Die glückliche Glühbirne Helmut Wördemann Es war einmal eine Glühbirne, die strahlte vor Glück, wenn sie nur eingeschaltet wurde. Sie hatte eine natürlich glühende Lebensfreude und war nicht etwa stolz darauf, der hellste Kopf im Zimmer zu sein. Das merkte sie nicht einmal. Eines Abends aber, im Hochgefühl des warmen Glückes, riss ihr zentrales Nervensystem, sie erlosch, wurde prompt ausgeschraubt und in den Mülleimer geworfen, zu Gemüseresten und leeren Dosen. »Nun denn,« sagte die Glasbirne zu sich selber, »kann ich im großen Raum nicht mehr leuchten, glänze ich eben im kleinen. Leuchte ich nicht selber, so vermehre ich doch das Licht, indem ich es reflektiere.«