Der glückliche Regentropfen Helmut Wördemann Es war einmal ein Regentropfen, der hing an einem Blütenzweig über einem Blumenbeet. Und die Sonne schien ihm lächelnd in den Bauch. »Du willst mich doch nur vernaschen,« sagte der Wassertropfen und drehte sich kokett, um seine ganze silbrige Schönheit glänzen zu lassen. Da löste er sich vom Blütenzweig und stürzte hinab in das Beet und tränkte ein kleines Vergissmeinnicht. Das Vergissmeinnicht saugte den Wassertropfen auf und verwandelte ihn in Nektar. Den schlürfte eine Biene und machte Honig daraus. »Lecker,« schmatzte der Mensch, »kein bisschen wässerig.«