sobald es geschehen kann, flach untergepfluͤgt. Die Hauptfrucht ist hier nach dem ersten Jahre Kartoffeln gewesen. Hierzu wird das Land, nach- dem es fein geegget worden, mit Huͤlfe des Fur- chenziehers (Marqueurs), dessen Zacken in der Regel 2 Fuß von einander stehen, gereihet, und diese Reihen werden nun durch zwei Pfluͤge, die eine Streifenbreite von 2 Fuß halten, im rech- ten Winkel durchschnitten, die Kartoffeln in der Furche des zweiten eingelegt, da wo der Strich des Furchenziehers es anzeigt, mit dem ersten Pfluge bedeckt, und kommen nun regelmaͤßig im Quadrat 2 Fuß von einander zu stehen. Vor- mals nahm ich drei Pfluͤge, die jeder einen Strei- fen von 8 Zoll hielten; ich finde aber daß zwei bei einer Streifenbreite von 12 Zoll auf lockerm Boden hinreichen. Bei zwei Pfluͤgen sind in der Regel fuͤnf Weiber zum Einlegen angestellt, wel- che die Arbeit bequem verrichten, und da die Pfluͤge 5 Morgen machen, so kommt per Mor- gen eine Person zum Einlegen. Vorerst bleibt das Feld rauh liegen, damit ein Theil des He- derichs-Saamens laufe; dieser wird mehrentheils durch die Egge zerstoͤrt. Darnach lauft der He- derich noch dichter, und diese Saat wird durch den Exstirpator zerstoͤrt, indem die Kartoffeln her- vorzukommen anfangen; ein Zeitpunkt der genau beobachtet werden muß. Wenn die Kartoffeln heraus sind, werden durch die Egge die Exstir- patorfurchen geebnet und das noch nachgekeimte Unkraut zerstoͤrt. Dann wachsen die Kartoffeln frei von allem Unkraute empor, beduͤrfen in der Regel des muͤhsamern Pferdeschaufelns nicht, was doch das zunaͤchst an den Buͤscheln stehende Un- kraut nicht wegnimmt, aber ohne die zu rechter Zeit geschehene Anwendung des Exstirpators im- mer noͤthig ist. Mit der bloßen Egge habe ich das Unkraut nie wirksam genug zerstoͤren koͤnnen. Wenn das Kraut der Kartoffeln hoch genug ist, geschiehet das Anhaͤufen in einer Richtung — derjenigen die der Furchenzieher genommen hatte — und nach einiger Zeit in der andern — der- jenigen die die Pfluͤge nahmen — mit dem groͤ- ßern zweispaͤnnigen Anhaͤufel- (doppelten Streich- bretts- Wassersurchen -) Pfluge, oder auf loserm Boden auch mit der gewoͤhnlichen Kartoffelpfer- dehacke. Wenn die Kartoffeln bluͤhen werden sie von einigen Weibern durchgangen, die einzel- ne aufgeschossene Unkrautspflanzen, damit sie sich nicht wieder besaamen, aufziehen, was jene gern umsonst thun, wenn sie das Kraut fuͤr ihr Vieh mitnehmen duͤrfen. Die Kartoffeln wer- den in Verding um den 12ten bis 14ten Scheffel mit der Winzerhacke herausgebracht, gesammelt und auf die zur Hand stehenden Kastenwagen ge- bracht. Ein Aufhacker giebt zehn und mehreren sammelnden Weibern und Kindern Beschaͤftigung. Die Leute draͤngen sich zu dieser Arbeit, weil sie reichlich dabei verdienen, wenn sie sich den Schef- fel auch nur zu 4 Gr. berechnen. Sie koͤnnten das aber nicht, wenn die Kartoffeln nicht durch diese Bauart in den aufgepfluͤgten lockern Hau- fen in Nestern beisammen laͤgen. Ich baue jetzt auf dem Felde fast ausschließlich eine Kartoffel- art, die von des Herrn Oberhofmarschall von Massow Exellenz zu Steinhoͤfel aus Saamen gezogen wurde, und wovon ich 1810 zwei Stuͤck erhielt. Ich habe im verwichenen Jahre uͤber 100 Wispel davon erbauet. Sie scheint mir un- ter allen bisher von mir versuchten Arten fuͤr den Bau im Großen am vortheilhaftesten. Das Feld wird nun, sobald es geschehen kann, zu mittlerer Tiefe umgepfluͤgt, damit die wenigen zuruͤck gebliebenen Kartoffeln, die das Auflesen nicht verlohnen wuͤrden, den Schafen und Schweinen zukommen. Erstere sind nach- haltig luͤstern darauf, und ohnerachtet die Muͤt- ter dann schon traͤchtig sind, ist nie ein Nachtheil davon verspuͤrt worden. Nur ein einziges Mal hat sich ein Schaf dabei verschluckt, was gleich gehoben wurde. Doch ist wohl die Vorsicht noͤ- thig, daß man sie ruhig auf dem Felde halte, weil jener Vorfall sonst oͤfterer vorkommen koͤnnte, und nicht zu lange darauf lasse, damit sie sich nicht uͤberfressen. Hierdurch werden die Schafe um so begieriger nach den Kartoffeln, wenn sie solche hernach im Stalle erhalten. Schweine werden der ungekochten Kartoffeln leicht muͤde. Die uͤbrigen Hackfruͤchte, die auf diesem Schlage gebauet werden, sind Wasserruͤben, schwe- dische Ruͤben oder Rotabaga, Runkelruͤben, zu- weilen etwas Kopfkohl, gedrillete Bohnen, gedril- leter und mit der Pferdehacke bearbeiteter Mais. Sie werden nach den, an andern Orten von mir beschriebenen, Methoden gebauet, immer mit der Ruͤcksicht, daß der Acker eine, die Brache voͤllig ersetzende und besonders das Unkraut moͤglichst vertilgende Bearbeitung erhalte. Denn dieses Jahr muß nun dem Schlage zur Vorbereitung auf die sechs folgenden dienen, und erspart, wie wir hoͤren werden, mannigfaltige Arbeiten, die sonst zum Gedeihen der folgenden Fruͤchte nothwendig waͤren. Deshalb wuͤrde das, was hier geschiehet, mit Unrecht den erzeugten Hack- fruͤchten allein zur Last geschrieben werden. Wenn indessen der Scheffel Kartoffeln nur zu 4 Gr. berechnet, und ihnen alle Arbeit, der aufgebrachte Mist aber zu ein Drittheil, berechnet wird, so haben sie noch jedesmal einen Reinertrag per Morgen von ohngefaͤhr 4 Rthlr. gegeben. Die- ser Bau macht die Angel aus, worauf das ganze Werk der Wirthschaft ruhet und sich bewegt. Es giebt dem Acker nicht nur die Kultur, die sonst ohne eine viermal bearbeitete Brache nicht zu erreichen waͤre, sondern der Wirthschaft auch neben dem Klee — dessen Gedeihen wiederum von dieser Kultur abhaͤngt — fast ohne Wiesen , reichliches Auskommen an Futter und Duͤnger. 2) Gerste und zwar die große zwei- zeilige . Diese wird hier auf der Hoͤhe von andern nicht gebauet, weil man sie fuͤr unsicher hielt, selbst nicht auf lehmigem Weizenboden; sondern nur die kleine vierzeilige, die man erst im Junius saͤet. Man lachte, daß ich jene auf trocknem Haferboden (lehmigen Sand) bauen wollte, wie sie in einigen trockenen Fruͤhjahren ein schlechtes Ansehen hatte. Sie hat mir aber selbst in dem schlechtesten Jahre 1811, wo sie bei der großen Fruͤhjahrsduͤrre auf dem sandig- sten Schlage VII. stand, und allerdings so klein im Stroh blieb, daß sie nicht gebunden werden konnte und viele Aehren liegen blieben, einen Ertrag von 6 Scheffeln per Morgen gegeben: ist also nie so voͤllig mißrathen, wie es mit der kleinen Gerste oft der Fall war. Dagegen gab sie in andern Jahren 11 — 12 Scheffel. Frei- lich wuͤrde ich keinem rathen, sie auf diesen Bo- den in die Stoppel zu saͤen, die im Fruͤhjahre mehrere Furchen erhalten muß. Denn es ist hier eine unerlaͤßliche Bedingung, daß sie moͤg- lichst fruͤh in die dem Boden erhaltene Winter- feuchtigkeit gesaͤet werde, damit sie den Acker be- schatte, wenn die heiße trockene Witterung ein- tritt. Dies wird auf folgende Weise bewirkt: Der nach der Kartoffelernte umgepfluͤgte Acker bleibt rauh liegen, wird im Fruͤhjahr, so- bald es die Witterung einigermaßen erlaubt, ge- egget und dann sogleich mit der Gerste besaͤet. Diese wird bloß mit dem Exstirpator unterge- bracht, und gleich nachher wird auf die rauhe Furche Klee eingesaͤet, dann erst geegget und dar- auf gewalzt. Bei feuchter Witterung geschiehet das letztere jedoch erst wenn die Gerste heraus ist. Diese Bestellungsart der Gerste ist manchem un- glaublich vorgekommen, die dreimal dazu zu pfluͤ- gen gewohnt sind, und es auch wirklich thun muͤs- sen, wenn die Gerste gerathen soll. Hier aber hat der Boden durch den Hackfruchtbau die voll- kommenste Bereitung und Gaarheit erhalten; es bedarf nur einer Erfrischung der Oberflaͤche und des Unterbringens der Saat, und dabei wird die Winterfeuchtigkeit, die beim tiefern Ruͤhren des Bodens in trockenen Fruͤhjahren zu leicht ver- dunstet, im Acker erhalten; zugleich aber diese Bestellung unglaublich beschleunigt und erleich- tert. Die schwache Einsaat — 14 Metzen auf den Morgen — wird sehr gleichmaͤßig vertheilt, und die Saat steht sehr egal und hinlaͤnglich dicht. Diese Bestellungsart ist ohne Zweifel die Bedingung, unter welcher man nur auf solchem Boden das Gedeihen der großen Gerste erwarten kann. Die Besorgniß, daß so fruͤh gesaͤete zwei- zeilige Gerste vom Froste zerstoͤrt werden koͤnne, ist unbegruͤndet; er schadet ihr wenig oder nichts. Im Jahr 1813 hatte ich einen Theil fruͤh, den andern, wegen der gleich zu erwaͤhnenden Ruͤck- sicht auf die Erntearbeit, spaͤt gesaͤet. Jener Theil litt sehr; die hervorstechenden Spitzen wur- den durch einen Graupelnschauer mit heftigem Winde abgeschlagen, und bald nachdem sie wie- der hervorgeschossen waren, vom Froste so betrof- fen, daß sie welk und weiß auf dem Boden la- gen. Aber sie trieb frisch wieder hervor, und zeigte sich besser als der andere drei Wochen spaͤ- ter gesaͤete Theil, der ungleich guͤnstigere Witte- rung hatte. Sie gab 12 Scheffel vom Morgen. Der kleinen Gerste habe ich dagegen einen spaͤ- ten Nachtfrost toͤdlich werden sehen. In diesem Jahre 1815 hat der Frost die große Gerste, wie sie schon zum Aufschossen stand, zu Ende des Maͤrzes mehrere Naͤchte getroffen und sie gelb ge- macht; ich besorge aber keinen Nachtheil davon. Die einzige begruͤndete Bedenklichkeit gegen die fruͤhe Gerstsaat ist vielleicht die, daß sie mit dem Roggen zugleich, zuweilen noch fruͤher, zu reifen pflegt. Das letztere ist mir sehr erwuͤnscht, und das war gerade der Fall mit jener fruͤhge- saͤeten und abgefrorenen Gerste 1813. Das gleich- zeitige Reifen mit dem Roggen kann aber bei beschraͤnkter Personenzahl in der Ernte in Ver- legenheit setzen. Ich werde also von der fruͤhern Saat der großen Gerste auf sandigem Lehmboden auf die vorbeschriebene Art nie abgehen. Es versteht sich aber, daß ich nur von diesem Boden und von dieser Bestellungsart rede, und ein gleiches Ver- fahren nicht unter andern Umstaͤnden empfehle. Wenn sich auf einigen Koppeln sehr sandige und trockene Stellen finden, so wird auf diesen große Gerste mit Hafer gemengt gesaͤet. Diese Mengung auf gleiche Weise bestellet, hat mir immer immer zugesagt. Im Jahre 1811, wo die Gerste so klein blieb, daß sie nicht gebunden werden konnte, hatte ein Theil des Schlages VII. ein solches Gemenge auf gleiche Art bestellt, und ohnerachtet er der duͤrreste war, trieb die Gerste doch mit dem Hafer so in die Hoͤhe, daß alles sehr gut gebunden werden konnte und einen be- friedigenden Ertrag gab. Denn auch bei dem Hafer ziehe ich die fruͤheste Saat vor; sie hat zwar oft nicht den Anschein wie die spaͤte, giebt auch im Durchschnitt wohl weniger Stroh, aber sie wird immer vorzuͤglich in Koͤrnern. Der Klee wird jetzt auf die rauhe Exstir- patorfurche gesaͤet und dann eingegget, wodurch er staͤrker mit Erde bedeckt zu liegen kommt, wie vormals, da er auf das geeggete Land gesaͤet und dann nur gewalzt ward. Es geschiehet dies, seitdem mich mein verehrter Freund, der Ober- amtmann Hr. Freyer , einer der scharfsinnigsten landwirthschaftlichen Beobachter, darauf aufmerk- sam gemacht hat, daß der Kleesaamen auf san- digem Boden gar wohl eine starke Bedeckung mit Erde ertrage und dennoch durchkomme, wes- wegen er ihn sogar unterpfluͤgt. Er und ich hatten es erfahren, daß der flach liegende Saa- men, wenn er gelaufen — was bei guͤnstiger 3 Witterung oft sehr schnell geschiehet — bei ein- tretender Duͤrre wieder verdorre, auch vom Erd- floh, bevor er beschattet ist, zerstoͤrt werde. Hier- gegen scheint das tiefere Einbringen der Saat zu sichern; er laͤuft zum Theil spaͤter, aber dann auch kraͤftiger und geschuͤtzter. Auf sehr binden- dem, thonigen Boden duͤrfte man das freilich wohl nicht thun. Auf 5 bis 6 Morgen dieses Schlages wird aber statt des Klees Luzerne, auf eben die Weise unter die Gerste, vormals auch unter Lein ge- saͤet; uͤber deren Behandlung in der Folge. 3) Klee im ersten Jahre. Der Klee hat mir im ersten Jahre auf den Schlaͤgen, wo schon Hackfruͤchte gebauet und der Boden etwas ver- tieft war, nur einmal versagt, naͤmlich im Jahre 1811 auf Schlag V. , wo die Saat durch die Duͤrre des Sommers 1810 wieder vertrocknete, indem sie noch nach der gewoͤhnlichen Art auf das geeggete Land gesaͤet war. Um ihn zu er- setzen ward im Fruͤhjahr allerlei Gemenge gesaͤet, und darunter wieder Klee, der dann im Jahre 1812 sehr gut ward. Aber wo ich zu Anfange Klee aussaͤete, ehe ich Hackfruͤchte gebauet oder sehr stark bearbeitete Brache gehalten hatte, ward nichts daraus. Der Gips thut auch hier allemal eine sehr große Wirkung auf den Klee, selbst im zweiten Jahre. Es ist mir nur bisher gar zu schwierig gewesen, ihn in genugsamer Menge zu erhalten und herbeizuschaffen. Ich habe deshalb nur die schlechtesten Stellen, wo aber doch Pflanze war, damit schwach bestreuet, auf den Morgen einen halben Scheffel, und jedesmal sind diese schlech- teren Stellen die besten geworden. Sie zeich- nen sich gleich durch die dunklere Farbe und Ma- stigkeit der Blaͤtter aus, jedoch nicht ehe als bis ein Regen erfolgt. 4) Klee im zweiten Jahre. Er ist in den acht Jahren nur zweimal maͤhebar gewesen, in den uͤbrigen nur zur Weide benutzt. Im Jahre 1814 haͤtte er zwar auch gemaͤhet werden koͤn- nen, indem er sehr dicht und uͤppig stand. Zu Ende des Maies waren ihm aber die Spitzen erfroren, deshalb ward das Vieh darauf getrie- ben, um ihn abzufressen, in der Absicht, dann den zweiten Wuchs zu maͤhen. Allein der Man- gel an Arbeitern ward so merklich, daß man ihn zugleich mit dem zweiten Schnitte des andern Kleeschlages und waͤhrend der Korn-Ernte nicht einzubringen hoffen durfte, und deshalb fuhren wir fort ihn zu beweiden. Man hat mich oft gefragt: ob ich dessen ohnerachtet bei der zweijaͤhrigen Kleebenutzung bleiben werde? Ja! Ich bedarf dieses Klees, besonders seit Einfuͤhrung der Luzerne, zwar nicht nothwendig; geraͤth er aber, so schaffe ich mir einen sichernden Vorrath von Klee-Heu auf fol- gende Jahre. Dann koͤnnte es bei Vermehrung der Schaͤferei in sehr duͤrren Sommern an Weide fehlen, und ich kann ihr dann diesen Schlag zum Theil noch eingeben. Uebrigens denke ich bald zum Ruͤbsenbau uͤberzugehen, und auf den Fall muß das, in diesem Schlage damit zu be- stellende Land um Johannis aufgebrochen werden. 5) Weizen, Roggen, zuweilen auch ein Theil Hafer . Der Klee mag im zweiten Jahre ein oder zweimal gemaͤhet, oder er mag beweidet seyn, so wird er, wenn Winterung dar- auf kommt, im August in der Regel nur einfach aufgebrochen und gleich geegget, damit die Klee- stoppel um so besser stocke. Wo Weizen hin soll, wird vorher ganz schwacher Schafduͤnger gege- ben. Nachdem er 5 bis 6 Wochen gelegen, wird der Roggen mit dem Exstirpator, der Wei- zen aber mit der Drillmaschine untergebracht. Ich habe bei diesem Verfahren immer die treff- lichste Winterung gehabt; einen Theil des Schlags II. im Jahre 1811 ausgenommen, wovon wei- ter unten die Rede seyn wird. Wenn wir, uͤber den Erfolg noch nicht ganz sicher, einen Theil mit mehrmaligem Pfluͤgen behandelten, so ward es dadurch wenigstens nicht besser. Der stockende und faulende Klee lockert diesen Boden genug- sam; Queken sind nicht darin, weil der Klee in vollig reines Land kam. Denn Young sagt: „ist euer Acker von Queken rein, wenn ihr Klee saͤet, so werden unter eurem Klee so wenig Que- ken als Zuckerrohr wachsen.“ Die lockere Kru- me fuͤr die Saat bringt der Exstirpator genug- sam hervor. Haͤufig hat es sich so getroffen, daß ein Theil dieses Schlages noch spaͤt zur Weide benutzt werden sollte. Dieser ist liegen geblieben, und im Fruͤhjahr einfurchig umgebro- chen mit Hafer besaͤet. Dieser Hafer ist immer ganz vorzuͤglich gerathen, und hat einen im Geld- werth den Roggen weit uͤbertreffenden Ertrag ge- geben. Es koͤnnte also wohl dahin kommen, daß, wo auf diesem Schlage Weizen und in der Folge Ruͤbsen mißlich schienen, nur Hafer gesaͤet wuͤrde; um so mehr, da ich jetzt auf Strohgewinn kei- ne Ruͤcksicht mehr zu nehmen brauche. 6) Erbsen, Wicken, Bohnen, Wik- kengemenge , auf sehr sandigen Stellen auch Buchweizen ; je nachdem es kommt, zum Rei- fen, zum Heumachen oder zum Gruͤnfuttern. Wo nicht etwa zum Weizen geduͤngt worden, erhaͤlt der Schlag eine halbe Duͤngung von 4 Fudern. Erbsen haben immer den groͤßten Theil einge- nommen; aber nur dreimal haben sie einen recht lohnenden Ertrag gegeben. Sie haben das be- sonders unangenehme, daß sich unter ihnen wie- der sehr viel Hederich zeigt und sich aufs neue besaamet. Zuweilen habe ich einen Theil, der zu mißrathen schien, von der Duͤrre zuruͤckgehal- ten und mit Hederich uͤberwachsen war, oder stark mit Mehlthau befallen wurde, gruͤn abmaͤ- hen und zu Heu machen lassen. Im Jahr 1811 sind mir Erbsen, die ich zum Gruͤnmaͤhen an die Stelle des Klees Anfangs Juni saͤete, gerade am besten gerathen und vom Mehlthau verschont geblieben. Aber das war auch ein außerordent- licher Sommer in jeder Hinsicht. Oft aber sind spaͤt gesaͤete Erbsen mir besser gerathen als die fruͤhesten. Wahrscheinlich werde ich in der Fol- ge mit dem Erbsenbau ganz in die Schlaͤge der andern Rotation uͤbergehen, weil es auf diesen wenig Hederich giebt, indem der Acker vorher hoͤchst selten Soͤmmerung getragen hat. Kommt in No. 5 in der Folge Ruͤbsen, so folgt in die- ser Nummer Weizen darnach. Auch werden hier mehr gedrillete Bohnen gebauet werden, deren Platz im Hackfruchtschlage wahrscheinlich Zucker- runkeln einnehmen moͤchten. Das Uebrige wird dann Gemenge, groͤßtentheils zum Gruͤnmaͤhen, tragen. 7) Roggen . Der Acker wird so schnell, als irgend moͤglich ist, nach Abtragung jener Fruͤchte gepfluͤgt, dann geegget und bleibt liegen, bis der Roggen ebenfalls mit dem Exstirpator untergebracht wird. Nur in dem Falle, daß ir- gend eine Stelle verqueket waͤre — was leicht geschiehet, wenn der Pflug hier der Sense nicht schnell folgt — oder der Boden durch vielen Regen verballet, wird zweimal gepfluͤgt. Dieser Roggen ist mir, auch nach den Erbsen, immer vortrefflich gerathen, im Stroh fast den Klee-Rog- gen uͤbertreffend, im Korn diesem nur wenig nach- stehend. Im Jahr 1814 war er freilich an den niedrigen Stellen, wo der Schnee sich so sehr aufgethuͤrmt hatte, ausgewintert, was aber der Vorfrucht nicht beigemessen werden kann, da es beim Brachroggen meiner Nachbarn weit mehr der Fall war. So ist also meine Bestellung und mein Feldsystem in den sieben Hauptschlaͤgen, die ihre zweite Rotation im vorigen Jahre angefangen haben. Genauer werde ich die Resultate und die einzelnen Abweichungen in jedem Jahre in der Folge angeben. Unter allen Vorwuͤrfen, die man dem so- genannten Wechselwirthschafts-Systeme — ich behalte diesen Namen bei, der ihm nicht von mir, sondern von andern gegeben worden — des falschen Begriffs wegen, den man sich davon bil- dete, gemacht hat, ist der, daß es mehrere Ar- beit als andere Feld-Systeme erfordere, der al- lerunbegruͤndetste . Keins in der Welt erfor- dert weniger, keins kann mehr ersparen. Eben weil jede Vorfrucht ihrer Nachfolgerin den Acker im angemessensten Zustande hinterlaͤßt, kann mit so weniger Bearbeitung ausgereicht werden. Es wird hier in sieben Jahren in der Regel sieben- mal — einmal zwar zuweilen doppelt — gepfluͤgt. Die Arbeit mit dem Exstirpator ist etwa der Ar- beit eines Eggens gleich zu setzen, und vertritt diese gewissermaßen. Denn das Abeggen der Exstirpatorfurche bedarf nur eines einzaͤhnigen Ueberziehens. Wenn eine solche Wirthschaft in der Wirklichkeit eben so viel Gespann haͤlt, als eine andere gleicher Groͤße, so ist dies noͤthig, weil mehr einzufahren, mehr Duͤnger auszufah- ren ist, mehrere Produkte zu Markt zu bringen sind; oder aber sie haͤlt es zu andern Meliora- tions- oder Neben-Arbeiten, wie es bei mir in einigen Jahren der Fall war. Handarbeiter koͤn- nen ebenfalls nur der staͤrkeren Ernte, Ausdru- sches, Mist-Ladens, und wenn man will, der Stallfutterung wegen mehr erforderlich seyn, nicht der Ackerarbeit wegen. Beim Hackfruchtbau ist sehr wenig zu thun, besonders bei den Kartoffeln, wenn man die Ernte, die aber in Verdung ge- schiehet, ausnimmt. Selbst diese Kartoffelernte kostet weniger als die Ernte, und Zu-Gutma- chung einer andern Frucht. Denn um den 12ten und 14ten Scheffel wird man Getreide nicht ab- bringen und abdreschen lassen koͤnnen. Erspa- rung der Arbeit aber ist allerdings das, worauf es — gegen die Meinung mancher National- Oekonomisten — beim Ackerbau eben so sehr, als bei den Manufakturen ankommt. Je weniger Menschen noͤthig sind, um die Lebensmittel fuͤr die uͤbrigen zu gewinnen, desto mehr bleiben uͤbrig zu andern Gewerbszweigen, und je weniger Ar- beitsvieh erforderlich ist, desto mehr kann Nutz- vieh gehalten werden. Insbesondere kommt es bei den jetzigen Verhaͤltnissen unseres Staats weit weniger darauf an, daß von einer Ackerflaͤ- che ein groͤßeres Produkt gewonnen werde, als darauf, daß dieselben arbeitenden Kraͤfte ein groͤ- ßeres hervorbringen. Ein Landbau, wie in Bra- bant, in einigen andern Rheingegenden, in der Pfalz, dem Wuͤrtenbergischen, ist nicht der, wel- cher vorerst fuͤr uns paßt. Denn wenn in den Marken, Preußen und Pommern, ein Morgen nach Brabantischer Weise angebauet werden sollte, so muͤssen 10 bis 20 Morgen dafuͤr wuͤst liegen, weil jener diesen Arbeit und Kapital entzoͤge. Daher ist uns, wenn wir zum hoͤhern Landbau uͤbergehen wollen, der englische weit ehe erreich- bar wie der Brabantische. Denn der Englische erfordert zur Erzielung desselben Produkts die wenigste Arbeit von allen; wie daraus erhellet, daß in England nur ein Drittheil der erwachse- nen Menschen mit dem Ackerbau beschaͤftigt ist, also Einer fuͤr Drei Lebensmittel hervorbringt; wogegen in andern Laͤndern vier Fuͤnftheil und mehr sich mit dem Ackerbau beschaͤftigen. Ein Arbeit-ersparendes Ackersystem — keinesweges ein durch hohe aber theuer erkaufte Produktion glaͤnzendes — ist also die Aufgabe, die eine Mu- sterwirthschaft fuͤr unsere Verhaͤltnisse zu loͤsen hat, und die meinige hat es geloͤset, mehr als ich selbst erwartete. Dies gestehen selbst Bauern, die einen fluͤch- tigen Blick hierher geworfen haben, ein, und sie erstaunen, wenn sie sehen, wie schnell ein Schlag mit einem Exstirpator, vier Zugthieren und ei- nem Menschen eingeackert ist. Wer die kostba- ren Werkzeuge nur haͤtte! ist ihr Ausruf. Daß diesen Bauern eine Summe von ein Paar hun- dert Thalern fuͤr Werkzeuge groß vorkomme, ist natuͤrlich. Aber wenn selbst angesehene Schrift- steller und Lehrer der Land- und Staats-Wirth- schaft es fuͤr irrig erklaͤren, den Ackerbau fa- brikmaͤßig, d. h. mit besseren und mannigfaltigern Werkzeugen, betreiben zu wollen, des Aufwandes wegen, den diese Werkzeuge erforderten, so muß man — verstummen. Man hat gesagt, ich haͤtte schon viele tausend Thaler fuͤr Werkzeuge ausgege- ben. Das mag wahr seyn, denn es war eine Zeit, wo ich mir von allen Orten her alles kom- men ließ, was mir geruͤhmt wurde, und was ich erhalten konnte, im Großen und in Modellen. Dies geschah, wie ich eine Wirthschaft von etwa 100 Morgen hatte! Jene Professoren sollten doch wohl unterscheiden, was um der Kunst und des Unterrichts, und was um der Wirthschaft willen geschehen sey. Vieles ist zerschlagen, weil ich es des Transports und Raums, auch in Hin- sicht auf Unterricht, nicht werth hielt; vieles steht auf dem Boden, um die Ansicht davon zu geben, manches um das Fehlerhafte daran zu zei- gen. Alle Ackerwerkzeuge aber, die — aus- schließlich der Wagen, Karren und Eggen — in einer Wirthschaft wie die meinige und bei mei- ner Bestellungsart gebraucht werden, liefere ich einem jeden fuͤr 300 Rthlr., und mit dem Drill- apparat — der nichts wesentliches dabei ist — fuͤr 480 Rthlr. Ihre Erhaltung aber kostet we- niger als die der gewoͤhnlichen Werkzeuge, wenn anders die Reparaturen verstaͤndig gemacht wer- den. Nur muß mir keiner sagen, diese koste ihm außer der Schmiede gar nichts, wenn seine Leute ein Drittheil ihrer Zeit mit dem Zimmern daran zubringen. Der Einwurf ist also nicht der Re- de werth, und dennoch mußte er beantwortet werden. Ich komme zu meiner Wirthschaft zuruͤck. Das uͤbrige nicht zu diesen Hauptschlaͤgen gehoͤ- rige sandige Land, etwa 350 Morgen, ward wie bisher als Außenland behandelt, zuweilen aufge- brochen, fast nur um den Ochsen im Sommer Beschaͤftigung zu geben und die Narbe zu erfri- schen. Denn die Bestellung bezahlte es eigent- lich nicht. Ein Theil ward im Jahre 1808-9 in muͤßigen Zeiten mit Mergellehm und etwas Modder befahren, und jener zeigte hier seine Wirkung so kraͤftig, wie es auf einem so er- schoͤpften und von Natur so schlechten Boden geschehen konnte. Wann ich Spergel auf das Land, um ihn erst mit Rindvieh, dann mit Ham- meln abzuweiden, saͤete, so war das die vortheil- hafteste Benutzung, die ich davon hatte; er wuchs aber erst bei nasser Witterung, eigentliche Rech- nung war also nicht darauf zu machen. Es trat also mit diesem Lande gar keine regelmaͤßige Be- stellung ein. Ich hatte gleich nach meiner Herkunft die Aussicht, das Reichnower Pfarr- und Kirchen- Land in Erbpacht, und durch Ackerumsatz an meine Grenze verlegt, zu erhalten, und dieses sollte dann in Verbindung mit jenem Lande eine zweite Schlagordnung ausmachen. Mit dem Pfarrlande fand es allerlei Schwierigkeiten, ich erreichte aber im Jahr 1810 denselben Zweck, indem ich den Acker zweier wuͤstgewordenen Bau- erhoͤfe acquirirte, und das dazu gehoͤrige Land an meine Grenze verlegen ließ. Da dieses vom Dorfe entlegene Bauerland nie geduͤngt, also hoͤchst erschoͤpft, und groͤßtentheils schon aus der Klasse des dreijaͤhrigen Landes in die des sechs- jaͤhrigen uͤbergegangen war, so erhielt ich sehr bereitwillig von der Dorfgemeinde drei Morgen fuͤr einen des besseren ihr nahegelegenes Landes, und somit uͤber 600 Morgen, wovon 350 Mor- gen ihrer Grundmischung nach guter Mittelbo- den, das uͤbrige aber auch schlechter Sandboden war. Ich theilte das Land in Verbindung mit meinem Außenlande, und einigen, wie oben ge- sagt, den Hauptschlaͤgen abgenommenen Streifen, in acht Schlaͤge, wovon jeder, so viel es die Oertlichkeit erlaubte, 90 Morgen der Kultur werthen Landes enthalten sollte. Die manchmal dazwischen liegenden, ganz duͤrren, aus Grand oder Steingrus bestehenden Stellen, muͤssen wohl mit in die Grenzen der Schlaͤge kommen, wer- den aber nicht mitgerechnet, und gar nicht oder hoͤchst selten umgebrochen. Sie werden, wenn eine groͤßere Flaͤche zusammenhaͤngt, mit Kihnen besaamt werden, kleinere aber mit Ginster (Ha- senbram, spartium scoparium ) was hier gern waͤchst, und nutzbarer ist, wie Heidekraut, ein- wildern. Die Kultur des groͤßten Theils dieser Schlaͤ- ge muß aber fast wie eine neue Urbarmachung betrachtet werden. Alles, außer dem Wenigen, was vorher zu den Hauptschlaͤgen gehoͤrte, und was gemergelt oder gemoddert worden, war zu erschoͤpft, um mit Vortheil ohne Mergel oder Duͤnger bestellt werden zu koͤnnen. Daher soll- te alle Jahr ein Schlag vorgenommen, gemer- gelt, gemoddert oder geduͤngt, und als reine Bra- che bearbeitet, zugleich von der gewaltigen Masse großer und kleiner Steine gereinigt; dann mit Roggen, das spaͤter zu Stande gekommene, mit Gerste oder Hafer, seiner Beschaffenheit nach be- stellet werden. Auf einen Theil, der Klee zu tra- gen faͤhig schien, ward Klee untergesaͤet. Im dritten Jahre lag es also in Klee, oder es trug ein anderer guter Theil Erbsen und Wicken, der sandigere Buchweizen, und der schlechteste ruhete. Im vierten trug er wieder Roggen oder Hafer, unter welchem weißer Klee gesaͤet ward, um nun vier Jahr zur Weide, hauptsaͤchlich fuͤr Schafe, zu liegen. Diese schonende Behandlung schien nicht nur, um das Land in Kraft zu setzen, noͤ- thig, sondern war auch dem Bedarf der im Jahre 1811 angelegten echten Zuchtschaͤferei an- gemessen. Denn so wie sich diese vermehrte, mußte auch die kultivirte Weide zunehmen. In diesem Jahre 1815 traͤgt der 5te Schlag in die- ser Ordnung Roggen zum erstenmale, da er nicht gemergelt werden konnte, im Duͤnger; der 6ste wird bereitet und gemergelt. Ein Schlag ist ge- wissermaßen aus fruͤhern Zeiten in Kultur, hat 1811 mit Roggen abgetragen, und wird im naͤch- sten Jahre seine zweite Rotation vorspringend be- ginnen. Ein Schlag liegt noch im rohen Zu- stande. Die Behandlung dieser Schlaͤge ist vorerst die ganz gewoͤhnliche. Der Dreisch wird im Herbst oder Fruͤhjahr flach umgebrochen, dann befahren. (Ueber die Behandlung des Mergels sogleich.) Ebenfalls flach gewendet, scharf geeg- get, dann etwas tiefer zur Saat gepfluͤgt. Erb- sen und Wicken werden im folgenden Jahre ein- faͤhrig flach untergepfluͤgt. Dann wird zum Rog- gen zweimal gepfluͤgt. Im Fruͤhjahre wird der weiße Klee gesaͤet und scharf eingeegget. Der Mergel oder vielmehr mergelige Lehm findet sich hier auf allen Schlaͤgen oder in ihrer Naͤhe, mehrentheils in Huͤgeln, die mit einer rothbraunen harten Erde bedeckt und sehr un- frucht- fruchtbar sind, ziemlich nahe an der Oberflaͤche. Er wird mit Hacken losgebrochen und mit ein- spaͤnnigen Sturzkarren, die etwa 10 Kubikfuß laden, verfahren. Er ist in verschiedenen Quan- titaͤten aufgebracht worden; eine solche Karre auf 1 bis 2 Quadratruthen, oder auf den Mor- gen 90 bis 180 Karren. Das letztere ist das, was, um den voͤlligen Erfolg zu haben, gegeben werden muß. In den Jahren, wie die Arbeiter hier nicht selten waren, ward fuͤr die Karre zu hauen, zu laden und zu verfahren, sechs schlechte Pfennige, und fuͤr das Streuen ein schlechter Pfennig bezahlt, was gleich ist vier Pfennig Cou- rant. Ein Morgen mit 180 Karren zu befah- ren kostete also 2 Rthlr. 12 Gr. Die Pferde mit Karren waren ohngefaͤhr zu 1 Rthlr. per Morgen zu berechnen. Die Wegschaffung des staͤrkeren oder schwaͤcheren Abraums und der da- zwischen kommenden Sandadern machten noch einige Kosten, die nach der Lage verschieden wa- ren, aber pr. Morgen hoͤchstens noch auf 3 Gr. zu berechnen sind. Wo nicht so stark aufgefah- ren wurde, wie ich jetzt doch bei diesem Mergel- lehm rathsam halte, kostete es nach Verhaͤltniß weniger. 4 Auch ist gemoddert worden, theils aus ei- ner torfigen Stinke, wo der faserige Modder aber erst ein Jahr mit etwas Kalk gemengt in Haufen lag, theils aus einem Teiche, der abge- lassen wurde. Ich mache hier aus Erfahrung die Bemerkung, daß man gebrannten Kalk erst voͤllig zu Pulver zerfallen lassen muͤsse durch An- feuchten, ehe man ihn unter den Modder aus- streuet. Stuͤckweise untergebracht ziehet er gleich zu viel Feuchtigkeit an, wird zu Lederkalk und zertheilt sich hernach schwer. Das Moddern ist mir ungleich theurer gekommen und hat nicht die Wirkung gethan wie das Mergeln; ohner- achtet der Modder aus dem Teiche sehr gute Qualitaͤten und keine merkliche Saͤure hatte. Ich erwarte aber um so groͤßere Wirkung, wenn jetzt auf die gemodderten Theile Mergel kommt. Auch muß ich gestehen, daß, ohnerachtet die Fruͤchte auf dem Gemodderten nachstanden, der weiße Weideklee und die Weide uͤberhaupt besser ist. Leider! hat diese Arbeit ernstlich nur in den Jahren 1810, 1811 und einen Theil von 1812 betrieben werden koͤnnen. Nachher nahmen die Vorspanne die Pferde weg, und darauf fehlte es an Menschen. In diesem Jahre ist im Fruͤh- jahr etwas geschehen, aber so wie die Heuernte eintrat mußte es aufhoͤren. Die Wirkung ist die gewesen, daß man von diesem gemergelten Lande das sechste Korn gewann, wenn das ungemergelte, wie kleine zur Vergleichung uͤbergangene Stellen erwiesen, nicht das zweite Korn gab. Dann wuchs rother und weißer Klee zur Weide sehr gut darauf, von dem man auf ungemergeltem Boden keine Spur fand. Ward aber mit dem Mergel nur schwa- cher Mistduͤnger, drei Fuder auf dem Morgen, verbunden, so war der Ertrag zehnfaͤltig. Da es unmoͤglich ward, die Mergelung in diesen Zeiten fortzusetzen, so ist im Jahre 1813 und 1814 der neu aufgebrochene Schlag groͤß- tentheils mit Stallmist befahren; denn die Ver- mehrung des Duͤngers reichte zu, drei Schlaͤge beinahe auszuduͤngen. Auf dem erschoͤpften Bo- den thut aber der Mist nicht die Wirkung des Mergels, wenigstens nicht im ersten Jahre. Nachdem diese acht Schlaͤge auf die Weise in Stand gesetzt worden, und der erste wieder zum Aufbruch kommt, wird eine andere Frucht- folge eintreten, die folgendermaßen bestimmt ist: 1) Dreischhafer einfurchig bestellet; von des- sen Gedeihen, außer andern Versuchen, der noch in Kraft stehende Schlag 5 einen uͤberzeugenden Beweis auf einem Theile gegeben hat. 2) Brache geduͤngt, und wo es fruͤher nicht geschehen, gemergelt. Doch wird wahrscheinlich ein Theil mit Kartoffeln bestellt werden, wenn auf den Hackfruchtschlag der ersten Ordnung mehr Runkeln zur Zuckerfabrikation gebauet werden. Auch wird in der Regel auf die Wendefurche Spergel zur Weide gesaͤet. 3) Winterung. Nach den Kartoffeln jedoch Gerste. 4) Erbsen. 5) Winterung. Untergesaͤeter Klee. 6) 7) 8) Weide. Und so darf ich hoffen, dieses ganz erschoͤpfte Land, aus und durch sich selbst, in volle Kraft und Tragbarkeit zu versetzen, und den bis zum sechsjaͤhrigen Lande herabgesunkenen Boden zur Klasse des Gerstbodens zu erheben, da er von Natur im Durchschnitt nicht schlechter ist, als der Moͤglinsche Boden in den Hauptschlaͤgen. Durch dieses Beispiel schmeichle ich mir am mei- sten fuͤr die hiesige Gegend zu nutzen, da sich in dem groͤßten Theile der Kurmark die Gelegen- heit zur Nachahmung desselben allenthalben fin- det, und es nicht die Kraͤfte, selbst des aͤrmeren Bauern, sobald er separirt ist, uͤbersteigt. Eine benachbarte Dorfschaft hat schon mit dem Mer- geln angefangen. Ich komme auf ein, durch ein unerwartetes Naturereigniß wenigstens zum Theil vereiteltes, Unternehmen. Die Gelegenheit, durch Abschwem- mung der Hoͤhe in ein daneben liegendes mora- stiges, von einem Fließ gebildetes Luch, eine Be- rieselungswiese, auf die im Luͤneburgschen und Bremischen bekannte Art, zu bilden, und das wiesenlose Moͤglin damit zu bereichern, war mir sehr erwuͤnscht, da es auch in hiesigen Ge- genden so viele Gelegenheiten giebt, diese hier unbekannte und nicht wohl anders als sinnlich darzustellende Methode mit groͤßtem Nutzen an- zuwenden. Denn nicht einmal von richtiger An- lage der Bestauungs- vielweniger der Beriese- lungswiesen findet man hier Beispiele. Ich schritt daher sogleich zur Ausfuͤhrung. Die Um- staͤnde waren zwar nicht guͤnstig, denn die Schwemmungsflaͤche war schmal, das Gefaͤlle nicht stark, der abzuschwemmende Erdboden sehr ungleich, bald Sand, bald zaͤher Lehm, bald Steingeschiebe; es fehlte mir ganz an geuͤbten Arbeitern und der Wasserzulauf war nicht stark, jedoch so, daß mehrere Tage nach einander, selbst im Sommer, geschwemmt werden konnte, wenn man das Wehr bei Nacht zusetzte. Dennoch ward die Sache so weit vollfuͤhrt, daß 27 Morgen Wie- sen hervorgebracht wurden. Da die Oberflaͤche des rohen Bodens mit dem Modder aus dem Luche befahren ward, so bewirkte die Bewaͤsse- rung einen solchen Graswuchs, daß schon in den Jahren 1809 und 1810 30 vierspaͤnnige Fuder Heu von dieser Wiese geerntet wurden. Nun erhielt ich aber durch das Reichnower Land die Gelegenheit, diese Anlage sehr zu vergroͤßern, in- dem sich auf solchem ein sumpfiger Grund mit Sandhuͤgeln umgeben fand, die von dem Was- serspiegel eines etwa 20 Morgen haltenden Sees, — der wieder aus einem andern, hoͤher liegen- den, quellreichen See Zufluß hatte — beherrscht wurden. Der Durchstich ward 1810 gemacht und eine Schleuse in dem Graben angelegt, vor welcher das Wasser im Sommer 2½ Fuß hoch, im Fruͤhjahr viel hoͤher stand, und unten im Luch ward der Abzugsgraben von den morastig- sten Stellen angelegt. Im Jahre 1811 ward beschlossen, den Teich, welcher als Wasserbehaͤlter fuͤr die erste Wiese diente, abzulassen und aus- zumoddern; was mit einiger Schwierigkeit, des starken Wasserzuflusses wegen, vollfuͤhrt wurde. Aber nun bemerkte man ein ganz unerwartetes Fallen und Versiegen der Gewaͤsser in dieser gan- zen Gegend. Man bemerkte es zuerst in jenem See, dessen Wasser kaum noch 1 Fuß hoch vor der Schleuse stand, und ich glaubte schon durch die Abwaͤsserung des Morastes eine Sandader geoͤffnet zu haben, wodurch das Wasser des Sees mit diesem in Verbindung staͤnde, um so mehr, da sich aus dem Moraste anfangs sehr viel Was- ser ergoß. Uebrigens schob man die Verminde- rung des Wassers, die sich hier in allen Seen, Pfuhlen und Baͤchen zeigte, auf die anhaltend duͤrren Jahre und wenigem Schnee, und glaubte, es wuͤrde sich bei einem feuchten Jahre und be- sonders bei hohem Schnee wieder sammeln. Bis dahin ward also die Anlage der einen Schwemm- wiese verschoben. Die aͤltere konnte, wegen der Ausbesserung des Teichs im Sommer 1811, nicht gewaͤssert werden, weswegen die hoͤhern Stellen allen Ertrag versagten. Im Jahre 1812 konnte die Waͤsserung nur nothduͤrftig, wegen Mangels an Wasserzufluß gegeben werden, und die hoͤch- sten Stellen litten an Duͤrre. Im Jahr 1813 war zwar mehr Wasser, aber die der staͤrkeren Waͤsserung gewohnten Grasstaͤmme waren aus- gegangen. Der hohe Schnee des Winters von 1813 — 14 ließ hoffen, daß sich alle Wasser- behaͤlter wieder fuͤllen und die Quellen staͤrker zu fließen anfangen wuͤrden. Aber ohnerachtet der Sommer 1814 auch nicht trocken war, hat das Wasser auf diesem ganzen Plateau immer mehr abgenommen. Jener See ist uͤber 3 Fuß gesunken, und die erwaͤhnte Schleuse, vor welcher das Was- ser, als sie angelegt wurde, 3 Fuß hoch stand, liegt jetzt im Trocknen; viele kleine Pfuͤhle sind so trocken, daß sie beackert und bestellt, werden konnten. Ich habe Winterung gebauet, wo vor- her selbst im Sommer Wasser stand; ich kann mir also dieses Versiegen der Quellen auf dieser Hoͤhe nicht anders erklaͤren, als daß sie in ei- ner niederern Gegend sich einen andern Abzug muͤssen gebahnt haben. Aeltere hiesige Landleute versichern, daß dieses schon einmal der Fall ge- wesen, daß sich das Wasser dann aber nach ei- nigen Jahren wieder eingefunden habe. Bei Moͤglin war vormals eine Wassermuͤhle durch jenes Fließ getrieben, wovon der Muͤhlenteich noch zu sehen ist. Bei einem solchen Wasser- mangel hat man sie aber abgebrochen und eine Windmuͤhle statt derselben errichtet. Nothduͤrf- tige Waͤsserung fuͤr die aͤltere Wiese habe ich noch wohl, da aber die durch kuͤnstliche Besaa- mung und von Natur entstandenen Wassergraͤser ausgegangen oder verkuͤmmert waren, so habe ich den hoͤhern, statt derselben mit Moos uͤberzoge- nen Theil umgebrochen und verschiedentlich be- stellt, und werde ihn, wenn die alte Narbe zer- gangen ist, theils mit Luzerne, theils mit an- dern Graͤsern, die mit einer seltneren Waͤsserung sich begnuͤgen, besaͤen. Dieses Ereigniß ist mir in der That sehr unangenehm, nicht wegen des Verlustes, den ich dabei leide — denn dieser ist auf keinem Fall betraͤchtlich — sondern weil ich nun dieses Beispiel, womit ich vielen Nutzen zu stiften hoffte, jetzt nur unvollkommen und nicht eindringlich genug aufstellen kann. Mein Zweck, den ich auch jetzt erreicht zu haben hoffe, war immer der: Moͤglin unabhaͤn- gig von den Koͤnigshofer und allen andern Wie- sen zu machen. Theils, weil ich Koͤnigshof ent- weder fuͤr ein annehmliches Gebot verkaufen, oder es auf eine besondere Weise, hauptsaͤchlich mit Krapp- Hopfen- Hanf- und anderm Handels- gewaͤchsbau benutzen wollte, wozu es eines so betraͤchtlichen Viehstandes bedurfte, daß es sein Heu wohl konsumiren konnte. Stroh war da- selbst genug zu wohlfeilen Preisen zu haben. Theils aber, weil ich dadurch zeigen wollte, wie man ein Gut ohne Weide abluͤften und mit wenig oder gar keinen Wiesen in Kraft erhalten, und aus der Viehzucht selbst einen großen Ertrag ziehen koͤnne. Ich hatte mich gewissermaßen an- heischig gemacht, dies von Vielen in der Wirk- lichkeit unaufloͤslich gehaltene Problem faktisch zu loͤsen. Das gaͤnzliche Mißrathen des Klees, nach dem duͤrren Sommer von 1810, machte mich etwas mißmuͤthig. Zwar ersetzten die gesaͤeten Futtergemenge den Klee hinreichend, aber es mußte doch wieder mehr Heu heraufge- holt werden, und ihr Bau konnte auch bei gro- ßer Duͤrre mißrathen. Allein die Ueberzeugung, die ich mir durch mehrere im Kleinen angestellten Versuche, von dem sichern Gerathen und der Ausdauer der Luzerne, ohne alle kuͤnstliche Kul- tur, auf dem hiesigen Boden verschafft hatte, richtete meinen Muth wieder auf; und ich be- schloß nun, jedesmal wenn Klee ausgesaͤet wuͤrde, ein Stuͤck von fuͤnf Morgen in demselben Schlage mit Luzerne zu besaͤen. Dies sollte die ganze Rotation durch liegen bleiben, bis zu dem Jahre, wo der Schlag wieder zum Kleetragen kam, und ein gleiches Stuͤck abermals mit Luzerne angesaͤet war. Dann soll es aufgebrochen und mit Ruͤbsen bestellet werden, damit es als Win- terung wieder in den Umlauf eintrete. In die- sem Jahre ist der 5te Schlag besaͤet, und 4 mal 5 Morgen stehen in voller Benutzung. Denn schon im ersten Jahre nach der Saat steht die Luzerne in voller Kraft. Ich werde so 35 Mor- gen bekommen. Die ersten Jahre habe ich Lu- zerne unter Lein gesaͤet, weil das von Vielen be- sonders empfohlen wird. Weil mir aber der Lein hierher nicht mehr paßte, so habe ich sie, mit wenigstens eben so gutem Erfolge, unter die Ger- ste, auf den Morgen 10 Pfund, gesaͤet. Nach- dem sie im folgenden Fruͤhjahre sehr scharf durch- gegget worden, ward sie schwach gegipset. Das starke Eggen ward alle Jahre, jedoch nur ein- mal wiederholt, und sie erhielt dann abwechselnd den Hofschlamm und die im Haushalt gemachte Seifensiederasche zur Duͤngung. Die im Jahre 1811 zuerst gesaͤete ist nun wieder gegipset. Das ist alles, was bei ihr geschehen ist; kein Jaͤten, kein Behacken fand statt. Ohnerachtet des scharfen Eggens habe ich doch nicht verhin- dern koͤnnen, daß sich nicht eine Art von Narbe aus Graswurzeln und weißem Klee unter ihr erzeuge. Durch das Eggen nach jedesmali- gem Schnitt wuͤrde ich sie vielleicht zerstoͤren. Da ich aber selbst bei einem aͤlteren, schon im Jahre 1807 angelegten Versuchsstuͤcke, nicht be- merke, daß es ihr schadet, so erspare ich mir die Arbeit. Nach dem zweiten und dritten Jahre scheint die Luzerne auf Boden, der ihr zusagt, staͤrker als alles Unkraut, was sich unter ihr an- siedelt. Mit dieser Luzerne bin ich jetzt schon gesichert fuͤr die Gruͤnfutterung meines Rindvie- hes und saͤmmtlicher Pferde, und wenn sie erst voͤllig dasteht, muß ich noch Heu machen. Wenn ich die Heufutterung auf einen Kopf Großvieh taͤglich nur zu 1 Gr. anschluͤge, so benutze ich einem Morgen Luzerne zu 15 Rthlr. rein. Sie hat mich auch bei der duͤrresten Zeit nicht ver- lassen. Im Jahre 1814 verfror sie bis zur Haͤlfte im Mai, wie sie schon maͤhebar war, aber sie trieb schnell wieder durch. Meine Zwei- fel an der Unfehlbarkeit der Luzerne sind also gehoben — fuͤr meinen Boden! Aber jeder pro- bire den seinigen darauf; wechseln viele verschie- dene Erdschichten ab, oder ist der Boden wasser- galligt, so geht es nicht. Geht sie fort, so ver- saͤume keiner Luzerne-Felder anzulegen, der nicht einen Ueberfluß von Wiesen hat, die er ander- weitig nicht benutzen koͤnnte. Man pfluͤgte hier 3 Zoll tief mit einem mit drei starken Ochsen im Wechsel bespannten Pfluge, so daß sechs Ochsen auf einen Pflug gehalten wurden. Es waren vier Pfluͤge im Gange, und dann noch vier uͤberkomplette Ochsen, in Summa 28 Stuͤck, zur Erleichterung der andern. Ich wollte mit zwei Ochsen pfluͤgen lassen, aber man versicherte mich, daß dies die Thiere zu sehr an- greiffe. Auch konnte man den Umbruch der Bra- che um Johannis, da sich das gebundene Land erhaͤrtet hatte, nicht bewerkstelligen, sondern mußte davon abstehen, bis Regen kam. Dies lag an der erbaͤrmlichen Construction des hiesigen Pflu- ges, die nur dem losesten Sandboden angemes- sen seyn kann. Im ersten Jahre konnte ich mit der Einfuͤhrung anderer Pfluͤge nicht zu Stande kommen. Im zweiten Jahre, wie ich mir Bai- leysche Pfluͤge — anfangs nur unvollkommen — verschafft hatte, ließ ich alle anderen zerschlagen. Seitdem hat man nie wieder gesagt, daß das Land mit zwei Ochsen nicht zu pfluͤgen sey. Das Pfluͤgen geschiehet, außer dem Vorpfluͤger, von zwoͤlfjaͤhrigen Jungens, die es, wenn sie die Och- sen zu leiten wissen, in etlichen Stunden lernen. Der Uebersetzer von Bailey’s Schrift uͤber die- sen Pflug hat gewiß Recht gehabt, ihn den best- moͤglichen zu nennen. Er erfuͤllt alle Forde- rungen, die man an einem vollkommenen Pfluge machen kann. Einfachheit, Dauerhaftigkeit, Leich- tigkeit der Fuͤhrung und der Stellung zu jeder Tiefe von 1 Zoll bis 8 Zoll, zu jeder Breite von 6 Zoll bis 12 Zoll, moͤglichst leichte Ueber- windung jedes Widerstandes, vollkommen recht- winkliche Ausschneidung des Erdstreifens, und Umwaͤlzung desselben um seine eigene Achse, endlich Wohlfeilheit, wenn man auf seine Dauerhaftigkeit Ruͤcksicht nimmt. Er hat keinen Fehler, nichts was man moͤglicher Weise besser an ihm wuͤn- schen koͤnnte. Er ist fuͤr jeden Boden, fuͤr den ganz schweren, gebundenen — nur vielleicht, mit einer kleinen Abaͤnderung der Construction, die ich fuͤr den meinigen am besten gefunden habe — geeignet. Noch Keiner hat dies verkannt, der ihn mit Aufmerksamkeit hat wirken sehen Auch Der bestmoͤglichste Pflug auf Erfahrung und mathematische Grundsaͤtze gestuͤtzt v. J. Bailey m. 2. Kupf. 4. Berlin, Realschulbuchhandlung 1805. 12 Gr. Auch hat er sich schnell durch ganz Deutschland ver- breitet. Dies beweiset der starke Absatz der Streichbretter, und des uͤbrigen gegossenen Ei- senwerks auf mehreren Eisenhuͤtten. Es hat viele Muͤhe gekostet, bevor ich die voͤllig richtige Bil- dung des Streichbrettes bewirken konnte. Die Schwingung ward nicht richtig getroffen, und die gehoͤrige Staͤrke, die das Eisen an verschiedenen Stellen haben muß. Jetzt wird es auf der Ber- liner Eisenhuͤtte, nach der zuletzt uͤbersandten Schablone, voͤllig richtig gegossen. An sich ist der Pflug gar nicht schwer zu machen; indessen ist es noͤthig, daß ein recht verstaͤndiger Arbei- ter — Gestellmacher und Schmidt — sich die Verhaͤltnisse der Theile und die Winkel, worin sie zu stehen kommen, genau merke und bei der Zusammensetzung beobachte. Selten wird der erste Versuch ihn nachzumachen ganz gelingen; man wird die Abweichung nicht eher erkennen, als wenn ein verstaͤndiger Ackersmann seinen Gang mit dem des Vorbildes vergleicht; dann wird man nach einiger Ueberlegung leicht entdecken, wo ein Fehler liege. Ich gebrauche keinen andern, es sey dann wo ich den Boden vertiefen, einen doppelten Streifen auspfluͤgen, und die Erde des unteren uͤber den oberen herlegen (rajolen) will. Da nehme ich zum zweiten Pfluge den Small- schen , weil er sich in der Furche weniger draͤngt, und die Erde leichter in die Hoͤhe hebt. Indessen geht es auch mit dem Baileyschen. Es werden mit diesem Pfluge, wenn ich gute Ochsen und Fuͤh- rer habe und die Arbeit etwas angetrieben wird, uͤber 5 Morgen in einem Tage gepfluͤgt, ohne daß es ein Paar Wechselochsen angreift; und zwar so, daß kein Erdpartikel der Oberflaͤche, so tief gepfluͤgt wird, ungewendet bleibe. Der Pflug wird den Ochsen bei gewoͤhnlicher Tiefe des Pfluͤ- gens so leicht, daß sie sich an einen schnellen Schritt gewoͤhnen. Es sind hier nachher nicht mehr als 16 Och- sen, zuweilen nur ein oder zwei uͤberkomplette, die zum Maͤsten geschont wurden, gehalten wor- den, selbst nachdem das Reichenower Land hinzu gekommen war. Sie haben nicht nur alles Pfluͤ- gen, sondern auch den groͤßten Theil der Mist- fuhren verrichtet; auch manche andre Fuhren, zu- mal in den Jahren, wo fast alle Pferde auf Vorspann waren oder sich von diesen Reisen er- holen mußten. In diesen Zeiten sind ihnen je- doch Kuͤhe zu Huͤlfe gekommen, die allerdings, wenn sie einmal angelernt sind — was bei man- chen chen schwer haͤlt — ohne erheblichen Verlust ih- rer Milch, ein Drittheil Tag arbeiten. Die Och- sen haben im Durchschnitt der Jahre 240 halbe Arbeitstage per Kopf gethan. Sie werden bei den laͤngern Tagen, wie gewoͤhnlich, dreimal ge- wechselt, so daß ein Paar den einen Tag, das andre Paar den andern Tag zwei Drittheil ar- beiten muß. Sie erhalten durchaus keine Koͤr- ner, aber im Winter neben 10 bis 12 Pfund Heu ein Viertheil Scheffel Kartoffeln, und im Sommer, neben einer ziemlich knappen Weide, Klee oder Luzerne auf dem Stalle. Bis zu dem ungluͤcklichen Ereigniß der Lungenseuche, waren sie sehr gesund und kraͤftig. Pferde sind hier mehrentheils 12 Stuͤck ge- halten worden; in den Jahren 1812 und 1813 kamen sie auf 9 Stuͤck herunter. Aus den Ar- beits-Journalen aber erhellet klar, daß ich mit sieben Pferden fuͤr die hiesige Ackerwirthschaft reichlich auskommen wuͤrde. Die uͤbrigen Pferde werden fuͤr den großen Bedarf meines Hauses und des Instituts, an Brennholz und mancher- lei andern Fuhren, gebraucht. In den schweren Jahren 1812 und 1813, wie das Institut ge- schlossen und moͤglichste Beschraͤnkungen beobach- 5 tet wurden, ist doch in der Wirthschaft nichts Wesentliches versaͤumt worden, ohnerachtet we- nigstens die Haͤlfte der vorhandenen Pferde ab- wesend oder unbrauchbar war. Indessen gestehe ich, daß wir durch die mehreren Pferde, die an- derer Arbeiten wegen gehalten werden, im Stande sind, Ackergeschaͤfte schneller zu vollfuͤhren, als wenn nur die fuͤr den Ackerbau gerade noͤthige Zahl da waͤre. Jetzt sind wieder 12 Stuͤck Wa- genpferde auf dem Hofe, wovon aber zwei zum Mergeln und zwei zu Reisen bestimmt sind. Ich traf hier eine recht gute, große und starkknochige Art von Kuͤhen, aus dem Warthe- bruch wahrscheinlich herstammend, von brauner Farbe an. Einige vorzuͤgliche Kuͤhe, Juͤtlaͤndi- scher, aber veredelter großer und hollaͤndischer Art, brachte ich hierher. Von den vorgefunde- nen waren manche von vorzuͤglichem Ansehen, ge- ringer Milch-Ergiebigkeit wegen, auszumerzen. Da ich den Viehstapel noch vermehren wollte, so kaufte ich bei Gelegenheit noch 12 Stuͤck Ol- denburger Fersen an, ohnerachtet dieses Vieh sich mir nie vortheilhaft gezeigt hat. Ich fand hier ein Bullkalb, was sich der Verwalter zu verschaf- fen gewußt hatte, von einer Kuh Triestorfer Rasse mit einem Juͤtschen Bullen erzeugt. Dies Thier machte sich außerordentlich schoͤn, hatte bei einem sehr langen Koͤrper und vorzuͤglich star- kem Hintertheile feine Knochen, sehr feine Haut und Haar. Es ward nachher verschnitten, zog als Ochse ein Jahr lang einspaͤnnige gewaltige Lasten, maͤstete sich sehr leicht mit Kartoffeln und Heu ohne alles Getreide, und ward in Ber- lin zu 1350 Pfund Fleischergewicht geschlachtet. Er ist mehrere Male abgebildet und in Kupfer gestochen worden Ich wollte diese Rasse noch mehr mit der Juͤtlaͤnder großen Art verbinden, es dauerte aber lange, bevor ich ein gutes Bull- kalb von einer Juͤtlaͤnderin erhielt, und mußte erst andere von jenem abstammende Bullen ge- brauchen. Jetzt habe ich einen Stammochsen, wie ich ihn mir wuͤnschte, und der seine Quali- taͤten sehr gut vererbt, so daß fast alle Kaͤlber ihm aͤhnlich werden. Ich war mit meinem Milch-Viehstapel, von welchem ich auch sehr schoͤne Ochsen erzog, im vorigen Jahre ganz aufs Reine, und da meine Aufzucht meinen Bedarf an Einschuß weit uͤber- traf, so konnte ich ausgezeichnetes Milchvieh und junge Bullen verkaufen. Mein Vieh war in dem herrlichsten Stande, hatte die gesundeste Futterung und Weide gehabt, bis mir im Herbst ein zum Schlachten eingekaufter Ochse die Lun- genseuche auf den Hof brachte. Zwei junge Bul- len, die ihm zunaͤchst im Stalle gestanden hat- ten, fingen an zu keuchen, ohne daß man arg daraus hatte, zumal da der groͤßte Theil der Thier- aͤrzte der Meinung ist, daß diese Krankheit nicht ansteckend sey. Ich war nicht hier; wie sich aber die Krankheit im Ochsenstall verbreitete, machte man doch alle Anstalt zur Trennung des kran- ken Viehes. Aber zu spaͤt; die Ochsen gingen alle darauf, entweder an der hitzigen Krankheit, oder an der daraus entstehenden Lungenschwind- sucht. Der moͤglichsten Separation ohnerachtet kam nun die Krankheit auch in den Kuhstall. Es wurden die bisher empfohlnen Mittel, groͤß- tentheils reizender Art, bei Kranken und als Vor- bauung gebraucht, allem Vieh Haarseile gelegt. Ich kam her, sahe den Zustand und uͤberzeugte mich, daß er zu Anfange rein inflammatorisch sey. Es wurde also dem kranken Vieh stark Blut abgelassen. Den schon seit acht Tagen erkrank- ten half es nicht. Aber den kuͤrzlich befallenen half es auf der Stelle. Der Athem ward gleich freier, das Keuchen verwandelte sich in einem ordentlichen Husten mit Auswurf, die Thiere fin- gen bald an wiederzukaͤuen und besserteu sich schnell. Es wurden 2 — 3 Pfund Blut gelas- sen. Das Blut hatte eine solche Gerinnbarkeit, daß sich in der Ader gleich ein Propf setzte, der weggenommen werden mußte, damit das Blut ferner fließe. Es setzte gleich eine dicke, gelbliche Lederhaut ab. Folgte nicht genugsame Erleich- terung, so ward der Aderlaß nach 12 — 18 Stun- den wiederholt. Seitdem ist kein Thier gestor- ben; aber der groͤßte Theil der Kuͤhe verkalbte doch dabei. Diese haben sich doch vollkommen erholt und geben jetzt, obwohl sie wieder traͤch- tig sind, so viel Milch, als haͤtten sie ordentlich ihre Zeit ausgegangen. Erst im Fruͤhjahr kam das Uebel nach Koͤnigshof unter das Jungvieh. Weil dieses aber gleich zur Ader gelassen wurde, ward es bald wieder besser, ohne allen Verlust. Mein Milchviehstand ist dadurch auf 28 vermindert, und Ochsen sind theils um ein Jahr fruͤher von eigener Zucht angespannt — der ei- gentliche diesjaͤhrige Einschuß war leider schon im Herbst heraufgebracht — theils in Pommern von schwachem Schlage angekauft. Die starken Och- sen waren mir im Fruͤhjahr zu theuer. Die Kuͤhe sind in einigen Sommern, beson- ders im vorigen und jetzigen, nur auf halbe Stall- futterung gesetzt worden. Sie bekamen den zwei- jaͤhrigen Kleeschlag, theilten ihn aber doch mit den Ochsen. (Ich muß 12 Stuͤck Dorfvieh Weide geben, deshalb habe ich die Ochsen nicht ganz auf dem Stalle halten koͤnnen. Gehen meine Kuͤhe nicht aus, so geht das saͤmmtliche Dorfvieh mit den Ochsen, sonst gehen die Kuͤhe des Dorfes mit meinen Kuͤhen.) Die Kuͤhe werden aber mehrentheils, die Ochsen nur wenn die Weide nicht reicht, nebenbei mit Luzerne und Klee, auf dem Stalle gefuttert. Erstere sind von 10 Uhr Morgens bis gegen 4 Uhr Nachmittags im Stalle, und auch, wie sich versteht, bei Nacht. Die Kuͤhe werden sehr reichlich gefuttert. Im Sommer erhalten sie, so viel sie fressen wol- len, ungeschnitten. Sie fressen aber gern Stroh dabei, wenn es ihnen lang vorgeworfen wird. Wenn man ihnen mit Stroh geschnittenes Gruͤn- futter gab und reichlich genug, so suchten sie die- ses heraus, beschnoben das uͤbrige so, daß das muͤhsam zerschnittene Futter jedesmal ausgefegt und in den Mist gebracht werden mußte. Ich fand, außer der Arbeit, mehr Futter dabei wirk- lich verschwendet, als geschiehet, wenn es lang vorgeworfen wird, da das, in der Fliegenzeit be- sonders, umhergestreuete und in den Mist kom- mende Futter, bloß dem Anscheine nach mehr in die Augen faͤllt. Nur dann kann das Schnei- den des Gruͤnfutters mit Stroh rathsam seyn, wenn man sparsam futtern muß. Nach einigen durch Abwaͤgung gemachten Versuchen, betraͤgt die taͤgliche Portion auf das Stuͤck 96 Pfund gruͤnes Futter, in der Zeit, wo es am reichlich- sten gegeben wird. Ehemals habe ich gefunden, daß schwere frießlaͤndische Kuͤhe 140 Pfund Klee fressen. Es versteht sich dies von Zeiten, wo sie ganz im Stalle bleiben; gehen sie auf die Weide, so bekommen sie, nachdem diese reichlich ist, mehr oder weniger oder gar nichts zu; je- doch wird ihnen Abends immer etwas Futter- stroh vorgelegt, was sie zum großen Theile auf- fressen. Die Winterfutterung besteht in Klee-Heu, Kartoffeln und Ruͤben; nebst gutem Stroh. Die Norm ist, daß sie 20 Pfund Heu taͤglich erhal- ten sollen. Statt eines Theils werden aber Kar- toffeln in dem Verhaͤltniß von 2:1, oder Run- keln in dem Verhaͤltniß von 3½:1 gegeben; je- doch immer so, daß sie mindestens 8 Pfund Heu erhalten. Denn den Kuͤhen uͤber 24 Pfund Kar- toffeln zu geben, haben ich und mehrere nicht rathsam gefunden, wenn man sie nicht maͤsten will. So lange Runkeln oder Rotabaga vorhan- den, werden diese mit den Kartoffeln vermischt gegeben, und dieses Futter wirkt besonders gut auf die Milch, und erhaͤlt ihr den eigenthuͤmli- chen Sommergeschmack. Runkeln allein zum Er- satz des Heues in großer Menge gegeben, er- schlafften nach einiger Zeit die Verdauungswerk- zeuge, und sie wurden dem Vieh widerlich, so gern es solche auch zu Anfange und fortdauernd in kleineren Quantitaͤten frißt. Im Winter wird ein Theil des Heues mit Stroh zu Hechsel ge- schnitten, aber das Wurzelwerk wird nicht mit Hechsel, sondern in Scheiben zerschnitten, allein gegeben. Denn es geht damit wie mit dem Klee, das Vieh sucht sich das wohlschmeckende heraus, beschnaubt den Hechsel und laͤßt ihn liegen. Seit- dem die Kuͤhe indessen den Abfall der Kartoffel- staͤrke erhielten, wird dieser mit Strohhechsel ver- mischt, und das Staͤrkewasser, welches viele Ei- weißstoffe enthaͤlt, zum Theil daruͤber gegossen. Dies Futter ist ihnen sehr angenehm und wohl- thaͤtig gewesen, und ihnen zu ein Drittheil der Kartoffelmasse berechnet worden. Alles Stroh, was eingestreuet werden soll, wird ihnen uͤber Nacht zum Ausfressen vorgelegt. Bei dieser Futterung hat eine Kuh im Durchschnitt der Jahre 1806 — 1814, 1300 Berliner Quart Milch gegeben, außer der, wel- che die Kaͤlber erhalten haben. Die Kuh gab einen Bruttoertrag von 40 Rthlr., ein- schließlich des Werths des Kalbes. Wird indes- sen, wie geschehen ist, der Centner Heu zu 10 Gr., der Scheffel Kartoffeln zu 5 Gr., und die gruͤne Futterung taͤglich per Kopf zu 1½ Gr., die Weide zu 1 Gr. 4 Pf. berechnet, nebst allen auf sie treffenden Kosten, das Stroh aber gegen den Mist, so haben sie mehrmals ein Deficit, und nur in den Jahren 1809, 1810, und 1811 — 1812 einen Ueberschuß gehabt; so daß es im Gan- zen sich ohngefaͤhr heben wuͤrde, wenn nicht in dem letzten Jahre 1814 — 1815 der Verlust durch die Viehkrankheit uͤberwiegend wuͤrde, der sich auch auf das naͤchste Jahr ausdehnen wird; da besonders die Aufzucht sehr zuruͤckgekom- men ist. So sehr ich daher mit meiner Kuherei zu- frieden zu seyn Ursach habe — was ohne die große Sorgfalt, die auf die Molkerei verwandt wird, nicht der Fall seyn wuͤrde — so sehr der Werth des Mistes den des Strohes uͤberwiegt, und so gut der Acker, der den Kuͤhen das Futter liefert, dabei zu stehen kommt; so werde ich denn doch die Kuherei nicht so hoch treiben, wie ich mir fruͤher vorgenommen hatte, sondern zwischen 30 und 40 Stuͤck stehen blei- ben; weil ich das Futter durch die Schaͤferei doch ungleich hoͤher benutze. Genauere Auszuͤge aus den Hauptbuͤchern folgen unten. Nachdem ich mich bis dahin mit einer klei- nen Hammel-Schaͤferei, zur Benutzung der schlechten Weide, beholfen hatte — die mir an- fangs Vortheil, nachher aber, durch den Ankauf faulisch gehuͤteter Hammel, empfindlichen Verlust brachte — entschloß ich mich zum Ankauf eines voͤllig reinen Merino-Stammes von 150 Stuͤck, der in den Jahren 1811 und 12 vollfuͤhrt wurde. 100 Stuͤck wenigstens waren aus den ausgezeichnet- sten Schaͤfereien besonders ausgewaͤhlt, und dar- unter 14 Stuͤck, welche ich durch die besondere Gnade des Herrn Reichsgrafen von Schoͤnburg auf Roxburg erhielt. Ich bekam zwei Boͤcke von hoͤchster Qualitaͤt. Da Zuzucht und Ver- mehrung mein erster Zweck war, so ward die Paarung mit besonderer Auswahl der Indivi- duen auf das sorgfaͤltigste betrieben, vornaͤmlich in Hinsicht auf die Bocklaͤmmer. Ich machte sogar den Versuch, zwei Laͤmmer in einem Jahre von einer Mutter zu erhalten; was mir auch mit 50 Stuͤck im Jahre 1812, mit wenigern im fol- genden gluͤckte, aber die Muͤtter doch sehr an- griff. Ich habe indessen jetzt die Schaͤferei — nachdem schon uͤber 100 Stuͤck ausgemerzt und 110 junge Boͤcke verkauft sind — auf 700 Stuͤck gebracht. Sie wird sich jetzt etwas wieder vermindern, indem 80 Schafe ausgemerzt werden; kann dabei aber, weil lauter junges Vieh uͤbrig bleibt, sich schnell vermehren. Ich glaube die Schaͤferei auf 1000 Stuͤck treiben zu koͤn- nen, und zwar so, daß sich 600—700 Muͤtter darunter befinden; indem bei der großen Nach- frage nach meinen jungen Boͤcken keine Hammel da seyn werden; versteht sich, wenn ich nur den feinsten und edelsten Stamm beibehalten und al- les uͤbrige ausgemerzt haben werde. Bis jetzt wird freilich alles gehammelt, was nicht von aus- gezeichneten Muͤttern faͤllt. Die Vermehrung muß dabei freilich langsamer, aber um so mehr im Verhaͤltniß mit der Verbesserung der Weide vor sich gehen. Bis jetzt hat mein kleiner Stamm reichli- che Weide gehabt. Nur wie in dem laufenden Jahre 1815 seit sieben Wochen nur einmal ei- nige Stunden Regen gefallen war, und heftige kalte Winde mit Nachtfroͤsten den Graswuchs gehemmt hatten, ward sie zu Anfange des Ju- nius nach der Schur knapp, und es war schon beschlossen, den Schafen etwas gruͤne Luzerne in den Rauffen zu geben, wie ein eintretender warmer Regen uns dessen uͤberhob. Entweder dies wuͤrde aber geschehen, oder es wuͤrde der zweijaͤhrige Kleeschlag den Schafen eingeraͤumt werden, wenn jemals ein Mangel an Weide eintraͤte. Denn darauf scheint mir der Erfolg einer Schaͤferei und ihr Wollertrag vorzuͤglich zu beruhen, daß die Heerde nie im ganzen Jahre Hunger leide; und ich glaube, daß die reichlichste Futterung zu einer Zeit, den Mangel in einer andern, bei den Schafen noch weniger als bei anderm Vieh, er- setze, daß man folglich auf jedem Fall gedeckt seyn muͤsse. Meine Winterfutterung ist gegen die ge- woͤhnliche stark, aber kommt doch Futterungen, die man in einigen edlen Schaͤfereien giebt, nicht gleich. Es wird auf den Kopf 1½ Pfd. Heu, oder 1 Pfd. Heu und 1 Pfd. Kartoffeln taͤglich gerechnet. Bekommen sie gutes Erbsen- oder Wickenstroh, so wird weniger Heu gegeben. Die Muͤtter erhal- ten zur Lammzeit einen schwachen Oelkuchentrank. Korn wird aber gar nicht gefuttert, außer daß den Boͤcken ein wenig Hafer zur Springzeit ge- geben wird. Ich will nicht sagen, daß die Koͤr- nerfutterung sich bei den Schafen nicht gut be- zahle, aber man kann nach den Verhaͤltnissen mei- ner Wirthschaft etwas anderes futtern, was wohl- feiler ist und doch dasselbe erreicht. Die Laͤm- mer werden nicht besonders stark bei mir gefuttert. Denn ohnerachtet man sie durch staͤrkeres Fut- ter sehr in die Hoͤhe treiben kann, so scheint mir dies ihnen doch auf die ganze Dauer ihres Le- bens nicht vortheilhaft zu seyn. Stroh aller Art wird ihnen, in uͤberfluͤssiger Menge, erst in die Raufen gelegt und dann eingestreuet. Mein Bestreben ist auf die moͤglich hoͤchste Verfeinerung und Veredlung der Wolle, und Nachhaltigkeit derselben an den schlechteren Thei- len, gerichtet; dann auf Dichtigkeit und Voll- wolligkeit. Bis jetzt sind sich nicht alle darin gleich; aber ich behalte die minder vollkomme- nen nur bis der hochedle Stamm sich vermehrt hat. Das feinste Vieh wird aber bei der Be- gattung separirt, und nur mit Boͤcken von hoͤch- ster Qualitaͤt verbunden, und nur von diesen werden Bocklaͤmmer aufgezogen. Ich habe Rox- burger Schafe mit vorzuͤglichen Stolpener Boͤk- ken verbunden, und glaube dadurch die staͤrkere Elasticitaͤt und Kraͤuselung der letztern mit der entschiedenen groͤßern Feinheit und Weichheit der erstern vereinigt zu haben. Doch habe ich sie auch getrennt erhalten. In der letzten Spring- zeit sind lauter Boͤcke von jenem gemischten Stamm gebraucht worden, weil sie ganz vor- zuͤglich schienen. Ich erhalte jedoch jetzt wieder reine Roxburger Boͤcke, um diesen Stamm in seiner vollen Reinheit nicht ausgehen zu lassen. Weder Boͤcke noch Schafe, die irgend eine Spur von Stichelhaaren haben, werden zur Zuzucht gebraucht, und von ihnen fallen auch keine Laͤm- mer, die Stichelhaare zur Welt bringen. Denn ob es gleich bekannt ist, daß diese Laͤmmerhaare sich verlieren, so scheint es mir doch, daß Schafe, die solche mit zur Welt brachten, leicht einige behalten. Mehrere Schafzuchter sind derselben Meinung; glauben aber, daß Laͤmmer dieser Art am vollwolligsten wuͤrden, und sehen sie daher gern. Waͤre dies, so moͤchte ich auf keinen Fall Vollwolligkeit auf Kosten der Reinheit von Sti- chelhaaren erkaufen, und freue mich sehr, haar- lose Laͤmmer zu erhalten. Nimmermehr wuͤrde ich ein behaartes als Bock gehen lassen. Da meine Schafe von ganz verschiedenen Staͤmmen sind, so ist meine Wolle verschieden, obwohl saͤmmtlich hoͤchst fein. Die Wollkenner und Kaͤufer haben dies bemerkt, aber nicht ge- tadelt; und wenn ich nach dem Verkauf gefragt habe, ob es ihnen lieber seyn wuͤrde, die minder krause aber hoͤchst weiche von der krauseren aber minder weichen abgesondert zu erhalten, haben sie mir gesagt, daß sie selbige gern selbst sortir- ten, um sie zu ihrem Zwecke zu gebrauchen. Je- doch scheint es mir, als ob sie die erstere zu Kasemiren und sogenannten Merino-Zeugen fuͤr Frauen, die letztere zu Tuͤchern verzoͤgen. Was die Wollreichheit anbetrifft, so glaube ich die Bemerkung gemacht zu haben, daß sel- bige sich mehr von der Mutter als vom Vater vererbe; doch will ich es noch nicht als ausge- macht behaupten. Daß sie von der Mutter erb- lich sey, hat keinen Zweifel, ohnerachtet diese Ei- genschaft nicht ganz constant ist, und dasselbe Schaf in verschiedenen Jahren, in verschiedenem Verhaͤltnisse gegen andere darin stehet. Ich ge- stehe uͤbrigens, daß ich die enorme Wollreich- heit, deren sich einige ruͤhmen, noch nicht erreicht habe. In ihrer vollen Fettigkeit habe ich noch keine geschoren und gewogen, sondern immer nach einer moͤglichst reinen Schwemmwaͤsche in einem seifenartigem Wasser. Mit Haͤmmeln und Boͤcken, die in dem Jahre nicht gesprungen hatten, bin ich auf 5½ Pfund gekommen, mit Schafen, die gelte geblieben waren, nahe an 5 Pfund; aber von solchen, die Laͤmmer hatten, sind nur wenige Individuen gegen 4 Pfund gekommen, viele auf 3 Pfund, der groͤßte Theil auf 2¼ — 2½ Pfund, einige auch kaum auf 2 Pfund, welches aber ganz alte oder schwache zweijaͤhrige waren. Durch die Bank werde ich, das hat keinen Zweifel, hoͤ- her kommen, wenn ich die jungen Schafe ein Jahr spaͤter begehen lasse; bis jetzt sind sie alle 1½jaͤhrig zugelassen. Durch besonders faltige Halskragen, starke Koͤder- und Backenpauschen, zeichnen sich die, aus der Thiergartenschaͤferei bei Stolpen abstammende Merino’s bekanntlich nicht aus. So sehr diese Auszeichnung in einigen Gegenden beliebt und mo- modisch ist, so wenig beneide ich sie. Solche Theile zu vergroͤßern und den Wollwuchs darauf zu verstaͤrken, die nur Wolle der dritten Klasse tragen, scheint mir gegen den ersten Grundsatz der Viehzuͤchterei zu streiten, und ich wuͤrde durch- aus keinen Bock mit jener Auszeichnung in mei- ner Heerde zulassen, wenn er nicht andere vor- zuͤgliche Eigenschaften haͤtte. Ob aber diese be- hangenen Schafe, die aus der Infantado-Heerde herstammen sollen, andere Vorzuͤge haben, scheint mir zweifelhaft, da es gewiß ist, daß die Wolle dieser Heerden bei weitem nicht so theuer be- zahlt wird, wie die der guten saͤchsischen Schaͤ- fereien. Mit Sterbefaͤllen bin ich bisher sehr gluͤck- lich gewesen. Außer ein Paar alten Schafen, die ploͤtzlich starben, einigen Laͤmmern, die er- druͤckt worden, habe ich nur einen Hammel an der Drehkrankheit verloren. Ein anderer ward durch die einfache Operation mit einer Schuster- pfrieme sogleich geheilet, weil man die Stelle, wo die Blase saß, richtig traf. An den inocu- lirten Pocken habe ich im vorigen Herbst nicht ein Stuͤck verloren; doch sind mir mehrere Schafe daruͤber gelte geblieben. Bei gesunder Weide ruͤhrte die vormalige große Sterblichkeit der 6 Schafe wohl nur von der schlechten Haltung und der vorurtheilsvollen Behandlung der Schaͤ- fer her. Es ist hier ein sehr tuͤchtiger und folgsamer Schaͤfer, der, außer Lohn und Deputat, fuͤr je- des eingewinterte Lamm 6 Gr., und eben so viel fuͤr einen verkauften Bock erhaͤlt, weiter aber keinen Antheil an der Schaͤferei hat. — Mit der Schweinezucht bin ich so uͤbel ge- fahren, daß ich sie jetzt ganz aufgegeben habe, und junge Schweine zum Maͤsten ankaufe. Es moͤchte wohl, wenn man genau rechnet, in meh- reren Wirthschaften derselbe Fall seyn, wo sie nicht groß genug ist, um viel Aufmerksamkeit darauf zu wenden, und recht tuͤchtige Leute dar- auf zu halten. N achdem ich die Einrichtung und die Haupt- zweige meiner Wirthschaft im allgemeinen ange- geben habe, und um mehr ins Einzelne zu ge- hen, die Resultate aus dem Hauptbuche auszie- hen will, muß ich an die mehrmals von mir er- laͤuterte Methode der doppelten Buchhaltung er- innern, aus welcher solche Resultate vielleicht al- lein in voller Klarheit, mit aller erforderlichen Genauigkeit, und ohne Besorgniß eines irgend erheblichen Irrthums, hervorgehen koͤnnen. Da die verschiedenen Zweige und Theile der Wirth- schaft hier vereinzelt, aber in bestaͤndiger Abrech- nung mit einander stehen, so werden alle Natu- ralien und Lieferungen, die der eine von dem andern empfaͤngt, berechnet. Sie muͤssen, um die Rechnung abzuschließen, auf den allgemeinen Maaßstab des Geldes reduzirt werden. Dies ge- schiehet aber erst beim jaͤhrlichen Abschlusse der Rechnung, bis dahin wird nur die Sache ohne Preis notirt. Die anzunehmenden Preise einiger Dinge, besonders des Getreides, richteten sich einigermaßen nach dem Durchschnittspreise des Jahres; fuͤr andere, die in der Regel gar nicht verkauft, sondern in der Wirthschaft konsumirt werden, ward ein feststehender Preis beibehalten, und andere wurden nach ihrem Kostenpreise an- gesetzt. Indessen ist auch mehrentheils ein glei- cher Preis fuͤr das Getreide beibehalten, und nunmehr beschlossen, daß dieser — der Markt- preis sey, wie er wolle — beibehalten werden soll. Zu diesem Preise wird naͤmlich das in das Magazin gelieferte Getreide, (also nach abgezo- genem Drescherlohn), den Feldern zu gut geschrie- ben. Auch wird derselbe Preis bei der Consum- tion und Einsaat beibehalten. Was aber ver- kauft wird, das wird zu dem wirklich erhaltenen Preise dem Magazin-Conto zu gut geschrieben, welches dagegen alle Aufbewahrungs- und Ver- kaufskosten traͤgt. Was daruͤber ist, wird als Gewinn durch vortheilhafte merkantilische Con- junkturen betrachtet; so wie es dagegen unguͤn- stigen Handelsverhaͤltnissen beigemessen wird, wenn es geringer verkauft werden muß. Die Preise des Getreides zur Stelle, welche in den meisten Jahren beibehalten worden, sind folgende fuͤr λ Scheffel: Weizen 1 Rthlr. 16 Gr. Roggen 1 — 6 — Große Gerste — — 20 — Kleine Gerste — — 18 — Hafer, schwerer — — 16 — Erbsen 1 — 8 — Buchweizen — — 20 — Wicken 1 — — — Bohnen 1 — 4 — Eine Ausnahme hat nur statt gefunden in den Jahren 2808 — 9, wo der Preis des Rog- gens auf 1 Rthlr. 12 Gr. erhoͤhet, und im Jahre 1810 — 11, wo er auf 1 Rthlr., wegen der er- staunlichen Abaͤnderung der Marktpreise, herab- gesetzt worden. (Der unbestimmte Werth, und nachmals die zweimalige Reduktion der Muͤnze, die das einzige coursirende Geld war, machte die Geldrechnung sehr verwickelt.) Nachstehende Geldpreise in Kourant sind im- mer beibehalten worden: 1 Centner Heu ist den Feldern und Wiesen 9 Gr., bei der Ausgabe aber dem Vieh zu 10 Gr. berechnet. Das schlechte Heu zu 8 Gr. in Einnahme und zu 9 Gr. in Aus- gabe, um die Magazinkosten, das Abwaͤ- gen u. s. f. zu decken, gebracht. Verkauf- tes Heu wird natuͤrlich dem Magazin-Conto zum Verkaufspreise zu gut geschrieben. 1 Scheffel Kartoffeln wird dem Felde zu 4 Gr. angerechnet, wofuͤr er ins Magazin geliefert werden muß. Zur Konsumtion wird er aber zu 5 Gr. berechnet, um die Ma- gazinskosten und den Verlust zu decken. Verkaufte Kartoffeln werden dem Magazine zum Verkaufspreise berechnet. Ein Schock Stroh von 1200 Pfund ist zu 2½ Rthlr. in der Regel, jedoch, da der Preis des Strohes durch Kriegs-Conjuncturen enorm hoch stieg, in einigen Jahren zu 4 und 5 Rthlr. im Hauptbuche berechnet. Es wird angenom- men, daß der Mist das Stroh bezahlen muͤsse. Waͤren z. B. 400 Schock Stroh geerntet, so betruͤge dies 1000 Rthlr. Und waͤren nun 1200 Fuder Mist ausgefahren, so kostete das Fuder 20 Gr. Zu jenem Preise wird also das Stroh den Feldern zu gut geschrieben, der Mist ihnen aber nach dem daraus hervorgehenden Preise an- gerechnet. Bei der Ausziehung der nachfolgen- den Resultate, uͤber die Kosten und den Ertrag der Schlaͤge, habe ich aber den Werth des Stro- hes und des Mistes weggelassen, um so mehr, weil in jenem Jahre der Preis beider, gegen an- dere Jahre, zu sehr erhoͤhet war, und dies die Resultate verdunkeln wuͤrde. Auch ließ sich hier- bei unmoͤglich die Genauigkeit, wie bei dem uͤbri- gen, beobachten. Ueberdem ward der Duͤnger den verschiedenen Fruͤchten in einem Verhaͤltnisse zur Last geschrieben, dessen Entwickelung in jedem einzelnen Falle eine ermuͤdende Weitlaͤuftigkeit herbeifuͤhren wuͤrde. Ich werde indessen von der Duͤngung und dem Strohertrage jedes Jahres und Schlages besonders reden. Die Aufbrin- gung des Mistes ist mit in den Kosten begriffen. Volle gruͤne Stallfutterung bezahlt das Stuͤck großes Rindvieh dem Schlage, woher sie ge- nommen wird, taͤglich mit 1 Gr. 6 Pf.; die Pferde aber, wenn sie kein Korn daneben erhalten, mit 2 Gr. (Der Preis scheint gegen den Preis des Winterfutters geringe, aber das Felder-Conto steht sich gut dabei, da das Abmaͤhen und die Einbringung auf die Kosten des Vieh-Conto kommt.) Eine volle Kuh- und Ochsen weide wird taͤglich zu 1 Gr. 4 Pf. berechnet. Haben sie halb Weide, halb Stallfutterung, so wird fuͤr die Weide 8 Pf. und fuͤr die Stallfutterung 1 Gr. berechnet: denn dabei naͤhren sie sich ohne Zweifel am besten. Unten hieruͤber ausfuͤhrlicher. Den Schafen wird die Weide per Kopf jaͤhrlich zu 16 Gr., den Laͤmmern zur Haͤlfte be- rechnet. Die Summe wird auf die Felder, wo sie ihre Weide hatten, nach einem gemachten Ue- berschlage repartirt. Die Milch , welche im Landhaushalt ver- braucht wird, wird der Kuherei das Quart mit 8 Pf., die verkaufte zu dem Preise von 1 Gr., 1 Pfund Butter mit 6 Gr., 1 Schock Kaͤse mit 16 Gr. berechnet. Die Kaͤlberaufzucht und Mastung wird dem Kuherei-Conto zu gut ge- schrieben; denn die Milch, welche die Kaͤlber er- halten, wird nicht berechnet. In dem Consumptibilien- oder Haus- wirthschafts-Conto wird alles aufgefuͤhrt und mit seinem Preise eingetragen, was von eigenen Produkten oder angekauften verzehrt worden ist. Die Summe des Ganzen wird auf die unter- haltenen Personen moͤglichst angemessen vertheilt, und die auf jedem fallende Quote, zugleich mit dem Lohne, demjenigen Zweige uͤbertragen, fuͤr welchen diese Person gehalten wurde; die Pferde- knechte dem Pferde-Conto, die Ochsenjungen dem Ochsen-Conto, die Viehmaͤgde dem Kuherei- Conto u. s. f. Das Conto der Pferde traͤgt alles, was zu ihrer Erhaltung, Wartung und Arbeit erfor- derlich ist, die jaͤhrliche Abnutzung derselben, den Verlust, den sie erleiden, und die Kosten des saͤmmtlichen Schifs und Geschirres, womit sie arbeiten. Dagegen wird die saͤmmtliche, von den Pferden geschehene Arbeit, nach Tagen auf das Kredit dieses Conto’s eingetragen, und den Ar- tikeln, Feldern und Produktionen, wofuͤr sie ge- leistet worden, zur Last geschrieben. Mit der Summe der Arbeitstage, die sie gethan haben, wird die Summe jener Kosten dividirt, woraus sich ergiebt, was jeder Arbeitstag gekostet hat. Zu diesem Preise wird er dann jedem Artikel angerechnet. Vormals wurden die Sommerar- beitstage hoͤher wie die Wintertage berechnet. Ich finde dies aber unbillig, weil die Pferde durch die Winterarbeiten, Holzfuhren, Kornfuhren, sammt dem Geschirr weit staͤrker angegriffen wer- den, als durch die Sommerarbeiten, auch weit mehr zu erhalten kosten. Meine Pferde haben jaͤhrlich beinahe 300 Tage gearbeitet, und der Arbeitstag kam auf den Kopf zwischen 9 und 10 Gr. zu stehen. Gerade eben so wird es mit den Ochsen gehalten. Meine Ochsen haben jaͤhrlich 240, im Jahre 1812 — 13 sogar 282 halbe Tage jeder gearbeitet. Der Arbeitstag solcher Wechseloch- sen kommt im Durchschnitt der Jahre 7 Gr. 6 Pf. zu stehen. Sie werden vor dem Pfluge nur zweispaͤnnig gebraucht. Ein solcher Wech- selochsen-Pflug macht aber betraͤchtlich mehr als ein Pferdepflug. Sie beschaffen auch den groͤß- ten Theil der Mistausfuhr vierspaͤnnig. Wenn Tageloͤhner mit den Ochsen arbeiten, so kommt der Lohn auf das Conto der Ochsen zu stehen, was ebenfalls zuweilen bei den Pferden statt findet. Der Tagelohn oder Verdungslohn wird, wie sich versteht, den Artikeln, wofuͤr die Arbeit ge- schieht, zugeschrieben. Dies mußte ich vorausschicken, um die Weise, wie die Feldbestellungskosten und Ertraͤge berech- net werden, zu zeigen. Einige Annahmen wer- den in der Folge mehr begruͤndet werden. Jetzt muß ich zuvoͤrderst von der Natur, Groͤße und dem Zustande reden, worin die sieben, auf der Situations-Karte mit roͤmischen Ziffern bezeich- neten, sogenannten Fruchtwechselschlaͤge sich be- finden, wobei ich auf jene Karte Ruͤcksicht zu neh- men bitte. Schlag I. haͤlt so, wie er auf der Karte bezeichnet ist, 80⅓ Morgen, und sollte fruͤher ein Supplement von 18 Morgen haben. Dies Supplement ist aber, wie die der uͤbrigen klei- nern Schlaͤge, nicht ganz gleichartig mit dem Haupttheile behandelt, und in der Berechnung deshalb separirt worden. Diese Supplemente setze ich hier lieber ganz an die Seite, da sie kein Resultat geben, und das Resultat der uͤbrigen nur verdunkeln moͤchten. Der Theil dieses Schlages, der links des Wriezener Weges liegt, ist uͤberdem durch ein Paar Stuͤcke, die den Kos- saͤthen fuͤr einige Huͤlfstage von meinem Vor- weser eingeraͤumt waren, durchschnitten. Etwa 5 Morgen abgeschnittenes Land ist nur in den Jahren 1808 und 1810 gleichartig behandelt, und mit in die Berechnung begriffen, sonst zu besondern Versuchen verwandt und hier nicht mit berechnet. Außer in jenen beiden Jahren haͤlt dieser Schlag nur 75 Morgen. Mit dem Jahre 1814 gehen ihm auch noch 5 Morgen, die in Luzerne gelegt sind, ab. Der Boden ist als Gerstboden im Durchschnitt zu wuͤrdigen; etwa 30 Morgen, die immer im sechsjaͤhrigen Duͤn- ger erhalten waren, als Gerstboden erster Klasse, doch nicht von der hoͤchsten Stufe, (denn diese habe ich in Moͤglin gar nicht); 40 Morgen, die spaͤrlich geduͤngt waren, als Gerstboden zweiter Klasse; und 5 Morgen standen, weil sie Schrind- stellen haben, ihrer natuͤrlichen Beschaffenheit nach, sehr niedrig, ob sie gleich jetzt (1815) durch Duͤngung so gehoben sind, daß sie, wenn keine anhaltende Duͤrre eintritt, nicht zu verspuͤren find. Da der im Jahre 1805 unter Brachrog- gen gesaͤete Klee, im zweiten Jahre auf dem bes- seren Theile sehr gut, auf dem schlechteren duͤnn, im Ganzen mittelmaͤßig stand, so laͤßt sich die Kraft, womit der Schlag in die Rotation im Jahre 1807 eintrat, im Durchschnitt zu 90 Grad annehmen. (Ueber diese Annahme der Kraft- grade in der Folge.) Schlag II. Er hielt anfangs 105 Mor- gen; behielt im Jahre 1811 100 Morgen, und jetzt (im Jahre 1815) bleiben ihm nur 85 Mor- gen. \tfrac26 des Schlages waren als Gerstboden er- ster Klasse, \tfrac36 als Gerstboden zweiter Klasse, und \tfrac16 als Haferboden zu wuͤrdigen. Der beste Theil war schon 1807 mit doppelten Pfluͤgen auf 8 Zoll, das uͤbrige mit einfachen auf 5 Zoll ver- tieft. (Denn vorher war hier nur auf 3 Zoll gepfluͤgt worden.) Er ward vor und nach dem Winter mit 620 Fuder Mist befahren. Er hatte vor 6 Jahren nur zum Theil Duͤnger erhalten; so, daß sein Kraftgrad auch nach dieser Duͤn- gung, im Durchschnitt nur zu 100, auf ei- nem Theile hoͤher, auf andere geringer, anzu- nehmen ist; auch war der Duͤnger nicht gleich- maͤßig vertheilt, sondern das schlechtere Land staͤr- ker befahren. Schlag III. Es waren dem Schlage 110 Morgen zugetheilt. 60 Morgen hielten uͤber 30 pr. C., 40 Morgen unter 30 pr. C. abschwemm- barer Erde, 10 Morgen, die zum Theil in der Mitte liegen, bestehen aus hoͤchst duͤrrem Sande. Die letztern werden im ganzen Umlaufe aber nur einmal mit Roggen besaͤet. Hoͤchstens ein Dritt- theil dieses Schlages war als Mistland, das uͤbrige als dreijaͤhriges Roggenland, und selten mit einem schwachen Hordenschlage behandelt. Um den Boden einigermaßen auszugleichen, ward er in den Jahren 1805 und 1806 stark durch- duͤngt, erhielt obendrein gruͤne Duͤngung von mißrathenen Wicken und von Spergel, der ab- geweidet ward. Hierdurch ward er in seinem Haupttheile in eine Kraft gesetzt, die ich auf 64 Grad annehme. Eine ganz bestimmte und glei- che Grenze hat dieser Schlag aber nicht erhal- ten. Denn außer jenen 10 Morgen ganz schlech- ten Landes, die gar nicht in Betracht kommen, sind noch 20 Morgen da, die nur mit Roggen bestellt werden, sonst zur Viehtrifft und Gaͤnse- weide dienen, so, daß ihm bei andern Fruͤchten nur 80 Morgen bleiben. Schlag IV. Er war zu 100 Morgen angelegt, von denen 6 Morgen doch bald nach- her abgenommen und Schlag 4 zugelegt wur- den. 60 Morgen koͤnnen wie gutes natuͤrliches Gerstland angesprochen werden; das uͤbrige ist nur mittelst kraͤftiger Duͤngung und Schonung dazu erhoben. Der ganze Schlag war in einem sehr rohen, verwilderten und erschoͤpften Zustande, und ward auch im Jahre 1806, wegen der drin- genden Bauarbeiten, in der Brache nicht fleißig genug bearbeitet. Sein Kraftgrad im Durch- schnitt war ohngefaͤhr zu 52, einzelne Theile hoͤ- her, andere geringer anzunehmen. Schlag V. haͤlt zusammenhaͤngend 76 Morgen. Das Supplement von 24 Morgen kommt hier nicht in Betracht. Er hat durchaus guten sandigen Lehmboden; groͤßtentheils, wo nicht als Gerstboden erster Klasse, doch als zwi- schen dieser und der zweiten einstehend, zu wuͤr- digen. Nur 12 Morgen, unterwaͤrts liegend, sind etwas sandiger. Er war zum groͤßten Theil auch in sechsjaͤhriger Duͤngung erhalten. Mit vier Fuder Duͤnger per Morgen, zu Erbsen und Wicken befahren, war seine Kraft zu 110 Grad anzunehmen. Schlag VI. haͤlt ebenfalls, ohne sein vor- maliges Supplement, 76 Morgen. Ein Theil des Bodens ist noch besser, wie der von V.; ein groͤßerer Theil aber schlechter, wegen mehrerer schrindigen Stellen, die zwar nicht uͤber 3 Mor- gen betragen, jetzt auch nur bei eintretender Duͤrre merklich werden, aber den Werth betraͤchtlich her- absetzen. Nach dem im Jahre 1806 abgetrage- nen geduͤngten Roggen, war seine Kraft auf 80 Grad zu schaͤtzen. Schlag VII. Er ward von dem, nach dem allerersten Plan zu Außenschlaͤgen bestimm- ten Lande, genommen, wie ich sieben Hauptschlaͤge zu nehmen mich entschloß. Der Boden ist groͤß- tentheils auch von ziemlich guter und besserer Natur, wie der von Schlag III. Er war aber in der Duͤngung bei der vorigen Wirthschaft noch mehr zuruͤckgesetzt, und weiter, als auf dem, zunaͤchst am Hofe liegenden Winkel, war der Mistwagen wohl nie gekommen. Ich ließ ihn ruhen, duͤngte ihn kraͤftig, und er hatte im Jahre 1807 95 Morgen mit Roggen bestellt, und eine Kraft von 176 Grad. Seine Grenze ist nach- mals in Schlag II. etwas erweitert, dagegen hat er an Schlag III. und an Schlag 6 mehr abgegeben, so, daß er zuletzt nur 90 Morgen, (anfangs uͤber 100 Morgen) enthielt. Ich werde, nach dieser von der Beschaffen- heit der Schlaͤge gegebenen Uebersicht, nun die Feldbestellung und ihren Erfolg, von Jahr zu Jahr, waͤhrend der ersten acht Jahre, erzaͤhlen. 1807 — 8. Schlag I. Zweijaͤhriger Klee ; auf dem bessern Theile ziemlich dicht, auf dem uͤbri- gen duͤnn, jedoch allenthalben maͤhebar. Ein Theil trug Saamen. Einige Morgen waren umge- brochen und mit Spergel zum Saamen bestellt. Werth der Gruͤnfutterung, des Klee-Heu’s, des Klee- und Spergel-Saamens 276 Rthlr. Kosten 23 Rthlr. Rein-Ertrag 253 Rthlr. (Ich lasse die Groschen, die hier in keinem Betracht kommen koͤnnen, und nur die Uebersicht erschweren, weg.) Schlag Schlag II. Hackfruͤchte . Rotabaga 31 Morgen. Wasserruͤben 6 — Kohl 5 — Bohnen 15 — Kartoffeln 48 — 105 Morgen. Der hier mit großer Anstrengung angefan- gene Hackfruchtbau hatte einen ungluͤcklichen Er- folg. Die gedrilleten Rotabaga und Wasserruͤ- ben wurden zwei- und dreimal von dem Erdfloh zerstoͤrt, umgearbeitet und wiedergesaͤet oder ge- pflanzt. Des ersten tiefen und nachmaligen sechs- fachen Pfluͤgens ohnerachtet, kam mit den end- lich aufkommenden Ruͤben die ungeheuerste Menge Hederich wieder auf, und nach dem Weghacken wieder hervor, bis endlich die Ruͤben, um der Mitte August, rein und kraͤftig dastanden. Nun aber kam ein so gewaltiges Heer von Raupen, daß das Ruͤben- und Kohlfeld auch nicht ein gruͤnes Blatt behielt. Die Ruͤben schlugen den- noch wieder aus, und wuͤrden bei der guten Herbstwitterung brauchbar geworden seyn, wenn nur nicht die Maͤuse sie in unerhoͤrter Menge angegriffen haͤtten. Ich hatte nur den Nutzen von den Ruͤben, daß sie die Maͤuse von der ge- 7 genuͤber stehenden Winterungssaat auf Schlag I. abzogen, da sonst manche Felder von ihnen hef- tig angegriffen wurden. Die gedrilleten Bohnen hatten sehr stark angesetzt, verloren aber bei der eintretenden duͤrren Hitze, wobei alles zugleich reifte, wohl uͤber die Haͤlfte an Ausfall, ob sie gleich Nachts beim Mondschein abgebracht wur- den. Die Kartoffeln nur, welche auf dem schlech- testen Theile des Schlages standen, geriethen sehr gut; konnten aber den Verlust des uͤbrigen nicht decken. Der Werth der Kartoffeln und Bohnen war 680 Rthlr. Die Kosten der Beackerung und Bestellung 821 Rthlr. Verlust 141 Rthlr. Der Anblick der muͤhsamen Bearbeitung und ihres Erfolges auf diesem, an einem viel befahrenen Wege liegenden Schlages, war nicht geeignet, den Hackfruchtbau mit Instrumenten zu empfehlen, und ich fand die von vielen Nach- barn geaͤußerte Meinung, daß es mit der engli- schen Wirthschaft in Moͤglin nicht lange dauern, und daß selbige nur zum abermaligen abschrek- kenden Beispiele gegen dergleichen Neuerungen dienen werde, ganz natuͤrlich. Fuͤr jeden, der den Hackfruchtbau nicht aus laͤngerer Erfahrung kannte, mußte es in der That abschreckend seyn. Ich hatte indessen den Trost, daß meine anwe- senden zahlreichen Schuͤler das Zufaͤllige dieses Mißrathens klar einsahen, und es ist son erbar, daß mehrere von denen, die damals hier waren, den Hackfrucht- und gerade den Rotabaga-Bau, mit dem groͤßten Eifer und dem gluͤcklichsten Er- folge bald nachher betrieben haben. Noch kuͤrz- lich hat mich einer versichert, daß der Wohlstand, worin er sich befinde, ganz darauf gegruͤndet sey. Zu andern Zeiten und bei andern Koͤpfen habe ich das Gegentheil bemerkt; wenn ein Bau auch nur den Anschein bei unguͤnstiger Witterung hatte, als ob er nicht gerathen wuͤrde, so beka- men sie einen Widerwillen dagegen, wenn der Erfolg am Ende auch voͤllig erwuͤnscht war. Auf mich machte es natuͤrlich keinen andern Ein- druck, als daß ich die ungeheure Menge von Ackerrettig, die hier im Boden lag, kennen lernte, und seine schnelle, allem voreilende Vegetation; weswegen ich den Bau der Ruͤben zu beschraͤn- ken, und den der Kartoffeln, wobei er leichter zu uͤberwinden ist, zu erweitern beschloß; um so mehr, da ich fand, daß die Ernte der letztern hier keineswegs die Schwierigkeiten habe, die ich, wenn sie zu stark waͤre, vorher besorgte. Schlag III. Roggen . Er hatte im Fruͤh- jahr einen ungemein kraͤftigen Anschein, litt aber in der Bluͤthe von Reiffen und ward mit Honig- thau befallen. Man war hier allgemein der Mei- nung, daß Staudenroggen auf sandigem Boden nicht geriethe. Ich saͤete hier also den gewoͤhn- lichen Landroggen, dagegen auf Schlag VII. , der fast gleicher Natur und in gleicher Kraft war, Staudenroggen. Der letztere blieb unbe- schaͤdigt von den Reiffen, weil er spaͤter austrat, ward auch wenig befallen. Von 105 Morgen wurden 414 Scheffel gedroschen. (Die Angaben sind allemal nach Abzug des Drescherlohns und des Abfalls, so wie das Korn auf dem Boden gekommen, zu verstehen.) Der Werth des Ertrages 517 Rthlr. Die Bestellungskosten 256 Rthlr. Rein-Ertrag 261 Rthlr. Schlag IV. Roggen, Gerste, Ha- fer , etwas Erbsen und Sommer-Ruͤbsen , letztere besonders geduͤngt. Ich kann den Flaͤ- cheninhalt jeder Frucht nicht angeben. Die Be- stellung war sehr mangelhaft. Der Werth des Ertrages ist be- rechnet zu 420 Rthlr. Die Bestellungskosten zu 201 Rthlr. Rein-Ertrag 219 Rthlr. Schlag V. Huͤlsenfruͤchte : Erbsen, Wicken, theils reifende, theils gruͤngemaͤhete Lin- sen. Er war mit 310 Fuder Mist befahren, zweimal gepfluͤgt. Der Werth des Ertrages war 307 Rthlr. Die Bestellungskosten 185 Rthlr. Rein-Ertrag 122 Rthlr. Schlag VI. Klee im ersten Jahre , unter Roggen gesaͤet. Dieser Klee stand, wo er stand, sehr kraͤftig, war aber aͤußerst nachlaͤ- ßig gesaͤet, so daß nicht nur die Wuͤrfe nicht an einander schlossen, sondern auch ganze Gaͤnge uͤberschlagen waren. Die Arbeit war einem Menschen aufgetragen, der sie stoͤrrig verrichtete, weil ihm der Kleebau zuwider war. Man muß bei keiner Saat so vorsichtig in der Auswahl des Saͤemanns seyn, als beim Klee, zumal uͤber Winterung. Ich ließ nach dem ersten Schnitt die Fehlstellen scharf eggen und wieder mit Klee besaͤen, um im folgenden Jahre ein besetztes Feld zu haben. Der Werth des Klees war 327 Rthlr. Die Kosten der Saat und Ernte 110 Rthlr. Rein-Ertrag 217 Rthlr. Schlag VII. Roggen . Dieser Roggen hatte am wenigsten von dem uͤblen Einfluß der Witterung, die in diesem Jahre einen ziemlich allgemeinen Mißwachs des Roggens bewirkte, gelitten. Es war Staudenroggen, den ich nach- her, etwas Sommerroggen ausgenommen, allein gebauet, dessen Saat ich nie gewechselt habe und nie zu wechseln denke. Er gab von 95 Morgen 430 Scheffel. Der Werth des Ertrages (ein- schließlich der Nachweide) 545 Rthlr. Die Kosten 276 Rthlr. Rein-Ertrag 269 Rthlr. Wiederholung der Kosten und des Ertrages der Hauptschlaͤge im Jahr 1807 — 8. Kosten. Ertrag. Schlag I. 80 M. 23 Rthlr. 276 Rthlr. — II. 105 — 821 — 680 — — III. 105 — 256 — 517 — — IV. 100 — 201 — 420 — — V. 76 — 185 — 307 — — VI. 76 — 110 — 327 — — VII. 95 — 276 — 545 — Summa 637 M. 1872 Rthlr. 3072 Rthlr. Der Rein-Ertrag also 1200 Rthlr. von 637 Morgen! Ein betruͤbtes Resultat der ange- fangenen Fruchtwechselwirthschaft! Allein ich er- wartete es nicht besser. Und ohnerachtet in die- ser Zeit ein Druck auf mich fiel, wie vielleicht auf keinen andern, ich neben den Lieferungs- und Einquartierungs-Lasten der hier hausenden franzoͤsischen schweren Kavallerie, die Speisung des Institut-Personals von mehr als 50 Per- sonen, gegen meine Absicht, uͤbernehmen mußte — wobei ich in den Jahren 1807 bis 1809, bei den enorm hohen Preisen aller Consumpti- bilien in hiesiger Gegend, allein uͤber 4000 Rthlr. zusetzte — verlor ich doch den Muth nicht. Denn, zufaͤlliges Ungluͤck abgerechnet, uͤbertraf manches meine Erwartung. 1808 — 9. Schlag I. Roggen . 46 Morgen ein- faͤhrig in die Kleestoppel bestellt gaben 288 Scheffel. Hafer . 34 Morgen, ebenfalls einfaͤhrig, gaben 408 Scheffel. Der Ertrags-Werth ist 632 Rthlr. Die Kosten, wobei jedoch der Hafer zur Einsaat hoͤher be- rechnet worden 245 Rthlr. Rein-Ertrag 387 Rthlr. Schlag II. Gerste und Himmelsgerste . 72 Morgen gaben 503 Scheffel. Kleine Gerste, 18 Morgen 127 Scheffel. Gedrilleter Weizen, 15 Mor- gen, nach Bohnen 200 Scheffel. Die Gerste wa da, wo die verungluͤckten Ruͤben gestanden hatten, nicht besser als nach den Kartoffeln. Der Weizen nach Bohnen war auf dem groͤßten Theile sehr schoͤn. Meine Schuͤ- ler ernteten einen Probe-Morgen und ließen ihn gleich abdreschen; er gab 15½ Scheffel. Er war aber uͤber die Grenze der Bohnen auf einen duͤr- ren Huͤgel herauf gedrillet, und hier war er schlechter. Der Werth des Ertrages war 834 Rthlr. Die Bestellungskosten 228 Rthlr. Rein-Ertrag 606 Rthlr. Schlag III. Kartoffeln . 73 Morgen gaben 234 Wispel. Rotabaga . 8 Morgen 55 Wispel. Wasserruͤben . 8 Morgen gaben sehr star- ken aber ungemessenen Ertrag. Mais . 5 Morgen, wovon sich der Ertrag, da er ungedroschen zum Theil verfuttert wurde, auch nicht bestimmen laͤßt. Bohnen . 3 Morgen, zum Unterricht auf unangemessenen Boden, gedrillt, gaben 12 Schfl. 8 Morgen Deputat und vermiethetes Kar- toffelland. Der Ertragswerth, im Ganzen geschaͤtzt zu 1090 Rthlr. Die Kosten berechnet zu 670 Rthlr. Rein-Ertrag 420 Rthlr. Der Boden war auf volle 5 Zoll gepfluͤgt und mit 598 Fuder Mist befahren. Schlag IV. Der Klee war nur stellen- weise maͤhebar. Der Werth des Heues, des ge- wonnenen Saamens und der Weide, ist angeschlagen zu 314 Rthlr. Die Kosten des Saamens und der Arbeit bei der Klee- Ernte und Saamen-Abdre- schen zu 92 Rthlr. Rein-Ertrag 222 Rthlr. Schlag V. Roggen ; ein Theil einmal gepfluͤgt, dann mit dem Exstirpator untergebracht; ein anderer Theil zweimal gepfluͤgt. 76 Morgen gaben 402 Scheffel. Der Ertragswerth mit der Nachweide berechnet zu 512 Rthlr. Kosten der Saat und Be- stellung 141 Rthlr. 18 Gr. Rein-Ertrag 370 Rthlr. 6 Gr. Schlag VI. Das Nachsaͤen des Klees war fruchtlos gewesen; er stand zum Maͤhen zu duͤnn, und konnte nur zur Weide benutzt wer- den. Diese war aber gut und ward angeschla- gen zu 110 Rthlr. Schlag VII. Es war ein betraͤchtlicher Theil mit Erbsen besaͤet, der, der Duͤrre we- gen, ganz mißrieth. Auch die Wicken gaben geringen Ertrag. Und Buchweizen ward mit vielem Hederich zu Heu gemacht. Er war zu diesen Fruͤchten abermals mit 340 Fuder Mist befahren. Der Ertrag war geschaͤtzt zu 162 Rthlr. Die Bestellungskosten betrugen 210 Rthlr. Also Verlust 48 Rthlr. Wiederholung der Kosten und des Ertrages der Hauptschlaͤge im Jahr 1808 — 9. Kosten. Ertrag. Schlag I. 80 M. 245 Rthlr. 632 Rthlr. — II. 105 — 228 — 834 — — III. 105 — 670 — 1090 — — IV. 100 — 92 — 314 — — V. 76 — 141 — 512 — — VI. 76 — — — 110 — — VII. 95 — 210 — 162 — Summa 637 — 1586 — 3654 — Der Rein-Ertrag von 637 Morgen ist also 2078 Rthlr. Hiermit konnten wir in einem Jahre, welches so viele Klagen unter den Land- wirthen. (auch ohne Hinsicht auf den erschoͤpfen- den feindlichen Occupations-Druck im Frieden), veranlaßte, zufrieden seyn. Allein die Stohernte war sehr zuruͤckschlagend, und dieser Mangel ward bei uns um so lebhafter empfunden, da uns die Franzosen seit Anfangs Mai auch keinen Halm in den Scheunen gelassen hatten. Die Stall- futterung hatte deshalb in diesem Sommer ein- gestellt werden muͤssen; und durch den schwachen Stroheinschnitt dieses Jahres, war der daraus erfolgende Mistabgang um so weniger zu ersetzen. 1809 — 10. Schlag I. Erbsen . 34 Morgen gaben 209 Scheffel. Wicken . 18 Morgen gaben 150 Scheffel. Gruͤngemaͤhete 24 Morgen. Erbsen- und Lein-Deputat-Land 4 Morgen. Der Ertrag war werth 544 Rthlr. Die Kosten betrugen 208 Rthlr. Rein-Ertrag 336 Rthlr. Statt 4 Fuder Mist, die hier auf den Mor- gen kommen sollten, konnten dem ganzen Schlage nur 210 Fuder gegeben werden. Schlag II. Der Klee nach Gerste war, der Verschiedenheit des Bodens angemessen, gut; aber der Klee nach gedrilletem Weizen war ganz ausgeblieben. Ein Schlagregen, der gleich nach dem zweiten Behacken einfiel, und worauf der Klee gesaͤet werden mußte, hatte den Boden, bei der nachfolgenden Duͤrre, so erhaͤrtet, daß der Klee nicht keimen, oder doch nicht in die Erde greifen konnte. Wie sich, nach der Aberntung des Weizens, wenig oder gar keine Kleepflanze fand, ließ ich diese Breite zwar wieder uͤbersaͤen und darauf sehr scharf eggen, wodurch die Drill- furchen eine ziemliche Krume bewirkten. Aber es war vergeblich. Man haͤtte auch als Ursach des Mißrathens annehmen koͤnnen, daß ein Theil dieses Landes 1804 und 1805 Klee gehabt hatte. Ein anderer Theil hatte aber keinen getragen, und da war es eben so. Der Werth des Klees ist ange- schlagen zu 316 Rthlr. Die Kosten zu 96 Rthlr. Rein-Ertrag 220 Rthlr. Schlag III. Gerste . 40 Morgen 318 Scheffel. Hafer . 40 Morgen 300 Scheffel. Sommerroggen . 30 Morgen 41½ Schfl. Gerste hatte natuͤrlich das beste Land, Ha- fer das schlechtere, und auch die ganz sandige Strecke war mit Sommerroggen, der deshalb einen so sehr schlechten Ertrag gab, bestellt. Der Ertrag war 455 Rthlr. Die Kosten waren 210 Rthlr. Rein-Ertrag 245 Rthlr. Das Fruͤhjahr war fuͤr die Soͤmmerung auf dem hochliegenden sandigen Boden zu trocken. Schlag IV. Der zweijaͤhrige Klee konnte nur zur Weide benutzt werden, deren Werth war 121 Rthlr. Schlag V. Kartoffeln . 50 Morgen gaben 216 Wispel (uͤber das Ausgrabelohn). 22 Morgen hatten Rotabaga, Runkeln und Wasserruͤben. 4 Morgen als Kartoffelland ausgegeben. Nur drei Viertheil des Schlages konnten mit 264 Fud. nothduͤrftig geduͤngt werden; ein Viertheil, welches noch in der besten Kraft zu stehen schien, mußte ungeduͤngt Kartoffeln tragen, welche den geduͤngten wenig nachgaben. Der Ertrag war werth 1144 Rthlr. Die Kosten betrugen 584 Rthlr. Rein-Ertrag 560 Rthlr. Schlag VI. Roggen . 30 Morgen ga- ben 182 Scheffel. Weizen . 8 Morgen 60 Scheffel. Hafer . 38 Morgen 437 Scheffel. Der Ertragswerth war 618 Rthlr. Die Kosten 202 Rthlr. Rein-Ertrag 416 Rthlr. Schlag VII. Roggen , und gab 495 Scheffel. Der Ertrag war 624 Rthlr. 6 Gr. Die Kosten 210 Rthlr. Rein-Ertrag 404 Rthlr. 6 Gr. Wiederholung der Kosten und des Ertrages der Hauptschlaͤge im Jahre 1809-10. Kosten. Ertrag. Schlag I. 80 M. 208 Rthlr. 8 Gr. 544 Rthlr. — II. 105 — 96 — 316 — — III. 110 — 210 — 8 — 455 — — IV. 100 — — — 121 — — V. 76 — 584 — 1144 — — VI. 76 — 202 — 618 — — VII. 95 — 220 — 624 — Summa 642 — 1520 — 3822 — Der Rein-Ertrag war also 2301 Rthlr. Wenn diese Berechnung in pecuniairer Hinsicht angelegt waͤre, so muͤßte sie etwas anders zu stehen kommen. Wie die Einsaat, besonders die Winterung, im Herbste 1808 gemacht wurde, war der Preis sehr hoch, der Roggen gegen 3 Rthlr.; wie aber das Gewonnene zum Ver- kauf kam, war er sehr niedrig, der Roggen 20 Gr. Er ist aber dort nur um 6 Gr. hoͤher, hier um 6 Gr. geringer angenommen, als in an- dern Jahren. Besser waͤre es gewesen, den fe- sten Preis durchaus beizubehalten; in welchem Falle die Kosten noch etwas geringer, der Er- trag etwas hoͤher zu stehen kommen wuͤrde, als er hier steht; ohnerachtet es in der Wirklichkeit gerade entgegengesetzt sich verhielt. Fuͤr das Ganze der Wirthschaftsrechnung ist das gleich- guͤltig, denn da hat das Magazin-Conto den Gewinn, wenn die Produkte theurer verkauft werden, als sie im Betriebe der Wirthschaft an genommen worden, oder den Verlust, wenn sie wohlfeiler losgeschlagen werden muͤssen. Es ist auffallend, daß die Bestellungskosten der Schlaͤge hier niedriger ausfallen, wie in den vorhergehenden Jahren, ohnerachtet die Aussaat und auch das Wirthschaftskorn, wenigstens bei den fruͤhern Arbeiten dieses Jahres, um etwas theurer angenommen wurden. Aber der in der Wirklichkeit betraͤchtlich hoͤhere Preis, und die druͤckenden Verhaͤltnisse des Jahres 1808 — 9, veranlaßten, daß man auf alle nur moͤgliche Er- sparungen sann; es wurden weniger Pferde ge- halten, die Getreide-Consumption beschraͤnkt, der Arbeitstag kam geringer zu stehen. Dies aus- einander zu setzen, wuͤrde mich hier zu weit ab- fuͤhren. Doch lehren solche Zeitumstaͤnde Erspa- rungen, auf die man sonst nicht denkt. 1810 1810 — 11. Schlag I. Roggen . 72 Morgen gaben 492 Scheffel. Weizen . 8 Morgen 75 Scheffel. Der Ertrag ist berechnet zu 504 Rthlr. Die Kosten zu 162 Rthlr. Rein-Ertrag 342 Rthlr. Schlag II. Zweijaͤhriger Klee , ein Theil zu Saamen, groͤßtentheils Weide. Ertrag 169 Rthlr. Kosten 22 Rthlr. Rein-Ertrag 147 Rthlr. Schlag III. Klee im ersten Jahre; in Verhaͤltniß dieses Bodens sehr stark. Ertrag 485 Rthlr. Kosten 96 Rthlr. Rein-Ertrag 389 Rthlr. Schlag IV. Roggen . 100 Morgen ga- ben 480 Scheffel. Ertrag 490 Rthlr. Kosten 211 Rthlr. Rein-Ertrag 279 Rthlr. Die Bestellung dieses Schlages war zu sehr verspaͤtet; er war vergraset und mußte dreimal gepfluͤgt werden. 8 Schlag V. Gerste . 52 Morgen gaben 542 Scheffel; denn die 18 ungeduͤngten Mor- gen schlugen ganz zuruͤck, in kleiner dreimal ge- pfluͤgter Gerste. 6 Morgen Lein, unter welchem Luzerne gesaͤet war; der Lein sehr schlecht. Der Ertrag ist berechnet zu 401 Rthlr. Die Kosten zu 158 Rthlr. Rein-Ertrag 243 Rthlr. Schlag VI. Erbsen . 42 Morgen ga- ben 259 Scheffel. 34 Morgen Wicken und Gemenge. Der Ertrag ist berechnet zu 485 Rthlr. Die Kosten zu 161 Rthlr. Rein-Ertrag 324 Rthlr. Es waren 312 Fuder Mist aufgefahren. Schlag VII. Kartoffeln . 66 Morgen gaben 202 Wispel. 15 Morgen Mais, der vom Frost litt und bei der Ernte nicht gehoͤrig behandelt ward. Sein Werth ist zu 60 Rthlr. ohngefaͤhr berechnet. 8 Morgen zu Kartoffeln ausgegebenes Land. Einige Morgen unbestellt. Ertrag 890 Rthlr. Kosten 422 Rthlr. Rein-Ertrag 468 Rthlr. Es waren aufgefahren 516 Fuder Mist Wiederholung der Kosten und des Ertrages der Hauptschlaͤge 1810 — 11. Kosten. Ertrag. Schlag I. 80 M. 162 Rthlr. 504 Rthlr. — II. 105 — 22 — 169 — — III. 100 — 96 — 485 — — VI. 100 — 211 — 490 — — V. 76 — 158 — 401 — — VI. 76 — 161 — 485 — — VII. 95 — 422 — 890 — Summa 632 — 1232 — 3424 — Der Rein-Ertrag ist also 2192 Rthlr ge- wesen. In diesem Jahre ist die Einsaat und Consumption sowohl, als der Ertrag im Ver- haͤltniß des Roggenpreises, zu 1 Rthlr. ange- nommen worden. 1811 — 12. Schlag I. Kartoffeln . 40 Morgen ga- ben 140½ Wispel. Rotabaga 8 Morgen, ein Theil zur Saat. Runkeln. 8 Morgen gaben 50 Wispel. Wasserruͤben 10 Morgen. Roggen 9 Morgen. 6 Morgen abgesonderte Stuͤcke wurden be- sonders mit Futtergewaͤchsen bestellt und dem Schlage abgenommen, so daß er nur 75 Morgen behielt. Außerdem aber wurden in diesem Schlage 20 Morgen mit Roggen zum Gruͤnfuttern be- saͤet, die dann, wenn sie abgefuttert, gleich um- gebrochen und mit Ruͤben bestellt werden sollten. Weil sich naͤmlich im Herbste des Jahres 1810 deutlich genug zeigte, daß in diesem Jahre kein Klee da seyn wuͤrde, so wurden alle Vorkehrun- gen gemacht, daß es an gruͤnem und trockenem Futter nicht fehlen moͤge. Dieser Roggen trieb so schnell und so stark in Aehren, daß man 9 Morgen fast wider Willen zur Reife kommen lassen mußte. So stark dieser Roggen war, so gab er doch einen erbaͤrmlichen Ertrag, indem die Aehren zum Theil taub waren; er war nur einfaͤhrig mit starkem Duͤnger, groͤßtentheils nach Weizen bestellt. Der Ertrag dieses Schlages ist geschaͤtzt zu 823 Rthlr. Die Kosten zu 428 Rthlr. Rein-Ertrag 395 Rthlr. Er war mit 573 Fuder Mist befahren. Schlag II. 59 Morgen Roggen gaben 237 Scheffel. 41 Morgen Hafer gaben 551 Scheffel. 5 Morgen des besten Landes waren zu Gar- tenland abgenommen. Der Roggen war zum Theil sehr schlecht, besonders der gedrillete. Er war auf dem schlechtesten und abgelegensten Theile, der zweimal Kleesaamen getragen hatte, aus be- sonderer Gefaͤlligkeit fuͤr meine Schuͤler und an- wesende Freunde, um die Operation zu zeigen, etwas spaͤt gedrillet. Der maͤchtige Trieb dieses Fruͤhjahrs ließ ihn nicht zu der Bestaudung kom- men, worauf man bei gedrilletem Korne rechnet. Ich habe uͤberhaupt immer von dem, was ich blos um es zu zeigen vornahm, schlechten Er- folg gehabt, was sich ganz natuͤrlich erklaͤren laͤßt, und mir deshalb vorgenommen, es nie wieder zu thun. Der pecuniaire Verlust war wohl nicht bedeutend, denn guter Roggen waͤre hier in die- sem Jahre auf keinem Fall gewachsen. Aber wer diesen Roggen sah, dem kann ich es nicht verdenken, wenn er von der Drillkultur abge- schreckt wurde, die doch nach meiner innigsten Ueberzeugung viele Vortheile hat. Auch sah er auf dem Halme noch schlechter aus, als er sich im Ausdrusch zeigte. — Der Hafer war von ganz vorzuͤglicher Guͤte und Schwere. Durch ihn kam der Ertrag die- ses Schlages auf 604 Rthlr. Die Kosten betrugen 176 Rthlr. Rein-Ertrag 428 Rthlr. Schlag III. Weil aller Klee ausgegan- gen war, so ward der Schlag theils zur Weide benutzt, theils mit Spergel bestellt, wovon viel Saamen gezogen wurde. Der Ertrag konnte geschaͤtzt wer- den zu 275 Rthlr. Die Kosten zu 47 Rthlr. Rein-Ertrag 228 Rthlr. Schlag IV. 40 Morgen Erbsen . Der groͤßte Theil ward, weil er mit Hederich uͤber- wachsen war und zu mißrathen schien, bei auf- brechender Bluͤthe zu Heu gemacht und nur 68 Scheffel Erbsen gedroschen. 12 Morgen Bohnen gaben 61 Scheffel. 38 Morgen Wicken und Wickengemenge gaben 310 Centner Heu und 82 Scheffel Saat- Wicken. 10 Morgen Lein- und Deputat-Land zu Lein und Erbsen. Der ganze Ertrag ist berechnet zu 344 Rthlr. Die Kosten zu 264 Rthlr. Rein-Ertrag 80 Rthlr. Der Schlag erhielt 376 Fuder Mist. Schlag V. Da kein Klee unter der Gerste gelaufen war, so ward sogleich Anstalt gemacht, deu Schlag mit allerlei Futtergemenge zu besaͤen. Nur mit Luzerne waren 6 Morgen bestanden, die in diesem heißen Sommer fuͤnf starke Schnitte gab. Das hier ausgesaͤete Gemenge war man- nigfaltig, indem alle Saͤmereien, die dazu eini- germaßen geeignet waren, zusammengesucht, und wie es sich eben traf, gemengt wurden. Es schien das den Vorzug im Ertrage an Futter zu ha- ben, was aus den meisten Bestandtheilen ge- mischt war. Wo Gerste, Hafer, Hirse, Wicken, Erbsen, Bohnen, Linsen, Buchweizen, Raps, Spergel unter einander gesaͤet waren, da gab es die groͤßte Masse. Da der Ertrag an gruͤner Futterung den Bedarf zu uͤbersteigen schien, so wurden einige Theile, die einfach gesaͤet waren, zur Reifung gelassen. So wurden z. B. 2 Mor- gen Erbsen, erst im Junius gesaͤet, reif, und uͤbertrafen alle frh gesaͤeten Erbsen in diesem Jahre, da sie uͤber 5 Scheffel per Morgen und starkes Stroh gaben. Der Ertrag dieses Schlages ward berechnet zu 236 Rthlr. (Seinem wahren Werthe nach wohl etwas zu geringe.) Die Kosten zu 140 Rthlr. Rein-Ertrag 96 Rthlr. Unter das Ganze war wieder Klee gesaͤet, außer auf dem Theile, der 1809 keine Duͤngung erhalten hatte. Die Kosten dieser abermaligen Kleesaat werden, wie immer, erst dem folgenden Jahre berechnet. Schlag VI. 60 Morgen Roggen ga- ben 339 Scheffel. 7 Morgen Weizen gaben 34 Scheffel. 9 Morgen Hafer 68 Scheffel. Der Roggen und Weizen stand außeror- dentlich duͤnn, war aber sehr hoch und hatte lange Aehren. Der Hafer war in einer der Feuchtig- keit unterworfenen Stelle gesaͤet. Der Ertrag ist gewesen 425 Rthlr. Die Kosten 144 Rthlr. Rein-Ertrag 281 Rthlr. Schlag VII. 32 Morgen Gerste gaben 196 Scheffel. 60 Morgen Gerste und Hafer-Gemenge und reiner Hafer gaben 344 Scheffel. 3 Morgen hatten Lein. Ein Theil des untergesaͤeten Klees gab noch einen Schnitt, das uͤbrige eine vortreffliche Nach- weide. Der Ertrag ist berechnet zu 480 Rthlr. 12 Gr. Die Kosten zu 134 Rthlr. 19 Gr. Rein-Ertrag 345 Rthlr. 17 Gr. Die große Gerste schien auf diesem sandi- gen Schlage, bei der bis gegen die Mitte Juni anhaltenden heißen Duͤrre, ganz mißrathen zu wollen, und war fast aufgegeben. Sie erholte sich aber, wie etwas Regen fiel, sehr schnell, und trieb Aehren hervor, die laͤnger waren, als der niedrig gebliebene Halm. Gebunden konnte sie wegen der Kuͤrze des Halms nicht werden, es blieb auch vieles liegen, und dennoch gab sie beim Ausdrusch jenen unerwarteten Ertrag in sehr vollstaͤndigen Koͤrnern. Das Gemenge und der Hafer wuͤrden staͤrker gelohnt haben, wenn nicht mit einem Theile des letztern ein aberma- liger Versuch mit dem Unterpfluͤgen, nachdem er gelaufen, um den Hederich zu vertilgen, gemacht waͤre, der schlecht ablief. Der Erfolg dieses Jah- res hat mich in meiner Methode, die große Ger- ste auf sandigem Boden zu bauen, am auffal- lendsten bestaͤrkt. Wiederholung der Kosten und des Ertrages der Hauptschlaͤge 1811 — 12. Kosten. Ertrag. Schlag I. 75 M. 428 Rthlr. 823 Rthlr. — II. 100 — 176 — 604 — — III. 100 — 47 — 275 — — IV. 100 — 264 — 344 — — V. 76 — 140 — 236 — — VI. 76 — 144 — 425 — — VII. 95 — 34 — 480 — Summa 627 — 1333 — 3187 — Der Rein-Ertrag also 1853 Rthlr. Ich muß hierbei aber die Bemerkung machen, daß wegen des im Laufe des Jahres 1811 so sehr niedrig stehenden Preises, die Einsaat und die Consumption des Roggens in der Wirthschaft nur zu 20 Gr., und anderen Getreides nach Verhaͤltniß angenommen war; wogegen der Er- trag — da die Preise beim Verkauf sehr gestie- gen waren — in dem Verhaͤltniß von 1 Rthlr. fuͤr den Scheffel Roggen angenommen wurden. Waͤre man in den einzelnen Conto’s bei dem zuerst angenommenen Preise geblieben, wie in der Folge immer geschehen soll, so wuͤrde das Resultat bestimmter seyn. Die Reduktion auf den wirklichen Jahrespreis kann, wo es noͤthig scheint, in Summa ja leicht gemacht werden. Dieses, durch seine schlechte Kornernte eben so sehr, als durch die Guͤte und Reichthum sei- nes Weinertrages, in Andenken stehende Jahr, zeigte sich hier im Ausdrusche noch uͤber Erwar- ten ergiebig. Das Fehlschlagen des Klees ward durch andere Futtersaaten, zwar auf eine kost- spielige Weise, ersetzt; aber der Mangel an Stroh — was gegen andere Jahre kaum zur Haͤlfte geerntet wurde — setzte den Duͤngerstand wieder sehr zuruͤck, um so mehr, da mit dem Durchmarsch der franzoͤsischen Truppen die Liefe- rungen wieder angingen. In hiesigen Gegenden ward Stroh das Schock mit 18 Rthlr. bezahlt. Gluͤcklicherweise hatten wir einigen Vorrath von Stroh aus dem vorigen Jahre uͤbrig behalten. Uebrigens machte der geringere Ertrag die- ser Ernte der Besorgniß der meisten Landwirthe, daß nun der Preis des Roggens nicht wieder uͤber 1 Rthlr. steigen werde, bald ein Ende. Der große Ueberschuß der beiden vorhergehen- den, in manchen Gegenden erstaunlich reichen Ernten, konnte den Ausfall der diesjaͤhrigen, der gegen das Mittlere doch hoͤchstens nur 20 pr. C. betrug, nicht decken, und der Preis stieg wieder auf 2 Rthlr.; von welchem Preise jedoch von wenigen Landwirthen, sondern nur von den Korn- haͤndlern, Gebrauch gemacht werden konnte. 1812 — 13. Schlag I. 56 Morgen Gerste gaben 459 Scheffel. 12 Morgen waren mit Lein auf eigene Kosten, und durch Hausleute und Deputatisten bestellt, der einen sehr guten Ertrag gab. Un- ter 5 Morgen war Luzerne gesaͤet. 6 Morgen trugen Rotabaga-Saamen , der sich im Er- trage und im Oelgehalte sehr vortheilhaft be- wieß; und darnach noch gruͤne Wicken. Der Ertrag ist berechnet zu 654 Rthlr. Die Kosten zu 185 Rthlr. Rein-Ertrag 469 Rthlr. Schlag II. Huͤlsenfruͤchte : Bohnen, Erbsen, Linsen, Wicken, Wicken- und Buchwei- zen-Gemenge in mannigfaltigen Mischungen, zum Reiffen und Gruͤnmaͤhen. Es gerieth alles vor- zuͤglich gut. Der Werth des Ertrages ward sehr maͤßig berechnet zu 615 Rthlr. Die Kosten zu 244 Rthlr. Rein-Ertrag 371 Rthlr. Es waren aufgefahren 537 Fuder Mist. Schlag III. Roggen . 84 Morgen ga- ben 503 Scheffel. Hafer . 12 Morgen gaben 149 Scheffel. 4 Morgen mit Hirse. Der Ertrag ist berechnet zu 764 Rthlr. Die Kosten zu 222 Rthlr. Rein-Ertrag 542 Rthlr. Schlag IV. Gedrilleter Roggen . 25 Morgen gaben 169 Scheffel. 56 Morgen gesaͤeter 267 Scheffel. Das uͤbrige mit Hafer, doch blieb ein Theil zur Wiese liegen. Der Ertrag ist berechnet zu 609 Rthlr. Die Kosten zu 140 Rthlr. Rein-Ertrag 469 Rthlr. Schlag V. Außer den 6 Morgen mit Lu- zerne hatten 53 Morgen Klee, der zwei starke Schnitte gab. Die 18, im Jahre 1809 umge- duͤngten Morgen, wurden mit 56 Fuder Mist geduͤngt und mit Buchweizen besaͤet. Dieser Buchweizen stand sehr geil, und haͤtte gruͤn ge- maͤhet werden sollen. Weil aber sehr viel Heu von Schlag ll. gemacht wurde, so ließ man ihn reifen. Er hatte aber so taub angesetzt, daß der Ausdrusch ganz unbedeutend war. Der Ertrag des Schlages ward berechnet zu 596 Rthlr. Die Kosten zu 84 Rthlr. Rein-Ertrag 512 Rthlr. Schlag VI. Ein Drittheil dieses Schlages war im Herbste gemergelt worden. Hierzu fand man sich um so mehr veranlaßt, da die Duͤnger-Produktion bei dem geringen Stroh- Einschnitt nicht stark seyn konnte. Das uͤbrige ward mit 380 Fuder Mist befahren. Der ganze gemergelte Theil, und soviel von dem gemisteten, daß es 48 Morgen betrug, ward mit Kartoffeln bestellt, die 201 Wispel, (nach Abzug von 15 Wispeln Ausgrabelohn), gaben. Es war durchaus kein Unterschied zwi- schen den gemergelten und gemisteten Kartoffeln zu verspuͤren. Auf dem uͤbrigen Theil des ge- misteten Landes standen in unbestimmten Flaͤchen, zum Theil gemischt, Runkeln, Rotabaga, Was- serruͤben, Mais zum Abfuttern, der jedoch zum Theil reifte. Der Werth der Ernte ist be- rechnet zu 1027 Rthlr. Die Bestellungskosten zu 392 Rthlr. Rein-Ertrag 635 Rthlr. Unter den Kosten ist jedoch die Mergelung nicht mit begriffen. Schlag VII. hatte auf dem bessern Theile rothen , auf dem schlechteren weißen Klee . Ersterer ward gemaͤhet, letzterer geweidet, bis anf einen betraͤchtlichen Theil, wovon Saamen ge- wonnen wurde. Der Werth des Ertrages und der Benutzung ist berech- net zu 406 Rthlr. Die Kosten zu 98 Rthlr. Rein-Ertrag 308 Rthlr. Wiederholung der Kosten und des Ertrages der Hauptschlaͤge 1812 — 13. Kosten. Ertrag. Schlag I. 74 M. 185 Rthlr. 654 Rthlr. — II. 100 — 244 — 615 — — III. 100 — 222 — 764 — — IV. 96 — 140 — 609 — — V. 76 — 84 — 596 — — VI. 76 — 392 — 1027 — — VII. 95 — 98 — 406 — Summa 617 — 1365 — 4671 — Rein-Ertrag 3306 Rthlr. Das Getreide ist wieder nach dem ersten Verhaͤltnisse, Roggen zu 1 Rthlr. 6 Gr. angenommen. 1813 — 14. Schlag I. Klee und 5 Morgen Luzerne. Wo der Rotabaga-Saamen gestanden, war Wickhafer. Der Ertrag von 74 Morgen an Gruͤnfutter und Heu, auch Kleesaamen, ist 446 Rthlr. Die Kosten sind 169 Rthlr. Rein-Ertrag 277 Rthlr. Schlag II. 88 Morgen Roggen gaben 702 Scheffel. 12 Morgen gedrilleter Weizen 143 Sch. Der Ertrag ist berechnet zu 1092 Rthlr. Die Kosten zu 223 Rthlr. Rein-Ertrag 869 Rthlr. Schlag III. Erbsen . 34 Morgen ga- ben 145 Scheffel. Wicken und Wicken-Gemenge, groͤßtentheils zu Gruͤnfutter und Heu, 36 Morgen. Sper- Spergel zu Saamen, 15 Morgen ohnge- faͤhr. Das uͤbrige schlechteste Land blieb unbe- stellet, weil dem Schlage 218 Fuder Mist nur gegeben werden konnten. Es sollte naͤmlich ein Außenschlag ganz ausgeduͤngt werden, und der geringe Stroh-Ertrag von 1811 hatte die Duͤn- gererzeugung verringert. Der Ertrag ist berechnet zu 358 Rthlr. Die Kosten zu 187 Rthlr. Rein-Ertrag 171 Rthlr. Schlag IV. Hackfruͤchte . Diese sollte der ganze Schlag haben. Das Fruͤhjahr ließ aber eine solche Stoͤrung aller buͤrgerlichen Ver- haͤltnisse befuͤrchten, daß ich alle kostspieligen und mehrere Arbeit erfordernde Bestellungen zu ver- meiden beschloß, und die Fruͤhjahrs-Bestellung wuͤrde, ohne den Antrieb meines damaligen thaͤ- tigen Herrn Administrators, noch um vieles ver- ringert seyn. Mit Kartoffeln waren also nur belegt wor- den ohngefaͤhr 42 Morgen, und der Ertrag war 148 Wispel. Mit Runkeln und Rotabaga 5 Morgen, die 47 Wispel Runkeln und 3 Wispel Rota- baga gaben. 9 10 Morgen mit Bohnen, die 80 Scheffel gaben. 25 Morgen mit Wicken, Wickengemenge, Buchweizen, groͤßtentheils gruͤn gemaͤhet. 6 Morgen waren ausgegeben zu Kartoffeln. Der Ertrag ist berechnet zu 904 Rthlr. Die Kosten zu 417 Rthlr. Rein-Ertrag 487 Rthlr. Der Schlag erhielt nur 455 Fuder Mist. Schlag V. 64 Morgen Roggen ga- ben 536 Scheffel. 6 Morgen gedrilleter Weizen 47 Scheffel. 5 Morgen waren naͤmlich dem Schlage zu Luzerne abgenommen. Der Ertrag ist 745 Rthlr. Die Kosten sind 127 Rthlr. Rein-Ertrag 568 Rthlr. Schlag VI. 69 Morgen Gerste gaben 774 Scheffel. Auf 7 Morgen war Lein, unter welchen auf 5 Morgen Luzerne gesaͤet ward. Der Ertrag ist 764 Rthlr. Die Kosten 212 Rthlr. Rein-Ertrag 552 Rthlr. Die Gerste auf dem gemergelten Lande war wenigstens eben so gut, als auf dem gemisteten. Dieser Gerste ist uͤbrigens, in Ansehung der fruͤ- hern oder spaͤtern Saat, schon oben erwaͤhnt. Schlag VII. konnte nur zur Weide be- nutzt werden, außer auf einem Theile, wo rother Klee zu Saamen geschont wurde. Der im vo- rigen Jahre zu Saamen benutzte weiße Klee war so ausgegangen, daß sich nicht die Spur davon entdecken ließ; wogegen er sich auf dem bewei- deten Theile genugsam zeigte. Der Umfang der Stelle war scharf abgeschnitten. Der Ertrag ist berechnet zu 62 Rthlr. Die Kosten zu 5 Rthlr. 12 Gr. Rein-Ertrag 56 Rthlr. 12 Gr. Der Kleesaamen war nicht viel werth. Wiederholung des Ertrages und der Kosten der Hauptschlaͤge 1813 — 14. Kosten. Ertrag. Schlag I. 74 M. 169 Rthlr. 446 Rthlr. — II. 100 — 223 — 1092 — — III. 85 — 187 — 358 — — IV. 89 — 417 — 904 — — V. 70 — 177 — 745 — — VI. 76 — 212 — 764 — — VII. 95 — 5 — 62 — Summa 589 — 1391 — 4371 — Rein-Ertrag 2991 Rthlr. Hiermit war der erste Umlauf gewisserma- ßen beendet. Da aber das Jahr 1807 eigent- lich nur noch als ein Vorbereitungs- und Ueber- gangs-Jahr anzusehen ist, so kann das Resultat wohl richtiger gezogen werden, wenn man es aus den Jahren 1808 bis 1814 entwickelt. Des- halb fuͤge ich solches nach dem eben abgeschlos- senen Hauptbuche hinzu. 1814 — 15. Schlag I. hatte zweijaͤhrigen Klee. Er hatte sich in seiner vollen Dichtheit erhalten, und besonders trieb er an den Stellen, die im vori- gen Jahre mit Gips schwach bestreuet waren, uͤppig hervor. Aber wie er allenfalls schon maͤ- hebar gewesen waͤre, fror er — ich glaube am 20sten Mai — ab; zwar nicht bis zum Grunde, aber doch so, daß er im Wachsthum voͤllig ge- stoͤrt war. Das Vieh war schon an gruͤnes Fut- ter mit Luzerne seit acht Tagen gewoͤhnt, diese aber noch staͤrker abgefroren. Ich wollte daher den ersten Kleewuchs abweiden, den zweiten maͤ- hen lassen. Nun aber waͤre der zweite Schnitt dieses Klees, zugleich mit dem auf Schlag VI. , gerade in die Getreide-Ernte gefallen, wo ohne- hin der Mangel an Arbeitern so sehr zu besor gen war. Also ward das Abweiden fortgesetzt, und es fanden 10 Wochen lang im Durchschnitt, 50 Stuͤck Rindvieh eine reichliche Weide auf 70, nach Abzug der Luzerne, dem Schlage blei- benden Morgen, die geschaͤtzt ist zu 180 Rthlr. Rein-Ertrag. Schlag II. Er hatte nach der getroffenen Abaͤnderung der Schlaͤge 88 Morgen behalten. Der groͤßere Theil, der schon bei dem Hackfrucht- bau im Jahre 1807 vertieft war, ward nun mit doppeltem Pfluͤgen auf 10 Zoll gewende- pfluͤgt, das uͤbrige auf 7 Zoll vertieft. Es ward nicht der ganze Schlag zum Hackfruchtbau ge- duͤngt, weil ein durchbraachter Außenschlag ganz durchduͤngt werden sollte, und man diesem Lande noch Kraft genug zum Kartoffelbau zutrauen konnte. Das uͤbrige sollte im Herbste nachge- duͤngt werden. Deshalb kamen nur 580 Fuder Mist zu den Hackfruͤchten. 67 Morgen mit Kartoffeln bestellt gaben 234½ Wispel. Der Ertrag der Kartoffeln war, wie allgemein in diesem Jahre, nicht stark. Sie hatten nicht fruͤh vegetiren koͤnnen, und die fruͤh hervorgekommenen erlitten einen Stoß durch die Nachtfroͤste zu Ende des Mais. Sie standen also zum Theil noch in Bluͤthe, wie Anfangs Septembers ihr Kraut durch einen Nachtfrost zerstoͤrt wurde, und hatten folglich ihren voͤlligen Wachsthum und Ausbildung, die immer mit Zer- stoͤrung des Krauts aufhoͤrt, nicht erreicht. 10 Morgen mit gedrilleten Bohnen gaben 114 Scheffel. 5 Morgen mit Runkeln und mit Kohl. Die Runkeln gaben, genau gewogen, 140 Cent- ner per Morgen. Der Ertrag dieses Schlages ist geschaͤtzt zu 1219 Rthlr. Die Bestellungskosten zu 536 Rthlr. Rein-Ertrag 683 Rthlr. Schlag III. 85 Morgen Roggen. Dieser Roggen erlitt das allgemeine Schicksal des Rog- gens vor andern auf der hiesigen Feldmark. Er winterte an den Stellen, wo sich der unerhoͤrte starke Schnee am meisten angehaͤuft hatte und am laͤngsten liegen blieb, fast voͤllig aus, und seine Stelle nahm der, sonst unter der Winte- rung sich selten zeigende, Hederich ein. Die schlechtesten Stellen wurden ausgemaͤhet und zu Heu gemacht, auch groͤßere Flaͤchen umgebrochen und mit Spergel besaͤet. Der Ausdrusch gab 283 Scheffel. Heu und Nachweide war werth 15½ Rthlr. Der Ertrag des Schlages ist berechnet zu 396 Rthlr. Die Bestellungskosten zu 158 Rthlr. Rein-Ertrag 238 Rthlr. Schlag IV. Weizen nach Bohnen ge- drillt. 8 Morgen gaben 81 Scheffel. Roggen, groͤßtentheils nach Buchweizen mit 73 Fuder Mist nachgeduͤngt; 12 Morgen gaben 60 Scheffel. Zu Lein 5 Morgen ausgegeben. Hafer. 2 Morgen feuchtes Land gaben 14 Scheffel. Große Gerste. 30 Morgen gaben 338 Sch. Kleine Gerste. 32 Morgen gaben 314 Sch. Es ward nicht mehr große Gerste gesaͤet, weil man den hoͤchsten Mangel an Ernte-Arbei- tern besorgen mußte, in der Zeit wo diese, wenn sie fruͤh gesaͤet worden, mit dem Roggen zugleich zu reifen pflegt; und der Erfolg zeigte wirklich, daß mehrere uns in große Verlegenheit gesetzt haben wuͤrde. Der Roggen war auf einer Stelle nach Buchweizen gebauet, wo man Gerste nicht hinzubringen wagen durfte. Es traf sich, daß ein Paar Morgen, die zu Kartoffeln ausgegeben worden, mit in dieses Roggenfeld fallen konnten, und ich setzte sie an einen abermaligen Versuch mit dem Roggen nach Kartoffeln. Er war ent- schieden schlecht, ohnerachtet zu diesen Kartoffeln stark geduͤngt war. Unter 5 Morgen Gerste war Luzerne, un- ter alles uͤbrige rother Klee gesaͤet, der eine reich- liche Nachweide gab. Der Ertrag des Schlages ist geschaͤtzt zu 755 Rthlr. Die Kosten betragen 157 Rthlr. Rein-Ertrag 598 Rthlr. Schlag V. 51 Morgen, mit 276 Fuder Mist geduͤngt, wurden mit Erbsen bestellt. 46 Morgen, die nur auf eigene Rechnung bestellt waren, (das uͤbrige war ausgegebenes Land: denn durch viel ausgegebenes Land war es in diesem Jahre nur moͤglich, sich Arbeiter zu sichern), ga- ben 299 Scheffel Eine betraͤchtliche Breite ward von durchmarschirenden Truppen, wie sie schon Schoten angesetzt hatten, niedergetreten. 18 Morgen waren ohne Duͤnger mit Fut- tergemenge zum Gruͤnmaͤhen bestellt, berechnet zu 46 Rthlr. Der Ertrag dieses Schlages ist berechnet zu 440 Rthlr. Die Kosten zu 221 Rthlr. Rein-Ertrag 219 Rthlr. Schlag VI. hatte nach dem Abgange von 5 Morgen Luzerne, (ich bemerke hier, daß der Luzernebau seit vorigem Jahre sein eigenes Conto erhalten hat), 71 Morgen mit Klee. Dieser Schlag schien das Schicksal zu haben, daß bei ihm mit der Kleesaat gefehlet werde. Der Saa- men konnte aus Mangel an Arbeitern nicht aus- gedroschen werden, und wir irreten uns wohl in dem Kerngehalt der Bulstern. Er stand gleich- maͤßig, aber er stand zu duͤnn. Indessen ersetzte er durch seine Hoͤhe und Blattreichthum, was ihm an Dichtheit abging, besonders im zweiten Wuchse. Der erste hatte etwas von dem spaͤten Nachtfroste gelitten. Die Ernte des zweiten Schnittes hatte nur sehr unguͤnstige Witterung, und da sie in dem dringendsten Zeitpunkte der Kornernte einfiel, so konnten ihr nicht arbeitende Kraͤfte genug gewidmet werden; weswegen der Blaͤtterabfall sehr stark war. \tfrac16 des ersten und ⅓ des zweiten Schnittes blieb zu Saamen ste- hen, der bis jetzt noch nicht ausgedroschen ist. ⅛ des Ganzen ist gruͤn gefuttert, und an Klee- Heu sind eingefahren 85 Fuder. Der Ertrag kann wegen des zuruͤckgelegten Saamenklees noch nicht genau geschaͤtzt werden, ist aber aufs min- deste anzunehmen zu 570 Rthlr. Die Kosten der Einsaat und Ernte zu 83 Rthlr. Rein-Ertrag 487 Rthlr. Der auf dem zu Kartoffeln gemergelten Lande, hatte einen entschiedenen Vorzug vor dem auf gemisteten Lande. Schlag VII. 76 Morgen Roggen 491½ Scheffel. 10 Morgen, die ihm von Schlag II. abge- geben waren, kleine Gerste nach Roggen. 2 Morgen feuchtes Land mit Hafer 9 Sch. Der Roggen hatte ebenfalls an der Aus- winterung gelitten. Die Gerste war zum Theil so mit Hederich uͤberwachsen, daß sie groͤßtentheils gruͤn gemaͤhet ward. Das uͤbrige gab nur 13 Scheffel. Der Ertrag dieses Schlages ist geschaͤtzt zu 512 Rthlr. Die Bestellungskosten 191 Rthlr. Rein-Ertrag 321 Rthlr. Der allgemein schlechte Ertrag der Winte- rung bewirkte eine Steigerung des Preises auf 2 Rthlr. per Scheffel, der den Ausfall in un- seren Gegenden freilich nicht deckte. Es ist aber auf diesem hoͤheren Verkaufspreis hier keine Ruͤck- sicht genommen, sondern der Ertrag zu den zu Anfange angenommenen Preisen berechnet. Das mehrere fuͤr das verkaufte Getreide kommt bei der Buchhaltung dem Magazin-Conto zu gut. Der Abgang an Arbeitern, die alle freudig die Waffen ergriffen, und nach geendigtem glor- reichen Feldzuge noch nicht in ihre Heimath zu- ruͤckgekehrt waren, machte dieses Jahr schon beschwerlicher und kostspieliger, wie es sonst ge- wesen waͤre. In dem jetzt laufenden wird der Mangel noch fuͤhlbarer werden. Da indessen in dem Augenblicke, wo ich dieses schreibe, die Nach- richten von Bluͤchers und Gneisenau ’s ent- scheidenden Siegen einlaufen, so entfaͤllt uns der Muth nicht, den Landbau auch mit den groͤßten Beschwerden und Kosten empor zu halten, da wir hoffen duͤrfen, ihn endlich von dem Drucke und Hindernissen befreit zu sehen, denen er sonst unterliegen muͤßte. Wiederholung der Kosten und des Ertrages der Hauptschlaͤge 1814 — 15. Kosten. Ertrag. Schlag I. 70 M. — — 180 Rthlr. — II. 88 — 563 Rthlr. 1219 — — III. 85 — 158 — 396 — — IV. 90 — 157 — 755 — — V. 71 — 221 — 440 — — VI. 71 — 83 — 570 — — VII. 88 — 191 — 512 — Summa 565 — 1373 — 4072 — Rein-Ertrag 2699 Rthlr. Bei den Veraͤnderungen und Abweichungen, welche die Bestellung dieser Schlaͤge in diesen acht Jahren erlitten hat, lassen sich freilich noch keine ganz zuverlaͤssige Folgen daraus ziehen. Indessen glaube ich doch, daß die Resultate, welche sie giebt, merkwuͤrdig genug sind, um eine Aufstellung zu verdienen, um so mehr, da es uns noch so ganz an andere Annotationen dieser Art, mit gleicher Genauigkeit angezeichnet, fehlt. Und darum wollen wir sie nun, von mehreren Seiten zusammengestellt, betrachten. Es waren In den von Kosten. Ertrag. Rein-Ertrag. Jahren Morgen. Rthlr. Rthlr. Rthlr. 1807 ″ 8 637 1870 3072 1200 1808 ″ 9 637 1586 3654 2068 1809 ″ 10 642 1520 3822 2302 1810 ″ 11 632 1232 3424 2192 1811 ″ 12 622 1333 3187 1854 1812 ″ 13 627 1365 4671 3306 1813 ″ 14 589 1391 4371 2980 1814 ″ 15 565 1373 4072 2699 4951 11672 30273 18601 Es ist also der Rein-Ertrag von 8 Jah- ren im Durchschnitt gewesen per Morgen 3 Rthlr. 18 Gr. 2,02 Pf. Die Bestellungs- und Ernte-Kosten per Morgen 2 Rthlr. 8 Gr. 6,96 Pf. Von Schlag I. waren in den vom Kosten. Ertrag. Rein-Ertrag. Jahren Morgen Rthlr. Rthlr. Rthlr. 1807 ″ 8 80 23 276 253 1808 ″ 9 80 245 632 387 1809 ″ 10 80 208 544 336 1810 ″ 11 80 162 504 342 1811 ″ 12 75 428 823 395 1812 ″ 13 75 185 654 469 1813 ″ 14 70 169 446 277 1814 ″ 15 70 — 180 180 610 1420 4059 2639 Der Rein-Ertrag von 8 Jahren im Durch- schnitt ist gewesen vom Morgen 4 Rthlr. 7 Gr. 9,95 Pf. Von Schlag II. waren in den von Kosten. Ertrag. Rein Ertrag. Jahren Morgen Rthlr. Rthlr. Rthlr. 1807 ″ 8 105 821 680 — 1808 ″ 9 105 228 834 606 1809 ″ 10 105 96 316 220 1810 ″ 11 100 22 169 147 1811 ″ 12 100 176 604 428 1812 ″ 13 100 244 615 371 1813 ″ 14 100 223 1092 869 1813 ″ 15 88 563 1219 656 803 2373 5529 3297 Der Rein-Ertrag 141 Rthlr. weniger, we- gen des Verlustes im Jahre 1807. Also hatte der Morgen Ertrag gegeben 3 Rthlr. 22 Gr. 3,91 Pf. Indessen ist es nicht billig, diesem Schlage den durch die ungluͤcklich gewaͤhlte Be- stellungsart erlittenen Verlust zuzuschreiben. Von Schlag III. waren in den von Kosten. Ertrag. Rein-Ertrag. Jahren Morgen Rthlr. Rthlr. Rthlr. 1807 ″ 8 105 256 517 261 1808 ″ 9 80 670 1090 420 1809 ″ 10 100 210 455 245 1810 ″ 11 80 96 485 389 1811 ″ 12 80 47 275 228 1812 ″ 13 90 222 764 542 1813 ″ 14 90 187 358 171 710 1846 4340 2494 Der Rein-Ertrag per Morgen 3 Rthlr. 12 Gr. 3,67 Pf. Von Schlag IV. waren in den von Kosten. Ertrag. Rein-Ertrag. Jahren Morgen Rthlr. Rthlr. Rthlr. 1807 ″ 8 100 201 420 219 1808 ″ 9 100 92 314 222 1809 ″ 10 100 — 121 121 1810 ″ 11 100 211 490 279 1811 ″ 12 90 264 344 80 1812 ″ 13 90 140 609 469 1813 ″ 14 90 417 904 487 1814 ″ 15 90 157 755 588 760 1482 3957 2475 Rein-Ertrag per Morgen 3 Rthlr. 6 Gr. 1,89 Pf. Von Schlag V. waren in den von Kosten. Ertrag. Rein-Ertrag. Jahren Morgen Rthlr. Rthlr. Rthlr. 1807 ″ 8 76 185 307 122 1808 ″ 9 76 141 512 371 1809 ″ 10 76 584 1144 560 1810 ″ 11 76 158 401 243 1811 ″ 12 76 140 236 96 1812 ″ 13 71 84 596 512 1813 ″ 14 71 177 745 568 1814 ″ 15 71 221 440 219 593 1690 4381 2691 Rein-Ertrag per Morgen 4 Rthlr. 12 Gr. 10,92 Pf. Von Schlag VI. waren in den von Kosten. Ertrag. Rein-Ertrag. Jahren Morgen Rthlr. Rthlr. Rthlr. 1807 ″ 8 76 110 327 217 1808 ″ 9 76 — 110 110 1809 ″ 10 76 202 618 416 1810 ″ 11 76 161 485 324 1811 ″ 12 76 144 425 281 1812 ″ 13 76 392 1027 635 1813 ″ 14 76 212 764 552 1814 ″ 15 71 83 570 487 603 1304 4326 3022 Rein-Ertrag per Morgen 5 Rthlr. 0 Gr. 3,24 Pf. Von Von Schlag VII. waren in den von Kosten. Ertrag. Rein-Ertrag. Jahren Morgen Rthlr. Rthlr. Rthlr. 1807 ″ 8 95 278 545 269 1808 ″ 9 95 210 162 — 1809 ″ 10 95 220 624 404 1810 ″ 11 90 422 890 468 1811 ″ 12 90 134 480 346 1812 ″ 13 90 98 406 308 1813 ″ 14 90 6 62 56 1814 ″ 15 88 191 512 321 733 1557 3681 2172 Rein-Ertrag per Morgen 2 Rthlr. 21 Gr. 6,53 Pf. Denn im Jahre 1808 ergab sich ein Verlust von 48 Rthlr. Wir wollen jetzt den Ertrag der verschiede- nen Fruͤchte, die in den 8 Jahren 1807 ‒ 1814 nach der angenommenen Folge gebauet worden, betrachten. Hackfruͤchte waren in den auf dem Morgen. Bestellungskosten. Ertrag. Rein-Ertrag. Jahren. Schlage. Rthlr. Rthlr. Rthlr. 1807 II. 105 821 680 — 1808 III. 80 670 1090 420 1809 V. 75 584 1144 560 1810 VII. 90 422 890 468 1811 I. 75 428 823 395 1812 VI. 76 392 10 2 7 635 1813 IV. 90 417 904 487 1814 II. 88 563 1219 656 679 4297 7777 3621 10 Wenn wir den Verlust, den der verungluͤckte Ruͤbenbau im Jahre 1807 brachte, naͤmlich 141 Rthlr., vom Rein-Ertrage abziehen, so bleiben 3480 Rthlr. Rein-Ertrag auf 679 Morgen; was per Morgen 5 Rthlr. 9 Gr. 0,05 Pf. be- traͤgt. Wenn wir aber dieses Jahr, wegen des zufaͤlligen, und gewissermaßen durch den uͤbertrie- benen Ruͤbenbau verschuldeten Verlustes, weg- lassen, so ist der Rein-Ertrag 3621 Rthlr. auf 679 Morgen; was per Morgen 5 Rthlr. 7 Gr. 11,85 Pf. betraͤgt, wenn ein Scheffel Kartoffeln zu 4 Gr. angenommen wird. Hierbei ist ferner zu bemerken, daß nicht immer die ganzen Schlaͤge mit Hackfruͤchten be- stellt gewesen. Der Ertrag der Hackfruͤchte konnte leicht abgesondert werden, aber die Kosten, welche auf diese und auf andere Fruͤchte fallen, bin ich nicht genau abzusondern im Stande. Deshalb lassen sich auch die Kosten des Hackfruchtbaues hieraus nicht genau berechnen. Indessen ergiebt sich nach andern Datis keine erhebliche Verschie- denheit, wenn wir den Durchschnitt obiger Ko- sten dafuͤr annehmen, naͤmlich per Morgen 6 Rthlr. 7 Gr. 10½ Pf. Diese Kosten koͤnnen aber den Hackfruͤchten nicht allein zur Last geschrieben werden, da die starke Bearbeitung des Landes und der Duͤnger- aufbringung den andern Fruͤchten zu statten kommt. Dagegen muß freilich bemerklich gemacht wer- den, daß sie den Duͤnger, den sie erhalten und konsumiren, nicht, wie das Getreide und die Huͤl- senfruͤchte, durch Stroh ersetzen. In der Hin- sicht ist jedoch ihr Preis geringer angenommen, als ihr Nutzungswerth wirklich ist, und die Wirth- schaft hat den Duͤnger, den sie wieder erzeugen und mit welchem sie mindestens ihre Aussaugung ersetzen, umsonst. Ihr Ertrag ist immer nach sehr gehaͤuftem und uͤberschießendem Maaße an- gegeben und geschaͤtzt. Gerste war in den auf Morgen. Bestellungskosten. Ertrag. Rein-Ertrag. Jahren. Schlag. Rthlr. Rthlr. Rthlr. 1807 IV. 100 201 420 219 1808 II. 105 228 834 606 1809 III. 100 210 455 245 1810 V. 76 158 401 243 1811 VII. 90 134 480 346 1812 I. 75 185 654 469 1813 VI. 76 212 764 552 1814 VI. 90 157 755 598 712 1485 4763 3278 Um den Ertrag der Gerste zu berechnen, kann das Jahr 1807 nicht wohl mitgenommen werden; denn hier war sehr wenig Gerste — nur 78 Scheffel wurden gewonnen — auch folgte sie nicht auf Hackfruͤchte. In mehreren andern Jahren hatte der Schlag auch nicht Gerste al- lein, aber sie war doch Hauptfrucht. Lassen wir also jenes Jahr weg, so war der Rein-Ertrag von 612 Morgen 3059 Rthlr., was per Mor- gen 4 Rthlr. 23 Gr. 1,52 Pf. betraͤgt. Hier- bei ist aber zu bemerken, daß der Berliner Markt- preis der Gerste, besonders fuͤr die große, voll- kommene, die hier erbauet worden, im Durch- schnitt beinahe noch einmal so hoch gestanden hat, als sie hier angenommen worden; daß mit- hin der Gerstbau besonders vortheilhaft sey. Einjaͤhriger Klee war in den auf Morgen. Bestellungskosten. Ertrag. Rein-Ertrag. Jahren. Schlag. Rthlr. Rthlr. Rthlr. 1807 VI. 76 110 327 217 1808 IV. 100 92 314 222 1809 II. 105 96 316 220 1810 III. 100 96 485 389 1811 V. 76 140 236 96 1812 VII. 90 98 406 308 1813 I. 70 169 446 277 1814 VI. 71 83 570 487 688 884 3100 2216 Unter den Kosten ist der Saamen in der Regel zu dem Preise berechnet, wozu er gewon- nen wurde. Der im Jahr 1812 ausgesaͤete mußte zum Theil angekauft werden. Außerdem kommen hier nur die Erntekosten in Betracht. Das Jahr 1811 hatte keinen Klee, sondern al- lerlei Gemenge, dessen Saamen, aus allerlei Ab- fallskorn bestehend, nicht hoch berechnet werden durfte. Aufgefuͤhrt mußte es hier aber unter der Rubrik des Kleebaues mit werden, da der- selbe solchen Unfaͤllen unterworfen ist, und diese dann auf gleiche Weise ersetzt werden muͤssen. Die gruͤne Futterung ist nach dem oben angege- benen Futtergelde fuͤr das davon genaͤhrte Vieh berechnet, und so auch die Weide. Zweijaͤhriger Klee und Weide in den von auf Kosten. Ertrag. Rein-Ertrag. Jahren. Schlag. Morgen. Rthlr. Rthlr. Rthlr. 1807 I. 80 23 276 253 1808 VI. 76 — 110 110 1809 IV. 100 — 121 121 1810 II. 105 22 169 147 1811 III. 100 47 275 228 1812 V. 76 84 596 512 1813 VII. 90 6 62 56 1814 I. 71 — 180 180 698 182 1789 1607 Der Saamen des Klees ist diesem Schlage nicht angerechnet. Die Kosten beziehen sich also bloß auf die Ernte, wenn Heu davon gemacht oder Saamen gewonnen wurde. Nur auf das Jahr 1812 war der Klee wieder frisch gesaͤet worden, auf dem groͤßern Theil des Schlages V. Ist der Schlag bloß zur Weide benutzt, so fal- len ihm keine Kosten zu. Getreide nach Klee war in den auf Morgen. Bestellungskosten. Ertrag. Rein-Ertrag. Jahren. Schlag. Rthlr. Rthlr. Rthlr. 1807 VII. 95 276 545 269 1808 I. 80 245 632 387 1809 VI. 76 202 618 416 1810 IV. 100 211 490 279 1811 II. 100 176 604 428 1812 III. 90 222 764 542 1813 V. 71 177 745 568 1814 VII. 88 191 512 321 700 1700 4910 3210 Die Bestellungskosten betragen demnach im Durchschnitte per Morgen 2 Rthlr. 10 Gr. 3 3\tfrac37 Pf. Sie waren hoͤher, wo der Klee nicht in reines, durch Hackfruͤchte vorbereitetes Land gebauet war, weil hier, wenigstens auf einem Theile des Ak- kers, mehrere Mal gepfluͤgt werden mußte. Der Rein-Ertrag per Morgen ist 4 Rthlr. 14 Gr. 0,68 Pf. Der Hafer ist hier, naͤchst dem Wei- zen, der bisher nur auf einem kleineren Theile gebauet werden konnte, die eintraͤglichste Frucht gewesen, wenn auf den Strohertrag nicht Ruͤck- sicht genommen wird. Dazu kommt, daß die Kleeweide, auf dem zu Hafer bestimmten Lande, bis spaͤt in den Herbst dauert und den Schafen noch sehr zu Nutzen kommt. Ich werde daher alles Land, was nicht zu Weizen und Ruͤbsaat taugt, in diesem Schlage wohl mit Hafer bestel- len, da jetzt der Roggenbau in den Außen- oder Koppelschlaͤgen so betraͤchtlich, und Stroh genug vorhanden ist. Huͤlsen-Fruͤchte waren in den auf Morgen. Bestellungskosten. Ertrag. Rein-Ertrag. Jahren. Schlag. Rthlr. Rthlr. Rthlr. 1807 V. 76 185 307 122 1808 VII. 95 210 162 — 1809 I. 80 208 544 336 1810 VI. 76 161 485 324 1811 IV. 90 264 344 80 1812 II. 100 244 615 371 1813 III. 90 187 358 171 1814 V. 71 221 440 219 678 1680 3255 1623 Der Ertrag per Morgen ist demnach im Durchschnitt Rthlr. 9 Gr. 5,4 Pf., wenn der Berlust im Jahre 1808 mit 48 Rthlr. abgezo- gen wird, 2 Rthlr. 6 Gr. 3,3 Pf., also der ge- ringste, den eine Bestellung giebt. Die Huͤlsen- fruͤchte haben sich aber immer als eine sehr gute Vorbereitung fuͤr den Roggen, sowohl wenn sie reif geworden, als wenn sie gruͤn gemaͤhet wa- ren, hier gezeigt, und die Bestellung sehr erleich- tert. Dazu kommt, daß sie die Kosten der Duͤn- gerauffuhr bisher getragen haben, und dann, daß das Erbsenstroh einen betraͤchtlichen Futterwerth hat, der hier nicht berechnet ist, und daß auch das Gruͤngemaͤhete hier geringer, als sein eigent- licher Nahrungswerth ist, angeschlagen ward. Endlich muß ich auch bemerken, daß die hier gebaueten Erbsen in den besonders guten Ruf stehen, daß sie sich sehr weich kochen lassen, und daß ich daher 6 — 8 Gr. mehr fuͤr den Scheffel, als der Marktpreis ist, erhalte. Haͤtten sie nur das Ueble nicht, daß der Hederich, auch der Ra- del, unter ihnen so stark aufkommt und sich wie- der einsaamet! Roggen nach Huͤlsenfruͤchten , zuweilen etwas Weizen nach Bohnen, war in den auf Morgen. Bestellungskosten. Ertrag. Rein-Ertrag. Jahren. Schlag. Rthlr. Rthlr. Rthlr. 1807 III. 105 256 517 261 1808 V. 76 141 512 371 1809 VII. 95 220 624 404 1810 I. 80 162 504 342 1811 VI. 76 144 425 281 1812 IV. 90 140 609 469 1813 II. 100 223 1092 869 1814 III. 85 158 396 236 707 1444 4679 3233 Die Bestellungskosten betragen hier im Durchschnitt per Morgen 2 Rthlr. 1 Gr. 0,22 Pf. Sie sind nicht so hoch, wie beim Getreide nach Klee. Der Ertrag ist etwas geringer; der Rein- Ertrag fast gleich. Auch hat der Getreideschlag nach Klee seinen Vorzug im Ertrage wohl nur dem Weizen- und Haferbau zu verdanken. Im Roggen steht er diesem nach. Es ist hier also der Ertrag der Fruͤchte, (zuweilen einschließlich des fuͤr Geld ausgegebe- nen, geduͤngten und beackerten Landes, in der Regel per Morgen 4 — 5 Rthlr., was aber doch jaͤhrlich hoͤchstens 12 Morgen betraͤgt), nach dem oben angenommenen Geldpreise berechnet. Dann sind alle Kosten der Beackerung, Duͤngeraufbrin- gung und Streuung, Einsaat, Ernte u. s. w. — auch im Verhaͤltniß zu obigen Preisen und nach der angegebenen Ausmittelung in jedem Jahre — berechnet. Aber das Stroh ist weder in Einnahme, noch der Mist in Ausgabe gebracht. In meiner wirklichen Buchhaltung ist das zwar geschehen; das Stroh, was die Schlaͤge gaben, ist geschaͤtzt, und der Mist, den sie erhielten. Aber theils kann ich die Genauigkeit nicht so verbuͤrgen, wie bei dem uͤbrigen, und es ist mir so- gar wahrscheinlich, daß hier Irrungen vorgefal- len sind, die zwar nicht fuͤr das Ganze, wohl aber fuͤr das Einzelne bedeutend seyn moͤchten — theils moͤchte es zu falschen Ansichten verlei- ten. Der Duͤnger wird in der Regel nur zu den Hackfruͤchten und zu den Huͤlsenfruͤchten auf- gefahren. Er wird ihnen, nach dem weiter un- ten zu bestimmenden Preise, zur Last geschrieben. Da sie ihn aber nicht consumiren, so behielten die Hackfruͤchte eigentlich nur ⅓ auf ihrem Conto, und ⅓ ward der folgenden Gerste, ⅓ dem Ge- treide in der Kleestoppel uͤbertragen. Bei den Huͤlsenfruͤchten ward angenommen, daß sie ihn nur zu \tfrac16 consumirten, und ⅚ fielen dem folgen- den Roggen zur Last. Dies ist aber nicht nur blos hypothetisch — und ich wollte hier das fak- tische vom hypothetischen moͤglichst genau abson- dern — sondern auch unrichtig; der Roggen nach Huͤlsenfruͤchten ward dadurch zu stark bela- stet, und es muß ihm in der Folge fuͤr die Duͤng- kraft, die er im Acker hinterlaͤßt, wieder etwas zu gut geschrieben werden. Dazu kommt nun noch, daß der Preis des Strohes, woraus der des Mistes hervorgehet, in verschiedenen Jahren verschieden angenommen war. In der Regel kann man hier das Schock oder 1200 Pfund Stroh fuͤr 2½ Rthlr. kaufen, wenn man es zu rechter Zeit thut. In den er- sten Jahren habe ich kaum soviel dafuͤr bezahlt. Aber nachher stieg in den Kriegs- und Durch- marsch-Zeiten, besonders im Jahre 1811, der Preis des Strohes zu einer ganz enormen Hoͤhe, und dies verleitete uns sogar, gegen die Grund- saͤtze aller guten Wirthschaft, Stroh zu verkau- fen. Deshalb ward es denn auch in der Er- zeugung und Consumption in diesem Jahre hoͤ- her berechnet als in andern. Ohne es wieder umzurechnen, was seine groͤßten Schwierigkeiten hat, wuͤrde es die Resultate verdunkeln. Deshalb gehe ich hier zu der gewoͤhnlichen Annahme, daß das Stroh den Mist bezahle, und dieser jenes, zuruͤck; ob ich gleich eingestehe, daß diese Annahme nur da passe, wo das Vieh auf zwei, oder haͤufiger auf drei Theile Stroh, nur einen Theil Heu oder Surrogat desselben be- kommt; hier aber nicht, wo das Vieh im Ver- haͤltniß des Strohes, eine so sehr viel groͤßere Quantitaͤt andern Futters erhaͤlt, daß es sich vom Stroh wohl durchaus nicht naͤhret, oder doch weniger davon frißt, als vom Futter ungenossen in den Duͤnger kommt — was bei einer so reich- lichen Futterung nicht zu vermeiden ist. — Hier ist also der Mistwerth des Futters eigentlich viel groͤßer, als der Futter- oder Nutzungswerth des Strohes. Dem Vieh, welchem der Futterwerth zur Last geschrieben wird, sollte also fuͤr den Mist mehr als der Strohwerth zu gut geschrieben wer- den. Dies ist nun aber einmal nicht geschehen, und ich uͤberlasse es lieber meinen Lesern, nach- dem ich ihnen die Data gegeben, es selbst zu berechnen, weil der Preis des Mistes nach ganz verschiedenen Ansichten bestimmt werden mag. Ein Marktpreis laͤßt sich bei den gewoͤhnlichen laͤndlichen Verhaͤltnissen gar nicht dafuͤr anneh- men; kann man auch etwas dafuͤr kaufen, so ist es doch nur etwas unbedeutendes. Ein Erzeu- gungspreis behaͤlt bei jedem Abfalls-Produkte etwas unbestimmtes. Der Verkaͤufer muß eine solche Waare hervorbringen, er mag wollen oder nicht, und wuͤrde noch etwas zugeben, um sie loszuwerden, wenn keiner sie ihm abkaufen wollte. Der Nutzungspreis ist sehr relativ, obwohl im- mer beiweitem hoͤher als der Marktpreis, wo ein solcher statt findet. Ich will also nur angeben, was diese Haupt- schlaͤge an Stroh gegeben haben, und dann wie- derholen, wie viel sie Mist erhielten. Das Stroh ist freilich nicht saͤmmtlich gewogen, sondern es ist theils nach seinem, durch Probedrusch in je- dem Jahre ausgemittelten Verhaͤltnisse zum Korn, theils nach der Mandelzahl des eingefahrenen Ge- treides, geschaͤtzt worden, und wohl ehe etwas zu geringe als zu hoch. Es ist auch in einigen Jahren nach Scheunenbunden annotirt; aber das ist im Ganzen weniger zuverlaͤssig, da waͤh- rend des Dreschens immer Stroh aus den Scheu- nen von den Viehwaͤrtern geholt wird, auch die Bunde sehr verschieden geschuͤrzt werden. Es ist an Hundert-Pfund-Gewicht gewonnen in den Jahren von den Schlaͤgen jährlich I. II. III. IV. V. VI. VII. 1807 — — 832 764 515 — 850 2961 1808 898 788 — — 990 — 206 3123 1809 212 — 659 — — 821 1008 2700 1810 954 — — 917 557 838 — 3266 1811 — 1029 — 240 120 598 372 2118 1812 450 846 1328 924 112 — — 3660 1813 — 1490 324 — 1054 712 — 580 2514 4153 3143 2845 3348 2969 2436 21408 Kartoffelnstroh ist nicht berechnet. An Mist hat erhalten Schlag I. im Jahre 1809 210 Fuder. ″ ″ ″ ″ 1911 573 ″ 783 ″ Schlag II. im Jahre 1807 620 Fuder. ″ ″ ″ ″ 1812 537 ″ 1157 ″ Schlag III. im Jahre 1808 598 Fuder. ″ ″ ″ ″ 1813 218 ″ 816 ″ Schlag IV. im Jahre 1806 400 Fuder. ″ ″ ″ ″ 1811 376 ″ ″ ″ ″ ″ 1812 454 ″ 1231 ″ Schlag V. im Jahre 1807 312 Fuder. ″ ″ ″ ″ 1809 264 ″ ″ ″ ″ ″ 1812 56 ″ 630 ″ Schlag VI. im Jahre 1810 312 Fuder. ″ ″ ″ ″ 1812 380 ″ 692 ″ Daneben Mergel Schlag VII. im Jahre 1808 340 Fuder. ″ ″ ″ ″ 1810 516 ″ 856 ″ Es sind also auf die Hauptschlaͤge gekom- men 6165 Fuder. Da kleinere Fuder auf groͤßere reduzirt wer- den, so kann das Fuder mindestens zu 20 Centner oder 2200 Pfund angenommen werden. Es faͤllt in die Augen, daß dieser Mist nicht aus dem Stroh hervorgehen konnte, was diese Schlaͤge lieferten. Der uͤbrige Theil des Ackers, und in den ersten Jahren Koͤnigshof, trugen an Stroh dazu bei. Aber aus der Futterung, wel- che von den Hauptschlaͤgen gewonnen ward, ging er reichlich hervor. Ward Stroh von dem uͤbri- brigen Acker zur Aufnahme des Futtermistes ge- liefert, so erhielt dieser dafuͤr mehr Mist wieder, als er nach seiner Stroh-Produktion haͤtte er- halten koͤnnen. Wir wollen dies indessen ge- nauer erwaͤgen. Ich habe die Ausmittelung des Verhaͤltnis- ses, in welchem aus einer gegebenen Quantitaͤt Stroh und Futterung Stallmist erzeuget wird, seit jeher fuͤr eins der wichtigsten Probleme in der Theorie der Land-Oekonomie gehalten, auf die im kleinern angestellten Versuche aber wenig Gewicht gelegt, weil der feuchtere oder trocknere, der mehr oder minder zergangene Zustand des Mistes, der sich nicht wohl bestimmen laͤßt, eine gar zu große Differenz bei dem Abwaͤgen giebt. Es gehoͤrt dazu ein großes, eine Reihe von Jah- ren durchgefuhrtes Experiment, wobei kleine Dif- ferenzen sich wieder ausgleichen, und das Resul- tat sich aus solchen Umstaͤnden ergiebt, die bei der Erzeugung und Ausfuhr des Mistes die ge- woͤhnlichen sind. Ich habe deshalb mehrere, auf die Befoͤrderung der Wissenschaft zugleich bei ihrem Gewerbsbetriebe Ruͤcksicht nehmende Landwirthe, aufgefordert, nach einem moͤglichst genauen genauen, in einer großen Wirthschaft ausfuͤhr- baren Ueberschlage, das Verhaͤltniß des vom Hofe abgefahrenen Duͤngers, gegen das auf selbigem verbrauchte Stroh und Futter zu beobachten, und viele haben mir hoͤchst schaͤtzbare, wenn gleich noch nicht voͤllig befriedigende und die Frage er- schoͤpfende, Bemerkungen daruͤber mitgetheilt. Ich nahm mir aber auch meinerseits vor, die Sache mit aller, bei einem groͤßeren Wirth- schaftsbetriebe moͤglichen, Genauigkeit zu erfor- schen. Im Jahre 1805 — 6 geschahe es mit moͤglichster Aufmerksamkeit; aber das Jahr 1806 — 7 zerstoͤrte alle Verhaͤltnisse und Ord- nung auf dem Wirthschaftshofe dermaßen, daß bis 1809 alle Beobachtungen mangelhaft und zweifelhaft blieben. Von diesem Jahre an kann ich mich aber wieder auf die Richtigkeit der An- gaben verlassen, die ich hier mittheile. Von der Ernte 1809 an bis 1. Juni 1814 sind auf dem Hofe verbraucht an Stroh 1809-10 3912 hundert Pfund. 1810-11 4360 ″ ″ 1811-12 3708 ″ ″ 1812-13 3970 ″ ″ 1813-14 5602 ″ ″ 21552 ″ ″ 11 Gewogen ist dieses Stroh, wie oben gesagt, nicht saͤmmtlich, sondern es ist theils nach dem, durch Probedrusche ausgemittelten Verhaͤltnisse des Korns zum Stroh, theils nach der Zahl der geernteten Mandeln und Fuder bestimmt. Das von Koͤnigshof gelegentlich heraufgebrachte Stroh vermag ich nur nicht genau zu bestimmen, aber es ist gewiß, daß es kaum so viel betraͤgt, als dasjenige, was bei Holz- und Kornfuhren, be- sonders aber in den Jahren 1812, 1813 und 1814 auf den Kriegsreisen von den Knech- ten mitgenommen ward, und was auch die Dre- scher und Tageloͤhner fuͤr ihre Schweine und Gaͤnse vom Hofe mitnehmen, und was sich auch nicht berechnen laͤßt. Jenes Stroh ist also als in Moͤglin gewonnen anzunehmen. An Heu ist verbraucht worden geliefert von den Haupt- schlaͤgen von der Wiese Supplement und Außenland, 430 Ct. im Jahr 1809 von Sch. II. Klee 594 Ct. Spergel-Heu 320 ″ I. Wicken 380 ″ Garten 62 ″ Koͤnigshof 620 ″ Latus 974 ″ Latus 1432 ″ Transport 974 Ct. Transport 1432 Ct. 1810. III. Klee 886 Ct. Wiesen 411 Ct. II. ″ 140 ″ Außenland, VI. Wicken Spergel 56 ″ Koͤnigshof 552 ″ 1811. IV. Wicken 288 ″ Wiesen 453 ″ V. 187 ″ Garten 10 ″ III. Spergel 80 ″ Koͤnigshof 667 ″ VII. Klee, Nach- Heu 72 ″ 1812. V. Klee 403 ″ Wiesen 190 ″ VII. Klee 448 ″ Koͤnigshof 464 ″ II. Wicken 297 ″ Schlag I. Klee 315 ″ 1813. I. Klee 676 ″ Wiesen 325 ″ III. Wicken 60 ″ Garten 41 ″ Koͤnigshof 724 ″ 4511 Ct. 5622 Ct. Der Centner zu 110 Pfund. An Kartoffeln und Ruͤben, auf Kartoffel-Werth reduzirt, sind consumirt. 1809 201 Wispel. 1810 188 ″ 1811 230 ″ 1812 196 ″ 1813 164 ″ 979 Wispel oder 2584560 Pfund. Sie sind in ihrem Futterungswerthe anzu- nehmen zur Haͤlfte = 12922 Hundert Pfund Heu. Es sind also auf dem Hofe verbraucht Stroh 21552 Hundert Pfund. Heu 4511 + 5622 Cent- ner 11133 ″ ″ Wurzeln = Heu 12992 ″ ″ 45677 Hundert Pfund. An Gruͤnfutter kann ich in Hinsicht des Mistes vorerst nur das berechnen, was die Kuͤhe erhalten haben; denn theils laͤßt sich dies nur genauer bestimmen, theils ist von den Pferden und Ochsen den Tag uͤber der Mist zum Theil wieder vertragen worden. Bei voller gruͤner Stallfutterung ist einer Kuh taͤglich ihr Futter zu 1 Gr. 6 Pf. berechnet, und so ist es auch den Schlaͤgen zu gut geschrieben. Nach ange- stellten Versuchen und Abwaͤgungen erhaͤlt im Durchschnitt eine Kuh taͤglich 92 Pfund gruͤnes Futter. Dies laͤßt sich im Durchschnitt an- nehmen = 22 Pfund Heu oder ⅕ Centner. Nun ist nach den taͤglichen Anzeichnungen das Futtergeld, nach obigem Satze, den Kuͤhen oder vielmehr dem Kuhstalle folgendermaßen berechnet: im Jahr 1809 zu 195 Rthlr. ″ ″ 1810 ″ 210 ″ ″ ″ 1811 ″ 124 ″ ″ ″ 1812 ″ 259 ″ ″ ″ 1813 ″ 283 ″ 1071 Rthlr. Dafuͤr sind also auf den Hof gekommen 17136 taͤgliche Kuh-Rationen Gruͤnfutter a ⅕ Centner Heu, mithin = 3712 Centner Heu. Also sind uͤberhaupt an Stroh und Futter, das Gruͤne auf Trockenes reduzirt, verbraucht worden 49389 Hundert Pfund. Nun sind an Mist ausgefahren worden im Jahr 1809 898 Fuder. ″ ″ 1810 1234 ″ ″ ″ 1811 965 ″ ″ ″ 1812 1052 ″ ″ ″ 1813 1251 ″ 5400 Fuder. Nach den vorgenommen Abwaͤgungen muß ein volles vierspaͤnniges Fuder, worauf die schwaͤ- cheren dem bloßen, aber nicht erheblich truͤgen- den, Augenmaaße nach reduzirt werden, zu 22 Hundert Pfund angenommen werden. Es sind also ausgefahren worden 118800 Hundert Pfund Mist. Nach allen mir zugekommenen Datis be- waͤhrt sich die Formel im Durchschnitt, daß man die Quantitaͤt des Mistes finde, wenn man das Stroh und die trockene, oder auf trockene redu- zirte gruͤne Futterung, dem Gewichte nach, mit 2, 3 multiplizirt. Und so kaͤmen aus jenen 49389 Hundert Pfunden heraus 113594 Hundert Pfund Mist. Die Ausfuhr aber ergiebt 118800 Hundert Pfund. Mithin ist ein Plus an Mist von 5206 Hundert Pfund. Woher kommt dieses Plus? Von der Weide! Den Kuͤhen ist die Weide, die sie fast al- lein auf den Hauptschlaͤgen halten, berechnet im Jahre 1809 zu 118 Rthlr. ″ ″ 1810 ″ 96 ″ ″ ″ 1811 ″ 97 ″ ″ ″ 1812 ″ 92 ″ ″ ″ 1813 ″ 40 ″ 443 Rthlr. Der Tag ist aber im Durchschnitt ange- schlagen zu 1 Gr. Folglich haben in diesen Jah- ren statt gefunden 10632 taͤgliche Kuhweider. Da die Kuͤhe nur etwa 8 Stunden oder ⅓ Tag draußen sind, um sich statt zu fressen, ⅔ aber auf dem Stalle zubringen, so fallen ⅔ des Weidemistes in dem Stalle. Nun giebt, nach Meyers Versuchen, eine mittlere Kuh bei reich- licher Weide 34 Pfund Mist taͤglich. Wenn de- ren 22 im Stalle fallen, so betraͤgt dies 2399 Hundert Pfund. Im Durchschnitt wurden 20 Ochsen gehal- ten, und diese weideten 180 Tage. Ich nehme fuͤr den Tag 10 Pfund Mist, den sie auf den Hof brachten. Also jaͤhrlich 380 Hundert Pfund. In 5 Jahren also 1800 Pfund. Es waren vom Jahre 1811 an im Durch- schnitt 300 Schafe — fruͤher einige Hammel — da, und des Nachts im Stalle. Jedes bringt 200 Tage. 2 Pfund Mist, jaͤhrlich 400 Pfund, von der Weide; macht jaͤhrlich 1200, in 3 Jah- ren 3600 Hundert Pfund. Von der Weide also 7739 Hundert Pfund. Also fehlt an ausgefahrenem Mist wieder 2,533 Hundert Pfund oder jaͤhrlich 506. Dagegen ist aber auch der Mist, der auf Schiebekarren in den Garten gebracht worden, wenigstens nicht strenge angezeichnet. Mithin bewaͤhrt sich jene Formel auch hier. Wir wollen sie nun anwenden auf das Duͤngermaterial, welches die Hauptschlaͤge allein seit dem Jahre 1809 geliefert, und den Duͤnger, den sie erhalten haben. Sie haben an Stroh ge- liefert seit der Ernte 1809 15324 Hundert Pfd. an Heu 4962 ″ ″ an Wurzeln auf Heu re- duzirt 12922 ″ ″ an Gruͤnfutter — — 3550 ″ ″ 36758 Hundert Pfd. Diese 36758 Hundert Pfund mit 2, 3 mul- tiplizirt, um den daraus erfolgenden Mist zu fin- den, ergeben 84543 Hundert Pfd. Mist. Dazu der von den Hauptschlaͤgen er- folgende Weidemist 2339 ″ ″ ″ 86882 Hundert Pfd. Dies giebt a 2200 Pfd. = 3949 Fuder. Die Hauptschlaͤge haben aber vom ersten Junius 1809 bis dahin 1814 erhalten 4097 Fuder, folglich 148 Fuder in 5 Jahren, oder jaͤhrlich 29⅗ Fuder mehr, als sie nach ihrem ge- lieferten Duͤngungsmaterial erhalten sollten. Die- ses geringen Zuschusses bedurften sie nur in den fruͤhern Jahren. Im Jahr 1814 hinterließen sie schon einen großen Vorschuß an Heu und Stroh, der zu Anfange des Jahres 1809 durch- aus nicht vorraͤthig war. Auch ist ihr nicht un- betraͤchtliches Kartoffelstroh, ihr Ruͤbenblaͤtter-Ab- fall nicht berechnet. Jetzt hat es gar keinen Zweifel, daß sie sich ohne allen fremden Duͤn- ger-Material-Zuschuß in ihrer Kraft erhalten und verstaͤrken koͤnnen; so lange naͤmlich, wie diese Fruchtfolge bleibt, und nicht Handelsgewaͤchse, die mehr Duͤnger consumiren als geben, einge- fuͤhrt werden; was bei der immer zunehmenden Kraft dieser Schlaͤge — woruͤber unten ausfuͤhr- licher — doch geschehen wird. Der Mist wird hier ausgefahren, so wie die Bestellung es erfordert und die Wirthschafts- geschaͤfte es gestatten. Ich bin jetzt uͤberzeugt, daß es hinsichtlich der Wirkung die beste Be- handlung des Mistes waͤre, wenn man ihn so- gleich aus dem Stalle auf den Acker braͤchte, ohne ihn irgend eine Gaͤhrung und Zersetzung untergehen zu lassen. Denn diese geht im Bo- den am besten und schnell genug vor sich; und sie hat, im Boden selbst vorgehend, wahrscheinlich, eine besonders nuͤtzliche Wirkung auf den im Bo- den befindlichen uͤberoxidirten, faserigen und saͤu- erlichen Huarus. Aber solcher lange Mist muß mehrere Male durchgepfluͤgt werden, wenn er ge- hoͤrig wirken soll; auch darf man ihn bei hoͤhe- rer Luft-Temperatur nicht unmittelbar vor der Saatbestellung unterbringen, weil er die Getrei- desaat sonst leicht uͤbertreibt und sie in der Folge schwaͤchlich macht. Auch bringt man den strohi- gen Mist mit einer Furche nicht gehoͤrig unter und endlich sind in solchem Miste noch viele un- zerstoͤrte Unkrautssaamen. Uebrigens paßt auch diese unmittelbare Ausfuhr selten. Deshalb un- tergeht auch der Mist gewoͤhnlich die erste Gaͤh- rung auf meiner geraͤumigen Miststelle, wo er in zwei, manchmal in drei Theilen abgesondert liegt. Der aͤltere Theil wird zuerst abgefahren, und wenn dies geschehen, ein neuer Haufen auf der Stelle angelegt. Im Winter werden die Rindviehstaͤlle woͤchentlich einmal, im Sommer zweimal ausgemistet; zuweilen bleibt der Mist auch laͤnger im Stalle liegen. Pferde- und Schwei- nemist wird dazwischen gebracht, und alles wird gehoͤrig aufgeschichtet. Jauche wird aus der einen Seite des Stalles in ausgemauerte Behaͤlter aufgefangen. Es ist aber unbedeutend wenig, das Stroh nimmt sie hinlaͤnglich auf, und in Stroh ist sie mir am liebsten. Das Wenige braucht der Gaͤrtner um Compost und Mistbeet- Erde zu machen. Von der andern Seite zieht sich die wenige Jauche durch Rinnen in die Mist- stelle, deren Grund immer mit Stroh und Ab- faͤllen belegt ist, welche sie aufnehmen. Es ist an der abhaͤngigen Seite der Miststelle zwar ein Jauchenbehaͤlter mit einer Plumpe angelegt; aber außer bei starkem und anhaltenden Regen fließt nichts ab. In dem Falle wird jetzt die waͤsse- rige Jauche aus dem Behaͤlter auf ein Luzerne- Feld geleitet; denn von ihrem Auffahren in Ton- nen auf den Acker habe ich keine Wirkung ge- sehen, die die Arbeit bezahlte. So kommt kein Tropfen Duͤnger-Stoffs um; und darauf kommt es nur an. Wo es an Streustroh mangelt, da muß man freilich anders verfahren und die viele Jauche moͤglichst vortheilhaft zu benutzen suchen. Aber keine Methode ersetzt eine reichliche Streu- ung, sowohl in Hinsicht auf das Vieh, wie auf den Duͤnger. Der Schafmist wird in der Regel zweimal jaͤhrlich ausgefahren. Denn bis jetzt habe ich nicht pferchen lassen; weil ich auch glaube, daß der Schafmist mit Stroh verbunden am meisten Wirkung thue. In meiner, schon an andern Orten mehr- mals geaͤußerten Meinung, daß der Mist gar nichts verliere, wenn er im Winter und im Som- mer ausgebreitet auf dem Acker liege, bin ich durch die Beobachtung fast jaͤhrlich vorkommen- der Faͤlle, die man als comparative Versuche be- trachten kann, immer mehr bestaͤrkt. Ich lasse den Mist ausfahren, wenn der Acker leer und Zeit da ist, und ihn sogleich streuen. So bleibt er liegen, bis die Zeit des Pfluͤgens heran kommt. In den ersten Tagen zeigt der Geruch an, daß der Mist etwas ausdunste; das ist aber auf keine Weise zu vermeiden. Nachher riecht man nichts. Der Mist wird trocken und wieder naß. Die durch den Zutritt des Oxygens sich bildende Ex- trictirstoffe und Kohlensaͤure wird von dem trok- kenen Boden angezogen, und dieser bleibt beson- ders muͤrbe und begruͤnt zwischen dem Miste stark. War der Mist ganz gruͤn durchgewach- sen, so hat er die herrlichste Wirkung gethan. Daß es sehr angenehm sey, einen Vorrath von recht zergangenen Mengeduͤnger zu haben, gebe ich allerdings zu. Man kann durch Ueber- streuung desselben uͤber eine junge Saat, der man Kraft geben will, viel ausrichten. Seine Wirkung ist, zumal wenn Regen kommt, sehr schnell. Wenn man aber viel Mist dazu ver- wenden muß, so verliert man in der Zeit. Kein Kapital verzinset sich durch seine Anlage so stark, wie das Duͤnger-Kapital. Wenn man es schnell anlegt, so gewinnt man zuweilen in einem hal- ben Jahre so viel Duͤnger-Material damit, als darin stach, und jenes bleibt doch fast unge- schwaͤcht im Acker. Lasse ich den Mist ein Jahr und laͤnger in Compost-Haufen liegen, so pro- duzirt er mir derweilen nichts. So lange ich noch Acker habe, dessen Ertrag gewinnt, wenn ich ihn gleich duͤnge, kann ich mich nicht ent- schließen, Mist beizupacken zu kuͤnftigem Ge- brauch. Alle Abfaͤlle werden in die Miststelle gebracht, und werden da muͤrbe genug, um im Acker zu zergehen, wenn sie mit dem uͤbrigen aufgebracht werden. Andere Duͤng-Materialien habe ich wenig und nur Versuchsweise gebraucht. Seifensieder- Asche, die in meiner großen Haushaltung ge- macht worden, wird natuͤrlich gebraucht. Ich koͤnnte sie aus Wriezen , eine kleine Meile her, sehr wohlfeil, gegen das was an andern Orten dafuͤr bezahlt wird, in Menge erhalten. Aber ich habe hier keine solche Wirkung davon ge- habt, welche der gleich kaͤme, die ich von so viel Mergellehm verspuͤre, als ich mit denselben Ko- sten und Arbeit kann aufbringen lassen. Sie scheint auf sandigem Boden nicht so, wie auf Lehmboden, zu wirken, und daher kommt es wohl, daß niemand den Seifensiedern in jener Stadt die Aescher abkaufen will. Ich gestehe indessen, daß ich ihre Wirkung auf lange geruhetem Lande, sogenannten Legden, wo man sie besonders ruͤh- met, noch nicht versucht habe; werde es aber doch naͤchstens thun. Naͤchst der Seifensieder-Asche sind Horn- spaͤne hier zu haben, aber zu einem nicht unbe- traͤchtlichen Preise; denn sie werden, da ihre Wirkung auffallender und bekannter ist, schon von vielen gesucht. Das hoͤchste, was ich habe erhalten koͤnnen, waren 5 — 6 Wispel, womit im Jahre 1810 eben so viele Morgen geduͤngt worden. Die Wirkung hat sich mehr nachhal- tig als stark gezeigt, vermuthlich weil der groͤßere Theil aus großen Stuͤcken bestand, die allmaͤh- lig zerfielen. Dasjenige auswaͤrtige Duͤngungsmittel, wel- ches ich hier, im Verhaͤltniß seiner Kosten, am vortheilhaftesten gebrauchen koͤnnte, ist ohne Zwei- fel der Gips auf Klee. Er zeigt auf diesem eine sehr kraͤftige Wirkung. Aber bisher ist es noch zu schwierig gewesen, ihn in erforderlicher Menge herbeizuschaffen. Er reichte nur, um den Stellen, wo der Klee am magersten stand, da- mit aufzuhelfen, und diese uͤbertrafen dann oft die, wo er vor dem Gipsen am staͤrksten war. Es ist also der Boden ganz durch den, von ihm selbst erzeugten Duͤnger aufgeholfen, und blos durch das Verhaͤltniß des Futterbaues, zum Fruchtbau mittelst jener Fruchtfolge zu einer Triebkraft erhoben worden, welche die Moͤglin- schen Felder, bei einer hoͤchst einfachen Behandlung immer mehr auszeichnet; so daß ich jetzt schon be- haupten darf, es sey Boden dieser Art ohne außerordentliche Beihuͤlfe noch nie zu hoͤhe- rem Ertrage erhoben worden, besonders auf de- nen Schlaͤgen, die jetzt ihren zweiten Umlauf angetreten haben. Daß mein Acker unabhaͤngig von der Witterung sey, will ich keineswegs be- haupten, vielmehr bedarf er bei seiner hohen, dem Winde ausgesetzten Lage, einer oͤfteren Er- frischung durch Regen, zur Aeußerung seiner gan- zen Kraft, mehr wie mancher andere von glei- cher Consistenz und Wasserhaltigkeit. Allein er kann, ohne daß die Pflanzen wesentlich leiden, Duͤrre uͤber alles Erwarten aushalten; was nur durch die Art der Beackerung, bei welcher die Ackerkrume mehr Feuchtigkeit aufnimmt und we- niger verdunstet, bewirkt wird. Feuchte Som- mer gewaͤhren mir den hoͤchsten Ertrag, beson- ders in allen Sommerfruͤchten. Mißwachs habe ich daher noch in keiner Frucht erlitten, außer im Jahre 1807 bei den Ruͤben auf Schlag II. , und im Jahre 1808 bei den Huͤlsenfruͤchten auf Schlag VII. Mißwachs nenne ich aber, wenn die die Frucht nicht ihre saͤmmtlichen Bestellungsko- sten zugleich mit einer angemessenen Bodenrente bezahlt; jedoch kann letztere von einem Vorbe- reitungsjahre, wie der zweijaͤhrige Klee ist, nur maͤßig gefordert werden. Um Mißverstaͤndnisse zu vermeiden, muß ich hier bemerken, daß unter den Kosten die Boden- rente zwar nicht mit begriffen sey; daß diese aber bei dem Abschlusse der Jahres-Rechnung aller- dings in Betracht komme. Die Bodenrente sammt Zinsen des Inventariums und Betriebs- Kapitals, muͤssen erst bezahlt seyn; nur das uͤbrige nehme ich als Rein-Ertrag des Wirthschaftsbe- triebes an. Ich unterscheide die Pacht, die der Boden geben koͤnnte, und den Gewinn, den der Paͤchter machen wuͤrde, nachdem er jene bezah- let hat. Ich nehme aber die reine Bodenrente oder den Pachtwerth der Schlaͤge, so wie sie im Jahre 1815 sind, folgendermaßen an: 12 Schl. I. 74 M. a 2 Rthl. 8 Gr. = 172 Rthl. 16 Gr. ″ II. 88 ″ a 2 ″ 6 ″ = 198 ″ ″ ″ ″ III. 85 ″ a 1 ″ 16 ″ = 141 ″ 16 ″ ″ VI. 89 ″ a 2 ″ — ″ = 178 ″ — ″ ″ V. 70 ″ a 2 ″ 12 ″ = 175 ″ — ″ ″ VI. 71 ″ a 1 ″ 12 ″ = 177 ″ 12 ″ ″ VII. 88 ″ a 1 ″ 20 ″ = 161 ″ 8 ″ 1204 Rthl. 4 Gr. Warum ich den Grundwerth gerade so schaͤtze, gehoͤrt nicht hierher. Ich bemerke nur, daß sie diesen Grundwerth zu Anfange der Ro- tation noch nicht hatten, und daß er mit zuneh- mender Kultur und Triebkraft steige. In dem Kapital-Conto wird diese Landpacht der Wirth- schaft zur Last geschrieben; dagegen kommt ihr zu gut, was an Meliorationen in dem Jahre bewirkt ist. Zu diesen Meliorationen gehoͤrt selbst die vermehrte Kraft des Bodens. Wie ich solche berechne, davon in der Folge. So wie sie zunimmt, vergroͤßert sich auch der Kapital- werth des Bodens, und mithin die Rente, die die Wirthschaft — welche ganz als Paͤchter an- gesehen wird — bezahlen muß. Ich bemerke aber doch, daß ich einem andern Paͤchter jene Schlaͤge nimmer zu dem Preise verpachten wuͤr- de, wenn ich nicht fest uͤberzeugt waͤre, daß er gerade eben so wirthschaften wuͤrde, wie ich es thue. Denn meine Wirthschaft wirkt von Jahr zu Jahr verbessernd, und deshalb wird ihr nicht hoͤhere Pacht berechnet. Die Supplemente der Hauptschlaͤge uͤbergehe ich, weil sie kein Re- sultat geben koͤnnen. Sie waren bis 1808 noch nicht in gehoͤriger Ordnung; Hackfruͤchte waren nur im Jahre 1805 und 1806 darauf gebauet, und 1809 ward schon beschlossen, sie zu einem Koppelschlage zu nehmen, und sie wurden dem gemaͤß behondelt. Von diesem Lande wird uͤbri- gens als Koppelschlag 5 die Rede seyn. Die Koppelschlaͤge . Das nicht zu jenen 7 Schlaͤgen gehoͤrige Land, ohngefaͤhr 350 Morgen, was theils ent- fernt lag und nie Duͤnger erhalten hatte; theils, wenn gleich naͤher liegend, von sehr schlechter natuͤrlicher Beschaffenheit war, ward in den er- sten Jahren zwar ohne Ordnung, doch ohngefaͤhr so behandelt, daß nach einer schwachen Duͤngung Buchweizen gesaͤet ward, darauf Roggen; wo- nach es dann wieder 3 Jahr zur Hammel- zum Theil auch Ochsenweide liegen blieb. Denn es war immer die wahrscheinliche Aussicht da, von der angrenzenden Reichnower Feldmark noch Land zu erhalten, und dann ein geordnetes Ganzes daraus bilden zu koͤnnen. Im Jahr 1809 erreichte ich meinen Zweck, und es ward mir das Land von zwei Bauerhoͤ- fen, die wuͤst geworden waren, an meine Grenze durch Umtausch gelegt. Da dieses fast saͤmmt- lich dreijaͤhriges und sechsjaͤhriges Land war, so betrug der durch den Umsatz erhaltene Flaͤchen- inhalt 640 Morgen. Aber nicht mehr als etwa 350 Morgen waren des Anbaues werth; das uͤbrige war ganz schlechtes, sandiges, steiniges Land. Jene haben eine natuͤrlich gute Grund- mischung, einen feinpulverigten Sand mit 25 bis 35 pr. C. Thon — stellenweise auch mehr — gebunden. Aber alles war aufs aͤußerste er- schoͤpft durch dreijaͤhrigen Roggenbau ohne allen Duͤnger, den die Reichnower Bauern bei ihrem fast gaͤnzlichen Wiesenmangel, auf dieses entfernte Land zu bringen, nicht einmal denken konnten. Es gab daher im Roggen haͤufig nicht die Ein- saat wieder. Hafer saͤeten einige in die niedri- gen Gruͤnde, fanden es aber selten der Muͤhe werth, ihn ordentlich zu ernten, sondern nahmen die Garben nur so gelegentlich mit zum Futter auf Reisen. Dann war das Land voll von gro- ßen und kleinen Steinen, deren gaͤnzliche Ent- fernung noch mehrere Jahre erfordern wird. Um nun gleich nach der Uebergabe des Lan- des etwas zu thun, ward das jetzt groͤßtentheils in Schlag 3 liegende Land, welches in diesem Jahre sogenanntes Brachfeld gewesen waͤre, so sorgfaͤltig, wie es ihm wohl nie wiederfahren war, bearbeitet. Wir wollten versuchen, was durch Beackerung auszurichten sey, und erwarteten, daß wenigstens die in den haͤufigen und breiten Scheidlingen abgesetzte Modererde, mit der gan- zen Ackerkrume gemischt, etwas Nahrungsstoff geben wuͤrde. Es ward mit Roggen bestellt, der aber nicht mehr als 2½ Scheffel per Morgen gab, und mithin die darauf verwandte Arbeit, in dem fruchtbaren Jahre 1810, nicht bezahlte. Es ward nun eine Eintheilung dieses und des vorherigen Außenlandes in 8 Schlaͤgen bestimmt. Da sie als Weideschlaͤge benutzt werden, und folglich zusammenhaͤngende Koppeln bilden soll- ten, so war keine voͤllige Gleichheit, weder im Flaͤcheninhalte noch in der Groͤße zu bewirken, da das ganz unbrauchbare Land dazwischen lag. Sie wurden so abgetheilt, wie sie auf der Situationskarte angegeben sind. Jeder ohngefaͤhr zu 90 Morgen. Im Jahr 1810 hatte also Schlag 3 Rog- gen. Der Schlag 5 trug groͤßtentheils mit Ha- fer ab, und hatte schon aufgehoͤrt, als Supple- ment der Hauptschlaͤge I. V. und VI. betrach- tet zu werden. Der Schlag 4, welcher fruͤher schon etwas gemergelt und auch jetzt geduͤngt war, hatte Roggen. Ich erwaͤhne dieser Bestel- lung nur beilaͤufig, denn Resultate koͤnnen bis dahin nicht daraus gezogen werden. In diesem Sommer ward nun Schlag 1 theils gemergelt, aus der in der Mitte des Schla- ges am Wege liegenden Grube, im naͤhern Um- fange derselben; theils gemodert mit einem tor- figen Moder, der aus einem auf Schlag 3 lie- genden sumpfigen Pfuhl, nachdem er abgewaͤs- sert worden, ausgegraben war, und ein Jahr mit Kalk und etwas Pferdemist aufgeschichtet ge- legen hatte. Der Moder ward vorerst auf den an der Reichnower Grenze liegenden Theil ge- bracht. Ein Streifen ward gemergelt und ge- modert zugleich, doch beides schwaͤcher als das uͤbrige. Der nach Schlag 2 sich hereinziehende Triangel blieb unvollendet. Er ward uͤbrigens sorgfaͤltig bearbeitet und von Steinen ziemlich gereinigt. Im Jahr 1811 trug das theils gemergelte, theils gemoderte Land, 46 Morgen, Roggen, der in diesem Jahre nirgends schoͤner zu finden war, und gab 396 Scheffel Ausdrusch heraus. Der gemergelte Roggen war unstreitig besser als der gemoderte; ist aber nicht abgesondert worden. Der Weizen aber, welchen wir auf 16 Morgen, die zugleich gemergelt und gemodert waren, ge- drillet hatten, verschien auf hoͤhere Stellen ganz, und zeigte sich nur in den Gruͤnden stark und hoch. Er gab 44 Scheffel, die eigentlich nur von 4 — 5 Morgen gewonnen wurden; denn die schlechten Stellen wurden nicht einmal abgeern- tet. Auf dem erwaͤhnten Triangel war auch et- was Roggen gesaͤet, und dieser zum Versuch im Fruͤhjahr mit jenem Moder schwach uͤberfahren worden. Der Versuch gab aber ein aͤußerst schlechtes Resultat; der oben aufliegende schwarze Moder sog nur die brennenden Sonnenstralen um so staͤrker ein, ohne sich aufloͤsen zu koͤnnen, und der Roggen stand fast besser an einigen Stellen, wohin kein Moder gekommen war. Er gab nicht die Einsaat wieder. Unter dem gemer- gelten und gemoderten Roggen ward rother Klee gesaͤet. Der Ertrag dieses Schlages ist berech- net zu 594 Rthlr., die Kosten — ohne die Mer- gelung — zu 244 Rthlr.; der Rein-Ertrag 350 Rthlr. In diesem Jahre ward nun Schlag 2 be- arbeitet, und mit Moder aus dem an ihm lie- genden abgelassenen Teiche, ein kleiner Theil am See mit Mergel, befahren. Indessen ward die Grenze nicht erreicht, theils weil es an Zeit fehlte, theils weil das hintere Land zu dem schlech- testen gehoͤrte, und wir erst versuchen wollten, in wiefern auch solcher Boden die Arbeit be- zahle. Im Jahr 1812 war der Theil von Schlag 1, welcher im vorigen Jahre Weizen hatte, mit Erbsen und Wicken bestellt. Erstere gaben 47 Scheffel, letztere 56 Scheffel von 16 Morgen. Der Theil, welcher uͤber den Roggen mit Moder befahren war, ward im Winter noch staͤr- ker befahren und mit Wickhafer besaͤet, wovon ein betraͤchtlicher Theil abgefuttert wurde, das uͤbrige reifte und 110 Scheffel Ausdrusch gab. Der rothe Klee gab 315 Centner Klee-Heu, außer dem was gruͤn abgefuttert ward. Der zweite Schnitt ward abgeweidet. Der Ertrag des Schlages ist berechnet zu 470 Rthlr. Die Kosten zu 146 ″ Rein-Ertrag 324 Rthlr. Der vorigjaͤhrige schoͤne Roggen hatte, be- sonders bei den Bauern, kein so starkes Aufse- hen erregt, als in diesem Jahre die Erbsen, Wik- ken und der Klee. Daß Roggen auf diesem Lande wachsen koͤnne, wußten sie, und meinten, er sey durch Duͤnger erzwungen. Aber daß es Erbsen u. d. gl. truͤge, war ihnen unbegreiflich, und sie erkundigten sich nun genauer, was man damit gemacht habe. Sie sahen das auf Schlag 3 fortgesetzte Mergeln mit Aufmerksamkeit an, und nahmen sich vor, solches, sobald sie es ver- moͤgten, nachzuahmen. In der im vorigen Jahre musterhaft separirten Gemeinde Batzlow haben bereits verschiedene den Anfang damit gemacht. Ich gestehe, daß die bedeutendern aber ent- fernteren Fruͤchte meines Wirkens fuͤr den Land- bau mich nicht so sehr erfreuen, wie diese nahen, so kleinlich sie auch in ihrem Anfange erscheinen. Es hat mir oft Spaß gemacht, wenn ich die Ur- theile der Bauern, die gewoͤhnlich meine Feld- mark durchziehen, uͤber meine Verrichtungen hoͤrte. Sie waren aber so, daß ich die Hoffnung, bei meinem Leben direkte auf sie zu wirken, aufgab. Dem Eindruck, den ausgezeichnete Saaten auf sie machten, stand das Vorurtheil und der Ei- genduͤnkel gewisser Leute entgegen, die ihnen den Aufwand meiner Feldbestellung, die Kostbarkeit meiner Werkzeuge, ungeheuer schilderten und ver- sicherten, ich muͤßte dabei zu Grunde gehen. Um so mehr freuet es mich, wenn ich jetzt verneh- me, daß sie eine andere Ansicht davon gewonnen haben, einiges schon nachahmen, und nur auf bessere Zeiten warten, um es in mehreren Stuͤk- ken zu thun. „Wenn man uͤber Moͤglin faͤhrt,“ sagte neulich ein Oderbrucher zu einem andern, „so kommt man wieder ins Bruch mitten im Sande.“ Etwas schmeichelhafteres konnte uͤber meine Felder nicht gesagt werden; denn ein Oder- brucher sieht auf alles andere veraͤchtlich herab. Verzeihung fuͤr diese Unterbrechung! Der Schlag 2 trug Roggen und Buchwei- zen, weil der Moder noch nicht genugsam zer- gangen und mit der Ackerkrume gemengt war. Das uͤbrige hatte Spergel zur Weide. Der Ertrag ist berechnet zu 244 Rthlr. Die Kosten zu 171 ″ Rein-Ertrag 73 Rthlr. Der Schlag 4 trug zum Theil Roggen; ein anderer Theil war schon im vorigen Jahre zur Weide niedergelegt. Er war mit weißem Klee angesaͤet, und also der erste Schlag, der der neuen Schafheerde eine nachhaltige, ihr ge- buͤhrende Weide gab. Sein Ertrag ist berechnet zu 308 Rthlr. Die Kosten zu 79 ″ Rein-Ertrag 229 ″ Schlag 3 ward in diesem Sommer gemer- gelt und gebraachet. Es wurden 71 Morgen befahren. Dies und das Ausrahden und Ab- bringen der Steine hat gekostet 276 Rthlr. Auch ward in diesem Jahre noch Moder auf Schlag 2 ausgefahren. Im Jahr 1813 gab der Roggen auf Schlag 1 — 352 Scheffel Ausdrusch. Der Ertrag ward mit der Nach- weide auf untergesaͤeten wei- ßem Klee berechnet zu 458 Thlr. Die Kosten zu 197 ″ Rein-Ertrag 261 Thlr. Schlag 2 hatte Buchweizen, Spergel und rothen Klee, deren Ertrag berechnet ist zu 193 Thlr. Die Kosten zu 76 ″ Rein-Ertrag 117 Thlr. Schlag 3 hatte 60 Morgen mit Roggen, die 315 Scheffel Ausdrusch gaben. 11 Morgen mit Gerste, welche jedoch mit 34 Fuder Mist geduͤngt waren, und 103 Scheffel Ausdrusch ga- ben; dann 16 Morgen mit Hafer auf rohem Lande, die nur 66 Scheffel gaben. Der Ertrag ist berechnet zu 559 Thlr. Die Kosten zu 306 ″ Rein-Ertrag 253 Thlr. Schlag 4 lag mit weißem Klee zur Schaf- weide, deren Werth bis dahin noch zu unbe- stimmt ist. Schlag 5 ward gebrachet und zum groͤßten Theile geduͤngt. Ein Theil blieb zu Dreischha- fer liegen. Im Jahr 1814 war nun Schlag 1 mit weißem Klee und etwas Pimpinelle zur Weide niedergelegt. Von Schlag 2 blieb der mit rothem Klee besaamte Theil ebenfalls zur Weide liegen, weil die schwachen Kraͤfte dieses Schlages geschont werden sollten. Das uͤbrige ward mit Roggen bestellt, und selbst der nicht mit Moder befahrene, aber schon lange ruhende Theil. Dieser Roggen gab, theils wegen der erlittenen Auswinterung, theils wegen der Kraftlosigkeit des unbefahrenen Lan- des, eine geringe Ausbeute von 104 Scheffeln. Auf einem kleinen gemergelten Theile stand er am besten, weniger gut auf dem gemoderten, aber aͤußerst schlecht auf dem seit 1807 ruhen- den und nun fleißig bearbeiteten Lande, und gab einen neuen Beweiß, daß so erschoͤpftes Land, ohne andere Erfrischung seiner Kraft als langer Ruhe, sich seiner Bestellung nicht verlohne. Der Werth seines Ertrages war 130 Thlr. Die Bestellungskosten betrugen 153 Thlr., und die Erntekosten, die in diesem Jahre ungemein hoch waren, 25 Thlr. Folglich war dabei ein Ver- lust von 48 Thlr.; der freilich den besondern Jahresverhaͤltnissen mit beizumessen ist. Die Klee- weide ist zu 18 Thlr. auf etwa 24 Morgen be- rechnet. Schlag 3. Nur die mit Gerste bestelleten 11 Morgen wurden mit Wicken zur Saat be- stellt und gaben 89 Scheffel. Auf das uͤbrige ward nach dem Umbruch zum Theil Spergel ge- saͤet, der aber nur abgeweidet ward. Schlag 5 gab einen Ertrag von 506 Schef- fel Roggen und 203 Scheffel ausgezeichnet schwe- rem Hafer. Letzteren von 18 Morgen, die nicht frisch geduͤngt und nur einmal gepfluͤgt waren. Dieser Theil hatte nach der letzten schwachen Duͤngung drei Fruͤchte abgetragen, und mit wei- ßem Klee drei Jahre zur Weide gelegen. Er sollte zum abermaligen Versuch dienen, welchen Erfolg die fuͤr diese Schlaͤge kuͤnftig bestimmte Fruchtordnung haben wuͤrde. Der Ertrag des Schlages ist berechnet zu 808 Thlr. Seine Bestellungskosten zu 223 ″ Rein-Ertrag 585 Thlr. Schlag 6 ward in diesem Jahre aufgebro- chen und geduͤngt. An Mergelung konnte in den Jahren 1813 und 14 nicht gedacht werden; in ersterem we- gen des alle Pferde wegnehmenden Vorspanns und der aͤngstlichen Unruhe, worin wir lebten; im zweiten wegen des immer zunehmenden Men- schenmangels. Resultate koͤnnen diese Koppelschlaͤge noch nicht geben. Ihre Bestellung ist groͤßtentheils wie eine neue Urbarmachung anzusehen, aber nicht wie die eines kraftvollen Neubruchs, son- dern als neue Kultur eines ganz erschoͤpften Bo- dens. Bei ihrer Unternehmung war ganz auf die Mergelung gerechnet, die aber durch die Zeit- umstaͤnde unterbrochen ist. Indessen haben die ersten gemergelten und gemoderten Schlaͤge so viel Duͤngmaterial hergegeben, daß im Jahre 1813 und 1814 jedesmal ein aufgebrochener Schlag maͤßig ausgeduͤngt werden konnte, ohne den Hauptschlaͤgen den erforderlichen Duͤnger zu entziehen. Wenn ein Acker aber erst so viel Duͤngmaterial liefert, als erforderlich ist, um ihn durch Duͤngung die entzogene Kraft wiederzuge- ben, so ist er in sich selbst bestehend, und es be- darf dann nur einer guten Behandlung, um ihn zu immer groͤßerer Kraft und Frucht Ertrage zu bringen. Die große und nachhaltige Wirkung, wel- che ich vom Mergel auf den Hauptschlaͤgen er- fahren habe, moͤchte mich wohl bewegen, selbi- gem auf diesen, schon in Duͤngkraft stehendem Boden anzuwenden, sobald Arbeiter dazu wieder zu haben sind, um dann um so mehr Mist oder Huͤrdenschlag auf die Koppelschlaͤge zu bringen. Es versteht sich, daß diese Mergelduͤngung nur einmal geschehen duͤrfe. Des Bruchvorwerks Koͤnigshof erwaͤhne ich nur, in so fern es mit der hiesigen Wirthschaft in Verbingung stehet; sonst giebt seine Bewirth- schaftung keine Resultate, welche irgend ein In- teresse fuͤr meine Leser haben koͤnnten. Die Na- tur hat da alles, die Kunst bisher sehr wenig gethan. Um die große Triebkraft dieses Bodens zu benutzen, wie sie benutzt werden koͤnnte, er- forderte er eine sehr genaue Aufmerksamkeit. Der Boden ist uͤberreich an Humus, der aber zum Theil noch faserigt, zum Theil verkohlet ist, und zu seiner Aufloͤsung des thierischen Duͤngers sehr stark bedarf. Er ist deshalb zu lose und fuͤr die flachwurzelnden Gewaͤchse der Ausduͤrrung der Oberflaͤche zu sehr ausgesetzt, besonders bevor er beschattet ist. Die Sonnenstralen wirken, seiner Schwaͤrze wegen, brennend auf ihn ein. Einige Zoll unter der Oberflaͤche haͤlt er die Feuchtig- keit gut; denn Sand hat er, einige Huͤgel aus- genommen, wenig; er besteht fast nur aus Thon und Humus, was man bei seiner Losigkeit kaum glauben sollte. Bei anhaltender feuchter Wit- terung wird er sehr schlammigt. Er ist zum Un- kraut sehr geneigt und mit dessen Keimen uͤber- fuͤllt. Sobald die Witterung diesem mehr zu- sagt, als den Fruͤchten, uͤberwaͤchst es sie; bei trok- trockener Witterung nimmt der Ackersenf, bei feuchter das Floͤhkraut, Polygonum persicaria, auch manche andere Ueberhand. Aber auch die Graßwurzeln triticum repens und agrostis sto- lonifera wuchern gewaltig darin, und machen den Acker, wenn man ihn liegen laͤßt, sogleich zu einer reichhaltigen Wiese; doch sind diese leich- ter darin zu uͤberwinden. Unter diesen Umstaͤnden muß dieser Boden entweder hoͤchst sorgfaͤltig oder ganz nachlaͤssig behandelt werden. Eine mittelmaͤßige Beacke- rung fruchtet, wie ich gefunden habe, gar nichts, und macht das Uebel ehe schlimmer. Man pfluͤgt ihn deshalb zu jeder Saat nur ein einziges mal. Eigentliche Brache wird gar nicht gehalten. Man laͤßt ihn entweder zur Wiese oder Weide liegen, oder bauet Kartoffeln, wenn das Unkraut die Oberhand gewinnt. Die sicherste und wohlfeilste Verbesserung dieses Bodens wuͤrde ohne Zweifel durch das Brennen bewirkt werden. Ich gestehe aber, daß ich es noch nicht versucht habe; so oft ich es mir vornahm, traten immer Hindernisse ein. Hier- durch wuͤrde das Uebermaaß von Humus zer- stoͤrt und in Asche verwandelt, die Saͤure ver- tilgt, die Keime des Unkrauts vernichtet werden. 13 An einigen Stellen, wo die Schichten des Un- tergrundes haͤufig wechseln, wuͤrde das Rejolen sehr vortheilhaft seyn; wie auch die Erfahrung schon genugsam gelehrt hat. Dann muͤßte, um den Boden zu benutzen, wie er es verdient, der Bau mancherlei Han- delsgewaͤchse stark betrieben werden. Fuͤr Tabak, Raps, Krapp, Waid, Kuͤmmel, Anies, Hanf u. s. f. ist dieser Boden so ganz geeignet, zumal da bei dem erstaunlichen Stroh-Ertrag, den er giebt, und dem reichlichen Heugewinn, das Ma- terial zu dem Duͤnger, den jene Gewaͤchse for- dern, nicht fehlen kann. Aber von hieraus ließ sich eine solche Kul- tur nicht betreiben, da das Vorwerk eine Meile, die bei schlechten Wegen drei andern Meilen gleich kommt, entfernt liegt. Es muͤßte ein sehr verstaͤndiger Wirthschafts-Aufseher daselbst woh- nen, mehr Arbeiter angesiedelt und die Wirth- schafts-Gebaͤude betraͤchtlich erweitert werden. Und das haben die Zeiten bisher nicht gestattet, so sehr es Anfangs meine Absicht war. Auch mußte ich die vorher so sehr erwuͤnschte Gele- genheit, einen angrenzenden gutbebaueten Hof von gleicher Groͤße zu acquiriren — wodurch das Ganze eine richtig abgemessene Wirthschafts- Organisation haͤtte erhalten koͤnnen — voruͤber- gehen lassen, weil in der Zeit das erforderliche Kapital nicht herbei zu schaffen war. Deshalb habe ich bisher dieses Areal nur nach der gemeinsten Weise behandelt, und bei dem gegenwaͤrtigen Menschenmangel ist auch vor- erst an keinen hoͤheren Betrieb zu denken. Vor meiner Zeit ward sehr wenig Getreide daselbst gebauet, fast alles lag zu Grase, und Koͤnigshof ward nur als die Wiese und Weide von Moͤglin betrachtet. Wie ich schon im er- sten Jahre meine Sommerfutterung hier oben gewann, ließ ich den groͤßten Theil der Weide, bis auf eine Koppel fuͤr Jungvieh und Zuchtstu- ten, umbrachen, und so wie hier auch der groͤßte Theil der Winterfutterung gewonnen ward, kam auch alles Wiesenland, dessen Feuchtigkeit es er- laubte, zum Umbruch. Ich habe sehr viel Ge- treide, indessen mit großer Verschiedenheit der Jahre, daselbst gewonnen, und Koͤnigshof hat hoch rentirt, um so mehr, da die Wirthschafts- kosten sehr geringe sind. Ich weiß aber nichts daruͤber zu sagen, was von allgemeinem Inte- resse seyn koͤnnte. Ich bin weit entfernt, meine Behandlungsart dieses Vorwerks fuͤr musterhaft auszugeben. Anfangs hielt ich mehrere gute Zuchtstuten daselbst, die die Arbeit verrichteten; aber die Pferdezucht verungluͤckte aus Mangel verstaͤndi- ger Aufsicht. Jetzt sind nur einige Absetzer da, die kein Korn bekommen. Zur Fruͤhjahrsbestel- lung, die in Moͤglin sehr leicht ist, gehen die Ochsen zur Huͤlfe hinunter. Das Jungvieh wird dort aufgezogen, sobald es hier abgesetzt ist. Es wird dann, seinem Werthe nach, Koͤnigshof zugeschrieben, und wenn es wieder herauf kommt, wird ihm der Werth wiederum berechnet. Dann wird im Winter viel Mastvieh daselbst aufgestellt. Kuͤhe werden gar nicht, nicht einmal fuͤr den Haushalt, daselbst gehalten. Koͤnigshof hat allerdings Moͤglin mit Heu und Stroh unterstuͤtzt. Diese Unterstuͤtzung ist aber nicht betraͤchtlich und hat immer mehr ab- genommen. Folgendes ist von Koͤnigshof an Heu ge- liefert worden: im Jahre 1805 1212 Centner. ″ ″ 1806 1032 ″ ″ ″ 1807 880 ″ ″ ″ 1808 847 ″ ″ ″ 1809 620 ″ im Jahre 1810 552 Centner. ″ ″ 1811 667 ″ ″ ″ 1812 464 ″ ″ ″ 1813 724 ″ An Stroh ward in den ersten Jahren viel herauf gefahren. Von 1809 und 1810 wenig. Im Jahre 1811 17 Fuder. In den folgenden Jahren beiweitem nicht das, was der Krieg an Stroh von Moͤglin wegnahm. Genau vermag ich es nicht anzugeben, da oft leere Wagen, die von da herauffuhren, Stroh mitbrachten. Was Koͤnigshof an Moͤglin liefert, wird sonst genau berechnet. Die Verbindung mit selbigem hat freilich das angenehme, daß man immer auf Heu und Stroh daher rechnen kann, wenn es oben fehlen sollte; sie ist aber nicht nothwendig, da man dieses auch sonst aus dem Oderbruche im- mer kaufen koͤnnte. Wenn ich die Schaͤferei zu der Hoͤhe, wie ich es beabsichtige, bringe, so wird allerdings mehr Heu, als Moͤglin erzeugt, noͤthig seyn; insbesondere, wenn zugleich die Wur- zelgewaͤchse noch staͤrker zu Fabrikationen verwen- det werde. Denn ich werde dann beides, diese Wurzelgewaͤchse von Moͤglin und das Heu von Koͤnigshof, hoͤher wie bisher benutzen koͤnnen, den Kornbau auf letzterem aber mehr beschraͤnken muͤssen. Ich habe zwar bereits oben der erheblich- sten Wirthschaftszweige erwaͤhnt, indessen glaube ich, es werde meinen Lesern nicht unangenehm seyn, wenn ich in Ansehung derselben einige ge- nauere Resultate aus meinen Hauptbuͤchern aus- ziehe und mittheile. Der Kuͤherei wird zur Last geschrieben, alles was sie erhaͤlt und aller Aufwand, der um ihrentwillen gemacht wird: Weide und Futte- rung, Lohn und Unterhaltung der Maͤgde, des Kuhhirten, Huͤlfsarbeiten von Tageloͤhnern, Ge- schirr und Feuerung in der Molkerei, Abgang oder verminderter Werth des Viehes, und end- lich die Zinsen des darin steckenden Kapitals. Zu gut wird ihr dagegen geschrieben, die in der Molkerei gelieferte Milch, der Werth der gemaͤ- steten und abgesetzten Kaͤlber, es sey daß sie ver- kauft oder zur Aufzucht nach dem Vorwerke ge- bracht werden; der vermehrte Werth des jungen Viehes, insbesondere junger Bullen, die hier im Stalle zum Verkauf aufgezogen werden, auch der Fersen, die von der Zeit an, wo sie besprun- gen werden bis sie kalben, in der Regel hier sind, ohne andern Ertrag zu geben; endlich die Ma- stungszunahme einiger Ochsen, die zum Futter- einholen bei den Kuͤhen zu stehen pflegen, mit- fressen und fett werden; denn das Futter, wel- ches die eigentlichen Milchkuͤhe erhalten, kann nicht abgesondert werden von dem, was das nicht milchende, im Stalle befindliche Vieh erhaͤlt. Deshalb ergiebt sich freilich aus der Berechnung nicht klar, wie das Futter sich blos durch den Milch-Ertrag bezahlt habe. Um dies auszumit- teln wuͤrde eine Absonderung erfordert, die ich zwar anfangs beabsichtigte, die aber unmoͤglich auszufuͤhren war; denn wenn ich sie haͤtte durch- setzen wollen, so haͤtte ich doch nur falsche An- gaben erhalten. Es ergiebt sich also folgendes: a ) Wie viel an gewogenem und gemesse- nem Futter jeder Art in den Kuhstall gekommen. Dies ist so genau wie moͤglich angezeichnet. b ) Wie viel Koͤpfe — zwei junge auf ei- nen alten reduzirt — volles oder halbes Gruͤn- futter auf dem Stalle, und wie viel Tage sie es erhalten haben. Das anfangs beabsichtigte Abwiegen, oder doch das Abschaͤtzen jedes Fu- ders, ward ebenfalls unausfuͤhrbar. Daher ward angenommen, daß das Gruͤnfutter eines Tages, wenn das Vieh ganz auf dem Stalle blieb, zu 1 Gr. 6 Pf. per Kopf berechnet werden solle. Nach mehreren angestelleten Abwaͤgungen betrug das volle Gruͤnfutter auf 1 Kopf c. c . 90 Pfund. Wenn diese getrocknet nach mehreren Versuchen im Durchschnitt 22½ Pfund Heu geben, oder ⅕ Centner, so wird 1 Centner daraus zu ma- chenden Heues zu 7½ Gr. benutzt. Es ge- schiehet aber das Ab- und Einbringen auf Ko- sten der Kuherei; folglich wird dem Acker, dessen Conto dieses Futtergeld zu gut geschrieben wird, der Ertrag fast eben so gut bezahlt, als wenn Heu daraus gemacht waͤre. Hat aber das Vieh Weide zugleich, oder bekommt es zu Anfange und zu Ende der gruͤnen Sommerfutterung Heu daneben, so wird ihm dies geringere Gruͤnfutter nach dem Verhaͤltnisse, worin es solches bekommt, nur zu 1 Gr. oder zu 8 Pf. angerechnet. c ) Wie viel Koͤpfe und wie viele Tage sie volle oder halbe Weide gehabt haben. Eine volle Weide, wobei das Vieh kein anderes Fut- ter erhaͤlt, wird jetzt fuͤr den Kopf taͤglich zu 1 Gr. 4 Pf. berechnet. Eine halbe Weide aber, wobei es noch Stallfutter fuͤr 1 Gr. bekommt, zu 8 Pf. In diesem Falle bezahlt es sein Fut- tergeld am hoͤchsten, aber es ist auch augenschein- lich, daß es sich dabei am besten befinde. Bei solchem Weidegelde kommt ein Kleeschlag schlech- ter zu stehen, als wenn er gemaͤhet wuͤrde; aber theils wuͤrde er nicht beweidet werden, wenn der Klee sich des Maͤhens recht verlohnte; theils ist der Weideduͤnger, den er erhaͤlt, bedeutend. Denn der Mist wird hier durch den Weidegang nicht verschleppt, da das Vieh fast unmittelbar vom Hofe auf den Weideschlag kommt. d ) Aller Aufwand, alle Arbeit und Ver- lust, welche durch die Kuherei und Molkerei ver- anlaßt werden. Diesen Kosten werden die Ka- pitalszinsen hinzugerechnet. Ferner e ) wie viele Quart Milch aus dem Viehstall in die Molkerei gebracht werden. Denn die Milch, welche zur Traͤnkung der Kaͤlber im Stalle bleibt, ist nicht angerechnet, weil es nicht mit Genauigkeit geschehen kann. f ) Wie hoch die Milch zum Verkauf, zum Verbrauch, zum Butter- und Kaͤsemachen in Summa benutzt worden. g ) Wie viel Kaͤlber und von welchem Werthe, zum Schlachten oder Aufziehen, abge- setzt worden. Unter drei Wochen wird selten ein Kalb abgesetzt; die aufgezogenen bleiben mehren- theils im Stalle, bis sie 12 Wochen alt sind. Haͤufig werden ganz junge Kaͤlber gekauft, und von einer Kuh aufgesaͤugt. Wir haben zuwei- len Kuͤhe gehabt, die 3 bis 4 Kaͤlber nach ein- ander auf- und fett-saͤugten, sich aber nicht gut melken ließen. Es moͤchte unter den hiesigen Verhaͤltnissen ein großer Theil der Milch wohl am vortheilhaftesten zur Kaͤlbermaͤstung benutzt werden, da gutes Kalbfleisch besonders sehr ge- sucht wird. h ) Das aus dem Stalle genommene oder das hineingebrachte Vieh, und der vermehrte oder verminderte Werth des darin befindlichen, wird zwar bemerkt, kommt aber auf das Vieh-Inven- tarium-Conto zu stehen, und es wird nur der Ge- winn, der mittelst des Kuhhaltens dabei gemacht worden, der Kuherei zu gut geschrieben, weil er aus dem im Kuhstalle consumirten Futter erfolgt. Die wesentlichste Resultate, welche sich aus dem Kuherei-Conto vom Junius 1806 bis da- hin 1814 ergeben, sind folgende: Im Jahr 1806 — 7. standen im Stalle 48 Koͤpfe, im Durchschnitt 40 Milchkuͤhe. Das Gruͤnfutter ist berechnet zu 490 Rthlr. Die Nachweide zu 41 ″ Sie erhielten Heu 1208 Centner a 10 Gr. 503 ″ 8 Gr. Latus 1034 Rthlr. 8 Gr. Latus 1034 Rthlr. 8 Gr. Kartoffeln 38½ Wis- pel a 5 Rthr. 191 ″ 6 ″ Rotabaga und Runkeln 34 Wsp. a 3 Rthl. 102 ″ ″ ″ 1327 Rthlr. 14 Gr. Die gesammte Kosten waren aber durch manche Zufaͤllig- keiten 2016 Rthlr. Der Ertrag 1920 ″ Also Verlust 96 Rthlr. In der Molkerei wurden geliefert 51,830 Quart Milch. Die Milch uͤberhaupt ist durch Verbrauch, Verkauf, Butter und Kaͤse, in diesem Jahre be- nutzt worden zu 1540 Rthlr. Im Jahr 1807 — 8 standen im Stalle 50 Stuͤck, worunter aber im Durchschnitt nur 38 milchende Kuͤhe. Das Gruͤnfutter ist be- rechnet zu 462 Rthlr. Die Weide 38 ″ Sie erhielten an Kar- toffeln 48 Wispel, a 5 Rthlr. 240 ″ Latus 740 Rthlr. Transport 740 Rthlr. Heu 980 Ct. a 10 Gr. 408 Rthlr. 12 Gr. 1148 Rthlr. 12 Gr. Die saͤmmtlichen Kosten waren 1817 Rthlr. Der Ertrag 1747 ″ Verlust 70 Rthlr. An Milch wurden in die Molkerei geliefert 51,618 Quart. Die Milch ist benutzt worden zu 1392 Rthlr. Im Jahr 1808 — 9. Es waren 40 Koͤpfe im Stalle, darunter im Durchschnitt 34 milchende. Das Gruͤnfutter ist berechnet zu 197 Rthlr. Die Weide zu 186 ″ Sie erhielten an Kartoffeln 110 Wispel a 5 Rthlr. 550 ″ Rotabaga und Runkeln 31 Wsp. a 3 Rthlr. 93 ″ Wasserruͤben geschaͤtzt zu 180 ″ Heu, groͤßtentheils von Spergel und auch von gruͤngeschnit- tenem Mais, geschaͤtzt zu 96 ″ 1302 Rthlr. Darneben viel Sommerstroh; denn alles Heu ging durch Lieferungen und Einquartirung weg. In keinem Jahre ist die Wurzelfutterung so stark wie in diesem betrieben, und ohne sie konnte das Vieh nicht erhalten werden. Die saͤmmtlichen Kosten sind be- rechnet zu 1557 Rthlr. Der Ertrag zu 1590 ″ Also Gewinn 39 Rthlr. An Milch wurden in der Molkerei geliefert 45,810 Quart, und in der Benutzung berech- net zu 1204 Rthlr. Im Jahr 1809 — 10. Es waren 46 Koͤpfe im Stalle, darunter im Durchschnitt 38 milchende. Das Gruͤnfutter ist be- rechnet zu 195 Rthlr. Die Weide 118 ″ Sie erhielten Kartoffeln 92 Wsp. a 5 Rthlr. 460 ″ Runkeln, Rotabaga und Wasserruͤben, ohnge- faͤhr zusammen 88 Wispel a 2½ Rthlr. 220 ″ Heu 620 Centner 258 ″ 8 Gr. 1251 Rthlr. 8 Gr. Die saͤmmtlichen Kosten sind be- rechnet zu 1570 Rthlr. Der ganze Ertag zu 1618 ″ Also Gewinn 48 Rthlr. Milch wurde in der Molkerei geliefert 47,900 Quart, und ward in der Benutzung berechnet zu 1288 Rthlr. Im Jahr 1810 — 11. Es waren 42 Koͤpfe im Stalle, und dar- unter 30 milchende. Das Gruͤnfutter ist be- rechnet zu 210 Rthlr. Die Weide 96 ″ Sie erhielten Kartoffeln 81 Wispel a 5 Rthlr. 405 ″ Runkeln und Mohren 30 Wispel a 3 Rthlr. 90 ″ Heu 530 Cr. a 10 Gr. 220 ″ 20 Gr. 1021 Rthlr. 20 Gr. Die Kosten sind berechnet zu 1380 Rthlr. Der Ertrag zu 1406 ″ Gewinn 26 Rthlr. Es sind in der Molkerei gekommen 39,220 Quart. Diese sind benutzt zu 1178 Rthlr. Im Jahr 1811 — 12. Es waren im Stalle 44 Koͤpfe, worunter 30 milchende. Das Gruͤnfutter ist be- rechnet zu 124 Rthlr. Die Weide zu 97 ″ Sie erhielten Kartoffeln 52 Wispel a 5 Rthlr. 260 ″ Runkeln 50 Wispel a 3 Rthlr. 150 ″ Mohren 13 Wispel a 3½ Rthlr. 45 ″ 12 Gr. Rotabaga 7 Wispel a 3½ Rthlr. 24 ″ 12 Gr. Wasserruͤben 5½ Wispel a 2 Rthlr. 11 ″ Heu 318 Ct. a 10 Gr. 132 ″ 12 Gr. 844 Rthlr. 12 Gr. Die Kosten sind berechnet zu 1214 Rthlr. Der Ertrag zu 1542 ″ Also Gewinn 328 Rthlr. An Milch ward in die Molkerei geliefert 38,406 Quart, und diese ward benutzt zu 1062 Rtl. Der uͤbrige Ertrag kam aus Aufzucht und Mastung im Kuhstall. Im Jahr 1812 — 13. Es waren auf dem Stalle 46 Koͤpfe, und darunter 35 milchende. Das Gruͤnfutter ist be- rechnet zu 259 Rthlr. Die Weide zu 92 ″ Sie erhielten Kartoffeln 55 Wispel a 5 Rthlr. 275 ″ Abfall derselben aus der Syrups-Fabrik, be- rechnet zu 66 ″ Runkeln 18 Wispel a 3 Rthlr. 54 ″ Rotabaga 10 Wispel a 3½ Rthlr. 35 ″ Weiße Ruͤben geschaͤtzt zu 52 ″ Heu 901 Ct. a 10 Gr. 375 ″ 10 Gr. 1208 Rthlr. 10 Gr. Die saͤmmtlichen Kosten waren 1589 Rthlr. Der Ertrag 1457 ″ Also Verlust 132 Rthlr. An Milch kam in die Molkerei 40,332 Quart, die aber nur benutzt ward zu 1073 Rthlr. Im Im Jahr. 1813 — 14. Auf dem Stalle waren 43 Koͤpfe, worun- ter 34 milchende. Das Gruͤnfutter berech- net zu 283 Rthlr. Die Weide 40 ″ Sie erhielten Kartoffeln 35 Wispel 16 Scheffel. 177 ″ 2 Gr. — Abgaͤnge aus der Syrupsfabrik 109 ″ 4 ″ Runkeln 50 Wispel a 3 Rthlr. 150 ″ Heu 737 Ct. a 10 Gr. 307 ″ 2 ″ 1066 Rthlr. 8 Gr. Die saͤmmtlichen Kosten sind be- rechnet zu 1468 Rthlr. Der Ertrag ist 1573 ″ Also Gewinn 105 Rthlr. In der Molkerei kamen 46,295 Quart. Diese sind berechnet zu 1246 Rthlr. 14 Es sind also in diesen 3 Jahren Aus dem Durchschnitt dieser 8 Jahre erge- ben sich folgende Resultate: Eine Kuh hat im Durchschnitt dieser 8 Jahre gegeben jaͤhrlich 12954 Quart Milch, außer derjenigen, die ihr Kalb erhalten hat. Da die Kaͤlber im Durchschnitt wenigstens vier Wo- chen getraͤnkt werden, so koͤnnen nur 38 Wochen oder 266 Tage, von denen die Milch in den Molkenkeller kommt, wo sie erst beim Durchsay- hen gemessen wird, angenommen werden. Mit- hin kommen 4,87 Quart taͤglich auf den Kopf. Fuͤr eine Molkerei, wo die Kuͤhe nicht außeror- dentliches Futter, Korn oder Kornabfall, erhal- ten, ist dies sehr viel. Ich weiß, daß man es hoͤher bringen koͤnne, aus eigener Erfahrung; aber nicht mit Vortheil, wenn man nicht alle Milch frisch verkaufen kann, und man thut in der Regel besser, mehrere Kuͤhe zu halten, als sie durch noch staͤrkere Futterung zu hoͤherem Milch-Ertrag zu treiben. Die Benutzung der Milch ist sehr verschie- den. Verkauft wird sie frisch in der Regel zu 1 Gr. das Quart, und so bezahlt sie auch meine Haushaltung; dem Ackerhaushalt aber wird sie nur zu 8 Pf. berechnet. Das Pfund Butter wird von meiner Haushaltung mit 6 Gr. be- zahlt; verkauft wird sie in manchen Zeiten theu- rer, da sie sehr gesucht wird. Wenn das Insti- tut aber besetzt ist, kann keine verkauft werden. Auf ein Pfund Butter gehen im Durchschnitt 12 Quart. Die abgerahmte saure Milch, der Kaͤse und die Buttermilch sind sehr geringe be- rechnet, und es ward das Quart Milch beim Buttern wohl kaum zu 7 Pf. benutzt. Im all- gemeinen Durchschnitt ist das Quart ganz nahe an 8 Pfennig (7,956) benutzt worden. Dies ist bei gewoͤhnlichen laͤndlichen Verhaͤltnissen, wo Milch und frische Tischbutter nicht nach Staͤd- ten gehet, hoch genug. Die Milch einer Kuh ist benutzt zu 35 Rthlr. 18 Gr. 11 Pf. Die Kaͤlber sind, mehr zur Aufzucht als zum Schlachten, im allgemeinen Durchschnitt zu 6½ Rthlr. bezahlt. Da aber manche verungluͤcken, so laͤßt sich das im Durch- schnitt vierwoͤchentliche Kalb einer Kuh nicht hoͤher als zu 5 Rthlr. annehmen. Folglich giebt die Kuh einen Ertrag von 40 Rthlr. 18 Gr. 11 Pf. So viel dies zu seyn scheint, so bezahlt doch die Kuherei im Ganzen nur so eben ihre Kosten, wenn Stroh und Mist gegen einander aufgerechnet werden. In den 8 Jahren hat der Ertrag des im Kuhstalle gehaltenen Viehes die Kosten nur um 248 Rthlr. uͤberwogen. Die Ungluͤcksfaͤlle sind bis dahin nur sehr maͤßige und gewoͤhnliche gewesen, und allerdings unter den Kosten mit berechnet. Jener kleine Ueberschuß deckt also die Gefahren außerordentlicher Un- gluͤcksfaͤlle nicht, die mich nun seit Michaelis 1814 getroffen haben. Ich hatte im vorigen Sommer meine Kuherei auf den hoͤchsten Gip- fel, lauter unter der eigenen Aufzucht ausgewaͤhlte Thiere. Der Molkenertrag war im Sommer weit hoͤher als ich ihn je gehabt hatte. Mein Verlust ist zwar bei den Kuͤhen nicht so groß, wie bei den Ochsen, gewesen, weil die Krankheit spaͤter in den Kuhstalle kam, und ich auf das wahre Heilmittel, das schnelle und starke Blutlassen, verfiel. Ich habe nur 8 Stuͤck Kuͤhe verloren; aber die meisten haben verkalbet, und sind zwar in der Hinsicht zu einem die Erwar- tung uͤbertreffenden Milchertrage gekommen, der aber die Kosten in diesem Jahre bei weitem nicht decken kann. Da ich wohl behaupten kann, daß meine Kuhhaltung und Molkerei mit groͤßter Vorsorge, mit Sparsamkeit ohne Geiz betrieben werde, die Rasse besonders schoͤn, d. h. dem Zwecke hoͤchst angemessen sey, die Verhaͤltnisse einer laͤndlichen Molkerei-Benutzung guͤnstig sind, und die Ko- sten nach richtigen Verhaͤltnissen (welche die dop- pelte Buchhaltung nur angeben kann) berechnet werden; so muß ich, gegen meine Neigung, der Meinung beitreten, daß unter den gewoͤhnlichen laͤndlichen Verhaͤltnissen die Kuhhaltung keinen reinen Vortheil gewaͤhre, wenn man den Duͤnger gegen das Stroh aufrechnet, und Weide, Fut- terung, Arbeit, Kapital und Risiko gerecht an- schlaͤgt. Nach allen mir bekannten Erfahrungen ist es wohl gewiß, daß man eine große Molkerei durch Fett- Kaͤsemachen ungleich hoͤher als durch Buttern benutzt. Aber das erlauben die hiesigen Verhaͤltnisse nicht. Wenn man nun aber den Nutzungswerth des Duͤngers, der aus einer Kuherei erfolgt, wo die eigentliche Futterung in so großem Verhaͤlt- nisse gegen das Stroh stehet, nach seiner Wirk- lichkeit berechnet, so muß man anerkennen, daß dieser bei weitem groͤßer sey, als der Werth, wozu man das Stroh anschlagen kann; daß folglich die Kuherei ein sehr nuͤtzliches Triebrad in der Maschinerie der Wirthschaft sey. Bis zum Jahre 1812 ward in hiesiger Ge- gend das Futter durch Viehmaͤstung, ohne den daraus erfolgenden Mist zu verringern, offenbar vortheilhafter benutzt. Seitdem aber ist der Um- satz des Mastviehes, durch verschiedene Conjunc- turen, so unguͤnstig geworden, daß es gegen die Kuͤhe noch im Nachtheil zu stehen kommt. Da- gegen scheint Aufzucht des Rindviehes vortheil- hafter. Es ist hier so eingerichtet, daß einige Kuͤhe zu jeder Jahreszeit kalben. Gleich beim ersten Begehen wird darauf Ruͤcksicht genommen, und sie halten dann ziemlich dieselbe Jahreszeit. Im Ganzen stehen fast so viele Kuͤhe im Winter in voller Milch, wie im Sommer. Dies geschiehet bei uns um der Milch und frischen Tischbutter willen, die viel gebraucht wird. Unter den ge- woͤhnlichen laͤndlichen Verhaͤltnissen ist es aber keineswegs vortheilhaft. Frischmilchende Kuͤhe geben beim maͤßigen gruͤnen Futter mehr Milch als bei der staͤrksten Winterfutterung, und es ist deshalb allerdings am vortheilhaftesten, sie kal- ben zu lassen, wenn die Gruͤnfutterung oder Weide bald angehet; dann auf die Milch dieser Kuͤhe mitten im Winter Verzicht zu leisten und sie etwas kaͤrglicher zu futtern. Starke Winter- futterung, um die Milch zu erzwingen, bezahlt sich immer schlecht. Ich bin uͤberzeugt, daß, wenn hier mit dem- selben Winterfutter ein Viertheil der Kuͤhe mehr gehalten, der groͤßte Theil aber im Fruͤhjahr mil- chend wuͤrde, der Ertrag groͤßer seyn wuͤrde. Es ist also gewiß nicht unrecht, daß Wintermilch und frische Winterbutter in Staͤdten viel theu- rer bezahlt wird; denn sie kostet dem Producen- ten mehr. Hier ist indessen dieser hoͤhere Preis, ohnerachtet er wohl erhalten werden koͤnnte, nicht angenommen. Schon lange ist hier alljaͤhrig bemerkt worden, daß, wenn die Kuͤhe im Fruͤhjahr von einer reichlichen Winterfutterung auf eine, im Anfange sehr maͤßige Gruͤnfutterung gesetzt wurden, die Milch erstaunlich zunahm. Im Jahr 1813 machte Herr Koppe hier folgende genaue Be- obachtung. Die Winterfutterung, welche in den letzten Monaten auf den Kopf, nach den taͤglich dem Stalle zugetheilten Rationen, fiel, betrug 8\tfrac47 Pfund Heu 28\tfrac47 Pfund Kartoffeln = 22\tfrac67 Pfund Heu. Bei anfangender, in der Regel spaͤrlicher Sommerfutterung, erhielten 45 Stuͤck Vieh auf dem Stalle, nach angestellter genauer Abwaͤgung, 2568 Pfund gruͤner Luzerne. Das einzelne Stuͤck mithin 57 Pfund. Stroh erhielten sie, wie vor- her daneben, so viel sie wollten. Es wurden 50 Pfund Luzerne sorgfaͤltig zu Heu gemacht und voͤllig ausgetrocknet. Sie ga- ben 11½ Pfund Heu. Nach Heu kam also auf den Kopf 13,11 Pfund Luzerne, mithin 9,75 Pfund weniger wie vorher. In den letzten vier Wochen, bei der Win- terfutterung, hatte die Milch von 27 milchenden Kuͤhen im Durchschnitt woͤchentlich betragen 750¾ Quart. In der ersten Gruͤnfutterungswoche be- trug sie 921 Quart; mehr wie bei dem Win- terfutter 170½ Quart. Die besondere Wirkung des Gruͤnfutters auf die Milch, die man allgemein bemerkt hat, ist durch diesen Versuch entschieden, und es er- hellet hieraus, was von dem Vorschlage derer zu halten sey, die allen Klee nur als Heu zu geben anrathen. Indessen glaube ich allerdings, daß diese starke Milchergiebigkeit, die man bei gutgenaͤhr- ten Kuͤhen beim ersten Gruͤnfutter bemerkt, nicht von diesem Gruͤnfutter allein produzirt werde, sondern mit aus der Feistigkeit, die das Vieh beim reichlichen Winterfutter gewonnen hat, her- vorgehe. Denn diese Feistigkeit nimmt in den ersten Gruͤnfutterungsmonaten, wo das Vieh die meiste Milch giebt, merklich ab, und findet sich dann erst spaͤter wieder ein, wenn sie so stark zu milchen aufhoͤren. Das Gruͤnfutter reizt die Milchabsonderungs-Organe nur mehr zur Thaͤ- tigkeit, als das trockene, ohne den ganzen Koͤr- per vielleicht staͤrker zu naͤhren. (Uebrigens werden meine Leser verzeihen, daß sie in dem, uͤber die Kuherei, so wie im folgen- den uͤber die Schaͤferei gesagtem, einige Wieder- holungen finden, von dem, was schon S. 71. u. f. gesagt worden. Ich hatte den ersten Theil des Manuscripts nicht zur Hand, und erinnerte mich nicht, daselbst manches schon gesagt zu ha- ben, wie ich diese detaillirten Bemerkungen aus den Hauptbuͤchern auszog) Gewiß aber ist es, daß angemessene Weide und Futterung durch eine edle Schaͤferei, selbst bei geringeren Wollpreisen und ohne auf Bock- verkauf zu rechnen, beiweitem hoͤher, ich moͤchte wohl behaupten, ums doppelte, benutzt werde; und ich bekenne nochmals, daß ich einen großen Fehler beging, wie ich die Schaͤferei nach den ungluͤcklichen Pocken eingehen ließ, und nicht eine ganz edle gleich anschaffte. Nachmals war ich zu sehr gelaͤhmt, um es thun zu koͤnnen. Meine Schaͤferei hat noch zu kurze Zeit existirt, um Resultate geben zu koͤnnen. Ich will nur noch einige Bemerkungen dem, was ich bereits uͤber die Schaͤferei gesagt habe, hinzufuͤ- gen. Daß das hiesige Lokal die Schaͤferei sehr beguͤnstige, ließ sich a priori schon annehmen. Sobald der Acker in einige Duͤngkraft gesetzt war, bestand der Dreisch groͤßtentheils aus Ray- gras, schmalblaͤtterigem Wegerich, Schafgarbe, wilden Timian, Hopfen-Klee; im Nachsommer zeigte sich die kleine Hirse und der ganz kleine Astragalus in großer Menge. Der weiße Klee war nicht heimisch, er faßte aber so schnell Fuß, daß er jetzt allenthalben wild waͤchst, und daß ich ihn kaum mehr auszusaͤen brauche; wo er einmal eingesaͤet war, da begruͤnt die Stoppel schnell davon. Auch die Pimpinelle, die nur an einigen Stellen darunter gesaͤet war, scheinet sich von selbst zu verbreiten. Der Erfolg hat es aber um so mehr erwiesen, wie gut sich die Schafe auf meiner Weide befinden. Denn von 110 Stuͤck, die ich im Sommer 1811, und 50 Stuͤck, die ich 1812 erhielt, hat sie sich auf bei- nahe 700 Stuͤck vermehrt, ohnerachtet jetzt schon 110 junge Boͤcke verkauft, und die alten groͤß- tentheils, so wie alle irgend fehlerhaften, ausge- merzt sind. Die Sterblichkeit ist, wie schon dar- aus erhellet, aͤußerst geringe gewesen. Die frem- den Schafe, die geschwaͤcht hier ankamen, erhol- ten sich schnell und gaben, nach der Art, gleich im folgenden Sommer guten Woll-Ertrag; nach- dem sie kraͤftige Laͤmmer gebracht hatten. Ich habe nur zwei Dreher bisher gehabt, wovon der eine mittelst der Durchbohrung mit einer Schu- sterpfrieme auf der Stelle und gruͤndlich geheilt wurde; der andere, da man die Stelle der Blase aus der Weichheit der Hirnschale nicht abneh- men konnte, geschlachtet wurde, wo sich denn fand, daß die Blase tief im Gehirn ihren Sitz hatte Jener ist, nachdem ich dies schrieb, nun nach 2 Jahren mit der Krankheit wieder befallen und geschlachtet worden. . Wie sich im vorigen Sommer die Pocken in der Nachbarschaft aͤußerten, eilte ich mit der Inoculation. Nur am neunten Tage war die Heerde nicht ganz munter; sonst wurden nur drei Stuͤck erheblich krank und mit Pocken uͤberzogen, aber auch voͤllig wieder hergestellt. Bei acht Stuͤck hatten die Pocken, der wieder- holten Impfung ohnerachtet, nicht gefaßt; davon bekamen drei Stuͤck die Pocken spaͤter durch na- tuͤrliche Ansteckung. Indessen sind von 200 Muͤt- tern, da die Begattungszeit bald folgte, 38 gelte geblieben, was mir sonst nicht begegnet ist, und was ich also doch den Pocken zum Theil zu- schreibe. Spaͤterhin sind die meisten davon be- gangen. Im Jahre 1812 ließ ich waͤhrend des Saͤu- gens die Boͤcke unter der Heerde, weil es sich nicht verlohnte, die wenigen Koͤpfe allein huͤten zu lassen. Schon im Mai ließen sich die saͤu- genden Muͤtter zum Theil bespringen; ich ließ es geschehen, nahm die Boͤcke jedoch spaͤter her- aus. Um Michaelis bekam ich 50 Stuͤck schoͤne Herbstlaͤmmer. Diese nahmen sich auch im Win- ter sehr gut auf. Die Muͤtter dieser Laͤmmer wurden im Fruͤhjahr wieder zum Bock gelassen; es kamen aber nur 30 Laͤmmer davon. Nach- her habe ich sie wieder saͤmmtlich auf die ge- woͤhnliche Lammzeit im Fruͤhjahr gesetzt; bin aber nicht abgeneigt, in der Folge zu der, jetzt von mehreren eingefuͤhrten und geruͤhmten Lammzeit im August uͤberzugehen. Ich habe auch den Gedanken gehabt, von Muͤttern, auf deren Ab- koͤmmlinge es besonders ankam, in einem Jahre zwei Laͤmmer zu erziehen; ich zweifle nicht, daß es gehen wuͤrde, wenn man die Laͤmmer fruͤh absetzte, sie mit nahrhaftem, leicht verdaulichem Futter und Trank aufhuͤlfe, oder aber ihren Am- men gaͤbe. Landschafe aber kann man, wie ich versucht habe, zu Ammen nicht brauchen, sie nah- men die Laͤmmer (vielleicht nur die Marino-Laͤm- mer?) nicht an; Marino-Schafe thun es meh- rentheils leicht. Indessen glaube ich doch, daß es die Muͤtter sehr angreifen wuͤrde, wenn man sie jaͤhrlich zweimal lammen ließe. Ich habe gesagt, es sey meine Absicht, die Schaͤferei bis auf 1000 Stuͤck uͤber Winter zu vermehren. Ich werde dahin kommen, so wie meine Weideschlaͤge sie reichlich zu naͤhren im Stande sind. Daß dies der Fall bald seyn werde, hoffe ich. Ich habe drei besaͤete und in Kraft niedergelegte Weideschlaͤge und einen Brachschlag von 90 Morgen. Die Wendefurche des letzteren wird im Mai mit Spergel besaͤet, und dieser zur Weide eingegeben. Keine Weide scheint den Schafen gedeilicher, wie die auf Spergel; bis- her haben sie hauptsaͤchlich die Laͤmmer erhalten; dadurch gewaͤhrt die Brache eine hohe Benuz- zung, die nichts als die Spergelsaat, mithin sehr wenig kostet. Man kann sie einer guten besaam- ten Dreischweide wenigstens gleich setzen; denn der Spergel waͤchst schnell wieder, wenn man ihn nicht zum Saamenansatz kommen laͤßt. Der groͤßte Theil meiner Schafe stammt aus den edelsten saͤchsischen Schaͤfereien ab, de- ren Wolle und Boͤcke nachhaltig den hoͤchsten Preis erhalten haben. Ein Drittheil ist noch nicht von der hoͤchsten Feinheit, aber doch aus solchen Schaͤfereien, die als vollbuͤrtig laͤngst an- erkannt. Von letzteren und ihrer Descendenz werden jedoch alle Bocklaͤmmer sogleich geham- melt, und sie werden ausgemerzet werden, so wie sich jener hochfeine Stamm vermehrt. Meine Wolle hat in jedem Jahre unter den nicht sortirten den hoͤchsten Preis auf dem Berliner Wollmarkte erhalten. Die Boͤcke bin ich schon als Jaͤhrlinge zu verkaufen gedraͤngt worden. Der Ertrag meiner Wolle ist nicht beson- ders stark, aber immer zunehmend gewesen; ich habe im Jahre 1812 2,42 Pfund, ″ ″ 1813 2,56 ″ ″ ″ 1814 2,6 ″ ″ ″ 1815 2,94 ″ vom Stuͤck erhalten; im Durchschnitt also 2,63 Pfund. Dies ruͤhrt daher, daß in den ersten Jah- ren lauter alte Muͤtter, im zweiten daneben nur Jaͤhrlinge waren, die dann saͤmmtlich mit dem zweiten Jahre ein Lamm hatten; daß sehr we- nige Hammel — die sonst im dritten Jahre im Durchschnitt 5 Pfund gaben — darunter wa- ren, und daß die Boͤcke als Jaͤhrlinge abgingen. Meine Futterung ist so berechnet, daß auf das Stuͤck taͤglich 1½ Pfund Heu oder 1 Pfund Heu und 1 Pfund Kartoffeln kommen. Dabei erhalten sie aber ziemlich ungemessen Erbsen- oder oder Sommerstroh. Erbsenstroh wird hauptsaͤch- lich gegeben, wenn sie im Herbst noch einige, aber spaͤrliche Weide haben, und auf die Saat gehen, wobei sie kein Heu erhalten. In der Lammzeit erhalten sie etwas Oelkuchentrank. Korn ist ihnen nur im zweiten Jahre, wie es im Preise sehr niedrig stand, etwas gegeben worden. Bei mittleren Preisen wuͤrde ich es nie thun. Eine Futterung, wie die erwaͤhnte, die fuͤr den Winter = 2 Centner Heu auf den Kopf betraͤgt, muß eine edle Schaͤferei neben reichli- chem Stroh allerdings haben, wenn sie den hoͤch- sten Rein-Ertrag gewaͤhren soll. Bei einer spaͤr- lichern wird man verlieren. Aber betraͤchtlich daruͤber hinauszugehen, scheint mir auch nicht vortheilhaft. Man kann einen staͤrkeren Woll- Ertrag dadurch erzwingen, aber kaum soviel, daß er er das mehrere Futter bezahlt; und wenn man mehr verfuttern will, so scheint es mir rathsa- mer, mehrere Schafe zu durchwintern. Eigene Versuche habe ich daruͤber zwar nicht angestellt, aber eine Menge von Schaͤferei-Berechnungen mit kaͤrglicher, mittlerer und uͤberschwenglicher Futterung, die mir communicirt worden, gaben unverkennbar dieses Resultat. Kartoffeln und Ruͤben, maͤßig gefuttert, be- kommen den Schafen uͤberaus gut, und ich halte 1 Scheffel Kartoffeln mit 1 Centner Heu fuͤr zutraͤglicher, als 1½ Centner Heu. Aber mehr Kartoffeln und weniger Heu auf der Dauer zu geben, moͤchte ich doch nicht rathen; die Ver- dauung scheint bei mehreren Kartoffeln zu lei- den. Meine Schase erhalten die Kartoffeln ohne Zweifel am staͤrksten, wenn sie aufgenommen sind und das Feld umgepfluͤgt wird. Sind sie ein- mal darauf gewesen, so wollen sie anderswo an dem Tage kaum fressen. Sie kommen deshalb nur gegen Abend darauf, und mein sehr verstaͤn- diger Schaͤfer behaͤlt sie dabei immer unter den Augen, und laͤßt sie, je nachdem mehr oder we- niger Kartoffeln noch da liegen, kuͤrzere oder laͤn- gere Zeit darauf, weil er bemerkt hat, daß sie die Freßlust verlieren, wenn sie zu viel davon 15 gefressen haben. Einige sind besorgt, daß die Kartoffeln, vor der Lammzeit gegeben, verlammen bewirkten; aber dies ist gewiß eine ganz unge- gruͤndete Besorgniß bei maͤßigem Genuß. Einige ruͤhmen die Benutzung des Brannt- wein-Spuͤligts, selbst mit einer Zuchtschaͤferei, als ganz besonders vortheilhaft. Wenn er sehr maͤßig gegeben wird, so mag es seyn. Aber nach mannigfaltigen Erkundigungen, die ich uͤber Schaͤfereien zu meiner Belehrung eingezogen habe, finde ich, daß in allen den Schaͤfereien, die den Spuͤligt stark benutzen, die Sterblichkeit sehr groß sey. Einige kenne ich, wo sich diese Sterb- lichkeit fast durchaus auf nichts anders schie- ben laͤßt. Ich habe bisher das fruͤhe Lammen im Fe- bruar fuͤr das vortheilhafteste gehalten, wenn man die saͤugenden Muͤtter, und hernach die Laͤmmer, mit reichlichem Futter bis zur Weide- zeit zu erhalten im Stande war. Nach genau- erer Pruͤfung aller dabei zu beruͤcksichtigenden Verhaͤltnisse, muß ich jetzt dem spaͤtern Lammen im Maͤrz und Anfangs Aprils den Vorzug ge- ben. Gruͤnes Futter und Weide wirkt doch, trotz dem besten Winterfutter, vorzuͤglich auf die Milch. Die Laͤmmer koͤnnen, ehe sie mit den Muͤttern ausgehen, auf dem Stalle mit recht angemessenem Futter versehen werden, was sie, so lange die Muͤtter immer mit im Stalle sind, doch nicht so reichlich erhalten koͤnnen. Sie werden vor der kuͤnftigen Einwinterung stark ge- nug, und nicht so uͤberstark, daß man auf der Weide schon Bock- und Zibbenlaͤmmer von ein- ander trennen muß. Endlich geht es doch mit dem Lammen besser, wenn kein heftiger Frost mehr einfaͤllt. Es scheint mir jetzt, als ob der Vorzug, den man dem fruͤhen Lammen gegeben hat, sich nur darauf begruͤnde, daß die fruͤhesten Laͤmmer in einer Heerde allemal die besten wer- den. Aber das hat seine natuͤrliche Ursach, weil sie einmal die staͤrksten sind und die schwaͤcheren vom Futter verdraͤngen. Diese Ungleichheit ist keineswegs erwuͤnscht, und sie wird sich um so eher ausgleichen, je juͤnger die Laͤmmer auf die Weide kommen; denn da faͤllt dieses Verdraͤngen mehr weg. Ueberhaupt aber habe ich bei Spaͤt- lingen gefunden, daß es ihnen sehr wohl bekam, wenn sie schon am achten Tage mit auf die Weide gingen, und daß sie schon im Hetbst meh- rentheils den Vorsprung der fruͤhern nachholten. Ich werde deshalb in diesem Jahre die Boͤcke erst im Oktober zulassen, um so mehr, da sie, um die Begattungen zu bestimmen, nur Nachts bei den Schafen sind, die Naͤchte dann aber laͤn- ger werden. Sie fressen um diese Zeit die auf dem Felde gebliebenen Kartoffeln, und diese sol- len ja bei allen Thieren den Begattungstrieb befoͤrdern. Jetzt einige Auszuͤge aus den Hauptbuͤchern, die Kosten der arbeitenden Kraͤfte betreffend. Ich kann auch hierbei erst vom Jahre 1809 anfangen, wo wieder, nach dem Abzuge der feindlichen Truppen, Ordnung in dem Wirth- schaftsbetriebe eintrat. Pferde waren im Jahre 1809 — 10 im Durchschnitt der Monate hier 12,6 Stuͤck. Sie kosteten an Kornfutter verschiedener Art, (denn dies wird hier mannigfaltig gemengt und hauptsaͤchlich dasjenige gegeben, was, seinem innern Werthe nach, am niedrigsten im Markt- preise steht), in dem Verhaͤltniß von 1 Schef- fel Roggen zu 1 Rthlr. 6 Gr. berechnet. 627 Rthlr. 12 Gr. An Heu, den Centner zu 10 Gr. und 9 Gr. 213 ″ 10 ″ Gruͤnfutter 56 ″ 8 ″ Lohn den Knechten 98 ″ 12 ″ Unterhaltung derselben 240 ″ — ″ Schiff und Geschirr 182 ″ 16 ″ Werthsverminderung 122 ″ — ″ Nebenkosten und Kapital- zinsen 94 ″ — ″ 1634 Rthlr. 14 Gr. Die Pferde haben gearbeitet 3732 Tage. Von diesen Arbeiten fallen auf Rechnung meines Hauses, (indem die Kutschpferde mit ein- begriffen sind), fuͤr Reisen, Holzfuhren ꝛc., (denn es war die Feuerung fuͤr 56 Stuben und zwei Kuͤchen, außer der des Wirthschaftshauses, 1½ Meile weit herzuholen), 1370 Tage. Auf die Rechnung von Koͤnigshof und zu Meliorations-Arbeiten 522 Tage. Fur die Wirthschaft 1840 Tage. Auf das Stuͤck kommen 296,2 Tage. Der Tag kostete 10 Gr. 6,1 Pf. Im Jahre 1810 — 11 waren im Durchschnitt 11,3 Pferde. Sie haben gekostet an Kornfutter 610 Rthlr. 14 Gr. Heu 171 ″ 10 ″ Gruͤnfutter 62 ″ — ″ Lohn den Knechten 92 ″ 18 ″ ½ Knecht oder Kutscher 16 ″ — ″ Unterhaltung derselben 249 ″ 12 ″ Schiff und Geschirr 165 ″ 10 ″ Werthsverminderung 124 ″ 8 ″ Nebenkosten und Kapital- zinsen 130 ″ — ″ 1622 Rthlr. Zwei Kutschpferde waren im Winter in Ber- lin und kommen fuͤr die Zeit nicht in Anrech- nung. Sie haben gearbeitet 3334 Tage. Es fallen auf das Stuͤck 2 95 Tage. Hiervon sind fuͤr außerwirthschaftliche Ar- beiten geschehen 1092 Tage. Fur Meliorations-Bau-Arbeiten und Huͤlfs- tagen fuͤr Koͤnigshof 416 Tage. Fuͤr Wirthschafts-Arbeiten 2120 Tage. Der Arbeitstag kostete 10 Gr. 8,7 Pf. Im Jahre 1811 — 12 waren hier 11,9 Pferde. Sie kosteten an Kornfutter 540 Rthlr. 10 Gr. Heu 344 Centner 183 ″ 9 ″ Lohn den Knechten 106 ″ 16 ″ Unterhaltung derselben 250 ″ — ″ Schiff und Geschirr 190 ″ — ″ Werthsverminderung und Abgang 200 ″ — ″ Nebenkosten und Kapital- zinsen 69 ″ — ″ 1539 Rthlr. 11 Gr. Sie haben gearbeitet 3681 Tage. Davon fallen auf Extra-, besonders Bau- fuhren 2004 Tage. Fuͤr die Wirthschaft 1677 Tage. Auf das Stuͤck 309,3 Tage. Der Tag kostet 10 Gr. ½ Pf. Der Roggenpreis ist in diesem Jahre im Durchschnitt zn 1 Rthlr. angenommen worden. Im Winter waren 2 Pferde in Berlin. Im Jahre 1812 — 13. waren im Durchschnitt 12,58 Pferde. Sie kosteten an Kornfutter 618 Rthlr. 12 Gr. Heu 246 Centner 92 ″ 9 ″ Latus 710 Rthlr. 21 Gr. Transport 710 Rthlr. 21 Gr. Lohn den Knechten 89 ″ — ″ Unterhaltung derselben 240 ″ — ″ Schiff und Geschirr 185 ″ 4 ″ Verminderter Werth der Pferde 100 ″ — ″ Nebenkosten und Kapital- zinsen 75 ″ — ″ 1400 Rthlr. 1 Gr. Sie haben gearbeitet 3683 Tage. Extra- Arbeiteu besonders Kriegs-Fuhren 1926 Tage. Wirthsschafts-Arbeiten 1721 Tage. Auf das Stuͤck fallen 292,8 Tage. Der Tag hat gekostet 9 Gr. 1,4 Pf. Die extraordinairen Kosten, welche die Kriegsfnhren bei den Pferden veranlaßten, sind aber besonders berechnet. Im Jahre 1813 — 14 waren 9,5 Pferde. Sie haben gekostet an Kornfutter 522 Rthlr. Heu 327 Centner 122 ″ Lohn den Knechten 74 ″ Latus 718 Rthlr. Transport 718 Rthlr. Unterhaltung derselben 180 ″ Geschirr 170 ″ Verminderter Werth, Ne- benkosten und Kapitals- zinsen 135 ″ 1203 Rthlr. Sie haben gearbeitet 2948 Tage. Extra-Arbeiten, besonders Kriegs-Fuhren, 1341 Tage. Fuͤr die Wirthschaft 1607 Tage. Auf das Stuͤck fallen etwas uͤber 310 Tage. Der Tag hat gekostet 9 Gr. 9,5 Pf. Im Durchschnitt der 5 Jahre kostete die mit den Pferden verrichtete Arbeit auf das Stuͤck taͤglich 10 Gr. \tfrac35 Pf. Das Viergespann, oder vielmehr die damit verrichtete Arbeit, einschließlich alles Zubehoͤrs, kostete also 1 Rthlr. 16 Gr. 2⅖ Pf., wenn das Getreide im Verhaͤltniß des Roggenpreises zu 1 Rthlr. 6 Gr., und das Heu nach seiner Guͤte zu 9 — 10 Gr. angenommen wird. Dies ist et- was hoͤher, als ich an andern Orten berechnet habe. Es muß aber erwogen werden, daß die Nebenarbeiten, die die Pferde hier thun, bei weitem angestrengter und angreifender sind, als gewoͤhnliche Acker- und Wirthschafts-Arbeiten, daß Wagen und Geschirr dabei mehr leiden, daß insbesondere in diesen Jahren die Kriegesreisen sehr nachtheilig auf die Pferde gewirkt haben. Einige lediglich hierdurch gefallene Pferde sind zwar nicht diesem Pferde-Conto, sondern dem Conto der Kriegeslasten zugeschrieben; aber den- noch ist das, was fuͤr die Werthsabnahme der uͤbrigen berechnet werden mußte, weit mehr, als es in der Regel zu seyn pflegt. Auf Ersparung in der Unterhaltung der Pferde, die in den letzt verwichenen Jahren wieder durch gruͤnes Luzer- nefutter betraͤchelich erreicht ist, konnte in jenen Jahren nicht gedacht werden. Es sind bis zu diesem Jahre die Sommer- Tage, den Zweigen wofuͤr sie geschehen sind, hoͤ- her berechnet, als die Wintertage, in der Hin- sicht, daß die Arbeitszeit im Sommer laͤnger ist, auch die Arbeiten selbst wichtiger sind, da um der Sommerarbeiten willen in der Regel die Pferde gehalten werden. Allein bei den hiesigen Verhaͤltnissen ist die Winterarbeit der Pferde, die in weiten Fuhren und Reisen besteht, un- gleich staͤrker und angreifender; die Pferde muͤs- sen dabei staͤrker und kostspieliger gefuttert wer- den, kommen dennoch dabei mehr herunter, und an Wagen und Geschirr geht mehr darauf. Im Jahre 1814 haben wir also den Preis der Ta- gearbeit wieder gleich angenommen, und wenn man ganz richtig verfahren wollte, so muͤßte man jeden Reisetag hoͤher, die uͤbrigen dann so viel niedriger ansetzen. Zug-Ochsen waren im Jahre 1809—10 im Durchschnitt 19 Stuͤck. Sie haben gekostet fuͤr Weide 138 Rthlr. 9 Gr. an Heu 252 Centner 91 ″ — ″ Kartoffeln und Ruͤben 48 ″ 16 ″ Lohn der Ochsenjungen 68 ″ 12 ″ Unterhaltung derselben 172 ″ — ″ Lohn und Deputat des Ochsenhirten 66 ″ 4 ″ Pfluͤge und Geschirr 67 ″ 10 ″ Nebenkosten und Kapitals- zinsen 33 ″ — ″ 685 Rthlr. 3 Gr. Sie haben gearbeitet 2174 volle Tage. Auf das Stuͤck fallen 228,8 halbe Tage. Der volle Tag hat gekostet 7 Gr. 6,7 Pf. Im Jahr 1810—11 waren 20 Zugochsen. Sie haben gekostet fuͤr Weide 122 Rthlr. Gruͤnfutter 31 ″ Kartoffeln und Ruͤben 54 ″ 8 Gr. Heu 230 Centner 85 ″ 10 ″ Lohn der Ochsenjungen 68 ″ 16 ″ Unterhaltung derselben 165 ″ — ″ Dem Ochsenhirten 67 ″ — ″ Pfluͤge und Geschirr 62 ″ — ″ Nebenkosten und Kapitals- zinsen 24 ″ 12 ″ 679 Rthlr. 22 Gr. Sie haben gearbeitet 1980 volle Tage. Auf das Stuͤck fallen 198 halbe Tage. Der volle Tag kostet 8 Gr. 2,8 Pf. Die Ochsen litten an der Klauenseuche. Im Jahre 1811—12 waren 20 Zugochsen. Sie haben gekostet fuͤr Weide 134 Rthlr. Heu 259 Centner 95 ″ 3 Gr. Kartoffeln und Ruͤben 44 ″ 12 ″ Latus 273 Rthlr. 15 Gr. Transport 273 Rthlr. 15 Gr. Lohn der Ochsenjungen 70 ″ — ″ Unterhaltung derselben 166 ″ — ″ Ochsenhirt 68 ″ 12 ″ Geschirr 61 ″ 20 ″ Nebenkosten und Kapital- zinsen 34 ″ — ″ 673 Rthlr. 23 Gr. Sie haben gearbeitet 2371 volle Tage. Auf das Stuͤck fallen 237 halbe Tage. Der volle Tag hat gekostet 6 Gr. 9,7 Pf. Im Jahre 1812—13 waren 20 Zugochsen. Sie haben gekostet fuͤr Weide und Gruͤnfutter 128 Rthlr. 20 Gr. Heu 301 Centner 125 ″ 10 ″ Kartoffeln 18 Wispel 90 ″ — ″ Lohn der Ochsenjungen 73 ″ — ″ Unterhaltung derselben 180 ″ — ″ Dem Ochsenhirten 73 ″ 20 ″ Geschirr 80 ″ — ″ Nebenkosten und Kapital- zinsen 120 ″ — ″ 871 Rthlr. 2 Gr. Sie haben gearbeitet 2820 volle Tage. Auf das Stuͤck fallen 282 halbe Tage. Der Tag hat gekostet 7 Gr. 4,9 Pf. Im Jahre 1813—14 waren 16 Zugochsen. Sie haben gekostet fuͤr Weide 98 Rthlr. Kornfutter 20 ″ 7 Gr. Heu 139 ″ 3 ″ Kartoffeln 80 ″ — ″ Lohn der Ochsenjungen 62 ″ — ″ Unterhaltung derselben 205 ″ — ″ Ochsenhirt 68 ″ — ″ Geschirr 60 ″ — ″ Nebenkosten und Kapital- zinsen 50 ″ — ″ 782 Rthlr. 10 Gr. Sie haben gearbeitet 2271 volle Tage. Auf das Stuͤck fallen 283,83 halbe Tage. Der volle Tag kostete 8 Gr. 3,2 Pf. Im Durchschnitt dieser Jahre kostet also ein voller Ochsentag 7 Gr. 8 Pf. und ein Pflug- tag 15 Gr. 4 Pf. Nicht alle Arbeit, welche die Ochsen gethan haben, ist fuͤr die Wirthschaft geschehen. Sie haben auch viele Holzfuhren und sogar Kriegs- fuhren thun muͤssen. Auch haben sie alljaͤhrig Huͤlfstage in Koͤnigshof geleistet. Diese Neben- arbeiten sind jedoch nicht so betraͤchtlich, daß es der Muͤhe verlohnte, sie abzusondern. Eine Werthsverminderung hat bei den Och- sen nicht statt gefunden. Es haben im Durch- schnitt juͤngere Ochsen fuͤr das angeschafft wer- den koͤnnen, was aͤltere, wenn sie ausgemerzet wurden, galten. Es war schon beschlossen die Zahl der Och- sen wieder zu vermehren, und 24 Stuͤck wenig- stens zu halten. Denn der groͤßere Theil der Kosten ist nicht ihre Weide und Futterung, son- dern die Erhaltung der Leute und des Geschirrs. Letztere bleiben sich gleich, wenn mehrere Ochsen gehalten werden. Werden die Ochsen aber mehr geschonet, so kann man nicht nur staͤrkere Ta- gesarbeit von ihnen verlangen, wenn sie daran kommen, sondern sie nehmen auch mehr zu, und ihr Werth vermehrt sich, wenn man sie anders nicht zu lange behaͤlt. In der Regel sollen die 24 Ochsen nicht mehrere Tagesarbeiten thun, als die 16 Ochsen in den letzten Jahren gethan haben. Aber die staͤrkere Arbeit, welche sie dann an jedem Tage thaͤten, sammt der groͤßeren Zu- nahme im Werthe, welche sie erhielten, wuͤrde das mehrere Futter, was sie zusammen genom- men bekaͤmen, wahrscheinlich genugsam bezahlen. Und bei dringender oder schwerer Arbeit koͤnnten dann doch mehrere angespannt, und die Arbeit wenigstens schneller vollendet werden. Wegen der oft erwaͤhnten ungluͤcklichen Seuche ist die- ses Vorhaben bis auf diese Stunde noch nicht ausgefuͤhrt worden, weil solche noch immer in hiefiger Gegend von einem Orte zum andern schleicht. Wir haben es vielmehr fuͤr sicherer gehalten, in dem jetzt laufenden Jahre mehrere Pferde und weniger Ochsen anzuschaffen, und die Ackerarbeit, mehr wie sonst geschah, mit je- nen verrichten zu lassen. Auf das Conto der Hauswirthschaft oder Consumptubilien -Conto wird alles ge- stellt, was zur Unterhaltung der mit der Land- wirthschaft ausschließlich beschaͤftigten Personen gebraucht wird, oder in dem Vorwerkshause auf- gehet, es sey selbst gewonnen oder angekauft. Es gehoͤrt dazu nicht bloß Speise und Getraͤnk, sondern auch Feuerung, Licht, Betten, Leinen, Kuͤchen- Kuͤchen- und Hausgeraͤth u. s. f. Dann auch alle Arbeiten, die fuͤr diese Hauswirthschaft, von andern Personen und vom Gespann geschehen. Die Anzeichnung geschiehet sehr genau, und die Maxime, daß man es mit dem, was man selbst gewinnt, so genau nicht nehmen muͤsse, findet hier nicht statt. Es hat viel Muͤhe gekostet, dies bei den alten Ausgeberinnen durchzusetzen, weil sie es nur als eine mißtrauische Kontrolle ansahen. Seitdem meine Tochter, die Professo- rin Koͤrte , juͤngere Haushaͤlterinnen selbst an- ziehet, geht es um so ordentlicher, da diese be- greifen, was solche Annotationen bezwecken. Zwi- schen dem, was im herrschaftlichen Hause und im Vorwerkshause verbraucht wird, muß die strengste Trennung erhalten werden; was zuwei- len einen kleinen Zwist erregt, der aber zu ge- naueren Untersuchungen fuͤhrt. Es wuͤrde fuͤr mich und meine Leser ermuͤ- dend seyn, einen mehrjaͤhrigen Auszug aus die- sem Conto zu geben. Ich will nur einige Durch- schnitts-Resultate, die ich gezogen habe, mit- theilen. Es wurden im Durchschnitt, einschließlich eines Schreibers und einer Ausgeberin, 16 Per- sonen ordentlich gespeiset. Man kann aber wohl 16 annehmen, daß fuͤr fremde Personen, denen im oder außer Hause Speise gereicht wird, soviel als zur Erhaltung noch einer Person erforder- lich waͤre, aufgehet, worauf hier jedoch keine Ruͤcksicht weiter genommen wird. An Getreide ist im Durchschnitt der Jahre verbraucht worden: Roggen 190 Scheffel. Weizen 1 Scheffel. Gerste 9 Scheffel. Erbsen 16 Scheffel 12 Metzen. Linsen 2 Metzen. Buchweizen 3 Scheffel. Hirse 1 Scheffel 8 Metzen. Kartoffeln 8 Wispel. Das consumirte Fleisch ist taxirt zu 248 Rthl. An Milch ist verbraucht 2218 Quart; zwei Quart abgerahmte fuͤr 1 Quart fette gerechnet. An Butter 287½ Pfund. Kaͤse 52 Schock. 2⅓ Tonnen Salz. Bier und Trinken (Nachbier) 80 Rthlr. Branntewein, welcher groͤßtentheils gegen Getreide eingetauscht worden ist, berechnet zu 78 Rthlr., nach dem Consumtionspreise des Getreides. An Bier und Branntewein haben jedoch auch fremde Arbeiter, bei der Ernte und andern schnell betriebenen Arbeiten, Theil genommen. Im Durchschnitt mehrerer Jahre betraͤgt das Conto auf 16 Personen nahe an 1000 Rthlr. Dies wuͤrde also fuͤr die Person 62 Rthlr. 12 Gr. seyn. Auf die Unterhaltung des Schreibers muß aber wenigstens 130 Rthlr., und auf die der Ausgeberin 100 Rthlr. berechnet werden. Wenn das abgeht, bleibt auf die Person 55 Rthlr. Es wird aber auf die starken Mannspersonen 60 Rthir., auf die Jungen und Maͤgde 50 Rthlr. gerechnet. So wird dann die Unterhaltung der Personen auf das Conto des Zweiges uͤbertra- gen, fuͤr den sie hauptsaͤchlich gehalten werden. Was etwa nicht aufgeht, wird auf das Insge- mein -Conto uͤbertragen, damit jenes Conto als ein Interims-Conto sich aufloͤse. Der Gehalt und Lohn dieser im Vorwerks- hause unterhaltenen Wirthschaftsbedienten und Gesinde, betraͤgt im Durchschnitt der Jahre 340 Rthlr. In Ansehung des Gesindes wird dies ebenfalls den Zweigen zugeschrieben, wofuͤr sie gehalten werden. Die Deputate und der Lohn des Meyers, Schaͤfers, Ochsen- und Kuhhirten, Nachtwaͤch- ters, betragen im Durchschnitt der Jahre gegen 400 Rthlr. Der Arbeitslohn, welcher in den Jahren 1809 — 1814, sowohl fuͤr verdungene Arbeiten, wie in Tagelohn, berechnet worden, betraͤgt im Durchschnitt 484 Rthlr. Hierin sind die Huͤlfs- tage mit begriffen, welche die Hausleute fuͤr Miethe und Feuerung und zwei Halb-Kossaͤthen, welche Deputate erhalten, ohne die sie nicht wuͤrden leben koͤnnen, thun, und dem Tagelohn gleich berechnet, indem sich auch die Arbeit von der der Tageloͤhner nicht unterscheidet. Alle, nicht fuͤr die Wirthschaft, sondern fuͤr die herr- schaftliche Haushaltung, im Garten, beim Bau, Meliorationen auch Fabrikation geschehene Ar- beiten, sind nicht hierin begriffen, sondern abge- sondert. Drescherlohn des Getreides wird durch die Dreschergarbe bezahlt. Die Arbeiten der Menschen, welche bei der Wirthschaft geschehen, kosten also an Gehalt und Lohn 340 Rthlr. Speisung und Unterhaltung 1000 ″ Deputatkosten 400 ″ Einzelner Arbeitslohn 484 ″ 2224 Rthlr. Will man die Kosten der Arbeiten uͤber- haupt ausmitteln, so rechne man das hinzu, was die Pferde und Ochsen kosten, jedoch nach Abzug 1) dessen, was diesen bereits fuͤr die mit ihrer Wartung und Fuͤhrung beschaͤftigten Men- schen zugeschrieben ist, und 2) der außerwirth- schaftlichen Arbeitstage. Der Betrag der Schmiede, Gestellmacher, Sattler, Seiler, kleiner Baureparaturen ꝛc. Ar- beit, ist schon unter dem Geschirr und der Haus- wirthschaft, oder unter dem Arbeitslohn mit be- griffen. Seit dem Abschlusse der Rechnung von 1813—14 ist der Arbeitslohn wegen des Men- schenmangels auffallend und so stark gestiegen, daß ohne hohe Preise, selbst bei mittleren Ern- ten, der Landbau dabei nicht bestehen kann. Ohnerachtet wenig Landwirthe ordentlich rechnen, und darnach ihre Maaßregel nehmen, so wird es ihnen doch um so eher fuͤhlbar werden, da ihr Kapital und Kredit durch die Kriegeslasten zerstoͤrt sind, und davon nicht weiter zugesetzt werden kann. Sie muͤssen, wenn die Preise es nicht ersetzen, und das in den groͤßeren Handels- und Manufaktur-Staͤdten angehaͤufte Kapital ihnen dadurch wieder zugefuͤhrt wird, den Land- bau beschraͤnken, und wohl ihnen und dem Staate! wenn sie dies extensive, nicht intensive thun. So wie die Sachen jetzt stehen, kann ein Acker, der nicht uͤber das dritte Korn giebt, nicht mehr ohne Schaden bestellt werden. Uebel die- ser Art finden aber ihre Heilung in sich selbst. Wird man endlich durch Schaden so klug, daß man solchen Acker liegen laͤßt, so wird Arbeit erspart und die Arbeit mithin wohlfeiler, des Getreides aber weniger erzeugt und mithin theu- rer. Denn wir haben so viel von solchem Acker, daß sein Ausfall merklich werden muß. Das widersinnige Prinzip, was vormals sogar gesetz- maͤßig war, man muͤsse nur die Einsaat nicht vermindern, nur keinen Acker liegen lassen, wird sich verlieren, wenn die Landwirthe, wie es im- mer nothwendiger wird, zu rechnen anfangen. Denn mit offenbarem Verlust wird niemand et- was erzeugen. Und dann werden wir auf die Folge dennoch mehr Getreide, aber mit weni- gern Kosten, gewinnen. Jedoch haben diese Jahre, und vor allem das jetzt laufende, gelehrt, wie viele Arbeit man bei einer richtigen Wirthschafts-Organisation, durch moͤglichste Benutzung der arbeitenden Kraͤfte, ersparen koͤnne. Es ist auffallend, daß ohner- achtet des hoͤheren Lohns und der unguͤnstigen Witterung, keine Ernte hier und in Koͤnigshof weniger gekostet hat, als die gegenwaͤrtige, ob- wohl sie im Einschnitt um 500 Mandeln staͤr- ker gewesen ist, wie eine der vorigen, ohne ir- gend etwas dabei zu versaͤumen oder verderben zu lassen. Eine der wichtigsten Aufgaben fuͤr die Theo- rie des Landbaues, und von dem wesentlichsten Einflusse auf die Praxis, ist ohne Zweifel die, zu bestimmen: „in welchem Verhaͤltnisse ziehen die verschie- denen Fruͤchte die im Boden befindlichen vegetabilischen Nahrungstheile aus?“ „in welchem Verhaͤltnisse stehet der Ertrag der Fruͤchte, mit den im Boden befindlichen, und von den Saaten anziehbaren Nah- rungstheilen? Und was kann ich mir nach einer, im Boden vorauszusetzenden Kraft, in einem Mitteljahre an Ertrag von jeder Getreideart versprechen?“ „in welchem Verhaͤltnisse werden diese Nah- rungstheile — diese Productionskraft des Bodens — durch Duͤngung oder auf an- dere Weise wieder ersetzt?“ „in welchem Verhaͤltnisse nimmt die Produc- tionskraft des Bodens, bei einem gegebe- nen Fruchtbau- und Duͤngungs-Maaße, in einem gewissen Umlaufe ab oder zu?“ Kaum sollte man glauben, daß es irgend einen nachdenkenden Landwirth gegeben habe, der sich selbst diese Fragen nicht mehrmals klarer oder dunkler aufgestellt haͤtte. Jeder, der irgend eines abstracteren Gedankens faͤhig ist, hat es doch wohl anerkannt, daß es ein solches Ver- haͤltniß, wenn gleich mannigfaltig modifizirt, ge- ben muͤsse; denn die Erfahrung wies ihn taͤglich darauf hin. Auch begruͤndete jeder die Erwar- tung, die er von der Ernte jedes Feldes hatte, auf die Kraft, die er darin, nach Verhaͤltniß der gegebenen Duͤngung und der davon gewonnenen Trachten verschiedener Fruchtarten, dunkler ah- nete oder klarer berechnete. Auch hat man wirklich das Verhaͤltniß, worin der Duͤnger ausgesogen wuͤrde, bestimmt, und diese Bestimmung ist in einigen Gegenden fast als legal angenommen, wenn es darauf an- kommt, wie die zuruͤckgelassenen Gail und Gaare — wie man es nennt — bei der Abtretung von Aeckern bezahlt werden sollen. Mehrentheils pflegt man anzunehmen, daß die erste Frucht den Duͤnger zu \tfrac12 ;, die zweite zu \tfrac14 , die dritte zu \tfrac18 , die vierte zu \tfrac1{16} ausziehe; \tfrac1{10} aber dem Acker verbleiben muͤsse, wenn er nicht ganz er- schoͤpft werden solle. So beurtheilt man es we- nigstens bei der Dreifelder-Wirthschaft in sechs- jaͤhrigem Duͤnger. Schon vor laͤngerer Zeit habe ich mich in einem Gutachten dahin erklaͤrt, man muͤsse annehmen daß die 1ste Frucht Winterung \tfrac4{10} , die 2te ″ Sommerung \tfrac2{10} , die 3te ″ Winterung \tfrac3{10} , die 4te ″ Sommerung \tfrac1{10} , von einer gegebenen 6jaͤhrigen Duͤngung bei ei- ner Dreifelder-Wirthschaft ausziehe. Denn es ist, sowohl der Erfahrung nach, als schon a pri- ori, nicht zu bezweifeln, daß Wintergetreide mehr wie Sommergetreide ausziehe, da jenes im Durch- schnitt eine groͤßere Masse nahrhafter Theile giebt, seine Vegetationsperiode laͤnger ist, und auch nach der Brachbearbeitung gebauet, die Nahrungssaͤfte im Boden mehr aufgeloͤset, oder zum Uebergange in die Pflanzen mehr vorberei- tet findet. Es haͤngt aber die Fruchtbarkeit der Fel- der nicht allein von der gegebenen Duͤngung ab, sondern auch von dem, was man die natuͤr- liche Kraft des Bodens nennt, von denjenigen Nahrungstheilen, die die Natur urspruͤnglich in sie gelegt hatte, die ihnen durch fruͤhere Kultur erhalten, oder auch durch eine, die Aussaugung der Fruͤchte uͤberwiegende Duͤngung gegeben ward. Jeder Landwirth erkennet diesen Unter- schied; einige haben ihn genauer zu bestimmen gesucht. So nimmt der scharfsinnige, aber zu oberflaͤchliche Hube , in seinem Landwirth B. II. S. 402 u. f. nach angestellten Versu- chen an: der halbe Ertrag eines Ackers sey der natuͤrlichen Triebkraft des Bodens, die andere Haͤlfte einer hinlaͤnglich kraͤftigen Duͤngung bei- zumessen. Denn nach seinen Versuchen auf schlechtem (sandigem) Boden, gab von zwei glei- chen Stuͤcken, das eine, was gut geduͤngt war, den doppelten Ertrag des andern, was nicht ge- duͤngt war. Wenn er aber nur schwach duͤngte, so fiel der Ertrag uͤber das Verhaͤltniß des we- niger gegebenen Duͤngers herunter. Auf gutem Boden, sagt er, habe er ohngefaͤhr dasselbe gefunden, aber keine genaue (comparative) Ver- suche daruͤber angestellt. Das letztere ist also eine bloße Vermuthung, die sich ihm bei genaue- rer Untersuchung gewiß nicht wuͤrde bestaͤtigt ha- ben. Es wird nur bei einer gewissen Beschaf- fenheit des Bodens und einem gewissen Ver- haͤltniß von Duͤnger zutreffen, daß man das Dop- pelte von dem ernte, was man ohne Duͤnger erhalten haͤtte. Ist der Boden schlecht und er- schoͤpft, worauf man ein solches comparatives Experiment anstellt, so wird man nach einer gu- ten Duͤngung (unter Voraussetzung einer gleich- falls guten, den Duͤnger mit dem Boden ver- bindenden Beackerung), mehr als das doppelte auf dem geduͤngten Stuͤck ernten. Ist der Bo- den aber gut und noch in kraͤftigem Zustande, so wird man nach der Duͤngung nicht das Dop- pelte von dem erwarten koͤnnen, was er ohne neuen Duͤnger noch zu tragen vermochte. Ich habe die Idee eines Maaßstabes um die Tragbarkeit des Bodens und die davon zu erwartenden Ern- ten, die Ausziehung, welche diese bewirkten, und das Verhaͤltniß, in welchem Duͤnger und sogenannte Ruhe und Brache, die erschoͤpfte Fruchtbarkeit ersetzen und vermeh- ren, nach Graden zu bestimmen , im 1sten Bande S. 236 meiner Grundsaͤtze der rationellen Landwirthschaft zuerst vorgetragen, und mich naͤchher uͤber diese Idee bestimmter er- klaͤrt, in den Bemerkungen vor dem 2ten Bande dieses Werkes, auch einige Saͤtze genauer und deutlicher zu bestimmen gesucht. Bei der Wichtigkeit dieser Sache, die ich fuͤr einen Grundpfeiler eines Lehrgebaͤudes unse- rer Wissenschaft halte, habe ich derselben fort- dauernd meine Aufmerksamkeit gewidmet, und alle mir zugekommenen Erfahrungen, und in die- ser Hinsicht von meinen Freunden — welche diese Idee lebhaft ergriffen hatten — mir gemachten Mittheilungen, an diesen Maaßstab gehalten, um einer richtigen Bestimmung der Grade fuͤr jeden Gegenstand naͤher zu kommen. Ich bin weit entfernt zu glauben, daß ich dadurch zu einer untruͤglichen Gewißheit gekommen sey, oder nur zu hoffen, daß ich in meinem Leben dahin kom- men werde. Je mehr man in der Erkenntniß von Dingen dieser Art fortschreitet, je mehr man weiß, desto mehr erkennt man, wie viel man nicht wisse. Aber fortgeschritten bin ich, und ich darf hoffen, daß ich andern, die nach mir kommen, einen Standpunkt gegeben habe, wor- auf sie sich zu hoͤheren und bestimmteren Ansich- ten auf dem weiten Felde der Erfahrung erhe- ben koͤnnen. Nur wuͤnsche ich, daß keiner ins Blaue hinaussehen, und Nebelgestalten fuͤr wirkliche Gegenstaͤnde annehmen moͤge. Es ist jetzt wohl unbezweifelt, daß der im Boden befindliche vegetabilisch-animalische Mo- der der Hauptnahrungsstoff der Pflanzen sey, in so fern sie solchen aus den Boden ziehen. Er ist es aber nicht in seinem erdigen Zustande, sondern nur in so fern, als er in milden Ex- tractirstoff und in Kohlensaͤure durch den Zutritt des Sauerstoffs uͤbergehet; denn nur in diesen beiden Gestalten kann, so viel wir jetzt wissen, sein Uebergang in den Pflanzen statt finden. Wenn also die eigentlichen rohen Erden nicht wirkliches Nahrungsmittel der Pflanzen sind, so wird doch durch sie die Wechselwirkung der im Boden enthaltenen eigentlichen Nahrungsstoffe unter einander, mit der Atmosphaͤre, und ihr Eintritt in die Organe der Pflanzen verschiedent- lich modifizirt, befoͤrdert oder zuruͤckgehalten. Wir ahnen daruͤber wohl manches, aber wir wollen hier nicht uͤber Ahnungen sprechen. Was wir gewiß genug wissen, ist, daß der thonige Boden den Humus und die Nahrungstheile der Pflan- zen fester an sich haͤlt, selbige, wenn sie nicht uͤber ein gewisses Verhaͤltniß hinausgehen, we- niger freiwillig der Vegetation uͤberliefert, son- dern dazu nur durch viele Lockerung und Luf- tung vermogt werden kann, dieser Boden also nicht leicht ganz von vergatabilischen Nahrungs- theilen erschoͤpft werden koͤnne. Wenn dies in- dessen einmal geschehen ist, durch starke Beacke- rung, durch aufloͤsende Duͤngungsmittel, Kalk, Mergel, Asche u. s. w., durch eine lange Folge von abwechselnden, sich alles aneignenden Fruͤch- ten, ohne ihm einen Ersatz von modernden Sub- stanzen zu geben, so erfahren wir auch, daß es schwerer halte, ihm seine Fruchtbarkeit wieder zu geben, als dem Sandboden, daß dazu eine ge- woͤhnliche Duͤngung nicht hinreiche, indem er sich mit den zersetzten Stoffen erst saͤttigen muß, bevor er die auf ihn gebaueten Pflanzen wieder reichlich ernaͤhrt. Dagegen wissen wir, daß der sandige, und vielleicht noch mehr der kalkige Bo- den, leicht alles abgiebt, was er in sich hat, wenn anders die zum Uebergange in den Pflan- zen nothwendige Feuchtigkeit nicht mangelt, daß er viel schneller erschoͤpft, daß er aber auch leich- ter durch eine maͤßige Duͤngung wieder zur Fruchtbarkeit gehoben werden koͤnne. Hieraus folgt, daß der Kraftgrad eines thonigten und eines sandigen Bodens, die beide in der naͤch- sten Ernte, bei einer beiden zusagenden Witte- rung, einen gleichen Ertrag geben wuͤrden oder gegeben haben, dennoch verschieden, bei jenem staͤrker, bei diesem schwaͤcher angenommen wer- den muͤsse; die Ausziehung aber, welche dieselbe Saat, nach Verhaͤltniß des Kraftgrades bewirkt, bei dem thonigen schwaͤcher, bei dem sandigen staͤrker. Die verschiedenen Fruͤchte erfordern, zu ih- rer Bildung und Vollendung, eine verschiedene Quantitaͤt aus dem Boden zu ziehenden Nah- rungsstoffes. Ueber manche Fruͤchte haben wir noch zu wenige Beobachtungen, um bestimmen zu koͤnnen, in welchem Verhaͤltnisse zur Masse ihres Produkts sie dieses thun. Aber bei den gewoͤhnlichen Getreidearten lehrt uns die, durch lange Aufmerksamkeit auf ihr Verhalten erlangte Erfahrung, daß sie den Nahrungsstoff wirklich in dem Verhaͤltnisse aus dem Boden anziehen (was aus der Erschoͤpfung, die sie auf ihn be- wirken, erhellet), in welchem sie naͤhrende Theile — Kleber, Staͤrkemehl und suͤßlich-schleimige Materie — in ihren Koͤrnern enthalten. Nach den, besonders von Einhof, Cro- me und andern angestellten und wiederholten Zerlegungen, finden sich bei der gewoͤhnlichen Guͤte und Ausbildung der Koͤrner, dem Ge- wichte nach, in 100 Theilen Weizen 77,4 Theile naͤhrender Materie. in 100 Theilen Roggen 70 Theile. in 100 Theilen Gerste 59,3 Theile. in 100 Theilen Hafer 58,4 Theile. Dies betraͤgt, dem Volum nach, in 1 Ber- liner Scheffel, Weizen von 93 Pfund — 72. Roggen von 80 Pfund — 56. Gerste von 61½ Pfund — 36. Hafer von 48 Pfund — 27,88. Und in diesem Verhaͤltnisse scheint es, daß eine gleiche Scheffelzahl uͤber die Einsaat gewon- nener Koͤrner, den Boden erschoͤpfe oder Nah- rungstheile daraus anziehe. Ich sage: uͤber die Einsaat . Denn es scheint, als ob jedes eingesaͤete Korn so viel Nahrungsstoff in den Acker bringe, um sich ein- mal selbst zu reproduziren; weswegen bei einer staͤrkeren, jedoch nicht uͤbermaͤßigen, und bei hoͤ- herer Kraft des Bodens Lagerung bewirkenden, Einsaat gegen eine schwaͤchere so viel mehr ge- wonnen werden wird, als jene mehr betrug. Da Da dies aber kein eigentlicher Gewinn ist, so werden wir hier durchaus nur von dem Ertrage uͤber die Einsaat sprechen, und nur diesen bei den Angaben verstehen. Ein Scheffel gewonnener Weizen erschoͤpft demnach den Boden so viel wie 2 Scheffel ge- wonnener Gerste, und 1 Scheffel Roggen ohn- gefaͤhr so viel als 2 Scheffel Hafer. Weizen und Roggen stehen aber ohngefaͤhr in dem Ver- haͤltnisse, wie 18 : 14, und in demselben Ver- haͤltnisse beinahe auch Gerste und Hafer. Wenn uns gleich analogische Induction auf diese Annahmen natuͤrlich fuͤhrte, so erschienen sie doch nur hypothetisch, bis die Erfahrung sie gerechtfertigt hat. Daß sie dies in einem hohen Grade thue, unternehme ich hier zu zeigen. Die Ausziehung, die eine Saat bewirkt, koͤnnen wir daraus abnehmen, daß die darauf folgende, unter uͤbrigens gleichen Umstaͤnden, so viel weniger giebt, als sie wuͤrde gegeben haben, wenn jene nicht vorhergegangen waͤre. Die Aus- ziehung der zweiten Saat wieder aus dem, was eine dritte weniger giebt, als sie wuͤrde gegeben haben, wenn sie unmittelbar auf die erste gefol- get waͤre, und so fort. 17 Daß dieses Ausziehungs-Vermoͤgen der Fruͤchte nicht aus einzelnen Beobachtungen, son- dern nur aus der großen Masse von Erfahrun- gen, die wir daruͤber haben, und aus großen Durchschnitten gefolgert und bestimmt werden koͤnne, versteht sich von selbst. Selbst compara- tive und mit großer Genauigkeit angestellte Ver- suche koͤnnen nicht zuverlaͤssig entscheiden, bevor sie viele Male wiederholt sind, weil sie aus ei- nem Jahre in das andere uͤbergehen, und die Jahresfruchtbarkeit — die sich nicht immer nach der Witterung bestimmen laͤßt — auf den Er- trag, mithin auf die Anziehung der Ernten, ei- nen betraͤchtlichen Einfluß hat. Die Saͤtze, welche wir aus dem Durchschnitt der Beobach- tungen abgezogen haben, erhalten aber durch je- den einzelnen, mit ihnen uͤbereinstimmenden Fall eine groͤßere Bestaͤtigung. Die Anziehungskraft einer jeden jener Ge- treidearten steht im Verhaͤltniß mit den nahr- haften Theilen, die in einer, ihrem Standpunkte angemessenen Mittel-Ernte gewonnen werden. Die Anziehung selbst, welche durch diese, jeder Frucht eigenthuͤmlichen Anziehungskraft be- wirkt wird, steht aber im Verhaͤltniß mit den naͤhrenden, d. h. aufloͤsbaren Theilen, die im Boden befindlich sind. Da dies nur jedoch unter der Bedingung einer, der Vegetation jeder Frucht angemessenen Feuchtigkeit und Temperatur, vielleicht auch an- derer noch nicht ergruͤndeter aͤußeren Potenzen, der Fall ist; so laͤßt sich die Anziehung selbst, und ihr Verhaͤltniß zur Kraft des Bodens, nicht aus einzelnen Faͤllen, sondern aus dem Durch- schnitt aller gesammelten Beobachtungen abneh- men. Daß ein solcher Durchschnitt, der viel- leicht auf keinen einzigen einzelnen Fall genau paßt, dem sich die meisten einzelne Faͤlle aber annaͤhern, wirklich statt finde, erkennen alle Em- piriker an, indem sie einen gewissen Ertrag, des- sen ein Boden faͤhig sey, annehmen. Auch hat schon der scharfsinnige Uhden , in seiner Ab- handlung uͤber die Ordnung der Frucht- preise 1750, nach zweihundertjaͤhrigen Erfah- rungen, gezeigt, daß der Durchschnitt der Ern- ten in einer Reihe von 7 Jahren fast immer gleich sey, mithin der Korn-Ertrag, den ein Land nach dem Verhaͤltnisse seiner Kultur — die wie- der von seinem Bedarf abhaͤngt — gebe, in sol- chen Zeitraͤumen sich gleich bleibe, obwohl ein- zelne Jahre den Ausfall oder den Ueberschuß des andern uͤbernehmen muͤssen. Eine Thatsache, die sich auch seitdem immer bestaͤtigt hat. Ich habe es unternommen, einen Maaß- stab zur Bestimmung der im Boden befindli- chen Kraft, des Anziehungs-Vermoͤgens jeder Frucht, und der Kraftgrade, die zur Bildung eines Scheffels jeder Getreideart erforderlich sind, zu bilden. Haͤtten wir fruͤher einen solchen Maaßstab gehabt, so wuͤrden wir unsere Beob- achtungen laͤngst daran gehalten, uns mehr ver- staͤndiget, und die Erfahrungen uͤber die Frucht- barkeit des Bodens genauer berichtiget haben. — Wie schwankend waren die Begriffe uͤber die Temperatur, ehe wir einen Waͤrmemesser hatten! nur mittelst desselben haben wir uns daruͤber ver- staͤndigen koͤnnen. — Der Maaßstab mag immer derselbe bleiben oder veraͤndert werden; es kommt nur darauf an, den Begriff von der relativen Kraft des Bodens in Zahlen auszudruͤcken. Was ich aber in den Grundsaͤtzen der rationellen Landwirth- schaft an den angefuͤhrten Orten nicht genug be- ruͤcksichtigt habe, ist die oben bemerkte verschie- dene Tenazitaͤt des Bodens fuͤr den vegetabili- schen Nahrungsstoff. Wenn ich dort die Kraft eines Bodens, der per Morgen 5 Scheffel uͤber die Einsaat in einer Mittel-Ernte lieferte = 100 setzte, (indem die Anziehung der Roggensaat = 30 von 100 waͤre, und zur Bildung eines Schef- fels Roggen = 6 erfordert wuͤrden), so ist das nur von einem milden, warmen Mittelboden, oder sandigen Lehmboden (der 30 — 40 pr. C. abschwemmbarer Erde und 60 — 70 pr. C. Sand enthaͤlt), von Boden, der den Practikern unter dem Namen des Gerstbodens bekannt ist, zu verstehen. Hat der Boden wegen eines star- ken Thongehalts eine groͤßere Tenazitaͤt, so giebt er der Roggensaat von 100 vielleicht nur 20 ab, und wenn er dennoch 5 Scheffel vom Morgen, bei einer gewoͤhnlichen guten Behandlung, lie- fert, die 30 zu ihrer Bildung erfordern, so moͤchte wohl eine Kraft = 150 in ihm anzu- nehmen seyn. Es scheint zwar beim ersten Anblick von keiner Bedeutung zu seyn, ob ich einem Boden, der 5 Scheffel Roggen per Morgen uͤber die Einsaat giebt, 100 oder 150 Gr. Kraft, und dem Roggen in jenem Falle eine Anziehung von 30, in letzterem von 20 beimesse. Allein in jenem Falle behaͤlt er, nach abgenommener Roggen-Ernte, nur 70 Grad, in diesem 120 Grad zuruͤck. Nun moͤgen auch die folgenden Saaten gleiche Ernten geben, indem die Anzie- hung derselben in demselben umgekehrten Ver- haͤltnisse mit der Tenazitaͤt des Bodens steht. Der zuruͤckhaltende Boden behaͤlt am Ende aber doch einen hoͤheren Kraftgrad, oder, was einer- lei ist, mehr vegetabilischen Nahrungsstoff in sich, als der leichtabgebende, und wenn aus diesem gar nichts mehr zu ziehen ist, so kann jener durch eine sehr aufschließende Behandlung, durch irgend eine staͤrker anziehende Frucht, oder durch aufloͤsende Mittel noch zu einigem Ertrage ge- bracht werden. Ich sage: er kann dazu gebracht werden und wird oft dazu gebracht, ohnerachtet es auf die Folge vielleicht eben so nachtheilig wird, weil er nun einen um so staͤrkeren Ersatz erfordert, bevor er wieder zu der Kraft gehoben werden kann, in welcher er einen Ertrag von 5 Scheffel Roggen uͤber die Einsaat zu geben vermag. Bei einer gewoͤhnlichen Behandlung behaͤlt er die Kraft sich zu begrasen und dadurch zu verstaͤrken. Es ist hier nicht meine Absicht, diese Ma- terie zu erschoͤpfen. Ich erwarte vielmehr noch Aufschluͤsse uͤber das Verhalten des sehr binden- den Bodens, von mehreren Freunden, die mir solche zu geben uͤbernommen haben, weil ich nie viele Gelegenheit hatte, ihn selbst nachhaltig zu beobachten. Nur auf den Mittelboden, den ich immer vor Augen hatte, beschraͤnke ich mich hier, und ich habe das vorgedachte nur angefuͤhrt, um Mißverstaͤndniß zu vermeiden, und um nicht zu einer gar zu allgemeinen Annahme der folgenden Positionen zu verleiten. Fuͤr diesen Mittelboden, der zwischen 30 bis 40, allenfalls 45 pr. C. abschwemmbare Theile, uͤbrigens Sand, auch wohl 1 — 2 pr. C. kohlensauren Kalk enthaͤlt, der locker, leicht zer- fallend, doch nicht ohne Bindung ist und eine was- serfreie Lage hat, nehme ich unter der Bedingung einer gewoͤhnlichen aber guten Beackerung fol- gende Saͤtze an: Es ziehet aus von 100 Grad Kraft oder von 100 Theilen des im Boden enthaltenen ve- getabilischen Nah- rungsstoffes. der Weizen 40 — der Roggen 30 — die große Gerste 25 — der Hafer 25 — Es erfordert 1 Scheffel per Morgen an aus- gezogenen Nahrungs- stofftheilen oder Graden 8 — 6 — 4 — 3 — Das heißt, wenn 100 Grade Kraft oder 100 Theile Nahrungsstoff im Boden sind, so giebt der Weizen 5 Scheffel uͤber die Einsaat. der Roggen 5 ″ ″ ″ ″ die Gerste 6,25 ″ ″ ″ ″ der Hafer 8,33 ″ ″ ″ ″ Und umgekehrt sage ich: wenn die benann- ten Getreidearten das benannte Maaß vom Mor- gen geben, so habe der Boden 100 Grad Kraft. Das, was eine Ernte, nach dem Ertrage, den sie giebt, ausziehet, verliert der Boden an Kraft. Von dem bleibenden zieht dann die fol- gende Ernte in demselben Verhaͤltnisse aus, und giebt die daraus hervorgehende Scheffelzahl. Ich wiederhole aber, daß dieses nur im Durchschnitt der Jahre anzunehmen sey; eine sehr guͤnstige Witterung kann die Anziehung be- foͤrdern und einen staͤrkeren Ertrag bewirken; eine unguͤnstige kann jene laͤhmen und den Er- trag vermindern. Hier entsteht nun die Frage: bleibt nach einer schlechteren Ernte um so viel mehr Kraft im Boden, und wird nach einer besseren die Kraft um so staͤrker erschoͤpft? — Ich glaube allerdings! Dagegen wollen nun zwar verschiedene be- merkt haben, daß nach einer guten Winterungs- Ernte haͤufig eine gute Sommerungs-Ernte, und nach einer schlechten eine schlechte folge. Daß das im allgemeinen nicht richtig sey, erhellet von selbst, wenn man nur die Geschichte der Ernten von 30 — 40 Jahren durchgehet. In einzelnen Faͤllen aber mag es wahr seyn und laͤßt sich na- tuͤrlich erklaͤren. Wenn bei der Dreifelder-Wirth- schaft, wovon in diesen Faͤllen die Rede ist, die Brache wegen unguͤnstiger Witterung, oder auch aus Nachlaͤssigkeit, nicht gehoͤrig bearbeitet, der Boden nicht gepulvert, geluͤftet, von Saamen und Wurzelunkraut nicht gereinigt wurde, dar- aus eine schlechte Winterungs-Ernte erfolgte, wobei sich das Unkraut noch vermehrte, dies bei der Sommerungs-Bestellung nicht ersetzt wurde, so wird alle Kraft des Ackers keine gute Soͤm- merung hervorbringen. War dagegen die Brach- bearbeitung sehr fleißig und gluͤcklich, so hilft das auch noch der Soͤmmerung auf. Indessen glaube ich doch, daß bei einer gleichen Duͤngung im ersten Fall mehr Kraft im Acker bleibe, und wenn dann eine vollkommenere Bearbeitung ge- geben wird, der Ertrag nach der folgenden Bra- che um so staͤrker sey; den Fall jedoch ausge- nommen, daß eine so große Menge saamen- tragenden (besonders oͤhlhaltigen) Unkrauts auf- gekommen sey, die den Boden statt des Getrei- des erschoͤpfen konnte. Es ist eine sehr haͤufige Bemerkung, daß wenn Acker aus der Hand ei- nes schlechten Bebauers, ohne jedoch in der Duͤn- gung vernachlaͤssigt zu seyn, in die Hand eines fleißigen Bebauers uͤbergehet, der Ertrag oft be- wundernswuͤrdig sey. Denn bei der schlechten Bestellung haͤufte sich die Kraft darin an. Ueber andere Fruͤchte aus der Klasse der Graͤser fehlt es uns noch an zureichenden Er- fahrungen. Ich glaube aber, daß sie ebenfalls im Verhaͤltniß ihres Ertrages und der darin ent- haltenen nahrhaften Theile erschoͤpfen. Von der Hirse ist es allgemein anerkannt, daß sie stark ausziehe, und eben so von dem Mais, der nicht ohne starken Duͤnger — es sey denn in sehr reichem Niederungsboden — gebauet werden kann, und ihn auf sandigem Boden, wenn er recht zur Vollkommenheit gelangt, sehr ausziehet; wie das nach Verhaͤltniß seines Ertrages ganz natuͤr- lich ist. Aber mit Fruͤchten anderer Natur und ganz verschiedener Organisation verhaͤlt sichs anders. Wohl alle Pflanzen ziehen einen Theil ihrer Nahrung durch die Wurzeln aus dem Boden, und ein anderer Theil durch die Blaͤtter aus der Atmosphaͤre; aber das Verhaͤltniß, worin sie sich ihren Nahrungsstoff auf die eine oder die andere Weise aneignen, ist sehr verschieden. Einige Pflanzen ziehen den beiweitem groͤßten Theil aus der Atmosphaͤre, und gedeihen daher auf dem duͤrresten, magersten Boden, wie das Hauslauch auf den Ziegeldaͤchern; andere nehmen den groͤß- ten Theil aus dem Boden, und zu diesen gehoͤ- ren die Graͤser, vor allen die, welche um ihres starken Saamens willen gebauet werden; wie schon daraus abzunehmen ist, daß ihr Blatt-Or- gan in Verhaͤltniß dieses Saamens sehr klein ist, und groͤßtentheils verdorret, wenn der Saa- men sich bildet und dazu am meisten Nahrungs- stoff erfordert. Zu denen aber, welche ihre Nah- rung auf beiden Wagen, vielleicht in gleicher Staͤrke erhalten, gehoͤren Die Huͤlsen-Fruͤchte . Sie tragen zwar auch eine starke Masse von nahrhaftem Saamen, aber ihr Blattorgan ist im Verhaͤltniß zu dem- selben auch stark, aͤußert sichtbarlich eine große Thaͤtigkeit, und erhaͤlt sich darin, bis die Saa- men vollstaͤndig sind. Allerdings nehmen sie auch nothwendige, integrirende Bestandtheile aus dem Boden, denn auf einem mageren Boden gedei- hen sie nicht. Aber im Verhaͤltniß des Ertra- ges, den sie an Korn und Stroh geben, erschoͤp- fen sie den Boden nicht, und entziehen ihm von den, besonders fuͤr die Cerealien geeigneten Nah- rungstheilen wenig. Dies hat schon uralte Er- fahrung die Ackerbauer gelehrt; denn wenn sie die nachtheilige Wirkung von mehr als zwei nach einander gebaueten Getreidesaaten erkannten, so wußten sie, daß sich der Boden unter einer Huͤl- senfrucht erhole, und gewissermaßen neue Kraͤfte fuͤr die folgenden Getreide-Ernten wieder sammle. Auch bezeugt es die allgemeine Erfahrung, daß die folgenden Getreidesaaten um so besser gedei- hen, je staͤrker und dichter die Huͤlsenfruͤchte stan- den, daß man sich dagegen weniger von jenen versprechen duͤrfe, wenn diese mißrathen sind. Hieraus haben einige gefolgert, daß diese Fruͤchte dem Boden mehr wiedergaͤben, als sie ihm ent- zoͤgen. Dies laͤßt sich jedoch nicht behaupten. Daß das Getreide nach einer Huͤlsenfrucht-Ernte besser als nach einer andern Getreide-Ernte ge- deihe, beweiset nur, daß jene weniger erschoͤpfe als diese. In dem betraͤchtlichen Blaͤtterabfall und in den roͤhrigen Wurzeln hinterlassen auch die Huͤlsenfruͤchte dem Boden mehr modernde Substanz als das Getreide, uͤberdem aber den Boden in einem mehr gelockerten Zustande. Die dichte Bedeckung und der Schatten, den sie ihm gaben, hielt die sich darunter entwickelnden Graͤ- ser mehr beisammen und in Beruͤhrung mit der offenen Erdkrume, so daß sie mit dieser in Wech- selwirkung treten konnten; woraus sich besonders die bessere Wirkung einer dichtstehenden Huͤlsen- frucht, vor der einer duͤnnern, erklaͤren laͤßt. Wie sehr die Oberflaͤche des Bodens durch eine dichte Huͤlsenfrucht, wie man es nennt, bebruͤtet werde, beweiset das schnelle und kraͤftige Begruͤ- nen der Stoppel; welches jedoch vor dem Um- bruche abzuwarten, aller Erfahrung nach, nicht rathsam ist. Auf der andern Seite ist es jedoch nicht zu laͤugnen, daß man in den folgenden Ernten einen Abschlag verspuͤre, wenn statt der Brache eine Huͤlsenfrucht gebauet worden, und daß man ihr daher einige Aussaugung beimessen muͤsse. Diese Aussaugung kann aber nicht, wie bei dem Getreide, verhaͤltnißmaͤßig mit der im Acker be- findlichen Kraft und der dadurch bewirkten staͤr- keren Ernte angenommen werden, weil dies ge- gen die anerkannte Erfahrung streiten wuͤrde, daß eine starke Huͤlsenfrucht wohlthaͤtiger fuͤr den Acker ist, als eine schwache. Wir nehmen da- her, ohne Unterschied des Kraftgrades, worin sich der Boden befindet, die Aussaugung einer Huͤl- senfrucht = 15 an; wobei, in Vergleichung mit der Brache, dann noch die Kraftvermehrung weg- faͤllt, die wir dieser unten beimessen werden. Wenn aber eine Huͤlsenfruchtsaat beim Auf- bluͤhen gruͤn abgemaͤhet wird, dann kann ihr keine Aussaugung, es muß ihr vielmehr einige Verbesserung des Bodens beigemessen werden. Ich weiß zwar, daß einige behauptet haben, es mache dies keinen Unterschied; aber diese Be- hauptung finden wir hier fast alljaͤhrig wider- legt, da ein Theil der Wicken gruͤn, der andere reif abgemaͤhet wird, und im folgenden Jahre das, an der Stelle der ersteren stehende Getreide, immer einen, schon auf dem Halme sichtbaren, aber noch mehr beim Ausdrusch sich ergebenden, Vorzug hat. Einer meiner scharfsinnigsten Freunde, der Winterung nach einer vollkommenen Brache und nach Erbsen bauet, hat mir die Bemerkung mit- getheilt, daß letztere, im Ansehen auf dem Hal- me und in der Staͤrke des Strohes, erstere oft uͤbertroffen, im Ausdrusch aber nachgestanden habe. Bei mir ergiebt sich gewissermaßen das- selbe, wenn ich den Roggen nach Klee und nach Erbsen mit einander vergleiche. Letzterer giebt mehrentheils einen staͤrkeren Einschnitt, aber aus gleichem Stroh betraͤchtlich weniger an Koͤrnern. Buchweizen setze ich, in seiner Wirkung auf den Boden, den Huͤlsenfruͤchten gleich. In der Regel steht der nach ihm folgende Roggen, gegen den nach der Brache, etwas zuruͤck. Ueber die Aussaugung der Oelsaaten, wozu ich auch den Lein rechne, sind die Meinungen sehr getheilt. Ich habe selbst zu wenig eigene Erfahrung daruͤber. Aber nach der Summe al- ler Erfahrungen scheint es wohl gewiß, daß sie wenigstens gleich dem Weizen aussaugen. Die- jenigen, welche dies laͤugnen, weil sie darnach sehr guten Weizen und Roggen bauen, bedenken nicht, daß sie zu jenen Fruͤchten den besten Bo- den und den staͤrksten und fettesten Duͤnger neh- men. Auch ist es gewiß, daß der Bau dieser Fruͤchte den Boden trefflich zum Getreide vor- bereite; aber die Erschoͤpfung laͤßt sich in der Folge zu deutlich verspuͤren, wenn sie nicht durch einen staͤrkeren Duͤngerstand ersetzt werden kann. Vor allem ist die Frage, in wiefern die Kartoffeln den Boden aussaugen, neuerlich in Anregung gekommen, und mit Heftigkeit daruͤ- ber gestritten worden; indem einige behaupten, daß sie sehr stark, andere, daß sie gar nicht aus- soͤgen. Diejenigen, welche ersteres behaupten, be- ziehen sich vornehmlich auf den schlechten Rog- gen, der darnach waͤchst. Dies gebe ich ihnen, mit allen erfahrenen Kartoffelbauern, als eine unbezweifelte Thatsache zu. Allein es ruͤhrt nicht von der Erschoͤpfung des Bodens her, sonst koͤnnte keine so ausgezeichnete Gerste, und dann, nach einer Zwischenfrucht, so koͤrnerreicher Weizen und Roggen darauf wachsen. Wenn die auf die Kartoffeln folgende Gersten-Ernte, mit der nach dem Klee ohne neue Duͤngung wachsende Win- terungs-Ernte, zusammen genommen wird, so uͤbertrifft der Ertrag oft den, der von einer, auf reine Brache folgenden Winterung und Gerste zusammen genommen, gewonnen werden kann. Hiervon kann Moͤglin alljaͤhrig den uͤberzeugend- sten Beweis aufstellen. Daß der Roggen also nach Kartoffeln schlecht geraͤth, muß von einer unerklaͤrbaren Abneigung des Roggens gegen diese Vorfrucht — wovon wir aber mehrere Beispiele im Pflanzenreiche haben — herruͤhren; wenn es anders wahr ist, was einige behaupten, was ich aber nicht entscheiden kann, daß Weizen, au auf angemessenem Boden, besser darauf gerathe. Sonst erklaͤre ich mir die Sache so, daß durch die Kartoffeln das gehoͤrige, dem Kornbau zusa- gende Verhaͤltniß der elementarischen Stoffe des Humus gestoͤrt werde, und daß dieses durch Hin- zutreten des Sauerstoffs wieder hergestellt wer- den muͤsse, bevor eine Kornsaat recht darauf ge- deihen koͤnne, weswegen alle unmittelbar einge- brachte Winterungssaat kraͤnklich wird. Man hat gesagt, daß selbst nach meiner Aeußerung, die Aussaugungen im Verhaͤltniß mit den nahrhaften Theilen einer Frucht stehen. Vom Getreide glaube ich dies, der Erfahrung nach. Aber auf die Kartoffeln kann dies un- moͤglich, noch weniger als auf die Huͤlfenfruͤchte, Anwendung finden. Denn eine Mittel-Ernte von Kartoffeln giebt hier im Durchschnitt 80 Scheffel uͤber die Einsaat vom Morgen. Drei Scheffel Kartoffeln aber sind in ihren nahrhaften Theilen gleich einem Scheffel Roggen; folglich jene Ernte gleich der von 26⅔ Scheffel Roggen. Wenn wir nun die Ausziehung eines Scheffels Roggen vom Morgen = 6 angenommen haben, so muͤßte die Ausziehung einer Kartoffel-Ernte = 160 seyn; eine Kraft, die der Boden, wo Kartoffeln mit Erfolg gebauet werden, oft nicht 18 hat, und die, wenn sie vorhanden waͤre, total durch sie erschoͤpft werden muͤßte, was doch kei- neswegs der Fall ist. Die Absurditaͤt dieser Be- hauptung liegt daher zu Tage. Dennoch kann ich auch nicht der Meinung derer beistimmen, die sie — wie unter andern Herr Staͤudinger in Flotbeck — von aller Aussaugung freisprechen. Ich habe bei meiner 30jaͤhrigen Beobachtung des Kartoffelbaues im- mer meine Aufmerksamkeit auf diesen Umstand gerichtet, und viele comparative Versuche, theils absichtlich, theils zufaͤllig daruͤber angestellt. Denn es trifft sich haͤufig, daß ein Theil des zu Kar- toffeln bestimmten Ackers nicht damit belegt, dann entweder mit Huͤlsenfruͤchten bestellt, oder als reine Brache — letzteres zwar nur selten — behandelt wurde. War beides gleich stark ge- duͤngt, so zeichnete sich die ganze Reihe der fol- genden Saaten auf der Stelle etwas aus, wo keine Kartoffeln gestanden hatten. Wenn aber, wie mehrentheils geschah, der nicht mit Kartof- feln zu bestellende Theil des Schlages auf den Morgen 2 Fuder Mist weniger erhielt, so waren die Ernten von diesen Stellen durchaus nicht besser, wie nach den Kartoffeln, standen dagegen wohl etwas zuruͤck. Auf diese wiederholte Beobachtung fußend, nehme ich die Aussaugung einer Kartoffeln-Ernte gleich der Restauration an, die 2 Fuder Mist a 20 Ct. geben, also wie wir hoͤren werden = 30. Ich mache keinen Unterschied zwischen einer, allerdings von dem Kraftzustande des Bodens mit abhaͤngender, staͤrkern oder schwaͤchern Kar- toffel-Ernte, weil ich gefunden habe, daß Kar- toffeln, die bei guͤnstiger Witterung einen star- ken Ertrag gaben, bessere Nachfruͤchte hatten, als die, welche einen geringen bei unguͤnstiger gaben. Andere haben dasselbe beobachtet. Je- doch gebe ich zu, daß ein sehr bereicherter Bo- den, und der deshalb Kartoffel-Ernten von 150 bis 200 Scheffel giebt, dadurch staͤrker ausgeso- gen werde. Daß die Kartoffeln den Haupttheil ihrer Nahrung durch ihr Kraut anziehen, erhellet auch daraus, daß sie sogleich im Wachsthum ihrer Bollen stehen bleiben, und durchaus nicht mehr zunehmen, sobald man ihnen das Kraut genom- men hat. Schneidet man ihnen das Kraut fruͤh, und wenn sie es wieder austreiben, wiederholt ab; so setzen sie gar keine Bollen an, sondern machen nur einen gewaltigen Wulst von Wur- zeln. Auch jede Verkuͤrzung des Krauts thut ihnen Schaden, und von dem einmal empfohle- nen Abschneiden der Bluͤte hat man bei wieder- holten Versuchen nur Nachtheil verspuͤrt. Daß sie jedoch einen integrirenden Theil aus dem Bo- den nehmen muͤssen, hat keinen Zweifel. So sehr ich meine Aufmerksamkeit darauf gerichtet habe, ob in Ansehung der Wirkung auf die Nachfruͤchte ein Unterschied zwischen Kar- toffeln, Steckruͤben, Moͤhren, Runkeln, Wasser- ruͤben u. s. f. zu verspuͤren waͤre — wozu ich haͤufig Gelegenheit hatte, da alles dies neben einander auf meinem Hackfruchtschlage gebauet wurde — so habe ich doch keinen entschiedenen entdecken koͤnnen. Nur wenn gedrillete Bohnen hierher kamen, so ward die darauf folgende Gerste besser; haͤufiger aber ward, wenn sich die Stelle der Muͤhe verlohnte, Weizen darnach gebauet, der immer vortrefflich ward, wohl aber einigen Ruͤckschlag des auf den Klee folgenden Roggens bewirkte. Es ward dazu aber immer das beste Land genommen. Dagegen habe ich sehr schlechte Gerste auf den Stellen gehabt, wo zuweilen Mais als Hackfrucht gebauet wurde. Dies ge- schah zwar nur auf den sandigsten und trocken- sten Stellen, die aber in der Duͤngung besonders beguͤnstigt wurden. Daß der rothe Klee , selbst wenn er zwei Jahre hinter einander gemaͤhet und abgefahren wird, die Kraft des Bodens nicht auszehre, son- dern noch verstaͤrke, glaube ich daraus mit Si- cherheit abnehmen zu koͤnnen, daß der nach ihm gebauete Weizen und Roggen den im Ertrage uͤberwiegt, den ich auf meinem Boden unmittel- bar nach einer geduͤngten Brache erwarten koͤnnte. Er kommt hier doch erst im fuͤnften Jahre nach der Duͤngung, und, wenn ich den Klee nicht rechne, in dritter Tragt. Unmittelbar nach der Gerste koͤnnte ich ihn unmoͤglich so haben. Frei- lich ist der Klee im zweiten Jahre oͤfterer nur beweidet worden, und also der Weideduͤnger hin- zugekommen, manchmal der erste Wuchs gemaͤ- het, der zweite abgeweidet. Ein Theil hat im ersten oder im zweiten Jahre immer Saamen getragen, und diese Stellen habe ich — andere moͤgen daruͤber sagen, was sie wollen — bestimmt in der Winterung schlechter gefunden. In dem letzten Jahre, muß ich doch bemerklich machen, habe ich dem Klee, der Weizen tragen sollte, eine ganz schwache Nachduͤngung von 2½ Fuder per Morgen gegeben, weil ich mir eine kraͤftige Weizen-Ernte sichern wollte. Nach meinen Erfahrungen kann ich also dem Klee, selbst dem in vollig gruͤnen Zustande zweimal gemaͤheten und abgefahrenen, keine an- dere Wirkung und keine geringere Verbesserung der Bodenkraft in jedem Jahre beimessen, als die man dem jaͤhrigen Dreischliegen, nach den Er- fahrungen der Koppel-Wirthschaft, zuschreibt, naͤmlich, daß sie gleich sey der Auffuhr von ei- nem Fuder Mist. Die abgefallenen Blaͤtter, der untergepfluͤgte oder vermodernde dritte Wuchs, muͤssen dem Acker mehr wiedergeben, als ihm die beiden ersten Schnitte entzogen haben Wird der Klee abgeweidet, so ist die reichliche Weide, in Ansehung der Duͤnger-Erzeugung und Kraft- Vermehrung, wohl mehr werth; ich habe aber keinen Unterschied gemacht, und den Zuwachs, den der Acker durch den Klee erhaͤlt, in jedem Jahre, in den unten folgenden Berechnungen, = einem Fuder Mist oder = 15 angenommen. Die ausgesogenen Nahrungstheile muͤssen dem Boden, wie allgemein anerkannt ist, durch die Aufbringung verwesender thierischer und ve- getabilischer Stoffe, ersetzt werden. Wenn an- dere Duͤngungsmittel hoͤchst wahrscheinlich nur dadurch, daß sie mit der im Acker befindlichen, aber unaufloͤslichen Moder-Erde in Wechselwir- kung treten, und sie in vegetabilischen Nahrungs- stoff umwandeln, eine Zeitlang helfen und eine sehr auffallende Wirkung thun, so ist diese doch nur beschraͤnkt, und kann ohne vorhergegangenen Ersatz der modernden Substanz nicht mit Nuz- zen wiederholt werden. Als wirklicher Duͤnger kommt der aus thierischen Excrementen und Stroh, oder andern vegetabilischen Abfaͤllen, be- stehende Stallmist am haͤufigsten vor, und von diesem haben wir die meisten Erfahrungen: wes- wegen wir von diesem die Kraftvermehrung, die er dem Acker giebt, am sichersten bestimmen, und damit die Wirkung anderer Duͤngungsmittel dann vergleichen koͤnnen. Stallmist und Stallmist ist aber sehr ver- schieden. Hier ist die Rede von solchem, der bei einer reichlichen nahrhaften Futterung, und einer nur so eben zum Aufnehmen der Excremente zu- reichenden Einstreuung, gewonnen wird. Ein magerer Stallmist, der entsteht, wenn Stroh in Menge in den Stall und auf den Misthof ge- bracht, nur mit wenigen, beinahe auch nur durch Strohfutterung erzeugten Excrementen beschwaͤn- gert, und dann nur durch waͤsserige Theile zur Faͤulung gebracht wird, kann jenem nicht gleich geachtet werden; am wenigsten, wenn nur das Volum, nicht das Gewicht — welches bei fet- tem Miste sehr viel staͤrker ist — beachtet wuͤrde. Ob der Mist mehr oder weniger zersetzt sey, macht allerdings auch einen Unterschied; doch ist dieser Unterschied minder erheblich bei fettem als bei magerm Miste. Voͤllige Gleichartigkeit in dieser Hinsicht wird nur da zu bewirken seyn, wo man ihn auf schweizerische Art behandelt. Ich habe mich aber uͤber die Behandlung des Mistes auf meinem Hofe erklaͤrt einen so be- handelten Mist nehme ich an. Auch mein Schaf- mist ist fett. Der Mist wird nur nach Fudern geschaͤtzt und angegeben. Ein vierspaͤnniges Fuder, wie es ohne besondere Anstrengung der Pferde ge- woͤhnlich ausgefahren wird, ist mehrere Male ge- wogen worden, und man fand dessen Gewicht jedesmal etwas uͤber 20 Centner oder 2200 Pfd. Ochsen-Fuder oder dreispaͤnnige Fuder sind auf solche Normal-Fuder reduzirt. Sind die Wege gut und ist der Mist trocken, so wird staͤrker ge- laden, und ein solches starkes Fuder ergab ein Gewicht von 2600 Pfund. Bei schlechten We- gen und bei regnigtem Wetter wird die Ladung leichter gemacht, und der wahre Gehalt ist ge- ringer. Wenn das auffallend ist, so wird auch darnach eine Reduction bei der Anrechnung vor- genommen, aber Genauigkeit ist mir bisher un- moͤglich gewesen, ich kann es aber in Pausch und Bogen als richtig annehmen. Wahrschein- lich ist mir’s, daß die Fuder im Durchschnitt ehe mehr als weniger gewogen haben, besonders in den letzteren Jahren. Das Volum eines solchen Fuders betraͤgt etwa 42 Kubikfuß. Wenn ein Morgen Landes in dem Zustande ist, daß er 3 Scheffel Roggen oder 2 Scheffel uͤber die Einsaat geben wuͤrde, so giebt er mit 4 solchen Fudern Mist befahren 5 Scheffel uͤber die Einsaat. Die 3 Scheffel, welche er mehr giebt, sind mithin durch diese Duͤngung bewirkt. Nun wird, nach dem oben angenommenen Ver- haͤltnisse, fuͤr jeden Scheffel per Morgen eine Kraft = 6 erfordert, und der Roggen zieht von 100 im Boden befindliche Kraft 30 an. Die Kraft des Bodens muß also durch diese 4 Fu- der Mist um 60 vermehrt seyn; folglich giebt ein solches Fuder auf 1 Morgen eine Kraftver- mehrung = 15. Diese Kraftvermehrung neh- men wir also von einem Normal-Fuder fetten Stallmist per Morgen an. Es habe der Boden, wie oben gesagt, vor der Duͤngung = 40 Kraft, d. h. er sey noch vermoͤgend 2 Scheffel uͤber die Einsaat zu pro- duziren. Man giebt ihm per Morgen 4 Fuder Mist, und seine Kraft ist = 100. Davon giebt er 5 Scheffel uͤber die Einsaat. Diese ziehen aus = 30. Er behaͤlt also = 70. Man saͤet Gerste ein, und diese zieht aus = 25 von Hundert; also von 70 = 17,5. Sie giebt hiervon, da fuͤr den Scheffel = 4 er- fordert wird, 4,375 Scheffel. Man laͤßt nach einer Brache, der, wie wir hoͤren werden, eine Kraftvermehrung von (= ½ Fuder Mist) = 7,5 beizumessen ist, wieder Roggen folgen. Dieser kommt in eine Kraft von 70 — 17,5 + 7,5 = 60; er ziehet da- von aus a 30 pr. Ct. = 18, und giebt davon 3 Scheffel uͤber die Einsaat. Es bleibt im Boden eine Kraft von 60 — 18 = 42. Man nimmt aber noch eine Hafer- Ernte. Diese ziehet aus 25 pr. C., also von 42 = 10,5, und nachdem sie davon gegeben hat 3,5 Scheffel, behaͤlt der Boden eine Kraft = 31,5. Der Boden hat also bei dieser Bestellung verloren an Kraft = 8,5. Dies soll hier lediglich zum Beispiel der Berechnungsart dienen. Die Kraft des Bodens wird nach allge- meiner Erfahrung in einem gewissen Verhaͤltnisse restaurirt, wenn er sich begraset und zur Vieh- weide dient. Man hat dies den Kraft-Ersatz durch Ruhe genannt. Aber Ruhe ist es hier nicht, was die Kraft vermehrt; sondern es ist der Graßwuchs, der in dem Boden entweder vermodert, oder der ihm von dem Weidevieh ani- malisirt zuruͤckgegeben wird. Man hat bei der Koppelwirthschaft erfah- rungsmaͤßig und ziemlich einstimmig angenom- men, daß ein jaͤhriges, zur Weide- — Dreisch- — Liegen, die Kraft des Bodens gleich einem Fuder Mist auf dem Morgen vermehre. Dies steht aber im Verhaͤltniß mit dem Graßwuchse, den eine solche Dreischweide hervorbringt, und dieser mit der Kraft des Bodens, womit er nie- dergelegt ward. Ein sehr erschoͤpfter Boden wird einen schwachen Graßwuchs und Weide geben, und dabei wird sich dann seine Kraft wenig ver- mehren. Soll die Kraftvermehrung durch ein- jaͤhriges Dreischliegen der Wirkung eines guten Fuders Mist gleich geschaͤtzt werden, so muß der Acker wenigstens in einem Kraftgrade = 60, das heißt in einem Zustande, wo er noch drei Scheffel Roggen uͤber die Einsaat vom Morgen haͤtte geben koͤnnen, niedergelegt seyn. Die Kraft- vermehrung, die der Boden durch das Dreischliegen erhaͤlt, muß demnach, im Verhaͤlt- niß stehend mit dem Kraftgrade, worin er nie- dergelegt worden, angenommen, und nach der bekannten Proportional-Rechnung oder Re- gel de tri berechnet werden. Um obiges Beispiel beizubehalten, wo der Boden nach vier Ernten = 31,5 Kraft behielt, so sagt man: 60 : 16 = 31,5 : X = 7,875. In 4 Jahren betruͤge das = 31,5. Seine Kraft haͤtte sich wieder verdoppelt, und er traͤte aufgebrochen in den neuen Umlauf mit 63 ein. Bekaͤme er dazu wieder 4 Fuder Mist = 60, so truͤge er die erste Frucht in ei- ner Kraft = 123 ab. Hieraus ergeben sich die Vortheile der Koppelwirthschaft auf entkraͤftetem Boden und bei spaͤrlicher Duͤngung. Brache soll nicht mit Dreischliegen, wie so oft geschiehet, verwechselt werden. Sie verstaͤrkt die Ernten, indem sie die im Boden befindlichen Nahrungstheile mehr aufschließt, aber sie ver- mehrt solche als Brache nicht, bewirkt vielmehr auf die Folge durch die staͤrkeren Ernten eine staͤrkere Aussaugung. Durch das zwischen den Pflugfahren aufkommende Kraut, welches in sei- nem saftreichen Zustande wieder untergepfluͤgt wird, und als eine, aber nur schwache, vegeta- bilische Duͤngung anzusehen ist, oder aber durch den Pferch der dies Kraut abweidenden Schafe, fuͤgt sie der Kraft jedoch wohl etwas hinzu. Auf vielen Feldern wird bei der drei- und vierfeldrigen Wirthschaft nur eine halbe Brache gehalten; d. h. man laͤßt den Acker bis nach Johannis liegen, um ihn zur Weide zu benuz- zen. Dies ist also ein halbes Dreischliegen. Ueberhaupt glaube ich die Wirkung einer Brache, hinsichtlich der Kraftvermehrung, gleich der Haͤlfte eines Dreischjahres annehmen zu koͤn- nen, also = 7,5; jedoch unter der Voraussez- zung, daß Brache gehalten werde, wenn der Bo- den noch in einer Kraft = 60 stehet, sonst al- lerdings weniger. Je mehr und je kraͤftiger sich die Brachfurchen begruͤnen, desto staͤrker ist die Wirkung. Dies sind also die Saͤtze und Verhaͤltnisse, die ich nach meiner jetzigen Ansicht fuͤr die Aus- saugung und Vermehrung der Kraft oder Nah- rungstheile des Bodens beim Ackerbau anneh- me. Mehrere Beobachtungen muͤssen sie be- richtigen und genauer bestimmen. Ich hatte mehrmals mit meinen Gehuͤlfen eine Reihe von comparativen Versuchen auf ein- zelnen, besonders ausgewaͤhlten Feldstuͤcken, vor- nehmlich in dieser Hinsicht angelegt. Aber das Schicksal hat die Ausfuͤhrung nicht gestattet. Die Stoͤrungen und der bestaͤndige Verdruß, denen der Landwirth in den Kriegszeiten ausge- setzt war, benahm die Lust; der Mangel an Ar- beitern ließ die genaue Absonderung bei der Ernte und in den Scheunen nicht zu; denn der geringste Irrthum hierin zerstoͤrte das ganze Re- sultat. Doch wuͤrden diese Schwierigkeiten hof- fentlich uͤberwunden seyn, wenn nicht zu den haͤr- testen Schlaͤgen meines Schicksals das gehoͤrt haͤtte, daß mir meine thaͤtigsten und treuesten Gehuͤlfen, gerade dann, wenn sie rechten Sinn fuͤr die Sache bekommen hatten, entrissen wurden. Jetzt kann ich nur das Resultat der Be- obachtungen im Großen, hinsichtlich dieses Ge- genstandes, aus meiner Wirthschaft, und zwar bis jetzt nur von den Hauptschlaͤgen mittheilen. Hierbei kann die Genauigkeit nicht statt finden, die man bei Versuchen im Kleinen fordern kann. In anderer Hinsicht haben sie aber wohl so viel Werth wie diese, indem sie unter denselben Ver- haͤltnissen angestellt sind, worauf man sie wieder anwenden will. Ein Mangel ist es freilich, daß nicht alle Theile jedes Schlages gleichartigen Boden haben, und aus oͤkonomischen Ruͤcksich- ten nicht gleichartig behandelt werden konnten. Die Schlaͤge haben, wie meine Leser wis- sen, verschiedene Fruͤchte in einem Jahre getra- gen, die eine verschiedene Anziehungskraft be- sitzen. Mit Ruͤcksicht auf diese ist auch der Duͤn- ger auf die verschiedenen Abschnitte vertheilt wor- den, oder man hat es so eingerichtet, daß da, wo zuvor eine mehr erschoͤpfende Frucht stand, nun eine minder anziehende hin kam. Ich koͤnnte dies zwar von vielen Theilen mit Genauigkeit angeben, es wuͤrden dadurch aber so viele Un- terabtheilungen noͤthig werden, daß jeder, der mit dem Lokal nicht genau bekannt ist, sie nicht wuͤrde begreifen koͤnnen. Auch konnte die Ernte nicht immer von jedem Theile abgesondert wer- den. Deshalb betrachten wir jeden Schlag als ein ungetheiltes Ganzes , geben die Haupt- fruͤchte an, welche er auf einer bestimmten Flaͤ- che (auf ¼ Morgen mehr oder weniger kann es freilich nicht immer bestimmt werden), in Qua- litaͤt und Quantitaͤt produzirt hat, wie viel sie nach jenen Positionen uͤberhaupt ausgesogen ha- ben, und wie viel das per Morgen uͤber den ganzen Schlag betrage. Ferner, wie viel Duͤn- ger und welche Kraftvermehrung der Schlag da- durch per Morgen erhalten hat, auch wie viel Kraftvermehrung durch Klee und Weide fuͤr ihn anzunehmen sey. Es ist dies in den folgenden Tabellen dar- gestellt. Es schien mir aber-deutlicher zu wer- den, wenn ich es auf eine doppelte Weise vor- legte. In diesen Tabellen habe ich hypothetisch angenommen, daß die ganzen Schlaͤge durchaus mit den Fruͤchten bestellet gewesen, die sie plan- maͤßig haben sollten ; was in der Wirklichkeit beim Getreide nicht der Fall war. Der Duͤnger, den den sie im Ganzen wirklich erhalten haben, ist per Morgen berechnet, obwohl er nicht in jedem Jahre gleichmaͤßig vertheilt ward, ja zuweilen eine Stelle leer ausging, die in einem andern Jahre nachgeholt wurde. (z. B Schlag V. im Jahre 1811). Wenn ein Theil des Schlages eine minder ausziehende Frucht trug als der an- dere, so wird auf jenen der Duͤnger schwaͤcher als auf diesen gefahren, z. B. bei gruͤn zu maͤ- henden Wicken gegen Erbsen und Bohnen; wel- che letztere ihn besonders in der Hinsicht reich- lich erhielten, daß Weizen darauf folgen sollte. In diesen Tabellen enthaͤlt nun die erste Columne die Fruͤchte, die der Schlag in jedem Jahre tragen sollte, zum groͤßern Theile auch wirklich getragen hat, (woruͤber dasjenige nach- zusehen, was oben von der Bestellung der Schlaͤge gesagt worden). Dann den Duͤnger, den er per Morgen, unter der Annahme einer gleichen Ver- theilung, wirklich erhielt. Die 2te Columne giebt den Kraftgrad an, worin der Schlag im Ganzen in dem Jahre stand und seine Ernte abtrug. Der zu Anfange der Rotation angenommene Kraftgrad ist theils von der Natur des Bodens, von dem Duͤnger, den er fruͤher erhalten, und von den Ernten die 19 er abtrug, theils von der naͤchstfolgenden Ernte mit Ruͤcksicht auf die Jahresfruchtbarkeit abstra- hirt. Die folgenden Kraftgrade ergeben sich dann von selbst. Die 3te Columne zeigt die durch den er- haltenen Duͤnger, oder durch das zu Klee oder zur Weide liegen bewirkte Kraftvermehrung an; wo ein Fuder Duͤnger sowohl, als ein Ruhe- oder Klee-Jahr, = 15 angenommen sind. Die 4te Columne giebt die Ausziehung an, welche von der in der ersten Columne angege- benen Frucht in einem Mitteljahre zu erwarten war. Die 5te Columne enthaͤlt, was der Mor- gen nach dieser anzunehmenden Aussaugung an Scheffeln jener Frucht haͤtte tragen sollen, uͤber die Aussaat. Kleinere Bruͤche als \tfrac4{100} sind weggeworfen oder aproximirt, weil es uns auf 1 Pfund Getreide mehr oder weniger vom Morgen nicht ankom- men kann. Schlag I. Vorhan- dene Kraft. Hinzu- gekom- mene Kraft. Ausge- sogene Kraft. Soll ge- ben von 1 Mor- gen Scheffel 1807 Klee 2jaͤhrig 90 15 — — 1808 Roggen 105 — 31,5 5,25 1809 per Morgen 2,6 Fuder — 39 — — Erbsen und Wicken 112,5 — 15 — 1810 Roggen 97,5 — 29,25 4,87 1811 per Morgen 7,8 Fuder — 117 — — Kartoffeln 185,25 — 30 — 1812 Gerste 155,25 — 38,81 9,7 1813 Klee 116,44 15 — — 1814 Kleeweide 131,44 15 — — 1815 Roggen 146,44 — — — Nach der folgenden Berechnung des wirklichen Er- trages behaͤlt der Schlag aber nur 138,99 — — — Er hat also in der Rotation gewonnen = 48,99. Schlag II. Vorhan- dene Kraft. Hinzu- gekom- mene Kraft. Ausge- sogene Kraft. Soll ge- ben von 1 Mor- gen Scheffel 1807 per Morgen 5,9 Fuder 40 88,5 — — Kartoffeln 128,5 — 30 — 1808 Gerste 98,5 — 24,62 6,15 1809 Klee — 15 — — 1810 Klee — 15 — — 1811 Roggen 103,88 — 31,16 5,19 1812 per Morgen 5,3 Fuder — 79,8 — — Erbsen und Wicken 152,52 — 15 — 1813 Roggen 137,52 — 41,25 6,87 1814 per Morgen 6,4 Fuder — 96 — — Kartoffeln 192,27 — 30 — 1815 Gerste 162,27 — — — Nach der Berech- nung des wirk- lichen Ertrages bleiben 143 — — — Der Schlag hat also gewonnen = 103. Schlag III. Vorhan- dene Kraft. Hinzu- gekom- mene Kraft. Ausge- sogene Kraft. Soll ge- ben von 1 Mor- gen Scheffel 1807 4,47 Fuder per Morgen 20 67,05 — — Roggen 87,05 — 26,1 4,35 1808 3 Fuder per Morgen 60,95 45 — — Kartoffeln 105,95 — 30 — 1809 Gerste 75,95 — 18,98 4,94 1810 Klee 56,97 15 — — 1811 Weide 71,97 15 — — 1812 Roggen 86,97 — 26,09 4,35 1813 Erbsen, Wik- ken 60,88 — 15 — 2,75 Fuder Mist 45,88 41,25 — — 1814 Roggen 87,13 — 26,14 4,35 1815 61 — — — Nach der Berech- nung des wirk- lichen Ertrages bleiben 71,64 — — — Der Schlag hat also gewonnen = 51,64. Schlag IV. Vorhan- dene Kraft. Hinzu- gekom- mene Kraft. Ausge- sogene Kraft. Soll ge- ben von 1 Mor- gen Scheffel 1807 Roggen 52 — 15,6 2,6 1808 Klee-Weide 36,4 15 — — 1809 Weide 51,4 15 — — 1810 Roggen 66,4 — 19,92 3,32 1811 per Morgen 4,17 Fuder — 62,55 — — Erbsen, Wicken und Bohnen 109,03 15 — — 1812 Roggen 94,03 — 28,2 4,7 1813 per Morgen 5,05 Fuder — 75,75 — — Kartoffeln zum Theil 141,58 20 — — 1 Fuder per Morgen — 15 — — 1814 Gerste als Hauptfrucht 126,58 — 34,13 8,53 1815 92,45 — — — Nach der Berech- nung des wirk- lichen Ertrages 80,57 — — — Der Schlag hat also gewonnen = 28,57. Schlag V. Vorhan- dene Kraft. Hinzu- gekom- mene Kraft. Ausge- sogene Kraft. Soll ge- ben von 1 Mor- gen Scheffel 1807 per Morgen 4,1 Fuder 54 61,5 — — Erbsen und Wicken 115,5 15 — — 1808 Roggen 100,5 — 30,15 5,02 1809 per Morgen 4,8 Fuder — 72 — — Kartoffeln 172,5 — 30 — 1810 Gerste 142,5 — 35,62 8,9 1811 Gemenge statt Klee 106,88 — — — 1812 Klee — 15 — — 1813 Roggen 121,88 — 36,57 6,1 1814 per Morgen 5,3 Fuder — 79,5 — — Erbsen 164,81 15 — — 1815 Roggen 149,81 — — — Nach der Berech nung des wirk- lichen Ertrages 136,39 — — Der Schlag hat also gewonnen = 82,39. Nur 56 Morgen wurden befahren, und nur diese kommen hier fuͤr die folgenden Jahre in Be- tracht, da das uͤbrige verschieden behandelt wurde. Schlag VI. Vorhan- dene Kraft Hinzu- gekom- mene Kraft. Ausge- sogene Kraft. Soll ge- ben von 1 Mor- gen Scheffel 1807 Klee 70 15 — — 1808 Klee-Weide 85 15 — — 1809 Roggen 100 — 30 5 1810 per Morgen 4,1 Fuder — 61,5 — — Erbsen und Wicken 131,5 — 15 — 1811 Roggen 116,5 — 34,95 5,82 1812 per Morgen 8 Fuder — 120 — — Kartoffeln 201,55 — 30 — 1813 Gerste 171,55 — 42,88 10,72 1814 Klee 128,67 15 — — 1815 Klee-Weide 143,67 15 — — Nach der Berech- nung des wirk- lichen Ertrages 141,24 — — — Der Schlag hat also gewonnen = 71,24. Schlag VII. Vorhan- dene Kraft. Hinzu- gekom- mene Kraft. Ausge- sogene Kraft. Soll ge- ben von 1 Mor- gen Scheffel 1807 Roggen 70 — 21 3,5 1808 per Morgen 3,58 Fuder — 53,7 — — Erbsen und Wicken 102,7 — 15 — 1809 Roggen 87,7 — 26,31 4,38 1810 per Morgen 5,73 Fuder — 84,55 — — Kartoffeln 145,94 — 30 — 1811 Gerste 115,94 — 28,48 7,12 1812 Klee 87,46 15 — — 1813 Klee-Weide 102,46 15 — — 1814 Roggen 117,46 — 35,83 5,97 1815 81,63 — — — Nach der Berech- nung des wirk- lichen Ertrages 88,65 — — — Der Schlag hat also gewonnen = 18,65. Diese Tabellen sind nach den oben angege- benen Positionen, die aus allgemeinen Erfahrun- gen abstrahirt waren, berechnet. Sie sollen hier dienen, um sie an die Wirklichkeit zu halten, und um zu pruͤfen, in wie fern diese Positionen auch hier zutreffen, oder vielmehr um diese Pruͤ- fung einzuleiten, indem erst eine laͤngere Reihe von Jahren bei fortgesetzter Beobachtung daruͤ- ber entscheiden kann. Wir muͤssen daher mit Zuruͤckweisung auf das, was oben uͤber den Ertrag und Rein-Er- trag der Jahre 1807 bis 1814 gesagt worden, die Hauptschlaͤge, die bis jetzt in dieser Hinsicht allein in Betracht kommen koͤnnen, nochmals durchgehen. Schlag I. Im Jahre 1808 gab der Roggen von 46 Morgen auf den Boden 288 Scheffel. Dazu \tfrac4{15} Drescherlohn 19,2 ″ Davon ab die Einsaat 46 ″ Wirklicher Ertrag uͤber die Einsaat 261,2 ″ Roggen. Der Hafer gab von 34 Morgen auf den Boden 408 Scheffel. Dazu \tfrac4{15} Drescherlohn 27,2 ″ Davon ab die Einsaat 42 ″ Ertrag 393,2 Scheffel Hafer. Dies betraͤgt fuͤr den Roggen per Morgen 5,67 Scheffel. Hafer 11,56 ″ 1 Scheffel Roggen zieht aus = 6, also von 1 Morgen 34,02 und von 46 Morgen = 1564,92. 1 Scheffel Hafer zieht aus = 3, also von 1 M. 34,68 und von 34 M. = 1179,12. Auf 80 Morgen 2744,04. Betraͤgt im Durchschnitt p. M. 34,3. In der Tabelle angenommen zu 31,5. also mehr 2,8. Im Jahr 1810 gaben 72 Morgen Roggen 492 Scheffel. Dazu Drescherlohn 32,8 ″ Ab die Einsaat 72 ″ Ertrag 452,8 ″ 8 Morgen Weizen gaben auf den Boden 75 Sch. Dazu das Drescherlohn 5 ″ Ab die Einsaat gedrillet 6 ″ Ertrag 74 ″ Betraͤgt vom Morgen 6,28 Scheffel Rog- gen; 9,25 Scheffel Weizen. 1 Scheffel Roggen p. M. zieht aus = 6. Also ist von 1 M. ausgesogen = 37,68, und von 72 M. = 2712,96. 1 Scheffel Weizen p. M. zieht aus = 8. Also ist von 1 M. ausgesogen = 74, von 8 M. = 592. Von 80 M. = 3304,96. Betraͤgt im Durchschnitt p. M. 41,31. In der Tabelle angenommen zu 29,25. Also mehr 12,06. Die staͤrkere Ausziehung der 8 Morgen Weizen, dessen Anziehung durch die Drill-Cul- tur noch verstaͤrkt war, begruͤndet schon diese Ab- weichung. Zugleich war die Fruchtbarkeit des Jahres groß, weswegen der Roggen auch 1,41 Scheffel uͤber das gab, was man von ihm er- warten konnte. Im Jahr 1812 gaben 56 M. 459 Sch. Gerste. Dazu Drescherlohn 30,6 ″ ″ Davon Einsaat 50 ″ ″ Ertrag 439,6 ″ ″ Betraͤgt per Morgen 7,85 Scheffel. 1 Scheffel Gerste per Morgen ziehet aus = 4. Also ist auf 1 Morgen ausgesogen 31,40. In den Tabellen ist die Ausziehung 38,81. In der Wirklichkeit also weniger 7,41. Der Schlag hatte vom Jahre 1811 an 74 Morgen behalten. 18 Morgen waren im Jahre 1812 mit Lein und Rotabaga zu Saamen be- stellt, deren Aussaugung wohl noch etwas staͤr- ker wie die der Gerste angenommen werden muß. Im Jahre 1800 betrug die Aussaugung mehr wie in der Tabelle = 2,8 1810 mehr 12,06 14,86 1812 dagegen weniger 7,41 Es ist also in den 8 Jahren mehr ausge- sogen = 7, 45. Daher anzunehmen, daß der Schlag I. fuͤr das Jahr 1815 eine Kraft = 138,99 behalte. Schlag II. Im Jahr 1808 gaben 90 M. 630 Sch. Gerste. Dazu Drescherlohn 42 ″ ″ Davon ab Einsaat 90 ″ ″ Ertrag 582 ″ ″ Betraͤgt per Morgen 6,46 Scheffel Gerste. 15 Morgen gaben 200 Sch. Weizen. Dazu Drescherlohn 13,33 ″ ″ Davon Drill-Einsaat 10 ″ ″ Ertrag 203,33 ″ ″ Betraͤgt per Morgen 13,7 Scheffel. Gerste ziehet 1 Sch. per M. aus = 4. Also 6,46 Scheffel = 25,84; von 90 M. = 2325,6. Weizen 1 Sch. p. M. ziehet aus = 8. Also 13,7 Scheffel = 109,6; von 15 M. = 1644. Von 105 Morgen = 3969,6. Im Durchschnitt per Morgen ausgesogen = 37,8. In der Tabelle ist angenommen 24,62. Also mehr 13,18. welches daher ruͤhrt, daß gedrilleter Weizen auf 15 Morgen statt der angenommenen Gerste ge- bauet ward. Im Jahr 1811 hatten 59 Morgen Rog- gen und gaben 237 Sch. Dazu Drescherlohn 15,8 ″ Davon die Einsaat 60 ″ Ertrag 192,8 ″ per Morgen 3,26 Scheffel. 1 Scheffel p. M. = 6; betraͤgt p. Mor- gen = 19,56 Grad. 41 Morgen Hafer gaben 551 Scheffel. Dazu Drescherlohn 36,73 ″ Davon die Einsaat 55,75 ″ Ertrag 532 ″ per Morgen 12,98 Scheffel. 1 Schfl. p. M. = 3 = 38,94. Ganze Ausziehung des Roggens 19,56 + 59 = 1154 Hafers 38,94 + 41 = 1596,5 2750,5 Im Durchschnitt 27,50 per Morgen. Die Tabelle ergiebt 31,16 Also weniger 3,66 Im Jahre 1813 gaben 88 M. 702 Sch. Roggen. Dazu Drescherlohn 46,8 ″ ″ Davon Einsaat 88 ″ ″ Ertrag 660,8 ″ ″ per Morgen 7,5 Sch. ziehen aus 45 Grad. 12 M. gedrilleter Weizen gaben 143 Schfl. Dazu Drescherlohn 9,53 ″ Davon Einsaat 8 ″ Ertrag 144,53 ″ per Morgen 12,04 Scheffel ziehen aus 96,32 Grad. Ganze Ausziehung des Roggens 3960 ″ ″ des Weizens 1155,84 5115,84 Im Durchschnitt 51,15 per Morgen. Die Tabelle ergiebt 41,25 Also mehr 9,90 was durch den Bau des gedrilleten Weizens zu- gleich mit der fruchtbaren Jahres-Witterung be- wirkt wurde. Es ist mehr ausgezogen im Jahre 1808 = 13,18. 1813 = 9,9. 1811 = 3,66. Also in der Rotation mehr wie nach der Tabelle = 19,42. Der Schlag behielte demnach auf das Jahr 1815 = 143. Schlag III. Im Jahr 1807 gaben 105 Morgen Rog- gen 414 Scheffel. Dazu Drescherlohn 27,6 ″ Davon ab Einsaat 108 ″ Ertrag 333,6 ″ per Morgen 3,17 ziehen aus 19,02. Die Tabelle ergiebt 26,1. Also weniger ausgezogen 7,08. Im Im Jahr 1809 gaben 40 M. Gerste 318 Sch. Dazu Drescherlohn 21,2 ″ Davon ab Einsaat 40 ″ Ertrag 299 ″ per Morgen 7,47 ziehen aus 29,88. 40 Morgen Hafer gaben 300 Sch. Dazu Drescherlohn 20 ″ Davon ab Einsaat 56 ″ Ertrag 264 ″ per Morgen 6,6 Sch. ziehen aus = 19,8. 25 Morgen Sommer-Roggen gaben 41 Sch. Dazu Drescherlohn 2,7 ″ Davon ab Einsaat 25 ″ Ertrag 18,7 ″ per Morgen = 0,75 ziehen aus = 4,5. Ausziehung der Gerste im Ganzen = 1195,2. des Hafers 792. des Sommer-Roggens 112,5. 2099,7. Im Durchschnitt per Morgen 19,99. Die Tabelle ergiebt 18,08. Also mehr 1,01. Im Jahr 1812 gaben 84 M. Roggen 503 Sch. Dazu Drescherlohn 33,53 ″ Davon ab die Einsaat 84 ″ Ertrag 458,53 ″ 20 per Morgen 5,45 Sch. ziehen aus = 32,7. 12 Morgen Hafer gaben 149 Sch. Dazu Drescherlohn 9,93 ″ Davon Einsaat 16 ″ Ertrag 142,93 ″ per Morgen 11,9 Sch. ziehen aus = 35,7. Ausziehung des Roggens im Ganzen = 2746,8. des Hafers 428,4. 3175,2. Im Durchschnitt auf 96 Morgen, die der Schlag behielt 33,07. Die Tabelle ergiebt 26,9. Also mehr 6,17. Im Jahre 1814 gaben 85 M. Roggen 283 Sch. Dazu Drescherlohn 18,8 ″ Davon die Einsaat 85 ″ Ertrag 216,8 ″ per Morgen 2,55 Sch. ziehen aus = 15,30. Die Tabelle ergiebt 26,14. Also weniger 10,84. weil dieser Roggen zum großen Theile ausge- wintert war. Im Jahr 1807 war weniger 7,08. 1809 war mehr 101. 1812 war mehr 6,17. 1814 war weniger 10,84. 17,92. 7,18. Der Schlag mußte also weniger an Kraft verlohren haben, wie in der Tabelle berechnet worden = 10,64, was von dem Mißwachs des Jahres 1814 herruͤhrt, und mit 71,64 Gr. in das Jahr 1815 eingetreten seyn. Schlag IV. Das Jahr 1807 kann nicht genau berech- net werden, da der Schlag mannigfaltiges Ge- treide hatte, dessen Ertrag bei der damals herr- schenden Unordnung nicht mit Zuverlaͤssigkeit be- rechnet werden kann. Der Ertrag war im Gan- zen so schlecht, wie er in der Tabelle nach Rog- gen angegeben ist. Im Jahr 1810 gaben 100 M. Roggen 480 Sch. Dazu Drescherlohn 32 ″ Davon ab Einsaat 102 ″ Ertrag 410 ″ per Morgen 4,1 Sch. ziehen aus = 24,6. Die Tabelle ergiebt 19,92. Also mehr 4,68. Im Jahr 1812 gaben 81 M. Roggen 436 Sch. Dazu Drescherlohn 29,06 ″ Davon die Einsaat zum Theil gedrillet 72 ″ Ertrag 393,06 ″ per Morgen 4,85 Sch. ziehen aus = 29,1. 16 Morgen Hafer gaben 122 Sch. Dazu Drescherlohn 8,13 ″ Davon ab Einsaat 20 ″ Ertrag. 110,13 ″ per Morgen 6,88 Sch. ziehen aus = 20,64. Ganze Ausziehung des Roggens 2357,1. des Hafers 331,24. 2688,34. Betraͤgt im Durchschnitt von 97 Morgen, die der Schlag behielt = 27,71. Die Tabelle berechnet 28,2. Also weniger ausgezogen 0,59. Im Jahr 1814 gaben 8 M. Weizen 81 Sch. Dazu Drescherlohn 5,4 ″ Davon ab Drill-Einsaat 6,4 ″ Ertrag 80 ″ per Morgen 10 Sch. ziehen aus = 80. 12 Morgen Roggen gaben 60 Sch. Dazu Drescherlohn 4 ″ Davon ab Einsaat 12 ″ Ertrag 52 ″ per Morgen 4,33 Sch. ziehen aus = 25,98. 2 Morgen Hafer gaben 14 Scheffel. Ertrag 12 Scheffel. per Morgen 6 Sch. ziehen aus = 18. 62 Morgen Gerste gaben 651 Sch. Dazu Drescherlohn 43,4 ″ Davon ab Einsaat 64 ″ Ertrag 630,4 ″ per Morgen 10,17 Sch. ziehen aus = 40,58. Im Ganzen haben ausgezogen Weizen = 640. Roggen 311,76. Hafer 54. Gerste 2515,96. Ueberhaupt von 84 Morgen 3521,72. Betraͤgt per Morgen = 41,92. Die Tabelle berechnet 34,13. Also ist mehr ausgezogen 7,79. Im Jahr 1810 ist mehr ausgezogen = 4,68. 1812 weniger 0,59. 1814 mehr 7,79. Der Schlag, der 84 Morgen behielt, muß also mehr an Kraft verlohren haben = 11,88 wie in der Tabelle angenommen, und tritt in das Jahr 1815 mit = 90,57. Schlag V. Im Jahr 1808 gaben 76 M. Roggen 402 Sch. Dazu Drescherlohn 26,8 ″ Davon ab die Einsaat 76 ″ Ertrag 352,8 ″ per Morgen 4,6 Sch. ziehen aus = 27,6. Weniger als nach der Tabelle = 3,9. Im Jahr 1810 gaben 52 M. Gerste 542 Sch. Dazu Drescherlohn 36,13 ″ Davon ab Einsaat 48 ″ Ertrag 530,13 ″ per Morgen 10,19 Sch. ziehen aus 40,76. In der Tabelle berechnet 35,62. Also mehr 5,14. Der uͤbrige Theil dieses Schlages ward, weil er zu Kartoffeln im vorigen Jahre nicht geduͤngt war, nicht mit Gerste bestellt. Er er- hielt nachher so viel Duͤnger, daß er beinahe ausgeglichen wurde. Im Jahr 1813 gaben 64 M. Roggen 536 Sch. Dazu Drescherlohn 35,73 ″ Davon ab die Einsaat 64 ″ Ertrag 507,73 ″ per Morgen 7,93 Sch. ziehen aus = 47,58. 6 Morgen Weizen gaben 47 Sch. Dazu Drescherlohn 3,13 ″ Davon ab Drillsaat 4,12 ″ Ertrag 46 ″ per Morgen 7,66 Sch. ziehen aus = 61,28. Ausziehung des Roggens uͤberhaupt = 3045,12. Weizens = 367,68. 3412,80. von 70 Morgen (6 Morgen waren in Lu- zerne gelegt). per Morgen = 48,75. In der Tabelle berechnet = 36,57. Also mehr 12,18. Im Jahr 1808 weniger als nach der Tabelle 3,9. 1810 mehr 5,14. 1813 mehr 12,18. In der Rotation mehr 13,42. Es behaͤlt also der Schlag fuͤr das Jahr 1815 = 136,39. Schlag VI. Im Jahr 1809 gaben 30 M. Roggen 182 Sch. Dazu Drescherlohn 12,13 ″ Davon ab die Einsaat 30 ″ Ertrag 164,13 ″ per Morgen 5,47 Sch. ziehen aus = 32,82. 8 Morgen gaben Weizen 60 Sch. Dazu Drescherlohn 4 ″ Davon ab die Drill-Einsaat 5,5 ″ Ertrag 58,5 ″ per Morgen 7,31 Sch. ziehen aus = 58,48. 38 Morgen gaben Hafer 437 Sch. Dazu Drescherlohn 29,13 ″ Davon ab Einsaat 46 ″ Ertrag 320,13 ″ per Morgen 8,42 Sch. ziehen aus = 25,26. Ausziehung des Roggens im Ganzen = 984,6. Weizens = 467,84. Hafers = 959,88. 2411,68. Betraͤgt im Durchschnitt per M. = 31,73. Mehr als in der Tabelle = 1,73. 1811. 60 Morgen gaben Roggen 339 Sch. Dazu Drescherlohn 22,6 ″ Davon ab Einsaat 60 ″ Ertrag 301,6 ″ per Morgen 5 Sch. ziehen aus = 30. 7 Morgen Weizen gaben 34 Sch. Drescherlohn 2,26 ″ Davon ab Drill-Einsaat 5 ″ Ertrag 31,26 ″ per Morgen 4,46 Sch. ziehen aus = 35,68. 9 Morgen Hafer gaben 68 Sch. Drescherlohn 4,53 ″ Davon die Einsaat 12 ″ Ertrag 60,53 ″ per Morgen 6,72 Sch. ziehen aus = 20,16. Ausziehung des Roggens im Ganzen = 1800. Weizens = 249,76. Hafers = 181,44. 2231,20. Ist im Durchschnitt per Morgen = 29,35. Weniger als die Tabelle berechnet = 5,6. 1813. 69 Morgen Gerste gaben 774 Sch. Drescherlohn 51,6 ″ Davon ab Einsaat 66 ″ Ertrag 759,6 ″ per Morgen 11,08 Sch. ziehen aus = 44,32. Mehr wie in der Tabelle berechnet = 1,44. Im Jahr 1809 mehr wie in der Tabelle = 1,73. 1811 weniger = 5,6. 1813 mehr = 1,44. Also weniger = 2,43. Im Jahre 1815 ist demnach die Kraft des Schlages anzunehmen = 141,24. Schlag VII. 1807 gaben 95 Morgen Roggen 430 Sch. Drescherlohn 28,66 ″ Davon ab Einsaat 92 ″ Ertrag 366,66 ″ per Morgen 3,85 Sch. ziehen aus = 23,1. Mehr als in der Tabelle = 2,1. 1809 gaben 95 Morgen Roggen 495 Sch. Drescherlohn 33 ″ Davon ab Einsaat 95 ″ Ertrag 433 ″ per Morgen 4,55 Sch. ziehen aus = 27,3. Mehr wie in der Tabelle = 0,99. 1811 gaben 32 Morgen Gerste 196 Sch. Drescherlohn 13 ″ Einsaat 30 ″ Ertrag 179 ″ per Morgen 5,59 Sch. ziehen aus = 22,36. 60 Morgen Gerste und Hafergemenge ga- ben 344 Sch. Drescherlohn 22,93 ″ Davon die Einsaat 64 ″ Ertrag 302,93 ″ per Morgen 5,05 Scheffel ziehen aus a 3,5 = 17,67. Ausziehung der Gerste im Ganzen = 715,52. des Gemenges 1060,2. 1775,72. Betraͤgt per Morgen = 19,29. Weniger wie in der Tabelle = 9,20. 1814 gaben 76 Morgen, die dem Schlage blieben, Roggen 491,5 Sch. Drescherlohn 27,16 ″ Davon die Einsaat 76 ″ Ertrag 442,66 ″ per Morgen 5,82 Sch. ziehen aus = 34,92. weniger wie in der Tabelle = 0,91. 1807 betraͤgt die Aussaugung mehr wie in der Tabelle = 2,1. 1809 mehr = 0,99. 1811 weniger = 9,20. 1814 weniger = 0,91. Also uͤberhaupt weniger = 7,02. Mithin die Kraft des Bodens fuͤr das Jahr 1815 = 88,65. Im Ganzen scheinen sich also jene aus an- deren, mir uͤberlieferten Erfahrungen, aus man- nigfaltigen berechneten Aussaats- Ausdrusch- und Duͤng-Registern, und aus der allgemeinen drei- ßigjaͤhrigen Beobachtung des Feldbaues, nach vielfaͤltiger Erwaͤgung uud Vergleichung abstra- hirten Positionen, auch durch die Beobachtung dieser 8 Jahre zu bestaͤtigen. Die Abweichun- gen von der Norm lassen sich fast in jedem Jahre erklaͤren; es wuͤrde mich aber zu weit fuͤhren, wenn ich dies in jedem Jahre, von je- dem Schlage und von jeder Frucht thun wollte. Fuͤr den nachdenkenden Leser, der an diesem wichtigen Gegenstande Interesse nimmt, ist ge- nug gesagt. Ich habe keine Mißwachs-Jahre aber auch keine fuͤr meinen Boden besonders guͤnstige Jahre gehabt, sondern ohngefaͤhr das geerntet, was ich erwarten konnte. Das Jahr 1811 war, der fruͤhen ausduͤrrenden Hitze we- gen, das unguͤnstigste; im Jahre 1814 litt die Winterung durch den aufgethuͤrmten, zu langsam weggehenden Schnee an mehreren Stellen, be- sonders auf Schlag III. Das Jahr 1810 war dagegen das fruchtbarste. Indessen fehlt noch viel, um diese Beob- achtungen als ein geschlossenes reines Experiment aufstellen zu koͤnnen. Sie sind fast nur die Ein- leitung dazu, und als solche will ich sie nur an- gesehen wissen. Denn es waͤre, auch unter guͤn- stigern Zeitumstaͤnden, unmoͤglich gewesen, in der ersten Rotation viel mehr in jener Hinsicht zu leisten. Die zweite und dritte Rotation koͤnnen erst ein zuverlaͤssiges Resultat geben, und daß sie das thun werden, darf ich — Dank sey Gott und meinem Koͤnige! — bei meinem Abschiede aus dieser Welt unter meinen jetzigen Familien- Verhaͤltnissen hoffen. Die Fortsetzung dieser Be- obachtungen und Versuche wird unter den Au- gen scharfsinniger Zuschauer wahrscheinlich ge- schehen, und um diesen den rechten Standpunkt und einen klaren Anblick zu geben, habe ich sie jetzt schon oͤffentlich bekannt gemacht; was ich sonst noch einige Jahre wuͤrde verschoben haben. Doch sollen sie allerdings auch den wuͤrdigen Maͤnnern zur Erinnerung dienen, die sich hier fruͤher zu rationellen Landwirthen bildeten, und ihnen den Erfolg von dem nachweisen, was zu ihrer Zeit hier geschah. Von dem laufenden Jahre 1815 will ich jetzt, nach vollendeter Ernte, noch folgendes uͤber den Einschnitt hinzufuͤgen, nachdem ich uͤber die Fruchtbarkeit des Jahres in hiesiger Gegend ei- niges bemerklich gemacht haben werde. Wenn man in anderen Gegenden schon fruͤh uͤber zu regnigte Witterung klagte, so hatten wir hier nur den truͤben Himmel, den Wind und die Kaͤlte davon. Von der Mitte des April bis zum 10ten Junius war hier nur einmal, am 15ten Mai, einige Stunden lang ein naßma- chender Regen gefallen; denn leichte Gestoͤber er- frischten auch nicht einmal die Oberflaͤche, weil der strenge Wind, der sie begleitete und darauf folgte, auch jede Spur von Feuchtigkeit weg- nahm. Es dauerte lange, bevor die um Jo- hannis erfolgenden Regen die Erde auf einige Zoll tief saͤttigen konnten. Dabei war es immer kalt, und noch in den ersten Tagen des Julius erfror an vielen Orten das Kartoffelkraut und die junge kleine Gerste und Hafer. Fruͤhere große Gerste bekam rothe Blaͤtter. Der unge- woͤhnlich niedrigen Temperatur ohnerachtet reifte der Roggen fruͤh, und ward schon auf manchen Fluren in der Woche vom 17ten Julius gemaͤ- het. Mit der Ernte fanden sich erst durchdrin- gende und anhaltende Regenschauer ein, so daß, zumal bei dem Mangel an Arbeitern, viel Rog- gen auswuchs oder feucht eingescheuert ward. Dennoch ist dieses Jahr fruchtbar gewesen, mehr als man es bei der kalten Duͤrre in hie- siger Gegend erwarten sollte. Wo der Roggen in der Bluͤte nicht erfroren und nicht ausgewach- sen war, ist sein Ertrag sehr gut. Gerste und Hafer, die anfangs sehr litten, erholten sich nach- her uͤber Erwarten. Im Oderbruche ist die Winterungs-Ernte, wo sie in der Bluͤte vom Froste nicht litt, besonders ergiebig, weil das Getreide sich im Fruͤhjahr nicht so, wie daselbst gewoͤhnlich, bestaudete, nicht zu dicht stand, und sich mithin nicht lagerte. Es that mir deshalb leid, in diesem Jahre auf Koͤnigshof gar keine Winterung bestellt zu haben, weil der Schlag, wohin sie kommen mußte, leicht an Naͤsse litt. Allein ich sah nachher, daß ein gluͤckliches Schick- sal es so gefuͤgt habe; denn der an ihrer Stelle gebauete Hafer und Gerste fror in den Tagen, wo der Roggen gebluͤhet hatte, ganz ab, trieb aber kraͤftig genug wieder aus. Daß es bei der Kaͤlte nicht naß und bei der Duͤrre nicht heiß war, rettete in unserer Gegend die Saaten. Schlag I. hatte nach Klee 13 Morgen ge- drilleten Weizen, zu welchem jedoch mit 3 Fu- der Schafmist geduͤngt war. Dieser Weizen er- regte die Bewunderung aller, die ihn gesehen haben; denn er konnte kaum von Weizen auf dem staͤrksten Weizenboden uͤbertroffen werden. Es sind davon 143 Mandeln, also gerade 11 Mandeln per Morgen, eingeschnitten worden. Ueber den Ausdrusch wage ich um so weniger zu urtheilen, da er ziemlich viel Staubbrand hat, was mir sonst noch nicht begegnet ist, sich hier aber in diesem Jahre allgemein, ohne Zweifel von der naßkalten Witterung in der Bluͤthe her- ruͤhrend, findet. Auf 5 Morgen war Hafer, der 33 Man- deln, wahrscheinlich zu 2 Scheffel Ausdrusch gab. 56 Morgen Roggen haben 369 Mandeln gegeben. Einige schrindige Stellen dieses Schla- ges, die etwa 3 Morgen betragen, in feuchteren Jahren sich aber nicht mehr bemerklich machen, waren ganz verkummert. Nach seinem Kraftzu- stande muß der Roggen beinahe 8 Scheffel per Morgen geben. Schlag II. hatte große Gerste, außer auf 12 Morgen, die weiße Runkeln zu Zucker tru- gen. Da ich auf dem diesjaͤhrigen Hackfrucht- Schlage keine Flaͤche hatte, wo Runkeln ohne Duͤnger — was man bei den zur Zuckerberei- tung bestimmten fuͤr wesentlich haͤlt — wachsen konnten, so brachte ich sie hierher nach Bohnen. Sie stehen so, daß ich gegen 200 Centner per Morgen erwarten darf. Die saͤmmtliche Arbeit, die dabei geschehen ist, außer der Vorbereitung des Ackers, kostet 13 Rthlr. 14 Gr. Die uͤbrigen 76 Morgen, die dem Schlage noch verblieben, hatten große Gerste, die nur auf einem besonders sandigen Strich mit Hafer ge- mengt war, und gaben 392 Mandeln. Die Gerste kummerte von der Duͤrre und Kaͤlte, von letzterer wohl mehr als von ersterer; denn die Blaͤtter wurden nicht gelb, sondern roth. Der Halm erreichte nicht die Hoͤhe, die er nach dem Zustande des Bodens erreicht haben wuͤrde; doch kamen die Aehren bei eintretendem Regen sehr gut hervor, und hielten im Durchschnitt 26 voll- kom- kommene Koͤrner. Ich erwarte per Mandel 2 Scheffel. Dem Kraftzustande nach muͤßte sie 11 Scheffel per Morgen geben, was aber wohl nicht voͤllig erreicht werden wird. (Es versteht sich, daß hier nicht von Abzug der Einsaat die Rede ist.) Schlag III. hatte nur 46 Morgen Kartof- feln; denn der Bau derselben ward in diesem Jahre wie im vorigen beschraͤnkt, aus Besorg- lichkeit des Mangels an Arbeitern bei der Ernte. Außerdem sind noch auf umgebrochenem Gras- lande Kartoffeln gebauet. Die Kartoffeln stehen durchaus schoͤn; auf den minder trockenen Stel- len aber bewundernswuͤrdig im Kraute. Der uͤbrige Theil des Schlages ist als Bra- che behandelt, hat aber 2 Fuder Mist per Mor- gen weniger erhalten. Schlag IV. hat einjaͤhrigen Klee. Dieser Klee stand zwar dicht und geschlossen genug, aber der erste Schnitt wollte bei der Kaͤlte und Duͤrre nicht in die Hoͤhe. Die Bluͤthkoͤpfe schie- nen erfroren zu seyn kurz vor der Schur, und ohnerachtet er mit großer Vorsicht getrocknet wurde, fielen sie doch saͤmmtlich ab. Beim zwei- ten Wuchse schossen die Sprossen, welche beim ersten zuruͤck geblieben waren, schnell empor und 21 traten in Bluͤte. Wenn er gegen Ende des Ju- lius schon wieder gemaͤhet waͤre, so wuͤrde er ohne Zweifel einen starken dritten Schnitt uͤber- all gegeben haben. Allein wegen Mangel an Arbeitern konnte er erst nach vollendeter Getrei- de-Ernte, Ende Augusts, abgebracht werden, wie er zum Theil uͤberreif war. Schlag V. hat von denjenigen 52 Morgen, die seit 1811 nur planmaͤßig behandelt wurden, 458 Mandeln Roggen gegeben, der in seiner Staͤrke, nach dem Zeugniß derer, die ihn besa- hen, allen Roggen, den sie sonst in diesem Jahre gesehen, uͤbertraf. Nach dem Kraftzustande muß er nahe an 8 Scheffel per Morgen geben. Die uͤbrigen 18 Morgen gaben 89 Mandeln. Schlag VI. Da der Klee zu ungleich stand, so ward beschlossen halbe Stallfutterung zu trei- ben, den Kuͤhen 60 Morgen zur Weide einzu- ben, 10 Morgen aber zu Lein umzubrechen. Schlag VII. hatte auf dem Haupttheil Erb- sen. Diese fingen gegen die Mitte des Junius von Duͤrre so zu leiden an, daß beschlossen war, sie in wenigen Tagen, wenn kein Regen kaͤme, nie- derwalzen und unterpfluͤgen zu lassen. Der Re- gen kam aber und die Erbsen sind sehr gut ge- worden. Der uͤbrige Theil hatte Wicken, Buch- weizen, Spergel zur Saat und zur Laͤmmer- Weide. Von den Außenschlaͤgen war Nr. 3 abtra- gend mit Roggen bestellet, der doch an duͤrren Stellen zu sehr gelitten hatte, um sich wieder erholen zu koͤnnen. Er hat 286 Mandel ge- geben. Nr. 5 hatte zum Theil Erbsen, womit es eben so ging, wie mit denen auf Schlag V. Ue- brigens Brache, zum Theil mit Spergel-Weide. Nr. 6 hatte Roggen und gab von etwa 64 geduͤngten Morgen 352 Mandel. Auf dem uͤbrigen ungeduͤngten Theil stand der Roggen zu schlecht. Er ward den Schafen zum Abweiden eingegeben. Sie haben ihn doch nicht, wie meine Absicht war, voͤllig niedergehalten, um zu versu- chen, ob die Pflanze sich dann bis uͤbers Jahr halten wuͤrde; es sind einzelne Haͤlmchen mit Koͤrnern aufgewachsen, die Pflanzen also ausge- gangen. Den Ausdrusch von diesen und den folgen- den Jahren, so wie alles, was auf den Kraft- zustand der Schlaͤge Bezug hat, und uͤberhaupt, was den ferneren Fortgang der Moͤgliner Wirth- schaft betrifft — wenn Gott uns endlich Ruhe und Frieden giebt — mit mehrern und genau- ern Detail, wird dem Publikum in den in der Vorrede erwaͤhnten Heften bekannt gemacht wer- den. Es werden diejenigen, welche das Institut zu Moͤglin in der Folge besuchen, insbesondere aufgefordert, hierauf selbst ihre vorzuͤgliche Auf- merksamkeit zu wenden. Die Sache ist von ho- her Wichtigkeit! Daß eine Berechnung der ausgesogenen und wiedergegebenen Kraft des Bodens, und der aus selbiger zu erwartenden Mittel-Ernten, moͤglich sey, daß eine gewisse dem Kalkul zu unterwer- fende Natur-Ordnung statt finde, ist, wie ich glaube, von selbst einleuchtend, von allen nach- denkenden Ackerbauern seit jeher dunkel aner- kannt. Ob aber der Maaßstab, den ich angege- ben, richtig gradirt; ob die Positionen, die ich nach der Masse der von mir gemachten und ge- sammelten Beobachtungen auf Mittelboden in unserem Klima annehmen zu muͤssen glaube, zutreffend sind, daruͤber kann ich noch keinen in Erfahrungssachen vollguͤltigen Beweiß fuͤhren. Dies ist nicht die Sache eines Einzelnen, kaum einer Generation. Es ist mir vielmehr glaub- lich, daß manche Saͤtze berichtigt werden muͤssen. Aber erst muͤssen wir einen Maaßstab uͤberhaupt feststellen, ehe wir uns daruͤber verstaͤndigen koͤn- nen, wie er zu berichtigen sey. Die Sache ist hoͤchst wichtig und ihre Be- richtigung hoͤchst wuͤnschenswerth fuͤr die Wissen- schaft und fuͤr die Praxis des Landbaues. Daraus muß sichs klar ergeben, welche Wirthschafts-Organi- sation, welches Feld-System und Fruchtfolge, welche Fruchtarten unter gegebenen oͤrtlichen und persoͤnlichen Verhaͤltnissen, auf einem gegebenen Gute und unter gewissen Modifikationen in ganzen Gegenden und Provinzen die zweckmaͤßigste seyn, durch welche der Grund und Boden aufs hoͤchste be- nutzt, die arbeitenden Kraͤfte und das dem Land- bau gewidmete Kapital am vortheilhaftesten be- schaͤftigt, und die hoͤchste Production ohne Er- schoͤpfung der Kraft am meisten gefoͤrdert werde. Von der Seite ist sie auch dem Staatswirthe, der den Landbau, wie jede Industrie, zwar nie zwaͤngen, wohl aber leiten und erleichtern darf, wichtig. Denn die im Boden steckende Kraft ist das groͤßte Kapital einer kultivirten und in- dustrioͤsen Nation. Dem praktischen Landwirthe, der seinen Boden wahrhaft verbessern will, zeigt sie, wie lange er ihn schonender behandeln, sein Triebkraftskapital verstaͤrken, nicht verzehren muͤsse; dann aber auch, wenn er auf den Punkt gekom- men sey oder kommen werde, wo seine ange- haͤufte Kraft durch gute Beackerung gehoͤrig in Bewegung gesetzt, vielleicht an gewoͤhnlichen Fruͤchten mehr zu produziren vermag, als der Raum fassen kann, und wo er dann zu dem An- bau mehr aussaugender, aber weniger Duͤngma- terial gebender Fruͤchte uͤbergehen kann; ein Punkt, in welchem sich viele, auf die Folge mit empfindlichem Verlust, sehr geirret haben. Sie giebt ihm Anzeigen, was er von jedem Acker in jedem Jahre fordern, ob er ihm eine mehr oder weniger Kraft erfordernde Saat mit groͤßerem Vortheil und Sicherheit anvertrauen duͤrfe; ob er ihn staͤrker oder schwaͤcher dazu duͤngen muͤsse. Jeder Landwirth macht sich gern eine Vorstel- lung, welchen Ertrag er von seiner gemachten Bestellung eines Ackers erwarten duͤrfe, wenn die Jahreswitterung ihm nicht ganz unguͤnstig ist; aber diese Erwartung ist nur dunkel, unbe- stimmt und oftmals irrig; durch Zahlen ausge- druckt wird sie heller, bestimmter und sicherer werden. Eine solche Berechnung dient dem Landwirthe zum Fernrohr, womit er in die Zu- kunft seines Wirthschaftsstandes hinaussehen, seine Einrichtungen ordnen kann. Bei einer oft nicht erfreulichen Gegenwart, bei zeitigen Unfaͤllen giebt sie ihm heitere Aussichten in die Zukunft, wenn er einen sicheren Grund gelegt hat; bei fehler- haften Einrichtungen und Unternehmungen wird sie ihm warnend seyn. Ich bemerke noch, daß unter allen Positio- nen diejenige, wo ich die Kraftvermehrung durch 1 Fuder Mist = 15 annehme, die unbestimm- teste ist. In dem, was ich vormals uͤber die- sen Gegenstand gesagt habe, nahm ich sie ge- ringer an, nur = 10. Es ist der Maaßstab zwar uͤberhaupt etwas verkleinert, und alles dar- an gehaltene erscheint groͤßer; auch war 1 Fuder Mist dort nur zu 2000 Pfd., hier ist es zu 2200 Pfd. angenommen; aber dennoch ist die Kraft des Mistes vergroͤßert. Dies paßt nun wohl nicht auf allen Stall- mist, wenn auch das Gewicht eines Fuders fest stehet, sondern nur auf solchen, wie ich ihn aus- fuͤhre. An diesem haben nahrhafte, schleimige Futterungsmittel weit groͤßeren Antheil als das Stroh; er ist aber noch nicht sehr zersetzt, wenn er ausgefahren wird. Stallmist, der groͤßten- theils fast allein aus Stroh entstanden ist, hat eine betraͤchtlich geringere Kraft; der nach Schwei, zerart sorgfaͤltig behandelte, zergangene eine groͤ- ßere bei gleichem Gewicht. Man erhaͤlt aber auch weniger aus gleichem Material. Ich zweifle nicht, daß dieser Gegenstand Vielen wichtig genug erscheinen werde, um meh- rere Aufschluͤsse von anderen Seiten her erwar- ten zu duͤrfen. Es ist eine falsche Ansicht des Fruchtwech- sel-Systems, wozu vielleicht ich selbst — bevor sich manche Begriffe mir voͤllig aufgeklaͤrt hat- ten — Veranlassung mag gegeben haben, daß durch den Fruchtwechsel selbst staͤrkere Getreide- Ernten hervorgelockt wuͤrden, als bei einer an- dern Folge der Saaten, bei gleicher Kraft des Bodens, erfolgen wuͤrden. Das ist nicht, son- dern der Vortheil des Fruchtwechsels bestehet darin, daß eine Frucht den Boden in solchem Zustande hinterlaͤßt, daß er mit merklich gerin- gerer Arbeit dennoch voͤllig zureichend fuͤr die folgende Frucht zubereitet werden koͤnne, daß es daher der großen Aufopferung einer oft wieder- kehrenden Brache nicht bedarf, und daß solche Fruͤchte mehr gebauet werden, die nach Verhaͤlt- niß ihres Ertragswerthes den Boden weit we- niger als Getreide ausziehen. Dazu kommt dann, daß der Fruchtwechsel uns in den Stand setzet, so viel Futter und Duͤngmaterial zu ge- winnen, als wir zur Kraft-Erhaltung und Ver- mehrung unsers Bodens uͤber das anderweitig, von Wiesen u. s. f. gewonnene, vortheilhaft ge- brauchen, ohne dabei im Rein-Ertrage des Gan- zen zu verlieren; indem in der Regel die hier- durch verstaͤrkte Viehnutzung das reichlich ersetzt, was etwa zu Anfange, bevor die Kraft-Vermeh- rung bewirkt worden, am Bau unmittelbar ver- kaͤuflicher Fruͤchte verloren wird. In letzterer Hinsicht nun kann, wie sich von selbst versteht, durchaus kein bestimmtes Fruchtwechsel-System vorgeschrieben werden. Denn wer anderweitig so viel Heu oder anderes Duͤngmaterial gewinnt, daß er seinen, einmal in Kraft stehenden Acker, in den ihm zutraͤglichsten Kraftgrade erhalten kann, der wuͤrde freilich thoͤrigt handeln, Futter- gewaͤchse zu bauen, wenn er sie oder sein Heu nicht etwa vortheilhaft verkaufen koͤnnte. Er kann Fruchtwechsel mir Handels- und Fabrik- Gewaͤchsen treiben. Jenes ist aber immer ein seltener Fall; der Bedarf des kuͤnstlich erbaueten Futters ist nur verschieden, und nur im Ver- haͤltniß dieses Bedarfs muͤssen die Futter-Ge- waͤchse in dem Wechsel der Fruͤchte aufgenom- men werden. Hier war es der Fall, daß die Haͤlfte des saͤmmtlichen Ackers zu Anfange auf Futterbau verwandt werden mußte, wenn das Ganze zum moͤglich hoͤchsten Rein-Ertrag gebracht werden sollte. Denn Weide und Wiesen waren nicht vorhanden, die neu angelegten unbedeutend. Koͤ- nigshof konnte zwar mit Heu aushelfen, und hat dies auch zu Anfange gethan; aber immer we- niger, und jetzt bedarf es dessen in der Regel nicht mehr. Da ein großer Theil der dortigen Wiesen aufgebrochen, und der Kornbau nicht nur dreifach vermehrt, sondern Hanf- und Kohlbau zum Verkauf, auch vom kuͤnftigen Jahre an Krappbau, daselbst betrieben wird, so kann wenig Heu entbehrt werden. Indessen bleibt es eine sichere Huͤlfe, wenn hier der Klee mißraͤth, wie es in diesem Jahre gewissermaßen der Fall ist, wo dann in Koͤnigshof weniger Mastvieh aufgestallet wird, indem dieser Boden einigen Ab- gang in Duͤnger ein Jahr lang sehr gut ertra- gen kann. Auch ist schon in Moͤglin seit mehreren Jahren nicht mehr die Haͤlfte des Ackers zum Futterbau verwandt worden. Der Huͤlsenfrucht- Schlag ward hoͤchstens nur noch zu ¼ gruͤn ge- maͤhet. Die Hackfruͤchte wurden zu Fabrikatio- nen zum großen Theile verwandt, indem seit 3 Jahren aus den Kartoffeln Staͤrke-Syrup ge- macht worden, und nun aus Runkeln Zucker ge- sotten werden soll. Hiervon erhaͤlt das Vieh nur die Abfaͤlle, wobei es allerdings viel verliert. Doch muß ich dagegen bemerken, daß zum Lu- zerne-Bau den Schlaͤgen 5 Morgen abgenom- men worden, daß also 15 Morgen weniger mit- Getreide bestellt werden. Aber die neu e Vr mehrung des Viehstandes durch die Schaͤferei macht dies noͤthig. Mein Bestreben geht aller- dings dahin, mit weniger Einsaat und weni- ger Arbeit immer mehr Korn zu gewinnen. Und dies — nicht von einer gegebenen Ackerflaͤche mehr Korn zu gewinnen — muß das Bestreben der hoͤheren Landwirthschaft in unserm Staate seyn. Wir muͤssen es dahin bringen, daß ein Mensch fuͤr zwei andere wenigstens Nahrungs- mittel gewinne, damit letztere andere Industrie- Zweige betreiben und zur Disposition des Staa- tes stehen koͤnnen. Dies koͤnnen wir nicht er- reichen, wenn wir einen Acker mit Getreide be- stellen, der uns hoͤchstens das dritte Korn, oft nicht die doppelte Einsaat giebt. Man hat mich sehr oft gefragt, warum ich keine Branntwein-Brennerei angelegt habe? Ich muß, wenn ich diese Frage beantworten soll, wie- der auf einige Persoͤnlichkeiten verweisen. Zwar habe ich seit jeher darauf gedrungen, daß man den Gesichtspunkt im Auge behalte, die Landwirthschaft sey ein Gewerbe, und werde am vollkommensten betrieben, wenn man den Zweck jedes Gewerbes am vollkommensten, ver- steht sich auf eine rechtliche Art, dadurch erreiche. Ich selbst aber habe sie, wenigstens nicht allein um des Gewerbes, sondern mehr um der Wis- senschaft willen, betrieben. Jenes war mir nur Mittel zum Zweck. Nun aber gehoͤrt Brannt- wein-Brennerei eigentlich nicht in das Gebiet der Landwirthschaft; sie ist ein besonderes Ge- werbe, was oft sehr vortheilhaft, aber doch nicht allgemein, mit jener verbunden, auch ohne die- selbe betrieben werden kann. Ihre Ruͤckwirkung auf den Ackerbau durch Viehhaltung und Duͤn- ger-Erzeugung von fremden Produkten ist be- traͤchtlich; aber deswegen eben wollte ich mich nicht eines Mittels bedienen, dessen sich nicht je- der bedienen kann, damit man nicht sage: das ist nur bei einer starken Brennerei moͤglich! Dazu kommt, ich muß es gestehen, daß ich eine Abneigung gegen Branntwein aus meinem medizinischen Stande mit heruͤber gebracht habe, und ich kann noch keine Branntwein-Brennerei sehen, ohne einen gewissen Schauder zu empfin- den; ohnerachtet ich mich uͤberzeugt habe, daß es mit dem Branntwein nicht so schlimm sey, und daß er auch sein Gutes habe; daß auf al- len Fall der einzelne Branntwein-Brenner sich keinen Vorwurf uͤber das Unheil zu machen brau- che, was dadurch angerichtet wird. Auch haͤtte es leicht seyn koͤnnen, daß ich dem dringenden Wunsche meines sel. Freundes Einhof nachgegeben haͤtte, der alle die neueren, nachher bewaͤhrt gefundenen Verbesserungen, be- sonders hinsichtlich der Kartoffeln-Brennerei, schon erkannte und lehrte, und sie hier praktisch ins Werk zu richten und somit fuͤr die Kunst zu wirken strebte; wenn nicht die damalige Beschraͤn- kung des Absatzes ein Gegengrund gewesen waͤre. Ich haͤtte den Branntwein nur in die Staͤdte mittelst Zahlung der Thoraccise verkaufen koͤn- nen. Nachdem dieses Hinderniß durch die proclamirte Gewerbe-Freiheit gehoben war, lebte Einhof nicht mehr, auch waren nun die Verbesserungen bekannter und in mehreren berlinischen Brannt- wein-Brennereien zum Theil ausgefuͤhrt, so daß das Motiv, durch Wissenschaft fuͤr die Kunst zu wirken, wegfiel. Der große Vortheil, der aus diesem Gewerbe waͤhrend der franzoͤsi- schen Occupation hervorging, und sich in den Jahren 1812 und 13 erneuerte, und manchen Guͤtern die ungeheuren Kosten erleichterte, haͤtte allerdings das Daseyn einer Branntwein-Bren- nerei wuͤnschenswerth gemacht. Aber nun schien eine, in unsern Gegenden so allgemein gewor- dene Speculation, nicht laͤnger vortheilhaft ge- nug bleiben zu koͤnnen, um eine neue Anlage zu begruͤnden. Die Benutzung der Kartoffeln zum Branntwein ist, nach langem Widerstreben, nun so entschieden vortheilhaft anerkannt, daß die Brennereien aus bloßem Korn nicht mehr werden bestehen koͤn- nen. Hierdurch scheint der Landbau zu gewin- nen, indem der Kartoffelbau sich nun dermaßen vermehrt, daß man bald auf besserem Boden keine Brache mehr sehen wird, und alles sich zum Fruchtwechsel hinneigt. Auf der andern Seite aber wird die Verbesserung des Duͤnger- standes, die manchen umsichtigen Landwirthen Hauptgrund bei der Anlegung einer Brannt- wein-Brennerei war, dadurch gefaͤhrdet. Wie man nicht blos das selbst gewonnene, sondern auch noch viel zugekauftes Getreide dadurch con- sumirte, so gab der Ruͤckstand durch Maͤstung eine betraͤchtliche Duͤnger-Production, die beim verkauften Getreide der Wirthschaft entging. Hierin und in der Ersparung der Marktfuhren setzten manche allein ihren Vortheil. Jetzt aber, wo es erforderlich scheint, das Getreide zu ver- kaufen, und Kartoffeln hinlaͤnglich zur Brannt- wein-Brennerei zu bauen, wenn man mit der Waare Preis halten will, kommt die Sache an- ders zu stehen. Denn so sehr ich uͤberzeugt bin, daß die Kartoffeln, wenn sie ganz ver- futtert werden, mehr Duͤnger wiedergeben, als sie ausziehen; so moͤchte dies doch nicht der Fall seyn, wenn ihre wesentlichen Nahrungs- theile in Alkohol verwandelt werden, und hoͤch- stens drei Zehntheil zuruͤckbleiben. Vielmehr glaube ich, daß durch einen starken Kartoffel- bau zu diesem Verbrauch der Kraftzu- stand einer Wirthschaft betraͤchtlich geschwaͤcht werden koͤnne, wenn er nicht auf eine andere Weise ersetzt wird; was allerdings unter man- chen Verhaͤltnissen sehr gut geschehen kann. Bei der jetzt beabsichtigten Zucker-Fabri- kation wird nun um so weniger eine Brannt- wein-Brennerei Platz finden, es sey denn eine kleine Destillations-Anstalt zur Benutzung der Abgaͤnge. Wegen W egen der nahen Verbindung finde ich mich veranlaßt, hier uͤber den Zweck und die gegenwaͤrtige Einrichtung des land wirthschaftlichen Unterrichts-Instituts etwas zu sagen; um so mehr, da ich vernehme, daß bei manchen noch ganz unrichtige Ansich- ten daruͤber vorwalten. Ich muß mich aber auf das Allgemeine und Ganze beschraͤnken, denn das Spezielle ist bei den Ereignissen der Zeit, hauptsaͤchlich aber durch den leider! zu haͤufigen Wechsel der Lehrer (man sehe die Vorrede) man- chen Abaͤnderungen unterworfen gewesen, und selbst der gegenwaͤrtige Zeitpunkt erlaubt noch keine feste Bestimmung; da uͤber die Wiederbe- setzung der dritten Lehrerstelle noch nicht ent- schieden werden kann. Das Institut ist durchaus nicht als eine Erziehungs-Anstalt — wenigstens nicht in dem 22 gewoͤhnlichen Sinne des Wortes — anzusehen. Es wird vorausgesetzt, daß jeder, der hier kommt, von dem Zweck seines Hierseyns schon ein leb- haftes Gefuͤhl und den Willen, solchen zu errei- chen, mitbringe. Es findet kein gezwungener Antrieb statt, wohl aber derjenige, welcher durch das Beispiel und den sich mittheilenden Ernthu- siasmus des immer groͤßeren Theils, und durch alle Umgebungen, die — ich darf es sagem — auf Ordnung, Fleiß und Sittlichkeit hinweisen, bewirkt wird. Wer irgend Empfaͤnglichkeit da- fuͤr hat, muß davon durchdrungen werden. Wenn man uns aber junge Leute zuschickt, die sich der Landwirthschaft widmen sollen, weil sie zu an- dern Gewerben und Studien entweder zu stumpf und zu traͤge, oder zu leichtsinnig sind — die das Wesentliche der Landwirthschaft im wuͤsten Umherjagen, rohen Treiben der Menschen und des Viehes, Bereuten der Jahr- und Viehmaͤrkte, Schachern mit Ochsen und Pferden u. d. gl. sez- zen — genaues Beobachten, Calculiren und Nachdenken, mithin alle mathematische und na- turwissenschaftliche Kenntnisse fuͤr uͤberfluͤssig hal- ten, weil sie Beispiele kennen, daß ein Pachter ohne das alles reich geworden sey — auf das Schwadroniren jedes Schreibers mehr als auf die Resultate wahrer und reiner Erfahrung ach- ten, und seine aus dem Branntweins-Glase her- vorsprudelnde Witzeleien uͤber das Rationelle be- wundern — so wird hier freilich weniger aus ihnen werden, als wenn man sie handwerksmaͤ- ßig haͤtte anlernen und abrichten lassen. Sie wer- den das, was hier getrieben wird, fuͤr Pedante- rie halten, und nachdem sie die Feldmark ein Paarmal durchstreift, die Arbeiten oberflaͤchlich angesehen haben, Langeweile fuͤhlen und sich nach anderweitigem Commerz umsehen. Also regen Willen und Thaͤtigkeit muß ein junger Mensch — von aͤlteren versteht es sich von selbst, daß sie ohne solchen nicht herkommen werden — mitbringen; besondere Vorkenntnisse als die, welche jeder Wohlerzogene von Schulen mitbringt, sind nicht erforderlich, wenn er hier einen vollstaͤndigen Cursus machen will . Denn natuͤrlicher Weise kann ein halbjaͤhriger Aufenthalt allhier einem Anfaͤnger nichts nutzen; er kann ihm vielmehr schaͤdlich werden. Manche Begriffe die er erhaͤlt, Ideen die in ihm erweckt werden, koͤnnen in solcher Zeit keine Haltung, Bestimmtheit und Klarheit erlangen. Vielweni- ger kann er Uebung in der Anwendung bekom- men. Er will vielleicht jenes durch Lesung gu- ter Schriften ersetzen; aber eben weil er voll unverdaueter Begriffe ist, lieset er auch aus den besten Schriften etwas heraus, was nicht darin stehet; weil er die Beziehungen nicht wahr- nimmt, unter welchen es gesagt war, und ver- steht anderes, was da gesagt war, nicht, weil es mit seinen einseitigen Begriffen nicht stimmt. Die Uebung soll er dann in einer andern, meh- rentheils recht großen Wirthschaft erlangen, wo er als Lehrling angestellt zu werden sucht. Aber er ist entweder von dem Ideal des Vollkommen- sten schon durchdrungen, und siehet hier so vie- les, was davon abweicht, oder glaubt es zu se- hen, weil er die oͤrtlichen Verhaͤltnisse nicht zu wuͤrdigen weiß, mithin wird ihm alles und be- sonders seine Verbindung mit dieser Wirthschaft widrig; oder aber er vergißt, was er hier ge- lernt hat, weil er es dort nicht praktisch ange- wandt sieht. Auf jedem Fall wird er confus, schwankend und zweifelhaft werden; er wird Auf- klaͤrungen, die er von dem Wirthschafts-Direk- tor vielleicht erlangen koͤnnte, zu fordern scheuen, wenn dieser etwa seine Fragen einmal als nase- weiß abgefertigt haͤtte; er wird sich in sich selbst verschließen und uͤber das Widersprechende der Lehre und der Ausfuͤhrung bruͤten, ohne zur Klarheit zu kommen. Bei jeder wissenschaftli- chen Quelle ist Popens Regel wahr: Koste nicht, oder schoͤpfe tief! Besser ist es immer, wenn ein junger Mann, der das Institut besuchen will, schon eine, wenn auch ganz handwerksmaͤßige Lehre in der Land- wirthschaft — nur eine physische Erziehung da- fuͤr — erhalten hat, und eine anschauliche, wenn gleich oberflaͤchliche Kenntniß der Gegenstaͤnde be- sitzt. Indessen ist es nach den jetzigen Einrich- tungen nicht unumgaͤnglich noͤthig, indem auch fuͤr mechanische Uebung, fuͤr ganz sinnliche Be- lehrung gesorgt worden. Bis dahin, daß des juͤngern Crome ’s Stelle — der ganz eigentlich dazu bestimmt, gebildet und geeignet war — er- setzt ist, wird mein Sohn es selbst uͤbernehmen. Nur muͤssen, wie gesagt, solche junge Leute mit regem Triebe zu lernen her kommen, nicht ver- weichlicht und nicht traͤge seyn; denn wider ih- ren Willen koͤnnen sie nicht getrieben werden. Ein jeder Anfaͤnger muß im Winter-hal- ben-Jahre — wie das auch gleich anfangs be- stimmt war — her kommen. Die Frequenz ist dann nicht so groß, und es kann auf den Ein- zelnen mehr Ruͤcksicht genommen werden. In diesem Winter-halben-Jahre wird mehr discursive, als in gebundenen Vortraͤgen, der in- nere Haushalt in allen Verhaͤltnissen erklaͤrt und praktisch gezeigt; was hauptsaͤchlich durch die Buch- und Journal-Fuͤhrung — wobei jedem, der es wuͤnscht, Gelegenheit selbst Hand anzule- gen gegeben wird — erlaͤutert wird. Die Vieh- zucht, d. h. alles, was auf die Erhaltung, Ge- brauch und Benutzung des Arbeits- und Nutz- Viehes Bezug hat, wird theoretisch und prak- tisch gelehrt. Zur richtigen Beachtung der Win- tergeschaͤfte auf dem Hofe, in Scheunen, Staͤl- len und Magazinen wird Anleitung, von den im Winter hauptsaͤchlich vorkommenden merkantili- schen Geschaͤften die Uebersicht gegeben. Der Zoͤgling kann sich in der Verfertigung aller hier gebraͤuchlichen Ackerwerkzeuge und Geraͤthe bei einem sehr geuͤbten Arbeiter unterrichten, und sich selbst, wenn er einige Geschicklichkeit in der Manipulation des Beils, des Hobels und Mei- ßels hat, in der Verfertigung und Zusammen- setzung uͤben, wenigstens alles beachten lernen, worauf es bei der Holz- und Eisen-Arbeit an- kommt. In eigentlichen Vortraͤgen wird im Winter die Chemie gelehrt; zwar nach ihren allgemeinen Grundsaͤtzen, aber spezieller, ausfuͤhrlicher und praktischer in dem, was in naher Verbindung und Bezuge auf den Landbau, auf die Produk- tion und Benutzung der Produkte, und auf die mit der Landwirthschaft vortheilhaft zu verbin- denden Nebengewerbe stehet. Branntwein-Bren- nerei und Bierbrauerei wird hier nun nach den bereits mitgetheilten chemischen Grundsaͤtzen, mit Ruͤcksicht auf alle aͤltere und neuere Methoden, erklaͤrt; alle Punkte, wovon der Erfolg abhaͤngt, erlaͤutert, und da sie hier bis jetzt nicht betrie- ben werden, wird die Manipulation in den gro- ßen und nach den bewaͤhrtesten neueren Metho- den musterhaft eingerichteten Fabriken, die in unserer naͤchsten Nachbarschaft bestehen, gezeigt. Zwei andere, jetzt nicht minder wichtig erachtete chemisch landwirthschaftliche Fabrikationen, des Syrups aus Kartoffeln-Staͤrke und des Roh- zuckers aus Runkelruͤben — in der Folge wahr- scheinlich auch die Rafinirung desselben — wer- den hier selbst betrieben und praktisch gelehrt; letztere nach des scharfsinnigen Nathusius vervoll- kommneten und ergiebigen Methode; deren Kennt- niß und Einfuͤhrung ich diesem hochverehrten Manne allein verdanke. Endlich wird im Winter die reine Mathesis, diese fuͤr jeden denkenden Kopf so unentbehrliche Wissenschaft, ohne welche er, zumal bei dem jetzi- gende Zustande der Wissenschaften und des gebil- deten Lebens, in einem gewissen Halbdunkel be- staͤndigen Verirrungen ausgesetzt bleibt, bis auf einen gewissen Punkt streng wissenschaftlich ge- lehrt; jedoch mit Erlaͤuterungen durch Anwendung auf Vorfaͤlle des Gewerbs-Betriebes, und mit Hinsicht auf die dem Landwirth wichtigsten Theile der angewandten Mathematik. Dieser Winteraufenthalt ist fuͤr den juͤnge- ren, dem Landleben sich widmenden Mann um so wichtiger, weil, nach vielen gemachten Erfah- rungen, dadurch der Sinn fuͤr Haͤuslichkeit, fuͤr Ordnung, Sittlichkeit und Anstaͤndigkeit ohne Zie- rerei im geselligen Leben besonders erweckt wird; was bei der groͤßeren Zahl der Anwesenden und der mehreren Zerstreuung im Sommer nicht so zu geschehen pflegt. Im darauf folgenden Sommer-halben-Jahre wird nun von mir selbst die Lehre vom Landbau und von allen unserm Klima angemessenen Produktio- nen, ausfuͤhrlich und mit Ruͤcksicht auf die man- nigfaltig zu modificirenden Methoden vorgetragen. Ich lege hierbei zwar eine rationelle Landwirth- schaft zum Grunde, aber ich handle die Materie weniger nach der Ordnung des Buchs ab, als, so viel moͤglich, nach dem Zeitpunkte, wo jedes am besten in der Wirklichkeit gezeigt werden kann, und wo das Anschauen das meiste Interesse dafuͤr er- regt. Ich begnuͤge mich nicht mit der Erklaͤrung meiner Grundsaͤtze vom Catheder, sondern ich lasse uͤber jeden Gegenstand das Wichtigste, was sich daruͤber in den aus eigener Erfahrung geschrie- benen besten Buͤchern, auch ungedruckten Aufsaͤtzen anderer findet, lesen, mit einander vergleichen, be- urtheilen, die anscheinenden Widerspruͤche durch Beachtung der Nebenumstaͤnde heben oder nach verstaͤndigen Gruͤnden entscheiden. Hierdurch wer- den Discussionen unter den erfahrnern und kennt- nißreichern meiner Zuhoͤrer, deren doch gewoͤhnlich mehrere hier sind, veranlaßt, der Gegenstand von allen Seiten beleuchtet, Einseitigkeit und das ju- rare in verba magistri vermieden, der Beobach- tungsgeist und das Nachdenken geschaͤrft. Freilich ist nicht in jedem Semester das Interesse dieser Verhandlungen wegen der Verschiedenheit des Per- sonals gleich groß gewesen; an manche kann ich nur mit der angenehmsten Erinnerung denken, in an- dern war die Zuruͤckhaltung eigener Ansichten unuͤberwindlich, und eine vielleicht mehr an- scheinende als wirkliche Indolenz abschreckend. Sie verlor sich bei manchem erst nach laͤngerem Hierseyn. Dann wird im Sommer die Botanik, aller- dings mit Erklaͤrung des Systems und der Termino- logie, aber doch auch mit besonderer Hinsicht auf die dem Landwirthe merkwuͤrdigsten Pflanzen, und mehr empirische Erkenntniß derselben gelehrt; da eine vollstaͤndige Erlernung derselben nicht das Werk eines Sommers, neben so manchen andern Stu- dien seyn kann. Es finden jedoch auch diejenigen, welche besondere Neigung fuͤr diese Wissenschaft und vielleicht schon Kenntniß derselben, zu desto groͤße- rem Vergnuͤgen der Lehrer, mitgebracht haben, hin- laͤngliche Unterhaltung darin, durch die in hiesiger Gegend eine ziemlich reiche Ausbeute gebenden bo- tanischen Excursionen, durch den reichhaltigen bota- nischen Garten zu Cunersdorf und die Bibliothek daselbst, deren bescheidene Benutzung von den ver- ehrungswuͤrdigen, alles wissenschaftliche Streben beguͤnstigenden Eigenthuͤmern gern gestattet, und durch den verdienstvollen Botaniker und Bibliothe- kar daselbst, Herrn Walter , erleichtert wird, und endlich durch das sehr vollstaͤndige und schoͤne, vom sel. Crome hinterlassene Herbarium. Mit der Bo- tanik wird die dem Landwirthe so hoͤchst wichtige und interessante Pflanzen-Physiologie verbunden, ohne welche man keinen klaren Begriff von der Theorie des Landbaues empfangen kann. Ferner wird im Sommer die Experimental-Phy- sik, wozu ein sehr zweckmaͤßiger Apparat vorhanden ist, vorgetragen. Zugleich wird denjenigen, die schon chemische Kenntnisse besitzen, Gelegenheit gegeben, sich in Zerlegungen, welche die Agronomie betref- fen, zu uͤben. Endlich wird die angewandte Mathematik ge- lehrt, und in Ansehung der Feldmeß- und Nivellir- Kunst, sammt der geometrischen Berechnung und Eintheilung der Felder, praktisch geuͤbt. Diejenigen, welche diesen jaͤhrigen Cursus hier gemacht haben und hoͤhere wissenschaftliche Ausbil- dung verlangen, werden mir nun mit besondern Nuz- zen nach der Universitaͤt zu Berlin folgen. Sie koͤn- nen daselbst, wenn sie es wuͤnschen, mit mir in einer engern Verbindung bleiben, und wenn sie etwa in Hinsicht ihres Alters, ihres vorherigen Standes und Bildung, sich als Studenten immaticuliren zu las- sen Bedenken tragen, dennoch alle Vorlesungen und Institute der Universitaͤt benutzen, wozu ich ihnen sehr gern alle erforderliche Anweisung geben werde. Ich trage daselbst die landwirthschaftliche Gewerbs- Lehre aus einem hoͤheren, umfassendern Gesichts- punkte, auch in politischer, finanzieller und polizeili- cher Hinsicht, desgleichen in der Regel die physisch- chemische Theorie des Landbaues vor. Ueber die Be- nutzung der uͤbrigen Vorlesungen und Anstalten wer- de ich einen jeden nach seiner Individualitaͤt belehren. Wer nun nach einer zweckmaͤßigen Benutzung dieses Winteraufenthalts in Berlin, mit mir noch- mals nach Moͤglin zuruͤckkehren will, dem widme ich einen speziellen, praktischen und uͤbenden Unter- richt in allen das Ganze der Landwirthschafts-Lehre bildenden Theilen, auch besonders in Hinsicht ihres Bezuges auf die National- und Staatswirthschafts- Lehre. Dahin gehoͤrt agrarische Verfassung der Laͤn- der und Provinzen, agrarische Gesetzgebung und Gesetzesausfuͤhrung (Legislatur und Polizei), Admi- nistration der Domainen und großen Herrschaften im Ganzen, Veranschlagung der Guͤter und Ent- werfung des Wirthschafts-Etats, die Verhaͤltnisse des groͤßeren und kleineren Gutsbesitzers und Land- wirths zum Staat, seine Rechte und Pflichten, und was bei der Ausbung und Erfuͤllung derselben zu beachten; die Operationen der Gemeinheitsthei- lung, Auseinandersetzung und Entschaͤdigung fuͤr Servitute, kurz alles, was dem Cameralisten hin- sichtlich der agrarischen Gegenstaͤnde zu wissen noͤ- thig ist; woruͤber ich durch vorgelegte, aus der Wirklichkeit genommene oder abstrahirte Beispiele und Aufgaben, Veranlassung zu Ausarbeitungen geben werde. Hiermit wird dann allerdings die ge- nauere und kritische Beobachtung der praktischen Landwirthschaft verbunden, wozu ich schon gebilde- ten Maͤnnern um so lieber alle Anleitung und Ge- legenheit gebe, da mir besonders daran gelegen ist, in ihnen einen permanenten und pruͤfenden Zeugen der hiesigen Wirthschafts-Einrichtungen und ihres Erfolges zu haben. Es versteht sich nun, daß derjenige, welcher schon gewisse Vorkenntnisse hat, diesen ganzen Cur- sus nicht zu machen brauche, sondern sich nach der Art und dem Maaße derselben, und je nachdem er sie mehr ausbilden und ergaͤnzen will, einen oder den andern Theil auswaͤhlen koͤnne. In Ansehung der haͤuslichen Einrichtungen des Instituts bemerke ich, ohne in ein genaues Detail zu gehen, worin nach den Umstaͤnden Abnderun- gen gemacht werden, folgendes. Es hat ein Jeder ein eigenes moͤblirtes Zimmer, ohngefaͤhr auf dem Fuß, wie es an Badeoͤrtern zu seyn pflegt. Inbetten werden mitgebracht oder man miethet sie sammt den Ueberzuͤgen monatlich fuͤr 1½ Rthlr. Wenn aber auch zwei Befreundete eins der groͤßeren Zimmer zusammen, und dabei eine beson- dere Schlafkammer wuͤnschen, so koͤnnen sie es mit gleichen Kosten erhalten. Die saͤmmtlichen Mitglieder des Instituts spei- sen jetzt mit der Familie des Eigenthuͤmers Mittags um 12 Uhr und Abends um 8 Uhr. Diese Einrich- tung war vormals nicht, hat aber, seitdem sie ge- troffen worden, zur Befoͤrderung der Geselligkeit, einer freundlichen Annaͤherung, eines anstaͤndigern Tons und mannigfaltiger Belehrung ungemein viel beigetragen. Bei Tische wird Bier gereicht; wer Wein trinken will, was wenige, selbst aus Wein- laͤndern thun, muß ihn sich selbst halten. Was außer der Mahlzeit genossen wird, bezahlt eiu jeder besonders. Es sind fast alle Beduͤrfnisse bei der im Institut-Hause wohnenden Familie des Gaͤrtners zu bestimmten, moͤglichst billigen Preisen zu haben. Doch sieht es jedem frei, sie sich auch an- derweitig zu verschaffen, wozu ein taͤglich nach der Stadt Wriezen gehender Bote die Gelegenheit giebt. Auch kann man sich aus Berlin, mit der zweimal woͤchentlich abgehenden und ankommenden Post, so wie mit anderen haͤufigen Gelegenheiten, alles kom- men lassen. Licht und Feurung haͤlt sich ein jeder selbst. Der Preis des Holzes wird Kubikfußweise berechnet, und von jener Familie ausgegeben. Waͤscherinnen, die fuͤr einen bestimmten Preis waschen, sind immer da. Aufwartung wird zureichend im Hause gehalten, und dafuͤr, außer einer beliebigen Ergoͤtzlichkeit an die Domestiquen, nichts bezahlt. Fuͤr den saͤmmtlichen Unterricht, Logis, Mit- tags- und Abend-Tisch und Aufwartung, wird fuͤr den Sommer, von der Mitte Aprils bis Ende Sep- tembers, 200 Rthlr. Preuß. Courant, und fuͤr den Winter, vom 1 sten November bis Ende Marz, 150 Rthlr voraus bezahlt. Wer jedoch von einem Se- mester zum andern hier bleibt, hat auch in der Zwi- schenzeit alles dafuͤr frei. Es kann aber keine Aufnahme anders als auf ein Semester statt finden; es sey denn ausnahmeweise unter besonders verabredeten Bedingungen. Und nur in dem Fall, daß Zimmer im Institut-Gebaͤude offen sind, koͤnnen Fremde, die nur die hiesigen Ein- richtungen sehen, nnd sich uͤber eins oder das andere unterrichten wollen, als Hospites einzelne Tage oder Wochen aufgenommen werden. Sonst finden sie in Wriezen Quartier. Jedoch wird vorausgesetzt, daß sich nur solche einfinden werden, die an land- wirthschaftlichen Gegenstaͤnden Interesse nehmen. Da in diesem Fruͤhjahre wiederum die Erfah- rung gemacht worden, daß sich sehr viele bestimmt meldeten — weswegen mehrere Zimmer eiligst aus- gebauet und moͤblirt wurden — dann aber, zum Theil ohne es einmal anzuzeigen, wegblieben, so muß eine schon fruͤher aus gleicher Ursach gemachte Bestimmung erneuert werden, daß bei der Bestel- lung eines Platzes 8 Friedrichd’or vorausbezahlet, oder doch von bekannten Personen die Versicherung gegeben werde, daß diese zur Entschaͤdigung im Fall des Ausbleibens gezahlt werden sollen. Unter den diesmal weggebliebenen sind manche, die ich voͤllig entschuldige, indem sie sich zur Ergreifung der Waf- fen berufen fuͤhlten; andere aber haben einen an- dern Aufenthalt vorgezogen, weil sie das Institut nicht nach ihrem Sinne besetzt hielten. Diejenigen, welche Pferde halten wollen — was hier aber keinesweges noͤthig ist — finden eine Stallung im Dorfe. Bediente — die ganz uͤberfluͤssig sind — koͤn- nen nur unter besondern Umstaͤnden und Bedin- gungen im Instituts-Hause Platz finden. Hunde werden im Hause nicht geduldet. Uebrigens muß sich ein jeder denen Einrichtun- gen, die zur Bequemlichkeit aller und zur Errei- chung des Zwecks gemacht sind oder gemacht wer- den sollten, unterwerfen. Auch behaͤlt sich die Direktion das Recht vor, demjenigen den Aufenthalt nach 8taͤgiger Frist zu kuͤndigen, dessen laͤngeres Hierseyn sie dem Ganzen nachtheilig haͤlt; wobei sich von selbst versteht, daß die geleistete Praͤnumeration, in so fern sie uͤber die- sen Termin hinausgeht, zuruͤckgezahlet werde. Die spezielle Direktion des Instituts fuͤhrt der Herr Professor Koͤrte , und an denselben wendet man sich in allen das Institut betreffenden Angele- genheiten. Moͤglin den 20sten September 1815. Druckfehler . Seite 58. Zeile 8. statt abluͤften setze aufhelfen. — 60. — 17. st. Heu s. Gruͤn. — 93. — 4. von unten st. 64 s. 87. — — — 3. st. 100 s. 128. — 96. — 1. st. 176 s. 70. — 178. — 6. st. 1 s. 2 Rthlr. — 259. — 17. st. Uhden s. Unger. — — — 19. st. 1750 s. 1752.