F uͤrstlicher B aumeister/ Oder: A RCHITECTURA C IVILIS, W ie G rosser F uͤrsten und H erren P allaͤste/ mit ihren H oͤfen/ L ust- H aͤusern/ G aͤrten/ G rotten/ Orangeri en/ und anderen darzu gehoͤrigen G ebaͤuden fuͤglich anzulegen/ und nach heutiger A rt auszuzieren; Z usamt den G rund- R issen und D urchschnitten/ auch vornehmsten G e- maͤchern und S aͤaͤlen eines ordentlichen F uͤrstlichen P allastes; E rster T heil/ Inventi rt und gezeichnet/ Durch P aulus D ecker/ H och- F uͤrstl. P faltz- S ultzbach. Architect. Verlegt von J eremias W olff/ Kunsthaͤndler in Augspurg. Cum Gratia \& Privilegio Sacræ Cæs. Maj. A UGSPURG/ Gedruckt bey Peter Detleffsen/ Anno M DCC XI. D enen H och- E delgebohrn- H och- W olgebohrn- W ol- E delgebohrn- W ol- E del- G estreng- und H ochweisen/ H errn J oseph A drian I mhof/ von S pihlberg und O ber- S chwambach/ H errn G ottfried A mmann/ G eeder der R oͤm. K ayserl. M ajestaͤt R aͤthen und S tadt- P flegeren. H errn J ohann G eorg R ehm/ H errn J ohañ M ilhelm L angenmantel von M estheim/ H errn F rantz A lbrecht Z ech von D eubach/ F reyherrn von S ultz/ H errn auf H ardt/ H errn P aul von S tetten/ H errn M arx C hristoph M elser/ G eheimen R aͤthen. Wie auch H errn J ohann J acob I mhof/ H errn J ohann C hristoph I llsung/ H errn C hristoph S igmund A mmann/ H errn J acob B ayern/ Respect. verordnet- und alternier enden Baumeisteren. M einen G naͤdig-hochgeneigt- und G rosg. gebietenden H errn und O bern. H och-Edelgebohrne/ H ochwolgebohrner/ W ol-Edel- gebohrn- W ol- E dl- G estreng- und H ochweise G naͤdig- H ochgeneigt- und G roßg. gebietende H erren/ I Ndeme E uer G nad. H ochadl. H errl. G estr. und G roßg. gegen- waͤrtiges Architectur -Werck zu dedicir en Vorhabens bin; moͤch- ten mich hieran fast irr und abwendig machen/ jene veraͤchtliche Wor- te des Martialis : Si duri puer ingenii videtur, Præconem facias vel Ar- chitectum . Allein/ gleichwie eines theils davor gehalten und angemerckt wird/ daß Martialis an bemeldtem Orth entweder comparativè ad artes sublimiores, oder sonst abusivè rede/ und die rechte und echte Bau-Kunst allda von ihme nicht ver- standen werde; also/ und andern theils/ es mag auch Martialis damit gemeint haben/ was er wolle/ so ist diese noble Kunst und Wissenschafft schon laͤngst so belobt und hoch geachtet/ daß da ich dieselbe jetzo mit vielen Worten zu ruͤhmen/ mich unternehmen und bemuͤhen wuͤrde/ mir nicht unbillich/ wie jenem/ der zu Thebe den Herculem Thebanum, in einer offentlichen Versammlung und Rede zu loben/ auffgestanden und angefangen/ zugeruffen werden moͤchte: Her- culem, (Architecturam) laudaturus es, quem (quam) nemo vituperat. Auf dieses hin nun die wahre Motiv und Absicht dieser unterthaͤnig-gehorsa- men Dedication, zu eroͤffnen und vorstellig zu machen/ so ist selbige keine andere/ als diese: daß nehmlich/ da aus dieser meiner werthen Vatter-Stadt so viel und mancherley Kunst-Stuͤcke und Schrifften hervor und in die Welt kommen; ja eben dieselbe selbst verschiedne Kunst-Gebaͤu zur Bewunder- und Ergoͤtzung præsenti ert und darstellet; ich auch meines wenigen Orths/ in meiner Pro- fession, kein faul- und muͤssiges Mit-Glied der Buͤrgerlichen Gesellschafft zu seyn/ durch Edier - und Verlegung dieses Wercks temoigni ren und zeigen; mittelst gegenwaͤrtiger Zuschrifft aber/ meinen H ochgebiethend- und W erthisten H erren und O bern/ so vornehmlich die Disposition, Direction und Obsicht der Gebaͤuen haben und tragen/ meine unterthaͤnig-auffrichtige Devotion, Hochachtung und Ergebenheit offentlich beglauben wollen. Und gleichwie ich demnach nicht zweiffle/ E uer G nad. H ochadl. H errl. G estr. und G roßg. werden diese patrioti sch gemeinte Zuschrifft und uͤberreichende Exemplar ien/ mit Stadt-vaͤtterlichen Hulden und Handen auff- und annehmen; also empfehle mich auch sonsten zu D ero staͤtswuͤhrig-hohen Ober-Herrlichen Propension und Patrocinanz: unter Hertz-eyffrigsten Anwunsch/ daß der Allgewaltige G Ott/ und H Err Himmels und der Erden/ nicht nur D ieselbe und I hre Hochwerthe Angehoͤrde mit unverrucktem hohen Wolwesen allermildist segnen; sondern auch das gantze Gebaͤu hiesigen Regiments- und Burgerlichen Stadt- Wesens/ wiederum in begluͤckt- und florissant en Stand zu setzen/ auch darinnen biß ans Ende der Welt/ unzerruͤttet zu erhalten/ allergnaͤdigst geruhen wolle: mit schuldigster Submission unausgesetzt verharrend E uer G nad. H ochadl. H errl. G estr. und G rosg. Unterthaͤnig-tre u -gehorsamer Burger: Jeremias Wolff/ Kunsthaͤndler allhier in Augspurg. E rklaͤ- E rklaͤrung des T itul- K upffers. D Amit der Geneigte Leser meine Gedancken/ von dem Titul-Kupffer/ so dem gantzen Werck voran stehet/ und am ersten in die Augen faͤllet/ nur ein wenig wissen moͤge/ so stellet sich hier die Gottheit fuͤr/ mit einer Flamme auf dem Haupt und in Wolcken/ durch eine Glorie, sich hernieder lassend; in der einen Hand haͤlt sie den Scepter/ als Regentin der Welt/ benebenst einer Tafel/ auf welcher die Abzeichnung eines Gebaͤudes zu sehen ist; mit der andern Hand/ uͤberreicht Sie der Ihr zur Seiten stehenden Architectur, einen Circul und Winckel-Maaß/ anzudeuten/ Sie pflantze Ihr hiemit den gehoͤrigen Verstand und Weißheit ein/ allerley Sachen schicklich und zier- lich auszuarbeiten. Die Architectur begleitet ein Genius, tragende ein Wasser-Waage in der Hand/ und haltende eine andere Tafel in der Hand/ worauff der Grund-Riß eines Gebaͤudes ste- het; der Genius selbst sieht mit seinen Augen auf einen zu seinen Fuͤssen liegenden Quadraten. Die Mahlerey/ als der Architectur getreue Gehuͤlffin/ welche die angelegten Wercke und Gebaͤude an- schnlich schmuͤcket und zieret/ kniet neben der Architectur, und um sie herum liegen ihre bekandte und gewoͤhnliche Werck-Zeuge. Der Drey-Fuß/ auf welchem besagte Kuͤnste/ der Gottheit ein wolriechendes Opffer bringen/ zielet dahin/ daß diese edle Kuͤnste sich GOtt widmen/ und Ihm zu Ehren allerhand Gebaͤude/ z. E. Tempel/ Schulen/ Altaͤre u. s. f. auffrichten. Neben dem Drey- Fuß findet sich ein alter Mann/ mit einem Spiegel in der Hand/ welcher die kluge Anweisung/ durch die man zu den Kuͤnsten gelangen muß/ vorstellig macht. Hart an ihm kommt die Bild- hauer-Kunst hastig herzu gelauffen und herzu geeilet/ und haͤlt in ihren Armen ein Modell von ei- ner Statua, zu bemercken/ daß schoͤne Gebaͤude durch die Statu en am besten ausgeschmuͤckt und le- bendig gemacht werden. Zunaͤchst der Gottheit zeigen sich zwey Engel in einer Glorie, und tra- gen eine Sternen-Crone/ anzudeuten/ die wahren Virtuos en erlangten nicht allein in ihrem Leben allbereit grosse Ehr und Estime; sondern ihr Ruhm bleibe/ nach ihrem Tod/ unsterblich. Noch mehr oben folget ein anderer Engel in der Gloric, und traͤgt in einer Hand ein Cornu-Copiæ mit verschiedenen Fruͤchten; in der andern aber haͤlt er eine guldene Kette/ daran kostbahre Medail - len hangen/ und geht seine Absicht dahin/ daß wahre Virtuos en/ durch ihre Geschicklichkeit grosser Herren Gnade erlangen/ und nicht selten Reichthum und Vergnuͤgen sich erwerben. In der Fer- ne ist auf der einen Seite/ der Tempel der Ehren/ auf der andern ein Lust- Gebaͤude entworffen. V orrede des Inventoris. H ochgeneigter und H ochgeehrter L eser! J Ndem die heutige Civil Bau-Kunst/ nicht nur bloß und allein/ wie bey ihrem ersten Ursprung und vor uralten Zeiten geschehen ist/ auf die unentbehrliche Nothdurfft und auf etwelche Bequemlichkeit des Menschlichen Lebens/ ihr Absehen richtet; sondern sich auch hoͤchsten Fleisses angelegen seyn laͤsset/ die auffzufuͤhrende Gebaͤude/ in einer netten Zierlichkeit vorzustellen; so thut sie dieses Letztere absonderlich/ wann fuͤr einen grossen Herrn ein Pallast anzulegen und auffzurich- ten ist/ der uͤber Land und Leute zu gebieten hat/ und dessen hoher Character, welcher Ihm von GOtt dem HErrn beygeleget worden/ auch an der aͤusserlichen Magnificence seines Staats und Auffuͤhrens/ sich erkenntlich zeiget. Dann weil Regierende Fuͤrsten und Herren/ in allen Stuͤcken/ vor andern Leuten/ einen grossen Vorzug haben/ so ist nichts billichers/ als daß man Ihnen auch solche Wohnungen zurichte/ in denen die Kunst so hoch gestiegen/ um wie hoch Durchleuchtige Printzen die uͤbrige Menschen in der Welt/ an Hoheit uͤberstiegen haben. Ob ich mir nun wol die ehrgeitzige Gedancken nicht beykommen lasse/ daß ich mich fuͤr einen besondern vornehmen und ausgelernten Fuͤrstlichen Bau-Meister ausgeben wolte/ da ich vielmehr eine Ehre daraus suche/ wann ich anderer Virtuos en und vollkomnere Kuͤnstler/ emsigen Nacheyferer mich nennen darff; so habe ich mich doch/ auf des Herrn Verlegers Ansinnen und Ersuchen/ endlich bereden lassen/ gegenwaͤrtige Einleitung zur Civil -Bau-Kunst/ insonderheit hoher Haͤupter der Welt Pallaͤste s chicklich anzulegen/ der Welt mitzutheilen/ mit der redlichen und hoffentlich von allen unparthey- ischen fuͤr Lobens-wuͤrdig zu haltenden Intention, ut doc e ndo discam, daß ich noch immer meh- rers zu lernen mich befleisse/ wann ich andern zu dieser hichst-gepriesenen Kunst mich zu einem Anweiser darbiete. Der Augenschein wird es geben/ daß es nicht alltaͤgliche/ gemeine und uͤber- all vorkommende Erfindungen seyn; sondern solche/ in we lc hen die Reglen der Symmetric so wol/ als die Abwechßlung in den Zierathen in Obacht genomnen worden; damit die jenigen/ welchen dieses Werck sonderbahr dienen soll/ durchgehends in ihr e m Vorhaben/ einen zulaͤnglichen Be- huff/ und merckliche Erleichterung finden. Im gegenwaͤ r tigen Werck stelle ich vor die Anlegung eines Pallastes/ welchen ein grosser Herr/ der entweder S e lbsten in seinen Landen Krieg gefuͤhret/ oder der auch nur sonsten eines gewaltigen Fuͤrsten Armé e commandi rt hat/ sich zur Wohnung erbauen koͤnte. Ich habe die Mittel-Groͤsse mit Fleiß ervoͤhlet/ und den besagten Pallast weder allzu groß noch gar zu klein machen wollen/ weil ich mich beduncken lassen/ diese Art komme am oͤfftern und gemeiniglich vor/ und es seyen die Unkosten/ zu desselben Auffrichtung/ noch wol zu bestreiten. Es wird erwehnter Pallast beedes von ausse n / in seiner Façade, und von innen mit seinen vornehmsten Gemaͤchern/ zusamt denen darzu gehoͤrigen Ornament en/ auf allen Seiten vor Augen geleget; er hat einen Vorhoff/ welcher mit einethalben Oval -Rundung/ von eissernen Getter-Werck/ eingefasst wird/ und in dieses Vorhoffes Mitte/ just gegen dem Haupt-Portal uͤber/ kommt ein halb-runder Triumph-Bogen/ mit dr ey en grossen Thuͤren oder Durchfahrten/ zu sehen; die beeden Ecke desselben aber schliessen zwey ge ge n einander uͤberstehende grosse Thuͤrne/ welche mit ihren darauff gesetzten Glocken-Spielen den g a ntzen Vorhoff voͤllig ausmachen. Die beeden Seiten-Hoͤffe werden von Saͤulen und Laub-Vercken/ nach der Dorischen Ordnung/ umfassct. In deren einen kan man des Regierenden Pintzen Gemahlin/ nebst ihrem Frauen- Zimmer/ logir en; in dem andern haben die geheime Rat h s-Cammern/ die Collegia, die Cantzley mit dem Archiv u.s.w. ihren gehoͤrigen und raͤumlichen Platz. An diesem Pallast befindet sich ingleichen ein schoͤner und grosser Garten/ mit seinen da rz u erforderten Gebaͤuden/ den ich zwar bißhero noch nicht im Kupffer vorgestellet; sondern ihn/ mit noch mehr andern Fuͤrstlichen Pallaͤ- sten und Lust-Haͤusern/ biß zu dem Anhang dieses erster Theils verspahret/ weil ich dem Herrn Verleger/ in Herausgebung dieses Wercks/ nicht laͤnge v erhinderlich seyn wollen/ welches noth- wendig haͤtte seyn muͤssen/ wo ich alles/ was in bemeld te m Anhang vorkommen wird/ noch all- hier beygefuͤgt haͤtte. Nach Vollendung und voͤlliger Ausfertigung des jetzt gleich versproche- nen Anhangs/ mache ich mich anheischig/ in dem ander n Theil dieses Wercks einen Koͤniglichen Pallast zu præsentir en/ und mit demselbigen auf eine gliche Art/ als in diesem Werck geschehen ist/ zu verfahren/ nemlich die unterschiedliche Arten dess el ben/ mit allen Durchschnitten/ Grund- Rissen/ vornehmsten Saͤaͤlen/ und derselbigen anstaͤndige Zierathen/ abzubilden; worzu ein An- hang kommen soll/ von Triumph-Boͤgen/ Ehren-Saͤulen Castris doloris \&c. Huͤlfft mir GOtt weiter/ so soll darnach ein dritter Theil folgen/ der unt er schiedliche Lust-Haͤuser/ Gaͤrten/ Oran- geri en/ Grotten und Grotten-Haͤuser/ mit allem Zugeht/ in sich halten soll. Der vierdte Theil soll die Risse von Kirchen und Capellen begreiffen: und le tztlich der fuͤnffte Rath-Haͤuser/ Schu- len/ Spittaͤle/ Beurs en/ Zeug-Haͤuser/ ꝛc. vor Augen leg en . Der geneigte Leser wird mit seiner guͤtigen Approbation meinen Fleiß mercklich ermunter/ und mich zur unverdroßnen Verfer- tigung des Wercks anfrischen: der ich Ihn Goͤttlicher O bhut/ und mich seiner guten Gewogen- heit bestermassen empfehle. Nuͤmberg den 30. Martii 1711. P. D ecker/ Architect. A I. Zum I. Z Um Anfang zeiget sich der Grund-Riß unter der Erden/ nemlich das Keller-Geschoß eines Fuͤrstlichen Pallasts. II. Hierauff folget der Grund-Riß v on dem ersten/ oder Boden-Geschoß ausser der Erden. III. Nechst diesem kommt der dritte G r und-Riß von dem Haupt- oder Prunck-Geschoß. IV. Hier ist ein Auffriß eines Pallas tes an der voͤrdern Façade gegen Mittag/ den ein Printz/ welcher im Krieg gedienet/ sich koͤnte ba u en lassen. V. Allhier ist das Perspective des vo r igen Pallastes/ zusamt denen darzu gehoͤrigen Seiten- Gebaͤuden/ mit der grossen Oval -runde n freyen Treppen/ auf welcher man mit einer Carosse hin- auff fahren/ und unten dem Porticu (Galerie) absteigen kan. Die Ordnung an dem Gebaͤude dieses Pallastes ist Corinthisch. Die Fenster haben durchgehends doppelte Weite zur Hoͤhe/ nemlich sie sind 5. Schuh weit/ und 10 Schuh hoch. Die grossen Fenster an dem Porticu (Ga- lerie) welche in den ersten Saal gehen/ h aben dritthalbmahl/ mit ihren Bogen/ die Weite zu ihrer Hoͤhe. Die Einfassung der Fenster ab er / bekommt ein fuͤnfftheil von der Breite des Fensters in Lichten. Wiederum die halben oder B a stard-Fenster/ haben vier Theile zur Hoͤhe/ von fuͤnffen ihre Breite in Lichten. Man moͤchte o ben an den Krantz des Porticus (Galerie) einen grossen Schild zur Zierde anhefften/ in welche m des innwohnenden Fuͤrsten Nahmen oder Wappen/ von etlichen frey schwebenden Siegs-Bild er n getragen oder gehalten wird. Vornen an/ vor der freyen Treppen/ kan man auch des Fuͤr st en Statuam zu Pferd/ aus Meßing gegossen/ auf einem Piedestal auffrichten/ woran unterschie d liche Sclaven gefesselt liegen. Gegen dieser Statua uͤber koͤnte eine Triumph-Saͤule kommen/ w elche zwar in diesem gegenwaͤrtigen Auffriß nicht ange- deutet/ sondern mit Fleiß ausgelassen w o rden/ damit man dem Gebaͤude den Prospect nicht neh- me; man hat sie aber in dem grossen Ri ß besonders gezeichnet. An die vier Ecken der Seiten- Fluͤgel kaͤmen Bassins, mit verschiedenen S tatuen von Fluͤssen. Endlich waͤre das gantze Gebaͤude mit einem grossen Vorhoff/ von einem e is ern zierlichen Gatter-Werck einzufassen. VI. Nun zeiget sich die Garten-Seit e d ieses Pallastes/ mit dem halben Durchschnitt von allen und jeden Stock-Wercken/ benebst den S aͤulen und Lauben/ durch welche man aus den Gemaͤ- chern der drey untersten Stock-Wercke / be decket/ zu den Seiten-Gebaͤuden/ in welchen die Fuͤrstin ihre Bewohnung hat/ gelangen kan. A bermahl kan hier zur Zierde/ uͤber den Bogen des mitt- lern grossen Fensters an dem Porticu (G a llerie) eine messinge in Feuer verguldete Taffel/ auf wel- cher die Jahr-Zahl zu sehen/ gesetzt wer de n. Und die freye Treppen an mehrgedachtem Porticu, ist wiederum auch mit etlichen Bassins u n d vielen Statu en eingefaßt. Der Garte selbst mit seinen Lust-Gebaͤuden ist in diesem Riß nicht en tworffen; er wird aber besonders in dem Anhang dieses ersten Theils zu sehen seyn. VII. Diß ist der Auffriß eines Seiten- G ebaͤudes/ mit und neben dem Durchschnitt des grossen Hinter-Hauses. VIII. Der Auffriß des andern Seiten- Ge baͤudes kommt gegenwaͤrtig zum Vorschein/ zusamt al- len Gemaͤchern/ wie das Gebaͤude gege n Niedergang der Sonnen anzusehen ist. Es ist weiters ein Stuͤck von der Einfassung des Gar ten s angedeutet. IX. Anjetzt folget der Grund-Riß des e rsten Saales/ in welchen man von der inwendigen gros- sen Treppen/ so ein Grund-Riß des Ha up t-Geschosses mit C.D. der Saal selbsten aber mit F. be- zeichnet ist/ alsobalden kommt. X. In diesem Blat ist vorgestellt die ers te Seite des Saals/ bey dem Haupt-Eingang/ wo man von der grossen Treppe her/ in d en selbigen gelanget. Gleich uͤber dem Eingang sitzet die Majestaͤtt/ mit einigen zu ihren Fuͤssen angefesselten Sclaven/ in einer von guldenen Rosen besetz- ten Eiche. Ober derselbigen/ an dem gantz verguldten Bogen/ præsentir en sich zwey Genii, so da eine flache im Feuer verguldte Kugel/ mit der Schlangen umwunden/ bey sich haben/ in welcher des Printzen Nahmen gesetzt werden kan. Leichtigkeit halben/ kan man die Saͤulen von Holtz und inwendig hohl machen; dazu moͤchten sie etwan blau marmori rt/ und die Hohl-Kellen/ wie auch das Schafft-Gesimbs/ zusamt dem Capitello, mit rothen Metall oder Gold uͤberzogen werden. Sonsten werden alle Ornamenta dieses Saals verguldet/ dargegen die Statu en, z. E. Hercules, Pallas, \&c. \&c. werden metallisi rt/ oder aus weissem Marmor gemacht. Die auffzu- haͤngende Tapeten/ auf welchen der Fuͤrstlichen Ahnen Thaten zu schen/ muͤssen wie Mahlereyen gewuͤrcket/ die Kopffe daruͤber von Kupffer getrieben/ und im Feuer verguldet seyn. Die Histo- rien uͤber denselbigen/ kan man gruͤn in gruͤn mahlen/ und mit Gold auffhoͤhen. Endlich wird der obere Auffsatz gantz und gar von Strucco und verguldet/ die Wolcken aber zusamt den Frucht- Gehaͤngen/ Voͤgeln und Decken/ muͤssen mit natuͤrlichen Farben gemahlet/ und dann letztlich die Decken uͤber den Schilden roth und mit Gold eingefaßt werden. XI. Allhier ist die andere schmahle Seite des Saals/ welche an die Zimmer stoͤßt zu schauen. XII. Ferner kommt die dritte Seite des Saals/ mit denen Fenstern/ gegen dem Garten zu. XIII. Das Opti sche Decken-Stuck/ welches auf flachen Boden à fresque zu mahlen ist/ und sich in seinem Auffriß anjetzo vorstellig macht/ ist etwas ausfuͤhrlicher zu beschreiben: Es præsenti rt sich aber zuvoͤrderst auf den Wolcken/ in einer Glorie, die Goͤttliche Allmacht/ von welcher zu- gleich/ als aus dem Mittel-Punct/ das Licht das gantze Werck beleuchtet; in der einen Hand traͤgt sie einen Scepter/ die andere legt sie auf die vor ihr liegende Welt-Kugel/ auf dem Haupt hat sie drey Feuer-Flammen. Zu ihrer lincken Seiten sitzet die hohe Weißheit/ mit Sternen be- kroͤnet/ reichende einem Genio unterschiedliche Schluͤssel dar/ auf daß er sie denen etwas weiter unten sitzenden freyen Kuͤnsten zustellen solle/ alle Geheimnusse und Wissenschafften damit auffzu- schliessen. Auf ihrer rechten Seite befindet sich die Goͤttliche Ehre/ mit einer Krone so wol als mit Sternen um das Haupt gezieret/ und auf eine Trompete sich lehnende. Zum andern zeiget sich die Goͤttliche Liebe/ mit einem Hertze auf der Stirne; Sie wird begleitet von der allgemeinen Si- cherheit/ bey welcher ein Genius stehet/ der mit einem Taͤublein spielet/ die Sicherheit aber selb- sten hat/ zum Zeichen der Bestaͤndig- oder Dauerhafftigkeit/ eine Saͤule bey sich. Zum dritten wird in denen Wolcken der Goͤttliche Schutz gesehen/ und die Goͤttliche Fuͤhrung/ welche beede zu- sammen dem vor ihnen herschwebenden Gluͤcke anbefehlen/ daß es sich mit der auf der vierdten Seite in denen Wolcken aus einer Glorie ankom̃enden Ewigkeit vereinigen/ und die in ihren Haͤn- den tragende Cronen und Siegs-Palmen unablaͤßlich den Tugendhafften mittheilen soll. Die Ewigkeit selbsten bringet eine Sternen-Crone/ und ist ein Genius bey ihr/ welcher eine in den Schwantz sich beissende Schlange um den Leib hat/ aus dem zunaͤchst sich befindenden Cornu-Co- piæ fallen allerhand Blumen herab. Das Unter-Gebaͤude hat wiederum vier grosse Oeffnun- gen; in der ersten derselben sitzet die Gerechtigkeit mit der Waag/ das Gesetz mit der Tafel/ fer- ner die Demuth/ und die durch ein Kind vorgebildete Zufriedenheit. Ober dem Gesetz/ (welche man auch zwar fuͤr die wahre Gottesfurcht halten moͤchte/ indem ein Drey-Fuß bey ihr stehet/ auf welchem ein wolriechendes Opffer lieget) fleugt ein Adler nach dem Himmel zu/ aus welchem durch die Wolcken einige Strahlen der Gottheit hervor leuchten; und diß bemercket die wahre und immerwaͤhrende Ruhe/ zu welcher ein tugendhaffter Mensch/ nach vieler Muͤhe und Arbeit/ endlich gelanget/ angesehen je naͤher ein Mensch bey GOtt ist/ je weniger Sorg und Bekuͤmmer- nuß er hat/ und ist dieses eben der gluͤckseelige Außgang des Lebens/ den ein warhafftig Tugend- Liebender auf die Letzte zu gewarten hat. Solcher wird abgebildet mit einem hell-leuchtenden Stern auf dem Haupt/ die lincke Hand auf die Schooß legend/ und in der rechten eine Korn- Aehre haltend. In der andern Oeffnung stellet sich die Tugend gewaffnet fuͤr/ und vertreibet da- mit den Neyd und die Zwietracht aus dieser Wohnung; unter ihr stehet die Huͤlffe oder der Bey- stand ihr zu Seiten/ der sich auf einen Stock von Weinreben steuret; und der wahren Tugend Eh- ren-Lohn wird/ durch einen Genium mit einer Crone in der Hand/ vorgestellet. Etwas uͤber der Tugend Haupt hinauff kom̃t ein anderer Genius, mit einem Rauch-Faß in der Hand/ mit welchem die die boͤsen Geister vertreibet. Noch weiter oben streuen zwey Gratien, aus einem Korbe/ Blumen herab. In der dritten Oeffnung befindet sich die wahre Freundschafft/ welche in der einen Hand einen Schluͤssel haͤlt/ und mit der andern einen Hund umbarmet/ ihre Treue damit anzudeuten. Sie wird embarassi rt/ von der ihr zur rechten Hand sitzenden Leutseeligkeit/ die da eine Saͤule in den Haͤnden gefasst haͤlt/ zu bemercken/ die Freundschafft muͤsse bestaͤndig seyn. Zur lincken Hand der Freundschafft ist noch eine Weibs-Person zu sehen/ mit vielen zusammen gebundenen Rohren/ vorstellende die Unzertrennlichkeit oder Unverbruͤchlichkeit der wahren geschlossenen Freundschafft. Uber diese saͤmtlich flieget ein Genius mit einer Taube/ als dem Zeichen der liebreichen Freund- schafft/ und eine Gratia streuct uͤber sie alle Blumen aus der Hoͤhe herab. Die vierdte Oeffnung besitzet die Gluͤckseeligkeit/ auf deren Schooß ein Lamm ruhet; Sie ist vergesellschafftet mit der Ver- gnuͤgung/ welche in der einen Hand einen Apffel/ und in der andern einen Palm-Zweig traͤgt; bey ihnen findet sich die Friedfertigkeit ein/ so da mit einer Fackel einige Kriegs-Geraͤthe anzuͤndet/ und in der einen Hand einen Oel-Zweig haͤlt. Uber diß sind noch vier Ecken vorgestellet und ausgezieret/ in deren ersteren sich die straffende und strenge Gerechtigkeit/ gewaffnet und in vollem Eyfer darzeiget/ mit der einen Hand das Schwerdt zum Streich zuckende/ um die Boßhafften nach Gebuͤhr abzustraffen; damit sie nun nicht zu streng verfahre/ flieget ihr auf einer Wolcke die Gelindig- oder Mildigkeit zu/ haͤlt ihr mit einer Hand den mit dem Schwerdt ausgereckten Arm/ und faͤllt ihr mit der andern Hand/ in welcher sie einen Oel- und einen Palm-Zweig traͤgt/ um den Halß/ anzudeuten/ daß die Strenge der Gerechtigkeit oͤffters muͤsse mit Glimpff und Ge- lindigkeit gemildert werden. Naͤchst ihr zur Seiten stehet ein Genius mit einem Zaum/ die Unge- horsamen und Widerspaͤnstigen damit zu lencken und zu baͤndigen. Aus den Wolcken kommen zwey Genii herfuͤr/ welche diese Tugenden mit dem Wasser der Unsterblichkeit begiessen/ alldiewei- len doch gerechte und dabey milde Handhaber und Verwalter der Gesetze/ allbereit in diesem Le- ben unsterbliches Lob verdienen/ und lebend vergoͤttert werden. In dem andern Ecke sitzet die hohe Vernunfft/ welche ihre Durchdringlichkeit mit einem blossen Schwerdt zu erkennen gibt; Zu ihren Fuͤssen ruhet ein Loͤwe/ deme ein kleines Kind einen Zaum anleget/ und damit andeutet/ daß diese Tugend alles besaͤnfftigen und die wildesten Leute unterthaͤnig machen koͤnne/ insgemein auch die gantze Welt regiere. Zu allerunterst liegen zwey Sclaven/ als von der Vernunfft be- meistert und bezwungen. Das dritte Ecke nimmt die Magnificenz ein/ welche/ um ihren Glantz und Hoheit anzudeuten/ ein Genius mit einem feurigen Schwerdt bedienet. Sie traͤgt auf ihrem Haupt eine Crone/ und halt in der Hand Blitzen und Donner-Keile/ weil sie alles penetri ret. Unter ihren Fuͤssen ruhet ein alter Mann/ der einen vornehmen Minister und Rath bedeutet/ welcher Ihr auf einem Kuͤssen Schluͤssel und Cronen in die Hoͤhe zureichet. Diesem sitzet eine Weibs-Person zur Seite/ so der Unterthanen Liebe und Hochachtung gegen die Obern vorstellig macht/ um welcher willen Sie die eine Hand auf die Brust leget/ die andere aber ausstrecket und ausbreitet. Letzlich ist in dem vierdten Eck die Freygebigkeit anzutreffen/ welche mit freyer Hand denen um sich und unter sich gestellten Personen/ allerhand Geschencke mittheilet. XIV. Dieser Riß enthaͤlt den Grund-Riß des ersten Vor-Gemachs zu dem Audienz -Zimmer. XV. Der erste Auffzug der Fenster-Seite des ersten Vor-Gemachs/ zu dem Audienz -Zimmer kommt nun zum Vorschein/ in welchem alle Geschichten des Heydnischen Gottes Appollinis ab- gebildet/ und mit Grotesqven vermischt sind. Diese koͤnnen auf einem roͤthlichten/ oder gruͤnen Grund von Gold gemacht/ und mit denn Coulcurs (Farben) auf unterschiedliche Art varii rt wer- den/ dabey aber muͤssen alle Zierrathen (Ornemens) verguldet seyn. Im uͤbrigen hat dieses Ge- mach vier Theil zur Laͤnge/ und fuͤnff zu seiner Breite. XVI. Die lange Seite dieses mehr-erwehnten ersten Vor-Gemachs zu dem Audienz -Zimmer/ zu- samt dem Camin/ hat diese Abbildung. XVII. Und der dritte Auffzug der Seite/ gegen den Fenstern des ersten Vorgemachs uͤber/ præsen - t i rt sich solcher Gestalt. XVIII. Hierauf wird das Platfond, oder das Decken-Stuck dieses Gemachs in Entwurff vorgestel- let/ welches an sich selbst blau und auf Gold-Grund kan gemahlet seyn/ ausgenommen die Frucht- Gehaͤnge/ Gefaͤsse \&c. \&c. so da ihre natuͤrli ch e Farben haben muͤssen. Ein gleiches ist zu beob- achten bey der Historie selbsten/ welche den A p ollinem im Zodiaco, mit denen bey sich habenden Horis und Gratien darstellet. In den vier m i ttlern Theilen dieses Platfonds sind in Grotesqven die jenige Thiere abgebildet/ unter deren Gesta l t ehmals die Heyden dem Apollini Opffer gebracht haben/ als z. E. der Wolff/ ein Ochse/ (Apis) das Crocodill/ der Loͤwe ꝛc. ꝛc. Nicht weniger sind entworffen die Voͤgel/ welche man von der H e yden Seite/ dem Apollini geheiliget/ z. E. der Ha- bicht so die Taube zerreisset/ der Falck oder Ha b icht/ der den Griechischen Priestern/ ein Buch mit ro- then Buchstaben geschrieben/ und in welchem die Reguln ihres Gottes-Dienstes begriffen gewesen/ nacher Theben gebracht; ferner die Schroͤt en / die Kaͤfer/ die Schwanen/ die Hahnen u. s. f. In den vier Ecken sind zu sehen die ordentlichen vier Jahres-Zeiten/ deren jedwede sich an dem bey sich fuͤhrenden Himmels-Zeichen erkenntlich macht/ allwo zugleich auf beeden Seiten nicht nur zwey Tugend-Bilder ruhen mit den Fruͤchten der se lbigen Jahres-Zeit; sondern uͤber diß in den untern Oval en ist das jenige zu schauen/ was in einem jedweden Quadrat des Jahrs/ in gemeinem Leben gewoͤhnlich und uͤblich ist. XIX. Des andern Vor-Gemachs vor dem Audienz -Zimmer Grund-Riß/ ist hiemit gezeichnet/ welcher in allen die Geometri sche Proportion mit dem vorigen hat. XX. Der Auffriß der einen Seite dieses zwey t en Vor-Gemachs/ noch vor dem Audienz -Zim̃er/ gegen die Fenster uͤber/ enthaͤlt in lauter Grotesqven das Leben des beruͤhmten Trojanischen Hel- den Æneæ, und dessen fuͤrnehmste Thaten/ unt er welche eine und andere Sinn-Bilder/ so sich zu die- ser Historie schicken/ untermischt sind. Alles Leisten-Werck/ alle Gesimbs/ und andere Ornamen- ta muͤssen hier wieder verguldet werden. XXI. Der zweyte Auffriß der andern Seite des Vor-Gemachs an dem Audienz -Zimmer/ gegen dem Garten uͤber/ fallt auf diese Weiß in die Augen. XXII. Und hiemit wird der dritte Auffriß des / offt-besagten Vor-Gemachs/ benebenst dem Camin/ auffgestellet. XXIII. Das Platfond oder die Decke dieses Gemachs/ besteht aus denn uͤbrigen Geschichten des Æneæ, und dessen auf die Letzte erfolgter Vergoͤtterung. Dieweilen nun die Beschreibung der Geschichte so wol/ als die Art/ wie sie soll gemahlet werden/ auf dem Kupffer-Blat selbsten umstaͤndlich zu le- sen ist/ so wird der geneigte Leser/ solche allda nachzusehen/ hingewiesen. XXIV. Nunmehro wird man/ nach Passir ung der zweyen Vor-Gemaͤcher/ in das Audienz -Zimmer selbsten eingelassen. Die erste/ nach dem Garten zu sehende Seite/ hat auf ihren Fenstern einige nach dem Leben gemachte Schlachten und Belagerungen/ welche in verguldete Ramen zu fassen und auffzustellen sind. Im gantzen Zimmer muͤssen abermahls alle Ornamenta, als das Haupt- Gesimbs/ das Capitello, die Hohl-Kellen/ das Schafft-Gesimbs ꝛc. reichlich verguldet/ der Grund aber/ damit es desto herrlicher und ansehnlicher stehe/ weiß marmor irt seyn. In die Einschnitte der Fenster-Schenckel koͤnnen/ in verguldten Ramen/ auf Kupffer von Firniß polir te Marmor-Ta- feln/ die unterschiedlicher Farben seyn/ eingesetzt werden/ diese werden ohne das wie Glaß seyn/ wor- innen sich alles wieder repræsentir et. Zwischen dieselbige nun koͤnnen auffs neue entweder ge- mahlte/ oder von Kupffer getriebene und im Feuer verguldte Tugend-Bilder zu stehen kommen/ wel- che zumahl ihr Absehen auf die Tugenden deß in diesem Pallast wohnenden Herrn haben. Die zwey oben in denn Bogen befindliche Adler/ bemercken die Großmuͤthigkeit und die Gottesfurcht. In der Mitte kommt aus einer Glorie die Ewigkeit/ welche Cron und Scepter darbringet. Diese Vorstellung wird aus Gyps gemacht/ an das Haupt-Gesimbs befestigt/ und gantz verguldet. Damit alles durchsichtig heraus komme/ kan man darzwischen an unterschiedliche Oerter gelbes Glaß einlegen/ und weiter brennende Lampen darzwischen haͤngen/ welche so dann ihr Licht auf das Glaß und Gold werffen/ und einen solchen Glantz von sich geben werden/ daß man glauben wird/ man sehe in den Himmel und Ewigkeit selbsten hinein. Noch hangen zwischen denen Boͤ- B gen/ gen/ so auch gantz zu vergulden sind/ wiederum met al lisir te Tugend-Bilder/ z. E. die Maͤssigkeit/ Freygebigkeit ꝛc. Die noch mehrers hier vorkomm en de Frucht-Scheuren/ Blumen/ Armatur en/ und dergleichen/ moͤgen aͤusgeschnitten und mit natuͤ r lichen Farben bemahlet werden. XXV. Die andere Seite des Audienz -Zimmers/ so h ier sich vorstellet/ und auf welcher der Camin sich befindet/ wird gleich der ersten ausgezieret/ und hat an dem obern Auff-Satz/ in denn Boͤgen so wol/ als zwischen denselben/ gleiche mit denen vorigen uͤbereinstimmende Tugenden und Sinn Bilder. XXVI. Die dritte Seite des Audienz -Zimmers laͤßt sich hiemit sehen; in dieser stehet der Fuͤrstliche Stuhl/ der von Silber getrieben/ und dessen Ornamenta, vor allen aber die Glorie, verguͤldet seyn muͤssen. Die Niche/ worein besagter Fuͤrstl. Stuhl/ oder Koͤnigl. Thron gestellt wird/ ist mit Spie- gel-Glaß und verguldeten Rahmen eingelegt/ damit sich alles wider repræsenti re. Die gewundene Saͤulen/ so diesen Thron umfassen/ koͤnnen nicht weniger gantz verguldet seyn. Die Decke oder der Umhang herum ist auswendig rother Purpur/ daran kommen guldene Franges, und wird der Purpur mit einem puren Gold-Stuck gefuͤttert. Der Baldachin oder Himmel uͤber dem Stuhl ist wieder gantz verguldet/ doch so/ daß der Grund matt ist/ und die Gesimse polie rt seyn; ferner werden die Geschling-Wercke an der Friese dieses Himmels blau auf Gold gemahlet. An dem Schild/ worein des Fuͤrsten Nahme mit verzognen Buchstaben kommt/ muͤssen die Palmen gruͤn seyn/ die abhangende Campanen aber werden mit kostbahren Steinen versetzt. Zunaͤchst an dem Stuhl zeigen sich zwey Genii (Schutz-Geister) mit feurigen Schwerdten und Schilden/ Sie selb- sten sind aus weissen Marmor verfertigt. In die Gefaͤsse an den Saͤulen sollen wol-riechende Blumen und lebendige koͤstliche Baͤume gesetzt werden. In denen zweyen weiter vorkommenden Nichen oder Bilder-Blinden/ welche abermals einen vom besten Spiegel-Glaß eingelegten Grund haben/ sind auf Postement en die Bildnuß zweyer Roͤmischer Kayser von weissem Marmor auff- gestellt/ als Exempel der Guͤtig- und Gelindigkeit/ so die Supplicir ende gerne und gnaͤdig anhoͤren/ und sind Sie Trajanus und Antonius Pius. Uber dem Thron befindet sich in einer Glorie das Goͤttliche Gesetz; in die andere zwey Boͤgen aber kommen Sinn-Bilder/ z. E. in den einen ein Adler/ der seine Jungen an der Sonne probie rt/ ob sie denselben Glantz vertragen koͤnnen oder nicht? worauff er die ihm zugehoͤrige annehmt/ die untauglichen aber verwirfft; in den andern wieder ein in der Lufft daher fliegender Adler/ der in den Schnabel einen Donner-Keil/ in den Klauen ei- nen Oel-Zweig traͤgt/ und ein Exempel beedes der Strenge und der Lindigkeit ist; dann mit dem Donner-Keil drohet er die/ so sich ihm widersetzen/ zu zerschmettern; der Oel-Zweig dargegen be- deutet den Frieden und das Gute/ so Er allen denen/ welche sich Ihm untergeben/ zubringet. Noch weiter sind darneben andere den vorigen gleich uͤberstehenden Tugend-Bildern aͤhnliche Tugenden/ als die Gerechtigkeit/ die Liebe u. s. f. zu sehen/ welche auf oben allbereit beschriebene Maaß muͤssen vorgestellt und gemahlet seyn. XXVII. Der Platfond des Audienz -Zimmers ist hier abgezeichnet. XXVIII. Anjetzt kommen wir zu der ersten Seite der Parade -Kammer. Auf dieser stehet der Camin/ so marmori rt ist an sich selbst/ dessen Zierathen aber verguldet seyn. Auf denselben kan eine kost- bahre Schlag-Uhr gestellet werden/ und hinter dieser kan ein Spiegel seyn/ auf welchen das Schnitz- Werck/ so verguldet werden muß/ gelegt wird. Die Tapeten des Zimmers sind aus bunten Far- ben gewuͤrcket/ und mit guldenen Tressen nnd Frangen eingefasst. Die Thuͤren dieses Zimmers haben allhier keine Fliegen; sondern an statt derselben/ Tapeten von eitel Gold-Stuͤcken. Die Hi- storien uͤber den Thuͤren/ so zugleich den Auffsatz der Thuͤren machen/ stellen eines Theils fuͤr die Delila/ wie sie dem Simson das Haupt beschohren/ anders Theils die Jael und den Sissera: koͤn- nen roth oder auch wol gruͤn metallisi rt/ und mit guldenen Rahmen eingefaßt seyn. Ubrigens ist das voͤllige Haupt-zusamt dem Fuß-Gesimbs dieses Zimmers verguldet. XXIX. Dieses ist die andere Seite der Parade -Kammer/ benebst der Alcove und dem Bett. XXX. Die dritte Seite der Parade -Kammer/ ist auf solche Weise anzusehen. Hier kan man einen grossen Spiegel stellen/ daß er gerad gegen den Camin kom̃t. Uber den Thuͤren sind noch zwey Hi- storien gemahlt/ die Judith/ welche dem Holefernes das Haupt abschlaͤgt/ und der David mit dem Riesen Goliath. Auch diese zwey Historien sind denn andern beeden gerad entgegen gesetzt/ und muͤssen eben so/ wie jene/ gemahlt und verfertigt werden. XXXI. Der Platfond oder Decken-Stuck dieses Parade -Zimmers wird hier vorgestellet. Solche wird aus Stucco oder Gypß gemacht/ durch und durch verguldet/ und in die Oeffnungen/ wo sie durchgebrochen sind/ wird eine Lufft gemahlet. Ingleichen werden die Kinder und die Blumen- Kruͤge/ welche auf der Gallerie stehen/ und damit jene spielen/ von natuͤrlichen Farben gemahlet. Um diese gantze Decke her solte nicht uͤbel stehen/ wann man auf einen Gold-Grund mit roth oder blau/ als passo relievo, Ovidi sche Historien oder Fabeln abbildete/ die man auch allhier angezeiget: als erstlich ist zu schauen Perseus, wie er der Medusæ den Kopff abhauet; darnach Alpheus und Arethusa, die in einen Brunnen verwandelt worden; ferner Apollo, wie er dem von ihm uͤber- wundenen Marsyæ die Haut abziehet; wiederum die Juno, welche von ihrem Gemahl dem Jupiter bittet/ daß er die von ihm in eine Kuhe verwandelte Jo schencken moͤchte; ferner Pan und Syringe, die in ein Rohr verwandelt ward; weiter der Proserpinæ Raub von Plutone; item die von der er- zuͤrnten Pallas in eine Spinne verkehrte Arachne; noch weiter der Streit der Musen mit dem Py- renæo; dergleichen der die Schiff-Leute in Delphin en verkehrende Bacchus; weiter der in sich selbst verliebte und nach seinem Tod in eine Blume verwandelte Narcissus; letztlich die Ceres, so den sie verspottenden Stellionem in eine Eidex umkehret. In die Mitte dieser Decke kommt eine Glorie mit vielen Tugend-Bildern/ zusamt einem in denen Wolcken stehenden Gebaͤude/ in welchem die Tu- gend von der Ehre gecroͤnet wird. Sothanes mittlere Stuck wird zwar gemahlet/ jedoch die Wolcken/ so sich um den Krantz/ der diese Mahlerey einfasset/ herum ziehen/ werden von Stucco erhoben gemacht/ und so dann erst gemahlet/ damit sie desto natuͤrlicher scheinen/ und sich desto besser mit der andern Lufft vereinigen. XXXII. Nunmehro werden wir in das Vor- Cabinet des Printzen eingefuͤhret/ und kommet hier die schmahle Seite desselben zum Vorschein. XXXIII. Die laͤngere Seite dieses Vor- Cabinet s præsenti ret sich hiemit. XXXIV. Das Decken-Stuck besagten Vor- Cabinet s folget hierauff in seinem Entwurff. XXXV. Anjetzo gelangen wir in des Fuͤrsten Schlaff-Gemach/ und wird allhier die schmahle Seite desselben vorgestellet. Das gantze Zimmer ist von lauter Tappeten behangen und ausgezieret; der Camin kan mit Spiegel-Glaß eingelegt und allenthalben verguldet werden/ an demselben ist die Historie gemahlet/ wie die Kayserin Fausta, ihrem Gemahl Constantino M. zur Bezeugung ihrer Ehlichen Treue/ ihres Vatters Maximiniani Herculei, boͤses gegen ihm gefasstes Vorhaben/ durch einen Brieff/ entdecket. Die Ornamenta und das Haupt-Gesimbs wird allhier abermahl ver- guldet. XXXVI. Die lange Seite des Fuͤrstl. Schlaff-Gemachs/ begreifft zugleich des Printzen Bett. Dieses ist gantz verguldet/ und mit Sammet/ oder seidenen Etoffes reichlich uͤberzogen und umhangen. In die Tappeten sind lauter Landschafften/ von bunten Farben/ gewuͤrcket. Um das Bett kan man ein von Holtz kuͤnstlich geschnittenes und verguldte Gelender ziehen/ und auf dessen Posta- ment e Gefaͤsse von wolriechenden Blumen setzen. XXXVII. Das hier entworffene Platfond des Schlaff-Gemaches/ wird von Stucco ausgefertigt/ und kan voͤllig verguldet werden. Es werden aber in diesem Decken-Stuck die vier Tages-Zeiten/ Morgen/ Mittag/ Abend und Mitternacht abgebildet. In der Mitte præsentir et sich eine Glorie, worinnen der voͤllige Rath der Goͤtter erscheinet. Diese/ benebenst der voͤlligen uͤbrigen Lufft/ muß mit Farben gemahlet seyn. XXXVIII. Auf dieses Zimmer stellet sich nunmehro der Speiß-Saal vor/ und ist davon allhier der Grund-Riß. XXXIX. XXXIX. Die eine Seite des Speiß-Saals/ zumahl wie er bey dem Eingang in denselben anzuschauen ist/ kommt in diesem Blat fuͤr Augen. Hieselbst moͤgen/ wie allbereit oben bey dem Haupt-Saal ist erinnert worden/ die Saͤulen auf gleiche Art/ jedoch von anderer Farb marmori rt werden/ et- wan dem Marmor, Brocatelle genandt/ aͤhnlich und gleich/ der aus Spanien gebracht wird/ und sehr rar und kostbahr ist. Wiewol man dabey zu mercken und in Obacht zu nehmen hat/ daß die Fuͤllungen/ beedes unter und ober dem Kaͤmpffer/ wiederum aus einer andern Art Marmor bestehen/ und man damit bestaͤndig umwechseln muͤsse. Ebener massen muß die Wand um den gantzen Saal herum/ also gemacht werden/ daß sie sich zu der Farb des Marmors/ den man sich belieben lassen/ schicke/ und kein Ubelstand heraus komme. Die Fenster-Schenckel moͤchte man et- wan von Mosaischer Arbeit/ welches eine Art die mit gefaͤrbten Steinen und Glaͤsern einlegen/ wird verfertigen/ auf daß die Figuren in rechter Mahler Haltung heraus kommen. Die Rah- men/ und was noch fuͤr Ornamenta allhier sind/ z. E. das Haupt-Gesimbs/ Capitello, Schafft- Gesimbs ꝛc. ꝛc. werden saͤmtlich verguldet. In den Camin kan man ferner ein grosses und an- sehnliches Spiegel-Glaß einlegen; das uͤbrige aber am Camin von Marmor und Gold auszieren. Der obere Auffsatz kaͤme gut heraus/ wann er selbsten gemahlet/ der Krantz um denselbigen von Stucco gefuͤhrt/ und gleich denen Ornament en verguͤldet wuͤrde. XL. Hierauff haben wir die andere/ und zwar die Fenster-Seite des Speiß-Saals/ auf diesem Kupffer zu sehen. XLI. Das Platfond oder Decken-Stuck/ stellt auf Opti sche Art/ aus der alten Roͤmer Gebraͤuchen/ eine Hochzeit fuͤr/ da zufoͤrderst Braut und Braͤutigam einander die Haͤnde geben/ und ist die Braut mit dem bekandten Schleyer/ den die Roͤmer flammeum nennen/ bedecket. Hymenæus traͤgt ihnen die Hochzeit-Fackeln fuͤr/ dabey findet sich eine Weibs-Person mit einer Turtel-Taube/ die ehliche Treu zum guten Gluͤck abzubilden; eine andere Weibs-Person traͤget Blumen zu/ wel- che man insgemein bey Hochzeiten ausgestreuet hat. Ein fliegender Genius bringet Frucht-Ge- haͤnge/ und zieret damit die Thuͤr-Pfosten und Saͤulen aus; ein anderer Nuntius, haͤlt in seiner Hand ein zusamm gerolltes Papier/ worauff die Hochzeit-Verse geschrieben stehen. Uber ihnen kommt Juno in den Wolcken/ die getroffene Ehe zu bestaͤttigen/ und die verheyrathete Personen zu vereinigen: Sie hat zu Gefaͤhrtinnen die Concordiam mit dem Horn des Uberflusses/ und die Cy- belen, welche mit ihrer Krafft die Leibes Fruchtbarkeit befoͤrdert. Hoͤher uͤber ihnen zeiget sich Phœbus, oder die auffgehende Sonne/ mit ihren Horis. In denen zweyen Altanen befinden sich theils unterschiedliche Musicant en/ so auf lieblichen Instrument en spielen/ theils Kinder/ welche die Saͤulen mit Frucht-Gehaͤngen auszieren. Um das gantze Stuck herum stellen sich allerhand Fi- guren dar/ so zur Zubereitung der Mahlzeit behuͤlfflich seyn/ und die Speisen mit dem Getraͤncke zu tragen. Noch mehr oben uͤber den Wolcken/ sitzet auf einem erhabenen Stuhl und unter einer Cupala in den Wolcken/ Jupiter, vergesellschafftet mit Neptuno und Plutone, anzuzeigen/ daß diese drey Haupt-Goͤtter laͤngstens vorhero diese getroffene Ehe gesehen und beschlossen. Etwas unter ihnen in den Wolcken kommt der voͤllige Goͤtter-Rath/ aus welchem ein jedweder an dem abson- derlich bey sich habenden Zeichen unschwehr zu erkennen ist. XLII. Auf diesem Blat ist der Grund-Riß zu dem Vor-Gemach des Prunck- oder Parade -Zimmers enthalten. XLIII. Hiemit bekommen wir die schmahle Seite des Vor-Gemachs/ an dem Parade - oder Prunck- Zimmer/ zu schauen. Es ist allda der Camin befindlich/ und wird solches durchaus mit gewuͤrck- ten Tappeten von Grodesqven aus staffi rt. XLIV. Dieser Auffriß weiset uns ferner/ die lange Seite des Vor-Gemachs vor dem Parade -Zim- mer/ an welcher die Fenster stehen. XLV. Die der nechst vorhergehenden Seite gegen uͤber stehende dritte laͤngere Seite des Vor-Ge- machs/ stellt sich auf sothane Weise den Augen fuͤr. Dieweil nun/ angezeigter massen nach/ das Vor-Gemach mit einander soll tape ziert seyn/ so wird in diesen entworffenen Tapeten Apollo im Zodiaco eingewuͤrcket vorgestellet. An den vier Ecken sieht man die vier Jahrs-Zeiten/ und in der Mitte den Saturnum oder das Bild der Zeit mit der Sense. Alles und jedes sind Grodesqven mit bunten Farben gewuͤrcket. XLVI. Das zu dem Vor-Gemach des Parade -Zimmers gehoͤrige Platfond, oder Decken-Stuck/ wel- ches man entweder à fresco mahlen/ oder aus Stucco arbeiten und gantz verguͤlden kan/ begreifft in den vier Ecken/ und in so viel Oval en/ vier besondere Goͤtter und Goͤttinnen/ nemlich den Apolli- nem, die Junonem, den Neptunum, die Cybelen, durch welche man die vier gemeine Elementa an- deutet. Eine jedwede von diesen Gottheiten hat zwey Tugend-Bilder zur Seiten. Apollo, der das Element des Feuers abbildet/ hat mit sich die Klugheit und Maͤssigkeit/ und soll davon die Be- deutung seyn: hierdurch mache er den Erdboden fruchtbar/ wann er die Hitz der Sonnen weder zu starck noch zu gering seyn lasse/ auf daß die Erd-Gewaͤchse/ von welchen die Menschen ihre Nah- rung und Unterhalt bekommen/ zu ihrer rechten Zeitigung gelangen. Juno, in dem Element der Lufft/ hat zu Begleiterinnen/ die Liebe und die Treue; jene ist ein Kenn-Zeichen Goͤttlicher Barm- hertzigkeit/ daß nemlich der Allerhoͤchste den Menschen/ nicht nach Verdiensten und nach ihren Suͤn- den lohnet/ auch die Erd-Gewaͤchse/ wie es ihm gar ein leichtes und alsobalden moͤglich waͤre/ nicht mit Blitzen/ Doñer/ Hagel und Schlossen/ welche aus der Lufft herkommen/ zu Grund richtet; son- dern seine zaͤrtliche Guͤtigkeit allenthalben vorschlagen laͤßt; Diese/ die Treue/ ist ein Merckmahl/ daß GOtt der HErr aus deñ Wolcken in der Lufft/ Fruͤh- und Spat-Regen/ auch anders beque- mes Gewitter gibt/ zum besten des Erdbodens; und verkuͤndiget dieses Gute/ so man von ihm zu hoffen hat/ der Oel-Zweig/ welchen die Treue in der rechten Hand fuͤhret. Neptunus, dem das E- lement des Wassers zukom̃t/ hat neben sich/ die Staͤrcke und die Geschwindigkeit/ als die genauesten Eigenschafften dieses Elements/ und haͤlt er durch die Staͤrcke den schnellen Lauff des Wassers ein/ damit es nicht aus seinen Schrancken trette/ und Schaden anrichte. Cybele, derer man das Ele- ment der Erden zueignet/ hat zur Gesellschafft/ die Gerechtigkeit und den Frieden/ sothane Tugenden/ durch welche der Erd-Boden in seinem Flor erhalten/ und am gluͤcklichsten regiert wird. In der Mitte dieses Platfonds erscheinet in einer Glorie Jupiter auf denn Wolcken/ um ihn herum sitzen die Ahnen und Vorfahren des jenigen Fuͤrsten/ welcher diesen Pallast bewohnet/ als Goͤtter herum/ und wird der letzt-verstorbne Herr/ als Vatter des nunmehro regierenden Printzens/ aus Befehl der Ewigkeit/ die gar nahe dabey sitzet/ und an den Sternen um das Haupt kennbar ist/ durch die Zeit/ zu denen schon oben sich befindenden vergoͤtterten oder verewigten Ahnen getragen/ um in de- ren Gesellschafft auffgenommen zu werden. XLVII. Die erste Seite von dem Cabinet des Fuͤrsten/ ist hieranff anzuschauen/ dessen Form und Art in dem nachstchenden 48. Kupffer-Blat schrifftlich entworffen und angezeigt ist. Hier ist nur die- ses noch anzumercken/ daß der Krantz oder das Haupt-Gesimbs/ mit denen darauff sitzenden Sta- tuen oder Bildern/ gantz verguldet werden muß. Die Thuͤren/ welche man sonsten gewoͤhnlicher massen/ von Schrein-Werck oder Tischler-Arbeit verfertigen laͤßt/ sind gegenwaͤrtig von dem schoͤn- sten Cristallen-Glaß gemacht. Die Einfassung und Pfosten kommen von schwartzen Eben-Holtz/ darauff man die verguldete Zierrathen leget; wie dann auch der voͤllige Auffsatz der Thuͤr muß verguldet werden/ jedoch ohne die hieher gehoͤrige Mahlerey und ohne die in denen Gefaͤssen befind- liche Blumen; als welche mit lebendigen Farben vorzustellen seyn. XLVIII. Des Cabinets andre Seite kommt hiemit zum Vorschein/ und ist/ wie schon erwehnt worden/ in der unten angesetzten Schrifft mit mehrern enthalten/ wie die Art des Cabinets anzulegen seye. Nur ist anbey dieses noch zu behalten/ daß in denen Schilden/ des inwohnenden oder Regierenden Fuͤrsten Nahme/ mit verzogenen Buchstaben/ erhoben stehen kan. XLIX. Auch hier bey der Decke oder Platfond des Cabinets/ ist in der unten angefuͤgten Schrifft/ die Anlegung desselben begriffen. Weiter aber ist dabey in acht zu nehmen/ daß der Grund/ auf wel- chen man die Glaͤser einleget/ muͤsse roͤthlicht oder Fleisch-faͤrbicht seyn. In die offene Plaͤtze der Schilden muß allezeit des in diesem Pallast sich auffhaltenden Printzen/ zusamt dessen Gemahlin Nahme/ Wechsels-weise gesetzt werden. Im uͤbrigen kan man ebenfalls Historien halb erhoben C darein darein mahlen. Ferner moͤchte man das voͤllige Platfond oder Decken-Stuck/ von einem recht starcken Pappen-Deckel ausschneiden/ und mit hoͤltzernen Leisten an den Boden/ oder an die Decke selbst bestigen/ und alsdann die Glaͤser darauff einlegen. L. An das Cabinet des Printzen/ stoͤßt eine Galarie an/ von welcher allhier die erste schmahle Seite sich weiset. LI. Die lange Seite der Galerie, welche gegen die Fenster uͤberkommt/ stellt sich in diesem Auffriß vor. Die Anlegung derselbigen aber/ gibt sich aus der unten am Kupffer-Blat hingesetzten Schrifft. LII. Auf diesem Kupffer-Blat zeiget sich der Grund-Riß zu dem Spatzier-Saal des Pallastes. LIII. Der Auffzug von der schmahlen Seite des Spatzier-Saals ist allhier auffgerissen/ und in der beygefuͤgten Schrifft schon sattsam erklaͤret. LIV. Der langen Seite von dem Spatzier-Saal Auffzug wird hier vorgestellet. Es wird derselbe auf zweyen Seiten von Fenstern beleuchtet und hell gemacht/ er gehet durch zwey Stock-Werck hindurch biß unter das Dach/ und bekommt also eine zimliche Hoͤhe. Zwischen denen obern und untern Fenstern koͤnnen/ auf beederley Seiten gegen einander uͤber/ schoͤne Mahlereyen und Kunst- Stuͤcke auffgehangen werden. Zur voͤlligen Erlaͤuterung mag man die Unterschrifft des vor- hergehenden 53. Kupffer-Blats nachsehen. LV. Auf diesem Kupffer haben wir die eine Seite/ der zur Andacht gewidmeten Fuͤrstl. Capelle/ und zwar die jenige Seite/ bey welcher der Eingang in dieselbige ist/ und woran der Fuͤrstl. Stuhl/ dem Gottes-Dienst beyzuwohnen/ sich befindet. In diesem Letztern/ nemlich im Stuhl des Prin- tzen/ ist ein Camin enthalten. Um die Waͤnde desselbigen herum/ zwischen denen empor stehenden Saͤulen/ wie auch an die Fenster-Schenckel/ schicken sich von Mosaischer Arbeit eingelegte Taffeln/ mit verguldten Rahmen/ so da die vornehmsten Historien des Lebens Christi koͤnnen vorstellig ma- chen. Die flache Wand kan weiß marmori rt/ und mit andern bund-faͤrbigen Marmor-Tafeln in guldenen Rahmen eingelegt seyn/ die Thuͤr-Fluͤgel aber kan man metallisi ren. Von dem obern Auffsatz uͤber dem Fuͤrstl. Stuhl/ oder von der Gallerie ist zu mercken/ daß er den fuͤnfften Theil der Hoͤhe der darunter stehenden Ordnung hat/ auf dieselbige werden Tugend-Bilder/ als hier die Ge- dult und die Hoffnung gesetzt. Die Cupala ist ebner massen weiß/ mit verguldten Ornament en/ und mit darein gemahlten Geistlichen Historien gezieret. LVI. Die andere Seite der Hoff-Capelle/ so hier sich zeiget/ begreiffet das darzu gehoͤrige Orgel- Werck. An diesem sind die Pfeiffen allesamt Saͤulen von der Corinthischen Ordnung/ die man zu- gleich versilbern soll/ die Capitelli daran aber/ und das Schafft-Gesims muͤssen verguldet seyn. Eine gantz und gar verguldete Glorie kommt uͤber dem Orgel-Werck zu stehen/ dieselbige præsen - tiert von lauter Engeln einen Music -Chor/ mit verschiedenen und denn gewoͤhnlichsten Instrumen - ten. Unterhalb des Orgel-Wercks/ sind schwebende Figuren/ eine rothe Decke haltende/ und also gestaltet/ gleich als wann sie das offt-besagte Orgel-Werck tragen huͤlffen. LVII. Die dritte vorkommende Seite der Capelle/ hat den Predigt- Stnhl / den die vier so genand- ten groͤssere Proscheten tragen/ neben welchem/ etwas hoͤher und weiter hinauff/ auf Postament en zwey Engel mit Rauch-Fassen stehen/ so zwey Oval -Schilde noch weiter neben sich haben/ in wel- chen aus dem Leben Christ/ seine Tauff am Jordan/ und die Offenbahrung gegen die Heyden abge- schildert stehen. Auf der Cantzel stehen zwey andre Engel mit Palmen-Zweigen/ welche man als Bottschaffter des Evangelii halten und achten mag/ gleich wie auf dem Deckel der Cantzel noch mehr Engel in Wolcken/ die Gesetz-Tafeln tragen. Noch was hoͤher hinauff sitzen zwey Tugend- Bilder/ nemlich der Glaub und die Liebe/ und wiederum uͤber diesen tragen zwey Engel einen Schild mit einer Cron/ darinn des Regierenden Herrn Nahme mit verzognen Bnchstaben enthal- ten. Sonsten kommen noch weiters auf beede Seiten/ emige von den Gemaͤhlden aus dem Le- ben und Geschichten Christi des HErrn. LVIII. Mit dem Altar pranget die vierdte Seite dieser Fuͤrstl. Capelle/ welchen man hier in seinen ge- hoͤrigen Grund-Riß geleget. LIX. Weil die Kupffer-Platte selbsten/ den Altar/ mit seinen Außzierungen/ genugsam beschreibet/ so wird sich der Geneigte Leser gefallen lassen/ in selbiger sich zu ersehen.