Rudyard Kipling Serang Pambés Harren und Hoffen The Limitations of Pambé Serang Faßt man alle Einzelheiten des Falles ins Auge, so drängt sich einem die Überzeugung auf: Pambé, der Serang, konnte nur so und nicht anders handeln. Freilich: er wurde dafür so lange am Halse aufgehängt, bis er starb; aber Nurkeed ist tot! If you consider the circumstances of the case, it was the only thing that he could do. But Pambé Serang has been hanged by the neck till he is dead, and Nurkeed is dead also. Vor drei Jahren, als der Elsaß-Lothringer Dampfer »Saarbrücken« bei geradezu fürchterlich heißem Wetter Kohlen in Aden einnahm, erbat sich Nurkeed, der große, dicke Sansibar-Heizer, der den ungeheuren Kessel rechts unten, dreißig Fuß unter dem Deck, bediente, Urlaub, um ein wenig an Land zu gehen. Als nüchterner »Sidi-boy« - so heißen die Heizer - verließ er das Schiff, aber zurück kam er als Vollblut-Sultan von Sansibar - als Seine Hoheit Sayyid Burgash, mit einer Flasche in jeder Hand. Dann fläzte er sich auf das Lukengitter des Vorderdecks hin, fraß Salzfisch mit Zwiebel und sang die Lieder eines fernen Landes dazu. Eigentlich gehörte das Mahl Pambé, dem Serang oder Oberhaupt der indischen Matrosen, der es soeben erst für sich selbst gekocht hatte und nur einen Augenblick weggegangen war, um sich das nötige Salz dazu auszuborgen. Als er zurückkehrte, war es zu spät: Nurkeeds schmutzige Finger steckten bereits in der Schüssel! Three years ago, when the Elsass-Lothringen steamer Saarbruck was coaling at Aden and the weather was very hot indeed, Nurkeed, the big fat Zanzibar stoker who fed the second right furnace thirty feet down in the hold, got leave to go ashore. He departed a 'Seedee boy,' as they call the stokers; he returned the full-blooded Sultan of Zanzibar--His Highness Sayyid Burgash, with a bottle in each hand. Then he sat on the fore-hatch grating, eating salt fish and onions, and singing the songs of a far country. The food belonged to Pambé, the Serang or head man of the lascar sailors. He had just cooked it for himself, turned to borrow some salt, and when he came back Nurkeed's dirty black fingers were spading into the rice. Ein Serang ist ein Würdenträger, verglichen mit einem Heizer, obgleich er schlechter bezahlt wird. Er leitet den Chor: »Hya! Hulla! Hi-ah! Heh!«, wenn die Gig des Kapitäns an den Davits an Deck gezogen wird; er handhabt sogar das Tieflot! Zuweilen, wenn an Bord nichts zu tun ist, zieht er schneeweißes Musselin an und eine große rote Schärpe und spielt mit den Kindern der Passagiere auf dem Quarterdeck. Dafür bekommt er Trinkgelder, die er sorgfältig zusammenspart für eine Orgie in Bombay oder Kalkutta oder Pulu Penang. »Ho! Du schwarzes dickes Ofenrohr, du frißt ja mein Essen!« sagte Pambé in dem gewissen Lingua-Franca-Jargon, der dort beginnt, wo die Levantesprache aufhört, um dann vorzuherrschen, von Port Said angefangen ostwärts, bis der Osten zum Westen wird und die Seglerbriggs der Kurileninseln mit den verstreuten Hakodate-Dschunken schwätzen. A serang is a person of importance, far above a stoker, though the stoker draws better pay. He sets the chorus of 'Hya! Hulla! Hee-ah! Heh!' when the captain's gig is pulled up to the davits; he heaves the lead too; and sometimes, when all the ship is lazy, he puts on his whitest muslin and a big red sash, and plays with the passengers' children on the quarter-deck. Then the passengers give him money, and he saves it all up for an orgie at Bombay or Calcutta, or Pulu Penang. 'Ho! you fat black barrel, you're eating my food!' said Pambé, in the Other Lingua Franca that begins where the Levant tongue stops, and runs from Port Said eastward till east is west, and the sealing-brigs of the Kurile Islands gossip with the strayed Hakodate junks. »Sohn des Iblis, Affenschnauze, vertrocknete Haifischleber, Schweinekerl, - ich bin der Sultan Sayyid Burgash und Oberbefehlshaber an Bord! - Da hast du deinen Dreck wieder!« schrie Nurkeed und warf Pambé den leeren Topf zu. 'Son of Eblis, monkey-face, dried shark's liver, pigman, I am the Sultan Sayyid Burgash, and the commander of all this ship. Take away your garbage;' and Nurkeed thrust the empty pewter rice-plate into Pambé's hand. Pambé schleuderte ihn verachtungsvoll in ein Wasserschaff über Nurkeeds Wollschädel. Nurkeed zog das Messer und stach damit Pambé ins Bein, worauf Pambé seinerseits ein Messer zückte. Aber Nurkeed ließ sich in die Finsternis hinabfallen und spuckte von unten durch das Gitter nach Pambé, dessen Blut das saubere Vorderdeck besudelte. Pambé beat it into a basin over Nurkeed's woolly head. Nurkeed drew HIS sheath-knife and stabbed Pambé in the leg. Pambé drew his sheath-knife; but Nurkeed dropped down into the darkness of the hold and spat through the grating at Pambé, who was staining the clean fore-deck with his blood. Der weiße Mond war der einzige Zeuge dieser Vorgänge, denn die Offiziere des Schiffs standen abseits, um die Verstauung der Kohlen zu überwachen, und die Passagiere drängten sich in ihre Kabinen. »Macht nix«, sagte Pambé und verband sich die Wunde, »wir werden die Sache später schon in Ordnung bringen.« Only the white moon saw these things; for the officers were looking after the coaling, and the passengers were tossing in their close cabins. 'All right,' said Pambé--and went forward to tie up his leg--'we will settle the account later on.' Als Malaye und in Indien geboren war er einmal in Burma verheiratet, wo seine Gattin einen Zigarrenladen in der Shwe-Dagon-Straße besaß; ein zweites Mal in Singapur mit einem Chinesenmädel, und außerdem noch in Madras mit einer mohammedanischen Geflügelverkäuferin. Ein englischer Seemann kann wegen der Segnungen der Post und des Telegraphen nicht so ausgiebig heiraten, wie er gerne möchte, aber ein eingeborener Matrose kann es, denn er kümmert sich um die barbarischen Einrichtungen des Westens den Teufel. Pambé war ein solider Ehemann, vorausgesetzt, daß er sich der Existenz einer seiner Gattinnen jeweils bewußt wurde; aber andererseits war er auch Malaye, und es ist nicht ratsam, einen Malayen zu beleidigen, denn er vergißt niemals. Hier, im Fall Pambé, war Blut vergossen und Essen besudelt worden. He was a Malay born in India: married once in Burma, where his wife had a cigar-shop on the Shwe Dagon road; once in Singapore, to a Chinese girl; and once in Madras, to a Mahomedan woman who sold fowls. The English sailor cannot, owing to postal and telegraph facilities, marry as profusely as he used to do; but native sailors can, being uninfluenced by the barbarous inventions of the Western savage. Pambé was a good husband when he happened to remember the existence of a wife; but he was also a very good Malay; and it is not wise to offend a Malay, because he does not forget anything. Moreover, in Pambé's case blood had been drawn and food spoiled. Am nächsten Morgen stand Nurkeed mit klarem Kopf auf; er war nicht mehr länger der Sultan von Sansibar, sondern lediglich ein von Kesselglut gequälter Heizer. Als solcher begab er sich auf Deck und öffnete seine Brust der Morgenbrise, da kam ein Messer angesaust wie ein fliegender Fisch knapp an seiner Achselhöhle vorbei und blieb in der Tür der Schiffsküche stecken. Ohne die Ruhepause weiter zu genießen, lief Nurkeed hinunter und sann nach, was er dem Besitzer der Waffe möglicherweise angetan haben könnte. Nachmittags, als alle indischen Matrosen beim Essen saßen, trat er unter sie und, da er ein friedfertiger Mann war und überdies um seine Haut besorgt, eröffnete er ein Gespräch mit folgenden Worten: »Mannschaft des Dampfers! Gestern nacht war ich besoffen. Heut morgen wollte es mir scheinen, als hätte ich mich ungebührlich gegen einen oder den andern von euch benommen. Wer ist dieser Mann, auf daß ich von Angesicht zu Angesicht vor ihn treten kann und ihm sagen, daß ich besoffen war?« Next morning Nurkeed rose with a blank mind. He was no longer Sultan of Zanzibar, but a very hot stoker. So he went on deck and opened his jacket to the morning breeze, till a sheath-knife came like a flying- fish and stuck into the woodwork of the cook's galley half an inch from his right armpit. He ran down below before his time, trying to remember what he could have said to the owner of the weapon. At noon, when all the ship's lascars were feeding, Nurkeed advanced into their midst, and, being a placid man with a large regard for his own skin, he opened negotiations, saying, 'Men of the ship, last night I was drunk, and this morning I know that I behaved unseemly to some one or another of you. Who was that man, that I may meet him face to face and say that I was drunk?' Pambé maß im Geiste die Distanz ab, die ihn von Nurkeeds nackter Brust trennte. Ein so weiter Sprung konnte leicht fehlgehen, und ein blindes Drauflosstechen hätte vielleicht nur eine Schramme zur Folge gehabt; mit Sicherheit jemand das Messer zwischen die Rippen jagen kann man nur, wenn der Betreffende schläft. - Daher schwieg Pambé, und die andern Inder taten desgleichen. Ihre Gesichter wurden regungslos, wie es bei allen Orientalen geschieht, wenn Mord und Totschlag oder sonst etwas Drohendes in der Luft liegen. Nurkeed spähte lang in die weißen starren Augäpfel; er war nur ein Afrikaner und verstand sich nicht aufs Charakterlesen. Ein schwerer Seufzer - fast ein Stöhnen - entrang sich seiner Brust, dann ging er wieder hinunter zu seinem Kessel. Die indischen Matrosen nahmen ihre Unterhaltung auf, wo sie stehengeblieben waren; sie tauschten Meinungen aus, wie man am besten Reis kocht. Pambé measured the distance to Nurkeed's naked breast. If he sprang at him he might be tripped up, and a blind blow at the chest sometimes only means a gash on the breast-bone. Ribs are difficult to thrust between unless the subject be asleep. So he said nothing; nor did the other lascars. Their faces immediately dropped all expression, as is the custom of the Oriental when there is killing on the carpet or any chance of trouble. Nurkeed looked long at the white eyeballs. He was only an African, and could not read characters. A big sigh--almost a groan-- broke from him, and he went back to the furnaces. The lascars took up the conversation where he had interrupted it. They talked of the best methods of cooking rice. Nurkeed litt sehr unter dem Luftmangel unten im Heizraum auf der langen Fahrt nach Bombay, aber er kam nur an Deck, wenn alles belebt war. Aber auch bei solchen Gelegenheiten passierten die merkwürdigsten Dinge: einmal fiel ein schwerer Block von der Dirk herunter, dicht an seinem Schädel vorbei; dann wieder begann ein anscheinend fester Grätling, auf den er seinen Fuß setzte, derart zu wackeln, daß er bei einem Haar fünfzehn Fuß tief in die Schiffsladung hinabgestürzt wäre; und schließlich, in einer besonders unerträglich schwülen Nacht sauste ein Messer vom Fockmast hernieder. Und diesmal gab's Blut. Da erstattete Nurkeed die Anzeige und, als die »Saarbrücken« Bombay anlief, suchte er schnell das Weite und verbarg sich unter den achthunderttausend Menschen, und muckste sich nicht, bis das Schiff den Hafen nach einem Monat wieder verließ. Auch Pambé wartete, hoffte und harrte; aber seine Bombay-Gattin erging sich immer gründlicher in Keiferei, so daß ihm schließlich nichts übrigblieb, als sich für die »Spichern« heuern zu lassen, zumal ihm deutlicher und deutlicher zu Bewußtsein kam, daß Stilliegen für eine Blaujacke Zerlumptwerden heißt. In der tückischen Chinesischen See mußte er häufig Nurkeeds gedenken, und als die »Saarbrücken« einmal zufällig neben der »Spichern« vor Anker lag, da erkundigte er sich auf das angelegentlichste nach seinem Verbleib, wobei er erfuhr, daß Nurkeed auf der »Gravelotte« unterwegs sei über Kapstadt nach England. Da schiffte er sich auf der »Wörth« ein und kam ebenfalls in England an; die »Spichern« hatte das Schiff unterwegs an einem schottischen Leuchtturm getroffen. Aber Nurkeed hatte sich auf die »Spichern« geschmuggelt und dampfte nach der Küste von Kalkutta. Nurkeed suffered considerably from lack of fresh air during the run to Bombay. He only came on deck to breathe when all the world was about; and even then a heavy block once dropped from a derrick within a foot of his head, and an apparently firm-lashed grating on which he set his foot, began to turn over with the intention of dropping him on the cased cargo fifteen feet below; and one insupportable night the sheath-knife dropped from the fo'c's'le, and this time it drew blood. So Nurkeed made complaint; and, when the Saarbruck reached Bombay, fled and buried himself among eight hundred thousand people, and did not sign articles till the ship had been a month gone from the port. Pambé waited too; but his Bombay wife grew clamorous, and he was forced to sign in the Spicheren to Hongkong, because he realised that all play and no work gives Jack a ragged shirt. In the foggy China seas he thought a great deal of Nurkeed, and, when Elsass-Lothringen steamers lay in port with the Spicheren, inquired after him and found he had gone to England via the Cape, on the Gravelotte. Pambé came to England on the Worth. The Spicheren met her by the Nore Light. Nurkeed was going out with the Spicheren to the Calicut coast. »Wat? n' Freund willste bei die Klöten kriegn, du Mausfallen-Snut?« sagte eines Tages ein Handelsschiff-Gentleman zu Pambé, »nichts leichter! Wart bi die Nyanza-Docks, bis er kommt. Jeder Mensch kommt mal bi die Nyanza-Docks. Warte dort auf ihn, du armer Heide!« Der Gentleman hatte die Wahrheit gesprochen. Es gibt drei große Tore in der Welt, wo man jeden Menschen einmal treffen muß, vorausgesetzt, daß man lange genug wartet. Das Ende des Suezkanals ist das eine, aber da kommt der Tod oft früher, als der, auf den man wartet; die Station Charing Cross in London ist das zweite, wenigstens was den Inland-Wartesport betrifft, und das Nyanza-Dock ist das dritte. Auf allen diesen Orten warten Männer und Frauen in alle Ewigkeit auf die, die bestimmt einmal kommen werden. Pambé wartete ebenfalls dort. Zeit spielte für ihn keine Rolle, und seine Frauen konnten warten, wie er es tat: Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat bei den »Blue Diamond«-Minentrichtern, den »Red Dot«-Schornsteinen und den »Yellow Streaks«, - die unbenannten zigeunernden Kleinboote belauernd, die Ladungen einnahmen oder ausschifften, einander umdrängend, pfeifend und heulend mit ihren Sirenen im beständigen Nebel. Als Pambé das Geld ausging, überredete ihn ein wohlgesinnter Herr, Christ zu werden. Er willigte augenblicklich ein, wechselte den Glauben zwischen Schiff und Schiffes Ankunft und bezog ein Gehalt von sechs bis sieben Schilling in der Woche, wofür er Traktätchen an Seeleute verteilen mußte. Worin sein neuer Glaube bestand, bekümmerte ihn nicht weiter; er wußte, wenn er zu gewissen Herren mit langen schwarzen Röcken sagte: »Ich bin mich eine eingeborene Chlist«, bekam er ein paar Kupfermünzen als Belohnung. 'Want to find a friend, my trap-mouthed coal-scuttle?' said a gentleman in the mercantile service. 'Nothing easier. Wait at the Nyanza Docks till he comes. Every one comes to the Nyanza Docks. Wait, you poor heathen.' The gentleman spoke truth. There are three great doors in the world where, if you stand long enough, you shall meet any one you wish. The head of the Suez Canal is one, but there Death comes also; Charing Cross Station is the second--for inland work; and the Nyanza Docks is the third. At each of these places are men and women looking eternally for those who will surely come. So Pambé waited at the docks. Time was no object to him; and the wives could wait, as he did from day to day, week to week, and month to month, by the Blue Diamond funnels, the Red Dot smoke-stacks, the Yellow Streaks, and the nameless dingy gypsies of the sea that loaded and unloaded, jostled, whistled, and roared in the everlasting fog. When money failed, a kind gentleman told Pambé to become a Christian; and Pambé became one with great speed, getting his religious teachings between ship and ship's arrival, and six or seven shillings a week for distributing tracts to mariners. What the faith was Pambé did not in the least care; but he knew if he said 'Native Ki-lis- ti-an, Sar' to men with long black coats he might get a few coppers; and the tracts were vendible at a little public-house that sold shag by the 'dottel,' which is even smaller weight than the 'half-screw,' which is less than the half-ounce, and a most profitable retail trade. Nach acht Monaten erkrankte er an einer Lungenentzündung, die er sich durch das lange Herumstehen im nassen Straßenschmutz zugezogen hatte, und sah sich zu seinem größten Bedauern genötigt, sich unter Flüchen gegen das widrige Schicksal in seiner Fünfzig-Pfennig-Bude niederzulegen. But after eight months Pambé fell sick with pneumonia, contracted from long standing still in slush; and much against his will he was forced to lie down in his two-and-sixpenny room raging against Fate. Der alte Gentleman, der Glaubensbekehrer, saß neben dem Bett und grämte sich, als er gewahr wurde, daß sein Zögling Pambé, statt auf Erbauung aus frommen Büchern bedacht zu sein, vielmehr in einer fremden Sprache vor sich hinschwätzte und auch sonst auf bestem Wege zu sein schien, in das alte Heidentum wieder zurückzufallen, bis eines Tages die halbe Betäubung des Patienten mit einem Ruck verschwand, - offenbar infolge eines Rufes draußen auf dem Dock. »Meine Freund, - er«, flüsterte Pambé. »Ihm rufen jetzt - rufen: Nurkeed! Schnell! Gott hat ihn mich geschickt!« The kind gentleman sat by his bedside, and grieved to find that Pambé talked in strange tongues, instead of listening to good books, and almost seemed to become a benighted heathen again--till one day he was roused from semi-stupor by a voice in the street by the dock-head. 'My friend--he,' whispered Pambé. 'Call now--call Nurkeed. Quick! God has sent him!' »Er sehnt sich nach einem Landsmann«, sagte sich der freundliche Gentleman, eilte hinaus und schrie aus voller Lunge: »Nurkeed! Nur-keed!« Ein erstaunlich dunkelhäutiger Mann in weißer, brettartig gestärkter Wäsche, funkelnagelneuen weiten Matrosenhosen und mit einer faustgroßen Busennadel geschmückt, drehte sich um. Nurkeed war's; oh, er hatte auf seinen vielen Reisen gelernt, wie man den richtigen Gebrauch macht von Geld, und hatte sich als Weltbürger ausstaffiert. 'He wanted one of his own race,' said the kind gentleman; and, going out, he called 'Nurkeed!' at the top of his voice. An excessively coloured man in a rasping white shirt and brand-new slops, a shining hat, and a breastpin, turned round. Many voyages had taught Nurkeed how to spend his money and made him a citizen of the world. »Hü Jawoll!« sagte er, als der freundliche Gentleman die Situation erklärt hatte. »War in meinige Dienst - schwarze Nigger das - auf der ›Saarbrücken‹ - Oh ja. Alde Pambé, gute alde Pambé. Verdammter Inder. Wo ist er sich, Herr?«. Und er folgte dem Gentleman in das Krankenzimmer. Ein schneller Blick zeigte ihm, daß der alte Herr die Wahrheit gesprochen hatte: Pambé war bettelarm. Nurkeed wühlte mit beiden Händen in den Taschen, näherte sich mit gefüllten Fäusten dem Kranken und schrie: »Heja, Pambé. Heja! Hi-ah! Hulla! Hih! Takilo! Takilo! Faß an! Hoch! Pambé! Weißt noch, Pambé? Du kennen mich. Dekho, jih! Da schau! Verdammter fetter fauler Matros, indisches!« 'Hi! Yes!' said he, when the situation was explained. 'Command him-- black nigger--when I was in the Saarbruck. Ole Pambé, good ole Pambé. Dam lascar. Show him up, Sar;' and he followed into the room. One glance told the stoker what the kind gentleman had overlooked. Pambé was desperately poor. Nurkeed drove his hands deep into his pockets, then advanced with clenched fists on the sick, shouting, 'Hya, Pambé. Hya! Hee-ah! Hulla! Heh! Takilo! Takilo! Make fast aft, Pambé. You know, Pambé. You know me. Dekho, jee! Look! Dam big fat lazy lascar!' Pambé winkte schwach mit der linken Hand; die rechte ruhte unter der Bettdecke. Nurkeed nahm seinen riesigen Hut ab und beugte sich über Pambé, um sein Geflüster besser verstehen zu können. - »Es ist wahrhaft erhebend«, sagte der freundliche Gentleman, »diese Orientalen lieben einander wie die Kinder!« Pambé beckoned with his left hand. His right was under his pillow. Nurkeed removed his gorgeous hat and stooped over Pambé till he could catch a faint whisper. 'How beautiful!' said the kind gentleman. 'How these Orientals love like children!' »Los! Spuck aus: Was is?« fragte Nurkeed und lehnte sich noch weiter vor. 'Spit him out,' said Nurkeed, leaning over Pambé yet more closely. »Da hast d' für den Fisch mit Zwiebel!« sagte Pambé und stieß ihm ein Messer von unten nach oben zwischen die Rippen. 'Touching the matter of that fish and onions--' said Pambé--and sent the knife home under the edge of the rib-bone upwards and forwards. Ein ersticktes, trockenes Husten, dann fiel der Afrikaner langsam neben dem Bett zusammen. Seine Hände streckten sich und eine Menge Silbermünzen rollten durch die Stube. There was a thick sick cough, and the body of the African slid slowly from the bed, his clutching hands letting fall a shower of silver pieces that ran across the room. »Jetzt kann ich sterben!« sagte Pambé. 'Now I can die!' said Pambé. Aber er starb nicht; man päppelte ihn mit größter Sorgfalt und mit Aufgebot der verfügbaren Geldmittel wieder auf, denn das Gesetz hielt das Auge auf ihn gerichtet. Als er dann soweit genesen war, hängte man ihn in aller Form, und wie es sich gehört, auf. But he did not die. He was nursed back to life with all the skill that money could buy, for the Law wanted him; and in the end he grew sufficiently healthy to be hanged in due and proper form. Pambé machte sich nicht viel daraus. Aber für den freundlichen alten Herrn war es ein schwerer Schlag. Pambé did not care particularly; but it was a sad blow to the kind gentleman.