EIN TRAUM VON STUNDEN UND JAHREN Es ziehn vorbei vergessner stunden züge ... Den schatten schmückte ich mit bleichen blumen Und von der decke bis zum estrich hin Liess ich die wände lange falten tragen Gefärbt von toten nächten und verlornen tagen Und meine bleich gewordnen träume In noch bleicheren schatten Erschienen darin eingewebt Mit reinen händen drin die goldne blume bebt. Des alten und trübsinnigen hauses grund Von saal zu saal · von stund zu stund Durchschweifst du · lächelst · weinst · Erinnerung mit dem angesicht von einst · Schreitest auf sandalen Lautlos wie neben einem schläfer her. Die klare silberampel mit dem goldnen öl Verstreut durch deine wachsam bleichen hände strahlen Auf der Vergessenen wangen Auf ihrer augen schlaf und ihrer lippe kühle · Sie die im fahlen kleide mit juwelenspangen Sich schlummernd stützen in dem alten chorgestühle. Und meine seele wohnt in trübem haus Wo bis zum estrich von der decke aus Die wände lange falten tragen Von toten nächten und verlornen tagen. Die fenster ach! sind offen all gen norden. Der horizont ist himmel weg und flut. O dass ich noch mit meinen träumen schwebte · Geführt wie einst längs weg und flut! O dass mein traum noch vor mir schwebte Mit reinen händen drin die goldne blume ruht!