Die hundert neuen Novellen (Cent Nouvelles Nouvelles) Frankreich, anonym Deutsche Übersetzung(1907): Alfred Semerau Verzeichnis der Novellen Es folgt das Verzeichnis dieses Die hundert neuen Novellen betitelten Buchs, das hundert Kapitel oder Historien oder, besser gesagt, neue unterhaltende Erzählungen enthält. Die erste Novelle , vom Herrn Herzog erzählt, handelt von einem Mann, der Gelegenheit fand, die Frau seines Nachbarn zu besitzen, den er aus der Stadt geschickt hatte, um sich ihrer bequemer erfreuen zu können; und als dieser von seiner Reise heimkehrte, fand er ihn mit seiner Frau im Bade. Er wußte nicht, daß sie es war, und wollte sie sehen, und das ward ihm gestattet, doch durfte er nur den Hintern sehen, und danach urteilte er, sie scheine seine Frau zu sein, doch wagte er es nicht zu glauben. Und damit begab er sich hinweg und suchte daheim seine Frau auf, die man durch ein Tor aus dem Haus gelassen hatte, und erzählte ihr von seinem Verdacht. Die zweite Novelle , von Herrn Herzog Philipp erzählt: von einem jungen Mädchen, das die Hämorrhoiden hatte und einem Franziskaner, der es heilen wollte, sein einziges gutes Auge raubte, und von dem daraus folgenden Prozeß. Die dritte Novelle , von Herrn de la Roche erzählt, meldet: wie ein Ritter die Frau seines Müllers täuschte, der er einredete, ihr Vorderes würde ihr abfallen, und wie er es ihr mehrere Male wieder einschlug. Und der Müller, der es erfahren, fischte nach einem von der Frau des Ritters verlorenen Diamanten und fand ihn in ihrem Leibe, wie später der Ritter wohl erfuhr; daher rief er ihn Fischer, und der Müller nannte ihn Annagler. Die vierte Novelle , vom Herrn Herzog erzählt: von einem schottischen Büchsenschützen, der in eine schöne und schmucke Frau verliebt war, die Gattin eines Krämers. Auf Geheiß ihres Mannes bestellte sie eines Tages den Schotten zu sich, er erschien auch und besorgte sein Geschäft, solange er wollte. Der Krämer war zwischen Bett und Wand verborgen und konnte alles sehen und hören. Die fünfte Novelle , von Philipp de Loan erzählt: von zwei Urteilssprüchen des Herrn Talbot, und zwar handelt der eine von einem Franzosen, der trotz des Geleitbriefs von einem Engländer festgenommen ward. Dieser mußte sich in Gegenwart Talbots gegen den mit einem Schwert auf ihn einhauenden Franzosen mit Nestelbändern verteidigen; der andere von einem Menschen, der die Kirche beraubt hatte und den er schwören ließ, keine Kirche mehr zu betreten. Die sechste Novelle , von Herrn de Launoy erzählt: von einem Trunkenbold, der dem Augustinerprior vom Haag in Holland beichten und nach seiner Konfession sterben wollte, indem er sagte, er sei jetzt dazu in guter Verfassung. Und er meinte, der Kopf wäre ihm abgeschnitten und er tot, und durch seine Genossen, die sagten, sie wollten ihn begraben, ward er fortgebracht. Die siebente Novelle , vom Herrn Herzog erzählt: von dem Goldschmied aus Paris, der den Fuhrmann bei sich und seiner Frau schlafen ließ, und wie der Fuhrmann von hinten sich ihrer freute, wessen der Goldschmied sich versah und was er zu dem Fuhrmann sagte. Die achte Novelle , von Herrn de la Roche erzählt: von einem in Brüssel weilenden Pikarden, der die Tochter seines Herrn schwängerte und deshalb zu rechter Zeit seinen Abschied nahm und in der Pikardie sich verheiraten wollte. Und bald nach seinem Scheiden bemerkte die Mutter der Tochter Schwangerschaft, die in ihrem Unglück ihr berichtete, wie es um sie stand. Die Mutter schickte sie zu dem besagten Genossen, der sie infolge eines ihm an seinem Hochzeitstag begegnenden Zufalls heiratete. Die neunte Novelle , vom Herrn Herzog erzählt: von einem Ritter aus Burgund, der in eine der Kammerfrauen seiner Gemahlin verliebt war. Wie er bei ihr zu schlafen gedachte, erkannte er, daß seine Frau sich an Stelle ihrer Kammerfrau ins Bett gelegt hatte. Und wie ein andrer Ritter, sein Nachbar, auf sein Geheiß ebenfalls bei seiner Frau geschlafen hatte, womit er sehr unzufrieden war, obwohl seine Frau davon niemals etwas erfuhr und nur ihren Mann bei sich gehabt zu haben glaubte. Die zehnte Novelle , vom Herrn de la Roche erzählt: von einem Ritter in England, der auch nach seiner Heirat wünschte, sein Liebling solle ihm wie vordem Bekanntschaft mit schönen Mädchen vermitteln. Das wollte er nicht tun, und er entschuldigte sich, doch sein Herr führte ihn auf den früheren Weg dadurch zurück, daß er ihm beständig Aalpasteten servieren ließ. Die elfte Novelle , vom Herrn Herzog erzählt: von einem geilen Eifersüchtigen, der nach vielen den verschiedenen Heiligen ob der Heilung von der verwünschten Krankheit dargebrachten Spenden dem Teufel, den man gewöhnlich zu Füßen des heiligen Michael darstellt, eine Kerze darbringen ließ; und von dem, was ihm träumte und beim Erwachen begegnete. Die zwölfte Novelle , von Herrn de la Roche erzählt: von einem Holländer, der Tag und Nacht, zu jeder Stunde seine Frau im Liebesturnier ansprang, und wie er sie, als sie durch einen Wald gingen, einmal auf die Erde warf unter einem hohen Baum, auf dem ein Bauer saß, der sein Kalb verloren hatte. Und er nahm ein Verzeichnis der Reize seiner Frau auf und sagte, er sehe soviel schöne Dinge, und beinah die ganze Welt, worauf der Bauer ihn fragte, ob er nicht sein Kalb, das er suchte, sehe; er meinte dessen Schwanz zu sehen. Die dreizehnte Novelle , von Herrn de Castregat erzählt, meldet: wie der Schreiber eines Anwalts in England seinen Herrn betrog und ihm vorredete, er hätte keine Hoden, und aus diesem Grunde die Hut über seine Herrin auf dem Land und in der Stadt erhielt, und wie sie sich gute Tage machten. Die vierzehnte Novelle , von Herrn de Créquy, Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies, erzählt: von dem Einsiedler, der die Tochter einer armen Frau betrog und ihr einredete, ihre Tochter werde von ihm einen Sohn gebären, der Papst werden würde; und als sie niederkam, war es eine Tochter, und so ward der Betrug des falschen Einsiedlers aufgedeckt, der ob dieser Ursache aus dem Land floh. Die fünfzehnte Novelle , von Herrn de la Roche erzählt: von einer Nonne, die ein Mönch zu betrügen gedachte. Er, nahm einen Gefährten mit sich, der ihr sein Instrument zum Betasten geben mußte, ob es den Handel lohne; und der Mönch stellte seinen Gefährten an seinen Platz, und was er von ihr für eine Antwort erhält. Die sechzehnte Novelle , vom Herrn Herzog erzählt: von einem Ritter aus der Pikardie, der nach Preußen ritt; und indessen gab sich Madame, seine Frau, andern hin; und zur Stunde, da ihr Mann heimkam, lag sie zu Bett mit ihrem Freunde, den sie durch ihren feinen Scharfsinn aus dem Zimmer zu bringen wußte, ohne daß es ihr Mann, der Ritter, bemerkte. Die siebzehnte Novelle , vom Herrn Herzog erzählt: von einem Parlamentspräsidenten, der sich in seine Kammerfrau verliebte, die er, als sie Mehl siebte, vergewaltigen wollte; doch durch ihre schönen Worte hielt sie ihn von sich und gab ihm das Mehlsieb, das sie handhabte, und suchte dann ihre Herrin auf, die in diesem Zustande ihren Gatten und Herrn fand, wie ihr nachher hören werdet. Die achtzehnte Novelle , von Herrn de la Roche erzählt: von einem Edelmann aus Burgund, der Gelegenheit fand, für zehn Dukaten bei der Kammerfrau zu schlafen. Doch ehe er ihr Zimmer verlassen wollte, erhielt er seine zehn Dukaten wieder und ließ sich auf den Schultern der Kammerfrau durch das Zimmer des Wirts tragen. Und während er dies Zimmer passierte, ließ er wohlbedacht einen Furz, der die ganze Geschichte verriet, wie ihr in der unten erzählten Novelle hören werdet. Die neunzehnte Novelle , von Philipp Vignier erzählt: von einem Kaufmann in England, dessen Frau in seiner Abwesenheit ein Kind gebar und sagte, es gehöre ihm. Und wie er sich, da sie ihm vorgeredet hatte, es sei aus Schnee entstanden, dessen geschickt entledigte und ihr erzählte, der Schnee sei durch die Sonne geschmolzen. Die zwanzigste Novelle , von Philipp de Loan erzählt: von einem plumpen Champagnarden, der vor seiner Heirat noch niemals das Tier mit den zwei Rücken gespielt hatte, worüber seiner Frau wohl das Lachen verging. Und von dem Mittel, das ihre Mutter fand, und dem plötzlichen späteren Tränenausbruch des Tölpels bei einer festlichen Versammlung, nachdem man ihm das Liebeshandwerk gewiesen hatte, wie ihr ausführlich nachher hören könnt. Die einundzwanzigste Novelle , von Philipp de Loan erzählt: von einer Äbtissin, die krank ward, weil ihr das fehlte, was ihr euch schon denken könnt und was sie nicht tun wollte aus Angst, von ihren Nonnen gescholten zu werden. Und alle einigten sich mit ihr, tun zu wollen wie sie, und so geschah's denn auch in reichem Maß. Die zweiundzwanzigste Novelle , von Caron erzählt: von einem Edelmann, der ein junges Mädchen schwängerte und sich danach zu einem Kriegsschauplatz begab. Und vor seiner Rückkehr ließ sie sich mit einem andern ein, dem sie ihr Kind gab. Und der Edelmann, aus dem Krieg heimgekommen, verlangte sein Kind, und sie bat ihn, es ihrem neuen Freund zu lassen, indem sie versprach, das erste Kind, das sie gebären würde, wolle sie ihm sicher und gewiß geben, wie es euch unten erzählt werden wird. Die dreiundzwanzigste Novelle , von Herrn de Quievrain erzählt: von einem Schreiber, in den seine Herrin verliebt war, die mit gutem Vorbedacht ihm ihre Neigung zu verstehen gab, nachdem sie den Strich, den der Schreiber ihr gezogen, überschritten hatte. Das sah ihr kleiner Sohn und sagte seinem Vater, als dieser gekommen war, er sollte nicht den Strich passieren. Denn täte er's, »so würde der Schreiber ihm tun, wie er seiner Mutter getan«. Die vierundzwanzigste Novelle , von Herrn de Fiennes erzählt: von einem Grafen, der ein sehr schönes, junges schmuckes Mädchen, die Tochter eines seiner Untertanen, zu vergewaltigen gedachte, und wie es ihm mittels seiner Stiefel entschlüpfte. Doch später nahm er sich ihrer sehr an und verhalf ihr zu einer Heirat, wie euch nachher erklärt werden wird. Die fünfundzwanzigste Novelle , von Herrn de Saint Yon erzählt: von einem Mädchen, das einen Mann der Notzucht anklagte, den sie selbst angewiesen hatte, das, was er suchte, zu finden, und von dem darauffolgenden Urteil. Die sechsundzwanzigste Novelle , von Herrn de Foquessolles erzählt: vom Liebeshandel eines Edelmanns und eines Fräuleins, das die Treue des Edelmanns auf eine wundersame und feine Weise erprobte und drei Nächte bei ihm schlief, ohne daß er wußte, daß sie es war. Er meinte vielmehr, es wäre ein Mann, so wie ihr späterhin ausführlicher hören könnt. Die siebenundzwanzigste Novelle , von Herrn de Beauvoir erzählt: von der Liebe eines großen Herrn aus diesem Königreich und einer schmucken, verheirateten Frau, die, um ihrem Galan ein Stelldichein zu geben, ihren Mann durch ihre Kammerfrauen in einen Koffer stecken und ihn die ganze Nacht drin sitzen ließ, während sie mit ihrem Liebhaber die Zeit zubrachte, und von der Wette, die zwischen ihr und ihrem Mann eingegangen ward, wie euch später erzählt werden wird. Die achtundzwanzigste Novelle , von Herrn Michault de Changy gesagt und erzählt: von dem Stelldichein, das einem großen Fürsten dieses Königreichs durch ein Fräulein, Kammerfrau der Königin, bewilligt ward, und von der kleinen Waffentat des genannten Fürsten und den Flausen, die besagtes Fräulein der Königin sagte wegen ihres Windspiels, das mit voller Absicht aus dem Zimmer erwähnter Königin ausgesperrt war, wie ihr nachher hören werdet. Die neunundzwanzigste Novelle , vom Herrn Herzog erzählt: von einem Edelmann, der seiner Frau in der ersten Nacht nach der Hochzeit, nachdem er ihr nur einen Stoß versetzt hatte, ein Kind machte; und wie er sich infolgedessen benahm und was er darüber seinen Freunden sagte, die ihm die Brautsuppe brachten, wie ihr später hören werdet. Die dreißigste Novelle , von Herrn de Beauvoir erzählt, dem Franzosen: von drei Kaufleuten aus Savoyen, die zum heiligen Antonius von Vienne wallfahrteten und durch drei Franziskaner getäuscht und betrogen wurden, die bei ihren Frauen schliefen, während diese mit ihren Männern zusammen zu sein glaubten; und wie durch ihren Bericht ihre Gatten davon erfuhren und wie diese sich danach benahmen, wie ihr später hören werdet. Die einunddreißigste Novelle , von Herrn de la Barre vorgetragen: von dem Edelmanne, der das Maultier seines Freundes fand und bestieg; es führte ihn an die Tür der Geliebten seines Herrn, und der Edelmann wußte es dahin zu bringen, daß er im Hause schlief, wo sein Genosse ihn fand; und außerdem von den Worten, die zwischen ihnen gewechselt wurden, wie es euch weiter unten ausführlicher dargetan werden wird. Die zweiunddreißigste Novelle , von Herrn de Villiers erzählt: von den Franziskanern von Ostelleria in Katalonien, die den Zehnten von den Frauen der Stadt erhoben, und wie das bekannt ward und welche Strafe dafür durch den Herrn und seine Untertanen folgte, wie ihr hören werdet. Die dreiunddreißigste Novelle , vom Herrn Herzog erzählt: von einem edlen Herrn, der sich in ein Fräulein verliebte, was ein andrer großer Herr bemerkte, der es ihm sagte; und der andre verbarg es ihm stets und war gänzlich in seine Liebesleidenschaft verstrickt; und wie später sich beide dem Fräulein gegenüber benahmen, wie ihr hier nachher hören könnt. Die vierunddreißigste Novelle , von Herrn de la Roche erzählt: von einer verheirateten Frau, die zwei Genossen ein Stelldichein gab, die sich einfanden und bei ihr ans Werk gingen, und der Mann kam bald danach hinzu; und von den Worten, die später fielen, und wie sie sich benahmen, wie ihr nachher hören werdet. Die fünfunddreißigste Novelle , von Herrn de Villiers erzählt: von einem Ritter, dessen Liebste sich verheiratete, während er sich auf der Reise befand; bei seiner Heimkehr fand er sie zufällig auf, und sie ließ, um bei ihrem Geliebten schlafen zu können, ein junges Fräulein, ihr Kammermädchen, zu ihrem Mann sich legen; und von den Worten zwischen dem Mann und dem reisenden Ritter, wie euch ausführlicher nachher erzählt werden wird. Die sechsunddreißigste Novelle , von Herrn de la Roche erzählt: von einem Edelmann, der seine Geliebte, in die er sich sehr vergafft hatte, zwischen zwei andern Edelleuten sah und bemerkte, daß sie beide an ihren Zügeln hielt; und ein andrer Ritter, der um seine Angelegenheit wußte, gab es ihm zu verstehen, wie ihr nachher hören werdet. Die siebenunddreißigste Novelle , von Herrn de la Roche erzählt: von einem Eifersüchtigen, der alle Arten, wie in der Vergangenheit die Frauen ihre Männer hintergingen, soweit er hören und erfahren konnte, aufzeichnete; doch endlich ward er getäuscht durch das schmutzige Wasser, das der Liebhaber seiner Frau aus einem Fenster auf sie schüttete, als sie von der Messe kam, was ihr später hören werdet. Die achtunddreißigste Novelle , von Herrn Seneschall von Guyenne erzählt: von einem Bürger von Tours, der eine Lamprete kaufte und sie seiner Frau zum Kochen schickte, weil er seinen Pfarrer bewirten wollte, und die genannte Frau schickte sie einem Franziskaner, ihrem Freund; und wie sie ihre Nachbarin bei ihrem Mann schlafen ließ, die, Gott weiß wie, geschlagen ward, und was sie ihrem Mann einredete, wie ihr unten hören werdet. Die neununddreißigste Novelle , von Herrn de Saint-Pol erzählt: von dem Ritter, der in Erwartung seiner Dame dreimal mit der Kammerfrau arbeitete, die sie geschickt hatte, um den besagten Ritter zu unterhalten, damit er sich nicht allzusehr langweile; und dann arbeitete er dreimal mit seiner Dame; und wie der Mann alles von der Kammerfrau erfuhr, wie ihr hören werdet. Die vierzigste Novelle , von Herrn Michault de Changy erzählt: von einem Jakobiner, der seine Geliebte, eine Metzgerin, um einer andern schöneren und jüngeren willen verließ; und wie die genannte Metzgerin in sein Haus durch den Kamin zu gelangen gedachte. Die einundvierzigste Novelle , von Herrn de la Roche erzählt: von einem Ritter, der seiner Frau ein Panzerhemd anlegen ließ, wenn er ihr das, was ihr euch denken könnt, tun oder die Zähne zählen wollte; und von dem Schreiber, der sie es auf andere Weise lehrte, was sie beinahe ihrem Mann mit eigenem Mund verraten hätte, wenn sie nicht sofort eine Ausrede bei der Hand gehabt hätte. Die zweiundvierzigste Novelle , von Mériadech erzählt: von einem Dorfpfarrer, der zu Rom weilte, und da er dachte, seine Frau wäre tot, ward er Priester und erhielt die Pfarre seiner Stadt, und als er in die Pfarre kam, war die erste Person, der er begegnete, seine Frau. Die dreiundvierzigste Novelle , von Herrn de Fiennes erzählt: von einem Bauern, der einen Mann auf seiner Frau fand und ihn nicht tötete, um eine Last Getreide zu gewinnen; und die Frau vermittelte den Vertrag, damit der andere vollende, was er begonnen hatte. Die vierundvierzigste Novelle , von Herrn de la Roche erzählt: von einem Dorfpfarrer, der eine Gelegenheit fand, ein Mädchen zu verheiraten, in das er verliebt war und das ihm versprochen hatte, seinen Willen zu tun, wenn es verheiratet wäre; daran erinnerte er sie am Tage ihrer Hochzeit, was ihr Mann ganz ausführlich hörte und worauf er seine Vorkehrungen traf, wie ihr hören werdet. Die fünfundvierzigste Novelle , von Herrn de la Roche erzählt: von einem jungen Schotten, der vierzehn Jahre lang in Frauenkleidern ging und so mit Mädchen und verheirateten Frauen zusammenschlief, wofür er endlich gestraft ward, wie ihr nachher hören werdet. Die sechsundvieizigste Novelle , von Herrn de Thieuges erzählt: von einem Jakobiner und der Nonne, die sich auf einer Wiese niederlegten, um den Liebeskampf zu beginnen, unter einem Apfelbaum, auf dem sich jemand versteckt hatte, der um ihre Absicht wußte und der für diesmal ihr Vorhaben hinderte, wie ihr ausführlicher später hören werdet. Die siebenundvierzigste Novelle , von Herrn de la Roche erzählt: von einem Präsidenten, der von dem schmählichen Lebenswandel seiner Frau erfuhr und sie durch ihr Maultier ertränken ließ, das er acht Tage nichts hatte trinken lassen und dem er währenddessen Salz zum Lecken gegeben, wie es genauer dargetan werden wird. Die achtundvierzigste Novelle , von Herrn de la Roche erzählt: von jener, die nicht leiden wollte, daß man sie küßte, doch wohl wünschte, daß man ihr das Unterteil vollstopfte; und sie gab alle ihre Glieder außer dem Munde preis; und von dem Grunde, den sie dafür angab. Die neunundvierzigste Novelle , von Pierre David erzählt: von dem Mann, der seine Frau mit einem Menschen zusammen sah, dem sie ihren ganzen Leib überließ außer ihrem Hintern, den sie ihrem Mann vorbehielt. Der ließ ihr ein Kleid aus grobem Wolltuch machen und auf das Hinterteil ein schönes Stück Scharlach setzen; und so ließ er sie eines Tages vor allen seinen Freunden erscheinen. Die fünfzigste Novelle , erzählt von Anthoine de la Sale, Haushofmeister des Herzogs: von einem Vater, der seinen Sohn töten wollte, weil er auf seine Großmutter steigen wollte, und von der Antwort des genannten Sohns. Die einundfünfzigste Novelle , vom Schauspieler erzählt: von der Frau, die auf dem Totenbett in Abwesenheit ihres Mannes ihre Kinder verteilte, die er für die seinen hielt; und wie eins der kleinsten seinen Vater davon in Kenntnis setzte. Die zweiundfünfzigste Novelle , von Herrn de la Roche erzählt: von drei Vorschriften, die ein Vater auf dem Totenbett seinem Sohn machte, die der Sohn aber doch verkehrt befolgte. Und wie er von einem jungen Mädchen, das er geheiratet hatte, sich trennte, weil er es mit dem Pfarrer des Hauses in der Hochzeitsnacht zusammenschlafen sah. Die dreiundfünfzigste Novelle , vom Herrn Amtmann von Brüssel: von zwei Männern und zwei Frauen, die auf die erste Morgenmesse warteten, um sich zu heiraten. Und da der Pfarrer nicht allzu klar sah, nahm er die eine für die andere und gab jedem Mann die falsche Frau, wie ihr hören werdet. Die vierundfünfzigste Novelle , von Mahiot d'Anquasmos erzählt: von einem Fräulein aus Mabeuge, das sich einem Fuhrmann hingab und mehrere anständige Leute abwies; und von der Antwort, die es einem edlen Ritter gab, weil er ihm mehrfachen Tadel aussprach, wie ihr hören werdet. Die fünfundfünfzigste Novelle , von Herrn de Villiers erzählt: von einem Mädchen, das die Pest hatte und wegen dessen drei Männer, weil sie mit ihm Umgang gepflogen hatten, starben; und wie der vierte gerettet ward und es selbst auch. Die sechsundfünfzigste Novelle , von Herrn de Villiers erzählt: von einem Edelmann,der in einer Schlinge, die er gelegt hatte, den Pfarrer, seine Frau und sein Kammermädchen fand und einen Wolf mit ihnen; und er verbrannte sie allesamt, weil der genannte Pfarrer ein Liebesverhältnis mit seiner Frau hatte. Die siebenundfünfzigste Novelle , von Herrn de Villiers erzählt: von einem Fräulein, das einen Schäfer heiratete, von der Art des Heiratsvertrags und von dem, was darüber ein Edelmann, der Bruder des besagten Fräuleins, sprach. Die achtundfünfzigste Novelle , vom Herrn Herzog erzählt: von zwei Genossen, die ihre Damen gegen sich höflicher zu finden dachten und so lange das Liebeshandwerk trieben, bis sie nicht mehr konnten; und dann sagten sie, als die Fräulein sich nicht um sie kümmerten, sie hätten dasselbe Spiel wie sie getrieben, wie ihr nachher hören werdet. Die neunundfünfzigste Novelle , von Poncelet erzählt: von einem Herrn, der den Kranken spielte, um bei seinem Kammermädchen zu schlafen, bei dem seine Frau ihn fand. Die sechzigste Novelle , von Poncelet erzählt: von drei Fräulein aus Mecheln, die sich mit drei Franziskanern angefreundet hatten, die ihnen Tonsuren und Mönchsgewänder hatten machen lassen, damit sie nicht erkannt würden, und wie es an den Tag kam. Die einundsechzigste Novelle , von Poncelet erzählt: von einem Kaufmann, der in seinen Mehlkasten den Geliebten seiner Frau einschloß; und sie steckte heimlich einen Esel hinein, weshalb der Mann später viel zu leiden hatte und worüber er ganz verwirrt ward. Die zweiundsechzigste Novelle , von Herrn de Quievrain erzählt: von zwei Genossen, deren einer einen Diamanten im Bette seiner Wirtin ließ, den der andere fand, worauf zwischen ihnen ein großer Streit entstand, den der Mann der besagten Wirtin auf treffliche Weise schlichtete. Die dreiundsechzigste Novelle : von einem Mann namens Montbleru, der auf einem Markt von Antwerpen seinen Genossen die Hemden und Mützen stahl, die sie der Kammerfrau ihrer Wirtin zum Waschen gegeben hatten; und wie sie alles dem Dieb verziehen; und dann erzählte der genannte Montbleru ihnen ganz ausführlich die Geschichte. Die vierundsechzigste Novelle , von Herrn Michault de Changy erzählt: von einem Pfarrer, der sich über einen Verschneider namens Trenche-couille lustig machen wollte, doch schnitt der ihm sein Glied mit Einverständnis des Wirtes weg. Die fünfundsechzigste Novelle , vom Herrn Schultheiß von Vuatènes erzählt: von der Frau, die ihren Mann erzählen hörte, daß ein Gastwirt zu Mont Saint-Michel sein Bestes beim Liebesakt tat; deshalb ging sie dorthin, um ihn zu erproben, doch ihr Mann gab allzu gut acht auf sie, womit sie sehr unzufrieden war, wie ihr nachher hören werdet. Die sechsundsechzigste Novelle , von Philipp de Loan erzählt: von einem Schankwirt aus Saint Omer, der eine Frage an seinen kleinen Sohn richtete, was er, als er die Antwort vernommen, nachher bereute und worüber seine Frau sich sehr schämte, wie ihr später ausführlicher vernehmen werdet. Die siebenundsechzigste Novelle , von Philipp de Loan erzählt: von einem Justizbeamten in Paris, der eine Schuhmacherin zu betrügen gedachte, doch er täuschte sich selbst sehr plump, denn er verheiratete sie an einen Barbier, dachte ihrer ledig zu sein und wollte sich anderweitig verheiraten, aber sie hatte dessen wohl acht, wie ihr unten ausführlicher sehen könnt. Die achtundsechzigste Novelle , von Herrn Ritter Christian de Dygoyne erzählt: von einem verheirateten Mann, der seine Frau bei einem andern fand und dann Gelegenheit nahm, von ihr ihr Geld, ihre Kleider, ihre Wertsachen, alles bis auf das Hemd zu erhalten, und dann jagte er sie in diesem Zustand fort, wie es euch nachher dargetan werden wird. Die neunundsechzigste Novelle , vom Herrn Herzog erzählt: von einem edlen Ritter der Grafschaft Flandern, der mit einer sehr schönen und schmucken Dame verheiratet war und lange Zeit in der Türkei gefangengehalten ward, währenddessen seine gute und treue Frau auf die Mahnung ihrer Freunde sich von neuem mit einem anderen Ritter verheiratete. Und bald nachdem sie sich wieder vermählt hatte, hörte sie, ihr erster Gatte komme aus der Türkei heim, und starb aus Kummer darüber, daß sie die neue Ehe eingegangen war. Die siebzigste Novelle , vom Herrn Herzog erzählt: von einem edlen Ritter Deutschlands, der weit gereist war während seines Lebens und nach einer von ihm unternommenen Reise das Gelübde tat, nie das Kreuzeszeichen zu machen, weil er sehr fest auf das Sakrament der Taufe baute und vertraute, in welchem Glauben er den Teufel bekämpfte, wie ihr hören werdet. Die einundsiebzigste Novelle , vom Herrn Herzog erzählt: von einem Ritter aus der Pikardie, der sich in der Stadt Saint Omer in einem Wirtshaus einquartierte, wo er sich in die Wirtin verliebte, mit der er einen feurigen Liebeshandel begann; als er das, was ihr wißt, tat, fand der Mann der besagten Wirtin sie und benahm sich derart, wie ihr es nachher hören könnt. Die zweiundsiebzigste Novelle , von Herrn de Quievrain erzählt: von einem Edelmann aus der Pikardie, der sich in die Frau eines Ritters, seines Nachbarn, verliebte; der Edelmann fand durch gute Mittel Gelegenheit, die Gunst seiner Dame zu gewinnen, mit der er belagert ward, so daß er große Mühe hatte, das Zimmer zu verlassen, wie ihr später hören werdet. Die dreiundsiebzigste Novelle , von Meister Jehan Lauvin erzählt: von einem Pfarrer, der in eine der Frauen seiner Gemeinde verliebt war, mit welcher der genannte Pfarrer durch den Mann der Frau auf Nachricht seiner Nachbarn gefunden ward; und wie der besagte Pfarrer entschlüpfte, wie ihr nachher hören werdet. Die vierundsiebzigste Novelle , von Philipp de Loan erzählt: von einem Boulogner Priester, der zweimal den Leib unsers Herrn erhob, als er die Messe sang, weil er dachte, der Herr Seneschall von Boulogne sei zu spät zur Messe gekommen; und wie er auch das Kußtäfelchen vor dem Herrn Seneschall zu küssen sich weigerte, wie ihr nachher hören könnt. Die fünfundsiebzigste Novelle , von Herrn de Thalemas erzählt: von einem edlen, halb närrischen und wenig klugen Burschen, der sich in große Gefahr begab, Todesangst litt und zur Galgenstrafe verurteilt ward, weil er dem Amtmann, der Justiz und vielen andern Leuten der Stadt Troyes in der Champagne, denen er tödlich verhaßt war, Schaden und Leid zufügen wollte, wie ihr später ausführlich hören könnt. Die sechsundsiebzigste Novelle , von Philipp de Loan erzählt: von einem Priester, Kaplan bei einem Ritter in Burgund, der sich in die Liebste des Ritters vergafft hatte, und von dem Abenteuer, das ihm infolge seines Liebeshandels zustieß, wie ihr unten hören werdet. Die siebenundsiebzigste Novelle , von Alardin erzählt: von einem Edelmann aus Flandern, der in Frankreich wohnte; doch während er in Frankreich weilte, erkrankte seine Mutter in Flandern. Er kam sie sehr häufig besuchen, da er dachte, sie stürbe; und von den Worten, die er sprach, und seinem Benehmen, wie ihr unten hören werdet. Die achtundsiebzigste Novelle , von Jean Martin erzählt: von einem verheirateten Edelmann, der sich entschloß, mehrere weite Reisen zu machen, während deren seine gute und treue keusche Frau sich drei artige Genossen beilegte, was ihr nachher hören werdet; und wie sie ihre Angelegenheit ihrem Mann gestand, als er von den genannten Reisen zurückkehrte, in der Meinung, sie beichte ihrem Pfarrer; und wie sie sich rettete, was ihr nachher hören werdet. Die neunundsiebzigste Novelle , von Herrn Michault de Changy erzählt: von einem Biedermann aus Bourbon, der einen weisen Mann des besagten Orts um Rat wegen seines Esels anging, den er verloren hatte, und wie er seinen genannten Esel auf wunderbare Art wiedergefunden zu haben glaubte, wie ihr es nachher hören könnt. Die achtzigste Novelle , von Herrn Michault de Changy erzählt: von einer jungen Maid aus Deutschland, die im Alter von ungefähr fünfzehn bis sechzehn Jahren sich mit einem netten muntern Burschen verheiratete und sich beklagte, ihr Mann habe ein allzu kleines Instrument für ihren Geschmack, denn sie hatte einen kleinen Esel gesehen, der erst ein halbes Jahr alt war und ein viel größeres Werkzeug hatte als ihr Mann, der vierundzwanzig oder sechsundzwanzig Jahre alt war. Die einundachtzigste Novelle , von Herrn de Vaurin erzählt: von einem edlen Ritter, der in eine sehr schöne, junge verheiratete Dame verliebt war und ihre Gunst wie auch die einer andern, ihrer Nachbarin, zu gewinnen gedachte. Doch schlug es ihm bei beiden fehl, wie es euch nachher erklärt werden wird. Die zweiundachtzigste Novelle , von Herrn de Launoy erzählt: von einem Schäfer, der einen Handel mit einer Schäferin einging, er werde auf sie steigen, um weiter zu sehen, doch werde er sie nicht weiter aufspießen, als das Zeichen ging, das sie mit ihrer Hand am Instrument des besagten Schäfers machen sollte, wie ihr nachher ausführlicher hören könnt. Die dreiundachtzigste Novelle , von Herrn de Vaurin erzählt: von einem Karmeliter, der in einem Dorf predigte, und wie er nach seiner Predigt bei einem Fräulein zu speisen gebeten ward und große Mühe hatte, seinen Wanst zu versorgen und zu füllen, wie ihr nachher hören werdet. Die vierundachtzigste Novelle , von Herrn Marquis de Rothelin erzählt: von einem Marschall, der sich mit der freundlichsten und verliebtesten Frau, die es in ganz Deutschland gab, verheiratete. Ob wahr ist, was ich sage, ohne darauf einen hohen Eid zu leisten, damit ich nicht durch meine Erzählung für einen Lügner gehalten werde, könnt ihr unten ausführlicher sehen. Die fünfundachtzigste Novelle , von Herrn de Santilly erzählt: von einem Goldschmied, der mit einer sehr schönen, freundlichen und anmutigen und außerdem sehr, besonders in ihren Pfarrer, ihren nächsten Nachbarn, verliebten Frau verheiratet war; beim Pfarrer fand auf die Nachricht eines ihrer Liebhaber hin, der eifersüchtig war, ihr Mann sie schlafend, wie ihr hören könnt. Die sechsundachtzigste Novelle , von Herrn Philippe Vignier erzählt: von einem jungen Mann aus Rouen, der zur Ehe ein schönes, schmuckes junges Mädchen, ungefähr fünfzehn Jahre alt, nahm; die Mutter des besagten Mädchens wollte sie durch den Herrn Offizial von Rouen scheiden lassen; und von dem Spruche, den der genannte Offizial darüber fällte, nachdem die Parteien durch ihn verhört waren, wie ihr unten in dieser Novelle ausführlicher sehen werdet. Die siebenundachtzigste Novelle , von Herrn Le Voyer erzählt: von einem edlen Ritter, der sich in ein sehr schönes, junges, schmuckes Mädchen verliebte, und wie eins seiner Augen eine sehr schwere Krankheit befiel; deshalb mußte er einen Arzt haben, der sich ebenfalls in das genannte Mädchen, wie ihr hören werdet, verliebte; und von den Worten, die zwischen Ritter und Arzt gewechselt wurden wegen des Pflasters, das er ihm auf sein gutes Auge legte. Die achtundachtzigste Novelle , von Alardin erzählt: von einem guten und einfältigen Bauersmann, der mit einer lustigen, schmucken Frau verheiratet war, die Essen und Trinken über der Liebe vergaß; und um mit ihrem Liebhaber in größter Sicherheit zusammenzusein, schloß sie ihren Mann im Taubenschlag ein auf die Weise, wie ihr hören werdet. Die neunundachtzigste Novelle , von Poncelet erzählt: von einem Pfarrer, der aus Nachlässigkeit oder Unwissenheit seiner Gemeinde bis zur Vigil vom Palmsonntag die Fastenzeit anzukünden vergaß, wie ihr nachher hören könnt; und wie er sich bei seiner Gemeinde deshalb entschuldigte. Die neunzigste Novelle , von Herrn de Beaumont erzählt: von einem guten Kaufmann aus dem Lande Brabant, dessen Frau sehr krank war. Da er fürchtete, sie werde sterben, bat er sie, nach vielen Vorstellungen und Ermahnungen ob ihres Seelenheils, um Verzeihung, die sie ihm für alles, was er ihr Böses getan, auch gewährte, ausgenommen nur, daß er so wenig in ihrer Werkstatt gearbeitet habe, wie ihr in besagter Novelle ausführlicher hören könnt. Die einundneunzigste Novelle , vom Schauspieler erzählt: von einem Mann, der mit einer Frau verheiratet war, die so geil und hitzig war, daß ich glaube, sie war in einer Badstube oder eine halbe Meile von der Mittagsonne geboren, denn niemand, mochte er auch ein noch so guter Arbeiter sein, konnte sie abkühlen; und wie er sie zu züchtigen dachte und welche Antwort sie ihm gab. Die zweiundneunzigste Novelle , vom Schauspieler erzählt: von einer verheirateten Bürgersfrau, die in einen Kanonikus verliebt war und, um geheimer zu dem genannten Kanonikus gehen zu können, sich eine ihrer Nachbarinnen zugesellte; und von dem Lärm und Streit, der unter ihnen entstand wegen der Liebe zum Handwerk, das sie trieben, wie ihr hören werdet. Die dreiundneunzigste Novelle , von Herrn Timoleon Vignier erzählt: von einer schmucken verheirateten Frau, die ihrem Mann vorlog, sie ginge auf die Wallfahrt, doch fand sie sich mit dem Sakristan der Stadt, ihrem Geliebten, zusammen, bei dem sie ihr Mann traf; und wie er sich benahm, als er sie zusammen das Handwerk treiben sah, das ihr kennt. Die vierundneunzigste Novelle : von einem Pfarrer, der ein kurzes Gewand trug wie die Galane, die auf Freiersfüßen wandeln, deshalb ward er vor den zuständigen Richter geladen, und von dem Spruch, der deswegen gefällt ward; auch von dem Verbot, das an ihn erging, und von den sonstigen Narrheiten, die er nachher trieb, wie ihr ausführlicher hören werdet. Die fünfundneunzigste Novelle , von Philipp de Loan erzählt: von einem Mönch, der so tat, als wäre er sehr krank und in Todesgefahr, um die Gunst einer seiner Nachbarinnen zu gewinnen auf die Art, die unten geschildert wird. Die sechsundneunzigste Novelle , von einem einfältigen und reichen Dorfpfarrer, der in seiner Einfalt seinen Hund auf dem Friedhof begraben ließ, weshalb er vor seinen Bischof geladen ward; und wie er die Summe von fünfzig Goldgulden dem besagten Bischof gab und was der Bischof ihm sagte, wie ihr unten hören könnt. Die siebenundneunzigste Novelle , von Herrn de Launoy erzählt: von einer Gesellschaft guter Genossen, die sich in der Schenke gütlich taten und kräftig tranken und von denen einer mit seiner Frau Streit bekam, als er in seine Wohnung zurückgekehrt war, wie ihr hören werdet. Die achtundneunzigste Novelle , vom Schauspieler erzählt: von einem Ritter aus Frankreich, der von seiner Frau eine Tochter hatte, ein schönes Fräulein, ungefähr sechs- bis siebenundzwanzig Jahre alt; doch wie sie ihr Vater mit einem alten Ritter vermählen wollte, ging sie mit einem andern, jungen Ritter, ihrem Geliebten, davon. Und wie sie beide durch wunderbares Geschick jämmerlich endeten, werdet ihr hören. Die neunundneunzigste Novelle , vom Schauspieler erzählt: von einem Bischof in Spanien, der aus Mangel an Fisch zwei Rebhühner an einem Freitag aß; und wie er seinen Leuten sagte, er habe sie durch seine Worte aus Fleisch in Fisch verwandelt, wie es euch unten dargetan werden wird. Die hundertste und letzte dieser Novellen , von Philipp de Loan erzählt: von einem reichen Kaufmann der Stadt Genua, der sich mit einem schönen und jungen Mädchen verheiratete, das in der langen Abwesenheit seines Mannes und auf sein eigenes Geheiß einen klugen Anwalt kommen ließ, der es mit dem Nötigen versorgte; und von der Antwort, die es ihm gab, wie ihr nachher hören könnt.