Aűsfűhrliche Beschreibűng des Fichtel Berges Ausfuͤhrliche B eschreibung Des F ichtel- B erges, Jn N orgaŭ liegend, Jn Dreyen Theilen abgefasset, Deren Der Erste handelt von dem beruffenen Fichtel- See, von denen Fluͤssen und Wassern des Fichtel-Berges, dann vom Gebuͤrge selbsten, und was vor Minerali en, Vege- tabili en und Animali en alda anzutreffen, samt mancher- ley Geschichten so sich daselbst zugetragen haben. Der andere Theil, handelt von etwas entfernetern, iedoch ehe dessen auch zu den Fichtel-Bergischen Graͤntzen gerechneten Orten: Als Eger, Ellenbogen, Schlackenwald und Carls-Bad. Der dritte Theil handelt von denen Nachrichten derjenigen fuͤndi- gen Oerter auf- an- und um den Fichtel-Berg,ꝛc.ꝛc. Nebst einer Land- Carte, auch einigen in Kupffer gestochenen accurat en Abbildungen etlicher Seltenheiten am Fichtel-Berge, colligiret von Einem Liebhaber Goͤttlicher und Natuͤrlicher Wunder-Wercke. Leipzig , 1716 . Verlegts Johann Christian Martini , Buchhaͤndl. in der Nicolai-Strasse. Ausfuͤhrliche Beschreibung Des F ichtel- B erges in N orgau liegend , in Dreyen Theilen abgefasset, Deren Der Erste handelt von dem beruffenen Fichtel-See, von denen Fluͤssen, Baͤchen, und andern Wassern des Fichtel-Berges, dann vom Gebuͤrge selbsten, und was vor Minerali en, Vegetabili en, und Anima- li en allda anzutreffen, samt mancherley wunderbahren Geschichten und Begeben- heiten, so sich in diesem und andern dergleichen Orten sollen zugetragen haben, womit nebst einigen allda an etlichen besonders Pfaͤltzischen Orten uͤblichen aberglaͤubischen Haͤndeln und Oeconomi schen Gewohnheiten dieser Theil beschlossen wird. Alles nicht nur aus denen bewerthesten Scribenten, als Bruschio und seines gleichen, sondern auch aus selbst eigenener Erfahrung beschrieben. Der Andre Theil handelt von etwas entfernetern, iedoch ehedessen auch zu denen Fichtel-Bergischen Grentzen gerechneten Orten: Als Eger, Ellen- bogen, Schlackenwald, und Carls-Bad. Wobey man mehrentheils Bruschio, Summern, Plumbtre nebst der selbst befundenen Experienz gefolget. Der Dritte Theil handelt von denen Nachrichten derjenigen fuͤndi - gen Oerter auf-an- und um den Fichtel-Berg, Pfaltz, Beyern, Boͤhmen, Ober- und Nieder-Sachsen, am Hartz,ꝛc.ꝛc. Wie solche ehedessen die Wallonen, Venetia- ner, Maͤylaͤnder, Modeneser, Brabander, und Flanderer in ihren Wahlen-Buͤchlein aufgezeichnet, samt ihren Verblendungs- und Eroͤffnungs Kuͤnsten, auch einem nuͤtzlichen Wegweiser zu verborgenen Ertzgaͤngen, nicht weniger schoͤnen Ertzbeitzungen, Extracti- onen, und Niederschlaͤgen der guten Metallen, aus Sand, Kieseln und Letten, auch aus Zinn, ohne dessen Verlust. Nebst einigen accurat en Abbildungen etli- cher Seltenheiten am Fichtel-Berg. Verfertiget und colligiret von einem Liebhaber goͤttlicher und natuͤrlicher Wunder-Wercke. Leipzig, 1716. Verlegts Johann Christian Martini. Vorbericht. W As in dieser Schrifft enthalten, ist alles aus dem Ti- tul-Blat deutlich zuersehen, und verspricht solches nichts, was in dem Tractat nicht abgehandelt wird. Jedennoch ist dabey zu erinnern, daß hier nichts er- zehlet wird von allen und ieden Fatis, Feuers-Brun- sten, Kriegs-Troublen, Mißwachsen, Sterbens-Laͤufften, Todtes- Faͤllen, Successionen der hohen und niedern Obrigkeiten, oder an- dern dergleichen taͤglich vorfallenden Begebenheiten, welche fast ein iedes Ort mit dem andern gemein hat: Dann weil ich mich eugent- lich beflissen, sonderlich nur Naturalia, und Physica in dieser Fichtel- Bergischen Beschreibung zu tractir en, so habe ich mich politischer Dinge nach aller moͤglichkeit mit fleiß enthalten wollen, indem solche gantz ausser meinem Zweck sind, sonderlich was den ersten Theil be- trifft. Gleichwohl aber habe ich mich hierinnen auch so viel be- schieden, daß wo ja sich an besagten Orten gar was sonderbahres in politischen und dergleichen Faͤllen vor andern zugetragen, oder es sonsten die Connexion erforderte, solches anzufuͤhren, ich dißfalls nichts verabsaͤumet habe. Solchem nach habe ich nicht mit Still- Schweigen uͤbergehen wollen, daß da nach proportion ein gar grosses Feindliches, wuͤttentes Krieges-Heer das gantze Land und die halt- barsten Oerter erobert, auch mit Feuer und Schwerd verderbt, das einige und gegen die besagte Plaͤtze zu rechnen, damahls kleine unbe- festigte Wunsiedel, mit einer Hand voll armer Buͤrger und Bau- ern von 4. bis hoͤchstens 500. Koͤpffen, eine Armee von 18000 wohl versuchten und duꝛch so viele Siege encouragir ten Combattanten vom Sturm ab, und aus dem Felde geschlagen, mithin das gantze Land von dem Grimm deß so blutduͤrstigen Feindes wiederum befreyet: Dann weil dieser Casus sich selten genug zutraͤget, so habe ich ihn und seines gleichen eben vor sondeꝛbar und wuͤrdig gehalten, seiner allhier zugedencken. Jm uͤbrigen aber werde ich nach einigen abgehandel- ten generalioribus diese Ordnung halten, daß ich von dem weitbe- ruffenem Fichtel-See anfange, hernach werde ich mich daraus nach behoͤri- behoͤriger Reyhe auf die 4. Fluͤsse begeben, alsdanndie andere Was- ser betrachten, endlich aͤuf das Gebuͤrge steigen und so wohl unter als uͤber mich schauen, was ich sonderbares antreffen moͤge. Man wundre sich nicht daß ich von dem See anfange, dann dieser ist eben fast das Haubtstuͤck und die eigentliche Ursache, warum der Fichtel- Berg in der Welt so beruffen ist, und also gebuͤhret ihm ohne Wider- rede die Oberstelle. Noch weniger aber lasse man sich es fremde vorkom̃en, wann ich unmittelbahr nach dem See unter denen Fluͤs- en am ersten zu dem Mayn schreite, dann ausser dem, daß er von Morgen gegen Abend fliesset, so Handleitet mich die Natur und Be- schaffenheit der Sachen selbst also: Jndem er sowol der considera - belste, groͤste und beruͤhmteste Fichtel-Bergische Fluß ist, als auch, daß er immediaté aus dem See entspꝛinget. Daß ich mich abeꝛ hernach lincker und nicht rechteꝛ Hand heꝛum wende, geschiehet aus deꝛ Raison, weil die Naabe ebenfals unmittelbar aus besagtem See entsprin- get, (nicht aber die Eger und die Saal:) von dannen sie gegen Mit- tag ablaͤuffet. Alsdann wird mich der natuͤrliche Weg von Suͤden gegen Osten zur Morgenwaͤrts fliessenden Eger, und von dieser gar herum nach Norden, zur dahin rinnenden Saal fuͤhren. Wann ich hier weit genung geschiffet, werde ich mich wieder zu- ruͤcke begeben, und mich in denen andern Fichtel-Bergischen Was- sern erlusiigen, nachgehends aber betrachten, was in allen diesen Fluͤs- fen und Wassern von denen vornehmsten Vegetabili en, Animali en, und Minerali en anzutreffen. Ferner werde ich mich auf das Land begeben, und nach aller Moͤglichkeit von Gebuͤrg zu Gebuͤrg wie es aneinander hanget, steigen, und dessen Seltenheiten betrach- ten, welche ich nach allen dreyen Reichen referi ren werde, wobey ver- schiedene Denckwuͤrdigkeiten von Wunsiedel, Weissenstadt, Artz- berg, Thiersheim, Gold-Cranach, und einigen Doͤrffern anzutref- fen. Letzlich werde ich mit der Observation der Lufft, derselben Me- teoren, der Elevation deß Poli, auch andern Merckwuͤrdigkeiten, und Oeconomi schen Gewohnheiten diesen ersten Theil beschließen, und weil der 2te und 3te Theil ihre besondere Nachrichten geben, hiemit diesen Vortrab endigen. Beschreib- Eigentliche Vorstellung der Situation deß Meitberŭffenen Edlen Fiechtelberges, deß darinnen be- findlichen SeeS, ŭnd der Vier alldorfen entspringenden Haŭht Flűße, Nahmentlich deß May̋ns ŭnd der Naab, welche beede ŭn mittelbahr aŭs dem See abfließen, jener gegen Abend dŭrch Franckenland, diese gegen Mittag dŭrch die Obere Pfaß ŭnd Bay̋ern, dann der Eger gegen Morgen dŭrch Bőhmen, ŭnd endlich der Haal gegen Mitternacht dŭrch Voigtland, Thüringen ŭnd Sachsen ihren laŭff nehmende, wobey̋ Zŭgleich die Lager Stelle deßjenigen Stiick Landes, welches von Alters her Zŭm Fichtelberg gerechnet, ŭnd mit diesen Nahmen beleget worden, anzŭtreffen, so bey̋ Bischoffgrün ŭnter dem Ochsenkopff von Mesten biß an Schonberg oder die Stadt Eger gegen Osten nach der La̋nge űber vier gŭte Teiitsche Meilen, ŭnd dann vom vrsprŭng der Saal im Zeller Mald űber Weißenstadt von Norden biß an die Pfa̋lzische Stadt Remmath oder Chemnat gegen Sűden nach der breite sich eben so weit erstrecket. B eschreibung Des F ichtelbergs und Dessen angraͤntzenden Oerter im Norgan gelegen/ E rster T heil. D Er Fichtelberg im Norgau gelegen/ ist wo nicht Fichtelbers ist eines der hoͤchsten Gebuͤrge Teutschlan- des. das hoͤchste/ jedoch unter solchen auch nicht das geringste Gebuͤrge in gantz Teutschland/ welches wegen seiner grossen ungeheuren Hoͤhe/ unge- meinen Wildnuͤßen/ entsetzlichen Stein-Klip- pen und hochauffgethuͤrmten Felßen/ auch haͤuf- figen Suͤmpffen/ und Moraͤsten/ sehr beschwer- lich zu ersteigen ist. Den Nahmen Fichtelberg fuͤhret dieses Gebuͤrge ohne Zwei- Nahmen woher? fel von der unzehlichen Menge der Fichten/ so darauff wachsen. Caspar Bruschius schreibet/ der Fichtelberg liege in der al- Fichtelberg liegt in der alten Nari- scen Land. ten Nariscen Lande/ welche Narisci (oder Norgauere) erstlich Heyden gewesen/ hernacher aber zum Christlichen Glauben ge- A bracht Beschreibung des Fichtelbergs. Wer diese gewesen? bracht worden. Denen habe Theodorus I. Hertzog in Baͤyern diese Gegend zu bewohnen und zu bauen eingegeben/ welche man noch anheute das Norgau nenne. Woher die Norgauere den Namen haben/ und wer ihr Stam̃-Va- ter gewesen/ unteꝛschiedl. Meynungē. Vom Uhrsprung der Norgauere/ und woher sie diesen Nah- men haben/ seynd die Meynungen unterschiedlich/ wovon das 2. Cap. Part. 1. Originum Bonsideliensium D. Joh. Georgii Pertschii, nunmehro Hochgraͤffl. Reußischen General-Superintenden s/ zu le- sen. Wir wollen uns hier der Kuͤrtze befleissen/ und nur das Wahrscheinlichste hievon anfuͤhren: Solchemnach schreibet der Hochfuͤrstliche Brandenburg- Bayreuth-Onolzbachische respective Geheimbdeund Gemeinschafftl. aͤlteste Rath/ Herr W. Gabriel Pachelbel von Gehag in der An- leitung des Summari schen Berichts von Onolzbach/ §. 2. 3. und 4. Woher die Teutsche uͤ- berhaupt kommen? daß die Teutsche von Japhet des Nohaͤ Sohn herkommen/ und aus Armeni en sich in Europam gewendet/ zu Lande bey dem schwartzen Meer vorbey gezogen/ und sich biß an die Onolzbachische Redniz und noch weiter gegen Abend niedergelassen/ꝛc. wuͤrckliche Alteteutsche auch uͤber Norgau herrschende Koͤnige und Fuͤrsten. Koͤnige und Lands-Fuͤrsten auch uͤber die Onolzbachische Redniz hinaus waͤren Hermio, des Tuisconis Enckel/ (welcher Noaͤ Uhr- Enckel war/) vom 2124ten Welt-Jahr an/ und seine Nachfolgere gewesen. Wann nun/ wie hochbelobter Herr Autor in seinem Summari schen Bericht von Norgau §. 5. schreibet/ im Jahr der Welt 2188. des Hermions Nachfolger Marsus war/ und §. 6. im Jahr der Welt 2392. und 2458. Alemannus (oder Hercules ) Nori- Norgau hat den Namen von seinem Lands-Fuͤr- sten Norico. cus und Bojus Vorfahrere derer Lands-Fuͤrsten im Norgau ge- wesen; so ist/ wie ich dafuͤr halte/ allerdings wahrscheinlich/ daß Norgau den Nahmen von seinem Lands-Herren Norico bekom- men/ und also Norici Aue oder Noricgau oder Land genannt worden. Dieser Koͤ- nige erste Residenz im Norgau. Des Hermions Koͤnig- und Lands-Fuͤrstliche/ auch uͤber die Onolzbachische Redniz hinaus herschende Nachfolgere haben ihre erste Residenz -Stadt und dabey noͤthigen Begraͤbnuͤß-Ort im Norgau auf der Koͤnigs Heide gehabt/ alwo zu Bruschens Zeiten ein weites Feld gewesen/ nunmehro aber sehr verwachsen ist/ auff welchem offt Menschen-Todten-Beine heraus gegraben worden. Es Beschreibung des Fichtelbergs. Es lieget aber diese Koͤnigs-Heide eine und zum Theil 2. Wo diese Koͤnigs - Heide lie- get? biß 3. Stunden vom Uhrsprung derer 4. nach ihrem Wachsthum Schiffbahren Wasser/ des Mayns/ der Eger/ der Nab und der Saale/ (wovon der erste gegen Abend/ die 2te gegen Morgen/ die 4. Fluͤsse des Fichtel- bergs. 3te gegen Mittag/ und die 4te gegen Mitternacht fliesset/) 3. Stun- den von Bayreuth/ nicht weit von Gold Cronach. Von der Beschaffenheit des Baues sothaner Residenz - Stadt ist aus Flori L. 3. C. 10. abzunehmen/ daß sie um und um mit guten Bollwercken wohl verwahret gewesen/ wiewohl man keine Maueren dabey auffgefuͤhret/ weswegen die Roͤmer solche Oerter nur vor Doͤrffer gehalten/ vid. Tac. de Mor. Germ. c. 16. von be- sagter Koͤnigs-Heide schreibt Brusch/ daß sie zwischen des Fich- telbergs Haubt und Weitenberg gegen dem Marckgraͤffischen Fle- cken Gold Cronach liege/ und ein fast grosses und weites Feld sey/ allwo ehedessen ein Koͤnig eine Schlacht soll gethan haben/ wel- ches auch bezeugen die Gebeine/ Hirnschalen/ alte rostige Degen/ Schild/ Helm/ und dergleichen Ruͤstung/ so noch jetzo von den Bauern ausgegraben werden. Vermuthlich ist es der Attila gewesen/ welcher nach obigem summari schen Bericht §. 6. Ur- sach an der Zerstoͤhrung derselben Stadt gewesen. Es erstreckete sich aber Norgau sehr weit vor Alters/ wie es dann Wie weit sich Norgan erstreckt? auch heute zu Tage noch einen ziemlichen Umfang hat/ und ohne Strittigkeit die Burg-Graffthuͤmer Bayreuth und Onolzbach/ sambt der Stadt Nuͤrmberg/ wie auch die gantze obere Pfalz/ wenig- stens biß Eger dem Schluͤssel zum Koͤnigreich Boͤhmen in sich be- greifft. Von welchem allen Hochbelobter Herr Autor in der Anleitung des Summari schen Berichts von Onolzbach §. 5. 7. 8. 16. 17. zu le- sen ist. Caspar Brusch schreibt: Norgau liege zwischen der Do- nau/ Elb/ und dem Mayn/ graͤntze an Bamberg/ Nuͤrmberg/ Coburg; werde jetzo getheilt ins Voigt-Land/ Ober-Pfalz/ Eger- laͤndlein/ das Gebuͤrg/ und der Peckler-Art/ ( i. e. Wunsidel.) Wann nun unser Fichtelberg schon im grauen Alterthum/ unge- Fichtelberg im grauen Alterthum schon be- wohnet. achtet aller Wildnuͤßen (die auch wohl in denen folgenden Zeiten sich von neuem wieder moͤgen ausgebreitet haben/ wie solches die auf denen uͤberbliebenen Mauern der alten zerstoͤrten Raub Schloͤs- A 2 ser Beschreibung des Fichtelbergs. ser befindliche oͤffters sehr grosse und dicke Baͤume satsam zu er- kennen geben) bewohnet/ und so gar nach obigem Bericht eine Koͤ- nigliche Residenz -Stadt auff der Koͤnigs-Heide darinnen anzu- Alte Fichtel- berger habē eine Religi- on gehabt/ nemlich die natuͤrliche. treffen gewesen: Als ist auch allerdings nicht nur zu muthmassen/ sondern wohl gewiß/ daß unsre alte Fichtelberger eine Religion muͤs- sen gehabt haben/ und zwar die natuͤrliche/ oder vernuͤnfftige/ dann (1.) hat sich GOTT keinem Menschen unbezeigt gelassen/ ja wann die Heyden/ so das Gesetze nicht haben/ doch von Natur des Gesetzes Wercke thun/ und also dieselben ihnen selbst ein Gesetz seynd/ als welche erzeigen das Werck des Gesetzes/ so in ihre Hertzen ge- schrieben ist/ und ihr Gewissen mit zeuget/ꝛc. so werden auch unsre Vorfahrere hoffentlich hievon nicht ausgeschlossen gewesen seyn. Wann nun so gar die Feinde/ als wie der Roͤmer Cornelius Tacitus, Alte Teut- sche waren Tugendhaf- te Leute/ insondeꝛheit auch die Fichtelber- ger. denen Teutschen das Lob geben/ daß es ein Volck sey/ so sich der Redlichkeit/ Aufrichtigkeit/ Vergnuͤgsamkeit/ Keuschheit/ Treue und dergleichen befleißige/ (die einige Maͤßigkeit ausgenommen/ indem sie sich des Tꝛuncks sehr belieben lassen) die Fichtelbeꝛger aber in- sonderheit das Lob haben/ daß sie ein fromm/ getreu/ freundlich/ ob wohl dabey grobes baurisches/ hartes und starckes Volck seynd/ das Hitz und Frost in aller Muͤhe und Arbeit wohl leiden und vertragen mag/ wie Caspar Brusch ihnen das Zeugnuͤß giebt; so haben wir abermahls die Bekraͤfftigung des obbesagten/ daß sie nehmlich sich die Vernunfft haben regieren und leiten lassen/ weil sie nicht erfuͤllet wa- ren mit Ungerechtigkeit/ Hurerey/ Schalckheit/ Geitz/ Boßheit/ voll Neids/ Mords/ Haders/ List/ Gifftigkeit/ denn sie waren keine Ohren- Blaͤser/ Verlaͤumbder/ (welche die Natur lehrte) Frevler/ Hoffaͤr- tige/ Ruhmraͤthige/ Erfinder boͤser Tuͤcken/ noch denen Eltern unge- horsam/ nicht unvernuͤnfftige treulose/ stoͤrrige/ unversoͤhnliche/ unbarmhertzigeꝛc. Sie hielten die Warheit nicht in Ungerech- tigkeit auf/ Rom. 1, v. 18. 29. 30. 31. sondern bewahrten das Gesetz/ welches in ihre Hertzen geschrieben worden/ in dem/ daß sie von Natur thaten des Gesetzes Werck/ Rom. 2, v. 14. 15. 26. sie liebten fich/ nach der Feinde Zeugnuͤß/ unter einander/ und keiner that dem andern unrecht/ und also wusten sie zu unterscheiden zwischen wahren und falschen/ guten und boͤsen/soweit als die Natur ihnen solches lehꝛte. (2.) Weil Beschreibung des Fichtelbergs. (2.) Weil die Teutsche/ mithin auch die Norgauere/ und also ins beson- Alte Teut- sche/ Nor- gauere und Fichtelber- ger seynd auch muͤnd- lich in der Religion unterrichtet worden/ und zwar auch durch Gleichnuͤße/ Raͤtzel/ Bil- der und Ce- remoni en. dere unsere Fichtelberger von Noah/ und zwar von seinem andern ge- segneten Sohn Iaphet abstammeten/ so ist kein Zweiffel/ daß sie auch ausserdem Licht der Natur/ noch dazu durch muͤndliche Lehr und Un- terricht in der Religion unterwiesen worden. Aus dieser muͤndlichen Unterweisung ist es dann auch geschehen/ daß sie nach der Mor- genlaͤndischen Voͤlcker allgemeinem Gebrauch die Geheimnuͤßen der Religion und der natuͤrlichen Weißheit dem gemeinen Mann nur durch Gleichnuͤße/ Raͤtzel/ Bilder/ gewisse Kleider/ Geber- then/ und Ceremoni en vorgebildet/ das Volck in Bezaͤhmung der Begierden und zur Tugend abgerichtet; die Erkaͤnntnuͤß des We- sens GOttes und der Geschoͤpffe aber ist allein bey denen Hauß- Vaͤtern der Familien (woraus hernach Koͤnige/ so zugleich Prie- ster waren/ entstanden/) geblieben/ die solches nur denen erstge- bohrnen Soͤhnen eroͤffnet; oder sie haben gepruͤfet/ welche von Natur angetrieben wurden denen Geheimnuͤßen nachzuspuͤhren/ welche sie nun hierinnen tuͤchtig und faͤhig befanden/ die erwaͤhl- ten sie zu ihren Schuͤlern. Dahero es dann auch kommen/ Nicht zur Abgoͤtterey/ sondern zur Reitzung zuꝛ Weißheit. daß unsere Norgauere den Allmaͤchtigen/ Allweisen und Allguͤti- gen GOTT unter gewissen Bildern dem gemeinen Volck vor- stellten/ wie etwan dorten Moyses, welcher (auff Goͤttlichen Befehl) eine eherne Schlange aufrichtete/ umb CHristum den gecreuzigten vorzubilden/ Joh. 3, v. 14. nicht der Meynung/ das Volck zur Abgoͤtterey zu verfuͤhren/ sondern ihnen Anlaß zu geben/ Nach- frage zu halten/ was doch diese aufgerichtete Figur bedeuten und anzeigen solte; Damit man doch sehe/ wer unter ihnen begierig/ und folglich faͤhig waͤre/ in die Gesellschafft der Weisen aufge- nommen zu werden. Solchemnach haben sie uͤberhaupt mit allen andern Teutschen GOtt unter dem Nahmen Thaut verehret/ Was sie durch den Gott Thaut verstanden? wodurch sie absonderlich Mercurium, das ist/ die Goͤttliche Weiß- heit und Vorsichtigkeit verstanden. Jns besondere aber haben die Norgauere den Belenum zu einem GOtt gehabt/ wodurch sie/ wie Was sie durch Bele- num ver- standen? oben gedachter Herr D. Pertsch in seinen Originibus Bonsideliensi- bus pag. 227. aus unterschiedener alter Autorum Zeugnuͤßen klaͤr- lich erweiset/ nichts anders als die Sonne oder Apollinem ver- A 3 standen. Beschreibung des Fichtelbergs. standen. Und warhafftig durch die Sonne hat sich GOTT im Reich der Natur selbsten am hellesten abgeschildert/ da man durch ihre fruchtbarmachende Waͤrme/ durch ihr helles und praͤchti- ges Licht/ und durch die schnelle Bewegung ihrer effluviorum die Sonne der Gerechtigkeit/ oder die Gottheit nach ihrer Allmacht/ Weißheit und Guͤtigkeit einiger massen abbilden Parlis vereh- ren GOTT unter dem natuͤrlichen Bild der Soñen und des Feuers. mag. Weil nun dieses von denen alten Parsis oder Sonnen-Prie- stern in Persien gewiß/ daß sie durch ihre Verehrung der sicht- baren Sonne und Feuers/ auf die verstaͤndliche ewige Sonne und Feuer abgeziehlet/ warum solten wir nun nicht auch ein glei- ches von unsern uhralten Norgauern hoffen? Gleichwohl aber blei- bet es auch gewiß/ daß nachdem der Leute allenthalben je laͤnger/ Teutsche und Nor- gauere seynd end- lich nach und nach in Jrrthum verfallen. je mehr worden/ mithin auch sich groͤssere Gelegenheit gefunden/ in ein lasterhafftes Leben zu gerathen/ und der Tugend zu verges- sen/ aller Orten der wahren Weißheit und natuͤrlichen Religion we- nig mehr nachgespuͤret/ das Zeichen (welches vor sich selbst wider Goͤttlichen Befehl war) vor das Bezeichnete gehalten/ und al- so der suͤndlichen Abgoͤtterey und dem Goͤtzen-Dienst mehr und mehr Und dieses etwan aus Gelegenheit der Roͤmer. sich ergeben/ welches gleichwie es sich bey denen Juden mit der eher- nen Schlangen zugetragen/ 2. Koͤn. 18, v. 4. also auch unsern Norgau- ern mit der Zeit begegnet ist/ wozu dann die an Teutschland grentzende Abgoͤttische Roͤmer nicht wenig Gelegenheit moͤgen gegeben haben/ Taciti gutes Zeugnuͤß von der Teutschen Religion. zumahlen da selbsten der Roͤmer C. Tacitus denen Teutschen zu seiner Zeit uͤberhaupt das Zeugnuͤß giebt/ daß sie nicht auf Art der Roͤmi- schen Religion ihren Gottes-Dienst pflegten/ indem weder ein Bild/ noch sonsten einige Spur eines frembden Aberglaubens bey Haben sich keiner kuͤnst- lichen/ son- dern der le- bendigen Natur Bil- der am Fir- mament be- dienet. ihnen anzutreffen/ Tac. de Mor. Germ. c. 43. Fuͤrwahr ein herrli- liches Zeugnuͤß von einem feindlichen Geschicht-Schreiber. Daß also mehr als zu gewiß/ daß unsere gar alte Norgauere die Gott- heit unter keinem andern/ als unter dem natuͤrlichen und lebendi- gen Bild der Sonnen am Firmament verehret/ und durch dieses schoͤne Geschoͤpff den Schoͤpffer gepreiset/ und erkennet. Conf. Sap. 13. v. 5. Welches noch mehr bekraͤfftiget der Roͤmische Kaͤyser und Julii Cæsaris Zeugnuͤß hievon. Held Julius Cæsar lib. 6. de Bell. gall. allwo er sagt/ daß die Teut- sche diese allein vor Goͤtter halten/ durch deren Wuͤrckung und Gaben Beschreibung des Fichtelbergs. Gaben ihnen offenbahr geholffen wird/ nehmlich die Sonne/ das Feuer und den Mond; die uͤbrigen haben sie nicht einmahl nen- nen hoͤren: wobey aber gleichwohl wieder zu erinnern/ daß sie durch diese schoͤne Geschoͤpffe nicht ihre Coͤrper/ sondern die unsicht- bare Krafft und Gottheit in ihnen und also den Schoͤpffer selbsten nach der alten Parser Art werden verehret und gepriesen haben. Ja Taciti wei- teres Zeug- nuͤß. daß die Teutsche auch noch zu Taciti Zeiten eine alte Religion muͤssen gehabt haben/ geben seine Worte de Mor. Germ. c. 10. zu erkennen/ da er spricht: Germani nec cohibere parietibus Deos, neque in ullam hu- mani oris speciem assimilare magnitudine Cœlestium arbitrantur: Welche Worte mit denen/ so in der Apostel Gesch. C. 17, v. 24, 25. Rom. 1. v. 23. zu finden/ in etwas uͤberein kommen/ weil nehmlich unsere alte Teutsche GOTT in Tempeln mit Menschen Haͤn- den gemachet/ eingesperret/ dabey aber sich an GOtt versuͤndiget/ weil sie die Goͤttliche Eigenschafften unter menschlichen Figuren vorgestellet. Was aber einige Seulen und Statuen belanget/ als da ist Jrmenseul und derglei- chen Statu ē. die beruͤhmte Jrmenseul in Sachsen/ꝛc. so ist die Sache noch in gros- sem Zweiffel/ ob solche nicht vielmehr zu einem Ehren-Gedaͤcht- nuͤß ihrer beruͤhmten Leute/ z. e. deß Teutschen Heermanns/ der die Roͤmer geschlagen/ als zu Goͤttlicher Verehrung/ aufge- Waren viel- leicht nur Ehren-Ge- daͤchtnuͤße ihꝛeꝛ Helden. richtet worden. Und vielleicht ist dieses auch dahin zu referir en/ wann der Tacitus fortfaͤhret: Lucos ergo illis (Diis scil.) ac nemo- ra consecrant, Deorumque nominibus appellant: daß sie nehmlich ih- ren beruͤhmten Helden gewisse Waͤlder/ und Haͤyne zugeeignet/ und sie mit ihren Nahmen beleget; gleichwie die Chines er und die Roͤmische Kirche ihren wohlverdienten Leuten Grabmaͤhler aufrich- ten/ und die Kirchen zu ihrem Gedaͤchtnuͤß mit ihren Nahmen belegen lassen/ wie ja aller Orten bekant ist. Weil nun also unsere alte Teutsche/ und besonders die Norgauere keine Goͤtter mit Menschen-Haͤnden gemachet/ noch auch dazu gehoͤrige Tem- pel hatten/ sondern in ihren Wildnuͤßen allenthalben GOtt nach Hatten kei- ne Priester/ waren ihnē auch keine noͤthig. Iulii Cæsa- seinen Eigenschafften verehrten/ wie wir oben dargethan/ also hatten sie auch folglich keiner besondern Priester vonnoͤthen/ wel- che denen Tempeln vorstunden/ wie hievon auch Jul. Cæs. Libr. 6. de Bell. gall. Erwehnung thut/ da er spricht: die Teutschen haben eine Beschreibung des Fichtelbergs. ris Zeugnuͤß hievon. eine weit andere Gewohnheit/ als die Gallier/ dann sie haben we- der Druiden/ welche denen Gottes-Dienstlichen Sachen oder Verrichtungen vorstehen/ noch daß sie sich einiger Opffer befleis- Bey wem die Natuͤrli- che Religion unter denen Teutschen bestanden? sigen. Woraus dann leicht zu schliessen/ daß bey denen Teut- schen damahls nach dem alten orientalischen Gebrauch/ sowohl die Natuͤrliche Religion/ als die Erkaͤntnuͤß der Natur ob- besagter maassen annoch bey denen Koͤnigen/ Obristen des Volcks/ und denen Oberhaͤubtern der Familien bestanden/ wel- Worinnen solche be- standen? che also das Priesterthum in der Erkaͤntnuͤß GOttes und der Natur verwalteten/ das Volck aber in der Tugend unterrichte- ten. Nachdem aber die Roͤmische Kriege die Teutschen auf ihren Wie nach und nach/ und warum solche bey ihnen in Vergessen- heit kom̃en? Schutz und Beschirmung immer bedachtsamer machten/ so daß sie endlich alle ihre Gedancken darauf richten muͤssen/ zumahlen da etliche Provinci en denen Roͤmern theils zinßbar/ theils Alliir te wur- den/ auf welche die uͤbrige Teutschen wegen ihrer Sicherheit selb- sten ein wachsames Aug zu haben noͤthig hatten/ anbey die Roͤ- mische Laster der Wollust/ Eitelkeit/ und Abgoͤtterey sich nach und nach einschliechen/ so verlohre sich daneben die Lehre der Tu- gend/ die Handhabung der Gerechtigkeit/ die Erkaͤntnuͤß Got- tes und der Natur; Nam nulla salus bello, \& inter arma silent leges. Weswegen dann unsere Vorfahren wiederum einer Emen- dation und Verbesserung in denen folgenden Zeiten noͤthig gehabt/ Werden wieder e- mendi ret. welche/ wie Hr. D. Pertsch in originibus Bonsideliensibus Part. 2. c. 8. ausfuͤhrlich beschreibet/ schon zur Apostel Zeit etlicher maßen und in denen darauf folgenden Jahr hunderten je mehr und mehr durch Christl. Lehrer in Teutschland vorgenommen und befoͤrdert worden/ wie sich dann dießfalls absonderlich Bonifacius Bischoff/ VVinifridus. ein gebohrner Engellaͤnder/ sonsten Winifridus genannt/ welchen Al- bertus Stadensis einen wahren Philosophum Christi nennet/ dem we- gen seiner besondern Tugend der Nahme Bonifacius beygeleget worden/ im Jahr Christi 740. solle beruͤhmt gemacht haben/ indem er die Thuͤringer/ Voigtlaͤnder/ und mithin auch die Norgauer in der Lehre vom Reich GOttes unterrichtet. Wovon besagter Al- bertus Stadensis, Enoch Widmann in Annal. curiensibus, und Hochbe- lobter Hr. D. Pertsch d. l. c. 9. zu lesen/ biß sie endlich bey denen Reli- Beschreibung des Fichtelbergs. Religions-Zwistigkeiten sich wiederum getrennet/ da ein Theil der Roͤmischen/ der andere aber der Protestanti schen Lehre anhaͤngig worden. GOtt der ein GOtt der Wahrheit und des Friedens ist/ steure kuͤnfftig hin allen Jrrthuͤmern/ und gebe aller Orten wah- re Lehrer/ ruͤste sowohl selbige als Zuhoͤrer mit seinem Heiligen Geist aus/ damit sie uͤber die seeligmachende Wahrheit bestaͤndig halten/ sich unter einander in Liebe begegnen/ einer des andern Last trage/ und einer den andern in Sanfftmuth dulte/ GOtt lasse auch die alte Teutsche/ ins besondere ober die beruͤhmt-gewesene Fichtelber- gische Treue/ Redlich- und Auffrichtigkeit in kurtzen wiederum auffkommen und in ihrem ehemaligem Glantz ohne Heucheley von neuem scheinen. Nun wollen wir uns wiederum zu unserm Fichtelberg ver- fuͤgen/ und von der Beschaffenheit/ Natur/ und Eigenschafft des- selben gewisse und wahrhaffte Nachricht mehrentheils aus eigener Erfahrung/ und dann auch aus anderer bewehrten augenscheinli- cher Zeugen Beschreibung darstellen; Jedennoch zuvor kuͤrtzlich noch melden/ daß das Norgau jetzo beherrschet werde 1) von Jh- Die jetzi- ge Landes- Herrschafftē von Noꝛgau. ro Churfuͤrstl. Durchl. zu Pfaltz-Bayern/ 2) von Jhro Hochfuͤrstl. Durchl. Brandenburg-Culmbach und Onolzbach/ als beeden Herren Burggraffen zu Nuͤrmberg/ 3) Ein kleines Theil von dem Magistrat der Stadt Eger/ und dann von dem Magistrat zu Nuͤrm- berg die Stadt Nuͤrmberg/ꝛc. Der Fichtelberg nun stoͤßet ge- Fichtelbeꝛgs Grentzen. gen Auffgang der Sonnen an Boͤhmen/ gegen Niedergang gren- tzet er an Francken/ gegen Mittag an die Obere Pfaltz/ so Baye- risch/ gegen Mitternacht aber an Voigtland und Thuͤringen/ und wie Brusch saget/ so strecket er etliche Stuͤcke als Hoͤrner oder Aeste aus biß an den Boͤhmer Wald hinan/ daher er auch von etli- chen nicht unrecht ein Marck-Stein oder Grentze Teutschlands ge- Jst ein Marckstein zwischen Teutschland und Boͤh- men/ und heisset mit Recht ein Berg des HErrn. gen Boͤhmen genennet worden. Herr M. Johann Matthias Groß nennet in seinen vier herrlichen Trost-Stroͤhmen mit allem Recht diesen Berg einen Berg des HErrn/ dieweil der HErr an diesem entsetzlichen hohen Gebuͤrg sowohl seine Allmacht/ Weiß- heit/ als Guͤtigkeit durch die wunderbahre Hoͤhe/ oͤffters fast uner- steigliche Felßen/ die mit so wunderbahrer Art an etlichen Orten B Haͤuser Beschreibung des Fichtelbergs. Haͤuser-hoch vielfaͤltig auffeinander liegen/ nutzbaren Geschoͤpffen der Minerali en/ Metall en/ Holtzungen/ Kraͤuter/ allerley groß und kleinem Wild/ Gevoͤgel und Fischen/ gesunder Lufft/ Wasserrei- chen Bruͤnnen und Fluͤßenꝛc. deutlich ausgedrucket und zu er- Alte haben nichts von diesem Ge- buͤrge be- schrieben/ und war- um? kennen gegeben. Die Alten haben zwar von diesem weitberuͤhm- ten Gebuͤrg/ so bey nahe alle andere in Teutschland/ wo nicht in Eu- ropa uͤbertrifft/ wenig oder nichts geschrieben/ dessen keine andere Ursach Herr Brusch zu seyn meynet/ als weil die Roͤmer diesen Theil Teutschlandes (worinnen Voigtland/ die Obere Pfaltz/ das Egerlaͤndlein zur Zeit Kaysers Friedrich des Rothbarts ein gantz Herzogthum/ nun aber ein Laͤndlein/ ingleichen das Laͤndlein/ so man nennet der Peckler Art/ worinnen Wunsiedel lieget/ und die Ge- gend/ so man das Gebuͤrg nennet/) weder gesehen/ erkannt/ noch we- Roͤmer seynd nicht uͤber die Do- nau kom̃en. niger innen gehabt. Wie dann von denen Roͤmern/ ob sie gleich gantz Bayern in die 500. Jahre innen gehabt/ doch nirgend gelesen oder gefunden wird/ daß sie uͤber die Donau gezogen/ sondern stets jenseits der Donau geblieben: Dazu so sey dieß Land vor 800. Jah- ren noch nicht beruͤhmt gewesen. Vor 156. Jahren wurde Brusch/ der erste aus- fuͤhrliche Geschicht- Schreiber des Fichtel- bergs er- schossen. Wann aber offtbelobter Bruschius meldet/ daß der meiste Theil daran vor 200. Jahren (nehmlich von seiner Zeit anzurechnen/ da er bereits 1557. den 20. Nov. und also schon bey 156. Jahren zwi- schen Rothenburg und Windsheim/ nicht weit von Burgbern- heim durch eine Buͤchsen-Kugel umbkommen/ wie solches Hoch- belobter Herr D. Pertsch an offt angefuͤhrtem Ort aus der ge- schriebenen Chronic des Burggrafthums Nuͤrmberg erzehlet) und also von jetzt an vor 356. Jahren noch eine ungeheure greuliche Wildnuͤß gewesen/ so muß man solches nicht dahin deuten/ als ob Vor 356. Jahren der Fichtelberg annoch eine erschreckli- che Wild- nuͤß/ wie sol- ches zu ver- stehen? diese Fichtelbergische Wildnuͤß von Menschen nicht bewohnet wor- den; Dann es wohneten ja zu Julii Cæsaris und Taciti Zeiten gar viele teutsche Nation en in ungeheuren Wildnuͤßen/ wie heute zu Ta- ge viele 1000. Horden Tartarn annoch zwischen Rußland und China in der grossen Tartarischen Wildnuͤß und Wuͤsteney woh- nen: sondern es hat nur so viel zu sagen/ daß keine andere Nation en in solche wilde Oerter kommen/ noch auch daß die Jnwohner sich groß um Geschicht-Buͤcher bekuͤmmert/ wie man auch noch heu- te Beschreibung des Fichtelbergs. te zu Tage von denen Nord-Armericanischen vielen Nation en in dem erst erfundenen grossen Land Lovisiana oder Sonnenlandschafft/ die sich bey die 800. Meilen vom Eiß-Meer laͤngst dem Fluß Meschasippi biß zum Mexicani schen Golfo erstrecket/ lieset/ daß sie sich wenig umb die Histori en ihres Geschlechtes bekuͤmmern/ und alle Dinge geringe oder gleichguͤltig achten. Die neue Scribent en/ so vom Neue Scri- bent en vom Fichtelberg. Fichtelberg geschrieben/ waren Conradus Celtes ein Franck/ Wili- bald Pirckheimer/ ein Geschlechter von Nuͤrmberg/ Conrad Peutinger/ Geschlechter von Augspurg/ der Rechten Doctor, mit wenigen Andreas Althamer ein Schwabe/ und Betulius ein Egraner/ welche alle diese Gegend besonders preisen/ keiner aber unter allen hat ausfuͤhrlicher vom Fichtelberg geschrieben/ als der seelige Herr Caspar Brusch; nach ihm offtbelobter Herr D. Johann Georg Pertsch in Originibus Bonsideliensibus, und letzlich aus eigener Erfahrung Herr M. Ioh. Matthias Groß/ damahls Hochfuͤrstli- cher Brandenburgischer Bayreuthischer Pfarrer zu Bischoffgruͤn am Fichtelberg/ nunmehro aber zu Uhlefeld im Unterlaͤndischen Baͤyreuthischen Bezierck. Dieser drey lezten Bericht nun wer- de ich meistens hier folgen/ anbey aber dasjenige/ was ich als ein Augenscheinlicher Zeuge selbsten erfahren/ auch von andern glaub- Der Au- tor dieses Buchs ist ein Augen- scheinl. Zeu- ge des Fich- telbergs. wuͤrdigen Leuten gehoͤret/ mit beyfuͤgen. Jch werde aber die Ordnung meiner Beschreibung anfangen von dem weltberuffe- nen Fichtelberger See/ damit ich mich von dessen aus ihm ent- springenden Wassern und Fluͤssen laͤngst denen selben von Ort zu Ort biß zu ihrer endlichen Ergiessung in andere Fluͤsse herab ver- fuͤgen koͤnne. Alsdenn werde ich beschreiben das Gebuͤrge/ und Was er in dieser Be- schreibung vor eine Ordnung haͤlt. was darinnen enthalten/ endlich die Lufft/ und andre Seltenhei- ten. So lieget demnach der Fichtel-See ungefehr drey gute Stunden von Wunsiedel gegen Westen uͤber einem Dorff Vor- dorff genannt/ in einer hohen Wildnuͤß/ welche insgemein die See-Lohe benahmet wird. Er liegt also in Jhro Hochfuͤrstl. Fichtel-See liegt auf der See-Lohe 3. gute Stun- den von Wunsiedel. Durchl. zu Brandenburg Culmbach Landen/ wiewohl hart an Pfalz grentzend/ Anno 1699. im Augusto habe ich solchen besehen. Der seel. Herr Brusch schreibet: Oben auf dem Fichtelberg sey ein Fischreicher und unglaͤublich tieffer See/ zu dem man auch/ Was Herr Brusch von B 2 sonder- Beschreibung des Fichtelbergs. diesem See geschrieben? sonderlich aber im Sommer/ von Sumpffs wegen nicht kommen koͤnne: ich aber sage/ daß entweder unser redlicher Herr Brusch persoͤhnlich dahin nicht gekommen/ und also geschrieben/ was er von andern gehoͤret/ oder aber der See (welches am glaublich- sten) ist seit deme einigen Veraͤnderungen unterwuͤrffig worden. Daß er sehr und ungemein tieff sey/ lasse ich zwar gar gerne zu/ in- dem ich selbsten solchen mit einer Stangen von ungefehr 4. star- cken Clafftern gar bey weiten nicht ergruͤnden konte: daß er aber jemahls Fischreich gewesen/ zweiffele ich sehr/ und daß man zu demselben/ sonderlich in Sommers-Zeiten/ nicht wegen des Sumpffs gelangen koͤnne, habe auch erfahren/ daß es nicht all- gemein sey; indem ich in der am Fichtelberg waͤrmsten Sommer- Wie der Au- tor 1699. diesen See beschaffen befunden? Zeit/ nehmlich obbemeldter massen im Augusto 1699. wiewohl freylich durch viele/ jedoch aber einem begierigen Erforscher natuͤr- licher Seltenheiten noch wohl uͤberwindliche Suͤmpffe/ Moraͤste/ unwegsame Klippen/ Hecken/ Staudten/ Storren und Baͤume zu bemeldten See nicht allein gekommen/ sondern auch fast trockenes Fußes und zwar mit Kleidern und Hungarischen Stieffeln (ob wohl nicht ohne Furcht deß Sinckens/ weil der sumpffichte Mooß ziemlich nachgegeben/ gleichwohl bey einem jeden versetzten Tritt wieder empor schwolle/) zwey mahl daruͤber gegangen; daß also dieser See/ heute zu Tage nicht mehr offen/ sondern uͤber und uͤber mit Mooß und Binsen-Stoͤcken oder Rasen uͤberwachsen ist: Durch diesen sumpffichten Mooß nun/ habe ich obbemeldter Maßen eine ungefehr vier-clafftrige Stange (deren sehr viel auff dem See la- gen/ auch etliche bereits darinnen steckten/ daß man sie kaum sehen konnte/) gestecket/ und mit meinem Stab/ so weit ich gekonnt/ solche tieffer hinab gedrucket/ aber gleich wohl keinen Grund spuͤren koͤn- nen/ so daß er freylich tieff genug ist. A. 1713. den 5. Sept. habe ich ihn wieder besehen/ weil aber die Stangen alle uͤberwachsen waren/ konte ich nicht weiter als biß in die Mitten hinein kommen: An diesem See gegen Osten nach Wunsiedel zu stehet ein ziemlicher Baum mit drey großen bald von unten an gleich drey Staͤmmen sich anfangenden Aesten/ zwischen welche man als in einem Seßel sich hineinsetzen kan/ an diese Aeste pflegen die hieher Reisende ihre Nah- Beschreibung des Fichtelbergs. Nahmen zu schneiden/ zu einem Wahrzeichen/ daß sie bey dem See gewesen. Ehrenermeldter Herr M. Groß/ welcher persoͤnlich Wie ihn Hr. M. Groß be- schreibe? auch unsern See besichtiget/ schreibet von ihme also: Es sey gar wohl zu vermuthen/ daß dieser weit-beruffene wundertieffe Fichtel- See zu der Zeit/ da Herr Brusch seine Beschreibung gemachet/ nehmlich 1542. weit anders als jetzo sey beschaffen gewesen; Daher er ( Hr. Groß ) denselben/ wie er den 28. Jul. 1702. von ihm und eini- gen bey ihm gewesenen Jnwohnern zu Bischoffgruͤn/ befunden worden/ auffrichtig beschreiben wolle. Es sind anderthalb Stun- den gar wohl zuzubringen/ biß man von Bischoffgruͤn an denje- nigen Platz/ der insgemein die See-Lohe genennet wird/ gelangen kan. Es liegt derselbe ziemlich hoch/ wegen der Hoͤhe der Bischoff- gruͤnen Gegend in einem von dem Fichtelbergischen Kleeblat der drey Berge (nehmlich des Ochsenkopffes/ Schneebergs/ und Mit- tel-Felßens) gemachtem Thal auff hohem Lande/ und kan nirgends- wo in der Ferne/ als auf einem Felßen des Schneeberges/ der Ha- berstein genannt/ fuͤglichen gesehen werden: ist ehedessen gleich ei- nem andern See und Weyher offen gewesen/ deßen sich noch etliche erlebte Leute sowohl in Bischoffgruͤn/ als auch in der Naͤhe hier- umb wohl zu entsinnen wissen; wurde derowegen vielmahl sowohl mit zusammen gebundenen Stangen/ als auch mit eingeworffenen Bley-Schnuͤren gemeßen/ und konte oͤffters/ wo man recht hat beykommen koͤnnen/ (damit relata desto behutsamer wieder vermel- 300. Claff- ter/ so aber kaum glaublich/ ist Herr M. Grossen ge- sagt wordē. det werden/) auf 30. biß 40. Claffter nicht ergruͤndet werden/ wobey aber wohl vermercket worden/ daß sich die ungemeine Tieffein krum- me Stein-Kluͤffte hinunter gezogen/ also daß deßwegen die An- wohner ihn gar gewoͤhnlich den unergruͤndlichen See genennet ha- ben. Daß dieser See aber von Hrn. Bruschen als Fischreich be- schrieben wird/ moͤchte vielleicht mehr von denen aus ihm ablauf- fenden Fluͤßen/ als vom See selbsten zu verstehen seyn/ indem jene zwar Fischreich/ in diesem aber wenig Fische gefangen/ aber von de- nen alten Forst-Leuten wilde Endten und anders wildes Feder- Viehe darauf solle geschoßen worden seyn. Und nunmehro ist er durchgehends zugewachsen/ und mit einem von Mooß/ und Binsen- Stoͤcken zusammen-gefuͤllten Wasen uͤberzogen/ so gar/ daß jemand B 3 unter Beschreibung des Fichtelbergs. unter denen/ so ihn/ Hrn. M. Großen begleitet/ nach abgelegten Kleidern mit einer Stange uͤber den gantzen See zu gehen/ sich hat wagen duͤrffen. Mitten auf dem See konte die Stange/ so un- gefehr 3. oder 4. Claffter lang gewesen/ ohne sonderbahre Muͤhe durch den Moßigten Wasen hinein gestossen werden/ daß also an dessen grosser Tieffe durchaus nicht zu zweiffeln war. Jn der Cir- cumferenz oder Umbschweiff/ so weit er bloß und mit Baͤumen nicht bewachsen stehet/ ist er auf 154. Schritte abgemeßen/ und der War- heit gantz gemaͤß befunden worden/ daß man in Sommers-Zeit/ ab- sonderlich bey lang anhaltendem Regen-Wetter/ ohne grosse Be- schwerligkeit von Sumpffs wegen/ dahin nicht leichtlich kommen kan. Doch lassen dessen starcke Qvellen 2. Fluͤße gleich von ihm ausge- hen/ den weißen Mayn nach Bischoffgruͤn/ die Naabe nach dem neuen Bau in die Pfaltz: Davon dieser letzte vor ungefehr 50. Jahren/ die an diesem Fichtelberg in dem Pfaͤltzsischen erbauete ho- he Oefen mit sattsamen Wasser zu versehen/ durch einen tieffen Graben gleich einem andern See gefuͤhrten Stollen ist verstaͤrcket worden. Hier ist zwar Wunderns wuͤrdig 1) die ziemlich hohe Situation dieses tieffen Sees: jedennoch aber ist er vor andern dar- innen wunderlich/ daß man an solchem kein Wasser siehet/ und doch die Schuhe voll Wasser schoͤpffet/ so bald man nur einen Tritt hin- ein thut; 2) daß man keinen Abfluß erblicket/ und doch das Wasser mit einem lieblichen Geraͤusch abfließen hoͤret/ daß es also ein See ist/ und doch vor keinen See will angesehen werden. So sehr will die Natur ihre Wunder an diesem wundersamen See/ gleichsam un- ter einer Decke verborgen halten. Biß hieher belobter Hr. M. Groß. See ist eine Gꝛentze zwi- sche Pfalz und Bran- denburgl. Culmbach. Wann die Grentz- Steine ge- legt wordẽ/ und durch Dieser See ist eine Graͤntze zwischen Jhro Chur Fuͤrstl. Durchl. zu Pfalz-Baͤyern und Jhro Hoch Fuͤrstl. Durchl. zu Vrandenburg Culmbach Landen/ zwischen welchen Hohen Potentat en es ehedeßen der Grentze wegen immer einige Zwistigkeiten gegeben/ welche doch endlich 1535. seynd beygeleget worden/ indem dazumahl von diesem See an biß gen Waltershoff/ ein Marck Jhr Gnaden dem Herrn Prælat en von Waldsachßen Cistertien ser-Ordens zustaͤn- dig/ bey 40. Graͤntz-Steine seynd gesetzt worden/ deren eine Sei- te mit dem Pfalz Graͤvischen/ die andere aber mit dem Marggraͤvi- schen Beschreibung des Fichtelbergs. schen Wappen bezeichnet wurde. Welches durch Anlaß und welche Ver- mittelung? Vermittelung Jhro Fuͤrstl. Gnaden Herrn Christophs von Sta- dian/ Bischoffs zu Augspurg/ eines gelehrten und frommen Fuͤrsten/ und dann Herrn Hausens von Egloffetein/ Abtens im Closter Speinsart in der obern Pfalz eines Fried- und Einigkeit-lieben- der Cavalli ers/ der viel Hader und Streit zwischen manchem Fuͤrsten beygelegt/ und nicht nur einem Krieg in Teutschland unter- kommen/ geschehen ist/ wie solches alles ausfuͤhrlich Herr Brusch in seiner Beschreibung des Fichtelbergs im 8. und 9. Blat beschrei - bet. Bey diesem Vertrag waren Pfaͤlzischer Seiten zugegen/ Wer alles dabey ge- wesen? Herr Sebastian von Guh/ Hauptmann auf Waldeck/ Herr Wolf- gang Buͤllenreuter/ Pfalzgraͤfischer Rath/ Herr Sebastian von der Cappell/ Pfalzgraͤfischer Forsimeister: Von Jhro Hochfuͤrstl. Durchl. zu Brandenburg Herrn Georgen/ und Herrn Albrechts wegen/ (weil dazumahl dieser Fuͤrsten Land noch nicht getheilet war) Herr Wilibald von Wipschberg/ ein in Rechten hoch stu- dirt er Edelmann/ Hauptmann auf dem rauhen Culm/ Herr Heinrich von Delau Plechschmiedt genannt/ Marggraͤfischer Rath/ Herr Friederich Lehener/ und Martin Heerdegen/ Marg- graͤfischer Forstmeister umb den Fichtelberg; besiehe Bruschen im angezogenen Ort. Gleichwie nun dorten im Paradieß ein Strohm ausgienge/ Die 4. Fluͤs- se des Para- dießes wo sie erklaͤret zu finden. so sich in vier goldreiche Haupt-Wasser austheilete/ nehmlich Pi- schon, Gichon, Chidekel, und Perath, (von deren wunder-vollen Erklaͤrung die Cabbali sten das Buch Sohar , Herr Franciscus Mer- curius von Helmont uͤber die vier ersten Cap. Genes. Julii Sper bers Isagoge; Jesu Immanuels Goͤttliche Liebes-Geschichte und derglei- Vergleichen sich wegen deꝛ Zahl und deß Goldes mit denen vier Fluͤssen des Fichtel- bergs. chen Geheimnuͤß-volle Schrifften zu lesen/) also entspringen auch in unserm Fichtelberg 4. goldreiche Wasser/ nehmlich der Mayn/ die Eger/ die Nabe/ und die Saale. Daß man aber sagen will/ alle vier besagte entspringen aus dem obgedachten wundertieffen See/ solches ist nicht; indeme allein der Mayn und die Nabe ihren Uhrsprung daraus nehmen; von diesen vier Fluͤßen Herr Be- tulius und Herr Groß also dichten: Welche Fluͤs- se aus dem See ent- springen? Arx Beschreibung des Fichtelbergs. Arx Nariscorum celso contermina cœlo, Pinifer undarum celerum Pater inclute Mœni, Egræ piscosæ, Nabi, Salæqve Potentis, \&c. Du veste Fichtenburg! biß Himmel anerbauet/ Wer ist so kuͤhn/ der dich zu stuͤrmen sich getranet/ Du Fluͤße Vater du/ Mayn/ Eger/ und die Nab/ Die Sal und andre mehr fließen von dir herab. Und wiederum: Vier Littern/ eine Sylb ein kleines Woͤrtlein bringen/ So doch vier Fluͤße seynd/ MENS, rathe/ sie entspringeny/ Aus unserm Fichtelberg: Mayn/ Eger/ Nab und Sal/ Die zeigen an der Stirn Wort/ Sylb/ und Littern Zahl. Dann das Wort MENS begreifft die Anfangs-Buchstaben der Nahmen eines jeden der vier Fluͤße in sich. Von diesen vier Fluͤs- sen singet Herr Bruschius nach der Relation des Herrn D. Pertschii also: Piniferi cum forte vagos ego solus ad amnes Errarem, patriæ ductus amore meæ, Moenus ubi Pater, \& cum Sala nobilis Egra, Et Nabus ex uno monte lacuque fluunt, Quatuor in partes abeuntia flumina mundi, Quorum Albis bibit \& Rhenus \& ister aquas. Wir wollen uns aber wieder zu denjenigen Fluͤssen wenden/ wel- che unmittelbahr aus unserm See selbsten entspringen; deren wir eigentlich gedachter massen zwey antreffen/ den Mayn nehmlich gegen Abend/ und die Nab gegen Mittag fliessend/ weil nun je- ner der staͤrckste und laͤngste Fluß unter allen ist/ und durch der tapffern Francken Land gehend/ sich mit dem Haupt- und sehr Schiffreichen Waßer in Teutschland dem Rhein vereiniget/ so Beschrei- bung des Mayns/ und zwar deß weißen. schiffen wir billich zuerst auf ihn von seinem Ursprung biß zu seiner Einstuͤrtzung in den Rhein fort. Der Mayn/ und zwar der weiße/ entspringet also aus dem hochgelegenen und tieffen Fichtel-See/ da er sich aus dem Mo- rast Beschreibung des Fichtelbergs. rast unter dem Mooß hervor begiebt/ und nach einer starcken vier- tel Stund in die grosse; Floͤß-Weyher lauffet/ welche bey dem Holtzfloͤßen im Fruͤhling gebraucht/ und von dem darein fliessenden weissen Baͤchlein/ die Weiß-Mayns-Weyher genennet werden. Daselbsten treibet er die vor etlichen Jahren in dem Wald dahin erbauete Schneid-Muͤhle/ und nachdem ihm etliche Fluͤßlein/ als das Weißen-Baͤchlein/ das mit Gold-Schlich vermengte Schi- merel-Baͤchlein/ das von Schneeberg herabstuͤrtzende Fischer-Baͤch- lein sind zugefloßen/ kommet er zwischen dem Ochsenkopff und Schneeberg herfuͤr/ nimmt den Froͤbers-Bach in sich/ treibet zu Bischoffsgruͤn den Froͤbers-Hammer/ die drey Bischoffgruͤner Schneide- und Mahl-Muͤhlen; und nachdem er sich bey der untern Muͤhle mit dem Luͤzel-Mayn vermischet/ lauffet er gegen Westen/ und kommet uͤber Bischoffgruͤn zu dem unlaͤngst erbaueten Kempf- ferischen doppelten hohen Ofen und Hammerwerck zu Roͤhrenhoff/ von hier gehet er auff die Goldmuͤhle an den Flecken Berneck/ allwo er sich mit der Oelßniz vereinigt/ und auf Lanzendorff zuflies- set/ allwo er zwischen Kießelhoff und Germiz die auf der andern Seiten deß Fichtelbergs zusammenfliessende Cronach in sich nimmt/ sodann an dem Closter Himmel-Cron seinen Lauff fortsetzet/ her- nach vereiniget er sich mit der Drebgast bey einem Dorff/ so wegen deß Flußes auch diesen Nahmen fuͤhret: Die Drebgast aber nimmet ihren Lauff aus dem Ochsenberg bey Bayreuth; Ferner nimmt er zu Kauerndorff die zu Foͤrstenreuth entspringende und mit dem Kupffer-Baͤchlein und der Steinach versiaͤrckte Sforgast in sich/ womit er endlich nacher Culmbach als die Haupt-Stadt des Burggraffthums Nuͤrmberg oberhalb Gebuͤrgs/ so die treffliche Vestung Blaßenburg auf einem Berg ob und neben sich liegend hat/ zuwandert; da er ferner zwischen den Weinbergen nach Mel- ckendorff forteilet/ und sich endlich bey dem Schloß Steinhausen in den Rothen Mayn stuͤrtzet. Der biß hieher beschriebene weisse Mayn nun fuͤhret/ wie Hr. M. Groß gar wohl muthmaßet/ seinen Bey-Nahmen von seinem ersten Zufluß dem obgedachten weissen Baͤchlein her; Auf diesem Fluß wird das Holtz nacher Culmbach und denen hiezwischen liegenden Orten gefloͤßet. Von dem Weissen C Mayn Beschreibung des Fichtelbergs. Mayn nun ist ein gemeines Sprichwort; Daß der Mayn sich hoch entsproßen/ lang genossen/ viel verfloßen. Des Rothen Mayns Be- schreibung. Von dem Rothen Mayn aber/ welcher durch die erste Haupt- und Hochfuͤrstl. Brandenburgische Residenz -Stadt Bayreuth fliesset/ schreibet Hr. M. Groß also: Daß er von dem rothen Let- ten oder Leimen seinen Zunahmen fuͤhren mag: er sey aber nicht nach etlicher Meynung derjenige Fluß/ welcher durch das Dorff Warmen Steinach fliesset/ und das viele Floͤß-Holtz uͤber Weiden- berg nach Bayreuth fuͤhret/ wie also auch der Heidelbergische Pro- sessor Jacobus Schopperus in seiner neuen Cosmographia und Historie Teutscher Nation davor gehalten/ und dessen Uhrsprung bey Gold- Cronach beschrieben hat/ maßen dieser Fluß nirgends anders als die Steinach genennet wird/ und ist eigentlich zweyerley/ einmahl die Warme Steinach/ welche aus dem hohen Fichtelberg entspringt/ und durch einen sehr steinichten Graben zu einem Pfaͤlzischen Doͤrff- lein die Obere Steinach genannt/ herab gehet/ und allererst in dem Dorff Warmen Steinach sich mit der in dem Geyersberg aus dem Graße Mann hervorfliessenden Kalten Steinach vermenget; Diese gehet von daraus nach Weidenberg/ und faͤllet allererst zu St. Jo- hannis in den Rothen Mayn. Aber der Rothe Mayn nimmet sei- nen Ursprung in der Simnel Buch/ einem verwildeten Hoff uͤber Hoͤrnleinsreuth/ unweit von Lindenhart/ und nachdem er die Stadt Creufen mit Fischen versehen/ nimmet er zu St. Johannis die Stei- nach an/ und hilfft ihre schwere Last des alljaͤhrlichen Floͤß-Holtzes in einer schoͤnen Auen gar nach Bayreuth in die Haupt- und Resi- denz -Stadt dieses Landes fuͤhren. Darnach gehet er in Beglei- tung des Mistel- und Sendelbachs durch Heinersreuth/ Ploß/ und Droßenfeld/ und lencket sich neben Langen-Stadt/ Goͤßers- und Weiß u. Ro- ther Mayn mit einan- der verei- nigt/ heiffen nun uͤber- haupt der Mayn. Katschenreuth hin zum Weissen Mayn/ mit welchem er sich bey ob- gemeldtem Steinenhausen conjungi rt. Biß dahin hat ein jeder gleiche Weite von seinem Ursprung ungefehr 5. Meilen/ sie haben fast gleiche Dienste geleistet/ und kommen also in gleichen Ehren zu- sammen/ derowegen beede auch ihre Zunahmen Weiß und Roth bey- seits legen/ und recht bruͤderlich mit einander verfahrend/ ein Mayn geheissen werden. Von dannen dieser vereinigte Mayn/ in 2. Meilen Beschreibung des Fichtelbergs. 2. Meilen nach Burgk und Stadt/ und eben so bald nach Lichtenfelß/ nachdem er zwischen diesen beeden Orten zuvor die beruͤhmte Rodach in sich gesoffen/ fliesset: Hierauf gelanget er in 1½ Meil auf Staf- felstein/ und wann er bey Guͤßbach die Coburgische Jtsche und Fraͤnckische Baunach angenommen/ ist er von dort an 4. Meilen zu Hallstadt/ da ihm auch der Leuͤtenbach und Ellern zufliessen. Bald darauf vermaͤhlet er sich erst kaum eine Stunde von Bamberg mit der edlen Nordgauerin der vortrefflichen Redniz/ welche schon zuvor durch herrliche Zufluͤße/ sonderlich durch die Pegniz/ Wisent/ und Aysch-Fluß bereits zu Forchheim Fischreich worden ist: und kommet hernach in 4½ Meilen nach Haßfurth/ von dannen errei- chet er in 3. Meilen die Reichs-Stadt Schweinfurth/ und gehet in 3. Meilen auf Volckach/ und in 3. Meilen auf Kizingen. 2. Mei- len hat er von daraus auf Ochsenfurth/ 3. Meilen auf die Bischoff- liche Residenz -Stadt Wuͤrzburg/ und 5. Meilen auf Gemuͤnd/ all- wo er 2. Fluͤße die Saal und Sinna genannt/ annimmet/ und in 2. Meilen nach Lohr kommet/ daselbst er auch ein Wasser gleiches Nahmens mit wegfuͤhret: 5. Meilen wandert er auf Wertheim/ und laͤsset allda die Tauber in sich fallen/ welche bey der freyen Reichs-Stadt Rotenburg ihren Ursprung nimmet/ von da an flies- set er in 3. Meilen auf Miltenberg/ und in 3. Meilen auf die Chur- Maynzische Winter- Residenz -Stadt Aschaffenburg. Hierauf be- willkommet ihn nach 5. Meilen die in der gantzen Welt beruͤhmte freye Reichs- und Kayserl. Wahl-Stadt Franckfurt am Mayn/ zuletzt aber empfaͤhet ihn nach 4. Meilen die Churfuͤrstl. Ertz-Bi- schoffliche Residenz -Stadt Mayntz/ welche zu seinem ewigen Eh- ren-Gedaͤchtnuͤß von ihm ihren Nahmen zu fuͤhren scheinet/ (wie solches auch von Hrn. M. Großen schon Gerhard Mercator und Jodo- cus Hondius in ihrem Atlante p. m. 284. observ iret/) woselbst er vom Mayn er- gießt sich in den Rhein/ nachdem er 60. Meilen Schlangen- weiß geflos- sen. Rhein/ als dem vortrefflichsten Strohm unsers Teutschlandes an- und aufgenommen wird/ nachdem er also von seinem Ursprung an nicht in gerader Linie/ sondern in seinem Circumflexo auf die ange- fuͤhrten Oerter 60. Meilen gereiset ist. Biß hieher belobter Hr. M. Groß/ womit auch die Erfahrung allerdings uͤbereinstimmet C 2 Solchem- Beschreibung des Fichtelbergs. Solchemnach nimmt der Mayn seinen Strich durch Franckenland/ biß er sich in den Rhein stuͤrtzet/ weßwegen auch Philippus Melanchthon in dieses Flußes Griechischem Nahmen einig Geheimnuͤß gesuchet/ weil durch dessen eintzele Buchstaben/ so die Griechen auch zugleich vor Zahlen gebrauchen/ die Zahl der 365. Tage des Jahrs heraus kommen/ wie folget: weswegen er die Francken zum Stern-sehen also ermahnet: Discite præcipuè solis motumque viasque Vos, quibus est Patrium Francicaterra solum, Namque dies totus quos traxerit ambitus anni, Fluvii vestri vox, bene vota, sonat. Jhr/ welche Francken-Land gezeuget und gebohren/ Solt auf der Sonnen-Lauff meist richten euren Sinn/ Dann wie viel Tage sie in einem Jahr verlohren/ Das stellet euer Fluß durch seinen Nahmen hin. Nunmehro wenden wir uns von dem nach Westen lauffenden Mayn lincker Hand herum gegen Mittag/ allwo wir dann die Suͤdwaͤrts-lauffende Naab/ so aus unserm Fichtel-See entsprin- get/ antreffen; Weil wir aber keine bessere/ und richtigere Be- schreibung machen koͤnnen/ als uns hierinnen Herr M. Groß schon vorgegangen/ so behalten wir solche billig/ und folgen seinen Der Naa- be Beschrei- bung. Worten auf dem Fuß folgender massen nach: Es finden sich un- terschiedliche Fluͤße/ die zwar endlich zusammen fliessen/ doch an- faͤnglich alle diesen Nahmen Nab vielleicht von hinabfallen fuͤhren/ und dahero zum Unterscheid jeglicher mit einem besondern Beynah- men bemercket wird: Dann ein anderer Fluß ist die Heyd-Nabe/ ein anderer die Wald-Nabe/ und nachmahls ist ein anderer Fluß Fichtelber- gische Wald Nabe. die Boͤhmische Wald-Nabe/ ein anderer die Fichtelbergische Wald- Nabe. Unter diesen halten wir billich die letztere darum vor die fuͤhrnehmste/ weil sie gleich dem Mayn ihren Ursprung auch aus dem Beschreibung des Fichtelbergs. dem tieffen Fichtel-See herfuͤhret/ und auf der andern Seiten durch einen tieffen Graben Mittagwerts oder gegen Suden ab- fliesset. Sie wird unweit von ihrem Ursprung alsobald von zwey großen See-Weyhern aufgefangen/ bekommet hernach ein Zufluͤß- lein/ so von dem Ochsen-Kopff herunter gehet/ und gelanget in einer Stunde zu dem Pfaͤlzischen Dorff Neuenbau/ allwo sie ihre Kraͤffte zum erstenmahl versuchet/ und daselbst schon eine Mahl- und Schneide-Muͤhle zu treiben vermag. Hierauf kommet sie in einer viertel Stunde zur GOttes Gab/ einem an dem Fichtelberg/ unlaͤngst erbaueten Pfaͤlzischen Flecken/ der insgemein nur der Ho- he Ofen genennt wird/ versiehet allda einen vortrefflichen hohen Ofen/ Eisen-Hammer/ Rohr-Schmiedt/ Brauhauß und Muͤhle/ bekommet zu Unterlind die Kraza/ welche Gold-Koͤrner fuͤhren soll/ und unter der Drathmuͤhle das Fuͤrtesbaͤchlein/ auch unter Gruͤnberg das Kohlbaͤchlein/ und gelanget also in anderthalb Meilen von ihrem Ursprung auf den alten Hoch-Adelich-Hirsch- bergischen Flecken Ebnath. Oberhalb des Fleckens vor dem Blech-Rohr- und Schleiff-Hammer/ gesellet sich die Kredniz zu ihr/ und unter dem Flecken verschlinget sie das Gold- und Schwar- tzen Baͤchlein/ wie auch zu Riegtsreuth den Gruͤmersbach/ dar- auf gehet die Wald-Nab in die so genannte Junge Pfalz/ be- kommet nahe an dem schoͤnen Edelsiz Gretschareuth nebst andern geringen Fluͤßlein die Sala/ und gelanget in zwey Meilen zu dem gemeinschafftlichen Neuburgischen und Sultzbachischen Berg- Staͤdlein Erben-Dorff. Hierunter ergreifft sie das Galgenbaͤch- lein/ vereiniget sich bey dem Ritter-Sitz Trautenberg mit dem Steinbach/ empfaͤhet zwischen Wundischen Eschenbach und Neu- haus/ 2. Pfaͤltzischen Maͤrcken/ wieder in 1½ Meilen die Boͤhmi- Boͤhmische Wald Nabe. sche Wald-Nabe/ welche aus dem Boͤhmischen Wald bey dem Doͤrfflein Nab herauskommet/ und durch unterschiedliche Fluͤßlein/ die der Boͤhmer Wald ausschwizet/ auch andere Zugaͤnge/ sich der- gestalt staͤrcket/ daß sie bey Neuhauß der Fichtelbergischen Wald-Na- be nicht viel zuvor laͤßet; Hernach trincket sie den Eschenbach/ erreichet die Gefuͤrstete Graffschafft Stern-Stein/ und ruͤcket in 1. Mei- le zur Hoch-Fuͤrstl. Residenz -Stadt Neustadt. Nachdem sie nun auf C 3 beeden Beschreibung des Fichtelbergs. beeden Seiten wieder ein paar Zufluͤßlein angenommen/ kommet sie in 1. Meile auf Weiden/ genuͤßet ober- und unter der Stadt wieder ein paar Baͤchlein/ und vereinbaret sich in 1. Meil an Wildenau Fichtelber- gische Heyd- Nabe. mit der Heyd-Nabe. Diese entspringet auch an dem Fichtelberg zur rechten Seiten des Sees aus der so genannten Naßen Heyde/ zwi- schen Warmen Steinach und Muͤhlmeußel/ staͤrcket sich bald durch den Zwerbach/ und unterschiedene andere Zufluͤsse/ gehet immer zur rechten Seiten auf das also von ihr benannte schoͤne Dorff Heyd- nabe/ so auch allezeit das alte Stamm-Hauß der Edlen von Heyd- nabe gewesen/ und nach dem sie sich mit der Tauriz vereinigt/ ge- langt sie auf Wirbens/ bekommet zu Reisig den schoͤnen Flerniz- Fluß/ und lencket sich hernach umb den rauen Culen/ vermenget sich hierauf mit der Floͤz/ und gleich darunter mit dem Letten- Bach/ kommet auf das Ritterguth Wolfframshoff/ von dannen auf den Chur-Pfaͤlzischen Marck Pressat/ erwaͤchset erst/ vermit- telst der zu Gemuͤnd ankommenden Creuͤßen zu einem rechtschaffe- nen Fluß: Gelanget hernach auf unterschiedliche Edel-Size/ und nachdem sie zuvor noch den Rotenbach/ nebst andern Fluͤssen verschlucket/ verschwestert sie sich alsdann zu Wildenau mit der Fichtelber- gische Wald- und Heyd- Nabe sambt der Boͤhmi- schen Wald- Nabe verei- nigt heissen uͤberhaupt die Nabe. erst beschriebenen Wald-Nabe. Diese nun vereinigte und fast Schiffreich erwachsene Nab erreichet in ihrem Fortgang den Marck Luhe/ allwo sie auch einen Zufluß gleiches Nahmens entpfaͤhet/ und stroͤhmet alsdann recht ansehnlich durch die Grafschafft Leuch- tenberg/ kommet in 1. Meile von Wildenau zum Flecken Wern- berg/ und empfaͤhet davor den Schnettenbach. Ferner gelan- get sie in 3. viertel Meilen zur Leuchtenbergischen Haupt-Stadt Pfreuͤnd/ empfaͤhet daselbst den vornehmen Fluß Pfreuͤnd/ von welchem die Stadt den Nahmen bekommen/ und kommet in 3. vier- tel Meilen auf die Chur-Pfaͤltzische Zirck-Stadt Nabburg. Nachdem sie nun allda ihres Nahmens Gedaͤchtnuͤß gestiefftet/ ver- einiget sie sich bey dem Marckt Schwarzfeld mit der Schwarzach/ einem aus dem Boͤhmer-Wald herkommenden vornehmen Fluß/ verschlinget in 1½ Meilen unter dem Neuburgischen Staͤdtlein Schwanendorff den Krumbach/ gelanget wieder in 1½ Meilen zu der schoͤnen und vesten Neuburgischen Stadt Burg-Langen- felst/ Beschreibung des Fichtelbergs. felst/ und empfaͤhet nebst vielen andern geringen Baͤchlein in 1½ Meilen bey dem Neuburgischen Marck Calmuͤnz die herrliche Vills; gehet von dannen in 1½ Meilen auf Pullenhoffen/ in eine Meil auf Alsberg zwey Neuburgische Flecken/ in ¾ Meilen auf Reichlingen/ allwo sie endlich eine gute halbe Meile oberhalb Re- Nabe eꝛgies- set sich in die Donau. genspurg sich in die vortreffliche Donau ergiesset/ nachdem sie al- so 18. und ¼ Meile von ihrem Ursprung im Umschweiff herumb- gewandert ist. Nun wollen wir uns gegen der nacher Osten flies- senden Eger wenden/ nachdem wir die unmittelbahr aus dem sehr tieffen und hochgelegenen Fichtel-See entspringende Fluͤße genug- sam betrachtet haben. Anno 1699. im Augusto habe ich solchen Fluß bey seinem Beschrei- bung der E- ger. Ursprung besehen/ und wahrgenommen/ daß Herr Brusch und nach ihm Herr Groß in der Beschreibung desselben/ gar richtig verfahren. Dann/ wie beede schreiben/ so entspringet er zwischen Ge- freeß und Bischoffgruͤn bey Heydles/ einem nach diesem letzten Ort gepfarrten Dorff/ aus einem Berg/ die Heyde genannt/ welche ein Stuͤck des Fichtelbergs ist; Dieser Bronnen liegt 3. viertel Stun- den von Bischoffgruͤn gegen Weissenstadt zu/ wann man die Heyde/ so ein gar hoher Berg ist/ uͤberstiegen hat. Dieser Fluß hat einen gar kleinen und geringen Urqvell/ so gleich umb die mitten deß Bergs entspringet/ welche Gegend der Kreßenbach oder Kreb- senbach genannt wird/ welchen Nahmen er eine 4tel Stunde lang biß zur Strassen behaͤlt/ hernach nennen ihn die Bauern zu Voitsumrach/ wann sie ihre Wiesen damit waͤssern/ die Eger/ von dannen er sich einer starcken 4tel Stunden lang zum Dorff Weißenheyde erstrecket. Es fliesset aber auch auf der rechten Seiten aus einer Lohe des Schneebergs/ das Butter-Faß genannt/ ein ander Fluͤßlein hervor/ welches aus unterschiedenen Bronnen zusammen rinnet/ lauffet gegen Schoͤnlind/ staͤrcket sich daselbsten mit einem andern Baͤchlein/ und treibet also gleich eine Muͤhle und hohen Offen/ vergesellschafftet sich aber zu Weissenhaͤyd mit dem aus dem Krebsenbach entsprungenen Fluß. Etliche von denen Anwohnern halten dafuͤr/ dieser letzte Fluß sey vor den rechten Ursprung der Eger zu halten/ welche auch eine da- bey Beschreibung des Fichtelbergs. bey gelegene Gegend die Eger-Leiten davon zu nennen pflegen: An- dere aber halten es mit unserm alten sel. Bruschen/ wobey Herr M. Groß gar wohl schluͤßet/ daß/ weil beede sehr nahe/ und kaum eine Stunde von einander entspringen/ auch gleich darauf in ein- ander fliessen/ und einen einigen Fluß machen/ so werde nicht viel daran gelegen seyn/ ob man nur eines von beeden Fluͤßlein vor die rechte Eger-Qvelle/ oder beede zugleich dafuͤr halte. Ob aber die Eger auch aus dem tieffen Fichtel-See entspringe/ kan man so schlecht weg nicht sagen/ indem dem Augenschein nach vielmehr das Wiederspiel erscheinet/ weil beede Gegenden wohl eine Stunde weit/ und zwar auf gantz besondern Bergen von einander liegen. Wann aber dannoch der Fichtel-See noch hoͤher als der Ursprung dieser Qvellen lieget/ und dabey erwogen wird/ daß so tieff die Was- ser fallen/ selbe auch wieder so hoch zu steigen pflegen/ wann sie ein- gefangen sind/ und nicht austreten koͤnnen/ ungeachtet sie offt sehr weit geleitet werden/ als meinet Herr M. Groß/ man koͤnte doch wohl auf die Gedancken gerathen/ es moͤchte vielleicht von dem tief- fen See eine Ader durch die Erde hinuͤber streichen/ und an bemeld- ten Orten wieder heraus qvellen/ welches ich aber als eine ungewisse Muthmassung mit ihm dahin gestellet seyn lasse; genug ist es/ daß die Eger nebst denen andern dreyen Haupt-Fluͤßen aus/ in/ und an dem Fichtelberg/ und zwar alle in Jhro Hochfuͤrstl. Durchl. zu Brandenburg Culmbach Gebiethe entspringen. Nachdem nun also die Eger von 2. Qvellen und einigen kleinen Baͤchlein schon ziemlich angewachsen/ nimmet sie ihren Lauff gegen Osten nach Boͤheim zu/ und kommet besagter maßen von Voigt-Sumrach und der Weißen Heyde/ 2. Marggraͤfischen Doͤrffern/ nechst unter der Land-Straßen durch die erste nur von einem Bogen geschlossene steinerne Bruͤcken/ die wegen des sehr hoch erhobenen Landes vor Die hoͤch- ste Bruͤcke in Teutschland die hoͤchste in gantz Teutschland insgemein ausgeschriehen ist/ und ziehet alsdann mitten durch den grossen Weissenstaͤdter Herrschafft- lichen See eine Meile von ihrem Ursprung an Weisenstadt/ ei- nem Staͤdtlein Hochfuͤrstl. Brandenburgl. Culmbachischer Herr- schafft: Dieser Weyher wird mehrentheils von der Eger angefuͤllet/ und ist nebst dem grossen Brandenburger Weyher zu Bayreuth/ einer Beschreibung des Fichtelbergs. einer von denen beruͤhmtesten dieses Burggrafthums oberhalb Gebuͤrgs/ reichet biß uͤber die Stadt hin/ und haͤlt in die 300. Tag- werck Landes in sich/ wird mit mehr dann 100. Schock Fischen be- setzet/ und wegen der wohlgeschmacken Fische sehr geruͤhmet: Jn dessen Damm wegen des sandigen Bodens mehr Holtz/ als in die Stadt selbst solle verbauet seyn. Merckwuͤrdig ist es/ daß in diesem Weyher miteinander kein Jn Weißen- staͤdter See giebt es kei- ne Froͤsche. Frosch bleiben kan/ weswegen dann auch das gantze Jahr keiner darinnen gehoͤret/ noch gespuͤret wird/ wovon die Weißenstaͤdter insgemein diese Ursach zu geben pflegen/ daß einsmahls (vielleicht noch vor der Reformation Lutheri ) der Pfarrer allda/ durch das heßliche Geschrey dieser Wasser-Thiere/ bey nahe in der Predigt waͤre irre gemachet/ und dahero zum Eiffer bewogen worden/ diese Thiere zu verfluchen/ welches dann solchen Effect gethan/ daß sie al- le gleich stille worden und gestorben. Etliche geben vor/ sie waͤren durch einen Landstreicher verbannet worden/ mit welchem die Jn- wohner und der Pfarrer umb eine gewisse Summa Geldes tract iret. Theils geben vor/ diese Verbannung sey durch Worte/ andere/ sie sey durch ein Bild/ und wieder andere/ sie waͤre durch natuͤrliche Mittel geschehen. Das weiß ich wohl/ daß so man Hollwurtz oder Froͤsche zu vertreiben. Aristolochiam rotundam in ein Wasser wirfft/ kein Frosch darinnen bleiben solle/ sondern entweder fliehen oder sterben muͤsse/ weil aber die gestossene Hollwurtz mit lebendigem Kalch vermengt/ und in das Wasser geworffen/ auch die Fische toͤdtet/ so zweiffele ich/ ob die Holl- wurtz hiezu gebraucht worden. Sonsten soll auch dieses gewiß seyn/ daß/ wann man den Magen unausgeputzt/ also mit allem Un- flat von einem verschnittenen Hammel nicht so gar tieff unter die Er- de vergraͤbt/ sich alle daherum befindliche Froͤsche dazu versammlen/ daß man sie entweder nach Gefallen auf einem Hauffen todt schla- gen koͤnne/ oder sie sonsten verderben muͤssen: Gleiche Wuͤrckung sollen auch Ziegen-Gallen in einem kuͤpffernen Gefaͤß nicht so gar tieff unter die Erden vergraben/ thun/ daß sich die Froͤsche dazu ver- sammlen muͤssen/ wie Henricus Cornelius Agrippa in Occult. Philos. L. 1. C. 20. lehret. Etliche geben denen gar zu starck schlagenden Wel- len dieses grossen Sees die Schuld/ deren Gewalt die Froͤsche nicht D ver- Beschreibung des Fichtelbergs. vertragen koͤnten. Jhm sey nun endlich/ wie ihm wolle/ so ist es doch gewiß/ daß sobald man nur einen Frosch in diesen See wirfft/ der- selbe also bald heraus eilet/ und so man dieses oͤffters thut/ muß er endlich entkraͤfftet werden und sterben. Ja es ist auch gewiß/ daß wann man vom Schlamm oder Erden aus diesem See einen Cent- ner schwer in ein anders Froschreiches Wasser wirfft/ in kurtzem sich alle Froͤsche verlieren/ oder crepir en muͤssen. Aus diesem See stuͤrtzet sich nun die Eger vor dem neuem Thor durch eine steinerne Bruͤcke wieder heraus/ treibet die Schnei- de- und Mahl-Muͤhlen/ nimmet bey Francken den Birckenbach/ so am Schneeberg entspringet/ und durch den Maͤjenhoff-Weyher am Roͤhrholtz hinlauffet/ an sich/ von dannen gehet sie eine kleine Meile nach Roͤßlau/ einem Dorff/ welches sie durch ihren Fluß in 2. Theile entscheidet/ als in Unter-Roͤßlau/ so Jhro Hoch-Fuͤrstl. Durchl. zu Bayreuth/ und Ober-Roͤßlau/ so dermahlen dem Hoch- Adel. Hause von Waldenfelß unterthaͤnig ist. Von dannen gehet sie auf Neudorff/ allwo die Loͤsten/ ein schoͤner Bach/ so von Reichers- gruͤn herab kommet/ in sie lauffet/ endlich gelanget sie in 1. Meilen mit einem ziemlich reichen Strohm durch lustige Gruͤnde nacher dem Brandenburg-Culmbachischen Flecken Marckleiten/ unter die Hauptmannschafft Wunsidel gehoͤrig: allwo eine steinerne Bruͤ- cken mit 3. Schwibboͤgen daruͤber geschlossen ist. Dann treibet sie 3. schoͤne Hammerwercke/ bey deren jeden sie mit besondern Fluͤßen verstaͤrcket wird/ nehmlich oberhalb dem Kaysershammer/ mit der Stein-Selbe/ zwischen diesem und dem Schwartzhammer mit dem Tangelsbach/ welcher bey dem Dorff Braunersgruͤn aus ei- nem ziemlich grossen Weyher entspringet/ da er durch den Obern und Untern Taͤnger Weyher lauffet/ und fuͤr das vest gewesene Marggraͤfische Schloß Thierstein vorbey fliesset/ biß er sich endlich besagter maßen in die Eger ergiesset/ und dann bey dem Hendel- hammer mit der Selb/ welche durch Selb/ einem beruͤhmten Marggraͤfischen Flecken am Selber Wald gelegen/ herab fliesset/ vereiniget/ dazu setzet Herr Brusch noch den im Selber Wald ent- springenden Lottersbach/ und den Rottersbach/ welcher die Marg- graͤfische und Adel. Jedwizische Waͤlder und Herrschafften scheidet; Hernach Beschreibung des Fichtelbergs. Hernach gelanget die Eger in 2½ Meilen zu dem vesten Graͤntz-Hau- se Hohenberg/ welches das Burggrafthum Nuͤrmberg oberhalb Gebuͤrgs vom Eger-Laͤndlein und Boͤhmen scheidet. Bruschius nennet es Hohen Wirckheim/ und beschreibet es/ als ein herrlich und fast weitlaͤufftiges Schloß derer Herren Marg- grafen von Brandenburg/ so in der alten Nariscen Land liege/ꝛc. bey welchem Berg-Schloß der Graßbach/ so oben vom Lobenstein einem maͤchtigen Schloß derer von Zedwiz herein faͤllet/ sich mit der Eger vereiniget/ worauf sie zwischen Fischern und Marckhau- sen den von sehr vielen Zufluͤßen ziemlich grossen Roͤßlau-Fluß/ so oberhalb Vordorff/ oder Farendorff aus der Hohen Fahrenleuten oder vielmehr nach der Anwohner Aussage aus dem daran stossen- den Rußler entspringet/ in sich fasset; Nachdem sie nun durch die schoͤne helle Roͤßlau bereits Schiffreich worden/ ergiesset sich auch bey denen herrlichen Doͤrffern Marckenhausen und Milbach im E- gerischen Gebieth in sie der Buchbach/ so aus dem Buch-Bron- nen entspringt und die Marggraͤfischen und Egerischen Herrschaff- ten zwischen dem Buch- und Kohl-Wald scheidet/ hernach laͤsset sie auf der rechten Seiten das Guth Libeneck liegen/ gehet Zeltendorff und Stein aufder andern Seiten vorbey/ treibet die Egerische Pa- pier-Muͤhl/ und erreichet endlich in 1½ Meilen von Hohenberg die vortreffliche Stadt Eger/ so an der rechten Seiten des Strohms/ und nunmehro der Schluͤßel des Koͤnigreich Boͤhmens gegen Nor- gau ist. Recht gegen dem Schloß uͤber/ schreibet Herr Brusch/ empfah die Eger den schoͤnen Bach Prignitz/ der aus einem grossen und dicken Wald/ Culm und Dechler genannt/ Egerischer Herr- schafft/ herab fleußt. Jn gemeldtem Holtz liegt die St. Annen- Kirche. Unter der Stadt liegen am Eger-Strohm St. Jobst eine schoͤne und alte Kirche/ an der rechten Seiten des Flußes in einem schoͤnen und lustigen Feld/ einen Buͤchsen-Schuß weit von der Stadt: Jngleichen Reichendorff/ ein Dorff und Schloͤßlein/ denen Herren in Eger zustaͤndig. Bald hernach verschlingt sie zu Thirs- niz/ oder wie Hr. Brusch schreibet zu Huͤnersdorff/ einem Egeri- schen Doͤrfflein/ die Schletta oder Schleittach/ einen schoͤnen Bach/ so von Seeburg/ einem herrlichen Schloß Egerischen Gebieths/ D 2 herab- Beschreibung des Fichtelbergs. herabrinnet/ zwischen Cornau und Culsam/ oder wie unser Brusch saget/ unter Woga einem Dorff und Schloß der Edelleute von Neuburg/ ergiesset sich das schoͤne und mit etlichen Fluͤßen vermehr- te Baͤchlein Wondera in die Eger/ worauff sich diese hernach recht voͤllig in das Koͤnigreich Boͤhmen begiebt. Bey Woga ist ein Sauer-Bronnen/ den die Bauern daselbst zu ihrem ordentlichen Tisch-Trunck haben/ wie ich An. 1699. Mens. Julii erfahren/ wie dann viel dergleichen Bronnen/ worunter sonderlich der beruͤhmte Sauerbronnen bey Eger/ nicht weniger hart an der Qvelle des Carls-Bades einer/ den ich zugleich in jetzt-besagtem Jahr und Mo- nath gekostet/ so alle von Schwefflichtem und Victrioli schem Erdreich herkommen/ in Boͤhmen uͤberfluͤßig anzutreffen/ wovon die aller- meisten gegen der Pfaͤlzischen Seiten seynd. Der beruͤhmte Geo- graphus Petrus du Val zeiget vom Koͤnigreich Boͤhmen/ daß es seines Lagers halber billich unter die hoͤchsten Laͤnder Europen s zu zehlen sey/ weil es sein eigenes Wasser trincket/ und ausser dem aus dem Fichtelberg entspringenden Eger-Strohm kein einiger Fluß in das Land einfließe/ viele aber darinnen entspringen und davon abfliessen: Hiemit wird wahrhafftig die hoͤhere und oͤffters biß uͤber die Wolcken steigende Hoͤhe unsers Fichtelbergs (wovon ich nebst andern curieu sen und gelehrten Leuten nicht nur einmahl ein au- genscheinlicher Zeuge worden) und dessen herumliegenden Gegend ohne alle Ausnahme bewiesen/ zumahlen da der Augenschein giebt/ daß die Eger immer Berg ab biß in die Elbe fliesset. Von Eger lauffet sie 2. Meilen Koͤnigsberg einem Staͤdtlein und Schloß auf einem Berg gelegen/ rechter Hand vorbey. Jn dieser Gegend jenseit der Eger eine halbe Meil liegt auf einem fast hohen Berg eine schoͤne Wallfahrt mit 2. hohen Thuͤrmen/ Maria Culm ge- nannt/ 2. kleine Meilen von Eger. Von diesem Berg fallen auch viel schoͤner Bronnen und Baͤchlein herab/ so den Eger-Strohm vermehren/ wie dann dieses Laͤndlein von der Stadt Eger an biß unter Schlackenwerth ein sehr schoͤner und lustiger Ort Landes von hohem Gebuͤrg/ holdselig/ schoͤnen Thaͤlern und Waͤldern/ unzaͤhligen/ nicht allein suͤßen/ sondern auch Sauerbronnen und Baͤchlein ist. Von Koͤnigsberg laufft die Eger an das Guth Pochlo- Beschreibung des Fichtelbergs. Pochlowiz hin/ nimmet die Lieben und Leibitsch an sich/ wovon jene von Arlesgruͤn/ diese aber vom Marck Schoͤnbach her- ab faͤllet/ kommet endlich uͤber Faͤlckenau/ einem schoͤnen Staͤdtlein und Schloß/ (so Graff Niclaus von Schlick A. 1480. zu bauen angefangen und jezt Jhro Hoch-Graͤffliche Excellenz von Nostiz besizen) an der rechten Seiten deß Flußes/ auf einem gar fruchtbaren Grund und Getraidreichen Boden gelegen/ wo abermahls eine steinerne Bruͤcke mit 3. Pfeilern uͤber die Eger geschlagen/ und der Strohm Zwota aus der Kuttenheit/ und der aus dem Boͤhmischen/ und der Stadt Falckenau nahe gele- genen Gebuͤrge entspringender Fluß Lobsa sie verstaͤrcket/ dem Dorff Koͤnigswerth vorbey in 1. Meilen nacher Ellenbogen/ welches eine kleine Stadt/ aber sehr vestes Berg-Schloß nur von einem Thor ist/ so nach Eger dem Koͤnigreich Boͤhmen/ zumahlen da- selbst ein enger Paß nach dem Carlsbade zugehet/ vor einen Haupt- Schluͤßel dienet; von dessen Erbauung/ Auf- und Abnahm/ ver- schiedenen Abwechselungen der Herrschafften/ und andern Bege- benheiten Bruschius weitlaͤufftig zu lesen/ dann weilen dieser Ort schon etwas zu weit von unserm Fichtelberg entlegen/ achten wir es außer dem Circul zu seyn/ von ihm weitlaͤufftig allhier zu han- deln/ weswegen wir es auf den andern Theil sparen/ hier aber uns der Kuͤrtze befleißigen/ und mit unserm Eger-Strohm wei- ter segeln wollen. Nachdem die Eger das veste Staͤdtlein und Berg-Schloß Ellenbogen/ so auf einem hohen und jehen Felsen liegt/ mit einem tieffen Graben ringsweise umflossen/ und außer- halb der Stadt/ den Schlacken Waldenbach/ (so von Schoͤnfeld und Schlacken Wald/ zwey beruͤhmten Berg-Staͤdten mit gros- ser Gewalt herabfaͤllet/ und aus dem Boͤhmischen Gebuͤrg nicht weit von dem Schloß und Marck Koͤnigswerth entspringet/) in sich genommen/ streichet sie an Teschwiz/ lauffet fuͤr das Schloͤß- lein Eich/ welches die Buͤrger von Ellenbogen einmahl gewon- nen haben; Jn dieser gantzen Gegend seynd hin und wieder viel hoher grosser Berge/ und hebt auch das Boͤhmische Gebuͤrge recht an diesem Ort an. Dann kommet sie ferner in einer Meil von Ellen- bogen nach dem beruͤhmten warmen Carlsbad/ hernach begiebt sie D 3 sich Beschreibung des Fichtelbergs. sich nach der etwas weit unter dem Dorff Eich empfangenen/ und durch das warme Bad lauffenden Doͤpel/ wie auch der von Neuͤ- deck herab- und bey Fischern in sich fluͤssenden Rolau/ neben Zed- liz/ allwo sie eine Meile hernach auch den großen von Lichtenstadt auf Schlackenwerd fließenden Bach Wisteriz in sich fasset/ uͤber Egerwerth/ Radisfurth/ (bey welchem Dorff eine hoͤlzerne be- deckte und fast herrliche Bruͤcke uͤber die Eger geschlossen/ so/ wie Brusch schreibet/ uͤber 800. Guͤlden zu bauen gekostet) worunter an der Eger unsehliche hohe Berge und Stein-Klippen liegen/ auf deren einem das Schloß und Kloster Neuschoͤnberg sich be- findet/ und der Boͤhmischen Stadt und Schloß Cada in 7. Meilen nach Saz/ weiter uͤber Wastelberg in 2. Meilen nacher Laums oder Laum/ und endlich neben Pateck/ Liboschowiz und Doxon in 3. Meilen an die von Boͤhmischen guten Wein-Wachs beruͤhm- te Stadt/ Leutmeriz 6. Meilen von Prag/ allwo sie nach einem genommenen Umbschweiff von ein oder 22. Meilen sich in die Welt-beruffene Elbe stuͤrzet/ welche in dem Gebuͤrge/ so Schle- sien und Boͤhmen scheidet/ bey Wysakoy oder den Teuffels-Grund aus 11. Bronnen/ daher sie den Nahmen haben soll/ entsprin- get/ durch Boͤhmen/ Meißen/ und Sachsen/ nachmahls unter Hamburg in die See oder Meer gegen Mitternacht gelegen/ gantz Schiff-reich laͤuffet. Solchemnach ist unsere Eger gelauf- fen von ihrem Uhrsprung biß Weißenstadt eine Meil/ von hier nach Eger 4. Meilen/ von da nach Koͤnigsberg 2. Meilen/ von dor- ten nach Falckenau ¼ Meil/ alsdann biß Ellenbogen 1. Meil/ weiter biß Rodisfort 2. Meilen/ dann nach Cada 4. Meilen/ fer- ner nach Saz 2. Meilen/ gen Laun 2. Meilen/ nach Leutmeriz in die Elbe 3. Meilen. Summa 21. Meilen. Roͤßlau- Fluß. Ehe wir zur Saale uns verfuͤgen/ muͤssen wir mit noch we- nigem auch die Roͤßlau/ wovon die Eger guten theils verstaͤr- cket wird/ beschreiben. Die Roͤßlau ist ein schoͤnes/ helles/ und Fischreiches Wasser/ entspringet aus einem hohen Gebuͤrg des Fichtelbergs/ die hohe Farmleuten genannt/ wovon ein starckes Baͤchlein herab faͤllet/ welches ein Theil der Roͤßlau ausmachet/ (weil aber solcher Fluß aus verschiedenen Baͤchlein/ so aus ei- nem Beschreibung des Fichtelbergs. nem Gehaͤng oder abhangenden Ort gleich an dem Schneeberg han- gend/ und die Rußel oder der Rußler genannt wird/ zusammen fliessen/ halten die Vordoͤrffer Bauern dafuͤr/ die Roͤßlau fuͤhre vielmehr den Nahmen von diesem aus besagter Rußel oder Ruß- ler fliessenden Baͤchlein/ als von jenem aus der hohen Fahrenleu- ten herabschießenden Fluͤßlein/) uͤber Vordorff oder Farrendorff Marggraͤvischen Gebiethes 2½ ungefehr von Wunsiedel lauffet an Vordorff und Leipoldsdorff hin/ dienet denen Jnnwohnern zu Wunsidel zu ihrer Holz-Floͤße/ trincket in sich den Zweiffer- bach/ so von dem Plattenberg hereinfaͤllet/ ingleichen den Schnel- lenbach/ so zwischen dem Schiffer-Stein und Plattenberg ent- springet/ lauffet von dannen auf das Dorff Droͤßda/ laͤßet her- nach rechter Hand Groͤtschereuth/ und nachdem sie am Furtham- mer vorbey fliesset/ lincker Hand das nach Wunsidel gehoͤrige Filial Schoͤnbronnen auf einem Berg liegen. Bey Troͤsta und dem Furthammer war vor kurzen Jahren ein Zinn-Seiffen- Werck/ so ein feines Zinn/ das dem Englischen nicht wieche/ und gediegene Gold-Koͤrnlein gegeben/ ich weiß aber nicht/ durch was vor eine Fatalit aͤt beede Wercker liegen geblieben/ ohne daß sich das Metall solte abgeschnitten haben. Endlich lauffet dieser Fluß rechter Hand an der 4ten Brandenburgischen Haupt-Stadt des Burggraffthums Nuͤrmberg oberhalb Gebuͤrgs/ Wunsidel vor- bey/ allwo er ober und unter der Stadt unterschiedliche Muͤh- len treibet. Wobey merckwuͤrdig ist/ daß die Roͤßla zwischen dem obern und untern Thor zu Wunsidel vermittelst eines aus ihr geleiteten Muͤhl-Grabens creutzet mit dem an dem Schoͤn- bronnerberg herabfliessenden Kriegels- oder Krugelsbach/ und doch sich mit demselben/ wo sie beede mit einander creutzen/ nicht ver- mischet; welches etliche als ein Wahrzeichen von denen/ die da vor- geben/ in Wunsidel gewesen zu seyn/ fordern. Es fliesset nehmlich der Krugelsbach in den Wunsidler Stadt-Weyher/ und von dar aus laͤngst der Stadt-Mauer abwarts/ woruͤber Mannshoch der Muͤller eine Wasserleitung von Holtz zu seinem Muͤhl-Graben ge- machet/ und die Roͤßla darein geleitet/ so daß besagter Bach unter der Roͤßla qveer durchlauffet/ ohne einander zu beruͤhren/ biß sie end- lich Beschreibung des Fichtelbergs. lich doch unter denen Hirten-Haͤusern sich miteinander paaren. Uber dem untern Thor gegen den Catharinenberg/ gleich an dessen Wur- tzel/ hat die Roͤßlau sonst ihren ordentlichen Lauff unter einer steiner- nen Bruͤcken von 3. Schwibboͤgen/ dergleichen wieder eine von eben so viel Schwibboͤgen ein wenig oberhalb gleich der Stadt Huͤrten- Haͤuser/ von neuem gebauet worden/ weiln aber die Loͤffel- und Muͤntz-Muͤhlen das Wasser durch ihre Graͤben ableiten/ so lauffet sie nur/ wann das Wasser hoch angelauffen/ durch. Unter Wunsidel fliesset sie an Delau und Lorenzenreuth vor- bey/ welche Doͤrffer zum theil nach Eger zinßen/ aber unter Marg- graͤfischen Schutz stehen/ und daher Schutzverwandte genennet wer- den. Bey Lorenzreuth hat man sich zu erinnern/ daß die alte Teut- sche gemeiniglich die Oerter haben Reuth genennet/ da viel Holtz und Wald gestanden/ so sie ausgereutet/ und dagegen Doͤrffer/ Fle- cken/ und Staͤdte daselbst angelegt haben/ welches an unserm Fich- telberg augenscheinlich zu sehen/ indem hierum viel Doͤrffer und Oerter seynd/ die wegen der daselbst ausgereuteten Waͤlder also ge- nennet werden/ z.E. Bayreuth die Hochfuͤrstl. Residenz -Stadt am Mayn gelegen/ ungefehr 3. Meilen vom Fichtelberg/ hat den Nah- men von zwey Waͤldern/ die vor Erbauung der Stadt daselbst ab- gehauen/ abgebrennet/ und ausgereuthet worden; wie Bruschius schreibet. Dahero haben auch den Nahmen Riegelsreuth/ Frauenreuth/ Polenreuth/ Poppenreuth/ Weimersreuth/ Hamerreuth/ Pergners- reuth/ Siegersreuth/ Goͤringsreuth/ Groͤtschereuth/ Hauerreuth/ Pfaffenreuth/ und viele dergleichen mehr. Die meisten Doͤrffer umb und an dem Fichtelberg endigen sich auf ein reuth/ bronn/ bach und gruͤn: nehmlich wegen der vielen Reuthen/ Bronnen/ Baͤche und gruͤnen Gruͤnden/ wo sie angeleget worden. Unter Lorenz- reuth faͤllet in die Roͤßlau der Goldbach/ welcher durch den Geiß- berg und derselben getriebenen Stollen fast Wasserreich faͤllet: Weiter lauffet die Roͤßlau von Seußen einem Dorff/ unter welchem sie abermahlen zwey schoͤne Baͤchlein in sich nimmet/ deren einer heis- set die Coͤßein/ so aus einem Gebuͤrg gleiches Nahmens entsprin- get/ wovon unten weiter; die andere ist der Trebniz/ lauffen beede fuͤr Beschreibung des Fichtelbergs. fuͤr Redwiz/ einem schoͤnen mit einer Ring-Mauer umbschlossenen Marck derer Herren von Eger/ welcher wegen seiner Jahrmaͤrcke oder sogenannten Kirchweyhen gar beruͤhmt ist/ so/ daß Pfaͤlzer/ E- geraner/ Boͤhmer/ Marggraͤfische/ Voigtlaͤnder und Thuͤringer/ solche haͤuffig besuchen; Er liegt bey 5. Stunden von Eger. Von Seuͤßen laufft die Roͤßlau weiter auf Arzberg/ einen Marggraͤfi- schen Flecken/ darinnen eine veste und mit einer hohen starcken Mauer bewahrte Kirche ist. Alldorten wird die Roͤßlau von der von dem Marggraͤfischen Flecken Thiersheim herabfliessenden Feustriz/ und dem Littersbach/ zwey schoͤnen Wassern/ verstaͤrcket. Unter Arz- berg lauffet die Roͤßlau vor Moschwiz einem Egerischen Dorff/ und dem Marggraͤfischen schoͤnen Paß Schirnding vorbey/ allwo eine steinerne Bruͤcke uͤber dieselbe geschlossen/ da sie bald darunter in die Eger faͤllet. Also daß die Roͤßlau von ihrem Ursprung biß Wunsidel 1. gute Meile/ von dannen biß Schirnding 2. Meilen/ und von hier biß in die Eger fast eine Meile zu lauffen hat. Die Wondera/ so sich bey Culsam in die Eger ergiesset/ ist ein Wondera- Fluͤßlein. schoͤnes Fluͤßlein/ entspringet im Boͤhmer Wald/ lauffet erstlich vor viele kleine Doͤrfflein/ kommet an dem Closter Waldsaßen/ so ein gar Waldsaßen. herrliches und reiches/ auch wegen seines Gebaͤudes und sehr schoͤ- nen Kirchen/ sehenswuͤrdiges Convent Cistercienser-Ordens ist/ vorbey/ und nach etlichen angenommenen Fluͤßlein/ streichet sie eine gute Meile unter dem Closter in die Eger/ laͤsset das Dorff Cul- sam auf der rechten Seiten liegen. Jhr gantzer Lauff ist vom Ur- sprung gen Waldsaßen eine Meil/ von hier biß Culsam fast zwey Meilen/ von da in die Eger fast eine halbe Meile. Die in die Eger lauffende Zwota entspringet aus denen Waͤl- dern/ so Meissen und Boͤhmenscheiden/ in einem Berg auf der Kut- Zwota Fluß. tenheit genannt/ theilet Meißen und Boͤhmen/ faͤllt zwischen dem Gebuͤrg herfuͤr/ laufft etliche Doͤrfflein vorbey auf Graͤsel zu/ so ein Marck und Schloß ist/ von dannen kommet sie auff das Dorff und Schloß Heynersgruͤn/ von hier auf das veste Schloß Gertenberg/ so sie fast gantz umbgiebt und zu Falckenau bey der Bruͤcken lauffet sie in die Eger. E Der Beschreibung des Fichtelbergs. Der Schlackenwalder Bach. Schlacken- walder Bach. Weil der Schlackenwalder Bach die Eger auch trefflich ver- mehret/ so merit iret er gleichfalls hier consider irt zu werden; solcher entspringet nun aus dem Boͤhmischen Gebuͤrg/ nicht weit von Koͤ- nigswerth einem schoͤnen Marck und Schloß in dem Ellenboger Gebieth/ und wird mit mercklichen Kosten der Gewercken deß rei- chen Zinn-Bergwercks auf der Hueb umb viel hohe Berge gefuͤh- ret. Diesen Graben hat erstlich ein Hirt abgegangen/ und ist 1530. durch einen/ der Roßmeisel genannt/ abgewogen und zum hoͤchsten Nutz und Frommen/ beedes wegen des Wassers zum nassen Buch- werck/ das zu Schlackenwald Hanß Portner An. 1525. auffgerich- tet/ und dann auch wegen des Holtzfloͤßens/ welches man in diesem Graben von Koͤnigswerth dahin foͤrdert/ verfertigt worden. Es fliesset dieser Graben durch Schoͤnfeld und Schlackenwald/ zwey vornehme und fast die aͤltesten von Zinn/ Berg-Staͤdte in Teutsch- land/ mit Zinn Bergwerck weit und breit beruffen/ eine halbe Mei- le von einander gelegen/ worunter Schoͤnfeld die aͤlteste ist/ so/ daß auch alle Berg-Staͤdte in Teutschland/ so Zinn machen/ ihr Recht daher hohlen muͤssen. Unter Schlackenwald lauffet nun gemeld- ter Bach gen Ellenbogen/ so jetzt ein Haupt-Paß zum Koͤnigreich Boͤhmen und ein feines Staͤdtlein und Schloß auf einem Berg ist/ so die Eger fast gantz umfleußt/ allda nun faͤllet der Bach mit sol- cher Macht und Gewalt in die Eger/ daß er auch von Schlacken- wald bißgen Ellenbogen/ dahin eine gute Meil ist/ viel Sand/ ♃- Stein/ und Grauppen von den Muͤhlen mit sich dahin fuͤhret. Von welchen allen Bruschius zu lesen. Von der Doͤpel. Die Doͤpel giebt unserer Eger auch einen trefflichen Zuwachs an Wasser/ dieselbe entspringet eine Meilwegs uͤber dem Closter Doͤpel/ aus einem Boͤhmischen Gebuͤrg/ Badhorn genannt/ bey welchem auch ein gewaltiger See ist/ den man den Badhorner See nennet/ durch diesen See lauffet die Doͤpel/ streichet hinter dem Clo- ster Doͤpel/ Præmonstrat enser-Ordens/ hin/ von hier kommet sie fuͤr ein feines Staͤdtlein/ so auch Doͤpel genannt wird/ und dem Praͤla- ten zu Doͤpel gehoͤret/ lauffet von dannen durch viele Waͤlder und zwischen hohen Bergen auf Petschau einem Staͤdtlein und herrli- chen Beschreibung des Fichtelbergs. chen Schloß/ da sie einen ziemlichen Bach/ so aus dem Koͤnigswer- ther Teiche fleußt/ unterhalb Einsidel zu sich nimmet. Von Pet- schau lauffet die Doͤpel 2. Meilen zwischen fast hohen Bergen aufs Warme Bad zu/ welches man sonst Carlsbad nennet/ weil es von Kayser Carln dem Vierdten/ zuvor Koͤnig in Boͤhmen/ ist erbauet worden. Daselbst fliesset sie lincker Hand den heissen Haupt- Qvell/ von denen Einwohnern der Bruͤdler genannt/ unter der Bruͤ- cken vorbey/ biß sie endlich unter dem Warmen-Bad etliche Ge- wend Feldes in die Eger faͤllet/ nachdem sie also von ihrem Ur- sprung biß ans Closter eine Meil/ von hier biß in das Staͤdtlein Doͤpel eine Viertel Meil/ von dar biß gen Petschau eine grosse Meil/ von dorten biß in das Warme Bad zwey Meilen/ also in allem 4¼ Meilen gelauffen. NB. Wer dahin reiten will/ muß 31. mahl durch die Doͤpel reiten: so einen wunderlichen krummen Lauff hat sie/ von der vielfaͤltigen Berge wegen/ wie Bruschius erzehlet. Von der Saale. Nun wenden wir uns von Morgen gar herum gegen Mit- Die Saale. ternacht/ allwo wir den 4ten und lezten Haupt-Fluß/ so aus unserm Fichtelberg entspringet/ gar beschauen wollen/ solcher nun ist und heisset die Fichtelbergische/ Voigtlaͤndische oder Thuͤrin- gische Saal/ zum Unterscheid der Fraͤnckischen und Salzburgi- schen Saal also benamset. Etliche halten dafuͤr/ sie habe den Nahmen von dem saalen oder truͤben Wasser/ so sie zu Zeiten zu fuͤhren pfleget/ andere aber wollen ihn lieber von Salpeter und Salz herleiten/ welches sie (wie Hr. M. Groß saget) gar reich- lich bey sich fuͤhret/ und die anliegende Laͤnder gleichsam wuͤrzet/ und ihnen einige Krafft/ Salz zu zeugen mittheilet/ denen nicht nur das edle Salz-Werck zu Halle an der Saale beystimmig ist; sondern es ist auch bereits zu Hoff durch etliche Proben wahr- genommen/ daß das Saal-Wasser umb des vielen Salpeters willen zum Bierbrauen nicht gar zu dienlich sey/ und dahero an statt des durch die Wasser-Kunst vorhin in die Brauhaͤuser ge- schoͤpfften Saal-Waßers vorjetzo ein Bronnen zu solchem Ge- brauch von einem Dorff hineingeleitet worden. Die Saale ent- springet nun zwar an dem Fichtelberg im Zeller-Wald/ nicht weit E 2 von Beschreibung des Fichtelbergs. von dem Flecken Zelle/ aus dem Bronnen/ so mit dem Fluß glei- chen Nahmen fuͤhret/ und der Saal-Bronnen genennet wird/ allein vom See ist ihre Urqvelle wohl bey 3. Stunden weit ent- fernet/ und also unter allen andern Fluͤßen des Fichtelbergs der entlegenste/ auch seiner Lagerstaͤdte nach der niedrigste. Dieser Fluß gehet Anfangs gar klein daher in schwachen Gerinsel/ wo- rein doch bald etliche kleine Baͤchlein aus dem Wald solchen ver- staͤrcken/ wozu das vom Waldstein nacher Zelle herab sich ergies- sende Fluͤßlein so viel contribuir t/ daß unsere Saale in einer hal- ben Stunde unter dem Flecken Zell 2. Mahl-Muͤhlen und eine Schneide-Muͤhle treibet. Von Zell erstrecket sie sich gegen Nor- den zwischen Stockenroth einem Marggraͤfl. Culmbachischen schoͤ- nen Schloß/ nebst dabey liegenden Doͤrfflein/ sehr anmuthiger Ge- legenheit/ und Heunersreuth zur Rohr- und Neuen Muͤhl/ unter welcher die Loͤstniz sich mit ihr vereinigt/ ferner gesellet sich auch das von Sparneck herab rinnende Fluͤßlein zu ihr/ worauf sie ihren Lauff nach dem Ritter-Guth Weißdorff nim̃et/ unter Bruch faͤllet die Pulschniz in sie/ wie auch unter Uppenroth der Ulrichsbach/ zu Seilbiz der Welbersbach/ uͤber Foͤrba die Forniz/ worauf sie alsdann schon ziemlich starck durch Schwaͤrzenbach an der Saa- le/ einem freyherrlichen Steinischen schoͤnen Flecken ihre Reise fortsetzet/ biß sie sich nach bey Fattiga mit der Laniz/ so von Kir- chenlamiz einem Marggraͤfl. Culmbachifchen unter die Hauptman- schafft Wunsidel gehoͤrigen Ambt und Flecken/ herabfließet/ ver- einiget. Zwischen Fattiga und Autengruͤn nimmet sie die Poͤrßniz in sich/ worauf sie durch das herrliche Guth Oberkozau/ so der Hohen Familie des Herrn von Kozau zustaͤndig/ fliesset/ und all- dort die Schweßniz und bald darauf das Doͤlabaͤchlein verschlin- get. Ferner ergiesset sich uͤber Moschendorff die Untreu oder Oelschenbach in sie/ von dannen sie sich zur Hoͤffischen Papier- Muͤhle begiebet/ allwo sie das aus dem daran liegenden Alzen- berg herein rinnende Baͤchlein verschlinget. Ferner kommet die obere Regniz in sie/ und bald darauf das Otterbaͤchlein/ und be- schleuniget also ihre Reise nach 4. Meilen von ihrem ersten Uhr- sprung zu der dritten Marggraͤflich-Culmbachischen Haupt- und Handels- Beschreibung des Fichtelbergs. Handels-Stadt Hoff. Daselbst wird sie wieder durch einige Fluͤßlein verstaͤrckt/ und vor der ersten steinern Bruͤcken durch ei- ne Wehr in 2. Arme getheilet/ welche sich vor dem hohen Steg wieder mit einander paaren/ und nachdem sie denen Mahl-Schleiff- und Walckmuͤhlen/ ingleichen dem Schlacht-Hause der Stadt ihre Dienste geleistet/ gehet sie wieder durch eine steinerne Bruͤcke/ treibet vorher die Hoͤffische Capellen-Muͤhle/ satzet alsdann ih- ren Weg auf die zwey Ritter-Guͤther Hoffeck/ und unter Ko- zau fort/ darunter zur rechten die untere Regniz/ zur lincken die Goͤstera/ alsdann das Jodiz- und ferner das Doppenbaͤchlein in sie fliessen. Nun nimmet sie ihren Weg aus dem Marggraͤfischen auf die Graͤfflich-Reußische Residenz Hirschberg zu/ so ein schoͤ- ner Marck ist; darunter nimmt sie das Tieffen Gruͤnerbaͤchlein in sich. Zu Sparnberg/ einem Saͤchsischen Flecken/ bekommet sie ein anders Fluͤßlein/ so von Gefell einem Saͤchsischen Marck herab rinselt/ zu Planckenstein gesellet sich die Selbiz zu ihr/ da sie sofort ihren Strich auf Harra einen Flecken/ und weiter auf Lemniz nimmet/ allwo sich bey dem Hammer-Werck ein Fluß gleiches Nahmens in sie ergiesset/ da sie denn in ihrer kruͤm- me so fort ziehet unter dem Stuff-Felß/ biß sie/ 5. Meilen von Hoff/ Saalburg/ eine Graͤfflich-Reußische Stadt/ erreichet. Nun beginnet sie immer mehr und mehr anzuwachsen/ und Schiffreich zu werden/ indem sie von Saalburg auf Graͤf- fenwarth zur Burg zueilet/ und dorten von der Wetterau/ hier aber von der Wiesenthau verstaͤrcket wird; hierauf streichet sie in 2. Meilen auf Ziegenruͤck/ nimmet bey Moy die Loguiz zu sich/ verfuͤhret ihren Lauff uͤber Kauls- und Fischdorff in 3½ Meilen auf Saalfeld/ zu Schwarza paaret sich das Wasser Schwar- za mit ihr/ die Rembda aber in 1½ Meilen zu Rudel- oder Ru- dolphs-Stadt/ dann fliesset sie vor Uhlstadt unter Orlamuͤnda vor- bey/ vereinigt mit sich die Orla/ und stroͤhmet uͤber Naschhausen in 2½ Meilen auf das Staͤdtlein Kahla zu/ dann kruͤmmet sie sich auff Rodenstein und Lobeda/ woselbst auch die Rotha dazukom- met/ und erreichet endlich nach 2. Meilen die beruͤhmte Universit aͤt E 3 Jena. Beschreibung des Fichtelbergs. Jena. Von hier gehet sie auf Dornburg/ allwo sie die Naura und Fleißa/ und zu Comburg die Jlm in sich nimmt. Darauf kommet sie in 4. Meilen zur Schule Pforta/ an Naumburg; lencket sich hernach in 2½ Meilen an die Saͤchsische Herzogliche Ressdenz -Stadt Weissenfelß/ und wieder in 3. Meilen auf Mer- seburg/ allwo die Geißel sich zu ihr gesellet. Ferner eilet sie in 3. Meilen auf die Weltberuͤhmte Konigl. Preußisch- und Chur-Bran- denburgische Vniversit aͤt Halle zu/ welche Stadt ohnehin wegen der trefflichen Salz-Siederey sehr beruffen ist/ alldorten bekommet sie die grosse Elster/ und unter der Stadt die Salza/ wodurch sie vermittelst der von Jhro Koͤnigl. Majest. zu Preußen/ und Chur- Fuͤrstl. Durchl. zu Brandenburg Friedrich dem III. Glorwuͤrdig- digsten Andenckens/ (der auch zugleich den 3. Jul. 1694. die Vniver- sit aͤt allda fundi ret/) erbaueten herrlichen Schleußen Schiffreich gemachet wird/ so/ daß sie eine zahlreiche Flotte von feinen Schif- fen mit Salz beladen uͤber Gibichenstein einem festen Schloß na- cher Wettin traͤget/ (von dannen hingegen besagte Schiffe mit Steinkohlen angefuͤllet wieder nacher Halle zuruͤcke gehen/) und endlich in 5. Meilen auf Alßleben zufliesset/ bey Berenburg die Wipper und Zitta/ und bey Nienburg die Buda zu sich nimmet/ und darauf vor Calba vorbeygehend unter Gottesgnade zwischen Rosenburg und Barby nach vier Meilen sich in die Elbe ergiesset. Worinnen sie ihre Fichtelbergische Schwester die Eger/ so sich schon zu Leutmeriz in die Elbe gestuͤrtzet/ wieder antrifft/ nach dem sie also auf die 24. Meilen in unterschiedenen Land- und Graffschafften/ Fuͤr- sten- und Churfuͤrstenthuͤmern herum geschweifft. Nunmehro haben wir die 4. Haupt-Fluͤße unsers Fichtelbergs nach allen 4. Thei- len der Welt durchschiffet/ als den Mayn gegen Abend/ die Nabe gegen Mittag/ die Eger gegen Morgen/ und die Saale gegen Mit- ternacht. Fichtelberg reich von guten und gesunden Wassern u. alten Leuten. Uber diese nebst deren zufliessenden Baͤchlein ist der Fichtelberg voll allerhand wunderbahren Stroͤhmen/ sehr gesunden Bronnen/ und vielerley Qvellen/ deren etliche mit Gold gleich denen gedach- ten Haupt-Stroͤhmen/ einige mit Zinn-Steinlein/ Eisen-Erz/ und maͤßigem Salpeter angefuͤllet seynd/ insgemein seynd sie sehr gesund zu Beschreibung des Fichtelbergs. zu trincken/ wie dann die meisten Leute umb/ an/ und auf dem Fich- telberg wohnend/ sehr alt werden/ und nicht viel kranck sind/ da- hero diese Gegend vor die gesundeste in gantz Teutschland geachtet wird/ wovon weiter unten folgen soll. Vor mehr dann 50. Jah- ren ist zwischen Mengersreuth und der Warmen Steinach aus dem Fichtelberg ein Heyl- und Gesund-Bronnen entsprungen/ wo- durch Blinde/ Lahme/ Duͤrre/ und mit anderen Kranckheiten bela- dene wieder gluͤcklich cur iret worden/ welches aus denen an dem daruͤber erbaueten Haͤußlein uͤber der Thuͤr geschriebenen Lateini- schen Versen zu ersehen/ welche also lauten: Curantur claudi, cæci, muti, atqve leprosi, Fonte hoc, \& morbi in corpore qvidqvid habes. Es heilet dieser Bronn/ die Lahmen und die Blinden/ Die stumm und unrein sind/ und sonst sich kranck be- finden. Wovon des damahligen Chur- und Hochfuͤrstl. Hof- und Stadt- Medici Hr. D. Adam Schaffers wahrhaffter Bericht vom Ur- sprung/ Krafft und Wuͤrckung dieses Bronnens zu lesen ist. Es ist zwar gar gewiß/ daß viele Wasser besondere Eigenschafften haben/ und also auch eine besondere Wuͤrckung herfuͤr bringen/ wo- von in specie Hn. Joh. Heinrich Seyfrieds Medulla mir abilium Na- turæ zu lesen; was aber die so genannten Gesund-Bronnen/ Sauer- Was von denen Ge- sund-Heyt- und Sauer- Bronnen/ it. von war- men Baͤ- dern zu hal- ten? Bronnen/ Warmen Baͤder und dergleichen betrifft/ beruhen ih- re gute Wuͤrckungen mehrentheils in der hefftigen Einbildung/ starcken Glauben/ und anfaͤnglichem grossen Ruff der Patient en: wie mir dann einige Exempel bekant/ das Blinde ihr Ge- sicht und Lahme ihre gesunde Glieder durch gemeine Wasser wieder erlanget/ welche sie in festem Glauben und irriger Persvasion, als waͤren solche aus diesen und jenen Gesundbronnen geschoͤpffet worden/ gebrauchet hatten: Weßwegen es dann auch geschiehet/ daß gemeiniglich nach etlichen Jahren solche Heylbronnen wieder in Verachtung und Vergeßenheit kommen/ wie auch dem obigen wiederfahren. Daß aber in specie einige warme Baͤder und Sauerbronnen in Ruff bleiben/ und fleißig besuchet werden/ das ruͤh- ret Beschreibung des Fichtelbergs. ret nicht so wohl von ihrer Gesundheits-Krafft/ als von politischen Ursachen her/ wie dann freylich manche unfruchtbare Frau mit gesegnetem Leibe von dar nacher Hause kommet/ welches aber nicht der Krafft des Wassers/ sondern der fruchtbar-machenden Compa- gnie zuzuschreiben ist/ indessen will ich weder der Ehre GOttes/ noch der Tugend des Wassers etwas hiemit zu nahe geredet ha- Sauerbron- nen. ben. Die naͤchsten Sauerbronnen an und umb den Fichtelberg seynd in dem Marggraͤfischen der zu Schoͤnwald/ zu Kotichen Biebersbach/ Groschlazgruͤn/ im Schutz verwandeten Dorff Fi- schern/ wovon nicht gar weit mehr der beruffene Egrische Sauer- bronnen: Nordwaͤrts des Fichtelbergs aber ist der Sauerbronnen zu Steeben bey Lichtenbergꝛc. Sonsten ist die gantze Gegend des Fichtelbergs an/ umb und zwischen dem Haupt-Gebuͤrg voll von Qvellen/ Bronnen/ Fluͤssen/ Teichen/ Weyhern und Seen in Waͤl- dern und Wiesen/ daß es nicht zu beschreiben. Wie dann merckwuͤr- dig/ daß in dem unter dem Schneeberg gelegenen und an Bischoff- gruͤn stossenden Dorff Birnstengel/ ingleichen Heydlerey und Ran- gen ein jedes Haushalten feine frische Bronnen und herrliche Quel- len gleich an ihren Hausthuͤren haben. Ja das Dorff Bischhof- gruͤn hat allein fast mehr dann 30. Weyher und Fisch-Teiche; Fichtelberg ein feuchter Berg Also daß der Fichtelberg seinen Nahmen nicht allein von den vie- len Fichten/ so darauf wachsen/ sondern auch wegen der vielen nuͤz- lichen Wasser und Feuchtigkeiten den Nahmen des Feuchtenbergs fuͤhren kan. Wunder- bach/ so alles in Stein verwandelt. Obgedachter Herr Johann Heinrich Seyfried in seiner Medulla mir abilium Naturæ schreibet aus Johann Heinrich â Pflau- mern Mercurio Italico, daß am Fichtelberg ein Bach sey/ welcher andere Dinge in Stein verwandele/ wie dann in dessen Wasser ein- sten eine Schlange/ so in Stein verkehrt/ gefunden worden. So sehr ich mich aber bemuͤhet/ diesen Bach auszukundschafften/ so konte ich doch nirgends etwas von ihm erfahren. Der Fichtel- bergischen Wasser Fruchtbar- keit. Biß hieher haben wir die Fluͤße/ Bronnen/ Qvellen/ Tei- che umb und an dem Fichtelberg besehen/ nun wollen wir auch dieser Wasser ihre Fruchtbarkeit und was sie in sich enthalten/ betrachten. An denen fliessenden Wassern nun wachsen Erlen/ Klee/ Wasser- Beschreibung des Fichtelbergs. Waßer-Pfeffer/ Kalmusꝛc. it. in ihnen absonderlich viel Bron- 1) An Baͤu- men und Kraͤutern. nengreß/ welcher denen Leuten vor ein gutes Salatessen dienet/ auch giebt es in denen Teichen und Weyhern viel Pfeilkraut/ gelbe und weiße Seeblumen oder Wasser-Lilien/ und dergleichen mehr. Von Thieren giebt es ausser denen schaͤdlichen Waßermaͤu- 2) An Thie- ren. sen/ und unangenehmen Froͤschen (die doch obgedachter massen im Weißenstaͤdter See nicht anzutreffen/) auch hin und her in de- nen Fichtelbergischen Waßern ziemliche Fisch-Otter/ deren in spe- cie an der Eger und der Roͤßlau geschossen werden/ welche zwar eben denen Fischen ein schlechter Nutzen/ jedoch wegen ihres ra- ren Felles und Rauchwercks hoch zu achten seynd. An Waßer-Voͤgeln haben diese Seen und Teiche/ so an 3) An Voͤ- geln. und zwischen denen Waͤldern liegen/ auch keinen Mangel; dann da trifft man an Rohrthummeln/ wilde Gaͤnße/ allerley Arthen wilde Endten/ klein und groß/ Taucher/ Wasserhuͤner/ in denen fließenden Waßern/ sonderlich wo das Ufer mit Gestreuch von Buͤrcken und Erlen bewachsen/ giebt es hin und her ziemliche Was- ser-Schnepffen/ Bachstelzen und dergleichen; auch mangelt es nicht an Gaubizen bey denen stehenden Seen/ ja man hat dann und wann auch Eiß-Voͤgel angetroffen. Die Teiche an denen be- wohnten Orten seynd ebenfalls voll zahmer Gaͤnse und Endten/ also/ daß die Fichtelbergische Wasser reich an Gefliegel seynd. Der Fische ist so zu sagen in unsern Wassern keine Zahl. 4) An Fi- schen. Dann da giebt es allenthalben die besten und groͤsten Karpffen/ Hechten/ Pertschen/ Grundeln/ Forellen/ Aalen/ Aalrup- pen/ Weißfische/ Rothaugen/ Renner/ (von ihrem geschwin- den hin und her rennen/ also genannt) Orfen/ Bruͤnlinge/ Oehr- lezen/ Neunaugen/ (so eine kleine Art von Lampreten/ und von etlichen gespeiset werden) große und sehr delicat e Krebse/ die weit und breit/ auch nach Nuͤrmberg verfuͤhret werden; allerley Arten Waßer-Schnecken/ sonderlich Muscheln/ die die Mahler zun Farben gebrauchen/ welche auch auf vornehmer Leute Taf- fel statt der Austern verspeiset werden/ wovon ich selbst ein Zeuge mit bin. Der Waßer-Schlangen und dergleichen Ungezieffer gar nicht zu gedencken/ it. in specie werden vor allen gelobet diese F Karpf- Beschreibung des Fichtelbergs. Karpffen/ so im Weißstaͤdter- und dann im grossen Brandenbur- ger See bey Bayreuth/ in der Eger und in der Roͤßlau gefan- gen werden/ welche nicht selten zu etlichen/ ja vielen Pfunden an- wachsen. Die Eger und die Roͤßlau seynd uͤber die Karpffen auch der gros- sen und guten Hechten wegen sehr beruͤhmt/ deren ich selbsten zu sechs und mehr Pfunden schwer bereits verzehren helffen: auch wer- den ihre Krebse/ die zu einer mercklichen Groͤße kommen/ vor die delica teste unter allen gehalten/ eben besagte zwey und endlich sich vereinigende Fluͤße bringen vor allen andern die groͤsten und be- sten Aalruppen/ jene bey Marckleuten/ und diese bey Lorenzreuth herfuͤr: ihre Pertschen seynd oͤffters auch von mercklicher Groͤße/ wie es dann bisagten Fluͤßen auch an groß- und kleinen Aalen nicht mangelt: ja sie haben auch an etlichen Orten/ und die Roͤßlau zwar bey Vordorff sehr delicate Forellen. Jedoch aber wann man ei- nem umb die Gegend Wunsidel eine Ehre erweisen will/ so la- det man ihn auf ein Gericht Eger-Karpffen/ Eger-Hechten/ oder Eger-Krebseꝛc. Die Saale ist in specie wegen der haͤuffigen und grossen Aalen/ so absonderlich schon bey Hoff in ihr gefangen wer- den/ sehr beruffen. Der Mayn fuͤhret vornehmlich die schoͤnsten und delica testen Forellen mit sich/ daher umb den gantzen Fichtel- berg ein Mayn-Fohrn vor allen ihres gleichen den Preiß behaͤlt. Der Naabe fehlet es auch nicht von allerley Arten guter und ge- schmackter Fische. 5) An Me- allen. Kommen wir auf den Grund unserer Fluͤße/ so treffen wir unter dem schoͤnen gelb- und weiß/ ja von allerhand Farben glaͤn- zenden Sand genugsame Spuren von allerley Metallen an. Jch will hier nicht anfuͤhren/ was in denen Wahlen Buͤchlein/ welche hier als eine Zugabe in einem Compendio mit beygefuͤgt seynd/ hievon vorgetragen wird/ sondern nur dieses melden/ was ich selbsten gesehen/ und von Augenscheinlichen Zeugen dißfals gehoͤ- ret/ wie folget: Aus der Roͤßlau bey dem Furth-Hammer ober- halb Wunsidel habe ich aus dem Sand gediegene Gold-Koͤrnlein nebst Zinnsteinlein sichern sehen/ auch habe ich zu Halle im Mag- deburgischen gediegene Goldflittern und Koͤrner aus unserer Fich- telber- Beschreibung des Fichtelbergs. telbergischen Saale vom Sand waschen sehen: das Schimmelbaͤch- lein/ so in den Weißen Mayn faͤllet/ soll nach Hr M. Großens Zeugnuͤß Gold-Schlich bey sich fuͤhren/ auch bin ich glaubwuͤrdig berichtet worden/ daß aus dem Mayn und Eger oͤffters gediegene Gold-Koͤrnlein samt anderm mit Zinn- und Eißen vermengten Gold-Schlich gesichert worden. Jn dem Weißen Mannsbaͤch- lein liegen theils schwartze/ theils sehr glaͤntzende Steine als ein Spiegel/ die nicht ohne Halt seyn moͤgen. Nicht weit davon nun ist das bemeldte Himmelbaͤchlein/ da liegen auch dergleichen Steine. Ja es giebt es der Augenschein/ daß fast in allen Fluͤß- lein des Fichtelbergs etwas Zinnschlich anzutreffen/ ob es gleich nicht allezeit der Muͤhe und Kosten werth ist/ einige Arbeit darauf zu wenden. Das sich mit dem Weißen Mayn vereinigende Kupf- fer-Baͤchlein fuͤhret seinen Nahmen vermuthlich von nichts anders her/ als daß unter deßen Sand Kupfferkiese anzutreffen. Die zu Unterlinda in die Nabe sich ergießende Kraza solle nach Herr M. Großens Bericht auch Gold-Koͤrner fuͤhren/ von welchem Metall dann auch das unter Ebnath mit der Naabe sich vereini- gende Gold-Baͤchlein den Nahmen hat. Auch fehlet es denen 6) An Edel- gesteinen. Fichtelbergischen Wassern an Edelgesteinen nicht. Dann ausser dem/ daß die Eger jezuweilen Diamanten unter ihrem Sand mit an das Ufer legen/ und bey Schirnding der Horn nebst dem Zaun- bronnen im Holtz Agaten-Koͤrner u. Granaten geben solle: so habe ich doch selbst Granaden verehrt bekommen/ die (wo mir recht) aus dem unter Erbendorff in die Wald-Nabe fliessenden Galgen- baͤchlein gefischet worden: also/ daß kein Zweiffel/ es gebe auch noch andere Edelgesteine in denen Fichtelbergischen Wassern/ wie ich dann Rubinen/ Topasen/ Amethisten und Schmaragden/ auch Jas- pis gesehen/ so daraus gehohlet worden/ allein der Neid der Men- schen wolte die Fluͤsse nicht nahmentlich wissen lassen/ jedoch so viel ich von einem Pfaͤlzischen Bauern habe Nachricht einziehen koͤn- nen/ so sollen dergleichen in der Kalten und Warmen Steinnach an dem Geyersberg zu finden seyn. Es saget der Wahle Giovanni Carnero in seinem geschriebe- 7) An Per- len. nen Buͤchlein vom Fichtelberg/ daß in dem H. Conradsbronnen F 2 oberhalb Beschreibung des Fichtelbergs. oberhalb Wunsidel zu gewißen Jahrs-Zeiten/ als zu Micha elis/ sol- ten Perlen gefunden werden/ welches ob es wahr sey/ ich dahin ge- stellet seyn lasse/ wenigstens habe ich keine darinnen angetroffen. Auch will ich nicht streiten/ ob der Rothe Mayn dergleichen mit sich fuͤhre. So viel aber soll gewiß seyn/ daß die Saale etliche Meilen von ihrem Ursprung Perlen-Muscheln heege: So solle auch der Silberbach bey dem Neuenhauß Perlen-Schnecken in sich enthalten. Uber dieses seynd unsere Fichtelbergische Wasser hier- innen sehr fruchtbar/ daß die meisten aus Felsen rinnend nicht nur gesund zu trincken/ und Menschen und Viehe den Durst loͤschen/ son- dern/ daß sie auch denen Wißmathen und Feldern in trockenen Zei- ten zu einer fruchtbaren Waͤsserung und Erfrischung dienen/ wo- durch dem Viehe sein Futter/ dem Wild seine Nahrung/ und dem Menschen seine Speise waͤchset/ und gegeben wird. Aus allen die- sem erhellet nun/ wie wahr es sey/ was Hr. Bruschius von unserm Fichtelberg geschrieben: Daß nehmlich dieses Gebuͤrge so viele schoͤ- ne Bronnen/ Qvell-Baͤchlein/ helle/ lautere und Fischreiche/ ja auch Goldfindige Fluͤße habe/ daß sie auch von denen Einwohnern nicht moͤgen oder koͤnnen gezehlet werden; Jngleichen was Hr. M. Groß schreibet/ daß an unserm Schatzreichen Fichtelberg durch die wundersame Natur in so viel schoͤnen Goldfindigen Fluͤßen/ Qvel- len/ Baͤch- und Broͤnnlein die herrlichste Koͤrner und kostbarste Steinlein aus dem Bauch/ und innersten Theil des Bergs heraus gefuͤhret werden. Hievon ist allerdings (faͤhret er fort) fast uͤber- all ein grosser Ruff/ auch von denen frembden hieher reisenden Per- sonen ein sehr sorgfaͤltiges Nachforschen/ so gewißlich nicht ohne al- len Grund geschehen mag. Dann einmahl die in solchen Qvellen an vielen Orten (welche zu nennen/ weder nothwendig/ noch nuͤtz- lich/) befindliche gantz rare/ harte/ manchfarbige und glaͤntzende Koͤrner/ die wundersame hin und wieder ausgespuͤlete Gold- und Silberflammige Steinlein/ und der in der Sonnen schoͤn glaͤntzen- de Sand von denen dieser Sachen verstaͤndigen nicht ohne Nuzen moͤgen tract iret werden. So ist auch uͤber dieses bekant/ daß von vielen in diese Laͤnder kommenden Auslaͤndern/ theils eine sehr grosse Wissenschafft/ und bereits an sich habende Kundschafft von vielen an Beschreibung des Fichtelbergs. an solchen Bergen befindlichen Dingen an Tag gelegt/ theils oͤffent- lich von ihnen bezeuget werde/ daß dieser unser Fichtelberg wegen sei- nes unvergleichlichen Reichthums in frembden/ und von uns weit entlegenen Landen in viel groͤsserm Ruff und Ruhm/ als bey denen Jnwohnern selbst stehe. Welche Reden nicht wenig bekraͤfftigt werden durch die zu unterschiedenen Zeiten in denen Berg-Hoͤhlen hin und wieder gefundene Manuscripta, oder in allerhand frembden Sprachen geschriebene Buͤchlein/ in welchem gar offtmahls mit gewissen Character en gar umstaͤndlich angemercket worden/ an wel- chen Orten/ bey welchen Baͤchlein das koͤstliche Gold/ das reinste Silber/ das edelste Metall/ ja auch die koͤstlichste Perlen und Edel- gestein seynd gefunden worden. So hat man auch sonsten glaub- wuͤrdige Nachricht/ daß die Saale ihre Gold-Schlich biß in Thuͤ- ringen mit sich fuͤhre/ so zu Rudolphs-Sadt oͤffters sollen zu finden seyn/ da sonsten der Rothe Mayn Perlen/ die Eger aber Diamant en iezuweiln unter ihrem Sand mit ans Ufer legen solle. Daher dasjenige wohl wahr seyn koͤnte/ wessen sich sonsten die Auslaͤnder zu ruͤhmen pflegen: Es sollen denen Wahlen/ Jtaliaͤnern/ Fran- zo sen und Spaniern die Schaͤtze und der Reichthum/ so in des Teutschlands Gebuͤrgen verborgen liegen/ als Frembdlingen besser/ dann denen Teutschen selbst bekant seyn. Das Sprichwort aber/ Spruͤch- wort vom Fichtelberg. daß an und umb den Fichtelberg oͤffters eine Kuhe mit einem Stein koͤnne geworffen werden/ da doch der Stein von groͤsserm Werth/ als die Kuhe selbst seyn moͤchte/ wird absonderlich von denen goͤlde- nen Zeiten/ da die Gold-Bergwercke noch in rechtem Flor gestan- den/ muͤssen zu verstehen seyn/ da es hingegen bey gegenwaͤrtigen ei- sernen Zeiten sehr selten eintreffen moͤchte: Biß hieher Herr M. Groß. Ehe wir aber unsere Fichtelbergische Wasser verlassen/ Woher die gediegene Gold-Koͤr- ner im Was- ser kommen/ zweyerley Meinungen wollen wir noch kuͤrtzlich betrachten/ woher doch die gediegene Gold- Koͤrner/ so in etlichen derselben Fluͤßen gefunden werden/ kommen muͤssen/ ob sie nehmlich schon im Gebuͤrge seyn/ und nur vom Was- ser abgestossen werden/ oder ob sie im Wasser durch die Krafft der Sonnenꝛc. mittelst der Lufft gezeuget und gener iret werden. Die- jenige nun/ und welches der meiste Hauffen heute zu Tag seyn wird/ welche denen Metallen keinen Wachsthum zugeben/ noch denen F 3 Ein- Beschreibung des Fichtelbergs. Einfluͤßen der obern in die untere einigen Zugang gestatten wollen/ werden sagen/ die Metallen waͤren schon im Anfang der Welt ge- schaffen/ ohne daß sie weiter wachsen/ sondern nur duͤrffen ausge- graben werden/ daher geben sie auch denen Metallen keinen Saa- men zu/ sondern meinen/ daß das Wasch- oder Seiffen-Gold nur durch die Suͤndfluth von seinen Kluͤfften und Gaͤngen sey abge- stossen worden/ oder aber/ daß es zum wenigsten die Fluͤße/ worin- nen es gefunden wuͤrde/ noch heute zu Tage abstiessen/ und es also keinesweges in denen Wassern wuͤchse. Allein wann wir auf die Beschaffenheiten der Sachen genau acht haben/ so lehret uns dies- falls die Erfahrung gar ein anders: Dann 1) hat es sich offt und viel zugetragen/ daß man dieser Orten/ wo die Goldfuͤhrende Wasser ih- ren Ursprung/ Lauff/ u. Striech haben/ eingeschlagen/ tieffe Schach- ten gesencket/ langstreckende Stollen getrieben/ ober nicht ein Flaͤm- lein oder Staͤublein Gold angetroffen/ da doch der am Tage dabey ja gar daruͤber streichẽde Fluß nach wievor seine Gold-Koͤꝛner gezeuget/ also/ daß wuͤrckl. und in der That Gold im Wasser/ aber keines unter der Erden daselbst anzutreffen gewesen/ daß es das Wasser haͤtte koͤn- nen abstossen/ und mit sich fuͤhren. 2) Findet man wunderselten ge- diegen Gold in denen Bergen/ am Fichtelberg aber gar nicht/ son- dern es muß alles von seinem Kieß mit großer Muͤhe durch Wasser und Feuer erst herausgebracht werden. Dieses in denen Fluͤßen aber ist so rein/ und fein/ als wann es aus dem Cement gekommen. 3) Lauffen etliche Wasser/ worinnen diese Gold-Koͤrner gefunden werden/ so stille/ und seynd dabey an einigen Orten so schwach/ daß sie unmoͤglich etwas vom Gang abstossen koͤnten. 4) Bezeuget es so wohl die Kunst/ daß durch blosses Zuthun der Lufft ohne einige andere Materie/ Gold und Qvecksilber/ Schwefel/ und Salz/ im Wasser koͤnnen ge- zeuget werden/ wovon unten/ wenn wir von der Fichtelbergischen Lufft werden zu reden kommen/ eine wunderbahre/ aber doch ge- wisse und wahrhaffte Geschicht/ soll erzehlet werden. Als 5) auch die Natur durch folgendes Augenscheinliches Exempel/ wel- Eine Histo- rie vom Goldwach- sen. ches Herr Acxtelmeier in seiner Idea barmonicæ correspondentiæ su- periorum cum inferioribus, p. m. 126.-128. mit folgenden Worten an- fuͤhret: Ein wohl nachdencklich Exempel eines Wachsthums des ge- diegenen Beschreibung des Fichtelbergs. diegenen Goldes/ in einem Muͤhlbach unter dem Erz-Stifft Salz- burg. Dieses sehr angenehme und erbauliche Natur-Werck ha- be ich die Ehre gehabt/ zu sehen/ bey dem Herrn Grafen Maximilia- no Ernesto von Scharffemberg/ Dohmb-Probsten des Erz-Stiffts Salzburg/ wovon die Umbstaͤnde folgende seynd: Ein Muͤller im Lande hatte in seinem Bach einen kleinen Flecken von einer gewis- sen Erden/ die er nicht kennet/ sahe aber dabey durch der Sonnen Glantz unter dem Wasser einen schoͤnen Gold-Sand/ von welchem er heraus nahme/ das schoͤnste Gold davon sichert/ das er nach solchem wiederumb an den Orth in den Bach legte/ und von Zeit zu Zeit in obacht nahm/ wie die Gold-Koͤrner in der Groͤße sich vermehrten/ daß endlich gantz gediegene Stuͤcklein daraus wur- den/ die ich mit Augen gesehen/ und selber in Haͤnden gehabt ha- be. Und hat das Gold gedachte Zunahme nur an gemeldtem Ort gehabt/ und sonsten an keinem Ort im gantzen Bach/ welches boͤ- se Leute/ umb welcher Ursachen/ ist unbewust/ dem guten Muͤller unfruchtbar gemacht/ nachdem sie ihm heimlich unter dem Wasser im Bach die Erde gestohlen/ daß hernach kein Gold mehr an dem Ort hat zunehmen oder wachsen wollen. Suchen wir nun die Ursach dieses Abgangs/ so finden wir sie unschwer in der Aufhe- bung des Solari schen Magnetens/ durch welche die Strahlen der Irradiation der Sonnen an dem Ort angezogen/ concentrir t und ver- mehrt wurden. Die Erde ward allda von dem Astro Solis ge- schwaͤngert/ dessen Irradiation von dem Wind oder der Lusst dahin getragen/ in dieser Mutter-Erde ihre Wohnung setzte/ und sich allda gerne aufhielte. Deme dieses zu glauben sehr schwehr vor- kommet/ der betrachte nur den Krafft-Punct oder Polpunct an der Magnet-Nadel/ wie groß dieses kleinen Anstrichs Wuͤrckung ist/ umb aus dem Firmament und einem von denen kleinen Sternen unaufhoͤrlich die Sympatheti sche Nahrung an sich zu ziehen/ welche so viel 1000. Meilen davon ist. Und wie die Magnet-Nadel auch durch ein duͤckes Glas/ Holz und Wasser seine Gewalt erzeuget/ also auch hat der Goldische Magnet der Gold-Letten dieses Muͤl- lers unter dem Wasser und durch das Wasser seine Krafft und herr- liche Wuͤrckung nicht ohne Freude curieu ser Leute und zum Trost der Beschreibung des Fichtelbergs. der Philosophen erwiesen. Ja dieses Natur-Werck in dem Was- ser und durch dasselbe kommet mir vor/ wie eine Filtration der Kunst/ wo nur das reine durch gehet/ und sich ansetzet/ das unreine hingegen in dem Filtro zuruͤcke bleibet. Fuͤrwahr diese Irradiation muß sehr starck und magne tisch gewesen seyn/ weil sie so gar durch gediegene Einschmelzung die Gold-Koͤrner hat vermehren/ und das Metall zum Wachsthumb bringen koͤnnen. Biß hieher be- lobter Autor , welcher meines wenigen Erachtens sehr schoͤn rai- sonn irt. Aus dieser Begebenheit siehet man nun/ daß das Gold wach- se/ und zwar in dem Wasser aus einer Magnetischen superficia len Erde/ die bald weg zu bringen ist. Was hindert es nun/ daß wir nicht ein gleiches Raisonnement von unserm Goldanziehenden Daß das Ertz u. Me- tall wachse. Sand in denen Fichtelbergischen Fluͤßen geben solten? Daß aber auch das Gold und andere Metallen nicht nur von Erschaffung der Welt her in denen Gaͤngen und Kluͤfften unter der Erden geschaf- fen worden/ sondern biß diese Stunde darinnen wachsen/ zu- und abnehmen/ ist unlaugbar/ und muß man sich wundern/ daß es Leu- te geben koͤnne/ so dergleichen nicht zugeben wollen/ da doch die allgemeine Erfahrung es taͤglich allein mit der Witterung bezeu- get. Dann lieber/ was ist doch die Witterung anders/ als ein Metallischer oder Ertzhaffter Dampff oder deutlicher Zureder/ ein Metall oder Ertz in Dampffs-Gestalt/ welches entweder sich in die gebuͤhrende Erde einschlaͤget/ und dann heisset es einwittern/ oder aber aus dem Metallischen Qvarz ausstreichet/ und dann heis- set es auswittern: bey dem ersten trifft man offt nur ein angefol- gen Zeug in denen Gaͤngen an/ welches noch nicht zur Reiffe ge- diehen/ oder doch wenig und arm/ hingegen der Brodem desto haͤuffiger ist/ von solchem pflegen die Bergleute zu sagen/ sie waͤ- ren zu fruͤhe/ oder zu bald kommen/ dann das Metall oder Ertz sey noch im Wachsen begriffen/ es wittere erst ein. Bey dem lezten aber trifft man taubes/ offt als wie von Bienen durchso- genes Gebuͤrg/ oder gar Gemilm und leichte Erde an/ die bißweiln eintzelnweise noch einigen Metallischen Glanz zeigen/ und dann pfle- gen die Bergleute zu sagen/ sie waͤren zu spate kommen/ dann das Beschreibung des Fichtelbergs. das Metall oder Ertz waͤre schon wieder ausgewittert und ausge- zogen. So lange nun dieser Dampff oder Broden unter der Er- den streichet/ so kan er sich ja wohl wieder an einem beqvemen Ort einschlagen/ dringet er aber an irgend einem sehr poro sen Ort mittelst der Waͤrme durch/ daß er uͤber der Erden an die freye Lufft kommet/ so entzuͤndet er sich/ daß er bey Nachts als ein Lauff-Feu- er auf der Erden bogenweiß hinlauffend gesehen wird: und dann sprechen die Bergleute/ das Ertz verkundschafftet sich/ die Witte- rung schlage oder streiche zu Tage aus/ und dergleichen. Wem nun dieses noch nicht Beweiß genug ist/ dem wollen wir wegen des Wachsthums der Metallen noch aus des Matthesii Sarepta eines und das andere zu Gefallen anfuͤhren/ und die Sache mit solchen Exempeln bestaͤrcken/ daß Niemand den fernern Wachsthum der Metallen mehr in Zweifel ziehen solle. Diesemnach spricht er in der dritten Predigt: daß GOtt der Metallen Leib in Kluͤfften/ Gaͤngen/ Floͤtzen/ und Stoͤcken schaffe oder wuͤrcke aus subtiler o- der destill irter Erden und fetten duͤchten Duͤnsten oder Brodmen/ die er durch natuͤrliche Hitze aus Erde und Wasser zusammen zie- he/ temper ire/ und Wasser und Erde miteinander vermenge/ daß ei- ne Guhr und schweflichter qvecksilbrichter Saamen werde/ dar- aus allerley Berg-Art und Metall geziegelt werde/ und von der Kaͤlte gestehe; welches von Tage zu Tage waͤchset/ und in besser Metall verwandelt wird/ biß es dichte und gediegen wird/ und zu seinem vollstaͤndigen Wesen form irt/ und gar rein aus natuͤrli- cher Wuͤrckung/ oder im Schmeltz-Treib- und Brenn-Ofen gema- chet wird. Also seynd kuͤrtzlich die Metallen irrdische Leiber aus Staub/ feuchten und feisten Duͤnsten/ so die natuͤrliche Hitze aus der Erden oder Felßen zusammen treibet/ oder die aus dem Gestein in die Gaͤnge brodmet/ gebohren. Ferner sprichter: Die Ertzte wachsen noch heute zu Tage in unverschrottenen Gaͤngen/ auch wohl in Bergfesten/ so verstraßet sind. Dann so Steine und Felßen wachsen/ (wie man noch Stollen findet/ die nach uͤblichem Stoll- Recht so weit genommen seynd/ daß man mit einem Lauff-Karn geraume drinnen fortkommen/ und sich beruͤhren hat koͤnnen/ die mit der Zeit so zusammen gewachsen/ daß einer kaum auf der Sei- G ten Beschreibung des Fichtelbergs. ten hinein dringen kan: so siehet man auch/ daß offt das Gebuͤrge/ die Kappen an Thuͤr-Stoͤcken und an denen Trage-Stempeln gar in einander scheubt/ und gleich zusammen/ oder grosse Strauben dran druͤckt/) so wachsen ja auch Bergarten und Ertze sowohl in Historien/ deß die Me- tallen wach- sen. unverschrotenen/ als verfahrnen Feldern. Wie dann eine Guhr aus der Fuͤrst auf einem kluͤfftigen Stein gesintert oder getroffen/ da zeinicht Silber draus gewachsen. Zu St. Lorentz hat eine Bergfeuchtigkeit aus einer Straßen gesintert/ und das liegende darunter in der Strecken gar uͤbersilbert/ und in denen Klunsen des Trage-Stempels oder Kappen und Strauben zeinicht Silber gewachsen/ da das Holtz nicht viel uͤber 20. Jahr im Berg ist gele- gen. Daselbst hat man auch zu Tage ausgefordert einen tauben Wißmuth/ und auf der Halle besonders gestuͤrtzt/ nach etlichen Jah- ren hat man etliche Marck Silber draus gemachet. Desgleichen hat man auf der Unruhe einen Kobelt ausgefuͤhrt/ der nichts ge- halten; da er aber eine Zeitlang am Wetter gelegen/ hat man Sil- ber drinnen gefunden: drum lassen Gehaͤng und Gespreng sich und ihre Fruͤchte offt sehen; Ja die Erfahrung lehret/ daß ein Fleck in Westphalen Khurbach/ da etliche Einwohner ihr Reuten/ Graupen/ und Schlichhauffen haben/ daß sie je in 4. Jahren einen arbeiten/ und Gold daraus waschen; wie auch Salpeter- und Alaun-Hallen/ wann man sie eine Zeit ruhen laͤsset/ wieder besser werden. Also wachsen die Ertze aus Staub/ Erd/ oder Asche/ und feuchten feisten Duͤnsten oder Brodmen/ oder fetten und effern Wasser/ so die na- tuͤrliche Hitze zusammen schmeltzet/ oder die aus dem Gestein in die Gaͤnge brodmen/ woraus alsdann eine Guhr wird/ welche so fer- ner aus denen Straßen guͤhrt und treufft und einer Butter-Milch nicht ungleich siehet/ diese Guhr oder Schweflicht Qvecksilbrichte Materie nun/ wann sie zusammen lauffet oder treufft/ leget sich in Kluͤfften und Gaͤngen oder inliegenden an/ wie man in Glas Ertz- Stuffen siehet/ daß die fluͤßigen und ungestandenen Tropffen auff- einander getroffen und also geliefert und gestanden seyn/ biß sie end- lich in der Kaͤlte recht lieffern und gestehen. Daher die Berg- leute sagen/ daß die Ertze aus Schwefel und Qvecksilber herwach- sen.ꝛc.ꝛc. Biß hieher Matthesius: Ja daß die Ertze und Metallen nicht Beschreibung des Fichtelbergs. nicht nur im Wasser/ wie oben erwiesen; noch allein unter der Er- den/ und auf Hallen uͤber der Erden/ wie wir jetzt nacheinander dargethan/ gezeuget und gebohren werden/ sondern so gar aus der Erden herfuͤr zu Tage auswachsen/ und herfuͤr dringen/ das bekraͤff- tiget als ein Augenscheinlicher Zeuge Hr. D. Joh. Joachim Becher in seiner Natur-Kundigung der Metallen p. m. 1. 2. mit folgenden Worten: Jch habe/ spricht Er/ einen Bolum gesehen/ welcher mit goͤldenen Adern durchwachsen mit stattlichen Kraͤfften ist begabt ge- wesen/ und dieses kan in unterschiedlichen dergleichen Erden gefun- den werden/ welche entweder Solarisch/ Martialisch/ Venerisch/ oder Saturnisch seynd/ bevorab/ wo sie uͤber Berg-Adern wachsen/ dann also streichen die Berg-Duͤnste durch/ und perfum iren sie/ wie solches NB. bißweiln auch gar in Vegetabili en geschiehet/ welche uͤber solchen minerali schen Adern gewachsen seyn; gestaltsam ich eine Eine merck- wuͤrdige Hi- storie des Goldwach- sens. Wein-Rebe mit Weintrauben gesehen hab/ welche in Ungarn uͤber einer goͤldischen Ader gewachsen/ und an welcher nicht allein der Stengel/ als wie mit goͤldenen Spinnenfaͤden umbwunden ist ge- wesen/ sondern auch in etlichen Beerlein haben sich gediegene Gold- Koͤrnlein gefunden/ dieser Weinstock hat einen rothen Wein gege- ben/ von welchem ich auch getruncken habe: Biß hieher/ Herr D. Becher. Nun ist wohl gewiß/ daß die Trauben von diesem Wein- stock alle Jahre seynd abgelesen worden/ weil nun in diesem Jahr/ da Hr. D. Becher die mit Gold umbgebene Wein-Rebe samt denen Gold-Koͤrnlein in denen Beeren gesehen/ das Gold auch muß zu Tage an denen Reben und in die Beere ausgewachsen seyn; Wer will sich nun erkuͤhnen den Wachsthum der Metallen/ und zwar in einem einigen Jahr zu laͤugnen/ es sey dann/ daß man alle Raison, alle Experienz und zugleich fidem historicam auffheben und sich selbst die Augen blenden wolle. Von dem Gebuͤrg des Fichtelbergs. Nachdem wir die Fluͤße des Fichtelbergs/ und die darinnen Vom Ge- buͤrg des Fichtel- bergs. enthaltene Schaͤtze samt dem Wachsthum der Metallen biß hie- her betrachtet haben/ so wollen wir einmahl die Wasser verlassen/ und uns auf das Land begeben/ da wir dann Berg und Thal/ Wild- G 2 nuͤße Beschreibung des Fichtelbergs. nuͤße und angebauete Felder und Wiesen/ Felßen und Klippen/ Hoͤh- len und Loͤcher zu Gesichte bekommen. Damit ich aber bey der von dem seel. Hn. Bruschen in Beschreibung dieses Gebuͤrgs an- gefangenen Ordnung bleibe/ so werde ich so viel als moͤglich seine Worte auch behalten/ dasjenige aber/ was ich als ein Augenschein- licher Zeuge selbsten observ iret/ fleißig mit beyfuͤgen. Solchemnach Celtes erster teutscher ge- croͤnter Poet. hat offt ernannter Hr. Autor aus dem Celte dem ersten Poeten/ so in Teutschland von Kayserl. Majestaͤt Haͤnden auf einem Reichs- Tag ist gecroͤnet worden/ angefuͤhret/ daß der Fichtelberg sey und Fichtelberg ein Haupt des Schwartz- Waldes. genennet werde ein Haupt des Schwartzwaldes/ welches dann un- ser Autor auch gaͤntzlich vor wahr haͤlt/ daß ihm also sey/ und recht also von der wunderbahren greulichen Hoͤhe wegen genannt wer- de; indem nicht allein dieser Berg/ sondern auch das gantze herum- Der hoͤchste und gesun- deste Ort in gantz Teutschland ist am Fich- telberg/ in specie bey Weissen- stadt. liegende Laͤndlein/ so man am Fichtelberg nennet/ fuͤrnehmlich aber die Gegend/ so am naͤchsten umb Weissenstadt lieget/ der hoͤchste und darum auch gesundeste Ort von gantz Teutschland ist. Wel- ches auch Kayser Maximilian I. Hochloͤbl. Gedaͤchtnuͤß/ soll affir- m irt und bezeugt haben/ da seiner Kayserl. Majestaͤt einsmahls ein Edelmann Veit von Bith/ Kayserlicher Rath/ viel von gemeldten Bergs Art/ Natur/ und Gelegenheit gesagt hatte. Wie dann gewiß ist/ daß nicht nur die Leute in besagter Gegend gemeiniglich sehr alt/ sondern auch wenig kranck/ ja wann sie kranck/ meistens oh- ne Artzney wieder gesund werden/ und wird man fast ordentlich ob- serv iren/ daß jaͤhrlich ein gut Theil mehr gebohren werden/ als ster- ben/ welches sonderlich von der Weissenstaͤdter Gegend zu observ i- Die Stuͤcke des Fichtel- bergs. ren. Es hat aber offtgenannter Berg so viel Stuͤcke/ Hoͤrner/ Seiten/ und gleichsam Glieder/ die sich in mancherley Lande aus- theilen/ daß man die kaum kan oder mag erzehlen/ wovon etliche von Auf etlichen Bergen die- ses Gebuͤrgs kan man viele Laͤnder sehen. einer solchen entsetzlichen Hoͤhe seynd/ daß man auf deren Gipffeln viel Staͤdte/ Flecken/ Doͤrffer/ ja gantze Laͤnder zu Gesicht bekom- men kan/ dann da siehet man das Fuͤrstl. Burggraffthum Nuͤrm- berg oberhalb Gebuͤrgs fast biß an die Nuͤrmberger Gegend. Man siehet das Bambergische/ Coburgische/ Voitlaͤndische/ Ober-Pfaͤl- tzische/ ja in die Ferne das Saͤchsische/ und so gar tieff in das Boͤh- mische und dessen Gebuͤrg hinein. Also/ daß man in dem Umkreiß weit Beschreibung des Fichtelbergs. weit uͤber 50. teutsche Meilen das Auge kan herum wandern lassen. Die fuͤrnehmsten Glieder des Fichtelbergs nun seynd die Los - oder Los- oder Luchsburg. Luchsburg/ eine gute halbe Stunde lincker Hand oberhalb Wun- sidel/ einer nach Herrn Bruschii Beschreibung unuͤberwindlichen schrecklichen Hoͤhe/ worauff noch heutiges Tages alte Burgstellen eines Raub-Schloßes etwan der Edelleute von Losburg/ welches vor alten Zeiten die Herrn von Eger zerstoͤret und zerworffen ha- ben. Woher der Nahme Losburg komme/ stimmen die Autores nicht uͤberein; Brusch zwar will bemeldter maßen/ daß die Wild- nuͤß und darin sich befindliche Raubschloͤßer den Nahmen von dem Geschlecht der Edelleute sollen bekommen haben/ allein Herr D. Pertsch in seinen Originibus Bonsideliensibus p. m. 38. zweifelt gar sehr/ ob iemahl ein dergleichen Adelich Geschlecht dieses Nahmens gewesen: Er will hingegen/ daß dieser Nahme vielmehr herruͤhre von dem gegebenen Zeichen und Loos/ welches diese Raͤuber andern ihres gleichen/ (wann sie Beute vermercket/ und darauf gesamter Hand ausfallen wollen) gegeben: dann daß der Ort von denen darauf veruͤbten losen Haͤndeln solle also seyn benamset worden/ will er nicht glauben. Die aber den Nahmen von dem grimmigen Thier dem Luchsen herfuͤhren wollen/ haͤlt er vor blinde oder doch sol- che Leute/ die weniger Scharffsichtigkeit/ denn die Luchsen/ haͤtten/ und mithin der Jaͤgerey gantz unerfahren waͤren/ indem nehmlich dergleichen Thiere dieser Gegend nicht anzutreffen. Deme sey nun wie ihm wolle/ so ist doch gewiß/ daß vor etlichen Jah- ren in dem fast durch gantz Europa ungemein sich kalt erzeigten Winter die Bauern zu Sichersreuth/ einem Dorff/ so eben nicht weit von der Losburg ablieget/ in dem Schnee durch ihr Dorff Luchsen gibt es auf der Losburg. Fußtapffen eines ihnen unbekanten Thiers gespuͤret/ und als solche der auf den Forst achthabende Unter-Knecht wahrge- nommen/ hat er sie vor Luchsspuren erkannt: Wie es dann/ wo mir recht ist/ in dem gleich darauf folgenden Fruͤhling die Er- fahrung gegeben/ daß man sich dißfalls nicht betrogen; dann da die Schaaf-Heerde zu Ober-Redwiz/ einem Ritter-Guth/ so der- mahlen der Hoch-Wohlgebohrne Herr Christoph Casimir von Hr. Chri/ stoph Casi- mir von Waldenfelß besessen/ in das unweit davon gelegene Holtz Buzenreuth G 3 getrie- Beschreibung des Fichtelbergs. Waldenfels erleget ei- nen Luchsen in dem Holtz Buzenꝛeuth. getrieben wurde/ spuͤreten die Schaf-Hunde einen Luchsen auf ei- nem Baum sizend aus/ der Schaͤfer solches Thier auf gegebenes anschlagen der Hunde wahrnehmend/ gienge fort/ es besagtem Hn. von Waldenfelß anzuzeigen/ der dann sogleich sich dahin erhoben/ das Thier geschossen und ertoͤdet/ und sodann zur Hoch-Fuͤrstl. Hoffhaltung nacher Bayreuth eingeliefert/ an dessen Zizen man wahrgenommen/ daß es ein junges gesaͤuget. Nachdem nun Sichersreuth zwischen der Losburg und dem Buzenreuth lieget/ so ist wahrscheinlich/ daß aus dem ersten Ort durch das Dorff in den andern Wald dieses Thier muͤsse seinen March genommen ha- ben; nachgehends biß ich auch von einem Bauern zu Leutendorff berichtet worden/ daß/ als er in dem dabeyliegenden Holtz/ welches ebenfalls nicht weit von der Luchsburg ist/ Streu gehauen/ habe er hart an sich etwas blasen und speyen hoͤren/ wie die boͤsen Ka- tzen zu thun pflegen/ da er sich nun umbgesehen/ waͤre es ein greulich grosser Luchs gewesen/ welcher in Mannslaͤnge an einem Baum hin- auf geklettert/ so daß er vor Schrecken davon gegangen: uͤber dieses bin ich glaubwuͤrgig von dem Unter-Knecht berichtet worden/ daß er zuweiln etliche dergleichen Thiere gespuͤret/ aber wegē der entsetzlichen Felßen und Klippen ihnen niemahls beykommen koͤnnen. Wann nun sonsten in der gantzen Gegend des Fichtelbergs dergleichen Thiere meines Wissens nicht als nur in der Luchsburg und beym Tisch nacher Gold-Cronach zu gespuͤret worden/ so koͤnte es ja doch wohl seyn/ daß diese Wildnuͤß von dergleichen Raubthier den Nahmen fuͤhret; wann es anders nicht aus dem alten teutschen Wort Lugen/ das ist/ schauen/ sehen/ her zu derivir en ist; also daß Lugsburg/ so viel als Schauburg hiesse. Dann man sagt am Fichtelberg noch heute zu Tage/ ich will Lugen/ das ist/ ich will schauen oder sehen. Wann man nun von Wunsidel aus diese Losburg oder Luchsburg besteigen will/ so gehet man neben einem Crystallen Jm Weg an der Losburg. Hohlweg hinan/ in diesem Hohlweg giebt es viele Crystallen/ und Crystallen-Druͤsen/ deren ich selbst einige zu etlichen Pfunden auf- gehoben/ und mit mir genommen/ jedoch gedeyhen diese grosse sel- ten zur Reiffe/ je kleiner sie aber seynd/ je reiffer sie auch werden/ mehrentheils langstrachlicht mit 6. Ecken/ als wann sie schon ge- schliffen Beschreibung des Fichtelbergs. schliffen waͤren/ wann man nun hoͤher hinan kommet/ so præsen- tir et sich uͤber denen an beeden Seiten angebaueten Feldern/ ein flaches weitlaͤufftiges ungebauetes Feld/ so uͤberaus beqvem zum exercir en der Soldaten ist. Von fernen aber præsentir t sich im Wald eine hohe steinerne Pyramyde, die von weiten aussiehet/ als Pyramide von Felßen. waͤre sie durch Kunst gemachet/ und so man sie in der Naͤhe be- schauet/ solte man doch dafuͤr halten/ eines Kuͤnstlers Hand haͤt- te sie aus dem groͤbsten gehauen/ da sie doch von Natur so stehet/ es brauchte auch nur noch etwas Muͤhe/ so wuͤrde sie voͤllig regel- maͤßig/ sie ist in der Hoͤhe eines kleinen Hauses. Kommet man noch weiter hinauf/ so lieget zur lincken Hand/ wo eigentlich die hohen unersteigliche Felßen und unwegsame Klippen angchen/ ein Felß/ wie ein grosser Backofen geformet/ auf welchem wieder ein andrer noch schwerer und groͤßerer Felßen/ welcher gar breit und raͤumlich ist/ so daß man drauf fuͤglich tantzen kan/ lieget/ der untere aber hat in der mitten einen Spalt gegen den Erdboden zu/ etwan eines halben Zolls weit von einander/ daraus fliesset mit grosser Verwunderung der Anschauenden das allerhelleste haͤrteste und gesundeste Wasser/ welches bereits manchen Krancken/ den darnach geluͤstet/ erlabet hat/ insgemein wird es der Apffelbronn Apffelbroñ. genennet; warum aber/ kan Niemand wissen/ weiln weder wilde/ noch zahme Aepffel allda wachsen; wann es etwan nicht heissen soll so viel/ als Abfall-Bronnen. Unter diesen Felßen hoͤret man nun zwar das Wasser rauschen/ allein wo es herkommet/ das kan man nicht sehen. Hier nun uͤber diesem Apffelbronn fangen die Felßen Hohe Fel- ßen. an immer Haͤuser hoch auffzusteigen/ ja sie thuͤrmen sich gantz uͤber einander/ daß immer einer uͤber den andern/ auf dem andern und hinter dem andern herfuͤr raget/ viele davon sind wegen ihrer Jeche gantz und gar unersteiglich/ andere aber/ ob sie gleich zuweiln hoͤher/ als jetztbemeldte/ koͤnnen dennoch erstiegen und darauff in Boͤh- men und Sachsen/ auch in die Pfaltz weit und breit gesehen wer- den. Die Natur hat sicherlich in dieser Felßen- und Klippen-vol- ler Wildnuͤß manch Wunder vorgestellet/ wie wir nicht nur an ge- dachter steinernen Pyramide und Apffelbronn ersehen/ sondern es erhellet auch solches an denen entsetzlichen hohen/ und dem/ der darob herab Beschreibung des Fichtelbergs. herab schauet/ Schwindel verursachenden Felßen. Bald auf einer maͤßigen Hoͤhe/ ober dem Apffelbronn rechter Hand/ liegt ein ent- setzlicher breiter Felß/ welcher viele andere immer in- und auseinan- der gehende kleinere statt eines Daches bedecket/ diese untere kan man zwar durchkriechen/ aber nicht durchwandeln/ dann sie ma- chen eine niedrige von Mittag gegen Mitternacht durchsichtige Hoͤhle mit vielen Winckeln aus. Auf der Seiten gegen Abend dieser Hoͤhle ist ein Stein-Felß/ so hoch ein Mann langen kan/ der ist ausgehoͤhlet/ daß ein Mensch gar beqvemlich sich darinnen an- lehnen und auf einem Stein darunter zugleich sitzen kan/ zu dessen beeden Seiten gehen 2 Felß-Waͤnde schreeg hinaus/ und oben dar- uͤber strecket sich bemeldter breiter Felß als ein Obdach/ so daß es im Sommer ein feines Musæum in der Wildnuͤß abgiebt/ dann von allen Seiten ist man bedeckt/ nur von Abend stehet es offen/ hinge- gen stehen daselbst die anmuthigste junge Tannen und Fichten/ welche das Gewitter von Abend her auch aufhalten. Gehe ich von hier/ weiter zur Lincken hinauff/ so finde ich breite Felßen/ da nicht 1. 2. oder 3. sondern viele wie Blaͤtter-weise aufeinander liegen/ end- lich aber werde ich von so entsetzlichen Felß-Waͤnden umbsetzt/ die weder zu ersteigen/ noch zu durchkriechen seynd/ da siehet man aus einer undurchkommlichen Hoͤhle in die andere/ dann weil alles steil- und gehe abgehet/ kan man unmoͤglich darinnen hafften. Wendet man sich von da wieder weiter im Umkehren rechter Hand hinauf/ so hat man etliche uͤbereinander gethuͤrmete Felßen mit dazwischen fallenden Kluͤfften ziemlich beschwerlich zu uͤbersteigen/ wann solche aber gewonnen/ so trifft man einen von Felßen und Baͤumen um- setzten kleinen Platz an/ worauff einige Mannschafft stehen kan/ ge- gen Mitternacht aber gehet eine enge Oeffnung in Felß-Waͤnden hinein/ und von dannen uͤber ein paar Schritte steiget man wieder in eine weitere Oeffnung/ welche ungefehr von Anfang biß zu Ende 25. biß 30. Schuhen lang seyn mag/ uͤber solche raget gegen Abend ein entsetzlicher/ dicker/ breiter/ und langer Feiß als ein Dach schrege herab/ so daß man von Anfang biß fast zum Niedergang der Son- nen das Licht in dieser Hoͤhle haben kan/ diese ist in der gantzen Luchsburg die raumlichste/ daß man darunter kan spatzieren gehen. Denck- Beschreibung des Fichtelbergs. Denckwuͤrdig ist es/ daß vor ungefehr 30. Jahren ein melancholi- Ein melan- cholisches lediges Weibsbild wohnet etli- che Jahre in einer Hoͤhle auf der Los- burg. sches Weibsbild/ ledigen Standes/ sich hieher in diese Hoͤhle ver- fuͤget/ etliche Jahre vor sich darinnen gehauset/ und endlich auch ge- storben ist. Von dieser Hoͤhle/ (wann ich darinnen bin/) muß ich mich wenden lincker Hand/ so kan ich durch die Felßwand schrege gehen/ und dann muß ich sogleich wieder rechter Hand mich wen- den/ so steige ich Suͤdost (zur Lincken eine entsetzliche Felßwand lie- gen lassend/ die ich aber zur Rechten jetzt zugleich uͤbersteige/) an/ und da kan ich abermahl rechter Hand eine Hoͤhle antreffen/ die wunderbahr in einander gehet. Auf deren rechten Seiten/ zwi- schen lauter Felßen-Waͤnden eine entsetzliche Tieffe ist/ wer da hin- einkommet/ wird schwerlich ohne Kunst wieder herauskommen koͤn- nen/ ungeachtet alles an dem Tag lieget/ daß man den Grund sehen kan; Ursache/ es ist alles steil/ jehe und gerade ab; Diese Hoͤhle lassen wir zur Rechten/ und ersteigen gerade an das erste Raub- Schloß auf deßen zu Hauff gefallenen und mit Baͤumen/ Staud- ten/ Rasen und Moos bewachsenen Stein-Hauffen/ so als ein jeher Felß sich in die Hoͤhe erstreckt. Hier sehen wir nun ein beruffenes Erstes Raubschloff auf der Los- burg. zerstoͤrtes Raub-Nest/ wovon gegen Nord-Ost noch ein starckes Stuͤck Mauer (woruͤber man sich nicht genug verwundern kan/ daß es in so langer Zeit vom Gewitter hat koͤnnen unbeschaͤdiget bleiben) von ungemeiner Festigkeit auf hohen starcken Felßen ge- gruͤndet/ mit einer Schieß-Scharten zu sehen. Man muß erstau- nen/ wie Leute sich in diese Wildnuͤße/ auf anderer Menschen Ungluͤck zu lauern/ sich haben setzen koͤnnen; noch entsetzlicher ist es/ daß in so greulichen Wildnuͤßen die rauberische Leute haben koͤnnen ohne Feldbau/ und anderen noͤthigen taͤglichen Unterhalt subsist iren/ (da man heute zu Tage gar nicht siehet/ wo sie nur genugsames Wasser vor die Pferde/ꝛc.ꝛc. moͤgen gehabt haben/) am erstaunlichsten a- ber ist es/ daß in so abscheulichen abgelegenen und fast unausforsch- lich u. unersteiglichen Orten dergleichen Raub-Nester haben koͤnnen attaqv irt/ bestuͤrmbt und erobert werden: Allein hievon soll unten ein mehrers folgen. Jnwendig in denen Ruderibus sehen wir noch Daselbst so ein Schatz liegen. ein oder zwey Stuffen von einer Treppen/ welche vermuthlich in den so beruffenen Keller gehen/ worinnen ein grosser Schatz liegen H soll/ Beschreibung des Fichtelbergs. soll/ der sich der Leute und Wahlen-Buͤcher Sage nach/ am Sonn- tag Epiphanias zu zeigen pflege. Von hier aus wendet man sich gegen Suͤden abwerts/ und gehet so dann gegen Osten eine kleine Strecke/ da man unterdessen wunderbahre auf- und uͤbereinander liegende Felßen zu Gesichte krieget/ alsdann (wann man will) wen- det man sich gegen Norden in unterschiedliche Felßen-Hoͤhlen ein- werts/ und betrachtet deren wunderbahre in- und aneinander Haͤuf- fung/ biß man wieder schrege durch 2. Felßenwaͤnde schlieffet/ und re- Das andere Raubschloß auf der Los- burg cta gegen das andere alte Raub-Nest/ wovon auch noch einige weni- ge Rudera vorhanden/ ansteiget. Hier siehet man an etlichen Orten mit grossem Entsetzen wieder tieff hinab/ daß einem/ der es nicht gewoh- net/ die Haut schauert. Von diesem Raub-Nest/ weiter gegen Ost/ und Suͤd-Ost hinaus/ præsent iren sich hoch aufgethuͤrmte und an etli- chen Orten unersteigliche entsetzliche Klippen/ Felßen/ duͤstere und Wohnungē der Nacht- Eulen/ Uhu- hen/ Geyern und ande- rer grosser Raubvoͤgel. moderichte Spelun cken/ und Loͤcher/ welches rechte Wohnungen der Nacht-Eulen/ Uhuhen/ Geyern und anderer grosser Raub-Voͤgel seynd/ die man auch in dieser gantzen Gegend sonsten nirgend zu Gesichte krieget/ dann hier/ wie ich dann zu etlichen mahlen einen gesehen/ welcher wenigstens noch einmahl so groß als ein Huͤner- Geyer gewesen. Hinten besser nach Suͤden/ gegen dem Dorff Wendern ist ein Felßichter Grund/ woselbst in einer Klippen-Hoͤh- Ziegeuner- Lager. le die Ziegeuner oͤffters ihre Niederlage haben/ daher derselbe Oꝛt von etlichen das Lager genennet wird. Von obigem alten Schloß gegen Suͤdwesten ist ein ziemlicher Weg biß man an ein gantz Gehaͤng Felßen und Klippen kommet/ die wie Thuͤrmer hoch aufsteigen/ und blaͤtter-weiß uͤbereinander liegen/ welche gantz unersteiglich seynd/ so daß man auf die obersten Gipffel gar nicht kommen kan/ dieses Haberstein auf der Los- burg. ist der so beruffene Haber-Stein/ d. i. hoher oder erhabener Stein/ welcher nebst der daran liegenden noch unvergleichlich weit hoͤhern Coͤßein auf viel Meilwegs weit vor allen andern Bergen kan gese- Woraus diese Felßen bestehen? hen werden. Diese Felßen bestehen aus sehr festem Gestein/ wel- ches mit roͤthlicher Farbe hin und her durchzogen und dick mit schwartz-braunen auch gelb- und weißglaͤntzenden Talck-Koͤrnern zu was sie zu gebrauchen? eingesprengt ist; Man kan schoͤne Qvater-Stuͤcke und Pfosten zu Thuͤren und Fenstern/ wie auch Moͤdel/ so denen Rothgießern zu ihrer Der Kleine Haberstein pag. 58. Der Große Haber Hlein pag. 58. Beschreibung des Fichtelbergs. ihrer Arbeit dienlich/ daraus machen/ weswegen sie auch weit und weꝛden weit und breit verfuͤhret. breit nach Nuͤrmberg/ Franckfurt/ Mayntz/ Coͤllen/ ja gar nach Holland gefuͤhret werden. Kein Gebuͤrg auf dem gantzen Fichtel- berg ist so gar voller und unersteiglicher Felßen und Klippen/ als e- ben diese Los- oder Luchsburg/ wie sie dann auch sonsten eine unge- heuere Wildnuͤß von Fichten und Tannen/ Wacholder und andern Baͤumen dichte besetzet ist. Weiln ich oben deß Kellers gedacht/ Von Eroͤff- nung der Schaͤtze und Berge. worinnen ein Schatz nach der Wahlen-Buͤcher Beschreibung lie- gen soll/ der sich am Sonntage Epiphanias zu oͤffnen pflege/ so erinnere ich mich dergleichen anderwerts gelesen zu haben/ daß auf dem Riesen-Gebuͤrg nahe bey dem Hirßbergischen Warmen Bronnen in Schlesien/ sonderlich auf der Aventrotburg unter dem Aventrot- burg. Stein mit 7. Eckenꝛc. sich auch dergleichen zu begeben pflege. Wie dann auch in des Teutschen Wunder-Manns J. B. P. T. Lebens- Historie J. B. P. T. Beschreibung gelesen wird/ daß als er in seiner Jugend seiner El- tern Viehe nebst andern Hirten-Jungen gehuͤtet/ habe er sich eins- mahls umb die Mittags Stunde von andern Knaben abgesondert/ und auf einen Berg (bey alt Seidenburg seiner Heymath/) die Lands-Cron genannt/ allein fuͤr sich gestiegen/ allda zu oberst/ wo es mit großen rothen Steinen fast einem Thuͤr-Geraͤthe gleich ver- wachsen und beschlossen/ einen offenen Eingang gefunden; in wel- chen er aus Einfalt gegangen/ und darinnen eine grosse Butte mit Geld angetroffen/ woruͤber ihn ein Grausen ankommen/ darum er auch nichts davon genommen/ sondern also ledig und eilfertig wieder heraus gegangen. Ob er nun wohl nachmahls mit andern Huͤte-Jungen zum oͤfftern wieder hinauff gestiegen/ habe er doch solchen Eingang nie mehr offen gesehen. Es ist aber selbiger Schatz nach etlichen Jahren von einem frembden Kuͤnstler gehoben und hinweg gefuͤhret worden/ woruͤber solcher Schatzgraͤber/ weil der Fluch dabey gewesen/ eines schaͤndlichen Todes verdorben. Eine Historie J. Beerens eines Medici noch viel nachdencklichere Geschichte von Eroͤffnung der Berge ist diejenige/ so sich mit dem beruͤhmten Medico Johann Beeren von Schweidnitz 1570. zugetragen/ und von Hrn. Baron Abraham von Franckenberg/ wie auch Hrn. Nicolao Henelio ab Hennenfeld, in Silesiographia renovata C. 11. §. 13. folgender Gestalt vorgetragen H 2 wird: Beschreibung des Fichtelbergs. wird: Jn vorigem Seculo lebte in der Stadt Schweidnitz ein Mann/ Nahmens Johann Beer/ dessen Vater ein Becker in Schweid- nitz gewesen/ als dieser seiner Gewohnheit nach im Jahr 1570. an dem gemeldter Stadt nahegelegenen also genannten Zottenberg umher spatzierte/ ward er an einem Ort des Gebuͤrgs einer zuvor niemahls bemerckten Oeffnung gewahr; heruͤber bedachte er sich/ was ihm zu thun? und gehet auf gefasseten Schluß in diese Hoͤhle des Bergs hinein; ihm kommet aber ein gewaltiger Wind mit et- was greßlichem Schauer entgegen/ welcher Ursach halber er da- mahls wieder zuruͤck gegangen ist. Nach etlichen Wochen ent- schließt er sich/ noch mahls in diese Hoͤhle zu gehen/ machet solches auch am Sonntag Quasimodogeniti werckstellig. Als er etwas tieff hinein kommet/ findet er einen gar engen/ doch gerathen Gang zwischen zwey Felßwaͤnden/ empfindet ferner keinen Wind/ er- blicket aber von weitem einen lichten Schein/ dem gehet er nach/ biß zu einer verschlossenen Thuͤre/ in welcher eine eingeschnittene Glaßscheibe/ wodurch der Lichtes-Strahl diesen finstern engen Gang gantz wunderlich beleuchtet. Hierauf klopffet er an der Thuͤr und zwar zum drittenmahl/ die wird ihm geoͤffnet/ er siehet eine kleine Hoͤhle/ und in derselben an einem runden Tisch 3. lange gantz abgemergelte Maͤnner gegen einander sitzen/ die hatten alt- teutsche oder Spanische Barete auf denen Haͤuptern/ sahen gantz betruͤbt aus/ und zitterten. Auf dem Tisch fuͤr ihnen lag ein schwartz Sammet mit Gold beschlagenes Buch. Er/ Beer/ schreitet uͤber die Schwelle in die Hoͤhle hinein/ stehet stille und spricht; Pax vobis! sie antworteten: hic nulla Pax; er thut einen Schritt gegen den Tisch/ und spricht nochmahlen zu ihnen/ Pax vobis in Nomine Domini: Sie erzitterten, sagen jedoch mit halber Stimme: Hic non pax. Er schreitet biß vor den Tisch/ wieder- hohlete: Pax vobis in Nomine Domini Nostri JESU CHRISTI! Sie erstummen mit Erschrecken/ Forcht und Zittern: Legen hierauf ihm das vorgemeldete Buch vor/ dieses oͤffnet er/ besiehet den Titul, der lautet: LIBER Obedientiæ. Hierauf fragt Beer/ wer sie waͤren? sie antworteten/ sie kenneten sich selber nicht. Er fraget ferner: was sie am diesem Ort macheten? Sie sagten: Sie erwarteten mit Beschreibung des Fichtelbergs. mit Schrecken das ernste strenge Gerichte GOttes/ zu empfahen den Werth ihrer Thaten. Er faͤhret fort: Was sie dann gewuͤr- cket bey Leibes Leben? Sie zeigen auf einen Vorhang/ dahinter wuͤrde er finden die Zeichen und Zeugen ihrer Handlung. Er ziehet hierauf den Vorhang von der Seiten/ siehet eine grosse Menge allerhand moͤrderischer Waffen/ wie auch alte/ theils halb/ theils gantz verwesete Materien unterschiedlicher Dingen zusambt etlichen Menschen Gebeinen und Hirnschaͤdeln/ woraus erschienen/ daß ihre Wercke ihnen gefolget/ und daß sie Raͤuber und Moͤrder gewesen. (Wie dann die Schlesische Chronick unter andern vom Zottenberg und dem darauf zerstoͤrten Raub-Schloß [dessen Rudera noch vorhanden/] hievon auch gedencket.) Beer fragte sie: Ob sie sich zu diesen Wercken bekenneten? sie sagten: ja; Er: ob es gute oder boͤse Wercke? Sie sprachen: boͤse. Er: ob es ihnen leid/ daß sie solche boͤse Wercke gethan? sie antworteten nichts/ erzitterten nur. Er fragte ferner: ob sie bekenneten/ daß sie gute Wercke haͤtten thun sollen? sie antworteten: Ja. Er: ob sie auch noch gute Wercke wuͤrcken/ und gut seyn wolten? sie sag- ten: sie wuͤsten es nicht. Beer sagte: GOtt das hoͤchste Guth hat alle Dinge/ sonderlich aber die Menschen gut/ und zu guten Wer- cken erschaffen; weil ihr dann bekennet/ daß diese eure Wercke boͤse seynd/ und ihr aber haͤttet gute Wercke thun sollen/ so muͤsset ihr auch bekennen/ daß auch euch GOtt anfaͤnglich gut/ und zum Gu- ten erschaffen/ und ihr also gute Wercke thun sollet/ und koͤnnet/ wann ihr nur selber wollet/ dann GOtt hat nichts boͤses gemachet/ noch unmoͤgliches zu thun gebothen. Sie sagten/ sie wißten von keinem Wollen/ koͤnten in sich nichts finden/ noch empfinden/ Boͤses oder Gutes zu wollen. Er haͤlt also an/ und spricht: ihr sehet aus eueren eigenen Worten/ daß ihr erstlich gut gewesen/ und Gutes ge- wolt/ aber euch vom Guten entbrochen/ und boͤse worden/ dann es ist nach GOtt kein Ding so gut/ es kan boͤse werden/ wann es sich scheidet und trennet von GOttes guten Willen/ und sich kehret zu seinem eignen boͤsen Willen; hingegen aber/ so ist es auch nicht so boͤse/ es kan wieder gut werden/ wann es sich haͤlt zu dem Gantzen/ wovon es abgewichen und getheilet/ und boͤse worden uͤber und wi- H 3 der Beschreibung des Fichtelbergs. der das Gantze/ und solches darum/ weil GOtt keinen Gefallen an denen Gottlosen hat/ sondern will/ daß ihnen allen solle geholffen werden/ und sie zum guten kommen. Wie es nun ist moͤglich gewe- sen/ daß ihr euch dem Guten entnommen/ und aus dem Guten in das Boͤse kommen seyd/ also ist es auch nicht unmoͤglich/ daß ihr aus dem Boͤsen wieder koͤnnet zu dem Guten gelangen/ und mit GOtt dem hoͤchsten einigen Guth und Gantzen versoͤhnet und geei- niget werden/ so ihr nur das von GOtt gegebene Mittel/ nehmlich das Wollen und Begehren wieder gut zu werden und zu GOtt zu kommen wollet ergreiffen/ und bestaͤndig darinnen fortfahren und verharren. Sie werden daruͤber bestuͤrtzet/ befinden zwar auch et- was Aenderung bey sich selber/ stehen dennoch im Zweifel und Un- wissen/ ob sie koͤnnten oder wolten das Wollen und Koͤnnen in sich selber finden/ und fortstellen. Weil aber unterdessen die Stunde der Offenbahrung verlauffen/ und die Zeit zum Ausgang vorhan- den/ laͤßet Autor gedachte 3. Maͤnner auf weiters Besinnen beysam- men/ zeiget ihnen auch im Proceß der Hoͤllenfahrt und Aufferste- hung JEsu Christi/ den Weg GOttes recht/ und nimmet also Ab- schied von ihnen/ mit vermelden/ ob es dem HErrn seinem GOtt gefaͤllig/ wolle er uͤber 8. Tage wieder zu ihnen kommen. Gehet darauf im Nahmen und Geleite GOttes wieder aus dieser Hoͤhlen des Zottenbergs in den Tag hinaus. Ob er aber uͤber 8. Tage wieder in den Berg gegangen/ habe ich Abraham von Francken- berg von seinem Lehrjuͤnger Johann Springer nicht koͤnnen er- fragen/ wiewohl nicht allein dieser Johann Springer/ sondern auch Joh. Beers hinterlassene Wittbe/ eine verlebte Gottliebende Ma- tron von diesem und andern Dingen gute Wissenschafft getragen/ mit vermelden gegen ihren Tochter-Mann/ einen Evangelischen Prediger zu Adelsbach/ (von dem ich A. v. F. es muͤndlich gehoͤret/) daß uͤber andern Sachen in selbiger Wunder-Hoͤhle auch noch ein schoͤnes Positiv mit Silber vergoͤldeten Clav iren gestanden/ auf wel- chem Joh. Beer/ vielieicht die Geister zur Erkaͤnntnuͤß ihrer sel- ber/ und dem Lobe GOttes zu erwecken/ zu unterschiedenen mahlen solle gespielet/ und also ferner mit diesen verschlossenen und ver- bannten Geistern geredet haben. It. berichtete sie/ sie haͤtte gar offt bey Beschreibung des Fichtelbergs. bey Nacht einen lichten Schein umb ihr Bette gesehen/ vor wel- chem sie sich erstlich entsetzet/ aber von ihrem Mann berichtet wor- den/ sie solle sich nicht fuͤrchten/ dann es waͤren die heiligen Schutz- Engel GOttes/ welche durch ernstlich anhaltendes Gebeth ihnen zum Dienst und Trost von GOtt gegeben/ ihre Nachtwache mit himmlischen Gespraͤchen von GOtt allda versorgten. Worauff sie ruhig und andaͤchtig/ wie auch aufmercksamer auf sich selbsten wor- den/ und mit ihrem Ehe-Herren gar eine Christliche und friedliche Ehe besessen. Durch diese Geschichte ist Joh. Beer bewogen wor- den ein Buͤchlein zu schreiben von Gewinn und Verlust/ d. i. ein geistlicher und sehr nuͤtzlicher Bericht/ wie man allerley geist- liche und leibliche/ himmlische und irrdische Guͤther gewin- nen und verliehren kan/ aus denen Schaͤtzen GOttes herfuͤr ge- geben durch einen getreuen Liebhaber der Goͤttl. und natuͤrli- chen Wahrheit. Wofuͤr A. v. Franckenberg eine Vorrede gema- chet/ in welcher er berichtet/ daß besagter Joh. Beer an. 1570. nicht weit von Bolckenheim in Schlesien gelebet/ fleißig in H. Schrifft und Taulero stud iret/ und nachdem er zuvor nach dem Rath Pauli Col. II, 8 und dem Exempel der Apostolischen Gemeinde zu Epheso Act. XIX, 19. die Buͤcher der heydnischen und vorwitzigen Kuͤnste hinweg gethan/ durch unablaͤßliches Gebeth/ und GOttes gnaͤdi- ges Erbarmen und Einleuchten endlich neben Goͤttlicher und natuͤr- licher Erkaͤnntnuͤß der Artzney auch die Gabe bekommen/ durch die geheime und versiegelte Pforten der Berge in die untern Oerter der Erden einzugehen/ und NB. daselbst nebst wuͤrdig- und noth- duͤrfftigen Gebrauch des innliegenden Gutes/ den Geistern in der Gefaͤngnuͤß zu predigen. \&c.\&c.\&c. Aber genug von diesem. Nunmehro muͤssen wir unserer Losburg Schloͤßer ihre Zer- stoͤhrung auch in etwas betrachten/ wie solche angefangen und vol- lendet worden. Nachdem nehmlich diese GOtt- und Edel-lose Edelleute des Pluͤnderns/ Raubens/ Mordens und dergleichen so viel machten/ daß alle Strassen unsicher und nicht mehr frey zu betreten waren/ zumahlen da dieser verfluchten Raub-Nester al- lein umb Wunsidel 12. anzutreffen waren/ die einander treffli- che Huͤlffe in ihrer Boßheit leisteten/ welche hernach ein jedes an seinem Beschreibung des Fichtelbergs. seinem Ort sollen benannt werden/ so dachte der Stadt Magistrat in Eger mit allem Ernst darauf/ wie diesem hoͤchstschaͤdlichen Un- wesen moͤchte abgeholffen werden/ nun merckten sie wohl/ daß die Sache wegen des engen Paßes dahin/ und der so hohen stei- len und jehen Felßen/ sich unmoͤglich mit Gewalt wuͤrde angreiffen lassen/ dahero war guter Rath theuer/ wie diese Unthiere mit List in die Falle zu bringen waͤren/ welches endlich durch Goͤttliche Schickung zu Werck gerichtet wurde/ denn als einsmahls die Besitzere der beeden Losburgischen Castellen auf den Raub aus- giengen/ und Niemand als die Wache zuruͤck liessen/ wurde solches denen Egerischen Herrn durch ausgeschickte Kundschaffter sogleich heimlich angezeiget/ welche alsobald eine schon dazu in Bereitschafft gehaltene bewehrte Mann schafft unten am Berg anrucken und also post iren liessen/ daß sie unter der Menge der Felßen/ Steine/ Klip- pen und Baͤume bedeckt siehen konten. Alsdann liessen sie eben so viel Mann mit eben dergleichen Montur und Pferden/ als sie wusten/ daß jene ausgezogen/ den Berg an march iren/ und sich de- nen Schloͤßern naͤhern. Die Wachten meinten also nicht an- ders/ als die Jhrigen waͤren es/ und kaͤmen mit einer guten Beute wieder/ weswegen sie solche ohne Bedencken ein march iren liessen/ aber in einem Augenblick wurden sie niedergestossen/ wornach auf gegebenes Zeichen der Hinterhalt voͤllig anruckte/ alles was ihm unter die Hand kam/ niedermachete/ und ohne Verweilen anfinge/ diese 2. Raub-Nester zu zerstoͤren/ auch nicht nachliessen/ biß sie zu ei- nem Steinhauffen worden/ wie solches alles Zeidler in denen Wunsidlerischen Geschichten/ und aus solchen der offtbelobte Hr. D. Pertsch erzehlet. Nunmehro stehen statt der Wacht-Thuͤrme ziemlich hohe Baͤume auf und an besagten Raubschloͤßern/ wozu annoch ein gebahneter Weg hinter dem Apffelbronnen sich hinumb ziehet. Nun wollen wir einmahl unsre Losburg verlassen/ und uns gegen Suͤdwest hinumb wenden/ so kommen wir den Haberstein rechter Hand vorbey gehend etwan eine Strecke Bergab zu der be- Coͤßein ist ruͤhmbten Coͤßein/ deren sogenannter Huͤgel/ oder vielmehr ent- setzlich hohe Felßen-Klippen vor allen Bergen des gantzen Fichtel- bergs auf viele Meilen in die Ferne gantz kaͤndtbar zu sehen; Gegen Abend Beschreibung des Fichtelbergs. Abend nun entspringet das Fluͤßgen Coͤßein genannt/ welches bey Redwitz ziemlich starck ist/ und sich darunter in die Trebnitz ergeußt. Wollen wir aber von diesem Broͤnnlein uns auf die Hoͤhe der Fel- ßen selbsten begeben/ so muͤssen wir erstlich gegen Norden an den Fuß der Klippen/ von hier aber gegen Westen geraden Wegs fast mit Haͤnden und Fuͤßen uͤber viele Klippen biß zur hoͤchsten Hoͤhe/ worauff nicht uͤber 3. Mann gantz schmal stehen koͤnnen/ mit ziem- licher Muͤhe klettern. Hier ist einer der allerhoͤchsten Oerter vom eines der al- lerhoͤchsten Oerter des ganzen Fich- telbergs. gantzen Fichtelberg/ worauf man sich weit und breit gegen alle vier Theile der Welt umb/ und etliche Laͤnder uͤbersehen kan. Ein nicht ferne von hier gegen Nord-Ost gelegener Berg und Wildnuͤß fast von gleicher Hoͤhe/ (so auch die Coͤßein genannt wird/) auf welcher aber kein so freyes Aussehen wegen der Baͤume ist/ machet mit un- serm jetzt gedachten Felßen in die Ferne ein Aussehen wie zwey Hoͤr- ner/ und scheinen beede hart aneinander zu stoßen/ da doch zwischen ihnen ein ziemliches mit einer grossen Wildnuͤß besetzetes ungleiches Thal ist. Zugleich præsent iret sich von ferne der Haberstein gantz nahe daran und fast gleicher Hoͤhe zu seyn/ allein in der That lieget er noch eine ziemliche Strecke gegen Nord-Ost von unserm Huͤgel/ und stehet dagegen als ein kleiner Zwaͤrg gegen einen grossen Riesen. Wann wir nun von diesem Coͤßein-Gebuͤrge gegen Suͤden und Suͤd-Westen in die obere Pfaltz hinein sehen/ so erblicken wir von fernen den Schwarzberg von einer grossen Hoͤhe/ auf dessen Gipf- Der Schwartz- berg. fel ein maͤchtiger Felßen ist/ der Berg ist gar Metallen reich/ ist nicht weit von der Stadt Chemnat in der obern Pfaltz in der alten Nariscen oder Norgauer Land gelegen. Nicht gar weit davon ist der Oehlberg/ worauf ein Doͤrfflein/ Oehlbronn genannt/ gehoͤret Der Oehl- berg. zur Graffschafft Waldeck und ist nicht weit davon. Neben diesem Berg ist einer zum Rothen Furth genannt/ welcher den Nahmen Der Rothe Furth. hat/ daß ehedessen ein reiches Gold-Bergwerck da gewesen: in die- sem Berg findet man unterschiedene Stollen und alte Gaͤnge/ dar- innen Gold und Silber verborgen/ so aber jetzt guten theils ver- fallen. Jngleichen die Floͤtze/ ist ein Berg/ woraus viel schoͤne Der Floͤtz- berg. Baͤchlein fallen. Zur rechten Hand besser herumb lieget der von Herrn Bruschen genannte Wiersberg/ welcher doch sonsten viel- Der Wiers- berg J leicht Beschreibung des Fichtelbergs. oder Geyeꝛsbeꝛg. leicht wegen der vielen allhier befindlichen Geyere der Geyersberg genannt wird/ umb welchen 2. schoͤne Fluͤße die Warme und Kal- te Steinach fließen/ so von des Fichtelbergs Gliedern herab kom- men. Gehen wir nun von unserer Coͤßein gegen Norden abwarts/ so lassen wir den Haberstein auf der Luchsburg rechter Hand lie- St. Con- radsberg/ gen/ und gerathen auf den St. Conradsberg eine Stund von Wohnsiedel/ auf diesem Berg stundte zu Bruschens Zeiten ein altes baufaͤlliges Kirchlein Sanct Conrad genannt/ welches aber schon vor gar vielen Jahren gantz und gar eingegangen. Hier ist dessen Bronnen solle Perlein hegen. ein huͤbscher Bronnen/ den Herr Brusch fuͤr koͤstlich und viel Lo- bens werth achtet/ und eben dieser ist es/ welcher nach der Wah- len-Buͤcher Relation zu Michaelis zeitige Perlein geben solle/ wie- wohl ich deren keine gefunden. Schloß Fahrenbach verborgener Gang unter der Erden daselbst. Nicht weit davon ist das Schloß Fahrenbach/ woselbst ein verborgener Gang unter der Erden weggehet/ zu dessen Ende man noch niemahlen gekommen; dergleichen hat es auch ehedessen auf der unfern von hier liegenden Luchsburg gegeben/ so aber nun- mehro verfallen. Muthmaßlich haben die alten Rauber derglei- War ein Raubschloß. chen verborgene Schlupffwinckel/ vermittelst deren sie unter der Ein gantzes Gehaͤng Ge- buͤrge. Erden zusammen kommen moͤchten/ gemachet/ wie dann der Fah- renbach ehedessen auch ein Raubschloß gewesen. Nun gehet ein gantzes Gehaͤng hoher Gebuͤrge zur lincken Hand von Fahrenbach Ehe- oder Oedewald. von Suͤden gegen Norden nacheinander weg. Dann da erstre- cket sich der so genannte Ehe- oder Oedewald an ein anders Ge- Matzen odeꝛ Hohe Metz. Kuͤnenberg/ Todtenkopf. buͤrg und Wildnuͤß die Matzen oder Hohe Metz genannt/ dann folgt der Kuͤnenberg und Todtenkopff/ von etlichen Felßen/ so einem Todtenkopff gleichen sollen/ aber gewißlich von einem Tod- Schieffer- stein u. Sil- ber-Anger, Blatten- berg. ten- oder doch bloͤden Kopff damit vergliechen worden/ also be- nahmset. Alsdann folget der Schiefferstein und Silber-An- ger/ woraus das Silberbroͤnnlein entstehet. Woher der Nah- me kommet/ ist ungewiß/ dann Silber wird hier nicht gefunden. Kleine Farmleuten mit dem Neubauer Weg. Hernach stoͤsset daran die Platten/ oder der Plattenberg/ vielleicht weil er oben platt ist/ also genannt; Nach diesem kommet die Klei- ne Farmleuten/ mit dem Neubauer Weg. Hart daran stoͤsset die Hohe Farmleuten/ wegen ihrer besondern Hoͤhe und des vie- Hohe Farm- len 1. Schneeberg. 2. Ochsenkopff. 3. der Nuͤßhart. 4. die hohe Farmleűten. 5. Platten. 6. der Hilberanger 7. der Todten kopff. 8. hohe Mätze. 9. Ode- oder Ehe Mald 10. hohe Cößein. 11. Haber Stein auͤf der Loosbuͤrg. 12. Fichtel Hee dieses seind die Hauͤpt gebürge deß Fichtelbergs im prospect. Beschreibung des Fichtelbergs. len darauf wachsenden Farmkrauts also benahmet. Dieser Berg leuten ist weit ausse- hend. ist oben gar breit und von Holtz daselbsten gantz entbloͤsset/ also/ daß man gegen alle 4. Theile der Welt ein freyes ungehindertes Aussehen uͤber die 40. Meilen in der Rundung herumb haben kan. Da siehet man weit hinein in Boͤhmen/ Sachsen/ Voigtland/ Franck enland/ obere Pfaltz/ \&c. koͤnnen gar fuͤglich etliche Esqva- dron s Reuterey darauff stehen/ dieser Berg lieget so beqvem/ daß man alle Gebuͤrge des Fichtelbergs darauf ersehen und betrachten kan; so hat er auch einen gantz freyen und raͤumlichen Horizont/ daß er deswegen wohl merit irte ein Observatorium Astronomicum auf sich zu tragen. Gegen Sud-Westen von hier gehet ein ordent- Bischoff- gruͤn/ eine Glashuͤtte daselbst. Seelohe. See. Ochsenkopff. licher Weg nach Bischoffgruͤn/ allwo eine Glaß-Huͤtte/ da unter Wegs man auf der lincken Seiten etwan eines Buͤchsen-Schußes weit zu der Seelohe und dem See kommen kan. Uber Bischoff- gruͤn/ wann man das Gesicht gegen Westen wendet/ lieget zur lin- cken Hand gegen Suͤden der so entsetzlich hohe Ochsenkopff/ wel- cher auch das Haupt und Hertz des gantzen Fichtelbergs ist/ und vor das hoͤchste Gebuͤrg uͤber alle die andern geachtet wird. Herr Bruschius hat seiner gar nicht erwehnet/ woruͤber ich mich nicht ge- nug verwundern kan. Herr M. Groß schreibet/ daß auch der Schneeberg von ihm an der Hoͤhe weit uͤberstiegen werde. Was mich betrifft/ so bin ich auf allen diesen Bergen gewesen/ stehe aber im Zweiffel/ ob der hochgelegene Schneeberg dem Ochsenkopff vieles bevor lassen solte: Von Bischoffgruͤn als dem nechsten Dorff daselbst/ hat man eine gantze Stunde lang hinauf zu steigen/ und ist der Weg zwar ziemlich beschwerlich wegen vieler Klippen/ Ge- straͤuch und Wildnuͤße: auf der hoͤchsten Hoͤhe ist eigentlich der Felß/ der den Nahmen des Ochsenkopffs fuͤhret/ woher aber der- selbe also benahmet werde/ kan Niemand sagen/ und werde ich diß- falls mich abermahl Hr. M. Großens Worte bedienen/ welche also lauten: Es findet sich zwar auf der Spitzen des Bergs an dem hoͤchsten Felßen die Gestalt eines Rinds oder Ochsenkopffs einge- graben/ (allein ich habe ihn nicht dafuͤr erkennen koͤnnen/ und ist ge- wißlich der Kuͤnstler/ so ihn vor einen Ochsenkopff gemachet/ nicht gar weit in seiner Hand-Arbeit kommen) aber (faͤhret er fort) nicht J 2 ein- Beschreibung des Fichtelbergs. einmahl der Nahme/ vielweniger die Ursache der Benennung von unserm Autore (Bruschio) [welcher doch andere geringere Felßen und Berglein nahmentlich beschrieben] noch von einem neuern Scribent en mit einem Wort gedacht. Die Muthmaßung einiger Jnwohner: ob solte nicht der Felßen allein/ sondern die gantze Ge- gend/ beede Berge/ (nehmlichen Ochsenkopff und Schneeberg) als Hoͤrner/ die Bloͤße das Haupt/ und darinnen die 2. Doͤrffer/ Bi- schoffgruͤn und Birnstengel/ so durch den Mayn-Fluß unterschie- den werden/ als Augen die Gestalt repræsent iren/ will sich gar hart erzwingen/ und schwerlich behaupten lassen: dann es wuͤrde darum auch nicht geschehen seyn/ daß man den einigen zu rechten Hand liegenden (nehmlich von Bischoffgruͤn aus/ das Gesicht gegen O- sten kehrend/) Berg und Felßen allein den Ochsenkopff nennen muͤ- ste: vielmehr koͤnte solcher Nahme ein Weid-Wort seyn/ dadurch wie Hirschhorn. eine andere Gegend unweit davon das Hirschhorn/ also dieser Berg zum Unterscheid und Wahrzeichen der Ochsenkopff benennet wor- den/ oder es koͤnte geschehen seyn/ daß bey denen im langwierigen teutschen Krieg auf diese Berge als in eine von der Natur erwach- sene sichere und fast unuͤberwindliche Vestung genommenen viel- faͤltigen Floͤhungen und dem unweit vom Felßen zur Auffenthalt des Viehes erbaueten Ochsen-Hause eine nachdenckliche Begeben- heit Ursach und Gelegenheit zu dieser Benennung gegeben habe; daß dannenhero solches Bildnuͤß auf fast allen in hiesigen Glas- Huͤtten verfertigten Fichtelberger Glaͤsern wird zu sehen seyn: Biß Loch beym Ochsenkopf. hieher belobter Herr M. Groß. Bey diesem Felßen nun ist ein Loch/ ungefehr 2. biß dritthalb Lachter tieff/ daselbst habe ich mit- Schnee im Sommer daselbst. ten im August-Monath 1699. noch Schnee vom vergangenen Winter angetroffen/ in der Tieffe dessen ist wieder ein Loch wie ein Stollen in die Strecke hinein getrieben/ welches nach etlicher Mei- nung die Wahlen sollen gemachet haben/ etliche aber wissen nicht/ wer es gegraben; weil es etliche 100. Jahre also stehen soll. Man muß von oben hinunter auff einen abgehauenen Baum steigen/ un- ten aber kan man nicht anders hineinkommen/ man lege sich dann auff den Bauch/ und krieche hinein: innen aber soll eine gar raum- liche weite Hoͤhle seyn. Vor ungefehr etlichen und 20. Jahren ist ein Beschreibung des Fichtelbergs. ein Bauer/ (der mir es bereits vor 14. Jahren selbst erzehlet) dahin Was sich einsmahls daselbst zu- getragen. gekommen/ und in die Gruben hineingestiegen/ daselbst fande er vor dem Stollen-Loch ein mit frembden Sprachen geschriebenes Buͤch- lein/ sambt einem Pistol und ein paar Handschuch/ darauf legte er sich auf den Bauch/ schauet hinein/ und hoͤret von weiten hauen und pochen/ doch sahe er kein Licht/ sondern es war alles finster/ dar- auf nimmt er das gefundene alles zu sich/ schiesset das Pistol vor dem Loch loß/ machet sich wieder auf den Weg/ und uͤberbringet besagte Stuͤcke dem Amt: Muthmaßlich werden wohl Jtaliaͤner damahls drinnen gearbeitet haben. Jch muß allhier noch einer Begebenheit ge- dencken/ von welcher mir ein alter Glasmacher zu Bischoffgruͤn fol- gendes erzehlete: Er sey/ sprach er/ noch ein junger Bube gewesen/ als Was sich noch mehr zugetragen. Jhro Hoch F. Durchl. Hr. Marggraf Christian zu Brandenburg Culmbach/ Glorwuͤrdigsten Andenckens (welcher oͤffters auf die Glaß-Huͤtte gekommen/) auch einmahl dahin gereiset/ da habe dessen Cammerdiener bey dem Glaßmahler einen Stein von etlichen weni- gen Pfunden gesehen/ welchen dieser bey dem Ochsenkopff von einem ungefehr viertels Centner schweren Stein abgeschlagen/ und vor Streuglantz gehalten; der Cammerdiener nimmet solchen zu sich/ und giebt ihn seinem Gnaͤdigsten Fuͤrsten/ woraus hernach das feinste Gold geschmeltzet worden. Nachgehends muste der Mah- ler die Fuͤrstl. Commissarios hinauf fuͤhren umb den uͤbrigen Stein zu zeigen/ allein er konte ihn nicht mehr finden/ weswegen er fast zu grosser Verantwortung gebracht worden. Ehebevor ich den Vorgegebe- ne Abend- theuer beym Ochsenkopff/ wie sie dem Autori er- zehlet wor- den. Ochsenkopff gar verlaße/ muß ich noch einer besondern Aben- theuer gedencken/ wie sie mir erzehlet worden/ wie wahr sie aber sey/ dafuͤr stehe ich nicht/ weil ich nicht dabey gewesen. Ein alter Fichtelberger erzehlte mir nehmlich/ daß es an einem goͤlde- nen Sonntag einsmahl fruͤhe geregnet/ so habe der Aschenbrenner/ umb die Aschen zu retten/ hinauf in den Wald geeilet; da man nun indessen unten im Dorff Bischoffgruͤn zusammen geschlagen/ siehet er ungefehr in einer Felß-Wand eine Oeffnung/ daselbst gehet er hinein/ und siehet mit erstaunen einen Altar/ von gediegenem Gold/ woruͤber er sich entsetzet/ heraus lauffet/ den Ort bemer- cket/ und will es seinen Cammeraden im Dorff sagen/ hoͤret aber J 3 zugleich Beschreibung des Fichtelbergs. Dem Vor- geben nach werden Menschen- und Geister- Kirchen zu- gleich am Fichtelberg gehalten/ wie solche Geschichte Hn. M. Gros- sen erzehlet worden. zugleich ein entsetzlich Brechen hinter ihm her/ und konte die Oeff- nung nicht mehr finden. Dabey/ spricht er/ sey die gemeine Sage/ daß/ wann zu Bischoffgruͤn Kirche gehalten werde/ so gehe diese Geister-Berg- und Wald-Kirche zugleich an/ wie dann auch bee- de Dorff- und Berg-Geister-Kirchen gerade auf einander sehen und just gegen uͤber stehen sollen. Eben dergleichen wunderbare Historie ist Herrn M. Großen mit etwas andern Umbstaͤnden seiner Beschreibung nach erzehlet worden. Jch will/ schreibt Er/ den vortrefflichen Gold- und Silber-Schatz dieses Bergs zu be- weisen/ nicht viel auf die gar gemeine Rede etlicher einfaͤltiger Leu- the gruͤnden/ welche vorgeben/ daß vor einiger Zeit ein Jnwoh- ner allhier (in Bischoffgruͤn) einige zum Aschen-brennen oder Glasmachen noͤthiger Pot-Aschen anstaͤndige Baͤume habe aus- gesuchet/ und unversehens in ein Gewoͤlb/ so einer Kirchen gleich gewesen/ kommen sey/ darinnen er Gold und Silber wie Eyß- zapffen/ Perlen und Edelgestein/ wie Strenge Zwieffel herabhan- gend angetroffen. Als er aber heraus gegangen/ und sein Weib habe herbey ruffen wollen/ waͤre ihm solcher Ort sambt dem Schatz vor den Augen wieder verschwunden. Es wuͤrde sich aber alle Jahre dieser Berg am S. Johannis- Tag vor aufgehender Sonne/ an einem gewissen/ doch gar selten zu finden stehenden Ort also er- oͤffenen/ und nachdem er seine Schaͤtze gezeiget/ bald wieder ver- schließen. Auff welche einfaͤltige Tradition auch diejenige an den Fichtelberger Glaͤsern umb den Ochsenkopffs-Felßen gemachte goͤlde- ne Kette/ die mit einem starcken Schloß versperret ist/ sich gruͤn- den mag. Allein unerachtet hiebey an dergleichen Begebenheit billich mag gezweiffelt werden/ so kan doch solches/ wofern es nur geschehen/ vor nichts anders/ als vor eine schaͤdliche Verblen- dung des verfuͤhrenden/ und zu einer gefaͤhrlichen Nachforschung reitzenden Satans gehalten werden. Hier endigen sich Herr M. Großens Worte. Dem sey nun/ wie ihm wolle/ so geben doch der Zeiten Lauff noch mehr solcher Geschichte an. Wovon ich eine erzehlen will/ von welcher mich ein redlicher Mann/ so ein Fuͤrstlicher Minister gewesen/ glaubwuͤrdig berichtet/ daß sie ihm referir el/ der solche von dem Autore muͤndlich gehoͤret/ und sich al- so verhaͤlt: Jm Beschreibung des Fichtelbergs. Jm vorigen Seculo, ungefehr A. 16. etlich und 70. truge Die Ge- schicht von der Grotta Sibyllaͤ. es sichs zu/ daß ein Schottischer von Adel des Geschlechts der Buttler auf seiner Reise durch Jtalien unter andern auch die Ge- gend umb Pozzolo, Baya und Cuma, wegen der vielen dort her- um befindlichen Antiqvit aͤten und natuͤrlichen Wundern perlustr iret/ und daruͤber mit einer Ordens-Person in einem unfern davon ge- legenen Closter in vertrauliche Kunschafft gekommen. Als jetzt- gedachte Ordens-Person/ die in Philosophia abstrusiori, Magia und mehr andern gemeinen Wissenschafften excellir te/ des Buttlers Curiosité in genauer Erforschung der Wunder GOttes in der Na- tur vermerckte/ erbothe sie sich von selbsten/ ihm auf Belieben ei- nige in der Grotte der Sibyllen Cumanæ, (welche nach etlicher Meynung noch am Leben seyn/ und sich hierum aufhalten/ auch un- terschiedenen Personen erschienen/ und ihnen Rath gegeben haben solle/ vid. Leand. Albert. in Beschreibung Jtaliens ) befindliche/ aber gleichsam versiegelte Geheimnuͤße zu zeigen und schauen zu lassen/ und als hieruͤber sie sich vergliechen/ nahm mehrgedachte Or- dens-Person noch 3. andere aus dem Closter zu sich/ und nachdem sie etwas Vorrath an Victuali en mit sich genommen/ verfuͤgten sie sich zu dieser Grotta, woselbsten sie mit Untergang der Sonnen an- gelangt/ bevor aber sie in solche hinein giengen/ erinnerte sie ihr Fuͤhrer/ daß Niemand nichts reden/ nichts anruͤhren/ oder mit sich nehmen/ beysammen bleiben/ und keiner etwan aus Entsetzen dessen/ was er sehen oder hoͤren werde/ zuruͤcke weichen solle: als diesem also zu geleben und zu folgen sie angelobet/ gabe der Fuͤhrer jedem eine brennende Kertzen in die Hand/ verrichtete nachmahls etliche Ceremoni en/ und gienge hierauff stracks in die Hoͤhle hinein/ und sie ihm nach/ befanden darinnen eine unglaubliche Hoͤhe und Weite/ und kamen nach einer ziemlich langen Reise endlich an einen Ort/ da es wie ein Thuͤr-Gestelle form iret war. Hier gabe ihr Fuͤhrer durch deuten ihnen zu verstehen/ daß sie sich etwas auffhalten und warten solten/ wie geschehen; Er aber nach verrichteten Ceremo- ni en und gar tieffer Reverence trat mit seinem noch immer brennen- den Licht in das Zimmer hinein/ und auf gegebenes Zeichen sie ihm hinnach. Da sie nun also durch die Thuͤr hinein und in das Zim- mer Beschreibung des Fichtelbergs. mer gekommen/ sahen sie nicht ohne Schrecken und Entsetzen eine Frauens-Person ungemeiner Groͤße vor ihnen stehen/ deren Be- wegung ein solches Rauschen und Rasseln verursachte/ daß es ihnen fast unerleidlich war. Jhre Kleidung war von Farben gruͤn und blau fast gantz durchsichtig/ wie lauter Schmaragd und Sapphier/ diese gabe durch Zeichen und Geberthen ihrem Fuͤhrer ein und an- deres zu verstehen. Das gantze Zimmer schiene von lauter feinem Gold und Silber mit Edelgesteinen untermischet/ also/ daß nichts dann eitel Glantz und Licht der durcheinander spielenden hellesten und hoͤchsten Farben zu sehen war. Hier hielten sie sich etwas auf/ biß gedachte Frauens-Person in ein ander Zimmer sich verfuͤgte/ der ihr Fuͤhrer/ und sie ihm nachfolgten. Dieses andere Zimmer war zwar eben von solchem Glantz und Licht/ allein die viele durch- einander spielende Farben macheten ihm gar ein anders Ansehen. Aus diesem Zimmer sahen sie/ wie von fernen noch ein anders/ aber kleineres und nicht so gar hellglaͤntzendes Zimmer/ in welchem noch mehr Frauens-Personen stunden/ und bey Annahen dieser sich gar tieff neigten/ und ihr Ehr bezeigten. Als sie biß hieher gelanget/ und sahen/ daß es uͤberall also voll hellstrahlender Edelgesteine lag/ uͤbereilete einen von denen Dreyen/ die ihr Fuͤhrer aus dem Clo- ster mit sich genommen/ der Fuͤrwitz/ daß er ein Stuͤck zu sich in Sack steckete/ und darauff seinen Gesellen folgen wolte/ die eben in ein anderes Zimmer eingetreten waren. Es verlasch ihm aber Au- genblicklich sein in Handen getragenes brennendes Licht/ und sie be- fanden sich in der tieffsten und finstersten Hoͤhle: Alles was sie ge- sehen/ verschwand vor ihren Augen/ also daß aus aͤussersten Schre- cken/ Forcht/ und Entsetzen sie nicht wusten/ wohin sie sich wenden solten; in solchem verwirrten Zustand stellete ihr Fuͤhrer/ (dem die Ursach dieses nicht unbekant war) ihnen die vor Augen schweben- de Gefahr beweglich vor/ erinnerte sie anbenebenst/ daß/ wann je- mand zuwider der ihnen getreuen gethanen Vermahn- und War- nung etwas zu sich genommen haͤtte/ er alsbald solches hinwieder- umb durch die Fuͤße hinter sich von sich werffen solte/ welches dann auch von demjenigen/ der schuldig war/ schleunig geschahe/ zuvor a- ber dennoch besehen wolte/ was es dann waͤre/ so er eingestecket/ und es Beschreibung des Fichtelbergs. es einem natuͤrlich-schwartzen Probier-Stein gantz aͤhnlich und gleichsehend befande. Nach diesem gienge zwar ihr Fuͤhrer noch ferner voran/ jedoch mit Unwillen und in lauter Confusion, und sie folgten ihm in groͤßtem Schrecken und Angst nach/ biß endlich nach langem verdrießlichen hin- und wieder kriechen und schluͤpffen durch enge Kluͤffte und Schluͤpffloͤcher (da sie doch beym Eingang der- gleichen nicht/ sondern eine sehr hohe und grosse Weitschafft befan- den/) von fernen etwas Licht erblickten und deme zueileten/ und also nach erstandener beschwerlicher Muͤhe und Arbeit auf einem ihnen unbekanten Gebuͤrg an das Tageslicht gelangten/ nirgend aber sich erkennen konten/ biß sie unten am Gebuͤrg in einem Dorff Kundschafft erhalten/ wo zugegen sie waͤren/ da sie dann sich weit vom Closter/ woraus sie gegangen/ entfernet zu seyn befanden/ und erst nach Ablegung einer ziemlichen weiten Reise hinwiederum all- da anlangten. Jch habe diese Historie hieher gesetzt/ wie sie Herr Joh. Heinrich Seyfried in seiner Mirabilium Naturæ Medulla, p. 197. \&c. It. Hr. D. Weigel in seinem Jtaliaͤnischen Paradieß erzehlet/ weil sie gantz und gar mit meines Herrn Referent en Aus- sage uͤbereinkommet. Wegen der hier sich præsent irenden Frauens-Personen deuch- Die Ge- schicht des Oldenbur- gischen Horns. tet mir ebenfalls nicht uneben zu seyn die abentheuerliche Geschicht des Oldenburgischen Horns einzuruͤcken/ welche bemeldter Herr Seyfried p. 443. 444. also beschreibet: A. 967. begabe es sich/ als Graff Otto in Oldenburg regierte/ daß einsten er auf der Jagd an dem so genannten Bernefeuers Holtz ein Wild angetroffen/ und dasselbe biß an den Ofenberg gantz allein verfolgt hat. Als nun der Graf mitten auf dem Berg stille hielte/ und nach seinen Wind- spielen sich umbsahe/ auch wegen Hitze nach einem kuͤhlen Trunck verlangte; trat aus einer Klufft am Berge eine schoͤne wohlge- kleidete Jungfer in fliegenden Haaren/ und einem auffhabenden Kraͤntzlein/ vor ihm haltend in der Hand ein koͤstlich Silber-vergol- detes Jaͤger-Horn mit einem besondern Tranck angefuͤllet/ die er- suchte den Grafen/ daß zu seiner Erlabung er davon trincken wolte. Der Graf nahm das Horn/ besahe den Tranck/ schuͤttelte ihn durcheinander/ wolte aber nicht trincken. Die Jungfrau/ da sie K solches Beschreibung des Fichtelbergs. solches merckte/ redete ihm zu/ er solte auf gut Trauen trincken/ sintemahl dieser Tranck ihm und seinen Nachkommen wohl er- sprießen/ auch hiedurch das gantze Graͤffliche Oldenburgische Hauß zu mercklicher Auffnahm gedeyhen wuͤrde. Wofern er aber ihren Worten nicht Glauben beymeßen und trincken wolte/ so solte in kuͤnfftigen Zeiten dieses Graͤffliche Geschlecht in vielen Wieder- waͤrtigkeiten schweben. Dessen ungeachtet tranck der Graf doch nicht/ sondern schwunge das Horn ruͤckwaͤrts/ und verschuͤttete den Tranck/ welcher in so viel er sein weißes Pferd beruͤhrete/ demsel- ben die Haar ausfallen machete. Die Jungfer forderte das Horn vom Grafen wieder/ dieser aber eilete mit demselben Berg ab/ und als er sich umkehrete/ sahe er/ daß die Jungfer wieder in Berg ge- gangen war/ worauf er gantz bestuͤrtzt zu den Seinen wiederkeh- rete/ und ihnen das erlangte Horn gezeiget. Es ist aber dieses Horn sehr wohl und kuͤnstlich form iret mit vielerhand gar alten theils unbekandten Schrifften/ Waffen und Bildern geziehret: gestalten es auch noch dato als eine sonderbahre Rarit aͤt zu Olden- burg auffbehalten wird. Biß hieher Hr. Seyfried. Die Abbil- dung dieses Horns/ wie auch noch eines andern von einem Bau- er-Maͤdgen auf der Strassen gefundenen und in der Koͤniglichen Daͤhnischen Kunst-Kammer in Coppenhagen auffbehaltenen/ ist in Happelii Relationibus curiosis zu sehen. Die Ge- schicht des wunderbah- ren Britan- nischen Be- chers. Wovon gleichfalls nicht weit abgehet dasjenige/ was Gviel- helmus Neubrigensis L. I. Histor. Angl. Cap. 38. mit folgenden Wor- ten erzehlet: Jn der Provintz DEIR, spricht er/ nicht weit von meinem Vaterland/ hat sich diese wunderbahre Geschicht zugetra- gen/ welche ich von Jugend auf weiß. Es ist ein Fleck etliche Meil- wegs vom Orientalischen Meer gelegen/ dabey die beruͤhmbte Was- ser Vipsæ genannt/ aus welchem ein Bauer zu seinem Freund/ im nech- sten Flecken wohnend/ ihn zu besuchen gezogen/ und als er nicht zu gar nuͤchtern in eiteler Nacht wieder nacher Hause verreisen wolte/ sie- he/ da hat er in dem nechsten Berg/ welchen ich offt gesehen/ und 2. oder 3. Stadi en vom Dorff lieget/ liebliche Stimmen der Saͤnger und ein lustiges Gelach gehoͤret/ er verwundert sich/ wer doch an dem Ort in solcher Nacht mit so herrlichen Freuden der Nacht ihre Ruhe Beschreibung des Fichtelbergs. Ruhe zerstoͤret/ hat solches selbsten sehen wollen/ und als er an der Seiten des Bergs eine offene Thuͤr gesehen/ ist er hinzugetreten/ und hat hinein gesehen/ allda er ein schoͤn weites und scheinbarliches Haus angetroffen/ so gantz voll war von Manns- und Weibs-Per- sonen/ so da zu Tische saßen/ einer aber aus denen Aufwartern/ als er ihn gesehen an der Thuͤr stehen/ hat ihm einen Becher gebracht/ welchen/ nachdem er ihn genommen/ hat er mit Fleiß nicht wollen trincken/ sondern ihn ausgegossen/ den Becher behalten/ und schnel- le davon gerennet/ und als sich ein Tumult im Gelach wegen des Bechers erhoben/ und ihm etliche nacheileten/ ist er mit seinem schnellen Pferd davon geritten/ und mit seinem Raub sich in den Flecken begeben. Und ist solcher Becher von unbekanter Materie einer seltsamen und ungewoͤhnlichen Farbe und Form Henrico dem alten Koͤnig von Engelland vor ein Geschenck offer iret/ darnach der Koͤnigin Bruder David/ Koͤnig von Schottland uͤberbracht/ viele Jahre in dem Schatz des Koͤnigs behalten/ und fuͤr etlichen Jahren Koͤnig Heinrich dem II. so selben zu sehen begehrt/ wieder von Koͤnig Wilhelmo aus Schottland zugeschicket worden. Nun waͤre hier wohl zu fragen/ was dann dieses vor eine Be- wandtnuͤß haben muͤste/ daß sich die Berge auffthun/ worinnen so viel herrliche Sachen/ auch so gar Menschen gesehen werden? weil es aber unsers Thuns hier nicht ist/ so wollen wir bloß einen Locum aus Theophrast. Paracels. Libr. Magic. \& Astrolog. p. m. 188. 189. Paracelsi Meynung von denen Nymphen. summari sch ansetzen/ welcher also lautet: Also aus solchen Leuten/ nemlich Nymph en/ ist entstanden eine Sammlung/ die man heisset den Venusberg/ das allein ist eine Nymphische Art/ die sich zusam- men geschlagen hat in ein Huͤlin und Loch ihrer Welt/ und doch nicht in ihrem Chaos, welches das Wasser ist/ sondern im Menschen Chaos als in der Lufft/ aber in ihren regionibus. Nun wisset von demselben/ daß sie eines grossen Alters werden/ und doch nicht an- zusehen/ dann in einer Gestalt bleiben sie vom ersten biß zum letzten/ und also sterben sie. Nun ist Venus eine Nymph und eine Undena uͤ- ber andere aus/ welche lange Zeit regiert hat/ aber abgestorben/ und die nachkommende Venus dermaßen nicht als sie in solcher Haus- haltung/ und also mit der abgestorben/ und also dasselbe Reich zer- K 2 gangen/ Beschreibung des Fichtelbergs. gangen/ꝛc. Daß nun aber ein anderer Anfang da sey/ als man sagt von einer Koͤnigin/ so da sey gesessen und eingesuncken; das wisset/ eine Wasser-Frau ist da gesessen/ die hat sich hin im Berg gelassen unter den Weyher/ der ob ihr ist in ihre Region, und da hat sie ihre Wohnung gemachet/ und nach Art der Bulerey ein Kroͤcken durch den Berg getrieben heraus zu denen Gesellen/ und die Gesellen hin- ein. Biß hieher Paracelsus. Wann nun dieses Raisonnement des Theophrasti samt der Ge- schicht beym Ochsenkopff wahr seyn solte/ so stuͤnde zu untersuchen/ ob diese Erscheinung des Schatzes im Berge denen Nymphen oder denen Pygmæis zuzuschreiben/ weiln sowohl diese wegen der vielen Berge und Minerali en/ als jene wegen des wundertieffen und ehe- mahls offen gewesenen Sees/ und anderer an und umb den Fich- telberg haͤuffig anzutreffender Teiche und Weyher daselbst eine be- Theophrasti Paracelsi Meynung wegen der jungblei- benden Ge- stalt wird confirm irt durch die Daͤnische Wunder- Geschichte. qveme Wohnung haben koͤnnen. Was aber Theophrastus von dem hohen Alter und jung-bleibenden Gestalt der Nymph en schreibet/ das scheinet bekraͤfftiget zu werden durch diejenige Geschichte/ wel- che Erasmus. Lætus in Historia Nati \& Renati Christiani IV. Koͤnigs in Dennemarck/ und aus ihm Seyfried d. l. p. 548. also erzehlet: Zu Zeiten Koͤnig Friederichs II. in Dennemarck liesse sich beym Vorgebuͤrg Samo Danica eine Nymphe mit einem Landmann in ein Gespraͤch ein/ und befahle ihm einige Sachen an gedachten Koͤnig. Meldete auch/ daß die Koͤnigin mit einem Cron-Prin- tzen schwanger gienge/ welcher Christianus IV. war. Sie nen- nete sich Ibrand, und sagte/ daß ihre Mutter/ Groß-Mutter und Uhranfrau schon etliche 100. Jahre her dieser Gegend im Meer sich enthalten/ sie aber waͤre bey 80. Jahren/ ihre Gestalt war ei- ner Jungfrau gleich/ der Leib mit weissen Haaren/ gleich denen Meer Kaͤlbern und See-Woͤlffen dicht bewachsen/ die Bruͤste mit ihren Wartzen stunden erhaben/ die Augen ziemlich groß/ das Angesicht von gar erbarer Gestalt und linde/ Nasen/ Ohren/ Mund und Kuͤhn gantz foͤrmlich/ die Arme samt den uͤbrigen Theilen des Oberleibs haaricht/ die Haͤnde aber glatt/ doch etwas flach. Der Unterleib war bedecket durch einen langen gefaltenen Rock von Delphinshaͤuten.ꝛc. Solcher Geschichten finden sich nun noch Beschreibung des Fichtelbergs. noch viele/ wovon diese eine der nachdencklichsten ist/ die sich A. Die Lauen- burgische Wunder- Geschicht. 1596. bey der Lauenburg in Caßuben zugetragen/ da man eine ab- scheuliche tieffe Klufft auf einem Berg gefunden/ welche zu besichti- gen der Magistrat daselbst 2. auf den Halß gesessene Missethaͤter hinein fahren laßen/ welche auf dem Grund einen schoͤnen Garten gesehen/ worinn ein Baum gestanden/ der gar liebliche weisse Blu- men getragen/ die sie aber nicht anruͤhren duͤrffen. Ein Kind hat sie uͤber einen weiten Plan zu einem Schloß gefuͤhret/ darinn sie mancherley Saitenspiel gehoͤret/ auch einen Koͤnig auf einem sil- bernen Thron sitzend gesehen/ in der Lincken hatte er einen goͤldenen Scepter/ in der andern aber einen Brief/ welchen er diesen beeden uͤberreichen lassen.ꝛc. Conf. Seyfried l. c. p. 489. Hieher ge- hoͤren auch die zwey Meer-Maͤnner in Norwegen und Gottland/ durch welche ziemlich recente Geschichte dann die Alten vom edlen Thannhaͤuser/ so Avent. L. 1. de Vet. Germ. beschreibet: It. von der Persinna, Melusina, Meliora, Palentina, it. Hippocratis Tochter/ Koͤnig Ho- thero in Schweden von denen drey Schottischen Nymphen von der Hoͤhle bey Basel/ und dergleichen/ so sonsten nur vor Fabeln gehalten wordē/ ziemlich illustr irtund verific irt werden. Aber genug von diesem. Wir wenden uns aber wiederum zu unserm Fichtelberg. Hinter dem Ochsenkopff nun besser gegen Suͤden und Suͤd-Westen bey Muͤhlmeisel Ohorn- Eychhorn oder Velch- berg. Doͤb- reiner-Berg. Mittelberg. Chemnat. Luͤtzel Main. Kalte Buch. Zweifel- stein/ Einsie- del/ Peiln- Stein/ Got- tesgab. Goͤldne Hirsch. Waldeck. Muͤhlmeisel ist der Ohorn-Eychhorn oder Velchberg. Wei- ter hinaus der Dobreinerberg/ It. Der Mittelberg nahe bey Chemnat einem schoͤnen Pfaͤltzischen Staͤdtlein gelegen. Dage- gen stoßen auch die Luͤtzel Main/ die Kalte Buch/ der Zweiffel- Stein/ der Einsiedel/ der Peilnstein/ (Dieses ist der hohe Ofen- stein zur Gottesgab/ woselbst schoͤne Eisen-Arbeiten gegossen wer- den/) daselbst ist ein Bergwerck/ so Jhro Chur-Fuͤrstl. Durch- lauchtigkeit zu Pfaltz bauen lassen/ und der Goͤldne Hirsch ge- nennt wird. Uber Chemnat hinauf liegt der Flecken Waldeck/ allwo ein festes Pfaͤltzisches Berg-Schloß gewesen/ weil solche Be- satzung aber in dem Bayrisch-Frantzoͤsischen Krieg durch Ausfaͤl- le denen Margaraͤfischen sehr beschwerlich war/ wurde es 1704. meist nur durch Land- Miliz bloqvir t/ belagert/ erobert/ und geschleif- fet. Etwan eine Meile von Chemnat liegt Neustaͤtdlein zwi- K 3 schen Neustaͤdt- Beschreibung des Fichtelbergs. lein/ zwischẽ den Rauhen Cuimen/ wo- selbst ein altes Raub- Schloß. schen dem kleinen und grossen Rauhen Culm: allwo ein altes Raub-Schloß gewesen/ wovon noch viele Gewoͤlber und starcke Mauren vorhanden/ welche ich 1701. besichtiget. Jn diesem Staͤdtlein haben sich 1693. die Weiber wohl signalir t/ dann als sich in dem Marck eine starcke Compagnie Hußaren mit Gewalt Tapffere Weiber im Neustaͤdt- lein. ein logir en/ und die Buͤrger uͤbel tractir en wolte/ geriethen diese Heldinnen in den Harnisch/ ergrieffen Heu-Mist- und Ofengabeln/ Stangen/ Droͤschflegel/ und was ihnen unter die Hand kame/ und schlugen augenblicklich die Hußaren dergestalt zum Staͤdtlein hinaus/ daß diese mit ihren fluͤchtigen Pferden kaum schnelle ge- nug ausreissen konten/ worauf sie die Thore nach ihnen zusperre- ten. Ferner giebt es noch viele andere und grosse Ruͤcken und Glieder des Fichtelbergs/ welche alle zu erzehlen zu lange Obere Kalte Steinach. waͤre. Daher verfuͤgen wir uns wieder uͤber die obere oder kal- te Pfaͤltzische/ und untere oder warme Marggraͤfische Stei- Untere War- me Stei- nach. nach (allwo 2. Huͤtten/ in welchen man glaͤserne Knoͤpffe und Halß- gehaͤnge von allerley Farben machet/ deren jaͤhrlich einige 100. Knoͤpf-Huͤt- ten daselbst/ deren Arbei- ten in die Tuͤrckey ver- fuͤhret wer- denꝛc. Centner uͤber Leipzig und Hamburg/ wie auch uͤber Franckfurt und Amsterdam nach Moscau/ Tuͤrckey und West-Jndien ver- fuͤhret werden) nach dem Ochsenkopff und Bischoffsgruͤn auf den daselbst gegen Osten stehenden ungemein hohen/ und hart an die hohe Farmleuten stoßenden Schneeberg. Von diesem schrei- bet schon von mehr dann anderthalb hundert Jahren unser offt Schneebeꝛg. daselbst war vor dessen das gantze Jahr Schnee. belobter Herr Brusch/ daß er so hoch sey/ daß man auch uͤber das gantze Jahr Schnee daroben findet/ daher er dann auch den Nahmen habe. Heute zu Tage aber/ da er anfaͤngt entbloͤset zu werden/ findet man im Sommer keinen Schnee darauf/ wohl aber scharffe Winde. Wiewohl nach des offtermahl gedachten Hr. M. Großens Bericht er doch vom Ochsenkopff an der Hoͤhe weit solle uͤberstiegen werden/ dessen entsetzliche Hoͤhe am allerbesten von der Hohen Farmleuten kan betrachtet werden. Von diesem Berg lassen sich unterschiedliche herrliche Felßen/ auch in die weite Ent- fernung sehen. Von Weissenstadt aus hat man fast 2. Stunden lang hinauff zu gehen/ welcher auch guten theils mit seiner Wal- dung diesseits in den Weissenstaͤdter Forst gehoͤret. Auf diesen gewal- Beschreibung des Fichtelbergs. gewaltig hohen Schneeberg nun und auf dessen obersten Mitte ha- ben An. 1520. beede regierende Herren Marggrafen/ Casimir und Ge- org/ Gebruͤdere/ und zwar noch bey ihres Herrn Vaters/ Herrn Marggraf Friederichs Lebens-Zeiten/ dem Weissenstaͤdter Stadt- Rath Gnaͤdigst anbefohlen einen hohen Thurm oder Warth zu bau- en/ welches dann auch unverzuͤglich geschehen. Von diesem Warth- Thurm stehet gar ein weniges noch/ und zwar kaum eines Mannes hoch/ das andere Gemaͤuer ist alles zerfallen und eingegangen. Nechst an dieser eingegangenen Warth stehet ein grosser Felsen fast 2. Gaden hoch/ welcher an der einen Seite dergestalt zubereitet/ daß man wie auf Staffeln hinauf steigen kan/ oben auf ist derselbe etwas breit und eben/ daß man fuͤglich daroben stehen und gehen kan/ auf diesem Felßen kan man gegen die 4. Theile der Welt uͤber- aus weit herum sehen/ daß man also dafuͤr erstaunen muß/ und sind andre herumgelegene Berge sehr geringe anzusehen/ welches man sich unten nimmermehr einbilden kan. Es solle dazumahl Gnaͤdigste Landes-Herrschafft solche gemeldte Warthe zu bauen an- befohlen haben/ da die benachbarte Unterthanen im Reich sich wie- der ihre Herrschafften zusammen rottiret/ auch da dieser Lermen Ann. 1525. im Lande ebenfalls ausgebrochen/ hat man von Weissen- stadt aus/ welcher Ort getreu geblieben/ eine Wacht auf solcher Warth gehalten/ damit man der benachbarten Vorhaben observ i- ren koͤnnen. Wunderbarlich seynd umb diese Warth 2. grosse Plaͤtze mit Steinen zu sehen/ welche daherumb aneinander liegen/ als wann sie mit Fleiß zusammen gelehnet/ und vom Werckmeister zubereitet waͤren/ seynd auch gantz weiß ohne Moos und Erden/ als sehe man eine grosse Heerde Schaafe/ da doch sonsten der gantze Berg mit Holtz und Gebuͤsch auch zu nechst an diesen Steinen be- wachsen/ daß man fast zu thun hat/ dadurch zu gehen. Merckwuͤr- dig ist/ daß auf dieses Berges hoͤchster Hoͤhe fast alle Zweige und Ae- ste der Fichten-Baͤume unter sich gegen die Erden wachsen/ so im Winter von der Schwerigkeit des haͤuffigen Schnees herruͤhren Schloßbeꝛg. Rudolph- stein oder Roll enstein/ ein altes Raubschloß. soll. Hart daran und zwar gegen Nord-Ost ist der Schloßberg/ dar- um also genannt/ weiln vor Zeiten ein gewaltiges Raub-Schloß Ru- dolphstein (insgemein Rollenstein ) genannt (welches Rudolph der Fran- Beschreibung des Fichtelbergs. Francken Pfaltzgraf im Norgau An. C. 857. erbauet/ und die Her- ren von Hirschberg lange Zeit besessen) daselbst gestanden/ wovon noch etliche Rudera vorhanden/ welches auch die Herren von Eger zerbrochen und zerstoͤhret haben/ darum daß die Edelleute hierumb Hauß hielten/ die eher einem Kauffmann/ der voruͤber zoge/ dorfften 10. oder mehr Gulden nehmen/ dann einem Bettler einen Heller 12. Raub- Schloͤsser umb Wun- sidel. geben. Und solcher Raub-Schloͤsser seynd 12. umb Wunsidel her gelegen/ unter welchen dieses das hoͤchste gewesen/ und so offt et- was vorhanden war/ oder man sich einer Beute versehen/ hat man in diesem Schloß eine Fahne auffgerichtet/ die haben etliche der an- dern Raub-Schloͤßer koͤnnen sehen/ so hat sich dann eine Reuterey zu- sammen gefunden/ und seynd zu Zeiten die Winde so starck gegangen/ und denen Kauffleuten so kalt in die Busen geblasen/ daß ihnen kein Geld weder in Saͤckeln/ noch Watsaͤcken geblieben ist/ biß solche Ty- ranney endlich nach Bruschens Bericht/ durch die herum gelegene Herrschafft unterkommen und ihnen abgerennet ist. Es solle aber dieser Rudolphstein nicht zu gewinnen gewesen seyn/ biß man eine unsaͤgliche Menge Holtz/ Reisig und brennende Materi en zu Hauf- fen gebracht/ angestecket/ und ihn also mit Feuer und Gluth be- zwungen. Man solte fast nicht glauben koͤnnen/ wie hoch und ge- faͤhrlich dieses Schloß am Gemaͤuer auf einem wunderlichen Fel- sen erbauet gewesen/ es war auch von Natur mit gewaltigen Fel- sen umbschloßen/ und dazwischen mit starcken Mauern aneinander gehangen/ daß wann man solches alte ruin irte Werck noch ansie- het/ einem Menschen darob ein Erstaunen ankommet. Man kan darauf gar weit und breit herum sehen/ absonderlich aber faͤllet das eine kleine Stunde weit hievon gelegene Staͤdtlein Weissenstadt mit seinem grossem See allhier gar schoͤn in das Gesichte. Jm Was allhier alles merck- wuͤrdig. letzten Bayrischen Krieg hat man 1703. das alte Gemaͤuer von dem hohen Felsen fast gar herabgestuͤrtzet/ und dagegen eine Hoͤl- tzerne Brust-Wehre sambt einem Wach-Feuer geordnet/ umb im Fall die Bayrische aus der Pfaltz in das Marggraͤfische einfallen solten/ dem Land-Sturm durch das angezuͤndete Feuer eine Losung zu geben. Dergleichen Lermen-Feuer seynd fast auf alle Meilen auf hohen Orten angeordnet gewesen. Sonsten hat hier die Na- tur Beschreibung des Fichtelbergs. tur ein Wunder-volles Ansehen an etlichen Felßen gemachet/ wel- Wunderba- re Felßen. che sehr hoch wie grosse breite laͤnglicht-runde Taffeln in ziemlicher Anzahl/ und zwar mehrentheils gantz steil und unersteiglich/ derge- stalt auffeinander liegen/ daß man meynen solte/ es waͤre durch Menschen Fleiß ein solches geschehen. Der Leser beliebe hievon die vornehmsten in gegenwaͤrtigen accurat en Abbildungen zu betrach- ten. Zwischen der Hohen Farmleuten/ und diesem gewaltig hohem Schneeberg gegen Bischoffgruͤn zu/ steiget der Nußhart in die Nußhart. Hoͤhe/ welches ein rauhes und fast unuͤberwindliches Klippen-Ge- buͤrge ist/ so freylich einem/ der es ersteigen will/ harte Nuͤße aufzu- beissen giebet. Dieser Felß kan gegen Wunsiedel zu fast nicht wohl gesehen werden/ sondern verstecket sich gleichsam hinter die Ho- he Farmleuten und den Schneeberg/ von hinten aber ist er am be- sten vom Ochsenkopff zu betrachten. Unten am Schneeberg ist ein Gehaͤng meist Ahorn-Holtz/ das nennen die Waldleute den Adel- Adel-Knock oder Ahorn- Knopff. Knock/ (vielleicht Ahorn-Knopff. ) Weiter etwas gegen Norden ist der Rußler/ oder die Rußel/ woraus eigentlich die Roͤßlau ent- Rußleꝛ oder Rußel. Schindel- hengst. springet. Unter der Farmleuten aber ist ein kleiner Berg/ heisset der Schindelhengst/ daran ist die Hammerleuten/ allwo es 1713. am Himmelfahrts Abend dermaßen eine halbe 4tel Stunde lang gehagelt/ daß etlich 100. Claffter Holtz auff einmahl/ als wie von Hammer- leuten/ starcker Ha- gel daselbst. einer eintzigen Salve mit dem entsetzlichsten Gepraßel zu Boden fie- len. Dem zunechst daran liegenden Dorff Vordorff und andern hat der Hagel grossen Schaden an Feld-Fruͤchten gethan/ wie er dann auch so hoch an etlichen Orten gelegen/ daß man am andern Pfingst- Tag und also 12. Tage hernach noch ein gutes Fuder Hagel-Steine haͤtte bekommen koͤnnen/ welches das gantze Dorff bezeugen wird. Von Weissenstadt gegen Bischoffgruͤn lieget ein Berg die Sternsehe- rin. Sternseherin genannt; gleichwie hingegen Nordwaͤrts der Sparnecker Wald lieget/ auf dessen Gipffel sehr hoch ein altes Sparnecker Wald. Raub-Schloß gewesen/ Waldstein genannt. Es sollen 2. Kauff- Waldstein ein Raub- Schloß. leute lange Zeit daroben im Gefaͤngniß seyn gehalten/ und eine grosse Rantzlon von ihnen gefordert worden/ solche nun ersehen ihre Gelegenheit auszureisen/ welches die Raͤuber im Schloß aber bald innen wurden/ und ihnen nachsetzeten/ sie waren aber so gluͤcklich/ L daß Beschreibung des Fichtelbergs. daß sie im Angesicht ihrer Verfolger/ biß an Moͤnchberg gekommen/ allwo sie in das vorbeylauffende Wasser gesprungen/ und sich unter selbe steinerne Bruͤcke verkrochen/ mithin denen Nacheilenden aus- ser Gesicht kommen/ welche zwar allenthalben nachgesuchet/ aber nichts gefunden/ ohne Zweiffel hat ihnen GOtt die Gedancken ver- wirret/ daß sie bey der Bruͤcken nicht gesuchet/ ob sie gleich gar ge- ringe ist: Diese beede Kauffleute sollen hernach denen Fraͤnckischen Bundes-Verwandten Gelegenheit gegeben und offenbahret ha- ben/ wo dieses Schloß anzugreiffen/ und die Eroberung zu erlan- gen sey/ welches sodann geschehen/ und das Nest mit geringer Muͤ- he erobert worden. Dieses ist heut zu Tage von neuem wieder unter Dach gebracht/ und kan sehr weit gesehen werden. Jn de- nen letzten Bayrischen Troubl en ist hier auch eine Wacht mit einem Baͤhren- fang. Lermen-Feuer geordnet gewesen. Zu nechst daran ist ein Baͤh- ren-Fang befindlich/ welcher im Zufallen ziemlich weit kan gehoͤ- ret werden. Dieser Ort hat ehedessen denen edlen Herren von Sparneck zugehoͤret/ nun aber ist er Marckgraͤfisch. Gleich hart Zeller Wald. an diesem Sparnecker Wald stoͤsset auch der Zeller Wald/ wor- innen die Saale entspringet/ welche dann beede zusammen eine ent- setzliche Wildnuͤß machen. Eine Stund von Weissenstadt gegen Gefreß auf der Straße Hoͤlle. ist der beruffene Wald/ die Hoͤlle genannt/ wodurch man nach Bayreuth und Culmbach hin und her reisen muß/ der zwar jetzt zehr abgetrieben wird. Nach Aussage der Alten ist der Nahme 2. Raub- Schloͤsser/ Langenstein/ Epprecht- Stein. daher entstanden/ daß die Reisende/ wann sie hieher gekommen/ sich vernehmen lassen/ es sey ihnen eben als wann sie durch die Hoͤlle muͤsten/ welches aus Hertzens Bangigkeit wegen der beeden hohen Raub-Schloͤßer Rudolph- und Waldstein geschehen/ welche ihnen 3. Raub- Schloͤsser Hallerstein/ Karlstein/ Wolffstein. auffgepasset. Nicht weit von Kirchen Lamiz ragen zwey andere Raub-Schloͤsser herfuͤr/ worunter das zur Rechten Langenstein/ das zur Lincken aber Epprechtstein genennet wird. Besser hinter dem Waldstein/ ist Hallerstein/ allwo jetzt ein Marggraͤfisch Culmbachisches Amt/ essedessen aber ein Raub-Schloß. Deßglei- 2. Raub- Schloͤsser bey Schoͤn- bronn. chen waren auch Karlstein/ Wolffstein. Gleicher Weise waren auch 2. solche Raub-Nester bey Schoͤnbronn 3. Viertel Stunden von Beschreibung des Fichtelbergs. von Wunsidel/ eines auff dem Schoͤnbronnen Berg/ das andere/ wo die Kirche stehet/ hinter welcher man noch ziemliche Rudera da- von findet. Wie dann in der Stadt Wunsidel auch eines ist ge- Jn Wun- sidel ein Raubschloß/ war derer von Bor- burg. wesen/ so ehedessen denen von Boxburg (wie Hr. D. Pertsch in Originibus Bonsideliensibus will/) oder denen Bogspurg oder Vogtsbergern (wie Herr Brusch schreibet/) zugehoͤret/ daher ist das Laͤndlein umb Wunsidel in der Boeckler Art genennet wor- den/ vor welchem Nahmen auch die Kauffleute noch zu Hn. Bru- Das Laͤnd- lein umb Wunsidel wurde ehe- dessen in der Boeckler Art genannt. schens Zeiten einen Scheu getragen/ wie dann auch die Einwoh- ner des Laͤndleins/ so offt sie dergleichen Raͤuber und Stauden- hechtlers gedachten/ sie nicht bey ihrem Nahmen die Bogsperger heissen dorfften/ sondern nenneten sie die Boͤcke/ daher nach Herrn Bruschens Berichte das Laͤndlein den Nahmen haben solle. Heu- Heute zu Tage aber heisset es die Stadt und 6. Aemter Wunsidel. te zu Tage aber heisset es die Stadt und 6. Aembter Wunsidel/ dann von jener Forcht weiß man ausser Kriegslaͤufften/ GOtt sey ewig Danck/ jetzt nichts mehr. Dieser besagte Creyß wird gegen- waͤrtig mit grossem Ruhm dirig irt von dem Reichs-Frey-Hoch- wohlgebohrnen Herrn Leo Bernharden von Lindenfels auf Wird jetzt dirig irt von dem RFrey- Hochwohl- gebohrnen Herrn Leo Bernhardē von Linden- fels.ꝛc. Erckersreuth/ Sr. Koͤnigl. Majestaͤt in Pohlen/ und Chur- fuͤrstl. Durchl. zu Sachsen Hochansehnlichen Cammer-Herrn/ wie auch Sr. Hochfuͤrstl. Durchl. zu Brandenburg-Culm- bach/ Hochbestalltem Geheimbden Rath und Amts-Haupt- mann der Stadt und 6. Aemter Wunsidel/ einem Hochgelehr- ten/ und in allerley raren Kuͤnsten und Wissenschafften sehr erfahr- nen Herrn. Brusch schreibet zu seiner Zeit: Wunsidel Wunsidel die vierdte Hauptstadt Jhꝛo Hochfl. Durchl. Hn. Georg Wil- helms/ Marggra- fens zu Branden- burg. sey ein Staͤdtlein Marggrafen Albrechts von Brandenburg (jetzo aber die 4te Haupt-Stadt Jhro Hochfuͤrstl. Durchl. Herrn Georg Wilhelms/ Marggrafens zu Brandenburg/ Burggrafens zu Nuͤrmberg/ \&c. \&c. \&c. ) an der Roͤßlau einem fast Fischreichen Fluß 3. Meilen vom Fichtelberg/ 3. Meilen von Eger/ und 3. von Hoff/ der Haupt-Stadt in Voigtland gelegen. Dabey zu mercken/ daß wann Herr Brusch unter dem Nahmen Fichtelberg das Haupt desselben/ nehmlich den Ochsen-Kopff ver- standen/ (dessen er doch nicht einmahl mit einem Buchstaben ge- L 2 dencket/) Beschreibung des Fichtelbergs. dencket/) so moͤchte es in so weit einiger maßen seine Richtigkeit ha- ben/ daß Wunsidel drey kleine Meilen davon entfernet sey: Vom Schneeberg aber/ dem See/ und uͤbrigen Gehaͤng des Gebuͤrgs/ von der Coͤßein biß zum Rollenstein ist diese Stadt theils nicht uͤ- ber eine/ theils nicht uͤber 1. und eine halbe Meilen zum hoͤchsten ent- fernet. Vor ungefehr 400. Jahren war (so viel man aus alten Do- Wunsidel eine wilde Wuͤsteney/ stande nichts als das Schloß/ eine Schmiedte- stadt und Schencke. cument en Nachricht haben kan) Wunsidel mit seiner gantzen Gegend nichts als eine wilde Wuͤsteney/ und ist damahls/ nach Hn. Zeidlers Relation, nicht mehr/ dann das Schloß und eine Schmiedstadt zu dem Haus unter dem Schloß am Bach/ und dann eine Schenckstatt in dem Haus am Ecke der Raths-(jetzt Fleisch-) Gaß/ so man zu dem Koppeten-Thor ausreisen will/ gestanden. Als aber die Zinn- Seiffen der Enden gefunden und gearbeitet worden/ ist die Stadt von Tage zu Tage also in Aufferung kommen. Es ist auch al- Wie nach die Stadt in Aufferung kommen? Raub-Nest. les Zimmerholtz/ davon die Stadt erbauet/ am St. Catharinen- Berg/ auch an dem Ort/ wo jetzt die Stadt stehet/ gestanden. Daß aber der Orten ein Raub-Nest gewesen/ ist aus dem glaub- wuͤrdig zu vermuthen/ daß in dem rotund en Thurn an dem Schloß viele todte Menschen-Beine gefunden worden. Das Schloß Wann und wie es an die Herrn Burggraf- fen kommen? zu Wunsidel (ehe das Staͤdtlein zu bauen angefangen ward) stunde also bemeldter massen nach Bruschii Bericht denen Edelleuten von Bogspurg/ oder wie etliche wollen/ von Vogtsburg/ oder aber/ wie Herr D. Pertsch schreibet/ von Boxburg zu/ weil aber dieß nicht gute Haußhalter waren/ oder das Gut sonsten hingien- ge/ wie es war hergangen/ (weil es nehmlich ein Raub-Schloß gewesen/) musten sie dieß Schloß als ihren einigen Sitz Armuth halber verkauffen. Es kauffte es aber umb 70. alte Boͤhmische Schock Herr Burggraff Friedrich zu Nuͤrmberg von Eberhar- ten/ Heinrichen und Ludwigen/ Gebruͤdern von Bogspurg im Jahr 1321. wiewohl etliche wegen des Preißes sehr differir en/ wo- von Herr D. Pertsch in seiner Beschreibung von Wunsidel zu lesen: Worauf bemeldte Edelleute hernach so arm worden/ daß sie sich haben ihrer Reuterey/ und wie man sagt/ aus dem Stegreiff naͤhren muͤssen. Daher ist die Gegend umb Wunsidel in der Boͤckler Art genennet worden/ vor welchem Nahmen ehedessen die Beschreibung des Fichtelbergs. die Kanffleute grossen Scheu getragen. Das Staͤdtlein Wun- Von wem/ und warum das Staͤdt- lein zu bau- en angefan- gen worden? sidel/ faͤhret Brusch fort/ ist von des Zinnbergwercks wegen/ so sich dazumahl allda reichlich erzeiget/ aber doch bald wieder fieh- le/ von Burggraff Friedrichen zu bauen angefangen worden/ im Jahr nach Christi Geburth 1328. dahingegen aus dem vom Herrn D. Pertschen allegirt en Freyheits-Brieff/ welchen Fridericus IV. Burggraff zu Nuͤrmberg ertheilet/ klaͤrlich erhellet/ daß bereits dazumahl im Jahr 1326. der Ort schon wuͤrcklich eine Stadt ge- nennet und mit Freyheiten versehen worden/ welche Kaͤyser Lud- wig der Bayer verstattet/ und nachgehends Kaͤyser Carl der 4te 1355. guten Theils vermehret/ so daß nach des letztern ertheilten Freyheits-Brieff/ Wunsidel eben die Gerechtigkeiten als Eger genuͤßen solle. Nachdem man aber nicht gesonnen/ alle und jede Special- Begebenheiten der Stadt Wunsidel anzufuͤhren oder ei- ne gantze Chronick von ihr zu schreiben/ weil solches alles offtbe- lobter Herr D. Pertsch in seiner Wunsidelerischen Beschrei- bung bereits hoͤchst ruͤhmlichst gethan/ als wollen wir nur in so weit dieser Ort etwas besonders vor andern Staͤdten des Lan- des hat/ dadurch er in Ruff kommen/ und so viel es zu denen Sel- Wunsidel ist beruͤhmt von natuͤr- lichen Kuͤn/ sten u. tapf- fern Sel- tenheiten/ 1) die Natur betreffend. tenheiten des Fichtelbergischen District s dienet/ ein und anderes an- fuͤhren/ und solches wird bestehen aus Dingen/ welche entweder 1) die Natur/ 2) die Kunst/ oder 3) die Tapfferkeit darreichet. Was nun die Natur belanget/ so ist merckwuͤrdig/ daß Wunsidel ausserdem/ daß sie an einem der gesuͤndesten Oertern von gantz Teutschland zwischen lauter fruchtbaren Bergen und Thaͤlern/ Waͤldern und Feldern/ Wißmathen und Fischreichen Wassern auf einem Metallreichen Boden lieget/ vor andern die Stadt mit Stadt mit Marmel- steinern Mauren. denen Marmelsteinernen Mauren und Thuͤrnen von Alters her genennet worden/ darum/ daß die Steine/ so allda gebrochen werden/ dem Marmel/ nach Bruschens Bericht/ nicht fast un- gleich seyn/ so sie poliret werden. Ja wie weit und breit die Los- buͤrger Steine verfuͤhret werden/ ist oben angedeutet. Die Kunst 2) die Kunst. betreffend/ so ist in Wunsidel ein herrlich und reiches Hospital/ welches gebauet worden A. D. 1451. von einem Buͤrger und Stadt- Kind/ Siegmund Wann genannt. Dieser lernete das Becken- L 3 Hand- Beschreibung des Fichtelbergs. Hospital in Wunsidel wird mit- telst der Al- chymie er- bauet u. ge- stifftet von Sigmund Wann. Handwerck/ und wanderte seiner Profession nach auf Venedig/ daselbst verlobte er sich mit der Magd im Hauß einer gebohrnen Wahlin/ Catharina/ oder nach Bruschens Meynung/ Barbara genannt/ und brachte sie mit heraus in sein Vaterland/ diese war der Alchymie hoch erfahren/ und konte ohne Schaden des Zinns (dessen damahls umb Wunsidel genug zu haben war) von diesem Metall Silber und Gold scheiden/ womit er uͤber die maßen gros- sen Reichthum bekam/ indem er nun kein Kind hatte/ bauete er die- ses Hospital/ machete die Herren von Eger zu Schutz-Herren dar- uͤber/ gabe denen eine grosse Summa Geldes/ davon musten sie alle Jahr in das Hospital nach Wunsidel 410. Gold-Gulden zu Unterhaltung 12. ehrlicher armer alter Maͤnner und 3. Priester ge- ben. Bey gemeldtem Hospital ist auch eine feine Kirche/ welche ebenfalls bemeldter Wann gestifftet/ darinnen hanget noch eine Tafel/ worauff des Stiffters und der Stiffterin Abconterfeyung samt der Zeit und Stunde ihres Todtes zu sehen. Gleich bey der Thuͤr des Hospitals seynd in einer Tafel folgende alte Reimen zu lesen: Anno Domini 1451. Jahr. Als die Stifft-Brief sagen fuͤrwar/ Jst dieß loͤblich Haus gefangen an/ Gebaut durch einen Christlichen Mann/ Sigmund Wann ist er genannt/ Seinem Vaterland wohl bekannt/ Eine Wahlin gehabt zum Weib/ Ohne Leibs Erben verschied ihr beeder Leib. Von GOtt mit dieser Kunst begnadt/ Wie man von Alten Uhrkundt hat/ Das Gold von dem Zinn zu scheeren/ Dadurch sich ihr Guͤter thaͤten mehren/ Gewendet zu GOttes Ehr/ und der Armen Noth/ Nach der Lehr und Ordnung GOttes Gebot/ Zwoͤlff arme Leyhen Bruͤder davon zu ernaͤhren/ Die Gottesfoͤrchtig und ehrlich in Armut kommen waͤren/ Jhr Beschreibung des Fichtelbergs. Jhr Handwerck nimmer treiben koͤnnen/ Noch das Brod mit ihren Haͤnden gewinnen/ Leuterlich umb GOttes Willen einzunehmen/ Die Person zuvor wohl lernen erkennen/ Nicht ansehen Gab/ Freundschafft/ noch die Person/ Noch etwas nehmen von ihnen zu Lohn. Das hat alles gestifftet dieser Wann/ Der seines Lebens End zu Eger nahm. Welches 1469. geschehen ist/ Wie man in seinem Epitaphio liest. GOtt woll ihm seine Ruhe geben/ Und nach diesem das Ewige Leben. Letzlich haben die Religions-Zwistigkeiten Anlaß gegeben/ daß der Magistrat zu Eger vor alles und jedes nacher Wunsidel 8000. Thl. vor ein und allemahl bezahlet/ und sich also von dieser Wannischen Stifftung loßgekauffet/ wofuͤr man das Ritter-Guth Ober Hoͤch- staͤdt erhandelt/ von dessen jaͤhrlichen Einkuͤnfften das Hospital unterhalten wird. Eben dieser Sigmund Wann hat auch zu E- ger einen Thurn an der Pfarr-Kirchen zu bauen angefangen/ weil aber das Fundament zu schwach war/ ist es verblieben. Er hat zu Eger gewohnet/ und ist auch allda gestorben. Endlich so ist Wunsidel wegen der Tapfferkeit ihrer Buͤr- 3) Tapffer- keit dev Wunsidler/ a) Gegen die Hussiten. ger auch uͤber die Maassen beruffen; dann wem ist nicht bekant/ daß da die so genannten Hußiten fast gantz Teutschland zu Tru- tzen sich unterstunden/ und unter andern A. 1430. oder 1431. die Stadt Plauen/ ingleichen Culmbach/ Bayreuth/ Hoff/ und fast alle Flecken in Vogtland verheeret/ die einige Stadt Wunsidel den Feind von Sturm abgetrieben/ und sich erhalten: wie solches Altenberger in Specul. incend. cap. 1. beschreibet. Womit harmonir t/ was Rentschelius im Brandenburgischen Stamm-Buch schrei- bet/ daß nehmlich die Hußiten das gantze Land oberhalb Gebuͤrges/ ausgenommen Wunsidel/ jaͤmmerlich verheeret. Eben also ha- b) Gegen die Boͤhmen/ u. Egraner. ben sich auch die Wundsidler gegen die Boͤhmen und Egraner verhalten/ denn als solche A. 1462. Weissenstadt verbrannt/ seynd sie gleich Beschreibung des Fichtelbergs. gleich an demselben Tag noch/ welcher S. Georgen-Tag war/ un- gefehr in 18000. Mann starck vor Wunsidel geruͤcket/ alwo sie auf dem Katharinen-Berg posto gefaßet; damahls war in der Stadt Jobst von Schirnding Hauptmann/ ein tapffrer und im Krieg hocherfahrner Edelmann/ diesen liessen die Feinde guͤtlich zu sich bitten unten an den Catharinen-Berg/ als er erschienen/ fuͤhrten sie ihn zur Linden/ so fast mitten am Berge gestanden/ und jetzt zum Gedaͤchtnuͤß wieder eine hingepflantzet worden/ alda spra- chen sie ihm mit guten Worten zu/ er solte die Stadt uͤbergeben/ er aber schlug es kurtz ab/ ungeachtet er wuste/ daß die wenigen Buͤrger in der Stadt diesem grossen Heer der Feinde gar zu un- gleich an der Zahl waren; hierauff machte er sich wieder zu seinen An- vertrauten in der Stadt/ ordnete die Buͤrger aufs beste/ und war selbst uͤberall vorn dran/ griffe die Sache ernstlich an/ und sprach Jedermann einen Muth zu. Worauff dann gleich des an- dern Tags zufruͤhe/ (war Freytags vor Pfingsten) von 4. Uhr an biß um 9. Uhr der Feind die Stadt zu dreyen mahlen bestuͤrmete/ a- ber so resolut abgeschlagen wurde/ daß er mit Schanden und gros- sem Verlust der Seinen abziehen muste/ wobey zwar der Buͤrger von Wunsidel auch zu 50. auf dem Platz blieben. Wegen dieser ungemeinen Wachsamkeit/ und mit Blut versiegelten sonderbah- ren Treue/ hat die Stadt zum Wappen bekommen einen Blutro- then wachsamen Bracken- oder Hundskopff mit langen hangenden Ohren und aufgerichtetem Halß auf einer goͤldenen Cron und offe- nem Helm samt einem Schild von schwartz und weiß abwech selen- c) gegen die Pfaͤltzer u. Bayern A. 1703. und 1704. den Feldern mit zwey schrege gegen einander stehenden W. \&c. Wie resolut sich die aus der Stadt und 6. Aembtern Wunsidel comman- d irte bey der Belagerung zweyer Feindlichen Vestungen gehalten/ aus welchen Orten einem absonderlich die Feindliche Gvarnison einen Ausfall tentir et/ und die in denen approchen gelegene von andern Or- ten hergewesene Mannschafft von dannen delogirt/ so bald aber durch das Wunsidelische Commando wieder chargir t/ und mit nachdruͤck- lichem Verlust in die Vestung repoussirt worden/ worauf sie sich auch bald ergeben muͤssen/ das ist eine so bekante Sache/ daß auch die Kinder davon reden. Eben Beschreibung des Fichtelbergs. Eben nun in dem 1462. Jahr/ da die Boͤhmen von denen zu Cathaꝛinen/ Kirche auf St. Cathari- nenberg. Wunsidel unter dem Commando des Schirndingers so geschlagen worden/ wurde das schoͤne Kirchlein auf St. Catharinenberg/ soge- gen der Stadt uͤber liegt/ zu der St. Catharinen Ehr gebauet. Dann nachdem die Buͤrger in der Boͤhmischen Belaͤgerung von demsel- ben Ort her geaͤngstet wurden/ rufften sie die Jungfrau St. Ca- tharina an/ sie solte ihnen zu Huͤlffe kommen/ so wolten sie ihr eine Kirche zu Ehren bauen; nachdem sie nun siegreich uͤberwunden/ meyneten sie/ St. Catharina haͤtte ihnen geholffen/ und baueten ihr diese Kirche noch dasselbe Jahr auf/ welche/ ob sie wohl ausser ei- nigem Gemaͤuer/ und dem sehr dicken/ auch ziemlich hohen steiner- nen Thurm/ den der Magistrat zu Wunsidel annoch in baulichen Wuͤrden erhaͤlt/ und worauf in denen letzten Bayrischen Kriegs- Troubl en eine Wacht mit einem Allarm -Feuer angeordnet gewe- sen/ voͤllig ruinirt ist/ doch biß auf den heutigen Tag die Catha- rinen-Kirche/ und der Berg/ worauf sie stehet/ der Catharinen- Berg genennet wird/ auf Seiten der Stadt ist er sehr jehe und hoch/ und ziemlich muͤhsam zu ersteigen/ sonsten ist er wohl von Feld-Fruͤch- ten angebauet/ und wie die Witterungen anzeigen/ auch von Me- tallen nicht leer/ desgleichen findet man Crystallen auf ihm. Zwey und eine halbe Stunde von Wunsidel gegen Morgen liegt der Marggraͤfische Flecken Artzburg/ Artzburg. welcher Ort wegen der festen Kirche/ (als die da mit einer starcken Mauer/ wie eine Stadt befestiget/ und auf einem Berge lieget/ worin das Volck in Kriegs-Laͤufften seine Zuflucht nimmet/ auch sich eine Zeitlang daraus wohl schuͤtzen kan/) und einer dabey erhal- tenen Victori e gar beruͤhmet ist. Dann es begab sich A. 1504. daß Wird von denen Boͤh- men bestuͤr- met. gemeldter Marck von denen Boͤhmen/ (die Pfaltz-Grafen Ruprech- ten zu Huͤlffe kommen/ und von Kayser Maximiliano waren ge- schlagen worden/ und also im Voigtlande herum vag irten/) mit ei- nem grossen Heer belagert/ und angelauffen ward. Die Buͤr- ger nun hatten all ihr Haab und Guth in die Kirchen getragen/ den Kirchhoff zugeschlossen und verwahret/ stunden mit ihren Weibern auf der Mauer/ wehreten sich mit Steinen und Geschuͤtz auffs M maͤnn- Beschreibung des Fichtelbergs. maͤnnlichste/ desgleichen die Weiber mit Pech und heissem Wasser/ und womit sie konten. Es war aber ein Fleischhacker oder Metz- ger unter ihnen mit Nahmen Nicolaus Unruh/ der hatte diesen Nahmen nicht vergebens/ war ein ernstlicher Mann/ und Spot- tens nicht gewohnet: und nachdem die Boͤhmen viel unnuͤtzes Windes in der Nasen hatten/ nichts konten/ dann der guten Leute spotten/ schencket ihnen dieser Unruhe eine Kugel/ traff damit unter andern fuͤrnehmlich den command irenden Obristen Hauptmann/ so ein Graf von Sternberg war/ der die Weiber auf den Mauern Boͤhmen werden von denen Artz- burgern ge- schlagen. Zeitelmoos. sehr verspottet hatte. Da nun dieser samt andern mehr darnieder lagen/ hatte der Krieg ein Ende/ die Boͤhmen zogen mit ihren ar- men Leuten davon/ so fielen die von Artzburg aus der Kirchen/ ei- leten ihnen nach/ und schlugen ihrer noch viel in der Flucht todt. Ehe ich das Gebuͤrg gar verlasse/ muß ich noch mit wenigem des Zeitelmooses gedencken/ welches ein ziemlich grosser Wald zwischen Wunsidel und Weissenstadt ist/ darinnen ist ein feiner Teich/ der Zeitelmoos-Weyher genannt/ bey welchem sich oͤffters Soll voll wunderli- cher Bege- benheiten seyn. eine und andere abentheuerliche Begebenheit von Geistern/ der ge- meinen Sage nach/ zutragen soll. Jch will hier auf des unwissen- den Volcks Reden mich nicht viel gruͤnden/ sondern nur dasjenige erzehlen/ was einem sehr hochgelahrten und beruͤhmten Mann/ der Was in die- sem Forst ei- nem gelehr- ten Mann einmahl be- gegnet? sonsten eben nicht aberglaͤubisch ist/ begegnet. Als derselbe eins- mahls bey spaͤter Abend-Zeit durch diesen Wald ritte/ sahe er 2. Kinder am Wege/ und/ wo ich nicht irre/ auf- oder bey einem Holtz- stoß sitzen/ diese redete er an/ was sie bey so spaͤter Abend-Zeit allein hier im Walde machten/ und weil er sie vor Bauern-Kinder hielte/ ermahnete er sie/ sie solten nach Hause gehen/ damit sie von der instehenden Nacht nicht uͤberfallen wuͤrden/ worauf die Kinder uͤberlaut an zu lachen fingen/ indem er aber seinen Weg proseqvir te/ traff er eben diese Kinder wieder vor sich/ und/ wo mir recht ist/ aber- mahl lachend/ am Wege sitzendan; woraus er wohl merckte/ daß es etwas anders zu sagen haͤtte/ ritte sie also vorbey ohne ein Wort mehr auf sie zu sprechen. Was dem Autori dieseꝛ Schrifft be- gegnet? Jch selbsten bin vor etlichen Jahren tieff im Herbst bey Mond- schein am spaͤten Abend diesen Wald passi rt/ als ich nun uͤber dem Teich Beschreibung des Fichtelbergs. Teich bereits auf der Hoͤhe war/ und eben das Geist-erqvickende Lied: Himmel/ Erde/ Lufft und Meer/ preisen ihres Schoͤpffers Ehr/ꝛc. anstimmete/ wurde ich gantz unvermuthet von einem sehr dicken und schwartzen Nebel umbsetzet/ wobey ein Geraͤusch war/ als wann einige Reuter neben mir (der ich nur zu Fuß war/) her- ritten/ als ich aber nach 3. oder 4. Minuten auf die Worte in dem Lied kam: Donner/ Blitz/ Dampff/ Hagel/ Wind seines Willens Diener sind/ꝛc. und solche mit groͤßter Vergnuͤgung ohne einige Forcht und Entsetzen absange/ wiche der Nebel hinter mich/ und striche so schnell/ als ein Pfeil uͤber den Zeitelmoos-Weyher weg/ ich aber kame/ GOtt Lob/ frisch und gesund an Ort und Stelle. Sonsten soll es/ der gemeinen Sage nach/ in diesem Holtz gar Butzenreu- ther Forst soll auch unheimlich seyn. sehr zu Nacht-Zeiten jagen/ so sich auch in der Buzenreuth einem Holtz zwischen Wunsidel und Redwitz zutragen soll; welches man jedoch alles in seinem Worth und Unwerth beruhen laͤsset. Ob aber dergleichen Begebenheiten dem Satan allezeit zuzuschreiben/ ist allhier unsers Orts nicht/ solches auszufuͤhren. Bey obiger Occasion der 2. lachenden Kinder/ so einem gelehrten Manne im Zeitelmoos erschienen/ faͤllet mir bey/ was aus Georgii Agricolæ Pygmæi oder Kobolte/ Erd- oder Bergmaͤnn- lein zweyerley Arten/ nehmlich eine schaͤd- liche/ wo- von zwey Exempel; Chemnicensis des vortrefflichen Metallurgisten Buͤchlein de ani- malibus subterraneis, M. Johannes Prætorius in seinem ausfuͤhrlichen Bericht von dem Schlesischen Gespenste Ruͤbezahl erzehlet: Er (spricht er) gedencket zweyerley Berg-Geister/ die ersten nenaet er greuliche/ abscheuliche/ erschreckliche boͤse Geister/ denen Bergleuten aufsetzig/ und schaͤdlich. Dergleichen gewesen ist auf St. Annenberg in der Grube auf dem Rosenkrantz genannt/ welcher in Gestalt ei- nes Roßes mit einem langen Halse und greulichen scheußlichen Au- gen aus dem Rachen einen gifftigen Dunst geblasen/ dadurch mehr dann 12. Hauer erstoͤckt worden und umbkommen. Weßwe- gen auch die Zeche nicht ist fortgebauet worden/ sondern liegend geblieben. Ein solcher war auch auf dem Schneeberg vor etlichen Jahren/ der mit einer schwartzen Kappe oder Moͤnchs-Kutte an- gethan in der Zeche zu St. Georgen erschienen/ welcher einen Berg- mann erwischet/ vom Boden aufgehoben/ und aus dem tieffsten zu oberst in die Hoͤhe/ so vor Zeiten gar Silberreich gewesen/ gefuͤh- M 2 ret/ Beschreibung des Fichtelbergs. ret/ und nicht ohne Verletzung seiner Glieder hart gedruͤcket. Die und un- schaͤdliche. andere heisset er mites, sittsame oder zahme Geister oder Kobol- te/ welche denen Menschen alles nachthun wollen/ dann sie er- schuͤttern sich manchmahl mit lachen/ sind arbeitsam und gescheff- tig/ verrichten aber nichts. Dieser Art seynd die kleinen Berg- maͤnnlein/ welche kaum drey Spannen lang in Gestalt eines alten grauen Bergmaͤnnleins mit einer Berg-Kappen verhaubet/ und einem Leder beguͤrtet auf fuͤrnehmen und reichen Bergwercken hin und wieder in denen Schachten und Stollen fahren/ aller- ley Arbeit mit Graben/ Ertzhauen/ mit Ausgiessen der Eymer oder Berg-Zuber/ mit Haspelziehen und dergleichen vorgeben/ und uͤberall nichts schaffen. Sie thun und verletzen aber Nieman- den/ es sey dann/ daß man ihrer spotte/ und sie mit Fluchen reitze. Ob nun die obgedachte lachende Kinder im Zeitelmoos von dieser letzten Gattung der lachenden Erd- oder Bergmaͤnnlein gewesen/ Jn dem Bayreuthi- schen Fuͤr- stenthum gabe es ehe- dessen Erd- maͤnnlein. ist dieses Orts nicht zu eroͤrtern. Sonsten aber ist gar gewiß/ daß in dem Fuͤrsten- und Burggraffthum Nuͤrmberg oberhalb Ge- buͤrgs ehedessen Pygmæi oder solche unter der Erden wohnende Zwaͤrge vorhanden gewesen/ wie solches Herr Johann Wolff- gang Rentsch in der Beschreibung merckwuͤrdiger Sachen und Antiqvi taͤten des obgedachten Fuͤrstenthums aus der glaub- wuͤrdigen Relation Herrn Hieronymi Hedlers/ damahligen Pfar- rers zu Selbitz/ wohin Marlsreuth eingepfarret/ so er d. 15. Ju- lii, 1684. abgestattet/ folgender Gestalt erzehlet: Zwischen Selbitz und Marlsreuth/ und zwar auf der Marlsreuther Guͤthern ist ein Zwaͤrg-Loch zwischen Selbitz und Marlsreuth bey Naila. Loch im Gehoͤltz zu befinden/ das insgemein das Zwerg-Loch ge- nennet wird/ weil ehedessen und vor mehr als 100. Jahren Zwaͤr- ge allda gewohnet/ und unter der Erden sich aufgehalten haben sollen/ die da in Naila gewisse Jnwohner an sich gewoͤhnt ge- habt/ daß sie ihnen ihre Nothdurfft zugetragen. Wie dann von zwey alten ehrlichen und glaubwuͤrdigen Maͤnnern/ nehmlich Al- bert Steffeln/ seines Alters 70. der den 30. Junii 1680. zu Marls- reuth begraben/ dann auch Hanßen Kohmann/ ætatis 63. und den 6. Martii 1679. zu Marlsreuth begraben/ etlichmahl berichtet wor- den/ daß jetztgedachten Kohmanns Groß-Vater mit zwey Pfer- den Beschreibung des Fichtelbergs. den nahe an diesem Loch auf seinem Acker (welches Guth und Feld Begeben- heit eines Bauern mit eineꝛ Zwaͤꝛg- Frauen. noch ein Enenckel anjetzt Simon Kohmann besitzet) geackert/ dem sein Weib ein neugebackenes Brod zum Fruͤhstuͤcke gebracht/ und am Rain niedergelegt/ in ein Tuͤchlein gebunden/ und ihre Wege/ Gras an der nechstgelegenen Wiesen mit nach Haus zu- nehmen/ gegangen/ seye bald ein Zwerg-Weiblein gegangen kom- men/ ihn den Ackermann umb sein Brod angesprochen/ er waͤre noch nicht hungrig/ sie haͤtte aber ihr Brod im Backofen/ ih- re Kinder waͤren hungrig/ und koͤnnten nicht erwarten/ biß daß es fertig wuͤrde/ er solte ihrs vor ihre Kinder lassen/ sie wolte auf den Mittag es ihm erstatten/ welches gedachter alte Kohmann gerne gewilliget/ und das Brod uͤberlassen. Auf den Mittag aber ist sie wiederkommen/ und hat ihm einen Kuchen von ihrem Brod noch warm gebracht/ auf ein sehr weisses Tuch gelegt/ und ihm Danck gesaget/ mit vermeldten/ er solte das Brod nach sei- ner Gelegenheit wegnehmen/ und ohne Scheue geniessen/ ihr Tuͤchlein aber liegen laßen/ sie wolte es schon abhohlen/ welches auch also erfolget/ worauf die Zwaͤrgin gesagt: Es wuͤrden so viel Hammer-Wercke in der Gegend aufgerichtet/ daß sie dadurch beunruhiget/ muͤßten also weichen/ und ihren beqvemen Sitz ver- lassen; auch vertriebe sie das Schweren und grosse Fluchen/ das so gemein unter denen Leuten wuͤrde/ wie auch die Sabbaths- Entheiligung/ da ein jeder Haus-Vater fruͤhe vor der Kirchen- Besuchung am Sonntag auf daß Feld lieffe/ und seine Fruͤchte beschauete/ welches gantz suͤndlich waͤre. Vor etlich wenig Jahren haͤtten sich an einem Sonntag Bauern- Knechte be- geben sich in das Zwaͤrg-Loch bey Naila. Nachmittag unterschiedliche junge Bauern Knechte von Marls- reuth zusammen gerottet/ Schleisen-Spaͤhne zu sich genommen/ zum Loch gegangen/ Licht gemachet/ und dahinein gekrochen/ umb solches zu besehen/ da sie dann bald aufrechtes unter der Erden gehen koͤnnen/ bald gebucket/ bald gar kriechen muͤssen/ weil der Wie solches inwendig beschaffen? Gang in etwas verfallen. Als sie nun ein paar Ackerlaͤnge ge- kommen/ haͤtten sie einen weiten Platz angetroffen/ aufs netteste mit Felßen ausgearbeitet/ hoͤher als Manns hoch und recht in viereckichter Forme/ da auf jeder Seiten viel kleine Thuͤrlein M 3 einge- Beschreibung des Fichtelbergs. eingegangen/ und gleich wie Kaͤmmerlein gewesen/ welche sie zum Theil besehen/ und damit sie das rechte Loch nicht vergessen moͤch- ten/ einen mit einem Licht in dem Eingang stehen lassen/ darauf sie saͤmbtlich ein Grausen ankommen/ und sie darauf wieder zu- ruͤcke gegangen/ und etliche Tage uͤbel aufgewesen/ doch habe es keinem nichts geschadet/ und so viel haͤtte er/ Pfarrer/ aus der Rela- tion der beeden alten und noch anderer/ die am Leben/ und zum Theil mit im Loch gewesen. Berg-Zwaͤꝛ- ge hat es sonsten in Teutschland auch hin u. wieder ge- geben. Eben dergleichen Berg-Zwaͤrge hat es sonsten auch an vie- len Orten in Teutschland gegeben/ welche zu erzehlen dieses Orts zu weitlaͤufftig; jedennoch aber wollen wir nur eine der merckwuͤr- digsten Begebenheit/ welche sich in Holstein zugetragen/ anfuͤhren/ und alsdann das Gebuͤrg des Fichtelbergs ferner betrachten/ was solches vor Schaͤtze und Reichthuͤmer an Baͤumen/ Kraͤutern/ Thieren/ Gewuͤrmen/ Voͤgeln und Metallen oder andern Ertzten in sich hege. Bemeldte Geschicht nun beschreibet Herr Seyfried in seiner Medulla mir abilium Naturæ Pag. 488. \&c. mit folgenden Worten: Wunder- bahre Bege- benheit mit einem Berg- Zwaͤrgen in Holstein; Jn dem wohlbenahmten Hoch-Adelichen Geschlechte derer von Rantzau in Hollstein soll es sich zugetragen haben/ daß de- ro Groß-Frau-Mutter einsten des Nachts an der Seiten ihres Ehe-Herrens aus dem Bette durch ein kleines Maͤnnlein/ so ein Laternlein getragen/ sey aufgewecket/ und aus dem Schloß/ des- sen Thuͤr und Thor sich geoͤffnet/ in einen hohlen Berg ausser- halb zu einem kreißenden Weibe gebracht worden/ welche nachdem sie selbiger auf Begehren die rechte Hand auf das Haupt geleget/ sobald genesen. Als sie nun durch ihren Fuͤhrer wieder in das Schloß zuruͤcke gebracht worden/ habe sie von demselben ein Stuͤrk Goldes zu einer Gabe empfangen/ daraus angegebener maassen 50. Rechen-Pfennige/ einen Hering/ und Spille nach der Zahl ihrer zweyer Soͤhne/ und einer Tochter verfertigen lassen. Wobey sie diese Warnung mit empfangen/ daß dero Nachkommen dieses wohl wuͤrden zu bewahren wissen/ sonsten sie in aͤußerstes Abneh- men gerathen wuͤrden; wie hingegen/ so lang solche bey dem Geschlecht verbleiben/ an Ehre und Guth zunehmen werden. Fast Beschreibung des Fichtelbergs. Fast eine gleiche Geschicht wird erzehlet von dem alten Ade- Jngleichen in Sachsen. lichen Geschlecht derer von Alvensleben in Sachsen mit einem auf solche Weise empfangenen Ringe/ welcher aber nunmehro in gar viele Particuln soll zertheilet worden seyn. Biß hieher be- lobter Autor. Wer von der Natur/ Eigenschafft/ Herkommen/ Hand- Was vor Autores von solchen Cre- aturen ge- schrieben? thierung und Gewerb/ auch Thun oder Lassen dieser Erd-Zwaͤrge Nachricht zu haben begehret/ der lese Theophrasti Paracelsi Buch de Nymphis, Sylvis, Pygmæis \& Salamandris. ingleichen Nouveaux Entretiens sur les sciences secretes ou le Comte de Gabalis. nicht weniger Johann Baptistæ Groß chedels Hermitisches Klee- blat part. 3. wie auch Rabbi Abrahams Coben Irira Domum DEI, und Adumbrationem Kabbalæ Christianæ C. 5. §. 6. Auch werden etlicher massen Robertus de Fluctibus, Henricus Cornelius Agrippa in oc- culta Philosophia, und das Buch/ genannt Arbatel oder die Weiß- heit der alten/ ein und anders davon haben; ein weniges hat auch J. Boͤhme Teutonicus Philosophus, Basilius Valentinus, in gewissem Verstand auch Zoroaster in Oraculis, Hermes Trisme- gistus in Poëmandro \& Asclepio. Jedennoch muß man diese Ge- schoͤpffe nicht confund iren mit denen/ welche Psellus nach dem Ne- cromanti sten Marco Dæmones subterraneos \& Lucifugos, die unter- irrdische und Lichtfliehende nennet: Aber hievon genug. Damit wir nun besehen/ was unsere Berge u. Wildnuͤße weiter in Fichtelbeꝛgs Reichthum an 1) Holtz/ Baͤumen u. Stauden/ sich hegen/ so ist bekant/ daß alle diese Berge/ ungeachtet jaͤhrlich eine unglaubliche Menge Holtz/ besonders zu denen Hammerwercken und Hohen Oefen/ gefaͤllet wird/ dannoch mit allerhand Baͤumen auf das dickeste bewachsen/ worunter der groͤste Theil Fichten/ (als wovon das Gebuͤrg seinen Nahmen hat) Tannen/ Foͤhren/ und Buchen/ auch an etlichen Orten Eichen/ Jlmen/ Ahorn/ Buͤrcken/ und Linden-Baͤume seynd/ wovon die an und umb den Fichtelberg wovon die Fichtelber- ger ihꝛe mei- ste Nahrung haben. wohnende Bauern ihre meiste Nahrung haben/ indem sie den Sommer uͤber das Holtz faͤllen/ und theils zu Kohlen brennen/ theils aber auffschlichten/ biß sie den Winter uͤber solches im tieffen Schnee von denen hohen Waͤldern (worauf Sommers-Zeit man wegen der unwegsamen Gegend mit keinem Wagen gelangen kan/) auf Beschreibung des Fichtelbergs. auf Schlitten herabfuͤhren/ und im darauf folgenden Fruͤhling/ wann der Wald-Schnee zu schmeltzen beginnet/ und die Fluͤße an- lauffen/ zur Floͤße bringen/ und also die Staͤdte/ Flecken und Doͤrf- fer reichlich damit versehen/ theils aber im Winter unmittelbahr zu Marcke fuͤhren. Auch ist dieses Gebuͤrg nicht arm/ sondern vor vielen andern grossen Laͤndern reich an Wacholder-Holtz/ Hollun- der- und Vogelbeer-Baͤumen/ deren Fruͤchte jede insonderheit die herrlichste Brandweine/ Oehle und Latwergen geben/ welche des ge- meinen Manns umb diese Gegend fast allgemeine Artzneyen vor Menschen und Viehe seynd. Dann wann dem Bauers-Volck oder dessen Viehe etwan eine Kranckheit zustoͤsset/ so lauffen sie auf ihren im Vorrath habenden Vogel-Brey/ das ist/ Vogel-Beer- Latwerge zu/ und schwitzen darauff/ wobey sie sich auch schroͤpffen und zur Ader lassen. Viel angenehmer aber seynd die Wachol- der und Hollunder Latwergen/ jene zwar an einer picant en Suͤßig- keit/ und diese an einer erqvickenden subti len Saͤure; mit jener præ- serv iren sie sich vor ansteckenden Kranckheiten und ungesunder Lufft/ dieser aber bedienen sie sich in hitzigen Fiebern und dergleichen Zu- faͤllen/ umb die Hitze und den Durst zu loͤschen/ indem sie die Hol- lunder Latwerge in Bronnen-Wasser zerruͤhren/ und davon trin- cken/ womit sie zugleich denen boͤsen Haͤlsen und der Braͤune steuern. So seynd auch in der gantzen Gegend des Fichtelbergs Schlee- hen und Hanbotten oder Hiefften-Staudten in grosser Anzahl an- zutreffen; jener Fruͤchten machen sie in sauern Bier-Eßig ein/ wo- von sie des Winters uͤber sich damit erlaben/ auch in Ruhren/ Durchfaͤllen des Leibes und Fiebern sich solcher bedienen; Die Hanbotten aber werden ausgeputzet/ gedoͤrret/ und dann gekochet/ deren man ebenfalls in Ruhren und dergleichen gebrauchet. Deß- gleichen fehlet es nicht an wilden Holtz-Aepffeln/ und Birnen/ wel- che die Bauern unter das Heu legen/ weich werden lassen und also entweder gekocht/ oder ungekocht genuͤßen. Haselnuͤß-Staudten wachsen hin und her in ziemlicher Anzahl wilde/ wovon viele vom Land-Volck zu Marckt gebracht werden. Auch ziehlet man hin und her an denen Haͤusern Wein-Reben/ in der Culmbacher Ge- gend aber werden gantze Wein-Gaͤrten angetroffen/ wovon die Beeren Beschreibung des Fichtelbergs. Beeren gekeltert und zu Most und Wein gemachet werden. Hopf- fen giebt es auch noch hin und her zur Noth. Nicht weniger ist an vielen Orten dieser Fichtelbergischen Gegend ein feiner Vorrath an allerley Garten-Obst-Baͤumen/ nehmlich mancherley Arten von Aepffeln/ Birnen/ Welschen- und Zeller-Nuͤßen/ Zwespen/ Spie- lingen/ Pflaumen/ schwartz- und rothen suͤßen Kirschen/ (die so gar in vielen Doͤrffern an denen Rheinen stehen/) Amarellen/ sauern Kirschen oder Weichseln. Allerley Arten von Johannis- und Kloster- oder Stachel-Beeren seynd in denen Gaͤrten in ziemlicher Anzahl anzutreffen/ und was dergleichen fruchtbare Baͤume und Staudten mehr seynd/ welche alle zu erzehlen dieses Ortes nicht ist. Steigen wir wieder auf unser Gebuͤrg/ und beschauen daselbst 2) Wurtzeln und Kraͤu- tern. den Erd-Boden/ so kan man mehrentheils wegen der unbeschreib- lichen Menge der schwartzen- und rothen Heidel-Beeren/ (deren die letzten hier zu Lande Breußel-Beeren genannt werden/) kaum einen Fuß setzen/ und einen Schritt ferner thun: Beede bringen so wohl die Kraͤuter-Weiber haͤuffig zu Marcke/ als auch daß sich das Land-Volck solcher selbsten bedienet/ und vornehmlich die rothen mit Eßig einmachet/ solche des Winters als eine Delicatess e zu ge- niessen/ wiewohl sie auch mit Wein-Eßig und Zucker eingemacht auff vornehmer Leute Tafeln verspeiset werden. Die rothen Moos-Beeren findet man im Fruͤhling/ wann der Schnee ge- schmoltzen unter dem Moos. Uber diese alle giebt es in denen groͤßten Wildnuͤssen haͤuffig auch rothe Erd-Him- oder Hohl- und Brom-Beeren/ welche saͤmbtlich sowohl annehmlich zu es- sen/ als auch denen feiltragenden Bauers-Weibern zu ihrer Nah- rung behuͤlfflich seynd. Sonsten giebt es im Fruͤhling/ wann es einige Zeit geregnet/ und hernach die Sonne warm scheinet/ auf unsern Gebuͤrgen und Waͤldern Spitz- und Stockmorgeln/ welche aufgedoͤrret/ hernach auf unterschiedliche Weise zugerichtet grosse Herren gerne auf ihre Taffeln bringen lassen/ die letztern wachsen auch zuweiln im Herbst/ zu welcher Zeit auch die Roͤthling und Braͤtling oder Herbstling/ im Sommer aber die gelben Pfiffer- linge oder Eyerschwaͤmme herfuͤr kommen/ so allerseits nebst de- nen Buchschwaͤmmen und sogenannten Steinpilsen von gutem N Geschmack Beschreibung des Fichtelbergs. Geschmack seynd/ wann sie wohl zugerichtet werden. Anderer vielen Arten Schwaͤmmen zu geschweigen. Kommen wir auf die Artzney-Kraͤuter/ so seynd deren auf diesen Gebuͤrgen so viele/ und mancherley/ daß man ein gantzes Kraͤuter-Buch von ihnen beschreiben koͤnte/ und gewißlich/ was fast in keinem Ort Teutsch- landes anzutreffen/ das reichet die guͤtige Natur in dieser Gegend fast in Menge dar. Jch will hier nur etliche wenige/ so bey dem Land-Volck am meisten im Gebrauch seynd/ anfuͤhren/ und sodann mich zu dem Geschlecht der Thieren verfuͤgen. Es werden dem- nach in unbeschreiblicher Menge/ (sonderlich auf denen Felßichten Hoͤhen/) gefunden mancherley Arten Farren-Kraut/ Engelsuͤß/ goͤlden Wiederthon/ rother Wiederthon/ Wiederthadt/ wilder Bertram oder Verschrey-Kraut/ allerley Arten von Dorant oder Orant/ Beerlap oder Truttenfuß/ Wuͤrbeldost/ Johannis- Kraut oder Hypericon, auf denen alten Schloͤssern giebt es viel Eisen- Kraut/ und in moosichten Orten Sonnenthau/ auf denen Wie- sen des Gebuͤrgs Monraute/ in denen Gaͤrten Wohlgemuth oder Dosten/ Tausendgoͤlden-Kraut/ Fuͤnffinger-Kraut/ Liebstoͤckel/ Angelica, Beyfuß/ welche Kraͤuter sambt und sonders von dem gemeinen Mann wieder alle Zauberey Menschen und dem Vieh dienlich zu seyn vorgegeben werden. Deßgleichen giebt es Ehren- Preiß/ Waldmeister/ Sanickel und Berg-Sanickel/ allerley Arten Lungen- und Leber-Kraut/ Jsopen/ und viele dergleichen/ deren sich der Bauers-Mann in der Schwindsucht bedienet. Die Schwalbwurtz mit gelben Blumen gebrauchet das Landvolck wie- der die Wassersucht. Allerley Arten von Disteln und Nesseln/ mancherley Gattung von Wermuth/ und sehr viel andere bekan- te Kraͤuter/ welche sowohl auf hohen Gebuͤrgen/ als Thaͤlern/ angebaueten und ungebaueten Orten wachsen; Also daß der Fich- telberg nicht nur keiner Gegend in Teutschland der Kraͤuter we- gen weichet/ sondern auch diesfalls die meisten uͤbertriefft. Der wohlriechenden Mertzen-Veiligen/ Schluͤssel-Blumen/ Majen- Bluͤmlein/ Margarethen-Bluͤmlein/ Baldrian/ Scheel-Kraut/ Hirsch- Ochsen- und Hunds-Zungen/ Siegwurtz/ Gauchheil/ꝛc. so alle wild wachsen/ ingleichen Hufflattich/ Hauswurtz/ Guͤl- den- Beschreibung des Fichtelbergs. denguͤnsel/ Tromentill/ und sehr vieler andern zu geschweigen. Die schaͤdlichsten Kraͤuter aber/ so dieser Gegend anzutreffen/ seynd allerley Arten von Wolffsmilch/ Pilsen-Kraut/ und Eisenhuͤt- lein/ sambt den Fliegenschwaͤmmen/ welche aber mehrentheils durch die Kunst koͤnnen transmutir t/ und ihr Gifft in Artzney ver- wandelt werden. Auf denen Feldern aber trifft man hin und her Weitzen/ mehrentheils aber Rocken/ Gersten/ Haber/ Erbsen und Linsen an; ingleichen gantze Felder mit Erdaͤpffeln/ Kap- pus-Kraut/ Kohl und Wiersig/ so nebst der Milch die gemeinste Kost der Bauren seynd. Uber alles ist diese Gegend beruͤhmet„ wegen des schoͤnen und haͤuffigen Flachses/ wovon jaͤhrlich eine„ grosse Menge nach Nuͤrmberg/ Bamberg/ und andere Orten„ verfuͤhret wird/ also daß die Gegend am Gebuͤrg vor andern Laͤn-„ dern/ das Flachs- und Kraut-Land genennet wird; wovon viele„ Flachs- und Kraut-Land. Fichtelberger sich zu naͤhren pflegen. Des Hanffs und anderer dergleichen Feld-Fruͤchte vorietzo nicht zu gedencken. Ehe wir die Kraͤuter gar verlassen/ ist noch mit wenigem zu gedencken/ daß die- jenige Kraͤuter/ welche sonsten ohne menschliche Kunst wild auff dem Gebuͤrge wachsen/ ihre beste Krafft verliehren/ wann man sie in die Gaͤrten pflantzet/ und mithin weit nicht mehr so dienlich seynd/ als wann sie unmittelbahr von dem Gebuͤrg gebracht werden. Wir beschliessen also unsere Kraͤuter-Anmerckungen mit des Fichtelber- gischen Landsmanns Betulii Lob-Gedicht: Adjiciam herbarum segetem, numerumqve Virorum Perg amei Medici, qvas admir ata propago, Qvos aluit Vigor æthereus, virtutis \& ardor Traxit ad æternum nomen laudesqve perennes? Desicit ingenium! \& c. \& c. Nunmehro wollen wir uns zu denen Thieren/ so auf/ an/ und 3) An Thie- ren/ u. zwar umb den Fichtelberg anzutreffen/ verfuͤgen/ da wir dann vornehm- lich die Edelsten/ nehmlich die von ihrem Allmaͤchtigen/ Allweisen/ α) der Men- schen; und Allguͤtigen Schoͤpffer mit Vernunfft begabte Menschen zu Ge- sichte bekommen: Von diesen schreibet nun der bereits hierinnen offt angezogene Brusch oben Anfangs bemeldter maßen folgender Gestalt: Es hat/ sagt er/ der Fichtelberg/ und schier das gantze her- wie sie be- schaffen? N 2 umge- Beschreibung des Fichtelbergs. umgelegene Land/ ein fromm/ getreu/ freundlich/ aber doch fast grob/ baͤurisch/ hart/ und starckes Volck/ das Hitz und Frost in al- ler Muͤhe und Arbeit wohl leiden und vertragen mag. Jn Sum- ma/ es seynd Leute/ umb von Natur angebohrner Staͤrcke willen/ wilde Saͤue und grausame Baͤren zu faͤllen/ und zu fahen/ fast ge- schicket/ wiewohl sie nicht von Leib grob und ungeheuer/ son- dern zum Theil auch sonsten von Art des Hoͤltzleins seynd/ das sie selbst gemeiniglich an den Spiesen tragen/ daher auch ein teutsch Sprichwort erwachsen/ daß/ wann man von einem guten Knittel Spꝛichwoꝛt. will sagen/ spricht man/ es sey ein grober Fichtelberger: Wor- aus abzunehmen/ daß zu Bruschens Zeiten die Leute umb den Fich- telberg viel ungeschlachter muͤssen gewesen seyn/ dann heute zu Ta- ge/ da auch so gar die ungeschicktesten Bauern/ welche an dem Wald wohnen/ gar vernuͤnfftig und gescheid genug von allerley Welt-Sachen zu raisonn iren wissen/ ob gleich die Sitten und Sprache an ihnen ziemlich grob heraus kommen/ besonders denen/ Der recht groben Fich- telberger Sprache. so gegen Osten oder gegen Wunsidel wohnen. Dann in dem Aus- sprechen verwechseln sie mehrentheils das A mit dem O, und das E mit dem A, offt lassen sie die Vocal en aus/ undsprechen allein den Wie solche beschaffen? Thon des Consonant en/ oder sie verhalten die Consonant en/ und exprimi ren allein den Vocal, nicht selten machen sie aus Vocal en Di- phtongos, das N verzwicken sie mehrmahlen voͤllig/ und wann es hoch kommet/ so nußeln sie es/ sonderlich zu Ende eines Worts/ durch die Nasen; den Buchstaben R sprechen sie in der Mitten und zu Ende des Worts selten deutlich aus/ sondern verdruͤcken ihn gantz und Exempel hievon. gar. Hier folgen etliche Exempla: J will einge in d’stot gein/ un will ma Laua laua; das ist: ich will hinein in die Stadt ge- hen/ und will mir die Ader schlagen lassen/ oder (von Wort zu Wort) und will mir laßen laßen. Ferner: Bau geih asse/ un heit d’ossen/ daus oba niet ins Graut eingelaua; das ist: Bub gehe hinaus/ und huͤte die Och- sen/ thue sie aber nicht in das Kraut hinein lassen. Jngleichen: Maidl geih haima/ un sog za da Mauda/ da Vota is hungri wi a Wuaͤlf/ as scheln zessen bringa; das ist: Maͤgdlein gehe heim/ und sage zu der Mutter/ der Vater ist hun- Beschreibung des Fichtelbergs. hungrig wie ein Wolff/ sie solle ihm zu Essen bringen. It. Wei geih asse/ un huaͤl ma a Wossa/ as duscht mi/ i moͤgt vaschmoch- te; das ist: Weib gehe hinaus/ und hole mir ein Wasser/ es dur- stet mich/ ich moͤchte verschmachten. Moah dau hauß/ saffta gnaug; d. i. Mann/ da hastu es/ sauffe dir genug. It. Wea is dea Hea? das ist: wer ist der Herr?ꝛc. Die Sitten betreffend/ so ziehet heute zu Tage ein grober Jhꝛe Sitten. Fichtelberger Bauer vor einem Herrn oder erbarn Buͤrger den Huth ab/ neiget auch zuweiln den Kopff ein wenig; aber noch bey Manns Gedencken/ muste auch eine vornehme Standts-Person oͤff- ters vergnuͤgt seyn/ wann ein dergleichen Waldmann nur nach dem Hut mit der Hand gegriffen/ und ihn doch auf dem Kopff sitzen las- sen/ wann es hoch kam/ so ruͤckte er denselben ein wenig auf die halbe Seite bey einem Ohr herab/ und hielte ihn mit der Hand/ daß es nicht gar herab fallen konte. Die Tischzucht ist sich auch leicht- lich einzubilden/ daß solche ohne einigen Ceremoni en-Meister ge- schehe.ꝛc. So einfaͤltig aber und grob dieses Volck an der Sprach Seynd von gutem Ver- stand. und Sitten zu seyn scheinet/ so klug/ nachdenckend und listig ist es doch in der That/ daß man sich verwundern muß/ was sie vor Judicia faͤllen/ wann sie treuhertzig werden. Sie sehen gewißlich so gut als ein erfahrner Staats-Mann/ ubi lateat angvis in her- ba, und gleichwohl wissen sie sich bey aller ihrer Redlichkeit so zu verstellen/ daß man vermeinen solte/ sie koͤnten nicht 2. geschwei- ge 4. zehlen. Woraus dann sattsam erhellet/ daß das Fichtelber- ger Landvolck von gutem Verstand und zu nuͤtzlichen Wissenschaff- ten und Kuͤnsten nicht ungeschickt sey. Wie dann der seelige Brusch schon zu seiner Zeit geschrieben/ daß/ ob wohl das gantze Land fast ungeheuer sey von denen Bergen und vielfaͤltigen Waͤlder wegen/ dasselbe auch gemeiniglich grobe und wuͤste Leute gebaͤhre/ die zum Krieg oder harter Bauern-Arbeit tauglicher seyn/ dann ho- Seynd dau- erhafftig/ arbeitsam u. zum Krieg geschickt. he theure Kuͤnste zu lernen/ so sey es doch gelehrter und geschick- ter Leute nicht gar beraubt/ deren es auch bey andern und weit- gelegenen Landen Ehr und Ruhm habe. Wann aber (wie er selbst schreibet/) erst zu seinen Zeiten das Laͤndlein mit Schulen und Kuͤnsten erbauet und begabet worden/ so konte er freylich nicht viel N 3 alte Beschreibung des Fichtelbergs. Was vor gelehrte Leu- te Brusch aufuͤhret/ so ehedessen umb den Fichtelberg gebohren worden? alte Gelaͤhrte dieses Landes anfuͤhren/ ja er muste bißweilen diesel- be biß 8. oder 10. Meilen weit vom Fichtelberg entlegen zum Be- weiß herhohlen/ daher fuͤhret er von Bamberg den beruͤhmten Hrn. Joachimum Camerarium , einen im Griechischen und Lateini- schen hocherfahrnen Mann an; ingleichen Hrn. Johann Ruͤhrer/ gewesenen Prediger bey Hrn. Marggrafen Georgen von Bran- denburg/ Glorwuͤrdigsten Andenckens/ auch aus Bamberg gebuͤr- Cameraius Ruͤhrer. tig. Aus der Bambergischen Stadt Cronach/ 6. Meilen vom Fichtelberg fuͤhret er Meister Lucas den Kunstreichen Mahler und Lucas. Burgermeister zu Wittenberg an/ den er den teutschen Apellem nennet. Jngleichen aus dem Bambergischen Staͤdtlein Weissenfeld/ Nausea. an der We ßent gelegen/ den gelehrten Hrn. Johann Nauseam, da- Wildenau- er/ mahlen Bischoffen zu Wien. Aus Eger Hrn. Johann Wil- denauer/ einen gelehrten Theologum; Hrn. Paul Knod/ einen zu Knod/ seiner Zeit frommen/ gelehrten und beruͤhmten Musicum, der lange Jahre Capellmeister des Chors zu Wittenberg gewesen/ inglei- Schomber- ger/ chen Hrn. Erhard Schomberger/ einen gelehrten Licentiatum Juris, Christiani damahligen Koͤnigs in Dennemarck Secretarium. Nicht weniger die zur selben Zeit annoch im Leben gewesene Witt- Junckerin/ be/ Frau Catharina Junckerin/ von welcher er schreibet/ daß sie auch wohl einem hohen Theologo solte zu schaffen geben/ indem sie alle Buͤcher/ so damahlen lange Zeit von denen Religions-Sa- chen geschrieben worden/ so fleißig durchsuchet und gelesen/ daß der Autor gaͤntzlich dafuͤr gehalten/ sie muͤsten ihr bekanter/ dann de- nen selbst/ die solche Buͤcher geschrieben/ gewesen seyn. Bey die- ser Wittbe hielte sich stets in besonderer Vertraulichkeit eine uͤber Gverit von Pucha/ die maßen erbare und gelehrte Frau/ Margaretha Gverit/ des Adelichen Geschlechts derer von Pucha (so zu Elsterwerck in Meißen wohneten/) auf/ welche nebst der teutschen/ auch der lateini- schen Sprach kundig war. So hat auch/ faͤhret er fort/ das Eger- Laͤndlein den fast gelehrten und weitberuͤhmten Mann Hrn. Georg Froͤlich/ Froͤhlich/ Orator en und Poeten/ der Herrn von Augspurg Cantz- lern und Rath gegeben. Jngleichen Frauenreuth ein Dorff der Fritzhannß/ Herrn von Eger den sehr gelehrten Theologum Hrn. Joh. Fritz- hann- Beschreibung des Fichtelbergs. hannßen getragen/ der erstlich in Eger ein Minorit, hernach zu Mag- deburg in Sachsen an der Elbe Pfarrer zum Heil. Geist gewesen. Redwiz ein sehr schoͤner Marck der Herren von Eger/ mag sich Hn. Nicolai Krotschmieden/ eines geschickten Juristen/ zu Naum- Krot- schmied/ burg in Thuͤringen gewesenen Stadtschreibers/ ingleichen Herrn Johann Freißlebens eines gelehrten frommen Theologi ruͤhmen. Freißleben/ Aus dem Marggraͤfischen Flecken Rheau/ 2. Meilen vom Fichtel- berg/ benahmet er Herrn M. Johann Haͤndel/ einen gelehrten Haͤndel/ Poeten. Aus Hof im Voigtland nennet er Nicolaum Medler/ Medler/ Doct. Theologiæ, seinen Præceptorem. Aus Weisenstadt am Fichtel- berg gelegen/ D. Johann Schoͤffeln/ einen gelehrten Juristen in Schoͤffel/ Leipzig. Aus Culmbach fuͤhret er den wuͤrdigen und gelehrten Herrn Johann Kurtz/ Abten zu Doͤpel in Boͤhmen/ welcher in La- Kurtz/ teinisch- und Boͤhmischer Sprache fast beredt war/ an. Endlich aus Bayreuth/ Herrn M Georg Schmaltzing/ einen gelehrten Schmal- tzing. Theologum, Poeten/ und Musicum. Will hier schweigen/ (beschlies set er) der unzehlichen guten und Kunstreichen Singer/ die umb den Fichtelberg/ wie die Fichten am Berge/ gantz fruchtbar und reichlich in allen Staͤdtlein wachsen/ welche/ so sie alle erzehlet werden solten/ es an Papier mangeln solte/ die alle nach Gebuͤhr und Nothdurfft zu preisen. Dieses hat bereit Brusch zu seiner Zeit geschrieben/ haͤtte er aber biß hieher leben sollen/ dann wuͤrde er gar nicht haben wissen koͤnnen/ wo er genug Papier nicht nur die Musicos, sondern auch die andere Gelehrte in allen Facult aͤten/ so an und umb den Fichtelberg gebohren worden/ zu beschreiben/ haͤtte hernehmen sollen. Weil nun die Menge deren zu groß ist/ sie alle aufzeichnen zu koͤnnen/ hingegen bey denen meisten ein Verdruß entstehen moͤch- Was vor Kuͤnste und Wissen- schafften umb den Fichtelberg im Schwan- ge gehen? te/ wann man/ nur ein und andern anfuͤhrete/ die uͤbrige aber mit Stillschweigen uͤbergienge/ so habe ich es vor rathsamer er- achtet/ die Gelehrte und Kuͤnstler mit einander nicht zu nennen/ son- dern nur die Wissenschafften/ worinnen jene excellir en/ und wel- che umb den Fichtelberg im Schwange gehen/ zu recensir en. Solchemnach wird nicht nur die Theologia Symbolica bey de- nen Herren Catholischen und Protestir enden an vielen Orten durch Theologia Symbolica. vor- Beschreibung des Fichtelbergs. vortrefflich gelehrte Leute auf allerley Art und Manier dem Volck Theologia Contempla- tiva und Na- talis. Jus Na- turæ \& Gen- tium; Jus pu- blicum, civi- le, provincia- le, feudale, belli \& pacis \&c. publice in denen dazu verordneten Kirchen vorgetragen/ sondern es wird auch zu Hause privatim die Theologia Contemplativa und Naturalis exercirt. Da trifft man Leute an/ welche in Jure Naturæ \& Gentium, im Jure publico, Civili, provinciali, feudali, im Jure bel- li \& pacis \&c. vortrefflich excellir en. Es florirt sowohl die Medi- cina dogmatico-Hippocratica, als Spagyrico Chemica. Es feh- let auch nicht an Leuten/ welche Medicinam secretiorem und Che- miam abstrusiorem zu perscrutir en sich angelegen seyn lassen. Alle Mathematische und Mechanische Kuͤnste gehen in dieser Gegend Medicina dogmatico- Hipprocrati- ca, spagyrico Chemica, Medicina se- cretior, Che- mia abstru- sior. im Schwange. Die Schreib und Rechen-Kunst/ die Feldmeß- Kunst/ die Optica mit allen ihren Speciebus, die Architectura Civilis und Militaris, die Mahlerey/ die Dicht-Kunst und Musica, die Me- tallurgi e und Scheide-Kunst/ Pyrotechnia, Bergwerck und derglei- chen andere Mechanische Kuͤnste und Handwercker/ welche alle zu erzehlen/ viel zulangweilig/ haben ihren Sitz in der Fichtelber- gischen Gegend. Wir wenden uns aber von denen Menschen zu Mathema- tische u. me- chanische Kuͤnste gehe hiesiger Ge- gend im Schwang. denen Thieren/ und zu dem vierfuͤßigen zahmen Viehe; da ist nun an vielen Orten kein Mangel an Pferden; mit Rind- und Horn-Viehe/ Schaafen/ Ziegen/ Schweinen/ allerley Art Hun- den/ Cipper- und gemeinen Katzen seynd die meisten Staͤdte/ Fle- cken/ und Doͤrffer zur Genuͤge versehen; die fruchtbaren Caninchen werden hin und her in vielen Haͤusern gezielet/ und dienet sowohl β) des vier- fuͤßigen zahmen Viehes. ihr Fleisch dem armen Landmann bißweilen zur Speise/ als ihr Fell oder Rauchwerck Winters-Zeit zu Muͤtzen- und Hauben-Fut- ter/ꝛc. Ratten/ und allerhand Arten von Haus- Feld- Spitz- und Haselmaͤusen/ (der Wasser-Maͤuse haben wir oben bey denen Fluͤs- sen schon gedacht/) wie auch Maulwuͤrffe oder Scheer-Maͤuse in Gaͤrten und Feldern/ desgleichen Wieseln/ Kroͤten/ Feld- und Garten-Froͤsche (der Wasser-Froͤsche haben wir oben bereits bey denen Wassern erwehnet/) machen sich leider bey unsern Fichtel- bergern mehr gemein/ als ihnen lieb ist; wie dann auch die stach- lichten Jgel nicht ungemein seynd/ indem aber solche denen Maͤusen γ) der vier- fuͤßigen wil- den Thiere. sehr nachgehen/ als werden sie von dem Landmann gar gerne ge- duldet. Auf dem Gebuͤrge und selbst in denen Wildnuͤßen treffen wir Beschreibung des Fichtelbergs. wir in grosser Menge die allergroͤsten Wald-Hirschen an/ wo- raus abzunehmen/ daß an kleinern und juͤngern Wild desto weni- ger ein Mangel vorhanden: Auch seynd die wilden Schweine in grosser Anzahl/ und offt von ungemeiner Leibes-Groͤsse/ zuweiln von so gepuͤchter Haut anzutreffen/ daß nicht wohl eine Kugel in sie eindringen kan. Der Haasen und Fuͤchse giebt es so reichlich/ daß diese Gegend hierinnen vielen andern wildreichen Orten den Vorzug benimmet; auch ist kein Mangel an Dachsen gegen an- dere Laͤnder zu rechnen. Der grossen Kuͤhe und Wald-Baͤron giebt es in ziemlicher Zahl/ daß man so wohl Marggraͤfisch- als Pfaͤltzischer Seiten Beeren-Faͤnge/ und Fall-Thore aufgerich- tet. Die Woͤlffe in hiesigen Wildnuͤßen seynd so arg/ daß man nicht nur oͤffters von ihnen zerrissene Hirschen/ oder 4tel und Stuͤcke da- von/ Wolffsriße insgemein genannt/ findet/ sondern sie zerreissen auch manches Stuͤck Schaaf/ ja es ist so gar geschehen/ daß sie den Hund von der Ketten losgemachet/ und gefressen. Daß das Fich- telbergische Gebuͤrge auch eine Wohnung der Luchsen sey/ habe ich oben bey Beschreibung der Loos- oder Luchsburg erwiesen: nicht weniger giebt es auch hierumb wilde Katzen; Eichhoͤrner oder Baum-Maͤuse aber in ziemlicher Anzahl/ Buch- und-Stein-Mar- der von trefflichem Rauchwerck; ingleichen auch Jltißen giebt es zur Genuͤge/ daß sie im Winter sich auch so gar in die Staͤdte und Fle- cken wagen/ und darinnen gefangen werden. Des Fisch-Otters ist oben bey denen Wassern gedacht. Die meisten dieser Thiere nun seynd mehrentheils nicht allein wegen ihres Fleisches zur Spei- se/ sondern auch wegen ihres Felles zur Kleidung nuͤtzlich und dien- lich/ hingegen seynd auch dem Landmann der groͤste Theil sehr schaͤd- lich/ indem sie ihm entweder Schaden an Viehe und Gefluͤgel/ o- der aber uͤber der Erden an Kraut und Korn-Fruͤchten/ oder unter der Erden mit Umwuͤhlung und Untergrabung der Felder und Wiesen oͤffters einen ziemlichen Verlust verursachen. Wie fruchtbar die Fichtelbergische Gegend am Gefluͤgelwerck δ) an Voͤ- geln. sey/ ist kaum sattsam zu beschreiben/ dann ausser dem/ daß nebst de- nen schon oben gedachten Wasser-Voͤgeln/ als denen Rohrthu- meln/ wild- und zahmen Gaͤnsen/ allerley Arten wild- und zah- O men Beschreibung des Fichtelbergs. men Endten/ Tauchern/ Wasser-Huͤhnern/ Wasser-Schnepffen/ Gaubitzen/ zuweilen Eiß-Voͤgeln/ Bachsteltzen/ die bewohnte Orte auch mit allerley Arten zahmer Huͤner und Tauben angefuͤllet/ und bey Standes-Personen auch wohl Pfauen und Calecutische Huͤ- ner anzutreffen/ so nisten auf denen Haͤusern Stoͤrche/ unter de- nen Daͤchern aber grosse und kleine Schwalben/ Sperlinge/ und dergleichen. Erheben wir uns auf die Stein-Klippen in die Wild- nuͤßen/ so treffen wir bald in denen Spelun cken und Hoͤhlen/ bald aber auf denen hoͤchsten Felsen uͤber denenselben die groͤßten Raub- Voͤgel an. Dann wie ich oben bey Beschreibung der Luchsburg erwehnet/ so habe ich zu etlichen mahlen daselbsten gesehen einen Raub-Vogel/ der an der Groͤße einen Weyher oder Huͤner-Geyer wenigstens noch einmahl uͤbertroffen/ von braunrother Farb der Federn/ mit einem dicken krummen Schnabel/ nicht gar schuͤch- tern/ dann er liese mich auf 10. oder 12. gemeine Schritte an sich kom- men/ ehe er wegflohe/ ob er ein Geschlecht der Stein-Adler sey/ uͤ- berlasse ich denen Jaͤgern zu judic iren. Ferner lassen sich in diesen Wuͤsteneyen antreffen allerley Arten der Geyere/ Habichten/ und/ wie ich hoͤre/ auch Sperber und Falcken/ it. Weyhen/ von Aschen- und schoͤner rother Farbe; dann da seynd Huͤner-Geyer/ Tauben- Hachte/ Haasen-Stoßer/ Voͤgel- oder Lerchen-Geyer/ Fisch-Hach- te/ klein und groß/ Nacht-Eulen/ Uhuhen/ Kautzen/ Reyger/ die sich gerne bey denen Wald-Weyhern und Seen auffhalten; Raaben/ Kraͤen/ Tulen/ Aglaͤster/ oder Hetzen/ ingleichen Nuß- haͤren/ Gruͤn- und mancherley Art andere Spechten/ Steinbeißer/ Baumhacker/ Guͤmpeln/ Guckuck/ Wiedhopffen/ Sittiche/ Holtz- Kraͤhen/ allerley Gattung Amseln/ Schnerrer oder Mistler/ Krambets- oder Wacholder-Voͤgel/ Zipp- und Wein-Droscheln/ zu- weilen viele (bißweilen aber gar keine) Seidenschwaͤntze/ dergleichen Staaren/ Gruͤnling oder Gruͤnesen/ Haͤnffling/ Fincken/ Distel- Fincken/ oder Stieglitzen/ Zeisinge/ Meer-Zeisinge/ allerley Arten Meysen/ als Kohl-Meysen/ Pfaff-Meysen/ Blau-Meysen/ eine kleine Art schoͤner gelber Meysen/ nur so groß als eine Hummel oder grosse Biene/ allein von gar subti ler anmuthiger Stimme/ weiche ich etliche mahl Hauffenweise im Sparnecker Wald ange- troffen/ Beschreibung des Fichtelbergs. troffen/ umb welche Gegend es auch Nachtigallen giebt. Nicht weniger seynd auch vorhanden Zaunschluͤpfflein oder Koͤniglein/ Rothkaͤhlgen/ Rothschwaͤntzlein/ Graßmuͤcken/ und dergleichen an- dere kleine Wald-Voͤgelein mehr. Damit wir aber auch des sonst raren delicat en Gefluͤgels/ so aber in der Fichtelbergischen Gegend haͤuffig genug anzutreffen/ nicht gar vergessen/ so ist maͤnniglich be- kant/ wie jaͤhrlich bald da/ bald dorten/ an und umb/ auch auf dem Fichtelberg die Auerhanen-Faltze manche Fuͤrsten-Lust erwecke/ da giebt es Birck- und Haselhanen/ auch Wald-Schnepffen in ziemli- cher Anzahl/ der Rebhuͤner aber eine solche Menge/ daß sie oͤff- ters in kalter Winters-Zeit zu 10. 15. biß 18. Stuͤcken mit einem starcken Geraͤusch in die benachbarten Staͤdte und Flecken fallen/ auch so gar eine Zeitlang liegen bleiben/ daß man sie gar wohl schießen und fangen koͤnte/ jedoch geschiehet es NB. nur bey gar kalter Winters- Zeit: zu welcher Zeit dann auch die goldgelben schoͤnen Emmerlinge haͤuffig in Staͤdten/ Flecken und Doͤrffern sich bey denen Getreyd- Scheunen/ wo viel gedroschen wird/ einfinden. Jm Fruͤhling zu An- fang des Sommers biß fast zur Schnitt-Ernde lassen sich die Wach- teln auch lustig in denen Fichtelbergischen Feldern hoͤren/ da girret gleichfalls die Holtz-Taube mit der Lach- oder Turtel-Taube umb die Wette/ welche denen meisten Leuten viel angenehmer zu hoͤren seynd/ als die bey heitern Naͤchten im Sommer haͤuffig in die- ser Gegend herumschwermende Fletter-Maͤuse. Das Todten-Voͤ- gelein hoͤret man zwar selten/ jedoch auch zu so sparsamen mah- len hoͤchst ungern. Ja wer wolte alles Gefluͤgel-Werck des Fich- telbergs erzehlen koͤnnen? Es ist genug/ daß wir die bekanteste/ wovon ein jeder Fichtelberger Kundschafft hat/ allhier benennet. Sol- ten wir die Geschlechter und Gattungen des fliegenden Gewuͤrms/ z. e. ε) an fliegen/ den Gewuͤr- men. der in etlichen Orten am Fichtelberg/ sonderlich wo Buͤrcken/ Buchen und Eichenholtz ist/ sich befindlichen gehoͤrnten grossen Baum-Schroͤ- ter/ Hornissen/ allerley Kaͤfer/ Fliegen/ Muͤcken/ Schnacken/ Zwey- faͤlter/ so wohl deren/ die sich an Fluͤßen mit durchsichtigen Fluͤgeln/ als derer in denen Gaͤrten und Wiesen von mancherley Farben/ wie auch der zu Nachts leuchtenden und im Sommer herumfliegen- den Johannis-Wuͤrmer/ ingleichen der Hummeln und Wespen/ O 2 und Beschreibung des Fichtelbergs. und viel anderer dergleichen Thiere/ als da seynd Heuschrecken und Grillen/ alle erzehlen/ wuͤrde es viel Zeit und Papier verderben/ an und vor sich aber keinen gar grossen Nutzen geben: Daher wir aller andern geschweigen/ und allein das sehr nuͤtzliche fliegen- Bienen. de Wuͤrmlein/ nehmlich die Biene oder Jmme hier einfuͤhren/ dieses ist nun in ziemlicher Menge an und umb das Fichten-Gebuͤrge anzu- treffen/ und ob zwar die meisten in Staͤdten/ Flecken/ und Doͤrf- fern nur in denen Gaͤrten gehalten werden/ so hat man doch auch derselben zum oͤfftern in denen groͤsten Wildnuͤßen hierumb ge- funden. Was nun dieses edle Thierlein vor eine wunderbahre Geburth hat/ was vor ein schoͤnes und ordentliches Regiment es fuͤhret/ wie Geometri sch und Regelmaͤßig es bauet/ wie reinlich es sich haͤlt/ auch nur reine und getreue Leute umb sich leidet/ unreine und falsche aber mit Zorn verfolget/ oder aus Unmuth die gewoͤhnliche Arbeit liegen laͤsset/ mit allen seinen Haußgenossen davon flieget/ oder sich zu todte hermet/ seinem Weisel oder Koͤnig biß in Todte getreu bleibet/ wie nett und kuͤnstlich es den Safft aus denen Blumen und Kleen oder Baum-Bluͤthen sauget/ und zu Honig machet/ ja was grossen Nutzen es so wohl mit dem Honig/ als Wachs/ so wohl Staͤdten/ als Doͤrffern bringet/ das giebt die taͤgliche Erfahrung zur Genuͤge an die Hand. Weswegen dann auch der unvergleichliche lateinische Poet Virgilius bewogen wor- den/ dem edlen Geschlecht der Bienen zu Ehren ein besonders Buͤch- lein zu schreiben/ ja ihnen gar einen Theil des goͤttlichen Gemuͤths wegen ihrer erstgedachten herrlichen Eigenschafften zuzueignen/ wann er singet: His qvidam signis, atqve hæc Exempla seqvuti, Esse Apibus partem divinæ mentis, \& haustus Æthereos dixere; Deum namqve ire per omnes Terrasqve tractusqve maris, cœlumqve profundum: Hinc pecudes, armenta, viros, genus omne ferarum, Qvemqve sibi tenues nascentem arcessere vitas. Scilicet huc reddi deinde, ac resoluta referri Omnia: nec morti esse locum, sed viva volare Sideris in numerum, atqve alto succedere cœlo. Das Beschreibung des Fichtelbergs. Das ist: Zu Folge dieser Spur hat mancher frey gesprochen/ Die Bienen haͤtten was vom Goͤttlichen Verstand/ Der Himmel zeuge sie: Ja man ist ausgebrochen/ GOtt geh durch alle Ding/ Meer/ Himmel/ Erd und Land/ Von welchem alles Vieh/ die Menschen/ wilde Thiere Und jede Creatur ihr zartes Leben haͤtt’/ Wohin auch aufgeloͤst GOtt alles wiederfuͤhre/ Weil lebend ohne tode es flieg zur Himmels-Staͤtt. Kommen wir nun endlich zu dem kriechenden Gewuͤrm/ so ζ) an krie- chendem Ge- wuͤrm. wollen wir hier nicht gedencken der vielerley Arten von Rauppen/ (worunter absonderlich eine/ so wie ein eingewickelt Kind aussie- het/ und eine Farbe wie massiv Gold hat/) noch des gruͤn-gelbglaͤn- tzenden Gold-Kaͤfers/ nach der mancherley Gattungen der Spin- nen/ und anderer dergleichen Wuͤrmer/ welche dem Menschen mehr eine Plage/ als Nutzen verursachen/ wie dann fast alle Garten- Kraͤuter ihre besondere Ungezieffer haben/ sondern wir wollen nur mit Wenigem derer gedencken/ welche in der Artzney und im Haus- halten dienlich seynd. Da kommet uns in der Wildnuͤß und auf dem hohen Gebuͤrg zum oͤfftern die Viper oder Natter/ (hier zu Lande heisset man sie Ottern/) zu Gesicht. (Dann von Schlangen erinnere ich mich niemahlen in dieser Gegend etwas gehoͤret oder gesehen zu haben.) So gefaͤhrlich dieses Thier nun Menschen und Viehe mit seinem Biß ist/ so heilsam ist dagegen auch sein Fleisch/ Hertz/ Leber/ und Haut in allerley/ besonders gifftigen Kranckheiten/ welches eine so bekante Sache/ daß es nicht noͤthig/ etwas mehr davon hier zu gedencken. Einsmahls habe ich ein dergleichen Thier abgestreifft/ und 22. Junge in dessen Leib angetroffen/ woraus die Fruchtbarkeit dieser Creatur genugsam erhellet/ zu einer andern Zeit thate ich wieder dergleichen/ fande aber eine gantze grosse Feld- Maus als eine mittelmaͤßige Ratte in ihrem Bauch/ welches ich mit Verwunderung betrachtete/ weil ich nicht begreiffen konte/ wie dieses Thier durch den so gar kleinen Mund der Viper/ da ihr O 3 gantzer Beschreibung des Fichtelbergs. gantzer Kopff kaum einer grossen Haselnuß groß gewesen/ in den Schlund habe kommen koͤnnen. Nach solchen stossen uns haͤuffig die Heydexen auf. Die Molchen betreffend/ habe ich nicht mehr als einen einigen dieser Gegend gesehen/ doch siehet man daraus/ daß es deren auch auf dem Fichtelberg giebet; wie dann deren bey Gold-Cronach so gar in Kellern und Milch-Gruben in Menge seyn sollen. Der Kroͤten und allerley Arten der Froͤsche haben wir unter denen vierfuͤßigen Thieren bereits gedacht. Regen-Wuͤr- mer giebt es die Menge/ des gleichen in Waͤldern Ameysen-Hauf- fen in grosser Anzahl. Nicht weniger mancherley Gattungen Wald- und Garten-Schnecken mit und ohne Haͤuser: die Mauer- Schaͤflein oder Aselli koͤnnen die Apothecken auch reichlich verse- hen/ aber hievon genug. 4) An Me- tallen und Mineralien. Wir wollen aber einmahl das Reich der Thiere verlassen/ und uns zu dem Metallisch-Mineralischen wenden/ als wodurch eben der Fichtelberg so weit und breit bekant worden/ da kommen uns (1.) Felßen. nun 1.) zu Gesichte/ die gar tieff unter der Erden gewurtzelte und hernach sich hoch uͤber dieselbe in die Lufft hinauf thuͤrmende Fel- sen/ welche meistens mit schwartz-weiß- und rothglaͤntzenden talck- hafftigen Koͤrnern eingesprenget seynd; diese Felßen-Steine werden dann von denen Steinmetzen gearbeitet/ und weit und breit verfuͤh- ret/ dahero Hr. M. Groß nicht unbillich in diese Worte ausbricht: Wañ jemand die Wundergeburth der Natur an denen wundersamen Felßen betrachtet/ wer koͤnte sich des Verwunderns dabey enthalten? Wann man nicht nur die beeden Gipffel-Felßen am Ochsenkopff und Schneeberg/ als grosse veste Schloͤßer/ und hohe sichere Thuͤrme muß ansehen; bald andere als hocherhabene Haͤuser von trefflich grossen/ doch schoͤnen glatten Steinen recht zierlich in die runde hoch auf einander zusammen gekastet/ antreffen wird: oder wann man auf dem Mittel-Felßen die vortrefflichsten Wald-Steine/ welche kaum durch Kunst glaͤtter koͤnnen zubereitet werden/ und einige davon bey 14. Schuh lang und 11. Schuh breit zu sehen seynd/ wie Tisch und Tafeln in grosser Menge befindet/ so muß man sich bil- lich uͤber die Allmacht des hoͤchsten GOttes verwundern/ welcher solche ungeheure Geschoͤpffe mehrentheils zum Zeugnuͤß seiner Macht Beschreibung des Fichtelbergs. Macht erschaffen hat/ und wachsen lassen.ꝛc. 2.) Giebt es aller- (2) Kieße. hand Arten schoͤner Kieße/ deren etliche/ wann man sie gluͤhet/ und im Masser abloͤschet/ sich so hoch grad iren/ als ob sie mit lauter Blat- Gold uͤberzogen waͤren/ und zwar nicht nur aussen/ sondern auch in- nen; dergleichen dann absonderlich umb Wunsidel/ uͤber dem Dorff Klein Wendern auf der Hoͤhe/ und von dort noch weiter hinein in dem Leutendoͤrffer Holtz bey der sogenannten Silber-Grube anzu- treffen. Diese Grube ist wie ein Kellerhals/ und kan man aufrecht darinnen stehen; sie soll von denen Wahlen/ deren man oͤffters/ auch erst vor wenig Jahren einige daselbst angetroffen/ seyn gegra- ben worden/ was sie aber mit diesem Kieße gemachet/ oder wozu sie ihn angewendet/ weiß man nicht. Der Wahle Giovanni Carnero saget zwar in seiner Anzeige des Fichtelbergs/ daß nahe bey Leu- tendorff eine Viertel Meile gegen Wunsidel von Waltershoff ein Gold-Kieß sey/ diesen solle man roͤsten/ so finde man Gold/ welches dann gar gewiß von dieser Silber Grube zu verstehen/ weil sonsten dergleichen Kieß hier umb Leutendorff nicht ist; Jn der That aber findet man entweder gar kein corporali sches Gold darinnen/ oder doch dessen so wenig/ daß es Muͤhe und Unkosten nicht belohnet: Dahero dann zu muthmassen/ daß es allein von dem durch das Ausgluͤhen dieses Steins erscheinenden goͤldisch gefaͤrbten Schwe- fel/ welcher freylich vortrefflich und wie Gold aussiehet/ zu verste- hen. 3. ) Giebt es Kalch-Steine/ wovon der beste Kalch gebrennt (3.) Kalch- Stein. wird/ in grosser Menge/ so daß allein umb Wunsidel und Redwitz herumbꝛc. etliche Kalch-Oefen anzutreffen. Anderer mancherley Arten gemeiner Steine/ so der Fichtelberg heget/ nicht zu gedencken/ ist am meisten 4.) der so genannte Schmeerstein/ so bey Thiersheim 4) Schmesr- Stein. bricht/ zu betrachten: wovon Caspar Brusch d. l. also schreibet: Thiersheim Thiers- heim. ist ein Marck Marggraffen Alberts/ (jetzo Jhro Hoch-Fuͤrstl. Durchl. Herrn Georg Wilhelmen/ Marggraffens zu Branden- burg/) an dem Titersbach eine halbe Meile von Artzburg auf hal- bem Weg zwischen Eger und Wunsidel gelegen. Jn diesem Marck wird jaͤhrlich eine unzaͤhliche Menge Kugeln/ damit die Kin- der spielen/ em der grossen Kugeln/ so man aus den Buͤchsen schießet/ Beschreibung des Fichtelbergs. Aus Schmeer- Stein wer- den allerley Kugeln/ schießet/ aus einem zehen und frischen Erdreich (welches die Ein- wohner Schmeer-Stein nennen/ und es umb den Flecken allent- halben herum ausgraben/) von allen Einwohnern alten und jun- gen Leuten gemachet/ die werden darnach vom Feuer gehaͤrtet/ und mit vielen Waͤgen gen Nuͤrmberg/ und wieder von dannen durch gantz Teutschland gefuͤhret. Es haben auch gemeldten Fle- ckens Einwohner neben dem Ackerbau keine andere Handthierung/ der sie sich erhalten oder ernaͤhren. Was hier Brusch geschrieben/ hat zwar viele Jahre nach seinem Todt continuirt, allein vor ungefehr 18. oder 20. Jahren/ ist der letzte Mann gestorben/ der solchen Schmeer-Stein/ wel- chen man auch hier zu Lande Meel-Batz nennet/ im Feuer zu ingleichen allerley Gieß-For- men ge- macht. haͤrten gewust/ da er dann Steinfeste worden/ daß er sich hat polir en lassen/ wovon allerley Kugel-Knoͤpff- und andere derglei- chen Guͤß-Moͤdel und Formen seynd gemacht worden: Und ist zu betauren/ daß/ da dieser Steine genugsam am besagten Ort anzutreffen/ gleichwohl die Kunst ihn zuzurichten/ untergehen solle. (5.) Schne- ckẽ-Steine. Bey Streitberg im Burggraffthum oberhalb Gebuͤrgs liegt Wuͤstenstein/ wenn man von dar nacher Trupp ch gehet/ fin- det man eine Art grosser und kleiner Steine/ deren etliche gar viel Pfund schwer seynd/ auf freyem Felde/ auf deren Superficie, so breit als solche ist/ die aller accura teste und netteste Form einer Schnecken-Windung zu sehen/ eben als ob sie durch kuͤnstliche Hand eines Bildhauers zubereitet worden/ und wann man etwas oben davon herabschlaͤget/ so zeiget sich unter derselben eben diese Figur in ihrer Proportion wieder/ so daß auch hieraus die wunder- volle Weißheit des Schoͤpffers erhellet. Diese Steine seynd fast so fest und hart als ein Marmor/ und haben einen ziemlichen star- cken Geruch/ bey nahe wie die Terra Lemnia, sie seynd weiß-grauer Farbe/ wann man sie zerschlaͤget/ sehen sie dem grauen Marmor (6.) Juden- oder Don- ner-Steine. gleich/ sie werden offt ausgepfluͤget. Vor wenig Jahren hat ein Bauer uͤber Bernstein/ so eine gute Stundte von Wunsidel lieget/ bey einem Baum mehr dann 2. Naͤpffe Juden-Steine aus- gegraben/ die seynd aussenher mit einer braͤunlichten steinernen Rinde Beschreibung des Fichtelbergs. Rinde umbgeben/ welche/ wann man sie mit einem Messer schabet/ einen starcken schweffelhafften Geruch von sich geben: Dieses Ab- schabicht gebrauchten sie vor das Bauchgrimmen; innenwendig aber ist der Stein an und vor sich in vollkommener Kegel-Form/ von Crystall-kiesichter Consistenz, als ob er mit Fleiß in diese Ge- stalt zusammen geschmeltzet worden. Weiln aber kurtz zuvor der Donner in dieser Gegend solle eingeschlagen haben/ so vermeinen etliche/ sie waͤren vielmehr Donner-als andere Steine zu nen- nen. Umb Schwartzenbach an der Saale findet man eine Art (7.) Streich- oder Pro- bier-Steine. schwartz-blauer und grauer Steine/ welche wann sie polirt werden/ denen Gold- und Silbers-Arbeitern zu Streich- oder Probier-Stei- nen dienen. Jn der Gegend Nelau bey Loͤsten/ ist der beruͤhmte Schiefer-Bruch/ wovon viele Kirchen und Haͤuser im Burggraf- (8) Schiefer- Steine und Marmor. thum oberhalb Gebuͤrgs mit Dachwerck versehen werden. Ein schoͤner roth- mel irter Marmor aber wird bey Lichtenberg gebrochen. Von Crystallen ist es an und umb den Fichtelberg fast alles voll/ (9.) Crystal- len-Steine. dann mitten in dem Staͤdtlein Weissenstadt hat man darauf ein- geschlagen/ und deren in Menge angetroffen/ welche gar sein seynd. Auch ist das Gebuͤrg bey Wunsidel im Weg gegen die Loosburg hinan/ ingleichen hinter dem Catharinenberg gegen Redwitz/ da- mit versehen. Wie dann auch bey Redwitz gegen Delau zu/ der beruffene Crystallenberg ist/ allwo eine Berg-Grube/ daraus sie mit Hauffen gebracht werden/ wobey sich dann und wann auch ei- 10.) Topa- sen. nige gelblichte Crystallen oder Topasen zeigen. Jn Reichsforst bey Großlatzgruͤn ist die Silber-Grube/ wel- che ein Schacht im puren Felßen/ und ein sehr weites Loch ist/ all- wo vorzeiten soll Silber an Tage gebracht worden seyn. Von diesem Schacht nun gegen Großlatzgruͤn zu/ ist eine Grube/ worin- nen terra sigillata, welche weder der Lemnischen/ noch Schlesischen (11.) Terra si- giflata. etwas bevor geben soll/ haͤuffig anzutreffen. Mercator und Hondius schreiben in ihrem Atlante pag. 292. der Fichtelberg habe viel und mancherley Metall/ und sonderlich des La- (12.) Lasur. sur-Steins eine grosse Menge. Jch meines Orts habe zwar aller gethanen Nachfrage ungeachtet/ gleichwohl nichts davon erfor- schen koͤnnen/ ausser/ was ich oben bey denen Fluͤßen aus des Wahlen P Giovanni Beschreibung des Fichtelbergs. Giovanni Carnero Beschreibung des Fichtelbergs bereits ange- fuͤhret/ daß nehmlich nahe bey dem Ursprung der Saale ein Loch sey/ dessen Erden wie ein weißer Laimen aussehe/ und wann solche ein wenig von der Sonnen gedoͤrret werde/ so faͤrbe sie/ wie eine blaue Lasur/ daß man also wohl etwas mit machen/ und anstreichen (13) Grana- ten. koͤnne. Bey Reuthlaß nicht weit von Redwitz sollen Granaten im Erdreich seyn. Dergleichen giebt es auch umb Erbendorff auf dem Hasenberg/ wo man nacher Preßet gehet in einem Loch/ ingleichen (14) Agaten. im Galgen-Baͤchlein bey Erbendorff; nicht weniger sollen deren auch bey Waltershoff und bey Schirnding nebst Agaten gefunden (15.) Rubin- Spinellen. werden. Zu Erbendorff frage man nach Steinbach/ unten herum/ wo Wiesen seynd/ findet man sehr kleine Rubin-Spinellen/ besser im Wald dem Wasser hinnach findet man deren so groß als Linsen/ welche Arbeit schon vor etlich 100. Jahren daselbst solle seyn ge- trieben worden. (16.) Jaspis. Von Erbendorff auf Kemmat gehet eine richtige Fuhr- 17. 18. 19.) Saphier/ Diamantē/ Schmaragd Straße/ da frage man nach der Korn-Muͤhl/ von dar gehe man gegen Kemmat ein klein wenig hinunter/ so findet man viele gruͤne Jaspisen/ und wie man sagt/ Fuder-weiß. Mel irte Jaspisen wer- (20) Perlen. den bey Weidenberg gefunden. 21. 22. 23. 24. 25.) allerley Letten/ Er- den/ Talcks/ Fꝛauen-Eiß/ Sandꝛc. Uber dieses sollen auch Saphiere/ Diamanten/ Schmarag- den an und umb den Fichtelberg nach der gemeinen Sage gefunden werden. Was in Fluͤßen von Edelgesteinen und Perlen anzu- treffen/ haben wir oben bereits erzehlet. Die mancherley schoͤne 26. 27. 28. 29. 30.) Schwefel- Kiese/ unzei- tige Arseni- calische Er- tze/ Salpe- trisch victri- o lisch Alau- nisch Erden. gefaͤrbte Letten/ Erden/ Talcke/ Frauen-Eiß/ Sand und dergleichen/ so allenthalben umb den Fichtelberg in Menge anzutreffen/ wol- len wir wegen Kuͤrtze der Zeit uͤbergehen. Auch soll der mancherley schoͤnen Schwefel-Kiese/ unzeitigen Arsenicali schen Ertze/ Salpetrisch- Victriol isch- und Alaunischen Er- den und Minerali en nicht viel gedacht werden/ maßen der Fichtelberg damit umb und umb reichlich und zur Genuͤge versehen. Nur allein wollen wir melden/ wie die Erfahrung bezeuge/ daß der Fichtelberg und dessen herumgelegene Gegend theils keinen Fichtelberg ist reich an allerley Me- tallen. Mangel/ theils aber gar einen Uberfluß an allerley Metallen habe/ dann an wie vielen Orten dieses Gebuͤrgs zeigen sich nicht fuͤndige Eisen- Beschreibung des Fichtelbergs. Eisen-Gruben/ welche uns das allernoͤthigste und zu der menschli- (31.) An Ei- sen. chen Nothdurfft unentbehrlichste Metall in solcher Menge liefern/ daß nicht allein das Fichtelberger Land reichlich damit versehen/ son- dern solches auch ausserhalb Landes starck verfuͤhret wird. Wes- wegen dann Herr M. Groß nicht unrecht setzet/ wann er spricht/ daß dieses Metall allhier (an dem Fichtelberg/) in grosser Menge unter der Erden aus denen Bergwercken/ Eisen-Gruben/ und Schachten herfuͤrgebracht werde/ allwo es noch allezeit fuͤndige Gaͤnge und Kluͤffte/ auch Edle Faͤll und Floͤtze/ allerhand reichhalti- ge Ertze und reiche Ausbeute und noch stets bestaͤndige Anbruͤche gegeben hat/ also/ daß alljaͤhrlich eine grosse Menge Eisenstein in die allhier und nahe herum liegende Hammerwercke und Hohe Oefen zu Winters-Zeit von denen Jnwohnern gefuͤhret wird. Wann es nun wahr ist/ was Herr D. Joh. Joachim Becker in Pantaleone Delarvato meldet/ daß aus einem jeden Pfund Eisen auf das allerwenigste ein Loth oder halbe Uncia Qvecksilber zu brin- gen/ welches mittelst eines gewissen Handgriffes in pur Gold zu fig iren sey; der beruffene Glauberus aber in seinem dritten Theil von Fichtelber- ger Eisen ist vor allen andern goͤl- disch. Teutschlandes Wohlfahrt ausdruͤcklich meldet/ daß alles und jedes Eisen/ an und umb den Fichtelberg/ it. alle und jede Mine- rali en/ ja fast alle Steine/ Letten/ Sand/ Erden und das gantze Ge- buͤrg von innen und aussen reich von Gold und Silber sey/ wie er selber aus der Probe erfahren; uͤber dieses auch Matthesius in sei- ner Sarepta vom Eisen/ dem Gold Cronacher das Zeugnuͤß giebet/ daß es Aeuglein oder Zeinlein Gold fuͤhre; so kan man leicht erach- ten/ was vor einen unglaublichen Reichthum der Fichtelberg allein an Eisen besitze/ und in sich hege? Bley-Gaͤnge/ deren etliche (32.) An Bley. Silberhaltig/ sollen bey Artzburg und andern Orten am Fichtel- berg/ sonderlich bey denen Tantz-Flecken in der Pfaltz ein gar fuͤndiger und beruͤhmbter Gang anzutreffen seyn. Sonsten haben wir schon aus Bruschen vernommen/ daß (33.) An Zinn. Wunsidel des Zinn-Bergwercks wegen in Aufferung kommen/ wie dann dergleichen Seiffen-Werck noch genug vorhanden/ nur daß sie nicht getrieben werden; ich weiß nicht/ ist die Untreue der Bergleute oder aber die Kosten/ welche vielleicht den Nutzen uͤber- P 2 steigen Beschreibung des Fichtelbergs. steigen/ Schuld daran/ daß diese ehedessen sehr austraͤglich ge- wesene Zinn-Waͤschen ins stecken gerathen/ und gar liegen geblie- ben. Es hat vor gar kurtzen Jahren die Erfahrung gegeben/ wie war es sey/ was Herr Profess. Kyrchmeyer in Instit. Metall. schreibet/ daß nehmlich Zinn-Bergwercke umb Weißenstadt/ und den gantzen Strich unter und ober Wunsidel nicht allein vor al- ters gewesen/ sondern auch annoch zu erforschen/ dann es hat ge- wißlich bey dem Seiffen-Werck an dem Furth-Hammer/ und Troͤsta ein recht schoͤnes und feines Zinn gegeben/ deßgleichen auch auf der Zuffer ober Vordorff/ wiewohl dieses letzte die Kosten (34.) An Kupffer. nicht ertragen wolte. Neylau und dessen gantze Refier ist wegen des herrlichen Kupffers uͤber die maßen beruͤhmt; was vor ein (35.) An Spießglaß. vortreffliches Spieß-Glas in dem Schmiede-Stollen auf der Fuͤr- sten-Zeche/ wie auch in der Silbernen Rosen bey Gold-Cronach in Menge zu haben/ (welches sowohl Silber/ als Gold mit sich zu fuͤhren pfleget/ so nach Herrn Peter Leutholds/ Unter-Aufsehers der Bergwercke daselbst/ Bericht von Paracelso vor das beste nach dem Hungarischen; vom Alexandro von Suchten aber jenes im Schmiede-Stollen vor das Maͤnnlein/ und dieses auf der Sil- bernen Rosen vor das Weiblein gehalten worden/) ist fast aller Or- ten bekant/ wie es dann auch nebst dem Hungarischen das gewoͤhn- lichste ist/ so die Gold-Arbeiter und Scheider zu ihrer Arbeit ge- brauchen. Marcus Friederich Rosencreutzer schreibet hievon in Astronom. inferior. pag. 20. also: zu Gold-Cronach einem Staͤdt- lein unter dem Fichtelberg gelegen/ wird solche graue Minera in grosser Menge gebrochen und reich herfuͤrgezogen durch den Berg- mann/ und offt NB. in weitliegende Handels-Staͤdte verhandelt und verkaufft/ und wird dieser das Zeugnuͤß gegeben/ daß diese nach der Hungarischen unter allen am besten befunden worden/ dann auch zu unterschiedlichen mahlen Gold und Silber heraus geschmelzt worden sey. Wobey in der Randglosse folgende Worte stehen: Jn der Probe gebe 1. Centner ein halb Qvintlein Gold/ zeigen die Schmeltzer an. Daß auch/ faͤhret er fort/ ohne dieß die nechst- beyliegende Bergwercke sehr reich an Gold halten/ ja auch ge- schehen/ daß offt an den untenfließenden Baͤchen gute gediegene Gold-Koͤrner ausgelesen worden/ꝛc. Ob Beschreibung des Fichtelbergs. Ob jemahls auf/ an/ und umb den Fichtelberg Qvecksilber- (36.) Ob Qvecksilber- Ertz daselbst gegraben worden? Ertz gegraben worden/ habe ich in keine Erfahrung bringen koͤn- nen; dieses aber ist gewiß/ daß die Lufft an und umb den Fichtel- berg mit qvecksilberichten Duͤnsten geschwaͤngert ist/ und habe ich selbst dieses lauffende Metallische trockene Wasser aus der Fichtelbergischen Lufft auf dem hohen Schneeberg/ da die Son- ne im Widder gienge/ und die Erde ihre Daͤmpffe haͤuffig von sich gabe/ durch die Kunst eines Pilgrims aus Orient herfuͤr- bringen sehen/ wovon unten ein mehrers folgen soll. Jetzund aber will ich nur anfuͤhren/ was dießfalls der hoherfahrne Me- tallurgiste/ Herr Johann Heinrich Rudolff in seinen Elementis Amalg amationis gedencket/ dabey schreibet er p. 6. dann zu beklagen/ daß man im Ober-Ertzgebuͤrglichen Creyse Meißens/ wie auch Voigt- lande/ und Bayreuthischen/ dessen Confin en Fichtelberge und an- derer Orthen dieses Metalls (Qvecksilbers nehmlich) oder Mineræ halber/ nicht embsiger Recherges und Untersuchung/ unter guter Anordnung einiger Freyheiten vor die Erfinder thut/ allwo viel Cinnober-Erden zu finden seyn duͤrffte; mangelt aber die Erkaͤnt- nuͤß hievon/ und weiß der tausende Bergmann nicht/ das Qveck- silber aus dem Cinnober oder andern dergleichen rothen Erden zu bringen/ oder daß dieser so theuer sey. Ferner schreibet er/ dieses Ertz sey gemeiniglich viererley Sorten: 1.) Sey ein Cinnober-Ertz/ wie es uns aus Hungarn/ Siebenbuͤrgen/ Peru in West-Jndien und andern Orthen/ doch in weniger Quantit aͤt zugefuͤhret wird. 2.) Finde sich ein schwartz-brauner Stein/ welcher angerie- ben roͤthlich wird/ von grosser schwere. 3.) Jst ein grauer Schieffer zu finden/ gar weich und muͤr- be/ dergestalt/ daß wann man ihn mit Haͤnden feste druͤcket/ das klare Qvecksilber herfuͤrdringet. 4.) Jst ein weiß-graulicher Letten oder Thon/ darein es sich gesetzet/ und als die Perlen darinnen stehet/ und die Tropffen des Mercurii sich pur erzeigenꝛc. Wann man nun diese Worte des Hn. Rudolffs wohl und genau betrachtet/ so findet sichs/ daß an und umb den Fichtelberg nicht nur sehr rothe und schwere Erden/ son- P 3 dern Beschreibung des Fichtelbergs. dern auch schwartzbraune schwere Steine/ und schwere graulich- te Letten oder Thon hin- und her anzutreffen/ daß also muth maß- lich genug ist/ der Fichtelberg sey nicht leer von dieser fliessenden Metallischen Mutter/ oder Qvecksilber. Wobey es auch nicht undienlich waͤre/ wann wan die in de- nen Baͤchen des Fichtelbergs mancherley befindliche Koͤrner etwas genauer untersuchete/ gleichwie belobter Herr Rudolff in Boͤh- men gethan/ da er unter einer gewissen Herrschafft (vielleicht un- ter dem Herren Graffen von Tschernin oder Thalberg) den Cin- nober in Baͤchen Koͤrnerweise als Erbsen und Linsen/ wie auch bey denen Bauern in ihren Haͤusern in der Erden/ wann sie ge- graben/ gefunden/ uͤber welche eine rothe Erde befindlich/ welche sie des Zinnobers Mutter gar schicklich genennet; 1. Pfund die- ses Zinnobers giebt ¼ Pfund Qvecksilber und noch vor 16. Gro- schen Materialisch pures Gold nebst etwas Eisen/ welches letzte- re verursachet/ daß der Mercurius von seinem Coagulatore dem Schweffel sich rein scheidet/ wann er durch das Feuer dazu ge- bracht wird/ -- -- dazu setzet er noch dieses/ es sey gantz gewiß/ daß umb besagte Gegend und edle Revier zweyer Koͤnigreiche Schaͤ- tze verborgen liegen. 37. 38.) An Silber und Gold. Wie reich auch der Fichtelberg an Silber und Gold ehedes- sen gewesen/ und vielleicht noch seyn wuͤrde/ wenn man im Seif- fen- und Bergbauen nachsetzen wolte/ das geben nicht allein die noch in denen Fichtelbergischen Fluͤßen und Wassern enthaltene Gold-Koͤrner/ sondern auch folgende Documenta und Zeugnuͤße Herr Peter Leutholds/ Unter-Auff- sehers/ Be- richt. ohne Wieder-Rede zu erkennen; dann 1. berichtet Herr Peter Leut- hold/ Unter-Berg-Aufseher/ und Hannß Traͤger also von dem Gold-Bergwerck zu Gold-Cronach am Fichtelberg. Dieses edle Gold-Bergwerck die Fuͤrsten-Zeche genannt/ ist erstlich erbauet worden von Herrn Marggraf Friderico Anno. 1365. von dem die Gold-Cro- nach/ woher es den Nah- men und Freyheit? Stadt Gold-Cronach (welche mit zwar theils sehr jehen und hohen/ meist aber angebaueten fruchtbaren Bergen umbgeben ist/) ihren Nahmen und Freyheit bekommen. Dieses hochkostbaren und beruͤhmbten Gebaͤudes Stollen gehet an ob der Gold-Muͤhle/ und gehet hinauf in die Zoppaten und Brandholtz; von besagter Gold- Muͤhle Beschreibung des Fichtelbergs. Muͤhle an seynd getrieben 2800. Lachter biß in das Gebuͤrg hinauf/ mit vielen Licht-Loͤchern und Schachten in harten Gefelßen/ nem- lich der Biener-Schacht und Scheuben-Schacht/ der Walbur- gis-Schacht/ in denen jetztbesagten Schachten (absonderlich in dem obern und untern Scheuben-Schacht) hat die Befoͤrderung zu Tage aus 184. Lachter gehabt/ von diesem nutzbarn Gebaͤude/ welches etliche Tonnen Goldes gekostet/ hat man woͤchentlich zwey Reiche woͤ- chentliche Gold-Aus- beuthe. tausend vier hundert Rheinische Gold-Guͤlden zur Ausbeuthe uͤber alle Unkosten erhoben/ ja so reich/ daß bey unserer Eltern Zeiten Stuͤcke Rheinisch Gold auf der Gold-Muͤhlen geschmeltzet/ so groß als man zur selben Zeit bey denen Becken vor einen Creutzer Brod hat kauffen koͤnnen/ und solches in denen Fleisch-Baͤncken gewogen/ von dar in die Schatz-Kammer auf das veste Hauß Plaßenburg geliefert worden. Bey des Bergmeisters Hn. Matthiaͤ Coͤlers Zeiten An. 1560. ist manches schoͤnes Marck Gold durch den da- mahligen Gold-Waͤscher Abraham Buͤttnern aus Siebenbuͤrgen gemachet worden/ und ist dieser Gold-Gang immer zu einer halben Lachter maͤchtig und maͤchtiger gewesen. Der Schmidt-Stollen/ welcher in der Fuͤrsten-Zeche bestehet/ aber in seiner besten Ausbeu- the wegen grossen Krieg und Sterbens An. 1626. muͤssen liegen bleiben/ so ist derselbe 1665. durch gemeines Landes Anlag bene- benst dem Schmutzler (welcher auf dem Goldberg im Gold-Cro- nacher Holtz gelegen/) gebauet/ und aufgemachet worden/ dem Stei- ger Salomon Beeren etliche Lachter auf gedachten Schmiede- Stollen verdungen/ ich habe ihm die Stuffen geschlagen/ und nach- gemeßen/ dabey einen Gold-Gang zur rechten Hand gefunden/ der flach fiele/ in der lincken Hand aber eine Anweisung auf einen Anti- monii Gang/ davon die Hochfuͤrstliche Bergwercks-Wappen auf ein unverscharrtes Feld reichhaltig Antimonium weiset/ welches Paracelsus das Beste nach dem Hungarischen beschrieben. Hr. Ale- xander v. Suchten haͤlt dieses Antimonium vor das Maͤnnlein/ und auf der Silbernen Rosen vor das Weiblein. A. 1666. wie unser (nun- mehr in GOtt ruhender) Gnaͤdigster Fuͤrst und Herrr/ Herr Marggraf Christian Ernst/ dieses Bergwerck besichtiget/ ist Er unten bey dem Schmiedeweyers-Stollen eingefahren/ und Beschreibung des Fichtelbergs. und bey dem Schacht 130. Claffter mit hertzhafftem Gemuͤthe zu Tage ausgefahren in Gegenwart seeligst verstorbener Hertzogin zu Sachsen: A. 1669. ist dieses in hohem Ruhm gestandene Berg- werck durch mich Peter Leutholdt/ dieser Zeit Unter-Aufsehern nebst mir Hannß Traͤgern/ auf dem Gold-Berg wohnend/ das letzte mahl befahren worden/ und haben zu der rechten Hand die- ses Stollens im gut verzimmerten Ausbau noch 80. Lachter rich- tig durchfahren koͤnnen/ zu der lincken Hand aber 60. Lachter. Weil die Wasser-Seiger immer richtig/ biß an die Knie in Was- ser waden muͤssen. Ein halb Jahr nach diesem ist die Einfarth am Schmiedenweyer unter Hannß Goͤtzen Haͤußlein zu Bruch gangen neben dem schoͤnen Schacht. Hat also das hochberuͤhmbte Gold-Bergwerck die Fuͤrsten-Zeche und Schmiede-Stollen ihre Endschafft genommen/ so es gestanden vom ersten Anfang bißhero 304. Jahr; dieser Zeit ward Joh. Friedrich Reminger zu Culm- bach Aufseher. Ferner/ faͤhret er fort/ waͤren annoch zu beschreiben nach- folgende Bergwercke: 2.) S. Daniels-Stollen; 3.) von der schoͤnen Susanna; 4.) Rauten-Krantz; 5.) Ostertag. 6.) Fuͤrsten-Stein; 7.) Mittelgang/ NB. sehr Gold-reich; 8.) Grasleuthen; 9.) vom hochberuͤhmbten Schmutzler; (wovon unten.) 10.) der Nahme GOttes auf dem Gold-Berg; 11.) Bey S. Maria am Schlegelberg; 12.) Der Faule Nicol auf dem Haag Gold-reich. (13.) der Otter- huͤgel/ ein Silber-Bergwerck; 14.) Die Silber Roßen/ auf der Silber-Leuten/ da Antimonium gewonnen; 15.) Der Puͤrcken-Buͤhl ober Nemmersdorff/ darinnen findet man Gold-Koͤrner/ lassen sich bletzen/ seynd gediegen Gold; 16.) Warme Steinach/ NB. bey Warmen Steinach auf dem Ochsenkopff zu/ da stehet ein Stein/ daran ist das Marggraͤffische Wappen/ dann an der andern Sei- ten das Chur-Pfaͤltzische Wappen/ heisset mit Nahmen der Dreßel. Stein/ davon kan man Silber kratzen; dann nicht weit davon/ da heist es Reit- oder Veith-Stadt/ dann auch auf der Grentz/ da gehet ein gediegener Gold-Gang/ ist gewiß. 17) Ehren- oder Erbendorff/ frage nach der Nuͤrmberger Arbeit ein in Kranz- la genannt/ so findestu einen grossen Stock/ den Niemand umclaff- tern Beschreibung des Fichtelbergs. tern kan/ unten raum dem Stock die Wurtzel auf gegen der Nuͤrm- berger Arbeit/ darunter findest du schwartzes Ertz/ ist sehr Gold- reich. 18.) Bey Maldershoff gehe daselbst an das nechste Dorff/ da man nach Weißa (Wiesa) gehet/ dann frage nach dem Lotterbron- nen/ eine Acker-Laͤnge davon/ da grabe eines Ellenbogen tieffs/ so wirstu finden ein Sieb/ und im Sieb gerathen- und auch bißwei- len gediegene Gold-Koͤrner/ diese seynd klein und wenig/ und die Granaten seynd gut und schoͤn; Peter Leuthold/ und Hannß Traͤ- ger. 2.) schreibet Herr Joh. Beyer/ Wardein zu Gold-Cronach also: Jch Johann Beyer der juͤngere/ Buͤrger zu Gold-Cronach/ habe auf dem Hach den Faulen Nicolsgang entbloͤßet/ und fuͤndig gemacht/ A. C. 1612. worauf 1616. nach Hardeck auf das Richter- Amt wegen einer muͤßguͤnstigen Verfolgung in Gold-Cronach ge- zogen/ dabey aber den Wardein-Dienst und Berg-Auffsicht zugleich mit angenommen. A. 1612. den 17. Septembr. habe den Faulen Ni- col gemuthet/ und den 27. dito zu arbeiten angefangen. A. 1616. den 16. Januar. sind Sr. Hochfuͤrstl. Durchl. Herr Marggraf Chri- stian benebenst dem Edlen und Vesten Junckern Bernhard von Kinsberg zu Weidenberg/ dann Heinrich von Wilmersdorff/ und Christian von Rabenstein/ mit Andreas Kolb/ Hof-Goldschmidt/ fruͤhe umb 9. Uhr zu mir kommen/ und in Dero Gegenwart von 3. und einem halben Centner Schlicht durch den Mercurium gehoben und gemachet 18. und 1. halb Loth Gold. Darnach seynd Jhro Durchl. in mein Gruben-Gebaͤude gefahren/ und haben alles bese- hen/ auch Jhro Hochfuͤrstl. Durchl. den 18. Januar. fuͤr das Gold bezahlet 185. fl. Qvick-Arbeit/ wie ich Johann Beyer das Ertz aufm Faulen J. Beyers Qvick-Ar- beit. Nicol zu gute gemacht in Beyseyn Jhro Durchl. des Herrn Marggrafen Christian und anderer Fuͤrsten/ so solches mit Verwunderung der andern ihrer eigenen Kuͤnstler angesehen. Da ich auf einmahl mehr Gold mit dem Mercurio gehoben und geschmoltzen/ weder sie auf 10. oder mehrmahlen. Nemlich ich habe genommen *. 1. Loth in eine Kandel oder Noͤßel Wein-Eßig/ nach dem des Schlichts viel oder wenig gewesen/ warm auf solv irt/ und dann daruͤber gegossen in ein Kuͤbelein oder Q Gelden Beschreibung des Fichtelbergs. Gelden/ mit einem hoͤltzernen Keil wohl und lange umgeruͤhrt/ und also erbeitzen lassen/ dann wohl warm Wasser dran gegossen/ lan- ge geruͤhrt/ biß der Mercurius voll Gold zu Grund und wieder le- bendig zusammen gesammlet/ dann den Schlicht und Wasser oben abgeraumet/ und den Mercurium zusammen durch ein Leder fest ver- bunden durchgedruͤcket/ und was im Leder hinterstellig geblieben/ vollends in eine gluͤhende Kohle mit einem Gruͤblein/ und noch ei- ne druͤber gedecket abrauchen/ und das Gold durch zublasen zu ei- nem Korn fliessen lassen. Jch Johann Beyer habe mit 1. biß 2. Marck Mercurio diese Arbeit verbracht/ und doch zuletzt den Mer- curium wieder gehabt/ und habe auf einmahl aus 3. und einem halben Centner Ertz 20. Loth Gold ausgeqvickt/ davon verblasen: 16. q. (vielleicht Loth) verblieben. Jch/ Johann Beyer/ habe am Schlegelberg unten im Hag in einem gelb und klaren schoͤnen roth gediegenem Gold-Gehaͤng ge- sichert/ davon 20. und ein halb Loth auf einmahl gemachet/ das gantz fein und rein gewesen/ das andere mahl 8. Loth/ it. 5. Loth/ so die Wunderba- rer Zufall des Ertzes. Qvart bestanden; hernach von Bergmann Abeln in demselben Bergwerck oder Gruben kein Gold allein/ sondern Gold-Kupffer und Silber gefunden worden/ woruͤber ich mich nicht wenig ver- wundert/ sondern zuvor und hernach nichts dann fein gediegen Gold gefunden und gemachet/ hoͤher Gold wird man nicht bald finden/ als in diesem Nicol-Gang. Biß hieher Joh. Beyers Bericht. 3) Jst merckwuͤrdig/ was Hr. Professor Kirchmajer/ im wohlge- meinten Bedencken wegen der Bergwercke in Francken und Voigtland p. 83. und aus ihm Herr Professor Kiesling in Erfurt/ in Dissertatione Historico-Physica de Admirandis Naturæ in regne minerali. §. X. anfuͤhret mit folgenden Worten: Vor allen Din- gen ist dieses remarquabel, daß an der Naͤhe des Fichtelbergs mehr Gold hiebevor/ als sonsten in einigen Orten Teutschlandes gefun- den worden. Und zwar 1) an gediegenem Gold-Ertz/ 2) an Gold- Marcasit, so graulicht und voller goͤldenen Aeugelein; 3) in schoͤnen weissen Qvartz und Kießelsteinen Flaͤmmlein-Gold; 4) Jn etli- chen Baͤchlein Gold-Schlich/ so geseifft wird; 5) in schwartz- und braunen Gold-Koͤrnern; 6) in Granaten bey Redwitz; 7) in ge- wissen Beschreibung des Fichtelbergs. wissen Kalcksteinen: Anders zu geschweigen. 4.) Schreibet hievon aus Georgii Agricolæ Buch de Veteribus \& novis metallis , und an- dern Document en Hr. M. Groß in seinen 4. Trost-Stroͤhmen am Fichtelberg folgender gestalt: Es hat auch das Haus Bran-„ denburg/ allwo es die Francken beherrschet/ nicht geringes Berg-„ Gluͤck gehabt/ indeme das am Fichtelberg zu Gold-Cronach„ gangbare Bergwerck wochentlich 1500. Rheinische Gold-Guͤlden„ Ausbeuthe gegeben. Destoweniger wird sich jemand verwundern/ wann man von der Ausbeute aller in der Fichtelberger Refier befindlichen Ausbeut Zechen die schoͤne Summa vernehmen solte. Jch werde zur Nachricht in Benennung der Zechen und Anzeige der ordentlichen Ausbeute am auffrichtigsten verfahren/ wann ich desjenigen Berg-Zettels/ der alle Qvartal in Druck gegeben/ wie er mir von Qvartal Crucis An. 1695. zu Gesicht und Handen kom- men/ mit unveraͤnderten Worten allhier gedencken werde. Nach demselben sind des Hoch-Fuͤrstl. Brandenburg-Bay- reuthischen Fuͤrstenthums oberhalb Gebuͤrgs Ausbeut-Zechen Ausbeut- Zechen. nachfolgende benennet: Der reiche Koͤnig Salomon und Wilde Mann/ Christians-Fuͤrsten-Zeche/ Silber-Rose/ Große Mann/ Ober-Geyersberg/ Unter-Eulenlohe/ Hohenberg/ Niderlamitz/ Siebenstern/ Stryckenberg/ Mordlau/ Kemlas/ Plech/ Thiers- heim/ Artzberg/ Redwitz/ Schafleiten/ Schertlitz/ Nahmen Gotttes/ Schmutzler/ Rothe Loͤw/ Abendstern/ Tieffengruͤn/ sammt dem blauen Farbwerck/ Jungfer in der Lamitz/ Waͤlde- maͤnner/ Allaunwerck/ Seegen Gottes/ und Geyersberg. De- rer NB. Ausbeute-Summa 5526½ Rrhl. befunden worden. Da- bey ist aber NB. zu mercken/ daß nicht nur Gold und Silber- sondern am meisten Eisen-Spiesglaß- und andere dergleichen mi- nerali sche Zechen und Fundgruben unter dieser Specification begrif- fen. Die Zubuß-Zechen hingegen waren in der Gold-Erona- Zubuß-Ze- chen. cher Refier der S. Daniel/ Teschel/ Schoͤne Susanna/ Escheri- cher Heyde/ Graßleiten/ Sophia-Alaunwerck/ Marter/ Nuß- leuten/ Vogelheerd/ Foͤllmersberg/ Moßbach/ Doͤringerberg/ Alten Steinachergrund/ Haßelstauden/ Schwartzbauer/ Spitzi- gehuͤtten/ Gottesgnad/ Kauffmanns Zeche/ Platten/ Jßkera/ Q 2 Ham- Beschreibung des Fichtelbergs. Hammer Saure/ Seybothenreuth/ Biergpuͤhl/ Schamlesberg/ Keßel/ Aychig/ Schnabelweyd/ Stockau/ Pegmitz/ und Bronn; Jn der Wunsidler-Refier ist Ober-Eulenlohe/ Singentengruͤn/ Stemitz/ Hohenberg/ Kottigen Biebersbach/ Qvellenreuth/ Rei- chenforst/ Meistersdorff/ Leutendorff/ Breitenbronn/ Schoͤn- bronn/ Fahrenleiten/ und Schoͤnlind. Jn der ein wenig vom Fichtelberg entlegenen Neylauischen Refier findet sich die Son- ne/ Morgenstern/ Saturnus, Bischoff/ die drey Koͤnige/ Doͤren- weyd/ Groß-Vater/ Grubenberg/ Sorg/ Tennich/ Kroͤtenpuͤhl/ Zeydelweyd/ Doͤrrngrund/ Ulahoͤltz/ Lebensteiner Weg/ Jena- berg/ Hauß Brandenburg/ Printz Wilhelm/ Kupfferpuͤhl/ Guͤm- pelmann/ und Rottenberg/ Kupffen/ Kaulichensiein/ Langzech/ Pfarrholtz/ Weydesgruͤn/ Hußbuͤhl/ Radt/ und Lohwießen. Jm Ambt Hoff ist Geigen/ Ratschin und Tragenau; Und im Ambt Lauenstein ist Bechberg/ Lerchenberg/ Katzwich/ Eberdorff/ Fisch- bach/ und Ottendorffꝛc. Ferner faͤhret Herr M. Groß also fort: daß sich die Wuͤrckung der Sonnen-Hitze in Kochung des Schwefels und Mercurii dergestalt hervor gethan in den Gruͤn- den des Erdreichs/ daß so wohl das herrlichste Silber/ als auch das edelste Gold in einigen erstberuͤhrten Bergwercken gefunden worden.-- uͤber dieses koͤnne auch der Reichthum dieses Gold- und Silber-reichen Fichtelbergs aus der denen Herren Burggrafen ehedessen vom Roͤmischen Kaͤyßer ertheilten Gerechtigkeit der Gold-Silber-Kupffer-Eysen-Bley-Zinn und andern Bergwercke/ so sonsten selbiger Zeit vermoͤge der goͤldenen Bulle nur denen Chur-Fuͤrsten zukame/ gruͤndlich bewiesen werden. Die Worte Caroli IV. in dem Anno 1362. d. 17. Martii auf dem Reichs-Tag zu Nuͤrmberg ertheilten Diplomate lauten also: Wir haben ih- nen/ ihren Erben/ und Nachkommen/ aus sonderbahren Gna- den und mit unserer guten Wießenschafft zu einem wahren und be- staͤndigen Lehn verliehen/ alle Gold-Silber-Kupffer-Eysen-Bley- Zinn und allerley Bergwercke/ die in ihren Landen und Herrschaff- ten bißhero sind gefunden worden/ oder ins kuͤnfftige noch moͤch- ten gefunden werden.ꝛc. Wobey der weyland hochberuͤhmbte Professor in Wittenberg Herr Georg Caspar Kirchmayer an ei- nem Beschreibung des Fichtelbergs. „nem Ort gar nachdencklich fraget: Wo solten wohl diese Berg- „wercke zu finden seyn/ außer allein umb den Fichtelberg? welche Bergwercke nicht nur die Herren Burggrafen/ Friederich der V. und dessen Sohn Friederich VI. reichlich genossen/ sondern auch hernach sich noch fuͤr und fuͤr ereignet. Zu dieser Zeit ist/ (faͤh- ret er fort/) durch des Hoch-Fuͤrstl. Bayreuthischen hochverdien- ten (gewesenen) Berg- Haupt- und Ober-Ambtmanns zu Gefreß/ Berneck/ und Gold-Cronach/ Herrn Johann von Kempffer gros- se Bemuͤhung und Sorgfalt vornehmlich sehr beruͤhmbt und in Flor gewesen der vortreffliche Christian-Stollen nahe bey Gold- Cronach befindlich/ welcher von dem Hoch-Fuͤrstl. Nahmen un- sers Durchlauchtigsten (gewesenen) Landes-Vaters also benennet worden/ und in seinem vollreichen Ertz und Kieß sehr herrliches Cronen-Gold hervorgebracht/ von welchem 1695. das schoͤne Gold- Gepraͤg gemuͤntzet worden/ auf dessen einer Seiten Phœbus auf einem von zwey Loͤwen gezogenen Wagen zu sehen/ unter welchem ein Bildnuͤß eines mit dem Lauff-Karn/ Schlacken (vielmehr Ertz) in die Schmeltz-Huͤtten fuͤhrenden Bergmanns/ das herr- liche Bergwerck entworffen/ mit der Beyschrifft: Aurifodina Gold- Chronachis, die Gold-Grube zu Gold-Cronach/ und der am Ran- de stehenden Uberschrifft: Parturiunt montes, perfectum nascitur aurum: Weil unser Fichtelberg von GOtt gesegnet wird/ So kommts/ das er gut Ertz/ und Cronen-Gold gebiehrt. Die andere Seiten zeiget die beeden Hochfuͤrstl. Bildnuͤße/ das eine unsers Durchlauchtigsten (gewesenen) Landes Fuͤrsten mit Dero Hochfuͤrstl. Nahmens Uberschrifft: CHRISTIANUS ER- NESTUS, Marggraf zu Brandenburg: Das andere unserer Durchlauchtigsten (gewesenen) Printzeßin und Landes-Fuͤr- stin mit gleichfalls obgeschriebenem Hochfuͤrstl. Nahmen SOPHIA LOYSA, vermaͤhlte Marggraͤfin zu Brandenburg/ gebohrne Her- zogin zu Wuͤrtemberg; sambt unterschriebener Residentz-Stadt Bayreuth/ und oben gemeldter Jahrzahl. Solten wir bey derglei- chen Bergwercken nicht sagen doͤrffen/ was ehemahlen Hiob/ c. 28, 1. gesprochen? Hier hat das Silber seine Gaͤnge/ und das Gold sei- Q 3 nen Beschreibung des Fichtelbergs. nen Ort/ da man es schmeltzet. Wer wolte dann nun an denen sehr herrlichen Schaͤtzen der Bergwercke und grossen Reichthum un- sers Seegenreichen Fichtelbergs nur im geringsten mehr zweif- feln?ꝛc.ꝛc. 5.) Beschluͤße ich endlich mit denen Worten unsers offtbelobten Bruschens/ das Erdreich des Fichten-Gebuͤrgs/ wann er spricht: Es ist auch mit Gold/ Silber/ Eisen und in Sum- ma allerley der besten Metallen/ mit Schwefel und Qvecksilber/ aus welchen 2. Stuͤcken doch alle andere Metalle in den Gruͤnden des Erdreichs durch die Sonne gekocht/ gewuͤrckt und gemachet werden/ dieser Berg und gantz herumliegende Gegend und Land- Welche wis- sen/ wo die Schaͤtze des Fichtelbeꝛgs liegen? schafft allen andern Laͤndern und Gegenden teutschen Landes weit vorzuziehen/ welches auch denen von uns gelegenen Voͤlckern/ als Wahlen/ Venedigern/ Spaniern/ unserer Lande Kundschaffer gantz wißlich und kundig ist. Dann sie pflegen sich zu ruͤhmen/ (wiewohl heute zu Tage nicht mehr/ da sie lieber alles laͤugnen) die Schaͤtze und Reichthuͤmer/ so in des Teutschlandes Gebuͤrgen ver- borgen liegen/ seyen ihnen/ so sie doch Fremdlinge seynd/ bekanter denn uns Teutschen selbst. So sind auch zum oͤfftern von unsern Leuten auf gemeldtem Berg und seinen Grentzen dergleichen Frem- de Leute als Ziegeuner/ Wahlen und Spanier gefunden worden/ die dieses Bergs und des gantzen herum gelegenen Landes Natur und Reichthum ausgespuͤret und erkundet/ ja auch grosse Schaͤtze von dannen mit sich weggefuͤhret: Wovon/ und daß man im ge- meldten Gebuͤrg hin und wieder Jtaliaͤnische/ Frantzoͤsische/ und Nieder-Teutsche geschriebene Buͤchlein gefunden/ darinnen die Oerter angezeuget werden/ wo Gold/ Silber/ Perlein/ und Edel- gesteine zu finden/ wie auch vom Sprichwort/ daß man an und umb den Fichtelberg offt eine Kuhe werffe mit einem Stein/ der Stein aber besser als die Kuhe sey/ wir oben bey denen Schaͤtzen der Fich- telbergischen Wassern bereits ausfuͤhrliche Erwehnung gethan. Wunsch des Autoris. GOtt der Allerhoͤchste gebe/ daß sich dasjenige Berg-Gluͤck/ so sich nach obigem Beweiß auf lange und viele Jahre so reichlich erzeiget/ aber wegen vieler Verhinderungen/ dazwischen kommenden Kriegs- Troubl en/ grossen Contribution en/ und dergleichenꝛc. wiederum theils zuruͤcke geblieben/ theils aber sich die Gaͤnge und Adern der Ertze Beschreibung des Fichtelbergs. Ertze abgeschnitten/ denen hernach nicht ferner nachgesetzet wor- den/ von neuem unter Goͤttlicher Benedeyung herfuͤr thun moͤge! Es lasse der Geber alles Guten reiche Geschicke zu denen Ertz-Gaͤn- gen fallen/ daß sich solche fein veredlen; Er der Schoͤpffer aller Din- ge beschere maͤchtige Gaͤnge/ schoͤnen Glantz und feine derbe Ertze/ die guten Halt haben/ und reichlich silbern/ Er lasse von neuem wie- der goͤldische gute Anbruͤche erscheinen/ und verleihe/ daß man sol- che unter-irrdische Guͤther zu Tage ausfoͤrdere/ auch zu seines aller- heiligsten Nahmens Ehre und zu des Duͤrfftigen Nutzen danck- barlich anwenden moͤge/ Amen. Nachdem wir nun also die 2. un- tern Elementische Regionen des Fichtelbergs mit ihren Schaͤtzen gruͤndlich genug betrachtet; so wollen wir auch von denen Ber- gen die 2. obern Regionen/ nehmlich die Lufft und den Himmel uͤber diesem Gebuͤrg ein wenig erforschen. Die Lufft Lufft am Fichtelberg ist mehren- theils ge- sund. Nun an und vor sich betrachtet/ ist auf/ an/ und umb den Fich- telberg immer recent, und frisch/ dahero auch mehrentheils/ son- derlich umb Bischoffgruͤn/ Weissenstadt/ und Wunsidel gar ge- sund: Weßwegen auch oben angeregter massen Bruschius geschrie- ben/ daß nicht allein dieser Berg/ sondern auch das gantze herum- liegende Laͤndlein/ so man am Fichtelberg nennet/ fuͤrnehmlich aber die Gegend/ so am nechsten umb Weissenstadt lieget/ das allerhoͤchste/ so darum auch der gesundeste Ort gantzes teutschen Landes ist. Welches auch der Theuere und Großmaͤchtige Kaͤyser MAXIMILIANUS I. Hochloͤblicher Gedaͤchtnuͤß/ solle affirm irt und bezeuget haben/ da seiner Kaͤyserl. Majestaͤt einsmahls ein Edel- man Veit von Bith/ Kaͤyserl. Majestaͤt Rath viel von gemel- ten Bergs Art/ Natur und Gelegenheit gesagt hatte. Wann nun aus der Beschaffenheit des Gebuͤrgs (welches voller Metal- len und Mineralien/ wie auch reich von frischen Wassern und Bronnen ist/) auch die Beschaffenheit der Witterung in der Lufft Witterung am Fichtel- berg/ wor- aus sie ab- zunehmen/ und wie sie beschaffen? kan abgenommen werden/ so ist leicht zu erachten/ daß es an Sal- petrisch Schwefelhafften- Mercuriali schen Daͤmpffen/ wovon sowohl Donner/ Blitz/ und Hagel/ als fruchtbare Regen natuͤrlicher Weiß abstammen/ umb das Fichtengebuͤrg keinen Mangel habe. Man Beschreibung des Fichtelbergs. Man hat zum oͤfftern observirt, daß wann es auf dem Gebuͤrg geschneyet/ es hingegen auf dem platten Lande geregnet; und wann es dorten geregnet/ es hier kaum ein wenig getauet/ oder gar die Sonne geschienen/ ob es auch gleich kaum eine Stunde vom Hohe Coͤs- sein zeiget die bevor- stehende Witterung an. Gebuͤrg ist. Wann es im Sommer auf der hohen Coͤßein des Mor- gends schoͤn helle ist/ also daß das Gebuͤrg schoͤn blau erscheinet/ so hat man sich mehrentheils denselben gantzen Tag eines bestaͤn- dig schoͤnen Wetters zu getroͤsten: Jm Gegentheil aber/ wann sich besagtes Gebuͤrg in der Lufft verliehret/ mit Wolcken gantz bede- cket wird/ und vor Nebel/ rauch/ und Dampff gar nicht kan ge- sehen werden/ ist es ein unfehlbarers Kennzeichen eines bald da- rauf erfolgenden Ungewitters/ oder doch wenigstens eines Regens/ welches auch von denen andern Bergen des Fichtengebuͤrgs zu Was sich einsmahls der Witte- rung wegen mit dem Autore auf der Coͤßein zugetragen? verstehen. Jch kan anbey nicht unberichtet lassen/ daß ich mich nebst noch zweyen einsmahls auf den Gipffel der Coͤßein begeben/ da es nun ober uns helle und heiter war/ stiege nichts desto weni- ger unter uns ein duͤcker Dampff auff/ der die gantze Wildnuͤß unter uns bedecket/ und da wir im herabsteigen begriffen waren/ geriethen wir mitten in diese Wetter-Wolcken hinein/ hoͤreten gar dumper Donnern/ und wurden so Waschnaß/ als ob wir hefftig waͤren beregnet worden. Es geschiehet auch gar offt/ das sich ein Nebel daselbst erhebet/ horizontaliter fortstreichet/ sich end- lich in wuͤrckliche Wolcken formiret/ also daß das eine Ende da- von ein Nebel/ das andere aber eine wuͤrckliche duͤcke grosse Wol- cken ist/ und den Coͤßein-Felßen als einen Crantz umgiebet/ so daß er uͤber der Wolcken herfuͤr raget und gar fein sich denen Au- Sprichwort von der Coͤßein. gen præsentir et. Von diesem sehr hohen Coͤßein-Gebuͤrg pflegen die Fichtelberger Schertzweise zu sagen/ es habe der Satan den Herrn Christum da hinauf gefuͤhret/ und ihm die reiche der Welt gezeiget/ auch im Fall er ihn anbeten wuͤrde/ versprochen/ diese Laͤnder alle ihm zu geben/ ausser N. und R. nicht/ (welche man allhier mit ausgedruckten Namen zu nennen Bedenken traͤget/) denn diese beede Doͤrffer waͤren sein des Satans Leibgeding. Die Jnwoh- ner dieser beyden Doͤrffer/ (welche eine Meilwegs von Wunsidel lie- gen/) seynd nehmlich von der allergroͤbsten Art mit/ die nur umb den Beschreibung des Fichtelbergs. den Fichtelberg zu finden; zumahlen ist N. wegen der Zauberey sehr beschriehen/ und welches nachdencklich/ findet man unter dem Weibes-Volck daselbst kaum eine einige/ die nicht einen Fehler oder Gebrechen irgendwo am Leib habe/ dann sie haben entweder Kroͤpf- fe am Halß/ oder es fehlet ihnen an Augen/ Ohren/ Haͤnden oder Fuͤßen etwas/ oder sie haben wenigstens genug Wartzen und Kraͤ- hen-Augen an sich. Wegen der Rauhigkeit so wohl der Menschen/ Warum sie die kleine Tartarey genennet wird? als der Gelegenheit des Orts wird diese Gegend von vielen die klei- ne Tartarey oder Tuͤrckey genennet. Es ist auch gewiß/ daß ob wohl diese 2. Doͤrffer mehr gegen Suͤd-Westen liegen/ als Wun- sidel und Weissenstadt/ welche in Ansehen derselben besser Nord- und Ostwaͤrts liegen/ gleichwohl die Erndte mehrentheils gantzer Spaͤte Erndte da- selbst. 14. Tage/ ja gar sehr offt 4. voͤllige Wochen spaͤter in jenen als die- sen sich ereignet/ ungeachtet die Situation theils nur eine/ theils an- derthalb Meilen von einander entfernet. Diese spaͤte Erndte traͤ- get sich zwar mehrmahlen auch in andern Doͤrffern nahe am Ge- buͤrg/ und mithin auch selbst zu Bischoffsgruͤn nicht selten zu. Ob nun schon die Nitrosisch- und Schwefelische Daͤmpffe viele Entzuͤn- Viel Blitz/ Donneꝛ/ und Hagel in der Fichtelber- gischen Ge- gend. dungen/ Blitz/ Donner/ Hagel/ꝛc. in der Fichtelbergischen Lufft verursachen/ so giebt doch die Erfahrung/ daß nichts desto minder dieselbe gesund und selten von boͤsen Duͤnsten infic irt ist/ welches end- lich auch kein Wunder: Dann Salpeter und Schwefel sind jedes vor sich gar heilsame und in der Artzney-Kunst unentbehrliche Mit- Warum des- sen ungeach- tet dannoch die Lufft gesund? tel/ wann sie aber zusammen aufs genauste vereinigt werden/ so ent- stehet ebenfalls daraus ein gar nuͤtzliches und zu aller dreyer Rei- chen Fruchtbarkeit sehr dienliches Sulphur isch-Laugenhafftes Saltz/ ob gleich unter waͤhrender Vereinigung wegen Hinausstossung der fluͤchtig sauern und untermischten Mercuriali schen waͤsserigen Gei- ster ein solcher Tumult und Getoͤß oder Donnern und Blitzen so wohl in der Natur und Lufft/ als auch in der Kunst der Artzneyi- Thau/ Regen/ Schnee und Eiß. schen Bereitung erreget wird. Gleichwie es aber im Sommer Thau/ und Regen zur Genuͤge giebt/ also fehlet es auch im Winter an Schnee und Eiß nicht. Der Fruͤhling und Herbst geben Reiff und Nebel nebst der Sultzichten Materi e der Stern-Geschoßen/ da Reiff und Nebel. statt dieser hingegen der Sommer offt gar haͤuffig das so genannte Stern-Ge- schoß. R gelbe Beschreibung des Fichtelbergs. Drachen- Schmaltz. gelbe Drachen-Schmaltz/ so wohl in bewohnten/ als unbewohnten Orten dieser Fichtelbergischen Gegend aus der Lufft auf die Erden Aberglau- ben hievon. fallen laͤsset/ wodurch bey dem gemeinen aberglaubischen Volck nicht selten manche redliche Leute in den Verdacht der Zauberey kommen/ wann diese Materie bey ihren Haͤusern niederfaͤllet/ in- dem sie sagen/ der Drach bringe ihnen Schmaltz/ und lasse bißwei- len etwas davon fallen/ ehe er die Feuer-Mauer gar erreiche/ als Drach. wo er hinein fahre. Gleichwie nun dieses besagte Lufft-Zeichen/ oder der Drach gar nichts ungemeines in dieser Gegend ist/ daß auch so gar die Kinder auf der Gassen davon zu reden wissen/ also giebt es auch noch andere dergleichen feurige Meteora um den Fich- Minerali sche Witterungẽ. telberg: Die bekantesten seynd die minerali sche Witterungen/ wel- che sich bey naͤchtlicher Weile in einem hellen Schwefel-blaulichten und Bogen-weiß fahrenden Lauff-Feuer/ je nachdem entweder der Ertz-Gang unter der Erden streichet/ oder aber selbige von einem gelinden Winde uͤber der Erden fortgetrieben werden/ præsent iren/ Gemeine Meynung hievon. von solchem pflegt bey deren Erblickung das gemeine Volck zu sa- gen/ es brenne ein Schatz/ und ist in der Meynung/ als wann/ wo sich diese Witterung ereignet/ allezeit Geld oder Gold- und Sil- ber-Geschmeid daselbst vergraben seyn muͤste; Desgleichen seynd Jrrwische. die Jrrwische oder Jrrlichter/ welche/ wiewohl ohne ihre Schuld/ die Reisenden bey Nacht-Zeiten offt verfuͤhren/ ihnen bald vor-bald nachlauffen/ je nachdem die Lufft sie beweget/ hiesiger Orten nicht Feurige Maͤnner. ungemein. Die so genannte Feurige Maͤnner/ welche von denen Jrrlichtern weiter nicht differ iren/ als daß sich gantze Schiebel Feuer in Mannes Groͤße bey Nacht-Zeiten herfuͤrthun/ seynd in diesen Gegenden auch nicht unbekant/ und ist eine artige Augen- Lust/ wann 2. oder 3. derselben gegeneinander gleichsam im Streit zusammen gehen/ im Augenblick gar coalesci ren/ und dann wieder unversehens sich in 2. 3. 4. oder mehr Theile separ iren/ nach allen 4. Plagis weglauffen/ und aber augenblicklich wieder zusammen strei- ten/ und gar in ein einiges Feuer wachsen/ endlich aber gaͤntzlich Drey unge- woͤhnliche Lufft-Zeichẽ. verschwinden. Das Sternen-schießen ist hierum haͤuffiger/ als ich irgend anderswo jemahls gesehen/ uͤber dieses aber/ haben sich drey gar ungewoͤhnliche Phænomena seit einigen Jahren in der Lufft hierum Beschreibung des Fichtelbergs. hierum zugetragen. Das Erste war an der Sonnen/ das Jahr Das erste. vor dem Bayrisch-Frantzoͤsischen letzten Krieg: Dann da eins- mahls im Herbst des Abends die Sonne untergehen wolte/ gienge von ihr ein helle leuchtender langer sich immer breiter und breiter ausdehnender Schweiff oder Strohm gegen Suͤden aus/ welches gar herrlich anzusehen war/ und bey einer guten Viertel Stunde dauerte; Es kriegte dieses Lufft-Zeichen einer meiner Verwandten von ungefehr zu Gesichte/ der es uns im Hause so gleich notific irte/ daß wir nemlich solches auch zu sehen bekamen/ wie lange es aber zuvor/ ehe er es observ irt/ schon gestanden/ kan man nicht eigentlich wissen; nach und nach verzoge es sich wieder gaͤntzlich/ jedoch eher nicht/ als die Sonne gar unter dem Horizont war. Diese Figur war ungefehr also: A. der Sonnen Coͤrper. B. der sich ausbreitende Schweiff oder Strohm. Das andere Phænomenon war dasjenige/ wel- Das an- dere. ches da durch gantz Teutschland auf einen Tag und zu einer Stunde gesehen wurde/ und welches am wunderbahrsten/ erschiene solches in denen niedrigsten Theilen der Lufft/ ja offt an manchem Ort nicht 2. Lachter hoch von der Erden/ weswe- gen dann allerdings wahrscheinlich/ was einige gelehrte Leute hievon raisonn iret haben/ daß nem- lich eine grosse Menge solcher Individuorum zu- gleich und auff einmahl sich in der Lufft muͤsse erhoben haben/ weil es sonst unmoͤglich waͤre/ daß ein solches Phænomenon, welches hier eine niedrige/ dort eine hoͤhere/ und anderswo eine noch hoͤhere Distanz der Lufft von der Erden eingenommen/ in so vielen Laͤn- dern durch gantz Teutschland auf einmahl und zugleich haͤtte koͤn- nen gesehen werden. Es war nehmlich/ wo mir recht/ der 14. Dec. des 1704ten Jahrs/ da Abends zwischen 6. und 7. Uhr uͤber unsere Fichtelbergische Gegend in denen niedrigsten Theilen der Lufft von Osten nach Sud-Westen ein langes Feuer/ so wie eine Raqvete zi- schete/ und Feuer von sich abgeworffen/ theils Orten uͤber denen Haͤusern/ theils halben Hauses hoch/ theils aber gar nahe an der Erden/ und etwan nur Mannes hoch/ dahin schoße. Etliche R 2 Doͤrf- Beschreibung des Fichtelbergs. Doͤrffer hierum schienen in vollem Feuer zu stehen/ und daselbst hoͤ- reten die Leute ein Donnern/ als ob etliche Stuͤcke abgeloͤset wuͤr- den. Dieses Lufft-Zeichen nun wurde in verschiedenen Fuͤrsten- thuͤmern und Herrschafften des Francken-Landes/ auch in Beyern/ Pfaltz/ Sachsen/ Brandenburg/ꝛc. in einem Tag und Stunde ge- sehen. Es gaben auch die Nuͤrmbergische Felßeckerische Zeitun- gen/ daß eben ein dergleichen Meteoron zu Madrit/ in Spanien aber erst am Heil. Christ-Tag mit Erstaunen gesehen worden. Das dritte. Das dritte außerordentliche Lufft-Zeichen hat sich von noch juͤngern Jahren in der Erndte-Zeit Abends zwischen 9. und 10. Uh- ren begeben/ da bey hellem heitern Himmel in dem untern Theil der Lufft sich unversehens gegen Nord-Ost eine Stern-gleiche Fi- gur in Gestalt und Groͤße einer kleinen Kugel oder Tellers præsen- tirte/ die bald hernach einen so hellen Schlangen-weißen Schweiff als einen Blitz gegen Sud-West ausschoße/ daß bey 4. Minuten lang alles davon erleuchtet wurde. Die Figur dieses feurigen Lufft-Zeichens war also gestaltet: Es war von einem Blitz/ und so genannten Stern-Geschoß sehr weit unterschieden; dann 1) verschwande es nicht schleu- nig/ wie ein Blitz/ sondern stun- de bey 4. Minuten an der Lufft stille/ und konte gar wohl mit Muße beobachtet werden; 2) Schiene es nicht als ein Stern-Geschoß auf die Erden zu fallen/ sondern dissip irte sich horizontaliter gar gemaͤchlich nur nach und Fichtelber- gische Lufft ist voll Schwefel- haffter Sal- peterischen Daͤmpffe/ nach. Dieses alles giebt nun genugsam zu erkennen/ daß die Fich- telbergische Lufft voll Schwefelhaffter/ und Salpeterischer Daͤmpffe sey/ und mithin Schwefel und Saltz oder Salniter in sich hege. Ob aber besagte Lufft dieser Gegend auch Mercuriali sche Me- tallische Gold- und Silberhaffte Anfaͤnge in sich verborgen halte/ daran moͤchte noch mancher zweifeln/ zumahlen ein solcher/ wel- cher meynet/ die Metallen wuͤrden heute zu Tage nicht generirt, pro- ducirt und multiplieirt, sondern waͤren allzumahl schon bey der er- sten Beschreibung des Fichtelbergs. sten Erschaffung der sichtbaren Welt zum Vorrath auf das gan- tze Welt-Alter geschaffen worden. Aus diesem nun zu kommen/ und zu beweisen/ daß auch Mercurius, Gold/ und Silber in auch voll Mercuria li- scher Gold- und Silbe- rischer Thei- le; solches wird durch eine wun- deꝛbahꝛe Be- gebenheit bekraͤfftiget. der Fichtelbergischen Lufft anzutreffen/ soll uns nachfolgende zwar sehr wunderbahre/ aber in aller Warheit auf seine Art gantz gewisse und unfehlbare Begebenheit richtige Unterweisung geben. Wir haben oben bereits erwehnet/ daß Ziegeuner/ Welsche/ und allerley frembde Leute sich auf den Fichtelberg begeben/ theils sel- bigen aus Neugierigkeit nur zu besehen/ theils dessen Schaͤtze zu erkundigen/ und solche zu ihrem Besten anzuwenden/ theils aber/ weil sie sonsten der Weg dahin traͤget. Solchemnach geschahe es/ daß ich vor 14. Jahren selben in Gesellschafft einiger Nuͤrm- berger und Schlesier das erstemahl bestiege/ und durchkroche. Wir traffen unter Wegs allerley Leute an/ welche wir so wenig/ als sie uns auch kenneten/ gleichwohl aber konte ich muthmaßen/ daß deren etliche auf unserm Gebiethe nicht zu Hauße gehoͤreten. Einsmahl aber erstiege ich mit ziemlicher Muͤhe das oberste Haupt dieses Gebuͤrgs/ zu der Zeit/ da die Sonne mit dem Mond in dem Zeichen des Widders gienge/ und der Erdboden bereits sich aufschlosse/ und seine Daͤmpffe von sich zu geben begunte. Als ich nun daselbst angelanget/ traffe ich unferne von mir eine gantz unbekante Person an/ die zusehends vor meinen Augen/ und zwar so nahe/ daß ich sie haͤtte ergreiffen moͤgen/ in gewißer Maaße verschwandt. Es kam mich Forcht und Schrecken an/ weil ich sie gaͤntzlich vor einen Geist hielte/ in einem Augenblick aber wa- re sie wieder da/ und versprach mir/ wann ich wuͤrde reinen Mund halten/ solte mir kein Leid wiederfahren/ als ich nun solches zu thun angelobte/ wurde sie etwas vertraͤulicher/ und fragte mich/ ob ich die Fichtelbergische Lufft kennete? Jch sagte/ sie waͤre frey- lich/ wie eine andere Lufft. Der Frembdling replicir te/ ob ich dann sowohl diese/ als die andern Luͤffte probirt haͤtte/ was sie in sich hielten? ich antwortete/ diese Rede verstuͤnde ich nicht/ was da- mit gemeynet waͤre. Ey! versetzte er/ ihr arme Leute/ wann ihr nicht verstehet/ was bey euch ist/ wie wollet ihr dann auslaͤn- dische Sachen erkennen? Aber fuhre er fort/ damit ihr sehet/ R 3 daß Beschreibung des Fichtelbergs. daß man die Lufft probir en koͤnne/ was sie in sich halte/ so wol- len wir zufoͤrderst eine feuchte Grube ausgehen/ da er mir dann bald eine zeigte; als wir uns nun dahin begaben/ und ich gefra- get wurde/ ob ich kein Glaͤßgen/ oder sonsten ein Gefaͤß bey mir haͤtte/ reichte ich ihm mein kleines Balsam- Vitæ Glaͤßgen/ so ich bey mir zu tragen pflegte/ hin/ worauf ich solches auf sein Ge- heiß in einem Bronnen sauber ausreinigte/ und es an der Lufft und hellescheinenden Sonnen wieder trocknen liesse/ biß nicht das Gering- ste mehr darinnen gespuͤret wurde. Darauf sprach er: nun wohl- an/ wo gehet die Lufft her? ich antwortete/ von Orient; er ver- setzte/ gebt mir das Glaͤßlein/ als ich solches gethan/ richtete er es gegen die plagam Orientalem, das der Ost-Wind darein wehen konte/ worauf es nach Verfließung einiger Zeit voll Wasser wur- de. Auf dieses fragte er/ ob ich nun verstuͤnde/ was Lufft pro- bir en hiesse/ und ob ich folglich glaubte/ daß in der Fichtelbergi- schen Lufft Wasser sey? ich replicirte, dieses glaubte ich nicht nur/ sondern ich sehe es mit Verwunderung. Gut/ sprach er/ dieses ist nur der Anfang/ ich wil euch wohl mehr zeigen/ allein dieses habet in acht/ daß/ so bald ich dieses Glaͤßgen mit seinem Crystal- linischen hellen und reinen Lufft-Wasser werde in diese feuchte daͤmpffichte Grube gesetzet haben/ ihr Stockstille seyet/ und den Mund nicht aufthuet/ biß ich euch die Zeit bestimme/ dann die Geister koͤnnen der Menschen-Stimme nicht leiden/ sondern fliehen und verliehren sich. Was/ sagte ich/ Geister? da habe ich nichts mit zu schaffen. O Einfalt! erwiederte der Peregrinan- te/ foͤrchtet ihr euch vor Geistern/ so doͤrfft ihr nicht leben/ nicht Odem hohlen/ weder essen/ trincken/ weder hoͤren/ noch sehen/ weder riechen/ noch schmecken/ weder fuͤhlen/ noch gefuͤhlet werden; Dann der Geist ist das Leben/ und regiert sowohl euren Leib/ als er ihn fabricirt und bereitet hat; dieser hat die Lungen und den hohlen Leib/ wo die Gedaͤrme liegen/ zu Blasbaͤlgen gemachet/ wodurch er die uͤberfluͤßige Lufft von sich blaͤset/ und odmet/ und wieder so gleich frische Lufft samt der darinnen verborgenen Spei- se des Lebens in sich ziehet; dieser ist es/ der den Magen reitzet zu Speise und Tranck/ damit derer Geister sich mit ihm vereinigen/ und Beschreibung des Fichtelbergs. und ihre grobe Coͤrper wirfft er durch die natuͤrliche Emunctoria von sich; Er ist es/ der anderer Geister Stimmen in/ mit und durch die Lei- ber hoͤret/ auch ihnen wieder auf solche Art antwortet; Er ist es/ der durch eure Augen andere Dinge siehet; Er ist es/ der anderer Coͤr- per ihre Geister durch die Naaßen riechet/ und durch den Mund schmecket/ ja der da fuͤhlet und gefuͤhlet wird/ in Summa/ der da gedencket und verstehet. Der Geist ist es/ der da lebet/ der da gesund ist/ der da kranck/ und dem durch gute Artzeney in seinem Leib geholffen wird. Dabey muͤsset ihr wissen/ daß zwischen zwey Sonnen-Staͤubgen/ die nur mit einem Punct aneinander ruͤhren/ nichts dann lauter Geister seynd; ja was soll ich sagen/ die groͤb- sten Eoͤrper seynd nichts als zusammen gepreste oder geraffte und coagulirte Geister/ welche zu ihrer Zeit alle wieder koͤnnen sich aus- breiten/ und verduͤnnen: Mit einem Wort/ es ist alles voll Gei- ster/ der Geist durchdringet und erfuͤllet alles. Darumb/ sprach er weiter/ bitte ich euch/ schweiget und bleibet stille/ damit ihr die aus ihrer Natur aufsteigende Pygmæos oder Erd-Geister nicht verschichtert/ welche werden bereitet seyn/ dieses edle Lufft-Was- fer zu kochen. Jch replicirte, wann es die Bewandnuͤß hat/ und die obbesagte Geister keine Teuffel seyn/ so will ich schon gehorchen/ und dabey verziehen. Mit euern Poßen/ versetzte er/ wer hat nun von Teuffeln gesagt/ ist dann ein jeder Geist ein Teuffel? oder habt ihr den Teuffel gesehen/ wie siehet er aus? gewiß/ es kan ein jeder ge- schaffener Geist/ wann er sich zum Guten/ ein heiliger Engel/ und wann er sich zum Boͤsen lencket/ ein abtruͤnniger Teuffel seyn: was aber Gut und Boͤse sey/ wollen wir zur andern Zeit ausmachen/ wann wir erst Wahres und Falsches erkennet haben/ darum ge- buͤhret uns jetzo zu unserm Vorhaben weiter nichts als Schweigen/ wollet ihr nun dieses thun? Jch versetzte/ Ja/ ich schweige! Dar- auf sagte er/ so bleibet dann fein stille nebst mir bey der Grube sitzen. So gleich legte er das Glaͤßgen mit dem Lufft-Wasser in die feuch- te daͤmpffichte Grube/ wir aber redeten nicht ein Wort mehr/ da kamen die auffsteigende Erd-Geister in Gestalt eines dinnen sub- tilen Dampffes umb das Glas herum/ und bedecketen es uͤber und uͤber/ daß wir nichts mehr davon sehen konten. End- lich Beschreibung des Fichtelbergs. lich finge der Frembdling an zu husten/ da verschwand der Ne- bel/ der Frembdling aber nahm das Glaͤßlein und zeigte mir es/ da sahe das Wasser wie ein Milch-Schotten aus/ und setzte sich ei- ne sehr zarte subtile schloßweisse Erde zu Grund. Als er aber bey einer gar gelinden Waͤrme die Feuchtigkeit eintrocknen liesse/ ver- kehrte sich diese weisse Erde in ein schoͤn goldgelbes Saltz/ worinnen sich nach und nach ein lauffender Mercurius, und aus solchem Sil- ber und Gold von dem schoͤnsten Glantz/ obwohl in gar geringer Qvantitaͤt/ jedoch in etlichen Koͤrnern/ wie auch gewisse Edelgestei- ne gener irten. Als ich dieses alles sahe/ wuste ich nicht/ ob ich mei- nen eigenen Augen glauben solte/ dann ich konte mich nicht begreif- fen/ daß aus Lufft solte koͤnnen Wasser/ aus Wasser Erden und Saltz/ hieraus aber Mercurius, Silber/ und Gold werden; Was? sprach ich bey mir selbst/ sollen in der Lufft Metall en wachsen koͤnnen? Der Landfahrer solches vermerckend/ laͤchelte/ und sagte/ muͤsset ihr nun nicht gestehen/ daß dieses eine Lufft-Probe sey/ und habt ihr wohl jemahlen die Lufft also prob iren sehen? ich weiß/ daß ob ihr mich gleich vor einen allgemeinen Landfahrer oder Ziegeuner wegen meiner unachtbaren Gestalt haltet/ gleichwohl wuͤnschen werdet/ daß Asan Aphjah Hasum von Engaddi in Orient (dann daher ware/ und so hieße er) bestaͤndig bey euch bliebe. Nun koͤnnet ihr eure Fichtel- bergische Lufft besser als vorhin; doch wisset/ daß diese eure Lufft es nicht alleine sey/ woraus dieses zu bringen; Dann das Riesen- Schlesisch- und Boͤhmische/ wie auch das Carpati sche/ ja zum theu- ersten das Alpen- und Pyrænei sche Gebuͤrge sambt andern derglei- chen haben ebenfalls eine solche Lufft/ woraus Metallen koͤnnen gebracht werden. Mitten in diesem Discours hoͤreten wir ein Ge- raͤusch/ das machten die Holtzhauer/ weßwegen der Landstreicher sich unsichtbar machete/ und vor meinen Augen verschwande/ die Bauern aber wiesen mich wieder auf den Weg/ und ich kame zu meiner Compagnie, von der ich mich in solchen schrecklichen Wuͤ- steneyen verirret hatte; sagte aber keinem etwas von dieser Geschich- Marci Frie- derichs Ro- sencreutzers Relation. te/ weil ich es angelobet hatte/ biß auf einen von Asan Aphjah Ha- sum mir gesetzten Termin zu schweigen. Jch stehe in Zweiffel/ ob nicht eine dergleichen Begebenheit sich mit Marco Friedrich Ro- sencreu- Beschreibung des Fichtelbergs. sencreutzer zugetragen; zum wenigsten giebt er in seiner Astronomiæ Inferiori p. 165. biß 170. (allwo er unter andern auch vom Fichtel- berg schreibet/) eine solche Anleitung/ die der obigen Lufft-Probe gantz conform ist. Weil nun das/ was mir begegnet/ durch dieses Mannes seine Lehre desto glaublicher gemachet wird/ als will ich seine Worte mit hieher setzen. Wann du/ spricht er/ mit Huͤlffe der himmlischen Minerva und irdischen Vulcano diese deine Arbeit recht bestellen und zu Wercke richten wilst/ so ermahne ich dich/ da- mit du wohl Achtung drauf gebest/ daß gleich bey solcher Zeit der Standt des gestirnten Himmels und Lauff der Planeten beschaf- fen seyn solle/ wann im Meridiano im Osten herfuͤr steiget der Grad des ☊ cum Lucida Hydræ \& corde ♌, und fast eben so viel Grad des ♈ cum Capite Medusæ im hohen Mittag schweben: die ☉ im 7benden Hause sambt dem ☿ will untergehen/ der volle ☽ aber nahe bey dem ☋ sich befinden laße/ dann der Drachenschwantz ist der Natur ♄ und ♂ is, alsdann ist seine Wuͤrckung viel kraͤfftiger und staͤrcker/ als zur andern Zeit. Dann solten boͤse und ungluͤck- liche Aspect en und wiederwaͤrtige Constellationes oder Gegenschein am Himmel stehen/ so wuͤrdestu die nackende Venus vergeblich kuͤßen/ obwohl der guͤtige und holdselige ♃ seinen Scepter darrei- chen/ und mit seiner Gegenwart dir auch gerne Beystand leisten moͤchte. Wann dann hierauf diese gluͤckselige Tages-Zeit anbrechen/ die schoͤne Tithonia sich herfuͤr thun/ und der gelblichte Eous auch sein augenscheinliches und helles Licht ausgiessen will/ so stehe auf vom Schlaff im Nahmen der H. Dreyeinigkeit/ und stelle deine Fuͤße hin- aus unter den freyen Himmel/ gleich in den Mittel- Punct der Er- den/ so gegen Mittag gelegen; wende dein Angesicht zum Auf- gang nach der geschwinden und schnellen Reise Phaethontis, so wirstu vermercken und gewahr werden/ daß umb diesen Ort sie die Lufft zwar mit einem lieblichen Thau durchsprengen/ bald darauf aber sich starck aͤndern/ ein schnell Brausen und Sausen sich erheben werde/ als eines gewaltigen Windes/ der Aqvilo oder Nord-Wind gegen den Sud-Wind durchzublasen sich unterstehen. Dann wird aus denen Poris oder Lufft-Roͤhren der Erden aufsteigen ein Schwaden/ Nebel oder Rauch/ der wird endlich dicke/ schwerer/ S resol- Beschreibung des Fichtelbergs. resolv irt und schleußt sich auf in ein Corpus, und wird zu einem kla- ren und reinen durchscheinenden Wasser einem fast Regen-Wasser gleich/ faͤllet dann tropffen-weiß wieder herunter gegen seinem Cen- tro als durch eine Syderische Destillation der grossen Welt. Diesen Vaporem oder fluͤßige Lufft nun fange auf mit grosser Bescheidenheit/ ehe er die Erden beruͤhrt/ und sammle ihn in ein dazu gerechtes Gefaͤß/ auffs allerbeste du ihm thun kanst/ dann du wirst sein beduͤrffen. F. Basilii Ausspruch. Allhier (faͤhret er fort) kommet es in die uͤberaus schoͤne Gleich- nuͤß-Rede des Fr. Basilii, der da spricht: Wann die Sonne ihre Strahlen von sich giebet und ausbreitet unter den Wolcken/ spricht der gemeine Mann/ die Sonne zeucht Wasser/ und es wird re- gnen: und so das oͤffters geschiehet/ giebt es ein fruchtbares Jahr. Item, wiße/ wann die Feuchtigkeit der Erden auffsteiget und der Ne- bel aufgezogen wird/ giebt es sich in die Hoͤhe zusammen/ und faͤl- let durch seine Schwere wieder nieder/ dadurch dem Erdreich seine verlohrne Feuchtigkeit wieder gegeben wird/ das erqvicket dann die Erden/ und giebt ihr Nahrung und Fuͤgung/ daß Laub und Graß aus ihr wachsen koͤnnen. Jetzt darffstu Juͤnger der Kunst nicht fragen/ wo/ umb welche Zeit/ an welchem Ort/ auch auf was eigentliche Weise du diese Philosophi sche Manna sammlen/ das fruchtbare himmlische Syderische Regen-Wasser zu schoͤpffen/ Macht uͤberkommen habest/ deme fuͤrwahr sonsten kein Wasser gleich ist in der gantzen Welt: wornach du zwar weder in Egypten zum Fluß Nilo ziehen/ noch in Jndien zu denen reichen Gold-Bergen schiffen/ vielweniger in die Tartarische Grentzen nach der beruͤhmbten Stadt Casan verreisen darffst: gar nicht/ GOtt hat das edle Teutschland mit so vielen herrlichen Fluͤßen/ koͤstlichen Bergwercken und fruchtbaren Erdreich also begnadet/ daß auch an Gold und Silber/ Minerali en und andern Steinen/ kein Mangel erscheinen thut. Ungarn voll guter Minerali en. Hats nicht in Ungarn die herrlichsten Bergwercke? Es ist fuͤrwahr ein Land mit Uberfluͤßigkeit aller Dinge begabet/ darin- nen man Gold und Silber/ Edelgesteine/ Farbenꝛc. graͤbet: Item Saltz/ Alaun/ den besten Victriol, der in der Artzney auch hoch geruͤh- Beschreibung des Fichtelbergs. geruͤhmet wird/ und viel vermag/ und vor allen andern den Vor- zug hat. desgleichen Boͤhmen/ Joachims- Thal/ Meis- senꝛc. Was mangelt hieran dem Koͤnigreich Boͤhmen/ dem Joa- chimsthal/ im Lande zu Meißen/ St. Annaͤ- und Mariaͤberg/ Freybergꝛc. Jch will nicht weit gehen/ faͤhret der Autor fort/ im Voigtland stehet nicht der Fichtelberg fast auf lauterm Gold und Silber/ und allerley kostbaren Steinen? Bey Gold-Cronach/ Ne- Jn der Naͤ- he der Fich- telberg/ lau und andern Orten herum/ giebt es nicht der wunderbahren mi- nerali schen Fluͤße/ daraus der Salpeter/ Alaun/ und Victriol gesot- ten und gegraben wird in seiner gantzen natuͤrlichen Substanz? wer- den nicht allda gefunden mancherley Hand- und Schiefersteine/ mit wunderbarlichen Farben und Character en gezeichnet? Jn den un- tern Baͤchen hat man offt die schoͤnsten/ gleich denen Orientali- schen/ Perlen ausgewaschen und aufgelesen. Es ist bekant der Melmeusel gegen Bischoffgruͤn zu/ auch Warmen Stein; item das Doͤrfflein/ der Brandt genannt/ da findet man in denselben beyfliessenden Bronnen und Baͤchen sehr viel grosse und kleine schwartze Koͤrnlein/ die lassen sich pfletschen/ darinnen findet man Gold/ Silber/ und Edelgestein. Und moͤchte welcher ei- nes der fuͤꝛnehmsten Oeꝛteꝛ/ Waͤl- der/ und Ge- buͤrge in gantz Teutsch- land. dieser Fichtelberg wohl unter die fuͤrnehmsten Oerter/ Waͤlder/ und Gebuͤrge in gantz Teutschland gerechnet und gezehlet werden/ welchen GOtt und die Natur selbst erbauet/ aufgefuͤhret/ und also wunderbarlichen gezieret und begabot hat/ aber dieses gehoͤret an einen andern Ort. Biß hieher belobter Autor. Aus welchen Worten dann zu schluͤßen/ das oben bemeldter Rosencreutzer nichts anders andeuten wollen/ als was der Orientalische Peregri- nant mir gewiesen und angedeutet hat/ wie nehmlich Metall en aus der Lufft zu bringen/ und darinnen Wurtzeln schlagen. Es kan auch wohl seyn/ daß der beruͤhmte Lullius, (von Lullii Aus- spruch von der Erden aus der Lufft. deme Ars Lulliana herkommet/ und in denen Schulen bißweilen noch bekant ist/) hierauf sein Absehen hat/ wann er spricht: Necesse est tibi, terram habere subtilem, \& non illam, qvam cum pedibus calcas, sed il- lam, quæ volat supra caput tuum, hanc accipe, amplectere, \& caram tene. Allein nunmehro will ich diese Materi e von denen Lufft- Theophrasti Paracelsi Ausspruch Metallen mit einigen wenigen Worten des Theophrasti Pa- S 2 racelsi Beschreibung des Fichtelbergs. von denen Lufft Metal- len. racelsi beschliessen. Die Metallen/ spricht er/ so von oben herab kommen/ nehmen ihren Ursprung aus denen 7. Planeten; dieser 7. Planeten seynd viel: als/ viele seynd/ die Soles seynd/ viel Lunæ, viel Martes, viel Mercurii, viel Joves, viel Saturni, ꝛc. und heißen 7. darumb sie 7nerley Metallen machen/ wird eine Arth zusammen vor einen Planeten genommen. Und seynd nicht die/ so die Astronomi also nennen/ sondern irrig/ practicir en nach denselben/ also/ daß sie die denen Metallen zulegen/ und reimen sich gantz nicht zusammen/ wie sie das fuͤrgeben.ꝛc. ---- Allein die feuriche Metallen haben an ihnen nicht die waͤßeriche Fixation, und die waͤßerichten haben der firmamentischen ihre Fixax nicht. --- Auf das zu mercken ist/ das die obern Metallen weit uͤber die un- tern sind in der Guͤte/ Reinigkeit/ und Arth mehr NB. als die un- tern/ und in allen Dingen mehr lobens werth.ꝛc. Theophrast. Paracels. in Tractatu de Metallis e superis \&c. Biß hieher habe ich nun nicht allein aus anderer bewehrter Leute Erzehlung/ son- dern auch aus eigener Erfahrung als ein augenscheinlicher Zeuge zur Genuͤge dargethan/ daß die edelste Metallen nicht nur in denen Wassern und Erdreich so wohl des Fichtelbergs/ als andern Or- ten/ sondern so gar auch ja NB. am allerreinsten und besten in der Lufft/ und in specie auch umb das Fichtengebuͤrge/ durch eine himm- lische Influenz gezeuget und noch heute zu Tage herfuͤr gebracht Herbstliche Witterung umb den Fichtelberg. werden. Mit wenigem habe ich dieses noch von der Herbstlichen Witterung umb den Fichtelberg gedencken wollen/ daß gemeini- glich in dem Monath Novembr. die gantze Reyhe des Gebuͤrgs oͤff- ters dergestalt in der Lufft verlohren wird/ daß es nicht anders an- zusehen/ als ob die Horizonta lische Gegend des Gebuͤrgs ein lau- teres Tahl ohne Berge waͤre/ und das so genannte Firmament in Winde. einer Runde die Flaͤche der Erden umbgebe. Sonsten giebt es auch dann und wann Sommers und Winters starcke Winde hie- rumb/ welche aber am meisten ordentlich im Martio und April, wie auch im October und November sich einfinden/ und gemeiniglich von Westen und Suͤd-Westen in bemeldten Monathen zu wehen pflegen: Wiewohl es auch sonsten an Nord- und Ost-Winden Die Situati- op, Latitudo, keinen Mangel hat. Die Situation und Lagerstelle dieses Gebuͤrges ist Beschreibung des Fichtelbergs. ist auf 50. Grad und 7. Minuten der Norder Breite/ welches und Elevatio Poli. Der laͤngste und kuͤrtzste Tag umb den Fichtelberg. denn auch die Elevatio Poli ist; weswegen dann auch leichtlich zu er- achten/ daß/ wann die Sonne in des Zeichen des Krebßes tritt/ umb den Fichtelberg der laͤngste Tag 16. Stunden/ 4. Minuten/ die Nacht aber nur 7. Stunden/ 56. Minuten lang ist/ hinge- gen wann die Sonne in das Zeichen des Steinbocks tritt/ ist der Tag daherumb am kuͤrtzsten und nur 7. Stunden/ 56. Minuten/ hingegen die Nacht am laͤngsten/ nehmlich 16. Stunden/ 4. Mi- nuten lang.ꝛc. Von andern Merckwuͤrdigkeiten auf/ an/ und umb den Fichtelberg. Sonsten ist noch ein und anders umb den Fichtelberg zu be- mercken wuͤrdig und werth/ worunter am ersten dasjenige mir in die Gedancken kommet/ was ich von Weissenstadt/ als der nech- sten Stadt am Fichtelberg/ durch Vorschub Herrn Johann Kieß- lings/ Burgermeisters daselbst/ von Herrn Christian Erdtmann Poͤhlmann/ gleichfalls Burgermeistern allda/ aus seiner Beschrei- bung der besagten Stadt schrifftlich erhalten. Weißstadt oder Weissenstadt/ Weissen- stadt eine uhralte Berg Stadt. Schreibet er/ sey eine Hoch-Fuͤrstliche Brandenburgisch-Culm- bachische uhralte Berg-Stadt/ oberhalb Gebuͤrgs am Eger-Fluß auf einem erhobenen Ort/ und 1. Meil weg von Gefreß/ 1. Meil Jhr Lager. vom Fichtelberg/ 1. Meil von der Haupt-Stadt Wunsidel/ 1. Mei- le von Marckleuthen/ 1. Meile von Kirchenlamitz/ und 1. Meile von Moͤnchberg/ und also dieser Orten/ mit welchen die Stadt und Gebieth grentzet/ in der mitten gelegen. Sie ist der erste Ort/ und gleichsam der Eingang in die so genannte Hoch-Fuͤrstl. 6. Aembter/ wann man von denen Fraͤnckischen Laͤndern herein- reiset. Von ihrem Alter/ Aufkunfft und dergleichen finde man Jhr Alter und Auf- kunfftꝛc. daselbst fast wenig Nachricht mehr/ weiln die alleraͤltesten Stadt- Buͤcher durch offterlittenen Krieg und Brand schon vor etlichen 100. Jahren mit verlohren gegangen. Jn einem noch uͤbrig ge- bliebenen alten Stadt-Buch/ welches A. 1409. seinen Anfang hat/ und nach denen Kriegs-Zeiten unter einem Hauffen Schiefer auf S 3 dem Beschreibung des Fichtelbergs. dem Rathhauß-Gewoͤlb wieder gefunden worden/ finden sich noch etliche alte Copi en/ woraus zu schluͤßen/ und an den Tag zu legen/ das sie von alten Kaysern Privilegia gehabt. Jnsgemein aber wird dafuͤr gehalten/ daß Weissenstadt schon unter Kaysers Conradi III. Regierung solle gestanden/ und zur selbigen Zeit denen Herren Marggrafen von Vohburg gehoͤret haben/ welche auch die Stadt Eger und diese meist herum liegende Lande innen hatten; und als Herr Marggraf Dippold/ oder Theobaldus von Vohburg/ der auch zugleich Burggraf zu Nuͤrmberg gewesen/ auf Permission des Kaysers/ das Closter Waldsaßen/ Cisterti enser Ordens A. 1133. ge- stifftet/ solle er Weissenstadt (welche auch nach Hrn. D. Pertschens Bericht/ noch vor der Hußitischen Zerstoͤrung/ wegen ihrer schoͤnen Hat ehe- dessen auch Weiß Kirchē geheissen. weißen Kirchen/ Weiß-Kirchen geheissen/ hernach aber/ als sie An. 1472. wieder angebauet/ und erweitert/ Weissenstadt genennet worden/) nebst noch 3. andern Orten an dieses dazumahl neue Clo- Wann sie den Namen Weissen- stadt bekom- men? ster uͤbergeben haben. Es sollen aber hernach die Aebte besagten Closters viele Verdruͤßlichkeiten von denen Herren von Hirsch- berg/ welche das Schloß in der Stadt mit vielen Einkuͤnfften zu- sambt dem Rudolphstein beseßen/ gehabt haben/ dahero An. 1347. der Abt/ Franciscus Gruͤbel genannt/ dieses Staͤdtlein an die beede Herrn Burggraffen/ Johann dem II. und Albertum den I. Ge- bruͤdere umb 88000 fl. solle verkaufft haben. Wiewohl zwar noch andere Umbstaͤnde wollen/ daß solcher Kauff von Herrn Burggraf Friedrich dem 3ten A. 1281. solle geschehen und von Kayserl. Majest. Rudolph dem Ersten/ zu Nuͤrmberg derselbe daruͤber belehnet wor- den seyn/ worauff die Stadt von diesem Preißwuͤrdigen Burg- grafen mit neuen Privilegi en versehen/ und die Confirmation von Hoͤchstermeldtem Kayser gegeben worden. Deme sey nun endlich/ wie ihm wolle/ so erhellet doch aus einer jeden besagter Relation en/ daß es eine sehr alte Stadt sey. Von wel- chen Dingen Weissen- stadt inson- derheit be- ruffen? Daß umb Weissenstadt die gesundeste Gegend in gantz Teutsch- land auch von Kaͤyser Maximiliano dem Ersten zu seyn geachtet worden/ und dieser Ort wegen des grossen Sees/ worinnen die allerschmackhafftesten Karpffen und Pertschen/ hingegen aber gar keine Froͤsche gefunden werden/ be ;r ;uffen sey/ davon haben wir bereits Beschreibung des Fichtelbergs. bereits oben Erwehnung gethan. Der ziemlich hohe und sehr spitzige Kirchen-Thurm wird vor den hoͤchsten in denen 6. Aemb- tern gehalten. Sonsten solle der Stadt zum Wahrzeichen die- Wahrzei- chē daselbst. nen/ daß von dem Platz oder Mittel- Punct das Wasser davon ab und zu denen 4. Thoren (welche die Stadt nebst einem Pfoͤrt- lein hat/) hinauslauffet; it. wie ein langer Stein unter dem neuen oder Weyher-Thor mit eingepflastert/ und gleichsam die 4. Raͤder der Waͤgen solchen wie eine Claͤiß betreffen muͤssen. Letztens/ daß der Eger-Fluß unterhalb der Stadt seinen Lauff solcher Ge- stalt fuͤhret/ daß derselbe gleich hinter einander auf einer Wiesen dreymahl sich wendet/ und eine gute Strecke wieder zuruck/ oder geberg lauffet. Sonsten hat die Stadt ausser dem Rathhauß/ Kirchen und Weissen- stadt hat wenig be- sonders an Gebaͤuden. Schulen wenig besonders an Gebaͤuden/ indem das vielfaͤltige Kriegs-Wesen/ Feuer und Brand die Jnwohnere ausser Standt gesetzet/ sich auf zierliche Gebaͤude zu befleißigen; ohne daß ein Nuͤrmbergischer Kauffmann/ Herr Johann Kießling/ als ein Durch wes- sen Vorschub die Gottes- Acker-Kirche daselbst er- weiteꝛt wor- den? Weissenstaͤdter Stadt-Kind/ vierhundert Rthl. zur Erweiterung und Vergroͤsserung der ausser der Stadt uͤber dem grossen Wey- hers-Thamm gelegenen gar klein-gewesenen Gottes-Acker-Kir- chen/ Anno 1707. an baarem Gelde hergegeben/ und durch seinen Bruder/ Herrn Johann Kießling den juͤngern/ Burgermeistern in Weissenstadt/ auszahlen/ die Rechnung fuͤhren/ und dem Bau Weissen- stadt hat gleiche Pri- vilegia mit Wunsidelꝛc. vorstehen lassen. Sonsten hat dieser Ort gleiche Privilegia mit Wunsidel/ ist auch von verschiedenen nach einander folgenden Landes- Regent en mit besondern herrlichen Freyheiten begabet wor- den/ worunter vornehmlich dieses am merckwuͤrdigsten/ daß Weis- War ehe- dessen ein sicher Ge- leits-Ort in gewissen Faͤllen. senstadt ehemahlen in gewissen Faͤllen ein sicherer Geleits-Ort vor solche/ die etwas grosses versehen/ gewesen/ wozu Herr Johann der Dritte/ Burggraf zu Nuͤrmberg den Freyheits-Brieff gnaͤ- digstertheilet. Der Erdboden umb diese Stadt ist sehr rauch/ ungeschlacht/ Landes Be- schaffenheit hierumb. und steinicht/ weswegen man sich ehedessen allhier mehr auf Bergwercke/ als den Feldbau gelegt/ ist also das Staͤdtlein gu- ten Theils von Bergleuthen/ Fuhrleuthen und Blechzinnern/ auch Beschreibung des Fichtelbergs. auch andern Handels-Leuten bewohnet worden/ welche meistens nacher Leipzig/ Magdeburg/ Naumburg und dergleichen Han- Wie Weis- senstadt in Auffnahm kommen? dels-Staͤdten ihren Vertrieb gehabt. Wie dann dieser Ort nicht weniger als Wunsidel durch die Zinn-Bergwercke sein Aufkom- men erlanget. Man findet allenthalben noch Berg-Gruben so wohl umb die Stadt/ als weiter gegen die Dorffschafften hinaus; Ein Ort Seitig. Woher also genannt? Eine halbe Stunde von der Stadt ist ein Ort/ der Seitig genannt/ da die Bergleute vor diesen in grosser Anzahl gearbeitet/ auch das Zinn-Ertz so ergiebig gewesen/ daß aus jedem Centner desselben noch 10. Loth des besten Silbers hat koͤnnen gelaͤutert werden/ und Reiches viel Silber- haltendes Zinn-Ertz. sollen selbige Bergleute des Sonntags in Seidenen Hembdern zu Kirchen gegangen seyn/ woher dann dieser beruffene Berg-Ort den Nahmen Seitig bekommen. Wie dann auch bey dem Dorff Schoͤnlind ein sehr reiches Eisenwerck gewesen/ so 1620. noch voͤl- lig getrieben worden/ im dreyßig-jaͤhrigen Krieg aber liegen Auf was Art ein reiches Bergwerck auf einmahl aufgehoͤꝛet? geblieben; 1670. aber durch zwey Nuͤrmberger wieder eroͤffnet und grosser Nutzen etliche Jahre lang dadurch erhalten wor- den/ biß der Steiger/ so ein beruͤhmbter und sehr fleißiger Mann gewesen/ durch Sprengung eines Steines unversehens umb das Leben kommen/ worauf nichts mehr anschlagen wollen/ sondern Wunsiedler schmeltzen ihren Eisen- Stein in Weissen- stadt. alles Gewonnene wieder verlohren gegangen. Anno 1410. und etliche folgende Jahre haben so gar die Wunsidler zu Weis- senstadt ihren Zinn-Stein geschmeltzet/ wie dann das Schmeltz- huͤtten-Recht noch allda anzutreffen. Die Prærogativ und das Al- terthum diesev Berg-Stadt erhellet unter andern daraus/ daß Zu Weissen- stadt war das Berg- Gericht des Burggraf- thums ober- halb Ge- buͤrgs. das Berg-Gericht allda zu halten/ von Gnaͤdigster Herrschafft ist verordnet worden/ da dann alle entstandene Jrrungen/ so in Berg- Sachen in diesen Landen oberhalb Gebuͤrgs vorgefallen/ allhier haben muͤssen vertragen werden; von welchem dann der Stadt- Magistrat allda in ziemliches Ansehen kommen/ und der Ambts- Burgermeister bey jedem Gerichte mit beygesessen/ ohne dessen Ungemeine Wohlfeile des Zinns. Gegenwart die gefaͤllten Spruͤche unguͤltig geachtet worden. Daß aber diese Zinn-Bergwercke so gar in Abgang gekommen/ soll die Ursache seyn/ weilen wegen Menge dieses Metalls/ sol- ches Beschreibung des Fichtelbergs. ches so unwerth ist geachtet worden/ daß der Centner nur 4. Rthl. gelten wollen/ wozu zwar auch die Kriege viel geholffen. Das beruffene Crystallen-Bergwerck in der Stadt solle schon Crystallen- Bergwerck in Weissen- stadt/ wann es entdecket worden? zu Herrn Burggrafen Johannsen des Dritten Zeiten/ als er noch bey seines Herrn Vaters Leben diese Lande oberhalb Gebuͤrgs zu re- gieren uͤberkommen/ entdecket seyn worden. Es solle nehmlich dieser Glorwuͤrdige Fuͤrst einen Ritter an seinem Hof zu Plaßen- burg gehabt haben/ welcher zum Herrn Burggrafen gesprochen: Es haͤtte dieser Fuͤrst auf seinen Theil ein Staͤdtlein mit bekom- men/ das laͤge auf einem Crystallenen Grund und Boden/ womit er zugleich auf ferneres Befragen etliche der schoͤnsten Crystallen- Steine hervor gezeiget/ worauf der Herr Burggraf voller Freu- den anbefohlen/ dergleichen Steinen nachzusuchen/ so auch durch Eroͤffnung dieses Bergwercks geschehen/ weswegen dieser Herr dem Staͤdtlein so guͤnstig worden/ daß er solchem vor andern immer grosse Gnade erzeiget. Der Schacht dieses Crystallen-Berg- wercks ist fast mitten in der Stadt/ in der foͤrdern Haiter-Gassen an eines Buͤrgers Stuben-Fenster bey 5. Lachter tieff/ und ist un- ter der Stadt durchgearbeitet/ und ein Stollen durchaus auf 594. Schritt lang getrieben/ welcher gleich hinter der Untern- oder An- ger-Muͤhl seinen Ausgang hat. Es ist aber solcher Gang jetziger Zeit ziemlich eingegangen/ wird auch/ weil der Bergleute Bericht nach/ der gantze Gang allzusehr verschleimet/ nicht viel auszurichten seyn/ so ferne der Stollen von unten auf nicht geoͤffnet wird. Bey Abgang der Bergwercke nun hat insonderheit wegen Jetzund schlechte Nahrung in Weissen- stadt. des rauhen Erdbodens dieser Ort anjetzt sich gar kuͤmmerlich zu naͤhren/ und waͤre diesen guten Leuten nebst dem edlen Frieden wohl das vorige Berggluͤck wieder zu goͤnnen. Sonsten hat das Staͤdtlein viel von Krieg und Brand ausstehen muͤssen/ und nur Die Stadt muß viel von Krieg und Brand ausstehen. etwas zu gedencken/ so haben A. 1429. oder wie etliche wollen/ 1430. die Hußiten/ A. 1462. aber die Boͤhmen; nachgehends A. 1492. die Bayern/ dann A. 1533. die Hungarn/ wiederum 1635. die Croaten/ die Stadt entweder gantz und gar/ oder den meisten Theil ausge- brennet/ von andern dergleichen Fatalit aͤten nichts zu gedencken. Andere Denckwuͤr- digkeiten. A. 1498. hat das Suͤmern Korn 4. fl. golten. T A. 1508. Beschreibung des Fichtelbergs. A. 1508. ist eine solche wohlfeile Zeit gewesen/ daß 5. Maaß Korn einen Gulden gegolten/ und noch dazu auf Borg gegeben worden. NB. Weg auf den Fich- telberg ge- machet. A. 1575. haben die Weissenstaͤdter auf des gantzen Amts Un- kosten einen Weg auf den Fichtelberg gemachet/ worauf man zuvor fast unmoͤglich hat kommen koͤnnen. Action ge- gen die Zie- gaͤuner. A. 1642. solte auf Hoch-Fuͤrstl. Befehl alles Ziegaͤuner Ge- sinde fortgeschaffet/ und nichts davon geduldet werden/ als aber des- sen ungeachtet zu Ausgang des Jahrs sich dennoch eine solche Rot- te zu Voigtsumbrg eingenistet/ und dem damahligen Weissenstaͤd- ter Stadt-Voigt Herr Joh. Christoph Fischern nur gepuchet/ nachgehends gar sich in die Stadt beym Kirchenlamitzer Thor ein- dringen wollen/ aber zuruͤcke gewiesen worden/ hat ihnen besagter Voigt mit etlichen neu-geworbenen Soldaten nachgesetzet/ solche eine halbe Stunde von der Stadt auf dem Spenglersrangen at- trapp irt/ in die Pfanne gehauen/ und allesambt massacr irt/ ausser zwey- en/ welche sich durch die Flucht salv irt. Die todte Coͤrper bey 18. an der Zahl/ seynd etliche Tage hernach auf Schlitten geladen/ und gegen den Fuß des Loͤstenbergs geschleppet/ auch allda verscharret worden/ welches man noch heutiges Tags das Ziegaͤuner-Grab Was dar- auf erfolget? nennet/ und an der Scheiben-Wiesen zu sehen ist. Allein nach Verlauff etlicher Wochen fande man einen Brief an dem Kirchen- Lamitzer-Thor angehefftet/ darinnen viele Bedrohungen und Fluͤ- che dem Staͤdtlein angemeldet gewesen/ so vermuthlich von diesen boͤsen Leuten hergeruͤhret/ gleichwohl ist gewiß hierauf erfolget/ daß auf 7. Jahr lang die Maͤuse fast alle Frucht vom Felde umb diese Stadt hinweg gefreßen/ welches von einigen dieser Begebenheit hat wollen zugeschrieben werden/ wie dann noch etliche in dem Wahn stehen/ daß aller Getraid-Seegen auf 100. Jahr von diesem Zie- gaͤuner Gesind waͤre verbannet worden/ nach deren Verfließung sie wieder beßern Feld-Seegen hoffen. Sonsten hat auch viel Di- scur irens gegeben/ daß der Voigt Fischer bald selbst darauf gestor- ben/ und kaum ein Viertel Jahr nach solchem Streich gelebet/ wie dann auch viele von der Burgerschafft uͤbel damit zufrieden ge- wesen.ꝛc. A. 1674. Beschreibung des Fichtelbergs. A. 1674. hat ein Steiger auf dem Schoͤnlinder Zinn-Berg- Ein Berg- mann/ so zu- vor den Berg-Moͤn- chen gese- hen/ kommet durch Sprengung eines Stei- nes umb. werck sein Leben durch Sprengung eines grossen Steins geendi- get/ wobey dieses merckwuͤrdig ist/ daß dieser Steiger zu fruͤhe/ als die Bergleute in die Arbeit gegangen/ zu ihnen gesaget/ es solte sich anheute ein jeder wohl in acht nehmen/ er haͤtte gestern Abends den Berg-Moͤnchen gesehen/ es doͤrffte wol heute etwas geben; da es ihn dann am selbigen Tag durch eine sonderbahre Fatalit aͤt selbsten getrof- fen. NB. Dieser Berg-Geist solle gar oͤffters sich haben sehen lassen/ und nichts ungemeines gewesen seyn. Etwas seltsames ist es/ daß A. 1711. im Februario ein Hirsch/ Ein Hirsch lauffet mit- ten in Weis- senstadt. welchen etwan die Woͤlffe aus dem Wald gejagt/ bey hartem Frost und Schnee bey dem Hirten-Thor zu fruͤhe umb 8. Uhr herein in Weissenstadt gelauffen/ ist auf dem Kirchhoff hin und uͤber die Kirch- Mauer tieff hinunter gesetzt/ hernach zum Neuen Thor hinaus und uͤ- ber die hohe Weyher-Bruͤcke hinunter auf das Eiß gesprungen/ und sich also davon gemachet: man hat uͤber solchen hohen Sturtz nichts spuͤren koͤnnen/ als daß etliche Tropffen Schweiß auf dem Eiß gelegen. Weiln Weissenstadt unstreitig die allernaͤchste Weissen- stadt ist die aller naͤchste Stadt am Fichtelberg. Stadt unter allen am Fichtelberg ist/ als habe ich mich in deren Beschreibung etwas lange aufgehalten; wobey ich nicht umbhin kan/ dasjenige noch zum Beweiß des Alterthums dieser Stadt bey- zufuͤgen/ was mir von einer vornehmen Hand aus alten Documen- ten dießfalls ist communic irt worden; daß nemlich A. C. 984. zu Weissenstadt das wichtigste Reichs-Geschaͤfft/ wer unter den zweyen damahligen Competitoribus (welche Otto III. und Heinrich Herzo- ge in Bayern waren/) Kayser seyn und bleiben solle/ aus gemachet worden. Das Lager wird vermuthlich damahls auf der Koͤnigs- Heide gewesen seyn. Nun fahre ich fort/ die andere Denckwuͤrdig- keiten an etlichen uͤbrigen Orten dieser Gegend gar zu erzehlen. Jn Herrn Johann Wolffgang Rentschens Antiquit aͤten des Burggrafthums oberhalb Gebuͤrgs habe ich gefunden/ daß/ als zu Roͤßlau (einer Stunde von Weissenstadt/) das Hoch-Adel. Waldenfelsische Begraͤbnuͤß sey gebauet worden/ habe man in der Kirche tieff in der Erden liegend gefunden etliche Menschen Riesen-Ge- beine zu Roͤßlau. Roͤhren und Knochen von grosser Laͤnge/ die heute zu Tage an kei- T 2 nem Beschreibung des Fichtelbergs. nem Menschen zu finden/ wurde demnach von maͤnnigl. geschlos- sen/ es muͤste ein Riese da seyn begraben worden. Jch will hier noch einige Sachen anbringen/ welche ich aus obbemeldter Renthschi- scher Beschreibung gezogen. Marckleu- ten was all- da vor Merckwuͤr- digkeiten? Etwan eine halbe Viertel Stunde von Marckleuten/ unfern der Pfarr-Guͤther/ sey eine Capelle gestanden/ welche St. Wolff- gang gewidmet gewesen/ gleich hinter dem Huͤgel/ worauf gedach- te Capelle gestanden/ sey ein kleines Bruͤnnlein/ zu welchem unter- weilen etliche in der Pfaltz wohnende Paͤbstische Leute sich befaͤn- den/ und daraus Wasser schoͤpffeten/ und mit hinweg truͤgen/ zu was Ende aber/ sey unbewust. Selb/ Thier- stein. Fast eine Stunde von Selb/ Mittagwerts gegen Thier- stein/ nicht weit vom Eger-Fluß/ ist nahe an der Strassen ein ziem- lich grosser Stein zu sehen/ der also zubereitet/ daß ein Mann Wunderba- rer Stein daselbst. sich gantz beqvemlich darein setzen/ lehnen oder fast legen koͤnne. Dann es alles vor die aͤußerlichen Glieder des Geseßes/ der Schenckel/ Fuͤsse/ Lenden/ Arme/ Haͤnde und Haupt so propor- tionir lich ausgehoͤlet/ als wann es ein klumpen Wax waͤre/ darein ein Mann solche Figur und Positur von seinem Leib eingedrucket haͤtte. Der gemeine Mann nenne ihn noch den Herr Gotts- Stein/ weil der HErr CHristus darauf geruhet/ und durch sein Niederlehnen oder Niederlegen die Mensur und Groͤsse sei- nes heiligen Leibes in den Stein eingedrucket haben solle. Sed fabula anilis. Thieꝛsteiner Schloß- Thurm. Sonsten ist Thierstein wegen des gewaltigen duͤcken und hohen Schloß-Thurms/ so ziemlich weit kan gesehen werden/ bekant. Albernhoff. Bey dem Dorff Albernhoff/ so nach Muggendorff im Ambt Streitberg gepfarret/ ist ein etlich 1000. Schritt weit um- Heydenstadt daselbst. fangener Platz/ welcher von der gantzen Nachbarschafft die Hey- denstadt (oder sonsten die Hundsbruͤck/ ) noch diese Stund ge- Was hier- innen denck- wuͤrdig ist? nennet wird/ zu finden/ allwo unterschiedliche Rudera zu sehen/ und finden die Leute noch immer Heydnisch Geld/ Kupffer/ und das beste Silber an selbigem Ort/ ist auch bey der Nacht umb der Polder- Geister und wuͤtenden Herrens willen sehr unsicher vorbey zu reisen. Jn Beschreibung des Fichtelbergs. Jn Muggendorff/ und zwar in des verstorbenen Ambts- Muggen- dorff. Heyd- nische Ca- pelle da- selbst. Vogts Johann Joachim Bischoffs Hoff-Garten/ solle die Heyd- nische Cappelle gestanden seyn/ wie noch einige Anzeigungen davon vorhanden/ massen so wohl Todten-Beine/ als Geld mit der Heyd- nischen Koͤnige Effigie, dergleichen Herr Pfarrer Johann Meyer allda selbst gesehen/ je zu Zeiten ausgegraben und gefunden wor- den. Sonsten sey gewiß/ daß Apollo, oder Eppelein von Geili- Eppelein von Geili- gen resid irt zu Dramey- sel. gen bald Anfangs des XIV. Seculi unter andern seine Residenti en auch zu Drameysel/ so nach Muggendorff gepfarret/ einen Sitz gehabt/ (wie noch die Rudera zu sehen/ und die Bauern oben mit Holtz zu Aufschuͤttung ihres Getreydes uͤberbauet/) und von da- raus oͤffters gen Muggendorff nach S. Lorentz geritten/ und zwar uͤber einen hohen Felßen und Riß/ der mit grosser Muͤhe an Haͤnden und Fuͤßen sonst geklettert werden muß/ und ferner uͤber den Fluß Wiesend ohne Anruͤhrung des Wassers uͤbergesprenget/ ja bißweilen das Wasser betreten. Man sage noch heutigs Tags von ihm in alten Reimen/ so fast die Kinder auf der Gassen wis- sen/ und lautet also: Eppela Geila von Dramauß/ reit allzeit zum vierzeht aus; Item: Da reit der Nuͤrmberger Feind aus/ Eppela Geila von Dremaus. Biß hieher des Herrn Pfarrers Johann Meyers Bericht vom 2. Jun. 1684. an Herrn Hof-Prediger Rentschen. Wobey zu mercken/ das dieser Eppele von Gaila ein Fraͤnckischer Edel- mann (dessen Stamm-Hauß Gailing 1. Meile von Rottenburg an der Tauber ein festes Schloß war/) und ein großer Magus ge- wesen/ dessen Waffen (womit er die Nuͤrmber ger stets allarmirt, ) Wer er ge- wesen? noch auf der Burggraͤflichen Vestung in Nuͤrmberg gezeiget werden/ und an der Schloß-Mauer siehet man die Merckzeichen von dem Fuß seines Pferdes/ als er von daraus uͤber den sehr weiten Stadt-Graben gesprenget seyn soll. Wie solches auch Edward Brovvn in seinen sonderbahren Reisen/ p. m. 67. ge- dencket: NB. nicht weit von Muggendorff ist Gailenreuth/ welcher Ort von ihm den Nahmen bekommen/ endlich ist er zu Neu- T 3 marck Beschreibung des Fichtelbergs. marck mit andern seinen Helffern/ weil er denen Nuͤrmbergern viel Leides angethan/ gerichtet worden. Er hat vermuthlich ehe ante als post electionem Rudolphi. 1. Imper. sein Wesen gehabt. Fernerer Bericht we- gen der Hey- denstadt. Allein wieder auf die Heydenstadt zu kommen/ so schreibet oben ermeldter Herr Pfarrer Meyer an Herrn Rentschen serner fol- gendes: daß die Heydenstadt eine Heydnische Stadt/ ob zwar etwan ohne Mauren gewesen seyn muͤsse/ die ohne Zweiffel tem- pore Henrici I. der von Bamberg aus die Reichs-Marggraffen auf diese Fraͤnckische Gebuͤrge constituirt, vermittelst solcher sambt dem Abgoͤttischen Heydemhum in Grund geschleifft wor- den/ davon seynd verschiedene Conjecturen vorhanden. 1.) Die uhralten muͤndliche Traditiones von denen Proavis \&c. herruͤhrend/ die der Posterit aͤt ein langes und breites von sol- cher Heydenstadt erzehlet. 2.) Die lustige Refier/ artige Situation, und schoͤne Prospect des Orts/ daß ich kaum glaube/ daß dergleichen auf diesem Ober- Gebuͤrg mehr anzutreffen sey. Sie lieget eine gute halbe Stun- de von Muggendorff nahe an dem eingepfarrten Dorff Albernhoff in einer ziemlich weit ausgestreckten Refier/ die zu beyden Theilen zur lincken und rechten Hand ziemlich abhaͤngig/ und in die Thaͤ- ler sich neiget/ unten am Fuß aber gar biß an den Wießgrund und den Fluß Aufsees sich erstreckt/ und kan man zu allen Theilen auf und nieder fahren/ reiten und spatziren/ hat anbey eine schoͤ- ne Circumference, daß eine Armee von 100000. Mann daselbst campir en/ und von deren Haupt allerdings und zwar auf der er- hoͤheten Ebene auf einmahl in Augenschein koͤnte genommen wer- den/ ist aber jetzt mehrentheils mit etlichen Wacholder-Buͤschlein angeflogen. 3.) Seynd auf der Ebene uͤber 200. Manns- und halben- Mannes-tieff mit Graß uͤberwachsene Gruben/ wie ein Bischoffs- Hut formirt, zu sehen/ da in jede sich ungefehr 8. 10. biß 12. Mann hinlegen koͤnten/ allwo der Muthmassung nach Heydnische Huͤtten und Wohnungen muͤssen gestanden seyn/ zumahlen da bey jeder Gruben auf dem Rand ein hauffen Stein angeschuͤttet/ und die nachgehends entweder von den bekehrten Heyden oder angrentzen- den Beschreibung des Fichtelbergs. den Christen aus Hoffnung Geld und Geldes-werth zu finden/ auf solche Manier durchgraben und durchsuchet worden/ massen noch in diesem Seculo Hirten und dergleichen Volck daselbst mit ihren Hauen eingeschlagen. 4.) Oben in der Hoͤhe bey dem Eingang wurde mir bey Wo des Heydnischē Regenten Sitz vermu- thet wird? meiner gestrigen Anwesenheit ein mit Korn bestellter Acker in 24. Schritt in die Breite und biß 100. und daruͤber in die Laͤnge ge- zeiget/ welcher zu beeden Seiten mit einer ausgegrabenen Claff- ter-breiten Steinmauer von Qvater-Steinen umbzingelt/ und meinen die alten/ daß daselbst des Heydnischen Regenten Sitz ge- wesen seyn muͤsse. 5.) Seynd noch in vivis, die in vorigen Jahren zu Speyer im Kaͤyserlichen Cammer-Gericht zu appellir en gehabt/ die betheu- ern hoch/ daß man daselbst ihnen aus den Reichs-Urbarien bey Aufsuchung des Ambts Streitberg die Heydenstadt bey Albern- hoff ausdruͤcklich mit vorgelesen/ und ist der Zeit etlichen Bau- ern vererbt. 6.) Daß in vorigen und jetzigen Seculis die Bauern viel- Heydnisch Geld. mahls Heydnisch Geld/ Kacheln/ zertruͤmmerte Schuͤßeln/ al- lerhand seltsam Eisen-Werck/ theils aufgeackert/ theils von vie- len Hirten ausgegraben und gefunden worden. 7.) Daß beygelegte Muͤntz-Sorten zu unterschiedlichen Zei- ten in ziemlicher Zahl in der Nachbarschafft zu Dorff und Feld/ bald da/ bald dort gefunden worden/ welches aber als ein un- brauchbar Geld theils denen Juͤden/ theils denen Welschen Hau- sirern verschachert/ ja durch die Kinder zum Kurtzweilen wieder verliedert worden: wiewohl ich erfahren/ daß viel noch unter den eingepfarrten versiecket/ die sich scheuen/ damit an den Tag zu kommen.ꝛc. 8.) Daß von itztbesagter Heydenstadt man drey Viertel Das hohle Loch. Stunden weit hinuͤber zu einem grossen Felßen/ das hohle Loch genannt/ und an hiesig heilig Holtz stossend/ in mera planitie wallen koͤnnen/ da rings umb den Felßen herum lustige Waͤldlein und Gebuͤsch-Werck von Aspern-Eschbaum-Buͤchen-Eichen- und dergleichen harten Holtz. Der Felßen ist von Natur so apposite aus- Beschreibung des Fichtelbergs. ausgehoͤhlet/ und so hoch/ daß eine Piqve darinnen aufgestecket werden kan/ so weit aber mit ziemlichen Licht/ daß eine Compagni e zu Pferd und zwey zu Fuß/ darinnen halten und stehen koͤnnen. Man kan mit Kutschen hinein fahren und darinnen wieder umkeh- ren/ und begreifft 75. Schritt in die Laͤnge. Es hat dieser sehens- wuͤrdige durchhoͤhlete Felß alsbald im Eingang einen Weyhe- Keßel/ d. i. ein in Stein gehauen oder durch Kunst der Natur ge- bildet Cisternlein einer Viertel Ellen tieff und 2. Ellen von der Er- dem empor/ in welches oben aus dem Felsen sonst stetigs ein klei- nes Bruͤnnlein rinnet/ welches aber bey heuriger fast uͤbernatuͤr- licher Duͤrre ausgetrocknet: kan seyn/ daß die Heyden allda ihre Lustrationes gehabt/ juxta illud Senecæ: Nunc lavabo, ut rem divi- nam faciam. 9.) Wann man durch jetzt-besagten Felsen hindurch ist/ durch das hohle Loch/ kommet man nicht weit davon zu einer andern und noch weit verwunderlichern Felsen-Krufft/ die man Wizze-Loch. von Alters her das Wizze-Loch nennet/ wohinein als zur Thuͤr ein Mann auffgerichtet selbander gehen/ oder ein Pferd gefuͤhret werden kan/ hat gleicher Gestalt eine große Capacit aͤt/ sintemahl man Kuͤhe und Kaͤlber darein stellen/ hacken und backen/ sticken und flicken kan/ und suchet die Nachbarschafft in bellicis tumulti- bus ihre Retirade allda/ massen man im Fall der Noth nur mit einer Hand voll so zu reden behertzt und bewerther Mannschafft einer gantzen Armee Anlauff genugsam Resistenz thun koͤnte/ umb der ungaͤngigen Wege und unersteiglichen Beyfelßen wegen. Man kan in der Hoͤhle so weit in einem Stuͤck forthgehen/ als weit vom Bayreuthischen Obern-biß zum Untern-Thore uͤber 500. Schritt lang. Es hat vornen und in der mitten große Plaͤtze/ Steine/ wie Altaͤre mit hohlen Zapffen groß und klein/ und werden die Frembden mit Laternen hin und wieder gefuͤhret; das blosse rinnende Wasser lapidescirt darinnen. Der andern Hoͤh- len zwischen Muggendorff und Streitberg/ worinnen Crystallen/ helle Bronnen/ und grosse Todten-Knochen anzutreffen/ (wie auch der haͤuffig in diesem Burggrafthum oberhalb Gebuͤrgs ehe- mahls gewesenen Wahlfarten/ Capellen/ Cloͤster/ Kirchen und Schloͤßer Beschreibung des Fichtelbergs. Schloͤßer/ wovon noch hin und her die Rudera anzutreffen/) vorjetzo zu geschweigen/ also daß wohl glaublich/ daß sich in vicinia die Hey- den muͤssen niedergelassen haben. So weit der Meyer-Rentschi- sche Bericht/ vom 28. Jun. 1684. Sonsten gehen an etlichen Orten des Fichtelbergs/ sonderlich Aberglaͤubi- sche Haͤndel. aber im Pfaͤltzischen Gebiet unter dem gemeinen Mann viel Aber- glaubische Haͤndel vor/ wovon ich ein und anders/ so weit es die Gebuͤhr wird zulassen/ eroͤffnen werde. Wann z. E. einem etwas gestohlen worden/ oder jemand un- versehens erkrancket/ oder einer etwas wichtiges vorzunehmen/ o- der sich zu verheyrathen willens ist/ u. s. f. gehen die leicht-sinni- gen Leute zu einem sogenannten Weisen Mann/ oder Klugen Frauen/ und fragen sie/ wer wohl den Diebstahl begangen/ wo die Kranckheit herruͤhre/ ob dieses und jenes gluͤcklich ausschlagen werde/ ob man diese oder jene Person zur Ehe bekommen werde? u. s. f. Der Weise Mann oder Kluge Frau gehet hierauf in die Jm Crystall oder Stein das Zukuͤnf- tige schen. Kammer/ schauet in den Stein/ (welches ein Necromantischer Crystall/ oder Spiegel/ zuweilen auch ein Jaspis ist/) nachdem sie vorher die Spruͤche und Seegen heimlich gesprochen/ so solle als- dann im Spiegel das Begehrte erscheinen/ wie es sich zutragen werde/ welches die Necromantisten alsdann dem Fragenden refe- r iren. Andere verkundschafften den Diebstahl also: Sie stecken ei- Verkund- schafftung des Dieb- stahls. nen Schluͤßel in ein Psalm-Buch/ (welche sie beede nicht gekaufft/ noch bezahlet/ sondern ererbet/ dahero sie diese Stuͤcke auch den Erb-Schluͤßel und Erb-Psalter nennen/) auf einen gewissen Vers eines gewissen Psalms/ von oben hinein/ daß die Handhabe oben heraussen bleibt/ binden alsdann das Psalm-Buch feste zu/ halten den Schluͤßel nur mit denen zween Zeuge-Fingern/ und nennen nacheinander etliche verdaͤchtige Personen mit Nahmen: bey wel- chem Nahmen nun sich der Schluͤßel mit dem Buch herum drehet/ denselben halten sie vor den Dieb. Sonsten bringen sie auch wohl den Diebstahl folgender mas- Herbrin- gung des Diebstahls. sen wieder zu Handen: Sie stecken an das Ort/ wo sie gewiß wis- sen/ daß die entwendete Sache verwahrt gelegen/ eine besondere U Nehe- Beschreibung des Fichtelbergs. Nehe-Nadel/ begießen solche hernach mit einem gewissen heißge- machten Liqvore, und laßen sie 24. Stunden lang stecken/ so lei- det der Dieb innerhalb solcher Zeit einen entsetzlichen Brand/ daß das Gesichte voller Blasen wird/ die nicht vergehen/ noch auffhoͤren/ biß er den Diebstahl wiederbringet. Herbrin- gung eines entlauffenē Menschens/ durch das Angstthun. Wann einem ein Gesinde/ oder einer schwangern Dir- ne ihr Galand entlauffen/ legen sie einen gewissen Pfennig in das Pfaͤnnlein einer Muͤhlen/ lassen hernach die Muͤhle angehen/ und starck lauffen/ so kommet dem Fluͤchtigen eine solche Angst an/ daß er sich nicht zu bleiben weiß/ sondern er muß uͤber Halß und Kopff lauffen und wieder zuruck kehren. Das heissen sie/ einem die Angst thun. Den veꝛzau- berten Nu- tzen der Kuͤ- hen wieder zu bringen. Es giebet auch hin und her/ besonders auf Pfaͤltzischer Seiten am Fichtelberg/ solche boͤse Leute/ daß sie an einem Montag oder Samstag/ oder im ersten Mayen zu ihren Nachbarn in die Kuͤhe- Staͤlle schleichen/ daraus stillschweigends etwas (das nicht rathsam zu offenbahren/) in gewisser Anzahl wegtragen/ und damit ihren Kuͤ- hen die Eyter reiben/ so koͤnnen jene keine nutzbare oder Schmaltz- reiche Milch mehr geben/ hingegen bekommen diese allen Nutzen. Diesem aber habe ich also begegnen sehen: Wann die Haus-Muͤt- tere ausruͤhrten/ und Butter machen wolten/ aber keine herausbrin- gen konten/ haben sie alsobalden das Butter-Faß auswendigam Boden mit frischem Menschen-Koth beschmieret/ den Milch-Ram aber heiß werden laßen/ in das Butter-Faß gethan/ und eine gute halbe Stunde lange starck geruͤhret/ hernach s. v. in das heimliche Gemach gegossen/ so ist dann der Zauberin ihre Milch/ und But- ter so stinckend worden/ als nimmermehr ein Menschen-Koth/ daß sie nichts davon haben gebrauchen koͤnnen; Dann kamen die diebi- schen Leute/ und wolten etwas aus dem Hause entlehnen/ man liesse ihnen aber nichts zukommen/ da giengen sie dann traurig davon/ und der Nutzen kame von Stundt an wieder. Andere proced iren in diesem Fall also: Sie nehmen am Frey- tag fruͤhe Morgends/ wann sie gemolcken haben/ die Gelten unaus- geschwanckt/ und hangen sie also in Rauch: Da kommet dann auch die Zauberin/ und will etwas borgen/ wann man ihr aber nichts leihen Beschreibung des Fichtelbergs. leihen will/ gehet sie hin und her im Haus/ ob sie etwas erwischen moͤchte/ wann sie aber nichts bekommen kan/ so kommet der Nutzen wieder. Andere stossen Weyrauch/ Myrrhen/ und rothen Knoblauch an einem Donnerstag zu gleichen Theilen untereinander/ geben sol- ches dem Viehe nach Mittag/ wann es ausgehen will; sie nehmen nemlich einen neuen Leib Brod/ schneiden 3. Bißlein davon/ streuen darauf ein wenig Saltz/ und legen ein wenig von obigem darauf/ und geben es also dem Viehe/ hernach ausgetrieben. Wann sie an einem verdaͤchtigen Nachbarn wohnen/ und sich Ein Præser- vativ wider alle Zaube- rey vor Menschen und Viehe. Zauberey besorgen/ nehmen sie Johannis-Kraut/ d. i. Hypericon, des edlen Dorants im abnehmenden Mond gegraben/ gleiche Thei- le/ und legen bißweilen auch Beyfuß dazu/ dieses alles hencken sie in 4. Winckeln des Hauses/ in Stuben/ Cammern/ und Keller/ legen es in das Bette/ und tragen es am Halß/ gebrauchen auch alle 8. Ta- ge eine Messerspitzen voll innerlich/ und geben es dem Viehe mit Saltz vermischet/ so achten sie sich vor aller Zauberey gantz sicher zu seyn. Etliche persvad iren sich zu erfahren/ was das Jahr durch pas- Horchen gehen. sir en werde/ wann sie in der Chrift-Nacht umb 12. Uhr sich auf einen Scheide- oder Creutz-Weg stellen/ und also eine Stunde lang Stock stille stehen/ ohne etwas zu reden/ da sich dann alles vor ihren Augen und Ohren præsent iren solle/ was dasselbe Jahr an Krieg/ Theurung/ Pest/ und dergleichen sich zutragen werde. Welchen Fuͤrwitz sie das Horchen gehen nennen. Etliche Bauersleute halten auch steiff und fest auf die 12. Naͤch- 12. Raͤchte. te/ und die 3. Wieder-Naͤchte/ weil aber solche andere Voͤlcker mit de- nen Fichtelbergern gemein haben/ will ich mich damit nicht aufhal- ten. Jedoch muß man sich wundern/ daß die Bauern in diesem Stuͤ- cke weit richtiger prognostic iren/ als die Calendermacher. Damit ich mich aber mit aberglaͤubischen Sachen nicht laͤnger Wann die Kuͤhe ver- seyhen/ daß sie wieder viel Milch geben. aufhalte/ sondern auch etwas Nutzbares und in das Haushalten dien- liches anbringe/ will ich dasjenige mittheilen/ das ich observ irt habe/ wie die Fichtelbergische Bauern-Weiber die Milch der Kuͤhen zu vermehren pflegen. Sie nehmen nehmlich die Schellwurtz U 2 mit Beschreibung des Fichtelbergs. mit sambt dem Kraut/ und gebens denen versiehenen Kuͤhen zu essen/ so geben sie viel Milch. Oder aber Gundelreben/ so geschicht es Vor den Viehe- Sterb. auch. Wann aber ein Sterben unter das Viehe kommet/ stossen sie Schnecken-Haͤuser und Weißwurtz zu Pulver/ und gebens dem Viehe etliche mahl zu trincken. Krancken Geißen oder Ziegen a- ber geben sie gestoßene Krebs-Schalen/ es hilfft auch. Das Feuer zu loͤschen. Wann an denen Pfaͤltzischen Grentzen Feuer auskame/ pflegte ein Jaͤger ein Buͤndelein in das Feuer zu werffen/ so verlosche es gleich/ seinem Sagen nach/ solle es hierinnen bestehen: Er verbren- nete einen rocken Leib Brod/ biß es schwartz ward/ stieße ihn zu Pul- ver/ thaͤte ein wenig Stuben-Auskehrig/ und das Boͤtzig aus einer Meßer-Scheiden geklopfft dazu/ bande es in ein Buͤndelein/ und wurffe es in die Brunst. Ein Pfaͤltzischer Soldat aber nahm nur ein gantzes Hembd von einer Magd/ worinnen ihr Menstruum war/ oder ein beflecktes Leilach von einer Kindbetterin/ und wurffe es stillschweigends zu- sammen gewickelt in das Feuer/ so verlosche es zur Hand. Præservativ vor Feuers- Noth. Uber dieses lehrete ein Ziegaͤuner folgendes bewerthes Stuͤck- lein. Man solle Morgends oder Abends ein Kohl-schwartzes Huhn aus dem Nest nehmen/ solchem den Halß abschneiden/ auf die Er- den werffen/ und den Magen gantz aus dem Leibe schneiden/ aber nichts daraus nehmen/ sondern alles beysammen bleiben lassen. Alsdann solle man den Magen in ein Stuͤcklein Menstruosi sches Hembd/ wo es am meisten ist/ eines Teller breits von einem noch un- fehlbar reinen Jungfraͤulein wickeln sambt einem Ey/ das gantz ge- wiß an einem Gruͤnendonnerstag gelegt worden/ diese 3. Stuͤck mit Wachs umgeben/ in ein Achtels-Maaß Haͤfelein thun/ und wohl verdecket unter seine Hausschwelle vergraben/ so seye man mit GOt- tes Huͤlffe unfehlbar/ weil ein Stecken vom Haus stehe/ vor aller Feuers-Gefahr sicher/ wann gleich hinten u. vornen alles verbrenne. Ein veꝛlohr- nes Stuͤcke Viehe wie- der zu be- kommen. Es geschiehet gar offt/ daß sich auf dem Hohen Gebuͤrg/ wohin die Fichtelberger Bauern ihr Viehe zur Weyde treiben/ ein oder an- ders Stuͤck in der grossen Wildnuͤß verirret/ und nicht wiederum zu Hause kommet/ da seynd sie dann hurtig her/ und nehmen den Strick oder die Kette/ woran das Viehe im Stalle sie anzuhangen pflegen/ und Beschreibung des Fichtelbergs. und werffen solche in das Feuer/ so kommet dann das Thier nach moͤglichster Eile wieder zu Hause. Nicht selten pflegen auch die Bauern-Weiber am Fichtelberg Daß sich das Gefluͤ- gelwerck/ nehmlich Gaͤnse/ Huͤ- ner/ Endten/ Tauben nicht vom Hause zu weit weg begeben. ihrem Gefluͤgelwerck/ als Gaͤnsen/ Huͤnern/ Endten/ Tauben/ꝛc. 5. oder mehr Federn vom Schwantz oder unter denen Fluͤgeln aus- zurauffen/ und solche zwischen die Thuͤr-Angeln der Stuben- oder Haus Thuͤren zusammen gebunden zu stecken/ so sollen sich dieselbe nicht zu weit von der Wohnung entfernen oder verlauffen. Wann die Anwohner am Fichtelberg neue Huͤner bekommen/ waschen sie ihnen die Fuͤße mit reinem Wasser/ und setzen ihnen her- nach dasselbe zu trincken vor/ so kommen sie nicht weg/ sondern blei- ben zu Hause. Jedoch muß man sie ein paar Tage erst einsperren/ Neue Huͤner zu behalten. und hernach gegen den Abend lauffen lassen. Damit auch die Huͤner fein viele Eyer legen/ geben sie ihnen Daß die Huͤ- ner viel Eyeꝛ legen. Haasen-Koth (der umb diese Gegenden genugsam zu bekommen/, klein zertrieben/ und unter naße Kleyen gemenget/ zu eßen/ (woran sie zwar nicht gar gerne beißen/ wann sie nicht wohl hungrig sind/) so legen sie sehr wohl; aber uͤber einmahl darff man es nicht thun/ sie legen sich sonsten zu todt. Andere pflegen einer jungen Hennen/ wann sie anfangen will zu legen/ eine halbe Aalrauppen-Leber zu ge- ben/ so wird sie eine sehr gute Leg-Henne/ giebt man ihr aber eine gantze solche Leber/ leget sie sich zu todte. Von Geißrauten-Saa- men/ wann man solchen denen Huͤnern zu essen giebt/ legen sie auch viele Eyer. Speiset man sie aber mit Hanff-Koͤrnern und Nessel- Saamen/ so legen sie den gantzen Winter. Wann aber sonsten die Huͤner nicht legen wollen/ so giebt man ihnen schwartzen wohl- riechenden Coriander. Wann ein Sterb unter die Huͤner kommet/ legt man Tau- Vor den Huͤ- ner-Sterb. sendguͤlden-Kraut in ihr Trinck-Wasser/ und auf das Kraut einen gluͤhenden Schmiede-Sinter. Diejenigen/ welche Bienen halten/ pflegen ihnen/ so bald der Daß die Bienen fruͤ- he schwaͤr- men? Schnee abgehet/ und solche anfangen zu fliegen/ die Bruͤhe oder Sup- pe von gekochtem duͤrren Obst/ als Birnschnitzen oder Zwetschken vorzusetzen/ und solche damit zu aͤtzen/ damit sie fein fruͤhe schwaͤr- Raub Bienẽ wie sie wer- den? men. Weiln aber aus solchen Bienen gar gerne Raub-Bienen U 3 werden Beschreibung des Fichtelbergs. werden/ die andern das Honig und Wachs stehlen/ als hat man sich wohl damit in acht zu nehmen. Die Raub- Bienen zu toͤdten. Wann man aber solche Diebs-Rotte loos werden will/ ist am besten/ daß man an einem Sonnabend zu Nachts umb 8. oder 9. Uhr die Flug-Loͤcher an seinen Stoͤcken wohl vermacht/ da- mit die gute Bienen nicht herauskommen/ (dann man hat durch die vielfaͤltige Erfahrung/ daß wann die Raub-Bienen die Wo- chen durch/ die gantze Nacht an denen andern Stoͤcken sich auf- halten/ solche doch alle Sonnabend bey Untergang der Sonnen saͤmbtlich nach Hause fliegen/ und dann am Sonntag fruͤhe wie- der von neuem zu Raub ausgehen/) und des folgenden Tags un- schuldiger Weise nicht mit verderben moͤgen. Dann wann am Sonntag fruͤhe die Raub-Bienen wieder haͤuffig zu denen andern Stoͤcken kommen/ solle man ihnen das Labhonig mit Bierhaͤfen anmachen und also vorsetzen; wann sie nun davon fressen/ wer- den sie theils matt und sterben/ theils aber/ die diesen Raub nach Hause bringen/ infici ren damit ihr eigen Honig und Wachs/ daß es anfaͤngt zu jaͤhren/ und sauer zu werden/ wodurch dann Honig und Bienen zugleich drauf gehen. Wann du also sie- hest/ daß die Diebische-Rotte ausgerottet ist/ so mache deine Flugloͤcher wiederum auf. Probatum est. Vorbedeu- tung/ ob der Flachs wohl gera- then werde. Vom Flachs habe ich nicht/ ohne Verwunderung gesehen ein Prognosticon stellen/ welches selten fehlet/ ungeachtet man nicht weiß/ was solches vor eine Gemeinschafft haben solle. Es observir en nehmlich die Fichtelberger die drey Winter-Monathe/ welcher die laͤngsten und schoͤnsten Eißzapffen trage/ sonderlich die/ so an denen Tropffrinnen unter denen Daͤchern herabhangen. Wann nehmlich der December feine schoͤne lange einfache Eiß- zapffen mit sich bringet/ solle man den Lein fruͤhe im Fruͤhling ausseen. Jst es aber/ daß im Januario sich solches zutraͤgt/ so geraͤthet die Mittel-Satt wohl. Wo aber im Februario, ist die spaͤte Satt am besten. Wann die Eißzapffen zwießlich mit ne- ben Zapffen wachsen/ solle auch der Flachs nicht schoͤn/ sondern ebenfalls zwießlich werden. Daß der Flachs wie Etliche Fichtelbergische Weiber sollen den Flachs auf folgen- de Beschreibung des Fichtelbergs. de Art wie eine Seiden bereiten: Sie nehmen guten geschlach- eine Seide werdẽ solle. ten Flachs/ hecheln ihn von Grund aus/ hernach bestreichen sie ihn mit frischen Kaͤlber-Koth/ lassen ihn 4. biß 5. Tage lang stehen/ und waschen ihn letzlich wieder wohl aus/ so solle er wie Seiden werden/ und sehr subtil zu arbeiten seyn. Einige haben die Gewohnheit/ daß sie vor dem saͤen die Daß die Feld-Fruͤch- te wohl wachsen. Frucht in Mistpfuͤtzen-Wasser eine Nacht liegen lassen/ da dann der Saamen so starck treiben solle/ daß auch auf ungetuͤngten Fel- dern eine schoͤne Frucht wachse. Daß aber kein Getraͤyde brandicht werde/ so vorschlagen Daß das Getraͤyde nicht bran- dicht werde. etliche bald einige Garben desselben zusammen/ schuͤtten es auf den Boden/ breiten es aus/ daß es auffs hoͤchste nur einer Handduͤck lieget/ sieben alsdann Holtz-Aschen darein/ ruͤhren es wohl durch- einander/ und saͤen es aus/ wann die Sonne in der Wage ist/ welches allein vom Rocken und Weitzen zu verstehen. Bey dem Sommerbau aber pflegen sie den Saamen auszusaͤen/ wann der Mond in der Waag/ Zwilling/ oder Wassermann ist/ wann es nehmlich die Witterung zulaͤsset. Viele sind/ die da meinen/ die beste Winter-Saat waͤre am allerheiligen Tag anzustellen/ welches dann erst geschehe/ wann die Sonne im Scorpion lauf- fet/ allwo man sich aber gleichfals nach der Witterung zu richten hat. Dann es geschicht offt/ daß umb diese Zeit/ an und auf dem Fichtelberg ein hefftiger Frost und rechter Winter ist/ ja es ist manchmahl hart am Gebuͤrg starck gefrohren/ und liegt ein ziem- licher Schnee/ da hingegen etwan 1. oder 2. Stunden davon es linde genug ist/ daß man gar wohl zu Felde ziehen kan. Etliche Fichtelberger pflegen sehr auf die Neue-Jahrs-Nacht Vorbedeu- tung was vor ein Jahꝛ werdẽ solle. achtung zu haben/ dann wann die Lufft helle und stille daran ist/ bedeutet es ihnen ein gutes Jahr; ist aber Nebel an dem Wald/ so foͤrchten sie sich vor einem Viehe-Sterb/ wo aber der Nebel das gantze Land bedecket/ sind sie eines Sterbens unter denen Men- schen besorgt; kommet ein Wind von denen 4. Gegenden der Welt einer/ sind sie wegen eines Kriegs von dorther bekuͤmmert; wo aber ein ungestimmer Regen faͤllet/ so prognosticir en sie einen Miß- wachs und grosse Theurung. Wann aber dergleichen Witterung eine Beschreibung des Fichtelbergs. eine auch auf den Tag Pauli Bekehrung eintriefft/ halten sie es vor desto gewisser und ohnfehlbarer. Vorbedeu- tung/ wie das Obst gerathen solle. Wo an dem Fichtelberg ein und anderer Ort/ mit Obstbaͤu- men angebauet ist/ pflegen sie gar sehr darauf zu sehen/ ob die Aeste und Zweige der besagten Baͤumen/ umb Weyhnachten/ das Neue Jahr/ am drey Koͤnig-Tag/ oder umb Lichtmeß/ von Schnee an- geflogen oder angereumelt sind/ welches dann ein gutes Obst-Jahr bedeuten solle. Sind aber die Baͤume bloß/ so halten sie es vor ein unfruchtbares Jahr. Wann aber der Schnee haͤuffig darauf lieget/ achten sie es denen Baͤumen nicht gut zu seyn/ weiln sie foͤrchten/ sie duͤrfften ungeschlacht werden. Aus Kraut- Samen wachsen Ruͤ- ben. Wann die Weiber umb den Fichtelberg Kappis- oder Kraut- Samen aussaͤen/ und es begegenen ihnen Schweine/ so sollen aus dem gedachten Saamen stadt des Krauts lauter Ruͤben wach- sen/ welches durch oͤfftere Erfahrung solle verificirt worden seyn. Ein Physicus bekaͤme hier Materie zu untersuchen/ ob etwan der Geruch oder andere exhalationes von denen Schweinen eine solche Veraͤnderung verursachen. Ubelꝛiechen- de Waͤchter zu verab- schieden. Bey etlichen Anwohnern am Fichtelberg habe ich wahrge- genommen/ daß wann ihnen junge muthwillige Gesellen aus lau- ter Boßheit einen uͤbelriechenden Waͤchter vor die Thuͤre gesetzet/ dieselbe solchen mit darauf gestraͤueten gebratenen heissen Erbsen und Pfeffer seinen Abschied annoch fein warm gegeben/ da dann dem Herrn Commendant en sein Sitz so feurig worden/ daß er kei- ne bleibende Staͤdte etliche Tage lang haben koͤnnen. Daß einem der erlittene Schlag nicht scha- den solle. Wann hingegen an diesen Orten ihrer zwey miteinander un- einig werden/ und kommen mit Faͤuste-Schlaͤgen zusammen/ daß ei- ner einen ziemlichen Theil bekommet/ und es gereuhet hernach den Schlaͤger/ pfleget er gleich darauf in die schlagende Hand zu speyen/ und solche mit der andern sanffte zu reiben/ da dann der Schlag dem leidenden Theil nicht schaden solle. Nachdem aber dergleichen Dinge auch in andern Laͤndern pflegen im Schwange zu gehen/ als will ich nichts weiters hievon melden/ sondern diesen ersten Theil hiemit be- schliessen. Der Der A ndere T heil Von Beschreibung D es F ichtelbergs Und Dessen angrentzenden Oertern/ Worinnen Von etwas entferneten/ jedoch ehedessen auch zu denen Fichtelbergischen Grentzen gerech- neten Orten/ Als E ger/ E llenbogen/ S chlackenwald/ und L arlsbad gehandelt wird. Dabey man insonderheit dem Bruschio und seines glei- chen gefolget; die eigene Erfahrung aber zugleich zu Huͤlffe genommen/ so gut/ als es die Zeit und Gelegenheit hat zugeben wollen. Vorbericht. N Achdem ich im Ersten Theil durch Gottes Beystand den Fichtelberg mit denen vornehmsten ihm zugeeigneten Gebuͤrgen/ Holtzungen/ Waͤldern und Feldern/ Fluͤs- sen und Wassern/ Lufft und Erden/ Menschen/ Thieren/ Voͤ- geln/ Fischen/ Insect en/ Baͤumen/ Staudten/ Kraͤutern/ Mi- nerali en und Metallen kuͤrtzlich/ deutlich und auffrichtig aus so wohl eigener Erfahrung/ als anderer glaubwuͤrdiger Zeugen Erzehlungen beschrieben/ so koͤnte ich mit Fug die Feder nie- derlegen/ und dieß Werck beschliessen. Weiln ich aber zu- vorhero sehe/ daß der geneigte Leser auch wird begierig seyn/ dasjenige/ was Herr Brusch von Eger/ Ellenbogen/ Schla- ckenwald/ dem Carlsbad/ und der Hoch-Graͤflich-Schlicki- schen Familie/ seiner Fichtelbergischen Beschreibung inser irt/ beybehalten/ und also das Bruschische Wercklein vollstaͤn- dig zu sehen/ damit er sodann alles/ was so wohl dieser/ als an- dere Autores von denen Grentzen des Fichten-Gebuͤrgs ge- schrieben/ hier moͤchte beysammen/ und mithin nicht noͤthig ha- ben/ aus vielen zertragenen Stellen verschiedener Autorum mit Muͤhe sich ein gantzes zu sammlen/ zumahlen da Bruschii Beschreibung nicht gar wohl mehr zu haben; Als habe mich entschlossen/ hierinnen dem geneigten Leser auch zu gratifici- ren/ und ihm alles/ was besagter Autor von oben ernannten Orten und Geschlechten erzehlet/ ohne Ausnahm/ obwohl ein wenig in einer andern Ordnung zu communic iren. Wir wollen demnach die Beschreibung von Eger (als dem naͤhern Ort gegen den Fichtelberg) anheben/ und dann von hier auf Ellenbogen/ und Schlackenwald fortfahren/ endlich aber bey dem Carlsbad den Beschluß machen. Wobey das Merck- wuͤrdigste/ was seit Herrn Bruschens Todt an diesen Or- ten ist observ irt worden/ und also von ihm ungemeldet blie- ben/ fleißig soll beygefuͤget werden. Folget also von Wort zu Wort Caspar Beschreibung des Fichtelbergs. Caspar Bruschens B eschreibung der Stadt Eger. N Achdem der Poet Ovidius, da er die Buͤcher/ wie man kuͤnstlich buhlen solle/ geschrieben hatte/ nicht allein von Rom/ seinem lieben Vaterland/ sondern ausserhalb des gantzen Roͤmischen Reichs Grentzen/ in Tomos, eine Stadt in Ponto gelegen/ unter die Scythen und Feinde der Roͤ- mer von Kayser Augusto releg irt/ und weggeschicket wurde/ schrieb er zu Zeiten seinen guten Freunden wiederum gen Rom/ beklaget sich seines Elendes/ daß er vielleicht ewiglich muͤste nun seines lieben Vaterlands entbehren. Und in solche Klag mischet er mit ein/ wie ein lieblich Ding es sey ums Vaterland/ lobet dasselbe/ und ver- flucht und schielt die grobe/ kalt und unfreundliche Art/ so in Ponto unter den Scythen und Tartarn war/ und mit solchen Kurtzweilen/ gleichsam mit einer Artzney/ vermeynet er sein Elend und Jammer zum theil zu lindern und zu stillen. Gleich eben diese Lust und Begierde gegen dem Vaterland/ so GOtt und die Natur in unsere Hertzen wunderbarlich gesetzet und gestecket hat/ gleich eben diese Lieblichkeit und holdselige Ge- daͤchtnuͤß des Vaterlands (von der der Poet nicht allein saget/ son- dern die auch so hoch verwundert und preiset/) zwingt und verur- sacht mich auch wiederum zu meiner lieben Heimat zu gehen/ und wei- ter zu erhohlen und zu repet iren dasjenige/ so ich verhoffe/ es werde ge- meldtem meinem Vaterland/ welches bißher wenig bekant gewe- sen/ zu Lob/ Ehren und Zierde gereichen: welches dann auch mein liebes Heimat (wie ich wohl weiß/) freundlicher Meynung wird von mir gern/ williglich und mit Danck empfahen. Eger unter den Boͤhmischen Staͤdten nicht die geringste/ ist Eger/ wo es liegt? wohl nicht innerhalb dem Boͤhmischen Gebuͤrg oder dem Wald/ (so gantz Boͤhmen nicht anders/ dann wie eine Ring-Mauer eine X 2 Stadt Beschreibung des Fichtelbergs. Stadt umgiebet/) sondern an den Grentzen desselben Gebuͤrgs und Walds in der alten Nariscen Land/ auf einem fast fruchtbaren und lustigen Boden gelegen. Diese Stadt von wem sie ihren Ur- sprung habe/ oder von wem sie zu bauen sey angefangen worden/ Warum man nicht weiß/ wenn und von wem Eger erbauet? kan Niemand eigendlich und vor gewiß sagen. Die Ursach solcher Unwissenheit/ wie ich in alten Schrifften funden/ und gelesen hab/ ist eine jaͤmmerliche Brunst; denn als man gezehlet hat nach Chri- sti unsers HErrn Geburt 1270. Jahr/ am 16. Tag des Mayen/ ist die Stadt auf den Boden hinweg gebrannt/ und jaͤmmerlich ver- dorben. Jn dieser Brunst seynd auch bey anderthalb hundert Per- sonen/ Weibs- und Manns-Bilder/ ja auch Privilegia, Brief/ und andere Schaͤtze und Guͤther umkommen. Dieser Jammer und Schaden hat vielleicht auch das jeni- ge/ so im Stadt-Buch nach Gewohnheit/ von Urkund der Stadt aufgezeichnet ist gewesen/ verderbet/ und hinweg genommen; doch hab ich in etlicher Cloͤster alten und vor 400. Jahren geschrie- Was Eger erstlich ge- wesen? benen Buͤchern und Schrifften gefunden/ nehmlich zu Waldsas- sen/ Speinshart/ Castel/ und Michelsfeld/ auch zu Rebdorff bey Aystadt gelegen/ welches Kaͤyser Friedrich/ Barbarossa ge- nannt/ gestifftet hat/ daß Eger sey der Marggrafen von Vohen- burg gewest: das waren Fuͤrsten und Grafen zu Cham/ einer Stadt am Regen/ in der obern Pfaltz/ fast am Boͤhmer-Wald gelegen/ sie hatten ihre Wohnung und Residentz zu Vohenburg/ ist ein herrlich Schloß/ und ein Marck in Beyern an der Do- nau/ zwischen Jngolstadt und Chelheim gelegen/ gehoͤret jetzt Hertzog Ludwigen von Beyern zu. Nun acht ich aber gaͤntzlich/ die Stadt Eger sey von ge- meldten Fuͤrsten von Vohenburg/ auch zu bauen angefangen wor- Jst vor 600. Jahren ge- wesen. den; also daß Eger vor 600. Jahren schon waͤre eine Stadt ge- wesen/ denn wie man ins Aventini Auszug in seiner Cronick findet/ darinnen er/ wie ich einsmahls zu Regenspurg gesehen/ vieler Fuͤr- sten und Graffen/ sonderlich aber auch der Marggrafen von Vo- henburg Genealogiam erzehlet/ so seynd gemeldte Marggrafen sehr alte Fuͤrsten gewest/ so hat auch ihr Stamm erst vor vierthalb hundert Jahren aufgehoͤrt/ und ist ihr Land an die Fuͤrsten von Bayern Beschreibung des Fichtelbergs. Bayern gefallen. Daß aber Eger zu einer Reichs-Stadt wor- den/ ist also zu gegangen: Es war ein Marggraff von Vohen- burg/ und Graf zu Cham/ Theobold oder Diepold genannt/ der hatte das gantze Egerland innen. Dieser Marckgraf war ein Eger eine Fuͤrsten- Stadt. sehr frommer und Christlicher Fuͤrst/ bauete von sonderlicher Liebe und Gunst wegen/ so er zur Religion trug/ und durch Trieb und steten Anliegen Loicardis seiner Mutter (so zu Castell im Closter begraben liegt/) eine Meilwegs von seiner Stadt Eger/ an einem Fluͤßlein/ die Wondera genannt/ als man zehlt nach Christi Geburt 1134. Jahr eine herrliche schoͤne Abtey Cisterci- Das Closter Waldsassen. enser Ordens/ nennet die Waldsassen/ denn etliche Bruͤder aus fremden Landen dahin kommen waren/ haͤtten ihnen allda in der Wildnuͤß eine Huͤtten gebauet/ u. vermeinten allda GOtt zu dienen. Er begabet auch solch Kloster reichlich und Fuͤrstlich/ sparet kei- nen Kosten; (wie dann der herrlich neuerbauete Tempel allda kei- nem in Europa leichtlich weichet/) er hatte ein Fuͤrstlich Gemahl/ war Hertzog Heinrichs von Bayern Tochter/ Frau Mechtildis genannt/ ein sehr fromm Gottsfuͤrchtig und loͤblich Weib/ mit der zeuget er eine Tochter/ die nennet er Fraͤulein Adelheit: Und nach- dem es ein sehr schoͤnes und zuͤchtiges Fraͤulein war/ der Mutter an Erbarkeit der Sitten gantz nachschlug/ also/ daß sie auch allent- halben gelobet/ und gepriesen war/ begehrt ihr der Großthaͤtig und theuere unuͤberwindliche Fuͤrst und Herr/ Kayser Friedrich der Schwab/ welchen die Jtaliaͤner darum/ daß er einen rothen Bart trug/ Barbarossam nenneten/ zu einem Ehelichen Gemahl: und nach- dem die Heyrath bald bewilliget/ und beschlossen war/ ist diß Kay- serliche Beylager zu Eger in Gegenwart vieler Chur- und Fuͤr- sten/ Grafen und Herren/ aufs herrlichste und mit gewoͤhnlicher So- lennit aͤt gehalten worden/ als man zehlet nach Christi unsers Hey- landes Geburth 1179. Jahr. Die Heyrath war dermassen beschlos- sen/ daß Marggraf Diebold seiner Tochter Adelheiten die Stadt und das gantze Laͤndlein dazu gehoͤrig/ (welches dazumahl ein son- der Fuͤrstenthum war/ zu welchem Land viel gehoͤret/ das jetzt an- dere Herrschafft ihre Nachbarn inhaben und besitzen/) dazu auch die neue angefangene Abtey Waldsassen solte vermorgengaben; X 3 solches Beschreibung des Fichtelbergs. solches ist auch also ohne Sperrung bald gewilliget worden. Durch die Heyrath (welche doch endlich durch den Bischoff von Costnitz/ als die dem Blut zu nahe seyn solt/ wiederum gebrochen worden/ Eger wird eine Reichs- Stadt. also daß gemeldtes Fraͤulein Adelheit/ als eine Wittib/ Grafen Diethen von Ravenspurg vermaͤhlet ward/) ist Eger aus einer Fuͤrstlichen eine Kayserliche Reichs-Stadt worden/ im Jahr wie oben gemeldet. Jst auch eine Kayserliche Stadt blieben bey 136. Jahr/ nemlich biß man zehlt nach Christi Geburt 1315. Jahr. Ludovicus Bavarus. Imp. Um diese Zeit war Ludwig der Bayer (so zu Regenspurg in St. Heinieran Closter begraben/) mit eintraͤchtigem Rath und Beschluß fast aller des Heiligen Reichs Churfuͤrsten/ zum Roͤmischen Kay- ser erkiest und erwehlet. Dieser Herzog in Bayern (nachdem er mit dem Pabst und allerley Clerisey zu Rom nicht fast wohl stund/) ward bald/ wie man zu Rom gehoͤrt/ daß er zum Kayser erwehlet worden/ stracks in den Bann gethan/ durch Pabst Johannem den XXII. des Nah- mens; und aufdaß dennoch das Reich nicht ohne ein Haupt Kayser Lud- wig und Herzog aus Oester- reich Fride- ricus wider einander. ( Electores Ludovici Ba- vari fuerunt Johann. Bo- hemiæ Rex \& VVoldema- rus Marchio Brandenb. Friderici ve- ro Colonien- sis Henricus de Vornburg. Rudolphus Palatinus ad Rhenum Lu- waͤre/ erwehlet er mit seiner Clerisey wider gemeldten Kayser Ludwigen/ einen andern/ nehmlich Friederichen/ ( Alberti filium, ) ei- nen Herzog aus Oesterreich/ vermeynet/ dieser wuͤrde ihm fuͤgli- cher seyn. Nun erhub sich aber zwischen diesen beyden erwehlten Kaysern ein grosser Krieg/ denn keiner ließ sich gern von solcher Dignit aͤt und Herrlichkeit abdringen. Diese Spaltung und Fehde wehret laͤnger denn acht gantzer Jahr/ Kayser Ludwigen/ (welcher auch zuletzt das Feld behielt/ Fridericum uͤberwand/ und ihn zwey gantze Jahr auf Triseneck einem Schloß in Oestereich gelegen/ gefangen hielt/) stunden bey fast alle Chur-Fuͤrsten/ desgleichen Reich-Staͤdte/ ausgenommen die einige Stadt Ulm in Schwaben/ der vier Doͤrffer des Reichs eines/ wolte ihn fuͤr keinen Kaͤyser erkennen oder annehmen/ so gar geistlich erzeigten sie sich an diesem Ort/ desgleichen that auch Straßburg; Jtem gantz Schweitz/ ausgenommen Bern/ und Solodurn. Friderico dem Hertzogen von Oestereichen halffen der Pabst/ der Bischoff von Coͤlln/ Pfaltzgraf Rudolph am Rein/ Kaͤyser Ludwigs leiblicher Bruder/ welcher auch hernach um die- ser Beschreibung des Fichtelbergs. ser grossen Untreu willen von Ludovico des gantzen Landes verja- dovici Fra- ter, \& Rodol- phus dux Saxoniæ. ) get/ in Engelland fliehen/ und darein elendiglich hat sterben muͤs- sen. Es halffen ihm auch die Stadt Ulm und Straßburg/ gantz Schweitzer-Land/ ohne Bern und Solodurn/ also daß er auch schier maͤchtiger war den Ludovicus. Kaͤyser Ludwig hatte einen Hauptmann/ Seyfried Schweppermann genannt/ war ein Bur- Seyfried Schwep- permann. ger von Nuͤrmberg/ liegt zu Cassel im Closter der obern Pfaltz begraben/ auf seinem Grab stehet nichts anders/ dann der nach- folgende Reim: Einem jeden ein Ey/ Dem frommen Schweppermann zwey. Diese Schlacht ist geschehen nach Christi Geburt im 1323. Jahr/ zwischen Oeting und Muͤhldorff auf einem Feld die Fehen-Wie- sen genannt. Es ist dazumahl in Kaͤyser Ludwigs Laͤger so grosser Mangel gewesen an allerley Proviant und Victuali en/ daß man nichts anders zu essen gehabt hat/ dann ein wenig Eyer/ die hat man unter die Knecht getheilt/ daher achte ich/ daß aufkommen der obengemeldte Reim/ den ich selbst von des Schweppermanns Grab abgeschrieben hab. Nachdem aber Kaͤyser Ludwig ei- nen solchen langwierigen Krieg nicht kunt oder vermocht zu fuͤh- ren/ ohne sonderliche Kosten/ und unzehliche Summen Geldes/ dadurch er Kriegs-Volck uͤberkaͤme/ und daselbst die Laͤng hal- ten moͤchte; Eger auch als eine Stadt/ die dem Reich und an- dern Reichs-Staͤdten weit gelegen war/ sich offt bey Kaͤyserli- cher Majestaͤt beklaget hatte/ der Injurien und Uberlast/ so ihr von ihren Nachbaren/ den Boͤhmen und andern nahe herum lie- genden Herrschafften wurden beschwerlich aufgeleget/ gedachte Kaͤyser Ludwig gemeldter Stadt solcher Beschwerden zu entledi- gen/ ihm also und dem Reich dadurch Foͤrderung zu thun; ver- Eger dem Koͤnig in Boͤhmẽ ver- setzt. setzet derohalben die Stadt Eger um 40000. Marck Silbers Koͤnig Hansen in Boͤhmen und Polen/ von dem sie das meiste war geplaget worden/ und solches geschah nach Christi Geburt im 1315. Jahr. Durch diese Verpfaͤndung hat Eger aufgehoͤret eine Reichs-Stadt zu seyn/ erkennt auch den Koͤnig in Boͤhmen heuti- ges Tags noch vor ihren Herrn/ und ist eben jetzt in diesem 1542. Jahr Beschreibung des Fichtelbergs. Jahr recht 227. Jahr ein Pfandschilling gewest; daher ist auch des Adlers (welchen die Stadt Eger zuvorn gantz frey gefuͤhret/) unterer Theil zum Zeugnuͤß solcher Verpfaͤndung cancellirt und in Schrancken eingeschlossen/ wie man siehet am Rathhauß alda Eger nach der Mey- nung Pirck- heimers Monosgada. gegen den Marck herab. Ptolomeus in seiner Geographia, das ist des gantzen Erdbodens Beschreibung/ nennet eine Stadt Mo- nosgadam, nun meinet aber Pirckheimer/ es sey Eger. Woher dieser Nam der Stadt Eger kommt/ habe ich bißhero nicht moͤ- gen erfahren: ich achte aber/ sie habe vor Zeiten einen andern Na- men gehabt/ denn jetzt/ wie dann auch Straßburg von des uralten Namens wegen Argentina heisset/ denn mans vor Zeiten Silber- Saltzburg. thal nennet. Jtem Saltzburg die Ertz-Bischoffliche Stadt in Bayern heutiges Tags Juvania genennet wird/ von des alten Na- mens wegen/ dann sie vor Zeiten Helffenburg ist genannt worden/ und diesen Namen hab ich zu Saltzburg in St. Ruprechts Stifft an einem alten Stein selbst gelesen/ eben an dem Tag/ da Bischoff Ernst zu Passau von seinen Bruͤdern Wilhelm und Ludwigen Herzogen in Bayern ins Bisthum zu Saltzburg mit grossem Ge- praͤng/ und einem fast wohlgepuzten Zeug (der sich in tausend Pfer- den erstrecket/) gesetzt und eingefuͤhret ist worden. So viel/ und nicht mehr weiß man von alten Herkommen der Stadt Eger; Doch muß ich hier auch ein wenig von gemeldter Stadt Gelegenheit und Gebaͤuden schreiben/ und sintemahl die Liebe des Vaterlands mich dahin treibet/ versehe ich mich guͤnstiger Leser/ werdest es gut- Situs der Stadt. willig und im besten verstehen. Die Stadt Eger liegt in einem fast lustigen und holdseligen Thal/ an einem doch nicht fast hohen Gebuͤrg/ auf welches Gehaͤng der groͤste Theil der Stadt gebauet ist/ also daß der meiste Theil der Stadt auf einem Felßen liegt. Sie ist rings umher mit zweyen starcken Mauern/ an etlichen und den meisten Orten auch mit dreyen Mauern/ item mit einem fast weiten gefuͤtterten Graben aufs herrlichste umgeben und beve- Wie das Land um Eger recht genennet wird. stiget. Man zehlet sie keiner andern Ursachen halber fuͤr eine Boͤhmi- sche Stadt/ denn daß sie der Cron Boͤhmen vom Reich versetzt ist. Das Land darinnen sie lieget/ hat Theodorus der Erste/ Hertzog von Bayern (nachdem er die Roͤmer aus Bayern vertrieben/) den Beschreibung des Fichtelbergs. den Nariscis zu bewohnen eingegeben; daher heist mans heutiges Geu heisseit die Teutschẽ ein Land o- der Feld/ wie im Lied stehet: so fahr der Teuffel ins Heu/ nach Grunet in das Gett. Tags mit abgekuͤrtztem Namen das Narckau/ so mans doch bil- licher vollkommentlich das Nariscen End/ oder Nariscen Geu nennen solt/ wie man andere Land hin und wieder Geu nennet/ als Sund- geu/ Rinckgeu/ Heggeu/ Walgeu/ Algeu/ Bintzgeu/ Brißgeu/ꝛc. Die Stadt Eger ist mit Meth/ einem Tranck aus Honig gesotten/ durchs Teutschland beruffen/ dann dieses Getraͤnck an keinem Ort koͤstlicher und lieblicher zu trincken/ gemacht wird. Den Fluß/ welcher auch die Eger heisset/ von dem ich droben genug gesagt/ hat sie gantz tieff und breit/ in Summa Schiffreich gegen Mitternacht/ Beschrei- bung der Stadt. gegen den Ort ist auch die Burg oder Veste hinaus gebauet/ die hat auch ihre sonderbahre Befestigung: Die Stadt hat hoher und vester Thuͤrne/ die zum theil an den Mauern stehen/ zum theil hin und wieder durch die Stadt biß an die Kirchen zerstreuet liegen/ eine sehr grosse Menge/ desgleichen veste starcke Pasteyen/ herrliche weite Zwinger/ dicke und hohe Mauern/ einen weit gefuͤtterten Graben/ also/ daß Eger keiner andern Boͤhmischen Stadt weichet: man sehe nun an oder betrachte die Herrlichkeit der Gebaͤu/ Zier- de und Pracht der Kirchen/ Weite der Gassen/ die ordentliche und uͤberall wohl bestellte Policey/ eines Erbarn Weisen Raths hoͤch- ste Fuͤrsichtigkeit/ Mannheit und gewohnte Sanfftmuͤthigkeit ge- gen die Unterthanen oder des gemeinen Volcks Freundlichkeit und erbarn Wandel. Es ist allda ein herrlicher Tempel zu der Der Kiꝛchen. Ehr St. Nicklas gebauet/ mit zweyen hohen Thuͤrnen/ die gegen Aufgang der Sonnen stehen/ gezieret: darinnen sind auch ein nam- Das Teut- sche Haus. hafftig Haus des Teutschen Ordens: it. ein Haus des Ordens mit Cloͤster zu Eger. dem rothen Creutz und Sternen/ der Spittel-Orden genannt/ so hat der Cistercienser Orden auch eine schoͤne Capell/ Haus und Wohnung. Jtem drey Cloͤster/ zwey der Moͤnchen/ Barfuͤsser und Prediger Ordens/ das dritte ein reich Jungfrauen- oder Non- nen-Closter/ welche Cloͤster alle seynd aufs herrlichst und lustigste erbauet. Herrlich ist auch das Collegium derer Hrn. Patrum ex So- cietate Jesu, so erst vor wenig Jahren erbauet worden. Daß ich der andern Kirchen und Capellen (so hin und wieder durch die Stadt liegen/) geschweige/ derer viel allda seyn/ unter denen Y ist Beschreibung des Fichtelbergs. ist fuͤrnehmlich eine zu St. Johannes genannt/ nahend bey dem Die erste Pfarr. Das erste Rathhaus. Prediger-Closter/ da ist vorzeiten die Pfarr gewest/ ehe die Stadt groͤsser gemacht und erweitert ist worden. Gegen dieser Kirchen uͤber siehet man noch das alte Rathhauß/ ein schoͤn und herrlich Haus/ jetzt eines Burgers Wohnung/ zwischen diesem Rathhauß Der erste Marck. und St. Johannes Kirchen war vor Zeiten der Marck/ ietzund hat sie einen andern Marck/ und ein ander Rathhauß/ wie hernach fol- gen wird. Es ist zu Eger auch eine andere und sehr alte Kirch/ zwi- schen dem alten und neuen Rathhaͤusern/ unser Frauen Kirch ge- nannt/ die ist vor Zeiten der Juden Schul und Synagoga gewesen/ das bezeugen noch heutiges Tags die Hebraͤischen und Chaldaͤischen Schrifften in der Kirchen in Steinen gehauen/ und Buͤcher auf groß Pergament geschrieben/ und allda von einem Erbarn Rath fleißig als ein Schatz in Verwahrung gehalten. Diß bezeugen Judengaß. Mordgaͤß- lein. auch zwo Gassen/ so man heutigs Tags noch die Juden-Gassen/ von wegen der Juden Einwohnung nennet: Jtem das Mordgaͤßlein/ darinnen die Juden erwuͤrget und erschlagen seyn worden/ im Jahr nach Christi Geburt 1350. So ist auch ausserhalb der Stadt ein alter Kirchhof/ darauf die Juden ihre Todten haben vergraben/ den auch die Einwohner der Stadt noch heutiges Tags nennen der Marck. Rathauß. Juden Freyenhof oder Freundhof. Der neue Marck/ daran das neue Rathhauß stehet/ ist so herrlich/ so weit und raumich/ daß ich seines gleichen kaum einen achte zu seyn in Boͤhmen: Das Rath- hauß so am Ring stehet/ ist aufs schoͤnste gebauet/ wie es einer solchen Stadt gebuͤhrt/ und wohl anstehet/ an demselben sind unter der Wappẽ der Stadt Egeꝛ. Uhr (die auch sonder Kunstreich ist/) der Stadt Eger Wappen ge- mahlet/ der seyn drey/ das erste ist ein Adler mit aufgethanen Fluͤ- geln/ des Roͤmischen Reichs Zeichen/ des halber Theil ist cancell irt und in Schrancken geschlossen/ zum Zeichen und Zeugnuͤß der Ver- pfaͤndung/ von der oben gesagt. Das andere ist ein herrlicher Loͤw/ mit einer guͤldenen Cron und uͤberguͤldeten Klauen/ dadurch die Cron von Boͤhmen bedeut wird/ welcher die Stadt Eger nach Recht der Verpfaͤndung unterthaͤnig und gehorsam ist/ und Kay- serlicher Majestaͤten Cammer-Gerichten/ desgleichen dem Reich nicht mehr verbunden. Das dritte hat weiß und rothe Linien un- terschied- Beschreibung des Fichtelbergs. terschiedlich distingv irt/ ist ein Zeichen der Ungarischen Cron/ woher Ego puto, es- se domus Austriacæ. das die Stadt Eger hab/ weiß ich nicht/ habe es auch nicht erfahren moͤgen/ dann daß wir sehen/ daß auch Koͤnigliche Majestaͤt von Boͤhmen dieses Wappens sich gebrauchet. Das Siegel/ das sich ein Erbarer Weiser Rath in grossen und Siegel der Stadt. kleinen Haͤndeln braucht/ ist ein Koͤnigliche Person biß zu dem Nabel distingv irt/ die haͤlt in der rechten Hand ein Schwerdt/ in der Lincken einen Koͤniglichen Scepter/ unter dieser Person steht ein gantzer Adler mit freyen ausgestreckten Fluͤgeln. Das Rathhauß hat sechs herrliche Saal oder Stuben/ nach mancherley Handlungen und Sachen ausgetheilet. Jtem sechs andere Stuben fuͤr der Stadt Diener. Es hat auch eine schoͤne Capelle/ zu der H. Dreyfaltigkeit Ehr erbauet. Einen gantzen und grossen Rath gemeldter Stadt machen Rath zu Eger/ u. wie er ersetzet wird. (nach der alten Roͤmer Gewohnheit) hundert Personen/ unter de- nen seynd neunzehen von den aͤltesten Geschlechten der Burgerschafft/ und sonst dreyzehen/ die sind Richter/ und werden Schoͤpffen ge- nannt. Aus den neunzehen des Raths pflegen vier Burgermei- Burgeꝛmei- ster. ster zu seyn/ die wechseln alle Qvartal um/ und werden jaͤhrlich vier Chur-Herrn/ zween vom Rath/ und zween von der geschwornen Gemein gewehlet. Die setzen Rath/ Gericht und die geschwornen Gemein/ derer an der Zahl von der geschwornen Gemein seynd 68. Personen. Diese aber oben gemeldte Raths- und Gerichts-Per- sonen sprechen selbst Recht/ und faͤllen Urtheil/ nicht aus den Kay- serlichen Gesetzen/ oder Constitutionibus, sondern nach ihren alten Recht der Stadt. lang hergebrachten loͤblichen Freyheiten/ und erbarn Gebraͤuchen. Fꝛeyheit deꝛ Herren von Eger. Von ihnen kan man nicht appell iren/ dann sie auch davor gefreyet; vor dem Boͤhmischen Koͤnig aber zu Prag und nur seiner eigenen Person/ sonst vor Niemand/ stehen sie kecklich jedermann. Die Korn-Haͤu- ser. Stadt hat ihre gewaltige und reiche Getraͤids-Boͤden/ darauf al- lerley Getraͤids-Hauffen liegen. Sie hat auch eine Ruͤst-Kammer oder Zeug-Haus/ und das Zeuch- Haus. mit allerley Wehren/ Geschoß/ Kriegs- Instrument en/ und Ruͤstun- gen dermaßen staffieret/ daß/ so du es sehest/ wuͤrdest du es warlich nicht minder als ich loben. Y 2 Sie Beschreibung des Fichtelbergs. Muͤhl. Sie hat innerhalb der Mauern zwo Muͤhlen/ ausserhalb drey/ Spittal. zwey Spittal/ derer eins das Bruͤder-Haus genennet/ vier gemei- Badstuben. ne Badstuben/ drey Haupt-Thore/ drey kleine Thuͤrlein/ dadurch Thor. man die Burgermeister/ so sie etwan aussen gewest/ und verspaͤtet/ einlaͤst: dann schwerlich jemand anders wird allda bey naͤchtlicher Weil eingelassen. Unter den Haupt-Thoren ist eines/ wird das Bruͤckthor genennet/ dann da ist eine hoͤltzerne und veste Bruͤcke uͤber die Eger geschloßen; vor diesem Thor ist nicht weit von der Stadt ein edler und fast beruͤhmter Brunn/ hat sauer Wasser/ Saͤuerling zu Eger. wird derohalben auch der Saͤuerling genannt. Dieses Wasser ist sehr gesund und lustig zu trincken/ wird auch im Sommer von dem jungen Volck/ Knaben und Jungfrauen taͤglich hauffenweiß in Kruͤglein in die Stadt getragen/ und allda den armen Hand- wercksleuten und gemeinem Mann verkaufft. (Jetzo wird auch dar- innen gebadet.) Es ist auch vor diesem Thor eine fast grosse und weite Vorstadt jenseit der Eger/ mit sehr schoͤnen und wohlgebau- Egerisch Le- der. ten Haͤusern/ darinnen eine grosse Menge reicher Lederer wohnen/ deren Arbeit und Leder durch Teutschland gefuͤhret/ fast gelobet und Vorstaͤdt. gepreiset wird. Sonsten seynd auch noch zwo grosse Vorstaͤdte/ derer eine hat drey sonderliche Gassen/ und zu einer jeden ein be- schlossen Thor/ die ander hat zwo solche Gassen und Thor/ seynd auch diese Vorstaͤdt alle mit einem sonderlichen grossen auffgeworf- Eger-Laͤnd- lein frucht- bar. fenen Graben verwahrt. So ist auch die Stadt Eger an ihr selbst eine reiche Stadt/ hat um sich ein sonderlich fruchtbar Laͤnd- lein/ das man das Eger-Laͤndlein nennet/ und der Stadt Eger zuge- hoͤrig ist: Es haben auch die von Eger ihre sonderliche und eigene Egerische Muͤntz. Muͤntz/ die sie/ wiewohl selten schlagen; unter der ist eine so gering/ denn 4. Heller Egerisch Muͤntz machen erst einen Nuͤrnberger Pfen- ning. Diese Muͤntz gilt nicht weiter/ dann in derer von Eger Land- Schloß zu Eger. schafft. Das Koͤnigliche Schloß (davon auch oben gesagt ist/) liegt gegen Mitternacht/ in demselben pflegt von Koͤniglicher Majestaͤt von Boͤhmen wegen zu wohnen ein Burggraf oder Pfle- ger von Eger/ der war dießmal der Wohlgebohrne Herr/ Herr Hyeronimus Schlick/ Graf zu Passauen/ Herr zu Weißkirchen \&c. Nunmehro/ weil Eger eine Vestung/ commandir et ein General darin- Beschreibung des Fichtelbergs. darinnen. An diesem Schloß stehet ein hoher/ vester und kohl- Thurn am Schloß. schwartzer Thurn gegen der Stadt. Es sind auch im Schloß zwo schoͤne Kirchen/ zu der Ehre der heiligen St. Martini und Cappellen des Schlos- ses. St. Ursulen uͤber einander gebauet/ sind auch der Stadt mit zu- gehoͤrig. Dieser zweyen Cappellen Pfeiler seyn Marmelsteinern/ und allwegen einer von einem Stuck gehauen. Ausserhalb der Stadt/ gegen dem Schloß uͤber/ werden noch heutiges Tags viel Stuͤck einer alten Burg (welche man die Winselburg genennet Winselbuꝛg. hat/) gesehen/ nemlich starcke Mauern mit einem gefuͤtterten Gra- ben/ und etlichen vesten Pasteyen. Zwischen diesen zweyen Schloͤs- sern laufft die Eger gantz gewaltig und breit. Kuͤrtzlich zu be- greiffen/ so ist die gantze Stadt eine zierliche/ schoͤne/ und viel Lobeswuͤrdige Stadt/ darinnen viel trefflicher/ jetzt edler und hoch geachter Geschlechte gewohnet/ und allda Buͤrger gewest seyn/ auch zum Theil noch seyn/ und daselbst um wohnen. Hat auch eine unzahlbare Meng schoͤner zierlicher/ auch nutzbarer Obst- und Lust-Gaͤrten um sich. Diese Stadt ist meiner Eltern und meiner Bruschius zu Eger erzo- gen woꝛden. gantzen Freundschafft Heimat und Wohnung bißhero gewest; darinnen bin ich auch von Schlackenwald meinem lieben Vater- land (da ich etwan zwey Jahr alt war/ und mir meine liebe Mut- ter Barbara starb/) gebracht worden/ darinnen ich hernach erzo- gen worden/ und erstlich in die Schul gangen bin. Diß hab ich der Stadt Eger zu Ehren und Gefallen wollen anzeigen/ wol- lest es guͤnstiger Leser im besten annehmen. Caspar Bruschius ward gebohren im Jahr Christi 1518. den 19. Augusti, und ist hernachmahls in einem Wald zwischen Ro- thenburg und Windsheim/ der Schillingsbach genannt/ von et- lichen (wider die er schreiben wollen/) meuchelmoͤrderischer Weiß erschossen worden: solches ist geschehen im Jahr Christi 1559. den 15. Novembr. seines Alters im 41. Jahr. Hæc in Catalogo celebr. Vi- rorum Krügeri. pag. 54. Y 3 Kurtze Beschreibung des Fichtelbergs. Kurtze Verzeichnuͤß etlicher Sachen/ so zum Theil sich zu Eger zugetragen/ zum Theil anderswo von den Herrn von Eger gehandelt. Fridericus Barborossa haͤlt sein Beylageꝛ zu Eger. Nach Christi Geburt im 1179. Jahr ist zu Eger mit gros- sem Gepraͤng und Solennit aͤt Kaͤyser Friderichs des Barbarossen Hochzeit gehalten worden/ dem vermaͤhlet Marggraf Diepold von Vohenburg seine Tochter Adelheiden. Nach diesem seiner Majestaͤt Beylager zog der Kaͤyser mit vielen Fuͤrsten und Bi- schoffen hinaus gen Waldsassen/ ließ allda das Kloster (so neulich zuvorn war zu bauen angefangen worden/) Bischoff Cu- nonen von Regenspurg weihen: eben in diesem Jahr ist durch ge- meldte Heyrath die Stadt Eger aus einer Fuͤrstlichen eine Kaͤy- serliche Stadt worden. Nach Christi Geburt im 1270. Jahr am 16. Tag des Monaths May, ist die gantze Stadt Eger durch Eger aus- gebrannt. eine jaͤmmerliche greuliche Brunst elendiglich verwuͤstet worden/ und seynd von gemeldtem auch hundert und funftzig Menschen ge- toͤdtet/ verderbet/ und jaͤmmerlich umgebracht worden. Die Jahr- Zahl dieser Brunst stehet in diesem Disticho: Egra IaCet, MIsere trIstes absorpta per Ignes InsIgnesqVe IaCent nobILIs VrbIs opes. Es war dazumahl weder Kaͤyser/ noch Pabst; dann nach Kaͤyser Wilhelmen (welcher ein Graf aus Holland war/) stunde das Kaͤy- serthum 15. Jahr ledig/ und nach Pabst Clementem IV. das Pabst- thum auch zwey gantze Jahr. Endlich im 73. Jahr wurde Graf Rudolph von Hapsspurg zum Roͤmischen Kaͤyser/ und Gregorius der Zehende zum Pabst er- kohren und gewehlet. Anno Domini 1296. ist der Prediger Moͤnchen Convent in die Stadt Eger genommen worden. Die Barfuͤsser seynd vor der obgenannten Brunst darinnen gewesen. Anno Domini 1315. ist die Stadt Eger ein Pfandschilling der Cron Boͤhmen worden/ um droben angezeigter Ursachen willen. Anno Beschreibung des Fichtelbergs. Anno Domini 1350. trug sichs zu/ daß bey den Barfuͤssern zu Die Juden werden zu Eger er- schlagen. Eger ein Minorit nach Gewohnheit am gruͤnen Donnerstag die Pas- sion predigte; es war aber bey gemeldter Predigt ein unsinniger und vielleicht derer Sachen (davon man prediget/) unerfahrner und unverstaͤndiger Kriegsmann/ und nachdem dieser hoͤret/ daß JEsus Christus der einige Sohn GOTTes/ ein GOTT und Mensch ohne Suͤnde/ so ein heiliger und unschuldiger Mann/ so eines schmehligen und bittern Todts waͤre von den treulosen Juden umbkommen; welches dann der Moͤnch aufs best und hoͤch- ste mit viel Geschrey aufmutzt und herausstriche. Durch diese Unbilligkeit ist der Kriegsmann also bewegt und erzuͤrnet worden/ daß er in Summa das unschuldige Blut Jesu Christi hat raͤchen und von der Juden Haͤnden fordern wollen/ ist also in der Predigt ei- nem Altar zugesprungen/ hat von dem ein Crucifix erwischt/ und mit grosser Stimme auf gut Landes-Knechtisch die Gemein (so bey der Predigt war/) ermahnet/ und gebeten/ so sie wolten sol- chen unschuldigen Todt und solche an den frommen Christum ge- legte Schmach helffen raͤchen/ solten sie ihm nachfolgen/ er wolte es raͤchen/ und ihr treuer Fuͤhrer und Hauptmann seyn. Da aber das Gepoͤbel (welches ohne das den Juden/ von denen es lang war geplaget worden/ gram und feind war/) solche Rede und Vermahnung des Kriegsmanns hoͤrte/ und vernahm/ wil- liget es bald dazu/ folgete dem Lands-Knecht mit Hauffen nach/ was ein jeder im Sturm erwischte/ war seine Wehr und Schwerdt. Uberfielen also die Juden/ schlugen die alle zu tod/ nahmen und theilten ihre Guͤter unter sich/ die Buͤcher (so auch noch vor- handen/) gaben sie einem Erbaren Weisen Rath zu bewahren. Also wurden die von Eger ihrer Juden loß. Und wiewohl dieses alles angefangen und geschah ohne Bewust eines Ehrsamen Raths/ mu- sten sie doch dem Koͤnig zu Boͤhmen etliche tausend Guͤlden zu Straff geben. Anno Domini 1389. hat Koͤnig Wenceslaus, Roͤmischer Kaͤy- Wencesl. Kayser ver- leihet Lehn zu Eger. ser/ zu Eger dem Bischoff von Tryer Lehen geliehen/ und waren dazumahl in der Stadt Eger mit gemeldtem Kaͤyser 24. Fuͤrsten/ 43. Grafen/ 63. Reichs-Staͤdte/ Bothschafften aber/ Freyherren und Beschreibung des Fichtelbergs. und andere von Adel eine grosse Zahl. Von denen ist dazu- mahl der Krieg zwischen den Fuͤrsten und Reichs-Staͤdten/ der zu dieser Zeit in Teutschland brannte/ gerichtet und hingelegt worden. Egrische verbrennen ihre Vor- staͤdt. Anno Domini 1399. am allerheiligen Abend/ brachen und brann- ten die von Eger ihre Vorstaͤdte selbst ab/ aus Besorgnuͤß eines Kriegs zwischen Wenceslao dem Roͤmischen Kaͤyser/ und Boͤh- Rupertus, Romano- rum Rex. mischen Koͤnig/ auch dem neuerkohrnen Roͤmischen Koͤnige/ Ru- prechten/ Hertzogen in Bayern/ und Pfaltz-Grafen am Rhein/ so wider ihn erwehlet war. Neuhaus von denen von Eger zerstoͤret. Anno Domini 1412. am Sonnabend nach Bartholomæi zogen die von Eger mit ihren Bundsverwandten fuͤr das Schloß Neu- hauß / welches Edelleute/ die Forster genannt/ innen hatten/ zer- brochen das/ und wurde darnach bedinget/ daß solch Schloß und alle Zugehoͤrung forthin denen von Eger zugehoͤrig/ und sie dafuͤr den Forstern 4000. fl. Kauff-Summa geben solten/ das auch ge- schehen/ wie solches der Forster Kauff-Brieff unter ihren Sigil- len ausweiset. Eben diß Jahr ist auch das Schloß Greßlaus von denen von Eger zerbrochen worden. Die von E- ger verwuͤ- sten wegen der Boͤhmẽ alle ihre Gaͤrten. Anno Domini 1428. haben die von Eger selbst alle Baͤume und Gaͤrten vor der Stadt lassen abhauen/ Unfriedes halben. Anno Domini 1431. im Mayen/ als von Kaͤyser Sigismundo ein Concilium wurde gehalten zu Basel/ ist zu Eger auch ein Tag gehalten worden/ von Marggraf Friederich von Brandenburg/ Zu Eger werden die Boͤhmen uͤ- berredet/ daß sie auf das Conci- lium gen Basel kom- men. Hertzog Johann von Bayern/ einem Rath von Nuͤmberg und etlichen Bischoͤffen/ die handelten mit den Boͤhmen (so mit 20. Pferden gen Eger waren kommen/) und uͤberredeten sie/ daß/ so sie beruffen wuͤrden aufs Concilium gen Basel/ sie kecklich und ohne Furcht dahin kaͤmen/ dieser Tag wehrete drey Wochen. Anno Domini 1437. hat Kaͤyser Sigismundus zu Eger etlichen Fuͤrsten und Grafen teutschen Landes Lehen geliehen. Wuͤrschen- gruͤn bey Koͤnigs- wart von Anno Domini 1452. ist das maͤchtige und veste Schloß Wuͤr- schengruͤn (welches ein kleines Weglein von Koͤnigswart/ ei- nem Schloß und Marck Herrn Caspar Pflugens liegt/) von denen Beschreibung des Fichtelbergs. denen von Eger gewonnen/ und auf den Boden hinweg ge- Egrischen zerbrochen. schleifft worden/ darum/ daß grosse Rauberey aus diesem Schloß geschah. Anno Domini 1467. ist Ursula/ Marggraf Albrechts Tochter/ Herzog Heinrichen von Muͤnsterberg/ des Koͤnigs in Boͤhmen Sohn vermaͤhlet/ und die Hochzeit zu Eger an der Fastnacht aufs herrlichst und koͤstlichste in Beyseyn vieler Fuͤrsten gehalten worden. Anno Domini 1469. ist die Stadt Eger vom Pabst Paulo II. ex- Eger ist im Bann. communic irt worden/ und ist in solchem Bann gewesen drey gantzer Jahr/ die Ursach war diese: Es war Koͤnig Matthias in Ungarn mit dem Pabst dermaßen uͤberein kommen/ er wolt leichtlich alle Ketzereyen und Jrrthume des Glaubens/ so in Boͤhmen waͤren/ aus- rotten/ und austilgen/ wenn ihm die Stadt Eger wuͤrde dazu ein- gegeben/ also/ daß er darinnen zu schaffen und zu gebieten/ als in dem Seinen haͤtte. Bat derohalben/ Jhre Paͤbstl. Heiligkeit wolte ihm solches bey denen von Eger erlangen/ und bey ihnen solches schaffen und gebiethen. Dieses sagte ihm der Pabst zu/ schickte auch alsobald Brieffe an einen Rath zu Eger/ darinnen er ihnen grosse Freyheiten zusagte/ wo sie sich gemeldtem Koͤnige von Ungarn er- gaͤben. Die Legat en kamen gen Eger/ brachten solche Brieffe vor den Rath/ und nach dem dieselbige gelesen wurden/ desgleichen die Sach nach Nothdurfft deliber iret und berathschlaget/ wurden sie zu Rath/ solches dem Pabst und Koͤnige abzuschlagen/ wie sie auch thaͤten. Da solches dem Pabst verkuͤndiget/ ward er zornig/ thaͤt auch derohalben die von Eger in den Bann. Anno Domini 1477. ist von denen von Eger das Neustaͤdtlein Eger nimmt Neustaͤdtel ein. an der Waldnab gepucht und gewonnen worden/ ist ein Staͤdtlein in der Obern Pfaltz gelegen/ gehoͤret jetzt einem Herrn von Heydeck/ nun aber Jhro Fuͤrstl. Gnaden von Lobkowitz zu/ war jensmals (da es die von Eger puchten/) Herrn Hintschken Pflugs/ eines Boͤhmischen Herrns/ welcher zur selben Zeit nicht fast wohl mit denen von Eger stund. Anno Domini 1509. am Montag nach der Heiligen Dreyfal- Nehmen Liebenstein ein. tigkeit Tag/ ist der Liebenstein/ ein Schloß/ eine Meil von Eger ge- legen/ darinnen viel boͤser Buben dazumahl sich aufhielten/ und nur Z auf Beschreibung des Fichtelbergs. auf anderer Leute Schaden da allerley Muthwillen trieben mit Rauben und Stehlen/ von denen von Eger (die solche Bubenstuͤck laͤnger nicht dulten konten/) belaͤgert/ und am Abend Corporis Chri- sti gluͤcklich erobert worden. Die fuͤrnehmsten Zween aber/ und die das Raͤdlein am meisten fuͤhrten/ hatten sich aus dem Staub gemacht; die andern/ so im Schloß blieben/ derer uͤber siebenzig ge- west/ unter denen auch vier und zwantzig von Adel waren/ seynd in die Stadt Eger gefuͤhret/ allda gefaͤnglich Jahr und Tag gehal- ten/ endlich doch mit schwerem Geding wiederum ledig gelassen worden. Bey dieser Belaͤger- und Eroberung ist auch mein lieber Anherr oder Groß-Vater/ Georg Brusch seeliger/ ein Beambter/ oder wie sie es nennen/ ein Fuͤhrer gewesen/ ist hernachmahls in GOtt verschieden/ im 1536. Jahr/ seines Alters im 70. Jahr/ als er das fuͤnffte Weib genommen hatte/ und ein Vater zwantzig Kin- der war. Und ist hierum ein Ehrsamer Weiser Rath/ ja auch die gantze erbare Gemein der Stadt Eger fast zu preisen/ daß sie auch von Anfang ihres Regiments her/ je und allweg sind Feinde und Verfolger gewesen aller derjenigen/ so sich haben lassen beduͤncken/ ihnen gebuͤhr/ von weiß nicht was erdichtem Adels wegen/ alles/ was sie nur gedencken/ und fuͤrnehmen/ dadurch sie gemeinen Fried und gemeinen Nutzens Wohlfahrt betruͤbt und zerrissen haben. Es hat auch GOtt diese Tugend an denen von Eger hoͤchlich be- gluͤcket/ und allweg mit schoͤnem Sieg und Triumph begnadet. Dann er auch dergleichen hoffaͤrtigen Scharrhansen/ Cainischen Moͤrdern und Straßen-Raͤubern im Himmel feind ist/ dagegen allen denen hold und gnaͤdig/ die solche Rauberey straffen und raͤchen. Es haben aber die von Eger nicht allein die oben angezeigte Raub-Schloͤßer und Hunds-Loͤcher zerstoͤret/ sondern auch andere mehr/ deren alte Gemaͤuer und zerrissene Thuͤrn man noch hin und wieder im Eger-Land und dem Voigtland siehet: Als da ist Loosburg/ das Buͤrglein an der Eger gegen Muͤlbach uͤber wel- ches die von Eger laͤnger dann vor zwey hundert Jahren zerbro- chen haben. Anno 1621. wurde die Stadt Eger vom Churfuͤrsten zu Sachsen erobert. Anno 1634. wurde allhier in dem damahls Pachel- Beschreibung des Fichtelbergs. Pachelblisch-nunmehro Junckerischen Hauß der Kayserl. Genera- lissimus Herzog von Friedland/ sonsten von Wallenstein genannt/ erstochen. Anno 1647. hat der Schwedische General Carl Gustav Wrangel die Stadt auf Discretion erobert. Anno 1650. kame sie durch den Nuͤrnbergischen Frieden-Schluß wieder an die Cron Boͤheim. Gegen dem Ende dieses besagten Seculi wurde das vor- treffliche Jesuiter- Collegium gebauet/ auch die Fortification dieser Vestung und Boͤhmischen Grentz-Stadt immer je mehr und mehr auf die neueste Manier verbessert. Dieses sey in so weit von E- ger genug gesagt. Nun folget Ellenbogen. Ellenbogen / ein Staͤdtlein und sehr vest Berg-Schloß/ Ellenbogen ein Schluͤssel des Boͤh- mer-Lands. weyland Herrn Hieronymi Schlickens/ an der lincken Seiten des Eger-Strohms gelegen/ ein Schluͤssel des teutschen Landes zu der Cron Boͤhmen. Um dieses Staͤdtlein und Schloß wandert die Eger Ringsweis mit einem fast tieffen Graben/ also/ daß man auch nur an einem einigen Ort und nur durch ein einiges Thor zum Staͤdtlein kommen kan. Dieses Staͤdtlein ist etwan der Marggrafen von Vohenburg Wer Ellen- bogen fun- d iret. gewesen/ deren einer auch Ellenbogen und Eger fund iret und er- bauet hat/ daher heist man noch heutiges Tages das Haus/ so allda Ursprung und Genea- logia der Marggra- fen von Vo- henburg. im Schloß naͤchst bey dem Thor stehet/ des Marggrafen Haus. Diese Grafen aber von Vohenburg seyn aus der Fuͤrstlichen Linie der Fuͤrsten in Bayern gewesen/ und wohneten auf dem Schloß Vohenburg/ so ietziger Zeit ein herrlich Schloß und Marck ist zwi- schen Jngolstadt und Kehlheim gelegen. Sie hatten unter ihnen den gantzen Tractum und Refier von der Donau an/ durch die jun- ge Pfaltz/ Egerlaͤndlein und den Kraipstein Ellenbogen/ und war dieser Lande Haupt-Stadt Cham/ eine Stadt an den Boͤhmi- schen Graͤntzen gelegen. Denn als Anno 907. Luipoldus neben ein und zwantzig Bayrischen Herren von den Hungarn erschlagen wurden/ theilten seine Soͤhne Arnulphus und Berchtoldus das Land/ und bekam Berchtoldus obgedachten Theil/ dieser zeuget Henricum, Henricus Berchtoldum II. Berchtoldus II. Arnulphum, Arnulphus Henricum, Henricus Theobaldum I. Theobaldus I. mit Luigarda, Z 2 Graͤfin Beschreibung des Fichtelbergs. Graͤfin von Castelberg Theobaldum II. der hatte zween Soͤhne/ Theobaldum III. und Berchtoldum, so ohne Erben gestorben/ und ist mit diesen der Stamm der Grafen von Vohenburg untergangen um das Jahr 1170. auch das Land an den Roͤmischen Kayser Fri- dericum I. kommen/ so Adelheidin/ obgedachter Bruder Schwe- ster/ zu eimem Ehe-Gemahl gehabt/ von dannen ist es bey dem Reich blieben biß auf Primislaum I. Ottogarum, da es dem Land zu Wenn El- lenbogen zu der Cron Boͤheim kommen? Boͤheim zugeeignet worden/ und zu einem Burggrafen gesetzet Herrn Wilhelm von Riesenberg/ der es Wenceslao Ottogaro, als ihn sein Sohn Primislaus II. Ottogar verfolget/ zu gut erhalten. Denn weil es von Natur ein vester Ort/ auf einem hohen je- hen Felsen/ darzu mit Wasser ringst herum umflossen/ haben es die Koͤnige je und allezeit/ ehe man das Geschuͤtz erfunden/ vor eine un- Elisabetha, Regina Bo- hemiæ. uͤberwindliche Vestung gehalten/ und ist Koͤnigin Elisabetha, Koͤ- nigs Johannis in Boͤheim Gemahl/ sambt ihrem Sohn Wenceslao, so hernach Carolus IV. genennet worden/ und zweyen Toͤchtern Mar- garetha und Judita, zu ihrer Versicherung auf Ellenbogen Anno 1317. da in gantz Boͤheim wider den Koͤnig ein gefaͤhrlicher Auffruhr ent- standen/ geflohen. Schlicken bekommen Ellenbogen. Nachfolgender Zeit ist Burggraf zu Ellenbogen gewesen der Edle Puota von Eglenburg; doch weil das Land und Burgerschaft sich mit ihm nicht vertragen konten/ hat es Anno 1434. Hr. Caspar Schlick / Hauptmann zu Eger/ umb eine Summa Geldes von Wie lang die Schli- cken Ellen- bogen be- halten? Kayser Siegmund uͤberkommen/ von welcher Zeit an es unter den Herren Grafen Schlicken verblieben/ biß auf das Jahr 1547. das ist 113. Jahr/ in welcher Zeit die Stadt viel ausstehen muͤssen. Denn als Graf Caspar Schlick/ der Erste dieses Nahmens/ Graf von Passau/ Freyherr von Weissenkirchenꝛc. ohne Erben Anno 1449. gestorben/ ist es auf seinen Bruder Matthæum , und sei- nes Bruders Sohn Wenceslaum gefallen/ denen sie nicht voͤllig Ellenbogen durch die Schlicken dem Chur- fuͤrsten zu Sachsen verkaufft. gehorsamen wollen/ daher sie es Anno 1470. Herzog Ernst des Hei- ligen Reichs Ertz-Marschall/ Churfuͤrsten/ꝛc. und Herzog Al- brechten / Herzogen zu Sachsen Gebruͤdern/ um 23000. Rheinischer Guͤlden/ guter Landswehrung/ davor Leipzig/ Zwicka und Penick sich in Buͤrgschafft eingelassen/ verkaufft: Als aber die Buͤrgerschafft nicht Beschreibung des Fichtelbergs. nicht huldigen wolte/ schickte Herzog Albrecht heimlich viele Lands- Knecht und Reissige in die Stadt/ die sich heimlich/ als Frembd- ling einschlichen. Weil aber die Burgerschafft sahe/ daß sie sich staͤrckten/ und nicht aus der Stadt wolten/ lassen sie ihnen von ei- ner Verraͤtherey traͤumen/ und schreiben eilend dem Burggrafen von Plauen um Huͤlff/ der auch ohn allen Verzug mit seinem Reis- sigen Zeug ihnen zu Huͤlff kommen/ und bey Nacht in die Stadt ist eingelassen worden. Haͤtte auch alle Meißner erschlagen/ wo sie nicht den Tag zuvor von einem Buͤrger gewarnet/ aus der Stadt ge- flohen waͤren. Weil nun Herzog Albertus , der hernacher Rolandus Ger- Ellenbogen von Herzog Albrecht von Sachsen belagert. manicus und Dextera Imperii Romani genennet ist/ gesehen/ daß sein Anschlag zu Wasser worden/ ist er mit gantzer Kriegs-Macht auf/ und belagert A. 1471. in der Fasten die Stadt zusambt dem Schloß auf das Hefftigste/ laͤst auch viel Geschuͤtz vor die Stadt pflantzen/ mit welchem er die Mauern beschossen/ so feyerten hergegen die in der Stadt auch nicht/ sondern haben mit ihrem Geschuͤtz viel in dem Lager des Herzogen/ Edel und Unedel erschossen/ ja/ wie Fa- bricius schreibet/ die Trabanten an der Seiten des Herzogen/ der doch nichts erschrocken oder verzagt worden; sondern/ weil er ge- wust/ daß in der Stadt kein Proviant war/ hat er mit der Belaͤge- rung fortgesetzet/ biß endlich ein Accord durch sonderliche Schi- ckung GOttes den Montag nach Judica Anno 1471. getroffen wor- den/ daß nemlich Herzog Albertus Schutz-Herr des Landes/ Graf Matthes aber und Graf Wentzel Herren seyn solten/ und sich der Herrschafft in Ellnbogen gebrauchen/ immassen sie fuͤr dem entstan- denen Unwillen gethan haben/ und sie sollen die von Ellenbogen bleiben lassen bey aller ihrer Freyheit und Gewohnheit. Dieser Friede wehret nicht lange. Denn nach dreyen Jah- Ellenbogen von Graf Niclas und Hieronymo Gebruͤdern uͤberfallen. ren/ daß ist/ Anno 1474. als sich die Buͤrgerschafft wiedersinnig erzeigte/ uͤberfielen Graf Niclas und Graf Hieronymus Gebruͤ- der/ Graf Matthesen von Ellenbogen/ vertrieben aus der Stadt die Buͤrger/ und nahmen gemeiner Stadt Privilegien und Gerech- tigkeiten hinweg/ zwangen auch die Stadt nach ihrem Willen zu leben. Besonders aber/ da der alte Graf Matthes in seinem Z 3 hoͤch- Beschreibung des Fichtelbergs. hoͤchsten Alter Anno 1487. am Tag Tudmillæ gestorben/ haben die Theilung der Bruͤder. Soͤhne Ellenbogen Anno 1489. getheilet. Der aͤlteste Graf Ni- cklas bekam Falckenau/ Henrichsgruͤn/ Sebberg/ Neudeck/ Die- poltsgruͤn/ Voitsgruͤn/ neben des Marggrafen Haus/ in dem Ellenbogen. Der mittlere Graf Hieronymus bekam ein das Schloß Ellenbogen/ die zwo Kemmet/ neben Kuͤchen und Keller/ die Stadt Ellenbogen/ Warm Bad/ die Abloͤsung Koͤnigsberg mit aller Zugehoͤrung. Der juͤngste Graf Caspar bekam Schla- ckenwerdt/ Moͤnnichhoff mit aller Zugehoͤrung/ und in dem Schloß Ellenbogen die andern Gemach/ denn sie das Schloß in drey Theil abgetheilet haben. Jn folgender Zeit/ da Graf Hieronymus A. 1449. in Hun- garn zwischen Gran und Ofen auf dem Schildberg erschossen wor- den/ unterfingen seine Soͤhne Sebastianus, Qvirinus und Albertus sich des Regiments. Ellenbogen durch Her- tzog Geor- gen einge- nommen. Weiln aber die Stadt ihnen entgegen war/ nahmen sie bey Nacht durch Huͤlff Hertzog Georgen zu Sachsen/ꝛc. im Monat Februario die Stadt ein/ Anno 1504. wie aus dem dicto Chronolo- gico zu sehen: FeCIt SChLICken tIMere fLageLLIs. Die Wiedersinnigen liessen sie zwar leben/ doch musten sie aus der Stadt mit blossen Haͤnden ziehen; daher einer/ weil er wegziehen muͤssen/ wie Fabricius schreibet/ sein eigen Hauß ange- zuͤndet/ dadurch siebenzig Haͤuser in kurtzem weggebrennet seyn/ waͤre auch die gantze Stadt ausgebrennet/ wo die Kriegs-Knecht das Feuer nicht geloͤschet haͤtten. Andere sagen/ es sey das Feuer durch einen Burger in sei- nem eigenen Hauß/ doch aus Verraͤtherey eingeleget. Nach die- ser Eroberung/ welches die Einwohner das Stadt-Einnehmen nennen/ ist es erstlich unter Graf Sebastiani, (unter welchem es Anno 1505. de novo von den Boͤhmischen Staͤnden belagert wor- den/ und seyn die Obristen des Volcks gewesen Albrecht von Kol- lowrath/ und Adam von Neuenhauß/ weil sie aber nichts ausrichte- ten/ ist am Tag Benedicti Anno 1506. ein neuer Vertrag aufge- richtet/) hernacher seines Bruders Alberti Regierung gewesen/ der es Anno 1533. mit Hieronymo, Graf Caspars Sohn um Win- deritz Beschreibung des Fichtelbergs. deritz und Radenitz vertauschet hat/ bey welches Grafen Hiero- nymi Zeit es wieder durch Wilhelm Thumshirn Anno 1546. ist belagert worden/ und in dem nachfolgenden Jahr an die Boͤh- mische Kammer kommen. Zu dieser Zeit hat es sich gantz frey durch einen Kauf gemacht. Nun aber ist es wieder eine Koͤ- nigl. Boͤhmische Grentz-Vestung. Jn der Kirchen dieses Staͤdtleins/ welche unter dem Schloß Matthæus Schlick. liegt/ ist begraben der Edel und Wohlgebohrne Herr/ Hr. Matthæus Schlick/ Graf zu Passau und Weissenkirchen / welcher verschieden ist im Jahr nach Christi Geburt 1487. am Tag Ludmillæ, als er die Herrschafft Ellenbogen zwey und funfftzig Jahr hat innen gehabt/ wie heutiges Tages noch auf seinem Grab stehet mit folgenden Wor- ten: Anno 1487. die Sanctæ Ludmillæ, obiit magnificus \& generosus Dominus, D. Matthæus Schlick, qui justo titulo Dominus Elnbo- gæ ad quinquaginta duos annos possedit, cujus anima sit in pace. Sonsten ist zu mercken/ daß dieser Ort-Kreiß Ellenbogen vor der Zeit viel groͤsser/ als er jetziger Zeit ist/ gewesen: und ob er wohl zu unterschiedlichen Zeiten geschmaͤhlert worden/ hat er dennoch heut zu Tag fuͤnff Staͤdt/ als Ellenbogen/ (so Fabricius Ellenbogen. Anconam, Aventinus Helenobogium, andere Cubitum, item Saxo- Cubitum von dem Schloß/ das der Stein heisset/ genennet/) Schla- ckenwerd/ welches die Boͤhmen in ihrer Sprach Wostrow heis- sen/ und vor etlichen 100. Jahren ein Herr von Riesenburg/ Schlacco genannt/ solle gebauet haben/ Karlsbad/ Koͤnigsberg/ und Lich- tenstadt/ welche 5. Staͤdte ihre besondere Privilegi en und Freyhei- ten aus Koͤniglicher Kaͤyserlicher Begnadigung haben/ und sich derselben in ihren Rechten gebrauchen. Nachdem bereits zum oͤfftern in der Ellenbogischen Historie derer Herren Grafen Schlicken gedacht worden/ als wollen wir alles dasjenige/ was unser Brusch von ihnen schrifftlich hin- terlassen hier beyfuͤgen. Allhier (schreibet er) muß ich einen richtig gruͤndlichen Be- Genealogia derer Her- ren Grafen Schlicken. richt vermelden von denen Herrn Graffen Schlicken/ so den mei- sten Theil des Egerlaͤndleins innen gehabt/ derer auch in diesen und andern mehr Orten gedacht wird/ damit der guͤnstige Leser wissen Beschreibung des Fichtelbergs. wissen moͤge derer Ankunfft/ Erhoͤhung zu Graͤflichen Ehren/ und loͤblichen Posterit aͤt/ die sich des heiligen Evangelii je und all- wege treulich angenommen/ und dasselbe nach Vermoͤgen befoͤr- dert haben. Anlangend die Ankunfft Ehrengedachten Herren Grafen/ seynd zwey Stuͤcke in acht zu nehmen: 1.) Wes Landes/ und 2.) wes Standes sie vor Erhoͤhung zu Graͤflichen Ehren gewesen seyn. Jn welchen beeden Stuͤcken sich wiedersinnige und zweyspaltige Wieder- wertige Meynung der Scriben- t en von An- kunfft der Schlicken. Meynungen finden lassen. Dann erstlich Johann Lindener / sonsten der Pirnische Moͤnch / schreibet in seinem Manuscripto: Die Herren Schlicken im Egrisch und Boͤhmischen Lande haben ei- ne Adeliche Ankunfft aus Welschland und Schwaben. Dieses ist wohl recht von dem Muͤtterlichen Geschlecht/ weil Caspari und dessen Bruͤdern Frau Mutter eine Jtaliaͤnerin oder aus Jtali- schen Grentzen als Friauln gewesen: aber daß die vaͤterliche An- kunfft solle aus Schwaben seyn/ ist gantz und gar unerwiesen/ wird auch bey keinem Scribent en gefunden. Henricus Pantaleon schreibet in seiner Prosopographia auch an- ders/ dessen Worte sind: Er/ Caspar Schlick/ der beruffene drey Roͤmischen Kaͤyser Cantzler/ und sonsten etlicher Koͤnige und Fuͤr- sten Rath/ ist in Meißen von ehrlichen Eltern gebohren worden.ꝛc. Weil aber der Dom-Herr Pantaleon, wie auch andere den gantzen Refier und Tract zwischen der Elbe/ Saale/ und Eger/ wie aus Homilio, Christophoro Manlio und andern zu sehen/ dem Meißner- Lande zueignen/ kan seine Meynung nicht bestehen/ es wuͤrdens auch viele Nation en nicht zugeben. Der fuͤrtreffliche und gelehrte Mann Gregorius Fabricius als ein Auslaͤnder/ wie sichs ansehen laͤsset/ un- terscheidet ( lib. 7. Orig. Sax. fol. 800. ) das muͤtterliche und vaͤter- liche Geschlecht nicht recht/ da er saget: Scliccorum familia c Bassano Venetiæ oppido oriunda, nobilis \& antiqua est, \& virorum fortium alumna: d. i. der Schlicken Geschlecht von Bassaun einer Ve- netischen Stadt herruͤhrend/ ist ein Adelich und altes Geschlecht/ und eine Erzieherin vieler tapffern Leute. Æneas Sylvius, der hernacher Pabst worden/ gedencket seiner lib. de Orig. Bohem. C. 53. und schreibet/ (wie dann auch Bonfinius Rer. Ung. Beschreibung des Fichtelbergs. Ung. decad. 3. lib. 3. f. 408. ) Er sey wegen seines Vaters ein Franck gewesen. Diese Opinion als von einem/ der Caspari guͤnstiger Freund/ und in gleichem Alter gewesen/ ist der Wahrheit sehr aͤhn- lich. Allein daß Silvius eben an dem Ort schreibt/ es liege Ellen- bogen und Eger in Francken/ das machet die gantze Sache verdaͤch- tig/ und ist daraus zu schluͤßen/ daß Silvius, ein Auslaͤnder/ diese Oerter nicht recht unterschieden/ sondern aus den Variscis, welche Rechte Meynun, von dem Land/ aus welchem die Schli- cken sind. vor Zeiten Advocati genennet worden/ und heute zu Tage Voigt- laͤnder heissen/ francicam gentem machet/ derohalben halte ich ( salvo tamen rectius sentientium judicio, ) gantz davor/ sie haben in dem Eger- Laͤndlein gegen Ellenbogen gewohnet/ wie solches aus allen Um- staͤnden/ die in Graf Caspars und seines Bruders Matthæi Leben fuͤrlauffen/ zu schluͤßen ist. Und das sey von dem Land/ daraus sie sind. Folget nun von ihrem Standt/ darinnen sie gewesen/ ehe sie zu Graͤflichen Ehren erhoben sind/ da die Meynungen auch nicht uͤbereinstimmen. Der gemeine Mann/ wie auch Caspar Wolff/ Pfarrer zu Radenitz/ in der Leich-Predigt Graf Albrechts seel. zu Jena gedruckt/ halten gaͤntzlich dafuͤr/ Graf Caspars Eltern seyen Buͤrger zu Eger gewesen. Nun ist es wohl an dem/ daß Schlicken zu Eger gelebet/ als Es sind Schlicken zu Eger und Wunsidel gewesen/ die den Herrn Grafen nichts zuge- hoͤret. Heinrich Schlick/ der Anno 1423. Buͤrger und des Raths daselbst ge- wesen: es ist auch zu Wunsiedel gewesen Niclas Schlick/ der Aeltere/ und an Kaysers Sigismundi Hof Niclas Schlick/ der Juͤngere. Durch Vorbitte Caspari, damahls Kay ers Sigismundi Secretarii, sind sie zwar in den Reichs-Schutz genommen/ und des Zolls be- freyet/ wie es Sigismundi Diploma de dato Blindenburg An. 1426. bezeuget: Doch ist aus diesem nichts gewisses zu schluͤßen/ und ge- schiehet offt/ daß viele Geschlechte einen Namen fuͤhren/ darneben weder verwandt/ noch bekant sind. Daß aber Heinrich Schlick von Lason ein Adelicher Ritter Die Herren Schlicken haben eine Adeliche Ankunfft. gewesen/ ist aus vielen zu schluͤßen/ darunter fuͤrnehmlich ist/ daß er titul irt worden/ Nobilis \& famosus de militari genere, ein Adeli- cher und beruͤhmter Ritter. Item, daß ihm Illustris (ut est in anti- quis) Marchio Rolandus, Marggraf von Tarviß/ Graf von Alticoll und S. Salvatoris, seine einige Tochter Constantiam, die er mit seinem A a Gemahl Beschreibung des Fichtelbergs. Gemahl Beatrice, Graͤfin von Camin gezeuget/ zur Ehe gegeben/ mit der er/ so viel jetziger Zeit bewust/ 3. Soͤhne/ Casparum, Matthæum, Jꝛꝛige Mey- nung der Scribent en von der Posterit aͤt Caspari. und Nicolaum, derer infra soll gedacht werden/ erzeuget. Und ob wohl Matthesius und andere/ so ihm folgen/ setzen/ es sey Graf Matthes Caspari Enckel/ Hieronymi Sohn/ so ist es doch wider alle alte Schrifften/ darinnen zusehen/ daß Graf Caspar und Matthes in einem Alter gewesen. Nun waͤre es wider die Vernunfft/ daß ein Enckel seinem Groß-Vater gleich seyn solte. So schreibet auch Fabricius Orig. Sax. L. VII. f. 801. Matthæus sey Caspari Sohn/ welches durch vorgedachte Ursach nicht allein widerlegt/ sondern auch aus nachfolgender zu nichte wird/ da man in einem alten Contract diese Worte findet: wird von Caspar Schli- ckens seinem Gemahl/ seinen Bruͤdern Matthæo und Nicolao versetzt die Herrschafft Weißkirchenin Hungarn/ umb 1900. Gulden Hungarisch/ den Erbarn und Vesten Nicolaischen von Woißlanitz auf Abloͤsung. Dergleichen Brief und Contract werden etliche gefunden/ darin alle- Caspar Schlick. zeit Matthæus Caspari Bruder genennet wird. Und damit ich schließlich von Caspari und seiner Bruͤder Erhoͤhung zu Graͤflichen Ehren richtig melde/ ist zu wissen/ daß er in seinen maͤnnlichen Jah- ren/ Koͤnig Sigismundo in Hungarn zu Hof gezogen/ daran er ne- ben seinem Bruder Nicolao sich aufgehalten/ auch gedachtes Kay- sers zu der Zeit noch allein Koͤnigs in Hungarn Secretarius gewe- sen/ in Kriegslaͤufften ein Obrister/ wie zu sehen im Diplomate, welches datum Rom. ult. Maj. Anno 1433. Er wird auch in einem Diplomate vom Sigismundo, dessen dat. Nuͤrmberg den 31. Augusti Anno 1431. Hauptmann zu Eger und Burggraf zu Ellenbogen ge- nennet. Wann die Schlicken zu Graͤfli- chen Ehren kommen? Seiner treuen Dienst/ hohen Tugend/ besondern Verstandes und nahmhafften Wohlverhaltens halben/ ist er vom Kayser Si- gismundo in Welschland/ wie etliche schreiben zu Penthusio, A. 1432. neben seinen Bruͤdern zu Grafen von Passaun und Weißkirchen er- hoben worden. Wie aber die Posterit aͤt vom Stamm zu Grad und Graden erfolget/ ist in folgender Genealogia zu sehen. Caspar Schlick.ꝛc. Heinrich Schlick zeuget 3. Soͤhne/ Casparum, Matthæum, Ni- colaum. Caspar Schlick ist der 3. Roͤmischen Kayser Cantzler ohne einigem Beschreibung des Fichtelbergs. einigem Tuͤck des Gluͤcks gewesen/ hat entweder keinen Erben mit seinem Gemahl Agnes/ einer Fuͤrstin von Olsen und Keßel/ Kay- sers Sigismundi Bluts-Freundin gezeuget/ oder so er derselben be- kommen/ so sind sie in ihrer bluͤhenden Jugend vor dem Vater ge- storben/ wie dann desselben Gemahl auch A. 1448. in der Geburth geblieben/ und das nachfolgende Jahr A. 1449. Sonnabends nach Ulrici Casparus durch den Schlag getroffen/ Todtes verbliechen/ und mit grosser Solennit aͤt neben sein Gemahl (mit der er XI. Jahr in der Ehe gelebet/) zu Wien in dem Carmeliter-Kloster begraben worden. Nach seinem Todt seynd seine Herrschafften auf seinen Bru- der Matthæum, und seines juͤngsten Bruders Nicolai, (so vor ihm verschieden/) Soͤhne/ Wilhelm und Wentzel Schlicken gefallen/ wie von ihnen bald soll vermeldet werden. Matthæus Schlick/ Matthæus Schlick. Graf Caspars Bruder/ ist Herr uͤber den gantzen Stein Ellenbo- gen gewesen gantzer 52. Jahr: Er ist zu einem sondern hohen Alter kommen/ und A. 1487. gestorben/ liegt in der Stadt-Kirchen zu El- lenbogen zur lincken Seiten des Altars. Seine Soͤhne sind Graf Nicolaus zu Falckenau/ Graf Hieronymus, Herr zu Ellenbogen/ Graf Caspar/ Herr zu Schlackenwerd/ von deren Nachkommen ordentlich soll gemeldet werden. Von Grafen Nicolai Nachkommen. Der Falcke- nauische Stamm. Graf Nicolaus, Herr auf Falckenau/ Heinrichsgruͤn/ See- berg/ Neudeck/ Diepoltsgruͤn und Voigtsgruͤn ist A. 1468. bereit Nicolaus Schlick. Mannbar gewesen/ und Anno 1522. in dem Herbst gestorben/ liegt zu Falckenau begraben/ verliesse 4. Soͤhne/ Graf Wolffen/ Albin/ Victorin, Christoph. Graf Wolff ist A. 1556. den Donnerftag nach Oculi ohne Er- Wolff Schlick. ben gestorben/ liegt zu Falckenau begraben. Graf Albin war Herr zu Pommeisel/ ist A. 1547. in Ungnaden Albin Schlick. kommen/ und in das Elend vertrieben worden/ darinnen er bey dem Grafen von Bleichen gestorben/ liegt zu Wandersleben in Thuͤ- ringen begraben/ wie es auch sein Leich- oder Grab-Stein bezeuget. Mit einer Graͤfin von Leißneck (das ist ein alt Geschlecht/ und aus dem Stamm der Fuͤrsten von Sachsen/) zeugete er Grafen Chri- A a 2 stoph/ Beschreibung des Fichtelbergs. stoph/ Herrn auf Falckenau und Tuͤppau. Graf Christophs Sohn ist Johann Albin/ Herr auf Tuͤppau. Victorin Schlick. Abundus Schlick. Victorin, Herr zu Heinrichsgruͤn und Schoͤnlind hatte zwey Soͤhne/ Graf Abundum und Nicolaum. Graf Abundus, Herr auf Heinrichsgruͤn/ ist ohne Erben Anno 1547. gestorben. Niclas Schlick. Graf Niclas/ Herr zu Heinrichsgruͤn und Schoͤnlind/ liesse 3. Soͤhne/ Victorinum, von dem Graf Hugo und Victorinus; der andere Graf Nicolaum, so im Joachimsthal gestorben/ und der te Graf Joachim. Christoph Schlick. Der Vierdte Sohn Graf Niclasen des Aeltern war/ wie ge- dacht/ Graf Christoph/ dieser dienete unter dem Duca di Bourbon, halff A. 1527. Rom einnehmen/ und ist den 26. May davor erschoßen worden. Der Ellen- bogenischeStamm. Von Grafen Hieronymi Nachkommen. Hieronymus, Herr auf Ellenbogen/ teutscher Lehen-Haupt- mann im Koͤnigreich Boͤhmen/ ist Anno 1491. in Hungarn auffm Hieronymus Schlick. Schiltberg zwifchen Ofen und Gran erschoßen worden/ liegt zu Wien in dem Carmeliter Kloster/ wie es heute zu Tage die Grab- Schrifft ausweiset/ begraben. Sehastian Schlick. Seine Soͤhne sind 1. Sebastianus, der A. 1504. Ellenbogen be- lagert. A. 1528. ist er in Hungarn gezogen/ und darinnen geblieben. D. Martinus Luther ist ihm sehr gewogen gewesen/ wie es auch auswei- set seine Epistola dedicatoria, so zu lesen Tom 2. Wittenbergensi fol. 355. Quirinus Schlick. Qvirinus ist geistlich und ein teutscher Ordens-Herr gewesen/ A. 1498. in Pohlen gezogen und darinnen blieben. Albert Schlick. Albertus hat nach Absterben seiner Bruͤder Ellenbogen bekom̃en/ warmen Bad gebauet. A. 1533. Ellenbogen mit Hieronymo, Graf Caspars Sohn/ um das Spital im Winderitz und Radenitz vertau- schet. Jm protest irenden Krieg hat er unter dem Obristen Carl von Tscheratin 100. Curaßirer gefuͤhrt/ ist der Cron Boͤhmen Oberster Cammermeister/ des Marggrafthums Niederlaußnitz Land-Voigt gewesen/ dessen Sohn ist Andreas/ Herr auf Winderitz/ gewesen/ und Andreaͤ Sohn Graf Albrecht/ so ohne Erben gestorben/ und mit ihm ein Ast des Schlickischen Stammes untergangen. Von Beschreibung des Fichtelbergs. Von Graf Caspars Posterit aͤt. Graf Caspar der Dritte/ Graf Matthesens Sohn/ Herr auf Caspar Schlick III. Schlackenwerd/ Lichtenstadt und Moͤnichshoff ist der 31ste Schult- heiß zu Nuͤrmberg gewesen vom Jahr 1503. biß auf das Jahr 1505. als eben zu der Zeit war der Bayerische Krieg zwischen Hertzog Albrecht von Moͤnchen/ und Pfalzgraf Ruprechten/ ut est in MSC. Norimbergensi. Mit einer Graͤfin von Guttenstein hat er 10. Soͤhne und 3. Fraͤulein gezeuget/ teste Matthesio, derer 5. in der Jugend gestorben/ die andern haben geheissen 1.) Burian, so ohne Erben gestorben; 2.) Stephan/ 3.) Hieronymus, 4.) Hen- ricus, 5.) Laurentius, von welchem ordentlich Graf Stephan A. 1487. den 24. Decembr. gebohren. Dieser Stephan hat neben Graf Alexander, Grafen von Leißneck/ Herrn Wolffen von Schoͤn- berg/ Johann Pfluͤgen und Hanß Thomas Horn die durch gantz Teutschland beruͤhmte Berg-Stadt Joachimsthal/ so vor 36. Joachims- thal der be- ruͤhmten Beꝛg-Stadt Aufkunfft. Jahren ein klein elend Doͤrfflein gewesen/ Conradsgruͤn genannt/ mit Gebaͤuen beleget/ und zu einer Volck-reichen und beruͤhm- ten Berg-Stadt dergestalt erhoben/ daß wenig Staͤdte in Teutsch- land dieser in solchem Reichthumb und Gebaͤuden durch Silber erwachsenen Stadt der Groͤße nach vergliechen werden moͤgen. Dieser theure Herr Graf Stephan Schlick ist wenig Jahr her- Stephan Schlick. nach/ des lieben Vaterlands wegen/ mit seinem Koͤnig Ludwig in Hungarn wider den Tuͤrcken gezogen/ und darinnen in der Schlacht bey Mohaz entweder gantz erschlagen/ oder jaͤmmerlich gefangen/ und in die Tuͤrckey weggefuͤhret worden. Sein Sohn ist der fromme Graf Moritz/ Herr auf Plau Moritz Schlick. und Zwirschen gewesen/ derselbe/ ob er wohl in dem Pfluͤgischen Handel/ wie die Boͤhmischen Acta ausweisen/ in Ungnad kommen/ ist er doch ausgesoͤhnet worden/ zu Plau Anno 1578. Novembr. d. 9. ohne Leibes-Erben gestorben/ und daselbst begraben worden. Graf Hieronymus hat mit seinem juͤngern Bruder Graf Lo- Hieronymus Schlick. rentzen/ nach dem Todt Graf Stephans und Heinrichs den Joa- chimsthal wechselweiß jeder zwey Jahre regieret/ biß 1545. da sie denselben Koͤnig Ferdinando eingeraͤumet/ mit der Bedingung/ A a 3 daß Beschreibung des Fichtelbergs. daß sie ihres Zehends/ Erbkux/ und Huͤtten-Wercks unverhindert vor maͤnniglich gebrauchen moͤgen. Er ist erstlich Herr auf Win- deritz gewesen/ hats aber mit Graf Albrecht umb Ellenbogen vertauschet/ und Anno 1547. Herr auf Rabenstein und Maschau worden. Joachim Schlick. Mit seinem ersten Gemahl/ einer von Schoͤnberg/ zeugte er Graf Joachim/ Roͤmischen Cammer- Præsident en/ Herrn auf Schla- ckenwerd und Rabenstein/ teutscher Lehen Hauptmann/ und Kaͤy- serlicher Majestaͤt vornehmer Rath/ und in vielen Legationibus gebrauchet/ ist endlich bey dem Herrn von Schwartzenburg A. 1571. gestorben/ und zu Schlackenwerd begraben. Dessen Soͤhne sind 1.) Graf Julius, Herr zu Schlackenwerd/ so 1575. gestorben/ und einen Sohn Graf Joachim Andream/ Herrn auf Zwihan und Thurnowa/ der 1569. Sept. 9. gebohren/ verlassen. 2.) Graf Hie- ronymus, 3.) Graf Ferdinand/ Appellations- Rath im Koͤnigreich Boͤhmen. Sebastian Schlick. Mit dem andern Gemahl/ einer Graͤfin von Gleichen/ hat er Grafen Sebastian, erstlich Herrn auf Rabenstein und Schwan- berg/ hernacher Anno 1578. Pfand-Herren zu Petschau/ gezeuget/ ist A. 1594. in Hungarn gestorben. Seine Soͤhne sind Caspar/ so an den Polnischen Grentzen erschlagen worden/ und Hierony- mus, Herr auf Winderitz und hohen Frinau. Heinrich Schlick IV. Graf Heinrich der IV. Graf Caspars Sohn/ Herr zu Schlackenwerd/ ist Anno 1528. als er aus Hungarn kommen/ ge- storben/ hat zwey Soͤhne gezeuget/ Caspar und Heinrichen/ die beede Anno 1547. in Ungnaden gefallen/ doch ausgesoͤhnet worden. Die von Hauenstein. Graf Caspar/ Herr von Hawenstein/ zeuget 1.) Friedrich/ Herrn auf Plau/ Gottschau/ und Schoͤnhoff/ so Anno 1611. den 18. Dec. verschieden. 2.) Heinrich/ so vom Schlag aufm Wagen getroffen/ todt geblieben/ und einen Sohn Graf Caspar/ Herrn auf Ha- wenstein/ Plau/ und Gottschau verlassen. 3.) Procopium, der in Niederlanden sein Leben geendet. Graf Heinrich vertauschet Schlackenwerd mit Graf Joa- chim umb Herrendorff/ hielte letzlich Petschau/ ist zu Prag ge- storben/ und zu Petschau begraben worden/ seine Soͤhne sind 1) Georg Beschreibung des Fichtelbergs. Georg Ernst/ so gezeuget Graf Heinrich/ und Graf Friederich; 2) Philipp, dessen Sohn Leopold Heinrich. Der 5te Graf Caspars Sohn/ ist Graf Lorentz/ Herr neben Die von Neudeck. Graf Hieronymo im Thal/ hernacher Herr auf Ludiz/ Raben- benstein/ und Neudeck. Er ist Anno 1575. der aͤlteste Schlick ge- wesen/ und hat wegen seines hohen Alters seinem Sohn Chri- stoph Neudeck uͤbergeben/ ist gen Dieppoltsgruͤn gezogen und da- selbst gestorben. Seine Soͤhne sind 1.) Johann Schlick/ so an Kaͤyser Carls Hoff/ und endlich sein Mundschenck worden. 2.) Christoph/ 3.) Stephan/ so in Hungarn blieben. Graf Chri- stoph aber hatte 5. Soͤhne: 1.) Graf Stephan/ Herr auf Utritsch/ der gezeuget Christoph Ernst/ und Stephan; 2.) Wilhelm/ Herr auf Trachenz/ der zwey Soͤhne gelassen/ Albin/ und Johann Heinrichen; 3.) Ludwig/ der Christoph Melcher/ Hans Friedrich/ und Hanß Caspargezeuget; 4.) Matthes/ Herr auf Welchau/ 5. Christoph. Und dieses sey von der loͤblichen Grafs Matthæi Schlicken Posterit aͤt: folget jetzt seines Bruders Nicolai. Nicolaus Schlick der Juͤngere von Lazon/ Graf Caspers Nicolaus Schlick. des ersten und Matthæi Bruder/ hat gleichfalls 1426. an Kaͤysers Sigismundi, hernacher Alberti Hoff gedienet/ ist Anno 1439. mit ei- ner Voigtey umb Preßlau/ Neumarck und Jauer begnadet wor- den. Seine Soͤhne sind Graf Wilhelm und Graf Wentzel. Wilhelm ist ohne Erben gestorben/ ist Herr auf Seeberg ge- wesen. Graf Wentzel/ Pfleger zu Eger/ Herr zu Schoͤn- und Hertenberg/ hat 3. Soͤhne verlassen: Erasmum, Pancratium, regie- renden Herrn/ und Albert/ so keine Erben verlassen. Diese sind gewesen/ die man die Burggrafen von Schoͤnbach geheissen. Und das sey von denen Hoch- und Wohlgebohrnen Herren Grafen Schlicken/ so weit Bruschius von dieser Familie. Nun wollen wir ferner betrachten/ was unser Brusch von seiner Geburt-Stadt Schlackenwald Schlacken- wald nach Schoͤnfeld die aͤlteste Zinn-Berg- Stadt in Teutschland. beschrieben. Was er nun vom Schlackenwalder Bach auf- gezeichnet/ haben wir bereits oben in dem Bericht vom Eger- Strohm angehencket/ dahero nicht noͤthig ist/ solches allhier zu wie- derhohlen/ weswegen wir uns gleich zu der Stadt Schlacken- wald Beschreibung des Fichtelbergs. Wer Schla- ckenwald fund iret? wald selbsten wenden. Es ist aber Schlackenwald (schreibet der Autor, ) so nach Schoͤnfeld fast die aͤlteste Zinn-Berg-Stadt in Teutschland/ (wie noch alte Briefe/ so vor 300. Jahren geschrie- ben/ ausweisen/) Herrn Bursen und seines Bruders Schlauko oder Schlacko gewesen/ der zur Erhebung des Fleckens es nicht allein mit Aufrichtung der Gerichten und Stadt-Freyheiten/ auch Saltz-Kasten u. Wochen-Marck begnadet/ sondern 5. Doͤrffer mit Ruh und Recht zu diesem Stadt-Gericht geschlagen/ welchen Gehorsam sie alle Jahre 6. mahl leisten muͤssen. Nach geraum verflossener Zeit sind gedachter Herren Guͤther/ als Petschau Schlackenwald/ Schoͤnfeld/ Lauterbach (so allezeit vor ein Cor- Wer folgen- de Zeit Schlacken- wald gehal- ten. pus gerechnet worden/) an die Grafen von Gleichen kommen/ de- ren einer Graff Ernst die alten Stadt-Freyheiten/ so im Ellen- bogener Krieg und Unfried umbkommen/ Anno 1489. am Tage Ma- riæ Empfaͤngnuͤß wieder verneuert/ und die Herrschafft dem alten Herrn Heinrich/ Burggrafen zu Meissen/ Herrn zu Plauen einge- raͤumet/ welcher ebenmaͤßig dieselbe Privilegi en A. 1494. in Pfingst- Feyertagen confirmir et/ und in etlichen Articuln vermehret/ in welchem Jahr es gegen andern Land-Guͤthern mit den Hrn. Pfluͤ- gen von Rabenstein verfreymarcket/ bey welcher Herren Pfluͤgen Regierung GOtt die Klufft gantz reichlich nicht allein mit Zinn- werck/ sondern auch fuͤndigen Silber-Gaͤngen auf S. Barbara/ S. Ursula und andern Ober-Schlackenwald-Zechen mehr eroͤffnet hat/ durch welchen reichen Seegen GOttes die Stadt an Volck und Gebaͤuden maͤchtig zugenommen/ und Anno 1520. um den untern Theil als jetzigen Marck und Neustadt erweitert worden. Dann vor diesem war es ein kleiner Flecken an dem Ort/ welchen man heute zu Tage den alten Marck nennet/ hernach aber sind nicht allein die Oerter S. Anna in der Zech und Seyfartgruͤn mit Gebaͤuden erfuͤllet worden/ sondern die Herren Pfluͤgen ha- ben auch Anno 1532. die Leßnißgaß/ so zuvor eine schoͤne des Troͤt- schers Wiesen gewesen/ zu Hoff-Staͤdten erkauffet/ und der Stadt zum besten die Jahrmaͤrcke aufgerichtet/ wie dergleichen im gemeld- ten Jahr die zwey Mahl-Muͤhlen in der Stadt zu gemeinen Nutz erkaufft sind. Anno 1538. Beschreibung des Fichtelbergs. Anno 1538. ist Schlackenwald/ nach Absterben Herrn Hanß Pfluͤgens/ der Cron Boͤhmen Cantzler und teutschen Lehn-Haupt- mann/ so zu Prag gestorben/ und in der Prager Schloß-Kirchen begraben liegt/ kommen in die Hand und Regierung Herrn Ca- Caspar Pflug. spars Pfluͤgen/ Herrn auf Rabenstein/ Breitenstein/ Petschau und Koͤnigswerth/ der hernacher erstlich wegen verschwiegener Lehen Anno 1542. in Koͤnigl. Majestaͤt Ungnad kommen/ und dieselbe umb 80000. Schock loͤsen/ und denen von Plauen vor die erstandene Rechte 40000. geben muͤssen. Hernacher A. 1546. ist er zu einem General der Cron Boͤhmen Obristen erkieset/ dadurch in Koͤnigli- che Ungnade/ wie es die Act en ausweisen/ gefallen/ und in das Exi- lium getrieben/ darinnen er gelebet/ biß er zur Zeit Maximiliani II. ausgesoͤhnet zu Falckenau A. 1585. verstorben/ und zu Petschau be- graben worden. Von dieser Zeit an stehet Schlackenwald in der Hand der Boͤhmischen Cammer/ und ist nichts mehr als ein Cam- mer-Guth/ oder eine Berg-Stadt der Cammer. Diese Stadt ist mein Caspari Bruschii liebes Heimat und Brusch ein Schlacken- walder Kind. Vaterland/ in der ich angefangen habe in diesem Jammerthal und elenden jaͤmmerlichen Leben zu leben. Aus dieser Stadt loͤbl. und Zinn-reichen Bergwerck hat mein Wie viel Hꝛ. Casp. Pflug von Schla- ckenwald jaͤhrlich ge- habt. Gn. Herr Caspar Pflug/ Herr auf Petschau und Taschau jaͤhrlich uͤber dreyßig tausend Gulden genommen. GOtt der Allmaͤchtige/ der wie der Prophet sagt/ die Adern und Gaͤnge der Berge begna- det/ gebe laͤnger Gluͤck und Wohlfahrt/ wie er bißher gnaͤdiglich und vaͤterlich gethan/ wenn wirs nur auch treulich erkenneten/ und uns nicht undanckbar finden liessen. Zwischen Schoͤnfeld und Schlackenwalde liegt ein Berg die Hueb. Hueb genannt/ drauf arbeitet man jaͤhrlich in unzehlicher Sum- ma Zwitter/ daraus man mit wunderbahrer Arbeit das Zinn ma- chet/ welches nachmahls von dannen durch gantz Teutschland gefuͤh- ret wird. Unter Schlackenwald laufft der Bach gleiches Nahmens gen Schlacken- walder Bach. Ellenbogen/ allwo er mit solcher Macht und Gewalt in die Eger faͤllet/ daß er auch von Schlackenwald biß gen Ellenbogen/ dahin eine gute Meile ist/ viel Sand/ Zinnstein und Grauppen von denen B b Muͤh- Beschreibung des Fichtelbergs. Z. Theobal- dus. Muͤhlen mit sich dahin fuͤhret. Und an diesem Ort will ich M. Za- char. Theobaldus auch das Lob der Schlackenwaldischen Metallen nicht verschweigen/ weil unter allen Sachen der Natur/ durch wel- che sich GOtt denen Menschen hat offenbahret/ nicht das geringste ist das loͤbl. Bergwerck/ welches GOtt mit Kluͤfften und Gaͤn- gen selber erschaffen/ mit Floͤtzen/ Geschuͤck und allerley Berg-Art veredelt/ꝛc.ꝛc. Dann in denen Schaͤchten/ Laͤng- und Brenn-Oertern/ Stre- cken/ Weiten/ Tieffen und Federnutz kan man so wohl Goͤttl. All- macht/ Gnade und Guͤte mit dem Gruben-Licht erkennen/ als ober der Erden bey dem edlen Licht der hellen Sonnen. Man be- wundert die schoͤnen Stuffen von Zinn-Grauppen/ Floͤtzen und Straͤlen. Aber wann man dieselbe in staubichten Trusen/ rothen und weißen Mader findet/ muß man sagen/ daß es GOttes Ge- schoͤpff und Werck sey. Da sind wunderbahre Gaͤngstreichen/ Rammeln-Geschicke/ Kluͤffte/ die auf Hangendes oder Liegendes dazustehen/ und sich mit des Haupt-Gangs Art vermischen/ und vermengen.ꝛc.ꝛc. Weil dann nun GOtt der Allmaͤchtige auch mein Vaterland Schlackenwalde mit dergleichen Gabe verehret und erhaben/ als Hueb. will ich kuͤrtzlich die Hueb / wie sie zu dieser meiner Zeit ist/ be- schreiben. Wann das Bergwerck angangen? Erstlich ist weder mir oder andern in Schlackenwald bewust/ in welchem Jahr nach Christi Geburth GOTT diesen Ort mit Berg-Arten und Minerali en erfreuet/ und so man biß auf das jetzt lauffende 1612. Jahr es rechnen will von dem Jahr an/ da die Jn- wohner neben dem Feld-Gebaͤude des Bergwercks als Zinn auf Gefaͤhrten und Mahlzuͤgen sich gebrauchet/ so sind bereits 370. Jahr Multzen Geschlecht. verfloßen. Uber das ist der alte Heyno Multz vor 190. Jahren von Kuttenberg in dem Boͤhmischen A. 1422. Unfried/ wegen des Zinn-Bergwercks gezogen/ und sich neben seinen 3. Soͤhnen/ Er- hard/ Georg/ und Niclas Multzen allhier niedergelassen/ von welchem der Multzen Geschlecht hernach etliche Staͤmme zu Ade- lichen Ehren erhoben worden. So sind auch/ wie die Alten annot irt/ viel Schurpff und Pin- gen Beschreibung des Fichtelbergs. gen hinter der Hueb/ Binzinger und andern Orten mehr/ ehe der Hueb angangẽ/ gewesen/ die eine Anzeigung eines aͤltern Bergwercks. Weiln aber die Monument en sambt denen alten Stadt- Wann der Zwitterstock auf deꝛ Hueb angetꝛoffen? Freyheiten im Ellenbogner Krieg und Streit umkommen und von deneñ zuvorhergehenden Zeiten Gelegenheit kein gruͤndlicher Be- richt aufzubringen/ so will ich vom Jahr 1516. anfangen/ da nach dem Symbolo Chronologico des Christlichen Berg-Predigers Mat- thesii (eCCe fLorent VaLLes CVM eVangeLIo) auch dieses Zinn- reiche Bergwerck/ dessen sich die Jnwohner auf Gefaͤrthen und Mahlzuͤgen/ zu der Zeit gebrauchet/ auch fuͤndige Silber-Gaͤnge auf St. Barbara/ St. Ursula und andern Ober-Schlackenwald- Zechen mehr/ die mit dem alten Gesellschafften Stolln/ so in der Zech uͤberfahren/ ereigneten. Weiln auch vor dessen durch den Egrischen Stolln und der alten Stoͤllner Stolln/ so sie nach dem Bauern Schacht zutrie- ben/ sich die jetzige Hueb mit Zinn-Stein etwas reich erzeiget/ ist Bergleuten/ so sich von andern Orten anhero begeben/ Hertz und Muth wallend gewachsen/ auch hat Schlegel und Eisen klingen muͤssen/ besonders umb das Jahr 1520. als Hanß/ Sebastian/ und Hynzschko Pflug/ Herrn von Rabenstein/ regierende Herren gewe- sen/ in welchem Jahr eben das grosse Sterben im Schlackenwal- de grassi rt/ und man den obgedachten Zwitterstock auf der Hueb mit stattlichen bauen beleget. Es war zu der Zeit Bergmeister Hanß Seyda von Bam- berg/ und stundte das Silber-Bergwerck in guten Wuͤrden/ wel- ches folgends wegen der uͤberschwenglichen Grund-Wasser hat muͤssen aufgelassen werden. Das Zinn golte dasmahl nicht uͤber 10 oder 11. fl. und trug dennoch der Zehende eine unglaubliche Summa/ die bey unserer Zeit/ da doch das Zinn gestiegen/ nicht erreichet wird/ aus Ursachen/ daß es tieffer kommet/ und der Kosten taͤglich steiget/ auch die Al- ten/ wie es in der Hueb zu sehen/ alles so sie erreichet/ weil sie ge- konnt/ herein geschlagen. Jn dem 1525. Jahr ist die Muͤntz zu Schlackenwald aufge- Muͤntz. richtet worden. B b 2 Weil Beschreibung des Fichtelbergs. Weil auch vordessen Zwitter gemahlen/ welches einen grossen Puchwerck. Kosten trug/ erfande Hanß Poͤrtner das nasse Puchwerck zu der Zwitter-Arbeit/ welches noch im Gebrauch ist. Auffstand der Knab- schafft. Jm gemeldten Jahr ist auch die Knabschafft am Montag in der Creutz-Wochen aufgestanden/ und hat sich bey St. Anna an dem Berg gelagert/ so doch wieder gestillet worden. Zwitter sind reich. Umb dieses und nachfolgende Jahr sind die Zwitter reich und gut gewesen/ besonders in des Niclas Multzen Maas/ da das Fu- der zu Centnern geben/ und das Zinn auf 14. und 15. fl. gestiegen. Pflugen. Stollen. Damit man nun auch das Grund-Wasser gewaͤltigen moͤchte/ haben sie A. 1539. Herrn Caspar Pflugen Stollen zu treiben ange- fangen. Dieser Stollen ist angefangen unterhalb Schlacken- wald bey der 9. Theil Muͤhl/ und wird eine grosse Viertel Meil durch Berg und Thal auf die Hueb zugetrieben. Schnoͤden- stock gefun- den. A. 1543. ist ein neuer Zwitterstock mit dem Schnoͤden Stol- len bey Hanß Bern Muͤhl angetroffen/ und die Kuckes dieses Stollens pro 4. rthl. verkaufft worden. Berg-Ord- nung. Anno 1541. haben die Koͤnigliche Commissari en die Berg- Ordnung uͤbersehen und gemehret/ welche folgends zu Zwickau durch Wolffgang Meyerbeck gedrucket worden. Neue Hueb. Anno 1550. ist der Zwitter-Stock hinter der alten Hueb im Keghutspingen durch die Stoͤllner angetroffen/ eroͤffnet worden/ und ist am gemeldten Ort das erste Brechen Anno 1568. geschehen/ Brechen in der Hueb. da das Wetter zu aller Schaͤchten zugleich ausgestossen/ die Be- ambten waren damahls gleich in der Hueb/ derer hat etliche das Wetter wider die Bergvesten geworffen/ daß der Seelsack ge- knackt hat. Dergleichen Brechen ist den 14. April aufm Schaͤ- der-Stock geschehen/ da es zu Tage ausgebrochen/ wie es die Pin- gen annoch bezeuget. Sonsten habe ich zwey merckwuͤrdige Stuͤcke wohl observi- r et; das erste ist die Wasserkunst/ das andere die gefaͤhrliche Ar- Wasser- Kunst. beit der Bergleute. Die Wasser-Kunst ist auf dem alten Wasser- Schacht/ weicher der tiefste unter allen andern Schaͤchten/ in welchem/ so man zwoͤlff Fahrten/ (5. Sprissel an einer solchen Farth geben eine Claffter) abgefahren/ kommet man in die ober- ste Beschreibung des Fichtelbergs. ste Rade-Stuben/ darinnen ein uͤbergrosses Rad/ so im Diame- tro 7. Klaffter/ in Peripheria 22. Klaffter aus Angeben eines ge- lehrten Mannes hat. Was das fuͤr eine Groͤsse sey/ ist sich wohl zu verwundern/ besonders weil solches Rad mit einer solchen Geschwindigkeit herum lauffet/ daß einem das Gesicht vergehet/ ob es wohl mit einem solchen schlechten Wasser/ das vom Tag hinein durch einen Stollen gefuͤhret/ getrieben wird. Durch dieses Rad hebt das Gestaͤng die Grund-Wasser/ so mit dem Pflugischen als dem tieffsten Stollen nicht koͤnnen abgefuͤhrt wer- den/ daher weil das Bergwerck noch tieffer kommen/ und taͤg- glich kommet/ man unter die jetzt gedachte Kunst/ noch eine neue/ so das Grund-Wasser aus denen Erdtieffen hebt/ hat haͤngen muͤssen. Es ist gantz lustig und wunderbahr zu sehen/ wie das Was- ser in 4boͤrichten Roͤhren eines Schenckels dick (so es starck ge- lietert ist/) aus einem Satz in den andern gehoben wird/ und end- lich in den Stollen faͤlt und abfleußt. Diese Kunst weil sie tieff in der Erden/ kan in der groͤßten Winter-Kaͤlte nicht verfrieren/ sondern gehet fort/ welches doch in andern Bergwercken/ da sie am Tag gehaͤnget sind/ nicht ge- schehen kan. Anlangend die gefaͤhrliche Gelegenheit der gefaͤhrlichen Ar- Gefaͤhrliche Arbeit der Bergleute. beit/ so ist zu mercken/ daß sie in und an zwey Orten ist/ als Brenn- ort/ und den Weiten. Dann die auf Laͤngoͤrtern arbeiten mit Schlegel und Eisen sicher und verschraͤmen/ da das Feuer herna- cher ausweitet. Wann sie setzen/ so ist es am Mittwoch und Freytag/ das treiben sie/ bis abgelaͤnget ist/ alsdann machet man Brennoͤrter/ und aus denen Brennoͤrtern grosse Weiten daraus. Weil dann nun der Schlackenwaldische Zinn-Stock wegen Besondere Art des Beꝛgweꝛcks. seiner Arbeit diese besondere Art hat/ daß man mit blossem Leib arbeiten/ und die Bergveste sambt denen Knauten mit Feuer ge- winnen muß/ da hergegen die auf den Silber-Bergwercken es mit Schlegel und Eisen thun/ so geschichts auch in denen Brenn- oͤrtern/ in welchen man/ nachdem es groß oder klein ist/ setzet; ist B b 3 es Beschreibung des Fichtelbergs. es nicht hoch/ 1. 2. 4. Klaffter u. s. f. a. ists groͤsser/ 10. Klaffter und mehr. Jst nun in einem Brennort angestossen/ so giebt es die folgende Tage boͤses Wetter/ so/ daß man manchmahl vor Montag und laͤnger aufs Ort nicht kommen kan. Alsdann ist der Ort nie- drig/ so wird es mit der Keilhauen erlanget/ wo nicht/ wirfft man Farthen an/ schuͤret ein Feuer in die Mitte des Orts/ besiehet/ wo es am leichtesten zu gewaͤltigen/ und die Zwitter durch Brech- und Stoßstangen zu werffen sind/ welches sie in den Kestel und in der Hoͤ- he abarbeiten/ und sicher machen mit hoͤchster Gefahr/ weil manch- mahl die Floͤtz auf 2. oder 3. Stuͤck die Fahrt hauen/ den Arbeitern herab in die scharffen als Glaß oder Messer Waͤnde brellen/ dar- ein er am Leib hefftig verwundet wird. Liegt es herunten/ so schlaͤgt man es mit grossen und kleinen Faͤusteln/ und foͤrderts ferner durch die Knechte zu Tage aus. Was vor eine Hitze noch in der Hoͤhe seyn muß/ ist leicht zu erachten/ weiln sie mit blossem Leib arbeiten/ allein das Grubenhuͤtlein und Schu- he wegen der Hitze anbehalten/ und sich fornen mit einen Flecklein bedecken. Jch wolte gerne einen Bader sehen/ der seinen Gaͤsten so warm einheitzet. Sie stehen in Leibs- und Lebens-Gefahr/ grosser Ar- beit und Muͤhe in dieser unertraͤglichen Hitze/ daß der Schweiß totis undique rivis, d. i. Strohm-weise von ihnen fleußt/ wie sie dann mit einem Holtz/ welches sie einen Schaͤbel nennen/ densel- ben von sich abschaben. Kommen sie von der Farth/ und genuͤßen des frischen Wetters/ mein GOtt/ wie ein Lechzen ist dal viel legen sich/ und schnappen nach der Lufft. Andere so einen Schlaͤgel mit Wasser/ d. i. ein Legel uͤberkommen/ fallen viel eiffriger drein/ als Gideonis Lands-Knechte/ und giessen mit ihrem Schaden auf die Lump/ welches auch dazu hilfft/ daß wenig alte Hueb-Arbeiter ge- funden werden. Jst aber das Brennort/ besonders so es etwas klein ist/ sicher gemacht/ und ausgesaͤubert/ so ist es wie ein schoͤn herrlich Gewoͤlb/ wie ich dann kein schoͤners in Graͤflichen/ Fuͤrstl. und hoͤhern von neuer Jtaliaͤnischer Art erbauet Zimmer gesehen/ gantz ist es in einer Bergvesten/ weiß mit mancherley von Natur der Berg-Arten gefaͤr- Beschreibung des Fichtelbergs. gefaͤrbet/ welches/ so man dran klopffet/ gleich einem Metall klingt. Sonsten ist es in denen Strecken eine ziemliche Sache/ bald bistu warm/ bald kalt/ und must offt klettern/ offt mit gebogenen Knien kriechen/ offt gebuͤcket eine gute Strecke gehen/ auf daß du keine Kappen bekommest/ wie mir selbsten besonders in der Maas/ die man die 7. Poͤltze heißt/ geschehen. Mit denen Arbeiten aber/ die in denen Weiten geschehen/ hat es diese Gelegenheit: wann die grossen Brennoͤrter/ in einer/ offt wohl 2. Maaßen ausgefeuert seyn/ und die Festen auf Pfeilern ruhet/ so werden die Pfeiler entzwey gefeu- ert/ daß es zu Bruͤchen kommet/ alsdann ist die Gefahr gedoppelt/ weil das Gebuͤrg mit Gewalt hernach druckt/ welches allezeit/ wie allen Bergleuten bewust/ schwerer zu Nacht ist/ und drucket/ als Das Ge- buͤrg ist zu Nacht schwerer als bey Tag. bey Tag. Wird das Gebuͤrg ledig/ so gehet es mit einem Gepras- sel/ als donnerte es/ oder man brennete etliche Carthaunen loß/ und wird das Wetter so starck/ daß es die Arbeiter weit in die Stre- cken fortstoͤßet/ in welche sie/ wann sie das Brechen aus dem Kra- chen/ Schnappen und Drucken mercken/ gewichen sind/ dann wo sie den Staub in der Orten erwarteten/ so muͤste GOtt helffen/ oder es waͤre zu lange gewartet/ wie zu sehen an dem schrecklichen Exem- pel derer/ die von unversehenem Brechen sind uͤbereilet/ verschuͤt- tet/ bißweiln erhalten/ bißweiln jaͤmmerlich zerschmettert/ erdruͤckt/ und erschlagen worden. Ferner muß man in denen Bruͤchen auf ein neues Auszimmern Strecken machen/ aufdaß man das Ge- buͤrg/ so herein gangen/ bewaͤltigen und das Mahlmerck genuͤßen kan. Wird es nun wohl bewahret/ wohl gut den Arbeitern/ wo nicht/ so ist es so gefaͤhrlich/ als auf den groͤßten Brennoͤrtern; ja was gefaͤhrlichers/ ehe man die grossen Waͤnde/ so auf einan- der gesessen/ zergaͤntzet/ mit Feuer zertheilet/ mit Faͤusteln zer- schlaͤgt/ und durch die Knechte an das viele Ort foͤrdert. Jst aber das hereingegangene Gebuͤrge heraus geraͤumet/ so giebt es solche Weiten/ daß die groͤßten Haͤuser darinnen ste- hen koͤnnen/ wie dann heute zu Tage solche gefunden werden un- ter dem untern Kopphanen/ in Christops Multzen/ und Valtin Kuͤglers oͤberer Maaß. Zwar Beschreibung des Fichtelbergs. Zwar vor Jahren seynd noch groͤssere Weiten in Nicolaus Multzen Maaß gewesen/ davon Bergleute und andere/ so es be- fahren/ an allen Orten geredet/ und haben es die Zuhoͤrer nicht glauben wollen/ waͤre auch noch unglaublich/ so nicht heute zu Tage Weiten funden wuͤrden/ auch glaubwuͤrdige Beambte und Arbeiter waͤren/ die sie selbsten gesehen/ ehe sie zu brechen kom- men/ oder aber mit Sahlwerck ausgestuͤrtzt worden. Jn diesen alten Bruͤchen hingen die Waͤnde/ so sich auf Kluͤfften abgedruckt/ wie grosse Kacheloͤfen herein/ die man sehen Bart was es sey? konte/ so man einen Bart (das heissen die Bergleute ein Holtz/ so gantz duͤrr ist/ und uͤber sich geschnitz/ davon Faͤsen als an ei- nem Fluͤgenwedel hangen) auf eine Stange gestecket/ angezuͤndet/ und in die Hoͤhe ausgerecket. Jch habe in denen Bruͤchen der- gleichen grosse hereinhangende Waͤnde gesehen/ die mit starcken Baͤumen untersetzt waren/ daß sie vielmahl die Baͤume also zer- druckt haben/ daß mir die Haut geschauert/ wann ich durch eine solche Mausfalle kriechen solte/ da sie doch ungescheuet frisch dar- unter arbeiteten. Jn Summa/ so du die Arbeit alle/ so mit Ge- fahr Leibes und Lebens auf den Brennoͤrtern und Bruͤchen soltest sehen/ wuͤrdestu dich verwundern/ wie Menschen sich in eine solche augenscheinliche Gefahr wagen duͤrffen. Stoͤsset man 4. Haͤnge Holtz an/ daß ist/ 20. Klaffter/ dann eine Haͤnge 5. Klaffter giebt/ welches alles in Kaͤsten geschlichtet ist/ so siehestu deine Wunder/ wie das Feuer die Bergvesten be- zwinget/ da ist ein donnern/ krachen/ prasseln/ daß auch der be- hertzteste Eisenfresser/ so es nicht gewohnet/ davor erzittert. Sin- temahln die gantze Bergveste/ so es anzuheben faͤngt/ erschuͤttert/ daß der/ so zuvor nicht dabey gewesen/ vermeint/ es breche gleich hinter ihm wieder. Soltestu sehen/ wie sie die oͤffnen Floͤtz mitbrechte oder ei- chenen Stangen/ ja offt wohl mit den Seulen werffen/ die kluͤff- tigen Oerter mit eisernen Keilen auftreiben/ wollen sie anderst den Ort sicher machen/ wuͤrde dir selbsten der Balg grausen/ sie stehen auf der Farth/ muͤssen alles/ so hoͤher als sie ist/ herabwerf- fen/ Beschreibung des Fichtelbergs. fen/ betrifft es die Farth/ so hauet es dieselbe entzwey/ und muß der Arbeiter in die wie ein messerscharffen Floͤtz fallen. Nachdem Herr M. Zacharias Theobald in diesem seinem Hue- bischen Berg-Bericht oͤffters vom Wetter Erwehnung gethan/ so wollen wir auch seine Untersuchung anhaͤngen/ die er DE HALITU MINERALI quem metallici vocant den Schwaden gethan hat. Wovon er also spricht: I. Fertilis hæc doctorum virorum ætas non modo ambulacr ;a ; maxime præceptoris omnia perreptavit, sed juxisse inscrutabilia naturæ adyta rimari voluit. Testantur hoc artes, loquuntur scientiæ, decla- rant scripta doctorum. Quid ergo! nihil tentandum? absit, nam ma- le de natura censet, quicunque illam uno aut altero partu effectam esse arbitratur. II. Hæc cum aliis causis haud levibus me, aut aliquid , de halitu illo minerali, quem Germani vocant den Schwaden/ præsertim Schlaccowaldensium fodinarum (nam in aliis locis pro metalli varietate, ut videre est in metallicis venis montis Cuthnæ, alius esse potest,) conscriberem, impulerunt, quod jam missis longis ambagibus faciam. III. Antequam autem ad rem veniam, quædam præmittere \& volo, \& debeo, ut aures philosophorum morosas placem; quorum pri- mum est: Naturam hujus halitus ex natura deleteriorum non esse quæ- rendam, alias ad nullam certam sufficientemque causam, quæ animum nostrum cognitionis cupidissimum explere potest, pervenie- mus. Variæ sunt pestes \& mille nocendi artes, nec solum pontus fert vegetabilia venenata, vel juxta Homerum Ægyptus, sed \& Saxonis ar- va soli, aut Alpes Bohemiæ patriæ meæ. Quid? quod mel dulcissi- mum, sed ex eo venenum præsentissimum parare, nullius artis est. Et hoc multis sine justa, multisque nominibus necessaria occultatione ha- rum rerum probare nequeo. Ea propter statuo, ex metallo, quod illo in loco foditur, venenatæ illius exhalationis naturam esse cognoscen- dam: Alium enim halitum \& minus noxium plumbi, per nitrosiorem vero hydrargyri specus gignunt \& producunt, ceu Experientia mater C c artium Beschreibung des Fichtelbergs. artium comprobat. Hinc in Bohemia non procul ab urbe Mysa sunt fodinæ, quas vocant die Katzen/ quæ omnes metallicos ultra semestre in illis opus facientes, membris captos a laboribus consvetis arcent. IV. Insuper sciendum, mineralia volatilia venenata esse. Mercu- rius sublimatus sive exaltatus qvale sit venenum, scribere, quam per Expe- rientiam discere malo. Arsenicum volatile venenum plus quam Gorgo- neum, sed fixum tuto \& sine periculo in astmate assumitur. Hinc Li- bavius inquit: salubriter assumimus mineras venenatas, si alas præcidi- mus, ne volare possint. V. His præmissis ad desinitionem me conferam. Cumque alia sit : alia , de ambabus agam. Ad ety- mologiam igitur quod attinet, appellationem hujus, de qua agimus, re invenire nondum potui, si a Libavio discedo, qui halitum vocavit mi- neralem. Goclenius pestilentes halitus cum adjectione germanicæ vo- cis Schwaden/ indigitavit. Quapropter æquus censor id mihi vitio non vertet, qui eandem vocem germanicam, majoris lucis ergo inscri- ptioni apponere, exemplo aliorum, non erubui. Quid autem signifi- cet halitus vocabulum, sciunt ii, qui gustum saltem habent, quo etiam remitto. Nam positiones, non com- mentarium scribo. Minera Metallorum matrix est, locusque patrius. Zabarella per mineras omnia intelligit fossilia metallaria, quæ minera- lia ab aliis vocantur. Medici per hoc nomen intelligunt illum locum, ubi materia sita est: sic dicunt minera morbi. Sed nos in præsenti sumimus cum Zabarella in illa significatione, quæ sub se com- prehendit omnia fossilia. VI. Definitionem rei talem pono: Halitus ille mineralis est crassus Arsenicalis vapor, vi caloris summi in fodinis stanniferis ex stanni fecibus ortus. VII. Divisionem nullam invenio. Nam idem specie, numero modo diversus invenitur. Quicquid autem forma non differt, specie- bus quoque oppositis, in quas rem unamquamque dividimus, destitui- tur. Quid? quod sicut nubes hæc ab alia non differt specie: nec a- qua Albis, quæ est Wittebergæ ab illa, quæ Magdeburgi aut in Tibridos alveis rapidive Oaxis; sic etiam hi halitus. VIII. Sed ut res fiat magis perspicua, causas una indagabo \& primo Beschreibung des Fichtelbergs. primo efficientem. Sola autem causa est calor \& non subterraneus, qui quidem circa meam patriam, ob loca bituminosa (ceu Thermæ Carolinæ rem probant,) multus est, sed is, qui venit ab igne, quo metallurgi saxa solido adamante (liceat ita loqui,) duriora molliunt: is enim non in tertio, non quarto, sed super omnem gradum est: Imo major illo, quo calcis utuntur coctores. Nam 20. ulnas expli- catas sive majores ligni fagini uno tempore accendunt; hic audire est bombos, quos edunt rupes dissilientes, hic calore penetrante nimio fragores. Quid ergo mirum? si calor nimius a lapidibus segregat ar- senicum connatum? nam strues lapidum ærosorum ignibus subjectis tosta, terraque contecta, in superficie sua summa summarum relinquit arsenici sulphurati copiam. IX. Nec est, quod nobis objicis illud excrementum lapidum metalliferorum esse minus noxium. Nam aër purus, \& libera avo- landi copia, malitiam corrigunt ex parte. Imo diu iisdem in locis hæsitare nolo, aut illam materiam intra corpus sumere, qua mu- res, muscas, canes interficere quivis potest. Quid opus est verbis? stannum nimio calore pennas accipit, \& venenum est maximum propter solam arsenici vim. Hinc mirum non est, cur tot sunt iis in locis phtisici, cum ille venenatus halitus pulmones exulceret, multos catarrhos progeneret, qui vel sunt intra calvariam, vel extra; si intra cranium sunt, descendunt, \& vel stomachum (hinc nausea,) petunt, vel pulmones (hinc phtisis,) irrigant. Si extra cranium sunt, tunc, accedente putredine aliqua, caput fit scabiosum, vel si descendunt in membra, tunc arthritis, podagra \& ligatio omnium membrorum nascitur. X. proin sunt, qui contra hoc venenum mane pro- pinant fossoribus butyrum, ut videl. pingvedo retineat. Nam ad pulmones quomodo butyrum descendet? insuper per totum corpus aërem haurimus. XI. Materiam hactenus exspirationis esse vaporem multo ar- senico mixto, indubitanter credo. Nam lapides illos ærosos veneno illo abundare, probant experientia \& oculi, qui in furni concavitate illud vident. Multi volunt Cobaldum adjicere, quod ego non nego, sed primas do soli arsenico. C c 2 XII. Beschreibung des Fichtelbergs. XII. Hinc opinionem illorum nauci pendent emunctioris ju- dicii viri, dicentium: ut aër putridus \& corruptus (qualis deprehen- ditur tempore pestis, aut in puteis longo tempore contectis,) delete- rium est, hominesque interficit: sic aër corruptus in cavernis terræ ta- le gignit venenum. Nam stante hac opinione, nunquam tuti erunt metallici a metu hoc, qui alias exigui mercedis gratia summis cum la- boribus vitam circumferunt venalem. Ego certe mallem decies sta- re in acie, \& cum hoste pugnare, quam semel loca jugis veneni vi- dere, vitamque inglorius amittere: Nullo enim non momento evola- rent \& obvium factos perimerent. At hoc falsum: sciunt enim Me- tallurgi tempus spatiumque temporis ad aeris purgationem necessa- rium. Quid? quod aer etiam illis in cavernis movetur, agitatur, pur- gatur. Imò ipsemet tam purum aliquibus in locis Schlaccowalden- sium cuniculorum inveni, ut puriorem in terræ convexo desiderarem. XIII. Dicis forsan: Crederem, si non sulphur in spiraculis fur- nulorum metallicorum reperiretur. At heus tu! simplexne sulphur? nonne arsenicum separare possum? quapropter illud fornacibus adhæ- rens venenum arsenicum sulphuratum est. Facillime autem sulphur \& arsenicum commisceri sciunt illi, qui ex arsenico, antimonio, \& sulphu- re lapidem fecere dulcissimum. XIV. Adhuc dubitas forsan, cum credere non possis, quomodo tanta possit adesse arsenici copia, si solummodo in extremitate lapidum a lapidibus secernatur? at ego dico, calorem illum maximum etiam in medulla, ut ita dicam, lapidum ærosorum in arsenicum agere \& fa- cere, ut evolet. Nam, si per 3. alembicos transeunt spiritus, quid ob- stabit, quo minus per lapides poris abundantes? Natura cauta viam monstrat, \& educit non prohibente lapidum soliditate. Quid in em- pyicis pus per Urinam vel alvum, ceu ipsemet vidi, excernitur. Quis anatomicorum vias illas occultas vidit? natura inscrutabilis, natura, in- quam, invenit, \& per illas materiam nocentem educit. XV. Dicis: Omne solidum densum \& durum est; si itaque la- pides solidi sunt, duri ac densi erunt, prohibebuntque transitum corpo- ris arsenici, cum penetrationem non concedant. At heus? Spongia est- ne solida? est certe. Aer \& ignis suntne corpora solida? lectis certe ingeniis sunt: cum tota Sphæra ignis vel aeris sit sui plena, non alieni. Vide Beschreibung des Fichtelbergs. Vide sis Scaligerum Exercit. 76. Sect. I. Quam tu duritiem vel densita- tem illis in corporibus invenis. At nolo. XVI. Forma, quæ ex mixtione vaporis cum arsenico oritur, pla- ne ignoratur. Ideoque debitum hoc in loco naturæ venatori \& specu- latori diligenti persolvere non possum, cogorque pignoris loco relin- quere ingenui candidique animi verbum NESCIO. Obiter sciant curiosi, me statuere, arsenicum realiter a vapore non differre, cum propter mixtionem unum sint corpus, unamque formam consequuti. Valeant ergo, qui putant, arsenicum manere arsenicum, \& communicare sal- tem vapori vim nocivam. XVII. Finis hujus halitus est proprius purgare stannum ab ar- senico, \& auferre deleterium pessimum. Per accidens autem interficit homines incaute ad venenatum illum vaporem accedentes. Nam non hoc fine est, ut homines interficiat, sed ut eis proficiat: Nihil enim est in rerum natura, quod non ad usum aliquem hominum, ut homi- nes propter Deum sunt conditi, tendit. Si ergo aberrat a suo fine, non per se, sed per accidens agit. Et hæc de natura halitus venenati con- scribere voluit Theobaldus. Sonsten ist von Schlackenwald noch dieses zu erinnern/ daß Kriegs- Fatalit aͤten der Stadt Schlacken- wald. die Stadt Anno 1621. vom Grafen Ernst von Mannsfeld/ und bald darauf von denen Bayerischen/ Anno 1631. von denen Chur- Saͤchsischen/ und Anno 1632. von denen Kayserlichen eingenommen und erobert worden. vid. den Getreuen Reiß-Gefaͤrten durch O- ber- und Nieder-Teutschland. pag. 640. CASPARI BRUSCHII ENCOMION HUBÆ SLACCENWALDENSIS, Montis inexhaustas albi plumbi mineras continentis. Q Vi putat esse novum, veterum, vel prorsus ab usu Scriptorum vulgari alienum, aut vatibus impar Versibus, aut montes cantare, aut dicere colles, Præcipue naturæ aliqvid quos scimus habere Conditæ, \& ex sese fluvios effundere, dignos C c 3 Laude, Beschreibung des Fichtelbergs. Laude, aut thesauros alios in ventre tenere, Quos Deus in nostros usus, vitamque creavit, Fundamenta sua jaceret cum totius orbis: Id qui forte novum veluti mir atur, \& optat Causas nosse, qvibus conatus tractus in istos Non teneros potius juvenum descripserim amores, Qualis Naso canit reliqvorum turbaque Vatum, Gallus, Acidalia celebrisque Propertius arte, Et quem clare tulit cultum Verona Catullum: Is legat Andini doctissima scripta Maronis, Invenietque rogos Æthnæ, flammasque furentes Heroo dictas versu, versuque perenni, Quem nec avara dies (quæ dederit omnia) rumpet, Nec poterunt undæ, nec edaces perdere flammæ. Vos igitur juvenes! qui talia scripta Poëtæ Fel legitis, vel judicium de Carmine fertis: Desinitote rei tanquam novitate moveri, Quæ fuit antiquis etiam servata diebus. Ergo meo lingvis, animisque favete labori, Quo charæ imprimis patriæ volo gratificari, Mentis \& exercere aciem studiique vigorem. Quamvis hac etiam laudi ratione Deorum Consulitur, quam nos certe decet usque tueri: Cum sit finis is hæc humanæ causa cohortis Factæ ac dispositæ præsentis adocia vitæ. Ut taceam, quod \& hic Naturæ arcana latentis Commemor antur, \& ante hominum ponuntur ocellos, Quæ forsan DEUS \& Natura abscondere cæcis, Ne nobis essent vitiorum causa malorum Aut irritamenta, ut sunt, uoluere tenebris. Aut DEUS in nostros fortassis condidit usus, Hunc cum sideribus lucentem condidit orbem, Nec dubito, quin præclare mere antur \& illi De genere humano, quibus explicuisse Deorum Res pulchre ornatas præclarum aut dulce videtur. Ordiar Beschreibung des Fichtelbergs. Ordiar ergo jugumque canam, quo Teutonus orbis Non habet \& stanni plumbique feracius ullum. Tu mea Phaeba impelle furoribus ora sacratis, Nec quem juvisti toties, nunc desere vatem. Qui cupit ad fontesque tuos ascendere castos, Ac haurire tuæ dulcissima pocula turbæ: Sunt salubres longo qua terra Bohemica tractu Sese aperit, fama notæ usque ad sidera Bajæ; Carolus his quartus nomen dedit, ille ferarum Venator, latebras exquirens, fertur easdem Ut primus vidisse, ita toto primus in orbe Sumtibus excoluisse suis, ornasse locumque Libertatibus ob tepidas absque ignibus undas, Quas Natura coquit ferventis sulphure solis Accenso radiis media telluris in alvo. Talibus a Thermis non est procul urbs mediocris Slacconis Autoris nomen de nomine primi Accipiens, antiqua docent ut scripta vetustis Observatalocis. Addas Cognomina sylvæ Sclacconis, appellabitur hac cognomine sylva. Patria chara mihi, miseræ cui debeo vitæ Istius auspicium, cui debeo denique cuncta, Quæ debere potest aliquis nat alibus oris, Vallibus illa bis est amplis inclusa duabus, Quorum quæ prior est Schönfeldum attingit, eodem Munere præclarum longeque vetustius, a quo Jura petunt aliæ, quibus est excudere stannum Et labor \& studium: Quam late Teutona turba Et puteos telluris adit vestigat \& urbes. Turribus hæc altis non est circumdata muris, Qui possent hostes arcere, repellere tela, Atque laborantes intus defendere cives. Mœnia non illic, non propugnacula surgunt: Non arces, quia pax in ea dominatur, \& armis Nullus ibi locus est: non hostes atque tumultus Barba- Beschreibung des Fichtelbergs. Barbara terra fovet, verum aurea tempora pacis Diligit, \& magnæ scrutatur viscera matris. Est urbs divitiis toto notissima cœlo Candida quam spargit late sua lumina Phœbe. Has neque per fraudes aliquas artesve malignas, Ut fortasse solent aliæ, per aromata prava, Aut allata peregrinis per vellera terris, Per piper atque crocum, quod Eois fertur ab Indis, Sed virtute sua vigilique labore paravit. Dum terræ venas latebras \& opaca recludit, Obscurisque locis abstrusa perambulat antra. Ac ita sub telluris agit testudine crebras Ac infinitas fossas, mireque profundas Speluncas, ut ad Antipodum mox tecta domosque Oppositas nobis videatur posse venire, Vel Phlegethonthæi tumidam Plutonis ad Aulam. Scilicet ex illa Schænfeldum versus ituris, Obvius est tractu longo mons arduus HUBAM Patria Turba vocat. Non exhauribilis albi Thesaurus plumbi, Cererem e quo Teutones omnem Haurimus, bibimusque siti impatiente coacti. Ille suos grata dominos pietate beavit, Præmia quoque habitis dedit ampla laberibus annos Ac adeo longos, adeo constanter, ut illi Ne similem possis monstrare, aut dicere, quamvis Fertilis innumcros habeas Germania montes Auro famosos, argento omnique metallo. Ac multis adeo fuit hæc fortuna secunda Inferiore loco modicisque parentibus ortis Mæonios merito valeas ut dicere Crœsos, Qui vel Dulichio prius Iro pauperiores Extiterant, (adeo fortuna volubilis errat Passibus ambiguis) namque hunc modo deprimit, illum Evehit, ac iterum cum vult, detrudit eundem In nimium miseras ex ampla sede ruinas, Exuit Beschreibung des Fichtelbergs. Exuit ac opibus bene quem vix induit amplis. Quin etiam cujus ditioni est subditus, Heros Cui dedit Æratum titulos \& nomen aratrum Justitia nulli, nulli pietate secundus, Dexteritate, fide ac meritis ad sidera notus, Albis \& Egra rigant quam late flumina Boemos, Scilicet ille etiam titulo dignissimus omni Ex hoc innumeros thesauros Monte recepit: Effodiuntur enim vena quam divite nusquam Istius e montis puteis diversa metalla: Horum candidius plumbum esse frequentius ipso Hoc in monte solet: nusquam numerosius atque Dignius eruitur fulvo aut opulentius auro. Ausones id norunt, \& Gallia tota fatetur, Brachia quam late sua nobilis Adria tendit, Ac Antenorei dives fluit unda Timavi Qua fluit \& Rodanus, quam late Sequana Phoebi Nobilitatus aquis Celtarum terminat agros. Hi segregant stannum, ac auri prædulce metallum Divite Vulcano flammis ac igne subactum. Sed quæ causa metallorum sit materiesque, Id Sophiæ partim describunt dogmata nobis, Mentibus humanis partim Deus indidit author Cunctarumque Creator, opum terræque marisque Rector, \& ætherea Princeps Dominator in Aula, Qui Poenas statuit reprobis, ac Præmia justis. Stannum sulphuris est modici mixtura, levisque Argenti vivi. His accedit crassa vaporum Materies e terra ortorum, ac sulphureorum. Hæc ita miscentur pulchre tellure sub ima Ac Solis radiis agitantur \& igne coquuntur Æthereo, donec coalescat tale metallum. Nam Prisci veluti Vates Sophiæque Magistri, Commemorant, testatur \& experientia rerum, Terra metallorum est mater, quia continet illa D d Ventre Beschreibung des Fichtelbergs. Ventre fovetque suo. Titan Pater ille calore Vique sua vegetat sub terræ nata profundis Visceribus. Generant naturam scilicet ipsis Sulphur \& argentum vivum: Ex his omnia siunt, Quæ toto siunt gener antur \& orbe metalla. Quorum quod prius est terra, est subtilis \& aer Pingvis: in effigiem solari lumine coctum. Posterius terra est valde subtilis, aquarum Assumens aliquid gravium. Ac urentis id ipsum est Sulphuris \& Solis fervente calore coactum. Ex his omnia sub vasta tellure metalla Conflantur, quæ sunt irrit amenta malorum, Et quo purius est sulphur, quo purius atque Argentum vivum, quanto \& perfectius illa Purg antur Solis radiis, Solisve calore Omnia lustr antis, tanto solet esse metallum Purius ac præstantius ac subtilius ipsum. Hæc noster quia pura nimis mons continet iste, Et pravi nihil admittit crassique vaporis Ipsum etiam stannum tenerum solet esse, magisque Nobile, quam reliquisve locis regionibus. Atque Mons recte jacet, Eoos erectus adignes Non sylvis gaudens, varieque frequentibus antris Expositus Soli, sævo Solis que calori, Quo sic venarumque viæ sibræque coquuntur, Ut melius possint dein respondere colonis, Qui semper cupiunt, nunquam satiantur avari Hunc si conscendes, fortassis amore videndi Res \& mirandas \& visu ac nomine dignas, Tot nova scilicet \& vetera instrumenta videbis Totque casas, quas verius \& tentoria dices, In quarum medio funis ductarius urnas Fortibus actus equis circum perducit ab imo Ad summum putei, decusso monte refertas. Totque moletrinas, fabricas tot saxa novasque Res, Beschreibung des Fichtelbergs. Res, quibus apta dari vix possunt nomina, quas nec Viderunt veteres. Certe mirabere, quorsum Talia pertineant, ad quos prosintve labores, Aut quibus usibus instaurentur: Paulo videbis Post, opera \& studia ac adeo diversa, nec unquam Visa sub hoc toto prius æthere. Scilicet illic Turba metallica Persephones illabitur antris Per puteos, \& ibi fossas agit, atque lapillos Excindit, quos mox tractoria machina sursum Viribus e puteo juvenum rapit, acta duorum Sive trium. Videas sudoribus eruta Saxa In cumulum congesta pyram velut igne cremari, Atque ita molliri Vulcano, ut deinde minori Possint contundi, \& toler abiliore labore Grandia frangendo, in tenués mutentur arenas Saxa, repurgentur quæ mox fluvialibus undis: Sic quæ pondere sunt leviora, minusque futura Utilia, absorbentur aquis: sed quæ meliora, Illa sedent imo (cum sint graviora) bar athro, Atque manent. Hæc illyria pice sunt nigriores Qvi lapides fuerant prius amplæ molis arenæ. Quæ nigra sunt gravioraque conservantur: at alba Ac leviora molas extra congesta jacere In tumulo videas, donec labor ista secundus Perquir at, si forte boni quid inhæreat: ac sic Cuncta ad perfectum lavet ac examinet unguem. Nigra solent Patulæ fornacis in Igne liquari Inque albi plumbi massas ac frusta resolvi. Tales quotidie videas hic esse labores, Ac exerceri nullo non tempore ab illis Contempta quos pauperie juvat ire per altum, Et cum fortuna cristas attollere læta. Nec secus incumbunt operi duroque labori Quam formic arum solet agmen apumve propago Parvula. Formicæ, patitur dum temporis ætas, D d 2 Dum Beschreibung des Fichtelbergs. Dum calidi splendent Soles, \& gramina terras Obducunt, flavisque æstas exult at aristis: Farra legunt, parvis humeris congestaque grana In terræ caveas notissima tecta reponunt Pro se, proque suis. Gelidæ ne tempore Brumæ, Quando breves soles \& hyems glacialis eidem, Non instare sinunt operi, moriantur egenæ. Sic \& apes æstate nova, dum plurima circum Floret ubique seges, tellus dum procreat herbas, Et violæ molles \& candida Lilia surgunt: Per summos volitant apices, \& singula libant, Ac rorem cælo lapsum succosque svaves Floribus eliciunt, ex his fragrantia summo Mella labore legunt, in castraque cerea trudunt, Et dulci tandem distendunt nectare cellas, Ignavumque abigunt longo pecus ordine fucos. Sic etiam quorum foditur sudore metallum Conatu \& studio nunquam cessante laborant, Ignavosque procul pellunt, velut otia amantes, Atque libidinibus Cereri Bacchoque vacantes Talibus ergo parum tantisque laboribus aptos: Alter enim venas, extensaque brachia quærit Venatum, Divina sibi quas virgula monstrat Solis ad Eoos dum providus ambulat orbes Sollicitusque videt, quod inclinatura caput sit Parvula thesauri latitantis conscia virga. Alter emit partes foveæ, quas vendidit alter, Atque reliquit ut aut steriles, aut utilitate Non respondentes operæ duroque labori. Partibus his solet inter dum ditescere spretis Cui Placidam fortuna magis se præbuit alter Pauperie qui nuper erat vel pressior Iro. Sic regit hos etiam Cœli clementia montes, Qvæ certo duodena regit moderamine signa Atque gubernat id omne sacri munimen Olympi. Alter Beschreibung des Fichtelbergs. Alter agit fossas ac saxa metallica monte Decutit. Hæc alius multo sudore for amen Ad putei trahit, ac situlos ingentibus implet Molibus, hos solet ex atris traxisse tenebris In patulas auras rudis ac robusta juventus. Quæ magno rurale solet resonare boatu Carmen, stentoreaque suis placuisse puellis Voce cupit. Phœbi ac Musarum ignara juventus, Nata laboribus, \& rebus servilibus illas Præposuisse solet Phœbi doctæque Minervæ. Acutinem tali qvoque scrutaremur amore Scripta Prophetarum, Sanctorum dogmata Patrum Verba voluntatemque DEI: Cœlestia nempe Ac sanctas animas facientia dia metalla, Qvæ (quanto plumbum est argento vilius: aurum Dignius argento, præstantius \& mage gratum) Tanto nobiliora auro argentoque putari Debent a nobis \& haberi. Quantaque distant Inter se spatia hæc tellus cœlestis \& orbis Æterno distant æternaque gaudia luctu: Tanto absunt telluris opes, cœlique metalla Inter se spatio: Quanto lux atque tenebræ Dura silex, fulvo radiansque Chrysolitus auro. Nemo tamen miratur opes, venasque recludit, Biblia quas monstrant superique volumina cœli Scripta DEI digitis. Istas rarissima turba Cur at opes terræ, potius mir amur honores. Et quæ debebant nobis abscondita forsan Esse voluptatum, dum sunt fomesque malorum. Hæc nos exuimus studio summoque labore Sæpe in perniciem nostri quoque sangvinis. Et quam Cogitat id jam jam nimium rarissima turba? Natus Jessæa CHRISTUS de virgine, Summi Filius ille DEI, cujus nos sangvine sumus Participes vitæ, civesque novemplicis aulæ. D d 3 Scili- Beschreibung des Fichtelbergs. Scilicet is sua dogmata nos noctesque diesque Scrut arijubet, \& Cœli cognoscere Numen. Scripturasque vocat testes, quia testificentur De se, de meritisque suis, de morte, perennem Qva vitam peperit cunctis credentibus in se. Hæc si tu foderes etiam pretiosa metalla Patria clara, mihi nimium gratissima tellus: Si scrutareris patrii mysteria Cœli, Ac res æthereas generis pia semina nostri: Ah felix esses nimium, nimiumque beata, Ergo agnosce DEUM vitæ rerumque parentem, A cujus bonit ate fluunt quæcunque decori Aut aliquid bonitatis habent. Hunc dilige toto Pectore, \& huic offer totum Te. Scilicet ille est, Qui fœcundat agros, venas telluris, \& omne id Quod spectamus opus, quam late mundus uterque Solis lustr atur radiis, lustratur \& igne Omnia, quo totum redduntur viva per orbem; Clara equidem es Stanni seu candidioris acervis Perpetuis plumbi: DEUS autem conditor horum Aufferet hæc a te præstantia munera, si te Senserit ingratum meritis pro talibus esse. Nam quot præclaras urbes lugere videmus? Amissum propter decus, amissumque metallum, Quo viguere olim. Quid si te pœna maneret Hæc eadem, quod Dii potius tamen omen in ipsum Convertant. Ergo his Exemplis docta Donantis Verba fove superi. Veniet mox temporis ætas Ultima, cum terris qua corruet omnibus æther, Quicquid condidit \& Causæ sapientia primæ Causarum merito quæ perfectissima fertur. Ac ut cunctarum rerum venit ægra senectus Mole sua, quia nunc \& Majestate laborat Mundus, \& ingentem secum traxisse ruinam. C nitur aeri a Cœlestis ab arce Tonantis: Sic Beschreibung des Fichtelbergs. Sic quoque (ne dubita testantur id aurea Cœli Sidera \& humanæ scelera \& peccata cohortis,) Præ foribus telluris adest exhausta senectus: Nam se non adeo solet hæc præbere benignam, Quam se præteritis felicem præbuit annis, Ergo aliquem vitæ finem est extare necesse Istius, ac restare aliam, quæ longius istam Vincat \& exuperet. Magni tu Conditor orbis Hanc famulis largire tuis, largire ministris, Ad tua confugimus miseri qui templa, tuamque Imploramus opem, nostrasque agnoscimus vmni Perfidia sordes ac impietate refertas. Hactenus Bruscbius de Sclaccowalda. Helden-Gedicht oder Lob-Rede CASPARI BRUSCHII Uber den Hueb-Berg zu Schlackenwald/ als welcher einen grossen Schatz von Zinn-Metall in sich haͤlt. B Ewiß nichts neues ist/ die Berge zu besingen/ Die Alten stimmten schon den Huͤgeln Lieder an/ Jn derer Grund und Schlund sich reine Adern schlingen/ Die mancher kluger Geist nicht wohl ergruͤnden kan. Man sieht Crystallen-Fluth aus ihren Kluͤfften fallen/ Man sieht Gold-Silber-Schaͤtz ergoͤtzen unser Licht: Die GOtt/ als er gebaut den wunder Erden-Ballen/ Zu unsrer Lebens-Huͤlff und Nahrung eingericht. Sollt aber einer seyn/ der dieses Lied bewundert/ So ich dem Welt-Gebuͤrg und Huͤgeln angestimmt: Warumb nicht meinen Trieb die Jugend-Lieb bezundert/ Und meine Feder nicht von ihrem Eiffer glimmt/ Wie Beschreibung des Fichtelbergs. Wie Naso hat gethan/ und manche Dicht-Kunst-Lichter/ Die von dem Liebes-Oehl ihr Ruhm-Licht feurten an: Und wie Propertius der Kunstberuͤhmte Dichter/ Wie der/ den jetzund noch Verona liebt/ gethan. Der les’ des Maro Schrifft/ die Mantua noch preiset/ Jhm werden Licht und Feur anflammen das Gesicht/ So wann der Ætna -Berg aus seinem Zuͤgel reißet/ Die Scheiter-Hauffen selbst im schnellen Nu vernicht/ Er wird mit Augen sehn und unbetrogen finden/ Wie dieses jenes red/ in ein Gedicht geschrenckt/ So auch der Zeiten Neid/ zu keiner Zeit wird binden/ Wann man der Menschen schon auf Erd nicht mehr gedenckt. Die Wellen schwoͤllen sich mit unsern Ohren gellen Auch diese Macht beherrscht der Ohnmacht Hefftigkeit: Die Flammen gelten nichts/ man laͤßt den Neidhund bellen/ Der mit den Froͤschen frech die Cedern-Baͤum’ anschreyt. Du kluge Jugend-Schaar/ die du die Kunst-Gedichte Zum reiffen Urtheil ruffst/ und redest klug davon/ Laß dich bewegen nicht der Neuigkeit-Geruͤchte/ Als die vor Alters hat erlangt der Dichter Cron. Schenck mir dein Lippen-Paar/ und bleib dem Werck gewogen/ Womit dem Vaterland ich meistens dienen sollt: Als dessen Kindes-Lieb mich zu dem Thun gezogen/ Dadurch ich meinen Geist und Sinne schaͤrffen wolt. Doch muß man auch ein Aug auf GOttes Ehre haben/ Die gehet unserm Zweck und Willen ewig fuͤr: Weil alle die Geschoͤpff und hohe Schoͤpffers Gaben Dem Menschen sind geschenckt zur Lebens Lust und Zier. Jch will jetzt sagen nicht/ daß die verborgnen Sachen Der Mutter aller Ding/ der kuͤnstlichen Natur Ein solches Kunst-Gedicht pflegt offenbahr zu machen/ Wann es vor Augen stellt derselben Wunder-Spur/ Die Beschreibung des Fichtelbergs. Die GOtt und die Natur vielleicht verborgen liessen Jn dichter Finsternuͤß und ewig dunckler Nacht. Damit wir diese nicht als stumme Goͤtzen gruͤßen/ Und unser zarter Geist zum Abfall werd gebracht. Es kan auch dieses seyn/ GOtt wolte sie als Waffen Jn unserm Armuth-Standt und Nothdurfft reichen dar. Als er dieß Wunder-Rund und Himmels-Zelt erschaffen/ Und Lichter aufgesteckt auf seinem Stern-Altar. So bleibt dann derer Nahm den Sternen einverleibet/ Jhr Ruhm flieht Adlern gleich zur goͤldnen Sonne hin/ Wann ihr erhitzter Kiel von den Geschoͤpffen schreibet/ Die GOttes Wunder-Hand stellt auf die Erden-Buͤhn. Darum so fang ich an von einem Berg zu singen/ Desgleichen Teutschland nicht in seinen Grentzen haͤgt/ Aus dessen Adern uns viel edle Fruͤcht entspringen/ Der schweres Zinn und Bley in seinem Busen traͤgt. Auf! meine Phœbe auf! entzuͤnde meine Lippen/ Den du offt treulich halffst/ verlaß nicht dieses mahl; Jch steig nach deinem Born und Wolcken gleichen Klippen/ Und such den Nectar -Tranck in deiner Schwestern Saal. Die Qvellen meyne ich/ dort in den Boͤhmer Grentzen/ Wo dieß weit breite Land eroͤffnet seinen Kreiß/ Als dessen Ruhm-Gericht uns pfleget zu beglaͤntzen/ So seinen Wuͤrden nach das gantze Teutschland weiß/ Selbst Carolus der Viert/ der Weltberuͤhmte Kayser/ So einstens auf der Jagd den Thieren nachgejagt/ Und in dem Wald-Gebuͤsch durchkroche manche Reiser/ Nahm dieses Bronnen-Bad zum erstenmahl in acht. Durch seine Helffers-Hand steht es nun aufgefuͤhret/ Jndem das Landes-Volck die Freyheit lachet an/ Mit welcher jenes Gnad den edlen Ort gezieret/ Weil man das warme Bad ohn Feuer brauchen kan. E e Dann Beschreibung des Fichtelbergs. Dann selbsten die Natur dasselbe zubereitet/ So bald der Sonnen Flamm den Schwefel angeflammt/ Der samt dem Wasser wird an diese Grentz geleitet/ Aus dem die Hitz und Flamm des warmen Strohms her- Nicht weit von diesem Bad ist eine Stadt zu finden/ (stam̃t. Die nicht zu klein und groß in ihren Mauern gleißt: Und Slacco selbsten wolt auf seinen Nahmen gruͤnden/ Wie solches manche Schrifft des Alterthums beweißt/ Die von dem alten Land in Schlackenwald geschrieben. Hier ist mein Vaterland und meine Mutter-Stadt/ Die meine junge Bein in rechte Laͤng getrieben/ Und mich in duͤstern Wust der Welt gesetzet hat. Dem ich auch bleib verpflicht/ wie der sich haͤlt verbunden/ Dem eine Stadt und Land das Leben hat geschenckt. Jch fahre aber fort/ was ich mich unterwunden/ Es ist der schoͤne Wald beliebig eingeschrenckt/ Von einem Doppel-Thal. Das erste Thal beruͤhret Des Schoͤnfelds schoͤnes Feld/ den weitberuͤhmten Ort/ Der andre edle Staͤdt mit klugem Rath gezieret/ Und ihre Zinn-Arbeit verguͤnstigt frembden Port. Dahin der Teutschen Fuß sich oͤffters hat gewendet/ Nachdem die Lust-Begier sie hitzig angefeurt: Und sich so manche Zeit bald zu dem Rad verpfaͤndet/ Bald durch die Zinn-Arbeit der heißten Lust gesteurt. Doch ist die schoͤne Stadt mit Thuͤrnen nicht geschmuͤcket/ So sind die Mauern nicht von Qvater-Stuͤck gebaut/ Daß/ wann ein starcker Feind waͤr in das Land geruͤcket/ Man den zu treiben ab sich haͤtte zugetraut/ Und so der Buͤrger Fleiß in stoltze Ruh gesetzet; Man sieht hier keinen Wall/ auch keine Bollwerck nicht/ Kein Felßenfestes Schloß; weil sie der Fried ergoͤtzet/ Auch nie ein Wuͤrger-Schwerdt nach ihrem Leben sticht. Man Beschreibung des Fichtelbergs. Man weiß von keinem Feind/ man weiß von keinem Rasen/ Die Erde liebet nicht der Voͤlcker Barbarey: Es prangt das Friedens-Gold auf ihrem gruͤnen Wasen/ Sie zeiget/ daß ihr Sinn auch Friedenliebend sey. Sie suchet freudig durch das Eingeweid der Erden/ Als die im gantzen Jahr mit Fruͤchten schwanger geht. An Reichthum kan kein Land ihr leicht vergliechen werden/ Kein Stadt/ kein Land/ wo nur der Phœbe Lampen steht. Die aber hat sie nicht durch Land-Betrug erlanget/ Wie man sonst pflegt zu thun durch halb verdorbne Waar/ Durch Felle und Gewuͤrtz/ womit der Kauffmann pranget/ Durch Pfeffer und was mehr die Erde stellet dar. Nein sie hat ihre Schaͤtz durch ihre Muͤh bekommen/ Und ihre Tugend hat sie gleich beruͤhmt gemacht: Wann der behertzten Leut Hertz/ Muth und Haͤnd geglommen/ Daß sie nicht Noth und Todt in diesem Werck geacht/ Wann sie der Adern Spur in ihrer weiten Erden Als ein geheimes Ding durchsuchet auf den Grund; Wann auch der Schatten selbst must durchgeblicket werden/ Und ihr erhitzter Fuß in duncklen Kruͤfften stund/ So/ daß man in dem Land so manch Gewoͤlb erblicket/ So manche tieffe Krufft in ihren Grentzen findt. Jch mein/ es sey ihr Fleiß auch gar dorthin geruͤcket/ Wo sich der Menschen Fuß mit unserm Fuß verbindt/ Sie seyen bey dem Thron des Pluto schon erschienen/ Jhr unermuͤdter Fuß sey Hoͤllen abgericht: Wo bey dem Blut-Gericht auf Flammen vollen Buͤhnen Des Rhadamanthens Mund das stoltze Urtheil spricht: Da/ gegen Schoͤnfeld zu/ bey diesen tieffen Hoͤhlen Faͤllt einem ins Gesicht des Hubenberges Hoͤh: Als dessen weisses Bley und Zinn-Ertz nicht zu zehlen/ Davon der teutsche Mann vertreibt der Nahrung Weh. E e 2 Der Beschreibung des Fichtelbergs. Der uͤberedle Schatz hat gleichsam wohl belohnet Der Buͤrger Gottesforcht und kluge Emsigkeit/ So in derselben Sinn und Hertzen stets gethronet/ Mit kurtzen/ dieser war der Arbeit fette Beut: So/ daß dergleichen nicht in Teutschland ist zu finden/ Das sonst viel feines Gold in seinem Busen traͤgt/ Das manche Silber-Qvell pflegt kuͤnstlich zu ergruͤnden/ Und in dem Eingeweid manch schoͤne Ertzstuff hegt. Ja dieses hohe Gluͤck hat tausend hoch erhoben/ Den alleraͤrmsten Mann in solchen Standt gebracht/ Daß ihn die Tugend nun muß Ruhm vergnuͤglich loben/ Aus Irus wurde offt ein Crœsus- Kind gemacht. So ist des Gluͤckes Rad/ es irret hin und wieder/ Es wird den Kugeln gleich bald hin bald her gedreht: Den sie erhoben hat/ den stuͤrtzt sie wieder nieder/ Und der Gestuͤrtzte wird gleich so von ihr erhoͤht/ Den sie itzt reich gemacht/ der muß veraͤchtlich darben/ Sie raubet ihre Gab/ und stielt/ was sie geschenckt: Dem sie vor hat gegoͤnnt die Koͤrnerreichen Garben/ Der ist wie leichtes Stroh/ ins Armuth-Feuer gesenckt. Doch daß ich wiederkehr/ von dem ich abgewiechen/ So hat der theure Held/ den unser Pflug bekroͤnt; Der wegen Gottesfurcht dem Joseph ist verglichen/ Und ungerechte Leut wie Aristides hoͤhnt. Der durch die Redlichkeit ihm dieses hat erstritten/ Daß Eger und die Elb von seinem Nahmen weiß: Den seine Thaten selbst mit Ehren uͤberschuͤtten/ Jn dessen Ohren klingt sein immersteter Preiß. So/ sprech ich/ hat der Held unzaͤhlbars gut erlanget Von diesem Hubenberg und seinem reichen Bauch: Jn dessen Adern-Fluß das schoͤnste Ertzwerck pranget/ Und weder Stadt noch Land weiß von dergleichen Hauch. Hier Beschreibung des Fichtelbergs. Hier wird mit heisser Muͤh/ doch sondrer Lust gefunden/ Was andern wird versagt/ des Zinnes Reinigkeit/ Mit derer Schlund und Grund sich offt das Gold verbunden/ Wie dieß das Franckenreich gewust hat jederzeit. Es weiß Ausonien des Landes hohen Adel/ Jhr Ruhm flog von uns aus biß an Venedig hin. Auch Friaul saget selbst/ dieß Zinn sey ohne Tadel/ Sequana und Rhodan ruͤhmt annoch den Gewinn. Der Laͤnder Buͤrgerschafft weiß kuͤnstlich zuzurichten Mit kluger Feuers-Kunst dieß Zinn- und Gold-Metall. Die Ursach und den Zeug kan ihr Witz nicht erdichten/ Und was vor Weise fuͤhr der edle Ertz-Canal. Dieß aber lehren uns der Weisen weise Schrifften/ GOtt selbsten hat uns was davon gepflantzet ein/ Als der ein Schoͤpffer ist der Schaͤtze in den Kruͤfften/ Und diesem ersten nichts gab ein vergnuͤglichs seyn. Den Erden/ Meer/ und was sich reget in dem Himmel Und seiner Engel-Stadt als Fuͤrsten bethet an: Der als Gerechter strafft das boͤse Welt-Getuͤmmel/ Und denen gutes thut/ die auch was guts gethan. Demnach so ist das Zinn vom Schweffel Dampff vermenget/ Wozu Qvecksilber sich in warmer Erd gesellt/ Die werden durch und durch sehr kuͤnstlich eingedrenget/ Biß sie die Sonn und Lufft vermischt zusammen haͤlt. Und dieses Zinn-Metall wird in der Erd bereitet/ Wie dieß vor Alters schon die Dichter zeigten an; Als derer heisser Kiel sich auch dahin geleitet/ Was die Erfahrenheit bracht laͤngsten auf die Bahn/ Daß diese Erde sey die Mutter der Metallen/ Die sie in ihrem Bauch und Eingeweide naͤhrt: Die Sonn der Vater ließ die Waͤrme auf sie fallen/ Als welcher derer Seyn und gantzes Wesen mehrt. E e 3 Drum Beschreibung des Fichtelbergs. Drum wie schon angezeigt/ so wird das Zinn gezeuget Durch des Qvecksilbers Krafft und Schwefelheissen Rauch. Aus welchen zweyen ist/ was aus der Erden weichet/ Und was die Welt vor Ertz hat in derselben Bauch. Zu solchem Coͤrper thut viel eine reine Erde Und ziemlich fette Lufft die kocht das Sonnen-Licht; Daß aber diese Erd auch angezuͤndet werde/ So mangelt an der Schweer des Wassers nichtes nicht/ Mit Schweffel angefuͤllt: und dieses seind die Schaͤtze/ Die uns doch offtermahls ableiten von der Bahn Des edlen Tugend Wegs: der allgemeine Goͤtze Reitzt auch der Weisen Sinn zu tausend Lastern an. Je reiner Schweffel nun sich bey der Sach befindet/ Wo das Qvecksilber auch in gleicher Maaß ist rein: Je mehrer Hitze sich mit diesem Paar verbindet/ Je koͤstlicher Metall wird in der Erde seyn. So ist auch unser Berg deswegen hoch zu preisen/ Als welcher wenig grobs von Daͤmpffen mit sich fuͤhrt: Drum kan vor andern er viel edlers Zinn-Ertz weisen/ Mit welchem die Natur hat seinen Grund geziert. Man siehet diesen Berg recht gegen Morgen liegen/ Wo Phœbus seine Pferd zum ersten spannet an: Wo keine Baͤume sich von Zephyrs Wehen schmiegen/ Wo man so manche Krufft mit Augen sehen kan: Dort wirfft die Sonne hin die angefeurten Strahlen/ Und waͤrmt der Adern Lauff und der Metallen Gaͤng/ Daß sie der Knabben Muͤh verguͤlden und bezahlen/ Die doch nicht werden satt von solcher Schaͤtze Meng. Treibt einen nun die Lust auf diesen Berg zu gehen/ Gewiß er siehet hier/ was seine Augen weidt: Da sieht er Kunst vergnuͤgt den Zeug der Wercke stehen/ Und schoͤne Wohnungen nach Art der Zelt bereit. Jn Beschreibung des Fichtelbergs. Jn derer Mitten ist ein Zug-Seil aufgezogen/ An welchem ein Geschirr und schweerer Eymer hangt/ Wann dieser in dem Grund wird hin und her gewogen/ Und von dem edlen Ertz beschwehrt den Grund erlangt. So wird er wiederum erhoben mit den Pferden/ Und samt dem weissen Bley vom Grund herauf gebracht Bald werden dir gezeigt die Muͤhlen in der Erden/ Bald Steine die von Ertz sehr kuͤnstlich sind gemacht/ Die Menge heisset mich und meine Feder schweigen/ Weil sie die Nahmen nicht der Sachen nennen kan/ Die auch das Alterthum nicht konte recht erreichen/ Und im Gedaͤchtnuͤß nur mit Wundern schreibet an: Gewiß man wundert sich/ wozu sie doch gehoͤren/ Zu wessen Nutzen dieß und jenes eingericht: Wie sie der Knabben Lust in ihrer Arbeit mehren/ Als derer Hertz und Sinn in dieses Ertz verpicht. Man siehet uͤber das bey solchem Werck und Zeugen/ Was vor der Himmel nie dem Menschen fuͤrgestellt/ Wie der Bergleute Fuͤß der Kruͤfften End ersteigen/ Und ihr behertzter Leib in diese Hoͤhlen faͤllt. Wie manchen Graben sie bald hier/ bald dorten machen/ Und Felßenharte Stein mit Muͤhe hauen aus: Biß durch den Haspel sie mit unerhoͤrtem Krachen Die Leute ziehen auf nicht sonder grossem Graus. Die Steine haͤuffet man auf einen Ort zusammen/ Wie man geschlachtes Holtz gerad zusammen schlicht: Und zuͤndet alles an/ damit es durch die Flammen/ Werd desto schuͤcklicher und feiner zugericht. Biß daß das heisse Ertz gerinnet/ und zerschlagen/ Und alles wird so klein/ als an dem Meer der Sand/ Das sie von diesem Werck hin in das Wasser tragen/ Und saͤubern in dem Fluß es mit genetzter Hand. Was Beschreibung des Fichtelbergs. Was nun was leichtes scheint/ und wenig moͤchte dienen/ Das wird hinweg gefuͤhrt vom ersterwehnten Fluß/ Was einen Nutzen schafft auf der Berg-Knabben Buͤhnen/ Den Boden/ weil es schweer/ zu nechst erkiesen muß. Dieß letzte aber ist wie Pechschwartz angeschwaͤrtzet/ Und wie ich schon gemeldt/ fast ziemlich angeschweert: Das weisse hebt man auf/ als welches ausgemertzet/ Und noch der andern Hand und Arbeit angehoͤrt. Allwo man fleißig sucht/ ob nicht noch was zu finden/ Das vielleicht anderswo viel Nutzen schaffen koͤnt: So will ihr hoͤchster Fleiß das kleinste gar ergruͤnden/ Damit die edle Gab werd nuͤtzlich angewendt. Das angeschwaͤrtzte Ertz wird noch einmahl zerlassen/ Biß endlich weisses Bley daraus bereitet ist: Dergleichen Muͤh die Leut fast alle Tag erfassen/ So daß auch mancher gar die Speiß und Tranck vergießt/ Damit bey reichem Lohn die Armuh er verjagen/ Und sich in hoͤhern Standt moͤg schwingen aus dem Koth/ Nicht anders als die Bien die Speiß zusammen tragen/ Damit sie nicht verderb die rauhe Winters-Noth. Und wie die Ameiß thun/ so lang der Sommer lachet/ So lang der Himmels-Fuͤrst die warmen Strahlen zeigt: So lang so manches Kraut die Erde lieblich machet/ Und mancher schwerer Halm sich vor den Winden beugt. Sie traͤgt die Koͤrner zu auf ihrem schwachen Ruͤcken/ Versteckt die gantze Haab tieff in die Erd hinein: Sich uud die ihrigen in Mangel zu erqvicken/ Damit der lange Frost ihr Todt nicht moͤchte seyn. Der Koͤnig macht es so/ der Wunderkleinen Bienen/ Wann in der Fruͤhlings-Zeit der gruͤne Saame steigt; Wann in Adonis Heyn die Silber-Lilien gruͤnen/ Und Zephyrs kuͤhle Lufft den blauen Veil bestreicht. Sie Beschreibung des Fichtelbergs. Sie fliegen an die Spitz der Zuckervollen Blumen/ Und loͤsen nur das Best/ das Honigsuͤße/ ab: Sie schnappen nach dem Thau in theuern Kunst Idumen, Und tragen allen Raub die wohl besaffte Gab Jn ihre Zellen ein/ die sie mit Wachs beschmuͤcken/ Jn dem verborgen liegt die eingebrachte Speiß: Und wann sie neidisch will die Hummel Rott beruͤcken/ Sie in das breite Feld hinfliegen hauffenweiß. So muß der heisse Schweiß die warme Stirne netzen/ Der aus der Erden Hoͤhl will graben solch Metall: Er hasset alle die/ so sich zu Bacchus setzen/ Und bey der Schwelgerey nur lieben Hall und Schall. Dann diese taugen nicht dergleichen zu verrichten/ Hier findt nur einen Platz die treue Emsigkeit: Man muß das Leben faßt zu diesem Thun verpflichten/ Die Adern der Metall zu finden jederzeit/ Die ihm die Ruthe zeigt/ so sie die Erd bestreichet/ Wann dieser/ so sie fuͤhrt/ sich gegen Morgen wendt: Und gantz bekuͤmmert merckt/ wo selbe sich hinneiget/ Und so des Knabben Sinn zu den Metallen lendt. Als ob ihr wissend waͤr/ wo alle Schaͤtze liegen/ Und wo der Adern Lauff sich fuͤglich fange an/ Denn diese Ruthe wird sich auf die Seite schmiegen/ Daß auff der andern sie nicht wuͤrcklich ruhen kan. Hat aber an der Krufft der schon Verdruß bekommen/ Weil sie/ wie vor geschah/ nicht reiche Zinße giebt: So ist bey diesem wohl die Reitzung angeglommen/ Der sich mit einem Kauff in dieses Ertz verliebt. Doch es geschiehet auch/ daß der sich angekauffet/ Mit einem groͤssern Gluͤck die alte Krufft besitzt: Und daß in diesem Grund die Adern reicher lauffen/ Ob dieser nicht also wie jener hat geschwitzt. F f Ja Beschreibung des Fichtelbergs. Ja er wird offtermahls in einem Jahr begluͤcket/ Und mit Verwunderung in Crœsus Standt gebracht/ Da ihn und seine Hoͤhl die Armuth vor zerstuͤcket/ Daß ihn vor der Natur der Mangel todt gemacht. So ist des Himmels Gnad ja alles zuzuschreiben/ Als welche hohe Berg und Huͤgel auch regiert/ Nicht anderst wie sie pflegt die Zeichen umbzutreiben/ Mit deren zwoͤlffen ist das blaue Zelt geziert. Der graͤbet muͤhsam aus die tieffen Bronnen-Qvellen/ Behauet das Metall/ reist ab die harten Stein: Der will auch seinen Fleiß zu jenes Schweiß gesellen/ Und ja mit Schanden nicht ein Muͤßiggaͤnger seyn. Er sendet das Geschirr/ den Eimer in die Hoͤhlen/ Und zieht es in die Hoͤh mit einem festen Seil/ Wozu man starcke Leut vor andern muß erwaͤhlen/ Und dieses wird verricht nicht ohne Mord-Geheul. Dann steht die Sache wohl/ so wird auch eins gedudelt/ Damit der junge Bursch der Gret gefallen will: Ob gleich zuvor die Noth und Todt auf sie gestrudelt/ Und ihren frechen Mund die Furcht hieß schweigen still. Nun diese Arbeit pflegt die harten Leut zu treiben/ Die fast mit einem Wort zur Muͤh gebohren sind; Weil GOtt wolt dieß Geboth in ihre Seele schreiben: Mit Schwitzen iß dein Brod/ du Suͤnden-Menschen-Kind! Ach aber wolte GOtt! daß wir auch wuͤrden kluͤger/ Ach daß auch unser Sinn waͤr also angesteifft! Ach daß doch unsre Lieb liebt der Propheten Buͤcher/ Die sonsten nach der Welt Vergaͤnglichkeiten greifft! Ach daß wir lerneten den GOtt beliebten Willen/ Der uns hie/ der uns dort auf ewig seelig macht! Es kan dieß Himmels-Ertz den Seelen-Hunger stillen/ Wann sie der Mangel hat in herbe Noth gebracht. Das Beschreibung des Fichtelbergs. Das mag nun unsern Geist vergnuͤgen und ergoͤtzen/ Als welcher lieber soll/ was GOtt und goͤttlich heißt/ Kein Silber und kein Gold ist ihme gleich zu schaͤtzen/ Wie dieß vor schlechten Stein auch selbst die Einfalt preißt. So weit steht von der Erd die blau Saphierne Buͤhne/ So weit die Himmels-Lust ist von der Eitelkeit: So weit/ wann Phœbus nur im duncklen Schmuck erschiene/ Auch uͤberlegen ist das Licht der Dunckelheit. So weit ein Chreysolit den Kießling uͤberwindet/ So weit ein Sammet-Rock dem Barchet gehet fuͤr/ Ja wann sich alle Welt mit allem Guth verbindet/ So langt es dennoch nicht an dieser Buͤcher Zier. Wann unser Augen-Paar zu einer Qvelle wuͤrde/ Und sich gar Tag und Nacht ein heisser Strohm ergieß/ Fuͤrwar die koͤnten nicht die grosse Suͤnden-Buͤrde Wegschwemmen mit dem Bach; wer aber glaubet dieß? Fast keinen findet man/ der diese Schaͤtze achtet/ Und mit erhitztem Sinn die Biebel Adern sucht: Der diese Wuͤrdigkeit der Buͤcher recht betrachtet/ Was Wunder? daß uns GOtt gar in die Hoͤll verflucht? Sie sind von GOttes Hand und Fingern selbst geschrieben: Wer aber/ leider! acht die Gnad der Ehren werth? Sie lieben vielmehr das/ was einmahl muß zerstuͤben/ Die Erde hasset nicht/ was kommet von der Erd. Der Reichthum fuͤllt den Raum/ der nimmersatten Augen/ Man suchet hohen Standt und ungemeine Ehr: Die aber zu der Suͤnd/ wie Stroh zum Feuer taugen/ Und machen/ daß der Mensch nur suͤndigt mehr und mehr. Da henget unser Hertz/ da schweben unsre Sinnen/ Hier klebet unser Geist gleich als an einem Pech: Da will nicht Muͤh noch Fleiß in Kaͤlt und Frost zerrinnen/ Es wird der gantze Mensch in seinem Wesen reg. F f 2 Seht/ Beschreibung des Fichtelbergs. Seht/ Christus GOttes Sohn aus Davids Stam̃ entsprossen/ Als dessen theures Blut uns Himmels-Buͤrger macht: Der an des Creutzes-Stamm wie fettes Wachs zerflossen/ Und uns durch seinen Todt das Leben hat gebracht. Die Himmels-Wahrheit spricht auch mitten in dem Schatten/ Jngleichen wann die Sonn am heitern Himmel steht: Soll sich der Himmels-Theil mit seinem Wort vergatten/ Biß nach der Eitelkeit er zu der Weißheit geht. Dieß sey ein wahrer Zeug/ die fuͤglich von ihm zeuge/ Jndem ersehe man sein Leiden/ Blut/ und Todt; Durch welchen seine Hand der Glaubens-Schaar darreiche/ Was ferner sie erloͤß von Suͤnd und Hoͤllen-Noth. O theures Vater-Land! ihr mir geliebte Grentze/ Ach daß auch eure Treu moͤcht suchen diesen Schatz! Ach wolte wolte GOtt/ daß deinen Grund beglaͤntze/ Daß dieß geheime Guth bey dier auch finde Platz! Ach soltestu den Glantz mit offnen Augen schauen/ Der scheinet deinem Fuß/ und fast dein eigen ist! Du wuͤrdest dir ein Schloß der steten Wohlfarth bauen/ Das in dem groͤßten Sturm der Feinde wird nicht wuͤst. Ach so bedencke doch/ der dich sowohl bedencket/ Von dessen Guͤtigkeit du Guth und Leben hast! Ach schencke diesem dich/ der sich dir gantz geschencket/ Der einig dir zu gut das schlimmste aufgefaßt. Auf! gegen diese Gnad entflamme deine Geister/ Entreisse dich der Welt/ und reiß zu deinem GOtt: Laß spielen GOttes Lieb in deinem Hertz den Meister/ Denn frembde Liebe bringt mit Mißvergnuͤgen Spott. Der Hoͤchste segnet dich/ dich und auch deine Felder/ Der leget deinem Grund die reichen Adern ein/ Dann alles kommt von ihm/ was geben Wild und Waͤlder/ Und was auf diesem Rund faͤllt in den Augenschein. So Beschreibung des Fichtelbergs. So weit das Sonnen-Rad mit Strahlen umb sich greiffet/ Und durch vergnuͤgte Waͤrm erhaͤlt dieß weite Rund/ So viel entlegne Ort die Feuers-Flamm bestreiffet/ Und was verborgen liegt im Abgrundtieffen Grund. Es weiß von deinem Ruhm der herrlichen Metallen Fast eine jede Cron/ und wo ein Scepter blinckt: Bedencke aber dieß/ daß dieser koͤnne fallen/ Wie offt ein hoher Thurm in eine Tieffe sinckt. Wann du dem Guckuck gleich verachtest diese Gnade/ Und reichest deinem GOtt vor hohen Danck Gestanck/ Wie solches manche Stadt erfuhr mit ihrem Schade/ Die zwar viel guts empfing/ gab aber wenig Danck. Sie liegt in ihrem Blut/ und mag nicht recht beklagen Die Staats-Veraͤnderung und gantz verlohrnen Pracht. Wie/ wann auch traͤffen dich dergleichen Klag und Plagen? Der Himmel wende es durch seine grosse Macht! So spiegle spiegle dich an frembder Staͤdt Exempel/ Laß frembdes Ungluͤck dir dein Gluͤck und Wohlfarth seyn. Schenck GOtt und seinem Wort dein Hertz zu einem Tempel/ Soll anderst Land und Hand befreyet seyn von Pein. Zuletzt kommt doch die Zeit/ da Himmel und die Erde Wird in dem Augenblick zu kleinen Truͤmmern gehn. Da alles/ was gemacht mit einem Wort: es werde / Wird mit Verwunderung in vollen Flammen stehn. Daß aber dieses End nun allgemach sey kommen/ Und uns den Untergang mit Schrecken drohe an: Wird von dem Alterthum der Erden abgenommen/ Als welche nicht wie vor so guͤtlich handeln kan. Ja dieß beweisen gar die blancken Himmels-Lichter/ Die ihren hellen Glantz mit Unmuth ziehen ein: Die groben Suͤnden sind auch unsre scharffe Richter/ Und was dergleichen Marck- und Merckmahl moͤgen seyn. F f 3 Doch Beschreibung des Fichtelbergs. Doch bringt dieß Lebens End den Anfang eines bessern/ Und welches diesen Standt weit uͤbertreffen wird: Jndeme unser GOtt uns alle wird vergroͤssern/ Wann in den Schaafstall treibt sein Schaaf der gute Hirt. Du grosser Lebens-Fuͤrst gieb solches deinen Knechten/ Die mit gefluͤchtem Geist vor deinem Throne stehn: Wilstu mit dieser Schaar nach deiner Strenge rechten/ Gewiß/ ich muͤste gleich fuͤr Aengsten untergehn. Dann seh’ ich meine Schuld/ die uͤbermachten Suͤnden/ So bin ich dir mein GOtt mehr als treuloß gewest: Laß mich fuͤr scharffes Recht die hohe Gnade finden/ Und denck/ daß mich dein Sohn mit seinem Blut erloͤßt. Biß hieher das Helden-Gedicht des seel. Hn. Bruschens. Nun beschreibet er etwas vom Closter Doͤpel wovon eine Meile die Doͤpel aus dem Boͤhmischen Gebuͤrge Bad- horn entspringt/ und durch den gewaltigen Badhorner See laufft/ und hinter dem Closter Doͤpel wegstreichet. Jn besagtem Closter Præmonstra- ten ser Clo- ster Doͤpel. schreibt Brusch / welches Præmonstraten ser Ordens/ war ein fast gelehrter Mann/ Herr Joh. von Culmbach / ein Liebhaber aller Wann es fund irt? ehrlichen Kuͤnste/ der Wahrheit fast geneigt. Dieß Kloster ist der Jungfer Mariaͤ zu Ehren gestifftet und zu bauen angefangen wor- Rosenatha. den Anno 1196. von Rosenatha/ einem Boͤhmischen Herren/ unter Præmislao oder Ottocaro, Koͤnig in Boͤhmen/ was Geschlecht aber dieser Herr gewesen/ weiß man nicht gewiß. Die Schilde/ wann ihnen zu glauben/ zeigen an/ daß er ein Herr von Guttenstein ge- wesen. Man findet in Schrifften/ daß er zu Koͤnigsberg/ einem Schloß an der Eger gelegen/ im Gefaͤngniß verhafftet/ gestorben sey A. 1207. warum er gefaͤnglich gelegen sey/ findet man nirgend/ so gar hat bey denen alten Teutschen Niemand nichts aufgezeichnet. Sein todter Leib ist ins Closter Doͤpel gefuͤhret/ und allda herrlich Wyzlawa. begraben worden. Seine Schwester Wyzlawa/ nachdem ihr Hauswirth/ so Hauptmann zu Crocau gewesen/ gestorben war/ hat Beschreibung des Fichtelbergs. hat ein herrlich Jungfrauen Closter Cotischau genannt/ so 2. Mei- Closter Co- tischau. len von Pilßen einer Boͤhmischen Stadt liegt/ zu St. Wenceslai Ehr gebauet A. 1197. Jn gemeldtem Jahr hat sie ihr Leben geendet/ ist et- liche Jahr Abbtißin darinnen gewesen. Das Staͤdtlein Doͤpel/ wohin der Fluß dieses Nahmens (von Staͤdtlein Doͤpel. obigem Closter) vorbey fließet/ gehoͤret gleichfalls dem Abbt zu Doͤpel. Das Staͤdtlein Petschau Petschau/ wer das Staͤdtlein und Schloß erbauet? samt dem uͤberaus herrlichen Schloß dieses Nahmens hat ehehin dem Edlen und Wohlgebohrnen Herrn Caspar Pflugen / Herrn auf Petschau und Tochau zugehoͤret/ und ist zu bauen angefangen worden von Herrn Sclacco von Riesenberg; das Schloß hat ver- neuert und mit mancherley Gebaͤuen aufs schoͤnste gezieret der Ed- le und Wohlgebohrne Herr/ Hr. Hans Pflug / Boͤhmischer Cantz- ler und uͤber die teutschen Lehen Oberster Hauptmann/ welcher ver- schieden A. 1537. den 14. August, liegt zu Prag in S. Wenceslai Kir- chen in der ersten Capell nach dem hohen Altar begraben. Nachdem wir bereits im Ersten Theil gemeldet/ daß von Pet- schau die Doͤpel aufs Warme Bad zufliesset/ so wollen wir auch gar besehen/ was unser seel. Brusch von dem Carlsbade Carlsbad/ schrifftlich hinterlassen. Welches wie er schreibet/ seinen Nahmen vom Kayser Carl dem IV. bekommen/ indem er als zuvor Koͤnig in Boͤhmen solches erbauen lassen. Dann vor diesem ist es schon bekant gewesen/ und haben es schon uͤber 1000. Jahr bekant. die ersten Boͤhmen umb das Jahr 664. das ist schon vor 1000. (und jetzt mehr) Jahren den Flu Teplywoda/ d. i. ein warm Wasser geheissen/ wie solches aus dem Kosma und Pulkawa bewust/ (wie Teplywoda dann die Doͤpel sich an vielen Orten mit dem heissen Wasser ver- mischt/ und lau wird/) welche auch den Eger Fluß Ohrze oder Ohrze/ Ohrzi Wa- gity. Eger- Fluß. Ohrzi Wagity von Waͤrmen genennet/ und doch als Barbari die- ses edle Wasser nichts oder gantz wenig geachtet/ biß der loͤbliche Kayser Carolus IV. ein Vater aller Gelehrten/ und seines Vater- landes Boͤheim/ die Krafft und Wuͤrckung dieses Wassers durch seine Gelehrte/ so allzeit umb und bey ihm seyn muͤssen/ erlernet/ und erfah- Beschreibung des Fichtelbergs. erfahren/ nicht allein die Zeit uͤber/ die er neben seiner Mutter Eli- sabetha auf dem Schloß Ellenbogen umb das Jahr 1319. zuge- bracht/ sondern/ wie ich vermeine/ umb das Jahr 1358. als er ge- croͤnter Koͤnig in Boͤhmen im guten Frieden regieret hat/ umb welche Jahrs-Zeit er es mit Gebaͤuen erhoben/ ein Schloͤßlein an einen scharffen gegen dem Marckfelfen befriedigt/ und nach seinem Nahmen und Gebrauch Carls-Stadt geheissen/ wie er dann alle Oerter/ so er gebauet/ nach seinem Nahmen hat nennen wollen/ als Carlshoff/ Carlstein/ ja auch die Neustadt an Prag/ Carlsstadt/ wie es die Privilegi en vermoͤgen/ welches doch hernach unterwegen blieben. Der fuͤrnehmste Bronnen aber an diesem Ort wird von Brudler. denen Jnwohnern der Brudler genannt/ und ist an der rechten Seiten des Gestadts des Flußes Doͤpel an dem Steg/ vor wel- chem man vom Marck nach der Kirchen gehet/ er ist gefaßt in 2. Roͤhren/ so auswendig mit mineralischen Kalchstein bewachsen/ darob 2. Kaͤstlein/ in welche das Wasser von sich selbsten mit gros- sem rauschen und brudeln steigt/ offt wohl gar uͤber die Kaͤstlein ausspringet; aus diesen Kaͤstlein wird das Wasser durch viel Rin- nen in der Buͤrger Haͤuser geleitet. Uber das sind gerings umb das Carlsbad in Bergen und Wißmath etwas laͤhlichter Bron- nen/ doch ist keiner so heiß/ als dieser/ mit welches Wasser man al- sobald bey der Qvelle Eyer sieden/ auch Huͤner und Gaͤnse abbruͤhen kan. Sonsten ist es jetziger Zeit (nehmlich zu Bruschens Zeit) ein kleines Staͤdtlein/ samt einem Schloͤßlein/ gehoͤret dem Herrn Schlicken (ehemahls) zu. Unter dem Warmen Bad etliche Ge- went Felds faͤllt die Doͤpel in die Eger. So weit vom Carlsbad Brusch / dessen voͤlliges Wercklein wir auch hiemit durch GOttes alleinige Gnade zu Ende gebracht. Daß Brusch schreibet/ es sey das Carlsbad schon lange vor Kay- ser Carln/ ja uͤber 1000. Jahr bekant gewesen/ aber von denen Bar- barischen Boͤhmen wenig oder nichts geachtet worden/ giebt so viel zu erkennen/ daß besagter Kayser (wie auch aus den uͤbrigen Wor- ten erhellet) dannoch der eigentliche Erfinder des Gebrauchs dieses Bades gewesen/ als welcher zwar von den Boͤhmen etwas hievon mag gehoͤret/ aber von der wahren Beschaffenheit und Lager des- selben Beschreibung des Fichtelbergs. selben wenig oder keine eigentliche Nachricht bekommen haben/ biß Wie Kayser Carl IV. hinter die- ses Bad ge- kommen? er einst von Ungefehr auf der Jagd in diese Gegend kommen/ allwo ehedessen viele grosse Waͤlder und Wildbahnen gewesen/ da ein Hund einem Stuͤck Wild hefftig nachgesetzet/ in den Pfuhl oder Brudler gefallen/ und wegen der grausamen Hitze hefftig geschrien/ welchem Geschrey die Jaͤger nachgegangen/ und den Hund in dem Pful gefunden/ auch denselben herausgezogen und das siedheisse Wasser wahrgenommen; Auf deren Bericht der Kayser es selbst in Augenschein genommen und dahero gemuthmasset/ es muͤsse eine Heil-Krafft darinnen verborgen seyn/ weswegen er es selbst an sei- nem boͤsen Schenckel erstlich prob irt/ und Besserung befunden/ wor- auf er dann den Ort wohnhafftig machen lassen/ und privileg irt. D. Fabian Summer in Thermis Carolinis, p. m. 3. schreibt/ der Ort/ da der Kayser gebadet/ sey nach der aͤltesten Jnwohner Bericht an der Stelle gewesen/ da die gemeinen Baͤder gestanden/ zu seiner Zeit a- ber das Rathhauß dahin gebauet worden/ bey welchem ein Bron- nen/ dessen Wasser nicht so gar heiß/ sondern ein wenig laulichter ist/ und solle ehe hin an demselben Ort ein Stuhl im Felß gehauen/ ge- standen seyn/ da der Imperator gesessen/ welchen man den Kayser Carl Stuhl genannt/ aber nun sey er eingefallen/ und das Rath- hauß dahin gebauet. Dasjenige Thal/ worinnen das Bad-Wasser entspringet/ ist Von der Gegend bey dem Carls- bad/ und derselben Beschaffen- heit. mit ziemlichen Bergen umsetzet. Wovon der Buchberg dreyeckicht und sehr hoch ist/ er wendet sich Nord-Ostwaͤrts/ wo der Wind Cæcias herblaͤset; dieser hat den Nahmen von denen ehemahls vie- len darauf geftandenen Buchen bekommen/ daselbst werden bey Nacht viele Jrrwische gesehen/ so ein Zeichen vieler schweflichten aus diesem Berg steigender Duͤnste sind. Das kleine Berglein aber/ so sich auf der Seiten des Buchbergs abwendet/ lencket sich gegen Suͤden/ und heisset der Saͤuerlingberg/ wegen des Sauer- bronnens/ so unter ihm mit rauschendem Brudeln aufqvillet/ und das Wasser in die Hoͤhe treibt/ dann dieses Wasser hat in sich einen schwef- lichten Dunst mit Alaun/ zum theil auch mit Victriol vermischt/ soll innerlich und aͤuserlich hitzigen Ursachen der Kranckheiten wiederste- hen/ auch boͤsen Maͤgen und Nieren wohl bekommen. Der Czirl- G g berg Beschreibung des Fichtelbergs. berg vom zschirn und rauschen der Stein und Fuͤße also genannt/ indem er sehr hoch ist und gar jehling/ daß man daran nicht wohl fußen kan/ liegt Suͤdwestenwaͤrts. Der große Felß Hirschen- stein/ deswegen genannt/ weil ehehin viel Hirschen ihre Gelegenheit und Lust darauf gehabt/ und offt von demselben in das Thal und fuͤrfließende Wasser herunter gesehen/ hat 3. Theile/ wovon der erste dem Creutzberg nahe liegt/ und fast der hoͤheste/ der mittle- re ein wenig niedriger/ und der letzte ein wenig hoͤher ist. Dieser Felß ist so hoch/ daß er auch denen andern Bergen in der Hoͤhe fast gleich erscheinet. Er liegt nicht just gegen Westen/ sondern etwas Seitwaͤrts/ und zwar stracks uͤber dem Staͤdtlein/ giebt offt Gelegenheit zu vielen Spectacul n. Der nicht so gar hohe Stein- berg/ von denen vielen und schoͤnen dem Marmor aͤhnlichen kleinen Steinen also genennet/ die in grossen Hauffen aufeinander liegen/ und fast selbst einen kleinen Berg form iren/ liegt gegen Suͤden. Steinerne Eyche. Unten am Berg ist eine Eiche/ die Stein hart worden/ welches Theil ausserhalb der Erden zermalmet/ aber alle ihre Wurtzeln sind steinern/ und ziemlich groß/ auch die Rinden/ so ausser der Erden gesehen werden/ sind gar steinern. Der Klitzschenberg ist etwas groͤsser und hoͤher. Der Ort waͤchset immer je mehr und mehr zu einer feinen Stadt an/ wiewohl der Brudler in diesem 1714. Jahr weit nicht mehr mit solcher Gewalt das Wasser herfuͤr stoͤsset/ als ehehin/ und erst vor 12. biß 15. Jahren geschehen/ denn das Wasser will an an- dern Orten ausbrechen. Doͤpel-Fluß unterschei- det die Stadt in 2. Theil. Die Doͤpel unterscheidet die Stadt in 2. Theile/ worunter das eine auf dem Kirch-Weg voller schwefflichten graͤulichen/ auch an etlichen Orten/ fuͤrnehmlich wo man die Erden auffgegraben/ giff- tiger Duͤnsten ist. Dann unter dem Kirchhoff/ da eine Gruben Der Theil bey der Kir- che ist voll schaͤdlicher Daͤmpffe. Grube bey Pozolo in Campania. wegen des Kalchbrechens gemachet worden/ steigen schaͤdliche Daͤmpffe auf/ daß auch allerley Thiere/ so hinein gefallen/ alsbald umbkommen/ als Huͤner/ Ziegen/ Hunde und dergleichen/ welche gar bald von dem Schwaden ersteckt werden. Diese Grube kom- met derer gleich in Campania bey Pozolo seu ad Puteolos, nicht weit a lacu Agnano gelegen/ in welche so ein Hund geworffen/ solcher so sehr vom Beschreibung des Fichtelbergs. vom Dunst affic irt wird/ daß er muß umbs Leben kommen/ wo man ihn nicht bey Zeiten mit dem Wasser des nahen Flußes Agnani Fluß Agnaui. begeußt. Jn dem Carlsbad giebt es nun viel dergleichen Gruben voll gifftigen Dampffs/ so aber meistens mit Erden verschuͤttet/ Jm Carls- bade viele Gruben mit gifftigen Daͤmpffen. daß also die daran grentzende Teutsche gar nicht noͤthig haͤtten/ deren wegen nach Jtalien zu reisen. Die Jnnwohner nennen die- se schaͤdliche Duͤnste den Schwaden. Unter dem Kirchhoff werden kleine Steingen ausgegraben/ wie Artige Steinlein bey dem Kirchhof im Carlsbade. Erbsen/ in einem grossen Stuͤcke zusammen gewachsen/ rund/ gantz glatt von mancherley Farben/ so gewiß eine wunderbahre Arbeit der Natur. Summer meynet/ und zwar eben nicht gar unwahr- scheinlich/ diese runde Form komme her von dem maͤhligen Zuflies- sen des Wassers/ und von der Materien/ die sich im Wasser anein- ander haͤnget. Dann wann das zufliessende Wasser die Materien/ so aus viel Sand zusammen gehaͤuffet/ durchfleußt/ werden die kleine Koͤrnlein mit Sand und Kalch umbgeben/ und also durch zu- nehmende Anhaͤngung derselben Materie die Formation gemehret/ weil aber die Sand-Koͤrnlein rund sind/ so werden auch die Steini- gen rund: Also der seel. Hr. Summer. Jch aber gobe die Frage zu eroͤrtern/ Sind dann alle Sand-Koͤrnlein rund? und kan dann der Anhang nicht etwan auf diese Art an einem Ort einen Buckel oder Hogger/ oder Spitzen bekommen? ich halte es sey noch neben seiner gegebenen Ursach eine andere in recessu. Eben an selbem Ort wird viel Kalchstein mit viel unterschied- Wunder- bahre Kalch- steine im Carlsbad. lichen Farben herausgegraben/ welche Farben Hr. Summer da- her zu seyn achtet/ wann ein neu zufliessend Wasser und Materien an die vorigen stoͤßet/ dann die unterschiedene Farben kaͤmen von denen verschiedenen Materien her/ so das Wasser mit sich fuͤhret/ und den Kalchstein daraus machet/ dann das Wasser mache diesen Kalchstein/ und nicht werde das Wasser von denen Kalchsteinen er- hitzet/ derowegen wuͤrden verschiedene Farben des Kalchs gemachet von dem zufliessenden Wasser/ wann es nehmlich allezeit andere Materien zu der vorigen bringe. Dann da sind rothe/ weiße/ A- schenfarbe/ harte und weiche wie Spar-Kalch/ marmorirte/ Sand- steinichte/ loͤchrichte und dergleichen. G g 2 Jn Beschreibung des Fichtelbergs. Was ferner bey dem Eaꝛlsbad zu observir en? Jn denen Rinnen/ wodurch das Wasser in die Buͤrger-Haͤuser gefuͤhret wird/ waͤchset viel Kalchstein/ der an einem Ort dicker und haͤrter/ an dem andern weicher und roͤrichter ist/ wie ein Sandstein/ jetzt gelblicht/ bald roͤthlich/ oder mit andern Farben/ dann je naͤ- her das Wasser dem Brudler/ je haͤrter und roͤthlichter ist der Kalchstein: Je weiter aber das Wasser vom Brudel/ je weicher und gelblichter der Stein ist/ nicht ungleich dem Sand- und Marmel- stein. Das Wasser aber/ so dem Brudler am allernaͤchsten/ setzt einen gar harten und rothen Stein von wegen der grossen Hitze/ und der zehen fetten Materie/ so sie rubricam oder Bergroͤthe nennen/ welche durch den Broden noch nicht vom Wasser geschieden. Aber welches Wasser von dem Brudel fern fleusset/ hat nicht so viel Hitze und schleimigte Materie oder Fettigkeit/ indem sie vom Broden zertheilet worden. Daher denn auch der Stein mehr sandiger/ luckerer/ und nicht so roth ist/ weil die grosse Hi- tze das Wasser verlassen hat. Es setzet auch mehr Steins/ wann grosse Absonderung der Materie im Wasser geschiehet. Solches erfahren gar wohl die Buͤrger/ die das Wasser durch lange Rin- nen in ihre Haͤuser fuͤhren muͤssen/ dann sie oͤffters denselben Stein mit Gewalt von denen Rinnen abhauen/ und da solches nicht geschehe/ wuͤrden die Rinnen gar zuwachsen/ daß das Was- ser darinnen nicht fliessen koͤnte. Weniger Stein waͤchset an de- nen Rinnen/ wo das Wasser heisser fleußt/ dieweil alsdann nicht so grosse Zertheilung der Materien geschiehet/ und auch das Wasser noch nicht so viel Duͤnste und Broden von sich gelassen. Aber die schleimigte gruͤne Materie/ welche von des Wassers maͤh- lichem zufluͤssen herkommet/ haͤnget bißweiln an denen Rinnen/ auch in denen Baͤdern an denen Waͤnden/ und scheinet aus schlei- migtem Bolo mit Victriol vermischt gewachsen zu seyn/ dann sie wird zuletzt gar schwartz/ welches nach Herrn D. Summers Mey- nung nicht seyn koͤnte/ wo nicht etwas von Victriol und Berg- roͤthe/ daraus man Eisen machet/ in derselben schleimigten Fettig- keit verborgen laͤge. Uber das/ so wird auch aussen an denen Rin- nen anklebend gesehen eine weisse Materie/ deren Geschmack an- zeigen solle/ daß es Salpeter und Alaun sey. Jedoch habe NB. der Beschreibung des Fichtelbergs. der Salpeter/ auf diese Weise vermischt/ bißweiln mehr/ bißweiln weniger Kalchstein/ wovon unten Untersuchung geschehen soll. Je- nes/ je weiter er vom Brudel/ dieses/ je naͤher er demselben ist. Bißweiln sey auch die Materie NB. darinnen der Salpeter, hi- tziger/ bißweiln kaͤlterer Natur. Jenes nahe bey dem Brudel wegen der Duͤnste und Brodem des heissen Wassers; dieses an kaͤltern Orten ferne vom Brudler/ solcher Duͤnste ist das gantze Carls- bad voll/ woraus diese Materie hin und her waͤchset. Aber wie- der auf den Brudel zu kommen/ so giebt alda das Wasser wegen grosser Hitze auch grossen Dampff und Broden von sich/ derselbe ist duͤcker und ein Zeichen des Regens oder truͤben Wetters/ wann die Lufft feucht wird/ duͤnner aber und kleiner als ein Zeichen schoͤ- nen Wetters/ wann die Lufft drucken ist/ dann der Broden wird eher zertheilet. Bey dem Steg nun auf der lincken Seiten/ da man von der Kirche herunter gehet/ ist ein ebener Platz/ dahin das Wasser zu mancherley Nutz fleußt/ dann daselbst allerley Speiß-Thiere mit dem heissen Wasser abgebruͤhet werden/ auch wird daselbst die Suͤde angebruͤhet/ allerley Gefaͤße gereinigt/ da- selbst hohlet man das Wasser zum Brodbacken/ nur kein Gewand kan man daselbst reinigen/ als welche roͤthlich werden/ sowohl we- gen der Hitze/ als wegen der Bergroͤthe. Eben daselbst/ wo man nach dem Stege zugehet/ ist das grosse gemeine Bad/ welches in zwey Theile unterschiedlich ge- bauet ist/ dann in dem ersten die Maͤnner/ in dem andern die Weiber baden. Die Kraͤtzige/ Aussaͤtzige und dergleichen aber werden in andere Baͤder gewiesen/ welche hart bey denen gemei- nen Baͤdern liegen. Dann da sind drey Baͤder auffgebauet/ das 1) ist fuͤr die gemeinen Kraͤtzigen/ das 2) fuͤr die Aussaͤtzige/ das 3) fuͤr die/ so mit hefftigen und gefaͤhrlichen Geschwuͤren be- laden. Bald an dem Eingang des gemeinen Weiber-Bades ist eine nicht so gar heisse Qvelle als der Brudler/ sondern ein wenig laulichter/ die andern aber sind alle an der Doͤpel gelegen. Die- selbe Gassen reichet biß an den Ofen/ darinnen man Kalch brennet. Nicht weit vom Kalch-Ofen ist ein klein Bruͤnnlein/ (in einem Gar- G g 3 ten/) Beschreibung des Fichtelbergs. ten/) welches nicht heisses/ sondern laulichtes Wasser giebt/ daselbst hanget an der Erden nach Herrn Summers Meynung weisse Sal- peter-Materie/ von Duͤnsten herruͤhrend. Von dannen weiter zu einer Muͤhle ist ehedessen ein Eisen-Bergwerck gewesen/ woraus Herr Summer geschlossen/ daß das Carlsbad auch Eisen fuͤhre/ wie dann daselbst viele Gaͤnge mit gruͤner Farbe und schleimigter Fettigkeit umbgeben gefunden werden/ welches anzeiget/ daß der Victriol mit einem fetten Dunst vermischt werde/ dann dieselbe gruͤnen Gaͤnge und Adern haben eine Krafft mit einer Schaͤrffe Etwas meꝛckwuͤꝛdi- ges. etwas fest zusammen zu ziehen. Gegen dem Wasser uͤber/ schreibet Herr Sommer/ waͤre eine Wiese/ warauf ein Platz/ der mit kei- nem Schnee koͤnne bedecket werden/ obgleich sonsten die gantze Wiesen voller Schnee liege; Die Ursach dessen schreibet er nicht oh- ne Grund denen daselbst vielen aufsteigenden Duͤnsten zu/ welche mit ihrer Waͤrme den Schnee aufloͤsen. An demselben Ort/ wachsen auch gar nicht viel Kraͤuter/ derer doch sonsten die Wiese voll ist. Dieser ziemlich grosse Platz wird noch biß diese Stunde die Wiese genennet/ ungeachtet ein grosses Theil davon wohl mit Haͤusern/ offenen Kaufflaͤden/ Kunst und Handwercks-Staͤdten/ und beson- ders zweyen trefflichen Lust-Haͤusern samt angenehmen Alle en ange- bauet ist. Dahin gehen die Bade-Gaͤste hohe und niedrige spa- zieren/ wie sie dann zu sagen pflegen/ wir wollen eins auf die Wie- se gehen. Hievon gegen Suͤden nach dem Felß/ der hart am Wasser liegt/ ist ein kleines Berglein voller laulichter kleiner Qvel- len/ die nicht hefftig gleich dem Brudler springen/ sondern maͤh- lich herfuͤr qvellen. Eben dergleichen laue Qvelle ist auch unter dem Felß. Eben an dem untersten Theil des Felsens wird gar eine weisse Materie wie Salpeter gesehen/ welche von vielen Duͤnsten kommet/ und am Felsen hangt. Es geben auch daselbst die schwar- tzen Adern und Farben Anzeigung eines Victrioli schen Dunstes. Diese Qvellen haben gar wenig Kalchstein/ aber viel Alcali, haben auch nicht so viel schweflichter und hitziger Duͤnsten/ als die an- dern Qvellen. Hinter dem Felß bey dem Wasser/ da man in ei- nen Garten hinunter gehet/ sind viel laue Qvellen. Die Qvelle a- ber bey der Muͤhle aus dem grossen Felßen qvellend/ giebt gleich de- nen Beschreibung des Fichtelbergs. nen andern Qvellen dieser Gegend viel Alcali und wenig Kalch- stein/ derhalben erhitzen und trocknen sie nicht so sehr/ als das Was- ser vom Brudler. Dahero/ faͤhret. D. Summer fort/ hilfft es vor Kranckheiten/ die einer Zertrennung/ Durchdringung/ und Ge- ringmachung/ doch ohne groß Austroͤcknen und schwaͤchen der natuͤrlichen Kraͤfften von noͤthen haben/ dienen wegen seiner nicht so hefftigen Hitze mehr hitzigen Complexion en als das sehr heisse bey dem Brudler/ und hat dabey eine sonderliche Krafft die Haut auf- zubeissen/ und zu reinigen/ daher es auch Phlegmaticis gut ist/ die das Reissen in Gliedmassen fuͤhlen. Gegen der Muͤhl uͤber auf dem weissen Felß wird ein weisser Gang gesehen/ der nach Herrn Summers Meynung Salpeter/ Alaun/ und ein wenig Sand- Stein haͤlt/ wegen der Duͤnsten/ derer daselbst gar viele sind/ welches man desto eigentlicher fuͤhlet/ wann die Lufft feucht und regnerisch wird. Nicht weit hievon hat Hr. Albrecht Schlick/ sel. Ge- Hospital. daͤchtnuͤß/ ein Hospital gestifftet 5531. Unter dem Felß/ wo das Schloß gebauet/ ist ehedessen eine grosse Qvelle gewesen/ die mit grossem rau- schen und brausen aufgeqvollen/ die zwar heisser als die andern Qvellen/ aber doch nicht so heiß/ als der heisse Brudler gewesen/ und weil sie der Leute Haut bald aufgebissen oder aufgefressen/ und darinnen alle andre Wasser uͤbertroffen/ ist sie der Fresser ge- nennet worden. Hievon gegen uͤber ist das Rathhauß/ unter Fresser. Rathhauß. welchem auch laulichtes Wasser herfuͤr qvillet. Es ist aber mit dem Gewoͤlbe unter der Erden so verfasset/ daß mans nicht leicht sehen kan/ als an dem Ort/ wo es durch die Roͤhren unter der Erden in die Doͤpel faͤllet. Dieses ist wegen seines Auffressens auch der Fresser genennet worden/ und eben hier soll Kaͤyser Carl gebadet haben. Es ist aber das sehr heisse Wasser vom Brudel uͤber die Doͤpel in die alte gemeine Baͤder/ so beym Rathhauß gestanden/ eingefuͤhret worden. Und weil das Wasser allzuheiß gewesen/ so ist das laulichte/ so am bemeldten Ort aufgeqvollen/ daß es zum Baden beqvem werden moͤchte/ durch sonderliche Rin- nen ins heisse Wasser gefuͤhret und damit vermenget worden. Von Von Be- schaffenheit der Baͤder. dem Ort/ wann man hinaufwarts nach dem Marckzugehet/ seynd die vornehmsten Bewirthungen gegen der Doͤpel zu/ da in einem Hauß/ Beschreibung des Fichtelbergs. Hauß/ 2. 3. biß 4.ꝛc. Baͤder anzutreffen/ also daß jede Bad-Gaͤ- ste ihre besondere Beqvemlichkeit haben koͤnnen. Die Baͤder sind fast alle viereckicht und haben Baͤncke/ darauf die Bade-Gaͤste sitzen koͤnnen/ sie werden alle Tage abgelassen/ und rein gemacht von dem alten unreinen Wasser/ und frisches eingelassen/ es waͤre dann/ daß einer wegen deß aufbeissens seiner Haut das Wasser ei- nen Tag oder etliche wolte stehen lassen/ denn in dem Fall beisset das Wasser die Haut sehr auf/ fuͤrnehmlich/ wann es gar lau- licht ist. Wann man aber das Wasser jehlings und hauffenweiß einlaͤsset/ und solches etliche Stunden stehet/ so ziehet sich oben eine fette Materie zusammen von Kalch/ die eines Menschen- Kalch-Bluͤ- the. Haͤutlein nicht ungleich siehet. Diese meinete Herr Summer/ kaͤme her von einer des Kalchs und Sandsteins schleimigter Fet- tigkeit/ dann wann man sie trocknet und zerreibet/ wird sie zu Pul- ver. Sie moͤchte wohl flos calcis, d. i. des Kalchs Bluͤthe heissen. Es wird aber oben auf dem Wasser mehr solcher Materie gesamm- let/ jemehr das Wasser auf einmahl eingelassen wird: Weniger hingegen/ wann das Wasser langsam lauffet/ dann also wird das Wasser kaͤlter/ und gehet diese Bluͤthe durch den Broden/ der in dem Wasser gar viel ist/ hinweg/ und wird von der Lufft zerthei- let. Wann aber das Wasser geschwinder und auf einmahl ein- gelassen wird/ so bleibet auch der Broden beysammen/ und wird auch mehr solcher fetten Materie auf dem Wasser schwimmend Cautela vor die Bad- wirthe. gesammlet. Und solten hierinn die Wirthe/ so offt nicht wissen/ ob das Wasser mit Salpeter/ Schweffel/ Bergroͤthe oder der- gleichen uͤbermenget/ fuͤhrsichtiger seyn/ aufdaß sie/ wann der Leib des Patienten getrocknet und warm werden soll/ das Was- ser nicht maͤhlig die gantze Nacht hindurch einlauffen/ und densel- ben darinnen baden lassen/ sondern sollens auf einmahl und mit Gewalt einlassen/ damit es die Nacht uͤber recht kuͤhle werde/ dann also bleiben die Kraͤfften des Wassers besser beysammen. Will man aber den Leib nicht austrocknen und hitzig machen/ so Doͤpel flies- set fast uͤber eitel Kalch- stein. soll man das Wasser maͤhlicher einlauffen lassen. Sonsten ist merckwuͤrdig/ daß die Doͤpel fast uͤber eitel Kalchsteine fliesset/ welcher mit Sand bedecket ist/ und wird der- selbe Beschreibung des Fichtelbergs. selbe an wenig Oertern gesehen. Doch ist ehedessen unter der ober- sten Bruͤcken sehr weisser Kalchstein ausgegraben worden/ den die Doͤpel so abgewaschen/ und weiß gemacht/ daß auch nicht eine Ader an demselben gefunden/ auch an keinem Ort Kalch gesehen worden/ dann wo das Wasser geflossen. Darumb bleibt es da- bey/ daß der Kalchstein vom Wasser gesetzt werde/ und nicht das Wasser vom Kalchstein erhitzt werde/ sagt Hr. D. Summer. Mit- Jn der Doͤ- pel selbst sind viele heisse bru- delnde Qvellen. ten in der Doͤpel sind auch viele heisse Qvellen/ die mit grossem rau- schen und brudeln ausbrechen. Nach Hrn. D. Summers Bericht und Meynung/ soll das Carlsbad folgende Materien/ so viel er aus dem destill iren/ bren- nen/ kochen/ und dem natuͤrlichen ausbroͤdmen/ (dem fuͤrnehmlich Was das Cavlsbad vor Materi- en in sich enthalten solle. zu glauben/ weiln sich solches auch aus der Destill ir-Kunst auswiese/) auch am Geschmack und Geruch/ ingleichen aus dem/ welches von dem Wasser in denen Rinnen/ und andern Oertern gesetzt/ und ab- gesondert wird/ auch aus dem Effect abnehmen koͤnnen/ in sich ent- halten: Salpeter/ Saltz/ Kalchstein/ Alaun/ Schwefel/ Bergroͤ- the/ Victriol und Bergweiß/ temper irt und vermischt. Daß es Salpeter oder Bergsaltz halte/ vermeynet der gedach- Unzulaͤngli- che Probe des Salpe- ters im Carlsbad. te Hr. Autor aus dem Geschmack und Gesicht abzunehmen/ weiln nemlich desselben viel an Rinnen/ und Waͤnden zusammen gewach- sen/ und hin und her an Felßen hange/ auch der Geschmack anzeige/ daß dadurch eine durchdringende Schaͤrffe des Salpeters gefuͤhlet werde. Allein die Warheit zu bekennen/ diese angesetzte Proben Worinnen die wahre Probe des Salpeters bestehe? des Salpeters scheinen mir viel zu general und unzulaͤnglich zu seyn. Dann 1) haͤtte der seel. Hr. Autor setzen sollen/ wie er angewachsen waͤre/ ob er in langen eckichten Strahlen angeschoßen/ (welches die eigentliche Gestalt eines gerechten von andern Saltzen gereinigten Salpeters ist;) 2) Ob er auf der Zungen kuͤhle/ dann die Kuͤhlung oder Kaͤlte im Geschmack ist die wahre Probe eines Salpeters/ nicht aber die Schaͤrffe/ welche andere Saltzen auch haben; 3) Ob er auf einem Stuͤcklein Schleiß-Holtz angezuͤndet/ brenne/ als worinnen er sich von andern Saltzen sonderlich distingv irt; 4) Ob er im Feuer zerschmoltzen/ und mit gluͤhenden Kohlen angezuͤndet/ starck effervesc ire und ebull ire/ welches kein ander Saltz thut. Weiln aber H h diese Beschreibung des Fichtelbergs. diese 4. Proben sich keines weges biß dato im Carlsbader Saltz-Satz gefunden/ so koͤnnen wir auch nicht sagen/ daß derselbe Salpeter sey. Vermeinte Probe des Saltzes im Carlsbade. Das Saltz will der redliche Hr. Autor aus dem Geschmack beweisen/ er setzet aber 1) nicht/ was es vor ein Saltz seyn solle/ ob Koch-Saltz/ oder ein anders. 2) Beruffet er sich nicht auf seinen eigenen/ sondern auf vieler anderer Leute Geschmack/ welche eine sonderliche Art zu kosten gehabt/ und gesagt/ es sey gesaltzen. Gleich- wie es aber gar mißlich ist/ mit anderer Leute Augen zu sehen/ also ist eben so gefaͤhrlich/ mit frembden Zungen zu kosten/ zumahl/ da es ein bekantes Sprichwort ist/ quod de gustibus non sit disputan- dum, weswegen wir auch von diesem weiter nichts gedencken wol- len. 3) Spricht er/ fuͤhle man das Saltz im Wasser/ dann die sich von demselben aufbeissen lassen/ klagen sehr uͤber das scharffe Beissen und Schmertzen/ so vom Saltz herkomme. Weiln aber diese Pro- be mit andern Saltzen gleichfalls gemein ist/ und sonderlich der le- bendige Kalch und Aschen-Laugen dergleichen Proben darlegen/ so ist dieser Beweiß abermahl unzulaͤnglich. 4) Beruffet er sich auf das hoͤren sagen der aͤltern Jnwohnere/ wie nehmlich die Hirschen vom Hirschenstein-Felßen zu dem Wasser/ da noch viel Holtz gewe- sen/ und nur kleine Haͤußlein gestanden/ herab gelauffen/ und das Saltz von denen Rinnen abgeleckt. Allein die Hirschen lecken an andere Materien auch/ beweiset also ihr Lecken eben nicht/ daß es Koch-Saltz seyn muͤße. Den Kalchstein beweiset er daraus/ daß er vor jedermanns Augen beedes inwendig im Wasser/ und auswen- dig an denen Rinnen hange: welches ich zugebe. Den Alaun will er beweisen 1) aus dem Geschmack/ wann nehmlich das Wasser ein wenig kaͤlter worden; 2) aus dem Augenschein/ weiln der Alaun nahe bey dem Brudel an einer Mauer hange/ daran der Rauch vom Wasser stoße; 3) aus der Wuͤrckung des Wassers selbst/ dann es den Magen staͤrcke/ und Appetit erwecke; 4) aus denen nahe gelegenen Alaun-Gruben. Was das 1. 2. und 3. anlanget/ sind solche eben die Frage/ ob es eben Alaun sey/ zumahln da Alaun als Alaun sich α) vom Dampff viel eher solv iren/ als an die Haus-Wand anse- tzen wuͤrde; β) solcher niemahlen dem Magen vortraͤglich/ sondern vielmehr ein Eckel ist. Des Alauns und Salpeters saure destill irte Gei- Beschreibung des Fichtelbergs. Geister staͤrcken und erwecken zwar den Appetit, die concreta selbsten aber erwecken einen schreckl. Unwillen und Eckel im Magen. Daß eine Materie im Wasser sey/ die zuvor Alaun und Victriol auch Schwefel gewesen/ will ich gerne zugeben/ aber daß dergleichen in substantia darinnen seyn sollen/ solches ist nicht/ sondern sie sind zum wenigsten durch die Fermentation bereits in eine dritte Substanz ver- setzt worden. Kein gemeiner Berg-Schwefel ist/ wie der Autor selbst saget/ gleichfalls nicht darinnen/ auch so gar nicht/ (wie er will) ein Schwefel-Dampff oder Geruch/ sondern vielmehr ein Geruch ei- nes fixen Laugen-Saltzes/ wann es gekochet wird. Wir wollen uns aber bey der Relation des sel. Hn. D. Summers/ der zu seiner Zeit/ so weit das damahlige Seculum es hat zulassen wollen/ in Un- tersuchung natuͤrlicher Dinge grossen Fleiß angewendet/ nicht laͤn- ger aufhalten/ sondern uns zu der neuern Untersuchung unserer Zei- ten begeben/ als in welchen die natuͤrl. Ursachen weit mehr an das Tages-Licht gebracht/ und/ so zu reden/ erst recht zeitig werden/ sich denen Liebhabern der Warheit nackend und bloß darzustellen. Un- ter welchen dann/ insonderheit was die Eigenschafften unsers Carls- bades angehet/ keiner von denen geringsten Erforschern ist/ das in der Koͤnigl. Cantabrigischischen Englischen gelehrten Gesellschafft Henricus Plumptre, ein gelehr- ter Engel- laͤnder/ der disputirt vom Carls- bade zu Hal- le auf der Vniversit aͤt im Magde- burgischen. sehr erfahrne Mitglied Hr. Henricus Plumptre , ein gebohrner En- gellaͤnder aus Nottingham/ welcher als ocularis \& expertus Testis in seiner zu Halle im Magdeburgischen auf der Universitaͤt gehal- tenen Dissertation de Thermis Carolinis im zweyten Capitel die wah- re und eigendliche Contenta der Warmen Carlsbadischen Wasser ansetzet/ nachdem er §. 3. zuvor die falsch eingebildete Ingredientia derselben wiederlegt. Wie es nehmlich hoͤchst ungegruͤndet sey/ daß in besagten Baͤdern ein wuͤrcklich Mineralischer Schwefel/ A- Llaun/ Salpeter/ Victriol, noch viel weniger im geringsten weder Gold/ noch Kupffer anzutreffen/ indem die Scheide-Kunst derglei- Wiederlegt die falsche Ingredientia, nahment- lich/ durch ange- stellte Pro- ben. chen nicht heraus bringen koͤnnen. Dann besagte Wasser uͤberfaͤr- ben das Silber nicht braͤunlicht; und so man Gallaͤpffel darein wirfft/ so wird das Wasser nicht schwartz; ingleichen erhitzet sich solches nicht mit einem zugesetzten Laugen-Saltz. Der anzuͤndliche Salpeter aber/ indem er ein luͤfftiges Saltz ist/ wird weder unter der Erden/ noch im Wasser gefunden. H h 2 Jm Beschreibung des Fichtelbergs. Zeiget die wahre In- gredientia des Carls- bades durch angestellte Proben an: Als daß solches ent- haͤlt 1. Das aller- reinste Lau- gen-Saltz. Jm Gegentheil zeiget belobter Herr Plumptre die wahre und eigentliche Ingredientia besagten Bades an. Nehmlich/ daß solches in sich enthalte 1) ein allerreinestes Sal alcali oder Laugen-Saltz. Welches er durch folgende Proben beweiset: indem α) dieses warme Bade-Wasser mit einer jeden Saͤure/ sie sey gleich gelin- de/ als der Eßig/ oder starck/ als der Saltz-Geist/ Salpeter-Geist/ Victriol- Geist/ in eine Jehrung und Erhebung tritt mit einer grossen Menge Blasen/ und Ausdaͤmpffung. Die groͤßte Saͤu- re/ als das zerfressende Victriol- Oehl/ wird dadurch gemildert/ gelindert/ und verliert die Saͤure. Dann mit 10. Tropffen be- sagten Victriol- Oehls wurden zwey Uncien Bade-Wassers oder das darinnen enthaltene Laugen-Saltz gesaͤttiget/ und in eine dritte Natur gebracht; indem man nehmlich das Wasser abdaͤmpffen lassen/ so entstunde daraus ein Saltz/ so weder sauer/ noch laugen- hafft war/ sondern kam dem Doͤpel-Saltz/ arcanun duplicatum ge- nannt/ oder dem Tartaro Victriolato gantz gleich. β) Giesset man dann blauen Veilen-Safft auf diese Wasser/ so erlangen sie eine gruͤne Farbe/ eben als wann man Weinstein-Saltz in Wasser aufloͤset/ und besagten Safft darein giesset/ so geschichts es auch. γ) Wann man in dieses Wasser gepuͤlverte Rhabarbara schuͤttet/ so faͤrbt sich das Wasser roth/ eben dergleichen Farben ziehen nun auch die alcali- sche oder laugenhaffte aufloͤse Wasser aus dieser Wurtzel. δ) Loͤ- set man einen Mercurium sublimatum auf/ und giesset solchen in die- ses Wasser/ so entstehet daraus ein Gemisch von Pommrantzen- Farbe/ welche Dinge saͤmbtlich dann das Laugen-Saltz uͤberfluͤs- sig an den Tag legen. ε) Uber dieses/ so man theils das Was- ser destillirt, theils nur schlechterdings abrauchen laͤsset/ so bekommt man von einem Pfund Wasser drey und ein halb Qvintlein sal- tzig irrdischer Materien/ solvirt man dieses Saltz wider in Was- ser/ filtrirt und coagulirt es wieder/ so bekommet man zwey Qvint- lein: Nun zeiget der Geschmack deutlich/ daß es auf der Zungen einem Sali tartari oder bestaͤndigen Laugen-Saltz/ und der geblaͤt- terten sehr starck laugenhafft gemachten Erden des Weinsteins gantz gleich kommet. ζ) Es streitet und tumultuirt mit einem je- dem Sauer-Saltz. η) mit dem Salmiac vermischt/ giebt es den aller- durch- Beschreibung des Fichtelbergs. durchdringlichsten fluͤchtigsten Geist. ϑ) Mit Schweffel im Feu- er vereinigt/ wird es zu einer Leber/ waraus mit Spiritu vini eine schoͤne Schweffel Tinctur kan gezogen werden. ) Wann man drey Theil Salpeter mit einem Theil Schweffel und zwey Theilen die- ses Saltzes vermischet/ so entstehet daraus ein Pulver/ welches in einem Loͤffel uͤber gluͤhende Kohlen gehalten/ einen grossen Schlag oder Schuß thut. Welches alles ja augenscheinliche Kennzeichen sind/ daß ein reines Laugen-Saltz im Carlsbade anzutreffen. 2) Jst im Wasser des Carlsbades eine grosse Menge Kalch- 2) Eine Kalch- und Tropff Erde. und Tropff-Erde anzutreffen. Diese setzet sich an die hoͤltzerne Rinnen/ worinnen das warme Wasser in die Haͤuser geleitet wird/ an/ und wird man nicht leicht ein einiges von diesen Was- sern finden/ welches innerhalb 24. Stunden nicht alles/ was man darein leget/ es sey Stroh/ Holtz/ Eyerschalen/ Baumblaͤtter/ꝛc. mit einer steinichten Rinde uͤberziehet. Man findet umb die Baͤ- der gar grosse Steine/ welche vom abtropffenden Wasser also zusam- men wachsen von gelb- und brauner Farbe/ Tropff-Steine genannt. Es ist aber diese steinigte Materie in unserm Carlsbad nicht einer- ley Gattung: α) dann es ist seltzsam/ daß unter der Erden/ wo der Brudler entspringet/ ein harter weisser Stein wie ein Gyps ausgegraben/ und auch allda gezeuget wird/ indem die Wasser aus denen Bergen/ in deren innersten der Spath haͤuffig anzu- treffen/ etliche Theilgen davon abschwemmen/ und mit sich fuͤhren/ und dann vermittelst der dazukommenden Waͤrme/ und Wallung in der Flaͤche der Erden wieder ablegen/ auch die Qvelle mit einer solchen steinigten Haut gleichsam umbzaͤunen/ damit kein fremb- des Wasser aus der nechst vorbeylauffenden Doͤpel sich damit vermische. Wann diese steinerne Rinden oder Schalen entwe- der durch Gewalt einer grossen Uberschwemmung/ oder zu Win- ters-Zeiten durch das Eiß zerbrochen und zerrissen werden/ (wie es dann zuweiln wohl geschiehet/ alsdann schwaͤchen die dazukom- mende frembde Wasser das Bade-Wasser an seiner Krafft/ biß nach Verlauff einiger Monathen/ die Oeffnungen und Ritzen durch einen neuen Stein-Satz wiederum verstopfft und ausgefuͤl- let werden. ζ) Noch setzet sich bey dem Prudier/ wann dessen H h 3 Wasser Beschreibung des Fichtelbergs. Wasser in das untergebauete Holtz faͤllet/ ein anderer sehr schoͤner von verschiedenen auf einanderliegenden Blaͤttern und Schiefern zusammen gefuͤgter Stein/ von rother Ziegel-Farbe/ und ziemli- cher Festigkeit zu Boden. An seiner aͤusersten Flaͤche hat er man- cherley glatte und gleichsam polirte Erhoͤhungen und Buckel/ er giebt/ wann man ihn gleich laͤsset gluͤhend werden/ nicht den al- lergeringsten Schweffel-Geruch von sich/ hingegen tritt er mit einem jeden Sauer-Saltz in eine Jehrung. Seine rothe Farbe/ und feste Zusammenfuͤgung entstehen von der unter der Hitze und gewaltsamen Bewegung sich ereignenden so genauen und zusam- men gelriebenen Anwachsung. γ) Eine dritte Gattung des Ba- de-Steins waͤchset in denen Rinnen und selbst in denen Baͤdern. Dieser nun laͤsset sich zerreiben/ und ist gleich einem sandichten Tropffstein von gelber Farbe/ wie Ochra, einer bestaͤndigen Eigen- schafft/ indem er auch durch das allerstaͤrckste Feuer nichts fluͤch- tiges von sich giebt/ er verbrauset aber/ und wird aufgeloͤset von sauern Saltz-Geistern/ welches ein offenbahres Zeichen seiner laugenhafften Natur ist. Jedennoch wird er NB. (wie wir be- reits oben aus Herrn D. Summers Bericht angefuͤhret/) nicht allenthalben von gleicher Festigkeit angetroffen: Dann je heisser und naͤher dem Prudler das durch die hoͤltzerne Rinnen fliessende Wasser ist/ je haͤrter/ und roͤther aber auch sparsamer dieser Stein ge- zeugt wird; je lauer und weiter aber das Wasser vom Bronnen ist/ desto weicher und heller ist er auch. 3) Eine sub- tile/ weisse/ schmierbige leichte Erde. 3) Findet man noch im Carlsbade eine subtile/ weisse/ schmier- bige/ leichte Erde. Diese schwimmet als ein dursichtiges blaͤtte- richtes Haͤutgen auf denen Baͤdern/ (Herr Summer hat es oben des Kalchs Bluͤthe genennet/) wann nehmlich das Wasser lang- sam in die Baͤder fliesset/ und 24. Stunden lang ruhig darinnen stehet. Noch besser gehet es von statten/ wann schoͤnes helles/ nicht truͤbes/ noch zu kaltes und windichtes Wetter ist/ und die Thuͤren und Fenster wohl verschlossen bleiben. Wann man die- se Materie trocknet/ so ist sie uͤber die massen weiß/ und hat einen Geschmack wie Fischbein/ verbrauset mit sauern Saltz-Geistern/ und kan statt des Zahn-Pulvers gebraucht werden. Es dienet treff- Beschreibung des Fichtelbergs. trefflich zur Austruͤckenung der Geschwuͤre. Ein Qvintl. getruncken/ soll den Urin treiben. Dieses ist es nun/ was die genaue Untersuchung an die Hand giebt/ daß das Carlsbad in sich halte/ und weiter nichts weder von Mineralien/ noch Metallen. Woraus dann zur Genuͤge erhellet/ daß alle Krafft des Carlsbades einig und allein von einem Laugen- Saltz/ und von einer sowohl zarten/ als groͤbern laugenhafften Er- den/ wie auch selbst von der Eigenschafft des Wassers herruͤhre. Nun waͤre wohl eine Frage/ auf was Art dann das Laugen- Auf was Aꝛt das bestaͤn- dige Laugen- Saltz in der Carlsbader Erden gene- r irt werde? Saltz in der Erden bey dem Carlsbade herfuͤrgebracht werde/ da doch gewiß ist/ daß kein Laugen-Saltz anders als durch grosse Ge- walt des Feuers durch des Kuͤnstlers Hand jemahls bereitet wor- den? Antwort: Es ist nicht ohne/ die Natur bringet an und vor sich/ weder in der Erden/ noch uͤber derselben niemahlen ein Laugen- Saltz herfuͤr. Gleichwie aber die Kunst uͤber der Erden aus an- dern Dingen erst ein Laugen-Saltz machet/ also kan auch wohl die Natur unter der Erden dergleichen aus andern Dingen herfuͤr bringen. Wann wir nun wissen/ wie die Kunst hierinnen verfaͤh- ret/ so werden wir auch unschwer ermessen koͤnnen/ wie die Na- tur damit zu Wercke gehet. Nun ist aber gewiß/ daß uͤber der Erden die bestaͤndige Laugen-Saltzen der Kraͤuter bereitet werden durch Vermischung eines Sauer-Saltzes mit einer laugenhafften schweflichten Erden vermittelst des Feuers/ als welches diese Ma- terien auf das innigste miteinander vereiniget. Dann nur allein solche Pflantzen/ welche ein tartarisches Sauer-Saltz/ oder einen oͤhlichten und sauern Anfang in sich haben/ geben eine zieml. Menge gedachten Saltzes. Wie dann auch gewiß ist/ daß aus Salpeter/ ar- cano duplicato, Tartaro vitriolato, nebst der dazukommenden verbrenn- lichen schweflichten Erden der Kohlen mittelst des Feuers/ laugen- haffte Saltzen koͤnnen herfuͤr gebracht werden. Jngleichen/ so man destill irten Eßig oder dessen Geist/ nicht weniger den gemeinem Saltz-Geist mit laugenhafften Erden/ z. E. mit Corallen/ Krebs- augen/ Eyerschalen/ und dergleichen vermischet/ und solv irt/ so ent- stehet daraus ein Saltz/ welches durch Niederschlaͤge und Aufloͤ- sungen solche Wuͤrckungen wie ein Laugen-Saltz von sich giebt. Mischet Beschreibung des Fichtelbergs. Mischet man dann Victriol, oder gemein Koch-Saltz mit lebendigem Kalch/ und kochet sie miteinander mit Wasser/ so entstehet sowohl dem Geschmack als der Wuͤrckung nach ein laugenhafftes Saltz daraus. Wir werden also nicht irren/ wann wir die besagte Erfah- rungs-Proben auf die Herfuͤrbringung des Laugen-Saltzes unter der Erden applicir en/ indem daselbsten eben dergleichen Materien/ wodurch ein solches Saltz entstehen kan/ haͤuffig anzutreffen sind. Z. E. Jn der Erden sind Kalch-Steine/ worunter auch der Spath zu rechnen/ in grosser Menge/ diese nun werden durch das so heff- tige unterirdische Feuer zu Aschen gleichsam/ und zu einem her- ben schwammigten luckeren Wesen verbrennet. Auch sind daselb- sten schweffelhaffte/ saure/ minerali sche und victrioli sche Saltzen/ womit die Erde uͤber die massen angefuͤllet/ wann nun diese ver- mittelst einer grossen Hitze miteinander vereinigt werden/ warum solte nicht eben sowohl/ als durch Kunst/ ein laugenhafftes Saltz unter der Erden daraus entstehen koͤnnen? Ein ziemli- cher Beweiß hievon. Dabey ist wohl zu bedencken/ daß allenthalben/ wo warme Baͤder gefunden werden/ so mit einem Laugen-Saltz geschwaͤn- gert sind/ daherum auch Sauerbronnen anzutreffen/ und unweit davon Kupffer-Wasser/ Schwefel oder Alaun gegraben werden. NB. 300. Saueꝛbron- nen sind 5. Meilen umb das Carls- bad/ worun- ter der Ege- rische der beruͤhmte- ste ist. Es ist merckwuͤrdig/ daß in einer Weite von 5. Meilen bey dem Carlsbade mehr dann 300. Sauerbronnen gezehlet werden/ wo- runter der Egerische der beruͤhmteste ist. Eine Meile vom Carls- bad entspringet im Wald der vortreffliche Saͤuerling/ welchen die Carlsbader zur Zeit des badens absonderlich vor ihren ordent- lichen Tranck gebrauchen/ und Puch-Saͤuerling nennen. Nicht weit hievon gegen Mittag entspringet obgedachter massen ein an- derer am Saͤuerlings-Berg. Und hart am Brudler selbst entsprin- get unten ein anderer gar lauer und gleichsam warmer Saͤuerling. Saueꝛbron- nen halten selbsten ein Laugen- Saltz in sich. Es ist wunderbahr/ daß auch selbst in einigen Sauerbronnen/ z. E. in dem Egrischen und Puch-Saͤuerlingꝛc. ein Laugen-Saltz anzutreffen/ dann/ so man nur einen Vitriol- Geist hineintropffen laͤsset/ so spuͤhret man eine Aufwallung/ und die Saͤure des Vi- triol s wird gemildert/ so kan auch der Puch-Saͤuerling durch einen leich- Beschreibung des Fichtelbergs. leichten Handgriff so wohl dem Geschmack/ als der Wuͤrckung nach/ gantz und gar in den Egrischen Saͤuerling verwandelt werden. Es ist bekant/ daß gedachte Sauerbronnen/ so man Rhein-Wein da- mit vermischet/ viele Blasen/ Schaum und einen haͤuffigen Dampff von sich geben/ zumahl wann gar Zucker dazu kommet: dessen dann keine andere Ursach ist/ als daß die subtile laugenhaffte Erden/ so im Saͤuerling enthalten/ mit der Saͤure des Weins aufwallet/ wann es nun verbrauset hat/ ist es gar ein lieblicher Tranck. Sonsten ist die gantze Gegend umb das Carlsbad und Falckenau mit Eisenstein/ Schwefel- und Alaun-Kieß reichlich angefuͤllet/ welche schon vor langen Jahren biß hieher zu Tag ausgefoͤrdert werden. Wir haben auch schon oben erwiesen/ daß das andere noͤthige Stuͤck zum Laugen-Saltz gehoͤrig/ nehmlich eine Kalch-Erde auch vorhanden sey/ wie dann dergleichen nicht fern vom Brudler in Men- ge anzutreffen/ zu geschweigen/ daß eine Meile davon der beste Kalch gebrannt wird. Solchemnach ist gaͤntzlich dafuͤr zu halten/ daß die Was ei- gentlich Warme Baͤ- der sind? Warme Baͤder uhrspruͤnglich nichts anders dann Sauerbronnen/ welche mit einem Sauer-Saltz von Schwefel und Victriol geschwaͤn- gert sind/ die da/ wann sie zu denen unterirdischen feurigen Orten gelangen/ wo die Steine zu Kalch gebrennet sind/ warm werden/ und eine laugenhaffte Eigenschafft an sich nehmen. Wobey zu mer- cken/ daß je laͤnger das Wasser durch die mit Kalch-Erden angefuͤll- te Oerter lauffet/ desto mehr es auch von besagter Erden annimmet/ und desto laugenhafftiger es auch wird/ wie dann dieses in dem Carls- bade klar u. offenbahr ist. Dann es werden nicht leicht seines gleichen Woher die Steine ge- ner irt wer- den? Wasser gefunden/ welche so viel Steine herfuͤrbringen/ so einig und allein der grossen Menge besagter Kalch-Erden zuzuschreiben ist. Wie man dann wahrgenommen/ daß alle Steinmachende Wasser durch solche Berge und Gegenden fließen/ welche mit Kalch-Erden angefuͤllet: Wie man auch in der Baumannshoͤhle siehet/ allwo die Topff- oder Tropffsteine aus denen Wassertropffen zusam̃en wachsen. Nun moͤgte man wohl fragen/ wie es doch komme/ daß fast Woher es komme/ daß immer ei- nerley Ge- wicht des Laugen- immer einerley Gewicht des Laugen-Saltzes im Carlsbader Was- ser anzutreffen/ indem ℔ j Wasser z ij gedachten Saltzes in sich ent- haͤlt/ und wo dann die Menge desselben herkomme/ da besagtes J i Wasser Beschreibung des Fichtelbergs. Saltzes im Carlsbader Wasser an- zutreffen? Wasser schon so viel 100. Jahr gefloßen/ also/ daß wohl schon 100000. Centner desselben abgefuͤhret worden? Es ist aber zu wissen/ daß eine unerschoͤpffliche Menge der Minerali en als des Victriol s/ Alauns/ Schwefels/ꝛc. womit die Wasser geschwaͤngert und sauer werden/ alldorten anzutreffen/ welche sich nach der Tieffe und nach der Weite unaussprechlich ausbreiten. So sind auch sehr grosse und uner- gruͤndlichtieffe Oerter unter der Erden daselbst/ welche mit Stein und Kalch-Erden angefuͤllet. Nun reisset aber das Wasser zu ge- wisser Zeit/ indem es nehmlich dadurch fließet/ nur ein gewisses Theil von diesen Saltzen ab/ und wann es dann zu denen brennenden Kalch-Oertern kommet/ und das Sauersaltz ist verwandelt worden/ so kan es nicht mehr Laugensaltz an sich nehmen/ als die Gegenwart des Sauersaltzes zulaͤsset/ desgleichen auch nicht mehr Topff-Erden/ Saltzbron- nen zu Halle in Sachsen/ liefern taͤg- lich fast 1000. Cent- ner Saltz. als es in sich beherbergen kan. Und gewißlich 100000 ℔. dieser Mi- nerali en/ so das Wasser mit sich an den Tag bringet/ ist in Ansehen der grossen Menge derselben unter der Erden nur wie ein Staͤub- gen zu rechnen. Man bedencke nur die Saltzbronnen zu Halle/ welche uͤber 1000. Jahre gefloßen/ und doch fast taͤglich 1000. Centn. Saltz liefern/ was vor eine Menge desselben das Wasser in sich fassen mag. Wo eine so grosse Men- ge Wassers unter der Erden her- komme? Noch ereignet sich eine Frage/ wo nehmlich eine so grosse Men- ge Wassers unter der Erden muͤsse herkommen? Hr. D. Beccher in seiner Physica subterranea p. m. 53. statu iret nicht unwahrscheinlich/ daß das Meer-Wasser durch des Meeres Grund und Sand gleich- sam durchgeseyet werde in den Mittel- Punct der Erden/ daselbst aber Wobey zu- gleich vom Ursprung der Bron- nen gehan- delt wird. werde es in einen Dunst verwandelt/ welcher seiner Natur nach vom Centro gegen die Oberflaͤche wieder uͤber sich steige/ sich alldorten sammle/ wieder in Wasser verdicket/ zu Bronnen/ Baͤchlein und Fluͤßen werde/ welche wieder in das Meer fliessen/ und durch diese bestaͤndige Circulation werde des Wassers nicht weniger. Herr Plumptre giebt zwar dieser Meynung Beyfall/ doch haͤlt er dafuͤr/ daß die unterirdische Wasser auch zugleich viele Nahrung und Zu- wachs von dem Regen-Wasser bekommen/ welches durch die luckere Substanz des Erdreichs hindringe und durchgeseyet wuͤrde/ hernacher aber an lettichten Orten sich sammle und verdicke/ und in gewisse Baͤchlein und Fluͤße austheile/ vornehmlich aber an denen niedrig- sten Beschreibung des Fichtelbergs. sten Orten der Berge/ derselben Wurtzeln/ und Thaͤlern herfuͤrbre- che. Man siehet auch/ je laͤnger und bestaͤndiger sich das Gebuͤrg in einem Stuͤcke fortgestrecket/ ja je hoͤher die Berge sind/ desto dauer- hafftiger/ bestaͤndiger und hoͤher auch die Bronnqvellen steigen. Hr. Besonderer Fluß des Pfeffer-Ba- des. Plumptre fuͤhret diesfalls zum Beweiß das Pfefferbad/ nicht weit von der Stadt Cur/ an/ dann indem diese Wasser jaͤhrlich umb den 3. Maji entspringen/ und gegen den 14. Tag Septembris zu fließen auf- hoͤren/ so meynet er die Ursache dessen sey/ weiln umb bemeldte Zeit der Schnee auf dem hohen Gebuͤrg zergehe/ durch die Strecken der Erden herab steige/ und das Wasser durch die daselbst befindliche unterirdische Waͤrme warm werde. Dahero dann gar nicht zu zweifeln/ daß das Carlsbader Wasser theils aus denen unterir- dischen Wasser-Schaͤtzen/ theils aber von dem gesammelten Regen- Wasser/ so durch die Hoͤhlen der Berge herab rinnet/ seinen Uhr- sprung nehme. Und ist allerdings wahrscheinlich/ daß diese Wasser vom Hirschenstein/ welcher sich auf etliche Meilwegs ausstrecket/ herabkommen/ welche hernach in der Erden die Waͤrme/ ja die mine- rali sche Krafft empfangen. Daß aber besagte Wasser vom gedach- ten Berg herabkommen/ ist daher zu schließen/ weil man an dem Ort/ wo das Rathhauß stehet/ das Wasser sehr starck unter der Er- den rauschen hoͤret. So ist auch denen Jnwohnern/ besonders dem Apothecker bekant/ daß in dessen Laboratorio das warme Wasser et- liche mahl herfuͤrgedrungen/ so daß man es kaum hat stopffen koͤn- nen. Es bekraͤfftiget solches auch die Qvelle/ so unter des bemeldten Bergs Wurtzel nicht weit von der Muͤhlen aus einem sehr festen Felß herfuͤr dringet/ die aber nicht so heiß/ als der Brudler/ sondern nur lau dagegen ist. Die Ursache dessen ist/ weil das Wasser gar hurtig daselbst fließet/ und nicht durch so haͤuffig mit Kalch und Feuer angefuͤllete unterirdische Oerter gehet/ welche ohne Zweifel unter dem Flecken und der Doͤpel sich befinden. Uber dieses bekraͤfftiget Warumb der Brudler so hoch springe? auch der Brudel durch sein hohes springen und steigen in die freye Lufft/ (so sich/ wann die Roͤhren enger waͤren/ uͤber 10 Ellen hoch er- strecken solte/) daß das Wasser hoch herab fallen muͤsse/ indem dessen keine andere Ursache ist/ als weil das Wasser starck von oben hoch herabfaͤllet/ und gedruckt oder gedrenget wird. J i 2 Noch Beschreibung des Fichtelbergs. Woher doch das Feuer unteꝛ der Eꝛ- den entstehe/ wird durch unterschied- liche Kunst- Stuͤcke un- tersuchet. Noch ist uͤbrig zu untersuchen/ woher doch das unterirdische Feuer entstehe? Dann es ist kein Zweifel/ daß bey allen Warmen Baͤdern das kalte Wasser/ wann es durch die hitzige unterirdische Oerter lauffet/ erwaͤrmet und erhitzet werde; dann gleichwie uͤber der Erden das kalte Wasser durch das Feuer erhitzet/ eben also ma- chet das unterirdische Feuer das Wasser heiß. Und daß ein Feuer unter der Erden sey/ solches bezeugen so viel Feuerspeyende Berge in unterschiedenen Laͤndern/ so grausame Erdbebungen/ unterirdische Donnerwetter/ entsetzliche Blitzen/ und erstaunliche Entzuͤndungen grosser Felsen und Berge. Wo aber dieses Feuer herkomme/ und wie es genaͤhret werde/ ist eine Frage/ die Hr. Plumptre auf folgende Art am deutlichsten aufzuloͤsen gedencket: Wir sagen/ spricht er/ daß die Materie/ die Mutter/ oder die Nahrung des unterirdischen Feuers bestehe in fetten schweflichten Coͤrpern/ welche nicht nur der Flam- men ihren Ursprung geben/ sondern auch gar bald in eine feurige Be- wegung dahin gerissen werden. Es wird aber ein jeder Schwefel durch eine uͤber die maßen geschwinde und hefftige innerliche Bewe- Was ei- gentlich das Feuer sey. gung in Feuer verkehrt. Dahero istdann das Feuer nichts anders/ als eine Art einer uͤberaus hurtigen innerlichen Bewegung/ welche die Vereinigung und die Mischung eines Coͤrpers aufloͤset und zer- gaͤntzet. Wer derohalben aus 2. kalten Coͤrpern eine Flamme her- fuͤrbringen will/ der muß schwefelhaffte Materien dazu erwaͤhlen/ und solche mit der gewaltsamsten aneinander reibenden und schla- genden Bewegung in eine feurige Bewegung bringen. Das Eisen ist ein sehr schwefelhafftes Metall/ und dahero vor allen andern ge- schickt erhitzet zu werden/ dahero es auch/ wann es im Fluß stehet/ unzaͤhliche Funcken von sich spritzet. Dieser Eisen-Schwefel nun wann er durch das schlagen und reiben in eine hefftige Bewegung gebracht worden/ bringet ein offenbahres Feuer anden Tag. Es ist auch ein artiges Probstuͤck/ daß man durch hurtiges schlagen mit dem Hammer einig und allein einen eisern Stab so feurig machen kan/ daß er brennet und Schwefel anzuͤndet. Noch gar ein schoͤnes Kunststuͤck ist folgendes/ wodurch wir angenblicklich die allerhelleste Flamme zuwege bringen koͤnnen/ wann wir nehmlich einen sehr concentr irten stets dampffenden Salpeter-Geist auf Terpentin- oder Nege- Beschreibung des Fichtelbergs. Negelein-Oehl giessen/ so entstehet zur Hand ein offenbahres Feuer/ indem dieses mit viel dickem/ Schwefel geschwaͤngerte Oehl durch Vermischung dieses Geistes in die allerhefftigste innerliche Bewe- gung gebracht wird/ welche dann das Feuer ist. Was nun also den ersten Ursprung des unterirdischen Feu- ers betrifft/ wie auch dessen Nahrung/ so kan dergleichen unserer Meynung nach/ auf keine andere Art entstehen/ als daß die schwe- felhaffte Coͤrper unter der Erden durch eine Gegenwuͤrckung ge- geneinander in die allerhefftigste Bewegung gebracht werden/ und also das erste Feuer darstellen/ welches hernach gar leicht durch an- dere nahe schweflichte Coͤrper fortgepflantzet/ und vermehret wird. Dergleichen leichtlich Feuerfangende Materien nun sind Eisenstei- ne/ und Schwefel-Kiese. So ists auch eine bekante Sache/ daß gantze grosse Gegenden und Strecken voller Eisen-Ertz sind/ nicht weniger ist auch gewiß/ daß die tieffsten Oerter mit Victriol und Schweffel-Kiesen gantz angefuͤllet sind: dieses bestaͤttiget die schon fast gantzer 1000. Jahr gangbahre Schwefel- und Victriol -Gru- ben zu Goßlar auf dem Ramelsberg. Zu geschweigen/ daß in Welsch- land einige Oerter von Schwefel gleichsam pausten/ wie dann der uͤberfluͤßige Schwefel eben die Ursach daselbst ist der Feuerspeyen- den Berge und der alldorten so gewoͤhnlichen Erdbebungen. Bey denen Feuerspeyenden Bergen ist viererley zu beobachten/ so allda an- zutreffen: 1) ein gemeiner brennlicher Schwefel; 2) eine luckere Er- de; 3) die Lufft; 4) das Meer. Der Schwefel verursachet nicht nur durch seinen flammenden Brand dieselbe schreckliche Entzuͤn- dung/ sondern indem er die Erden sehr erhitzet/ so machet er auch das vorbeylauffende Wasser warm/ dahero dann an denen Orten in Welschland/ wo der Schwefel unter der Erden brennet/ auch warme Baͤder gefunden werden. So gestallten Dingen nach ist der Schwefel/ gleichwie eines jeden Feuers/ also auch des Unterirdischen Materie; Wann nehm- lich schwefelhaffte Coͤrper miteinander vermischet/ und durch eine innerliche sehr hefftige Bewegung gegen einander erregt und erweckt werden: Kurtz/ wann der lediggemachte aufgeloͤsete Schwefel in die eisenhaffte Erde/ Eisen-Ertz/ und harzigte Erden wuͤrcket/ so ent- J i 3 stehet Beschreibung des Fichtelbergs. stehet dieses Feuer. Z. E. wann in dem Jnnersten der Erden der Schwefel mit dem Berg-Wachs/ oder Stein-Hartz und mit Ei- sen-Ertz vermischet ist/ und in grossen Hauffen aufeinander lieget/ zu diesen Berg-Arten aber sodann Wasseꝛ kommet/ so wird das Victri- oli sche Sauer-Saltz im Schwefel aufgeloͤset/ und verursachet durch seine Wuͤrckung in die hartzigte Erde und schwefelhaffte Ei- sen-Ertzte nicht allein eine innerliche sehr hefftige Hitze/ sondern es wird auch/ wann die Erde lucker ist/ und genugsame Lufft da- zu kan/ ein oͤffentliches Flammen-Feuer entzuͤndet/ wie dann folgen- Kunst- Stuͤcklein/ so diese Sache beweiset. des Kunst-Stuͤcklein solches erleutert: Nimb ℔ j pulverisirten le- bendigen Schwefel/ und eben so viel Eisenfeilig/ mische alles sehr wohl untereinander/ thue es in ein Glas/ giesse so viel Wasser dran/ biß es wie ein Teig wird/ so wird nach 12. Stunden die Materie einen grossen Schaum aufwerffen/ die sich innerlich uͤber die Massen sehr erhitzet/ daß vor Hitze das Glaß zerspringet/ die vorhin gelbe Farbe wird nunmehro schwartz/ und die Materie durch die Hitze sehr feste/ solche nimb aus dem Glas/ zertheile sie in kleine stuͤcke/ haͤuffe sie aufeinander zusammen/ und lege sie an die freye Lufft/ so erhitzet sie sich in kurtzen nicht nur viel hefftiger/ sondern sie stoͤs- set auch eine offenbahre Flamme mit einem Schwefel-Dampff her- fuͤr. Gewißlich/ ist ein Kunst-Stuͤck in der Welt/ das die Zeugung des unterirdischen Feuers klar entdecket/ so ist es warhafftig dieses. Ein anders. Es ist auch bekant/ daß die Marchasit en und Schwefel-Kiese/ woraus der Victriol gemachet wird/ wann man sie zu Hauffen schlaͤgt/ und an die feuchte Lufft leget/ in kurtzer Zeit uͤber die Massen heiß Noch eines. werden. Jngleichen/ wann aus denen Schwefel-Kiesen der Schwe- fel bereits sublimirt worden/ so bleibet ein schwartzer Boden-Satz zu- ruͤcke/ welcher/ wenn er zu hauffen geschlagen und an die feuchte Lufft gestuͤrtzet wird/ eine solche Hitze empfaͤngt/ daß man ohne Gefahr keine Hand drein stecken kan. Wie man solches zu Altensattel 1. Meil- wegs vom Carlsdad abnehmen kan/ allwo Alaun/ Schwefel/ Vi- Abermahl eines. ctriol in grosser Menge gemacht wird. Eben an besagtem Ort/ (wie auch zu Dieben) und Commoda in Boͤhmen/ wo Alaun gesotten wird/ erhellet es abermahls. Es werden nehmlich aus der Erden Steinkohlen/ oder eine schwartze/ hartzigte/ anzuͤndliche Erde gegra- brn/ Beschreibung des Fichtelbergs. ben/ worinnen ein schwefelhafftes/ saures/ alaunhafftes Saltz ver- borgen ist; wann diese Erde zu hauffen gestuͤrtzt und vom Regen be- feuchtet wird/ so wird sie nicht nur sehr heiß/ sondern sie stoͤsset auch ei- nen Dampff und Rauch/ ja zuweiln gar eine offenbahre Flamme aus/ und dieses darum/ weiln das saure schwefllichte Alaunsaltz vom Was- ser aufgeloͤset wird/ und die schweflichte hartzigte Erde angreiffet/ durch welche Jneinanderwirckung sich der Schwefel erhitzet/ oder wohl gar/ wann die freye Lufft mit ihrer Bewegung dazu kommet/ in ein Feuer ausbricht. Diese Kunst-Stuͤcke/ hoffe ich/ sollen uns gnugsame Kennzei- Diese Kunst- Stuͤcke er- klaͤhren chen geben/ auf was Art die unterirdische Hitze und Feuer herfuͤrge- bracht/ die warme Baͤder verursacht/ und in Welschland die Erdbe- bungen und feuerspeyenden Berge eroͤffnet werden. Dann wann durch eine so gar hefftige innerliche Bewegung/ vermittelst einer Ge- 1) Das Erd- beben. geneinanderwuͤrckung der Minerali en entweder der gemeine/ oder der hartzigte und steinkohlichte/ oder aber der Eisen-Schwefel erwe- cket wird/ und die Bewegung der Lufft in denen Hoͤhlen der Erden dazukommet/ welche durch den Lauff und Bewegung der Wasser her- fuͤrgebracht wird/ und die unterirdische Lufft vermittelst des trei- bens/ drengens und fortstossens zu Wind machet/ (dann daß die Wasser mit ihrem Fallen durch Roͤhren Wind machen koͤnnen/ den man statt der Blasebaͤlge gebrauchen kan/ ist eine gar bekante Er- fahrenheit/) so entstehet durch die vermehrte innerliche Bewegung 2) Die Feu- erspeyende Berge. eine Flamme/ welche Erdbeben/ erschreckliche Blitzen/ unterirdische Donnerwetter herfuͤr bringet/ auch ungeheure entsetzliche Erd- schollen und Felßen-Stuͤcker hoch in die Hoͤhe zu Tage auswirfft. Wann aber aus Mangel des Meers kein hefftiger Wind in der Er- 3) Die war- me Baͤder. den zugegen ist/ wie in Teutschland geschiehet/ so entstehet zwar eine sehr hefftige Hitze/ aber das Feuer ist gleichsam verschlossen/ und bricht in keine offenbahre Flamme aus/ doch stoͤsset es uͤberaus heisse Daͤmpffe von sich/ wodurch das kalte Wasser/ so in denen Hoͤhlen und Gaͤngen der Erden daselbst vorbey fliesset/ geschwaͤngert und er- waͤrmet wird/ welche Waͤrme es dann auch beym Ausbruch annoch behaͤlt. Daß aber eine solche bestaͤndige Hitze so viele 100. Jahr immer- Wie es kom- me/ daß eine fort Beschreibung des Fichtelbergs. solche Hitze so bestaͤndig so viele Secu- la daure? fort unter der Erden daure/ und das vorbey fliessende Wasser mit ei- ner gleichen Waͤrme beseelige/ kommet daher/ weiln 1) unter der Erden eine unerschoͤpffliche Menge und Tieffe von Schwefel/ Hartz/ Stein- kohlen/ Victriol- Kiesen/ꝛc. anzutreffen/ wie dann zu Altensattel nicht weit vom Carlsbade uͤber 200. Jahr/ Schwefel/ Steinkohlen/ und Victriol gegraben und gemachet worden; 2) Wann in dem Jnnersten der Erden vermittelst des vorbey fliessenden Wassers diese Minerali en in die allerhitzigste/ bißweiln gar entzindende feurige Bewegung da- hin gerafft werden/ so findet diese umb und umb eine gleichmaͤßige Nahrung/ und pflantzet sich sehr leichte fort/ theilet mithin denen fetten verbrennlichen Dingen als Steinkohlen und dergleichen eine eben solche Bewegung mit. 3) Sehen wir auch/ daß ein jedes ver- schlossenes Feuer/ wozu keine freye Lufft kan/ sehr lange daure. Z. E. Wann Haͤuser abbrennen/ so haͤlt sich die glimmende Asche noch lan- ge in dem Grunde des zu hauffe gefallenen Hauses/ desgleichen glim- met das Feuer der Steinkohlen auch lange unter ihrer Aschen. Jn- Machina Pa- piniana. gleichen die Machine oder Topff des Papini, welcher wohl verschlos- sen und verschraubt ist/ so daß nicht der geringste warme Dunst der Lufft und des Wassers heraus kan/ kochet mit wenig Kohlen das Fleisch gar/ die kuͤpfferne Machine aber wird geschwinde warm/ und haͤlt die Waͤrme uͤberauslange nach. Jngleichen wann unsers Lei- bes Schweißloͤchlein in Fiebern verstopfft und verschlossen sind/ daß der Dunst nicht frey heraus kan/ so werden wir viel laͤnger von der Hitze angefochten/ als wann der warme Dunst durch die offenen Schweißloͤchlein frey heraus kan. Wann nun eben also die so heisse Daͤmpffe unter der Erden nicht in die freye Lufft ausstreichen koͤn- nen/ sondern in sich selbst wieder kehren muͤssen/ so dauren sie auch sehr Kohlberg bey Zwi- ckau. lang. Jn dem vorigen Seculo haben die Schweden den Kohlberg bey Zwickau angezuͤndet/ welcher sehr lange gebrennt/ so/ daß man ihn endlich mit Erden ausfuͤllen/ und das Feuer erstecken muͤssen. Vor nunmehro 18. Jahren aber wurde er wieder geoͤffnet/ weiln er sich aber von neuem entzuͤndete/ muste man ihn abermahls ausfuͤl- len. Dessen gedencket schon vor 100. und mehr Jahren Agricola im Erdbeben und unter- Buch de Fossilibus. Eben besagter Autor, de Re metallica p. 562. und Balbinus in Historia Regni Bohemiæ C. 32. p. 81. bezeugen klaͤrlich/ daß ehedes- Beschreibung des Fichtelbergs. ehedeßen umb die Carlsbader- und Ellenbogener Gegend/ sowohl irdische Feu- ersbruusten in der Caꝛls- bader und Ellenbognet Gegend. Erdbeben als unterirdische Feuersbrunsten verspuͤret worden/ wie man dann bey Falckenau unfern dem Dorff Koͤnigswehr einen Berg antrifft/ in welchem/ so man das Ohr gegen den Erdboden haͤlt/ ein Getoͤs/ und Brausen von Winden oder Flammen hoͤret; daselb- sten ist ehedessen Eisen-Ertz gegraben worden/ so giebt es auch Stein- Kohlen allda. Es ist auch merckwuͤrdig/ daß im warmen Carlsbade die angrentzende Erden warm ist. So koͤnnen auch wegen der un- terirdischen Hitze in dem Ort selbsten keine Keller gegraben werden/ sondern dieselbe sind in denen nechsten Bergen. Dahero schmiltzet im Winter auch der Schnee bald daselbst. Solchemnach ist gar kein Zweifel/ daß umb das Carlsbad ein unterirdisch Feuer verborgen/ welches das vorbeyfliessende Wasser erwaͤrmetꝛc. Dann daß be- Nicht alle warme Baͤ- der haben etwas mi- nerali sches in sich. sagtes Wasser von der warmen Erden im Durchfliessen erhitzt wer- de/ geben viele suͤße warme Wasser/ die keine Mineralia in sich enthal- ten/ zu erkennen/ als unterschiedliche in Jtalien/ besonders das St. Johannis-Bad bey Lucaꝛc. it. das Pfeffer-Bad in der Schweitz. Nun wollen wir mit wenigem auch etwas von denen Kraͤfften Carlsbades Kraͤfften und Wuͤr- ckungen. Woher die gute Wuͤr- ckungen? und Wuͤrckungen/ so das Carlsbad præst iren soll/ beruͤhren. Nach Hn. Plumptres Bericht nun haͤlt ℔j des Wassers/ z ij Laugensalzes/ und wenigstens eben so viel Kalch-Erden. Jenes/ das Saltz/ ist eben das heilsame Ingrediens des Wassers/ und diese/ die Erde/ das unheil- same oder schaͤdliche/ welche letztere seine schlimme Wuͤrckungen son- derlich erweiset/ so das Wasser zu lau oder gar kalt gebrauchet wird/ Woher die unheilsame? durch Eckel/ Blehungen/ Bauchreißen/ Schwachheiten. Jedoch werden solche durch die Tugend des Laugensaltzes wieder gebrochen/ wann das Wasser in gebuͤhrender Ordnung und warm getruncken wird. So wohl Payerus , als unser Hr. Autor meynen/ das Carls- bad schicke sich eher zum trincken/ als baden/ und verrichte mehr in innerlichen/ als aͤuserlichen Kranckheiten. Je waͤrmer das Wasser Wie es zu gebrauchen? gebraucht/ je besser und kraͤfftiger es die Adern durchdringet/ man schencket aus einem 2. Maͤßigen Krug 6. oder 7. Toͤpffgen voll/ und suppert sie nach und nach so warm/ als es vom Bronnen kommt/ wie einen Thee unter wehrenden herum spatzieren hinein. Man muß von Tage zu Tage mit der Maas des Trinckens steigen/ biß endlich des Tags 4. biß 5. Stuhlgaͤnge wenigstens erfolgen. 7. Naͤpffgen K k machen Beschreibung des Fichtelbergs. machen eine Maaß/ oder ℔ ij. Empfindliche Naturen sollen uͤber 20. Toͤpffgen nicht steigen/ starcke Naturen aber/ so vollbluͤtig/ fett/ und langsam zu bewegen/ koͤnnen mit 20. Toͤpffgen anfangen und biß auff 40. oder 50. steigen/ und biß zu Ende damit fortsetzen. Zarte empfind- liche Naturen sollen 5. biß 6. Tage/ Mittelmaͤßige 7. und harte Natu- ren 9. Tage mit dem Trincken nach einander anhalten/ alsdañ 3. oder 4. Tage damit aussetzen/ und dagegen baden/ wann sie es ertragen koͤn- nen. Hernach trincken sie wieder in voriger Ordnung/ und baden als- dann wieder/ welches man alles im Nothfall zum drittenmahl wech- Wie es wuͤrcket? selsweiß wiederhohlen mag. Bey einigen wuͤrcket es durch den Stuhl/ daß sie wohl innerhalb 3. Stunden 20. mahl zu Stuhl gehen/ jedoch ohne einige Schwaͤchung der Kraͤffte. Andere bewegt es hefftig zum Schweiß. Wiederum andere zum Urin/ welcher anfangs ge- faͤrbt/ hernach weiß und zuletzte truͤb gehet. Dieser letzte ebull irt mit dem Spiritu Vitrioli. Die ersten 2. aber nicht. Wann man ankommet/ so ruhet man den ersten Tag aus/ den andern Tag Abends vor der Mahlzeit gebrauchet man gelinde lax irende Pilul en. Den 3ten Tag hebt man an fruͤhe zu trincken/ den 5. 7. oder 9ten Tag/ nehmlich nach der ersten Cur/ braucht man wieder Pilulen/ u. s. f. auch nach der dritten Cur/ aber ein gut Theil staͤrcker/ damit aller Unrath aus- gefuͤhrt werde. Dabey gebraucht man auch Tincturam Antimonii Tartati- satam, oder essentiam amaram, oder Spiritum Nitri dulcis, oder Sal. volat. oleo- sum \&c. Dieses Bad wuͤrcket durch Eroͤffnung des Leibes/ treibt den U- rin/ befoͤrdert den Schweiß und Transpiration, temper irt die zu hefftige Jn welchen Kranckhei- ten es dien- lich? Magen-Saͤure/ oͤffnet und zertheilet die Verstopffungen/ staͤrcket den tonum viscerum \& fibrarum, und ist allen Naturen beqvem. Dahero dienet es α) in allen tartarischen und sauern Zufaͤllen/ z. E. in dem Blasen- und Nieren-Stein/ kalter Piß/ Gliederschmertzen/ Kraͤtze/ fahrende Gicht/ Zipperlein/ Huͤfft- und Lenden-Wehe. β) Jn verstopfften Eingeweyde u. zehen Saͤfften/ z. E. Schar- bockischer Mattigkeit/ feuchter Engbruͤstigkeit/ verstopffter Leber/ Bleichsucht/ Gelb- und aller Wassersucht/ Verstopffung der Rosen-u. goͤldenen Ader/ Miltz- Geschwulst. γ) Verwicklung der Gedaͤrmen/ schlappen Nerven und Mu- sculn/ Geschwulsten/ Eckel/ Durchlauff/ Vorfaͤllen der Mutter und Mastdarms/ verschleimten Mutter/ und Unfruchtbarkeit/ Colic/ lahmen Gliedern/ Mutter- Beschwehrungen/ Seiten und Miltz-Wehe/ Cacochymia, brennenden Blattern/ Flecken der Haut/ꝛc. Das Baden aber dienet in verrenckten und gebrochenen Jn welchen Kranckhei- ten es schaͤd- lich? Gliedern/ Geschwuͤren/ Geschwulsten/ Schlag/ Gicht/ Zipperlein/ Wassersucht/ schwachen Nervẽ/ Glieder-Schmertzen/ lahmen Gliedern/ und Huͤfft-Schmeꝛzen/ geschwollenen Nieren und Blasen. Hingegen dienet es nicht in allen Kopff- Hirn-Augen-Ohren-Nasen-Mund-Rachen-Kranckheiten/ gar in keinen Fie- Beschluß. bern/ Franzosen/ und hecti schen Zufaͤllen. Hiemit sey nun auch diese Be- schreibung im Nahmen GOttes beschloßen. Drit- D ritter T heil Der F ichtelbergischen B eschreibungꝛc. Worinnen Eigentlich dasjenige enthalten/ was die Auslaͤn- der/ nemlich Wallonen/ Venetianer/ Meylaͤnder/ Mo- deneser/ ingleichen Brabander und Flandrer in ihren theils verlohrnen/ und hernach gefundenen/ theils aber ihnen abgenommenen Verzeichnuͤßen der fuͤndigen Oer- ter auf/ an und um den Fichtelberg; wie auch in Ober- und Nieder-Sachsen/ am Hartz/ in Boͤhmen/ Baͤyern/ Pfaltz und Voigt-Landꝛc. bemercket und beschrieben haben/ insonderheit die Verkundschafftung der besag- ten Oerter des Venedigers Giovanni Carnero, Johann Schottens/ des Gratiani Grundelli eines Venetianers/ der sich 18. gantzer Jahre umb den Fichtelberg aufgehal- ten/ und seine Verzeichnuͤß 1531. am Dienstag nach Galli aufgesetzet; item des Sebastian Verso ei- nes Venedigers/ wie auch 3. anderer Unbenannter. Deme ein nuͤtzlicher Weg-Weiser zu verborgenen E rtz- B aͤngen vorangefuͤget/ Am Ende aber Eine Eroͤffnung der Kunst zugethan worden/ Wie man die arsenicali sche und sulphuri sche Wildigkeit der fluͤchtig- und wilden rohen Ertzen davon bringen/ bezaͤhmen/ und zeitigen solle/ daß sie das gute nicht verfuͤhren. Jtem: wie man aus Kieseln/ Sand/ und Letten das Gold extrahir en; auch aus dem Zinn/ ohne Verlust des- selben/ das darinnen steckende Gold und Silber nie- derschlagen und scheiden solle. A. Ω. Das Silber hat seine Gaͤnge/ und das Gold hat sei- nen Ort/ da man es laͤutert. Das Eisen wird aus der Erden genommen/ und die Steine zu Kupffer geschmoltzen. Das Ende/ so GOtt gesetzt hat der Finsternuͤß und al- ler Vollendung/ erforschet er/ ja auch die Steine/ so im tuncklen/ und Todes-Schatten liegen. Wann schon ein Bach herfuͤr bricht von denen/ die da- bey wohnen/ so tieff/ daß man nicht dadurch ge- hen kan/ so wird er doch vom Menschen erschoͤpfft/ und weichet davon. Belangend die Erde/ aus welcher Brod herfuͤr kom- met/ unter derselben verwandelt sichs wie Feuer. Derselben Steine sind eine Enthaltung des Saphiers/ und sind Gold-Schollen daselbst.ꝛc.ꝛc. Job. XXVIII. §§. 1.-6. Beschreibung des Fichtelbergs. W ege- W eiser zu verborgenen E rtz- B aͤngen. Wie man nehmlich durch aͤußerliche Gemercke und Zeichen die in der Erden verborgenen Minern/ Ertz-Adern und Gaͤnge erkundigen und ausma- chen soll. Darauf ein Bergmann sich gruͤn- dend wohl einschlagen/ schuͤrffen und bauen kan. THEOPHRASTVS PARACELSVS BOMBAST von Hohenheim hat vom Bergwercks-Bau also geschlossen: E Rtze und Bergwercke zu suchen in der Erden/ in Stei- Ertze und Berg- weꝛcke zu suchen ist eine schwere und ungewisse Arbeit. nen/ ist fast schwer und ungewiß. Weiln aber alle Metallen anfaͤnglich muͤssen gesucht werden/ ist solches Suchen und Arbeiten nicht zu verachten/ sondern hoch zu loben. Und soll diese Lust und Begierde so wenig abgehen/ Soll aber doch nicht unterlassen werden. und unterlassen werden/ als junger Leute Liebe/ und so begie- rig die Bienen auff die Rosen und andere liebliche Blumen sind/ das suͤße Honig und Wachs heraus zu ziehen/ also be- gierig soll auch der Mensch zum Ertz und Bergwerck suchen in der Weiln davon aller Reichthum her- kommet. Erden seyn/ dann davon kommet aller Reichthum der Welt her/ doch ohne Geitz und Neid. Dann NB. wer zu viel will/ Jedoch ohne Geitz und Neid. dem wird wenig/ und wer andern nichts goͤnnet/ erhaͤlt selber nichts. Aber zur Sache. 1) Ertze wachsen gemeiniglich in grossen Gebuͤrgen/ wil- Wo die Ertze am liebsten wachsen? den Waͤldern und Wuͤsteneyen/ da Getraͤyde/ Wein/ und an- dere Fruͤchte nicht wachsen. Jedoch ist solches nicht universal, massen sie auch in Franckreich/ Piemont, Thuͤringen/ Hun- garn/ꝛc. zum theil in fruchtbaren Gebuͤrgen wachsen. Jn Ty- K k 3 rol Beschreibung des Fichtelbergs. rol aber in rauhen Stein-Kluͤfften/ und gehen offt in denen fast seiger stehenden Felßen zu Tage aus. Dahero dann die Ein- wohner selben Orts ihre Bergmaͤnnische Anmerckungen zu neh- men/ und darauf zu schuͤrffen pflegen. (Dergleichen Gebuͤrge/ Waͤlder/ Wuͤsteneyen/ rauhe Stein-Kluͤffte und Felßen giebt es am Fichtelberg sehr viele.) Sehr schwere Stei- ne und Klumpen/ und Crystallen- Druͤßen verkund- schafften die Me- tallen. 2) Wo Steine und Klumpen/ so wieder die Natur ih- rer Groͤsse schwer sind/ oder am Tage liegende Druͤßen/ wie angeschossene Crystallen/ oder geschnittene Diamanten/ als die Boͤhmische sind/ gefunden werden/ daselbsten liegt ge- meiniglich Ertz in der Erden verborgen. (Dergleichen schwe- re Steine nun giebt es nebst Crystallen-Druͤßen umb den Fich- telberg viel.) Desgleichen ein Schweffel- Dampff. 3) Wo gantz schweflichter Dampff und Geruch auf einem Gebuͤrg sich mercken laͤsset/ daselbft giebt es Ertze. (Wie zu gewissen Zeiten umb den Fichtelberg.) It. Gelbes Graß. 4) Wo das Graß sehr gelbe/ als ob es durch blitzen/ oder sonsten versenget waͤre/ (wie auf dem hohen Fichtelberg) da steigen gemeiniglich scharffe Schwefel-Duͤnste auf/ und strei- chen maͤchtige Ertz-Adern und Gaͤnge darunter/ dergleichen Urtheil ist auch vom Fruchttragenden Lande zu faͤllen/ auf wel- It. Wieder die Na- tur niedrigs/ klei- nes/ duͤnnes Graß/ und dunckele Blu- men. chem ein Striech des darauf wachsenden Getraͤydes vor der Zeit gelbe wird: it. Wann Graß/ Kraut/ und Blumen wieder ihre Natur niedrig/ klein/ duͤnne/ und dunckler Farbe sind/ so ist es ein gewisses Zeichen eines Ertz-Ganges darunter. It. Erd-Feuer oder Berg-Witterung. 5) Wo sich ein Blitz oder Feuer offt uͤber der Erden ver- nehmen laͤsset/ so von fetten Schwefel-Duͤnsten zu entstehen pfleget/ daselbst ist Ertz vorhanden/ (wie haͤuffig umb den Fich- telberg geschiehet/) NB. ist nun dieser Blitz grob/ oder groß/ so sind die darunter enthaltene Ertze rohe und unvollkommen/ ist er aber subtil und duͤnne/ so sind es reiche und derbe Ertze. NB. wohin nun diese Witterung den Bogen machet/ dahin strei- chet auch der Gang. It. Wo der Schnee bald zergehet/ und 6) Wo der Schnee und Reiff auf Gebuͤrgen/ Baͤumen/ Kraͤutern bald vergehet/ und der Thau nicht wie anderer Or- ten Beschreibung des Fichtelbergs. ten auf dem Graß oder Erdreich liegen bleibt/ da sind gemei- der Reiff/ auch Thau schleunig verzehret wird. niglich fuͤndige und maͤchtige Ertz-Gaͤnge. Dann es verraͤ- thet sich zuweiln ein durch Wiesen und Flecken streichender Ertz- Gang durch seine Auswitterung/ indem er den sowohl Fruͤh- lings-als Herbst-Zeit fallenden Thau verzehret und an sich zie- het/ dahingegen anderer Orten/ wo kein Gang ist/ der Thau bleibt. Je schneller nun der Reiff/ Thau/ und Schnee zer- gehet/ und je mehr Rauch gesehen wird/ je hoͤher liegt auch das Ertz. 7) Wo Ritze und Spalten in denen Gebuͤrgen mit ei- It. Ritze und Spal- ten in Gebuͤrgen. nem scharffen Salpeter-Dunst sich zeigen/ da sind mehren- theils Ertze verborgen. (Dergleichen Ritze giebt es viel am Fichtelberg.) 8) Rauhe/ unfruchtbare/ kahle und glatte Berge zeigen an/ It. Rauhe un- fruchtbare/ kahle und glatte Berge. daß Ertze darinnen enthalten/ weiln die daraus gehende scharffe Duͤnste verhindern/ daß etwas darauf waͤchset. Jedoch koͤn- nen auch wohl Baͤume und Kraͤuter drauf wachsen/ wann nehmlich die Duͤnste im Gebuͤrge etwan von einem harten Fel- sen sehr gehindert und aufgehalten werden/ daß sie nicht ad super- ficiem montis oder an die Wurtzeln der Gewaͤchse reichen koͤn- nen. (Just dergleichen giebts am Fichtelberg.) 9) Wann die auf Bergen stehende Gewaͤchse unscheinbar/ It. Auf Bergen ste- hende halb ver- brannte Gewaͤchse. und gleichsam halb verbrannt erscheinen/ so pflegen auch Ertze darunter/ wiewohl gemeiniglich tieff zu liegen. (Dergleichen sind absonderlich auch auf dem Schneeberg.) 10) Wann die Baͤume am Gipffel verdorren/ als waͤren It. Am Gipffel ver- dorte/ kroͤpffichte/ zwieselichte Baͤu- me/ und Hirsch- Schwaͤmme. sie erfrohren/ oder sind kroͤpfficht/ und zwleselicht/ oder wo viel Hirsch-Schwaͤmme stehen/ daselbst sind gerne Ertze enthalten. (Wie am hohen Fichtelberg.) 11) Wann die Baͤume auf denen Gebuͤrgen langsam und It. Kurtzstaͤmmich- te Baͤume mit blei- chen Blaͤttern/ die bald verwelcken. nicht in die hoͤhe wachsen/ kurtzstaͤmmig bleiben/ bleiche Blaͤt- ter tragen/ und bald verwelcken/ oder verdorren/ daselbst lie- gen gemeiniglich Ertz und Steine verborgen; desgleichen spaͤ- It. Spaͤte Bluͤthe und Frucht wider die Natur. te Bluͤthe und Frucht wider die Natur. 12) Wann die Blaͤtter der Baͤume im Anfang des Fruͤh- It. Bleich- und lings Beschreibung des Fichtelbergs. blaulichte Baum- Blaͤtter im Fruͤh- ling. It. Schwartze Zweige. lings bleich und etwas blaulicht scheinen/ und die obern Zweige schwaͤrtzlich oder anderfaͤrbig sind/ als sie natuͤrlicher Weise zu seyn pflegen/ zeigen sie gleichfalls darunter enthaltene Ertze an. It. Ein Striech krummer Baͤume mit verkehrten Ae- sten und Blaͤttern. 13) Wann unter andern gerade aufgewachsenen Baͤumen eine Reihe oder Striech krumme mit verkehrten Aesten und Blaͤt- tern erscheinende Baͤume sich mercken lassen/ daselbst sind gemei- niglich Ertze verborgen. (Dergleichen seynd vielfaͤltig am Fich- tel-sonderlich am Schneeberg.) It. Uber der Erden stehende Wurtzeln. 14) Wann die Wurtzeln der Baͤume sehr uͤber der Erden stehen/ zeigt es auch auf Ertze/ weiln deren feste wegen/ sie nicht unter sich dringen/ und wachsen koͤnnen/ welches zwar auch auf andern felßichten Boden zu geschehen pflegt. (wie am Fich- telberg.) It. Unfruchtbare Baͤume/ stachlich- te Standtenꝛc. als Wacholder/ Epheu/ Kiefern. 15) Wann unfruchtbare oder doch gar kleine Fruͤchte tra- gende und stachlichte Baͤume/ Staudten/ oder Gewaͤchse/ als der kleine Wacholderbaum/ Epheu/ Kiefern/ oder Kuͤhnbaum auff Bergen wachsen/ da lassen sich gerne Ertze finden: (von allerley dergleichen ist der Fichtelberg voll.) It. Zwirffel- schwartzsuͤsse Kir- schen-Baͤume/ Ha- sel-Staudten in einer Reihe. 16) Wann Baͤume/ Gebuͤsche/ und andere Gewaͤchse/ son- derlich Zwirffel- oder schwartz-suͤße-Kirschen-Baͤume/ Hasel- Staudten/ laͤngs in einer Reihe/ gleich als gepflantzet nach ein- ander stehend auf Gebuͤrgen und in Waͤldern gefunden werden/ darunter pflegen offt Ertz-Adern und Gaͤnge zu streichen. (Umb den Fichtelberg giebt es viele Haselstaudten.) It. Gold/ Silber/ Kupffer/ Qvecksil- ber zu Tage/ oder in die Wurtzeln der Baͤume/ Wein-Re- den und Trauben/ Staudtenꝛc. aus- gewachsen. 17) Noch ein gewisser Zeichen ist/ daß Ertze an einem Ort verborgen liegen/ wann Gold/ Silber/ Kupffer/ Qvecksilber zu Tage auswachsen/ oder in denen Wurtzeln der Baͤume/ welches an vielen Orten zu geschehen pflegt/ it. in Weinreben und Trau- ben/ dergleichen in Hungarn mit Gold gesehen worden/ und in Staudten und Kraͤutern/ in welchen man jezuweilen in Teutsch- land Qvecksilber und Zinn angetroffen/ gefunden werden. Al- lein insgemein setzen sie in die Teuffe nicht nach/ oder sind gantz ausgewittert/ als haͤtten sie die Bienen durchsogen. It. Berge/ deren Spitze gegen Suͤ- den/ und der Fluß gegen Norden. 18) Berge/ deren Spitze gegen Mittag/ und der Fuß nach Mitternacht zu stehet/ (als am Fichtelberg der Schneebergꝛc. it. Schoͤn- Beschreibung des Fichtelbergs. it. Schoͤnbronnerberg/) zeigen/ daß sie mit Ertz schwanger gehen/ tragen der Erfahrung nach gemeiniglich Silber/ deren Adern gehen gerade von Osten zu Westen. 19) Wo der Erdboden unterschiedliche Farben hat/ mit It. Unterschiedliche Farb und Glantz des Erdbodens. einem Glantz und Schein von weiten/ liegen gemeiniglich Ertze darunter verborgen. (Dergleichen Erdboden ist viel umb den Fichtelberg.) 20) Die Farben der Berge/ Erden/ Steine/ und Sandes It. Die Farb der Berge/ Erden/ Steine/ und San- des. zeigen/ was fuͤr Ertze oder Metallen darinnen enthalten: Z. E. die schwartze Farbe zeiget gemeiniglich Gold und Silber an; des- gleichen auch die gelbe/ braungelbe und rothgelbe: Beede letzten sind etwas Eisenschuͤßig dabey/ und dahero was unfluͤßig/ denen doch durch guten Zusatz zu helffen. (Dergleichen sind viele umb den Fichtelberg.) Gruͤn und blau zeiget Kupffer/ die rothe Farb Eisen und Kupffer-Ertz/ so Eisenschuͤßig ist. Bleich zeiget Eisen und Bley. Aschen- und Dunckelfarb Schwefel. Schwartz- gelb oder Bleyfarb Vitriol, doch die Farben truͤgen zuweilen. 21) Aus dem Geschmack der Erden erkennet man die Ertze It. Der Geschmack der Erden. auch/ als wann sie uͤbel und wiedrig schmecket/ dann die rohe Mineralien gemeiniglich einen garstigen Geschmack haben/ reine Erde aber keinen. Es ist eine gewisse Warheit/ daß Gold und Silberꝛc. offt wohl in einer Erden als Steine und Ertzen ge- funden werden. Man laͤsset zur Probe die Erde in reinem Wasser bey dem Feuer ein paarmahl aufsieden/ hernach erkal- ten/ und dann kostet man das Wasser. ( NB. dieses gehet an/ wo einerley Ertz in der Erden enthalten/ wo aber derer viel ver- mischet beysammen/ so fehlet es. 22) Wo viel Molche und andere gifftige Thiere sich haͤuf- It. Die Molche und andre gifftige Thiere. fig aufhalten/ (wie zu Gold-Cronach am Fichtelberg/) da pfle- gen gerne Gold-Gaͤnge zu seyn/ dann sie lieben dergleichen Oer- ter sehr/ wie die Erfahrung bezeiget. Massen noch unlaͤngst in einer Grube bey Nordhausen/ die ein schoͤn Gold-Ertz in einer gelbglaͤntzenden Ader fuͤhret/ bey einfallender Wand eine gros- se Menge der Molche herfuͤr gekrochen/ und von denen Berg- Leuten wahrgenommen worden. L l 23) Wo Beschreibung des Fichtelbergs. It. Zinnober-Ertze. 23) Wo Zinnober-Ertze gefunden werden/ da stehen ins- gemein reiche Gold-Gaͤnge nicht weit davon. It. Baͤchlein/ Fluͤß- lein und Schnee aus dem Gebuͤrg. 24) Zinnober-Ertz meldet sich offtermahls durch Qvellen oder Baͤchlein/ Fluͤßlein/ so aus denen Gebuͤrgen herfuͤrbre- chen/ item durch den Schnee/ so auf dem Gebuͤrge lieget/ und davon/ sonderlich/ wo es in Menge oder nicht tieff stehet/ roth- gefaͤrbet oder roͤthlich aussehen. It. Schwartzroth oder gelbe mit weißroth gefaͤrh- ter Erde. 25) Gold wird gemeiniglich in schwartzroth oder gelber mit weißroth gefaͤrbter Erden/ die einem hartgebrennten Zie- gelstein fast aͤhnlich siehet/ gefunden/ sonderlich wann es allein und ohne Silber ist. It. Weisser Kalch- stein oder Erden zuweilen. 26) Gold wird auch zuweilen in einem weissen Kalchstein oder weisser Erden als in den Spanischen Bergwercken Oruro It. Grau-gelb-ge- aͤderte mit schwar- tzen Streiffen oder Flecken vermischte Steine. und Chianta, wie auch um Nordhausen in vicinia, oder grauen gelb-geaͤderten und mit schwartzen Streiffen oder Flecklein ver- mischten Stein/ als wie im Zitterthal/ in Tyrol/ und im Ho- hensteinischen Territorio gefunden. (Jm Fichtelberg will ich gantze Schiffs-Flotten mit der letzten Gattung beladen.) It. Der Ausfluß des Wassers an der Seiten der Berge. 27) Der Ausfluß des Wassers an der Seiten der Ber- ge ist ein gutes Zeichen/ daß Ertz-Gaͤnge nahe sind/ weiln sie gemeiniglich derselben Leitroͤhren sind. Dann es giebt die Er- fahrung/ daß grosse Bronnqvellen von Gebuͤrgen/ Kluͤfften oder offenen Gaͤngen herkommen/ offt Sand und Grieß mit herausstossen/ in welchen man Gold und Silber findet/ wie Matthesius meldet/ und die hin und wieder/ auch vor kurtzen in Thuͤringen/ sonderlich an der Schwartza bey Rudelstadt/ und in der Saale bey Jena angestellte Gold-Waͤsche/ deren Sand ohne die Flaͤmmlein Gold und Silber haͤlt/ bezeugen. (Wovon am Fichtelberg an unterschiedlichen Orten es sich aͤußert.) It. Langwieriges Regen-Wetter veꝛkundschaftet oft die Ertz-Gaͤnge. 28) Von grossen Platz- oder langwierigen Regen-Wet- ter werden offtmahls Ertz-Adern oder Gaͤnge entbloͤset/ und kan man auch aus dem Floß-Sand/ nachdem sich das Wasser gesetzet/ den Halt eines Gebuͤrges erkundigen. It. Viele Steine in 29) Wann ein Fall oder Duͤmpffel in einem fluͤßenden Was- Beschreibung des Fichtelbergs. Wasser in der Sicherung viel Steine hat/ ists eine starcke einem Wasser-Fall oder Duͤmpffel. Vermuthung/ es sey ein Gang/ oder Floͤtz in der Naͤhe. 30) Wann im Wasser-Floͤssen glatte Ertz-Stuͤfflein ge- It. Glatte und rau- he Ertz-Stuͤfflein im Wasser-Floͤssen. funden werden/ so ist der Gang vermuthlich weit entlegen/ und muͤssen solche Stuͤfflein im forttreiben mit dem Wasser zwischen den harten Steinen also abgerieben und glatt worden seyn. Wann sie aber noch rauhe sind/ oder im Erdreich ste- cken/ so ist der Gang nicht ferne. (Beyderley Arten sind hin und wieder im Fichtelberg anzutreffen.) 31) Der Geschmack der Qvellen/ fluͤß- und stehenden Was- It. Der Geschmack der Wasser an Ge- buͤrgen/ und der da- rinnen enthalte- nen Steinlein und Sand. ser auf und neben denen Gebuͤrgen/ auch der darinn enthaltene Sand und Steinlein/ so man insgemein Gold-Koͤrner nennet/ so die alten Wahlen haben wissen zu gute zu machen/ meldten die darinnen enthaltene Ertze an. Und ist zu bewundern/ NB. daß dergleichen Ertz in der gemeinen Probe offtmahls nichts o- der doch gar wenig halten/ im grossen aber das Jhrige wohl ge- ben. Wie dann auch eine Art Schiefern in Thuͤringen gefun- den solle werden/ so in der kleinen Probe nichts halten/ aber im grossen Feuer das Jhrige wohl thun. Dieser Sand und Stein- lein sind offt gediegen/ lassen sich platzen und schlagen/ oder er- weisen doch durch Schmeltzen und auf dem Test ihre Guͤte. (Der gedachten Steinlein und Sand sind genug am Fich- telberg.) 32) Man findet zuweiln auch ausser dem Wasser in Thaͤ- It. Schoͤne schwere Steinlein und Sand. lern schoͤne schwere reiche Gold- und Silberhaltende Steinlein und Sand-Koͤrnlein; ingleichen im Morast am Gebuͤrge ste- cket offtmahls ein herrlich Ertzhaltender Sand/ welcher ausge- waschen und gereinigt/ sich schlagen/ oder doch leicht ausschmel- tzen laͤsset. 33) Warme Baͤder und Sauerbronnen zeigen auch in der It. Warme Baͤder und Sauerbron- nen. Naͤhe liegende oder stehende Ertzgaͤnge an. 34) Zu Zeiten sindet man auch in denen Maͤgen und Ge- It. Maͤgen und Ge- daͤrme der Forel- len/ und Koth der Endten und Voͤ- gel. daͤrmen der Forellen/ auch im Koth der Endten und anderer Was- ser-Voͤgel/ so nahe an Gebuͤrgen/ in herfuͤrqvellenden Wasser oder Teichen sich aufhalten/ Ertz-Koͤrner/ und Sand/ wie sol- L l 2 ches Beschreibung des Fichtelbergs. ches die Erfahrung bezeiget/ welches auch die in der Naͤhe stehen- de Gold- oder andere Ertze/ daraus die Koͤrner bestehen/ andeutet. It. Grosse Steine zerschlagen/ zeigen zuweilen ihre Me- tallen. 35) Die Ertzgaͤnge werden bißweiln auch uͤber dem Grund in grossen Steinen gefunden/ welche/ wann sie zerbrochen wer- den/ ihre Metallen zeigen. Bedeckte Gaͤnge aber suchet man also: man nimmet ein Jnstrument/ so an dem einen Ende eine staͤhlerne Spitze/ womit man graben und hacken kan/ am andern Ende aber einen stumpffen Knopff oder Kopff habe/ die Steine damit zu zerschlagen. Hiemit gehet man zu denen Loͤchern des Gebuͤrges Fußes/ und siehet sich nach Steinen umb/ die schlaͤgt man in Stuͤcken entzwey/ findet man sie nun Metallisch/ so sie- het man/ wie der Ort liegt/ und woher die Steine kommen oder fallen koͤnnen/ welches unfehlbar von einem hoͤhern Ort gesche- hen muß/ und also folget man der Spur dieser Steine auf dem Berg so lange nach/ biß man einen dergleichen Stein wieder fin- det/ und wann man so hoch kommen/ daß keine dergleichen Stei- ne mehr zu sehen sind/ so ists ein gewisses Zeichen/ daß allda her- umb der Gang seinen Anfang habe/ allwo man dann die Erde oͤffnet/ und die Bergwercke verfolget/ nachdem die Ertz-Adern fuͤhren und leiten. It. Eisenschuͤßige Berg-Art oder Glantz/ oder Wiß- muth in der Tham- Erden. 36) Schuͤrffende Bergleute machen sich gute Hoffnung/ wann sie in der Thamm-Erden eine Eisenschuͤßige Berg-Art/ oder einen Glantz- oder Wißmuth-Gang finden/ dann also ist an gutem Erfolg nicht zu zweiffeln. It. Alte tieffe Gaͤn- ge. 37) Alte Gaͤnge sind die besten/ je tieffer und breiter ein Gang nun ist/ je aͤlter ist er auch/ wo aber der Gaͤnge Streichen sich fern erstrecken/ selbst verliehren/ und nicht abschneiden/ ist es ein boͤses Zeichen. It. Laimichte Erde mit gediegenem Schliech. 38) Laimichte Erde in sich haltend einen gediegenen Schlich. 39) Feiste Erden ohne Ertz/ schwartz/ weiß/ gelb/ roth/ gruͤn/ It. Feiste Erde oh- ne Ertz/ gefaͤrbt. Diese und folgen- de sind lauter gar gewisse Kennzei- chen der Ertz Gaͤn- ge. blau; it. 40) diese Farben: Berg-Schiefer-Spangruͤn/ so Kupffer anzeigen. 41) Lasur/ weisser Arsenic, Silberglette zeigt Silber an. 42) Zinnober und Bergroͤth/ so Gold oder Silber andeutet/ oder beede misc irt; 43) Opperment, rother Schwefel/ oder Goldglette/ so Gold bedeutet. 44) Lasur mit Berggruͤn Beschreibung des Fichtelbergs. Berggruͤn und Opperment vermenget/ zeigt ein reich Gold-Ertz an. 45) Rostig Gestein und Erden deutet auf Eisen. 46) it. Wo Ertz zu Tage ausbricht. 47) Duͤnne Ertzblaͤttlein dem Talck gleich in Steinen oder Felßen. (Wie auf dem Fichtel- berg.) NB. Item 48) Kiesigte/ laimigte und mit trockener Er- den oder mit Kluͤfften vermengte Gaͤnge/ so gleich mit in die Teuffe fallen. Item 49) Braun-schwartz-leber- und hornfar- ber Kießling. 50) Grober Sand in Bergen. 51) Blau- schwartz- oder melirter Schiefer. 52) Kalchstein. 53) Groß Ge- stein mit viel kleinen schwartzen Steinlein vermischt/ zumahl sol- che gantze Keilberge. NB. so gewiß Silber andeuten. 54) Wo ein trefflich Gestein mit einer edlen Klufft ist zusammen gesetzt/ und die Rinnen des Gangs Ertzreich ist/ und sein Seyger gericht in der Teuffe faͤllt/ ist ein trefflich gutes Zeichen/ dann gewißlich da der Schatz der Gruben vorhanden ist. 55) Da offt ein sicht- barer Rauch und Dunst/ wie von einem heissen Wasser auffaͤh- ret von der Erden. 56) Wo die Baͤume kleine und unkraͤfftige Fruͤchte tragen wider ihre Natur. 57) Wo sich viel Wit- terung zeiget/ die siehet man nehmlich bey Nacht als ein fun- ckendes Feuer/ als ob man Buͤchsen-Pulver nach der Laͤnge her- gezettelt und foͤrderst angezuͤndet haͤtte/ solch einen Streiff oder Bogen nimmet sie vor sich offt von Morgen gegen Abend/ \& vica versa, oder von Mittag gegen Mitternacht/ \& v. v. und also von einer jeglichen Stund oder Theil des Berg-Compaßes den Compaß durchschneidet mit einer geraden Linie in die nechste Stunde gegen uͤber/ welcher Compaß dann in 24. Stunden o- der Theile getheilet ist. Je groͤsser nun diese Witterungen sind/ je unzeitiger ist noch das Ertz. Wie aber die Witterung streichet/ eben so streichet auch das Ertz: welches aber wegen der Witte- rung noch in primo ente liegt. Weisse Witterung zeiget an weiße Metallen/ als Bley/ Zinn/ Silber. Rothe Witterung zeiget rothe Metallen an/ als Eisen und Kupffer. Gelbe Wit- terung zeiget gelb Metall an/ als Gold. 58) Vom Primo ente auri ist dieses in specie zu mercken/ Primum en- auri. daß/ wo dieses ist/ da machet es fruͤhe Bluͤthe/ fruchtbare Baͤu- L l 3 me/ Beschreibung des Fichtelbergs. me/ und Erdboden/ und renov irt die alten Baͤume/ ob sie auch schon in 20. Jahren keine Frucht getragen. 59) Wann aber gar Flammen und Zwizern gesehen werden/ so mercke/ daß das Metall aus dem primo ente kommen/ und in die Coagulation ge- treten. Alle diese Zeichen nun deuten gewiß Ertz-Gaͤnge an. Gestalt und Farben der Gold-Koͤrner/ wie sie Sebastian Verso in seinem Wahlen-Buͤchlein beschrieben: Gestalt und Farben der Gold-Koͤrner. 1) Etliche Gold-Koͤrner sind roth/ wie rostig Eisen; 2) Etliche wie Granaten/ dunckel/ durchsichtig; 3) Etliche kuglicht rund; 4) Etliche wie Erbsen; 5) Etliche wie Bohnen; 6) Etliche sehen wie Pech aus; sind auch gut. 7) Etliche zerspringen wie Glaß im Zerschlagen/ sind gut. 8) Etliche sehen rauh/ grau/ und Bleyfarb aus/ sind mild und muͤrbe/ sind auch gut. 9) Etliche graulicht wie Mohnfarb/ oder 10) blau inwendig mit einem fri- schen Glantz. 11) Etliche lassen sich fletschen und plezen wie Bley/ diese NB. sind die besten. 12) Gold ist auch in weissen Kieselstei- nen/ die blaue Aederlein haben. Gluͤcks- oder Wuͤnschal- Ruthe. Letztlich kan man die Ertze auch durch die Gluͤcks- oder Wuͤn- schel-Ruthe finden/ wann man nehmlich einen kleinen Zwiesel-Ast oder einen also gebogenen Drath in die Hand fasset/ und im festen Glau-ben/ ungezweifelter Imagination, (daß die Ruthe sich beugen werde/ wann man das Ertz in der Reihe nen- nen wird) die Ertze und die Oerter nennet/ bey welchem sich nun die Ruthe beuget/ das ist der Ort und das darinnen anzu- treffende Ertz. NB. Es muß aber der Ruthen-Gaͤnger eines beftaͤndigen unpartheyischen und sedat en Gemuͤthes seyn und un- verruckter Gedancken/ sonsten fallirt die Ruthe; dann das Ge- muͤth ist der Director derselben/ und kan man auch andere Dinge auf diese Art sine DEI offensa, sine religionis injuria ausforschen. Conf. Johann Gottfried Zeidlers Pantomysterium, Paracel- sum und Fr. Basilium Valentinum im Bergbuch. Beschrei- Beschreibung des Fichtelbergs. Beschreibung derjenigen Oerter auf/ an/ und umb den Fichtelberg/ welche von Gold/ Silber/ Edelge- steinꝛc. ehehin fuͤndig beschrieben worden. Vom Fichtel-See schreibet Giovanni Carnero , ein Venediger/ und Joh. Schott Fichtel-See. also: Dieser See sey in des Hn. Marggrafen Land anzutreffen/ zu hoͤchst auf der See-Lohe/ und sey auf 40. Claffter nicht zu er- gruͤnden. Man solle zu oberst auf diesem Berg etwan einer Wie die Gold- Steine auf dem Fichtelberg zu erkennen? Spannen tieff einschlagen/ so finde man gar gruͤne Steine/ wann man diese in einer Gluth waͤrmet/ so wuͤrden sie roth/ und wann man sie dann zu Silber leget/ so werde aus diesen Steinen gar gut Gold/ welches bißher allen Menschen verborgen geblieben. NB. Es sagt auch dieser Venediger/ Gold liege auf etlichen Auf eine andre Art. Gebuͤrgen im Fichtelberg wie Steinhauffen auf der Erden/ und werde also erkannt: Nimm Wohlgemuth/ thue es in einen Ha- fen/ giesse Regen-Wasser daran/ daß es uͤber das Kraut gehe/ wirff ein wenig Gold darein/ laße es wohl sieden/ dann lasse es wieder kalt werden/ und besprenge die Steine mit diesem Was- ser/ lege es in ein Feuer von Hopffen-Reben gemachet/ welche roth werden/ die nimm/ und ziehe sie zu Goldschlich/ so wird dar- aus ohne allen Zusatz ein gut Gold. Carnero spricht/ und zwar mit Recht/ aus dem Fichtelberg Lauff der 4. Fichtelbergi- schen Haupt- Fluͤße. entspringen 4. Schiffreiche Wasser/ als der Mayn/ der laufft gegen Occident, die Nabe gegen Suden/ die Eger gegen Orient, die Saale gegen Norden. Zelle: Saale. Zu Zelle soll einer vor Alters gewohnet haben/ Hilde- Zelle. brand genannt/ der zu Hof 9. Haͤuser gebauet/ und das Ertz da- zu gehohlt haben soll/ wo die Saale am Fichtelberg bey Zelle entspringet/ welches der Schmied zu Zelle (ehedessen nehmlich) wohl weiß. Bey dem Ursprung der Saale findet man ein Loch/ dessen Saale. Weisse Lasur-Erde. Erde Beschreibung des Fichtelbergs. Erde wie ein weisser Laimen ist/ NB. wann diese ein wenig von der Sonnen gedoͤrret wird/ so faͤrbt sie wie eine blaue Lasur/ daß man also wohl etwas mit machen und anstreichen kan. Jn die- ser Gruben oder darunter/ daneben/ dabey schlage einen Sinter durch den Laimen/ bey 1. biß 5. Ellen tieff/ so findestu einen rei- Gold-Gang. nen und wohlgediegenen Gold-Gang/ und von dannen einen Armbrust-Schuß weit bey dem Fluͤßlein gegen Hoff zu/ da ste- het auf einem kleinen Buͤhl eine Tanne mit vielerley Zeichen an der Rinden/ woselbst man findet dreyerley theure Marcasit en/ Gold-Silber- Kupffer- Marca- sit. als Gold/ Silber/ Kupffer. Der Huͤgel ist mit Reißig ver- hauen/ NB. daß es nicht jedermann finde/ wegen des Huͤgeleins und Fluͤßleins allda/ damit es verblendet ist. NB. darunter fin- det man des Hildebrands seinen Marcasit. Carnero. Luchsburg bey Wunsidel. Luchsburg. Dieses Gebuͤrg nahe bey Wunsidel am Fichtelberg ist ei- ner unuͤberwindlichen schrecklichen Hoͤhe; darauf siehet man alte Gold und Silber. Stollen/ und unterschiedliche Gaͤnge/ darinnen findet man Gold und Silber/ und das ist nahe bey denen alten Schloͤssern/ so vor Zeiten Raub-Schloͤßer derer von Losburg gewesen/ daher die- ser Berg den Nahmen hat. Vor dem einen Schloß gegen dem Thor herauswaͤrts zur rechten Hand ist ein alt Gewoͤlb oder Keller in die Erden hinein/ dafuͤr liegt ein sehr grosser Stein/ darinnen liegt ein sehr grosser eiserner Kasten mit einem un- Schatz von Gold/ Sil- ber und Kleino- dien. glaublichen Schatz von Gold/ Silber/ und Kleinodien/ dieser stehet auf einem viereckigten kupffernen Keßel/ der ist voll ge- mischter Gulden einer Ellen hoch und breiter dann eine Ellen/ Goͤldene Crone. oben auf stehet ein Kupffern Gefaͤß/ darin ist eine goͤldene Cro- ne und schoͤne Kleinodien von Edelgesteinen/ so ehemahls die Herren von Losburg einem Koͤnig abgeraubet/ und dahin ver- graben/ wie das Schloß ist zerstoͤhret worden. Wann du ihn suchen wilst/ so suche ihn unter der Staffel/ da ist ein viereckicht Loch/ darinnen der Schatz stehet/ darum muͤssen die Staffeln von oben herab biß auf den Grund zur untersten abgebrochen werden. Am Sonntag Epiphanias ist er am besten zu heben. Probatum est. Carnero. Jch meines Orts halte dafuͤr/ wann es Beschreibung des Fichtelbergs. es wahr waͤre/ daß jemahls ein solcher Schatz hier gewesen/ es haͤtte ihn Carnero mit andern seinen Gesellen laͤngstens gehohlet/ wenigstens sind die Staffeln alle abgebrochen/ also daß man dieser Muͤhe schon uͤberhoben. Nicht weit von diesem Berg entsprin- get die Coͤßein/ Coͤßein. ein Fluͤßlein/ so sich bey Redwitz in die Trebenitz ergeußt/ bey die- sem Baͤchlein gehe biß an den Ursprung/ so ein starcker Bronnen ist/ darinnen sind schwaͤrtzlichte Koͤrner/ so groß als eine Erbiß/ und Schwartze Gold-Koͤr- ner. auch kleiner/ diese wirfft der Qvall im Herausfliessen mitten im Bronnen in die Hoͤhe/ wie den Sand/ und kein Mensch kennet sie/ die sind gut Gold/ und gehet der dritte Theil davon ab/ traͤgt man sie zum Goldschmied/ so giebt er vor das Pfund 9. Rthl. Carnero. NB. Anno 1699. Mense August. hat mich ein Bau- er dahin gefuͤhret/ welcher mich versichert/ daß die welschen He- chel- und Mausefallen-Traͤger etliche mahl allda gesichert. Jch traffe auch wuͤrcklich eine alte blechene Pfanne daselbst nebst be- sagten Koͤrnern an/ wie gut sie aber seyn moͤgen/ weiß ich nicht. St. Conradsberg bey Wunsidel. St. Con- radsberg. Auf diesem Berg ist ein baufaͤlliges Kirchlein/ St. Conrad genannt/ (so nun aber schon lange gar eingegangen) dabey ist ein uͤberaus schoͤner koͤstlicher und Wasserreicher Bronnen/ darinnen wachsen Schwartz- braune Gold- Steine. Goldsteine wie Huͤner-Eyer/ und sind von aussen schwartzbraun/ so man aber solche mit einem Hammer zerschlaͤgt/ schimmert das helle und klare Gold heraus. Es werden auch in diesem Bronnen Perlnlein zu gewissen Jahrs-Zeiten/ als zu Michaelis/ gefunden/ das Perlnlein. habe ich in der That selbst war befunden/ schreibet Carnero. Jch aber habe nichts gefunden. Zwischen Wunsidel und Nagel gehe in das Holtz zur rechten Hand/ so findestu 2. Felßen/ und den Holtz zwi- schen Wun- sidel und Nagel. dritten Felß/ da ist es wie ein Backofen/ und gegen Mittag am Felßen stehet ein Endten Fuß/ da hebe den Stein auf/ kreuch in das Loch/ so wie ein Fuchsloch ist/ vor dem Loch stehet eine ge- stuͤmmelte Buche mit 7. Aesten/ raͤume daherum hinweg/ du M m findest Beschreibung des Fichtelbergs. Gold-Zapf- fen. findest Gold als Eiß-Zapffen. Verso. NB. Wann man von Wun- sidel auf Leipoldsdorff zu denen Weyern kommet/ da treibt das Weisse Mains-Baͤchlein das Werck/ darinn findet man schwar- tze und glaͤntzende Steine als ein Spiegel. Nicht weit vom Weissen Schimmel- bruͤnnlein. Mains-Baͤchlein ist das Schimmelbruͤnnlein/ da liegen schwartze und glaͤntzende Steine wie ein Spiegel/ die sind gut Gold/ unter demselben Stein aber ist ein Gold-Gang. Zu Bischoff- gruͤn. WeisserMain. Bischoffsgruͤn frage nach dem Weissen Main/ gehe darnach hinauf/ biß das Wasser uͤber einen hohen Felßen herab faͤllet/ daselbst nimb eine fichtene Ruthe/ decke sie uͤber dich/ und gehe durch den Strohm/ der vom Felßen herab faͤllet/ und wann du hindurch kommest/ so ist ein Loch in dem Felß/ allda krie- Gold-Koͤr- ner. che hinein/ darinnen findestu Gold-Koͤrner in einem Gang/ und ist aller Gezeug darinnen. Carnero. NB. Anno 1699. Mens. August. habe ich diesen Ort in Augen- schein genommen/ und die Koͤrner gefunden/ von deren Guͤte ich aber keine Probe genommen. Gehe den Weissen Main hinauf auf einen Felßen/ so findestu 2. ✠✠ eingehauen/ siehe dich umb/ so findestu drey Bletzen an einem Bir- cken-Baum eingehauen/ darunter findestu einen verdeckten Stollen/ der ist sehr gut und reich/ schmeltze das Ertz in einer Schmieden/ gehet nicht mehr dann der 4te Theil ab/ derselbe Stollen ist nicht viel Gold und Granaten. gearbeitet/ darinnen ist ein reicher Gold-Gang und Granaten Ertz/ schmeltze sie/ wie gemeldtet/ es brauchet keinen andern Zusatz/ als den Sinter in der Schmieden. Carnero. Bey der Bi- schoffsgruͤ- ner Kirchen am Wasser ein Silber- Gang. Zu Bischoffsgruͤn nicht weit von der Kirchen fleußt ein Wasser uͤber herunter dem Stein/ darnach sind zwey Steine/ da findestu einen Stollen/ den decke auf/ darinnen ist ein Silber- Gang/ und liegt ein grob Geriele vor dem Stollen/ trage das Ertz zu einem Goldschmied/ setze zu drey Pfund nicht mehr dann ein Viertel Theil Bley/ daß ist der Zusatz und sonsten nichts. Anonymus. Weisse Koͤr- ner. Zu Bischoffsgruͤn auf der Forst-Wiesen/ der Foͤrster-Bron- nen genannt/ ist druͤber Gereisch/ da sind weisse Koͤrner. idem. Wann du von Bischoffsgruͤn nach dem Hohenstein ge- hest/ Beschreibung des Fichtelbergs. hest/ und dahin kommest/ so siehestu gerade die Kirche zu Bi- schoffsgruͤn/ uͤber demselben Stein fliesset Wasser uͤberhin/ unter demselben sind zwey Steine/ da findestu einen Stollen/ decke ihn auf/ darinnen ist ein Gold-Gang/ und liegt eine grosse Rinde Gold-Gang. dafuͤr/ setze demselben Ertz drey Pfund ( alias ein Pfund/) zu vom Bley ein Pfund/ ( alias ein viertel Pfund) es darff sonsten keinen Zusatz zum schmeltzen. Carnero. Zu Bischoffsgruͤn frage nach dem Thollenstein/ wann du da bist/ so siehe nach Bischoffsgruͤn/ uͤber demselben Stein ist ein Stollen/ das Wasser faͤlt uͤberhin/ da liegt eine Ranne oder Schock dafuͤr/ das mache auf/ so findestu einen Silber-Gang/ ein Pfund gielt viel/ da setze ein Viertel Bley zu einem Pfund Silber. Anonymus. Zu Bischoffsgruͤn an einem Felßen stehet ein Osterlaͤmlein gehauen/ da raume das Moos hinweg/ und krieche hinein unter dem Laͤmlein/ so findestu einen maͤchtigen Gold-Gang/ giebt Ara- Gold gleich dem Arabi- schen. bisch Gold. Idem. Zu Bischoffsgruͤn frage nach dem Steig nach Weissenstadt/ so kommestu in das lange Holtz/ zu demselben fliessenden Baͤch- lein uͤber den Weg gehe zur rechten Hand/ dem Baͤchlein zur lin- cken dasselbe hinauf/ das entspringet aus dem Schneeberg/ ist ein grosser Bronnen/ darinnen findestu viel schwartze Koͤrner/ die Schwartze Gold-Koͤr- ner. sind sehr gut/ der Goldschmied giebt vor das Pfund 10. biß 13. fl. Idem, und Carnero. NB. das Baͤchlein soll Schoͤnbach heissen. Fra- ge nach dem Moosbach/ Moosbach. gehe an demselben hinauf/ biß du ein Creutz in einen Felßen ge- hauen findest/ allda siehe dich umb/ so wirstu einen Buchstaben finden an einer Tannen geschnitten/ darunter suche einen verdeckten Stollen mit einem Stein/ den thue hinweg/ so findesin Gold- Gold-Gaͤn- ge. Gaͤnge. Zu einem Wahrzeichen ist ein Trog und eine Kratzen dabey. Dieser Moosbach liegt zwischen Bischoffsgruͤn und Warmer Steinach/ bey welcher auch der so genannte Bach da- her rierend Moosweyer lieget/ so werden auch an bemeldtem Moosweyer drey verdeckte Stollen liegen. Carnero, Anonymus. M m 2 Am Beschreibung des Fichtelbergs. Milmeisel. Am Steig von Milmeisel gegen Bischoffgruͤn/ so man uͤber die Warme Steinach kommet/ eine Ackerlaͤnge zu einem Bronnen/ an demselben gehe stracks Gold-Koͤr- ner. hinauf/ in demselben Fluͤßlein findestu Koͤrner/ die lassen sich flet- schen/ und ist gut Gold. Kommestu allda uͤber das Wasser/ die Kalte Steinach genannt/ so eine gute Ackerlaͤnge/ ist ein guter Gold-Ertz wie Hasen- Koth. Steig/ in demselben Fluͤßlein ( alias Felßlein/) ist Ertz gleich ei- nem Haasen-Koth/ so man es zerschlaͤgt/ ist es lauter Gold/ schmeltze es in einer Schmieden/ als wann man Eisen schmeltzt/ du bedarffst keinen Zusatz/ gehet nur der 4te Theil ab. Carnero und Anonymus. Bey Meel- oder Milmeisel gehe den Steig hinauf/ so finde- stu ein Zeichen in einer Fichten/ da gehe fort einer Ackerlaͤnge/ so findestu zwey Zeichen/ dazwischen einen Stollen eine Klaffter tieff mit Brettern bedeckt/ darinnen findestu einen schwartzen Gang/ Gold-Koͤr- ner. ist gleich dem Lettenthon/ da sind Gold-Koͤrner. Verso. Gegen Muͤhlmeisel einem Doͤrfflein am Fichtelberg ist ein weisser Eckstein an der Kirchen/ gerathe am Fichtelberg/ dann ge- he den Berg hinauf den Nabel/ (vielleicht Nagel/) so kommstu an die Wiesen an das Wasser/ heisset die Nabe/ gehe an die Nabe hinauf biß auf das erste Baͤchlein/ so von der rechten Hand hin- ein faͤllet/ und heisset Kraͤtznitz/ im selben Baͤchlein gehe wieder hinauf/ nehmlich an der rechten Hand/ und siehe dich umb nach dem Stein-Felß/ so findestu ein Zeichen/ einen Ochsenkopff einge- hauen/ darnach gehe wieder uͤber das Baͤchlein/ biß du ein Creutz in einen Felßen gehauen findest/ schreitte uͤber das Wasser zur rechten Hand/ so faͤllet abermahl ein Fluͤßlein in das Baͤchlein/ darinn findestu Koͤrner klein und groß/ lassen sich flaͤtschen/ das ist Gold-Koͤr- ner. sehr gut Gold. Anonymus. Jngleichen gehe foͤrder uͤber zur rechten Hand/ so findestu ei- ne Grube/ decke auf/ so findestu ein Loch/ darinnen ist ein Stein/ Gold. der ist gut lauter Gold/ es liegt auch Geraͤthe dabey. Idem. Jngleichen gehe wieder an Albenstein hinauf zur lincken Hand/ da der Bach hineinfaͤllt/ da findest du einen alten Stollen eines Spiesses lang/ oder wohl tieffer/ darauf stehet eine Buche/ in dem- selben Beschreibung des Fichtelbergs. selben Stollen stehet ein Silber-Gang/ das Ertz roͤste/ und sichere Silber- Gang. es. Hanß Beer zum Brand weiß den Ort. Idem. Gehe gegen Muͤhlmeisel einem kleinen Flecken/ liegt andert hal- be Meilen (Jtaliaͤnische nehmlich) vom Fichtelberg/ so kommstu zu sogenanntem Berg/ da stehet eine Kirche/ darinnen rastet St. Mar- tin/ wie ich selbsten gesehen/ und gehe fort hinab an das Wasser die Naabe/ an dem Wasser gehe ich hinauf so lange/ biß das erste Was- serbaͤchlein in die Naab fliesset/ so siehe dich um nach einem Zeichen 2 X O also gemachet/ da ist ein Stein/ den hebe auf/ darunter fin- dest du Koͤrner/ die lassen sich floͤtzen/ darinnen ist gut Gold. Gehe Gold-Koͤr- ner. dann hinuͤber biß zur lincken Hand/ so findest du ein Gereich/ das decke auf/ darinnen stehet ein Stein/ der ist scheinbarlich/ darinnen ist fein Gold. Ein ungenannter Venetianer de dat. 1301. Gold. Am Steig von Meelmeisel gehe gen Bischoffgruͤn/ etwan eine Ackerlaͤnge davon oder nicht so weit gegen der lincken Hand/ da ist eingeschnitten eine Hand und eine Mistgabel/ nahe dabey ist ein Loch/ darinnen ist gut Gold-Ertz. Idem. Gold-Ertz. Zu Muͤhlmeisel gehe am Steig auf Kemnath/ an dem ersten Bach/ an den du kommest/ gehe am Bach zur rechten Hand/ da wirst du finden ein Zeichen in einer Fichten/ gehe ferner eine Acker- laͤnge/ so findest du 2. Zeichen/ zwischen denen zween Zeichen findest du einen Stollen einer Lachter tieff/ der ist verdeckt mit Brettern und Mooß/ mache auf/ und fahre ein/ so findest du einen schwartzen Letten-Gang/ darinnen sehr gute Gold-Koͤrner sind. Anonymus. Gold-Koͤr- ner im schwartzen Letten. Von dannen wandere auf Knoͤchburg/ Knoͤchbuͤgel oder Hoͤ- chelberg/ da findestu einen Felßen 3. Gerten hoch/ darauf sind ge- hauen 3. X. oben 2. unten 1. unter demselben Creutz gehet ein Loch in den Felßen/ haue die Steine heraus/ roͤste sie in einem neuen Gold- Stei- ne. Hafen/ so ist es dem Gold gleich. Idem. Zu Muͤhlmeisel frage nach einem Bach/ welcher der Ziegenbach oder Geißbach Ziegen- oder Geißbach. heisset/ dem gehe biß an seine Qvelle nach/ daselbst siehe dich nach einem Stein umb/ daran ein Creutz gehauen/ darunter ist ein Schacht 2. Lachter tieff/ worinnen ein sehr reicher Goldgang ent- Gold-Gang. halten. Carnero. Anonymus. M m 3 Am Beschreibung des Fichtelbergs. Am Fichtelberg Frage nach einem Dorff/ heisset Sand. Sand/ liegt 3. Viertel Meilen von Eger/ darinn ist ein Muͤller/ der weiß ei- nen Ort/ da Stuͤcker Gold in Eyer Groͤße zu finden/ das Wasser dabey ist fast wie die Eger/ darinnen sind auch mittelmaͤßige Koͤrner/ Gold. die sich fletschen laßen/ und halb Gold sind; sehet euch aber fuͤr vor Geist da- selbst. dem Huͤtter-Geist/ der vertreibt die Leute. Carnero und Anonymus. Das gedachte Dorff soll bey St. Thomas liegen/ der Muͤller a- ber die Leute umb Geld und Gaben willen dahin weisen/ allein die Arge Geisteꝛ. Ursprung der Nabe. Geister sind arg. Der unbenannte Venediger sub dat. 1301. Am Ursprung der Naabe Gold/ Sil- ber/ Edel- steine. zu oberst fallen 3. Fluͤßlein nacheinander in die Naabe/ im obersten zur lincken Hand im Feld sind Gold/ Silber/ Edelgesteine. Car- nero. Anonymus. Jn dem untersten/ das darein faͤllet/ findet man wunderlich Ertz und Edelgestein. Der unbenannte Venediger sub dato 1301. Gehe an dem Wasser Kalte Stei-nach. die Kalte Steinach hinauf/ zur lincken Hand faͤllet ein Baͤchlein Moosbach hinein/ an diesem gehe zur lincken Hand hinauf/ so findestu einen Stollen oder Silber- Gang. Gold- fletzen. Gang von Silber/ darunter stecket auch Ertz gleich einem Kuͤhe- koth/ so findestu Goldflezen/ die sind lauter Gold. Carnero. Schott. Frage nach Moosbach/ von dannen gehe gen Hirschleuten oder Hir-scheud. Hirschleuth. Bey Hirscheud ist ein altes Dorff/ das stehet nahe dabey/ da ist ein Bronnen/ da liegt eine Buchen nach der Seiten/ raume das Moos hinweg/ findestu das Loch als einen alten Keller/ so gehe hinein/ da Gold und Silber. findestu Gold und Silber nach Wunsch. Der unbenannte Ve- nediger sub dato 1301. Gehe von dem Doͤrfflein Wohl nach der Waage fragend hinauf/ oder gehe von Mielmeißeln die Naab/ und das erste Was- ser/ das zur rechten Hand herein in die Naab faͤllt/ das heisset die Begnitz- Fluß beyMielmeisel. Begnitz/ daran gehe zur rechten Hand hinauf/ und siehe dich umb neben dem Steinfelß/ so findestu das erste Zeichen/ nehmlich einen Ochsenkopff ein- Beschreibung des Fichtelbergs. eingehauen/ darnach wieder uͤber das Baͤchlein/ biß du ein Creutz in einem Felßen gehauen findest/ daselbst schreite wieder uͤber das Baͤchlein/ zur rechten Hand faͤllt abermahl ein Fluͤßlein in das Baͤchlein/ in beeden findestu grosse und kleine Koͤrner/ die sich flet- Gold-Koͤr- ner. schen lassen/ und sind gut Gold. Dann gehe zur rechten Hand hinunter/ so findestu ein Broͤnnlein mit Moos bedeckt/ das decke auf/ so findestu ein Loch darinnen/ allwo Steine gut lauter Gold Gold-Stei- ne. sind. Probatum est. Carnero. Schott. Gehe weiter im Altenstein hinauf lincker Hand/ da Altenstein. der Bach hineinfaͤllt/ da ist ein alter Stollen/ eines Spießes lang/ darinn ist ein Silbergang/ roͤste und sichere das Ertz/ so wirstu es Silbergang. leicht schmeltzen/ und einen grossen Schatz finden. Carnero. Schott. Ferner frage nach dem Eichhoͤrnleinsberg Eichhoͤrn- leins Berg. von der Naab/ da das Wasser in die Weyer gehet/ da stehet eine ab- gehauene Tanne/ und ein Stumpff/ unter der Tanne/ raͤume die Wurtzel weg/ so findest du das beste Gold/ auch Edelgestein und Ru- Gold/ Rubi- nen/ Edel- steine. binen: Dann die Waldhuͤner haben gerne ihren Auffenthalt allda. Iidem. Am Hornberg an der Naab frage weiter nach dem Heyters- oder Thonhaͤusers-Teich. Thonhaͤu- sers Teich. Eine Ackerlaͤnge ob dem Teich bey dem Furth stehet ein aufgehaue- ner ( alias beschrittener) Baum/ dabey ist eine Grube mit Holtz uͤ- berlegt/ raͤume aus/ darinnen findestu einen herrlichen gediegenen Goldgang und die besten Edelgesteine. Dieses ist ersunden wor- Gold-Gang und edle Steine. den An. 1661. Carnero. Schott. Anonymus. NB. Nach diesem Berg und Teich muß man zu Ebnath in der Pfaltz fragen. ibid. Zu Auersberg frage nach der Naabe/ und an dem Auers- berg bey des Dannhaͤusers Teich / da das Wasser uͤber den Teich gehet/ da stehet ein abgeschnittener Baum rumb bey einer Gruben/ da findestu gediegen Gold/ dieser Berg ist eine halbe Meil von Duͤrschenreuth. Sic Anonymus. Dannhaͤusers-Berg. Dannhaͤu- sers-Berg Zu Ebnath frage an die Naabe/ eine Ackerlaͤnge ob dem Teich und Beschreibung des Fichtelbergs. und dem Furth stehet ein gescheelter Baum/ dabey eine mit Holtz belegte Gruben/ raͤume auf/ darinnen findestu gediegen Gold und Gold/ edele Steine. Edelgestein. Idem. Horuberg/ neuer Teich. Gehe an die Naabe an dem Hornberg/ frage nach dem neuen Teich/ eine Ackerlaͤnge ob dem Teich bey dem Furth ist eine mit Holtz Gold/ Dia- manten/ Ru- bin.ꝛc. belegte Grube/ raͤume auf/ da findestu einen Goldgang/ Edelgestei- ne/ Djamant und Rubin. Idem. Haͤndels-Grube bey Die Handel-Haͤndel- oder Henckers-Grube ist nicht weit von Redwitz/ da ist gediegen Gold-Ertz/ gilt das Pfund Redwitz. 14. fl. Carnero. Schott. Der unbenannte Venediger 1301. Ein Gold und Silber. anderer Anonymus schreibt/ gediegen Silber sey daselbst. Leutendorff. Nahe bey Leutendorff/ eine Viertel Meile gegen Wohnsidel Gold-Kieß. und Waltershoff ist ein Gold-Kieß/ roͤste ihn/ so findestu Gold. Carnero. NB. Dieser Ort ist wie ein Gewoͤlb von einem Keller- halß ausgearbeitet/ unten/ wann man mit dem Fuß stampfft/ lautet es hohl. Die Bauern zu Wendern und Leutendorff heissen es die Silbergruben/ und sprechen/ daß die Welschen offt da gear- beitet/ der Felß oder Kieß ist roͤthlich oder gelblich. Wann man ihn gluͤhet und abloͤschet/ so wird er/ als ob er mit Blat-Gold be- strichen waͤre. Chur-Pfaltz. Zu Stadt Kemmat in der Obern Pfaltz liegt der so genannte Schwartze Berg bey Kemmat. Schwartze Berg/ ist einer sehr grossen und maͤchtigen Hoͤhe/ und ist reich von aller- hand Metallen/ mitten auf der Hoͤhe des Bergs ist ein ungeheue- Gold-Stei- ne/ Silber und Cry- stallen. rer grosser Felsen/ darinnen sind Gold-Steine wie Tauben-Eyer/ Silber und Crystallen. Carnero. Schott. Nicht weit von obigen ist der Oehlberg/ Oehlbron-nen. Oehlberg/ worauf ein Doͤrfflein zu Oehlbronn genannt/ unter diesem Doͤrff- lein liegt ein alter Brenn-Ofen in der Mitten des Bergs/ in welchem man vor zeiten allerhand Metallen hat destill irt/ und allda Gold und Silber geschieden und geschmeltzt/ neben diesem Brenn-Ofen findet man einen tieffen mosigten Graben/ darinnen grosse schwartze Steine Beschreibung des Fichtelbergs. Steine liegen/ die thue weg/ und raͤume mit einer Hauen 2. Werck- schue hinein/ so findestu Gold-Ertz/ und etwas Silber-Ertz/ und Gold- und Silber-Ertz. gehet nicht mehr ab/ dann der vierdte Theil. Die Einwohner des Orts wissen davon nichts/ gleichwie die Anwohner des Fichtel- bergs offt einen Stein nach einem Vieh werffen/ der mehr werth ist/ dann das Vieh/ solches habe ich durch meine Kunst selbst prob irt und richtig befunden. Carnero, Verso, Schott. Neben diesem Berg ist noch einer/ zur Rothen Furth Zur Rothen Furth. genannt/ welcher den Nahmen hat/ daß vor zeiten ein reiches Gold- Bergwerck da gewesen/ in diesem Berg findet man unterschiedliche Stollen und alte Gaͤnge/ darinnen Gold und Silber verborgen. Gold und Silber. Carnero. Schott. Umb den Geyersberg fließen zwey schoͤne Fluͤßlein/ so von des Fichtelbergs Gliedern abkommen/ die Warme und Kalte Steinach Warme und Kalte Steinach. genannt/ in diesen 2. Fluͤßlein nechst am Berg sind schwartze und braune Koͤrner/ so groß als Erbsen/ die laßen sich fletschen/ sind gut Schwartze und braune Goldkoͤrtzer. Gold/ es gehet nur der 3te Theil davon ab. Es werden auch in die- sen Baͤchlein gute Edelgesteine gefunden. Carnero, Schott. Zu Ebnath Ebnath. bey der Naab gehe gegen den Berg hinauf/ da kommstu zu einem Gold- und Silber-Ertz. Waͤsserlein an der Naab/ da findestu Gold- und Silber-Ertz/ und ist wahrhafftig/ dann ich habe es selbst gefunden/ und ist dieses Loch mit einem Stein verdeckt. Carnero, Grundelli, Verso, Schott, der unbenannte Venediger/ 1301. ͰE S argenti darinnen hat es Koͤrner/ die lassen sich pfletschen/ das Pfund derselben gilt 19. fl. das Pfund soll 4. Loth Gold hal- ten/ wie ich dann solches selbsten gesehen/ indem ich die Koͤrner ei- nem Goldschmied zu kauffen gegeben. Frage weiter zu Ebnath nach Farmersreuth/ Farmers- reuth. da fließet ein Baͤchlein durch das Dorff/ da gehe am Baͤchlein Ge- N n berg Beschreibung des Fichtelbergs. berg hinauf/ so kommestu zu einem Stein-Felß/ solches raͤume hin- weg/ und suche fleißig/ so findestu einen Stein/ der laͤsset sich aufhe- ben/ wie eine Keller-Thuͤre/ da krieche hinein in das Loch/ so findestu Goldkoͤrnẽr. gediegene Gold-Koͤrner; oben auff dem Stein liegt ein grosser Schwell Moos/ der versteckt den Stein. Carnero, Schott, Grun- delli, Verso. Frage ferner zu Ebnath nach dem Hundsbach. Hundsbach/ der bey Emath und bey Reichenbach herabfaͤllet/ dersoll auch von der Coͤßein kommen/ nun liegt die Coͤßein zwischen Emath und Waldershoff/ wer den rechten Weg weiß/ der kommet durch die Coͤßein/ darum wird der Ursprung des Hundsbachs nicht weit da- von seyn. Von diesem Hundsbach waͤre viel zu reden/ welcher aus Nuͤrmberg seinen Reichthum allda gehohlet/ der zuvor arm war. An diesem Hundsbach nun gehe hinauf/ biß er entspringet/ daselbst siehe dich umb nach einer Tanne/ daran ein Zeichen/ wie ein Buch- stab oder eine Hand/ darunter ist ein Stollen oder Hoͤhle mit ei- nem grossen Stein verdeckt/ den thue auf/ darinnen findestu einen Gelber Goldgang. gelben Gold-Gang/ und im Waschen gediegene Gold-Flammen/ des Ertzes ein Pfund gilt bey dem Goldschmied 12. fl. auch 16. fl. Gold-Flam- men. Dieser Hundsbach hat seinen Ursprung auf dem Pfaͤlzischen. Car- nero, Grundelli, Schott, Verso, der unbenannte Venediger/ 1301. ein anderer Anonymus. Dieser letzte schreibt/ der Ursprung des Hunds- bachs sey bey Ulrichsgruͤn oder Albereith zu erfragen/ da ist ein Dorff/ der Holtzbach genannt. Zu Ebnath/ da die Hirschberger Edelleute wohnen/ frage nach Brand. Brand und dem Fichtelberg/ von diesem gehe an der Naabe gegen den Berg ( alias Stahlberg) eine Vierthel Meile hinauf/ so kommstu zu einem Bach/ der heisset der Fichtel-Sil- ber- oderSiegelbach. Fichtel- oder Silber- oder Siegelbach/ und da die 2. Fluͤßlein zusammen stoßen/ und in einander fallen/ da- selbst ist ein Gemerck/ und stehet da ein Ahorn/ unter dem Ahorn daͤmme das Wasser auf/ und raͤume auf/ so findestu 2. Muͤlterlein und ein Loch mit Wasser darunter/ das Wasser schoͤpffe trocken aus/ Beschreibung des Fichtelbergs. aus/ so findestu einen sehr maͤchtigen Gold-Gang in einem weissen Geldgang in weissen Qvartz. Qvartz. Carnero, Schott, Grundelli, Verso, Anonymus. Auf dem Fichtelberg ist ein Felß/ darinnen ist gehauen der Ochsenkopff/ Ochsenkopf. der recket eine lange Zunge heraus/ ( NB. die Zunge habe ich nicht gesehen/ so ist auch der Ochsenkopff gantz undeutlich/) und so die Sonne zu Mittag scheinet/ so scheinet sie oben darauf/ und gegen dem Kopff uͤber stehet eine krumme Bircken/ einer Stuben lang vom Felßen/ dazwischen ist wie ein Wiesen-Flecklein/ dadurch flies- set ein Waͤsserlein aus dem Felßen des Kopffs/ darinnen findestu Perlnlein und Edelgesteine. Und oben auf den Felßen des Steins Perlnlein/ Edelsteine. ist ein Loch/ das haben die Welschen vermachet/ das mache auf/ so wirstu darinnen finden Gold als die Arm-Roͤhren. Carnero, Schott. Gold. NB. Das Loch ist nicht auf/ sondern an dem Felßen. Wie ich solches selbst A. 1699. in Augenschein genommen. Gehe auf den Hohen Fichtelberg/ Hoher Fich- telberg allwo der Main entspringt/ und gegen Franckenland fließet/ als- dann gehe von St. Lorentz-Kirche vom Thor den Weg hinaus uͤ- ber die Wiesen/ uͤber den Nagel/ so kommestu zu einer Wiesen bey dem Wasser/ die Fichtelberger Waldnaabe genannt/ gehe daselbst bey der Walduabe. hinauf gegen den Berg/ biß das Baͤchlein auf der rechten Hand in die Naab faͤllet/ heisset der Krezebach/ an diesem Baͤchlein an der rechten Seiten gehe hinauf/ und siehe dich wohl umb nach dem rechten Stein-Felß/ daselbst wirstu in selbigem 3. Zeichen eingehauen finden/ als einen Ochsenkopff/ dem nun gegen uͤber ist das besagte Kretzbaͤchlein/ gehe zur rechten Hand/ dem Baͤchlein aber zur lin- cken hinauf/ so findestu das andere Zeichen/ ist ein Crucifix im Felßen gehauen/ nach diesem gehe weiter fort uͤber das Baͤchlein zur rech- ten Hand/ da wirstu finden ein Fluͤßlein/ das faͤllet auch in das Baͤchlein/ darinnen findestu grosse und kleine Koͤrner/ die guten Goldkoͤrner. lassen sich breit schlagen/ die boͤsen aber springen in Stuͤcken. Dem- nach gehe zur rechten Hand am besagten Krezbaͤchlein hinuͤber/ und immer fort/ so wirstu ein verdeckt Loch oder Grube finden/ decke auf/ und begieb dich hinein/ du findest einen Stein darinnen/ derselbe ist N n 2 schein- Beschreibung des Fichtelbergs. Wunderba- rer Gold- Stein. scheinbarlich wie ein Besen/ und lauter Gold/ dabey ein Trog/ Hauen/ und Schauffel. Carnero, Schott. Am Creutzen-buͤhl. Creutzenbuͤhl ist ein Felß eines Gadens hoch/ und seynd daran 3. Creutze gehauen/ oben 2. und das dritte unten/ unter demselben nun soll man das mit einem grossen Stein verdeckte Loch eroͤffnen/ darinnen Steine aushauen/ selbe in einem neuen Haven roͤsten/ schmeltzen/ und abtrei- Gold. ben/ seynd dem Gold gleich. Carnero, Schott. Am Fichtelberg liegt ein gewisses Dorff/ das wird genennet Mocken-reuth. Mockenreuth/ nicht weit davon ist ein Graben/ den heisset man den Schramm-Graben. Schramm-Graben/ allda findestu 2. Bronnen/ lasse den ersten liegen/ gehe zu dem an- Goldkoͤrner. dern/ darinnen findestu Koͤrner/ die laßen sich fletschen/ die sind mit Gold abzuwaͤgen. Zu Walters- hoff. Waltershoff frage nach dem Lotter- oderLettenbroñ. Lotter- oder Letten-Bronnen/ mitten im Holtz/ ehe man uͤber eine Wiesen gehet/ eine Ackerlaͤnge davon grabe Manns-tieff/ so wirstu finden ein Geschuͤck/ von klei- Gold- und Granaten- Koͤrner. nen Gold- und Granaten-Koͤrnern/ aber die Granaten sind schoͤn/ und so groß als eine Erbiß. Carnero, Schott, Anonymus, der un- benannte Venediger/ 1301. Zu Dirschen- reuth. Dirschenreuth frage nach Wondra und Siegelbachmannsdorff / da findest du drey Stein-Felßen/ deren ersten und andern laße liegen/ und gehe nach dem dritten/ darinnen findestu ein Loch/ eines Knies hoch uͤber der Erden/ krieche darein als in einen Back-Ofen/ haue inwendig Goldstein. etwas vom Stein ab/ roͤste ihn in einem neuen unglaßurten Topff/ und stoße es/ so wirstu Gold daraus schmeltzen koͤnnen. Carnero, Schotte. Warber- than. Zu Dirschenreuth frage nach denen Guͤttern zu Warber- than / da findestu drey Steine aufeinander liegen/ als ein Galgen groß/ von dannen fort oben dabey zu allernechst findestu einen Stein Beschreibung des Fichtelbergs. Stein eines Back-Ofens groß/ daselbst oben auf der rechten Sei- ten/ findestu einen kleinen Stein/ den hebe auf/ da findestu einen Goldgang. Goldgang. Verso. Zu Dirschenreuth frage nach Großen/ darnach auf die Gut- Gutten/ Lin- derlach. ten oder Linderlach/ da findestu 3. Steine auf einander liegen/ wie ein Galgen/ so gehe hinab/ allernechst dabey findestu einen Steinhauf- fen eines Kachel-Ofens hoch/ darnach auf der andern Seiten auf der lincken Hand/ da findestu reines Gold und Silberꝛc. Der Gold und Silber. unbenannte Venediger. Zu Dirschenreuth frage gegen die Hoͤhle/ da liegen 3. Steine auf einander als ein Galgen/ gehe hinab in die Staudten/ nahe da- bey findestu einen Stein in einer Haselstaudten eines Back-Ofens hoch/ dabey einen kleinen Stein/ darein ist ein Creutz gehauen/ den hebe auf/ so findestu einen rechten Goldgang. Anonymus. Gold. Zu Dirschenreuth frage nach Labion/ Laun/ oder Lamb/ da frage auf die Guͤtter/ da findestu 3. Steine auf einander liegen als ein Garten hoch/ und allernechst dabey findestu einen Stein/ wie einen Back-Ofen hoch darneben auf der rechten Seiten/ den hebe auf/ so findestu einen Goldgang. Idem. Gold. Zu Dirschenreuth frage nach Siegelbauers Holtz/ so findest Siegelba ;u ;- ers Holtz. du 3. Felßen/ laße den ersten und andern liegen/ und gehe an den dritten/ da ist ein Loch eines Knies tieff/ darinn ein Creutz ♃ ausge- hauen/ als ein Back-Ofen/ haue Steine heraus/ und roͤste sie/ so findestu das Metall im Topff/ nach dem Roͤsten sind sie schwartz- Schwartz- braune und weisse Gold- Steine. braun/ und weiß/ sind gut. Zu Asch frage darnach/ da sind sie hin graßen gangen. Idem. Zum H. Creutz von der Kirchen gegen Westen siehestu ei- Heil. Creutz. Barthel Fi- schers Wie- sen. nen hohen Berg/ daselbst frage nach Barthel Fischers Wiesen/ so kemmstu zu einem duͤrren Kirsch-Baum und Kohlstadt/ dann gehe eine Ackerlaͤnge/ und suche im Siegelbaum- oder Maͤu- seholtz/ sind drey Felßen/ unter dem dritten ist ein Loch eines Knies tieff/ wie ein Backofen ausgehauen/ da sind braune Stei- ne/ sind gut. Der Ort am Heßer oder Jgelsbach. Idem. Mercke eben von Dirschenreuth gegen Kreben / alsdann Kreben. gegen Baͤyreuth/ ( NB. Dieses soll ein Dorff dieser Ge- N n 3 gend Beschreibung des Fichtelbergs. gend seyn/ nicht aber die Fuͤrstl. Residenz gleiches Nahmens/) zwischen diesen beeden Doͤrfflein gehe zu der Marter oder Creutz auf dem Steig/ der gegen Waldsaßen gehoͤret/ da gehe zur lincken Hand in das Bruͤckicht/ daselbst findestu eine Gruben/ die hat das Wasser gerissen/ darinnen ist eine grosse birckene Stange/ darein ein Creutz geschnitten/ dann unter der Stangen Goldgang. ein Loch/ darinnen ein sehr maͤchtiger Gold- Gang. Id. Zu Dirschenreuth frage nach Roͤsel/ und dann gegen Wien- reith/ zwischen den zwey Doͤrffern zu der Marter-Seulen auf dem Steig/ der gegen Waldsaßen gehet/ darnach zur rechten Hand unter der birckenen Stangen/ daran ein ☩ gemachet/ Goldgang. findestu einen koͤstlichen Gold-Gang. Idem. Weiter durch die Bircken bey dem alten Teich/ da soll der schwartze Teich seyn/ dabey sind aber zwey Teich/ die sind beyseits/ gehe hinab bey dem Tham zur rechten Hand/ wo Wald- saßen und Baͤyreuth/ gehe gegen grossen Seu oder Suͤß/ gegen Baͤyreuth/ und in den zweyen Doͤrffern auf dem Berg der Marter/ der da gehet gegen Waldsaßen/ zur rechten Hand durch das Bruͤckich/ in dem Wasser-Teich/ der liegt zwischen zwey Tei- chen/ sind beyseits/ in dem obern/ da grabe auf der breiten E- cken gegen der rechten uͤber/ ein zur Stangen mit einem Creutz Goldgang. bezeichnet/ dabey findestu einen maͤchtigen Gold-Gang/ und da- von hat Adam gewaschen. Idem. Zu Dirschenreuth frage nach Wunden/ dann nach Roͤßel gegen Eckersgruͤn am Lause-Spiegel/ da findestu einen Felß hoͤher dann einen Gaden/ daran findestu drey ☩. bey dem drit- ten ist ein Loch/ davon roͤste die Steine/ so findestu gut Gold. Idem. Wennern Von Dirschenreuth frage gegen Wennern / und darnach gegen Paßen/ gehe an dem lautern buͤchenen Wald hinauf/ so findestu ei- nen Felßen als einen Stadel/ darinnen stehet ein X. gehauen/ und zwey beysammen/ uͤber dem einen Creutz/ das alleine stehet/ ist Goldkieß. ein Loch/ darinnen findestu Kieselsteine/ die roͤste und brenne nach Nothdurfft auf Gold/ so findestu reich Gold darinnen. Idem. Frage gegen Roͤßel/ gegen Eckersgruͤn an der Lauffbuͤhl/ da Beschreibung des Fichtelbergs. da findestu einen Felßen hoͤher dann einen Galgen/ darinnen sind drey X. gehauen/ zwey stehen oben/ eines unten am Felß/ in demselben Loch findestu einen Gang von gantz gediegenem Gold Gold- Mar- casit. Marcasit, anderthalbe Meil von Eger/ allwo er ist probirt wor- den. Idem. Zum Siegelbauers Holtz Einsiedel im Mustholtz findestu in einem Felßen ein Loch wie ein Backofen/ darinnen sind braun- schwartze Steine/ die roͤste/ so findestu gut Gold drinnen. Idem. Goldsteine. Zu Dirschenreuth frage nach S. Peters Capellen/ und S. Peters Capelle. S. Peters Bronnen/ gehe demselben Fluß nach/ der faͤllt in ei- nen andern Bach/ so findestu zwey Zeichen/ eines in einer Tan- nen/ das andere in einer Fichten nahe bey einander/ dazwischen suche/ so findestu einen gantzverdeckten Schacht/ decke ihn auf/ so findestu einen gelben Gold-Gang/ gilt ein Pfund 20. fl. der gelber Gold- Gang. Centner 1400. Guͤlden. Carnero, Schott. Verso haͤlt das Pfund vor 10. Guͤlden. Zu Dirschenreuth frage nach Ackerfeld/ da ist ein Felß Ackerfeld. hoͤher dann eines Gadens hoch/ daran stehet ☉. ☽. *. unter die- sen Zeichen ist ein Loch/ darinnen findestu Steine/ die roͤste in einem neuen Haͤfelein/ so findestu gediegen Gold. Der unbenann- Gold-Stei- ne. te Venediger sub dat. 1301. Zu Waldsaßen Waldsaßen. frage nach S. Nicolaus, suche wo die Linden stehet/ gehe gegen der lincken Hand eine Ackerlaͤnge davon/ so findestu einen alten Ahornbaum/ daran ist geschnitten ein Stern mit 5. Ecken/ bey der Wurtzel raͤume hinweg/ da ist ein Loch mit Hoͤltzern bedeckt/ gehe recht hinunter/ so findestu Gold und Silber genug. Carne- Gold und Silber. ro, Schott. Der unbenannte Venetianer sub dat. 1301. schreibet/ es sey ein Birnbaum/ woran der Stern stehet. Grundelli sagt hievon also: zu Waldsaßen frage gen Ho- Hochelstein. chelstein / wann du kommest zur S. Niclaus Capellen/ da die grosse Lin- den stehet/ so gehe eine Ackerlaͤnge davon/ so wirstu eine kleine Linden finden/ daran ist ein Stern geschnitten/ unter dem Stern raͤume die Wurtzel auf/ so findestu Hoͤltzer liegen/ die thue hin- weg/ Beschreibung des Fichtelbergs. weg/ und krieche hinein/ so findestu einen reichen Silber- und Gold-Gang. NB. Diese Linden weiß ich nicht eigentlich/ ich meine aber/ sie und der Birnbaum stehen auf einem Gang/ und man kan wegen der Strassen nicht wohl sicher seyn: ich meinete aber/ wann man den Gang mit einer Ruthen ausginge/ und ein wenig im Gestreuch einschlaͤge/ item, wann man dem Was- serfluͤßlein nachginge Berg und Thal/ man koͤnte wohl etwas waschen oder ausschuͤrffen/ dieweil der Wald ziemlich groß. Grundelli spricht weiter/ von S. Niclaus zum Hochelstein ge- gen Mittag ist erstlich ein Bronnen zur lincken Hand/ so mit bleyernen Roͤhren belegt seyn soll/ 2) eine Linde/ 3) wieder ei- ne Linde/ und endlich gegen der rechten Hand ein Steinwurff weit vom hintersten Bronnen die dritte Linde/ so mit einem Stern bezeichnet ist. Bey derselben und unter ihrer Wurtzel ist eine Grube/ mit Reißig verdeckt/ darinnen gut Gold zu finden/ dabey auch sonsten Waschwerck mit grossem Nutzen sind. Grundelli der Venediger spricht abermahl/ nach dem Hochel- stein frage von Alberreuth gen Maͤring/ und wann du hinter die Muͤhl hinaus kommest bey einer halben guten Meil/ so kommstu zur Wiesen/ darauf ein altes Kirchgemaͤuer ist/ welches S. Ni- claus zum Hohelstein geheissen/ eine Ackerlaͤnge von dieser Mau- er kommestu zu einem grossen Birnbaum/ daran ist eine Pflug- schaar gehauen/ unter dem Baum raͤume die Wurtzel hinweg/ so kommestu zu einem Loch/ darinnen ist ein Silber-Gang/ der groß und reich ist von Gold-Koͤrnern. NB. den Baum weiß ich/ aber das Loch habe ich nicht aufgethan. Anonymus schreibt hievon also: zu Waldsaßen frage nach Nicolaus gegen Hohelstein/ wo die grosse Linden stehet/ eine Ackerlaͤnge davon kommstu zu einem grossen Birnbaum/ darin- nen ist eine Pflugschaar gehauen/ mitten unten bey des Baums Wurtzel raͤume aus/ so kommestu zu einem Loch/ darinnen ein Silber-Gang ist/ groß und reich von Gold. Jsrael Gießel zu Waldsaßen weiß den Ort/ wie die Hoͤltzer hingelegt/ und man aufraͤumen muß. Jch habe daran angefangen zu gewaͤltigen/ aber Wassers halber muͤssen nachlassen. Nicht Beschreibung des Fichtelbergs. Nicht weit von Hohlstein/ nehmlich eine Meilwegs/ im Wiesenbach unter dem Oerdenhammer Wiesenbach zu der Fichten/ da der gestimmelte Herr Gott hangt/ gehe eine Ackerlaͤnge hinab in den alten Hammergraben/ so kommstu zu einer abgeschnittenen Fichten/ allda findestu ein Loch/ und unten darinnen einen weissen Gold-Gang/ und wann man es probirt, Weisser Goldgang. so uͤbertriefft es das Hungarische Gold. Grundelli. Nicht weit von Waldsaßen bey Eger gegen den Wuntzberg / Wuntzberg. da die grosse Linden stehet/ eine Ackerlaͤnge davon ist ein gros- ser Kirschbaum/ daran ist eine Pflugschaar/ raͤume es hinweg umb die Wurtzel/ so findestu ein sehr reiches Silber-Ertz/ der Silber- und Gold-Ertz. Gang ist auch reich an Gold. Carnero, Schott. Von Waldsaßen gehe gen Grossen Suͤße das Dorff/ oder Grossen Suͤße. Grossen Teich/ dann gehe gegen Baͤyreuth/ zwischen den zwey Doͤrffern auf dem Steig der Marter/ der da gehet gen Wald- saßen zu der rechten Hand durch das Bruckicht/ in dem alten Weyer/ der liegt ob denen zwey Weyern/ die sind besetzt/ der eine ist nicht besetzt/ in dem obern da grabe an der breiten Ecken/ neben an der rechten Hand unter einer birckenen Stange/ da- ran ist ein Creutz gemacht/ dabey findestu einen maͤchtigen Gold- Gold-Gang. Gang/ darinnen hat Adam gewaschen ein Wahle. Amblerbach zu Waldsaßen/ der Mannsfelder genannt/ weiß einen Bronnen/ darinnen gute Koͤrner seyn sollen. Anonymus. Nota: eine halbe Meile von Waldsaßen/ wann du kommest nacher Hardeck / so gehe uͤber das Hefeld oder Hochfeld in des Hardeck. Siegelbaumes-Hotz/ kommestu zu einem Stein/ der ist hohl gegen Niedergang der Sonnen/ da raͤume unter einer grossen Fichten/ das Wahrzeichen ist ein Ochsenkopff/ da findestu ge- Gold wie Hungrisch. diegen Gold/ das gleichet sich dem Hungarischen. Idem, der un- genannte Venediger sub dat. 1301. Zu Rothenheyd gehe auf Wußlam/ (vielleicht Wueßlitz/) Rothenhey- de. in dem Holtz sind zwey Felßen/ und unter dem Felßen ist ein Loch wie ein Backofen/ und gegen Mittag stehet ein Dreyfuß/ unter demselben hebe die Steine auf/ und krieche hinein in das Loch/ so findestu Gold wie ein Eiß-Zapffen herunter gewachsen/ Zapffen- Gold. O o und Beschreibung des Fichtelbergs. und das Loch wie ein Fuchsloch/ und vor dem Loch stehet eine ge- stimmelte Buche mit hohen Aesten. Anonymus. Oelßnitz. Rothe (o- der Kutten-) Heyde. Zwey Meilen von Oelßnitz im Voigtland auff der Rothen Heyde ( forsan Kuttenheide/) frage nach S. Peters Bronnen/ gehe demselben Fluͤßlein nach/ siehe dich umb/ da findestu zwey Zeichen/ eines in einer Tanne/ das andere in einer Fichten. Dazwischen findestu einen Schacht/ ist Gold-Gang mit Reißig bedeckt/ auch mit Moos uͤberzogen/ ist ein reicher Gold- Gang/ gielt ein Pfund Ertz 26. fl. Carnero, Schott. Wießna. Zu Wießna frage nach der alten Capellen/ das H. Creutz genannt/ liegt auf einem Berg gegen Occident, ist ein hoher Berg/ der Duchel oder Barthel Fi- schers Wie- sen. Reichelberg genannt/ daselbst frage nach Barthel Fischers Wie- sen/ (dann in demselben Grund sind Wiesen/) so kommestu zu ei- nem duͤrren Kirschbaum/ auf einer alten Kohlstadt/ darnach gehe eine Ackerlaͤnge zu einer duͤrren Fichten/ daran ist ☉. und ☽. ge- schnitten. Gehe hievon weiter eine Viertel Ackerlaͤnge fort/ so kommstu zu einem Bronnen/ der ist mit 4. Steinen schoͤn ausge- setzt/ da hebe den Stein/ woruͤber das Wasser herausfliesset/ auf/ 9. Schluͤssel im Broñen. Damit wer- den 9. Thuͤ- ren eroͤffnet in der rei- chen Stein- Mauer/ da- rinnen ein grosser Schatz. so findestu darunter ein Loch/ darinnen liegen 8. oder 9. Schluͤs- sel/ damit gehe unter die so genannte Reiche Steinmauer / allda findestu ein Loch/ und darinnen 9. eiserne Thuͤren und Riegel mit so viel Vorleg-Schloͤssern/ schließe eine nach der andern auf/ und hebe mit dem kleinsten Schluͤssel an/ u. s. f. so findestu Gold und Guth genug sambt Edelgesteinen vollauf/ und uͤberaus/ wann du davon recht verkauffest/ kanstu die Zeit deines Lebens genug haben. NB. Allda habe ich den goͤldenen Scepter gefunden/ und wann gleich deiner 500. waͤren/ vermoͤchten sie das Geld Goͤldener Scepter. nicht aus dem Land zu tragen. Biß hieher Carnero, it. Verso, Schotte. Goͤldener Reuther. Anonymus sagt: Es sey auch daselbst ein goͤldener Reuther gewesen/ den habe ein gewisser Wahle hinweg. Der ungenannte Venediger sub dat. 1301. schreibet also: von Wießna gehe zum H. Creutz gegen Osten/ da ist eine Wiesen/ da- rauf Beschreibung des Fichtelbergs. rauf suche/ und sichere/ so findestu Koͤrner/ die halten Gold/ Sil- Gold und Silber Mar- casit en. ber/ und Marcasit en. Zu Wießnau gehe in das Korichholtz / da findestu eine ein- Korichholtz. gefallene Capelle/ auch drey Steine von einander zerstreuet/ in deren einem ein Creutz/ man siehet es kaum vor alter/ hebe den Stein auf/ so findestu einen Gold-Gang. Anonymus. Goldgang. Zu Wießna/ (ein anderer hat Wilsau/) frage auf die Guͤ- ther ein Doͤrfflein im Grund/ sind noch drey Bauern allda wohn- hafft/ da sichert man schoͤne braune Granaten/ in diesem Ort NB. Granaten. hat der Schulmeister von Schoͤnbronn mit dem Buͤblein gewa- schen. Idem. NB. Dieser Schulmeister hiese Koͤlbel/ und war ein exa- ct er Kuͤnstler/ dessen Nachkommen annoch in Wohnsiedel leben. Zu Wießnau/ (ein anderer hat Wilsau) gehe in das Karren- hoͤltzlein/ da findestu eine Capelle ist eingefallen.ꝛc. siehe kuͤrtzlich oben. Zu Erbendorff/ Erbendorff. Gold-Koͤr- ner. nicht weit vom Gericht/ giebt es gute Bruckkoͤrner/ und braune Koͤrnlein wie der Heidelsaamen/ sind mit dem Arabischen Gold abzuwaͤgen. Verso, Anonymus. Zu Erbendorff in dem Galgenbaͤchlein giebt es gute Gold- Gold-Flam- men und Granaten. Koͤrner/ Granaten und Gold-Flammen. Idem. NB. Item in Kreuthen zu Erbendorff hat es Gold-Flammen und Wiederum auch Schweffel- Kieß. Granaten. Der Richter zu Erbendorff weiß ein gutes Ertz/ ja er sagt/ im Toͤpffel solle auch ein guter Schwefel-Kieß auf dem Stollen seyn. Anonymus. Item auf dem Haßen-Heßen - oder hoͤchsten Berg / wann man Heßenberg. Granaten und Gold- Koͤrner. nach Preßet von Erbendorff gehet/ darinnen findet man Grana- ten und Gold-Koͤrner. Wann man nach diesem Heßenberg will gehen/ so sind etliche Bronnen/ darinnen findet man Flamm-Gold. Flam̃ Gold. Idem, Verso. Frage gegen Erbendorff von Heßenberg/ da findestu eine verborgene Arbeit im Creutz genannt/ da findestu einen grossen Stock auf der verborgenen Arbeit/ da ist ein Gold-Gang/ das Gold-Gang. ist eine schwartze Erde/ wie Pulver/ die roͤste/ so findestu gut Gold. Verso. O o 2 Wann Beschreibung des Fichtelbergs. Wizelsdorf. Wann man nach Wizeldorff oder Wizelersdorff gehet/ hat es eine Grube/ darinnen Samson Hirschberg ( alias Hirsch- Gold-Koͤr- ner. lein/) gearbeitet/ hat Koͤrner wie Heidelsaamen/ die sind gut Gold. Verso, Anonymus. Heyde. Gute Koͤr- ner. Bey der Heyde oder Latwiesen ist ein Baͤchlein/ darinnen giebt es gute Koͤrner. Verso. Schirnding Bey Schirnding ist ein Holtz/ darinnen findestu zwey Bronnen/ den Horn- und den Agaten/ Granaten. Zaunbronnen/ darinnen findestu Agaten-Koͤrner/ und schoͤne Granaten. Verso. Neuhauß. Zu Schirnding frage nach dem Neuenhauß / und alldor- ten nach dem Silberbach. Silberbach/ Gold-Koͤr- ner. so findestu Koͤrner/ die lassen sich bletzen/ sind gut Gold. NB. Perlen- Schnecken. Daselbst soll es Perlen-Schnecken geben. Die Schnecken in brei- ten Muscheln die haben die Perlen in Koͤpffen/ und werden zeitig umb S. Michaelis Tage. Die Muscheln so X. haben/ haben ge- wiß Perlen in Koͤpffen. Verso. Wondra. lꝛichsgruͤn eußbruͤhl. Frage nach Wondra / von dar nach Erlaß / oder Ulrichs- gruͤn / am Eiß - oder Leuß-Buͤhl findestu einen Felß/ hoͤher dann ei- nes Gadens hoch/ darinn ist 34. gehauen/ zwey stehen bey einan- der/ das dritte stehet oben allein/ unter dem Fluß am Creutz ist ein Gold-Stei- ne. Loch/ da findestn Steine/ die roͤste in einem neuen Topff im Back- ofen/ so findestu gut Gold. idem. Gutschen- reuth bey Groschlitz- gruͤn. Jn der Gutschenreuth nicht weit von Groschlitzgruͤn ei- nem Dorff/ gehe hinauf gegen Aufgang der Sonnen/ so kom- mestu zu einem Linden-Baum/ daselbst lege dich unten an der Er- den/ und horche/ wo das Wascher rauschet/ da raͤume weg/ so Zapffen- Gold. findestu einen gediegenen Gold-Gang wie Eiß-Zapffen. Idem. Hohes Creutz. Zu dem Hohen Creutz eine Meile von Waldsaßen ist der Schmaltzbach/ Schmaltz- Bach. da die zwey Fluͤßlein in einander fliessen/ da ist ein alter Stumpff eine ebene Ecke zwischen dem andern Bach ist ein Loch mit einer Thuͤr/ ist verdeckt mit Erden/ nur mit einem Fuß umbhergetram- pelt/ Beschreibung des Fichtelbergs. pelt/ so wirstu es wohl finden/ ist ein gediegen Gold-Ertz/ der Gold-Ertz. Gang ist Ellenlang und breit. Carnero, Schott. Von dannen frage nach Auerswalde / im Grund ist eine Aueꝛswald. grosse Fichte/ ist angehauen/ darinnen stehet eine Marter/ und ist eine Grube gerad vor dem Baum/ wann du in der Gruben ste- hest/ so siehestu die Marter in der Gruben/ da wirstu grosses Grosses Guth. Guth finden. Iidem. Gegen Voigtland liegt das Schloß Schoͤnfelß/ Schoͤnfelß. da ist ein Grund herumb/ daselbst ist ein Waͤsserlein/ so gedie- gen Gold fuͤhret/ das Wasser entspringet bald am Schloßberg/ nicht weit davon ist ein Stein/ heisset der Wohlstein/ an dem findestu viel Zeichen/ auch einen Moͤnch gehauen/ es stehet eine grosse Tanne dabey/ es ist ein Pilgram-Staab auf einem Stock gehauen/ da grabe ein/ so findestu grosses Guth und Gold. Car- Grosses Guth. nero, Schott. Anonymus nennet es Schoͤnfeld/ und den Stein Na- gelstein. An diesem Ort frage nach dem Stangenberg/ Stangen- berg. da ist eine grosse steinerne Marter/ daran ist gehauen ein Pilger- Staab/ und eine Hand/ nahe bey der Marter ist ein Loch/ und dar- uͤber ein Stein gelegt/ eines Tisches breit/ den hebe auf/ darunter ist Gold und Silber genug. Carnero, Schott, der unbenannte Ve- Gold und Silber. nediger sub dat. 1301. Am Fichtelberg frage nach einem Dorff heisset Sand. Oben Sand. am Ende bey Sand wohnet ein Muͤller am Stangengebuͤrge / da findestu einen spitzigen Felßen/ und eine Buchen/ darinnen Sonn und Mond gehauen/ darneben ist ein Loch/ da findet man 2. Gaͤnge/ der eine haͤlt Silber/ der andere Gold/ der Ort ist 3. Meil von E- Silber und Gold. ger. Anonymus. Von Naabburg frage gen Tietz/ von dar gegen Obernreuth/ Naabburg. von dannen gegen Brieckl/ ( alias Binckl/) darnach am Stangen- berg herab gegen Niedergang der Sonnen findestu eine steinerne Seule/ darinnen ist gehauen ein Crueifix/ und ein Ochsenkopff/ ist ein Stein/ darunter ist ein Loch/ da schlieff hinein/ darinn ist gut æs O o 3 argen- Beschreibung des Fichtelbergs. Silbeꝛ-Ertz. Gold-Koͤr- ner. argenti, darinnen hat es Koͤrner/ die lassen sich fletschen/ gielt das Pfund 12. fl. und soll das Pfund der Koͤrner halten 4. Loth puri Solis, wie ich berichtet worden von einem Goldschmied/ dem ich es selbsten zu kauffen gegeben. Der unbenannte Venediger sub dat. 1301. Lochbronn. Darnach ist ein Staͤdtlein Lochbronn / ein wenig herab gegen Osten/ da ist eine gescheelte Buchen/ in demselben Bach sichert man Gold/ Sma- ragden/ Ru- binen/ Sap- phire. Gold/ Smaragden/ Rubinen/ und Sapphire. Anonymus. Gehe von hier aus/ nach Floß/ Rothen Strauß/ Moosbach/ (vielleicht/ Floß/ Rothenstadt/ Moosburg/) Drebitz/ Stangenhoff zum Stangenbauer zu erfragen/ der am Stangenberg wohnet. Idem. Marckers- reuth. Goldwaͤsche Zu Marckersreuth ist uͤber Moͤnchsberg eine Goldwaͤsche. Idem. Auf dem Reichen-o- der Reichs- Forst. NB. Reichen- oder Reichs-Forst NB. ist ein versetzter Goldgang von dem Lett getragen/ ist Ellen breit/ ein brauner Gang/ je tieffer/ je besser/ wie ein Kohl/ ist versetzt unter Brauner Gold-Gang. dem aͤusersten gefletschten Fichtenbaum/ daran noch ein Span han- Gold/ Gra- naten/ ande- ꝛe Edelsteine get/ ist der Baum abgehauen/ und in der Gruben bedeckt. Jn diesem Reichs-Forst sichert man Gold/ Granaten/ und andere Edel- Steine. Idem. Reut-Plern. Frage nach Reut gegen Plern an die Naab auf eine Viertel Gold in weissen Let- ten. Meil in einem Loch/ da ist Gold in einem weissen Letten oder Koth. Der unbenannte Venediger sub dat. 1301. Bingarten. Gehe von Bingarten gegen Heidnab / so findestu ein Baͤch- Heidnabe. lein/ dazwischen raume das Moos auf/ so findestu Gold-Koͤrner. Gold-Koͤr- ner. Idem. Jm Buchholtz nicht weit von der grossen Tannen / da fin- Buchholtz grosse Tañe. Saphier/ Diamantẽ/ Schmarag- den. destu Edelgesteine/ Saphier/ Diamanten/ und Smaragden. Car- nero, Schott, der unbenannte Venediger sub dat. 1301. Anonymus. Von der Hohen Tannen gehe gegen den Galgenberg an dem Silberbach / da die 2. Fluͤßlein einen Steinwurff weit herab- und zusammen fluͤßen/ da ist ein alter Bircken-Stumpff/ darein ist Hohe Tañe. Galgenbeꝛg. Silberbach. Schieffrich- ter Gold- Gang. gehauen ein Pilgram-Stab mit einem Sack/ zwischen dem Stumpff und Bach ist ein Bret/ das hebe auf/ da ist ein Loch im Stein/ ein gediegener schieffrichter Gold-Gang/ trample nur mit den Fuͤßen/ so wirstu die Hoͤhlung bald spuͤren. Idem. Item alius Anony- Beschreibung des Fichtelbergs. Anonymus. NB. Dieser Ort ist eine halbe Meile von Tirschen- reuth. Von dannen ist das Stadtholtz/ genannt Burgerholtz/ da findestu 3. Baͤchlein/ gehe vom 1sten zum 2. und 3ten/ so findestu ein Loch uͤber der Erden eines Knies hoch/ gehe hinein/ haue die Steine heraus/ brenne sie/ ziehe sie zu Schlacken/ darinnen findestu gut Gold. Anonymus. Frage nach Neuenhausen / von dannen gegen Gruͤn / dar- Neuenhauß Gruͤn. Hoꝛn. nach gegen Horn / da kommen zwey Fluͤßlein gegen dir zu der lin- cken Hand an einem Felß/ und seynd voll Silber.ꝛc. Der unbe- Silber. nannte Venediger. Zu Pfaffenreuth in der Pfaltz/ eine halbe Meile von Wald- Pfaffen- reuth. saßen ist ein Eisenstein/ haͤlt viel Gold. Anonymus. Item droben zu Keller-Schencken frage nach der Eger/ von Goldhalti- ger Eisen- Stein. dar nach Mosel/ und nach dem Geist-Teich/ so findestu schwartzen Sand/ den roͤste/ so wirstu Gold finden. Idem. Keller- Schencken. Bey dem Wasser/ der kleine Fichtelberg genannt/ im Dorff Hagen ist ein Baͤchlein/ im Fuchsloch genannt/ da findestu meine Schwartzer Goldhaltẽ- der Sand. Hauen und Schauffel/ und all mein Werckzeug/ darinnen ist ein reicher Goldgang. Der unbenannte Venediger 1301. Uber Grumenau ist ein heller Brunnen/ da ist eine Grube/ Grumenau. Gold. da liegt Gold. Anonymus. Am Hirschberg gegen Osten findestu einen steinern Trog/ ge- Hirschberg. he eine halbe Ackerlaͤnge/ so kommestu zu einem Fluͤßlein und zu einem 4eckichten Stein/ der ist hoch/ so mercke nun auf/ wo du siehest das Angesicht Christi eingehauen/ da findestu eine steinerne Stiegen/ und unter der 43ten Staffel da findestu drey Schluͤssel/ so sperre auf/ und hoͤre biß auf die 9te Stundte am Johannis- Tag/ das ist der 24. Junii, und NB. wann du das goͤldene Creutz NB. schwe- bendes goͤl- denes Creutz unter der Thuͤꝛ am Jo- hannis Tag. siehest schweben unter der Thuͤr/ so gehe hinein/ so findestu sol- chen Reichthum in der Welt/ was deine Seele begehret. Der unbenannte Venediger sub dat. 1301. Am Hirschberg kommestu zu einem abgeschnittenen Baum/ davon gehe eine Ackerlaͤnge/ so kommstu zu einer zwißlichten ( alias Hirschberg. zinnernen) Gabel/ allda lege dich nieder auf die Erde/ und hoͤre/ wo das Wasser rauschet unter der Erden/ raͤume das Mooß daselbst weg Beschreibung des Fichtelbergs. weg/ so auf Holtz gegen Mitternacht zugelegt ist/ da triffstu einen Gold dem Arabischen gleich. Ertz-Gang an/ welcher das herrlichste Arabische Gold fuͤhret/ als die Finger und Eißzapffen. Von dannen gehe weiter auf dem Rasen fort gegen Mittag vom Holtz an/ da wirstu zu einem Bronnen kommen/ in selbigem ist auch das schoͤnste Gold enthalten. Von diesem Bruͤnnlein gehe dem Wasser/ das daraus entstehet/ nach/ so kommstu an ein Stein-Gewoͤlb/ da warte auf. Verso. Otten. Kuttenheide St. Peters Capellen. Hinter Otten im Voigtland auf der Kutten-Heyde / oder Kotten-Heyde / gehe zu oder vor St. Peters Capelle gegen Osten bey 1. oder 2. Ackerlaͤnge/ da ist ein hoher Felß/ nahe dabey ein alter Glaß-Ofen/ und hat vor Zeiten eine Glaß-Huͤtte da ge- standen/ gegen dem schwartzen Berg zu/ da findestu ein weisses Goldwasch- Koͤrner. Waͤsserlein/ darin sind gute Goldwasch-Koͤrner/ dem Arabischen Gold gleich/ bißweiln Erbsen oder Bohnen groß. Idem. Wilstu da nicht waschen/ so gehe entweder wieder hinab zum Hiersberg/ oder hinauf gegen Osten/ so kommstu zu einem Bronnen/ da ist eine Linden/ da kommstu zu einer Stangen und Gabel/ da lege dich nieder auf die Erden/ und hoͤre/ wo das Wasser lauffet/ da raͤume Gediegen Zapffen- Gold. hinweg/ da findestu gediegen Gold/ das so groß/ als Eißzapffen. Der unbenannte Venediger 1301. Auf der Kutten-Heyde bey St. Peters Capell unter den Fenstern gegen Mittag/ findestu eine Hand geschnitten an einem Baum/ da richte dich nach dem Daumen in derselben Hand/ die zeiget dich zur zinnern Gabel/ da kommstu zu einem Bruͤnnlein/ Zwota. woraus die Zweit oder Zwota entspringt/ dem Fluͤßlein gehe nach biß zur zinnern Gabel/ da forsche nach dem Goßern/ unter der Er- Gold dige- stum. de brich auf/ raͤume ab/ so findestu viel Gold digestum. Verso. Item an St. Peters Capellen/ so es ist vor Johannis Bapt. oder Petri Pauli/ gehe bey der Capellen gegen der Sonnen also biß auf eine Wiesen/ oder Kohlstaͤtt/ gehe also fort biß zum Mittag halben Weg 11. uhr/ so kommstu zu einer dicken Heyden/ da Erlen und Bircken stehen/ alsdann 2. Steinwurff weit gegen dem Mit- tag/ so kommstu zu einem Gemoos/ habe mit Fleiß achtung darauf/ da gehet ein Waͤsserlein verborgen darunter/ darinnen grabe/ so fin- Gold. destu sehr groß reich Gold/ siehe dich umb zum naͤchsten/ so findestu ein Beschreibung des Fichtelbergs. ein Wasser gegen Abend/ da grabe Guͤrtel tieff ein/ so findestu Gold-Koͤrner klein und groß. Anonymus. Die Schoͤnecker sagen/ es sey unter dem alten Schloß bey dem Clausenbuͤhl zu. Idem. Auf der Kuttenheide frage nach St. Peters-Bronnen/ der Fluß faͤllt in einen andern Bach/ gehe hinunter dem Fluß nach/ siehe dich umb/ so findestu 2. Zeichen/ eins in einer Tannen/ das an- dere in einer Fichten/ dazwischen ist ein verdeckter Schacht/ da ist ein gelber Goldgang/ gilt das Pfund 10. fl. Anonymus, Verso. Gelber Goldgang. Auff der Kuttenheide frage nach Weyer/ ist ein Dorff eine Meile davon/ da liegt eine Muͤhl/ Geig-Muͤhl genannt/ gegen der Muͤhl gehe an den Bach ein Armbrust-Schuß auff die lincke Hand/ ist ein Felß/ darinn bricht ein gantz schoͤner Gold-Talck/ und Gold-Talck. Schwartzer. Marcasit. sonsten ein Ertz/ das ein gantz schwartzer Marcasit ist. Da frage nach dem Gold-Bronnen. Anonymus. Zu Auerbach bey Falckenstein/ oder Duͤrresbach Auerbach. Duͤrres- bach. Fletschmaul. im Voigtland frage nach dem Fluß- oder Fletschmaul/ darnach Eibenstock/ eine Meil davon und 3. Meilen von Zwickau liegt der Goldbron- Eibenstock. nen/ oder Neidbronnen. Darinnen sichere/ so findestu schwartze Gold-Koͤr- ner. Koͤrner/ die sind sehr gut/ das Pfund gilt 14. biß 18. fl. Diese Ge- legenheit ist eine Meile vom Schneeberg / und kanstu in einem Tag wohl 1. biß 2. Pfund waschen. Von dem Gold-Bronnen frage nach/ wo es entspringt/ so findestu meinen Nahmen Joh. Schott an einer Tannen/ dabey ist ein Loch verdeckt/ ist Gold-Ertz/ gilt das Gold-Ertz. Pfund 102. fl. Schott, Carnero, Grundelli. Jm Auerbaͤchlein findet man Koͤrner/ und huͤbsche Steine. Der Auerbach soll eine Meil von Stollberg seyn. Verso. Bey dem Eibenstock ist am Rangen ein Sauerbronnen/ dar- innen findet man schwartzen Schlich und schwartze Koͤrner/ deren Schwartzer Schlich. giebt 1. Marck 2. Loth gut Gold/ auch ist zur rechten Hand ein ver- fallener Stollen und darin einer Klaffter tieff ein guter Silber- Giebt Gold. Silber- Gang. Gang. Grundelli. Groͤßlitz. Groͤßlitz. Von Groͤßlitz aus gehe uͤber eine Wiesen am Wasser hinauf/ P p und Beschreibung des Fichtelbergs. und siehe dich nach einer Buchen umb/ daran ein Creutz gehauen/ von demselben gehe eine Ackerlaͤnge am Berg hinauf/ so wirst du eine sehr grosse alte Fichten finden/ und nahe dabey einen Stol- Gold Ertz- Gang. len/ darin ist ein Gold-Ertz-Gang/ dessen Pfund ist vor 14. fl. verkaufft worden. Verso. Wann man aus Groͤßlitz aus der Hoͤhlen gehet/ so kommt man zu dem Fohrenbach/ der fleußt Creutz-weise uͤber den Weg. davon gehe zur rechten ( alias lincken) Hand hinten hinauf/ biß an die Qvelle des Bachs/ die liegt auf einem hohen Berg/ und wirfft Schwartze Gold-Koͤr- ner. viel Sand aus/ den sichere/ so wirstu schwartze Koͤrner finden/ die viel Gold halten/ das Pfund gilt 15. fl. Idem. Schoͤneck. Wann du von Schoͤneck ausgehest gegen Groͤßlitz so frage nach dem Schifferbach/ darunter ein alter Stolln/ am Steig fließt ein Wasser hin/ so gehe zu lincken Hand hinauf/ so lange/ biß du kommest zum langen Holtz/ siehe dich umb/ da ist ein Zeichen in einer Tannen/ alsdann nicht weit davon siehe dich umb nach einem alten Stock/ daran ist ein ✠. darunter Goldgang. aber ein Gold-Gang/ nicht weit davon fliesset ein Wasser. Idem. Wann du ausgehest von Schoͤneck an St. Peters Capell/ frage nach Breitenbronn/ demselben Fluͤßlein gehe nach/ das faͤl- let in einen andern Bach/ davon gehestu hin/ unten am Wasser fin- destu einen Schacht/ ist gantz verdeckt/ den Decke auf/ so findestu einen Gang/ dessen 1. Pfund gilt 10. fl. Idem. Hagenstein. Hagenstein. Hievon gehe den Fluß hinauf biß an seinen Ursprung/ grabe da- Gold-Ertz. herum ein/ du findest ein sehr herrlich und reiches Gold-Ertz/ da- von sich 3. Lande behelffen koͤnten. Idem. Schneebeꝛg. Auf dem Schneeberg Wiesenbuꝛg. frage nach Wiesenburg einem Schloß/ dabey fleußt ein Wasser hinweg/ an diesem gehe aufwerts fort/ biß du dem Schaafstall gleich kommest/ da ist ein Teich/ uͤber diesem Teich sind in einem Gold-Koͤr- ner. Waͤsserlein viele gute reiche Gold-Koͤrner/ die dir die Muͤhe wohl Glaß-Ertz. belohnen. Idem. Daselbst auf St. Georgen soll gut gediegen Glaß-Ertz versetzt seyn. Anonymus. Nicht Beschreibung des Fichtelbergs. Nicht weit von Zwickau Zwickau. ist ein Dorff und Felß Kohlstein genannt/ darin ist ein Loch mit Reißig verdeckt/ darein ist ein tuͤchtig Gold-Ertz von Kieß und Gold-Ertz. Glantz/ gar gediegen. Diesen Ort haben 2. Venediger gewust/ und allda gehohlet/ sie sind aber lange nicht da gewesen/ die Muth- massung ist/ daß sie todt/ oder sind reich davon worden. Anonymus, Carnero, Schott, Weigard, Verso. Eine Meil von Zwickau liegt ein Dorff Hartmannsgruͤn/ unter dem Dorff ist ein enges Waͤsserlein/ darinnen findestu gute Gold-Koͤrner/ die sich fletschen lassen. Carnero, Schott. Gold-Koͤr- ner. Bey Zwickau liegt auch ein Dorff/ Rothenbach/ da soll ein Silber/ Gold/ Granaten. Bach seyn/ der Gold/ Silber/ und Granaten fuͤhret. Anderthal- be Meil von Zwickau zur Neumarck / ist ein gut Gold-Seiffen/ auch bricht da Silber und Spießglaß herumb. Iidem. Neumarck. Seiffen- Gold/ Sil- ber/ Spieß- glaß. Jm Meißner Lande bey Dreßden im Plauischen Grunde unter dem Dorff/ das auf dem Berg liegt/ ist ein vortrefflicher Gold-Gang im Talck/ und sind 3. Stollen gantz tieff in den Berg getrieben. Verso. Dreßden. Goldgang. Wann man nach Radeberg gehet/ da sind am Wege Bronnen/ und eine Buche/ darein ist eine Hand geschnitten/ die Radeberg. zeiget in das Holtz/ da kommestu zu einer grossen Linden/ darinnen stehet ein Sichertrog/ Kratze und Keilhaue/ und eine Hand/ die zeigt unter sich auf eine Buchen/ darunter grabe ein/ und suche den Gang/ er ist mehr denn halb Gold. Idem. Goldgang. Vom Dorff Obern Gerßdorff im Scharischen Wald ge- Obern Gerßdorff. he auf die Straßen nach dem neuen Bau zu dem Weg uͤber nach dem Wasser/ und den Berg hinauf/ so kommstu zu einem Waͤs- serlein/ das fleußt von einem Bronnen/ da gehe wohl hinauf/ so kommstu zu einem Bruͤnlein/ darinnen findestu sehr gute Koͤrner/ Schwartze Koͤrner. und auch schwartze/ das Werck/ darinn sie liegen/ ist noch gantz. Idem. It. Wann du von Gerßdorff ausgehest/ und an das bemeldte Wasser kommest/ so gehe 1. oder 2. Steinwurff zur rechten Hand/ da stehet eine Thongruben/ darinn sind gute Koͤrner. Idem. Gute Koͤr- ner. Elsdorff liegt bald bey Ruspen/ das hat 2. Spitzen/ und am Weg/ so man Elsdorff. P p 2 nach Beschreibung des Fichtelbergs. nach Faͤrbersdorff gehet/ an dem Freybergischen Weg/ wann du von Ruspen nach Freyberg gehen wilst/ so laße den Weg in dem Dorff auff die lincke Hand liegen/ und so du zum Dorff hinaus kommest/ so nimm/ den Schlamm in dem Weg aus dem Gleiß/ und Goldkoͤrner im Wagen- Gleiß. sichere ihn/ so findestu in der Sicherung viel sehr reiche Gold-Koͤr- ner. Idem. Nicht weit davon ist ein Grund/ der heisset der Tieffenbach. Goldkoͤrner. Granaten. Schmalen-bach. Tieffenbach/ darinnen findet man viel Gold-Koͤrner und Granaten. id. Von dar frage nach Schmalenbach / einem Dorff/ daselbst wohnet ein Bauer/ Nahmens Valtin Land/ durch dessen Guth fleußt ein Was- ser aus dem Dorff/ zu Ende aussen auf der Wiesen am Ufer auf der Goldkoͤrner. Goldkieß oder Mar- casit. lincken Hand findet man sehr reiche Gold-Koͤrner/ ungefehr eines guten Steinwurffs von dem Zaun der Wiesen/ da ist ein Gang/ der fuͤhret Kieß/ als ein schoͤnes Gold/ d. i. Marcasit. Idem. Henichen. Henichen/ Ein Staͤdtlein zwey Meilen von Freyberg/ dabey liegt ein Dorff/ Waschwerck von Gold- Koͤrnern. heisset Machern/ allda ist ein Waschwerck von guten Koͤrnern und Gold/ liegt nicht weit von Ottendorff an der Waldeck/ da man durch den Wald gehet. Idem. Zella. Bey der Zella Blauer Schiffer u. gut Ertz. im Wald bey Sibeln und Noßn an der Mulda/ da liegt gutes Ertz/ und ein guter blauer Schieffer. Id. Ulrichsbeꝛg. Ein Dorff Ulrichsberg / unweit Ruspen gelegen/ da fleußt nicht weit vom Steig uͤber der Mulda ein Fluͤßlein in die Mulda/ Goldkoͤrner. Granaten. das fuͤhret viel Gold-Koͤrner und Granaten/ und unter dem Dorff ist ein Stollen/ darinnen bricht schoͤne Art/ und maͤchtig/ so man fuͤr Marcasit. Marcasit haͤlt. Idem. Eine Meile von Noßen unter Zella liegt Voitsdorff. Voitsdorff/ Marcasit. da ist ein herrlicher Marcasit, und zu Koͤnigswalda sind gute Ertz-Fluͤße. Fluͤße auf Ertz. Id. Nicht weit von Stahlfelden liegt Helmsdorff. Helmsdorff. Dieses Dorff gehoͤrt Hrn. Christoph von Carlwitzen / da liegt ein Guth Beschreibung des Fichtelbergs. Guth uͤber dem Wasser/ uͤber selb Guth siehe hinein/ so wirstu ei- nen spitzigen Berg sehen/ auf dessen Hoͤhe stehet ein Baum/ gehe gleich dem Berg zu/ dann in dem Grund des Bergs gegen der lincken Hand nach dem Morgen/ so findestu einen Apffel-Baum gantz gebogen/ ungefehr 12. Schritte vom Baum nach Mittag zu/ da findestu ein grosses Guth. Idem. Großes Guth. Darnach niederwarts nach dem Wasser hinter dem Stolpen Stolpen. nach der rechten Hand/ da fleußt ein Wasser im Grund herunter in die andere Baͤche/ gehe vom Wasser hinauf gegen den Berg/ Reiches Waschweꝛck. da liegt ein grosses sehr reiches Waschwerck. Idem. Hochwald. Hochwald. Wilstu zum weissen Grund gehen/ so frage nach Wolfersdorff/ gehe nach Schnackendorff biß zum Thalenstein/ dann gehet der Weg nach Rußdorff von Thalenstein auf die hohe Keule/ da ge- he auf die rechte Hand nach der Glaß-Huͤtte gegen der kleinen Huͤtten uͤber/ und gehe foͤrder durch ein Weidbruͤchig/ so finde- stu einen Wahlenstein/ darein ist ein Bischoff gehauen/ und viel andere Zeichen mehr. Von dar gehe nach der lincken Hand gegen Mittag ein halb Gewende/ so kommstu zu einem Grund/ der ist nicht lang/ in demselben siehestu einen Baum/ der hat Aeste wie ein Arm/ daselbst hat Antonius Walck groß Guth gefunden/ Großes Guth. davon sich wohl bey 300. Menschen erhalten koͤnten. Auch ste- het ein Baum etwan einen Armbrust-Schuß weit davon/ dabey liegt auch groß Guth begraben. Es stehet Mooß daneben/ wann man drauf gehet/ meinet man zu versincken. Das Mooß raͤu- me mit Haͤnden weg/ so findestu Sand einer halben Ellen tieff/ darunter liegen Goldhaltige Koͤrner als Erbsen groß. Der Grund Gold halti- ge Koͤrner. ist ungleich als ein Schiff/ und sagen etliche/ man muͤsse drey El- len tieff suchen/ so finde man viel Ertz/ dem nichts abgehe/ dann nur die Oberhaut. Bey dieser Gruben ist viel Gehoͤltz niederge- fallen/ und stehet eine Tanne dabey/ daran ist ein Creutz gehauen/ und gegen diesem Baum uͤber sind drey Steine auf einander ge- legt/ und auch ein solch ✠ drauf gehauen/ darunter ist die Gru- be vermacht. NB. Jch BASTIAN VERSO von Venedig be- NB. P p 3 kenne Beschreibung des Fichtelbergs. kenne hiemit vor jedermann/ daß ich bey dem Hoch- ( alias Holtz-) Walde beym Neustaͤdtlein in einem Dorff Neukirch an Bischoffs- Groß Guth und Gold-Ertz. werth gelegen in einer Pfuͤtze nicht weit von Ottendorff wohl mitten am Berge/ allwo eine Tanne stehet/ darein ich drey XXX. gehauen/ groß Guth und Gold-Ertz gefunden habe. Verso. Dreßnitz. Dreßnitz Silber-Ertz. Goldwaͤsche. bey der Brett-Muͤhlen ist ein Ertz-Zug/ der mehr dann halb Silber ist/ da haben wir auch gut Gold gewaschen und geschlem- met/ welches man noch am Gemerck sieht. idem. Arnsbach. Arnsbach eine Meile von Soda/ zwischen dem Vorschenstein/ und Ramerswalda/ daselbst gehe durch den nechsten Hoff unter der Kirchen/ und folge dem Rasen- Gold wie Arabisch. Weg nach/ der fuͤhrt dich an einen Fluß/ in welchem du schoͤne schwar- tze Koͤrner findest/ so das beste Gold halten gleich dem Arabischen. Wolcken- steinꝛc. Bey Wolckenstein und Rockerswalda liegt eine Glaß- Huͤtte/ daraus fliessen zwey Baͤchlein/ in welchen man gedie- Gold-Koͤr- ner. gene grosse und kleine Gold-Koͤrner findet/ die sich fletzen lassen. Idem. It. Ein Fluß gelegen/ wann man von Wolckenstein auf St. Anna-berg. St. Annaberg gehet/ und du mitten in das Dorff kommest/ so gehe darnach ei- ne Hoͤhe auf die lincke Hand einen guten Weg/ so wirstu an ein schwartzes Holtz kommen/ da verlasse die Strasse/ und gehe den Holtzweg/ so findestu vor dem Holtz eine Tanne allein bey einem Amethisten/ Granaten/ Gold-Koͤr- ner. Haselstrauch stehen/ gehe gleich dabey weg auf eine Viertel Meil lang/ so kommstu an einen Fluß/ der fuͤhret Amethisten und Granaten/ auch Koͤrner wie Eisenstein/ die halten gar reichlich gut Gold. Idem. Muͤllnau.Talck. Zu Muͤllnau/ eine Meile von Wolckenstein/ da bricht ein reiner Talck / dessen hat der Chur-Fuͤrst von Sachsen zwey Fuder nach Dreßden fuͤh- ren lassen An. 1584. Idem. Osterlitz. Zu Osterlitz/ einem Staͤdtlein von der Sitta eine Meil gelegen/ da ist ein langer Beschreibung des Fichtelbergs. langer Berg mit Gold-Talck/ sieht braun aus/ und fuͤhret weis- Gold-Talck. se Granaten. Es ist einer da/ heisset der schwartze Georg/ der kans Weisse Gra- naten. einem weisen. Idem. Bey Frauenstein Fꝛauenstein. ist ein Fluß gelegen/ zwey Meiln etwan von Soda bey einem Ge- richt/ da findestu zwey Wege/ einen zur Rechten/ den andern zur Lincken/ da gehe den Rasen-Weg fort/ derselbe fuͤhret dich an einen Steig/ dem folge nach/ so kommstu an das Wasstr Grimnitz/ gehe daran zur Rechten wohl hinauf/ so kommstu an einen alten Gra- ben/ da ehedessen eine Muͤhle gestanden/ folge demselben aber- mahl nach/ so kommstu an einen Forellen-Bach/ der fuͤhret Koͤr- Gold-Koͤr- ner. ner/ die sind wie natuͤrlich Gold/ und habe ich Hieronymus Wei- gard Hauß und Hoff darvon erbauet. Weigard/ Verso. NB. Wann die Koͤrner naß sind/ sehen sie schwaͤrtzlich aus. Gehe von dar weiter die Grimnitz hinabwaͤrts/ biß du zu einem Steig kommest/ gehe aber nicht druͤber/ sondern den Weg/ der da das Holtz herabgehet/ so kommstu wieder an einen Fluß/ dem folge nach/ so kommstu an ein Bruͤchig/ wasche dar/ so findestu schwartze Koͤrner/ die man nicht gnugsam ihres Nutzens we- Schwartze Koͤrner. gen verloben kan. Verso, Weigard. Lengenfeld. Lengenfeld. Bey dem Stahler gehe in dem Bach nach dem andern Berg zu/ so fin- destu Gold-Koͤrner/ die sich fletschen lassen/ man findet auch Gold in Gold-Koͤr- nerꝛc. etlichen Bronnen da herumb. Weigard / Verso. Gera. Weida. Gera/ Wei- da. Hinter dem Wald nechst dem grossen Loch ist ein Grund/ und da- rinnen eine Fichte ausgehauen/ und eine Marter-Seule dran/ auch ein Bronnen dabey/ fuͤr demselben ist eine Grube von reichem Gold- Gold-Ertz. Ertz. Weigard / Verso. Zwischen Gera und Weida liegt ein Grund/ daselbst ist ein Fluß/ die Lippsen genannt/ darinnen findet man viel Gold/ Gold/ Sil- ber-Gang. und ist ein guter Silber-Gang dabey. Iidem, Anonymus nennet den Fluß Grundlerbach. Umb Beschreibung des Fichtelbergs. Weyda. Umb Weyda Koͤrner im Schieffer. im Voigtland/ nicht weit von Elsterberg im Teufelsgraben/ findet man auch Koͤrner im Schiefer. Umb Pegau. Pegau sind ihrer auch. Teinitz. Teinitz gegen Pegau zu/ gehe in den Stangenberg/ und zu dem Bron- nen der Todtenkopff/ der fleußt gegen Westen/ gehe uͤber den Bron- nen zu einem spitzigen Felß/ da ist eine Buche/ woran ist ☉. und ☽. ge- hauen/ und unter dem Felßen vorn ist ein Loch eines Knies tieff/ Gold im weissen Qvartz. findestu 2. Geschuͤcke/ zur Rechten ist Gold in einen weissen Qvartz/ zur Lincken Wißmuth und Z. Anonymus. Suhl. Bey Suhl/ Haͤrlein Gold. im Henneberger Land/ findet man Haͤrlein Gold. Id. Leutenberg. Leutemberg im Schwartzburgischen/ in dieser Gegend sind nicht nur schoͤ- Kupffer- Ertz. ne reiche Kupffer-Ertz/ sondern auch unterschiedliche Anzei- Gold-Ertz. gungen von Gold-Ertzen hin und wieder zu finden/ wovon der Fluß die Schwartza genannt vermuthlich sein Gold empfaͤnget. Verso, Weigard. Unter dem Graffen von Schwartzburg am Tiffhusersberg soll ein Stollen oder alte Binge seyn in einem Eychen-Wald/ da soll gut Ertz seyn weggetragen worden/ ist auch geschehen von langen Barthel in Sangerhausen. Anonymus. Jngleichen Kiffhaͤusersberg bey Kaͤlbern/ darein Kaͤyser Hein- rich gezogen. Id. Georgthal. Georgthal. Niclas Gutsch zu Georgthal ein Bauer zu Greiffenheu/ gehe zum Wald zu die Steuer/ da wird vor dem Wald-Holtz eine Haasel-Staudten stehen/ wann man in das Holtz kommet/ wird ein Bach von einem Bronnen fliessen/ der Bronnen ist mit Mooß Gediegene Silber-Koͤr- ner. verdeckt/ darinnen sind gediegene Silber-Koͤrner/ darinnen ist ein eisern Drath-Sieb gesetzt. Der Mann hat Hanß Eckart ge- heissen zu Greiffenhahn/ im Dorff koͤnnen ihn die Leute noch/ der hat die Koͤrner gewaschen. idem. Auf Beschreibung des Fichtelbergs. Auf St. Georgenberg St. Geor- genberg. zum Stein findet man viel und gute Crystallen. Idem. Crystallen. Blauenstein. Blauenstein. Bey dem Asch- oder Maͤusebronnen am Saalberge ist ein Bron- nen/ ob der Heren Stipfel/ in dem Bronnen ist ein guter Gold- Gold-Gang weiß Ertz. Gang/ groß als ein weiß Gold-Ertz/ das ist einem Staub gleich/ das brenne in einem neuen Topff/ und sichere es/ so findestu gediegen Gold. Idem. Verso sagt/ das Ertz sehe aus als ein fauler Baum/ und nennet den Bronnen Mustbrunnen. Unter denen Herren Reußen von Graͤtz Graͤtz. ist uͤberall gut Gold-Seiffen/ absonderlich aber an diesen Orten ge- Gold-Seif- fen. wiß. NB. Zwischen Graͤtz und Reichenbach bey der Pferd- Reichenbach Schwemme nach dem Waffen-Hammer zu/ den Fluß hinaufwarts findestu reiche Goldgeschiebe/ ungefehr gegen der rechten Hand/ und da suche mit der Ruthen/ der Gang wird nicht weit mehr seyn/ dieses wird wohl auf des untern Herrn Herrschafft seyn o- der kommen. Idem. Item bey dem alten Waffen-Hammer in demselben Fluß auf- Gold-Flam- men. warts/ da giebt es Gold-Flammen/ und im Fluß hat es Forellen. Id. Uber Graͤtz bey Elsterberg findet man grosse Stuͤcke Gold. Elsterberg. Idem. Gold-Stuͤ- cker. Nicht weit von der Papier-Muͤhlen/ da die Pleiße in die El- 2. Goldgaͤn- ge. ster faͤllet/ kommen die 2. Gold-Gaͤnge zusammen/ da wasche. Id. Bey der Schaͤferey giebt es auch Gold-Flammen. Id. Gold-Flam- men. Der reichste Gold-Gang soll seyn auf dem Berg uͤber der Goldgang. Elster gegen Osten auf der lincken Hand. Id. Gold-Waͤ- sche. It. Jn der Zwiesel am Meuß ist Gold zu waschen. Id. Zu Lebmauer Lebmauer. gehen 2. Fluͤßlein/ da im Busch steht ein Felß rechter Hand/ haue die Steine heraus/ sie sind gediegen Gold/ neben dem Felß hin- Gediegen Gold. auf habe ich den Fluß gefunden. Id. Zu Saalburg Saalburg. ist ein Hammer/ Ellingerstein/ da findestu Rubinen. Id. Rubinen. Q q Zu Beschreibung des Fichtelbergs. Schlaitz. Antimonii- Ertz. Zu Schlaitz liegt gut Gold-Ertz oder vielmehr Antimonii Ertz. Id. Wann man von Schlaitz ausgehet nach Hoff/ ist ein Schacht auf der rechten Hand/ ist etliche Lachter tieff im Grund/ der Gang ist eines Brets maͤchtig. Idem. Gold-Seif- fen. It. Zu Schlaitz auff dem Schweinberg/ findet man Gold- Seiffen. Id. Wann du schoͤne Perlen haben wilst/ frage nach einem Elster. Staͤdtlein im Voigtland/ heisset Elster / eine Viertel Meil davon liegt ein altes Schloß/ Stein genannt/ das lasse auf der rechten Hand liegen/ gehe den Felß und Grund hinunter/ so siehestu eine grosse Buchen/ da ist ein Morast/ daß man meinet zu versincken/ die Gold und schoͤne Per- len. Grub ist laͤnglicht wie ein Schiff/ und mit Moos vermachet/ an- derthalb Lacht. tieff/ da findestu Gold und schoͤne Perlen. Id. Frage nach einem Dorff Schnecken-gruͤn. Schneckengruͤn/ im Dorff liegt ein Huͤbel/ heisset der Scheberling/ auf der Seiten Granaten/ Edelgestei- ne/ Gold. stehen etliche Bircken/ dabey findestu Granaten/ und andere Edelge- steine/ auf dem Ufer aber Gold. Idem. Blancken-burg. Zu Blanckenburg/ ein Dorff zwischen Saalfeld und Hoff/ ist gewiß ein reich Gold- Reich Gold- Ertz. Ertz. Idem. Hof. Zu Hof frage nach dem Pfaffen-Teich/ da streicht ein gelber Letten-Gang uͤber den Weg/ und auch uͤber den Bach/ diesen Letten sichere/ und Braune Gold-Koͤr- ner. truͤcke ihn wohl/ daß er im Wasser hinweg gehet/ so findestu brau- ne Koͤrner/ die sind gut Gold. Carnero, Schott. Gefreß. Zu Gefreß frage nach Metzgerreuth / da kommstu zu einem Grund und Berg/ Eulenberg genannt/ und der Grund hebt sich an bey dem Schloß Gruͤnstein/ Mancherley sehr gute Ertze. darinnen findestu viel Bronnen/ Fluͤße und Qvellen/ darinnen sind mancherley sehr gute Ertze. Carnero, Schott. Zu Beschreibung des Fichtelbergs. Zu Waldenfelß/ Waldenfelß eine Meile von Cronach / im Bißthum Bamberg / gehe an das Wasser zu Thal an die lincke Hand/ da findestu ein kleines Huͤrtlein/ (Heckelein/) da hacke hinein/ so findestu Marcasit en. Der unbe- Marcasit en. nannte Venediger sub dato 1301. Zwischen Miles und Lutiz in Boͤhmen Miles und Lutiz. NB. (andere schreiben gantz corrupt, Mois und Lobat; andere Wuscheim und Labancken; wieder andere Mois und Labis /) fleußt ein Fluß an einem Kirsch-Baum vorbey/ daherumb suche eine verborgene Hurte/ daherum suche eine verborgene Arbeit/ da ist ein Loch/ raͤume eines Mannes tieff auff/ so findestu einen herr- Reicher Goldgang. lichen gediegenen Gold-Gang. Das Zeichen am Kirsch-Baum soll einer Pflug-Schaar gleich seyn. Verso, Weigard, Anonymus, der unbenannte Venediger. Daselbst hat man im freyen Feld aus- geschmeltzt/ Koͤrner und Schlacken liegen in einem tieffen Loch. Zwischen besagten beeden Oertern soll eine grosse Linden ste- hen/ daran sey an einem Ast ein Lamm oder Stern geschnitten/ ei- ne Ackerlaͤnge davon stehe ein kleines Lindlein/ darunter solle man Gold-Gang gewaltig. die Wurtzel umbraͤumen/ so finde man einen gewaltigen Goldgang. Anonymus. Zwischen beeden Oertern soll man in das Holtz zur rechten Hand gehen auf 3. Ackerlaͤnge/ so komme man zu einem Felß/ der steht gegen Westen/ an demselben sey eine Pflug-Schaar gehauen/ daselbst ist ein Loch/ wie ein Keller/ darinnen ist Ertz/ das schmel- tze/ es ist gut Gold/ uͤber dem Loch ist eine Buche gestimmelt mit 7. Gold-Ertz. Aesten. Zu Speingenberg im Dorff stehet die Linde eines Buͤchsen- Schußes weit. Idem. Lobandt eine Meilwegs von Frauenberg am Boͤhmer Wald Lobandt. nahe dabey/ wann man ins Holtz gehen will/ siehe dich umb nach ei- ner grossen Fichten/ darinnen ist geschnitten ☉. und ☽. dabey ist ein Loch mit Reißlein verdeckt/ daruͤber ist ein Stein sehr tieff hinun- ter/ darinnen findestu Gold-Koͤrner/ und sind die Steine lauter Gold-Koͤr- ner. Gold/ so groß als die Rohr-Kugeln. Der unbenannte Venedi- ger/ sub dat. 1301. Gehe allda in das Holtz zur rechten Hand/ so findestn 2. Fel- Q q 2 sen Beschreibung des Fichtelbergs. sen wie einen Back-Ofen/ darinnen ist ein Drutten- oder Kroͤtten- Fuß gehauen/ und darunter noch ein Endten-Fuß am Stein/ den raͤume weg/ so findestu ein herrlich Gold-Ertz/ sehr reich von Halt/ Gediegen Gold-Ertz. und fast gediegen/ und vor dem Loch ist eine gestimmelte Buchen mit 7. Aesten. Verso. Anonymus schreibt/ es sey gantz gewiß/ darin- nen ist Peter Schneider gewesen. Falckenau. Zu Falckenau ist auch eine Grube/ da findestu 2. Bronnen ober der Cantelorin/ Gold. da findestu Gold. Anonymus. Albenreuth. Frage nach Albenreuth/ darnach nach Ulrichsgruͤn/ alsdann ans Dorff Mayngruͤn/ dann an den Dillenberg. Dillenberg/ darauf siehe dich umb nach einem Stein/ daran ist gehauen ein Creutz und ein Ochsenkopff/ nahe dabey ist ein Loch/ darinnen ist gut Edelgesteine Edelgestein. Der unbenannte Venetianer. Am Dillenberg bey der dicken Tannen oder Fichten/ daran diese Zeichen geschnitten sind/ △. ✠. ☽. da ist ein Loch gleich hin- Rubinen/ Topaster/ u. Hiacyuthen. ein/ da findestu gute Rubinen/ Topasier und Hiacynthen. Idem. Auf dem Dillenberg findestu 2. oder 3. Platten/ Bloͤßen oder Plaͤtze/ auf dem ersten findestu einen Bronnen/ dabey stehet eine Buchen/ daran ist eine Hand geschnitten/ in diesem Bronnen findest Diamanten/ Amethisten/ Smaꝛagden/ Lasur/ Gra- naten. du Edelgesteine/ als Diamanten/ Amethisten/ Smaragden/ Topa- sen/ Lasur/ und Granaten. Darnach gehe auf die andere Platten/ so wirstu eine duͤrre Bircken ( alias 1. oder 3. Bircken) finden/ die ste- het neben einem Felßen/ darein ist ein Osterlaͤmmlein ( alias ein Huͤnd- lein) gehauen/ darunter raͤume das Moos gar wohl hinweg/ so findestu ein Loch/ und darinnen ein sehr reichen herrlichen Gold- Arabisch Gold. Gang/ so gut als Arabisch Gold. Die Granaten seynd auch sehr gut. NB. Allda hat des Hirten Michels Sohn zu Friebes gewa- schen. Anonymus, Grundelli, Guͤzdel. NB. Den Bronnen weiß ich/ der liegt an einem Weg/ und man siehet/ was vor große Arbeit man dabey gethan/ und gehoͤrt der Dillenberg selbigen Orts gen Koͤnigswerth/ man ist deswegen nicht wohl sicher allda. Die andere Platten muß noch besser gegen Orient Beschreibung des Fichtelbergs. Orient von dem Bronnen herfuͤr gegen dem alten Wasser zu lie- gen/ da muß man den Stein oder Felß mit Fleiß suchen. NB. Her- nach bey dem Dillenberg wird des dritten Orts auch gedacht/ und stehen 2. Fluͤßlein gegen Westen/ die bey der Reichel-Muͤhl hinaus kommen/ ich habe aber das Zeichen am Felßen nicht finden koͤnnen/ weilen aber etliche Wahlen-Buͤcher von Orient sagen/ so weiß ich/ daß ein starckes Wasser vom Dillenberg kommet gegen Orient/ hinter dem alten Wasser gegen dem Wald zu/ daran Gruben lie- gen/ ob es nun dasselbe seyn mag/ oder ob der Wasser auch 2. sind/ weiß ich nicht. Diese Waͤlder gehoͤren meistentheils nach Koͤnigs- werth. NB. Wann man diesem Wasser am Dillenberg biß zum Ursprung nachgienge/ und versuchte die Waͤschwercke/ solte man wohl allda etwas ausrichten. Dann dieses Gebuͤrg und Wald ist wohl Metallisch. Dann der Hochelstein ist des Dillenbergs hin- terer Theil/ und duͤrffte man noch bessere Gelegenheit antreffen/ als man meynen moͤchte. Vom Hochelstein besiehe oben bey Wald- saßen / pag. 287. seqq. Am Dillenberg von Eger 2. Meilen gegen Orient kommstu zu 2. Fluͤßlein/ folge dem zur Lincken nach/ so kommstu zu einem gros- sen Felßen/ an dem Felß ist ein Pilgrams-Staab eingehauen/ dar- unter raͤume hinweg/ da findestu eine Hurt oder Pfort wie eine Thuͤr/ darein magstu kommen am St. Johannis-Tag/ zu fruͤhe von 6. biß 9. Uhr/ dann NB. sie thut sich selbsten auf/ und wann du einen NB. Gewaltig gut und viel Gold. goͤldenen Schein siehest in Gestalt eines Creutzes/ so gehe nur keck hinein/ und laße dich nichts irren/ du findest da ein gewaltig Guth/ und uͤber die maßen viel Gold/ wie dein Hertz begehret. NB. Jn einer andern Schrifft stehet diese Gelegenheit gegen Occident/ vielleicht ist es/ wann der Reisende gegen Orient gehet/ so steht der Felß ihm entgegen. Oder so er von Occident kommet/ so stehet er ihm auch entgegen. Gratianus Grundelli ist mit einem seiner Gesellen gluͤcklich hineinkommen/ hat aber wenig Gutes mit herausgebracht: Ursach/ man hat daselbst fleißigs Aufsehen/ und ist NB. hart bestellet/ darum allein GOttes Gnade zu erbitten/ und zu ge- warten ist. Grundelli, Guͤzdel / Anonymus. Oben auf dem Dillenberg ist eine Buchen/ daran stehen zwey Q q 3 Stern Beschreibung des Fichtelbergs. Stern/ einer gegen Mittag/ der andere gegen Abend/ der Buchen ist ein Ast abgehauen/ daran in auch ein Stern/ daselbst thue 3. oder 4. Schritte gegen Abend/ stoße mit den Fuͤßen auf die Erden/ so thoͤ- Gediegen Gold. net es/ als ob es hohl waͤre/ da grabe hinein/ da findestu gediegen Gold. Guͤzdel. Gold-Waͤ- sche. Unter Albenreuth ist eine gute Goldwaͤsche/ und Seuffen- Werck. Da haben die Friebeser Bergleute Gold gewaschen/ sind bey einem Schuster zu Albenreuth im Qvartier gelegen. Anonymus. Bernau. Zu Bernau/ eine Meile von Dirschenreuth frage nach der Kandel zu Reichen- bach / (Aichenbach oder Wiedersbach alias ) in dem Garten fin- destu 2. Broͤnnlein zusammen fließen/ dazwischen raͤume den Wasen Gold-Koͤr- ner. auf/ ehe sie zusammen stoßen/ so findestu gediegene Gold-Koͤrner. Grundelli. Sonsten: Zu Bernau frage nach der Cantelorin Bach in der Eichen/ da findestu zwey Bronnen zwischen dem Fluͤßlein/ ehe sie zusammen Gold-Zapf- fen. kommen/ so findestu Gold als die Roͤhren und Eißzapffen. Da- bey liegt ein Dorff/ heisset Rothenbach. Anonymus. Von Bernau frage in die Hancken in dem Reichenbach/ da findestu 2. Baͤche/ zwischen den zweyen/ ehe sie zusammen kommen/ Gediegen Gold. raͤume hinweg/ so findestu gediegen Gold als die Zwetscken. Idem. Eine Viertel Meile von Mittler- teich.Silber-Ertz. Mittlerteich/ auf einer Wiesen/ findet man gut Silber-Ertz. Item im Loͤffels- baͤchlein und im Natterbronnen giebt es gut Waschwerck. Diese Reichs- Forst.ꝛc. liegen hinter dem kleinen Buͤchelberg im Reichenfoͤrster Wald. Grundelli, Guͤzdel. Klein Stei- nig. Bey Unterteich liegt ein Dorff Kleinen Steinig / und bey dem Dorff nicht weit von dem Bronnen in der Hagenreuth soll Gut Wasch- werck. gut Waschwerck seyn/ nicht weit davon ist der Silberbronn/ darin- nen sollen auch Waschwerck seyn. Die Hofwiesen ist auch bey kleinen Steinig/ da sind auch viel Wasch-Bronnen. Iidem. Hagenreuth Jn der Hagenreuth sind 3. Felßen/ nicht weit von dem Bronnen/ ob es etwan die 3. Felsen im Mieß- oder Maͤuseholtz waͤren: Die Harckgruben ist in dem Schee- Beschreibung des Fichtelbergs. Scheeserbaͤchlein/ da muß man fleißig darnach suchen/ und in der Gruben sollen gruͤne Steine seyn/ etwan Smaragd oder Tuͤrckis. Smaragd. Tuͤrckis. Der Haspelbronn ist bey Kern/ auf einer Wiesen oder Beunden. Grundelli, Guͤzdel. Zwey Meilen von Eger / wann man will nach Rabiz oder Eger. Seissẽ. Redwitz Redwitz. gehen/ ist ein Dorff/ heisset Seißen / in demselben bey der Muͤhl bricht ein schoͤner Gold-Gang oder Talck/ je mehr man ihn roͤstet/ Gold-Talck. und waͤschet/ je schoͤner er wird. Anonymus. Vom Hartz. Elbingrode/ Vom Hartz. Elbingꝛode. so am Hartz liegt/ da frage nach einem Berg/ der heisset Mor- genland/ Morgenbrodsberg / oder Georgenberg / und gehe im tieffen Grund/ das Wasser hinaufwarts/ dieser Ort liegt 5. Vier- tel Meilen von Ratteburg/ so findestu 2. Stein-Klippen/ an deren einen ist ein Moͤnch oder Schuch gehauen/ daselbst ist ein Stollen von gediegenem Gold-Ertz. Dessen ein Pfund gilt gern 112. fl. Gediegen Gold-Ertz. Davon einsten ein Welscher Noth und Zehrung halber zu Nuͤrm- berg 1. Pfund vor 106. fl. verkaufft. Der Stollen ist mit einer Hurt verdeckt/ darum muß man ihn fleißig suchen und raͤumen. Dar- nach gehe weiter am Wasser hinaufwerts/ so findestu wieder zwey Steinklippen/ und 2. Moͤnche dran gehauen; einer weiset dir mit einem Finger einen Platz an/ da du gediegene Gold-Koͤrner findest. Gediegene Goldkoͤrner. Noch besser hinaufwerts ist ein gestimmelter Baum/ dabey ist ein Steinhauffen/ den thue weg/ so findestu einen Stein mit einem Ring/ den hebe auf/ und suche/ du findest einen Fuͤrstlichen Schatz/ Fuͤrstlicher Schatz. gilt das Pfund gleich den beeden vorigen 112. fl. Zwey Anonymi. Hinter der Hartzburg Hartzburg. in dem langen Thal stehen drey Tannen am Weg/ darunter ist Gold-Waͤ- sche. ein Loch/ worinnen eine sehr gute und reiche Gold-Waͤsche ist. Iidem. Wann man von Wernigeroda Wernigero- da/ Baͤhꝛenbeꝛg. gen Baͤhrenberg gehet/ so kommet man vor zwey Sege-Muͤh- len/ daselbst stehet eine Buche/ die ist abgestimmelt/ lehne dich mit Beschreibung des Fichtelbergs. Schwartze Gold und Silberhaff- te Kohlen Ertze. mit dem Ruͤcken daran/ und siehe gegen Abend/ so wirstu 4. oder 5. Schritte von dem Baum ein Loch finden/ darinnen schwartze Kohlen Ertze/ welche Gold und Silber halten/ sind. Es soll auch ein gelber Laimen drinnen seyn/ der Gold haͤlt. Etliche mei- Goldhalti- ger gelber Laimen. nen/ dieser Laimen liege an der Ader. it. gehe von Wernigeroda nach dem grossen Brocksberge / nach dem GrosserBrocksberg. Klosterberg nach Triebenack / halte dich auf die rechte Hand des Brockens Klosterberg. gegen das Thal/ so findestu an einem Baum diese Zeichen B. 7. geschnitten/ drey Schritte davon ist das Guth mit Bohlen be- Gold und Silber. deckt/ siehet wie Weitzen-Kleyen/ und ist Gold und Silber. Anonymus. Ecker. Jlse- burg. Jn der Ecker bey Jlseburg ist ein Loch in dem Branden- berg/ worinnen viel Gutes steckt/ wers findet/ hat sein lebtag ge- Viel Guts. nug. Anonymus. Gehe hinter dem Brockenberg auf die alte Strasse nach dem Morgenbrodsthal zu/ in demselben gehe hin/ biß du wieder an zwey andere Thaͤler kommest/ deren 1. zur Rechten/ das 2. zur Lincken liegt/ bleibe aber im mittelsten/ biß du an einen gros- sen Stein kommest/ zum selben gehe/ und siehe dich umb/ so wir- stu daran eingehauen finden einen Moͤnch mit einer Keilhauen auf dem Ruͤcken/ derselben Spitzen nach gehe den Berg hinauf/ so findestu eine Saalweide/ und nahe dabey ein Loch mit Wellen oder Reisig und Rasen belegt/ die hebe auf/ und suche darinnen/ Gute Koͤr- ner. so findestu Koͤrner/ die sich bletzen lassen/ und sehr gut sind/ die andern aber taugen nichts. Idem. An eben selbem Ort ist auch ein Moͤnch am Wasser in Stein gehauen/ gehe am Wasser hinan/ siehe dich umb/ so findestu einen Ahorn einer Kertzen gleich drey aus einem Stamm/ daselbst sind auf einer Wiesen drey Loͤcher/ als wann sie von Schweinen gewuͤhlet waͤren/ allda findet man Gute Koͤr- ner. Koͤrner/ die sich breit schlagen lassen; ein Pfund gilt 20. Guͤlden. Idem. Kahlen Koͤ-nigsberg. Am Kahlen Koͤnigsberg/ Baͤhꝛenbeꝛg. Gediegen Gold. wie auch nahe am Baͤhrenberg sind auch verdeckte Gruben/ wo- rinnen grosses Guth an gediegenem Gold enthalten/ woruͤber man- cher Beschreibung des Fichtelbergs. cher hingehet/ und es nicht weiß. Bey dem Koͤnigsberg recht Reiches Gold Ertz wie Baͤhren- dreck. gegen Suͤden ist ein Morast/ da ist Zeug innen wie Baͤhren- Dreck/ und ist eine Horde druͤber gelegt/ welche wieder mit Mooß/ und Rasen bedeckt ist. Ein Pfund haͤlt 6. Loth Gold. Idem. Bey dem neuen Schloß stehet ein Mahlstein/ woran das Neues Schloß. Regen- und Hohensteinische Wappen gehauen. Zwischen diesem Mahlstein und dem Schloß liegt ein unterhohlter Huͤgel/ darin- Himmel- blau Silber- Ertz. nen ist Himmelblau Ertz/ das gut Silber haͤlt. Idem. Wann du von Ellrich Ellrich. auf die alte Eisen-Huͤtten gehest/ da liegt unter der Glaß-Huͤtten eine Bruͤcke/ daruͤber kommstu in Hartz/ gehe allda fort/ so wirstu ein altes verwachsenes Mauerwerck finden/ davon halte dich zur lincken Hand/ etwan 2. Ackerbreit/ so kommstu zu einer Stein- Klippen/ an derselben gehe hin/ u. s. f. biß du fuͤr 9. Stein-Klippen fuͤruͤber bist/ dann lehne dich an die Letztere/ und siehe zur lincken Hand/ so wirstu etwan 3. Acker breit davon wieder eine Stein- Klippen sehen/ da gehe hinein/ so findestu eine Fichten/ die mit Reißig zugedeckt ist/ darunter ist ein Loch/ worinnen gediegen Gold Gediegen Gold. ist. Idem. Gehe von dar gegen Mitternacht in das Morgenbrods- Morgen- brodsthal. Thal / da sind 2. Moͤnche an einem Stein ausgehauen/ der eine weiset mit der Keilhauen auf ein Loch hart oder nahe am Wasser an einer Saal-Weiden/ das ist mit Steinen versetzt/ darunter sind Koͤrner/ die sich fletschen laßen. 1. Pfund derselben gilt 40. fl. Die sich aber nicht breit schlagen laßen/ sondern zerspringen/ gelten nur 20. fl. Darnach ist ein Wiesen-Platz/ darinnen sind auch Loͤcher/ worinn Koͤrner/ so sich breit schlagen lassen. Ferner wirstu ei- nen Stein finden/ daran ein Ring gehauen/ daran lehne dich mit dem Ruͤcken/ so siehestu etliche Schritte davon einen andern Stein mit Moos bewachsen/ hebe ihn auf/ so findestu im Suchen Koͤrner/ Reiche Koͤr- ner. die sehr gut und reich. 1. Pfund a 20. oder 30. fl. Idem. Gehe von Ellrich aus nach dem Kleinen Brocken / unter- Kleiner Brocken. Suppen- thal. wegs mustu durch ein Thal das Suppenthal genannt/ da fin- destu ein Brust-Bild einem Moͤnch gleich in Stein gehauen/ das R r weiset Beschreibung des Fichtelbergs. weiset mit 2. Fingern/ und wo es hinweiset/ da lehne dich mit dem Ruͤcken an/ so wirstu an einem Stamm einen Schluͤßel einge- schnitten erblicken/ daran lehne dich abermahl mit dem Ruͤcken/ und Gediegene Silber- Koͤrner. siehe dich umb/ so wirstu 2. Saalweyden-Buͤsche sehen/ da schlage ein/ und suche/ so wirstu gediegene Silber-Koͤrner/ die sich flet- schen lassen finden. Von diesem Brust-Bild gehe weiter auf- Schwartze Schlufft. werts nach der Schwartzen Schlufft / halte dich zur Lincken/ und habe gute Acht/ so wirstu ein Bruͤnnlein/ so ein Stroͤhmlein von sich giebt/ finden/ schoͤpffe es aus/ und suche den Sand durch/ so Gediegene Gold-Koͤr- ner. findestu gediegene Gold-Koͤrner groͤßer als Erbsen: so Schlamm dabey/ so wasche sie durch ein Sieb oder groben leinen Sack/ so kan man sie erkennen. Gehe noch weiter aufwerts in der schwar- tzen Schlufft/ so kommstu zu 3. Eichen/ so etwan Klaffter weit von einander/ dazwischen sind Loͤcher/ wie von Schweinen gewuͤhlet/ Gediegene Silber-Koͤr- ner. und ist Wasser darinnen/ das gieße aus/ so findestu gediegene Silber- Koͤrner. Nicht weit von diesen Eichen liegt ein kleiner Wiesen- Platz/ in demselben ist ein Loch mit einer Horden und Rasen bedeckt/ Silber- Gang. das raͤume ab/ und oͤffne es/ so findestu einen guten Silber-Gang/ und dabey Schlegel und Setz-Eisen/ damit schlage ab/ was du wilst. NB. Wann du nun genug hast/ so lege das Zeug wieder hinein/ wie du es gefunden hast/ must aber ohne Betrug damit handeln/ sonsten hastu kein Gluͤck dabey. Aus der schwartzen Schlufft gehe ferner uͤber den kleinen Brocken/ so kommstu an einen breiten gantz waͤß- Gediegene Gold-Koͤr- ner. richten Sumpff/ darinnen findestu gediegene Gold-Koͤrner/ reinige sie vom Schlamm durch ein weites Haartuch. Von hier gehe auf den Grossen Brocken und daruͤber hin/ dann halte dich lincker Hand/ so siehestu ein altes Gemaͤuer etwan einer Capellen/ da gehe hin- ein und gleich fuͤr dich den Berg hinunter/ so kommestu an drey zusammenstossende Thale/ daselbst faͤllet ein Wasser den Berg herab/ das heisset die Neue/ an demselben gehe hinauf/ so kom- mestu an zwey grausam hohe Klippen/ dabey faͤllet das Wasser mit grossem rauschen herab/ wann du nun hindurch kommest/ so ge- he einen Buͤchsen-Schuß an dem Wasser hinauf/ da wirstu drey kleine Fluͤßlein auf der lincken Hand dir entgegen lauffend antref- fen/ Beschreibung des Fichtelbergs. fen/ daruͤber gehe hin/ und gleich fuͤr dich fort/ da wirstu eines grossen Steins gewahr/ woran ein ✠ gehauen/ lege dich mit dem Ruͤcken daran/ und siehe gleich fuͤr dich weg/ so wirstu kurtz fuͤr dir an demselben Berg eine Horde von Fichten-Holtz zusammen ge- flochten gewahr werden/ hebe sie auf/ so findestu ein Loch darunter/ und einen gediegenen Gold-Gang darinnen/ dabey Keilhauen/ Faͤu- Gediegener Gold-Gang. stel/ und Setz-Eisen liegen/ schlage nach Nothdurfft davon ab/ und lege das Werckzeug fein wieder dazu hinein/ damit es andere auch gebrauchen koͤnnen/ dann es ist dessen genug allda zu bekommen/ daß sich auch ein gantzes Land davon erhalten koͤnte/ wann man ohne Betrug damit umbgehet. NB. Idem. Bey dieser Gruben ist Anno 1620. ein Venetianer ertappt NB. worden/ welcher bekennet/ daß er 11. mahl dabey gewesen/ und alle- mahl fuͤr 1400. fl. werth weggetragen/ wolte aber nun nicht mehr kommen. Diese Nachricht ist gewiß/ und Anno 1625. von einem erfahren worden/ welcher vielleicht auch einen Nutzen davon ge- tragen. Von der Neustadt nach dem Schieferberg Neustadt/ Schiefer- berg. kommet man 1) an ein Wasser/ Kolbe genannt/ davon gehe uͤber die Aecker ein wenig unter der alten Mauer/ und von dar ferner uͤber das weiße Wasser/ darnach gleich aufwerts nach dem Schie- ferberg findestu auswendig schwartze/ inwendig aber weiße und ge- diegene Silber-Koͤrner/ und ist allda ein großes Guth obhanden/ Gediegene Silber- Koͤrner. so nach abgeschlagenem Schiefer/ Nester weiß gefunden wird. Von der Neuenstadt nach dem Nabenthal in dem Morgenbrods-Thal/ Nabenthal. so bald auf voriges folgt/ bey der Steilen Wand ist NB. der Ve- Venediger Gold- Grube. netianer Gold-Grube/ die einer lange Jahre im Gebrauch gehabt/ und groß Gut erlanget/ gewiß ists/ daß 1. Pfund Ertz 100. fl. gilt/ ein wenig von selbem Ort rechter Hand aufwerts ist auch ein gu- Silber-Ertz. ter Gang von Silber-Ertz/ so auch gebraucht worden. NB. Bey NB. diesen beeden Orten fließt ein Waͤsserlein/ das kalte Wasser ge- Kaltes Was- ser. nannt zur lincken Hand der beeden Gaͤnge. Der Silber-Gang ist oben am Berg; der Gold-Gang aber unten am Thal. Idem. R r 2 NB. Beschreibung des Fichtelbergs. Historie. NB. Vielleicht ist dieses eben dasjenige kalte Wasser/ wovon Herr Joh. Heinrich Seyfried in seiner Medulla mir abilium Na- turæ p. m. 396. vom grossen Brocksberg erzehlet/ daß allhier ein ge- wisser Doctor Medicinæ aus einem Bronnen trincken wolte/ aber die unleidliche Kaͤlte des Wassers liesse ihm solches nicht zu/ weß- wegen er den Arm tieff unter den Felßen/ wo das Wasser heraus floße/ gestoßen/ die Kaͤlte besser zu erkundigen/ da rolleten ihm Koͤr- ner fein Silber als Erbsen in die Hand/ deren er nach und nach bey einer Untze gesammlet. Auerberg. Auerberg oder Uhrberg/ Gold-Ertz. eine Meile uͤber Stollberg/ hat viel Gold-Ertz/ und ist vor vielen Jahren allda gewaschen worden/ daher allda noch ein Ort die Waͤ- sche genennet wird. Uber dem Wasser stehet ein abgehauener Gediegen Gold. Baum/ dabey ist eine verdeckte Grube/ suche und raume sie auf/ du wirst gediegen Gold darin finden. Idem. Todtenbach. Am Todtenbach ist ein Wasser/ da stehet eine grosse Buchen nicht weit vom Weg/ und gehet unter der Wurtzel derselben Buchen ein Loch hinein in den Bach/ da muß man hinein kriechen und suchen/ so findet man Gutes genug/ und ist leicht zu gewinnen/ sieht aus wie Fisch- Ertz wie Fisch- Schuppen. Schuppen. Von dar gehe weiter hinauf/ so kommstu an ein Waͤs- serlein der kalte Born genannt/ dabey ist gut Ertz/ so sein Theil Silber-Ertz. Silber haͤlt/ und ist dessen genug allda zu bekommen. Idem. Weissenklee. Gegen Weissen Klee Goldischer Laimen. ist ein Ort/ da findestu eine runde Grube/ darin steht ein Laimen/ der wohl zu langen/ und sehr Goldisch ist. Idem. Gehe von dar wieder nach der Neuenstadt / so kommstu an ein Wasser/ das heisset der faule Loͤwenbeck. Daselbst ist unter Sandig Gold-Ertz. einer duͤrren Tannen ein Loch/ so sehr ausgetragen wird. Das Ertz ist sehr Sandig/ und haͤlt gut Gold/ in grosser Menge. Idem. Haselbach. Gut Ertz. An dem Haselbach steht auch ein Ertz der Taubenkopff ge- nannt. Dessen 1. Pfund gilt 1. Rthlr. ist nahe bey der Hartzburg gelegen. Idem. Schwartzer Silber- Taick. Nicht weit davon ist auch ein Ertz/ der schwartze Talck ge- nannt/ Beschreibung des Fichtelbergs. nannt/ so auch gut Silber haͤlt/ steht nicht weit vom neuen Schloß. Idem. Bey Brunnlage ist ein Bronnen/ da ist gut Ertz innen/ man Brunnlage. Gut Ertz. muß ihn aber ausgiessen/ so man es haben will. Gehe von dar etwan eines Buͤchsen-Schußes weit vom Weg ab zur rechten Hand/ da ist eine alte Kohlstaͤdte/ daselbst schlage ein/ so findestu ein Eisen/ das kostbare Eisen genannt/ das haͤlt Gold in allen Proben/ Kostbares Goldhalten- des Eisen. ist leicht zu gewinnen. Idem. Was nun weiter in Ober und Nieder-Sachsen/ Hessen/ Schlesien/ Boͤhmen/ Maͤhren/ Oesterreich/ Hungarn / Item in Baͤyern/ Schwaben/ Franckenlandꝛc.ꝛc. vor Metallen und Steine gegraben und gefunden werden/ das erforderte so wohl lange Zeit/ als auch viel Papier/ sie alle zu beschreiben/ weswegen wir den begierigen Leser und Liebhaber dieser Dingen an die beson- dere Beschreibungen aller dieser Laͤnder verweisen/ da er dann von deren Fruchtbarkeit an Steinen/ Metallen/ Ertzen/ Saltzen/ꝛc. so wohl als an Baͤumen/ Kraͤutern/ Staudten/ auch Fischen/ Voͤ- geln/ wilden und zahmen Thieren genugsame Nachrichten finden wird. Ehebevor ich aber diese Wahlische Nachrichten von denen fuͤndigen Oertern beschließe/ muß ich noch dasjenige/ was ich dar- innen von ihren Abentheuerlichen und aberglaubischen Verblen- dungs- und Eroͤffnungs-Kuͤnsten gefunden/ mit wenigen erzehlen. F olgen nun der W ahlen und J taliaͤner Verblendungs- und Eroͤffnungs- Kuͤnste. 1. Ein Licht/ womit man in einem Haus oder Feld einen Schatz oder versetzten Ertz-Gang aus- Ein Licht/ ei- nen Schatz im Haus/ o- der einen versetzten kundschafftet. Nimb Weyrauch/ Schwefel/ ungebraucht Wachs/ siede darin- R r 3 nen Der Wahlen und Jtaliaͤner Ertz-Gang im Feld zu verkund- schafften. nen ein Garn/ mache daraus ein Licht/ und leuchte damit in alle Winckel des Hauses/ oder an die verdaͤchtigen Oerter des Fel- des; und wo Geld vergraben/ oder ein Ertzgang versetzt und ver- blendet ist/ da gehet das Licht aus. Carnero, Schott. 2. Einen Schatz/ Gut/ oder Ertz zu versetzen/ und zu ver- blenden/ daß man es nicht finden kan/ als mit dem Schwe- fel-Licht. Einen Schatz/ Guth/ oder Ertz zu versetzen und zu verblenden/ daß mans nicht finden kan/ als mit obigem Licht. Wann du etwas vergraͤbest/ oder einen Ertz-Gang verblen- den wilst/ so thue es/ wann der Mond zu Mitternacht umb 12. Uhr neu wird/ und dann beraͤuchere den Ort mit Coriander/ Saff- ran/ Pilsen-Kraut-Saamen/ Eppig/ schwartzen Pfeffer/ jedes gleich viel/ zerstoßen/ und mit Schirling-Safft angemachet/ so kommen die Erd-Geister oder Pygmaͤer und huͤten den Schatz/ und so jemand kommet und den Schatz oder Ertz heben will/ so treiben sie ihn mit Gewalt ab/ und bringen ihn in Raserey. Ano- nymus. Auff eine andere Art. Oder: Nimb Wahlrath/ Holtz von Aloe/ Costwurtz/ Mo- schus/ Saffran/ Thymian/ gleiche Theile/ mache es mit Widd- hopffen-Blut an/ und beraͤuchere den Ort/ so kommen die Geister gleich/ und werden nicht eher vertrieben als mit brennenden Schwefel/ oder obigem Licht vom Schwefel. Also sind die Schaͤ- tze bey Sand unweit Eger versetzt und verblendet. Carnero, Schott, Anonymus, der unbenannte Venediger. 3. Sich un- sichtbar zu machen. Jn hoͤchster Noth sich unsichtbar zu machen. Wann du in hoͤchster Leibs- und Lebens-Gefahr bist/ und dei- nen Verfolgern nicht mehr entrinnen kanst/ so setze die Nebelkap- pe ruͤcklings hurtig auf. Die wird gemachet von denen Haaren ei- nes Verblendungs- und Eroͤffnungs-Kuͤnste. nes an den lichten Galgen gehenckten Menschen/ und in Widdhopf- fen-Blut getuncket. Anonymus. Oder/ nimb den Stein/ Sonnenwende-Stein genennet/ und Auf eine an- dere Art. befeuchte ihn mit dem Safft von dem Kraut gleiches Nahmens oder Goldblume genennet/ und binde ihn an deine Stirne. Ein anderer Anonymus. 4. Perlen in einem Jahr im Glaß zu zeugen. Perlen in einem Jahr im Glaß zu zeugen. Fange mit einem Tuͤchlein den Mayen-Thau im zunehmen- den Monden auf/ filtr ire/ und decke es wohl im Glaß zu/ laße es unbeweglich ein gantzes Jahr an einem wohl- temper irten Ort ste- hen/ so wachsen Perlen. Carnero, Schott. 5. Die Tiegel zum Probiren und Laboriren fest Die Tiegel zum Probi- ren und La- boriren fest zu machen. zu machen. Nimb Kreiden und Federweiß oder weißes Bleyweiß ana, das weiße von einem Ey dazu/ beschmiere den Tiegel inwendig da- mit eines Messerruͤckens dick/ lasse es trocken werden/ es haͤlt wie Eisen. Carnero, Schott. 6. Vor die Feuer-Mauer-Feger. Vor die Feuermau- er-Feger. Trage das Hertz eines Molchen in einem gelben Tuͤchlein auf der bloßen Brust/ so wirstu behertzt wieder alle Gefahr des Feuers/ und bleibst im Brand unversehrt. Anonymus. Hiemit nun endigen sich die Nachrichten der Wahlen-Buͤ- cher von denen fuͤndigen Oertern in Teutschland/ so viel man de- ren vor dieses mahl hat aufbringen koͤnnen. Nun Kunst-Griffe/ bey Schmeltzung N un folget eine E roͤffnung der K unst/ wie man die Arsenicalische Sulphurische Wildig- keit der fluͤchtig und wilden rohen Ertze davon bringen/ bezaͤhmen und zeitigen solle/ damit sie das Gute nicht mit ver- fuͤhren. 1. Ertz zube- reiten/ daß der Schwe- fel nicht raube. Ertz zubereiten/ daß der Schwefel nicht raube. Mache eine scharffe Lauge von lebendigem Kalch/ Buchen- und Weid-Aschen/ und dazu Koch-Saltz/ darnach laße das Ertz ergluͤhen/ und loͤsche es in dieser Laugen sieben mahl ab/ dann reibe und mische es mit gekoͤrnten Bley/ Glette/ und einen guten schnel- len Fluß/ bedecke es oben im Tiegel mit klein gestoßenem Glaß/ und siede es mit starckem Feuer an. 2. Den Schwe- fel aus dem Ertz zu brin- gen. Den Schwefel aus dem Ertz zu bringen. Stoße das Ertz klein/ und wasche den Berg mit warmer Lau- gen fein sauber davon/ siede es in einer Pfannen mit Laugen/ also daß du 3. mahl Laugen wieder angiessest/ so seudt sich der Schwe- fel aller in die Laugen/ so magstu dann aus dem Ertz bringen/ was darinnen ist. 3. Alle Kiese und Schli- che zu bei- tzen. Ein starck Wasser alle Kiese und Schliche darinnen zu beitzen. Rec. Eine Metzen Kalch/ der nicht genetzet ist/ gieße suͤd- heiß Wasser daruͤber/ so offt und viel/ biß kein Wasser mehr scharff durchlauffet/ alsdann geuß die Laugen alle zusammen/ solv ire darin- nen Salpeter/ Vitriol/ ana 1. Pfund/ so ist das Wasser fertig. Oder derer Ertze zu gebrauchen. Oder nimm Seiffensieder-Lauge/ giesse uͤber den Salpeter und Vitriol/ darinnen siede den Ertz-Schlich. 4. Ein ander starck Wasser die Ertze und Schliche Die Ertze und Schli- che zu bei- tzen. zu beitzen. Rec. Eßig und Vitriol ana, destill ire daraus ein Wasser/ darinnen beitze den Schlich/ je laͤnger/ je besser. 5. Wilde Ertze zu beitzen. Wilde Ertze zu beitzen. Mache eine Laugen von Buchen- und Weid-Aschen/ und le- bendigem Kalch/ ana, geuß warm Wasser daruͤber/ mache daraus eine Lauge/ dann thue ein Pfund Vitriol dazu/ darinnen seud den Ertz-Schlich. 6. Ein anders/ daß der Schlich im Trog nicht aufsteige/ Daß der Schlich im Trog nicht aufsteige/ und im Feu- er nicht ver- rieche. und im Feuer nicht verrieche. Rec. Zwey Maas starcken Manns-Harn/ und eine Hand voll Koch-Saltz drein/ beitze den Schlich 3. oder 4. Tage nach Ge- legenheit der Sachen. 7. Die wilden Ertze zu bereiten/ daß sie nicht Die wilden Ertze zu be- reiten/ daß sie nicht rauben. rauben. Gieße gantz frischen Harn auf den Schlich/ daß es ein Taig werde/ laß es ein Nacht und Tag stehen/ roͤste es uͤber gelindem Feuer/ diese Arbeit wiederhohle wenigstens 7. mahl. NB. Frischer Urin fig irt/ aber putrefic irter volatilisi rt. S s End- Kunst-Griffe/ bey Schmeltzung Endlich schmeltze das Ertz mit einem der fol- genden Fluͤßen: 1. Schwartzer Fluß. Der schwartze Fluß. Rec. Tartari crudis 2. oder 3. Pugill en/ Nitri puri 1. Pugill, wohl pulverisirt/ durchs Haar-Sieb getrieben/ in einen ungla- surten Topff gethan/ oben mit einer gluͤhenden Kohlen angezuͤn- det/ zugedeckt/ und so mit einander verbrennen laßen/ dann wohl vermacht an einem warmen trockenen Ort aufbehalten. NB. Jm reduc iren thue ein wenig trockenes Sal commune oder gestoßen Glaß darauf/ damit es nicht verrauche noch uͤberlauffe. 2. Schneller Fluß. Der schnelle Fluß. Rec. Tartari crudis, Nitri puri, ana, wohl pulverisirt/ durch- gesiebet/ Loͤffel-weiß in einem gluͤhenden Tiegel verpufft: wie das obige verwahret. 3. Ein guter Ertz-Fluß. Ein guter Ertz-Fluß. Rec. Sal Alcali, Nitrum, Tartarum crudem, Glette/ Sal com- mune, ana, nach Beschaffenheit der Leicht- oder Strengfluͤßigkeit der geroͤsteten Ertze und Kiese 2. oder 3. Pugill en zu 1. Pugill Ertz ge- nommen/ 1. Pugill Bley granul irt/ unter dem Fluß und Ertz zu- sammen geschmeltzt in recht starckem Feuer/ 2. oder 3. Stunden lang/ nachdem es leicht oder strengfluͤßig ist. Das Bley abgetrieben. Aus Kiesel- Steinen/ Sand/ Let- ten/ und der- gleichen das Gold zu ex-trah iren. Aus Kiesel-Steinen/ Sand/ Letten und dergleichen das Gold zu extrah iren. 1) Gluͤhe die Steine; 2) abgeloͤscht im Wasser; 3) pul- verisirt: NB. das beste wird am ersten klein/ gieße 3. queer Finger hoch Spiritum Salis daruͤber/ extrah irs in gelinder Waͤrme/ biß der Spiri- derer Ertze zu gebrauchen. Spiritus hochroth ting irt ist/ die Extraction gieße auf neue Steine/ Sand/ oder Letten/ biß Blut-roth worden/ letzlich gieße ge- mein Wasser auff die extrah irten Steine/ und lauge also die resti- rende Saltz-Geister aus/ destill ire alle Solutiones aus der Retorta, so bleibt ein rothes Pulver. NB. Wann auff solche Weise fluͤchtige Ertze/ als rother Talck/ Granaten/ Smirgel/ Marcasit en bereitet werden/ lege zur Solution im abstrah iren etwas Eisen/ sonsten gehet das meiste Gold im Schmeltzen weg. Dieses nun gut zu machen/ nimm des rothen Pulvers eine Pugill, Spießglaß zwey Pugill en/ schmeltze es wohl vermacht im Wind-Ofen/ wann alles fließet/ ausgegossen/ nach dem Erkalten den Regulum abgeschlagen: das uͤbrige Spießglaß laße wieder fließen/ wirff etwas Eisenfeilig darauf/ u. s. f. biß alle Gold- und Silberhaffte Reguli gefallen. NB. Wann wegen des Eisens das Spießglaß unfluͤßig wird/ wirff ein wenig Salpeter darauf/ so scheidet es sich gar/ der erste Regulus ist lauter Gold/ der andere geringer/ die Letzten Silberhafftig. Das Gold rein zu bekommen. Das Gold rein zu be- kommen. 1) Geschiehet es durchs Verblasen/ aber ins Große nicht rathsam. 2) Durchs Abtreiben/ aber wegen Zerreissung der Testen gefaͤhrlich. 3) Am besten ist per Sublimationem, da sich das Spießglaß sublim irt/ und das Gold liegen laͤßt. 4) Durch Verschlacken des Spießglaßes/ mit dem Salpe- ter/ auch gar gut. NB. Wann es durchs Sublim iren fin irt wird/ so reduc ire die unreinen Flores mit ana Sulphuri comm. so wird es wieder zu Spieß- glaß/ auch koͤnnen die Schlacken sublim irt/ die Flores aber mit Spi- ritu Tartari extrah irt/ ad medietat. abstrah irt und das Residuum als eine Panacæa in omnibus abstructionibus gebraucht werden. S s 2 Noch Kunst-Griffe/ bey Schmeltzung Auf andere Art das Ei- senhaltige Gold zu re-duc iren. Noch ein Modus das Eisenhaltige Gold zu reduc iren. Rec. 1. Pugill Salpeter/ 4. Pugill en Spießglaß/ reibe es/ und schmeltzs zusammen/ giebt ein schwartzes Glaß/ pulverisirs/ und vermische damit das unfluͤßige wilde Gold/ schmeltze es/ giebt einen Regulum, darinnen Gold ist/ das Eisen aber bleibt im Schlacken. Nun setze diesen Regulum in einem guten Tiegel in Wind-Ofen/ laße ihn fließen/ wirff nach und nach trocknen Salpeter darauf/ so wird das Spießglaß zu Schlacken/ wann diese nun wie Wasser fließen/ so ists gar/ giesse es aus/ so ist das Gold rein. Die Schlacken thue in einen Tiegel/ laße etwas Kohlen mit fließen/ so bekommstu dein Spießglaß meist wieder zu dergleichen Arbeit tuͤchtig. Dann dieser Regulus das extrahir te Gold so wohl reduc irt als obiges Glaß. Das Gold rein aus dem Tiegelzu giessen. Das Gold rein aus dem Tiegel zu giessen. Bestreiche Papier mit Wachs und Venedischer Seiffe/ wirff ein Stuͤcklein auffs gefloßene Gold/ und weil es noch brennet/ so giesse das Gold unter der Flamme heraus/ so gewinnet es keine Haut/ und bleibt nichts am Tiegel hangen. Ungeschmei- diges Gold bald ge- schmeidigzu machen. Ungeschmeidiges Gold bald geschmeidig zu machen. 1) Wann im Schmeltzen eine Kohlen in den Tiegel auffs Gold faͤllet/ so wirds ungeschmeidig wegen des arsenicali schen Rauchs/ der sich an gas Gold haͤngt. 2) Wann man mit der Kohl-Klufft oder Zange/ so sie nicht rein ist/ und Kohlstaub dran hanget/ den Tiegel anfasset/ ausgies- sen will/ und der Staub hineinfaͤllet/ so wird es sproͤde. 3) Geschieht es auch von der vielen unreinen Aschen im Zu- blasen. 4) Wie derer Ertze zu gebrauchen. 4) Wie auch/ wann etwas ungefehr von geringen Metallen hinein kommet. Diesem hilff also: Gieße das Gold in einen Zain/ setze es in einen Tiegel/ gieb starck Feuer/ wann nun das Gold schweißt/ und fast fließen will/ so wirff guten gelaͤuterten trockenen Salpeter darauf/ so wird das Gold vom Salpeter brennend und bald fließen/ und so bald das ge- schiehet/ so wird der Salpeter das Gold gar bedecken; treibe es nur nicht zu hart/ damit du das Gold unter dem Salpeter nicht blicken siehest/ sondern geuß es darunter in einen mit Wachs ge- schmierten Jnguß/ so ists geschmeidig. Wartestu aber zu lang/ so bleibts ungeschmeidig/ und must die Arbeit repet iren. NB. Der Salpeter muß nach und nach aufgetragen werden. Oder wirff auf das Gold nach und nach ein wenig Mercurium sublimatum, wann es am besten fließt. Oder aber schoͤnen gelben Schwefel/ aber NB. das Gold muß bald darauf ausgegossen werden. Der beste Weg unter allen ist dieser: Rec. Duͤrren Menschen-Koth/ calcin ire ihn im Tiegel zum schwartzen Pulver/ wirff davon auf das sproͤde Gold im Fluß/ lasse es wohl treiben/ daß sich das Pulver darauf verzehrt/ so ist das Gold lind. So man aber NB. das Sal aus diesem Pulver extra- hirt, und auff 1. Marck Gold nur eine halbe Untze wirfft/ starck fließen laͤßet/ biß sichs verzehrt/ so wirds noch schoͤner und geschmei- diger. Dieses Gold ist so leicht fluͤßig als ein Sal Tartari. Lebendigen Kalck unter Salpeter gerieben/ auf das Gold im Fluß getragen/ thut es auch. Mercurium sublimatum, und Sal ammoniac ana gemischt/ suc- cessive aufs gefloßene Gold getragen/ wird sehr fein. Oder Mercurium sublimatum eine halbe Untze zu 2. Marck Gold im Tiegel gesetzt/ wann man giessen will/ eine kleine Weile mit dem Gold stehen laßen/ den Tiegel zugedeckt/ so bald mans aufftraͤgt/ daß nichts verrieche/ so wird das Gold sehr geschmeidig und zehe davon. S s 3 Ein Kunst-Griffe/ bey Schmeltzung Ein scharffCement. Ein scharff Cement oder Gold-Purgie- rung. Rec. Vitriol, Sal ammoniac, ana 1. Untz/ Gruͤnspan 1. Qvent- lein/ reibe es wohl untereinander/ imbib ire es mit Urin/ cement ire das Gold 2. 3. 4. Stunden/ nachdem es viel ist. Ein bleiches Gold dem Hungari- schen gleichzu bringen. Ein bleiches Gold dem Hungarischen gleich zu bringen. Ziegelmehl sehr klein pulverisirt 2. Qventlein/ Sal commune 1. Qventl. Sal ammoniac, Gruͤnspan ana 1. Qventl. mit Urin im- bib irt in einem Tiegel 4. Stunden gradatim cement irt. Oder: Rec. 4. Untzen Vitriolum hung. Sal ammoniac, Alaun/ Gruͤn- spahn/ ana 1. Untz/ Salpeter subtil pulverisirt/ auf einem Scheem bey gelindem Feuer zergehen laßen/ coagul irt/ so wird ein gelbes Pulver daraus/ damit cement ire bleich Gold 5. Stunden/ Argen- tum fix. aber 9. Stunden/ bringt alles auf den hoͤchsten Grad. Pro- batum est. Den mit Saltz præci- piti rten Sil- ber-Kalch zu reduc iren. Den mit Saltz præcipit irten Silber-Kalchꝛc. zu reduc iren. Ein solches Silber fließet uͤberaus gerne/ damit ihm aber die corrosivi sche Geister nichts rauben/ so setze ihm ein wenig Sal alcali zu/ so rauben sie nicht. Oder thue den Silber-Kalch in ein aus gemeiner Aschen gemachtes Geschirr/ so zieht sich das Corrosiv selbsten hinein. Oder trockene den Silber-Kalch wohl/ druͤcke ihn wohl in einen Tiegel ein/ laß ihn wohl zwischen denen Kohlen warm wer- den/ aber nicht schmeltzen/ dann wirff ein wenig Unschlit/ Baum- oͤhl oder ein anderes Fett hinein/ gieb vor dem Geblaͤs starck Feuer/ so toͤdt es die scharffen Geister/ das Silber wird wieder hart-flies- sig/ und geht ihm nichts ab. Damit aber die Koͤrner sich nicht an den Tiegel hangen/ affunde Sal fusum, so gießt sichs so accurat aus/ daß kein Gran behangen bleibt. Wann derer Ertze zu gebrauchen. Wann man Silber/ so im Scheide-Wasser gewesen/ will abtreiben/ so soll man zu jeder Marck Silber/ 2. Loth Kupffer setzen/ so raubt das Bley das Silber wegen seiner noch angleben- den scharffen Geister des Scheide-Wassers nicht. Kupffer aus dem Scheide-Wasser zu Kupffer zu præcipit iren. præcipit iren. Rec. Zwey Pugill en Vitriol/ 1. Pugill Salpeter/ pulverisirt/ solv irs in warmen Wasser/ gieße es ins Scheide-Wasser/ so schlaͤgt sich das Kupffer nieder. Contrarium fit cum Aqua salis communis, das schlaͤgt die sol- vir te Silber nieder. Gold und Silber aus dem Zinn ohne dessen Ver- Gold und Silber aus Zinn ohne dessen Ver- lust zu schei- den. lust zu scheiden. Laße dir von gutem Thon einen solchen Topff machen/ darein ungefehr 1. Viertel Centner gehet/ setze ihn uͤber das Feuer/ biß das Zinn darinnen zergan- gen/ dann wirff auf jedes Pfund Zinn gerechnet 2. Loth des nachstehenden Pulvers mit Wachs ver- mischt/ darauf ruͤhre es wohl umb/ doch nicht biß auf den Boden/ wann das Wachs verraucht/ und das Zinn eine Viertel Stund im Fluß gestanden/ dann ziehe den obern Zapffen/ und laße das Zinn ablauffen/ wirff wieder vom Pulver darauf/ wie obenꝛc.ꝛc. biß der letzte Zapffen gezogen/ so wird sich das Gold und Silber præcipit irt haben/ und in dem Regulo gantz unten seyn/ den man abtreiben muß. So fern das abgelaßene Zinn etwas unschmeidig worden/ schmeltze es zusammen/ und wirff Hartz im Fluß darauff/ ruͤhre es umb/ so ists wieder schmeidig. 1. 2. 3. 4. Dreyfuß. 5. 5. 5. die Zapffen. 6. 7. der Ofen. Das Pulver hiezu. Rec. Alaun/ Saltz/ ana, laße jedes besonders fließen/ und erkalten/ pulverisirs klein/ dazu thue pulverisirten calcin irten Wein- stein/ Kunst-Griffe bey Schmeltzung derer Ertze. stein/ Seiffen/ Antimonium crude oder beßer regul. Antimonium Martiale, jedes halb so viel als des Alauns und Sal am Gewicht gewesen/ laße es zusammen fließen/ trage auf ein Pfund dieser Massæ 2. Untzen pulverisirten Schwefel im Fluß/ ruͤhre es wohl umb/ laß erkalten/ pulverisirs. Sehr gute Teste die nicht rau-ben. Sehr gute Teste zu machen/ die nicht rauben. Rec. Reinen Spat/ subtil pulverisirt/ imbib ire ihn mit So- lutione Vitrioli; oder pulverisire rein calcin irte Rinds- und Pfer- de-Knochen/ imbib ire sie mit solutione Nitri, laße sie wohl trocknen/ so kan man sie ohne alles abaͤthmen gleich gebrauchen/ und hat man sich keines Raubens/ noch Springens zu besorgen/ man darff auch das Wasser nicht sonderlich regieren/ dann man kans nicht zu starck machen. Oder: Rec. Halb Bein- und halb Holtz-Aschen/ machet mit Laimen ein Wasser an/ damit imbib irt sie/ so rau- ben sie nicht. Von guten Tiegeln siehe oben pag. 319. ENDE . Regi- R egister Der vornehmsten Sachen/ so in diesem Buch enthalten. A. A Berglaubische Haͤndel umb den Fichtelberg. 153 Adelknock/ oder Ahorn-Knopff. 81 Agaten. 114 / 292 Aisch- oder Aysch-Fluß. 19 Alaun-Ertze. 114 / 138 Albernhoff. 148 Albertus Herzog von Sachsen ero- bert Ellenbogen. 181 Alchymie dadurch das Hospital in Wohnsiedel gestifftet. 86 Alemannus teutscher Koͤnig in Nor- gau. 2 deßen Zeit-Alter. 2 Alßleben. 38 Alzenberg. 36 Amethisten. 302 / 308 Angst anthun. 154 Anna St. 27 Apfelbronn auf der Loos- oder Luchs- burg. 55 Apollo oder Eppelein von Geilin- gen/ resid irt zu Drameysel. 149 War ein freyer Edellmann/ und Magus. 149 Sein Stammhauß. 149 Sein Ende. 149 / 150 Arlesberg. 23 Arlesgruͤn. 29 Arbeit gefaͤhrliche der Bergleute. 197 . 198 Arsenicali sche unzeitige Ertze. 114 Dieselbe zu zeitigen/ und gut zu machen. 320 / 321 Artzberg oder Artzburg. 33 / 89 Kirchmauer daselbst. 89 Von Boͤhmen vergeblich be- stuͤrmet. ibid. Artzney der groben Fichtelberger. 96 Aschaffenburg. 19 Attila. 3 Aventrotburg/ Begebenheit daselbst. 59 Ausbeuthe des Fichtelbergischen T t Gold- Register. Gold-Bergwercks zu Gold-Cro- nach. 119 Autengruͤn. 36 Autor schreibt als ein augenscheinli- cher Zeuge vom Fichtelberg. 11 / 28 Seine Ordnung in dieser Be- schreibung. 11 Was ihm begegnet. 90 / 128 / 133 Autores, so von Pygmæis geschrie- ben. 95 B. Bach Endung vieler Oerter. 32 Baͤder warme/ was sie find. 249 ihr Ursprung. 247 / 248 Kunststuͤcke hievon. 254 Badhorner-See. 34 Bamberg. 19 Barby. 38 Baͤrenfang. 82 Bastelberg. 30 Bauern begeben sich in ein Zwaͤrg- Loch. 93 Baͤume/ so an denen Fichtelbergi- schen Wassern wachsen/ 40 / 41 so auf dem Land und Gebuͤrg wachsen. 95-97 Baunach/ Fluß. 19 Bayern besaßen die Roͤmer. 10 Bayers Berg-Bericht/ und Qvick- Arbeit. 121/ 122 Bayreuth Fuͤrstl. Residenz. 32 Liegt am Mayn. ibid. 18 Beerens Joh. wunderbahre Bege- benheit. 59-63 Begebenheiten wunderbahre. 59-63 . 69-77 . 90-92 / 93 / 94 / 128 Belenus, was dadurch die Alten ver- standen. 5 . Wird von denen Norgauern verehrt. ibid. Beerenburg. 38 Berg-Gericht oberhalb Gebuͤrgs war zu Weissenstadt. 144 Berg-Geschichte wunderbare. 59-63 . 69-77 Bergmaͤnnlein zweyerley Art. 91 Berg-Moͤnch. 147 Berg-Zwaͤrge. 94 Berge-Lob der Alten. 215 Bergwerck zu Gold-Cronach. 118 . biß 120 Auf was Art ein reiches auff einmahl aufgehoͤrt. 144 Auf dem Schlackenwalder Zinnwerck. 191-201 Berneck. 17 Bienen am Fichtelberg. 108 / 109 ihr Lob. ibid. Fruͤhe schwaͤr- mend machen. 157 . Raub-Biene. 157 / 158 Birckenbach ein Fluß. 26 Birnstengel. 40 Bischoffgruͤn. 17 / 23 / 40 / 67 Blassenburg Vestung. 18 Blattenberg. 66 Bleygaͤnge so Silberhaltig. 115 Boͤckler Art/ Wohnsiedler. 83 Boͤhmens Jacob Begebenheit. 59 Boͤhmen Lager. 28 . Gebuͤrg. 29 / 163 Boͤh- Register. Boͤhmen bestuͤrmẽ vergeblich Wun- sidel 88 . Artzberg. 89 kommen auf das Baßler Con- cilium. 176 Bojus teutscher Koͤnig in Norgau. 2 Boxburg. 83 . Raubschloß. 84 Brandenburger See. 24 Braunersgruͤn. 26 Brittannischen Bechers Begeben- heit. 74 / 75 Bronnen Ursprung. 250 Bronn Endung vieler Oerter. 32 Bruͤcke die hoͤchste in Teutschland. 24 zu Ratisfurt. 30 Brudler. 35 / 232 . warum er so hoch springt. 251 Brusch/ wann/ wo und wie er ge- storben. 10 / 173 beschreibet am ersten den Fich- telberg recht. 10 / 11 sein Vaterland. 173 / 193 zu Eger erzogen. 173 Buch. 36 . Buchbach Fl. 27 Buch kalte. 77 Buda. 38 Burggraf zu Nuͤrmberg Hr. Georg Wilhelm. 83 Burg Langenfeld. 22 Burgundstadt. 19 Buttlers wunderbare Begebenheit. 71-73 Buttervaß eine Lohe am Schnee- berg. 23 Buzenreuther Forst. 91 C. Cada. 30 Cæsaris Julii Zeugniß von der alten Teutschen Religion. 7 / 8 Calbe. 38 Calchsteine umb den Fichtelberg. 111 Calmuͤntz. 23 Carl Kayser der IV. 35 / 108 232 / 233 Carlsbad. 29 / 35 . Wird beschrieben. 231-258 . ist schon uͤber 1000 . Jahr bekant. 23 . woher also genannt. ibid. Wie Carolus IV. dahinter kommen. ibid. 233 Dessen Gegend und derselben Beschaffenheit. 233 Steinerne Eyche daselbst. 234 viele gifftige Gruben allda. ibid. artige Steinlein. 235 Calchsteine. ibid. Noch mehrere Merckwuͤrdig- keiten. 236-242 Was die Alten gemeynet vor Materien dariñen zu seyn. 241 Unzulaͤngl. Proben. ibid. Was es wahrhafftig in sich halte. 244-247 Laugensaltz im Carlsbad wie es gener irt werde. 247 Woher dessen gleiches Gewicht. 249 Woher das haͤufige Wasser. 250 Erdbeben daselbst. 256 / 257 Dessen guteu. boͤse Wuͤrckun- gen/ Gebrauch und Miß- brauch. 257 T t 2 Carl- Register. Carlstein/ Raubschloß. 82 Catharinenberg. 32 / 89 Kirche. 89 Celtes erster teutscher gecroͤnter Poet. 52 Dessen Bericht vom Fichtel- berg. ibid. Chemnat. 77 Chymia vulgaris \& abstrusior. 104 Coͤßein Fl. 32 / 65 Gebuͤrg. 32 / 64 / 65 ist eines der hoͤchsten Fich- terbergischen Oerter. 65 Witterung. 128 Comburg. 38 Conradsberg. 66 Cornau. 28 Cotischau Closter. 231 Creußen Fluß. 22 Marck. 18 Cronach Fl. 17 Crystallen. 54 / 113 / 280 / 305 Crystallen-Bergwerck in Weissen- stadt. 145 Crystall zukuͤnfftige Dinge darin- nen sehen. 153 Culm-Mariaͤ eine Wahlfarth. 28 Wald. 27 Culmbach. 17 Culsam. 28 / 33 Cuno Bischoff zu Regenspurg wey- het das Closter Waldsaßen ein. 174 D. Dampff metalli scher. 48 Daͤnische Wunder-Geschicht. 76 Dechler/ Wald. 27 Delau. 32 Diamanten. 114 / 280 / 294 / 308 Diebstahls Verkundschafftung/ und Wiederbringung. 153 Diepold Graf von Vohburg be- herrschte Eger. 164 Doͤbreiger Berg. 77 Documenta vom Fichtelberg. Gold- Bergwerck zu Gold-Cronach. 118-126 Doͤla Baͤchlein. 36 Donau. 23 Donnerstein. 112 / 113 Doͤpel Fluß. 30 / 34 / 35 Closter. 230 Staͤdtlein. 231 Doppen-Baͤchlein. 37 Dornburg. 38 Doxon. 30 Drach/ Drachenschmaltz. 130 Drameisel. 149 Drebgast Fluß. 17 Droͤßda. 31 Droßenfeld. 18 E. Ebnath. 21 Edelgesteine in denen Fichtelbergi- schen Wassern. 43 / 113 / 114 / 139 / 278 / 283 / 292 / 294 in Fichtelbergischen Gebuͤrgen. 113 / 114 / 139 / 279 / 284 / 291 / 294 Eger-Flußes Ursprung. 23 Lauff. 23 / 30 Eger- Register. Eger-Flußes Vereinigung mit an- dern Fluͤßen. ibid. faͤllet in die Elbe. 30 fuͤhret Gold. 43 Zinn. ibid. Eisen. ibid. Diamanten. ibid. Eger-Leuten/ oder Leiten. 24 Eger/ Stadt und Vestung. 27 deren Beschreibung. 163-173- 179 Lager. 163 / 164 / 168 / 169 Erbauungs Unwissenheit. 164 Große Brunst. ibid. 174 was sie erstlich gewesen. 164 ungefehres Alter. ibid. war eine Fuͤrsten-Stadt. 165 wird eine Reichs-Stadt. 166 dem Koͤnig in Boͤhmen versetzt. 167 / 174 Monosgada genannt. 168 deren Wappen. ibid. 170 Siegel. 171 Rathhauß. 170 Recht und Freyheit. 171 Sauerbronnen oder Saͤuer- ling. 172 Leder. ibid. Muͤntz. ibid. Schloß. ibid. Thurm an dem Schloß. 173 Egrische was sich alles mit ihnen zu- getragen und begeben. 174-79 nehmen Liebenstein/ it. Neu- staͤdtlein ein. 177 brennen ihre Vorstaͤdte ab. 176 zerstoͤren Neuhauß. ibid. Greßlau. ibid. alle ihre eigene Gaͤr- ten. ibid. Wuͤrsengruͤn. ibid. Loosburg. 63 / 64 Eger brennet ab. 174 Moͤnchen wann sie hinein kom- men. ibid. darinnen werden alle Juden er- schlagen. 170 / 175 wird vom Pabst in Bann ge- than. 177 vom Churfuͤrsten zu Sachsen erobert. 178 darinnen wird General Wallen- stein/ oder der Herzog von Friedland erstochen. 179 wird von denen Schweden er- obert. 179 kommet durch den Friedens- schluß wieder an die Cron Boͤhmen. ibid. Jesuiter Collegium daselbst. ib. neue Fortification. ibid. Ehe- oder Oedewald. 66 Eich. 29 . wird von Ellenbognern erobert. ibid. Einsidel. 35 / 77 Eisen am Fichtelberg. 115 ist goͤldisch. ibid. Encomion Hubæ Slaccenwaldensis. 205-215 Elbe Ursprung. 30 T t 3 Elbe Register. Elbe Nahmen/ 30 . Lauff. ibid. Ellenbogen. 29 / 34 wird beschrieben. 179-183 dessen Lager. 179 ein Schluͤßel des Boͤhmer- landes. ibid. wer es fund irt. ibid. kommet an die Cron Boͤhmen. 180 Grafen Schli- cken. ibid. an Chur Sachsen. ibid. wird belagert u. erobert/ 181 / 182 brennet ab. 182 Erdbeben und unterirdische Feuersbrunsten daselbst. 256 / 257 Ellernbach. 19 Elster große/ Fluß. 38 Entlauffene wiederbringen. 154 Epprechtstein/ Raubschloß. 82 Eppelein von Geilingen. 149 Erbendorff. 43 Erdmaͤnnlein zweyerley Art. 91 / 92 Erden allerley am Fichtelberg. 114 in der Lufft. 136 / 139 -Beben wie es geschehen. 253 / 255 Ertz waͤchset biß diese Stunde. 48-51 an dem Fichtelberg. 114. seqq. fluͤchtige und arsenicali sche gut zu machen. 320 / 321 wo sie am liebsten wachsen. 261-270 und deren Kennzeichen. ibid. zu versetzen u. zu verblenden. 318 Ertze zu gewinnen. 318 Eschenbach Fluß. 21 Eychhorn/ Ohorn/ od’ Velchberg. 77 Eyer daß die Huͤner viel legen. 157 F. Fahrembach Schloß. 66 verborgener Gang. ibid. war ein Raubschloß. ibid. Fahrendorff oder Vordorff. 27 / 31 Fahrmleuten/ 30 . ist zweyerley/ ho- he und niedrige oder kleine. 66 die hohe. ibid. ist eines von denen sehr hohen Gebuͤrgen des Fichtelbergs. ibid. Falckenau. 29 Fattiga. 36 Feld-Fruͤchte/ daß sie wohl wachsen. 159 Felßen hohe/ unersteigliche/ und wun- derbahre am Fichtelberg. 55-58 . 59 / 81 / 110 Feuerspeyende Berge/ was dabey zu beobachten. 253 werden durch Kunststuͤcke erlaͤutert. 254 Feuer unterirdisches/ wie es ent- stehe. 252. seq. wird durch Kunststuͤcke bekraͤf- tiget. 254 / 255 Feuer von denen alten Parsis ver- ehrt. 6 was dadurch verstanden wor- den. ibid. Mittel darwider. 156 was es sey. 252 Feurige Register. Feurige Maͤnner am Fichtelberg. 130 Feuermauer-Feger. 439 Feustriz Fluß. 33 Fichtelberg eines der hoͤchsten Ge- buͤrge Teutschlands. p. 1 wo nicht das hoͤchste. 28 / 52 Nahme. 1 Lager. 1 / 28 / 140 / 141 Latitudo Loci. 140 / 141 Elevatio Poli. ibid. Laͤngster und kuͤrtzter Tag. ibid. Witterung. 140 / 127 Winde. 140 Luffts Beschaffenheit. 127-140 3. ungewoͤhnliche Zeichen. 130-132 ist voll Salpeter- und Schweflischer Daͤmpffe. 132 auch voll metall ischer mer- curiali scher silbeꝛischer/ und Goldischer Daͤmpffe. 133- 136 / 140 Beschaffenheit. 1 / 38 / 40 / 52 / 127 dessen 4 . Fluͤße. 3 / 15 / 24 war schon vor Alters bewohnt. 3 Koͤnigliche Residenz allda. 4 Grentzen. 9 scheidet Teutschland von Boͤh- men. ibid. ist ein Haupt des Schwartz- waldes. 52 Warumb die Alten nichts da- von gedacht. 10 wie es zu verstehen/ daß vor 356 . Jahren noch eine grosse Wildnuͤß daselbst gewesen. ibid. wer dieses Gebuͤrg beschrieben. 10 / 11 See/ und Seelohe. 11. seqq. 271 Grentzscheide zwischen Chur- Pfaltz und dem Burggraf- thum Culmbach. 14 ist reich an guten und gesunden Wassern. 38 / 39 / 40 Wasser Fruchtbarkeit nach al- len 3 . Reichen. 40-43 / 139 Erden Fruchtbarkeit nach al- len 3 . Reichen. 95-127 / 139 gesundester Ort von Teutsch- land. 52 / 127 Glieder/ oder Berge. 51-59 . 64-70 . 77-83 Kuͤnste und Wissenschafften/ so daherum im Schwange ge- hen. 103 / 104 Sprichwort. 45 Wunderbach. 40 Wasser gesunde u. gute. 38-40 fuͤhren Gold/ Zinn/ Ei- sen. ibid. Fichtelberger der alten Religion. 4 Lehr-Art. 5 Alter und neuer Sitten und Natur. 4 / 99 / 100 der recht groben Sprache. 100 / 101 Nahrung. 95 / 97 / 99 Kost. 99 Fich- Register. Fichtelberger Artzney. 96 gesunde und alte Leute. 39 / 52 Fische in denen Fichtelbergischen Wassern. 41 / 42 Fischdorff. 37 Fischerbaͤchlein. 17 Fischern. 27 / 30 Flachsland am Fichtelberg. 99 . 158 / 159 Flernitz Fl. 22 . Fleußa Fl. 38 Fliegendes Gewuͤrm umb den Fich- telberg. 107. seqq. Floͤtz. 22 Floͤtzberg. 65 Floͤtzweyer. 17 Fluͤße des Fichtelbergs. 3 / 24 Vergleichen sich mit denen 4 . Fluͤßen des Paradieses. 15 welche aus dem Fichtel-See entspringen. ibid. Foͤrba. 36 Forchheim. 19 Fornitz. 36 Forstenreuth. 17 Fridericus Austriacus. 166 Froͤbersbach. 17 Froͤbershammer. ibid. Froͤsche sind nicht im Weissenstaͤdter See. 25 zu vertreiben. ibid. zu sammlen. ibid. Fruͤchte am Fichtelberg. 96 / 97 Fraueneiß. 114 Fuͤrtesbaͤchlein. 21 Furthhammer. 31 G. Gailing/ Eppeleins von Gailingen Stammhauß. 149 Galgenbaͤchlein. 21 Gaͤnge unterirdische. 66 Gau oder Geu was es heisse. 2 / 169 Gebuͤrg ist schwerer bey Nacht als bey Tage. 199 Gefell. 37 Gefluͤgel zu Hause behalten. 157 Gefreß. 23 Geißberg. 32 Geißel Fl. 38 Geld Heydnischer Koͤnige zu Mug- gendorff gefunden. 149 Gelahrte Leute umb den Fichtelberg. 102-104 Gemuͤnd. 19 Germuͤtz. 17 Gesundbronnen umb den Fichtel- berg. 38 / 39 was von solchen Bronnen zu halten. 39 Getraͤyde fressen die Maͤuse 7 . Jahr lang weg. 146 daß es nicht brandigt werde. 159 Gewuͤrm fliegendes umb den Fich- telberg. 107. seqq. kriechendes daselbst. 109 Geyersberg. 18 / 66 Gießbach. 19 Glashuͤtte zu Bischoffgruͤn. 67 Goͤldener Hirsch. 77 Gold. 272 / 278-317 Gold- Register. Goldbach. 32 Goldbaͤchlein fuͤhrt Gold. 21 / 43 Gold-Steine auf dem Fichtelberg zu erkennen. 271 / 273 / 274 / 276 / 279-317 Seiffen. 31 / 271-317 im Fichtelberg. 42-45 . 118-126 / 139 . 171-285 im Wasser ob es wachse. 45-48 Koͤrner Gestalt und Farben. 270 / 273 / 274 / 277 / 275 / 276 / 277 / 279 Gang bey der Saale. 272 sonsten. 275 / 277 / 278-317 aus Kieseln/ Sand/ Letten/ꝛc. zu extrah iren/ und gut zu machen. 322-328 aus Zinn ohne dessen Verlust zu scheiden. 327 Muͤhle. 17 Cronach. 116 Nahmen und Freyheit woher. 118 Bergwerck. 118-120 Goͤstera Fl. 37 Goͤsters. 18 Gottesgab. 21 Gottesgnad. 38 Graͤffenwerth. 37 Granaten. 114 / 274 / 284 / 261 / 292 / 294 / 299 / 300 / 302 / 306 / 308 Graßbach Fl. 27 Grasse Mann. 18 Grentzsteine am Fichtelberg/ durch weffen Vermittlung und Gegen- wart sie gesetzt worden. 14 / 15 Greßlaus zerstoͤrt. 176 Groschlatzgruͤn. 113 Sauerbronn. 40 Groͤlschareuth. 21 Groͤtschenreuth. 31 Gruͤn/ Endung vieler Oerter am Fichtelberg. 32 Gruͤnesbach. 21 Guhr oder metalli scher Saamen 50 H. Haberstein auf der Loosburg. 58 / 65 Halitus mineralis. 201-205 Halle in Magdeburg. 38 was allda merckwuͤrdig. ibid. reicher Saltz-Seegen. 250 Hallerstein Raubschloß. 82 Hallstadt. 19 Hammerleuten. 81 schwerer Hagel allda. ibid. Hammerwerck Fl. 37 Harra. ibid. Haßfurth. 19 Hedlerey. 40 Heiners- oder Heinrichsreuth. 36 / 18 Hercules teutscher Koͤnig in Nor- gau. 2 dessen Zeit-Alter. ibid. Herrgottsstein bey Selb und Thier- stein. 148 Hermio ein Enckel Tuisconis. 2 ein teutscher Koͤnig im Nor- gau. ibid. dessen Zeit-Alter. ibid. U u Hey- Register. Heydenstadt bey Albernhoff. 148 / 150 . ihr Lager. 150 Heydnisch Geld. 149 / 151 Heyde ein hoher Berg am Fichtel- berg. 23 Heydles. ibid. Heydnaabe Fichtelberg. 22 deren Ursprung und Lauff. ibid. ein Dorff. ibid. ein edles Stamm-Hauß. ibid. Hiacynthen. 308 Himmelcron. 17 Hirschberg. 37 Hirschhorn. 68 Hirsch goͤldener. 77 lauffet mitten in Weissenstadt. 147 Historie vom Goldwachsen im Was- ser. 47 vom Ertz und Metall-wachsen. 50 / 51 aus der Lufft. 132-140 von Berg-Schaͤtzen und Gei- stern. 59-63 . 69-77 Hitze unterirdische wie sie so lange dauern koͤnne. 255 / 256 Hohenberg oder Werckheim festes Grentz-Schloß. 27 Hohe Mazen oder Maͤze. 66 Hoͤhlen wunderbahre. 56 / 57 Begebenheiten. 59-63 . 68-77 Hohles Loch. 151 Hoͤlle. 82 Holtz-hauen/ floͤtzen/ und zu Marcke fuͤhren/ ist der rechten Fichtelber- ger Nahrung. 95 Hoff. 35 / 37 Hoffeck. 37 Hoͤrnleinsreuth. 18 Horn Oldenburg. 73 Horchen gehen. 155 Hospital in Wohnsiedel mittelst der Alchymie fund irt. 86 Hueb. 193 / 194-201 Encomion und Lob. 205-215 Hundsbruͤck. 148 Hungern voll guter Minerali en. 138 Huͤnersdorff. 27 Huͤner/ daß sie viel Eyer legen. 157 -Sterb. ibid. Hußiten verheeren Voigtland. 87 bestuͤrmen Wohnsiedel vergeb- lich. ibid. J. Japhet der Teutschen Stamm-Va- ter. 2 Jaspis. 114 Jbrand eine Daͤnische Wasser- Nymphe. 76 Jena. 38 Jlm Fl. ibid. Joachimsthal/ dieser Berg-Stadt Aufnahm. 89 Jobst St. 27 Jodiz-Baͤchlein. 37 Johannis St. 18 Jrrlichter. 130 Jtsche Fl. 19 Juden- Register. Juden-Stein. 112 / 113 Schule in Eger. 170 werden in Eger erschlagen ibid. 175 Begraͤbniß in Eger. 170 Jus Naturæ \& Gentium, Publicum, ci- vile, Provinciale, feudale, belli \& pacis \&c. wird von gelehrten Leu- ten umb den Fichtelberg excol irt. 104 K. Kahla. 37 Kalte-Buch. 77 Wasser/ Historie. 315 / 316 Kattschenreuth. 18 Kauerndorff. 17 Kaulsdorff. 37 Kayser Fridericus Barbarossa haͤlt Beylager in Eger. 174 Ludovicus Bavarus. 166 / 167 Wenceslaus verleyhet Lehen zu Eger. 175 Kirchen der Menschen und Geister zu Bischoffgruͤn/ sollen zugleich gehalten werden. 70 Kirchen Lamitz. 36 / 82 Kiese am Fichtelberg. 111 Kieselhoff. 17 Kitzingen. 19 Knopffhuͤtten beruͤhmte in der Stei- nach. 78 Kobolte zweyerley Art. 91 / 92 Kohlbaͤchlein. 21 Koͤnigsberg. 28 Hoͤnigsheyde ihr Lager. 2 / 3 ist der alten Norgauischen Koͤ- nige erste Residenz. 2 und Begraͤbnuͤß-Ort. ibid. deren Beschaffenheit. 3 was da gefunden wird. ibid. Residenz -Stadt allda wird von Attila zerstoͤret. ibid. Koͤnigswerth. 29 / 34 Kotischen Biebersbacher Sauer- Bronnen. 40 Kozau Ober- 36 Unter. 37 Kraut- und Flachs-Land am Fichtel- berg. 99 Kraͤuter an und in denen Fichtel- bergischen Wassern. 40 / 41 Gebuͤrgen und Land. 97 was bey denen auf dem Gebuͤr- ge zu beobachten. 99 Kraut-Saamen bringet Ruͤben. 160 Kraza Fl. 21 fuͤhret Gold. ibid. 43 Krebse in denen Fichtelbergischen Wassern. 41 Krebsenbach Fl. 23 Kredniz Fl. 21 Kriechendes Gewuͤrm umb den Fich- telberg. 109 Kruͤgelsbach Fl. 31 Krumbach Fl. 22 Kuͤhnenberg. 66 Kuͤhe verzauberter Nutzen wieder zu bringen. 154 U u 2 Kuͤn- Register. Kuͤnste so umb den Fichtelberg im Schwange gehen. 103 / 104 Kupffer. 116 . 148 . 272 . 304 Baͤchlein Fl. 17 / 43 Kuttenheyd. 29 L. Lager der Zigeuner am Fichtelberg. 58 Lands-Crone Berg-Geschicht allda. 59 Langenstadt. 18 Laugenstein Raubschloß. 82 Laniz. 36 Lann- oder Laun. 30 Lantzendorff. 17 Lauenburgische Wunder-Geschicht. 77 Laugen-Saltz wie es uͤber und unter der Erden werde. 247 Lasur. 113 . 271 / 272 am Ursprung der Saale son- sten. 308 Leibitsch Fl. 29 Lemnitz. 37 Letten allerley. 114 Lettenbach Fl. 22 Leuchtenberg. ibid. Leupoldsdorff. 31 Leutenbach. 19 Leuten-Marck. 26 Leutmeritz. 30 Libeneck. 27 Lieben. 29 Liebenstein erobert. 77 Liboschowiz. 30 Licht einen Schatz oder Ertz aus der Erden zu gewinnen. 317 / 318 Lichtenfelß. 19 Lindenfelß Herr von 83 Lindenhart. 18 Littersbach. 33 Lob der Fichtelberger Wasser. 44 / 45 Gesang der Schlackenwaldi- schen Hueb. 215-230 Lobeda. 37 Lobenstein. 27 Loch hohles/ und Wizeloch. 51 / 52 Loos- oder Luchsburg. 53-59 oder Lugsburg. 54 Felßen Nutz. 58 / 59 Raubschloͤßer. 53 / 57 / 58 deren Zerstoͤrung. 63 / 64 Schatz. 57 / 58 Loqvitz Fl. 37 Lorentzreuth. 32 Lor Fl. 19 Loͤsten Fl. 26 Loͤstnitz Fl. 36 Lottersbach. 26 Luchsburg. Siehe Loosburg. Luchsen umb den Fichtelberg. 53 einer wird von dem Herrn von Waldenfelß erlegt. 54 Lugen/ was es heiße. 54 Luhe Fl. und Marck. 22 Lufft daraus wachsen Metallen. 46 / 47 . 133-140 Fichtelbergischer Beschaffen- heit. 127-140 . ist gesund. 127 Ludovi- Register. Ludovicus Bavarus. 166 Imperator contra Fridericum. ib. seine Beystaͤndtere. 166 / 167 und Sieg. 166 leidet Mangel an Proviant. 167 M. Machina Papiniana. 256 Marggraf zu Brandenburg Herr Georg Wilhelm. 83 von Vohenburg/ Herr zu E- ger. 64 Ursprung. 179 Maria Culm Wahlfahrt. 28 Marckhausen. 27 Marck Leuten. 26 Denckwuͤrdigkeiten allda. 148 Marlsreuth. 92 daselbsten gab es Zwaͤrge. 92 / 93 Marmor. 113 Mathemati sche und Mechani sche Kuͤn- ste umb den Fichtelberg. 104 Marsus teutscher Koͤnig im Norgau. 2 Zeit-Alter. ibid. Mayerhoff. 26 dessen Teich. ibid. Mayn entspringet aus dem See. 15 / 16 dessen Lauff. 16-19 Weißer. 16-18 woher sein Nahme. 17 Rother. 18 woher sein Nahme. ibid. fuͤhrt Perlen. 45 beeder Vereinigung. 18 Luͤzel-Mayn. 17 . 77 was vor Fluͤße er in sich nim̃t 17-19 fuͤhrt Gold/ Zinn/ und Eisen. 43 ergießet sich in den Rhein. 19 Mayntz woher den Nahmen. ibid. Maͤuse fressen das Getraͤyd 7 . Jahr lang vom Felde weg. 146 Mazen oder Maͤtze hohe. 66 Seelbaz/ suche Schmeerstein. Melckendorff. 17 Medicina dogmatico-Hippocratica, it. Spagyrico-Chemica, it. Secretior umb den Fichtelberg. 103 / 104 Merseburg. 38 Meth von Eger ist beruͤhmt. 169 Metallen in denen Fichtelbergischen Wassern. 42 / 43 wachsen biß diese Stunde. 48-51 auch aus der Lufft. 46 . 133-140 im Fichtelbergischen Gebuͤrge. 115-126 wo sie am liebsten wachsen/ 161-270 Metallisch-Mineralische Witterun- gen. 48 . 130 Meteora am Fichtelberg. 127-140 ungewoͤhnliche. 130-132 Milch viel zu wege bringen. 155 / 156 Miltenberg. 19 Mistelbach. 18 Mittelberg. 77 Moschendorff. 36 Moschwitz. 33 U u 3 Moͤn- Register. Moͤnchen im Berg siehet ein Berg- mann. 147 Moy. 37 Muͤhlbach. 27 Muggendorff. Heydnische Capelle daselbst. 149 Geld. ibid. Muͤhlmeisel 22 / 139 Mulzen Geschlecht. 194 Muscheln in denen Fichtelbergischen Wassern. 41 N. Naab ein Dorff. 21 Naabburg. 22 Naabe entspringt aus dem See. 15 / 16 Unterscheid und Lauff. 20-23 fuͤhrt Gold. 43 faͤllet in die Donau. 23 Naͤchte zwoͤlff. 55 Nagel. NB. 128 / 129 Nahrung der rechten Fichtelberger. 95 / 97 / 99 Narisci. Siehe Norgau. Naschhausen. 37 Naumburg. 38 Naura. ibid. Nayla/ unweit davon ein Zwaͤrge- Loch. 93 Kupffer. 116 Neudeck. 30 Neudorff. 26 Neuer Bau. 21 Neuhaus. ibid. zerstoͤret. 176 Neuschoͤnberg. 30 Neustadt. 21 erobert. 177 Neustadt an dem rauhen Culm. 77 / 78 tapffere Weiber daselbst. 78 Nienburg. 38 Nohaͤ Sohn Japhet der Teutschen Stamm-Vater. 2 Norgau. Woher es den Nahmen. 2 Umfang/ Grentzen/ und Ein- theilung. 3 heutige Beherrschere. 9 erste Jnwohnere. 1 / 2 wer ihnen diese Gegend zu be- wohnen gegeben. 2 . 168 / 169 ihr Nahme. 1 / 2 Ursprung. 2 Koͤnige und Fuͤrsten. ibid. erste Residen tz. ibid. Begraͤbniß-Ort. ibid. Gelegenheit zum Jrrthum. 6 Emendation. 8 Noricus teutscher Fuͤrst im Norgau. 2 gibt dem Land den Nahmen. ib. Nußhart. 81 Nutzen Verzauberten der Kuͤhen wieder zu bringen. 54 Nympsen Theophrasti Paracelsi Mei- nung hievon. 75 eine erscheinet einem Bauer in Dennemarck. 76 leben lange. ibid. O. Obst ob es gerathe. 106 Ochsen- Register. Ochsenberg. 17 Ochsenfurth. 19 Ochsenkopff das Haupt am Fichtel- berg. 17 / 21 / 67 / 70 / 78 Begebenheiten allda. 68-70 Oede- oder Ehewald. 66 Ohorn-Eychhorn/ oder Velchberg. 77 . Oehlberg. 65 Oehlbronn ein Doͤrfflein. ibid. Oldenburgische Horns-Geschicht. 73 / 74 Oelschenbach Fl. 36 Oelßnitz Fl. 17 Orla Fl. 37 Orlamuͤnda. ibid. Otterbaͤchlein. 36 P. Pabst Paulus II. thut Eger in den Bann. 177 Padeck. 30 Papini Machina. 256 Paracelsi Meynung von Nympfen. 75 Lufft-Metallen. 139 / 140 Pegnitz Fl. 19 Peilnstein. 77 Perlen in Fichtelbergischen Wassern. 44 / 45 / 66 / 114 / 139 / 273 / 283 Sonsten. 306 in einem Jahr zu zeugen. 319 Petschau. 34 wer es erbauet. 231 Pfaͤltzische zwey Grentz-Vestungen helffen die Wohnsiedler erobern. 88 Pfefferbad. 251 Pflug Caspar bekommet Schlacken- wald. 193 Pforta. 38 Pfreund Fl. und Stadt. 22 Planckenstein. 37 Plattenberg. 66 Ploß. 19 Pochlowitz. 29 Poͤrßnitz Fl. 36 Prag. 30 Preßat. 22 Prignitz Fl. 27 Probiersteine. 113 Prognosticon, ob der Flachs gerathe. 158 des kuͤnfftigen Jahrs das Obst. 160 Pullenhofen. 23 Pygmæi zweyerley Art. 91 / 92 bey Naila. 92 in Holstein und Sachsen. 94 / 95 Pyramide natuͤrl. von einem Felßen auf der Luchsburg. 55 Q. Qvecksilber in der Fichtelbergischen Lufft. 117 -Ertz/ mancherley. 117 / 118 Qvick-Arbeit Johann Beyers. 121 / 122 R. Rad Register. R. Rad in der Schlackenwalder Berg- Wasser-Kunst. 197 Rangen. 40 Rathhauß in Eger. 171 Rath daselbst. ibid. Raub Schloͤßer umb den Fichtel- berg. 53 / 57 / 58 / 66 / 78 / 80 / 81 / 82 / 83 / 84 Rauher Culm. 22 / 78 Rednitz Fl. 19 Redwitz. 33 gute Jahrmaͤrckte allda. ibid. Regenspurg. 23 Regnitz Ober- 36 Unter-Fl. 37 Rhein Fl. 19 / 20 Reichenbach. 28 Reichendorff. 27 Reichersgruͤn. 26 Reichlingen. 23 Rembda Fl. 37 Reuth Endung vieler Orten am Fichtelberg. 32 Reutlaß. 114 Religion der alten Fichtelberger. 4 Teutschen. 7 Zertrennung. 8 / 9 Wunsch zu deren Vereinigung. 9 Riesen-Gebeine zu Roͤßlau. 147 / 148 Rodenstein. 37 Rolau Fl. 30 Rollenstein. Siehe Rudolphstein. Roͤhrenhoff. 17 Roͤmer haben vom Fichtelberg nichts gewust. 10 sind nicht uͤber die Donau kom- men. ibid. besaßen Bayern 500 . Jahre. ib. Rosenburg. 28 Roͤßlau Fluß. 27 . 30-33 machet ein Wahrzeichen. 31 fuͤhret Gold. ibid. Roͤßlaudorff Ober- und Unter- 26 Riesen-Gebeine allda. 147 / 148 Rotha. 37 Rothenfurthberg. 65 Rotenbach Fl. 22 Rottersbach Fl. 26 Rottenburg. 19 Ruͤben wachsen aus Kraut-Saa- men. 160 Rubin-Spinellen. 114 Rubinen. 279 / 294 / 305 / 308 Rudel- oder Rudolph-Stadt. 37 Rudolph- vulgo Rollenstein. 79 Raub-Schloß. Rußler. 31 / 81 S. Saal Fichtelbergische. 35 / 271 ihr Nahme/ Ursprung/ Lauff. 35-38 fuͤhret Gold. 42 / 43 / 45 weiße Lasur. 271 / 272 faͤllet in die Elbe. 38 Saal ein Bach. 19 Saala Fluß. 21 Saalburg. 37 Saal- Register. Saalfeld. 37 Salpeter-Erden. 114 Salpeters wahre Probe. 241 Saltza. 38 Saltzburg. 168 Sand allerley. 114 Saphier. 114 / 294 Sauerbronnen. 28 / 39 / 40 / 172 wie sie offt wiederum in Ver- achtung kommen. 39 was davon zu halten. 39 umb den Fichtelberg. 40 bey Eger. 172 umb das Carlsbad bey 5 . Mei- len sind deren auf 300 . zu zehlen. 248 halten ein Laugen-Saltz in sich. ibid. Schaͤtze auf der Loos- oder Luchs- burg. 57 / 58 / 59 / 272 in andern Bergen/ 59-63 . 290 / 295 mit einem Licht zu verkund- schafften. 317 zu versetzen/ und zu verblenden. 318 Schiefferbruch. 113 Schiefferstein und Silber-Anger. 66 Schimmelbaͤchlein. 17 fuͤhrt Gold. 43 Schindelhengst. 81 Schirnding ein Paß gegen Boͤh- men und Eger. 33 Schirnding von Jobst/ Hauptmann in Wohnsiedel. 88 Schlackenwald. 29 / 34 Beschreibung. 191-205 Zinn-Bergwerck. 191-201 besondere Art. 197 Schlackenwalder Bach. 29 / 34 / 193 Schlackenwerth. 28 Schlag/ daß er einem andern nicht schade. 160 Schletta oder Schleitach Fl. 27 Schlickischer Grafen Genealogia. 183-191 . Schloßberg. Raubschloß. Felßen allda. 79 / 80 / 81 Schmeerstein umb den Fichtelberg. 111 / 112 was daraus zu machen. ibid. Schmaragd. 114 / 294 / 308 / 311 Schneeberg. 17 / 78 / 79 ist ungemein hoch. 78 Schnee auf dem Ochsenkopff. 68 Schnecken in denen Fichtelbergi- schen Wassern. 41 auf dem Fichtelbergis. Land. 110 Schneckenstein. 112 Schnellenbach Fl. 31 Schnettenbach Fl. 22 Schoͤnbach. 29 Schoͤnbronn. 31 2. Raubschloͤßer allda. 82 Schoͤnfeld. 29 / 34 / 192 Schoͤnlind. 23 Schwaden was er sey. 201-205 X x Schwa- Register. Schwanendorff. 22 Schwartza Fl. 37 Schwartzach Fl. 22 Schwartzberg. 65 Schwaͤrtzenbach an der Saale. 36 Schwartzenbaͤchlein. 21 Schwartzfeld. 22 Schwefel-Kiese. 114 Schweine bringen aus Kappis- Saamen Ruͤben zuwegen. 160 Schweinfurth. 19 Schweßnitz. 36 Schweppermanns Lob. 169 See Brandenburger. 24 Weißenstaͤdter. 24-26 . 142 des Fichtelbergs. 11 / 67 dessen Grentzen. 14 Weyher. 21 Seeburg. 27 Seitig/ ein Ort bey Weissenstadt. 144 Selbe Fl. 26 Flecken. ibid. Denckwuͤrdigkeiten. 48 Selbitz Fluß. 37 Flecken. 92 Seilbitz. 36 Sendelbach. 18 Seulen und Statu en der alten Teut- schen. 7 Seußen. 32 Sibyllæ Cumanæ Grotta, und wun- derbahre Begebenheit allda. 71. seqq. Siegel in Eger. 171 Silber am Fichtelberg. 118-126 / 122 / 148 / 272 / 274 / 277 / 278 / 279 / 280 / 281 / 285 / 287 / 289 / 291 Silberbronnen. 66 Silbergruben. 111 / 113 Silberhaltige Bley-Gaͤnge. 115 Gaͤnge/ und Koͤrner. 293 / 294 / 297 / 299 / 302 / 303 / 304 / 310-317 Simmelbuch. 18 Sinna Fl. 19 Sonne ein Gegenbild GOttes. 6 von denen alten Parsis verehrt. ibid. was sie dadurch verstanden. 5 / 6 Sparnberg. 37 Sparneck. 36 Sparnecker Wald. 81 Sprache und Sitten der rechten Fichtelberger. 99-101 Spießglas. 116 / 119 Spiegel abwesende Dinge zu sehen. 153 Sprichwort vom Fichtelberg. 45 / 100 / 126 / 128 Staffelstein. 19 Staudten am Fichtelberg. 96 / 97 Steebener Sauerbronnen. 40 Stein. 27 Steinach Fl. die warme und kalte. 18 Doͤrffer gleiches Nahmens. 18 / 22 / 78 Stein- Register. Steinbach Fl. 21 Steine am Fichtelberg. 110-113 wunderbahrer bey Selb. 148 woher sie kommen. 249 Steinhausen. 17 Stein-Selbe Fl. 26 Sterb/ Mittel dawieder. 156 Sternseherin. 81 Sternstein. 21 Stockenroth. 36 Straßburg. 168 Streitberg. 112 / 148 T. Taciti Cornelii Zeugniß von der al- ten Teutschen Religion. 6 Talck/ allerley. 114 Tangelsbach Fl. 26 Tapfferkeit der Wohnsiedler. 87 / 88 Weiber zu Neu- stadt. 78 Artzberger. 89 Tauber Fl. 20 Terra sigillata. 113 Taschwitz. 29 Teste gute/ die nicht rauben. 328 Teutsche woher sie kommen. 2 ihr Zug nach Europa. ibid. erste Koͤnige und Fuͤrsten. ibid. Residenz- Stadt im Norgau. ibid. alte waren tugendhasst. 4 deren Religion. ibid. Lehrart in was sie bestan- den. 5 / 6 bey wem sie bestanden. 8 wie sie in Vergessenheit kommen. ibid. hatten weder Goͤtzen/ Tempel/ noch Prie- ster. 7 Seulen und Statu en. ibid. Gelegenheit zum Jrr- thum. ibid. Thauritz Fl. 22 Thaut/ was die Alten dadurch ver- standen. 5 Theophrasti Paracelsi Meynung von Nymphen. 75 Lufft-Metallen. 140 Theologia Symbolica, contemplativa, und Naturalis werden umb den Fichtelberg exerc irt. 103 / 104 Theodorus Bavarus giebt denen Na- riscis einen Wohn-Platz. 2 / 168 / 169 Tieffengruͤner Baͤchlein. 37 Thiere auf denen Fichtelbergischen Gebuͤrgen und Thaͤlern. 99 / 104 / 105 / 106 . \&c. Wassern. 41 Thiersheim. 33 / 111 Thierßnitz. 27 Thierstein. 26 wovon es bekant. 148 Tiegel zum Probiren fest zu machen. 319 Topasen. 113 / 308 X x 2 Todten- Register. Todten-Kopff. 66 Trautenberg. 21 Trebnitz. 32 Thuisco Nohæ Uhr-Enckel. 2 Tuͤrckiß. 311 U. Ubelriechende Waͤchter abzuferti- gen. 160 Velch-Ohorn/ oder Eychhornberg. 77 Verstand der Fichtelberger. 101 Uhlstadt. 37 Victriol- Kiese. 114 Viehe-Sterb Mittel dawieder. 156 verlohrnes Viehe wieder zu haben. ibid. Vills Fluß. 23 Ulm will Ludovicum vor keinen Kayser erkennen. 166 Ulrichsbach. 36 Unsichtbar zu machen. 318 / 319 Unterirdische Gaͤnge. 66 Feuer. 252-256 Hitze. 255 / 256 Unterlind. 21 Untreu Fl. 36 Voͤgel in denen Fichtelbergischen Wassern. 41 auf dem Fichtelbergischen Land. 105-107 rauberischer Wohnung. 58 Vogelbeer-Brey ist eine allgemei- ne Artzney der Fichtelberger. 96 Vohburg der Marggrafen Ur- sprung. 179 Voit Summrach. 23 / 24 Volckach. 19 Voitlaͤnder/ Varisci olim advocati. 185 Uppenroth. 36 W. Wacholder besonders viel am Fich- telberg. 96 Waͤchter uͤbelriechende abzuferti- gen. 160 Waldeck. 77 belagert/ erobert/ geschleifft. ib. Waldenfelß Herr von-erlegt einen Luchsen. 54 Waldnaabe zweyerley. 20 / 21 Waldsaßen. 33 wer das Closter gestifftet. 142 / 165 wer sie gewesen. 165 Waldstein/ Raub-Schloß. 36 / 81 Wann Siegmund ein Alchimist stiff- tet das Hospital in Wohnsiedel. 85. seqq. Wappen von Eger. 168 / 170 Warmes Bad. Siehe Carlsbad. derselben Ursprung. 248 Was sie sind. 249 Warme Register. Warme Baͤder/ was davon zu hal- ten. 39 Wasser der Fichtelbergischen Frucht- barkeit an allen 3. Reichen. 40-45 darinnen wachsen Metallen. 45-48 Lob. 43-45 wird Stein. 249 dessen Menge unter der Erden woher. 250 Weibsbild melancholisches wohnte in der Loosburg etliche Jahre. 57 Weiber Tapfferkeit. 78 / 90 Weiden. 22 Weidenberg. 18 / 114 Weißbaͤchlein. 17 / 43 Weißdorff. 36 Weissenfelß. 38 Weißen Heyde. 23 / 24 Weißenstadt. 23 / 24 gesuͤndster Ort in Teutschland. 52 / 142 See/ dessen Eigenschafft. 25 / 26 / 142 deren Historie. 141-147 Wahrzeichen. 143 Berg-Gericht allda. 144 Weiß Mayns-Weyher. 17 Webersbach. 36 Wernberg. 22 Werthheim. 19 Wetterau. 37 Wierßberg. 65 Winselburg. 173 Wildenau. 22 Wipper. 38 Wirbens. 22 Wisent Fl. 19 Wisenthau. 37 Wistritz Fl. 30 Wissenschafften um den Fichtelberg. 103 / 104 Witterung umb den Fichtelberg. 127 / 128 / 140 Metallische. 48 / 130 Wogau. 28 Sauerbronnen. ibid. Wohnungen rauberischer Voͤgel. 58 Wolffstein Raubschloß. 82 Wolfframshoff. 22 Wondera Fl. 28 / 33 Wonsiedel oder Wunsiedel. 31 deren Historie. 83-89 Lager. 83 alter und neuer Zustand. 84 Aufnahm. 84 / 85 Wahrzeichen. 31 Wird privileg irt. 85-88 dreyerley Sachen wegen be- ruͤhmt. 85 / 88 Boͤckler Art. 83 / 84 von denen Hußiten/ und Boͤh- men vergeblich belagert. 87 / 88 schmeltzet seinen Zinnstein in Weissenstadt. 144 Wunder- Register. Wunderbach Fichtelbergischer. 40 Wuͤndischen Eschenbach. 21 Wuͤstenstein. 112 Wuͤrßengruͤn zerstoͤrt. 176 / 177 Wuͤrtzburg. 19 Wurtzeln am Fichtelberg. 97 Z. Zauberey. 154 Kraͤuter dawieder. 98 / 155 Zeitel Moos. 90 / 91 Weyher. 90 soll voll wunderbahrer Bege- benheiten seyn. 90 / 91 was daselbst einsmahls einem gelehrten Mann begegnet. 90 was dem Autori begegnet. 90 / 91 Zeiten wohlfeile in Weissenstadt. 146 Zelle. 36 / 271 Zeller Wald. 82 Zeltendorff. 27 Ziegenruͤck. 37 Ziegeuner Lager. 58 werden bey Weißenstadt nie- der gemacht. 146 Zinn-Bergwerck. 144 / 192-200 Zinn/ so Silber-haltig/ zu Weissen- stadt. 144 zu Schlackenwald. 192 / 195 Zinn-Seiffenwerck. 31 / 115 / 116 / 84 Zitta. 38 Zottenberg Geschicht wunderbahre allda. 60-62 Zweifelstein. 77 Zweifferbach. 31 Zwerbach Fluͤßl. 22 Zwickau Kohlberg daselbst. 256 Zwotta Fl. 29 / 33 Zwaͤrge im Burggrafthum Nuͤrm- berg oberhalb Gebuͤrgs. 92 / 93 / 94 in Teutschland. 94 / 95